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Vereinigte Staaten

„united states of America“ am 4. April 1776
Alexis de Tocquevilles Über die Demokratie in Amerika (1835/1840) – eines der meistrezipierten Werke der Sozialwissenschaften

1507 fertigte der deutsche Kartograf Martin Waldseemüller eine Weltkarte, auf der er die Landmasse der westlichen Hemisphäre als „Amerika“, nach dem italienischen Entdecker und Kartografen Amerigo Vespucci benannte. Dieser Begriff umfasste ursprünglich den Doppelkontinent Amerika, der den Europäern als Neue Welt bekannt wurde. Seit der Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika hat sich die Verwendung des Begriffs Amerika aus verschiedenen historischen Gründen und je nach Sprachraum in unterschiedlichem Maße auf die Vereinigten Staaten konzentriert.

Der erste dokumentierte Hinweis auf die Bezeichnung United States of America ist anonym verfassten Essay, das am 6. April 1776 in der Zeitung The Virginia Gazette in Williamsburg veröffentlicht wurde. Im Juni 1776 fügte Thomas Jefferson die Bezeichnung „UNITED STATES OF AMERICA“ in Versalien in den Titel seines ursprünglichen Entwurfs der Unabhängigkeitserklärung ein. In der fertigen Version wurde der Titel in The unanimous Declaration of the thirteen united States of America („Die einstimmige Deklaration der dreizehn vereinigten Staaten von Amerika“) geändert.

In den 1777 veröffentlichten Konföderationsartikeln wird verkündet: The Stile of this Confederacy shall be ‘The United States of America’ („Die Bezeichnung dieser Konföderation soll ‚The United States of America‘ sein“).

Die KurzformUnited States ist allgemein gebräuchlich. Andere häufig benutzte Formen sind „U.S.“ bzw. „US“, „U.S.A.“ bzw. „USA“ und „America“. Andere umgangssprachliche Namen sind „U.S. of A.“ und – international – „die Staaten“ (the States). „Columbia“, ein populärer Name in der Dichtung und Liedern des späten 17. Jahrhunderts, leitet sich vom Namen Christoph Kolumbus ab. Es ist Teil der Bezeichnung District of Columbia.

Die amtliche deutsche Bezeichnung für Bürger der Vereinigten Staaten ist „Bürger der Vereinigten Staaten (von Amerika)“ oder „Amerikaner“. „Amerikanisch“ und „US-amerikanisch“ werden im deutschen Sprachgebrauch für die adjektivische Bezeichnung verwendet („amerikanische Werte“), verbreitet ist auch das Präfix „US-“ („US-Streitkräfte“). „Amerikanisch“ ist die empfohlene Form in den Leitfäden zum amtlichen Sprachgebrauch in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Im deutschen Leitfaden geht dem noch die alternative Bezeichnung „der Vereinigten Staaten (von Amerika)“ voran. Einzig für die USA gibt es im deutschen Leitfaden keine eindeutige Bezeichnung. Das Korrektorat der Neuen Zürcher Zeitung rät von der Verwendung der erstmals 1951 im Duden verzeichneten Neubildung „US-amerikanisch“ ab, da sie ebenso unnötig wie künstlich sei, und empfiehlt, sie durch „amerikanisch“ zu ersetzen.

Im englischen Sprachraum wird das Pendant „American“ selten benutzt, um sich auf Themen zu beziehen, die keinen unmittelbaren Zusammenhang mit den Vereinigten Staaten haben. Die Bezeichnung ‚United States‘ wurde auch im englischen Sprachraum ursprünglich als Plural behandelt, eine Beschreibung für eine Ansammlung unabhängiger Staaten, zum Beispiel the United States are im 13. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten, ratifiziert im Jahr 1865. Es wurde nach dem Ende ihres Bürgerkriegs in den Vereinigten Staaten normal, die Bezeichnung als Singular zu behandeln, zum Beispiel the United States is. Die Singularform ist heute üblich. Die Pluralform wird jedoch in Reden und Literatur immer noch verwendet, zum Beispiel these United States („diese Vereinigten Staaten“). Dem Unterschied wird mehr Bedeutung beigemessen als nur in der Freiheit der Wortwahl, da er den Unterschied zwischen einer Ansammlung von Staaten und einer Einheit widerspiegelt.

Außerhalb der englischen Sprache wird der Name häufig als wörtliche Übersetzung von entweder ‚United States‘ oder ‚United States of America‘ übersetzt. Im Französischen, Deutschen, Italienischen, Japanischen, Hebräischen, Arabischen, Portugiesischen und Russischen haben sich Eigenbezeichnungen herausgebildet, die zwar die Vereinigten Staaten als Teil des Kontinents von Amerika unterscheiden, zum Beispiel wie im oben erwähnten Begriff US-Amerikaner oder im französischen étatsunien. Allerdings sind diese Formen nicht so häufig im Gebrauch wie das Polysem Amerika bzw. amerikanisch. Die US-Botschaft in Spanien bezeichnet sich als Botschaft der „Estados Unidos“ und benutzt auch die Initialen „EE.UU.“ Doppelbuchstaben deuten im Spanischen die Pluralbenutzung an. An anderen Stellen der offiziellen Internetseite wird „Estados Unidos de América“ benutzt.

Grenzen und Ausdehnung

Satellitenbild der 48 Zentralstaaten der Vereinigten Staaten (ohne Alaska und Hawaii) und angrenzender Gebiete

Die Vereinigten Staaten haben eine gemeinsame Grenze mit Kanada, die insgesamt 8.895 Kilometer lang ist (wobei sich ca. 2.477 Kilometer zwischen Alaska und Kanada erstrecken), und eine mit Mexiko, die 3.326 Kilometer lang ist. Die Gesamtlänge der US-Landesgrenzen beträgt 12.221 Kilometer. Die Küstenlinie an Atlantik, Pazifik und Golf von Mexiko umfasst insgesamt 19.924 Kilometer.

Der Staat umfasst eine Landfläche von 9.161.924 km², hinzu kommen 664.706 km² Wasserflächen, so dass sich ein Staatsgebiet von 9.826.630 km² ergibt.

Die Nord-Süd-Ausdehnung zwischen der kanadischen und der mexikanischen Grenze beträgt etwa 2.500 Kilometer, die Ausdehnung zwischen Atlantik und Pazifik rund 4.500 Kilometer. Der Hauptteil des Landes liegt etwa zwischen dem 24. und 49. nördlichen Breitengrad und zwischen dem 68. und 125. westlichen Längengrad und ist in vier Zeitzonen eingeteilt (siehe Zeitzonen in den Vereinigten Staaten).

Die nördlichste Stadt der USA ist Utqiaġvik in Alaska, der südlichste Ort ist Hawaiian Ocean View in Hawaii.

Geologie und Landschaftsgliederung

Das Gebiet weist eine deutliche Gliederung auf. So erstrecken sich Gebirgszüge wie die vulkanische Kaskadenkette, die Faltengebirge der Rocky Mountains und der Appalachen von Nord nach Süd. Während auf ihrer Wetterseite ausgedehnte Wälder bestehen, erstrecken sich in ihrem Windschatten riesige Trockengebiete mit Wüsten- oder Graslandschaften (Prärien). Die Flusssysteme der Vereinigten Staaten, wie die des Mississippi und Missouri ermöglichten schon früh eine dichte Besiedlung, während die umgebenden trockenen Regionen bis heute dünn besiedelt sind.

Der höchste Berg der Vereinigten Staaten ist der Denali in Alaska mit6190 m, der niedrigste Punkt ist die Senke Badwater im Death Valley mit85,5 m unter dem Meeresspiegel. Denali und Badwater sind zugleich der höchste bzw. niedrigste Punkt des nordamerikanischen Kontinents.

Klima

Klimate der Vereinigten Staaten

Wichtigster Einflussfaktor des Klimas ist der polare Jetstream (Polarfrontjetstream), der umfangreiche Tiefdruckgebiete vom Nordpazifik bringt. Verbinden sich die Tiefs mit denjenigen von der atlantischen Küste, bringen sie im Winter als Nor’easters schwere Schneefälle. Da kein Gebirgszug westostwärts verläuft, bringen Winterstürme oftmals große Schneemengen weit in den Süden, während im Sommer die Hitze weit nordwärts bis nach Kanada reicht.

Die Gebiete zwischen den Gebirgszügen weisen dementsprechend hohe Temperaturextreme auf, dazu eine mehr oder minder große Trockenheit, die nach Süden und Westen zunimmt. Die Pazifikküste hingegen ist im Norden ein sehr regenreiches, häufig nebliges Gebiet. Das Gebiet um den Golf von Mexiko ist bereits subtropisch mit hohen Temperaturen im Sommer und häufig hoher Luftfeuchtigkeit. Zudem wird das Gebiet häufig von tropischen Wirbelstürmen erreicht.

In Alaska herrscht arktisches Klima, die dortigen Gebirge sind zugleich die höchsten der Vereinigten Staaten (Denali, 6190 Meter). Hawaii, dessen Mauna Kea 4205 Meter hoch ist, weist hingegen tropisches Klima auf.

Flora und Fauna

Die Gebiete an der Ostküste bis zu den Großen Seen waren bis ins 19. Jahrhundert sehr stark bewaldet, die Westküste im Bereich des gemäßigten Regenwalds von mitunter extrem hohen Bäumen mit Wuchshöhen von über 100 Meter. Von diesen Flächen sind nur wenige, wie die Redwoods oder der Hoh-Regenwald geblieben. Große Flächen wurden zu Ackerland umgewandelt oder bebaut, den überwiegenden Teil nehmen heute Nutzwälder ein. Die Artenvielfalt der trockeneren Graslandschaften wurde im Zuge der landwirtschaftlichen Nutzung ebenfalls stark reduziert. Schutzgebiete und -maßnahmen führten jedoch dazu, dass viele der über 17.000 Gefäßpflanzenarten gerettet werden konnten. Allein Hawaii weist 1.800 Blütenpflanzen (Bedecktsamer) auf, von denen zahlreiche endemisch sind.

Rund 400 Säugetier-, 750 Vogel- und 500 Reptilien- und Amphibienarten sowie weit über 90.000 Insektenarten bilden einen Teil der Fauna, wobei seit 1973 ein eigenes Gesetz bedrohte Arten schützt. 58 Nationalparks in den noch großen verbliebenen Wildnisregionen und mehrere hundert weitere Schutzgebiete weisen überwiegend eine große Artenvielfalt auf, die in deutlichem Kontrast zu den weitverbreiteten Monokulturen steht. Vor allem aufgrund der großen Zahl von endemischen Arten, Gattungen und Familien, der großen Artenvielfalt bzw. Biodiversität und den vielfältigen Ökosystemen gehört die USA zu den Megadiversitätsländern dieser Erde. Lediglich die mediterrane Hartlaubvegetation der Florenprovinz Kalifornien wird aufgrund der großen Gefährdungslage für die Natur international als Hotspot der Biodiversität geführt.

