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Volksrepublik China

Die Volksrepublik China (chinesisch 中华人民共和国, Pinyin Zhōnghuá Rénmín Gònghéguó [tʂʊŋ˥xua˧˥ʐɛn˧˥mɪn˧˥kʊŋ˥˩xə˧˥kuɔ˧˥]), allgemein als China bezeichnet, ist ein Staat in Ostasien. Mit mehr als 1,4 Milliarden Einwohnern (2020) stellt China das bevölkerungsreichste und gemessen an seiner Gesamtfläche das drittgrößte Land der Erde dar. Gemäß ihrer sozialistischen Verfassung steht die Volksrepublik China „unter der demokratischen Diktatur des Volkes“, wird jedoch von Beginn an durchgehend allein von der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) autoritär bis totalitär regiert. Bis heute werden ihr schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen.

中华人民共和国

Zhōnghuá Rénmín Gònghéguó
Volksrepublik China
Amtssprache Chinesisch (Hochchinesisch) und anerkannte Regionalsprachen1
Hauptstadt Peking
Staats- und Regierungsform Volksrepublik mit Einparteiensystem
Staatsoberhaupt Staatspräsident
Xi Jinping
Regierungschef Ministerpräsident
Li Keqiang
Fläche 9.596.961 (3.) km²
Einwohnerzahl 1.411.780.000 (2020) (1.)
Bevölkerungsdichte 148 Einwohner pro km²
Bevölkerungs­entwicklung +0,36 % (2019) pro Jahr
Bruttoinlandsprodukt
  • Total (nominal)
  • Total (KKP)
  • BIP/Einw. (nom.)
  • BIP/Einw. (KKP)
2019
  • 14,732 Bio. USD (2.)
  • 23,393 Bio. USD (1.)
  • 10.522 USD (69.)
  • 16.709 USD (80.)
Index der menschlichen Entwicklung 0,761 (85.) (2019)
Währung Renminbi (CNY)2
Gründung 1. Oktober 1949
National­hymne Marsch der Freiwilligen
Nationalfeiertag 1. Oktober (Ausrufung der Volksrepublik)
Zeitzone UTC+8
ISO 3166 CN, CHN, 1563
Internet-TLD .cn, .中国 und .中國3
Telefonvorwahl +863
1 Kantonesisch und Englisch bzw. Portugiesisch sind zusammen mit Hochchinesisch Amtssprachen in den Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macau.

Gesetzlich anerkannte regionale Amtssprachen sind Zhuang in Guangxi, Tibetisch in Tibet und einigen angrenzenden Gebieten, Uigurisch in Xinjiang, Mongolisch in der Inneren Mongolei und Koreanisch in Yanbian.
2 Der Hongkong-Dollar und die Pataca sind die offiziellen Währungen Hongkongs und Macaus; vgl. Chinesische Währung
3 Weitere Abweichungen in Hongkong und Macau siehe dort.

Die Volksrepublik wurde am 1. Oktober 1949 nach dem Sturz der Republik China im chinesischen Bürgerkrieg von Mao Zedong ausgerufen. Bei der Hungersnot, die durch den von Mao initiierten „Großen Sprung nach vorn“ (1958–1961) ausgelöst wurde, starben Schätzungen zufolge 45 Millionen Menschen, bei der nachfolgenden Kulturrevolution ab 1966 bis zu 20 Millionen weitere. Erst nach Maos Tod entwickelte sich China auf Grundlage einer vorsichtigen Reform- und Öffnungspolitik ab 1978 zu einer wirtschaftlichen und technologischen Großmacht. Von der Weltbank wird das Land seit 2016 zu den Staaten mit einem Einkommensniveau im oberen Mittelfeld gerechnet. Im Durchschnitt wuchs die chinesische Wirtschaftskraft von 2000 bis einschließlich 2019 jährlich um 8,9 %. Neben der Verdopplung des chinesischen Anteils am Welthandel versechsfachte sich das Bruttoinlandsprodukt innerhalb dieser Zeit, sodass China gegen Ende jenes Zeitraums zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt herangewachsen war. Seit der Machtübernahme durch den Obersten Führer Xi Jinping im Jahre 2012 macht die Volksrepublik laut Beobachtern jedoch wieder Rückschritte bei der sozialen und wirtschaftlichen Freiheit und tritt zunehmend ideologischer sowie auch international aggressiver auf.

Die Volksrepublik China zählt zu den offiziellen Atommächten, ist ständiges Mitglied des Weltsicherheitsrates sowie unter anderem Mitglied der Welthandelsorganisation, Weltbank, APEC, BRICS, UNESCO, Interpol, G20.

Inhaltsverzeichnis

Topographie Chinas, 2005
China – Satellitenbild der NASA
Grenzübergang zwischen Vietnam und China, Blick von Lào Cai nach Hekou, 2011
Hauptflüsse Chinas
Kunjirap-Pass, Grenze zwischen China und Pakistan, 2007
Turmkarst-Landschaft in Guilin, Südchina, 2011

Nach Gesamtfläche (Land und Wasser) ist China mit 9.596.960 km² der viertgrößte und nach Landfläche mit 9.326.410 km² der drittgrößte Staat der Welt. Das Territorium erstreckt sich von der nördlichsten Spitze an der sibirischen Grenze bis zum Südzipfel der Insel Hainan auf rund 5.500 Kilometer und von Ost nach West auf etwa 5.200 Kilometer. Im Osten und Südosten grenzt das Staatsgebiet an das Gelbe Meer sowie das Ostchinesische Meer und das Südchinesische Meer. Im Süden, Südwesten, Westen und Nordwesten trennen hohe Bergmassive, im Norden Steppen und Wüsten, im Nordosten der Amur und der Ussuri das Land von seinen Nachbarn.

China besitzt mit 22.133 Kilometer Gesamtlänge die längste Landgrenze aller Staaten. Die Küstenlänge aller Seegrenzen beläuft sich auf 14.500 Kilometer. Insgesamt hat die Volksrepublik China 14 Nachbarländer. Diese sind gegen den Uhrzeigersinn: Nordkorea im Nordosten, dann Russland und die Mongolei, westwärts folgen Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Afghanistan und Pakistan, gegen Süden und Südwesten folgen Indien, Nepal und Bhutan, schließlich Myanmar, Laos und Vietnam.

Die physische Oberfläche, die klimatischen Bedingungen und damit die Bewohnbarkeit der einzelnen Regionen unterscheiden sich sehr stark. Das Land fällt vom Westen nach Osten ab. Die topographische Beschaffenheit kann in fünf Formen unterteilt werden, deren jeweilige Anteile an der Gesamtfläche des Festlandes folgende sind: Gebirge (33,3 %), Plateaus (26 %), Becken (18,8 %), Ebenen (12 %) und Hügelland (9,9 %).

Westchina hat einen ausgesprochenen Hochgebirgscharakter mit dazwischen liegenden Hochebenen. Die höchsten Gebirge sind: Himalaya, Tian Shan, Pamir, Altai. In östlicher Richtung befinden sich Hochflächen und Sedimentbecken, wie das Mongolische Plateau, das Tarimbecken, das Sichuan-Becken oder das Yunnan-Guizhou-Plateau. Xinjiang und die Innere Mongolei sind die trockensten Landesteile, für deren ausgeprägtes Wüstenklima die Gobi und die Taklamakan stehen. Der Osten Chinas ist von vier großen Schwemmebenen geprägt. An den Küsten befinden sich riesige Flussdeltas. Der südöstliche Küstenstreifen ist gebirgig, während der Süden eher hügelig ist.

In den Hoheitsgewässern liegen verstreut etwa 5.400 Inseln. Gemäß dem von der UNO zuerkannten Alleinvertretungsanspruch wird von der Volksrepublik China als größte Insel mit einer Fläche von 36.000 Quadratkilometern Taiwan betrachtet, und als zweitgrößte Hainan mit einer Fläche von 34.000 Quadratkilometern. Von den 14 Bergen, die höher als 8000 Meter sind, befinden sich neun an der chinesischen Grenze oder innerhalb Chinas. Aus den Hochgebirgen südlich des Qinghai-Tibet-Plateaus, dem Dach der Welt, ragen die meisten der hohen Berge Chinas empor. Die Himalaya-Kette liegt im Durchschnitt 6000 Meter über dem Meeresspiegel. Der höchste Berg Chinas ist der auf der Grenze zu Nepal liegende Qomolangma (Mount Everest), mit einer Höhe von 8.848,86 Metern zugleich der höchste Berg der Welt.

Der Jangtsekiang (kurz Jangtse) ist mit einer Gesamtlänge von 6.300 Kilometer der längste Fluss Chinas und nach dem Nil und Amazonas der drittlängste Fluss der Welt. Der Gelbe Fluss (Huang He) ist der zweitlängste Fluss Chinas; seine Gesamtlänge beträgt 5.464 km. Weitere große Flüsse sind der Xi Jiang, der Mekong, der Perlfluss und der Heilong Jiang. Die Flüsse fließen den geographischen Gegebenheiten folgend von Westen nach Osten: aus den Hochregionen mit Schnee und Gletschern in die Ebenen zu den Küsten.

Den größten Canyon Chinas bilden die Dihangschluchten des Yarlung Tsangpo im tibetischen Hochland. Mit einer Länge von 504,6 Kilometern und einer Tiefe von bis zu 6.009 Metern gilt die enge Schlucht als die größte der Welt. Die tiefste Stelle des Landes befindet sich mit −154 Metern im ausgetrockneten Aydingkol-See in der Turpan-Senke im östlichen Xinjiang.

Der Poyang-See, in der Ebene am Mittel- und Unterlauf des Jangtse gelegen, ist der größte Süßwassersee Chinas. Seine Fläche beträgt 3.583 Quadratkilometer. Der größte Salzsee ist der Qinghai-See auf dem Qinghai-Tibet-Plateau mit einer Fläche von 4.583 Quadratkilometern. Der größte Kanal ist der Kaiserkanal. Er beginnt im Norden in Peking und endet im Süden in Hangzhou. Seine Gesamtlänge beträgt 1.801 Kilometer. Der Bau begann im 5. Jahrhundert v. Chr. – er ist der längste und älteste künstlich angelegte Wasserweg der Welt.

Klima

Hauptartikel: Klima in China

Das Klima in China ist mit 18 verschiedenen Klimazonen so vielfältig wie die Geographie. Kontinentales Klima findet sich im Nordosten. Der Winter ist lang, sehr kalt und trocken, oft jedoch sonnig. Der Sommer wiederum ist warm und feucht, weil er durch den Sommermonsun beeinflusst wird. Dann kann es mit 30 °C und hoher Luftfeuchtigkeit schwül-warm werden.

Trockenes Wüstenklima reicht von der Taklamakan im Westen bis nach Peking. Es ist durch frostige und schneearme Winter sowie heiße Sommer gekennzeichnet. Hinzu kommen extreme Trockenheit und große tageszeitliche Temperaturschwankungen. In den hohen Gebirgen im Inneren Chinas herrscht kühles Gebirgsklima mit hohen Temperaturgegensätzen. Die Winter sind extrem kalt, jedoch scheint tagsüber fast ununterbrochen die Sonne. Im Sommer wird es mäßig warm und es gibt gelegentlich Regen.

Im Osten zwischen Peking und dem Jangtse herrscht gemäßigtes Monsunklima. Es gibt durchweg kühle, teils frostige, meist trockene und schneearme Winter. Die Sonne zeigt sich zu dieser Jahreszeit häufig. Im Sommer wird es zunehmend heißer. Der Sommermonsun bringt nicht nur reichlich Regen, sondern oft eine drückende Schwüle. Das Klima im Osten südlich des Jangtse ist subtropisch, im äußersten Süden tropisch. Die Winter sind mild bis warm und eher trocken. Im Sommer wird es tropisch-heiß mit starken Niederschlägen und hohen Temperaturen. Auch nachts wird es kaum kühler.

Die Niederschläge nehmen von Westen nach Osten und von Norden nach Süden stetig zu. In den Wüsten Zentralchinas fallen jährlich kaum 100 Milliliter Regen; am feuchtesten ist es mit bis zu 3000 mm im Südosten Chinas. In allen Regionen fällt fast der gesamte Niederschlag in den Sommermonaten. Auf dieser Basis besteht die Landfläche Chinas aus 36 % fruchtbaren Ackerlandes, 24 % Graslandschaft, 9 % Wald und 2 % Feuchtgebiete sowie 21 % Wüste und 6,5 % Ödland. Die Städte nehmen in China 1,5 % der Gesamtfläche ein.

Flora

Dinghushan-Nationalpark, Provinz Guangdong, 2017
Welterbe in China: Regenwald Wulingyuan mit 3000 Quarzit-Säulen, auf denen u. a. Chinesische Kiefern wachsen, Provinz Hunan, 2012

Ein Großteil der natürlichen Vegetation Chinas wurde durch jahrtausendelange menschliche Besiedlung ersetzt oder verändert, aber einzelne Gebiete geben Raum für große Artenvielfalt, sodass China eine der reichsten und vielfältigsten Ansammlungen von Pflanzen und Tieren der Welt hat. Nahezu jede größere Pflanze in den tropischen und gemäßigten Zonen der nördlichen Hemisphäre ist dort zu finden. Insgesamt wurden mehr als 7.000 Arten von Holzpflanzen registriert, von denen es 2.800 Holzbäume und über 300 Arten von Nacktsamern gibt. Der seltene Ginkgo-Baum, der Taubenbaum (Nadelbaum) und der Urweltmammutbaum, die anderswo längst ausgestorben sind, wachsen immer noch in China. Unter den Blütenpflanzen kommen 650 der 800 bekannten Azaleenarten in China vor, während dort 390 der 450 bekannten Primel- und etwa 230 der 400 bekannten Enziansorten vorkommen. Die aus der Provinz Shandong stammende Pfingstrose kommt in 400 Sorten vor.

Die reichsten und ausgedehntesten Nadelblattwälder kommen in den Bergen im Nordosten vor, wo Lärchenbestände, asiatische weiße Birken und schottische Kiefern gedeihen, und Beständen von koreanischer Kiefer und dahurischer Lärche. Im Sichuan-Becken ändert sich die Vegetation mit der Höhe, sodass eine Vielzahl von Nadelbäumen in hohen Lagen, Laubbäumen und Zypressen in mittleren Lagen und Bambus in niedrigeren Lagen wachsen. Weiter südlich, in den subtropischen Provinzen Fujian und Zhejiang, überwiegen immergrüne Laubwälder. Wälder weichen natürlichen Graslandschaften und Gestrüpp in trockeneren westlichen und nordwestlichen Gebieten, insbesondere in den semiariden Regionen Shanxi und Shaanxi, in den Steppen der Inneren Mongolei und entlang der Wüstenränder der Tarim- und Junggar-Becken.

Fauna

Pandas im Chengdu-Reservat, Provinz Sichuan, 2011
Wildpferde in der Region „Südlich der Wolken“, Westchina, 2007

Die unterschiedlichen Lebensräume beherbergen eine vielfältige Fauna. Diese reicht von arktischen Arten in der Mandschurei bis hin zu einer reichen tropischen Tierwelt im Süden. Insgesamt gibt es in China über 6.300 Wirbeltiere, davon 2.469 Landwirbeltiere mit rund 500 Säugetier-, 1.258 Vogel-, 376 Reptilien-, 345 Amphibien- und 3862 Fischarten. Außerdem kommen hunderttausende wirbellose Arten vor, darunter rund 150.000 Insektenarten.

Einige in anderen Gegenden der Welt bereits ausgestorbene Arten haben in China überlebt. Zu diesen zählen der Schwertstör aus dem Jangtsekiang, bestimmte Alligatoren und Salamander, der Große Panda, der nur im Südwesten Chinas lebt, und das Wasserreh, welches ausschließlich in China und Korea existiert. Zu den Endemiten und besonders seltenen Tierarten gehören des Weiteren Stumpfnasenaffen, der Südchinesische Tiger, die vier Arten der Ohrfasanen, der Mandschurenkranich, der Nipponibis und der China-Alligator.

Im tropischen Süden Chinas tummeln sich vielerlei Primaten, darunter Gibbons, Makaken und viele andere Affenarten. Größere Raubtiere, wie Bär, Tiger und Leopard, sind nur in begrenzter Zahl vertreten und lediglich in abgelegenen Gebieten heimisch. Leoparden leben in der nördlichen Mandschurei; Tibet ist Lebensraum des Schneeleoparden. Kleinere Raubtiere, darunter Fuchs, Wolf und Waschbär sind in vielen Regionen zahlreich vertreten. Antilopen, Gazellen, Gämsen, Wildpferde und andere Huftiere bewohnen die Bergregionen und Täler im Westen. Der Elch ist in der nördlichen Mandschurei verbreitet. Vögel sind in den verschiedensten Arten anzutreffen, unter anderem Fasane, Kraniche, Papageien, Reiher und Asiatische Pfauen. Wasserbüffel zählen zu den Haustieren, die im Süden als Zugtiere eingesetzt werden, des Weiteren die im trockenen Norden und Westen als Lasttiere verwendeten Kamele sowie Yaks, die in Tibet als halbdomestizierte Hochgebirgsrinder dienen. Vor allem an der Südküste finden sich Flundern, Kabeljau, Thunfische, Tintenfische, Krabben, Garnelen und Delfine. Die Flüsse Chinas bieten Lebensraum für verschiedene Karpfenarten sowie Lachs, Forelle, Stör und Echten Wels. Viele Binnengewässer Chinas werden für die Fischzucht verwendet.

Der Panda gilt den Chinesen als Nationalheiligtum. Auf Anordnung der Nationalen Forstbehörde Chinas sind die Provinzen Sichuan, Gansu und Shaanxi seit 2011 verpflichtet, alle zehn Jahre eine Zählung der in freier Wildbahn lebenden Bestände durchzuführen. Beim letzten sogenannten Panda-Zensus Anfang 2015 wurden 1.864 Exemplare gezählt, zehn Jahre vorher waren es nur 1.596. Maßgeblichen Anteil an diesem Wachstum trägt die Panda-Nachzuchtstation in Chengdu, von wo aus die sexuell sehr enthaltsamen Pandas mit dementsprechend geringer Fortpflanzungsquote nach der Aufzucht in die Freiheit entlassen werden.

Die ersten Naturschutzgebiete wurden in den 1950ern angelegt. Seitdem sind insgesamt über 2.700 Naturreservate in China entstanden. Die Fläche aller Schutzgebiete beträgt 1,42 Millionen Quadratkilometer. Das entspricht rund 15 Prozent des Landesterritoriums.

Naturkatastrophen

Hochwasserschutz: Drei-Schluchten-Damm (links) und die Gezhouba-Talsperre (rechts) aus dem Weltall betrachtet (Aufnahme von 2000)

China wird regelmäßig von Dürren, Überschwemmungen, Schneestürmen, Hagel, Erdrutschen, Sandstürmen und Flächenbränden heimgesucht. Zudem sind die Küsten im Süden und Osten des Landes häufig tropischen Wirbelstürmen und Taifunen ausgesetzt. Überschwemmungen treten regelmäßig an allen großen Flüssen auf. Die letzten großen Flutkatastrophen ereigneten sich 1998 und 2016, bei welchen ganze Regionen wochenlang überschwemmt waren. Beiden Ereignissen ging ein El Niño voraus.

Der Jangtse liegt im dichtbesiedelten Jangtse-Delta. Seit Jahrhunderten wird dieses Gebiet von Überschwemmungen heimgesucht. Ursachen für die Überschwemmungen sind Bodenerosion, Dürren sowie Eindämmung des natürlichen Flusslaufs. Der Bau der Drei-Schluchten-Talsperre war und ist daher umstritten.

Tektonische Beben verursachen in der Volksrepublik China die größten Schäden. Auf sie sind, laut Angaben der China Meteorological Administration (CMA), jährlich die meisten menschlichen Opfer sowie die größten ökonomischen Verluste zurückzuführen. Im Jahresdurchschnitt treten in China etwa 20 Erdbeben der Stärke 5,0 bis 5,9; drei bis vier zwischen 6,0 und 6,9; und nur etwa alle zwei bis drei Jahre maximal zwei der Stärke 7,0 oder mehr auf. Besonders betroffen sind der Osten Chinas sowie die südlichen Provinzen und der Himalaya. Verheerende Schäden richteten zuletzt das Erdbeben in Sichuan 2013 sowie das Jiuzhaigou-Erdbeben 2017 an, beide mit einer Magnitude von 7,0.

Die Geschichte vor dem Zweiten Opiumkrieg ist unter Geschichte Chinas zu finden.

Direkt kontrollierte Gebiete des Qing-Kaiserreichs zur Zeit seiner größten Ausbreitung 1820

Die heutige Volksrepublik China ist das Ergebnis eines zweihundert Jahre andauernden Prozesses, in welchem das Kaiserreich China abgelöst und China zu einem modernen Staat umgestaltet wurde. Die dramatischen Ereignisse, die diesen Prozess begleiteten, prägen heute noch die politischen Akteure des Landes.

Ende des Kaiserreichs (1911), Republik (bis 1914), Beginn der Diktatur Yuan Shikais

Karikatur in der Puck vom 23. August 1899: „Uncle Sam“ steht auf einer Karte von China, die von europäischen Staatsoberhäuptern zerschnitten wird, und sagt: „Gentleman, Sie können diese Karte so oft zerschneiden, wie Sie möchten, aber bedenken Sie, dass auch ich hier bin, um zu bleiben.“

Um 1800 hatte China seine größte Ausdehnung und wirtschaftliche Kraft erreicht und produzierte etwa ein Drittel aller Waren weltweit, innen- und außenpolitisch hingegen war das chinesische Kaiserreich zu Beginn des 19. Jahrhunderts vergleichsweise instabil bzw. schwach. Wie in Europa war die Bevölkerung stark angewachsen, die Industrialisierung setzte jedoch aufgrund der Abschließung Chinas von der Außenwelt erst mit großer Verzögerung ein. Das verfügbare Ackerland pro Kopf war gesunken. Es kam zu hunderten Aufständen; der Taiping-Aufstand (1851–1864) gilt als verheerendster Krieg des 19. Jahrhunderts, die großen muslimischen Rebellionen waren nicht weniger grausame Kriege. Die Handelsbilanz entwickelte sich nach der erzwungenen Öffnung Chinas negativ. Den immer aggressiver auftretenden fremden Mächten hatte das Qing-Reich weder im ersten oder zweiten Opiumkrieg noch im chinesisch-französischen Krieg 1885/86 und im japanisch-chinesischen Krieg 1895 viel entgegenzusetzen. Große Gebiete im Norden der Mandschurei und in Ostturkestan gingen in den Verträgen von Aigun 1858 und Peking 1860 an das russische Zarenreich verloren. Zu diesen demütigenden Niederlagen kamen die Ungleichen Verträge, die im Laufe des 19. Jahrhunderts zu zunehmender Fremdbestimmung, Gebietsverlusten und hohen Kompensationszahlungen an fremde Staaten führten.

Der ausländische Druck auf China führte zur Selbststärkungs-Bewegung, zu Modernisierungen im Erziehungswesen und im Militär, erste Chinesen nahmen ihr Studium im Ausland auf. Es gab Anfänge einer Industrialisierung, die wiederum maßgeblich von Ausländern vorangetrieben wurde. Die von Kaiser Guangxu eingeleitete Hundert-Tage-Reform scheiterte jedoch. Im „Boxeraufstand“, bei dem es sich nicht um einen Aufstand gegen die Regierung, sondern um eine Bewegung handelte, die sich gegen die imperialistischen Mächte richtete und die die chinesische Regierung zu stützen versuchte, bündelten sich Kräfte, deren Ziel die Vertreibung aller Ausländer war; dieser missverständlich als „Aufstand“ bezeichnete Kampf der „Boxer“ (die ersten von ihnen waren in traditioneller Kampfkunst ausgebildet) führte zum Krieg zwischen China und den Vereinigten acht Staaten, also dem Deutschen Reich, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Österreich-Ungarn, Russland und den USA. Nach der Niederschlagung erzwangen die Sieger im sogenannten „Boxerprotokoll“ von 1901 weitere Zugeständnisse des Kaiserhauses. In diesem Umfeld wurde 1905 in Tokio der chinesische Revolutionsbund von Sun Yat-sen gegründet, er sollte die Vorläuferorganisation der Kuomintang werden. Er forderte die Errichtung einer Republik, die Beendigung der Qing-Dynastie, einen Nationalstaat und Bodenreformen. Im Jahre 1911 brach der Wuchang-Aufstand aus und die darauffolgende Xinhai-Revolution führte zum Thronverzicht von Kaiser Puyi. Damit endete die Abfolge mehrerer Dynastien, die 221 v. Chr. von Kaiser Qin Shihuangdi begonnen worden war. Ende 1911 wurde Sun in Nanjing zum Übergangspräsidenten der Republik China gewählt. Die Ausrufung der Republik fand besonders in den großen Städten Zustimmung. Sie war jedoch nur von kurzer Dauer, denn bereits 1914 löste Yuan Shikai das Parlament auf und herrschte als Diktator.

Ära der Republik China (bis 1949)

Yuan Shikai besaß ausreichend Militär in seiner Befehlsgewalt, um ein Auseinanderfallen Chinas zu vermeiden. Er war jedoch nicht in der Lage, das Vordringen der ausländischen Mächte zu stoppen; Ansätze einer Bürgergesellschaft ließ er unterdrücken, die Kuomintang wurde 1913 verboten. Die Eliten des Landes wandten sich deshalb in dieser Phase vom Staat ab und verfolgten ihre eigenen Interessen. Yuan ließ sich am 1. Januar 1916 zum Kaiser ausrufen, während Japan ihn durch die Erhebung der Einundzwanzig Forderungen gezielt schwächte. Der Zentralregierung entglitt die Kontrolle über die Politik Chinas, das Land zersplitterte, die Militärgouverneure der Provinzen und Hunderte Kriegsherren kämpften in wechselnden Allianzen um Einfluss. Es herrschten Chaos und Elend, die Bevölkerung litt unter der Unterdrückung. Die Mongolei und Tibet erklärten ihre Unabhängigkeit. Die Phase der Zersplitterung war aber auch eine schöpferische Zeit, in der sich das geistige Klima durch Auseinandersetzung mit westlichem Gedankengut änderte. Die Bewegung des vierten Mai wurde zum Ausgangspunkt zahlreicher politischer und geistiger Strömungen, Schulen und Universitäten wurden gegründet. In den Vertragshäfen floss Kapital und Wissen aus dem Ausland zu, die Basis für den Aufbau der Wirtschaft wurde gelegt.

Nach der Oktoberrevolution in Russland gab es auch in China Faszination für sozialistische und kommunistische Ideen; im Jahre 1921 wurde die Kommunistische Partei Chinas gegründet. Da in China die Industrie als Grundlage für eine proletarische Bewegung fehlte, unterstützte die Komintern sowohl die Kuomintang als auch die Kommunistische Partei (KP). Im Rahmen der Ersten Einheitsfront kooperierten die beiden Parteien gegen die Kriegsherren und den japanischen Expansionismus. Mit sowjetischer Hilfe wurde im Jahre 1924 die Whampoa-Militärakademie gegründet, aus der zahlreiche Offiziere hervorgingen, die in der späteren Geschichte Chinas von Bedeutung waren wie Chiang Kai-shek oder Zhou Enlai. Nach dem Tod von Sun Yat-sen im Jahre 1925 traten Spannungen in der Einheitsfront auf, die Fortschritte im Nordfeldzug verzögerten. Nach der Sicherung von Shanghai im März 1927 ließ Chiang Kai-shek am 12. April 1927 Tausende von (vermeintlichen) Kommunisten umbringen und einen Streik niederschlagen, woran die Einheitsfront zerbrach. Chiang, der innerhalb der Kuomintang den Zugriff auf die Armee hatte, manövrierte den linken Flügel der Partei aus und errichtete eine Gegenregierung in Nanjing. Im Juni 1928 gelang seinen Truppen die Einnahme von Peking, womit China zunächst wieder vereinigt war.

Die auf das Land verdrängten Kommunisten versuchten, in einigen Städten Aufstände durchzuführen und Sowjetgebiete einzurichten. Die Aufstände in Nanchang im August 1927, Kanton im Dezember 1927 und Changsha 1930 wurden jedoch niedergeschlagen. Mao Zedong gelang es hingegen, nach dem Herbsternte-Aufstand mit einer auf die ländlichen Verhältnisse angepassten Strategie im Bergland von Hunan und Jiangxi ein größeres Gebiet länger zu halten und eine Sowjetrepublik einzurichten. Aufgrund der Einkesselung durch Kuomintang-Truppen musste sie im Jahre 1934 geräumt werden, die Anführer der KP zogen sich mit dem Langen Marsch in den Norden von Shaanxi zurück, wo sie ein Jahr später ideologisch gefestigt und geeinigt ankamen. Während dieses Marsches hatte Mao die innerparteilichen Kämpfe für sich entschieden und war zum Vorsitzenden des Zentralkomitees gewählt worden.

Japan, dessen Truppen bereits seit 1901 nach dem Boxeraufstand in Nordost-China standen, entriss im Jahre 1931 dem Kriegsherren Zhang Xueliang die Mandschurei und errichtete dort den Vasallenstaat Mandschukuo. Im Jahre 1933 nahmen die japanischen Truppen Jehol ein. Die Kommunisten forderten angesichts der Bedrohung durch Japan eine Allianz aller Parteien und Streitkräfte. Chiang zog es aber vor, zunächst die Herrschaft der Kuomintang gegenüber der KP zu konsolidieren. Im Dezember 1936 musste Chiang dazu gezwungen werden, einer zweiten Einheitsfront zuzustimmen, die dann erst nach dem Zwischenfall an der Marco-Polo-Brücke und dem offenen Ausbruch des Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieges gebildet wurde. Trotz Einheitsfront setzte Chiang seine schlagkräftigsten Truppen gegen die KP ein. Die Einheitsfront blieb entsprechend schwach, dazu kam, dass die Truppen Chiangs trotz Unterstützung von USA und UdSSR schwach organisiert waren und eine schlechte Kampfmoral hatten. Den japanischen Truppen gelang es dadurch, die großen Ebenen und Küstengebiete Chinas zu besetzen; in Nanjing begingen sie einen mehrere Wochen dauernden Massenmord. Sie konnten die eroberten Gebiete aber nicht dauerhaft kontrollieren. Die Regierung von Chiang musste sich nach Chongqing zurückziehen.

Kurz nach der Kapitulation Japans verhandelte Mao mit Chiang in Chongqing ergebnislos über die Beilegung ihrer Gegensätze. Die Kuomintang versuchte in der Folge, das ganze Land unter ihre Kontrolle zu bekommen, aber ihre Truppen waren disziplinlos und ohne verständlichen Auftrag, ihre Vertreter korrupt und bei der Bevölkerung gefürchtet. Im Jahre 1947 abgehaltene Parlamentswahlen gewann die Kuomintang jedoch. Die Volksbefreiungsarmee hatte hingegen in der Bevölkerung genug Unterstützer. Sie eroberte im Jahre 1948 die Mandschurei, im April 1949 Nanjing und im Mai 1949 Shanghai. Die Regierung der Kuomintang floh auf die 1945 besetzte Insel Taiwan, löschte die dortige Elite aus und errichtete eine Diktatur.

Mao-Zedong-Ära (1949–1976)

Mao Zedong während der Proklamation der Volksrepublik China am 1. Oktober 1949 auf dem Tor des Himmlischen Friedens (rechts Dong Biwu)
Treffen Mao Zedong mit Richard Nixon 1972 in Peking

Am 1. Oktober 1949 wurde die Volksrepublik China ausgerufen. Dies bedeutete das Ende der Nationalregierung auf dem Festland. Die Machtübernahme durch die KP war dabei kein von außen herbeigeführter Umsturz, sondern eine von einer breiten Mehrheit getragene Umwälzung. In einer ersten Phase nach der Ausrufung der Volksrepublik wurde eine Bodenreform von 1949 bis 1952 durchgeführt, bei der fast die Hälfte der landwirtschaftlichen Nutzfläche an etwa 120 Millionen Bauern verteilt wurde. „Großgrundbesitzer“ wurden enteignet. Im Jahre 1950 verabschiedete die Kommunistische Partei ein Ehegesetz, das ergänzend zur Verfassung die Gleichstellung von Mann und Frau konkretisierte. Insbesondere das Recht der Frau, selbst über eine Eheschließung zu entscheiden, das Verbot der Einforderung einer Mitgift für die Braut oder des Konkubinats, die Einführung eines Mindestalters der Frau, welches zur Abschaffung von Kinder- und Zwangsehen führte oder die Verrechtlichung der Beendigung einer Ehe durch Scheidung mit entsprechenden Regelungen zur Güteraufteilung der Eheleute, verbesserten die Situationen von chinesischen Frauen dauerhaft. Doch die überlieferte, ländliche kulturelle Praxis zu durchbrechen oder Landfrauen die Kenntnis über das Gesetz zu vermitteln, stieß auf schwer überwindbare Hürden. Das aktive und passive Frauenwahlrecht wurde 1949 eingeführt.

Im Februar 1950 unterzeichnete Peking einen Freundschafts- und Beistandsvertrag mit der Sowjetunion. Der Entwicklung der städtischen Wirtschaft wurde Vorrang eingeräumt, nachdem sich das Wirken der KP während des Bürgerkrieges auf die ländlichen Gebiete konzentriert hatte. Zu diesem Zweck wurde unter dem Schlagwort „Neue Demokratie“ eine „Viererkoalition“ aus Arbeitern, Bauern, Kleinbürgern und nationalem Bürgertum gebildet. Auf dem 8. Parteitag fand Mao mit Werten wie Aktivismus, Uneigennützigkeit, Einheit mit den Massen und Konsumverzicht keine Mehrheit, der Weg der Nachahmung des sowjetischen Entwicklungsmodells mit der vorrangigen Entwicklung der Schwerindustrie wurde bestätigt.

Die Abkehr vom sowjetischen Vorbild leitete Mao Zedong mit seiner Rede über die „Zehn Großen Beziehungen“ im April 1956 ein. Er initiierte im Mai 1957 die Hundert-Blumen-Bewegung, um die Intelligenz zu mobilisieren. Als der Aufruf zu gesunder Kritik auch zu Kritik an der Partei und einzelnen Parteiführern führte, reagierte die Partei mit der „Kampagne gegen Rechtsabweichler“, in deren Rahmen 400 Kritiker hingerichtet und eine halbe Million Menschen in Arbeitslager verschleppt wurden. Die Abwendung von der Sowjetunion wurde 1958 endgültig, als der Große Sprung nach vorn verkündet wurde. Im Rahmen dieser Kampagne wurde fast die gesamte Landbevölkerung in 26 000 Volkskommunen zusammengefasst und nach militärischen Prinzipien organisiert. Sie sollten Landwirtschaft und Schwerindustrie als „Produktionsschlacht“ gleichzeitig vorantreiben. Planungsfehler, Chaos und Naturkatastrophen führten jedoch dazu, dass in den drei bitteren Jahren von 1960 bis 1962 etwa 30 Millionen Menschen verhungerten. Liu Shaoqi übernahm von 1963 bis 1964 die Aufgabe, die Wirtschaft zu konsolidieren; er wurde für seine Maßnahmen als „Revisionist“ kritisiert.