Natur und Umweltschutz

Historisch entstammen einige wichtige Entwicklungen des Naturschutzes aus der Geschichte der Vereinigten Staaten: Die Nationalparkidee und mit ihr der Yellowstone-Nationalpark, das weltweit erste Großschutzgebiet dieser Art, entstanden in den Vereinigten Staaten. Als nationale Behörde richtete der Senat die National Fish and Wildlife Foundation (NFWF) zur Betreuung aller nationaler Schutzgebiete ein. Auf der einen Seite engagieren sich US-amerikanische NGOs wie Conservation International weltweit führend für Natur- und Ressourcenschutz. Auf der anderen Seite haben die Vereinigten Staaten das wichtigste internationale Abkommen, die Biodiversitätskonvention, als eines von wenigen Ländern bis heute nicht unterzeichnet.

Ballungsräume

Bevölkerungsdichte der Vereinigten Staaten

82,26 Prozent der Amerikaner lebten im Jahr 2018 in städtischen Gebieten. 2016 hatten 307 Orte mehr als 100.000 Einwohner und es gab 54 Metropolregionen mit mehr als einer Million Einwohner (bei nur zehn Städten). Die größten Metropolregionen waren 2016 New York City (20,1 Millionen), Los Angeles (13,3 Millionen), Chicago (9,5 Millionen), Dallas (7,2 Millionen), Houston (6,7 Millionen), Washington, D.C. (6,1 Millionen) und Philadelphia (6 Millionen). Die Hauptballungsräume liegen zwischen New York und den Großen Seen, in Kalifornien und Arizona sowie in Texas und in geringerem Maße in Florida. Mit 33 Einwohner pro Quadratkilometer sind die USA ein eher dünn besiedeltes Land. Der Osten des Landes ist dabei deutlich dichter besiedelt als der Westen.

Top 10 Städte und Metropolregionen (Stand 2016)
Rang Stadt Einwohner Rang Metropolregion Einwohner
01 New York City 08.537.673 01 New York City-Newark-Jersey City 20.153.634
02 Los Angeles 03.976.322 02 Los Angeles-Long Beach-Anaheim 13.310.447
03 Chicago 02.704.958 03 Chicago-Naperville-Elgin 09.512.999
04 Houston 02.303.482 04 Dallas-Fort Worth-Arlington 07.233.323
05 Phoenix 01.615.017 05 Houston-The Woodlands-Sugar Land 06.772.470
06 Philadelphia 01.567.872 06 Washington, D.C.-Arlington-Alexandria 06.131.977
07 San Antonio 01.492.510 07 Philadelphia-Camden-Wilmington 06.070.500
08 San Diego 01.406.630 08 Miami-Fort Lauderdale-Palm Beach 06.066.387
09 Dallas 01.317.929 09 Atlanta-Sandy Springs-Roswell 05.789.700
10 San José 01.025.350 10 Boston-Cambridge-Newton 04.794.447

Ethnien und Einwanderergruppen

Abstammungsgruppen mit höchstem Bevölkerungsanteil in den Counties
Bevölkerungsgruppen
(Gemäß Census-Schätzung von Juli 2019)
Weiße 60,4 %
Hispanics und Latinos 18,3 %
Afroamerikaner 13,4 %
Asiatische Amerikaner 5,9 %
Multiethnische Amerikaner 2,7 %
Indianer Nordamerikas und Ureinwohner Alaskas 1,3 %
Eingeborene Hawaiianer und Amerikaner aus Ozeanien 0,2 %

Die ursprünglichen Bewohner des Landes, die Indianer („Native Americans“ oder „American Indians“), stellen heute nur noch rund ein Prozent der Bevölkerung. Einzig in Alaska erreichen sie einen zweistelligen Prozentanteil an der Bevölkerung. Weitere Schwerpunkte bilden Oklahoma, Kalifornien, Arizona, New Mexico und South Dakota. Sie bilden keine Einheit; Kultur, Sprache und Religion unterscheiden sich von Volk zu Volk. Insgesamt gibt es 562 anerkannte Stämme (tribes), hinzu kommen 245 Gruppen, die derzeit nicht als Stamm anerkannt sind.

Die ersten kolonialen Einwanderer auf dem von Indianern besiedelten Kontinent waren Europäer, zunächst vorrangig spanischer, französischer und englischer Herkunft. Mit ihnen kamen ab dem 17. Jahrhundert Sklaven, meist aus Westafrika. Ab Mitte des 18. und verstärkt zur Mitte des 19. Jahrhunderts folgten Europäer deutschsprachiger und irischer Herkunft. Später kamen Einwanderer aus anderen Regionen Europas dazu, vor allem Italiener, Skandinavier und Osteuropäer, einschließlich osteuropäischer Juden. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam es zur Einwanderung aus Ostasien und Vorderasien. Neben wirtschaftlichen Motiven spielte für viele auch religiöse oder politische Verfolgung eine Rolle.

Die Amerikaner mit europäischen Vorfahren bilden heute 72 Prozent der Gesamtbevölkerung. Afroamerikaner stellen etwas mehr als 13 Prozent. Sie leben vor allem im Süden und in den großen Industriestädten des Nordens. Asiatische Einwanderer, zu großen Teilen aus China, Japan, Korea, Indien und den Philippinen, stellen rund fünf Prozent. Während der letzten Volkszählung gaben über 50 Millionen Personen eine deutsche Herkunft an. Damit sind die Deutschamerikaner die größte Bevölkerungsgruppe der Vereinigten Staaten.

Vor allem im Südwesten der Vereinigten Staaten und in Florida gibt es einen hohen Bevölkerungsanteil mit lateinamerikanischer Herkunft, die dort pauschal als „Hispanics“ oder „Latinos“ bezeichnet werden. Viele von ihnen halten stark an ihrer Kultur und Sprache fest. Ihr Anteil in den USA wuchs in den letzten Jahrzehnten stetig (bis 2013 auf 17 Prozent), da viele Lateinamerikaner vor wirtschaftlicher Not in den Norden fliehen. Sie kommen oft als illegale Einwanderer.

Es bestehen große Unterschiede in der Sozialstruktur zwischen weißer und schwarzer Bevölkerung. Schwarze haben im Durchschnitt ein geringeres Einkommen, eine kürzere Lebenserwartung und eine schlechtere Ausbildung. Sie sind sowohl häufiger Opfer als auch Täter in einem Tötungsdelikt und werden häufiger zum Tode verurteilt. Die Ursachen dafür und mögliche Wege der Problembehebung sind umstritten. Nicht nur in den Südstaaten sind Wohngegenden und nicht-öffentliche Einrichtungen – wie Kirchen oder private Organisationen – oft faktisch nach Ethnien getrennt, wenn auch die formale Trennung inzwischen ungesetzlich und verpönt ist.

Bevölkerungsentwicklung

Bevölkerungsentwicklung in den Vereinigten Staaten
Bevölkerungspyramide der USA 2016

Die Bevölkerungszahlen sind seit 1610 kontinuierlich gewachsen. Prognosen gehen von einem weiteren Anstieg bis 2050 aus: Bis zum Jahr 2025 wird die Bevölkerung nach einer Prognose der Vereinten Nationen auf 358 Millionen Einwohner anwachsen, und im Jahr 2050 werden demnach über 408 Millionen Menschen im Land leben.

Seit 1790 sieht die Verfassung eine alle zehn Jahre stattfindende Volkszählung vor, den sogenannten United States Census. Einen erheblichen Anteil am Bevölkerungszuwachs hatten die Einwanderer. So stieg seit dem Immigration and Naturalization Services Act of 1965 die Zahl der im Ausland geborenen Menschen auf das Fünffache, und zwar von 9,6 Millionen im Jahr 1970 auf rund 49,8 Millionen 2017. In den 1990er Jahren stieg die Zahl der Einwanderer auf eine Million pro Jahr. Im Jahr 2000 lag der Anteil der im Ausland geborenen Menschen bei 11,1 Prozent der Gesamtbevölkerung. Bis zum Jahr 2017 stieg er auf 15,3 % an. Gleichzeitig lebten knapp 3 Millionen Amerikaner im Ausland. Die meisten davon in Mexiko (900.000), Kanada (310.000), im Vereinigten Königreich (190.000), in Deutschland (140.000) und Australien (120.000).

Die Geburtenrate pro Frau betrug 2016 1,87 Kinder. Die Geburtenrate der Hispanics und Latinos ist dabei höher als die der restlichen Bevölkerung. Auf 1000 Einwohner kamen 2016 12,5 Geburten und 8,2 Todesfälle. Im selben Jahr lag das Median-Alter bei 37,9 Jahren. 2016 wuchs die Einwohnerzahl um 0,81 %, oder ca. 3 Millionen an. Von den Ländern der industrialisierten Welt haben die USA eine der jüngsten und am schnellsten wachsenden Bevölkerungen.

Census
Jahr Bevölkerung

1770 2.148.100
1780 2.780.400
1790 3.929.214
1800 5.308.483
1810 7.239.881
1820 9.638.453
1830 12.866.020
1840 17.069.453
1850 23.191.876
Jahr Bevölkerung

1860 31.443.321
1870 38.558.371
1880 50.189.209
1890 62.979.766
1900 76.212.168
1910 92.228.496
1920 106.021.537
1930 123.202.624
1940 132.164.569
Jahr Bevölkerung

1950 151.325.798
1960 179.323.175
1970 203.211.926
1980 226.545.805
1990 248.709.873
2000 281.421.906
2010 308.745.538
2020 331.449.281

Sprachen

Englisch ist in 32 Bundesstaaten offizielle Amtssprache, Hawaii akzeptiert zusätzlich Hawaiisch und seit 2014 akzeptiert Alaska auch die 20 indigenen Sprachen des Bundesstaates. Louisiana übersetzt auch ins Französische, New Mexico auch ins Spanische. In mehreren Staaten müssen noch Gerichte darüber entscheiden.
In den Vereinigten Staaten zuhause gesprochene Sprachen mit mind. 1 Millionen Sprecher nach Anzahl der Sprecher (2013)
Englisch (nur) 231,1 Millionen
Spanisch oder spanischbasierte Kreolsprachen 37,4 Millionen
Chinesisch 2,9 Millionen
Tagalog (Philippinen) 1,6 Millionen
Vietnamesisch 1,4 Millionen
Französisch, inkl. Cajun 1,3 Millionen
Koreanisch 1,1 Millionen
Deutsch 1,1 Millionen

Die meistgesprochene Sprache der Vereinigten Staaten ist amerikanisches Englisch. Daneben werden noch viele Sprachen der Indianer bzw. Hawaiier und die Sprachen von Einwanderern gesprochen. Insgesamt stellte der letzte Zensus 382 Sprachen fest, von denen 169 indianische sind. Letztere weisen allerdings nur etwa 400.000 Sprecher auf, davon etwa die Hälfte Navajo. Allein im Apache County in Arizona zählte man 37.000, im McKinley County in New Mexico 33.000. 227 Millionen Einwohner sprechen ausschließlich Englisch, alle anderen Sprachen zusammen machen mehr als 60 Millionen Sprecher aus. Besonders hoch ist der Spanisch sprechende Anteil, wobei viele Einwanderer nur ihre spanische Muttersprache sprechen und teilweise eigene Viertel in Städten bewohnen (zum Beispiel East Los Angeles oder Union City). In Kalifornien beträgt ihr Anteil rund 30 %, jedoch sind viele, insbesondere die Jüngeren von ihnen, zweisprachig. Etwa 30 bis 40 Millionen leben in den Vereinigten Staaten, nicht wenige ausländerrechtlich illegal. Während es im 19. Jahrhundert viele Zeitungen in deutscher Sprache gab, ist Spanisch die Sprache, in der heute Zeitungen am zweithäufigsten erscheinen.

Neben Deutsch (→ Deutschamerikaner) sind auch Französisch, Chinesisch, Koreanisch, Vietnamesisch und Tagalog verbreitet. Vor allem in Fällen, in denen die Vermischung mit der übrigen Bevölkerung gering ist, wird die mitgebrachte Sprache in den folgenden Generationen beibehalten (zum Beispiel von den Amischen in Pennsylvania, Ohio, Indiana und Illinois).

Trotz gewisser Vorzüge einer gemeinsamen Sprache haben die Vereinigten Staaten keine einheitliche Amtssprache festgelegt. Alle amtlichen Schriftstücke werden jedoch auf Englisch verfasst. In zweiunddreißig Bundesstaaten ist Englisch Amtssprache; einzelne Staaten und Territorien definieren sich als zwei-, drei- oder vielsprachig, wie beispielsweise Hawaii, Alaska, Guam oder Puerto Rico. Zunehmend werden Dokumente und Beschilderungen ins Spanische übersetzt, jedoch bleibt dieses Phänomen meist regional beschränkt. Knapp 18 % der Amerikaner sprachen im Jahr 2006 zuhause nicht Englisch, 10 % gaben bei der Volksbefragung 2000 Spanisch als Muttersprache an.

1847 gestattete ein Gesetz Französischunterricht in Louisiana, 1849 erkannte die kalifornische Verfassung Spanisch an. Mit dem Sezessionskrieg verschwanden die Rechte der Frankophonen, 1868 empfahl man die Unterrichtung der Indianer auf Englisch, 1896 sollte das auch auf Hawaii gelten. Ab 1879 wurden kalifornische Gesetze nur noch auf Englisch veröffentlicht, während des Ersten Weltkriegs wurde der Gebrauch des Deutschen eingeschränkt. Einzelne Staaten, wie Virginia 1981 und Kalifornien 1986, erklärten Englisch zur offiziellen Sprache.

Am 8. Mai 2007 wurde dem Senat eine Resolution vorgelegt, nach der Englisch zur „Nationalsprache“ erklärt werden sollte. Dieses Vorhaben wurde abgelehnt.

Religion

Religionsgruppen
(Gemäß Pew Research Center, 2019)
Protestanten 43 %
Konfessionslose 26 %
Katholiken 20 %
Mormonen 2 %
Juden 2 %
Muslime 1 %
Hindu 1 %
Buddhisten 1 %
Andere 3 %
Keine Angabe 2 %

Die Regierung führt kein Register über den Religionsstatus der Einwohner. Das United States Census Bureau darf selbst keine Fragen zur Religionszugehörigkeit stellen, veröffentlicht aber die Ergebnisse anderer Umfragen. In einer Umfrage des Pew Research Centers bezeichneten sich im Jahr 2014 rund 25,4 % der Bevölkerung als evangelikale Protestanten, 20,8 % als römisch-katholisch, 14,7 % als Mainline-Protestanten, 6,5 % gehören traditionellen schwarzen protestantischen Kirchen an. Unter den kleineren christlichen Kirchen sind 1,6 % Mormonen und 0,8 % Zeugen Jehovas, 0,5 % waren Mitglied einer orthodoxen Kirche. Zu den nicht-christlichen Religionsgemeinschaften zählen 1,9 % Juden, 0,9 % Muslime sowie 0,7 % Buddhisten. 22,8 % der Befragten gaben keine religiöse Überzeugung an, davon waren explizit 3,1 % Atheisten und 4,0 % Agnostiker.

Zusammengefasst lebten damit im Jahr 2014 rund 70,6 % Christen sowie 5,9 % Anhänger nicht-christlicher Religionen in den USA. In einer Umfrage aus dem Jahr 2008 bezeichneten 82 % der US-Amerikaner Religion als für ihr Leben wichtig oder sehr wichtig (55 % sehr wichtig). Dabei bezeichneten 65 % der Frauen Religion als für ihr Leben sehr wichtig gegenüber 44 % der Männer. Nach dieser Umfrage beten 54 % der US-Bevölkerung mindestens einmal am Tag, ein Wert, der in Frankreich bei 10 %, in Deutschland bei 19 %, in Polen bei 32 %, in der Türkei bei 42 % und in Brasilien bei 69 % liegt.

Laut einer Studie des Gallup-Instituts waren im Jahr 2016 ca. 73 % der Bevölkerung Christen (48,9 % Protestanten der verschiedenen Strömungen, 23 % Katholiken und 1,8 % Mormonen). Das Judentum ist mit einem Anteil von 2,1 % an der Bevölkerung weiterhin die größte nicht-christliche Religion in den Vereinigten Staaten. 0,8 % der Bevölkerung sind Muslime, 2,5 % gehören anderen Religionen an. 18,2 % der Befragten waren der Gruppe der Konfessionslosen/Atheisten/Agnostiker zuzurechnen.

Die regionale Verteilung der Konfessionen ist unterschiedlich; während in Neuengland mehrheitlich Katholiken leben, sind die Südstaaten evangelikal geprägt. Das Zentrum der Mormonen befindet sich in Utah und den umgebenden Bundesstaaten (Nevada, Idaho); insbesondere im Süden der USA an der Grenze zu Mexiko und durch die kubanische Auswanderung im Großraum Miami leben überwiegend katholische Latinos. Die Zentren der jüdischen Bevölkerung sind Metropolen wie New York und Umgebung, Boston, Los Angeles, San Francisco und der Südosten Floridas.

Gesellschaftsstruktur

Die Verteilung der ärmsten Haushalte in den Vereinigten Staaten

Laut Soziologen wie Dennis Gilbert vom Hamilton College bestand die Gesellschaft 1998 aus sechs sozialen KlassenQuelle? mit einem bestimmbaren Anteil an der Gesamtbevölkerung: einer Oberklasse (etwa 1 %), die aus den prominentesten, wohlhabendsten und mächtigsten Bürgern besteht; einer oberen Mittelklasse (etwa 15 %), die aus hochqualifizierten Berufstätigen wie Ärzten, Professoren, Anwälten besteht; einer unteren Mittelklasse (etwa 32 %), die aus gut ausgebildeten Berufstätigen wie Schullehrern und Handwerkern besteht; einer Arbeiterklasse (etwa 32 %), die aus Industriearbeitern und Lohnarbeitern (Blue-Collars) sowie einfachen Angestellten besteht, und schließlich einer Unterklasse (etwa 20 %), die in zwei Gruppen zerfällt. Ihre obere Gruppe besteht aus den „Working Poor“, den arbeitenden Armen, die in schlecht bezahlten Jobs ohne Versicherung oder nur Teilzeit arbeiten. Die untere Gruppe arbeitet nicht und ist auf die – in den Vereinigten Staaten sehr geringfügige – öffentliche Wohlfahrt angewiesen (unemployed poor).

Auffällig ist dabei, dass Angehörige dieser Unterschichten meist in bestimmten Stadtvierteln der Großstädte leben, während die Mittelklasse in den 1960er bis 1980er Jahren in die suburbs, die jenseits der Grenzen der Großstädte, aber noch innerhalb der Metropolregionen liegen, ausgewichen ist. Der Armenanteil unter den Schwarzen und Hispanics ist überproportional hoch (etwa 30 %).

Zwischen 1977 und 1999 stiegen die Einkommen im reichsten Hundertstel der Bevölkerung nach Steuerabzug um 115 %. Die Reallöhne für 60 % der Arbeitnehmer sind in dieser Zeit um 20 % gefallen. Die Zahl der Amerikaner, die in Armut leben, ist 2002 um 1,7 Millionen Menschen auf insgesamt 34,6 Millionen gestiegen. Die Zahl der in extremer Armut lebenden (weniger als die Hälfte der offiziellen Armutsgrenze), stieg von 13,4 Millionen 2001 auf 14,1 Millionen im Jahr 2002 an. Die Armuts- und auch die Kinderarmutsrate variieren stark zwischen ethnischen Gruppen. Im Jahr 2009 waren 7,1 Millionen (18,7 Prozent) der Menschen über 65 Jahre von der NAS-Armutsdefinition betroffen. 2013 bezogen in den USA 47 Millionen Menschen in 23 Millionen Haushalten und damit 20 % der US-Haushalte staatliche Lebensmittelmarken. 90 % der US-Amerikaner beziehen ein Einkommen von 30.000 Dollar?, das entspricht dem Niveau von 1965. Eine Auswertung der Census-Daten von 2010 ergab zudem, dass rund 1,5 Millionen Haushalte praktisch ohne jedes Geld leben müssen. Sie haben Einkünfte von unter 2 Dollar pro Person und Tag, beziehen aber teilweise Lebensmittelgutscheine oder Sachzuweisungen und leben zum Teil in öffentlich bezahlten Wohnungen. Ein signifikanter Anteil ist aber völlig von der Geldwirtschaft abgeschnitten.

Selbst Haushalte mit Einkommen weit über der Armutsgrenze des Bundes können aufgrund von hohen Lebenshaltungskosten ihrer Region häufig als working poor angesprochen werden, wenn und soweit sie nicht in der Lage sind, Rücklagen oder ein Sparvermögen zu bilden. Rund 25 % der Haushalte mit Mittelklasse-Einkommen zwischen 40 und 55 Jahren hatten Ende 2014 ein Netto-Vermögen unter 17.500 Dollar (bei Nicht-Berücksichtigung eventuellen selbstgenutzten Wohneigentums und Ansprüchen auf Altersversorgung).

Insgesamt lässt sich konstatieren, dass sich die Kluft zwischen den Ärmsten und der Spitze der Gesellschaft in den letzten Jahren dramatisch vergrößert hat: Die Oberklasse, also das obere 1 % der Bevölkerung, besaß 2009 nach Schätzung des Levy Economics Institute des Bard College (USA) 37,1 % des Gesamtvermögens der Vereinigten Staaten, das ist ein Zuwachs von 3,7 % gegenüber 2001. Den unteren 80 % der Bevölkerung gehören dagegen nur 12,3 % des Gesamtvermögens, was einer Abnahme von 3,3 % für denselben Zeitraum entspricht.