Unter dem Vorwand, Fehlentwicklungen zu revidieren und die Bürokratie zu säubern, begann Mao im Frühsommer 1966 die Kulturrevolution. Die Jugend wurde in Rote Garden organisiert, es begann eine Terrorwelle gegen Repräsentanten und Entscheidungsträger des Staates und die Intelligenz; Schulen und Universitäten blieben teils mehrere Jahre geschlossen. Das Individuelle sollte zerstört werden, die Revolution sollte permanent sein. China verschloss sich noch mehr gegenüber dem Ausland. Im Jahre 1968 begann die „Aufs-Land-Bewegung“, mit der 15 Millionen junge Städter zur Arbeit in der Landwirtschaft abkommandiert wurden. Staatspräsident Liu Shaoqi sowie zahlreiche andere hohe Parteifunktionäre wurden als „Revisionisten“ kritisiert und ihrer Ämter enthoben. In die Phase der Kulturrevolution fällt aber auch die wachsende Angst vor einem sowjetischen Angriff nach dem chinesisch-sowjetischen Zerwürfnis, die die Normalisierung der Beziehungen zu den USA notwendig machte. Nach einem Besuch von Präsident Nixon im Jahr 1972 nahm Peking mit Washington diplomatische Beziehungen auf; Peking übernahm auch den Sitz von Taiwan bei den Vereinten Nationen. Die Kulturrevolution endete nach Maos Tod im September 1976 und der Verhaftung der „Viererbande“ im Oktober 1976.

Reform und Öffnung (1976/1980 bis 1999)

Die Wirtschaftsreformen unter Deng Xiaoping ermöglichten die schnelle Entwicklung der Küstenstädte wie hier Shenzhen

Als Mao starb waren seine designierten Nachfolger bereits tot: Lin Biao starb 1971 nach einem angeblichen Putschversuch, Deng Xiaoping wurde mit den Protesten auf dem Tian’anmen-Platz 1976 nach dem Tod des Premierministers Zhou Enlai in Verbindung gebracht und degradiert. Somit wurde der bis dahin wenig bekannte Hua Guofeng zum Nachfolger Maos bestimmt. Hua und seine Unterstützer, die für die Weiterführung der Politik Mao Zedongs standen, wurden von Deng bis 1980 ausmanövriert und abgesetzt. Im Dezember 1978 wurde der Kurs der „Vier Modernisierungen“, der mit Dengs Namen eng verbunden ist, von der Parteispitze bestätigt. Es wurden Opfer von Kulturrevolution und anderen Exzessen rehabilitiert und die ökonomischen Freiheiten erweitert. Marktwirtschaft ersetzte schrittweise die von der Sowjetunion übernommene zentrale Planwirtschaft, um die ökonomische Leistungsfähigkeit des Systems zu steigern. Mit dem früheren Kriegsgegner Japan wurde ein Friedens- und Freundschaftsvertrag unterzeichnet, ausländische Investitionen wurden schrittweise zugelassen. Deng besuchte die USA, die in der Folge ein wichtiger außenpolitischer Partner wurde. Mit den Sonderwirtschaftszonen wurden Gebiete ausgewiesen, wo mit marktwirtschaftlichen Mechanismen experimentiert werden konnte, im Jahre 1984 wurden weitere 14 Küstenstädte geöffnet.

Der Ausweitung ökonomischer stand jedoch keine Ausweitung persönlicher Freiheiten gegenüber. Bereits parallel zum Parteikongress vom Dezember 1978 artikulierte die Öffentlichkeit an der Demokratiemauer, dass sie mit den Einschränkungen der Freiheit unzufrieden war, diese wurde geschlossen, nachdem Forderungen nach Demokratie aufgekommen waren. Gegen Intellektuelle, die sich schrittweise größere Freiheiten herausgenommen hatten, wurde mit der „Kampagne gegen die geistige Verschmutzung“ vorgegangen. Die negativen Begleiterscheinungen der Wirtschaftsreformen wie wachsende Ungleichheit, Korruption, Inflation und die fehlende soziale Absicherung erhöhten das Protestpotential. Es entlud sich, als Trauerkundgebungen für den 1987 abgesetzten und im Frühling 1989 verstorbenen Generalsekretär Hu Yaobang neuerlich zu Demonstrationen auf dem Tian’anmen-Platz führten. Sie radikalisierten sich parallel zu einem Besuch von Michail Gorbatschow zu Normalisierungsgesprächen in Peking, Anfang Juni wurden sie gewaltsam beendet. Die Rückgabe der Kolonien Hongkong und Macau unter dem Prinzip „Ein Land, zwei Systeme“ stellt aus chinesischer Sicht einen weiteren Schritt zur Beendigung der Kolonialisierung Chinas dar. Ferner wurde das Verhältnis zu Russland wiederbelebt.

Obwohl die unerwünschten Begleiterscheinungen der Wirtschaftsreformen innerhalb der Parteispitze kontrovers diskutiert wurden, war die Ära Deng eine Periode vergleichsweise großer Einmütigkeit. Das schnelle Wirtschaftswachstum, das die Zahl der Menschen unter der Armutsgrenze drastisch von 250 Millionen im Jahre 1979 auf 45 Millionen im Jahre 1999 reduzierte, legitimierte die Maßnahmen. Nachfolger von Deng wurde Jiang Zemin; unter ihm und seinen Nachfolgern war die KP bemüht, das nach wie vor vorhandene Protestpotential durch Beilegung von Konflikten und Anwendung von Rechtsprechung zu entschärfen. Zu den Herausforderungen, denen sich die Partei- und Staatsführung seitdem stellen muss, sind die sozialen Verhältnisse von Wander- und Fabrikarbeitern, die durch die „Ein-Kind-Politik“ bedingte schnelle Alterung der Gesellschaft sowie Forderungen nach Rechtsstaatlichkeit, Bekämpfung von Korruption und staatlicher Willkür.

Entwicklung zur Weltmacht (21. Jahrhundert)

In den ersten zwanzig Jahren des 21. Jahrhunderts verzeichnete China ein beispielloses Wirtschaftswachstum. Im Durchschnitt wuchs die chinesische Wirtschaftskraft von 2000 bis einschließlich 2019 jährlich um 8,9 %. Neben der Verdopplung des chinesischen Anteils am Welthandel versechsfachte sich das Bruttoinlandsprodukt innerhalb dieser Zeit, sodass China gegen Ende jenes Zeitraums zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt herangewachsen war. Das hatte positive Auswirkungen auf die Lebensqualität von mehr als 200 Millionen Chinesen, die aus absoluter Armut aufstiegen.

Auch begann China, vor dem Hintergrund seiner auf wirtschaftliche Expansion ausgerichteten Außenpolitik, mit einer massiven Entwicklungsfinanzierung für Afrika und dem Projekt One Belt, One Road, seinen Machtanspruch in der Welt zu untermauern.

Während der 2010er Jahre startete China den Versuch der systematischen Umerziehung der Uiguren in Xinjiang. Außerdem war das Jahrzehnt aus chinesischer Sicht geprägt von der Auseinandersetzung mit der Hongkonger Protestbewegung im Jahr 2014, die mit den Protesten ab dem Jahr 2019 wieder auflebte.

Im Jahr 2020 brach mit einer Erkrankungswelle in der chinesischen Stadt Wuhan eine Epidemie aus, die sich zu einer globalen Pandemie entwickelte. Während der Westen immer stärker von der Pandemie getroffen wurde, blieb China im Herbst 2020 von der zweiten Welle verschont und konnte zur Normalität des Alltagslebens zurückkehren.

Mit dem im März 2021 verabschiedeten 14. Fünfjahresplan von 2021 bis 2025 und den zugehörigen langfristigen Zielen bis zum Jahr 2035 verschiebt die KPC den wirtschaftlichen Fokus in Richtung auf die Entwicklung des Binnenmarktes. Die beiden Hauptentwicklungen sind der Ausbau von Forschung und Entwicklung, insbesondere der Grundlagenforschung, und die Stärkung des Angebots von Industriegütern und Dienstleistungen für den nationalen Konsum. Bemerkenswert ist, dass erstmals alle Kennzahlen nur noch Zielwerte sind und Abweichungen durch Marktkräfte ausdrücklich anerkannt werden. Außerdem werden Ziele für die Entwicklung der Energieversorgung und der Klimapolitik aufgestellt.

Die Volksrepublik China ist das bevölkerungsreichste Land der Erde. Dort lebten im Jahr 2019 nach Angaben des Nationalen Statistikamtes 1.400.050.000 Einwohner.

Bevölkerungspyramide Chinas 2019, fünf Jahrgänge jeweils zusammengezählt

Nach Gründung der Volksrepublik China hatte das Land zwei Jahrhunderte mit großem Bevölkerungswachstum, aber auch großen Verlusten durch Krieg, Hungersnöte, Seuchen und Naturkatastrophen hinter sich. Mao Zedong betrachtete eine hohe Bevölkerungszahl als Zeichen nationaler Stärke. Der erste Zensus, der im Jahre 1953 durchgeführte wurde, ergab eine Bevölkerung von über 580 Millionen, das waren 70 Millionen Menschen mehr als zuvor geschätzt. Als Reaktion darauf wurden Ende der 1950er Jahre erstmals Spätehen und Empfängnisverhütung propagiert, weil sich in den Städten Arbeitsplatzmangel abzeichnete und auf dem Land das Verhältnis zwischen Bevölkerung und Ackerland ungünstig war. Wegen der abnehmenden Säuglingssterblichkeit (von 200 ‰ im Jahre 1949 auf 60 ‰ zu Beginn der 1970er Jahre und 45 ‰ bis 2000) und der steigenden Lebenserwartung (zwischen 1953 und 1970 jährlich um ein Jahr) wuchs die Bevölkerung schnell. Die Lebenserwartung, die 1950 noch bei 28 Jahren gelegen hatte, war bis 2000 auf 68,5 Jahren angestiegen.

Ab 1973 waren pro Ehe nur zwei Kinder erlaubt. Dies wurde in Städten aber auch auf dem Land durchgesetzt, wobei die nationalen Minderheiten ausgenommen waren. Im Jahre 1979 wurde die Ein-Kind-Politik offiziell eingeführt, die regional unterschiedlich und teils mit Gewalt, wie z. B. Zwangsabtreibungen, durchgesetzt wurde. Die Fertilität lag 1996 zwischen 1,5 und 1,6 Kindern pro Frau, Im Jahr 2000 betrug sie zwischen 1,2 und 1,4 Kindern pro Frau. Auswirkungen der Ein-Kind-Politik sind die Nichtmeldung von Geburten sowie bis zu 70 Abtreibungen pro 100 Geburten – durch die kulturelle Präferenz für Söhne wurden insbesondere weibliche Föten abgetrieben. Aufgrund der Nichtregistrierung von Geburten wird davon ausgegangen, dass die wirklichen Geburtenzahlen 15 bis 30 Prozent über den erfassten Geburten liegen. Das Geschlechterverhältnis hat sich vom Normalwert 1050 Jungen zu 1000 Mädchen in den 1950ern und 1960er Jahren auf 1200 Jungen zu 1000 Mädchen seit 1997 verschoben. In Regionen mit besonders streng durchgesetzter Geburtenkontrolle fehlen in den Geburtenjahrgängen 1980 bis 2010 rund 27 Millionen Mädchen. Sozioökonomische Ursachen haben zum Sinken der Geburtenzahlen geführt.

Das Ziel, die Bevölkerung zur Jahrtausendwende bei 1,2 Milliarden Einwohnern zu stabilisieren, wurde verfehlt; im Jahr 2000 lebten etwa 1,27 Milliarden Menschen in China. Nach einer Studie der Chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften aus dem Jahr 2018 wird die höchste Bevölkerungszahl mit der Zahl von 1,442 Milliarden Einwohnern im Jahr 2029 erreicht werden. Danach wird die Bevölkerungszahl wieder sinken.

In Regionen, in denen die Ein-Kind-Politik streng durchgesetzt wurde, werden im Jahre 2050 etwa 40 Prozent der Menschen über 65 Jahre alt sein. Aus diesen Gründen wurde die Ein-Kind-Politik per 1. Januar 2016 durch die Zwei-Kind-Politik ersetzt. 2018 sank die Geburtenzahl trotz der Aufhebung der Ein-Kind-Politik auf den niedrigsten Stand seit der Gründung der Volksrepublik China 1949.

Bevölkerungsverteilung

Bevölkerungsdichte nach dem Zensus von 2010 (Einwohner/km²):
  • <5
  • 5–10
  • >10–20
  • >20–50
  • >50–80
  • >80–150
  • >150–200
  • >200–250
  • >250–300
  • >300–400
  • >400–500
  • >500
  • Bevölkerungsänderungen 2000–2010 in Prozent:
    ≤ −5
    > −5–0
    > 0–1
    > 1–20
    > 20

    Die 1,4 Milliarden Einwohner sind sehr ungleich über das Territorium verteilt. Die imaginäre Heihe-Tengchong-Linie teilt China in einen westlichen Teil, der 57 % des Staatsgebietes einnimmt, und einen östlichen Teil. Auf den 43 % des östlichen Staatsgebietes lebten im Jahre 1982 etwa 94 % der Gesamtbevölkerung. Zahlreiche Landkreise im östlichen Landesteil weisen eine Bevölkerungsdichte oberhalb von 800 bis 900 Personen pro Quadratkilometer auf, während große Landstriche im westlichen Teil des Landes unbesiedelt sind.

    Migration

    Aufgrund einer Landflucht im Jahre 1955 wurde die staatliche Zuweisung von Arbeitsplätzen und Getreiderationierung sowie der Hukou-Systems eingeführt. Danach war Migration vom Land in die Stadt praktisch verboten, dieses Verbot wurde bis 1984 weitgehend eingehalten. Die Landverschickung von 17 Millionen städtischer Kader und Jugendlicher während der Kulturrevolution 1966 bis 1976 als Erziehungsmaßnahme, oder die Besiedelung der Regionen entlang der sowjetischen Grenze nach dem chinesisch-sowjetischen Zerwürfnis zählen zu den großen Binnenmigrationen.

    Die Reform- und Öffnungspolitik hat die Kontrolle über den Hukou erschwert. Seitdem ist es zu massiver Binnenmigration aus den ländlichen Räumen in die Ballungszentren gekommen. Die Volkszählung 2010 hat die Wanderbevölkerung auf 275 Millionen geschätzt. Die Binnenmigranten sind in den Städten benachteiligt und besitzen häufig nur eine temporäre Meldebescheinigung. Dies birgt ein erhebliches Konfliktpotential. Das im Jahre 1958 eingeführte Hukou-System benachteiligt Menschen, die in Dörfern registriert sind, beim Zugang zu städtischen Dienstleistungen wie Gesundheitsvorsorge und Bildung; das System wird nur langsam reformiert. Daher werden die ungefähr 200 bis 300 Millionen Wanderarbeiter benachteiligt, was Konfliktpotential hat.

    Im Jahre 2016 lebten 9,6 Millionen Auswanderer aus der Volksrepublik China im Ausland oder in einer der beiden Sonderverwaltungszonen. Davon hatten fast 40 Prozent einen Hochschulabschluss. Die wichtigsten Zielländer für Auswanderer waren die USA, Hongkong, Südkorea, Japan, Kanada, Australien, Singapur, Macau, Italien und Bangladesch. 211.000 dieser Auswanderer waren Flüchtlinge. Im gleichen Jahr lebten 1,13 Millionen Einwanderer in China, die vornehmlich aus Korea, den Philippinen, Brasilien, den USA, Japan, Indonesien, Myanmar, Vietnam, Macau und Thailand stammten. Somit kommt auf 1000 Bürger ein Einwanderer; 300.000 davon kamen als Flüchtlinge. Die Emigranten sorgten für Kapitalflüsse in der Höhe von etwa 64 Milliarden US-Dollar nach China, während die Einwanderer Überweisungen aus China in der Höhe von 6,9 Milliarden US-Dollar tätigten.

    Im 19. und 20. Jahrhundert gab es mehrere Wellen von Auswanderung aus China. Die Auslandschinesen stellen heute substantielle Anteile der Bevölkerungen in den südostasiatischen Staaten, Auslandschinesen leben in fast allen Staaten der Welt. Sie haben sich mit unterschiedlichem Ausmaß an ihre neue Heimat assimiliert, werden jedoch teilweise diskriminiert. Typischerweise legen sie großen Wert auf ihre Herkunft und halten Kontakt zu ihrem Heimatort. Besonders zu Beginn der Reform- und Öffnungspolitik brachten sie einen bedeutenden Anteil der Auslandsinvestitionen nach China.

    Urbanisierung, Ballungsgebiete und Städte

    Skyline der Megastadt Shanghai, 2014
    Guangzhou im Ballungsraum Perlfluss-Delta, 2011

    Nach dem Ende der Kulturrevolution im Jahre 1978 lebten 17,9 Prozent der Einwohner Chinas bzw. 170 Millionen Menschen in Städten. In einer Phase der Wiederbelebung der Städte von 1978 bis 1995 wuchs die Stadtbevölkerung auf 30,5 Prozent der Gesamtbevölkerung. Darauf folgte eine Phase des schnellen Wachstums der Städte, so dass im Jahre 2013 etwa 730 Millionen Menschen bzw. 53,7 Prozent der Bevölkerung in Städten lebten. Effizienzsteigerungen in der Landwirtschaft, die Menschen in Tätigkeiten mit niedriger Produktivität freisetzte, und die Industrialisierung führten zu dieser Entwicklung. Die Urbanisierung ist ein wichtiger Faktor beim Wirtschaftswachstum in den vergangenen Jahrzehnten. Bis 2020 soll die Urbanisierungsrate auf 60 Prozent der Bevölkerung anwachsen.

    In der Volksrepublik China gibt es 15 Megastädte, in denen insgesamt über 260 Millionen Menschen leben, und mehr als 150 Millionenstädte. Die drei größten Ballungsräume sind das Jangtse-Delta, das Perlfluss-Delta sowie die Region um Peking und Tianjin, in denen sich auf engem Raum mehrere Millionenstädte befinden und die die bevorzugten Zielorte für interne Migration darstellen.

    Trotz der hohen Urbanisierungsrate ist es in China gelungen, die Bildung von Slums und Infrastrukturüberlastung wie in anderen Entwicklungsländern zu vermeiden. Trotzdem ist China von den negativen Begleiterscheinungen einer schnellen Urbanisierung, wie Zerstörung landwirtschaftlicher Nutzflächen, Umweltverschmutzung und inadäquater Entschädigung bei der Enteignung von landwirtschaftlichen Flächen, betroffen. In Vororten der Ballungszentren entstanden zahlreiche Retortenstädte, die reine Schlafsiedlungen für Arbeitskräfte sind, wie z. B. Anting. Hier gibt es teils hohe Leerstandsquoten, da die Industrieansiedlungen ausblieben und der Neubau spekulativ angeheizt wurde.

    Volksgruppen

    Hauptartikel: Völker Chinas
    Khampa in Osttibet, 2010
    Uiguren in Xinjiang, 2010
    Naxi in Yunnan, 2012

    China ist ein multi-ethnisches Land. 91,51 Prozent der Bevölkerung sind Han (rund 1,25 Milliarden). Die Bezeichnung geht auf die Han-Dynastie zurück. Jedoch stellt diese größte Bevölkerungsgruppe keine homogene Gruppe dar: Im Laufe der Zeit entwickelten sich starke regionale Unterschiede hinsichtlich Sprache, Dialekt, Siedlungsformen, Volkssagen, Kleidung und Ernährung. Die 18 größten Volksgruppen nach den Han waren 2010 die:

    Insgesamt sind 55 Ethnien als nationale Minderheiten anerkannt, denen neben dem Minderheitenschutz in der chinesischen Verfassung besondere Rechte zugestanden werden, beispielsweise Unterricht in der eigenen Sprache, leichterer Zugang zu höherer Bildung, spezielle Quotenregelungen. Diese Rechte werden jedoch seit den 2000er Jahren zunehmend ausgehöhlt. Nach Unruhen in Tibet im Jahr 2008 werden die Tibeter aus ihren Wohngebieten vertrieben und durch Tourismus assimiliert. Im Jahr 2016 gab es mehrere Selbstverbrennungen. Unruhen im Jahr 2009 in der Provinz Xinjiang verschärften den Konflikt zwischen den Uiguren und dem Staat. Nach einer Serien von Anschlägen im Jahr 2014 begann China mit der Umsetzung der Assimilationspolitik, den Xinjiang-Umerziehungslagern, einem Ethnozid an muslimischen Uiguren und anderen Minderheiten in Xinjiang. Nachdem die sogenannte China Cables – geheime Dokumente der Volksrepublik China – geleakt wurden, erfuhr die Lage der Uiguren im Jahr 2019 internationale Aufmerksamkeit.

    Sprachen

    Hauptartikel: Chinesische Sprachen
    Übersicht über die verschiedenen Sprach­gebiete Chinas (1990, nach Daten der CIA)

    Neben dem auf einem Dialekt des Mandarin basierenden Hochchinesisch als allgemeiner Amtssprache sind je nach Region weitere Amtssprachen offiziell anerkannt. Dazu zählen Kantonesisch in Hongkong und Macau sowie Englisch in Hongkong. Hinzu kommen Regionalsprachen, wie Zhuang in Guangxi, Tibetisch in Tibet, Uigurisch in Xinjiang, dann Mongolisch in der Inneren Mongolei und Koreanisch in Yanbian. Außerdem finden sich aus den Tibeto-Birmanischen Sprachen etwa Ladhakhisch und Yi, dann Tai-Kadai-Sprachen, wie Bouyei, Dong, Tai Lü, Tai Nüa oder Tai Pong, aber auch Mangghuer sowie als Turksprachen Äynu, Ili Turki, Salarisch oder West-Yugurisch.

    Religionen

    Ein Obo mongolischer Schamanen in der Nähe von Hulun Buir, Autonome Innere Mongolei (2016)
    Religiöse Bindung in China
    Religion Prozent
    Nicht religiös
    73,6 %
    Buddhismus
    15,9 %
    Christentum
    2,5 %
    Daoismus
    0,9 %
    Volksglaube
    0,8 %
    Islam
    0,5 %
    Sonstiges
    5,1 %
    nach einer stichprobenartigen Befragung „Statistik zu Religionen und Kirchen in der Volksrepublik China“ 2014 der China Family Panel Studies (中国家庭追踪调查)
    Taoistische Zeremonie in Shantou, Provinz Guangdong (2010)

    Die vier wichtigsten Religionen in China sind der Buddhismus, der Taoismus, der Islam und das Christentum. Außerdem gibt es noch einige volkstümliche Religionen bei nationalen Minderheiten. Die chinesischen Religionen sind im Allgemeinen familienbezogen und verlangen keine Mitgliedschaft. Von den größeren Religionen stammt nur der Taoismus aus China. Dabei reicht der Buddhismus bis ins 1. Jahrtausend v. Chr. zurück; er verbreitete sich ab dem 1. Jahrhundert n. Chr. in China. Der Taoismus reicht ähnlich weit zurück, integrierte zahlreiche Elemente deutlich älterer Religionen. Im 7./8. Jahrhundert kam der Islam nach China, im 13. Jahrhundert das Christentum. Jesuiten missionierten ab dem späten 16. Jahrhundert. Der Protestantismus gelangte ab 1807 nach China.

    Der Konfuzianismus galt in der Kaiserzeit als orthodox, die anderen Religionen als heterodox. Seit der Gründung ist die Volksrepublik China entsprechend ihrer kommunistischen Ideologie des Staats-Atheismus ein laizistischer Staat. Buddhismus, Daoismus, Islam, Katholizismus und Protestantismus sind vom Staat anerkannte Religionen, wobei Katholizismus und Protestantismus als eigenständige Religionen betrachtet werden und sich nicht unabhängig organisieren dürften. So ist die römisch-katholische Kirche in der Volksrepublik verboten, lediglich eine Chinesische Katholisch-Patriotische Vereinigung, die die Autorität des Papstes nicht anerkennt und keine Kontakte zum Vatikan unterhält, ist erlaubt. Unter Mao erfuhr die katholische Kirche eine besonders rigide Form der Kontrolle. Im Fokus der staatlichen Verfolgung steht heute die neue Religionsgemeinschaft der Falun Gong, wobei Berichte über Organentnahmen und Hinrichtungen an Angehörigen der Gemeinde Menschenrechtsorganisationen auf den Plan riefen.

    Wie in den religionskritischen ehemaligen Ostblockstaaten Europas liegt in China ein strenges Prinzip der Trennung zwischen Religion und Staat zugrunde. Das Recht auf Religionsfreiheit ist in der Verfassung der Volksrepublik formal verankert. Aufgrund der desaströsen Auswirkungen auf Gläubige während der Kulturrevolution (1966–1976), war die chinesische Regierung nach den 1980er Jahren bemüht, Religionsfreiheit weitgehend zu tolerieren und Räume für religiöse Aktivitäten zu öffnen. Staatliche Unterstützung finden traditionelle Glaubensrichtungen, wie Taoismus und Buddhismus, die als integraler Bestandteil der chinesischen Kultur angesehen werden.

    Verfassungsrechtlich steht es jedem frei, unter anderem allein oder in der Gemeinschaft mit anderen zu beten, Schriften zu rezitieren, Gottesdienste abzuhalten, zu Taufen oder Messen zu lesen. In der Praxis werden diese Rechte oft eingeschränkt. Dennoch war in China seit der letzten Jahrtausendwende ein „Boom der Religionen“ zu beobachten. So erfuhren Tempel und Klöster Zulauf, und der tibetische Buddhismus breitete sich auch wieder in östlichen Provinzen des Landes aus.

    2013 gab es in der Volksrepublik bei 1,4 Milliarden Einwohnern etwa 85.000 religiöse Stätten, rund 300.000 Priester, etwa 3000 Religionsgruppen und 74 theologische Einrichtungen. Religiöse Organisationen können eigene Schulen gründen sowie Bücher und Periodika veröffentlichen. Höhere Bildungs- und Forschungseinrichtungen bieten mitunter religiöse Programme und Forschungsprojekte an.

    Es gibt in China keine Kirchensteuer. Die jeweiligen religiösen Gemeinden finanzieren sich über Spenden sowie überwiegend durch immaterielle Leistungen der jeweiligen Ordensgemeinschaft, zum Beispiel die gemeinsame Errichtung oder Instandsetzung von Gebäuden oder das gemeinsame Bewirtschaften von Gärten und landwirtschaftlichen Flächen. Religionsunterricht gibt es an den Schulen nicht, jedoch ist seit Ende der 1990er Jahre die Eröffnung von privat betriebenen religiösen Schulen und Kindergärten zu beobachten.

    Da sich in China niemand offiziell zu einer Konfession bekennen soll, gibt es keine amtlichen Angaben und keine seriösen Statistiken über Zahlen von Religionsanhängern. Sämtliche Studien und Hochrechnungen chinesischer und ausländischer Institutionen beruhen auf Schätzungen und Umfragen, die teilweise erheblich voneinander abweichen. Zudem sind die Grenzen zwischen den unterschiedlichen Glaubensrichtungen in China oft fließend. So ist es in mehreren chinesischen Regionen nicht ungewöhnlich, dass sich Gläubige zu verschiedenen Religionen bekennen. Hierzu gibt es das chinesische Sprichwort:

    „Ein Chinese ist Konfuzianer, wenn es ihm gut geht; er ist Taoist, wenn es ihm schlecht geht; und er ist Buddhist im Angesicht des Todes.“

    Insofern ist die religiöse Szene in China sehr vielfältig und kann keinesfalls als homogene Kultur betrachtet werden. Stark verbreitet ist der Shenismus, ein Gemisch aus religiösen und philosophischen Praktiken. Taoismus und Konfuzianismus sind zwei Beispiele für philosophische Überzeugungen in China, die religiöse Elemente tragen. Aspekte des Rituals und des Glaubens über das Jenseits existieren unabhängig von den Philosophien. Abgesehen von den europäischen, steht im Zentrum aller praktizierten Religionen in China seit alters her kein unsichtbarer Gott, sondern stets das Leben, die Erde, das Glück und die Harmonie.

    Die Volksrepublik China ist eine zentralistische Parteidiktatur unter Präsident Xi Jinping. Die chinesische Staatsorganisation ist formal in der Verfassung der Volksrepublik China verankert. Zwar sind mehrere politische Parteien in der Volksrepublik China zugelassen, jedoch hat die Kommunistische Partei Chinas im Rahmen der Einheitsfront die Führung über die anderen Blockparteien inne. Damit handelt es sich bei der Volksrepublik China um einen sozialistischen Einparteienstaat, bei dem die Entscheidungen zuerst von der Kommunistischen Partei Chinas gefällt werden. Erst danach werden die grundsätzlichen, politischen Ziele in der Verfassung niedergelegt und die politischen Vorgaben im Staatsapparat umgesetzt. Laut der Verfassung ist der Staat nach dem Prinzip des „demokratischen Zentralismus“ organisiert. Eine Gewaltenteilung in Legislative, Exekutive und Judikative existiert nicht, sondern eine Gewaltenverschränkung.

    Kommunistische Partei

    Delegierte des 18. Nationalkongresses (November 2012)

    Die Kommunistische Partei Chinas wurde 1921 gegründet und hält seitdem alle fünf Jahre Parteitage ab, auf denen die Politik festgelegt wird. Die Kommunistische Partei Chinas wird durch den Generalsekretär geführt und vertreten, der meistens zugleich den Posten des Präsidenten der VR China innehat. Seit 2012 ist Xi Jinping Generalsekretär der Kommunistischen Partei Chinas, Staatspräsident und oberster Befehlshaber der Armee. Auf den Parteitagen wird der Ständige Ausschuss des Politbüros gewählt, der aus sieben Personen besteht und das Machtzentrum der Volksrepublik China ist. Gewählt wird der Ständige Ausschuss aus den Reihen des Politbüros, der 25 Mitglieder hat. Das Politbüro wird vom ungefähr 200 Mitgliedern umfassenden Zentralkomitee alle fünf Jahre gewählt. Das Zentralkomitee wird auf den Parteitagen von den daran teilnehmenden 3000 Delegierten auserkoren. Die Delegierten werden von den verschiedenen Parteiorganisationen entsandt. Sobald drei Parteimitglieder zusammenkommen, bilden sie eine Basisorganisation der Kommunistischen Partei. Der gesamte Staatsapparat findet sich in einer Parallelstruktur in der Partei wieder, d. h. innerhalb aller staatlichen Organe bestehen parallele Organisation der Partei, die die eigentlichen Entscheidungen fällen.

    Im Jahr 2016 zählte die Kommunistische Partei Chinas 89 Millionen Mitglieder. Die Mitgliederstruktur hat sich in den letzten Jahren verändert, da nun Parteikader, Arbeiter, Privatunternehmer und ein hoher Anteil Studierender die Heterogenität der chinesischen Gesellschaft widerspiegeln. Bis zum Jahr 2014 wurden Parteimitglieder aufgrund ihrer wirtschaftlichen, politischen oder wissenschaftlichen Position ausgesucht. Seit 2014 ist das Kriterium der Loyalität gegenüber der Partei für den Beitritt ausschlaggebend.

    Unter Xi Jinping hat die Kommunistische Partei das Ziel, den „Chinesischen Traum“ zu verwirklichen. Mit dem Dokument Nummer 9 wird in einem parteiinternen Strategiepapier vor der Einflussnahme durch die westliche Welt gewarnt. Der Beginn der Ära Xi zeichnet sich ferner durch die rigide Antikorruptionskampagne aus, mit der Xi sich viele Feinde in der Partei geschaffen haben wird. Auf dem Parteitag im Herbst 2017 wurde beschlossen, dass die Begrenzung auf zwei Wahlperioden für eine Präsidentschaft entfällt. Dieser Beschluss wurde auf dem Nationalen Volkskongress im Jahr 2018 in die Verfassung aufgenommen. Damit kann Xi bis an sein Lebensende Präsident der Volksrepublik China bleiben. Diese Entscheidung wurde teilweise als Rückschritt zur Personenherrschaft wie unter Mao Zedong gesehen. Bis zur Präsidentschaft von Xi Jinping wurde von einem parteiinternen Gleichgewicht in Form von collective leadership ausgegangen. Mit der Aufhebung der Altersgrenzen wurde diese kollektive Führung aufgegeben. Begründet wurde diese Entscheidung damit, dass Stabilität Vorrang habe, da es „Probleme“ mit der Trennung von Partei und Staat gebe. Analysten gehen davon aus, dass es zum Ende der Ära Hu Jintaos Fraktionskämpfe innerhalb der Partei gegeben hat. Es gibt Gerüchte, die auf einen vereitelten Staatsstreich im Jahr 2011 hinweisen. Mit der Antikorruptionskampagne hat Xi mögliche Gegner beseitigt, gleichzeitig unterminiere die Korruption die Legitimation der Kommunistischen Partei, so dass ihm keine andere Wahl bliebe. Allerdings muss er dafür die Kontrolle über die Politik und die Wirtschaft haben. Xi setzt politische Kontrolle über ökonomisches Wachstum. Damit steckt die Führung jedoch in einem Dilemma, einerseits müssen sie die Eigenmächtigkeit der oligarischen Wirtschaftscliquen unterbinden, indem Korruption geahndet wird, gleichzeitig sind sie aber auf diese Wirtschaftscliquen angewiesen, um den Staatsapparat funktionsfähig zu erhalten.

    Staatsaufbau

    Hauptartikel: Nationaler Volkskongress
    Die Große Halle des Volkes auf dem Tian’anmen-Platz ist das Parlamentsgebäude der Volksrepublik, 2016
    Xi Jinping, der gegenwärtige Staats- und Parteichef der Volksrepublik China, 2013

    Laut ihrer Verfassung ist die Volksrepublik China ein „sozialistischer Staat unter der demokratischen Diktatur des Volkes“. Die Verfassungsänderungen 1993, 1999, 2004, 2012 und 2018 betonen unverändert die absolute Führung der Partei. Darüber hinaus steht in der Präambel, dass das Prinzip der sozialistischen Marktwirtschaft angestrebt, Privateigentum und Menschenrechte geschützt werden sowie die Herrschaft durch das Recht angestrebt wird. Das laut Verfassung höchste Staatsorgan ist der Nationale Volkskongress, die Legislative der Volksrepublik China. Die Abgeordneten wählen den Staatspräsidenten, den Ministerpräsidenten sowie weitere Führungspersönlichkeiten. Es verabschiedet Gesetze von grundlegender Bedeutung und stimmt über Rechenschaftsberichte der Exekutive ab. Der Nationale Volkskongress hat circa 3000 Abgeordnete und tritt im Regelfall einmal im Jahr Anfang März zusammen. Das Arbeitsorgan des Volkskongresses ist der Ständige Ausschuss des Nationalen Volkskongresses, der alle zwei Monate tagt und die meisten Gesetze verabschiedet. Der Nationale Volkskongress wird als Abstimmungsmaschine bezeichnet, allerdings existieren auch Kontroversen, wie z. B. beim Drei-Schluchten-Staudamm-Projekt im Jahr 1992. Andere Wissenschaftler halten diese Bezeichnung daher nicht unbedingt für gerechtfertigt, da – gerade bei Personalentscheidungen – Gegenstimmen erhoben wurden. Volkskongresse werden auf allen Ebenen gewählt, d. h. auf Provinz-, Bezirks- und Kreisebene. Die zu Wählenden werden von der Partei vorgegeben. Nur auf der Kreis- und Dorfebene sind freie Wahlen möglich.

    Die Politische Konsultativkonferenz der Volksrepublik China wurde 1946 gegründet und war bis 1954 das Legislativorgan der Volksrepublik China. Seitdem hat sie nur noch beratende Funktion. Sie tagt parallel oder nach dem Nationalen Volkskongress jährlich im März.

    Das höchste Amt der Volksrepublik China ist das des Staatspräsidenten. Er unterschreibt die vom Nationalen Volkskongress verabschiedeten Gesetze, die erst dadurch in Kraft treten. Außerdem ernennt und entlässt er den Ministerpräsidenten und dessen Stellvertreter, die Staatskommissare sowie die Minister. Nur er kann den Kriegszustand erklären. Staatspräsident ist seit 2013 Xi Jinping, der zugleich als Generalsekretär der KPCh fungiert. Als Ministerpräsident leitet Li Keqiang den Staatsrat. Vorsitzender des Nationalen Volkskongresses ist Li Zhanshu.