2017 gab es laut Forbes in den Vereinigten Staaten 585 Milliardäre (27 % aller Milliardäre der Welt), womit die Vereinigten Staaten das Land mit den meisten Milliardären der Welt sind. 7 der 10 reichsten Personen weltweit waren 2018 Amerikaner. Der reichste Mann Amerikas und der Welt war Jeff Bezos, dessen Vermögen von 112 Milliarden Dollar höher war als die Wirtschaftsleistung Kenias (Stand Februar 2018). Das reichste Prozent der Amerikanischen Bevölkerung erzielte 2005 mit 524 Milliarden Dollar ein Einkommen, das um 37 % höher lag als das der ärmsten 20 % der Bevölkerung (383 Milliarden Dollar). So lag das Durchschnittsvermögen aller US-Familien bei 692.000 Dollar; der aussagekräftigere Medianwert der Vermögen betrug 97.300 Dollar.

Einwanderungspolitik

Einbürgerungszeremonie am Kennedy Space Center
Häufigste Herkunftsstaaten von Migranten nach Geburtsland 2015
Rang Land Anzahl an Migranten
1 Mexiko Mexiko 12.050.031
2 China Volksrepublik Volksrepublik China 2.103.551
3 Indien Indien 1.969.286
4 Philippinen Philippinen 1.896.031
5 Puerto Rico Puerto Rico 1.744.402
6 Vietnam Vietnam 1.302.870
7 El Salvador El Salvador 1.276.489
8 Kuba Kuba 1.131.284
9 Korea Sud Südkorea 1.119.578
10 Dominikanische Republik Dominikanische Republik 940.874

Von 1951 bis 1960 wanderten jährlich 2,5 Millionen Menschen ein, zwischen 1971 und 1980 insgesamt 4,5 Millionen und in den 1990er Jahren insgesamt über 10 Millionen. 2003 erhielten 463.204 Menschen die US-Staatsbürgerschaft, 1997 bis 2003 lag der Durchschnitt bei etwa 634.000. Im Jahr 2015 gab es 46.627.102 Einwohner, die im Ausland geboren wurden und 14,5 % der Bevölkerung ausmachten, womit die USA die weltweit größte Anzahl an Migranten hatte. Ein großer Teil der im Ausland geborenen Einwohner war lateinamerikanischer Herkunft, vor allem aus Mexiko und Zentralamerika. In den letzten Jahren stieg die Migration aus asiatischen Ländern wie China, Indien, Vietnam, Südkorea und den Philippinen.

Schon 1790 regelten die Vereinigten Staaten die Einwanderung mit dem Naturalization Act, einem Gesetz, das die Zuwanderung aus Europa fördern sollte, Schwarze und „Unfreie“ jedoch ausschloss und einen „guten moralischen Charakter“ verlangte. 1882 schloss man Chinesen mit dem Chinese Exclusion Act explizit aus, eine Regelung, die 1943 leicht abgewandelt wiederholt wurde. 1891 entstand eine Einwanderungskommission, die jährlich Länderquoten festlegte.

1921 regelte der Emergency Quota Act erstmals die Einwanderung so, dass Nord- und Westeuropäer bevorzugt wurden, indem man ihren Bevölkerungsanteil entsprechend der Volkszählung einfror – eine Tendenz, die mit dem Immigration Act von 1924 verfestigt wurde. Die Einwanderungspolitik war Anfang des 20. Jahrhunderts gegenüber Asiaten besonders restriktiv.

Erst ab 1965 wurden der Zeitpunkt der Antragstellung und die Weltregion berücksichtigt; dazu kamen Fälle der Familienzusammenführung. Seit 1978 gilt für die Einwanderung in die Vereinigten Staaten eine einheitliche Quote. 1970 waren noch 62 % der im Ausland geborenen Amerikaner Europäer, doch sank dieser Anteil bis 2000 auf 15 %.

Die Hispanics sind die größte Minderheit in den Vereinigten Staaten. Im Jahr 2000 lebten 35,2 Millionen Hispanics in den USA, 2013 waren es 54 Millionen, woraus sich eine prozentuale Zunahme von 54 Prozent ergibt. Von den 54 Millionen waren 34,5 Millionen mexikanischer Herkunft. Die Schätzungen über die illegalen Einwanderer schwanken zwischen 7 und 20 Millionen, die meisten schätzen ihre Zahl auf rund 12 Millionen. Pro Jahr überqueren Hunderttausende illegal die Südgrenze, darunter Zehntausende teils unbegleitete Minderjährige. Die staatliche Kommission für Menschenrechte in Mexiko gab an, dass allein 2007 500 Illegale beim Versuch, die Grenze zu überqueren, ums Leben kamen – häufig durch Verdursten. Zwischen 1995 und 2007 seien es 4.700 Mexikaner gewesen.

Um die illegale Einwanderung aus Mexiko zu bekämpfen, unterzeichnete Präsident Bush im Oktober 2006 den Secure Fence Act, der die Errichtung einer 1.100 Kilometer langen Grenzbefestigung vorsah. Zudem wurde die Unterstützung illegaler Einwanderer strafbar.

Schon 1954 hatte die Regierung versucht, mit der Operation Wetback 1,2 Millionen Hispanics abzuschieben – wobei sich das Schimpfwort „Wetback“ (Engl.; „Nassrücken“) von den Mexikanern ableitete, die durch den Rio Grande geschwommen waren. 1965 wurde die mexikanische Einwanderung eingeschränkt, mit dem Immigration Reform and Control Act (IRCA) von 1986 wurden erstmals illegale Einwanderer legalisiert.

2015 lebten ca. 627.000 in Deutschland geborene Personen in den Vereinigten Staaten.

Kriminalität und Justiz

Mordrate seit 1950
Fälle von Gewaltkriminalität seit 1960. Übersetzungen: Aggravated Assault=Schwere Körperverletzung, Rape=Vergewaltigung, Robbery=Raub, Murder and Manslaughter=Mord und Totschlag

Laut FBI Uniform Crime Reporting geht die Kriminalitätsrate in den Vereinigten Staaten seit den frühen 1990er Jahren zurück. Die Gewaltkriminalität erreichte ihren Höhepunkt 1991 mit 758 Fällen pro 100.000 Einwohner. Im Jahr 2000 waren es 507, 2010 noch 405, und 2018 wurden 381 Fälle verzeichnet.

Für Vergleiche der Gewaltneigung über lange Zeiträume und große räumliche Distanzen hinweg wird die Rate der Tötungsdelikte als Index verwendet. Die Vereinigten Staaten kam hierbei im Jahr 2017 auf 5,3 Fälle pro 100.000 Einwohner. Ein Höhepunkt war 1991 mit 9,7 Fällen. Die heutige Rate von 5,3 liegt weit höher als die von Deutschland, die bei eins liegt. Der Durchschnitt in Europa sind 3 Fälle pro 100.000 Einwohner, der globale Durchschnitt bei 6,1. Ostasiatische Staaten liegen durchschnittlich bei 0,6, Singapur bei nur 0,2 Fällen pro 100.000 Einwohner.

Die Vereinigten Staaten haben weltweit sowohl absolut als auch relativ zur Bevölkerung die größte Gefängnispopulation. 2008 befanden sich über 2,4 % der Bevölkerung der Vereinigten Staaten entweder im Gefängnis (2,3 Millionen) oder sie waren zur Bewährung (4,3 Millionen) oder zur Haftaussetzung (0,828 Millionen) auf freiem Fuß. Bis zum Jahr 2011 stieg die Zahl der Gefangenen auf über 2,4 Millionen. Damit stehen die Vereinigten Staaten im Verhältnis von Gefängnisinsassen zur Einwohnerzahl mit Abstand weltweit an der Spitze. Die Kriminalitätsrate blieb hingegen zunächst konstant und nahm später sogar ab.

Während der 1960er Jahre war der Anteil der Strafgefangenen um etwa ein Prozent jährlich gesunken und erreichte 1975 mit 380.000 seinen Tiefststand. Seit etwa 1980 stieg die Zahl deutlich an, so dass es 1985 bereits 740.000 gab und Ende 1998 gar zwei Millionen. Zwei Drittel der Strafgefangenen stammen dabei aus Haushalten, die weniger als die Hälfte der als Armutsschwelle definierten Einkommen zur Verfügung hatten.

2000 waren in den Vereinigten Staaten 133.610 Personen unter 18 Jahren in Haftanstalten und Jugendhaftanstalten untergebracht. Die Strafmündigkeit setzt in den Vereinigten Staaten weitaus früher ein als in Deutschland. In vielen Bundesstaaten können bereits 7-Jährige beim Verstoß gegen ein Strafgesetz zur Verantwortung gezogen werden, in den meisten anderen ist das ab dem 11. Lebensjahr der Fall. 2005 wurden 1.403.555 unter 18-Jährige verhaftet. 2003 war es in 33 Bundesstaaten möglich, geisteskranke Kinder und Jugendliche auch dann in Haft unterzubringen, wenn diese nicht gegen das Strafrecht verstoßen hatten.

Afroamerikaner haben einen Anteil von ungefähr 13 Prozent an der Gesamtbevölkerung, stellen aber 38 Prozent der Gefängnisinsassen. Die Hälfte aller Morde in den USA und ungefähr ein Drittel aller Vergewaltigungen werden von Afroamerikanern begangen. Ein überproportionaler Anteil von Schwarzen und Latinos lässt sich bei der Anzahl von bewaffneten Angreifern feststellen. So waren zwischen Januar und Juni 2008 insgesamt 98 Prozent aller mit Schusswaffen bewaffneten Angreifer in New York City entweder schwarz oder hispanisch. Im März 2015 waren 16 Prozent der Häftlinge in amerikanischen Gefängnissen mexikanische Staatsbürger, weitere 7,5 Prozent der Häftlinge hatten eine andere als eine amerikanische oder mexikanische Staatsbürgerschaft.

Im Gegensatz zu fast allen anderen Staaten der westlichen Welt wird in zahlreichen Bundesstaaten der Vereinigten Staaten die Todesstrafe vollstreckt, was seit Jahren umstritten ist, auch in den Vereinigten Staaten selbst. Insgesamt 23 Bundesstaaten haben die Todesstrafe abgeschafft, zuletzt Virginia im März 2021. In den übrigen Bundesstaaten kommt es weiterhin zur Vollstreckung von Todesurteilen, selbst an Menschen mit geistigen Behinderungen und solchen, die zum angeklagten Tatzeitpunkt minderjährig waren. In den Todeszellen befinden sich mehr als 3.200 Männer und Frauen, fast 42 % sind Afroamerikaner.