    Das zentrale Verwaltungsorgan ist der Staatsrat. Der Ministerpräsident steht dem Staatsrat vor und leitet dessen Arbeit. Er ist formal als Vertreter des Staatsrats im Nationalen Volkskongress rechenschaftspflichtig. Vier Vizeministerpräsidenten, Staatssekretäre und die Minister unterstützen den Ministerpräsidenten und sind ihm gegenüber verantwortlich. Die Provinzen und Autonomen Regionen besitzen eigene Regierungen und Volkskongresse. Der Aufbau, die Arbeitsweise und die Kompetenzen der Provinzregierungen entsprechen in der Grundstruktur der zentralstaatlichen Ebene.

    Verwaltungsgliederung

    Administrative Gliederung der Volksrepublik China

    Die Administrative Gliederung besteht aus sechs Ebenen. Sie unterteilen sich unterhalb der Nationalebene, wie folgt:

    Die Zentralregierung gibt die Politik mit Anordnungen und Rahmengesetzen vor. Allerdings sind diese für die Lokalregierungen nicht rechtlich verpflichtend, sondern sie setzen die Politik mit einer eigenen Gesetzgebung durch ihre Volkskongresse um. Sanktionen bei Nichterfüllung sind nur in Form von Personalentscheidungen möglich. Artikel 89 der Verfassung gibt dem Staatsrat die Befugnis, Normen oder Entscheidungen der lokalen Behörde zu revidieren. Allerdings kommt es nicht vor, dass Kompetenzkonflikte offen ausgetragen werden. Konflikte werden in Verhandlungen zwischen Zentrale und Lokalregierungen beigelegt. Deshalb wird die Volksrepublik teils als informeller Föderalismus bezeichnet. Mit der Amtseinführung von Xi Jinping ist eine Rezentralisierung intendiert. Es gibt keine Schritte in Richtung eines formellen Föderalismus. Allerdings sind die Verwaltungsstrukturen fragmentiert, so dass ein Durchregieren nicht möglich ist, sondern jede politische Entscheidung auf Verhandlungsbasis umgesetzt wird oder eben auch nicht.

    Rechtssystem

    Oberstes Volksgericht in Peking (2013)
    Gerichtsgebäude in Haikou, Provinz Hainan (2012)

    In der chinesischen Normenhierarchie stehen die Entscheidungen der Kommunistischen Partei China über denen der Rechtsorgane. Auf nationaler Ebene werden die Gesetze vom Nationalen Volkskongress und seinem Ständigen Ausschuss verabschiedet. Diese Gesetze werden dann von den lokalen Volkkongressen in eigene Gesetze gegossen. Die Umsetzung der zentralen Vorgaben auf lokaler Ebene wird nur durch eine Prüfungskommission des Nationalen Volkskongresses untersucht, die nach Vorankündigung in die Provinzen entsandt wird.

    Nach der chinesischen Verfassung und dem Organisationsgesetz für Volksgerichte sind Volksgerichte die Organe der Rechtsprechung des Staates. Es existieren auf den verschiedenen Ebenen Volksgerichte, Mittlere Volksgerichte, Sondervolksgerichte und Obere Volksgerichte. Die höchste rechtliche Instanz ist das Oberste Volksgericht in Peking, das die Rechtsprechung der Volksgerichte beaufsichtigt bzw. die Rechtsprechung auslegt.

    Zwar hat Xi Jiping Rechtsreformen versprochen, aber diese entsprechen nicht einer Rechtsherrschaft, sondern nutzen Recht als Mittel. Repressalien und Zensur haben seit seinem Amtsantritt zugenommen, obwohl chinesische Bürger sich stärker als vor 20 Jahren ihrer Rechte bewusst sind und versuchen diese einzufordern. Deutschland hat im Jahr 1999 mit der Volksrepublik China einen Deutsch-Chinesischen Rechtsstaatsdialog begonnen, um sich über Fragen des Rechts auszutauschen.

    Menschenrechte

    Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International und Human Rights Watch werfen der Volksrepublik zahlreiche Verletzungen grundlegender Menschenrechte vor. Besonders seit dem Massaker vom 4. Juni 1989 auf dem Tian’anmen-Platz wird die Menschenrechtslage in der Volksrepublik China kritisiert.

    Mit tausenden Hinrichtungen ist die Volksrepublik China weltweit das Land, in dem die Todesstrafe am häufigsten vollzogen wird. Die genauen Zahlen lassen sich nur schätzen, da die konkrete Zahl der Hinrichtungen ein Staatsgeheimnis ist.

    Formell hat die chinesische Regierung die Menschenrechtskonventionen der Vereinten Nationen größtenteils ratifiziert. Laut Artikel 33 Absatz 3 der chinesischen Verfassung von 2004 „respektiert und gewährleistet der Staat die Menschenrechte“. Nach chinesischer Lesart verleiht und schützt der Staat die Menschenrechte, die aber nicht gegen die Interessen anderer Bürger und den Staat gerichtet sein dürfen. Damit hat das subjektive Recht in der Volksrepublik China keine Priorität.

    Besondere Aufmerksamkeit erhielten Fälle wie die Umerziehungslager in Xinjiang, die Unterdrückung von Uiguren und Tibeter, der Organraub an Falun-Gong-Praktizierenden in China, die Systeme der „Umerziehung durch Arbeit“ und „Verhaftung und Rückführung“, das Sozialkredit-System, oder die Geburtenkontrolle im Rahmen der Ein-Kind-Politik.

    Militär

    Hauptartikel: Volksbefreiungsarmee
    Flagge der Volksbefreiungsarmee

    Die Volksbefreiungsarmee wurde 1927 gegründet und half der Kommunistische Partei während des revolutionären Kampfes vor 1949 und bei der Konsolidierung ihrer Herrschaft nach 1949. Die Volksbefreiungsarmee ist die personell größte Armee der Welt. Sie besteht aus Heer, Marine, Luftwaffe und Raketenstreitkräften. Die Volksrepublik China ist eine Nuklearmacht. Sie hat den Atomwaffensperrvertrag abgeschlossen und den uneingeschränkten Verzicht auf den Ersteinsatz erklärt.

    Die Zentrale Militärkommission koordiniert die Verteidigungspolitik, formuliert die Militärdoktrin und übernimmt im Kriegsfall das Oberkommando. Oberster Befehlshaber ist Xi Jinping als Vorsitzender der Zentralen Militärkommission. Für das Jahr 2017 schätzte das Stockholmer internationale Friedensforschungsinstitut die Ausgaben für das Militär der Volksrepublik China 1544 Milliarden Yuan bzw. 1,9 Prozent des Bruttoinlandsproduktes.

    Innenpolitik

    Die politischen Ziele werden in Fünfjahresplänen festgelegt. Sie geben Anhaltspunkte über die politische Richtung der kommenden fünf Jahre. Der laufende Fünfjahresplan geht von 2015 bis 2020 und der neue 14. Fünfjahresplan, der sich auf den Zeitraum von 2021 bis 2025 bezieht, wird gerade erarbeitet.

    Unter dem Präsidenten Xi Jinping haben sich seit 2012 Restriktionen in allen Bereichen verschärft. Für die Partei ist die Korruptionsbekämpfung überlebensnotwendig geworden, da mit den Wirtschaftsreformen die Korruption in hohem Maße zugenommen hat. Xi Jinping hat im Jahr 2012 die Antikorruptionskampagne initiiert. Zahlreiche Verfahren wegen Korruption wurden eröffnet und hohe Politiker (Zhou Yongkang, Bo Xilai) verurteilt. Ohne die Zustimmung der Partei wären diese Disziplinarverfahren nicht möglich. Die Kehrseite der Antikorruptionskampagne ist ein Beamtenapparat, der nur noch bedingt funktionsfähig ist, da er keine Entscheidungen mehr fällt, weil die Angst der Korruption bezichtigt zu werden, die Beamten lähmt. Mit der Operation Fuchsjagd werden chinesische Staatsbürger seit 2014 im Ausland verfolgt, wenn sie sich mit staatlichen Gelder in das Ausland abgesetzt haben. Im Prinzip hat Xi damit die Antikorruptionskampagne auf die Welt ausgeweitet. Nach dem Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International e. V. belegt die VR China 2019 unter 180 Ländern den 80. Platz.

    Die Internetzensur der Volksrepublik gilt als eine der strengsten der Welt. Facebook, Google, Twitter, YouTube, Skype und Wikipedia sind in China verboten, Suchmaschinen filtern für die Regierung heikle Suchanfragen heraus. Gezielt werden chinesische Social-Media-Apps eingesetzt. Die Organisation Reporter ohne Grenzen stufte 2020 die Volksrepublik im Ranking der Pressefreiheit auf Platz 177 von 180 ein und gab für 2020 die Zahl der bisher inhaftierter Journalisten in China mit 67 und der inhaftierten bloggenden Bürgerjournalisten mit 46 Personen an.

    Überwachung

    In den Städten werden Überwachungskameras großflächig auf Straßen und öffentlichen Plätzen installiert. Hatte der chinesische Staat zur Jahreshälfte 2017 nach Schätzungen 176 Millionen Kameras aufgestellt, verdoppelte sich die Anzahl der Überwachungskameras im darauf folgenden Jahr. Schätzungen von bis einschließlich des Jahres 2020 installierten Kameras liegen zwischen 567 und 600 Millionen. Zur Auswertung der Bilder nutzt die chinesische Polizei unter anderem die Bild- bzw. Gesichtserkennungssoftware von Megvii und SenseTime. Parallel wird das Sozialkredit-System seit 2020 eingeführt, bei dem die Bürger für sozial adäquates Verhalten Punkte erhalten und bei Verstößen gegen die Moral oder bei Kritik an der Partei Punkte abgezogen bekommen. Wer wenige Sozialkreditpunkte hat, wird bei der Buchung von Reisetickets o. ä. benachteiligt.

    Außenpolitik

    G20-Gipfel in Hamburg 2017, Ehepaar Xi in erster Reihe
    Xi Jingping mit Ehefrau Peng Liyuan während eines Besuchs 2017 in Palm Beach bei Melania und Donald Trump
    Dilma Rousseff, Manmohan Singh, Wladimir Putin, Xi Jinping und Jacob Zuma beim BRICS-Gipfel 2013 in Sankt Petersburg

    Die Außenpolitik der Volksrepublik China ist gekennzeichnet durch das Bestreben, Weltmacht zu sein sowie sich geostrategisch Ressourcen und Handelswege zu sichern. In der Beziehung zu anderen Staaten wird streng die Ein-China-Doktrin vertreten: Das heißt, jeder Staat, der mit der Volksrepublik China Handel treiben oder diplomatische Beziehungen eingehen möchte, darf die Republik China auf Taiwan nicht als eigenständigen Staat anerkennen; andernfalls hat er mit Sanktionen zu rechnen. Als bevölkerungsreichstes Land der Erde, ständiges Mitglied des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen, Nuklearmacht und wachsende Volkswirtschaft strebt China verstärkt nach Mitwirkung in allen bedeutenden weltpolitischen Fragen und verfolgt dabei selbstbewusst seine nationalen Interessen. Die Volksrepublik China ist Mitglied der G20 und der BRICS-Staaten.

    Ein wichtiges Projekt seit 2013 ist dabei die Neue Seidenstraßen Initiative („One Belt, One Road“), bei der zunächst entlang der alten Seidenstraße eine Handelsroute von der Volksrepublik China nach Europa angestrebt und gebaut wurde. Diese Handelsroute geht aber inzwischen über diese alte Seidenstraße hinaus und umfasst mittlerweile fast alle Teile der Welt. Ebenso beschränkt sie sich nicht mehr auf Handel, sondern hat auch den Zugriff auf Ressourcen, politischen und militärische Einfluss zum Ziel. Die hiermit verbundenen Investitionsprojekte (wie die 17+1 Initiative in Osteuropa oder der Hafen von Piräus in Griechenland) werden häufig auch als Druckmittel benutzt. In diesem Zusammenhang wurde im Jahr 2016 von der Volksrepublik China ausgehend die Asian Infrastructure Investment Bank (AIIB) gegründet. Im Jahr 2011 hat China durch seine Entwicklungsfinanzierung die USA als größten Handelspartner Afrikas abgelöst.

    Seit der Amtseinführung von Donald Trump im Jahr 2016 sind die sino-amerikanischen Beziehungen auf einem Tiefpunkt. Seit 2018 besteht der Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und der Volksrepublik China, der aufgrund der engen finanz- und wirtschaftspolitischen Verzahnung der beiden Staaten gravierende Auswirkungen – auch auf den Rest der Welt – hat. Reibungspunkte bestehen ferner im Südchinesischen und Ostchinesischen Meer, wo China zunehmend aggressiv auftritt.

    Während der COVID-19-Pandemie regte sich Kritik, dass China Informationen bezüglich des Virus zurückgehalten habe und bei der Verteilung von medizinischen Schutzgütern Länder unter Druck setze, wenn diese Kritik an der Außenpolitik Chinas übten.

    Die chinesisch-deutschen Beziehungen sind durch enge wirtschaftliche Verflechtungen gekennzeichnet. Im politischen Bereich finden regelmäßige Konsultationen statt, wie z. B. beim Deutsch-Chinesischen Rechtsstaatsdialog. Allerdings zeigen sich auch in diesem Verhältnis seit 2016 Konfliktfelder, wie z. B. eine deutliche Zunahme chinesischer Investitionen, die für die Deutschen mit der Angst des Know-How-Abflusses verbunden ist (siehe etwa der Fall Kuka), Chinas Weigerung sich im Südchinesischen Meer internationalem Recht zu unterwerfen und schließlich offene Kritik Chinas am liberalen Gesellschaftsmodell. Die chinesische Einflussnahme auf andere Staaten und Gesellschaften wird daher zunehmen als „Systemkampf“ bezeichnet.

    Das Verhältnis zwischen China und Südkorea sowie Nordkorea ist seit 2013 schwieriger geworden. Seit 2016 stimmt China verschärften UN-Sanktion gegenüber Nordkorea zu, obwohl Nordkorea als kommunistischer Staat ein sozialistischer „Bruderstaat“ ist. Im Prinzip möchte die Volksrepublik den Status quo der Situation erhalten. Zumal bei einem Zusammenbruch Nordkoreas von Flüchtlingsströmen in die Volksrepublik China auszugehen ist. Die chinesisch-japanischen Beziehungen bleiben angespannt. Der Streit entzündet sich häufig an Diaoyu-/Senkaku-Inseln im Ostchinesischen Meer. Es geht um historisch-völkerrechtliche Kontroversen und Ressourcen.

    Zu den weiteren Nachbarstaaten, wie Russland, hat sich (auch aus überlappenden geostrategischen Interessen) das Verhältnis entspannt, die Chinesisch-russischen Beziehungen sind durch historische Auseinandersetzungen jedoch vorbelastet. Pakistan ist ein enger Verbündeter der Volksrepublik. Die Chinesisch-indische Beziehungen sind wegen territorialer Grenzstreitigkeiten konfliktreich und führten zuletzt sogar zu vereinzelten militärischen Auseinandersetzungen.

    Nachrichtendienste

    Das Ministerium für Staatssicherheit (國家安全部 / 国家安全部, Guójiā Ānquánbù) ist als straff organisierter, ziviler Dienst für die Auslandsaufklärung sowie für die innere Sicherheit zuständig. Es untersteht dem Staatsrat. Residenturen der chinesischen Auslandsaufklärung befinden sich in den Botschaften beziehungsweise Konsulaten, in Deutschland zum Beispiel in der chinesischen Botschaft in Berlin. Der Militärnachrichtendienst, die Abteilung zwei (Informationen) der Generalplanungsabteilung (chinesisch 總參謀部 / 总参谋部, Pinyin Zǒngcānmóubù) der Volksbefreiungsarmee, unterhält ebenfalls Auslandsvertretungen.

    Taiwan-Konflikt

    Hauptartikel: Taiwan-Konflikt

    Die Taiwan-Frage ist ein Problem aus dem chinesischen Bürgerkrieg, in dessen Endphase sich die nationalistische Regierung auf die Insel Taiwan zurückzog und dort eine Militärdiktatur errichtete, während auf dem Festland die Volksrepublik ausgerufen wurde. Die Rückkehr Taiwans zur Volksrepublik China ist im chinesischen Nationalismus fest verankert und ist Ziel der chinesischen Führung. Neben dem Konflikt auf der koreanischen Halbinsel ist die Taiwan-Frage die größte sicherheitspolitische Herausforderung in Ostasien.

    Unter dem Schlagwort Ein-China-Prinzip sind sich die Regierungen beiderseits der Taiwan-Straße einig, dass es nur ein einziges China gibt, dass aber unterschiedliche Ansichten darüber herrschen, wer die legitime Regierung dieses einen Chinas ist. Die Regierung der Volksrepublik beabsichtigt seit Deng Xiaoping, Taiwan unter dem Prinzip Ein Land, zwei Systeme mit dem Festland zu vereinigen, wobei Taiwan eine weitergehende Autonomie zugesagt würde als Hongkong nach der Rückgabe durch Großbritannien. Die taiwanische Bevölkerung betrachtet dies als Unterwerfungsstrategie und misstraut den Versprechungen aus Peking. Peking behält sich den Einsatz von Gewalt unter bestimmten Voraussetzungen vor, dazu gehören eine nukleare Aufrüstung Taiwans oder konkrete Schritte der Regierung in Taipeh zur Unabhängigkeit. Das militärische Gleichgewicht ändert sich ständig zu Gunsten von Peking. Die USA haben eine politische Zusage zur Unterstützung von Taiwan geleistet.

    Die Strategie der Volksrepublik ist es, Taiwan wirtschaftlich vom Festland abhängig zu machen, den gesellschaftlichen Austausch zu fördern, Taiwan diplomatisch zu isolieren, der Insel militärisch zu drohen und die USA in ihrem Sinne zu beeinflussen. Seit Beginn der Öffnungspolitik haben taiwanische Firmen auf dem Festland mehr als 200 Milliarden US-Dollar investiert, sie beschäftigen etwa 14 Millionen chinesische Arbeiter. Etwa 60 Prozent der taiwanischen Direktinvestitionen im Ausland gehen in die Volksrepublik; etwa ein Viertel des taiwanischen Außenhandels wird mit der Volksrepublik abgewickelt. Das Kalkül Pekings, taiwanische Geschäftsleute und Unternehmen würden bei der taiwanischen Regierung im Sinne Pekings intervenieren, ist jedoch nicht aufgegangen.

    Seit dem Anfang 2016 Tsai Ing-wen von der Demokratischen Fortschrittspartei als Präsidentin Taiwans gewählt wurde, verschlechtern sich die Beziehungen, da sie den Status quo anstrebt. Tsai wurde Anfang 2020 wiedergewählt.

    Einkommen und Verteilung

    Index der menschlichen Entwicklung in China von 1970 bis 2010
    Jährliches verfügbares Pro-Kopf-Einkommen 2014 je Region

    Mit einem Pro-Kopf-Einkommen von 54 US-Dollar gehörte der Staat 1949 bei seiner Gründung zu den ärmsten Ländern der Erde. Über 80 Prozent der Bevölkerung waren besitzlose Bauern, Tagelöhner und Wanderarbeiter. Mit Beginn der Wirtschaftsreformen verbesserten sich die Lebensumstände und der Wohlstand ab den 1980er Jahren. Laut Angaben der Weltbank wandelte sich die Volksrepublik China innerhalb von 30 Jahren von einem Entwicklungsland, zu einem Land mit einem Einkommensniveau im oberen Mittelfeld. Der vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen ermittelte Index der menschlichen Entwicklung (Human Development Index), der Indikatoren wie Lebenserwartung, Bildung und Gesundheit einbezieht, stieg 2019 auf 0,758, womit China Platz 85 belegt.

    Gemäß dem World Wealth Report stieg die Anzahl der US-Dollar-Millionäre in China 2019 auf 4,4 Millionen Personen an. Damit gehört die Volksrepublik China hinter den USA und Japan zu den drei Ländern mit den meisten Millionären auf der Welt. Gemessen an der Bevölkerungsdichte lebten 2016 in Hongkong so viele Dollar-Millionäre wie nirgends sonst auf der Welt.

    Im Jahr 2017 hatten die Haushalte durchschnittlich Konsumausgaben von 22.902 RMB (umgerechnet knapp 3000 Euro/ Stand April 2020) pro Jahr zur Verfügung. In den Städten waren es 31.032 RMB und auf dem Land 11.704 RMB. Je nach Berechnungsmethode liegt der Gini-Koeffizient für die Einkommensungleichheit zwischen 42,2 Prozent und 61 Prozent, wobei die Weltbank Werte oberhalb von 40 Prozent als bedenklich betrachtet. Im Jahre 1980 lag die Ungleichverteilung des Einkommens noch bei 32 Prozent. Diese Entwicklung führt zu Unzufriedenheit in der Bevölkerung und zu sozialen Protesten. Die chinesische Regierung versucht, mit sozialpolitischen Maßnahmen, wie Überwachung und Zensur, gegenzusteuern.

    Soziale Sicherheit

    Mittlere Lebenserwartung
    Jahr Lebenserwartung
    (Jahre)
    1950 43,8
    1955 44,5
    1960 44,6
    1965 55,5
    1970 61,7
    1975 65,5
    1980 67,8
    1985 68,9
    1990 69,7
    1995 70,9
    2000 73,1
    2005 74,7
    2010 75,7
    2015 75,9

    Das soziale Sicherungsnetz besteht aus einer staatlich organisierten Sozialversicherung, welche die Risiken Krankheit, Alter, Arbeitslosigkeit, Unfall und Mutterschaft abdeckt, und der sozialen Hilfe, die Existenzsicherung gewährt. Zwar trat im Jahr 2011 ein Sozialversicherungsgesetz landesweit in Kraft, aber die konkrete Ausgestaltung der verschiedenen Sozialversicherungszweige hängt von der jeweiligen Lokalregierung ab. Die staatliche Sozialversicherung sichert lediglich Arbeitnehmer ab. Für Kinder, Studierende, Selbständige sowie für die Landbevölkerung und generell für jeden Bürger, der kein Arbeitnehmer ist, wurde ab 2009 eine freiwillige Krankenversicherung eingeführt, bei der der Staat die Hälfte der Beiträge übernimmt und die andere Hälfte von dem jeweiligen Versicherten aufzubringen ist, der diese Versicherung freiwillig abschließen darf. Auf diese Weise will die chinesische Regierung bis 2020 die gesamte chinesische Bevölkerung in eine Gesundheitsversorgung integrieren.

    Seit Ende der 1990er Jahre tritt das Phänomen der städtischen Armut in der Volksrepublik auf, so dass ein staatliches Sozialhilfesystem aufgebaut wurde. Existenzsicherung zählt zur sozialen Hilfe. Diese umfasst die Katastrophenhilfe, Unterstützung für Armutsgebiete und für Familien mit niedrigem Einkommen, welche vornehmlich als Unterhalt für arme und alleinstehende alte Menschen, Behinderte und Waisenkinder gewährt wird. Die Hilfen werden in Dienst-, Sach- und Geldleistungen erbracht. Leistungsvoraussetzung ist, dass sie nach dem Subsidiaritätsprinzip kein Recht auf Unterhaltszahlung durch Verwandte haben. Der Haushaltsvorstand einer bedürftigen Familie muss bei der entsprechenden Behörde oder dem Einwohnerkomitee den Antrag auf Mindestlebensunterhalt stellen, der von diesen bezüglich der Angaben zu seiner persönlichen Situation kontrolliert wird. Persönliche und gesellschaftliche Kontrollen sind durch das Einwohnerkomitee vorgesehen. Ergebnisse in der Feldforschung zeigen, das die Existenzsicherung dazu genutzt wird, ehemalige Häftlinge oder Andersdenkende in ihren Ansichten über den Staat zu beeinflussen. Ein Entwurf zu einem Sozialhilfegesetz besteht, aber es wurde noch nicht verabschiedet.

    Gesundheitswesen

    Medizinische Notfallkräfte beim Einsatz nach dem Erdbeben in Sichuan 2008
    Mobiler Blutspendedienst in Shanghai (2009)

    Bei Gründung der Volksrepublik lag die Lebenserwartung bei durchschnittlich 40 Jahren. Dazu trugen mangelhafte Ernährung, kaum vorhandene medizinische Versorgung und damit verbunden die hohe Verbreitung von übertragbaren Krankheiten bei. Die durchschnittliche Lebenserwartung der chinesischen Bevölkerung stieg aufgrund der besseren Lebensverhältnisse und medizinischen Versorgung bis 2015 auf 76,34 Jahre. Übergewicht, Atemwegserkrankungen, Krebs, Schlaganfall, Herzinfarkt, Rauchen, ungesundes Essen tragen auch in China zu Beeinträchtigung der Gesundheit bei. Tuberkulose zählt weiter zu den bedrohlichen Infektionskrankheiten in China. Die SARS-Pandemie 2002/2003 offenbarte die Mängel im Gesundheitssystem. Die COVID-19-Pandemie in der Volksrepublik China hat im Dezember 2019 in der Stadt Wuhan ihren Ausgang genommen. Sie entwickelte sich von China zu einer weltweiten COVID-19-Pandemie.

    2017 existierten landesweit rund 28.000 Krankenhäuser, etwa 4000 Kliniken für traditionelle chinesische Medizin, 37.015 Krankenstationen, 33.965 örtliche Gesundheitsstationen und 195.176 Ambulanzen. Finanziert werden die Institutionen durch Beiträge der Krankenversicherung, staatliche Subventionen und den Verkauf von Medikamenten. Problematisch ist die Bereitstellung von ausreichenden Fachkräften, was teils an der Bezahlung des medizinischen Personals liegt. Dies führt zu einer geringen Qualität der medizinischen Behandlungen.

    IT-Lösungen, wie E-Health-Systeme, Telegesundheit und E-Learning werden in Strategiepapieren als mögliche Lösung für größere Effizienz in den Krankenhäusern gesehen.

    Eine zentrale Einrichtung des Gesundheitsschutzes ist das Chinesische Zentrum für Krankheitskontrolle und -prävention. Diese Einrichtung arbeitet mit ausländischen Forschungseinrichtungen zusammen.

    Die Zentralregierung fördert seit 2016 verstärkt die traditionelle chinesische Medizin (TCM), um die Gesundheitsausgaben zu reduzieren.

    Bildung

    Englischunterricht in einer Mittelschule in Chongqing, Provinz Sichuan (2015)
    Chinesische Landschulbusse (2016)
    Universität in Shihezi, Autonome Region Xinjiang (2012)

    Das Ministerium für Bildung in Peking ist verantwortlich für den Bildungssektor. Die Ausgestaltung der Bildungspolitik obliegt den Provinzen und Autonomen Regionen („Kulturhoheit“). Wie in vielen anderen öffentlichen Bereichen fand in der Bildungsverwaltung der Volksrepublik China eine starke Deregulierung statt: Kompetenzen wurden an untere Ebenen abgegeben, und diese haben die Bildungsnormen in finanzieller, personeller und inhaltlicher Hinsicht autonom umzusetzen. Die Bildungsausgaben in der Volksrepublik China sind seit 2005 deutlich gestiegen. 2017 wurden bereits 4,14 Prozent des Bruttoinlandsproduktes in den Bildungsbereich investiert. Damit lag China in etwa gleichauf mit Deutschland; beide Länder investieren allerdings deutlich unter dem Jahresdurchschnitt der OECD von 5,3 Prozent.

    2001 erreichte die Volksrepublik China einen Alphabetisierungsgrad von 98 Prozent der Bevölkerung. Seit 2009 belegt China in den Top Ten der Ergebnis-Tabellen der PISA-Studien regelmäßig Spitzenplätze. Das Schulsystem umfasst Vorschulen, Grundschulen und Sekundarschulen, die insgesamt mindestens neun und höchstens zwölf Jahre lang besucht werden, sowie Universitäten. Neben den öffentlichen Schulen ist ein umfangreiches Netz von Privatschulen entstanden. Problematisch ist, das gerade auf dem Land die Schulkinder unter Eisenmangel, parasitäre Darmwürmer leiden sowie keine Brillen haben, weshalb sie Schwierigkeiten haben zu lernen. In ländlichen Regionen verfehlen 53 % der Babys und Kleinkinder den Bayley Test und haben damit keine adäquaten kognitiven, sprachlichen und emotionalen Fähigkeiten für ihr Alter, was ihre Lernfähigkeiten in der Schule beeinträchtigt. Die Gründe liegen in einer mangelhaften Ernährung und dem Umgang der Eltern mit den Kindern, da diese weder mit den Kindern sprechen, noch sie zu Interaktion animieren.

    Die Grundschulzeit dauert grundsätzlich sechs Jahre. Zu den Fächern gehören: Chinesisch, Mathematik, Sport, Naturwissenschaften, Musik und Kunst; ab der 3. Klasse wird Englisch erteilt. Die Sekundarbildung findet an allgemeinbildenden oder technischen Mittelschulen statt und ist aufgeteilt in drei Jahre Unterstufe und drei Jahre Oberstufe. Hier werden Chinesisch, Mathematik, eine Pflichtfremdsprache (meist Englisch), Physik, Chemie, Biologie, Technik, IT, Sport, Kunst, Musik, Ethik, Wirtschaftskunde, Geschichte und Erdkunde gelehrt. Seit Anfang der 1990er Jahre als Reaktion auf das Tian’anmen-Massaker wird die Patriotische Erziehungskampagne in Schulen durchgeführt. Im Rahmen dieser Kampagne wurde die Sichtweise auf Geschichte und Kultur Chinas in eine nationalistische Richtung geändert. Die lange Geschichte Chinas und die Entstehung eines wohlhabenden, mächtigen Nationalstaats werden betont. Nationalismus wird als spirituelle Säule des kommunistischen Staates gesehen. Jede Kritik gegen die Kommunistische Partei Chinas wird folglich als Angriff auf das chinesische Volk gesehen. Im November 2019 wurde diese Richtlinien zur nationalistischen Erziehung als Reaktion auf die Proteste in Hongkong erneuert, um die nationale Identität zu stärken.

    Das Gao Kao bezeichnet die Abschlussprüfung im chinesischen Sekundarsystem, das ein Studium an Universitäten ermöglicht. Diese Prüfung ist die Abschlussprüfung der zwölfjährigen Schulbildung und vergleichbar mit dem Abitur in Deutschland. Diese Abschlussprüfung entscheidet über den Zugang zu einer der renommierten Universitäten; viele Eltern investieren daher viel Zeit und Geld in die Bildung ihrer Kinder, damit sie diese Prüfung bestmöglich bestehen.

    Nach der offiziellen Statistik des chinesischen Bildungsministeriums gab es 2019 in China 2.956 staatlich anerkannte Hochschulen (Universitäten und Colleges), 292 Institutionen für die Erwachsenenhochschulbildung und 813 weitere tertiäre Bildungseinrichtungen. 1995 verabschiedete das chinesische Ministerium für Bildung das Projekt 211 und im Jahr 1998 das Projekt 985, bei welchem Hochschulen speziell gefördert wurden. Beide Programme wurden im September 2017 eingestellt und durch das Doppel-Exzellenz-Programm ersetzt, um bis Mitte des 21. Jahrhunderts das Niveau westlicher Spitzenuniversitäten zu erreichen. Der Lehrkörper umfasste 2,4 Millionen Lehrkräfte, von denen die meisten eine Promotion haben. Der Frauenanteil im Lehrkörper beträgt fast 49 Prozent. Grundsätzlich ist das Hochschulstudium gebührenpflichtig, wobei es mehrere Möglichkeiten von Stipendien, Darlehen oder – besonders für die Landbevölkerung – des Erlasses von Studiengebühren gibt.

    2017 waren 38 Millionen Chinesen an Universitäten eingeschrieben. Knapp 8 Millionen schlossen ihr Studium mit Bachelor, Master oder PhD im Jahr 2017 ab. Zum Vergleich: In Deutschland studieren knapp drei Millionen Menschen, europaweit sind es 20 Millionen. Die Volksrepublik ist in absoluten Zahlen damit die größte Hochschulnation der Welt. Die Arbeitssuche nach einem Hochschulabschluss gestaltet sich zunehmend schwieriger. Daher wurde im Februar 2019 der Plan zur Umsetzung der Reform der nationalen Fachausbildung vom Staatsrat verabschiedet. Die Maßnahmen zielen darauf ab, berufliche Qualifikationen zu erlangen und die Kooperation mit den Unternehmen zu stärken.

    In den letzten Jahren haben sich die Kontrollen über Universitäten und Wissenschaftler verschärft. Teilweise werden Hörsäle mit Kameras überwacht und Professoren von Studierenden denunziert, wenn sie von der Meinung der Kommunistischen Partei abweichen.

    Hauptsitz der Ping An Insurance in Shenzhen, die als global systemrelevante Versicherungsgesellschaft für die gesamte Weltwirtschaft gilt (Stand 2017)
    Shanghai Stock Exchange, die weltweit viertgrößte Börse
    Hauptsitz der Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) in Peking, nach Bilanzsumme die größte Bank der Welt

    Prozentual betrugen die Anteile der einzelnen Wirtschaftssektoren am Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2018 über 7 Prozent für die Landwirtschaft, über 40 Prozent für die Industrie und mehr als 52 Prozent für den Dienstleistungssektor. Von Chinas knapp 900 Millionen Arbeitskräften waren 2019 in der Landwirtschaft 26,6 Prozent, in der Industrie 28,3 Prozent und im Dienstleistungssektor 45,1 Prozent beschäftigt.

    Mit der Made in China 2025 Strategie versucht die Volksrepublik seit dem Jahr 2015, Schlüsselindustrien zu fördern, um in diesen Bereichen die Weltmarktführung zu erlangen. Die massive staatliche finanzielle Förderung wurde von ausländischen Unternehmen und Staaten kritisiert, sodass der Begriff Made in China 2025 von der chinesischen Führung gemieden wird. Allerdings wird die Strategie weiterhin verfolgt, um technologisch unabhängig vom Ausland zu werden. Die Volksrepublik China wird seitdem vom Ausland als systemischer Wettbewerber gesehen.

    Das chinesische Finanzsystem ist staatlich verwaltet. Neben der Chinesischen Volksbank, die als Zentralbank fungiert, und dem Finanzministerium, die beide dem Staatsrat unterstehen, existieren sogenannte Geschäftsbanken, die die Politik der Regierung umsetzen. Die Bank of China gehört, neben der ICBC, China Construction Bank und der Agricultural Bank of China, zu den vier großen staatlichen Banken. Ihnen obliegt es, Kredite zu vergeben, die vornehmlich Staatsunternehmen erhalten. Außerdem existieren sogenannte Schattenbanken, die eng mit den staatlichen Banken verflochten sind. Ihre Aufgabe besteht darin, Kredite an private Unternehmer zu vergeben. Aktienmärkte bestehen in Shanghai und Shenzhen sowie in der Sonderverwaltungszone Hongkong.

    Chinas Stärke als Produktionsstandort rührte in der Vergangenheit vor allem aus den vergleichsweise niedrigen Löhnen; ein Vorteil, der sich in den letzten Jahren aufgrund stark angestiegener Arbeitsentgelte verringert hat. China ist kein Niedriglohnland mehr. Die Stärken der chinesischen Wirtschaft liegen zwischenzeitlich im fortschrittlichen Produktions-Know-how sowie im Supply-Chain-Management. Damit besteht die Befürchtung, dass China in der sogenannten Middle Income Trap hängen bleiben könnte.

    Haushaltsentwicklung

    Die Volksrepublik China ist hinter den USA die zweitgrößte beziehungsweise gemessen an der Kaufkraftparität seit 2016 die größte Volkswirtschaft der Welt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag 2019 bei 15,27 Billionen US-Dollar. Chinas Wirtschaft wuchs 2019 offiziell gegenüber dem Vorjahr um 6,1 Prozent. Chinesische Analysten vermuten jedoch ein deutlich geringeres Wachstum. Aufgrund der COVID-19-Pandemie in der Volksrepublik China geht Ministerpräsident Li Keqiang von einem Wachstum unter drei Prozent für das Jahr 2020 aus. Die Staatsverschuldung in Prozent des BIP stieg 2019 in China offiziell auf 60,9 Prozent. Im Ausland wird die chinesische Staatsverschuldung auf knapp 243 Prozent des BIP aus dem Jahr 2017 geschätzt. Die Inflation lag 2019 bei 2,4 Prozent.

    Landwirtschaft

    China verfügt über 10 Prozent der weltweit vorhandenen Ackerfläche und muss damit 22 Prozent der Weltbevölkerung ernähren. Die Landwirtschaft ist ein wichtiger Wirtschaftszweig in China, der im Jahr 2019 ungefähr 7 Prozent des BIP ausmachte, und beschäftigt über 300 Millionen Landwirte. Der Anteil der Kleinbauern an der Nahrungsmittelversorgung liegt bei rund 80 Prozent. Die landwirtschaftlichen Betriebe sind entweder in staatlicher Hand oder es sind kleine Familienbetriebe. Experten sprechen sich für eine Umstrukturierung aus, Analysten halten es aber für unwahrscheinlich, dass die Kommunistische Partei diese zuließe.

    China produziert hauptsächlich Reis, Weizen, Kartoffeln, Tomaten, Sorghum, Erdnüsse, Tee, Hirse, Gerste, Baumwolle, Ölsaaten, Mais und Sojabohnen. Außerdem wird Fleisch produziert, hauptsächliche Schweinefleisch. Für die Fleischproduktion benötigt China Futtermittel besonders Sojabohnen, welche das Land importiert. China war vor dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest einer der weltweit größten Exporteure von Schweinefleisch. Seit 2018 mit dem Ausbruch in China importiert es Schweinefleisch, besonders aus Deutschland und Spanien.

    Industrie

    Im Rahmen der Strategie Made in China 2025 sollen chinesischen Unternehmen, sowohl die staatlichen als auch die privaten, von den traditionellen Industriezweigen, wie z. B. Maschinenbau oder Luftfahrt, sich mehr in Richtung neue Technologien, wie z. B. Künstliche Intelligenz entwickeln. Mehr als 530 Industrieparks mit Smart Factoring sind entstanden. Big Data, Cloud Computing und Green Manufacturing stehen auf der Agenda. Die VR China möchte von der Werkbank der Welt zur Technologie-Weltmacht aufschließen. In einigen Bereichen, wie z. B. bei den Elektrobatterien, besitzt die VR China seit dem Jahr 2017 bereits einen weltweiten Marktanteil von über 50 Prozent. 2015 war BYD weltweit führend beim Verkauf von elektrisch aufladbaren Fahrzeugen, Die Einführung von Zwangsquoten zur Herstellung von Elektroautos haben zu einer hohen Absatzsteigerung geführt, sodass China zum Weltmarktführer bei den Elektroautos avanciert. Ab 2019 müssen alle in- und ausländischen Autokonzerne in China einen zehnprozentigen und ab 2020 einen zwölfprozentigen Anteil ihrer Gesamtproduktion als E-Fahrzeuge herstellen.

    In den Schlüsselindustrien, wie Telekommunikation, Schiffsbau, Luftfahrt und Hochgeschwindigkeitszügen, liegt der Anteil der Staatsunternehmen bei 83 Prozent, während es bei Automobil oder Elektronik Unternehmen nur zu 45 Prozent sind. Als innovativ gelten Privatunternehmen. Die ZTE Corporation und der Smartphone-Hersteller Huawei meldeten seit dem Jahr 2015 weltweit die meisten Anwendungs-Patente an. Trotzdem ist China in einigen Schlüsselindustrien abhängig vom Ausland, wie sich beispielsweise bei der Chipindustrie zeigte.

    Start-up-Unternehmen werden in den Bereichen Innovationindustrie und Hightech-Branche finanziell gefördert, indem sie Kredite von staatseigenen Banken erhalten. Es besteht eine hohe Risikofreudigkeit, neue Firmen zu gründen. Im Jahr 2018 betrug das Risikokapital, welches in China investiert wurde, 107 Mrd. Dollar. Insgesamt wird mehr in die Start-up-Szene investiert als beispielsweise in den USA. In der Millionenmetropole Shenzhen befinden sich Zentren der High-Tech-Industrie, des Unternehmertums, der Innovation und der Start-up Szene. Die Stadt ist das weltweite Zentrum für Computerfirmen und hat sich einen Namen als Silicon Valley für Start-ups erworben. Zu den bekannten Start-ups von Shenzhen zählen Huawei, Tencent, DJI (Unternehmen), Ubtech Robotics, SenseTime und Ping An Insurance. Unternehmen wie Apple, Hewlett-Packard, IBM, Dell, Microsoft, Nintendo, Olympus, Panasonic, Pioneer, SAP, Siemens produzieren nicht nur den größten Teil ihrer Hardware in Shenzhen, sondern verlagern zunehmend ihre Software­entwicklung in die Wirtschaftsmetropole am Perlfluss-Delta.

    Die Bauwirtschaft spielt eine zentrale Rolle in der chinesischen Volkswirtschaft: der Wohnungsbau hat in den vergangenen Jahren rund 10 % zum Bruttoinlandsprodukt beigetragen, soviel wie in keinem anderen Land. Der Bauboom wird dadurch befeuert, dass chinesische Angestellte verpflichtet sind, in einen staatlichen Bausparfonds einzuzahlen.

    Siehe auch: Made in China 2025

    Dienstleistungssektor

    Vor dem Beginn der Wirtschaftsreformen im Jahr 1978 war Chinas Dienstleistungssektor durch Staatsbetriebe, Rationierung und regulierte Preise gekennzeichnet – mit der Reform kamen private Märkte, Einzelunternehmer und ein kommerzieller Sektor. Der Groß- und Einzelhandel entwickelte sich und zahlreiche Einkaufszentren, Einzelhandelsgeschäfte, Restaurantketten und Hotels wurden in städtischen Gebieten errichtet. Außerdem ist Tourismus zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor geworden.

    Im Jahr 2017 lag die Zahl der Internetnutzer bei 772 Mio. Menschen. Der überwiegende Teil der chinesischen Bevölkerung kauft über E-Commerce ein, 40 Prozent des weltweiten Online-Handels wird in China getätigt. Konzerne wie Baidu, Alibaba, Tencent und Xiaomi zählen zu den größten Technologieunternehmen weltweit. Die hohe Akzeptanz wird durch die mobilen Bezahlsystem, wie Alipay oder WeChat Pay, erleichtert. Der sogenannte Singles' Day, der 11. November, wurde von Alibaba ins Leben gerufen und erzielt regelmäßig Rekordumsätze. Von staatlicher Seite wird E-Commerce auf dem Land gefördert, als eine Art Armutsprojekt. Sogenannte Taobao Dörfer produzieren für den Online-Handel. Auf diese Weise entsteht eine effektive Infrastruktur, wie z. B. in der Logistik, und die Landbevölkerung erhält Beschäftigungsmöglichkeiten.

    Siehe auch: Tourismus in China

    Außenhandel

    Am 11. Dezember 2001 erfolgte die Aufnahme Chinas als 143. Mitglied in der Welthandelsorganisation (WTO). Der Status der Volksrepublik China als „freie Marktwirtschaft“ ist umstritten. Dabei wurden der Volksrepublik strenge Bedingungen auferlegt. China erhielt von der WTO die vertragliche Zusicherung, dass es spätestens nach 15 Jahren den Status einer freien Marktwirtschaft erhalten soll. Bereits vor Ablauf dieser Frist erkannten mehrere Länder, darunter Australien, Brasilien und Südafrika, das chinesische Wirtschaftssystem als freie Marktwirtschaft an. Hingegen teilten die Vereinigten Staaten Ende 2016 der WTO offiziell mit, China die Anerkennung zu verweigern, weil ohne den Marktwirtschaftsstatus Handelspartner leichter Zölle erheben können. So soll im Rahmen der seit November 2016 von Donald Trump propagierten America First-Politik entschieden gegen das große Handelsdefizit zwischen beiden Staaten mittels der Erhebung von Zöllen auf bis zu 45 Prozent vorgegangen werden. Seit dem Jahr 2018 eskaliert der Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und der Volksrepublik China.

    Während einige EU-Staaten China den Status ebenfalls verweigern, vertreten exportstarke Nationen wie Großbritannien, Deutschland oder Schweden die Ansicht, dass China nach fast zwanzig Jahren Mitgliedschaft in der Welthandelsorganisation der Status einer Marktwirtschaft nicht mehr vorenthalten werden könne, zumal andere Länder wie Russland oder Saudi-Arabien, die der WTO ebenso beigetreten sind, als „freie Marktwirtschaft“ eingestuft wurden. Allerdings hat die EU China bisher nicht als Marktwirtschaft anerkannt, weil sie dann ihre Antidumpingzölle aufheben müsste. Die EU steht mit China weiterhin in Verhandlungen. Strittig sind staatliche chinesische Subventionen und Verletzungen geistigen Eigentums. Für Deutschland hat der Bundesverband der deutschen Industrie ein Positionspapier veröffentlicht, in dem die VR China als Partner und systemischer Wettbewerber bezeichnet wird.

    Ökologie

    Smog in Peking (2014)
    Steinkohlestahlwerk in Benxi, Provinz Liaoning (2013)

    Der Wirtschaftsaufschwung geht in China mit starken Umweltproblemen einher. Von 180 Ländern belegte die Volksrepublik 2018 im Ranking des Environmental Performance Index nur den 120. Platz.

    Der „ökologische Fußabdruck“ Chinas hat sich seit der Mitte des letzten Jahrhunderts verdoppelt. Der hohe Energieverbrauch ruft eine hohe Luftverschmutzung hervor. Im Jahr 2005 überholte die Volksrepublik China erstmals die USA bei den CO2-Emissionen und lag 2018 mit einem Wert von 11,2 Milliarden Tonnen mit weitem Abstand an der Weltspitze. 2013 wurden in mehreren Städten Nordchinas Rekordwerte von über 800 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft gemessen; der 30-fache Wert dessen, den die Weltgesundheitsorganisation für unbedenklich hält.

    Infolge der starken Umweltbelastung ist vielerorts das Grundwasser verschmutzt. Durch Staudammprojekte und hohen Wasserverbrauch kommt es zu sinkenden Grundwasserspiegeln und dem Verschwinden von Seen. Dabei nimmt die Bodenerosion und Desertifikation zu, wodurch Bewuchs sowie Acker- und Waldflächen verloren gehen.

    China hat 2002 das Kyoto-Protokoll und 2016 das Pariser Klimaabkommen ratifiziert. Zwar werden einzelne chinesische Großstädte weiterhin regelmäßig von starkem Smog heimgesucht, jedoch geht die Schadstoffbelastung nachweislich zurück. Im letzten Quartal 2017 fielen laut Greenpeace die Verschmutzungswerte beispielsweise in Peking gegenüber dem Vorjahr um 53,8 Prozent. Auf den gesamten Zeitraum von 1750 bis heute bezogen liegt der Beitrag Chinas zum Treibhauseffekt jedoch noch weit hinter denen der Industriestaaten.

    Wissenschaft und Technik

    Tianhe-2, in den Jahren 2013–2015 der schnellste Supercomputer der Welt

    Der Anteil der Forschungsausgaben lag im Jahr 2017 bei 2,17 Prozent des BIP. Vor allem in den technischen und naturwissenschaftlichen Fächern wurde die Forschung und Internationalisierung vorangetrieben: Die meisten anerkannten Patente kamen 2016 aus China (1,2 Millionen). Die wichtigste außeruniversitäre Forschungsinstitution ist die Chinesische Akademie der Wissenschaften mit 124 Forschungsinstituten. Neben der Raumfahrt zählen zu den Forschungsbereichen beispielsweise Geoengineering.

    Raumfahrt

    Eine LM-5 auf dem Weltraumbahnhof Wenchang, 2017

    Mit dem Start der Shenzhou 1, einer unbemannten Testkapsel, im Jahr 1999 begann die Präsenz der chinesischen Raumfahrt im Weltall. Das Mondprogramm der Volksrepublik China startete 2004, erste unbemannte Raumsonden schlugen 2009 und 2010 erfolgreich auf dem Erdtrabanten auf. 2013 erfolgte mit der Chang’e 3 die erste sanfte Mondlandung. Die Mission fand bei Wissenschaftlern weltweit Aufmerksamkeit, da die Sonde exakt wie berechnet in einer Region landete, die nie zuvor aus der Nähe untersucht worden war. Der abgesetzte Mondrover namens Yutu lieferte mit Hilfe eines bodendurchdringenden Radars Daten sowie Bilder mit hoher Auflösung.

    Am 16. Juni 2012 startete das bemannte Raumschiff Shenzhou 9, dessen Besatzung nach der erfolgreichen Kopplung zwei Tage später das Labor betrat und in Betrieb nahm. Im September 2016 hob Chinas neueste Weltraumstation Tiangong 2 mit mehr als einem Dutzend wissenschaftlichen Geräten ab, unter anderem einer High-Tech-Atomuhr sowie einem POLAR-Detektor für die Untersuchungen der Gammastrahlung aus kollabierenden Sternen. Bis 2022 soll ein noch größeres Weltraumlabor entstehen.

    2003 gab es mit Yang Liwei den ersten bemannten chinesischen Raketenstart. Bereits die dritte bemannte Mission erfolgte kurze Zeit später mit einer Drei-Mann-Besatzung samt bisher längstem Ausstieg von Astronauten ins All. Genauso schnell erfolgte der Aufbau eines eigenen Navigationssatellitensystems: Das BeiDou-Netz (BDS) nahm nach einer nur vierjährigen Entwicklungsphase Ende 2011 erfolgreich den Betrieb auf. Bis 2020 soll das System global mit 35 Navigationssatelliten vernetzt sein.

    Die Volksrepublik China hat in den 2000er Jahren massiv in die Infrastruktur des Landes investiert. Die meisten Projekte werden staatlich finanziert, um das Wirtschaftswachstum zu fördern. Ferner ist der Ausbau der Infrastruktur notwendig, weil die staatlichen Vorgaben eine Urbanisierungsrate von 70 Prozent im Jahr 2030 anstreben. Alle Teile Chinas mit Ausnahme bestimmter abgelegener Gebiete Tibets sind über Schiene, Straße, Wasser oder Luft erreichbar.

    Neben den nationalen Projekten wurde im Jahr 2013 von dem Präsidenten Xi Jinping das internationale Infrastrukturprojekt One Belt, One Road initiiert, das die Seidenstraße wiederbeleben und sich auf weitere Kontinente ausdehnen soll.

    Energie

    Mit der wirtschaftlichen Entwicklung der Volksrepublik China hat der Engergiebedarf zugenommen, so dass China der weltweit größte Energieverbraucher geworden ist. Der Bedarf wird vornehmlich durch Kohlekraftwerke bestritten. Das hat zu einer starken Luftverschmutzung geführt, so dass die chinesische Regierung auf den Ausbau von Kernkraftwerken und erneuerbaren Energieträgern setzt. Für das Jahr 2020 wurde ein Energiemix angestrebt, bei dem der Energieganteil von Kohle unter 60 Prozent, der von nicht-fossilen Energieträgern über 15 Prozent und der von Gas über 10 Prozent liegen sollten. China ist weltweit der drittgrößte Produzent von Kernkraft, sowohl was die installierte Kernkraftkapazität als auch die erzeugte Elektrizität betrifft. Die gesamte aus Kernkraft erzeugte elektrische Energie betrug im Jahr 2019 348,1 TWh. Dies ist eine Steigerung von 18,1 Prozent gegenüber 2018; 2019 wurden zwei neue Reaktoren in Betrieb genommen. Seit März 2019 sind in China 46 Kernreaktoren mit einer Kapazität von 42,8 GW in Betrieb und 11 im Bau befindliche Reaktoren mit einer Kapazität von 10,8 GW.

    China hat im weltweiten Vergleich mit großem Abstand die meiste Windenergie­leistung zur Verfügung: 2020 hatten Chinas Windkraftanlagen eine installierte Leistung von 278,324 GW an Land (39 % der weltweiten Leistung) und 9,996 GW offshore (28 % der Weltleistung) und damit mit 288,320 GW einen Anteil von 38,8 % der weltweiten Windkraftwerksleistung (742,689 GW).

    Verkehr

    Schienenverkehr

    Hauptartikel: Eisenbahnverkehr in China

    Nach Gründung der Volksrepublik China war die Infrastruktur durch die Kriegsfolgen in großem Umfang zerstört. Nur langsam konnte das Schienennetz ausgebaut werden. Angesichts der weiter bestehenden großen Engpässe wird seit der Jahrtausendwende nennenswert in die Eisenbahn-Infrastruktur und in Fahrzeuge investiert. Die Eisenbahn, die das wichtigste Fernverkehrsmittel darstellt, konnte im Jahr 2016 120.970 km Schienenkilometer nutzen. Zwischen 2008 und 2018 hat China mit 29.000 km Streckenlänge das weltweit größte Hochgeschwindigkeitsschienennetz errichtet. Für Eisenbahnprojekte hat China im Jahr 2018 803 Milliarden RMB ausgegeben. Premierminister Li Keqiang verkündete im März 2019, dass weitere 800 Milliarden RMB investiert werden sollen. Die Entwicklung der Technologie von selbstfahrenden Zügen soll forciert werden. Der innerstädtische Schienenverkehr wird bei Städten mit mehr als 3 Millionen Einwohnern mit U-Bahn-Systemen oder mit Straßenbahnsystemen abgewickelt.

    Mit dem Ausbau des Netzes steigen die Fahrgastzahlen, im Jahre 2018 wurden 3,3 Milliarden Fahrgäste befördert (9 Prozent mehr als im Jahr 2017). Die Transportleistung im Güterverkehr betrug ca. 4 Billionen Tonnenkilometer.

    Straßenverkehr

    In China bestanden im Jahr 2016 über vier Millionen Kilometer an Straßen, die teilweise in einem sehr schlechten Zustand sind und seit den 1990er Jahren ausgebaut und verbessert werden. In den 1990er Jahren wurde für den Autobahnbau ein Nationalplan aufgestellt. Seither wird an dem so genannten 7-9-18-Autobahnnetz gebaut. Bei diesem Netz gehen sieben Autobahnen strahlenförmig von Peking aus; es gibt neun Autobahnen in Nord-Süd-Richtung und 18 Autobahnen in West-Ost-Richtung. Eine besondere Leistung ist der Bau der Autobahn Peking–Lhasa. Im Jahr 2018 waren in China ungefähr 206 Millionen Pkws zugelassen. Um die Umweltbelastung durch den Autoverkehr zu senken, fördert die chinesische Regierung die Produktion und Nutzungen von alternativ betriebenen Fahrzeugen.

    Luftverkehr

    Flughäfen in China, 2017
    Terminal im Flughafen Lhasa-Gonggar, Tibet, 2011

    Die chinesische zivile Luftfahrt wird nach Prognosen der International Air Transport Association spätestens 2020, gemessen nach kommerziellen Passagierkilometern, zum größten Markt der Welt werden. Bereits seit 2014 liegen die zehn meistgenutzten Flugstrecken der Welt in Asien. Nummer eins ist die Verbindung von Hongkong nach Taipeh mit jährlich mehr als fünf Millionen Reisenden, wobei ein Großteil der Festlandchinesen über Hongkong nach Taiwan fliegt. Hongkong erweist sich zudem als Drehkreuz für Flüge nach Singapur, Shanghai, Seoul, Bangkok und Peking. 2015 transportierte die zivile Luftfahrtbranche in China 436 Millionen Menschen und 85,2 Milliarden Tonnenkilometer.

    Ende 2015 umfasste Chinas allgemeiner Luftfahrtsektor mehr als 300 Flughäfen. 46 Kilometer südlich vom Stadtzentrum Pekings wurde im September 2019 der neue Flughafen Peking-Daxing eröffnet. Im Jahr 2015 begannen die Arbeiten am Bau des Nagqu Dagring Airport, dessen Einweihung für 2019 geplant war, dessen Bauarbeiten aber aufgrund technischer Probleme vorerst eingestellt wurden. In ganz China befinden sich weitere 50 Flughäfen im Bau, die spätestens 2021 fertiggestellt sein sollen. 2016 gab es in China bereits 28 Flughäfen, die jeweils über zehn Millionen Fluggäste jährlich abfertigten. Die beiden Flughäfen in Shanghai, Hongqiao und Pudong, zusammengerechnet übertrafen bereits 2015 die Marke von 100 Millionen Passagieren. Mit über 94 Millionen Passagieren jährlich war der Beijing Capital International Airport 2016 der Flughafen mit dem zweithöchsten Passagieraufkommen weltweit, übertroffen nur vom Hartsfield–Jackson Atlanta International Airport.

    Der chinesische Verkehrsflugzeughersteller Commercial Aircraft Corporation of China (COMAC) plant als erster chinesischer Hersteller, kommerzielle Verkehrsflugzeuge im großen Stil selbst herzustellen und zu vertreiben. Die von COMAC entwickelte Maschine C919, ist eine direkte Herausforderung an die Boeing 737 und den Airbus 320, bisher die meistverkauften Passagierjets der Welt. Am 3. Mai 2017 trat die Comac C919 erfolgreich ihren Jungfernflug an und eröffnete damit die Nachfrage des chinesischen Jumbos auf dem heimischen Markt. Insgesamt gab es 2016 in der Volksrepublik China 281 Luftfahrtunternehmen im Personen- oder Frachttransport, wovon sich 36 in staatlicher Hand befinden. Bereits 2007 wurden die staatlichen Fluggesellschaften mit Servicedienstleistern zu sechs Konglomeraten zusammengeschlossen: Air China Group, China Eastern Group, China Southern Group, TravelSky, China National Aviation Fuel Group und China Aviation Supplies Holding Company.

    Große private Fluggesellschaften sind unter anderem Cathay Pacific, Hainan Airlines, Beijing Capital Airlines, Qingdao Airlines, Juneyao Airlines, Urumqi Air. Geöffnet wurde der Markt für private Anbieter 2005. Die Flugzeuge sämtlicher chinesischer Airlines sind größtenteils modern, die Mehrzahl nicht älter als fünf Jahre.

    Seeverkehr

    Der Jangtsekiang in Nanjing, 2007

    Der Transport in China zeichnet sich durch Binnen- und Küstenschifffahrt aus. Es gibt in China 126.300 Kilometer schiffbare Flüsse und Kanäle. Die wichtigsten Transportwege sind der Jangtsekiang, der Perlfluss und der Große Kanal. An der 18.000 km langen Küste existieren mehr als 20 Tiefwasserhäfen, die auch im Winter eisfrei sind. Im Jahr 2014 wurde die Hälfte der Fracht über Wasser umgeschlagen. Dabei betrug Überseefracht 60 % des Gütervolumens der gesamten chinesischen Wasserfracht. 26 % wurden über die Küstenschifffahrt und 14 % über Binnenwasserstraße transportiert. In Binnenhäfen wurden im Jahr 2014 3,5 Milliarden Tonnen Fracht umgeschlagen.

    Der Entwicklungsplan für Chinas Wasserwege und Häfen für den Zeitraum von 2007 bis 2020 sieht vor, dass von 2007 bis 2010 das Transportvolumen um 40 Prozent erhöht und von 2010 bis 2020 noch einmal verdoppelt werden soll.

    Von der 20 größten Häfen der Welt nach Containerumschlag lagen 2017 9 in China. Seit 2009 ist der Hafen von Shanghai der größte der Welt nach Güterumschlag.

    Telekommunikation

    Im September 2019 hatten ungefähr 192 Millionen Haushalte einen festen Telefonanschluss. Diese geringe Anzahl lässt sich darauf zurückführen, dass Telefonanschlüsse in den 1970ern, 1980ern und 1990ern restriktiv verteilt wurden und der Bedarf mit der Installation nicht mithalten konnte. Mit der Möglichkeit des Mobiltelefons hat sich die Situation geändert. Im Dezember 2018 lag die Zahl der in China abgeschlossenen Mobilfunk-Verträge bei 1,57 Milliarden. Die über 800 Millionen Internetnutzer Chinas waren im Jahr 2018 zu 98 Prozent mobile Internetnutzer.

    Hauptartikel: Chinesische Kultur
    Yu-Garten in Shanghai, 2005
    Charakterschauspieler einer Peking-Oper, 2014

    Die chinesische Kultur ist geprägt durch den Konfuzianismus, den Daoismus und den Buddhismus.

    Mehr als 30 chinesische Bauwerke zählen zum Weltkulturerbe, wie die Große Mauer, das Mausoleum Qin Shihuangdis mit mehr als 7000 lebensgroßen Figuren der Terrakotta-Armee und der Kaiserpalast in Peking als Teil der Verbotenen Stadt.

    Medien

    K-Pop-Legende Jonghyun während einer KuGou Music Festival Tournee in China, 2016

    Seit den 1970ern hat sich eine rege Medienszene entwickelt. Waren es in den 1980ern und 1990ern noch Zeitschriften, Kinofilme und Literatur, so haben seit den 2000ern Online-Medien das Publikum erobert. Es findet sich ein vielfältiges Angebot an Zeitschriften und Online-Plattformen, -Diensten und Online-Medien. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass alle Medien in der Volksrepublik zensiert werden. Viele diese Medien sind gewinnbringende Unternehmen, die sich über Werbung finanzieren und mit der Kommunistischen Partei kooperieren müssen.

    Die Volkszeitung (chinesisch人民日报, Pinyin Rénmín Rìbào) ist die staatliche Zeitung, welche die Vorgaben der Kommunistischen Partei wiedergibt. Kritische Berichte finden sich in Southern Weekly (chinesisch 南方周末, Pinyin Nánfāng Zhōumò) und für Finanzen in Caijin (chinesisch 财经, Pinyin Cáijīng) und Caixin (chinesisch 财新, Pinyin Cáixīn). Zu den englischsprachigen Zeitungen zählen China Daily und Global Times, letztere mit einer stark nationalistischen Ausrichtung.

    China Central Television (CCTV) ist das staatliche Fernsehen, welches über 20 Kanäle ausstrahlt. Werbeeinnahmen sichern die Finanzierung. Seit 2018 sind CCTV, China National Radio (CNR) und China Radio International (CRI) zur China Media Group (chinesisch 中央广播电视总台, Pinyin Zhōngyāng Guǎngbò Diànshì Zǒng Tái) fusioniert. CRI informiert auch über das Internet in deutscher Sprache. Voice of China ist die Rundfunkanstalt für das Ausland, die im Rang einem Ministeriums gleichkommt. Die Zentrale Propagandaabteilung der Kommunistischen Partei Chinas ist inhaltlich und administrativ verantwortlich. 2020 hat die China Film Administration zusammen mit der China Association for Science and Technology einen Leitfaden zur Förderung der Entwicklung von Science-Fiction-Filmen herausgegeben, und dieses Genre als bedeutendes Wachstumsfeld und neue treibende Kraft für die qualitativ hochwertige Entwicklung der chinesischen Filmindustrie hervorgehoben.

    Aufgrund der hohen Zahl mobiler Nutzer werden Nachrichtenportale wie QQ.com, Sohu.com und Sina.com genutzt. Beliebt sind mobile Apps in China. KuGou hat vor allem in ländlichen Regionen monatlich rund 450 Millionen aktiven Nutzern, gefolgt von QQ Music mit 211 Millionen und KuWo mit 108 Millionen.

    Literatur

    Hauptartikel: Chinesische Literatur
    Ein original erhaltener „Tausend-Zeichen-Klassiker“ aus der Song-Dynastie, ein chinesisches Gedicht, das seit dem 6. Jahrhundert bis heute als Grundlage für das Unterrichten von chinesischen Schriftzeichen für Kinder verwendet wird
    Buchhandlung in Wuhan (2009)

    Die über dreitausendjährige Geschichte der chinesischen Literatur wird in ihren Höhepunkten bis zum 16. Jahrhundert überwiegend von der Lyrik bestimmt. Zu den Klassikern gehören unter anderem:

    Die klassische chinesische Literatur ist eng mit der chinesischen Kalligrafie verbunden, die wiederum im engem Zusammenhang mit der chinesischen Malerei steht. Einer der berühmtesten chinesischen Kalligrafen war Wang Xizhi, dessen Stil aus dem 4. Jahrhundert n. Chr. noch heute Grundlage des „Schönschreibens“ ist. Die Erfindung des Papiers wird dem Chinesen Ts'ai Lun um 105 n. Chr. zugeschrieben. Zu den „Vier Schätzen des Gelehrtenzimmers“ gehört das berühmteste chinesische Papier, das Xuan-Papier, welches unverändert als „König aller Papier“ bezeichnet wird und zum immateriellen Welterbe zählt.

    Im Gegensatz zur Tradition, die mit dem Sturz des Kaiserreichs 1911 endet, ist die Literatur der Moderne (1912 bis 1949) und der Gegenwart (seit 1949) in China gut erforscht und vielfältig übersetzt. Über ihren Wert ist schematisch wie folgt befunden worden: So wie die klassische Literatur gehört auch diejenige der Moderne zu großen Teilen zur Weltliteratur. Dagegen hat es nach 1949 Einbrüche aus ideologischen Gründen gegeben, von denen sich die chinesische Literatur der Gegenwart auf dem Festland erst mit Beginn der Reformperiode (1979) langsam hat erholen können.

    Eine gerechte Einschätzung der chinesischen Literatur nach 1912 ist deswegen so schwierig, weil streng gesehen zu unterscheiden wäre zwischen einer chinesisch sprachigen Literatur, die weltweit verfasst, und einer Literatur, die einem politischen Staatsgebilde zugeordnet wird. Chinesische Literatur wird nämlich nicht nur in der Volksrepublik China geschrieben, sondern auch auf Taiwan, in Hongkong und Macau sowie in Übersee (Malaysia, USA etc.). Die vielfältigen heutigen Publikationsmöglichkeiten erschweren oft die eindeutige Zuordnung der Autoren zu einem Land oder Gebiet.

    Sport

    Hauptartikel: Sport in China

    Die traditionellen chinesischen Kampfkünste sind weltweit bekannt, insbesondere die Stile des Kung Fu. Fußball ist der beliebteste Zuschauersport in China. Basketball, Badminton und Tischtennis sind überdies populäre Breitensportarten.

    1991 und 2007 fanden die Fußball-Weltmeisterschaften der Frauen in der Volksrepublik China statt. Chinas Hauptstadt Peking war im Jahr 2008 Austragungsort der Sommer-Paralympics und der Olympischen Sommerspiele. In der Provinz Jiangsu wurde im Dezember 2009 die Handball-Weltmeisterschaft der Frauen 2009 ausgetragen. Die II. Olympischen Jugend-Sommerspiele fanden 2014 in Nanjing statt. Die Olympischen Winterspiele 2022 sollen in Peking ausgetragen werden.