Frühgeschichte

Der Cliff Palace, eine Ansammlung von Felsbehausungen im Mesa Verde National Park in Colorado, wurde von den Angehörigen der Anasazi-Stämme 1190 n. Chr. erbaut

In Alaska reichen die ältesten gesicherten menschlichen Spuren 12.000 bis 14.000 Jahre zurück. Als älteste Kultur galt lange die Clovis-Kultur, doch die Funde in den Paisley-Höhlen, die rund ein Jahrtausend vor den Clovis-Funden liegen, zeigten, dass Nordamerika schon früher bewohnt war. Als älteste menschliche Überreste gelten die Relikte der über 10.500 Jahre alten Buhl-Frau aus Idaho. An diese frühe Phase schloss sich die Archaische Periode an.

Zwischen 4000 und 1000 v. Chr. entwickelten sich der Gebrauch von Keramik, Ackerbau und verschiedene Formen abgestufter Sesshaftigkeit. Die Jagdtechniken wurden durch Atlatl und später durch Pfeil und Bogen wesentlich verbessert. Bevölkerungsverdichtungen traten in Nordamerika um die Großen Seen, an der pazifischen Küste um Vancouver Island (Kanada), am Mississippi und an vielen Stellen der Atlantikküste sowie im Südwesten auf.

Im Einzugsgebiet der Adena- und der Mississippi-Kultur entstanden komplexe Gemeinwesen, die jedoch kurz vor Ankunft der ersten Europäer untergegangen sind. Sie strahlten bis weit in den Norden und Westen aus. Im Südwesten entstanden Lehmbausiedlungen mit bis zu 500 Räumen. Diese Pueblo-Kultur ging auf die Basketmaker zurück, die bereits Mais anbauten. Um die Großen Seen entwickelten sich befestigte Großdörfer und dauerhafte Konföderationen. Diese Gruppen betrieben, ähnlich wie im Westen, Mais- und Kürbisanbau sowie einen ausgedehnten Fernhandel – etwa mit Kupfer und bestimmten Gesteinsarten, die für Jagdwaffen und Schmuck von Bedeutung waren –, der sich in British Columbia (Kanada) ab 8000 v. Chr. nachweisen lässt.

Auswirkungen der Kolonisierung auf die Ureinwohner

Indianer leisten Abgaben an Franzosen in Florida. (Kupferstich, um 1600)

Eingeschleppte Krankheiten dezimierten die Bevölkerung in einem schwer zu bemessenden Ausmaß. Viele Gruppen verschwanden durch eingeschleppte Seuchen, ohne dass ein Europäer sie überhaupt zu Gesicht bekommen hatte. Nach dem Anthropologen Alfred Kroeber schätzte man die Bevölkerung nördlich des Rio Grande auf nur eine Million Menschen. Diese Schätzungen wurden bereitwillig aufgegriffen, da sie den Mythos aufrechterhielt, die Weißen hätten einen weitgehend menschenleeren Kontinent erobert. Das als eher vorsichtig bekannte Smithsonian Institute hat seine Schätzung für Nordamerika auf drei Millionen Menschen verdreifacht. Wie stark die Diskussion in Bewegung geraten ist, zeigt die These, die riesigen Büffelherden seien Weidetiere der Indianer gewesen, die Größe der Herden stellte demzufolge kein natürliches Gleichgewicht dar, sondern beruhte auf Übervermehrung nach dem starken Rückgang der menschlichen Population.

Trotz der nicht zu überschätzenden Wirkung der Epidemien – schon Hernando de Soto schleppte verheerende Krankheiten in das Gebiet zwischen Mississippi und Florida ein, 1775 verheerte eine Pockenepidemie die Pazifikküste – sollten die Auswirkungen der Kriege nicht unterschätzt werden. Die verlustreichsten Kriege im Osten dürften der Tarrantiner-Krieg (1607–1615), die beiden Powhatankriege (1608–1614 und 1644–1646), der Pequot- (1637), der König-Philips-Krieg (1675–1676), die Franzosen- und Indianerkriege (1689–1697, 1702–1713, 1744–1748, 1754–1763) sowie die drei Seminolenkriege (1817–1818, 1835–1842 und 1855–1858) gewesen sein. Dazu kamen die stammesübergreifenden Aufstände, die von den Häuptlingen Pontiac (1763–1766) und des Tecumseh (ca. 1810–1813) geführt wurden. Die Franzosen standen von etwa 1640 bis 1701 in den Biberkriegen, dann in vier Kriegen mit den Natchez (1716–1729), die Niederländer im Wappinger-Krieg und in den Esopuskriegen (1659–1660 und 1663–1664), die Spanier 1680 gegen die Pueblos im Südwesten und in zahlreichen weiteren Kämpfen. Im Westen der Vereinigten Staaten waren es vor allem die Kämpfe unter Cochise (1861–1874), der Sioux- (1862) und der Lakotakrieg (1866–1867), oder der der Apachen unter Geronimo (bis 1886), die bekannt wurden. Ebenso bekannt wurden einzelne Schlachten, wie die am Little Bighorn oder das Massaker von Wounded Knee (1890).

Ganz andere Fernveränderungen löste der Pelzhandel aus. Dieser Handel wirkte einerseits auf die Stämme, die als Jäger und Anbieter auftraten, aber auch auf deren nahe und ferneren Nachbarn, sei es durch den Erwerb von Waffen und damit zusammenhängende Machtverschiebungen, sei es durch die Entwicklung von Handelsmonopolen der in der Nähe der Handelsstützpunkte (Forts) lagernden Stämme, sei es durch Auslösung von umfassenden Völkerwanderungen, wie durch die Irokesen. Auch wurde die Stellung der Führungsgruppen vom Pelzhandel abhängig.

Von der ersten Kolonisierungsphase bis zur Unabhängigkeit

Die Mayflower brachte 1620 englische Pilgerväter nach Neuengland.
George Washington war der erste Präsident der Vereinigten Staaten.

Die erste europäische Siedlung auf dem heutigen US-Gebiet wurde im Jahr 1565 von den Spaniern in St. Augustine in Florida gegründet. Die erste dauerhafte englische Kolonie war Jamestown in Virginia, das 1607 entstand, kurz nachdem Franzosen eine erste Kolonie im späteren Kanada gegründet hatten. Die Ankunft des Auswandererschiffs „Mayflower“ in Plymouth Colony (später mit Massachusetts Bay Colony zu Massachusetts zusammengefügt) im Jahr 1620 gilt als wichtiges symbolisches Datum. Schwedische Kolonien am Delaware und niederländische Siedlungen um New York (Nieuw Amsterdam) wurden von England übernommen.

Außer den Briten konnten nur Franzosen und Spanier dauerhafte politische Bedeutung erringen. Für Spanien hatte seine Kolonie Florida nur eine sekundäre Funktion im Vergleich zu seinen großen Besitzungen in Mittel- und Südamerika. Frankreich wiederum beschränkte sich bei der Besiedlung auf sein koloniales Kerngebiet am Sankt-Lorenz-Strom (Neufrankreich), wobei es dennoch ein starkes wirtschaftliches Interesse an seinen übrigen Territorien zwischen dem Mississippi und den dreizehn Kolonien der Briten behielt. Um die Pelzhandelswege zu decken, wurden diese ansonsten nicht von Europäern besiedelten Gebiete durch ein System von Forts und Bündnissen geschützt. Die britischen Kolonien hingegen standen unter einem hohen Einwanderungsdruck, was zu einer beständigen Verschiebung der Siedlungsgrenze nach Westen führte. Das geschah teils nach staatlichem Plan (durch eine einzelne Kolonie) und teils in wilder Kolonisation gegen britischen und indianischen Widerstand.

Im Franzosen- und Indianerkrieg von 1754 bis 1763 prallten die gegensätzlichen Interessen aufeinander. Der Krieg war ein Nebenschauplatz in der globalen Auseinandersetzung zwischen Großbritannien und Frankreich, dem Siebenjährigen Krieg. Die meisten Indianerstämme kämpften auf Seiten der Franzosen.

Der britischen Seite fielen im Friedensschluss von 1763 die gesamten französischen Territorien östlich des Mississippi (außer New Orleans) sowie die von Franzosen besiedelten Gebiete um Québec und Montreal zu. Spanien hatte sich im Verlauf des Krieges auf die Seite seiner französischen Verwandten geschlagen. Nach dem Krieg musste es Florida an die Briten abtreten und erhielt als Ausgleich das bisher französische Gebiet westlich des Mississippi.

Eine der Flaggen der Unabhängigkeitsbewegung von 1775

Die Regierung in London forderte, die Kolonisten sollten einen höheren Anteil an den Kosten der Nachkriegsordnung tragen. Zugleich versuchte sie, die wilde Siedlung nach Westen zu verhindern, um Konflikte zu vermeiden. Die Kolonien wehrten sich gegen die Besteuerung und argumentierten, dass diese gegen englisches Recht verstoße, wonach es „keine Besteuerung ohne politische Repräsentation“ („no taxation without representation“) geben dürfe. Damit erklärten die Siedler faktisch das britische Parlament für nicht weisungsberechtigt (nicht aber die Krone). Zudem verlangte das Mutterland zwar eine höhere Besteuerung, blockierte aber das Herausgeben einer eigenen Währung, was zu einer finanziellen Stärkung der Kolonien notwendig gewesen wäre. Das Parlament handelte so, weil es einer amerikanischen Staatsbildung nicht Vorschub leisten wollte, schuf damit jedoch einen Widerspruch. Mehrere als ungerecht empfundene Steuern wie der Stamp Act (auf Briefmarken), der Sugar Act (auf Zucke) und eine Teesteuer ärgerten die Kolonisten. Es kam zu Boykotten und Widerstandsaktionen, wie der Boston Tea Party, die einen ersten Höhepunkt im Massaker von Boston fanden. London stationierte schließlich mehr Soldaten, was die Sezessionstendenzen in den dreizehn Kolonien weiter anfachte.

1775 lösten britische Soldaten den Unabhängigkeitskrieg aus, als sie ein koloniales Waffenlager aushoben. Ein Kontinentalkongress trat zusammen, der das militärische Oberkommando George Washington übertrug. Am 4. Juli 1776 verkündeten die dreizehn Kolonien die Unabhängigkeitserklärung. Frankreich unterstützte die Aufständischen heimlich mit Waffen.

Dies trug zu militärischen Erfolgen der USA bei. 1783 anerkannte das britische Empire im Frieden von Paris die staatliche Souveränität der USA.

Das Gebiet der nun unabhängigen Kolonien umfasste das Gebiet folgender 16 der heute 50 Bundesstaaten der Vereinigten Staaten: New Hampshire, Massachusetts, Maine, Rhode Island, Connecticut, New York, Vermont, New Jersey, Pennsylvania, Delaware, Maryland, Virginia, West Virginia, North Carolina, South Carolina und Georgia.

Von der Unabhängigkeit bis zum Bürgerkrieg

Abraham Lincoln, 16. Präsident der Vereinigten Staaten

Die 1777 verabschiedeten und 1781 ratifizierten Konföderationsartikel hatten sich als unzureichend erwiesen, um das Überleben des jungen Staatenbundes zu gewährleisten. Daher wurde 1787 in Philadelphia die zweite Verfassung der Vereinigten Staaten unterzeichnet. Sie ist die zweitälteste noch gültige republikanische Staatsverfassung – nur die Verfassung der Republik San Marino aus dem Jahr 1600 ist älter. Erster Präsident der Vereinigten Staaten wurde 1789 der in großem Konsens einstimmig gewählte George Washington, der General des Unabhängigkeitskrieges.

Die seit 1783 unabhängigen dreizehn Kolonien und die weitere territoriale Ausbreitung der Vereinigten Staaten in Richtung Westen

Die Entwicklung des neuen Staats wurde in den ersten Jahrzehnten wesentlich von zwei Faktoren bestimmt: einerseits von einem raschen territorialen Wachstum und der weiteren Landnahme zu Lasten der Indianer, andererseits von der Auseinandersetzung um die Sklaverei, die später den Kampf um die Bürgerrechte der Nachkommen der ehemaligen Sklaven bestimmte. Zur Zeit des Unabhängigkeitskrieges lebten etwa zwei Millionen Weiße und 500.000 versklavte Schwarze in den dreizehn Kolonien.

Während der europäischen Koalitionskriege war das Louisiana-Territorium (nicht zu verwechseln mit dem heutigen Staat Louisiana) von Spanien zurück an Frankreich gefallen. Napoléon sah aber aus finanziellen Gründen davon ab, das französischen Überseeimperiums wiederzuerrichten. Stattdessen verkaufte er 1803 das gesamte Gebiet zwischen Mississippi und Rocky Mountains für 15 Millionen Dollar an die USA, die damit ihr Staatsgebiet auf einen Schlag verdoppelten. Im selben Jahr traten die ersten Staaten aus dem zwischen dem Ohio River und den Großen Seen gelegenen Northwest Territory der Union bei, ab 1813 folgten Teile des Louisiana-Gebiets.

Die Vereinigten Staaten verfolgten gegenüber Frankreich und Großbritannien zunächst einen Neutralitätskurs. Im Jahr 1812 kam es jedoch zum Britisch-Amerikanischen Krieg um das weiterhin britische Kanada. Der Konflikt endete mit einem Kompromiss, so dass die Grenzziehung zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada von da an im Osten abgeschlossen war. Die frühe amerikanische Außenpolitik wurde ansonsten von der 1823 verkündeten Monroe-Doktrin des Präsidenten James Monroe geprägt. Diese sagte aus, dass sich die europäischen Mächte vom amerikanischen Kontinent fernhalten sollten, bei gleichzeitiger Nicht-Einmischung der Vereinigten Staaten in die Angelegenheiten anderer Staaten.

Die Indianerpolitik wurde ab 1820 aggressiver: Mit dem Indian Removal Act und dem darauf folgenden Pfad der Tränen begann eine Jahrzehnte dauernde gewaltsame Landnahme und Besiedlung, was zu erneuten Kämpfen führte. Die Indianer wurden in Reservate (reservations) abgeschoben. Einer der wenigen Siege für die Indianer war die Schlacht am Little Bighorn 1876, die jedoch politisch bedeutungslos blieb. Die Indianerkriege endeten 1890 mit dem Massaker von Wounded Knee. Im Jahr 1900 lebten weniger als eine Viertelmillion Indianer, wozu nicht nur Krieg, sondern auch Epidemien beigetragen hatten. Erst 1924 erhielten die Indianer volle Bürgerrechte.

Die Schlacht von Gettysburg 1863 während des Sezessionskrieges

Das zweite zentrale Thema der amerikanischen Politik bis 1865 war die Sklavenfrage. Die Einfuhr von weiteren Sklaven aus Übersee wurde 1808 gesetzlich verboten. Durch das weitläufige Umgehen dieses Verbotes durch die Sklavenhändler und natürliches Bevölkerungswachstum hatte sich die Zahl der Sklaven bis 1860 jedoch trotzdem auf etwa vier Millionen erhöht. Die Sklavenfrage entzweite zunehmend die Süd- von den Nordstaaten, da in den Nordstaaten die Industrialisierung einsetzte und die Anzahl der Sklaven langsam abnahm, während die Besitzer der riesigen Reis- und Baumwollplantagen in den Südstaaten weiterhin Sklaverei in wachsendem Ausmaß betrieben. Neue Staaten aus den erworbenen Territorien wurden nur paarweise aufgenommen, um das labile Gleichgewicht nicht zu gefährden. Die Sklaverei stand im Widerspruch zur Unabhängigkeitserklärung, nach der „alle Menschen gleich geschaffen“ sind. Daher gewannen im Norden Bewegungen wie der Abolitionismus, der die Abschaffung der Sklaverei forderte, starken Zulauf. Der Krieg gegen Mexiko (1846–1848) brachte den Vereinigten Staaten einen weiteren Flächengewinn, der den heutigen Südwesten ausmacht. Er verstärkte aber auch die innenpolitischen Spannungen, da die Nordstaaten ihn teilweise als Landnahme zugunsten der Ausbreitung der Sklavenstaaten sahen.

Nachdem 1860 Abraham Lincoln für die neu gegründete Partei der Republikaner zum US-Präsidenten gewählt worden war, traten elf Südstaaten aus der Union aus. Das bedeutete den Beginn des Sezessionskrieges (1861–1865). Dabei stand zunächst die Verfassungsfrage im Vordergrund, ob die Bundesregierung überhaupt das Recht habe, über elementare Sachfragen in den Bundesstaaten zu entscheiden. Die Nordstaaten gingen als Sieger aus dem Bürgerkrieg hervor und die Sklaverei wurde gesetzlich abgeschafft. Die Schwarzen erhielten mit dem Civil Rights Act von 1866 und dem 14th Amendment von 1868 formal die vollen Bürgerrechte.

Vom Bürgerkrieg bis zur Weltwirtschaftskrise

Menschenauflauf vor der Wall Street am Schwarzen Donnerstag
Ein liegengebliebenes Auto einer Familie aus Missouri, welche vor der Dust Bowl und wegen der Weltwirtschaftskrise gen Kalifornien flieht

1890 wurde die Frontier für geschlossen erklärt. Damit endete die Ära des „Wilden Westens“. Die Einwanderung ließ nicht nach, so dass zwischen 1880 und 1910 insgesamt 18 Millionen Menschen aufgenommen wurden. Die Industrialisierung seit dem Sezessionskrieg führte zur Bildung großer Trusts, die durch ihre wirtschaftliche Macht die Politik beeinflussen konnten. Daher wurde 1890 der Antitrust Act verabschiedet, in dessen Folge ab 1911 mehrere Großkonzerne wie Standard Oil und die American Tobacco Company entflochten wurden.

Infolge des Spanisch-Amerikanischen Krieges von 1898 dehnten die Vereinigten Staaten ihren Einflussbereich auf die Philippinen, Puerto Rico, Hawaii und Kuba aus. Eine interventionistische Politik betrieb Präsident Theodore Roosevelt (1901–1909), der eine hegemoniale Machtstellung über die lateinamerikanischen Staaten beanspruchte (Big Stick). So lösten die Vereinigten Staaten 1903 Panama aus Kolumbien heraus, um sich von dem neu gebildeten Staat die Souveränität über den Panamakanal abtreten zu lassen.

Während des Ersten Weltkriegs blieben die Vereinigten Staaten bis 1917 formal neutral, unterstützten aber die Entente vor allem durch Nachschublieferungen. Am 1. Februar 1917 erklärte Deutschland als Gegenmaßnahme den uneingeschränkten U-Boot-Krieg, woraufhin die Vereinigten Staaten am 6. April Deutschland den Krieg erklärten und am 5. Juni die Wehrpflicht einführten. Das Deutsche Reich sandte nach seinem Sieg über Russland die freigewordenen Truppen an die Westfront und organisierte im Frühjahr 1918 eine letzte vergebliche Offensive. Die in Frankreich eintreffenden amerikanischen Truppen verschoben die Kräfteverhältnisse endgültig zugunsten der Alliierten. Nach dem militärischen Sieg versuchte Präsident Woodrow Wilson (1913–1921) in Europa eine stabile Nachkriegsordnung zu etablieren, indem er auf der Grundlage seines 14-Punkte-Programms das Selbstbestimmungsrecht der Völker und die Bildung eines Völkerbundes zur Maxime machte. Dieser Plan schlug fehl: Zum einen verweigerten Engländer und Franzosen die Umsetzung von Wilsons Plan zugunsten eines Siegfriedens gegenüber dem Deutschen Reich, zum anderen lehnte der US-Senat den Beitritt zum Völkerbund ab, so dass die mittlerweile größte politische Macht der Welt in diesem Gremium fehlte und zum Isolationismus zurückkehrte.

Durch den kostspieligen Krieg und den anschließenden Wiederaufbau waren die Europäer zu Schuldnern der Vereinigten Staaten geworden. Die herausragende wirtschaftliche Rolle der Vereinigten Staaten zeigte sich besonders, als auf den Börsenkrach im Oktober 1929 (Schwarzer Donnerstag mit Kursverlusten am Dow Jones von bis zu 12,8 % an einem Tag) die Weltwirtschaftskrise folgte. Das führte in den Vereinigten Staaten zu einer jahrelangen inneren Krise (Great Depression) mit etwa 15 Millionen Arbeitslosen bei ca. 125 Millionen Einwohnern im Jahr 1932. Unter Präsident Franklin D. Roosevelt wurden mit dem New Deal tiefgreifende Wirtschafts- und Sozialreformen umgesetzt. Unter anderem wurden die Finanzmärkte reguliert (Glass-Steagall Act) und mit dem Social Security Act von 1935 Grundlagen eines amerikanischen Sozialstaats geschaffen. Zudem wurden zahlreiche öffentliche Bauprojekte wie Straßen, Brücken, Flughäfen und Staudämme realisiert.

Vom Zweiten Weltkrieg bis zum Ende des „Kalten Kriegs“

Berliner beobachten die Landung eines Rosinenbombers auf dem Flughafen Tempelhof (1948). Fotografie von Henry Ries.

Bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs blieben die Vereinigten Staaten zunächst neutral, unterstützten jedoch im Rahmen des Leih- und Pachtgesetzes Großbritannien und die Sowjetunion massiv mit Kapital- und Waffenlieferungen. Im Anschluss an den Angriff auf Pearl Harbor durch japanische Streitkräfte am 7. Dezember 1941 erklärten sie Japan den Krieg und erhielten kurze Zeit später Kriegserklärungen von Deutschland und Italien. Wie schon im Ersten Weltkrieg war das industrielle Potenzial der Vereinigten Staaten entscheidend für den Sieg der Alliierten. Die Kapitulation des Deutschen Reichs im Mai und die Kapitulation Japans im August 1945 beendeten den Zweiten Weltkrieg.