    Portal: Volksrepublik China – Weitere Informationen zur Volksrepublik China
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    Wikivoyage: China – Reiseführer
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      Volksrepublik China
    volksrepublik, china, staat, ostasien, sprache, beobachten, bearbeiten, chinesisch, 中华人民共和国, pinyin, zhōnghuá, rénmín, gònghéguó, tʂʊŋ, ʐɛn, mɪn, kʊŋ, kuɔ, allgemein, china, bezeichnet, staat, ostasien, mehr, milliarden, einwohnern, 2020, stellt, china, bevölk. Volksrepublik China Staat in Ostasien Sprache Beobachten Bearbeiten Die Volksrepublik China chinesisch 中华人民共和国 Pinyin Zhōnghua Renmin Gongheguo tʂʊŋ xua ʐɛn mɪn kʊŋ xe kuɔ allgemein als China bezeichnet ist ein Staat in Ostasien Mit mehr als 1 4 Milliarden Einwohnern 2020 stellt China das bevolkerungsreichste und gemessen an seiner Gesamtflache das drittgrosste Land der Erde dar Gemass ihrer sozialistischen Verfassung steht die Volksrepublik China unter der demokratischen Diktatur des Volkes wird jedoch von Beginn an durchgehend allein von der Kommunistischen Partei Chinas KPCh autoritar bis totalitar regiert Bis heute werden ihr schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen 7 8 中华人民共和国Zhōnghua Renmin GongheguoVolksrepublik ChinaFlagge EmblemAmtssprache Chinesisch Hochchinesisch und anerkannte Regionalsprachen 1Hauptstadt PekingStaats und Regierungsform Volksrepublik mit EinparteiensystemStaatsoberhaupt Staatsprasident Xi JinpingRegierungschef Ministerprasident Li KeqiangFlache 9 596 961 3 1 km Einwohnerzahl 1 411 780 000 2020 1 2 Bevolkerungsdichte 148 3 Einwohner pro km Bevolkerungs entwicklung 0 36 2019 4 pro JahrBruttoinlandsprodukt Total nominal Total KKP BIP Einw nom BIP Einw KKP 2019 5 14 732 Bio USD 2 23 393 Bio USD 1 10 522 USD 69 16 709 USD 80 Index der menschlichen Entwicklung 0 761 85 2019 6 Wahrung Renminbi CNY 2Grundung 1 Oktober 1949National hymne Marsch der Freiwilligen source source track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track Nationalfeiertag 1 Oktober Ausrufung der Volksrepublik Zeitzone UTC 8ISO 3166 CN CHN 156 3Internet TLD cn 中国 und 中國 3Telefonvorwahl 86 3 1 Kantonesisch und Englisch bzw Portugiesisch sind zusammen mit Hochchinesisch Amtssprachen in den Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macau Gesetzlich anerkannte regionale Amtssprachen sind Zhuang in Guangxi Tibetisch in Tibet und einigen angrenzenden Gebieten Uigurisch in Xinjiang Mongolisch in der Inneren Mongolei und Koreanisch in Yanbian 2 Der Hongkong Dollar und die Pataca sind die offiziellen Wahrungen Hongkongs und Macaus vgl Chinesische Wahrung 3 Weitere Abweichungen in Hongkong und Macau siehe dort Vorlage Infobox Staat Wartung TRANSKRIPTIONVorlage Infobox Staat Wartung NAME DEUTSCH Die Volksrepublik wurde am 1 Oktober 1949 nach dem Sturz der Republik China im chinesischen Burgerkrieg von Mao Zedong ausgerufen Bei der Hungersnot die durch den von Mao initiierten Grossen Sprung nach vorn 1958 1961 ausgelost wurde starben Schatzungen zufolge 45 Millionen Menschen bei der nachfolgenden Kulturrevolution ab 1966 bis zu 20 Millionen weitere Erst nach Maos Tod entwickelte sich China auf Grundlage einer vorsichtigen Reform und Offnungspolitik ab 1978 zu einer wirtschaftlichen und technologischen Grossmacht Von der Weltbank wird das Land seit 2016 zu den Staaten mit einem Einkommensniveau im oberen Mittelfeld gerechnet Im Durchschnitt wuchs die chinesische Wirtschaftskraft von 2000 bis einschliesslich 2019 jahrlich um 8 9 9 Neben der Verdopplung des chinesischen Anteils am Welthandel versechsfachte sich das Bruttoinlandsprodukt innerhalb dieser Zeit sodass China gegen Ende jenes Zeitraums zur zweitgrossten Volkswirtschaft der Welt herangewachsen war 10 Seit der Machtubernahme durch den Obersten Fuhrer Xi Jinping im Jahre 2012 macht die Volksrepublik laut Beobachtern jedoch wieder Ruckschritte bei der sozialen und wirtschaftlichen Freiheit und tritt zunehmend ideologischer sowie auch international aggressiver auf 11 12 13 Die Volksrepublik China zahlt zu den offiziellen Atommachten ist standiges Mitglied des Weltsicherheitsrates sowie unter anderem Mitglied der Welthandelsorganisation Weltbank APEC BRICS UNESCO Interpol G20 Inhaltsverzeichnis 1 Geographie 1 1 Klima 1 2 Flora 1 3 Fauna 1 4 Naturkatastrophen 2 Geschichte 2 1 Ende des Kaiserreichs 1911 Republik bis 1914 Beginn der Diktatur Yuan Shikais 2 2 Ara der Republik China bis 1949 2 3 Mao Zedong Ara 1949 1976 2 4 Reform und Offnung 1976 1980 bis 1999 2 5 Entwicklung zur Weltmacht 21 Jahrhundert 3 Bevolkerung 3 1 Bevolkerungsverteilung 3 2 Migration 3 3 Urbanisierung Ballungsgebiete und Stadte 3 4 Volksgruppen 3 5 Sprachen 3 6 Religionen 4 Politik 4 1 Kommunistische Partei 4 2 Staatsaufbau 4 3 Verwaltungsgliederung 4 4 Rechtssystem 4 4 1 Menschenrechte 4 5 Militar 4 6 Innenpolitik 4 6 1 Uberwachung 4 7 Aussenpolitik 4 8 Taiwan Konflikt 5 Gesellschaft 5 1 Einkommen und Verteilung 5 2 Soziale Sicherheit 5 3 Gesundheitswesen 5 4 Bildung 6 Wirtschaft 6 1 Haushaltsentwicklung 6 2 Landwirtschaft 6 3 Industrie 6 4 Dienstleistungssektor 6 5 Aussenhandel 6 6 Okologie 7 Forschung und Entwicklung 7 1 Wissenschaft und Technik 7 2 Raumfahrt 8 Infrastruktur 8 1 Energie 8 2 Verkehr 8 2 1 Schienenverkehr 8 2 2 Strassenverkehr 8 2 3 Luftverkehr 8 2 4 Seeverkehr 8 3 Telekommunikation 9 Kultur 9 1 Medien 9 2 Literatur 9 3 Sport 10 Siehe auch 11 Literatur 12 Weblinks 13 EinzelnachweiseGeographie Bearbeiten Topographie Chinas 2005 China Satellitenbild der NASA Grenzubergang zwischen Vietnam und China Blick von Lao Cai nach Hekou 2011 Hauptflusse Chinas Kunjirap Pass Grenze zwischen China und Pakistan 2007 Turmkarst Landschaft in Guilin Sudchina 2011 Biluthu Megadune in der Badain Jaran Wuste Innere Mongolei 2011 Nach Gesamtflache Land und Wasser ist China mit 9 596 960 km der viertgrosste und nach Landflache mit 9 326 410 km der drittgrosste Staat der Welt 14 Das Territorium erstreckt sich von der nordlichsten Spitze an der sibirischen Grenze bis zum Sudzipfel der Insel Hainan auf rund 5 500 Kilometer und von Ost nach West auf etwa 5 200 Kilometer 15 Im Osten und Sudosten grenzt das Staatsgebiet an das Gelbe Meer sowie das Ostchinesische Meer und das Sudchinesische Meer Im Suden Sudwesten Westen und Nordwesten trennen hohe Bergmassive im Norden Steppen und Wusten im Nordosten der Amur und der Ussuri das Land von seinen Nachbarn China besitzt mit 22 133 Kilometer Gesamtlange die langste Landgrenze aller Staaten Die Kustenlange aller Seegrenzen belauft sich auf 14 500 Kilometer Insgesamt hat die Volksrepublik China 14 Nachbarlander Diese sind gegen den Uhrzeigersinn Nordkorea im Nordosten dann Russland und die Mongolei westwarts folgen Kasachstan Kirgisistan Tadschikistan Afghanistan und Pakistan gegen Suden und Sudwesten folgen Indien Nepal und Bhutan schliesslich Myanmar Laos und Vietnam Die physische Oberflache die klimatischen Bedingungen und damit die Bewohnbarkeit der einzelnen Regionen unterscheiden sich sehr stark Das Land fallt vom Westen nach Osten ab Die topographische Beschaffenheit kann in funf Formen unterteilt werden deren jeweilige Anteile an der Gesamtflache des Festlandes folgende sind Gebirge 33 3 Plateaus 26 Becken 18 8 Ebenen 12 und Hugelland 9 9 Westchina hat einen ausgesprochenen Hochgebirgscharakter mit dazwischen liegenden Hochebenen Die hochsten Gebirge sind Himalaya Tian Shan Pamir Altai In ostlicher Richtung befinden sich Hochflachen und Sedimentbecken wie das Mongolische Plateau das Tarimbecken das Sichuan Becken oder das Yunnan Guizhou Plateau Xinjiang und die Innere Mongolei sind die trockensten Landesteile fur deren ausgepragtes Wustenklima die Gobi und die Taklamakan stehen Der Osten Chinas ist von vier grossen Schwemmebenen gepragt An den Kusten befinden sich riesige Flussdeltas Der sudostliche Kustenstreifen ist gebirgig wahrend der Suden eher hugelig ist In den Hoheitsgewassern liegen verstreut etwa 5 400 Inseln Gemass dem von der UNO zuerkannten Alleinvertretungsanspruch wird von der Volksrepublik China als grosste Insel mit einer Flache von 36 000 Quadratkilometern Taiwan betrachtet und als zweitgrosste Hainan mit einer Flache von 34 000 Quadratkilometern Von den 14 Bergen die hoher als 8000 Meter sind befinden sich neun an der chinesischen Grenze oder innerhalb Chinas Aus den Hochgebirgen sudlich des Qinghai Tibet Plateaus dem Dach der Welt ragen die meisten der hohen Berge Chinas empor Die Himalaya Kette liegt im Durchschnitt 6000 Meter uber dem Meeresspiegel Der hochste Berg Chinas ist der auf der Grenze zu Nepal liegende Qomolangma Mount Everest mit einer Hohe von 8 848 86 Metern zugleich der hochste Berg der Welt Der Jangtsekiang kurz Jangtse ist mit einer Gesamtlange von 6 300 Kilometer der langste Fluss Chinas und nach dem Nil und Amazonas der drittlangste Fluss der Welt Der Gelbe Fluss Huang He ist der zweitlangste Fluss Chinas seine Gesamtlange betragt 5 464 km Weitere grosse Flusse sind der Xi Jiang der Mekong der Perlfluss und der Heilong Jiang Die Flusse fliessen den geographischen Gegebenheiten folgend von Westen nach Osten aus den Hochregionen mit Schnee und Gletschern in die Ebenen zu den Kusten Den grossten Canyon Chinas bilden die Dihangschluchten des Yarlung Tsangpo im tibetischen Hochland Mit einer Lange von 504 6 Kilometern und einer Tiefe von bis zu 6 009 Metern gilt die enge Schlucht als die grosste der Welt Die tiefste Stelle des Landes befindet sich mit 154 Metern im ausgetrockneten Aydingkol See in der Turpan Senke im ostlichen Xinjiang Der Poyang See in der Ebene am Mittel und Unterlauf des Jangtse gelegen ist der grosste Susswassersee Chinas Seine Flache betragt 3 583 Quadratkilometer Der grosste Salzsee ist der Qinghai See auf dem Qinghai Tibet Plateau mit einer Flache von 4 583 Quadratkilometern Der grosste Kanal ist der Kaiserkanal Er beginnt im Norden in Peking und endet im Suden in Hangzhou Seine Gesamtlange betragt 1 801 Kilometer Der Bau begann im 5 Jahrhundert v Chr er ist der langste und alteste kunstlich angelegte Wasserweg der Welt 16 17 Siehe auch Liste von Seen in China Liste chinesischer Meere und Liste chinesischer Wusten Klima Bearbeiten Hauptartikel Klima in China Koppen Geiger Klimaklassifikation China Das Klima in China ist mit 18 verschiedenen Klimazonen so vielfaltig wie die Geographie Kontinentales Klima findet sich im Nordosten Der Winter ist lang sehr kalt und trocken oft jedoch sonnig Der Sommer wiederum ist warm und feucht weil er durch den Sommermonsun beeinflusst wird Dann kann es mit 30 C und hoher Luftfeuchtigkeit schwul warm werden Trockenes Wustenklima reicht von der Taklamakan im Westen bis nach Peking Es ist durch frostige und schneearme Winter sowie heisse Sommer gekennzeichnet Hinzu kommen extreme Trockenheit und grosse tageszeitliche Temperaturschwankungen In den hohen Gebirgen im Inneren Chinas herrscht kuhles Gebirgsklima mit hohen Temperaturgegensatzen Die Winter sind extrem kalt jedoch scheint tagsuber fast ununterbrochen die Sonne Im Sommer wird es massig warm und es gibt gelegentlich Regen Im Osten zwischen Peking und dem Jangtse herrscht gemassigtes Monsunklima Es gibt durchweg kuhle teils frostige meist trockene und schneearme Winter Die Sonne zeigt sich zu dieser Jahreszeit haufig Im Sommer wird es zunehmend heisser Der Sommermonsun bringt nicht nur reichlich Regen sondern oft eine druckende Schwule Das Klima im Osten sudlich des Jangtse ist subtropisch im aussersten Suden tropisch Die Winter sind mild bis warm und eher trocken Im Sommer wird es tropisch heiss mit starken Niederschlagen und hohen Temperaturen Auch nachts wird es kaum kuhler Die Niederschlage nehmen von Westen nach Osten und von Norden nach Suden stetig zu In den Wusten Zentralchinas fallen jahrlich kaum 100 Milliliter Regen am feuchtesten ist es mit bis zu 3000 mm im Sudosten Chinas In allen Regionen fallt fast der gesamte Niederschlag in den Sommermonaten Auf dieser Basis besteht die Landflache Chinas aus 36 fruchtbaren Ackerlandes 24 Graslandschaft 9 Wald und 2 Feuchtgebiete sowie 21 Wuste und 6 5 Odland Die Stadte nehmen in China 1 5 der Gesamtflache ein 18 Flora Bearbeiten Dinghushan Nationalpark Provinz Guangdong 2017 Welterbe in China Regenwald Wulingyuan mit 3000 Quarzit Saulen auf denen u a Chinesische Kiefern wachsen Provinz Hunan 2012 Ein Grossteil der naturlichen Vegetation Chinas wurde durch jahrtausendelange menschliche Besiedlung ersetzt oder verandert aber einzelne Gebiete geben Raum fur grosse Artenvielfalt sodass China eine der reichsten und vielfaltigsten Ansammlungen von Pflanzen und Tieren der Welt hat Nahezu jede grossere Pflanze in den tropischen und gemassigten Zonen der nordlichen Hemisphare ist dort zu finden Insgesamt wurden mehr als 7 000 Arten von Holzpflanzen registriert von denen es 2 800 Holzbaume und uber 300 Arten von Nacktsamern gibt Der seltene Ginkgo Baum der Taubenbaum Nadelbaum und der Urweltmammutbaum die anderswo langst ausgestorben sind wachsen immer noch in China Unter den Blutenpflanzen kommen 650 der 800 bekannten Azaleenarten in China vor wahrend dort 390 der 450 bekannten Primel und etwa 230 der 400 bekannten Enziansorten vorkommen Die aus der Provinz Shandong stammende Pfingstrose kommt in 400 Sorten vor 19 Die reichsten und ausgedehntesten Nadelblattwalder kommen in den Bergen im Nordosten vor wo Larchenbestande asiatische weisse Birken und schottische Kiefern gedeihen und Bestanden von koreanischer Kiefer und dahurischer Larche Im Sichuan Becken andert sich die Vegetation mit der Hohe sodass eine Vielzahl von Nadelbaumen in hohen Lagen Laubbaumen und Zypressen in mittleren Lagen und Bambus in niedrigeren Lagen wachsen Weiter sudlich in den subtropischen Provinzen Fujian und Zhejiang uberwiegen immergrune Laubwalder Walder weichen naturlichen Graslandschaften und Gestrupp in trockeneren westlichen und nordwestlichen Gebieten insbesondere in den semiariden Regionen Shanxi und Shaanxi in den Steppen der Inneren Mongolei und entlang der Wustenrander der Tarim und Junggar Becken 20 Fauna Bearbeiten Takine im Drei Parallelflusse Nationalpark Provinz Yunnan 2014 Pandas im Chengdu Reservat Provinz Sichuan 2011 Wildpferde in der Region Sudlich der Wolken Westchina 2007 Die unterschiedlichen Lebensraume beherbergen eine vielfaltige Fauna Diese reicht von arktischen Arten in der Mandschurei bis hin zu einer reichen tropischen Tierwelt im Suden Insgesamt gibt es in China uber 6 300 Wirbeltiere davon 2 469 Landwirbeltiere mit rund 500 Saugetier 1 258 Vogel 376 Reptilien 345 Amphibien und 3862 Fischarten Ausserdem kommen hunderttausende wirbellose Arten vor darunter rund 150 000 Insektenarten Einige in anderen Gegenden der Welt bereits ausgestorbene Arten haben in China uberlebt Zu diesen zahlen der Schwertstor aus dem Jangtsekiang bestimmte Alligatoren und Salamander der Grosse Panda der nur im Sudwesten Chinas lebt und das Wasserreh welches ausschliesslich in China und Korea existiert Zu den Endemiten und besonders seltenen Tierarten gehoren des Weiteren Stumpfnasenaffen der Sudchinesische Tiger die vier Arten der Ohrfasanen der Mandschurenkranich der Nipponibis und der China Alligator 21 Im tropischen Suden Chinas tummeln sich vielerlei Primaten darunter Gibbons Makaken und viele andere Affenarten Grossere Raubtiere wie Bar Tiger und Leopard sind nur in begrenzter Zahl vertreten und lediglich in abgelegenen Gebieten heimisch Leoparden leben in der nordlichen Mandschurei Tibet ist Lebensraum des Schneeleoparden Kleinere Raubtiere darunter Fuchs Wolf und Waschbar sind in vielen Regionen zahlreich vertreten Antilopen Gazellen Gamsen Wildpferde und andere Huftiere bewohnen die Bergregionen und Taler im Westen Der Elch ist in der nordlichen Mandschurei verbreitet Vogel sind in den verschiedensten Arten anzutreffen unter anderem Fasane Kraniche Papageien Reiher und Asiatische Pfauen Wasserbuffel zahlen zu den Haustieren die im Suden als Zugtiere eingesetzt werden des Weiteren die im trockenen Norden und Westen als Lasttiere verwendeten Kamele sowie Yaks die in Tibet als halbdomestizierte Hochgebirgsrinder dienen Vor allem an der Sudkuste finden sich Flundern Kabeljau Thunfische Tintenfische Krabben Garnelen und Delfine Die Flusse Chinas bieten Lebensraum fur verschiedene Karpfenarten sowie Lachs Forelle Stor und Echten Wels Viele Binnengewasser Chinas werden fur die Fischzucht verwendet 22 Der Panda gilt den Chinesen als Nationalheiligtum Auf Anordnung der Nationalen Forstbehorde Chinas sind die Provinzen Sichuan Gansu und Shaanxi seit 2011 verpflichtet alle zehn Jahre eine Zahlung der in freier Wildbahn lebenden Bestande durchzufuhren Beim letzten sogenannten Panda Zensus Anfang 2015 wurden 1 864 Exemplare gezahlt zehn Jahre vorher waren es nur 1 596 Massgeblichen Anteil an diesem Wachstum tragt die Panda Nachzuchtstation in Chengdu von wo aus die sexuell sehr enthaltsamen Pandas mit dementsprechend geringer Fortpflanzungsquote nach der Aufzucht in die Freiheit entlassen werden 23 24 Die ersten Naturschutzgebiete wurden in den 1950ern angelegt Seitdem sind insgesamt uber 2 700 Naturreservate in China entstanden Die Flache aller Schutzgebiete betragt 1 42 Millionen Quadratkilometer Das entspricht rund 15 Prozent des Landesterritoriums 25 Siehe auch Liste der Naturschutzgebiete in der Volksrepublik China Naturkatastrophen Bearbeiten Hochwasserschutz Drei Schluchten Damm links und die Gezhouba Talsperre rechts aus dem Weltall betrachtet Aufnahme von 2000 China wird regelmassig von Durren Uberschwemmungen Schneesturmen Hagel Erdrutschen Sandsturmen und Flachenbranden heimgesucht Zudem sind die Kusten im Suden und Osten des Landes haufig tropischen Wirbelsturmen und Taifunen ausgesetzt Uberschwemmungen treten regelmassig an allen grossen Flussen auf Die letzten grossen Flutkatastrophen ereigneten sich 1998 und 2016 bei welchen ganze Regionen wochenlang uberschwemmt waren Beiden Ereignissen ging ein El Nino voraus 26 Der Jangtse liegt im dichtbesiedelten Jangtse Delta Seit Jahrhunderten wird dieses Gebiet von Uberschwemmungen heimgesucht Ursachen fur die Uberschwemmungen sind Bodenerosion Durren sowie Eindammung des naturlichen Flusslaufs 27 28 Der Bau der Drei Schluchten Talsperre war und ist daher umstritten Tektonische Beben verursachen in der Volksrepublik China die grossten Schaden Auf sie sind laut Angaben der China Meteorological Administration CMA jahrlich die meisten menschlichen Opfer sowie die grossten okonomischen Verluste zuruckzufuhren Im Jahresdurchschnitt treten in China etwa 20 Erdbeben der Starke 5 0 bis 5 9 drei bis vier zwischen 6 0 und 6 9 und nur etwa alle zwei bis drei Jahre maximal zwei der Starke 7 0 oder mehr auf Besonders betroffen sind der Osten Chinas sowie die sudlichen Provinzen und der Himalaya Verheerende Schaden richteten zuletzt das Erdbeben in Sichuan 2013 sowie das Jiuzhaigou Erdbeben 2017 an beide mit einer Magnitude von 7 0 29 Geschichte BearbeitenDie Geschichte vor dem Zweiten Opiumkrieg ist unter Geschichte Chinas zu finden Direkt kontrollierte Gebiete des Qing Kaiserreichs zur Zeit seiner grossten Ausbreitung 1820 Die heutige Volksrepublik China ist das Ergebnis eines zweihundert Jahre andauernden Prozesses in welchem das Kaiserreich China abgelost und China zu einem modernen Staat umgestaltet wurde Die dramatischen Ereignisse die diesen Prozess begleiteten pragen heute noch die politischen Akteure des Landes 30 Ende des Kaiserreichs 1911 Republik bis 1914 Beginn der Diktatur Yuan Shikais Bearbeiten Karikatur in der Puck vom 23 August 1899 Uncle Sam steht auf einer Karte von China die von europaischen Staatsoberhauptern zerschnitten wird und sagt Gentleman Sie konnen diese Karte so oft zerschneiden wie Sie mochten aber bedenken Sie dass auch ich hier bin um zu bleiben Um 1800 hatte China seine grosste Ausdehnung und wirtschaftliche Kraft erreicht und produzierte etwa ein Drittel aller Waren weltweit 31 innen und aussenpolitisch hingegen war das chinesische Kaiserreich zu Beginn des 19 Jahrhunderts vergleichsweise instabil bzw schwach 32 Wie in Europa war die Bevolkerung stark angewachsen 32 die Industrialisierung setzte jedoch aufgrund der Abschliessung Chinas von der Aussenwelt erst mit grosser Verzogerung ein 33 Das verfugbare Ackerland pro Kopf war gesunken Es kam zu hunderten Aufstanden der Taiping Aufstand 1851 1864 gilt als verheerendster Krieg des 19 Jahrhunderts die grossen muslimischen Rebellionen waren nicht weniger grausame Kriege 34 Die Handelsbilanz entwickelte sich nach der erzwungenen Offnung Chinas negativ Den immer aggressiver auftretenden fremden Machten hatte das Qing Reich weder im ersten oder zweiten Opiumkrieg noch im chinesisch franzosischen Krieg 1885 86 und im japanisch chinesischen Krieg 1895 viel entgegenzusetzen Grosse Gebiete im Norden der Mandschurei und in Ostturkestan gingen in den Vertragen von Aigun 1858 und Peking 1860 an das russische Zarenreich verloren Zu diesen demutigenden Niederlagen kamen die Ungleichen Vertrage die im Laufe des 19 Jahrhunderts zu zunehmender Fremdbestimmung Gebietsverlusten und hohen Kompensationszahlungen an fremde Staaten fuhrten 35 Der auslandische Druck auf China fuhrte zur Selbststarkungs Bewegung zu Modernisierungen im Erziehungswesen und im Militar erste Chinesen nahmen ihr Studium im Ausland auf Es gab Anfange einer Industrialisierung die wiederum massgeblich von Auslandern vorangetrieben wurde 36 Die von Kaiser Guangxu eingeleitete Hundert Tage Reform scheiterte jedoch 37 Im Boxeraufstand bei dem es sich nicht um einen Aufstand gegen die Regierung sondern um eine Bewegung handelte die sich gegen die imperialistischen Machte richtete und die die chinesische Regierung zu stutzen versuchte bundelten sich Krafte deren Ziel die Vertreibung aller Auslander war dieser missverstandlich als Aufstand bezeichnete Kampf der Boxer die ersten von ihnen waren in traditioneller Kampfkunst ausgebildet fuhrte zum Krieg zwischen China und den Vereinigten acht Staaten also dem Deutschen Reich Frankreich Grossbritannien Italien Japan Osterreich Ungarn Russland und den USA Nach der Niederschlagung erzwangen die Sieger im sogenannten Boxerprotokoll von 1901 weitere Zugestandnisse des Kaiserhauses 38 In diesem Umfeld wurde 1905 in Tokio der chinesische Revolutionsbund von Sun Yat sen gegrundet er sollte die Vorlauferorganisation der Kuomintang werden Er forderte die Errichtung einer Republik die Beendigung der Qing Dynastie einen Nationalstaat und Bodenreformen Im Jahre 1911 brach der Wuchang Aufstand aus und die darauffolgende Xinhai Revolution fuhrte zum Thronverzicht von Kaiser Puyi Damit endete die Abfolge mehrerer Dynastien die 221 v Chr von Kaiser Qin Shihuangdi begonnen worden war Ende 1911 wurde Sun in Nanjing zum Ubergangsprasidenten der Republik China gewahlt Die Ausrufung der Republik fand besonders in den grossen Stadten Zustimmung Sie war jedoch nur von kurzer Dauer denn bereits 1914 loste Yuan Shikai das Parlament auf und herrschte als Diktator 39 Ara der Republik China bis 1949 Bearbeiten Yuan Shikai besass ausreichend Militar in seiner Befehlsgewalt um ein Auseinanderfallen Chinas zu vermeiden Er war jedoch nicht in der Lage das Vordringen der auslandischen Machte zu stoppen Ansatze einer Burgergesellschaft liess er unterdrucken die Kuomintang wurde 1913 verboten Die Eliten des Landes wandten sich deshalb in dieser Phase vom Staat ab und verfolgten ihre eigenen Interessen Yuan liess sich am 1 Januar 1916 zum Kaiser ausrufen wahrend Japan ihn durch die Erhebung der Einundzwanzig Forderungen gezielt schwachte Der Zentralregierung entglitt die Kontrolle uber die Politik Chinas das Land zersplitterte die Militargouverneure der Provinzen und Hunderte Kriegsherren kampften in wechselnden Allianzen um Einfluss Es herrschten Chaos und Elend die Bevolkerung litt unter der Unterdruckung Die Mongolei und Tibet erklarten ihre Unabhangigkeit 40 Die Phase der Zersplitterung war aber auch eine schopferische Zeit in der sich das geistige Klima durch Auseinandersetzung mit westlichem Gedankengut anderte Die Bewegung des vierten Mai wurde zum Ausgangspunkt zahlreicher politischer und geistiger Stromungen Schulen und Universitaten wurden gegrundet In den Vertragshafen floss Kapital und Wissen aus dem Ausland zu die Basis fur den Aufbau der Wirtschaft wurde gelegt 41 Nach der Oktoberrevolution in Russland gab es auch in China Faszination fur sozialistische und kommunistische Ideen im Jahre 1921 wurde die Kommunistische Partei Chinas gegrundet Da in China die Industrie als Grundlage fur eine proletarische Bewegung fehlte unterstutzte die Komintern sowohl die Kuomintang als auch die Kommunistische Partei KP Im Rahmen der Ersten Einheitsfront kooperierten die beiden Parteien gegen die Kriegsherren und den japanischen Expansionismus Mit sowjetischer Hilfe wurde im Jahre 1924 die Whampoa Militarakademie gegrundet aus der zahlreiche Offiziere hervorgingen die in der spateren Geschichte Chinas von Bedeutung waren wie Chiang Kai shek oder Zhou Enlai 42 Nach dem Tod von Sun Yat sen im Jahre 1925 traten Spannungen in der Einheitsfront auf die Fortschritte im Nordfeldzug verzogerten Nach der Sicherung von Shanghai im Marz 1927 liess Chiang Kai shek am 12 April 1927 Tausende von vermeintlichen Kommunisten umbringen und einen Streik niederschlagen woran die Einheitsfront zerbrach 43 Chiang der innerhalb der Kuomintang den Zugriff auf die Armee hatte manovrierte den linken Flugel der Partei aus und errichtete eine Gegenregierung in Nanjing Im Juni 1928 gelang seinen Truppen die Einnahme von Peking womit China zunachst wieder vereinigt war 44 Die auf das Land verdrangten Kommunisten versuchten in einigen Stadten Aufstande durchzufuhren und Sowjetgebiete einzurichten Die Aufstande in Nanchang im August 1927 Kanton im Dezember 1927 und Changsha 1930 wurden jedoch niedergeschlagen 45 Mao Zedong gelang es hingegen nach dem Herbsternte Aufstand mit einer auf die landlichen Verhaltnisse angepassten Strategie im Bergland von Hunan und Jiangxi ein grosseres Gebiet langer zu halten und eine Sowjetrepublik einzurichten Aufgrund der Einkesselung durch Kuomintang Truppen musste sie im Jahre 1934 geraumt werden die Anfuhrer der KP zogen sich mit dem Langen Marsch in den Norden von Shaanxi zuruck wo sie ein Jahr spater ideologisch gefestigt und geeinigt ankamen Wahrend dieses Marsches hatte Mao die innerparteilichen Kampfe fur sich entschieden und war zum Vorsitzenden des Zentralkomitees gewahlt worden 46 Japan dessen Truppen bereits seit 1901 nach dem Boxeraufstand in Nordost China standen entriss im Jahre 1931 dem Kriegsherren Zhang Xueliang die Mandschurei und errichtete dort den Vasallenstaat Mandschukuo Im Jahre 1933 nahmen die japanischen Truppen Jehol ein Die Kommunisten forderten angesichts der Bedrohung durch Japan eine Allianz aller Parteien und Streitkrafte Chiang zog es aber vor zunachst die Herrschaft der Kuomintang gegenuber der KP zu konsolidieren Im Dezember 1936 musste Chiang dazu gezwungen werden einer zweiten Einheitsfront zuzustimmen die dann erst nach dem Zwischenfall an der Marco Polo Brucke und dem offenen Ausbruch des Zweiten Japanisch Chinesischen Krieges gebildet wurde Trotz Einheitsfront setzte Chiang seine schlagkraftigsten Truppen gegen die KP ein 47 Die Einheitsfront blieb entsprechend schwach dazu kam dass die Truppen Chiangs trotz Unterstutzung von USA und UdSSR schwach organisiert waren und eine schlechte Kampfmoral hatten Den japanischen Truppen gelang es dadurch die grossen Ebenen und Kustengebiete Chinas zu besetzen in Nanjing begingen sie einen mehrere Wochen dauernden Massenmord Sie konnten die eroberten Gebiete aber nicht dauerhaft kontrollieren Die Regierung von Chiang musste sich nach Chongqing zuruckziehen 48 Kurz nach der Kapitulation Japans verhandelte Mao mit Chiang in Chongqing ergebnislos uber die Beilegung ihrer Gegensatze Die Kuomintang versuchte in der Folge das ganze Land unter ihre Kontrolle zu bekommen aber ihre Truppen waren disziplinlos und ohne verstandlichen Auftrag ihre Vertreter korrupt und bei der Bevolkerung gefurchtet Im Jahre 1947 abgehaltene Parlamentswahlen gewann die Kuomintang jedoch Die Volksbefreiungsarmee hatte hingegen in der Bevolkerung genug Unterstutzer Sie eroberte im Jahre 1948 die Mandschurei im April 1949 Nanjing und im Mai 1949 Shanghai 49 Die Regierung der Kuomintang floh auf die 1945 besetzte Insel Taiwan loschte die dortige Elite aus und errichtete eine Diktatur 50 Mao Zedong Ara 1949 1976 Bearbeiten Hauptartikel Geschichte der Volksrepublik China von 1949 bis 1957 und Geschichte Chinas 1961 1965 Mao Zedong wahrend der Proklamation der Volksrepublik China am 1 Oktober 1949 auf dem Tor des Himmlischen Friedens rechts Dong Biwu Treffen Mao Zedong mit Richard Nixon 1972 in Peking Am 1 Oktober 1949 wurde die Volksrepublik China ausgerufen Dies bedeutete das Ende der Nationalregierung auf dem Festland 51 Die Machtubernahme durch die KP war dabei kein von aussen herbeigefuhrter Umsturz sondern eine von einer breiten Mehrheit getragene Umwalzung 50 In einer ersten Phase nach der Ausrufung der Volksrepublik wurde eine Bodenreform von 1949 bis 1952 durchgefuhrt bei der fast die Halfte der landwirtschaftlichen Nutzflache an etwa 120 Millionen Bauern verteilt wurde Grossgrundbesitzer wurden enteignet 52 Im Jahre 1950 verabschiedete die Kommunistische Partei ein Ehegesetz das erganzend zur Verfassung die Gleichstellung von Mann und Frau konkretisierte Insbesondere das Recht der Frau selbst uber eine Eheschliessung zu entscheiden das Verbot der Einforderung einer Mitgift fur die Braut oder des Konkubinats die Einfuhrung eines Mindestalters der Frau welches zur Abschaffung von Kinder und Zwangsehen fuhrte oder die Verrechtlichung der Beendigung einer Ehe durch Scheidung mit entsprechenden Regelungen zur Guteraufteilung der Eheleute verbesserten die Situationen von chinesischen Frauen dauerhaft Doch die uberlieferte landliche kulturelle Praxis zu durchbrechen oder Landfrauen die Kenntnis uber das Gesetz zu vermitteln stiess auf schwer uberwindbare Hurden 53 Das aktive und passive Frauenwahlrecht wurde 1949 eingefuhrt 54 Im Februar 1950 unterzeichnete Peking einen Freundschafts und Beistandsvertrag mit der Sowjetunion 55 Der Entwicklung der stadtischen Wirtschaft wurde Vorrang eingeraumt nachdem sich das Wirken der KP wahrend des Burgerkrieges auf die landlichen Gebiete konzentriert hatte Zu diesem Zweck wurde unter dem Schlagwort Neue Demokratie eine Viererkoalition aus Arbeitern Bauern Kleinburgern und nationalem Burgertum gebildet 56 Auf dem 8 Parteitag fand Mao mit Werten wie Aktivismus Uneigennutzigkeit Einheit mit den Massen und Konsumverzicht keine Mehrheit der Weg der Nachahmung des sowjetischen Entwicklungsmodells mit der vorrangigen Entwicklung der Schwerindustrie wurde bestatigt 56 Die Abkehr vom sowjetischen Vorbild leitete Mao Zedong mit seiner Rede uber die Zehn Grossen Beziehungen im April 1956 ein Er initiierte im Mai 1957 die Hundert Blumen Bewegung um die Intelligenz zu mobilisieren Als der Aufruf zu gesunder Kritik auch zu Kritik an der Partei und einzelnen Parteifuhrern fuhrte reagierte die Partei mit der Kampagne gegen Rechtsabweichler in deren Rahmen 400 Kritiker hingerichtet und eine halbe Million Menschen in Arbeitslager verschleppt wurden 57 Die Abwendung von der Sowjetunion wurde 1958 endgultig als der Grosse Sprung nach vorn verkundet wurde Im Rahmen dieser Kampagne wurde fast die gesamte Landbevolkerung in 26 000 Volkskommunen zusammengefasst und nach militarischen Prinzipien organisiert Sie sollten Landwirtschaft und Schwerindustrie als Produktionsschlacht gleichzeitig vorantreiben Planungsfehler Chaos und Naturkatastrophen fuhrten jedoch dazu dass in den drei bitteren Jahren von 1960 bis 1962 etwa 30 Millionen Menschen verhungerten 58 Liu Shaoqi ubernahm von 1963 bis 1964 die Aufgabe die Wirtschaft zu konsolidieren er wurde fur seine Massnahmen als Revisionist kritisiert 59 Unter dem Vorwand Fehlentwicklungen zu revidieren und die Burokratie zu saubern begann Mao im Fruhsommer 1966 die Kulturrevolution Die Jugend wurde in Rote Garden organisiert es begann eine Terrorwelle gegen Reprasentanten und Entscheidungstrager des Staates und die Intelligenz Schulen und Universitaten blieben teils mehrere Jahre geschlossen Das Individuelle sollte zerstort werden die Revolution sollte permanent