Die USA hatten im Zweiten Weltkrieg mit geringen Opfern hohe Gewinne erzielt. Ihre Gesamtverluste lagen bei 300.000 Gefallenen und 670.000 Verwundeten, weniger als 0,5 % der Bevölkerung. Das Land ging als einziges wirtschaftlich gestärkt aus dem Krieg hervor und verfügte am Ende des Krieges allein über eine nukleare Massenvernichtungswaffe. Die USA waren zu einer Supermacht mit weltweiter Präsenz angestiegen.

Das bereits 1944 gegründete Bretton-Woods-System etablierte den Dollar als internationale Leit- und Reservewährung mit Goldstandard. Es entsprach den amerikanischen Ideen von freiem Welthandel und offenen Märkten.

Die Vereinigten Staaten waren maßgeblich an der Gründung der Vereinten Nationen am 26. Juni 1945 in San Francisco beteiligt, die im Einvernehmen mit der Sowjetunion stattfand. Bald jedoch zeichnete sich eine Konfrontation mit dem einstigen Kriegsverbündeten Stalin ab, die in den Kalten Krieg mündete. Präsident Harry S. Truman verfolgte eine antikommunistische Containment-Politik, die in der Truman-Doktrin ihren Ausdruck fand. Diese gewährte, in Abkehr von der isolationistischen Monroe-Doktrin, allen Ländern zur Wahrung ihrer Unabhängigkeit Militär- und Wirtschaftshilfe. Die Vereinigten Staaten unterstützten Griechenland und die Türkei und legten den Marshall-Plan auf, der Westeuropa wirtschaftlich stabilisieren sollte. Der Kalte Krieg erreichte einen ersten Höhepunkt mit der Berlin-Blockade 1948/49, auf die die Vereinigten Staaten mit der Berliner Luftbrücke reagierten. 1949 wurde die NATO als Militärbündnis zwischen den Vereinigten Staaten, Kanada und Westeuropa gegründet.

Das nun einsetzende atomare Wettrüsten zwischen der NATO und dem Warschauer Pakt, das beiden Seiten ab den 1960er Jahren eine mehrfache „Overkill-Kapazität“ verschaffte, und das man zugleich als Wettlauf der gesellschaftlichen Systeme betrachtete, führte zu Konfrontationen und Stellvertreterkriegen, wie dem Koreakrieg (1950–1953), der Kubakrise (1962), bei der die Welt nur knapp einem Dritten Weltkrieg entging, oder dem Vietnamkrieg. Durch den Atomwaffensperrvertrag und die SALT-Verhandlungen (1968 und 1969) wurde versucht, die gefährliche Situation zu entschärfen.

Der Kalte Krieg, der nur in den Industriestaaten nicht offen ausgefochten wurde, führte dazu, dass viele Amerikaner den Kommunismus als Feindbild betrachteten. Innenpolitisch führte das zu einem Klima der Verdächtigungen und der Kontrolle, die als „McCarthy-Ära“ bezeichnet wird. Der republikanische Senator Joseph McCarthy profilierte sich im Senatsausschuss für unamerikanische Umtriebe (HUAC) dadurch, dass er besonders Filmschaffende, Politiker und Militärs als Kommunisten verdächtigte und Denunziationen erwartete. Wer die Aussage verweigerte, musste mit Berufsverbot rechnen. Die Anhörungen wurden oft im Fernsehen übertragen. Als McCarthy schließlich Präsident Eisenhower verdächtigte, wurde er 1954 vom Senat entmachtet.

Brennendes Vietcong-Camp in My Tho, Vietnam

Der Vietnamkrieg, in den die Vereinigten Staaten 1964 nach dem Tonkin-Zwischenfall eingriffen, nachdem sie zuvor schon Militärberater entsandt hatten, entwickelte sich zu einem militärischen und moralischen Fiasko, das mit dem Abzug der US-Truppen 1973 endete. Die Glaubwürdigkeit als Verbreiter demokratischer Werte litt hier und auch bei anderen Konfliktherden mit der Unterstützung zahlreicher Militärdiktatoren oder der Unterstützung von Militärputschen, wie jene Mobutus im seinerzeit „Zaire“ genannten Kongo oder den Militärputschen gegen die demokratisch gewählten Regierungen Guatemalas (1954), Brasiliens (1964) und Chiles (1973)

Neben sozialen und politischen Bewegungen erschütterten in den 1960er Jahren vor allem drei Mordanschläge die Nation und mit ihr die Welt: die Ermordung des Präsidenten John F. Kennedy (1963), die Ermordung des Predigers und Bürgerrechtlers Martin Luther King, der die Galionsfigur des gewaltlosen Kampfes für die Rechte der Schwarzen war (1968) – sowie im gleichen Jahr die Ermordung des demokratischen Präsidentschaftsbewerbers Robert F. Kennedy, einem jüngeren Bruder des ermordeten Präsidenten.

Die Schwarzen waren zwar formell 1865 von der Sklaverei befreit worden, doch schon im Laufe des Wiederaufbaus (Reconstruction) des im Krieg zerstörten Südens hatten die Südstaaten Gesetze erlassen, die ihre Bürgerrechte wieder einschränkten (Jim-Crow-Gesetze). Sie betonten zwar die gleichen Rechte, sahen jedoch zugleich die Rassentrennung vor. Erst die Bürgerrechtsbewegung (Civil Rights Movement) konnte die letzten formalen Ungleichbehandlungen beseitigen. Ein sehr wesentlicher Schritt war die Aufhebung der Rassentrennung in öffentlichen Einrichtungen durch den Obersten Gerichtshof im Jahr 1954. Der Schulbesuch von Schwarzen musste jedoch teilweise mithilfe der Nationalgarde durchgesetzt werden, da die Gouverneure der Südstaaten (vor allem George Wallace aus Alabama) bis Ende der 1960er Jahre auf ihren state rights beharrten, zu denen sie auch die Rassentrennung (segregation) zählten.

Präsident Johnson bei der Unterzeichnung des Civil Rights Act von 1964

Im Jahr 1964 wurde unter Präsident Lyndon B. Johnson, der Kennedy nach seiner Ermordung 1963 im Amt nachfolgte, selbst 1964 gewählt wurde und bis 1969 im Amt blieb, der Civil Rights Act von 1964 verabschiedet, der die Rassentrennung in den Vereinigten Staaten für illegal erklärte. 1965 erließ Johnson ein weiteres Gesetz, den Voting Rights Act, der jegliche Benachteiligung von Afroamerikanern bei Wahlen verboten hatte. Schließlich wurde vom Kongress der Civil Rights Act von 1968 verabschiedet, der Diskriminierung jeglicher Art gesetzlich verbot. Auch wenn Präsident Johnson durch den Krieg in Vietnam einen Rückgang seiner Zustimmung erfahren hatte, konnte er im Rahmen seines Programms der Great Society weitere wichtige Reformen veranlassen, die insbesondere die Bekämpfung der Armut, die Intensivierung des Bildungssystems und den Verbraucherschutz betrafen. In der Tat sank die Zahl der in Armut lebenden US-Bürger um rund die Hälfte. Überdies wurde 1965 ein neues Einwanderungsgesetz verabschiedet, das die 1924 eingeführten Beschränkungen erheblich lockerte und zu einer verstärkten Immigration aus Lateinamerika und Asien führte, die langfristig einen signifikanten demographischen Wandel einleitete.

Von großem Einfluss waren neben der Bewegung gegen den Vietnamkrieg solche, die sich gegen die Benachteiligung innerhalb der Gesellschaft richteten. Das war zunächst die Frauenrechtsbewegung, dann die Schwulenbewegung, die sich allerdings mit den Gesetzgebungen der jeweiligen Bundesstaaten konfrontiert sahen. Sogenannte „Sodomiegesetze“, die bis 1962 die Praxis der männlichen Homosexualität sowie „abweichende sexuelle Praktiken“ heterosexueller Paare in vielen Bundesstaaten verboten hatten, wurden teilweise aufgehoben. Als der Supreme Court 1987 diese Gesetze bestätigte, existierten sie noch in der Mehrheit der Bundesstaaten und wurden erst mit der Entscheidung Lawrence vs. Texas vom 26. Juni 2003 vom Obersten Gerichtshof aufgehoben.

Die Watergate-Affäre um einen Einbruch und einen Lauschangriff in Büros der Demokratischen Partei im Watergate-Gebäudekomplex, von dem Präsident Richard Nixon wahrscheinlich wusste und bei dem dieser die FBI-Ermittlungen zu behindern versuchte, entwickelte sich zum größten Skandal der amerikanischen Nachkriegsgeschichte. Um der drohenden Amtsenthebung zu entgehen, trat Nixon 1974 zurück.

Die Ölkrise 1974 und die iranische Geiselkrise 1979 sowie die Folgen des Vietnamkriegs verursachten eine außenpolitische Orientierungslosigkeit. Eine Wirtschaftskrise traf vor allem das Schwerindustrierevier in den Staaten Pennsylvania, Ohio, West Virginia, Indiana und Michigan, den sogenannten Rust Belt. Das führte zu ethnisch motivierten Unruhen in den Südstaaten, was den Wahlerfolg des Republikaners Ronald Reagan begünstigte.

Ronald Reagan hält 1987 eine Rede in Berlin mit einem an Michail Gorbatschow gerichteten Appell: „Tear down this wall!“; vier Jahre vor Ende des Kalten Krieges.

So bezeichnete der Amtsantritt der Regierung Reagan einen Paradigmenwechsel der amerikanischen Politik, sowohl im Innern als auch in der Außenpolitik. Die Gesellschaft wurde ökonomisch stark polarisiert. Seine acht Regierungsjahre bis 1989 waren durch eine liberale Wirtschaftspolitik (Reaganomics), die Verminderung staatlicher Subventionen und Sozialleistungen, Einsparungen in der öffentlichen Verwaltung und Steuersenkungen in den oberen Einkommensgruppen gekennzeichnet. Christlicher Glaube und strikter Antikommunismus machten ihn für die konservativen Kreise zum Vorbild. Seine Gegner sahen in ihm einen Lobbyisten der Konzerne und Rüstungsunternehmen.