sein China verschloss sich noch mehr gegenuber dem Ausland Im Jahre 1968 begann die Aufs Land Bewegung mit der 15 Millionen junge Stadter zur Arbeit in der Landwirtschaft abkommandiert wurden Staatsprasident Liu Shaoqi sowie zahlreiche andere hohe Parteifunktionare wurden als Revisionisten kritisiert und ihrer Amter enthoben 60 In die Phase der Kulturrevolution fallt aber auch die wachsende Angst vor einem sowjetischen Angriff nach dem chinesisch sowjetischen Zerwurfnis die die Normalisierung der Beziehungen zu den USA notwendig machte Nach einem Besuch von Prasident Nixon im Jahr 1972 nahm Peking mit Washington diplomatische Beziehungen auf Peking ubernahm auch den Sitz von Taiwan bei den Vereinten Nationen 61 Die Kulturrevolution endete nach Maos Tod im September 1976 und der Verhaftung der Viererbande im Oktober 1976 62 Reform und Offnung 1976 1980 bis 1999 Bearbeiten Hauptartikel Geschichte der Volksrepublik China von Maos Tod bis 1981 und Reform und Offnungspolitik Die Wirtschaftsreformen unter Deng Xiaoping ermoglichten die schnelle Entwicklung der Kustenstadte wie hier Shenzhen Als Mao starb waren seine designierten Nachfolger bereits tot Lin Biao starb 1971 nach einem angeblichen Putschversuch Deng Xiaoping wurde mit den Protesten auf dem Tian anmen Platz 1976 nach dem Tod des Premierministers Zhou Enlai in Verbindung gebracht und degradiert Somit wurde der bis dahin wenig bekannte Hua Guofeng zum Nachfolger Maos bestimmt Hua und seine Unterstutzer die fur die Weiterfuhrung der Politik Mao Zedongs standen wurden von Deng bis 1980 ausmanovriert und abgesetzt 63 Im Dezember 1978 wurde der Kurs der Vier Modernisierungen der mit Dengs Namen eng verbunden ist von der Parteispitze bestatigt Es wurden Opfer von Kulturrevolution und anderen Exzessen rehabilitiert und die okonomischen Freiheiten erweitert Marktwirtschaft ersetzte schrittweise die von der Sowjetunion ubernommene zentrale Planwirtschaft um die okonomische Leistungsfahigkeit des Systems zu steigern Mit dem fruheren Kriegsgegner Japan wurde ein Friedens und Freundschaftsvertrag unterzeichnet auslandische Investitionen wurden schrittweise zugelassen Deng besuchte die USA die in der Folge ein wichtiger aussenpolitischer Partner wurde 64 Mit den Sonderwirtschaftszonen wurden Gebiete ausgewiesen wo mit marktwirtschaftlichen Mechanismen experimentiert werden konnte im Jahre 1984 wurden weitere 14 Kustenstadte geoffnet 65 Der Ausweitung okonomischer stand jedoch keine Ausweitung personlicher Freiheiten gegenuber Bereits parallel zum Parteikongress vom Dezember 1978 artikulierte die Offentlichkeit an der Demokratiemauer dass sie mit den Einschrankungen der Freiheit unzufrieden war diese wurde geschlossen nachdem Forderungen nach Demokratie aufgekommen waren 64 Gegen Intellektuelle die sich schrittweise grossere Freiheiten herausgenommen hatten wurde mit der Kampagne gegen die geistige Verschmutzung vorgegangen 66 Die negativen Begleiterscheinungen der Wirtschaftsreformen wie wachsende Ungleichheit Korruption Inflation und die fehlende soziale Absicherung erhohten das Protestpotential Es entlud sich als Trauerkundgebungen fur den 1987 abgesetzten und im Fruhling 1989 verstorbenen Generalsekretar Hu Yaobang neuerlich zu Demonstrationen auf dem Tian anmen Platz fuhrten Sie radikalisierten sich parallel zu einem Besuch von Michail Gorbatschow zu Normalisierungsgesprachen in Peking Anfang Juni wurden sie gewaltsam beendet 67 Die Ruckgabe der Kolonien Hongkong und Macau unter dem Prinzip Ein Land zwei Systeme stellt aus chinesischer Sicht einen weiteren Schritt zur Beendigung der Kolonialisierung Chinas dar Ferner wurde das Verhaltnis zu Russland wiederbelebt 68 Obwohl die unerwunschten Begleiterscheinungen der Wirtschaftsreformen innerhalb der Parteispitze kontrovers diskutiert wurden 65 war die Ara Deng eine Periode vergleichsweise grosser Einmutigkeit 69 Das schnelle Wirtschaftswachstum das die Zahl der Menschen unter der Armutsgrenze drastisch von 250 Millionen im Jahre 1979 auf 45 Millionen im Jahre 1999 reduzierte 70 legitimierte die Massnahmen 65 Nachfolger von Deng wurde Jiang Zemin unter ihm und seinen Nachfolgern war die KP bemuht das nach wie vor vorhandene Protestpotential durch Beilegung von Konflikten und Anwendung von Rechtsprechung zu entscharfen 67 Zu den Herausforderungen denen sich die Partei und Staatsfuhrung seitdem stellen muss sind die sozialen Verhaltnisse von Wander und Fabrikarbeitern die durch die Ein Kind Politik bedingte schnelle Alterung der Gesellschaft sowie Forderungen nach Rechtsstaatlichkeit Bekampfung von Korruption und staatlicher Willkur 71 Entwicklung zur Weltmacht 21 Jahrhundert Bearbeiten In den ersten zwanzig Jahren des 21 Jahrhunderts verzeichnete China ein beispielloses Wirtschaftswachstum Im Durchschnitt wuchs die chinesische Wirtschaftskraft von 2000 bis einschliesslich 2019 jahrlich um 8 9 72 Neben der Verdopplung des chinesischen Anteils am Welthandel versechsfachte sich das Bruttoinlandsprodukt innerhalb dieser Zeit sodass China gegen Ende jenes Zeitraums zur zweitgrossten Volkswirtschaft der Welt herangewachsen war 10 Das hatte positive Auswirkungen auf die Lebensqualitat von mehr als 200 Millionen Chinesen die aus absoluter Armut aufstiegen 10 Auch begann China vor dem Hintergrund seiner auf wirtschaftliche Expansion ausgerichteten Aussenpolitik mit einer massiven Entwicklungsfinanzierung fur Afrika und dem Projekt One Belt One Road seinen Machtanspruch in der Welt zu untermauern Wahrend der 2010er Jahre startete China den Versuch der systematischen Umerziehung der Uiguren in Xinjiang Ausserdem war das Jahrzehnt aus chinesischer Sicht gepragt von der Auseinandersetzung mit der Hongkonger Protestbewegung im Jahr 2014 die mit den Protesten ab dem Jahr 2019 wieder auflebte Im Jahr 2020 brach mit einer Erkrankungswelle in der chinesischen Stadt Wuhan eine Epidemie aus die sich zu einer globalen Pandemie entwickelte Wahrend der Westen immer starker von der Pandemie getroffen wurde blieb China im Herbst 2020 von der zweiten Welle verschont und konnte zur Normalitat des Alltagslebens zuruckkehren 73 Mit dem im Marz 2021 verabschiedeten 14 Funfjahresplan von 2021 bis 2025 und den zugehorigen langfristigen Zielen bis zum Jahr 2035 74 verschiebt die KPC den wirtschaftlichen Fokus in Richtung auf die Entwicklung des Binnenmarktes Die beiden Hauptentwicklungen sind der Ausbau von Forschung und Entwicklung insbesondere der Grundlagenforschung und die Starkung des Angebots von Industriegutern und Dienstleistungen fur den nationalen Konsum 75 Bemerkenswert ist dass erstmals alle Kennzahlen nur noch Zielwerte sind und Abweichungen durch Marktkrafte ausdrucklich anerkannt werden 76 Ausserdem werden Ziele fur die Entwicklung der Energieversorgung und der Klimapolitik aufgestellt Bevolkerung BearbeitenSiehe auch Demografie der Volksrepublik China Die Volksrepublik China ist das bevolkerungsreichste Land der Erde Dort lebten im Jahr 2019 nach Angaben des Nationalen Statistikamtes 1 400 050 000 Einwohner 77 Bevolkerungspyramide Chinas 2019 funf Jahrgange jeweils zusammengezahlt Nach Grundung der Volksrepublik China hatte das Land zwei Jahrhunderte mit grossem Bevolkerungswachstum aber auch grossen Verlusten durch Krieg Hungersnote Seuchen und Naturkatastrophen hinter sich Mao Zedong betrachtete eine hohe Bevolkerungszahl als Zeichen nationaler Starke Der erste Zensus der im Jahre 1953 durchgefuhrte wurde ergab eine Bevolkerung von uber 580 Millionen das waren 70 Millionen Menschen mehr als zuvor geschatzt Als Reaktion darauf wurden Ende der 1950er Jahre erstmals Spatehen und Empfangnisverhutung propagiert weil sich in den Stadten Arbeitsplatzmangel abzeichnete und auf dem Land das Verhaltnis zwischen Bevolkerung und Ackerland ungunstig war 33 Wegen der abnehmenden Sauglingssterblichkeit von 200 im Jahre 1949 auf 60 zu Beginn der 1970er Jahre und 45 bis 2000 und der steigenden Lebenserwartung zwischen 1953 und 1970 jahrlich um ein Jahr wuchs die Bevolkerung schnell 78 Die Lebenserwartung die 1950 noch bei 28 Jahren gelegen hatte war bis 2000 auf 68 5 Jahren angestiegen 79 Ab 1973 waren pro Ehe nur zwei Kinder erlaubt Dies wurde in Stadten aber auch auf dem Land durchgesetzt wobei die nationalen Minderheiten ausgenommen waren 80 Im Jahre 1979 wurde die Ein Kind Politik offiziell eingefuhrt die regional unterschiedlich und teils mit Gewalt wie z B Zwangsabtreibungen durchgesetzt wurde Die Fertilitat lag 1996 zwischen 1 5 und 1 6 Kindern pro Frau Im Jahr 2000 betrug sie zwischen 1 2 und 1 4 Kindern pro Frau 81 Auswirkungen der Ein Kind Politik sind die Nichtmeldung von Geburten sowie bis zu 70 Abtreibungen pro 100 Geburten 82 durch die kulturelle Praferenz fur Sohne wurden insbesondere weibliche Foten abgetrieben Aufgrund der Nichtregistrierung von Geburten wird davon ausgegangen dass die wirklichen Geburtenzahlen 15 bis 30 Prozent uber den erfassten Geburten liegen 81 Das Geschlechterverhaltnis hat sich vom Normalwert 1050 Jungen zu 1000 Madchen in den 1950ern und 1960er Jahren auf 1200 Jungen zu 1000 Madchen seit 1997 verschoben In Regionen mit besonders streng durchgesetzter Geburtenkontrolle fehlen in den Geburtenjahrgangen 1980 bis 2010 rund 27 Millionen Madchen 83 Soziookonomische Ursachen haben zum Sinken der Geburtenzahlen gefuhrt 84 Das Ziel die Bevolkerung zur Jahrtausendwende bei 1 2 Milliarden Einwohnern zu stabilisieren wurde verfehlt im Jahr 2000 lebten etwa 1 27 Milliarden Menschen in China Nach einer Studie der Chinesischen Akademie fur Sozialwissenschaften aus dem Jahr 2018 wird die hochste Bevolkerungszahl mit der Zahl von 1 442 Milliarden Einwohnern im Jahr 2029 erreicht werden Danach wird die Bevolkerungszahl wieder sinken 85 In Regionen in denen die Ein Kind Politik streng durchgesetzt wurde werden im Jahre 2050 etwa 40 Prozent der Menschen uber 65 Jahre alt sein 86 Aus diesen Grunden wurde die Ein Kind Politik per 1 Januar 2016 durch die Zwei Kind Politik ersetzt 87 2018 sank die Geburtenzahl trotz der Aufhebung der Ein Kind Politik auf den niedrigsten Stand seit der Grundung der Volksrepublik China 1949 88 Bevolkerungsverteilung Bearbeiten Bevolkerungsdichte nach dem Zensus von 2010 Einwohner km lt 5 5 10 gt 10 20 gt 20 50 gt 50 80 gt 80 150 gt 150 200 gt 200 250 gt 250 300 gt 300 400 gt 400 500 gt 500 Bevolkerungsanderungen 2000 2010 in Prozent 89 5 gt 5 0 gt 0 1 gt 1 20 gt 20 Die 1 4 Milliarden Einwohner sind sehr ungleich uber das Territorium verteilt Die imaginare Heihe Tengchong Linie teilt China in einen westlichen Teil der 57 des Staatsgebietes einnimmt und einen ostlichen Teil Auf den 43 des ostlichen Staatsgebietes lebten im Jahre 1982 etwa 94 der Gesamtbevolkerung 90 Zahlreiche Landkreise im ostlichen Landesteil weisen eine Bevolkerungsdichte oberhalb von 800 bis 900 Personen pro Quadratkilometer auf wahrend grosse Landstriche im westlichen Teil des Landes unbesiedelt sind 90 Migration Bearbeiten Aufgrund einer Landflucht im Jahre 1955 wurde die staatliche Zuweisung von Arbeitsplatzen und Getreiderationierung sowie der Hukou Systems eingefuhrt Danach war Migration vom Land in die Stadt praktisch verboten 80 dieses Verbot wurde bis 1984 weitgehend eingehalten 91 Die Landverschickung von 17 Millionen stadtischer Kader und Jugendlicher wahrend der Kulturrevolution 1966 bis 1976 als Erziehungsmassnahme oder die Besiedelung der Regionen entlang der sowjetischen Grenze nach dem chinesisch sowjetischen Zerwurfnis zahlen zu den grossen Binnenmigrationen 92 Die Reform und Offnungspolitik hat die Kontrolle uber den Hukou erschwert Seitdem ist es zu massiver Binnenmigration aus den landlichen Raumen in die Ballungszentren gekommen Die Volkszahlung 2010 hat die Wanderbevolkerung auf 275 Millionen geschatzt 93 Die Binnenmigranten sind in den Stadten benachteiligt und besitzen haufig nur eine temporare Meldebescheinigung 91 Dies birgt ein erhebliches Konfliktpotential 94 95 Das im Jahre 1958 eingefuhrte Hukou System benachteiligt Menschen die in Dorfern registriert sind beim Zugang zu stadtischen Dienstleistungen wie Gesundheitsvorsorge und Bildung das System wird nur langsam reformiert 96 97 Daher werden die ungefahr 200 bis 300 Millionen Wanderarbeiter benachteiligt was Konfliktpotential hat 96 Im Jahre 2016 lebten 9 6 Millionen Auswanderer aus der Volksrepublik China im Ausland oder in einer der beiden Sonderverwaltungszonen Davon hatten fast 40 Prozent einen Hochschulabschluss Die wichtigsten Ziellander fur Auswanderer waren die USA Hongkong Sudkorea Japan Kanada Australien Singapur Macau Italien und Bangladesch 211 000 dieser Auswanderer waren Fluchtlinge Im gleichen Jahr lebten 1 13 Millionen Einwanderer in China die vornehmlich aus Korea den Philippinen Brasilien den USA Japan Indonesien Myanmar Vietnam Macau und Thailand stammten Somit kommt auf 1000 Burger ein Einwanderer 300 000 davon kamen als Fluchtlinge Die Emigranten sorgten fur Kapitalflusse in der Hohe von etwa 64 Milliarden US Dollar nach China wahrend die Einwanderer Uberweisungen aus China in der Hohe von 6 9 Milliarden US Dollar tatigten 98 Im 19 und 20 Jahrhundert gab es mehrere Wellen von Auswanderung aus China Die Auslandschinesen stellen heute substantielle Anteile der Bevolkerungen in den sudostasiatischen Staaten Auslandschinesen leben in fast allen Staaten der Welt Sie haben sich mit unterschiedlichem Ausmass an ihre neue Heimat assimiliert werden jedoch teilweise diskriminiert Typischerweise legen sie grossen Wert auf ihre Herkunft und halten Kontakt zu ihrem Heimatort Besonders zu Beginn der Reform und Offnungspolitik brachten sie einen bedeutenden Anteil der Auslandsinvestitionen nach China 99 Urbanisierung Ballungsgebiete und Stadte Bearbeiten Skyline der Megastadt Shanghai 2014 Guangzhou im Ballungsraum Perlfluss Delta 2011 Nach dem Ende der Kulturrevolution im Jahre 1978 lebten 17 9 Prozent der Einwohner Chinas bzw 170 Millionen Menschen in Stadten In einer Phase der Wiederbelebung der Stadte von 1978 bis 1995 wuchs die Stadtbevolkerung auf 30 5 Prozent der Gesamtbevolkerung Darauf folgte eine Phase des schnellen Wachstums der Stadte so dass im Jahre 2013 etwa 730 Millionen Menschen bzw 53 7 Prozent der Bevolkerung in Stadten lebten 100 Effizienzsteigerungen in der Landwirtschaft die Menschen in Tatigkeiten mit niedriger Produktivitat freisetzte und die Industrialisierung fuhrten zu dieser Entwicklung 101 Die Urbanisierung ist ein wichtiger Faktor beim Wirtschaftswachstum in den vergangenen Jahrzehnten 95 Bis 2020 soll die Urbanisierungsrate auf 60 Prozent der Bevolkerung anwachsen 102 In der Volksrepublik China gibt es 15 Megastadte in denen insgesamt uber 260 Millionen Menschen leben 103 und mehr als 150 Millionenstadte 95 Die drei grossten Ballungsraume sind das Jangtse Delta das Perlfluss Delta sowie die Region um Peking und Tianjin in denen sich auf engem Raum mehrere Millionenstadte befinden und die die bevorzugten Zielorte fur interne Migration darstellen 104 Trotz der hohen Urbanisierungsrate ist es in China gelungen die Bildung von Slums und Infrastrukturuberlastung wie in anderen Entwicklungslandern zu vermeiden 95 Trotzdem ist China von den negativen Begleiterscheinungen einer schnellen Urbanisierung wie Zerstorung landwirtschaftlicher Nutzflachen Umweltverschmutzung und inadaquater Entschadigung bei der Enteignung von landwirtschaftlichen Flachen betroffen In Vororten der Ballungszentren entstanden zahlreiche Retortenstadte die reine Schlafsiedlungen fur Arbeitskrafte sind wie z B Anting Hier gibt es teils hohe Leerstandsquoten da die Industrieansiedlungen ausblieben und der Neubau spekulativ angeheizt wurde 105 Volksgruppen Bearbeiten Hauptartikel Volker Chinas Khampa in Osttibet 2010 Uiguren in Xinjiang 2010 Naxi in Yunnan 2012 China ist ein multi ethnisches Land 91 51 Prozent der Bevolkerung sind Han rund 1 25 Milliarden Die Bezeichnung geht auf die Han Dynastie zuruck Jedoch stellt diese grosste Bevolkerungsgruppe keine homogene Gruppe dar Im Laufe der Zeit entwickelten sich starke regionale Unterschiede hinsichtlich Sprache Dialekt Siedlungsformen Volkssagen Kleidung und Ernahrung 106 Die 18 grossten Volksgruppen nach den Han waren 2010 die Zhuang 16 9 Millionen Uiguren 11 5 Millionen Hui 10 5 Millionen Mandschu 10 3 Millionen Miao 9 4 Millionen Yi 8 7 Millionen Tujia 8 3 Millionen Tibeter 6 2 Millionen Mongolen 5 9 Millionen Dong 2 8 Millionen Buyei 2 8 Millionen Yao 2 7 Millionen Bai 1 9 Millionen Koreaner 1 8 Millionen Hani 1 6 Millionen Li 1 4 Millionen Kasachen 1 4 Millionen Dai 1 2 Millionen Insgesamt sind 55 Ethnien als nationale Minderheiten anerkannt denen neben dem Minderheitenschutz in der chinesischen Verfassung besondere Rechte zugestanden werden beispielsweise Unterricht in der eigenen Sprache leichterer Zugang zu hoherer Bildung spezielle Quotenregelungen Diese Rechte werden jedoch seit den 2000er Jahren zunehmend ausgehohlt Nach Unruhen in Tibet im Jahr 2008 werden die Tibeter aus ihren Wohngebieten vertrieben und durch Tourismus assimiliert Im Jahr 2016 gab es mehrere Selbstverbrennungen 107 Unruhen im Jahr 2009 in der Provinz Xinjiang verscharften den Konflikt zwischen den Uiguren und dem Staat Nach einer Serien von Anschlagen im Jahr 2014 begann China mit der Umsetzung der Assimilationspolitik den Xinjiang Umerziehungslagern einem Ethnozid an muslimischen Uiguren und anderen Minderheiten in Xinjiang 108 Nachdem die sogenannte China Cables geheime Dokumente der Volksrepublik China geleakt wurden erfuhr die Lage der Uiguren im Jahr 2019 internationale Aufmerksamkeit Sprachen Bearbeiten Hauptartikel Chinesische Sprachen Ubersicht uber die verschiedenen Sprach gebiete Chinas 1990 nach Daten der CIA Neben dem auf einem Dialekt des Mandarin basierenden Hochchinesisch als allgemeiner Amtssprache sind je nach Region weitere Amtssprachen offiziell anerkannt Dazu zahlen Kantonesisch in Hongkong und Macau sowie Englisch in Hongkong Hinzu kommen Regionalsprachen wie Zhuang in Guangxi Tibetisch in Tibet Uigurisch in Xinjiang dann Mongolisch in der Inneren Mongolei und Koreanisch in Yanbian Ausserdem finden sich aus den Tibeto Birmanischen Sprachen etwa Ladhakhisch und Yi dann Tai Kadai Sprachen wie Bouyei Dong Tai Lu Tai Nua oder Tai Pong aber auch Mangghuer sowie als Turksprachen Aynu Ili Turki Salarisch oder West Yugurisch Religionen Bearbeiten Hauptartikel Religion in der Volksrepublik China Ein Obo mongolischer Schamanen in der Nahe von Hulun Buir Autonome Innere Mongolei 2016 Religiose Bindung in ChinaReligion ProzentNicht religios 73 6 Buddhismus 15 9 Christentum 2 5 Daoismus 0 9 Volksglaube 0 8 Islam 0 5 Sonstiges 5 1 nach einer stichprobenartigen Befragung Statistik zu Religionen und Kirchen in der Volksrepublik China 2014 der China Family Panel Studies 中国家庭追踪调查 109 Religiose Kerngebiete in China Shenismus Buddhismus Islam Indigene Religionen Mongolischer Schamanismus Mandschurischer Schamanismus Taoistische Zeremonie in Shantou Provinz Guangdong 2010 Die vier wichtigsten Religionen in China sind der Buddhismus der Taoismus der Islam und das Christentum Ausserdem gibt es noch einige volkstumliche Religionen bei nationalen Minderheiten Die chinesischen Religionen sind im Allgemeinen familienbezogen und verlangen keine Mitgliedschaft Von den grosseren Religionen stammt nur der Taoismus aus China Dabei reicht der Buddhismus bis ins 1 Jahrtausend v Chr zuruck er verbreitete sich ab dem 1 Jahrhundert n Chr in China Der Taoismus reicht ahnlich weit zuruck integrierte zahlreiche Elemente deutlich alterer Religionen Im 7 8 Jahrhundert kam der Islam nach China im 13 Jahrhundert das Christentum Jesuiten missionierten ab dem spaten 16 Jahrhundert Der Protestantismus gelangte ab 1807 nach China Der Konfuzianismus galt in der Kaiserzeit als orthodox die anderen Religionen als heterodox Seit der Grundung ist die Volksrepublik China entsprechend ihrer kommunistischen Ideologie des Staats Atheismus ein laizistischer Staat Buddhismus Daoismus Islam Katholizismus und Protestantismus sind vom Staat anerkannte Religionen wobei Katholizismus und Protestantismus als eigenstandige Religionen betrachtet werden und sich nicht unabhangig organisieren durften So ist die romisch katholische Kirche in der Volksrepublik verboten lediglich eine Chinesische Katholisch Patriotische Vereinigung die die Autoritat des Papstes nicht anerkennt und keine Kontakte zum Vatikan unterhalt ist erlaubt Unter Mao erfuhr die katholische Kirche eine besonders rigide Form der Kontrolle Im Fokus der staatlichen Verfolgung steht heute die neue Religionsgemeinschaft der Falun Gong wobei Berichte uber Organentnahmen und Hinrichtungen an Angehorigen der Gemeinde Menschenrechtsorganisationen auf den Plan riefen Wie in den religionskritischen ehemaligen Ostblockstaaten Europas liegt in China ein strenges Prinzip der Trennung zwischen Religion und Staat zugrunde Das Recht auf Religionsfreiheit ist in der Verfassung der Volksrepublik formal verankert Aufgrund der desastrosen Auswirkungen auf Glaubige wahrend der Kulturrevolution 1966 1976 war die chinesische Regierung nach den 1980er Jahren bemuht Religionsfreiheit weitgehend zu tolerieren und Raume fur religiose Aktivitaten zu offnen Staatliche Unterstutzung finden traditionelle Glaubensrichtungen wie Taoismus und Buddhismus die als integraler Bestandteil der chinesischen Kultur angesehen werden Verfassungsrechtlich steht es jedem frei unter anderem allein oder in der Gemeinschaft mit anderen zu beten Schriften zu rezitieren Gottesdienste abzuhalten zu Taufen oder Messen zu lesen In der Praxis werden diese Rechte oft eingeschrankt Dennoch war in China seit der letzten Jahrtausendwende ein Boom der Religionen zu beobachten So erfuhren Tempel und Kloster Zulauf und der tibetische Buddhismus breitete sich auch wieder in ostlichen Provinzen des Landes aus 2013 gab es in der Volksrepublik bei 1 4 Milliarden Einwohnern etwa 85 000 religiose Statten rund 300 000 Priester etwa 3000 Religionsgruppen und 74 theologische Einrichtungen Religiose Organisationen konnen eigene Schulen grunden sowie Bucher und Periodika veroffentlichen Hohere Bildungs und Forschungseinrichtungen bieten mitunter religiose Programme und Forschungsprojekte an Es gibt in China keine Kirchensteuer Die jeweiligen religiosen Gemeinden finanzieren sich uber Spenden sowie uberwiegend durch immaterielle Leistungen der jeweiligen Ordensgemeinschaft zum Beispiel die gemeinsame Errichtung oder Instandsetzung von Gebauden oder das gemeinsame Bewirtschaften von Garten und landwirtschaftlichen Flachen Religionsunterricht gibt es an den Schulen nicht jedoch ist seit Ende der 1990er Jahre die Eroffnung von privat betriebenen religiosen Schulen und Kindergarten zu beobachten Da sich in China niemand offiziell zu einer Konfession bekennen soll gibt es keine amtlichen Angaben und keine seriosen Statistiken uber Zahlen von Religionsanhangern Samtliche Studien und Hochrechnungen chinesischer und auslandischer Institutionen beruhen auf Schatzungen und Umfragen die teilweise erheblich voneinander abweichen Zudem sind die Grenzen zwischen den unterschiedlichen Glaubensrichtungen in China oft fliessend So ist es in mehreren chinesischen Regionen nicht ungewohnlich dass sich Glaubige zu verschiedenen Religionen bekennen Hierzu gibt es das chinesische Sprichwort Ein Chinese ist Konfuzianer wenn es ihm gut geht er ist Taoist wenn es ihm schlecht geht und er ist Buddhist im Angesicht des Todes Insofern ist die religiose Szene in China sehr vielfaltig und kann keinesfalls als homogene Kultur betrachtet werden Stark verbreitet ist der Shenismus ein Gemisch aus religiosen und philosophischen Praktiken Taoismus und Konfuzianismus sind zwei Beispiele fur philosophische Uberzeugungen in China die religiose Elemente tragen Aspekte des Rituals und des Glaubens uber das Jenseits existieren unabhangig von den Philosophien Abgesehen von den europaischen steht im Zentrum aller praktizierten Religionen in China seit alters her kein unsichtbarer Gott sondern stets das Leben die Erde das Gluck und die Harmonie 110 111 Politik Bearbeiten Hauptartikel Politisches System der Volksrepublik China Mao Portrat am Tor des Himmlischen Friedens dem Eingang zur Verbotenen Stadt 2008 Die Volksrepublik China ist eine zentralistische Parteidiktatur unter Prasident Xi Jinping 112 Die chinesische Staatsorganisation ist formal in der Verfassung der Volksrepublik China verankert Zwar sind mehrere politische Parteien in der Volksrepublik China zugelassen jedoch hat die Kommunistische Partei Chinas im Rahmen der Einheitsfront die Fuhrung uber die anderen Blockparteien inne 113 Damit handelt es sich bei der Volksrepublik China um einen sozialistischen Einparteienstaat bei dem die Entscheidungen zuerst von der Kommunistischen Partei Chinas gefallt werden Erst danach werden die grundsatzlichen politischen Ziele in der Verfassung niedergelegt und die politischen Vorgaben im Staatsapparat umgesetzt Laut der Verfassung ist der Staat nach dem Prinzip des demokratischen Zentralismus organisiert Eine Gewaltenteilung in Legislative Exekutive und Judikative existiert nicht sondern eine Gewaltenverschrankung 114 Kommunistische Partei Bearbeiten Hauptartikel Kommunistische Partei Chinas Delegierte des 18 Nationalkongresses November 2012 Die Kommunistische Partei Chinas wurde 1921 gegrundet und halt seitdem alle funf Jahre Parteitage ab auf denen die Politik festgelegt wird Die Kommunistische Partei Chinas wird durch den Generalsekretar gefuhrt und vertreten der meistens zugleich den Posten des Prasidenten der VR China innehat Seit 2012 ist Xi Jinping Generalsekretar der Kommunistischen Partei Chinas Staatsprasident und oberster Befehlshaber der Armee 115 Auf den Parteitagen wird der Standige Ausschuss des Politburos gewahlt der aus sieben Personen besteht und das Machtzentrum der Volksrepublik China ist Gewahlt wird der Standige Ausschuss aus den Reihen des Politburos der 25 Mitglieder hat Das Politburo wird vom ungefahr 200 Mitgliedern umfassenden Zentralkomitee alle funf Jahre gewahlt Das Zentralkomitee wird auf den Parteitagen von den daran teilnehmenden 3000 Delegierten auserkoren 116 Die Delegierten werden von den verschiedenen Parteiorganisationen entsandt Sobald drei Parteimitglieder zusammenkommen bilden sie eine Basisorganisation der Kommunistischen Partei Der gesamte Staatsapparat findet sich in einer Parallelstruktur in der Partei wieder d h innerhalb aller staatlichen Organe bestehen parallele Organisation der Partei die die eigentlichen Entscheidungen fallen 117 Im Jahr 2016 zahlte die Kommunistische Partei Chinas 89 Millionen Mitglieder 118 Die Mitgliederstruktur hat sich in den letzten Jahren verandert da nun Parteikader Arbeiter Privatunternehmer und ein hoher Anteil Studierender die Heterogenitat der chinesischen Gesellschaft widerspiegeln Bis zum Jahr 2014 wurden Parteimitglieder aufgrund ihrer wirtschaftlichen politischen oder wissenschaftlichen Position ausgesucht Seit 2014 ist das Kriterium der Loyalitat gegenuber der Partei fur den Beitritt ausschlaggebend 119 Unter Xi Jinping hat die Kommunistische Partei das Ziel den Chinesischen Traum zu verwirklichen Mit dem Dokument Nummer 9 wird in einem parteiinternen Strategiepapier vor der Einflussnahme durch die westliche Welt gewarnt 120 Der Beginn der Ara Xi zeichnet sich ferner durch die rigide Antikorruptionskampagne aus mit der Xi sich viele Feinde in der Partei geschaffen haben wird 121 Auf dem Parteitag im Herbst 2017 wurde beschlossen dass die Begrenzung auf zwei Wahlperioden fur eine Prasidentschaft entfallt Dieser Beschluss wurde auf dem Nationalen Volkskongress im Jahr 2018 in die Verfassung aufgenommen Damit kann Xi bis an sein Lebensende Prasident der Volksrepublik China bleiben Diese Entscheidung wurde teilweise als Ruckschritt zur Personenherrschaft wie unter Mao Zedong gesehen 122 Bis zur Prasidentschaft von Xi Jinping wurde von einem parteiinternen Gleichgewicht in Form von collective leadership ausgegangen Mit der Aufhebung der Altersgrenzen wurde diese kollektive Fuhrung aufgegeben Begrundet wurde diese Entscheidung damit dass Stabilitat Vorrang habe da es Probleme mit der Trennung von Partei und Staat gebe 123 Analysten gehen davon aus dass es zum Ende der Ara Hu Jintaos Fraktionskampfe innerhalb der Partei gegeben hat Es gibt Geruchte die auf einen vereitelten Staatsstreich im Jahr 2011 hinweisen 124 125 Mit der Antikorruptionskampagne hat Xi mogliche Gegner beseitigt gleichzeitig unterminiere die Korruption die Legitimation der Kommunistischen Partei so dass ihm keine andere Wahl bliebe Allerdings muss er dafur die Kontrolle uber die Politik und die Wirtschaft haben Xi setzt politische Kontrolle uber okonomisches Wachstum Damit steckt die Fuhrung jedoch in einem Dilemma einerseits mussen sie die Eigenmachtigkeit der oligarischen Wirtschaftscliquen unterbinden indem Korruption geahndet wird gleichzeitig sind sie aber auf diese Wirtschaftscliquen angewiesen um den Staatsapparat funktionsfahig zu erhalten 126 Staatsaufbau Bearbeiten Hauptartikel Nationaler Volkskongress Hauptartikel Standiger Ausschuss des Nationalen Volkskongresses Hauptartikel Staatsrat der Volksrepublik China Hauptartikel Politische Konsultativkonferenz des chinesischen Volkes Die Grosse Halle des Volkes auf dem Tian anmen Platz ist das Parlamentsgebaude der Volksrepublik 2016 Xi Jinping der gegenwartige Staats und Parteichef der Volksrepublik China 2013 Laut ihrer Verfassung ist die Volksrepublik China ein sozialistischer Staat unter der demokratischen Diktatur des Volkes Die Verfassungsanderungen 1993 1999 2004 2012 und 2018 betonen unverandert die absolute Fuhrung der Partei Daruber hinaus steht in der Praambel dass das Prinzip der sozialistischen Marktwirtschaft angestrebt Privateigentum und Menschenrechte geschutzt werden sowie die Herrschaft durch das Recht angestrebt wird 127 Das laut Verfassung hochste Staatsorgan ist der Nationale Volkskongress die Legislative der Volksrepublik China Die Abgeordneten wahlen den Staatsprasidenten den Ministerprasidenten sowie weitere Fuhrungspersonlichkeiten Es verabschiedet Gesetze von grundlegender Bedeutung und stimmt uber Rechenschaftsberichte der Exekutive ab Der Nationale Volkskongress hat circa 3000 Abgeordnete und tritt im Regelfall einmal im Jahr Anfang Marz zusammen Das Arbeitsorgan des Volkskongresses ist der Standige Ausschuss des Nationalen Volkskongresses der alle zwei Monate tagt und die meisten Gesetze verabschiedet Der Nationale Volkskongress wird als Abstimmungsmaschine bezeichnet allerdings existieren auch Kontroversen wie z B beim Drei Schluchten Staudamm Projekt im Jahr 1992 128 Andere Wissenschaftler halten diese Bezeichnung daher nicht unbedingt fur gerechtfertigt da gerade bei Personalentscheidungen Gegenstimmen erhoben wurden 129 Volkskongresse werden auf allen Ebenen gewahlt d h auf Provinz Bezirks und Kreisebene Die zu Wahlenden werden von der Partei vorgegeben Nur auf der Kreis und Dorfebene sind freie Wahlen moglich 130 Die Politische Konsultativkonferenz der Volksrepublik China wurde 1946 gegrundet und war bis 1954 das Legislativorgan der Volksrepublik China Seitdem hat sie nur noch beratende Funktion Sie tagt parallel oder nach dem Nationalen Volkskongress jahrlich im Marz 131 Das hochste Amt der Volksrepublik China ist das des Staatsprasidenten Er unterschreibt die vom Nationalen Volkskongress verabschiedeten Gesetze die erst dadurch in Kraft treten Ausserdem ernennt und entlasst er den Ministerprasidenten und dessen Stellvertreter die Staatskommissare sowie die Minister Nur er kann den Kriegszustand erklaren Staatsprasident ist seit 2013 Xi Jinping der zugleich als Generalsekretar der KPCh fungiert Als Ministerprasident leitet Li Keqiang den Staatsrat Vorsitzender des Nationalen Volkskongresses ist Li Zhanshu 132 Das zentrale Verwaltungsorgan ist der Staatsrat Der Ministerprasident steht dem Staatsrat vor und leitet dessen Arbeit Er ist formal als Vertreter des Staatsrats im Nationalen Volkskongress rechenschaftspflichtig Vier Vizeministerprasidenten Staatssekretare und die Minister unterstutzen den Ministerprasidenten und sind ihm gegenuber verantwortlich Die Provinzen und Autonomen Regionen besitzen eigene Regierungen und Volkskongresse Der Aufbau die Arbeitsweise und die Kompetenzen der Provinzregierungen entsprechen in der Grundstruktur der zentralstaatlichen Ebene 133 Verwaltungsgliederung Bearbeiten Hauptartikel Administrative Gliederung der Volksrepublik China Administrative Gliederung der Volksrepublik China Die Administrative Gliederung besteht aus sechs Ebenen Sie unterteilen sich unterhalb der Nationalebene wie folgt Provinzebene mit 22 Provinzen funf Autonome Regionen und vier regierungsunmittelbare Stadte Die zwei Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macau werden ebenfalls auf dieser Ebene angesiedelt Sie werden nach dem Grundsatz Ein Land zwei Systeme verwaltet und besitzen eigene Verfassungen und Gesetze Daruber hinaus haben 15 Stadte Sonderwirtschaftszonen mit Sonderrechten Gemass der offiziellen Darstellung der Volksrepublik China ist Taiwan die 23 Provinz der Volksrepublik Bezirksebene mit 45 Autonomen Bezirken und Aimags sowie 288 bezirksfreien Stadten Kreisebene mit 1596 Kreisen autonome Kreisen Bannern und Sondergebieten sowie 361 Kreisfreien Stadten und 897 Stadtbezirken Gemeindeebene mit 32 685 Grossgemeinden Gemeinden Nationalitatengemeinden und Sums daneben 7696 Strassenviertel 134 Dorfebene in unbekannter Anzahl 135 Die Zentralregierung gibt die Politik mit Anordnungen und Rahmengesetzen vor Allerdings sind diese fur die Lokalregierungen nicht rechtlich verpflichtend sondern sie setzen die Politik mit einer eigenen Gesetzgebung durch ihre Volkskongresse um Sanktionen bei Nichterfullung sind nur in Form von Personalentscheidungen moglich Artikel 89 der Verfassung gibt dem Staatsrat die Befugnis Normen oder Entscheidungen der lokalen Behorde zu revidieren 136 Allerdings kommt es nicht vor dass Kompetenzkonflikte offen ausgetragen werden 137 Konflikte werden in Verhandlungen zwischen Zentrale und Lokalregierungen beigelegt 136 Deshalb wird die Volksrepublik teils als informeller Foderalismus bezeichnet Mit der Amtseinfuhrung von Xi Jinping ist eine Rezentralisierung intendiert Es gibt keine Schritte in Richtung eines formellen Foderalismus 138 Allerdings sind die Verwaltungsstrukturen fragmentiert so dass ein Durchregieren nicht moglich ist sondern jede politische Entscheidung auf Verhandlungsbasis umgesetzt wird oder eben auch nicht 139 Rechtssystem Bearbeiten Siehe auch Gerichtsorganisation in der Volksrepublik China Oberstes Volksgericht in Peking 2013 Gerichtsgebaude in Haikou Provinz Hainan 2012 In der chinesischen Normenhierarchie stehen die Entscheidungen der Kommunistischen Partei China uber denen der Rechtsorgane 140 Auf nationaler Ebene werden die Gesetze vom Nationalen Volkskongress und seinem Standigen Ausschuss verabschiedet Diese Gesetze werden dann von den lokalen Volkkongressen in eigene Gesetze gegossen Die Umsetzung der zentralen Vorgaben auf lokaler Ebene wird nur durch eine Prufungskommission des Nationalen Volkskongresses untersucht die nach Vorankundigung in die Provinzen entsandt wird 141 Nach der chinesischen Verfassung und dem Organisationsgesetz fur Volksgerichte sind Volksgerichte die Organe der Rechtsprechung des Staates Es existieren auf den verschiedenen Ebenen Volksgerichte Mittlere Volksgerichte Sondervolksgerichte und Obere Volksgerichte Die hochste rechtliche Instanz ist das Oberste Volksgericht in Peking das die Rechtsprechung der Volksgerichte beaufsichtigt bzw die Rechtsprechung auslegt 142 Zwar hat Xi Jiping Rechtsreformen versprochen aber diese entsprechen nicht einer Rechtsherrschaft sondern nutzen Recht als Mittel Repressalien und Zensur haben seit seinem Amtsantritt zugenommen obwohl chinesische Burger sich starker als vor 20 Jahren ihrer Rechte bewusst sind und versuchen diese einzufordern 143 Deutschland hat im Jahr 1999 mit der Volksrepublik China einen Deutsch Chinesischen Rechtsstaatsdialog begonnen um sich uber Fragen des Rechts auszutauschen 144 Menschenrechte Bearbeiten Hauptartikel Menschenrechte in der Volksrepublik China und Todesstrafe in der Volksrepublik China Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International und Human Rights Watch werfen der Volksrepublik zahlreiche Verletzungen grundlegender Menschenrechte vor Besonders seit dem Massaker vom 4 Juni 1989 auf dem Tian anmen Platz wird die Menschenrechtslage in der Volksrepublik China kritisiert 145 Mit tausenden Hinrichtungen ist die Volksrepublik China weltweit das Land in dem die Todesstrafe am haufigsten vollzogen wird Die genauen Zahlen lassen sich nur schatzen da die konkrete Zahl der Hinrichtungen ein Staatsgeheimnis ist 146 Formell hat die chinesische Regierung die Menschenrechtskonventionen der Vereinten Nationen grosstenteils ratifiziert 147 Laut Artikel 33 Absatz 3 der chinesischen Verfassung von 2004 respektiert und gewahrleistet der Staat die Menschenrechte 148 Nach chinesischer Lesart verleiht und schutzt der Staat die Menschenrechte die aber nicht gegen die Interessen anderer Burger und den Staat gerichtet sein durfen 149 Damit hat das subjektive Recht in der Volksrepublik China keine Prioritat Besondere Aufmerksamkeit erhielten Falle wie die Umerziehungslager in Xinjiang die Unterdruckung von Uiguren und Tibeter der Organraub an Falun Gong Praktizierenden in China die Systeme der Umerziehung durch Arbeit und Verhaftung und Ruckfuhrung das Sozialkredit System oder die Geburtenkontrolle im Rahmen der Ein Kind Politik Militar Bearbeiten Hauptartikel Volksbefreiungsarmee Flagge der Volksbefreiungsarmee Die Volksbefreiungsarmee wurde 1927 gegrundet und half der Kommunistische Partei wahrend des revolutionaren Kampfes vor 1949 und bei der Konsolidierung ihrer Herrschaft nach 1949 Die Volksbefreiungsarmee ist die personell grosste Armee der Welt Sie besteht aus Heer Marine Luftwaffe und Raketenstreitkraften Die Volksrepublik China ist eine Nuklearmacht Sie hat den Atomwaffensperrvertrag abgeschlossen und den uneingeschrankten Verzicht auf den Ersteinsatz erklart Die Zentrale Militarkommission koordiniert die Verteidigungspolitik formuliert die Militardoktrin und ubernimmt im Kriegsfall das Oberkommando 150 Oberster Befehlshaber ist Xi Jinping als Vorsitzender der Zentralen Militarkommission 151 Fur das Jahr 2017 schatzte das Stockholmer internationale Friedensforschungsinstitut die Ausgaben fur das Militar der Volksrepublik China 1544 Milliarden Yuan bzw 1 9 Prozent des Bruttoinlandsproduktes 152 Innenpolitik Bearbeiten Siehe auch Zensur in der Volksrepublik China Die politischen Ziele werden in Funfjahresplanen festgelegt Sie geben Anhaltspunkte uber die politische Richtung der kommenden funf Jahre Der laufende Funfjahresplan geht von 2015 bis 2020 und der neue 14 Funfjahresplan der sich auf den Zeitraum von 2021 bis 2025 bezieht wird gerade erarbeitet 153 Unter dem Prasidenten Xi Jinping haben sich seit 2012 Restriktionen in allen Bereichen verscharft Fur die Partei ist die Korruptionsbekampfung uberlebensnotwendig geworden da mit den Wirtschaftsreformen die Korruption in hohem Masse zugenommen hat Xi Jinping hat im Jahr 2012 die Antikorruptionskampagne initiiert Zahlreiche Verfahren wegen Korruption wurden eroffnet und hohe Politiker Zhou Yongkang Bo Xilai verurteilt Ohne die Zustimmung der Partei waren diese Disziplinarverfahren nicht moglich 154 Die Kehrseite der Antikorruptionskampagne ist ein Beamtenapparat der nur noch bedingt funktionsfahig ist da er keine Entscheidungen mehr fallt weil die Angst der Korruption bezichtigt zu werden die Beamten lahmt 155 Mit der Operation Fuchsjagd werden chinesische Staatsburger seit 2014 im Ausland verfolgt wenn sie sich mit staatlichen Gelder in das Ausland abgesetzt haben 156 Im Prinzip hat Xi damit die Antikorruptionskampagne auf die Welt ausgeweitet 157 Nach dem Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International e V belegt die VR China 2019 unter 180 Landern den 80 Platz 158 Die Internetzensur der Volksrepublik gilt als eine der strengsten der Welt Facebook Google Twitter YouTube Skype und Wikipedia sind in China verboten Suchmaschinen filtern fur die Regierung heikle Suchanfragen heraus 159 Gezielt werden chinesische Social Media Apps eingesetzt Die Organisation Reporter ohne Grenzen stufte 2020 die Volksrepublik im Ranking der Pressefreiheit auf Platz 177 von 180 ein und gab fur 2020 die Zahl der bisher inhaftierter Journalisten in China mit 67 und der inhaftierten bloggenden Burgerjournalisten mit 46 Personen an 160 Uberwachung Bearbeiten In den Stadten werden Uberwachungskameras grossflachig auf Strassen und offentlichen Platzen installiert 161 Hatte der chinesische Staat zur Jahreshalfte 2017 nach Schatzungen 176 Millionen Kameras aufgestellt 162 verdoppelte sich die Anzahl der Uberwachungskameras im darauf folgenden Jahr 163 Schatzungen von bis einschliesslich des Jahres 2020 installierten Kameras liegen zwischen 567 und 600 Millionen 163 164 Zur Auswertung der Bilder nutzt die chinesische Polizei unter anderem die Bild bzw Gesichtserkennungssoftware von Megvii und SenseTime 165 166 Parallel wird das Sozialkredit System seit 2020 eingefuhrt bei dem die Burger fur sozial adaquates Verhalten Punkte erhalten und bei Verstossen gegen die Moral oder bei Kritik an der Partei Punkte abgezogen bekommen Wer wenige Sozialkreditpunkte hat wird bei der Buchung von Reisetickets o a benachteiligt 167 Aussenpolitik Bearbeiten Hauptartikel Aussenpolitik der Volksrepublik China G20 Gipfel in Hamburg 2017 Ehepaar Xi in erster Reihe Xi Jingping mit Ehefrau Peng Liyuan wahrend eines Besuchs 2017 in Palm Beach bei Melania und Donald Trump Dilma Rousseff Manmohan Singh Wladimir Putin Xi Jinping und Jacob Zuma beim BRICS Gipfel 2013 in Sankt Petersburg Die Aussenpolitik der Volksrepublik China ist gekennzeichnet durch das Bestreben Weltmacht zu sein sowie sich geostrategisch Ressourcen und Handelswege zu sichern In der Beziehung zu anderen Staaten wird streng die Ein China Doktrin vertreten Das heisst jeder Staat der mit der Volksrepublik China Handel treiben oder diplomatische Beziehungen eingehen mochte darf die Republik China auf Taiwan nicht als eigenstandigen Staat anerkennen andernfalls hat er mit Sanktionen zu rechnen 168 Als bevolkerungsreichstes Land der Erde standiges Mitglied des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen Nuklearmacht und wachsende Volkswirtschaft strebt China verstarkt nach Mitwirkung in allen bedeutenden weltpolitischen Fragen und verfolgt dabei selbstbewusst seine nationalen Interessen Die Volksrepublik China ist Mitglied der G20 und der BRICS Staaten Ein wichtiges Projekt seit 2013 ist dabei die Neue Seidenstrassen Initiative One Belt One Road bei der zunachst entlang der alten Seidenstrasse eine Handelsroute von der Volksrepublik China nach Europa angestrebt und gebaut wurde Diese Handelsroute geht aber inzwischen uber diese alte Seidenstrasse hinaus und umfasst mittlerweile fast alle Teile der Welt Ebenso beschrankt sie sich nicht mehr auf Handel sondern hat auch den Zugriff auf Ressourcen politischen und militarische Einfluss zum Ziel Die hiermit verbundenen Investitionsprojekte wie die 17 1 Initiative in Osteuropa oder der Hafen von Piraus in Griechenland werden haufig auch als Druckmittel benutzt 169 In diesem Zusammenhang wurde im Jahr 2016 von der Volksrepublik China ausgehend die Asian Infrastructure Investment Bank AIIB gegrundet 170 Im Jahr 2011 hat China durch seine Entwicklungsfinanzierung die USA als grossten Handelspartner Afrikas abgelost 171 172 Seit der Amtseinfuhrung von Donald Trump im Jahr 2016 sind die sino amerikanischen Beziehungen auf einem Tiefpunkt Seit 2018 besteht der Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und der Volksrepublik China der aufgrund der engen finanz und wirtschaftspolitischen Verzahnung der beiden Staaten gravierende Auswirkungen auch auf den Rest der Welt hat Reibungspunkte bestehen ferner im Sudchinesischen und Ostchinesischen Meer wo China zunehmend aggressiv auftritt 173 Wahrend der COVID 19 Pandemie regte sich Kritik dass China Informationen bezuglich des Virus zuruckgehalten habe und bei der Verteilung von medizinischen Schutzgutern Lander unter Druck setze wenn diese Kritik an der Aussenpolitik Chinas ubten 174 175 Die chinesisch deutschen Beziehungen sind durch enge wirtschaftliche Verflechtungen gekennzeichnet 10 Im politischen Bereich finden regelmassige Konsultationen statt wie z B beim Deutsch Chinesischen Rechtsstaatsdialog Allerdings zeigen sich auch in diesem Verhaltnis seit 2016 Konfliktfelder wie z B eine deutliche Zunahme chinesischer Investitionen die fur die Deutschen mit der Angst des Know How Abflusses verbunden ist siehe etwa der Fall Kuka Chinas Weigerung sich im Sudchinesischen Meer internationalem Recht zu unterwerfen und schliesslich offene Kritik Chinas am liberalen Gesellschaftsmodell 176 Die chinesische Einflussnahme auf andere Staaten und Gesellschaften wird daher zunehmen als Systemkampf bezeichnet 177 178 Das Verhaltnis zwischen China und Sudkorea sowie Nordkorea ist seit 2013 schwieriger geworden Seit 2016 stimmt China verscharften UN Sanktion gegenuber Nordkorea zu obwohl Nordkorea als kommunistischer Staat ein sozialistischer Bruderstaat ist Im Prinzip mochte die Volksrepublik den Status quo der Situation erhalten Zumal bei einem Zusammenbruch Nordkoreas von Fluchtlingsstromen in die Volksrepublik China auszugehen ist Die chinesisch japanischen Beziehungen bleiben angespannt Der Streit entzundet sich haufig an Diaoyu Senkaku Inseln im Ostchinesischen Meer Es geht um historisch volkerrechtliche Kontroversen und Ressourcen 179 Zu den weiteren Nachbarstaaten wie Russland hat sich auch aus uberlappenden geostrategischen Interessen das Verhaltnis entspannt die Chinesisch russischen Beziehungen sind durch historische Auseinandersetzungen jedoch vorbelastet Pakistan ist ein enger Verbundeter der Volksrepublik Die Chinesisch indische Beziehungen sind wegen territorialer Grenzstreitigkeiten konfliktreich und fuhrten zuletzt sogar zu vereinzelten militarischen Auseinandersetzungen 180 Nachrichtendienste Das Ministerium fur Staatssicherheit 國家安全部 国家安全部 Guojia Anquanbu ist als straff organisierter ziviler Dienst fur die Auslandsaufklarung sowie fur die innere Sicherheit zustandig Es untersteht dem Staatsrat Residenturen der chinesischen Auslandsaufklarung befinden sich in den Botschaften beziehungsweise Konsulaten in Deutschland zum Beispiel in der chinesischen Botschaft in Berlin Der Militarnachrichtendienst die Abteilung zwei Informationen der Generalplanungsabteilung chinesisch 總參謀部 总参谋部 Pinyin Zǒngcanmoubu der Volksbefreiungsarmee unterhalt ebenfalls Auslandsvertretungen 181 Taiwan Konflikt Bearbeiten Hauptartikel Taiwan Konflikt Die Taiwan Frage ist ein Problem aus dem chinesischen Burgerkrieg in dessen Endphase sich die nationalistische Regierung auf die Insel Taiwan zuruckzog und dort eine Militardiktatur errichtete wahrend auf dem Festland die Volksrepublik ausgerufen wurde Die Ruckkehr Taiwans zur Volksrepublik China ist im chinesischen Nationalismus fest verankert und ist Ziel der chinesischen Fuhrung 182 Neben dem Konflikt auf der koreanischen Halbinsel ist die Taiwan Frage die grosste sicherheitspolitische Herausforderung in Ostasien 183 Unter dem Schlagwort Ein China Prinzip sind sich die Regierungen beiderseits der Taiwan Strasse einig dass es nur ein einziges China gibt dass aber unterschiedliche Ansichten daruber herrschen wer die legitime Regierung dieses einen Chinas ist Die Regierung der Volksrepublik beabsichtigt seit Deng Xiaoping Taiwan unter dem Prinzip Ein Land zwei Systeme mit dem Festland zu vereinigen wobei Taiwan eine weitergehende Autonomie zugesagt wurde als Hongkong nach der Ruckgabe durch Grossbritannien Die taiwanische Bevolkerung betrachtet dies als Unterwerfungsstrategie und misstraut den Versprechungen aus Peking 184 Peking behalt sich den Einsatz von Gewalt unter bestimmten Voraussetzungen vor dazu gehoren eine nukleare Aufrustung Taiwans oder konkrete Schritte der Regierung in Taipeh zur Unabhangigkeit Das militarische Gleichgewicht andert sich standig zu Gunsten von Peking 183 Die USA haben eine politische Zusage zur Unterstutzung von Taiwan geleistet 185 Die Strategie der Volksrepublik ist es Taiwan wirtschaftlich vom Festland abhangig zu machen den gesellschaftlichen Austausch zu fordern Taiwan diplomatisch zu isolieren der Insel militarisch zu drohen und die USA in ihrem Sinne zu beeinflussen 186 Seit Beginn der Offnungspolitik haben taiwanische Firmen auf dem Festland mehr als 200 Milliarden US Dollar investiert sie beschaftigen etwa 14 Millionen chinesische Arbeiter Etwa 60 Prozent der taiwanischen Direktinvestitionen im Ausland gehen in die Volksrepublik etwa ein Viertel des taiwanischen Aussenhandels wird mit der Volksrepublik abgewickelt Das Kalkul Pekings taiwanische Geschaftsleute und Unternehmen wurden bei der taiwanischen Regierung im Sinne Pekings intervenieren ist jedoch nicht aufgegangen 187 Seit dem Anfang 2016 Tsai Ing wen von der Demokratischen Fortschrittspartei als Prasidentin Taiwans gewahlt wurde verschlechtern sich die Beziehungen da sie den Status quo anstrebt Tsai wurde Anfang 2020 wiedergewahlt 188 Gesellschaft BearbeitenEinkommen und Verteilung Bearbeiten Index der menschlichen Entwicklung in China von 1970 bis 2010 Jahrliches verfugbares Pro Kopf Einkommen 2014 je Region Mit einem Pro Kopf Einkommen von 54 US Dollar gehorte der Staat 1949 bei seiner Grundung zu den armsten Landern der Erde Uber 80 Prozent der Bevolkerung waren besitzlose Bauern Tagelohner und Wanderarbeiter Mit Beginn der Wirtschaftsreformen verbesserten sich die Lebensumstande und der Wohlstand ab den 1980er Jahren Laut Angaben der Weltbank wandelte sich die Volksrepublik China innerhalb von 30 Jahren von einem Entwicklungsland zu einem Land mit einem Einkommensniveau im oberen Mittelfeld 189 Der vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen ermittelte Index der menschlichen Entwicklung Human Development Index der Indikatoren wie Lebenserwartung Bildung und Gesundheit einbezieht stieg 2019 auf 0 758 womit China Platz 85 belegt 190 Gemass dem World Wealth Report stieg die Anzahl der US Dollar Millionare in China 2019 auf 4 4 Millionen Personen an 191 Damit gehort die Volksrepublik China hinter den USA und Japan zu den drei Landern mit den meisten Millionaren auf der Welt 192 Gemessen an der Bevolkerungsdichte lebten 2016 in Hongkong so viele Dollar Millionare wie nirgends sonst auf der Welt 193 Im Jahr 2017 hatten die Haushalte durchschnittlich Konsumausgaben von 22 902 RMB umgerechnet knapp 3000 Euro Stand April 2020 pro Jahr zur Verfugung In den Stadten waren es 31 032 RMB und auf dem Land 11 704 RMB 194 Je nach Berechnungsmethode liegt der Gini Koeffizient fur die Einkommensungleichheit zwischen 42 2 Prozent 195 und 61 Prozent wobei die Weltbank Werte oberhalb von 40 Prozent als bedenklich betrachtet Im Jahre 1980 lag die Ungleichverteilung des Einkommens noch bei 32 Prozent 196 Diese Entwicklung fuhrt zu Unzufriedenheit in der Bevolkerung und zu sozialen Protesten Die chinesische Regierung versucht mit sozialpolitischen Massnahmen wie Uberwachung und Zensur gegenzusteuern 197 Soziale Sicherheit Bearbeiten Hauptartikel Sozialversicherung VR China Mittlere Lebenserwartung 198 Jahr Lebenserwartung Jahre 1950 43 81955 44 51960 44 61965 55 51970 61 71975 65 51980 67 81985 68 91990 69 71995 70 92000 73 12005 74 72010 75 72015 75 9 Das soziale Sicherungsnetz besteht aus einer staatlich organisierten Sozialversicherung welche die Risiken Krankheit Alter Arbeitslosigkeit Unfall und Mutterschaft abdeckt und der sozialen Hilfe die Existenzsicherung gewahrt Zwar trat im Jahr 2011 ein Sozialversicherungsgesetz landesweit in Kraft aber die konkrete Ausgestaltung der verschiedenen Sozialversicherungszweige hangt von der jeweiligen Lokalregierung ab 199 Die staatliche Sozialversicherung sichert lediglich Arbeitnehmer ab Fur Kinder Studierende Selbstandige sowie fur die Landbevolkerung und generell fur jeden Burger der kein Arbeitnehmer ist wurde ab 2009 eine freiwillige Krankenversicherung eingefuhrt bei der der Staat die Halfte der Beitrage ubernimmt und die andere Halfte von dem jeweiligen Versicherten aufzubringen ist der diese Versicherung freiwillig abschliessen darf Auf diese Weise will die chinesische Regierung bis 2020 die gesamte chinesische Bevolkerung in eine Gesundheitsversorgung integrieren 200 201 Seit Ende der 1990er Jahre tritt das Phanomen der stadtischen Armut in der Volksrepublik auf so dass ein staatliches Sozialhilfesystem aufgebaut wurde Existenzsicherung zahlt zur sozialen Hilfe Diese umfasst die Katastrophenhilfe Unterstutzung fur Armutsgebiete und fur Familien mit niedrigem Einkommen welche vornehmlich als Unterhalt fur arme und alleinstehende alte Menschen Behinderte und Waisenkinder gewahrt wird Die Hilfen werden in Dienst Sach und Geldleistungen erbracht Leistungsvoraussetzung ist dass sie nach dem Subsidiaritatsprinzip kein Recht auf Unterhaltszahlung durch Verwandte haben Der Haushaltsvorstand einer bedurftigen Familie muss bei der entsprechenden Behorde oder dem Einwohnerkomitee den Antrag auf Mindestlebensunterhalt stellen der von diesen bezuglich der Angaben zu seiner personlichen Situation kontrolliert wird Personliche und gesellschaftliche Kontrollen sind durch das Einwohnerkomitee vorgesehen 202 Ergebnisse in der Feldforschung zeigen das die Existenzsicherung dazu genutzt wird ehemalige Haftlinge oder Andersdenkende in ihren Ansichten uber den Staat zu beeinflussen 203 Ein Entwurf zu einem Sozialhilfegesetz besteht aber es wurde noch nicht verabschiedet 204 Gesundheitswesen Bearbeiten Hauptartikel Gesundheitssystem der VR China und Traditionelle chinesische Medizin Medizinische Notfallkrafte beim Einsatz nach dem Erdbeben in Sichuan 2008 Mobiler Blutspendedienst in Shanghai 2009 Bei Grundung der Volksrepublik lag die Lebenserwartung bei durchschnittlich 40 Jahren Dazu trugen mangelhafte Ernahrung kaum vorhandene medizinische Versorgung und damit verbunden die hohe Verbreitung von ubertragbaren Krankheiten bei Die durchschnittliche Lebenserwartung der chinesischen Bevolkerung stieg aufgrund der besseren Lebensverhaltnisse und medizinischen Versorgung bis 2015 auf 76 34 Jahre Ubergewicht Atemwegserkrankungen Krebs Schlaganfall Herzinfarkt Rauchen ungesundes Essen tragen auch in China zu Beeintrachtigung der Gesundheit bei 205 Tuberkulose zahlt weiter zu den bedrohlichen Infektionskrankheiten in China 206 Die SARS Pandemie 2002 2003 offenbarte die Mangel im Gesundheitssystem Die COVID 19 Pandemie in der Volksrepublik China hat im Dezember 2019 in der Stadt Wuhan ihren Ausgang genommen Sie entwickelte sich von China zu einer weltweiten COVID 19 Pandemie 2017 existierten landesweit rund 28 000 Krankenhauser etwa 4000 Kliniken fur traditionelle chinesische Medizin 37 015 Krankenstationen 33 965 ortliche Gesundheitsstationen und 195 176 Ambulanzen 207 Finanziert werden die Institutionen durch Beitrage der Krankenversicherung staatliche Subventionen und den Verkauf von Medikamenten Problematisch ist die Bereitstellung von ausreichenden Fachkraften was teils an der Bezahlung des medizinischen Personals liegt Dies fuhrt zu einer geringen Qualitat der medizinischen Behandlungen 208 IT Losungen wie E Health Systeme Telegesundheit und E Learning werden in Strategiepapieren als mogliche Losung fur grossere Effizienz in den Krankenhausern gesehen 209 Eine zentrale Einrichtung des Gesundheitsschutzes ist das Chinesische Zentrum fur Krankheitskontrolle und pravention Diese Einrichtung arbeitet mit auslandischen Forschungseinrichtungen zusammen 210 Die Zentralregierung fordert seit 2016 verstarkt die traditionelle chinesische Medizin TCM um die Gesundheitsausgaben zu reduzieren 205 Bildung Bearbeiten Hauptartikel Schulsystem in der Volksrepublik China Englischunterricht in einer Mittelschule in Chongqing Provinz Sichuan 2015 Chinesische Landschulbusse 2016 Universitat in Shihezi Autonome Region Xinjiang 2012 Das Ministerium fur Bildung in Peking ist verantwortlich fur den Bildungssektor Die Ausgestaltung der Bildungspolitik obliegt den Provinzen und Autonomen Regionen Kulturhoheit 211 Wie in vielen anderen offentlichen Bereichen fand in der Bildungsverwaltung der Volksrepublik China eine starke Deregulierung statt Kompetenzen wurden an untere Ebenen abgegeben und diese haben die Bildungsnormen in finanzieller personeller und inhaltlicher Hinsicht autonom umzusetzen 212 Die Bildungsausgaben in der Volksrepublik China sind seit 2005 deutlich gestiegen 2017 wurden bereits 4 14 Prozent des Bruttoinlandsproduktes in den Bildungsbereich investiert Damit lag China in etwa gleichauf mit Deutschland beide Lander investieren allerdings deutlich unter dem Jahresdurchschnitt der OECD von 5 3 Prozent 211 2001 erreichte die Volksrepublik China einen Alphabetisierungsgrad von 98 Prozent der Bevolkerung 213 Seit 2009 belegt China in den Top Ten der Ergebnis Tabellen der PISA Studien regelmassig Spitzenplatze 214 Das Schulsystem umfasst Vorschulen Grundschulen und Sekundarschulen die insgesamt mindestens neun und hochstens zwolf Jahre lang besucht werden sowie Universitaten Neben den offentlichen Schulen ist ein umfangreiches Netz von Privatschulen entstanden Problematisch ist das gerade auf dem Land die Schulkinder unter Eisenmangel parasitare Darmwurmer leiden sowie keine Brillen haben weshalb sie Schwierigkeiten haben zu lernen 215 In landlichen Regionen verfehlen 53 der Babys und Kleinkinder den Bayley Test und haben damit keine adaquaten kognitiven sprachlichen und emotionalen Fahigkeiten fur ihr Alter was ihre Lernfahigkeiten in der Schule beeintrachtigt 216 Die Grunde liegen in einer mangelhaften Ernahrung und dem Umgang der Eltern mit den Kindern da diese weder mit den Kindern sprechen noch sie zu Interaktion animieren 217 Die Grundschulzeit dauert grundsatzlich sechs Jahre Zu den Fachern gehoren Chinesisch Mathematik Sport Naturwissenschaften Musik und Kunst ab der 3 Klasse wird Englisch erteilt Die Sekundarbildung findet an allgemeinbildenden oder technischen Mittelschulen statt und ist aufgeteilt in drei Jahre Unterstufe und drei Jahre Oberstufe Hier werden Chinesisch Mathematik eine Pflichtfremdsprache meist Englisch Physik Chemie Biologie Technik IT Sport Kunst Musik Ethik Wirtschaftskunde Geschichte und Erdkunde gelehrt 218 Seit Anfang der 1990er Jahre als Reaktion auf das Tian anmen Massaker wird die Patriotische Erziehungskampagne in Schulen durchgefuhrt Im Rahmen dieser Kampagne wurde die Sichtweise auf Geschichte und Kultur Chinas in eine nationalistische Richtung geandert Die lange Geschichte Chinas und die Entstehung eines wohlhabenden machtigen Nationalstaats werden betont Nationalismus wird als spirituelle Saule des kommunistischen Staates gesehen Jede Kritik gegen die Kommunistische Partei Chinas wird folglich als Angriff auf das chinesische Volk gesehen 219 220 Im November 2019 wurde diese Richtlinien zur nationalistischen Erziehung als Reaktion auf die Proteste in Hongkong erneuert um die nationale Identitat zu starken 221 Das Gao Kao bezeichnet die Abschlussprufung im chinesischen Sekundarsystem das ein Studium an Universitaten ermoglicht Diese Prufung ist die Abschlussprufung der zwolfjahrigen Schulbildung und vergleichbar mit dem Abitur in Deutschland 222 Diese Abschlussprufung entscheidet uber den Zugang zu einer der renommierten Universitaten viele Eltern investieren daher viel Zeit und Geld in die Bildung ihrer Kinder damit sie diese Prufung bestmoglich bestehen 223 Nach der offiziellen Statistik des chinesischen Bildungsministeriums gab es 2019 in China 2 956 staatlich anerkannte Hochschulen Universitaten und Colleges 292 Institutionen fur die Erwachsenenhochschulbildung und 813 weitere tertiare Bildungseinrichtungen 1995 verabschiedete das chinesische Ministerium fur Bildung das Projekt 211 und im Jahr 1998 das Projekt 985 bei welchem Hochschulen speziell gefordert wurden Beide Programme wurden im September 2017 eingestellt und durch das Doppel Exzellenz Programm ersetzt um bis Mitte des 21 Jahrhunderts das Niveau westlicher Spitzenuniversitaten zu erreichen 211 Der Lehrkorper umfasste 2 4 Millionen Lehrkrafte von denen die meisten eine Promotion haben Der Frauenanteil im Lehrkorper betragt fast 49 Prozent 211 Grundsatzlich ist das Hochschulstudium gebuhrenpflichtig wobei es mehrere Moglichkeiten von Stipendien Darlehen oder besonders fur die Landbevolkerung des Erlasses von Studiengebuhren gibt 224 2017 waren 38 Millionen Chinesen an Universitaten eingeschrieben Knapp 8 Millionen schlossen ihr Studium mit Bachelor Master oder PhD im Jahr 2017 ab 211 Zum Vergleich In Deutschland studieren knapp drei Millionen Menschen europaweit sind es 20 Millionen Die Volksrepublik ist in absoluten Zahlen damit die grosste Hochschulnation der Welt 225 Die Arbeitssuche nach einem Hochschulabschluss gestaltet sich zunehmend schwieriger Daher wurde im Februar 2019 der Plan zur Umsetzung der Reform der nationalen Fachausbildung vom Staatsrat verabschiedet Die Massnahmen zielen darauf ab berufliche Qualifikationen zu erlangen und die Kooperation mit den Unternehmen zu starken 226 In den letzten Jahren haben sich die Kontrollen uber Universitaten und Wissenschaftler verscharft Teilweise werden Horsale mit Kameras uberwacht und Professoren von Studierenden denunziert wenn sie von der Meinung der Kommunistischen Partei abweichen 227 Wirtschaft Bearbeiten Hauptartikel Wirtschaft der Volksrepublik China Hauptsitz der Ping An Insurance in Shenzhen die als global systemrelevante Versicherungsgesellschaft fur die gesamte Weltwirtschaft gilt Stand 2017 Shanghai Stock Exchange die weltweit viertgrosste Borse Hauptsitz der Industrial and Commercial Bank of China ICBC in Peking nach Bilanzsumme die grosste Bank der Welt 228 Prozentual betrugen die Anteile der einzelnen Wirtschaftssektoren am Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2018 uber 7 Prozent fur die Landwirtschaft uber 40 Prozent fur die Industrie und mehr als 52 Prozent fur den Dienstleistungssektor 229 Von Chinas knapp 900 Millionen Arbeitskraften waren 2019 in der Landwirtschaft 26 6 Prozent in der Industrie 28 3 Prozent und im Dienstleistungssektor 45 1 Prozent beschaftigt 230 Mit der Made in China 2025 Strategie versucht die Volksrepublik seit dem Jahr 2015 Schlusselindustrien zu fordern um in diesen Bereichen die Weltmarktfuhrung zu erlangen Die massive staatliche finanzielle Forderung wurde von auslandischen Unternehmen und Staaten kritisiert sodass der Begriff Made in China 2025 von der chinesischen Fuhrung gemieden wird Allerdings wird die Strategie weiterhin verfolgt um technologisch unabhangig vom Ausland zu werden Die Volksrepublik China wird seitdem vom Ausland als systemischer Wettbewerber gesehen 231 Das chinesische Finanzsystem ist staatlich verwaltet 232 Neben der Chinesischen Volksbank die als Zentralbank fungiert und dem Finanzministerium die beide dem Staatsrat unterstehen existieren sogenannte Geschaftsbanken die die Politik der Regierung umsetzen Die Bank of China gehort neben der ICBC China Construction Bank und der Agricultural Bank of China zu den vier grossen staatlichen Banken Ihnen obliegt es Kredite zu vergeben die vornehmlich Staatsunternehmen erhalten Ausserdem existieren sogenannte Schattenbanken die eng mit den staatlichen Banken verflochten sind Ihre Aufgabe besteht darin Kredite an private Unternehmer zu vergeben 233 Aktienmarkte bestehen in Shanghai und Shenzhen sowie in der Sonderverwaltungszone Hongkong 234 Chinas Starke als Produktionsstandort ruhrte in der Vergangenheit vor allem aus den vergleichsweise niedrigen Lohnen ein Vorteil der sich in den letzten Jahren aufgrund stark angestiegener Arbeitsentgelte verringert hat China ist kein Niedriglohnland mehr Die Starken der chinesischen Wirtschaft liegen zwischenzeitlich im fortschrittlichen Produktions Know how sowie im Supply Chain Management 235 Damit besteht die Befurchtung dass China in der sogenannten Middle Income Trap hangen bleiben konnte 231 Siehe auch Wirtschaftsgeschichte der Volksrepublik China Liste von Banken in China und Chinesisches Bankwesen Haushaltsentwicklung Bearbeiten Terminal im Shanghai International Port dem grossten Container Hafen der Welt 2009 Die Volksrepublik China ist hinter den USA die zweitgrosste beziehungsweise gemessen an der Kaufkraftparitat seit 2016 die grosste Volkswirtschaft der Welt 236 Das Bruttoinlandsprodukt BIP lag 2019 bei 15 27 Billionen US Dollar Chinas Wirtschaft wuchs 2019 offiziell gegenuber dem Vorjahr um 6 1 Prozent Chinesische Analysten vermuten jedoch ein deutlich geringeres Wachstum 237 Aufgrund der COVID 19 Pandemie in der Volksrepublik China geht Ministerprasident Li Keqiang von einem Wachstum unter drei Prozent fur das Jahr 2020 aus 238 Die Staatsverschuldung in Prozent des BIP stieg 2019 in China offiziell auf 60 9 Prozent 239 Im Ausland wird die chinesische Staatsverschuldung auf knapp 243 Prozent des BIP aus dem Jahr 2017 geschatzt 240 Die Inflation lag 2019 bei 2 4 Prozent 241 Siehe auch Liste der grossten Unternehmen in der Volksrepublik China Landwirtschaft Bearbeiten China verfugt uber 10 Prozent der weltweit vorhandenen Ackerflache und muss damit 22 Prozent der Weltbevolkerung ernahren 242 Die Landwirtschaft ist ein wichtiger Wirtschaftszweig in China der im Jahr 2019 ungefahr 7 Prozent des BIP ausmachte 243 und beschaftigt uber 300 Millionen Landwirte 244 Der Anteil der Kleinbauern an der Nahrungsmittelversorgung liegt bei rund 80 Prozent 245 Die landwirtschaftlichen Betriebe sind entweder in staatlicher Hand oder es sind kleine Familienbetriebe Experten sprechen sich fur eine Umstrukturierung aus Analysten halten es aber fur unwahrscheinlich dass die Kommunistische Partei diese zuliesse 246 China produziert hauptsachlich Reis Weizen Kartoffeln Tomaten Sorghum Erdnusse Tee Hirse Gerste Baumwolle Olsaaten Mais und Sojabohnen Ausserdem wird Fleisch produziert hauptsachliche Schweinefleisch Fur die Fleischproduktion benotigt China Futtermittel besonders Sojabohnen welche das Land importiert 242 China war vor dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest einer der weltweit grossten Exporteure von Schweinefleisch Seit 2018 mit dem Ausbruch in China importiert es Schweinefleisch besonders aus Deutschland und Spanien 247 248 Industrie Bearbeiten Im Rahmen der Strategie Made in China 2025 sollen chinesischen Unternehmen sowohl die staatlichen als auch die privaten von den traditionellen Industriezweigen wie z B Maschinenbau oder Luftfahrt sich mehr in Richtung neue Technologien wie z B Kunstliche Intelligenz entwickeln Mehr als 530 Industrieparks mit Smart Factoring sind entstanden Big Data Cloud Computing und Green Manufacturing stehen auf der Agenda Die VR China mochte von der Werkbank der Welt zur Technologie Weltmacht aufschliessen In einigen Bereichen wie z B bei den Elektrobatterien besitzt die VR China seit dem Jahr 2017 bereits einen weltweiten Marktanteil von uber 50 Prozent 231 2015 war BYD weltweit fuhrend beim Verkauf von elektrisch aufladbaren Fahrzeugen 249 Die Einfuhrung von Zwangsquoten zur Herstellung von Elektroautos haben zu einer hohen Absatzsteigerung gefuhrt sodass China zum Weltmarktfuhrer bei den Elektroautos avanciert Ab 2019 mussen alle in und auslandischen Autokonzerne in China einen zehnprozentigen und ab 2020 einen zwolfprozentigen Anteil ihrer Gesamtproduktion als E Fahrzeuge herstellen 250 In den Schlusselindustrien wie Telekommunikation Schiffsbau Luftfahrt und Hochgeschwindigkeitszugen liegt der Anteil der Staatsunternehmen bei 83 Prozent wahrend es bei Automobil oder Elektronik Unternehmen nur zu 45 Prozent sind Als innovativ gelten Privatunternehmen Die ZTE Corporation und der Smartphone Hersteller Huawei meldeten seit dem Jahr 2015 weltweit die meisten Anwendungs Patente an Trotzdem ist China in einigen Schlusselindustrien abhangig vom Ausland wie sich beispielsweise bei der Chipindustrie zeigte 231 Start up Unternehmen werden in den Bereichen Innovationindustrie und Hightech Branche finanziell gefordert indem sie Kredite von staatseigenen Banken erhalten Es besteht eine hohe Risikofreudigkeit neue Firmen zu grunden Im Jahr 2018 betrug das Risikokapital welches in China investiert wurde 107 Mrd Dollar Insgesamt wird mehr in die Start up Szene investiert als beispielsweise in den USA 251 In der Millionenmetropole Shenzhen befinden sich Zentren der High Tech Industrie des Unternehmertums der Innovation und der Start up Szene Die Stadt ist das weltweite Zentrum fur Computerfirmen und hat sich einen Namen als Silicon Valley fur Start ups erworben Zu den bekannten Start ups von Shenzhen zahlen Huawei Tencent DJI Unternehmen Ubtech Robotics SenseTime und Ping An Insurance Unternehmen wie Apple Hewlett Packard IBM Dell Microsoft Nintendo Olympus Panasonic Pioneer SAP Siemens produzieren nicht nur den grossten Teil ihrer Hardware in Shenzhen sondern verlagern zunehmend ihre Software entwicklung in die Wirtschaftsmetropole am Perlfluss Delta 252 253 Die Bauwirtschaft spielt eine zentrale Rolle in der chinesischen Volkswirtschaft der Wohnungsbau hat in den vergangenen Jahren rund 10 zum Bruttoinlandsprodukt beigetragen soviel wie in keinem anderen Land Der Bauboom wird dadurch befeuert dass chinesische Angestellte verpflichtet sind in einen staatlichen Bausparfonds einzuzahlen 254 Siehe auch Made in China 2025 Dienstleistungssektor Bearbeiten Vor dem Beginn der Wirtschaftsreformen im Jahr 1978 war Chinas Dienstleistungssektor durch Staatsbetriebe Rationierung und regulierte Preise gekennzeichnet mit der Reform kamen private Markte Einzelunternehmer und ein kommerzieller Sektor Der Gross und Einzelhandel entwickelte sich und zahlreiche Einkaufszentren Einzelhandelsgeschafte Restaurantketten und Hotels wurden in stadtischen Gebieten errichtet Ausserdem ist Tourismus zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor geworden 255 Im Jahr 2017 lag die Zahl der Internetnutzer bei 772 Mio Menschen Der uberwiegende Teil der chinesischen Bevolkerung kauft uber E Commerce ein 40 Prozent des weltweiten Online Handels wird in China getatigt Konzerne wie Baidu Alibaba Tencent und Xiaomi zahlen zu den grossten Technologieunternehmen weltweit Die hohe Akzeptanz wird durch die mobilen Bezahlsystem wie Alipay oder WeChat Pay erleichtert Der sogenannte Singles Day der 11 November wurde von Alibaba ins Leben gerufen und erzielt regelmassig Rekordumsatze Von staatlicher Seite wird E Commerce auf dem Land gefordert als eine Art Armutsprojekt Sogenannte Taobao Dorfer produzieren fur den Online Handel Auf diese Weise entsteht eine effektive Infrastruktur wie z B in der Logistik und die Landbevolkerung erhalt Beschaftigungsmoglichkeiten 256 Siehe auch Tourismus in China Aussenhandel Bearbeiten Am 11 Dezember 2001 erfolgte die Aufnahme Chinas als 143 Mitglied in der Welthandelsorganisation WTO Der Status der Volksrepublik China als freie Marktwirtschaft ist umstritten Dabei wurden der Volksrepublik strenge Bedingungen auferlegt China erhielt von der WTO die vertragliche Zusicherung dass es spatestens nach 15 Jahren den Status einer freien Marktwirtschaft erhalten soll 257 Bereits vor Ablauf dieser Frist erkannten mehrere Lander darunter Australien Brasilien und Sudafrika das chinesische Wirtschaftssystem als freie Marktwirtschaft an Hingegen teilten die Vereinigten Staaten Ende 2016 der WTO offiziell mit China die Anerkennung zu verweigern weil ohne den Marktwirtschaftsstatus Handelspartner leichter Zolle erheben konnen So soll im Rahmen der seit November 2016 von Donald Trump propagierten America First Politik entschieden gegen das grosse Handelsdefizit zwischen beiden Staaten mittels der Erhebung von Zollen auf bis zu 45 Prozent vorgegangen werden 258 Seit dem Jahr 2018 eskaliert der Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und der Volksrepublik China Wahrend einige EU Staaten China den Status ebenfalls verweigern vertreten exportstarke Nationen wie Grossbritannien Deutschland oder Schweden die Ansicht dass China nach fast zwanzig Jahren Mitgliedschaft in der Welthandelsorganisation der Status einer Marktwirtschaft nicht mehr vorenthalten werden konne zumal andere Lander wie Russland oder Saudi Arabien die der WTO ebenso beigetreten sind als freie Marktwirtschaft eingestuft wurden Allerdings hat die EU China bisher nicht als Marktwirtschaft anerkannt weil sie dann ihre Antidumpingzolle aufheben musste Die EU steht mit China weiterhin in Verhandlungen Strittig sind staatliche chinesische Subventionen und Verletzungen geistigen Eigentums 259 Fur Deutschland hat der Bundesverband der deutschen Industrie ein Positionspapier veroffentlicht in dem die VR China als Partner und systemischer Wettbewerber bezeichnet wird 260 Okologie Bearbeiten Smog in Peking 2014 Steinkohlestahlwerk in Benxi Provinz Liaoning 2013 Der Wirtschaftsaufschwung geht in China mit starken Umweltproblemen einher Von 180 Landern belegte die Volksrepublik 2018 im Ranking des Environmental Performance Index nur den 120 Platz 261 Der okologische Fussabdruck Chinas hat sich seit der Mitte des letzten Jahrhunderts verdoppelt Der hohe Energieverbrauch ruft eine hohe Luftverschmutzung hervor Im Jahr 2005 uberholte die Volksrepublik China erstmals die USA bei den CO2 Emissionen und lag 2018 mit einem Wert von 11 2 Milliarden Tonnen mit weitem Abstand an der Weltspitze 2013 wurden in mehreren Stadten Nordchinas Rekordwerte von uber 800 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft gemessen der 30 fache Wert dessen den die Weltgesundheitsorganisation fur unbedenklich halt 262 263 Infolge der starken Umweltbelastung ist vielerorts das Grundwasser verschmutzt Durch Staudammprojekte und hohen Wasserverbrauch kommt es zu sinkenden Grundwasserspiegeln und dem Verschwinden von Seen 264 Dabei nimmt die Bodenerosion und Desertifikation zu wodurch Bewuchs sowie Acker und Waldflachen verloren gehen 265 China hat 2002 das Kyoto Protokoll und 2016 das Pariser Klimaabkommen ratifiziert Zwar werden einzelne chinesische Grossstadte weiterhin regelmassig von starkem Smog heimgesucht jedoch geht die Schadstoffbelastung nachweislich zuruck Im letzten Quartal 2017 fielen laut Greenpeace die Verschmutzungswerte beispielsweise in Peking gegenuber dem Vorjahr um 53 8 Prozent 266 Auf den gesamten Zeitraum von 1750 bis heute bezogen liegt der Beitrag Chinas zum Treibhauseffekt jedoch noch weit hinter denen der Industriestaaten 267 Forschung und Entwicklung BearbeitenWissenschaft und Technik Bearbeiten Tianhe 2 in den Jahren 2013 2015 der schnellste Supercomputer der Welt Der Anteil der Forschungsausgaben lag im Jahr 2017 bei 2 17 Prozent des BIP Vor allem in den technischen und naturwissenschaftlichen Fachern wurde die Forschung und Internationalisierung vorangetrieben Die meisten anerkannten Patente kamen 2016 aus China 1 2 Millionen Die wichtigste ausseruniversitare Forschungsinstitution ist die Chinesische Akademie der Wissenschaften mit 124 Forschungsinstituten 211 Neben der Raumfahrt zahlen zu den Forschungsbereichen beispielsweise Geoengineering 268 Raumfahrt Bearbeiten Eine LM 5 auf dem Weltraumbahnhof Wenchang 2017 Hauptartikel Raumfahrt der Volksrepublik China Mit dem Start der Shenzhou 1 einer unbemannten Testkapsel im Jahr 1999 begann die Prasenz der chinesischen Raumfahrt im Weltall Das Mondprogramm der Volksrepublik China startete 2004 erste unbemannte Raumsonden schlugen 2009 und 2010 erfolgreich auf dem Erdtrabanten auf 2013 erfolgte mit der Chang e 3 die erste sanfte Mondlandung Die Mission fand bei Wissenschaftlern weltweit Aufmerksamkeit da die Sonde exakt wie berechnet in einer Region landete die nie zuvor aus der Nahe untersucht worden war Der abgesetzte Mondrover namens Yutu lieferte mit Hilfe eines bodendurchdringenden Radars Daten sowie Bilder mit hoher Auflosung Am 16 Juni 2012 startete das bemannte Raumschiff Shenzhou 9 dessen Besatzung nach der erfolgreichen Kopplung zwei Tage spater das Labor betrat und in Betrieb nahm Im September 2016 hob Chinas neueste Weltraumstation Tiangong 2 mit mehr als einem Dutzend wissenschaftlichen Geraten ab unter anderem einer High Tech Atomuhr sowie einem POLAR Detektor fur die Untersuchungen der Gammastrahlung aus kollabierenden Sternen Bis 2022 soll ein noch grosseres Weltraumlabor entstehen 2003 gab es mit Yang Liwei den ersten bemannten chinesischen Raketenstart Bereits die dritte bemannte Mission erfolgte kurze Zeit spater mit einer Drei Mann Besatzung samt bisher langstem Ausstieg von Astronauten ins All Genauso schnell erfolgte der Aufbau eines eigenen Navigationssatellitensystems Das BeiDou Netz BDS nahm nach einer nur vierjahrigen Entwicklungsphase Ende 2011 erfolgreich den Betrieb auf Bis 2020 soll das System global mit 35 Navigationssatelliten vernetzt sein 269 Infrastruktur BearbeitenDie Volksrepublik China hat in den 2000er Jahren massiv in die Infrastruktur des Landes investiert Die meisten Projekte werden staatlich finanziert um das Wirtschaftswachstum zu fordern Ferner ist der Ausbau der Infrastruktur notwendig weil die staatlichen Vorgaben eine Urbanisierungsrate von 70 Prozent im Jahr 2030 anstreben 270 Alle Teile Chinas mit Ausnahme bestimmter abgelegener Gebiete Tibets sind uber Schiene Strasse Wasser oder Luft erreichbar 271 Neben den nationalen Projekten wurde im Jahr 2013 von dem Prasidenten Xi Jinping das internationale Infrastrukturprojekt One Belt One Road initiiert das die Seidenstrasse wiederbeleben und sich auf weitere Kontinente ausdehnen soll Energie Bearbeiten Mit der wirtschaftlichen Entwicklung der Volksrepublik China hat der Engergiebedarf zugenommen so dass China der weltweit grosste Energieverbraucher geworden ist Der Bedarf wird vornehmlich durch Kohlekraftwerke bestritten Das hat zu einer starken Luftverschmutzung gefuhrt so dass die chinesische Regierung auf den Ausbau von Kernkraftwerken und erneuerbaren Energietragern setzt Fur das Jahr 2020 wurde ein Energiemix angestrebt bei dem der Energieganteil von Kohle unter 60 Prozent der von nicht fossilen Energietragern uber 15 Prozent und der von Gas uber 10 Prozent liegen sollten 272 China ist weltweit der drittgrosste Produzent von Kernkraft sowohl was die installierte Kernkraftkapazitat als auch die erzeugte Elektrizitat betrifft Die gesamte aus Kernkraft erzeugte elektrische Energie betrug im Jahr 2019 348 1 TWh Dies ist eine Steigerung von 18 1 Prozent gegenuber 2018 2019 wurden zwei neue Reaktoren in Betrieb genommen 273 Seit Marz 2019 sind in China 46 Kernreaktoren mit einer Kapazitat von 42 8 GW in Betrieb und 11 im Bau befindliche Reaktoren mit einer Kapazitat von 10 8 GW 274 China hat im weltweiten Vergleich mit grossem Abstand die meiste Windenergie leistung zur Verfugung 2020 hatten Chinas Windkraftanlagen eine installierte Leistung von 278 324 GW an Land 39 der weltweiten Leistung und 9 996 GW offshore 28 der Weltleistung 275 und damit mit 288 320 GW einen Anteil von 38 8 der weltweiten Windkraftwerksleistung 742 689 GW Siehe auch Erneuerbare Energien in China Solarenergie in China und Windenergie in China Verkehr Bearbeiten Schienenverkehr Bearbeiten Hauptartikel Eisenbahnverkehr in China Nach Grundung der Volksrepublik China war die Infrastruktur durch die Kriegsfolgen in grossem Umfang zerstort Nur langsam konnte das Schienennetz ausgebaut werden Angesichts der weiter bestehenden grossen Engpasse wird seit der Jahrtausendwende nennenswert in die Eisenbahn Infrastruktur und in Fahrzeuge investiert Die Eisenbahn die das wichtigste Fernverkehrsmittel darstellt konnte im Jahr 2016 120 970 km Schienenkilometer nutzen 276 Zwischen 2008 und 2018 hat China mit 29 000 km Streckenlange das weltweit grosste Hochgeschwindigkeitsschienennetz errichtet Fur Eisenbahnprojekte hat China im Jahr 2018 803 Milliarden RMB ausgegeben Premierminister Li Keqiang verkundete im Marz 2019 dass weitere 800 Milliarden RMB investiert werden sollen Die Entwicklung der Technologie von selbstfahrenden Zugen soll forciert werden Der innerstadtische Schienenverkehr wird bei Stadten mit mehr als 3 Millionen Einwohnern mit U Bahn Systemen oder mit Strassenbahnsystemen abgewickelt 277 Mit dem Ausbau des Netzes steigen die Fahrgastzahlen im Jahre 2018 wurden 3 3 Milliarden Fahrgaste befordert 9 Prozent mehr als im Jahr 2017 Die Transportleistung im Guterverkehr betrug ca 4 Billionen Tonnenkilometer 278 Strassenverkehr Bearbeiten In China bestanden im Jahr 2016 uber vier Millionen Kilometer an Strassen 279 die teilweise in einem sehr schlechten Zustand sind und seit den 1990er Jahren ausgebaut und verbessert werden In den 1990er Jahren wurde fur den Autobahnbau ein Nationalplan aufgestellt Seither wird an dem so genannten 7 9 18 Autobahnnetz gebaut Bei diesem Netz gehen sieben Autobahnen strahlenformig von Peking aus es gibt neun Autobahnen in Nord Sud Richtung und 18 Autobahnen in West Ost Richtung 280 Eine besondere Leistung ist der Bau der Autobahn Peking Lhasa 271 Im Jahr 2018 waren in China ungefahr 206 Millionen Pkws zugelassen 281 Um die Umweltbelastung durch den Autoverkehr zu senken fordert die chinesische Regierung die Produktion und Nutzungen von alternativ betriebenen Fahrzeugen 282 Luftverkehr Bearbeiten Flughafen in China 2017 Terminal im Flughafen Lhasa Gonggar Tibet 2011 Hangzhou Xiaoshan International Airport Provinz Zhejiang 2016 Die chinesische zivile Luftfahrt wird nach Prognosen der International Air Transport Association spatestens 2020 gemessen nach kommerziellen Passagierkilometern zum grossten Markt der Welt werden 283 Bereits seit 2014 liegen die zehn meistgenutzten Flugstrecken der Welt in Asien Nummer eins ist die Verbindung von Hongkong nach Taipeh mit jahrlich mehr als funf Millionen Reisenden wobei ein Grossteil der Festlandchinesen uber Hongkong nach Taiwan fliegt Hongkong erweist sich zudem als Drehkreuz fur Fluge nach Singapur Shanghai Seoul Bangkok und Peking 2015 transportierte die zivile Luftfahrtbranche in China 436 Millionen Menschen und 85 2 Milliarden Tonnenkilometer 284 Ende 2015 umfasste Chinas allgemeiner Luftfahrtsektor mehr als 300 Flughafen 46 Kilometer sudlich vom Stadtzentrum Pekings wurde im September 2019 der neue Flughafen Peking Daxing eroffnet Im Jahr 2015 begannen die Arbeiten am Bau des Nagqu Dagring Airport dessen Einweihung fur 2019 geplant war dessen Bauarbeiten aber aufgrund technischer Probleme vorerst eingestellt wurden 285 In ganz China befinden sich weitere 50 Flughafen im Bau die spatestens 2021 fertiggestellt sein sollen 2016 gab es in China bereits 28 Flughafen die jeweils uber zehn Millionen Fluggaste jahrlich abfertigten Die beiden Flughafen in Shanghai Hongqiao und Pudong zusammengerechnet ubertrafen bereits 2015 die Marke von 100 Millionen Passagieren Mit uber 94 Millionen Passagieren jahrlich war der Beijing Capital International Airport 2016 der Flughafen mit dem zweithochsten Passagieraufkommen weltweit ubertroffen nur vom Hartsfield Jackson Atlanta International Airport 284 Der chinesische Verkehrsflugzeughersteller Commercial Aircraft Corporation of China COMAC plant als erster chinesischer Hersteller kommerzielle Verkehrsflugzeuge im grossen Stil selbst herzustellen und zu vertreiben Die von COMAC entwickelte Maschine C919 ist eine direkte Herausforderung an die Boeing 737 und den Airbus 320 bisher die meistverkauften Passagierjets der Welt Am 3 Mai 2017 trat die Comac C919 erfolgreich ihren Jungfernflug an und eroffnete damit die Nachfrage des chinesischen Jumbos auf dem heimischen Markt 284 Insgesamt gab es 2016 in der Volksrepublik China 281 Luftfahrtunternehmen im Personen oder Frachttransport wovon sich 36 in staatlicher Hand befinden Bereits 2007 wurden die staatlichen Fluggesellschaften mit Servicedienstleistern zu sechs Konglomeraten zusammengeschlossen Air China Group China Eastern Group China Southern Group TravelSky China National Aviation Fuel Group und China Aviation Supplies Holding Company 286 287 Grosse private Fluggesellschaften sind unter anderem Cathay Pacific Hainan Airlines Beijing Capital Airlines Qingdao Airlines Juneyao Airlines Urumqi Air Geoffnet wurde der Markt fur private Anbieter 2005 Die Flugzeuge samtlicher chinesischer Airlines sind grosstenteils modern die Mehrzahl nicht alter als funf Jahre 284 Seeverkehr Bearbeiten Der Jangtsekiang in Nanjing 2007 Der Transport in China zeichnet sich durch Binnen und Kustenschifffahrt aus Es gibt in China 126 300 Kilometer schiffbare Flusse und Kanale Die wichtigsten Transportwege sind der Jangtsekiang der Perlfluss und der Grosse Kanal An der 18 000 km langen Kuste existieren mehr als 20 Tiefwasserhafen die auch im Winter eisfrei sind 271 288 Im Jahr 2014 wurde die Halfte der Fracht uber Wasser umgeschlagen Dabei betrug Uberseefracht 60 des Gutervolumens der gesamten chinesischen Wasserfracht 26 wurden uber die Kustenschifffahrt und 14 uber Binnenwasserstrasse transportiert In Binnenhafen wurden im Jahr 2014 3 5 Milliarden Tonnen Fracht umgeschlagen 288 Der Entwicklungsplan fur Chinas Wasserwege und Hafen fur den Zeitraum von 2007 bis 2020 sieht vor dass von 2007 bis 2010 das Transportvolumen um 40 Prozent erhoht und von 2010 bis 2020 noch einmal verdoppelt werden soll 289 288 Von der 20 grossten Hafen der Welt nach Containerumschlag lagen 2017 9 in China 290 Seit 2009 ist der Hafen von Shanghai der grosste der Welt nach Guterumschlag 291 Siehe auch Hafen in der Volksrepublik China Telekommunikation Bearbeiten Im September 2019 hatten ungefahr 192 Millionen Haushalte einen festen Telefonanschluss 292 Diese geringe Anzahl lasst sich darauf zuruckfuhren dass Telefonanschlusse in den 1970ern 1980ern und 1990ern restriktiv verteilt wurden und der Bedarf mit der Installation nicht mithalten konnte Mit der Moglichkeit des Mobiltelefons hat sich die Situation geandert Im Dezember 2018 lag die Zahl der in China abgeschlossenen Mobilfunk Vertrage bei 1 57 Milliarden 293 Die uber 800 Millionen Internetnutzer Chinas waren im Jahr 2018 zu 98 Prozent mobile Internetnutzer 294 Siehe auch Telekommunikationsindustrie in China und Internet in der Volksrepublik ChinaKultur Bearbeiten Hauptartikel Chinesische Kultur Yu Garten in Shanghai 2005 Charakterschauspieler einer Peking Oper 2014 Die chinesische Kultur ist gepragt durch den Konfuzianismus den Daoismus und den Buddhismus Mehr als 30 chinesische Bauwerke zahlen zum Weltkulturerbe wie die Grosse Mauer das Mausoleum Qin Shihuangdis mit mehr als 7000 lebensgrossen Figuren der Terrakotta Armee und der Kaiserpalast in Peking als Teil der Verbotenen Stadt Siehe auch Chinesische Kunst Chinesische Malerei Chinesisches Porzellan Chinesische Lackkunst Chinesische Tapete Chinesische Architektur Chinesische Gartenkunst Chinesische Musik Chinesische Oper Chinesischer Tanz Chinesisches Puppentheater Chinesisches Schattentheater Rockmusik in China Chinesische Philosophie Legalismus Chinesische Mythologie Chinesische Astrologie Chinesische Kuche Chinesische Teezeremonie Chinesische Kampfkunst Chinesische Beamtenprufung wahrend der Qing Dynastie Goldene Woche Volksrepublik China Medien Bearbeiten K Pop Legende Jonghyun wahrend einer KuGou Music Festival Tournee in China 2016 Seit den 1970ern hat sich eine rege Medienszene entwickelt Waren es in den 1980ern und 1990ern noch Zeitschriften Kinofilme und Literatur so haben seit den 2000ern Online Medien das Publikum erobert Es findet sich ein vielfaltiges Angebot an Zeitschriften und Online Plattformen Diensten und Online Medien Das darf aber nicht daruber hinwegtauschen dass alle Medien in der Volksrepublik zensiert werden Viele diese Medien sind gewinnbringende Unternehmen die sich uber Werbung finanzieren und mit der Kommunistischen Partei kooperieren mussen 295 Die Volkszeitung chinesisch 人民日报 Pinyin Renmin Ribao ist die staatliche Zeitung welche die Vorgaben der Kommunistischen Partei wiedergibt Kritische Berichte finden sich in Southern Weekly chinesisch 南方周末 Pinyin Nanfang Zhōumo und fur Finanzen in Caijin chinesisch 财经 Pinyin Caijing und Caixin chinesisch 财新 Pinyin Caixin Zu den englischsprachigen Zeitungen zahlen China Daily und Global Times letztere mit einer stark nationalistischen Ausrichtung 296 China Central Television CCTV ist das staatliche Fernsehen welches uber 20 Kanale ausstrahlt Werbeeinnahmen sichern die Finanzierung Seit 2018 sind CCTV China National Radio CNR 297 und China Radio International CRI zur China Media Group chinesisch 中央广播电视总台 Pinyin Zhōngyang Guǎngbo Dianshi Zǒng Tai fusioniert CRI informiert auch uber das Internet in deutscher Sprache 298 Voice of China ist die Rundfunkanstalt fur das Ausland die im Rang einem Ministeriums gleichkommt Die Zentrale Propagandaabteilung der Kommunistischen Partei Chinas ist inhaltlich und administrativ verantwortlich 299 2020 hat die China Film Administration zusammen mit der China Association for Science and Technology einen Leitfaden zur Forderung der Entwicklung von Science Fiction Filmen herausgegeben und dieses Genre als bedeutendes Wachstumsfeld und neue treibende Kraft fur die qualitativ hochwertige Entwicklung der chinesischen Filmindustrie hervorgehoben 300 Aufgrund der hohen Zahl mobiler Nutzer werden Nachrichtenportale wie QQ com Sohu com und Sina com genutzt 301 Beliebt sind mobile Apps in China KuGou hat vor allem in landlichen Regionen monatlich rund 450 Millionen aktiven Nutzern gefolgt von QQ Music mit 211 Millionen und KuWo mit 108 Millionen 302 Siehe auch Anfange des chinesischen Journalismus und Zensur in der Volksrepublik China Literatur Bearbeiten Hauptartikel Chinesische Literatur Ein original erhaltener Tausend Zeichen Klassiker aus der Song Dynastie ein chinesisches Gedicht das seit dem 6 Jahrhundert bis heute als Grundlage fur das Unterrichten von chinesischen Schriftzeichen fur Kinder verwendet wird Buchhandlung in Wuhan 2009 Die uber dreitausendjahrige Geschichte der chinesischen Literatur wird in ihren Hohepunkten bis zum 16 Jahrhundert uberwiegend von der Lyrik bestimmt Zu den Klassikern gehoren unter anderem das Buch der Lieder aus dem 6 Jahrhundert v Chr die alteste Sammlung von chinesischen Gedichten und weltweit die grosste aus vorchristlicher Zeit die Elegien von Chu aus dem 4 Jahrhundert v Chr die als das fruheste vollkommene schriftliche Zeugnis der schamanistischen Kultur Zentralasiens gelten die Werke von Li Bai Wang Wei Du Fu Bai Juyi Han Yu Liu Zongyuan Li Houzhu aus der Tang Dynastie 7 10 Jahrhundert die in einem klaren schlichten und allgemein verstandlichen Prosastil Tu Wen nicht selten Kritik an den herrschenden Gesellschaftszustanden enthalten die kunstvollen Landschaftsbeschreibungen von Su Shi und Ouyang Xiu wahrend der Song Dynastie 10 13 Jahrhundert das Meisterwerk Jin Ping Mei welches aufgrund seiner erotisch pornographischen Passagen beruhmt und zeitweise verboten wurde die Vier klassischen Romane aus dem 14 bis 18 Jahrhundert die als bedeutendste Abenteuer Epen der chinesischen Literatur gelten und bis heute als Vorlage fur Buhnenauffuhrungen Comics und Filme dienen 303 Die klassische chinesische Literatur ist eng mit der chinesischen Kalligrafie verbunden die wiederum im engem Zusammenhang mit der chinesischen Malerei steht Einer der beruhmtesten chinesischen Kalligrafen war Wang Xizhi dessen Stil aus dem 4 Jahrhundert n Chr noch heute Grundlage des Schonschreibens ist Die Erfindung des Papiers wird dem Chinesen Ts ai Lun um 105 n Chr zugeschrieben Zu den Vier Schatzen des Gelehrtenzimmers gehort das beruhmteste chinesische Papier das Xuan Papier welches unverandert als Konig aller Papier bezeichnet wird und zum immateriellen Welterbe zahlt 304 Im Gegensatz zur Tradition die mit dem Sturz des Kaiserreichs 1911 endet ist die Literatur der Moderne 1912 bis 1949 und der Gegenwart seit 1949 in China gut erforscht und vielfaltig ubersetzt Uber ihren Wert ist schematisch wie folgt befunden worden So wie die klassische Literatur gehort auch diejenige der Moderne zu grossen Teilen zur Weltliteratur Dagegen hat es nach 1949 Einbruche aus ideologischen Grunden gegeben von denen sich die chinesische Literatur der Gegenwart auf dem Festland erst mit Beginn der Reformperiode 1979 langsam hat erholen konnen Eine gerechte Einschatzung der chinesischen Literatur nach 1912 ist deswegen so schwierig weil streng gesehen zu unterscheiden ware zwischen einer chinesisch sprachigen Literatur die weltweit verfasst und einer Literatur die einem politischen Staatsgebilde zugeordnet wird Chinesische Literatur wird namlich nicht nur in der Volksrepublik China geschrieben sondern auch auf Taiwan in Hongkong und Macau sowie in Ubersee Malaysia USA etc Die vielfaltigen heutigen Publikationsmoglichkeiten erschweren oft die eindeutige Zuordnung der Autoren zu einem Land oder Gebiet 305 Sport Bearbeiten Hauptartikel Sport in China Die traditionellen chinesischen Kampfkunste sind weltweit bekannt insbesondere die Stile des Kung Fu Fussball ist der beliebteste Zuschauersport in China 306 Basketball Badminton und Tischtennis sind uberdies populare Breitensportarten 1991 und 2007 fanden die Fussball Weltmeisterschaften der Frauen in der Volksrepublik China statt Chinas Hauptstadt Peking war im Jahr 2008 Austragungsort der Sommer Paralympics und der Olympischen Sommerspiele In der Provinz Jiangsu wurde im Dezember 2009 die Handball Weltmeisterschaft der Frauen 2009 ausgetragen Die II Olympischen Jugend Sommerspiele fanden 2014 in Nanjing statt Die Olympischen Winterspiele 2022 sollen in Peking ausgetragen werden Siehe auch Bearbeiten Portal Volksrepublik China Weitere Informationen zur Volksrepublik ChinaLiteratur BearbeitenBarbara Darimont Hrsg Wirtschaftspolitik der Volksrepublik China Springer Gabler Wiesbaden 2020 ISBN 978 3 658 28305 6 Zak Dychtwald Young China How the restless generation will change their country and the world St Martin s Press New York 2018 ISBN 978 1 250 07881 0 Doris Fischer Christoph Muller Hofestede Hrsg Landerbericht China Bundeszentrale fur politische Bildung Bonn 2014 ISBN 978 3 8389 0501 3 Clive Hamilton Mareike Ohlberg Die lautlose Eroberung Wie China westliche Demokratien unterwandert und die Welt neu ordnet Deutsche Verlagsanstalt Munchen 2020 ISBN 978 3 421 04863 9 Peter Hefele Andreas Dittrich Die Mittelschicht in China Triebkraft eines demokratischen Wandels oder Garant des Status Quo KAS Auslandsinformationen 12 Berlin 2011 S 60 77 Franz Kernic Gunther Hauser Hrsg China The rising power Lang Frankfurt am Main u a 2009 ISBN 978 3 631 58269 5 Henry Kissinger China Zwischen Tradition und Herausforderung Pantheon Verlag 2012 ISBN 978 3 570 55191 2 Christoph Leitl China am Ziel Europa am Ende Ecowin Verlag Wals 2020 ISBN 978 3 7110 0256 3 Klaus Muhlhahn Die Volksrepublik China De Gruyter Berlin 2017 ISBN 978 3 11 035530 7 Evan Osnos Grosse Ambitionen Chinas grenzenloser Traum Suhrkamp Berlin 2015 ISBN 978 3 518 42483 4 Stein Ringen The Perfect Dictatorship China in the 21st Century Hong Kong University Press Hong Kong 2016 ISBN 978 988 8208 94 4 Kai Strittmatter Die Neuerfindung der Diktatur Wie China den digitalen Uberwachungsstaat aufbaut und uns damit herausfordert Piper Munchen 2018 ISBN 978 3 492 05895 7 Zhao Tingyang Alles unter dem Himmel Vergangenheit und Zukunft der Weltordnung Suhrkamp 2020 ISBN 978 3 518 29882 4 Weblinks Bearbeiten Wiktionary Volksrepublik China Bedeutungserklarungen Wortherkunft Synonyme Ubersetzungen Commons China Sammlung von Bildern Videos und Audiodateien Wikiquote China Zitate Wikinews China in den Nachrichten Wikisource China Quellen und Volltexte Wikimedia Atlas Volksrepublik China geographische und historische Karten Wikivoyage China Reisefuhrer Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen politischen und wirtschaftlichen Situation in der Volksrepublik China Botschaft der Volksrepublik China in der Bundesrepublik Deutschland german China org cn Offizielle Website der Chinesischen Regierung deutsch Landerinformationen des Auswartigen Amtes zu der Volksrepublik China Landerprofil des Statistischen BundesamtesEinzelnachweise Bearbeiten Bundeszentrale fur politische Bildung abgerufen am 6 Juni 2020 National Bureau of Statistics of China abgerufen am 11 Mai 2021 Weltbank Population density people per sq km of land area China 2018 abgerufen am 6 Juni 2020 1 abgerufen 19 August 2020 International Monetary Fund Report for Selected Countries and Subjects abgerufen am 6 Juni 2020 Table Human Development Index and its components In Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen Hrsg Human Development Report 2020 United Nations Development Programme New York 2020 ISBN 978 92 1126442 5 S 344 englisch undp org PDF Chinesische Regierung ist globale Bedrohung fur Menschenrechte In Human Rights Watch 14 Januar 2020 abgerufen am 5 Juli 2020 Senger Harro von Die VR China und die Menschenrechte In Rehbein Boike Ruland Jurgen und Schlehe Judith Hrsg 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