Die widersprüchliche Innen- und Außenpolitik gegenüber Staaten, die die Menschenrechte nicht achteten, das mangelnde Verständnis für andere Kulturkreise und daraus folgende Fehleinschätzungen zeigten sich in der Außenpolitik bis zum Irakkrieg. Hatte man schon nach dem Ausbruch des Ersten Golfkriegs zwischen Iran und Irak (1980–1988) aus Furcht vor den fundamentalistischen Kreisen in Teheran den Diktator Saddam Hussein unterstützt, so häuften sich Fehler wie in der Iran-Contra-Affäre, in der die Vereinigten Staaten 1986 auf Vermittlung durch Sicherheitsberater Robert McFarlane und Oberst Oliver North Waffen an den Iran geliefert hatten, um aus diesen Erlösen die Gegner der Sandinisten in Nicaragua zu unterstützen. Die Geld- und Waffenlieferungen an die Mudschaheddin in Afghanistan erwiesen sich ebenfalls als zweischneidig: Die Sowjetunion musste zwar nach zehn Jahren ihre Truppen abziehen, doch wurden gleichzeitig radikal-islamische Gruppen gestärkt.

Reagan bezeichnete die Sowjetunion wiederholt in Anlehnung an religiöse Terminologie als „Reich des Bösen“ (evil empire). Die Rüstungsausgaben wurden erhöht und ein sogenanntes „Star-Wars-Programm“ (SDI-Projekt, „Krieg der Sterne“) aufgelegt. Bei der Genfer Gipfelkonferenz (1985) und 1986 traf er sich mit seinem sowjetischen Amtskollegen Michail Gorbatschow zu Abrüstungsverhandlungen unter der Bezeichnung START (Strategic Arms Reduction Talks). 1991 endete der „Kalte Krieg“ mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion.

Nach dem Ende des Kalten Kriegs

Bill Clinton (Dritter von links) zusammen mit internationalen Staatschefs bei der Unterzeichnung des Dayton-Vertrags

Unter dem demokratischen Präsidenten Bill Clinton (1993–2001) kam es zu einem länger anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwung. Das Ende des Kalten Krieges und die „New Economy“, welche in den USA ihren Ausgangspunkt hatte, begünstigten eine ökonomische Konsolidierung. Die Verwahrlosung der Städte wurde aufgehalten – kriminalitätsbelastete Stadtteile in den Metropolen wie New York, Miami und Los Angeles erholten sich.

1996 wurde dennoch der Bezug von Sozialhilfe auf zwei Jahre in Folge und insgesamt fünf Jahre verkürzt, was die Zahl der Empfänger reduzierte.

Präsident Clintons Außenpolitik führten die Außenminister Warren Christopher während seiner ersten Amtszeit und Madeleine Albright während seiner zweiten. Sie war die erste Frau in diesem Amt.

Das erfolglose Engagement in Somalia, unter George Bush sen. begonnen, hatte die Entmachtung der „War Lords“, besonders Mohammed Aidids zum Ziel. Nach der verheerenden Schlacht von Mogadischu, zogen die Sondereinsatztruppen aus dem Land ab. Auch die Invasion Haitis von 1994 brachte zwar den demokratisch gewählten Jean-Bertrand Aristide an die Macht zurück und der Militärdiktator Raoul Cédras wurde abgesetzt, löste jedoch die sozialen Probleme des Staates nicht.

Nachdem es den europäischen Staaten nicht gelungen war nach dem Zerfall Jugoslawiens die Region zu befrieden, griffen US-Truppen 1995 (Operation Deliberate Force) und 1999 (Operation Allied Force) im Rahmen der NATO im Bosnienkrieg und Kosovokrieg gegen serbische Einheiten des Autokraten Slobodan Milošević ein. Versuche, in Vorderasien einen Frieden zwischen Israel und Palästina zu erreichen, erlitten mit dem Attentat auf Jitzchak Rabin einen schweren Rückschlag.

Clinton reagierte auf Provokationen des irakischen Diktators Saddam Hussein mit sporadischen Luftangriffen, ebenso wie im Sudan und Afghanistan nach Terroranschlägen auf die US-Botschaft in Nairobi und ein US-Kriegsschiff im Jemen. Diese Anschläge wurden bereits dem Al-Qaida-Netzwerk des Osama bin Laden zur Last gelegt.

Seit der Jahrtausendwende

Nach den Terroranschlägen des 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York sowie das Pentagon in Washington verkündete Präsident George W. Bush einen weltweiten Krieg gegen den Terrorismus, was zunächst in weiten Teilen der Bevölkerung Zustimmung fand. Bush identifizierte, ähnlich wie bereits Reagan, eine „Achse des Bösen“ (axis of evil), der er sogenannte Schurkenstaaten (rogue states) zurechnete. Zu diesen zählte er den Iran, den Irak, Kuba und Nordkorea.

Im Oktober 2001 wurde durch einen Feldzug in Afghanistan das radikal-islamische Taliban-Regime gestürzt, das Osama bin Laden beherbergt hatte. Ebenfalls im Namen des Krieges gegen den Terrorismus begann im März 2003 der Dritte Golfkrieg gegen den Irak mit dem Ziel, den Diktator Saddam Hussein zu stürzen. Unter dem Vorwand, er besitze Massenvernichtungswaffen und habe Kontakte zu Bin Laden, griffen die Vereinigten Staaten ohne UN-Mandat an.

Trotz eines schnellen Sieges konnte der Irak nicht befriedet werden. Einige Staaten der „Koalition der Willigen“ zogen bereits im Frühling 2004 ihre vergleichsweise kleinen Kontingente wieder ab. Im Juni 2004 wurde die Regierungsgewalt an eine irakische Übergangsregierung übergeben.

George W. Bushs Hinwendung zu einem strategischen Konzept der Präemption wurde als Abkehr von der zuvor verfolgten amerikanischen Außen- und Sicherheitspolitik gewertet, die auf Abschreckung, Eindämmung sowie der Einwirkung von „Soft power“ (dt. „Sanfte bzw. weiche Stärke“) basierte, was die Attraktivität ökonomischer und kultureller gegenüber militärischer Einflussnahme meint.

Ab 2007 zeichnete sich eine Finanzkrise ab, hauptsächlich beruhend auf einer Kredit- und Immobilienblase, welche die größten wirtschaftlichen Probleme hervorrief, die es seit der Großen Depression gegeben hatte. Barack Obama, ein demokratischer Senator aus Illinois und der erste afroamerikanische und multiethnische Präsident, wurde während der Krise im November 2008 gewählt und ordnete Maßnahmen und Reformen an, um die Wirtschaft zu stimulieren und die negativen Folgen der Krise abzuschwächen. Es wurde unter anderem der American Recovery and Reinvestment Act erlassen, welcher Steuersenkungen sowie Investitionen und Ausgaben u. a. für das Gesundheitswesen, die Infrastruktur oder die Arbeitslosenversicherung vorsah. Die Arbeitslosenzahl war nach dem Höhepunkt der Krise wieder rückläufig. Auch wurde der Dodd–Frank Act, die größte Finanzmarktreform der letzten Jahrzehnte, beschlossen. Ein größerer Fokus wurde während Obamas Amtszeit auch auf die Umweltpolitik gelegt. Obgleich Obama beabsichtigte, den Anstieg der Schulden unter dem Niveau der Vorgängerregierung zu halten, stiegen auch in den folgenden Jahren die Staatsschulden deutlich an.

2010 wurde der Affordable Care Act („Obamacare“) verabschiedet, um das Gesundheitssystem zu reformieren. Die Zahl der Bürger ohne Krankenversicherung sank in den darauffolgenden Jahren signifikant; die Reform blieb mit Hinblick auf Effektivität und Finanzierbarkeit kontrovers.

Ende 2011 wurde der US-amerikanische Truppenabzug im Irak abgeschlossen und die Besetzung des Iraks offiziell beendet. Am 31. Dezember 2014 wurde der Kampfeinsatz der ISAF-Mission in Afghanistan unter NATO-Führung beendet und die US-Truppen, bis auf eine kleine Einheit, die in der Folgemission Resolute Support verbleibt, abgezogen. Ende 2014 kündigte Obama überraschend die Wiederherstellung der diplomatischen Beziehungen zwischen den USA und Kuba an. 2015 beteiligte sich die Regierung unter Obama an einem Atomabkommen mit dem Iran.

Der Republikaner Donald Trump, der erste Präsident ohne vorherige militärische oder politische Erfahrung vor Amtsübernahme, wurde im November 2016 gewählt.

Von der COVID-19-Pandemie waren die USA weltweit am stärksten betroffen. Bis Ende Mai 2020 waren über 1.000.000 Amerikaner infiziert und mehr als 100.000 verstorben, bis Februar 2021 starben über 500.000 Menschen mit dem Virus. Durch die wirtschaftlichen Folgen der Maßnahmen zur Reduktion der Virusausbreitung verloren über 30 Millionen Amerikaner ihren Job.

Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd während eines Polizeieinsatzes am 25. Mai 2020 kam es unter dem Motto „Black Lives Matter“ zu Demonstrationen gegen Rassismus und Polizeigewalt. Es kam zu Ausschreitungen in zahlreichen Städten der USA – in mehr als 40 Städten wurden nächtliche Ausgangssperren verhängt. In vielen Städten wurde zudem die Nationalgarde als Unterstützung der Polizei eingesetzt.

Nach der Wahlniederlage Trumps 2020, den er selbst nicht anerkannte, heizte er die chaotische Lage in den USA noch weiter an. Nach vielen, zum Teil gewaltreichen Protesten kam es zum Sturm auf das Capitol mit 5 Todesfällen. Es kam zu einem zweiten Amtsenthebungsverfahren gegen ihn, der abgelehnt wurden.

Die Vereinigten Staaten sind ein präsidentieller Bundesstaat mit einem Zweikammersystem. Die Regierungsform gründet auf einer repräsentativen Demokratie.

Gewalten auf Bundesebene

Die Vereinigten Staaten verfügen nach den Konföderationsartikeln seit ihrer Gründung über ihre zweite Verfassung. Sie sieht ein präsidiales, föderales und republikanisches politisches System vor, das horizontal Legislative, Exekutive und Judikative sowie vertikal die Bundesebene von den Bundesstaaten vergleichsweise strikt trennt.

Legislative

Der 44. Präsident der Vereinigten Staaten, Barack Obama, spricht im Kongress (9. September 2009)

Stärkstes Staatsorgan auf Bundesebene ist laut Verfassung der Kongress, der die Legislative ausübt. Er setzt sich aus gewählten Repräsentanten aus allen 50 Bundesstaaten zusammen. Der aus zwei Kammern bestehende Kongress hat die Budgethoheit sowie das Recht zur Gesetzesinitiative. Der Kongress hat unter anderem infolge des ihm zustehenden Budgetrechts wesentlichen Einfluss auf die amerikanische Politik. Allein dem Kongress kommt das Recht zu, Bundesgesetze zu erlassen und Kriegserklärungen auszusprechen. Verträge mit fremden Ländern werden vom Präsidenten unterzeichnet, bedürfen jedoch der Ratifizierung durch die zweite Kammer des Kongresses, den Senat. Bei wichtigen Ernennungen (zum Beispiel zu Kabinettsposten oder Richterämtern des Bundes, insbesondere am Obersten Gericht) hat der Senat nach Anhörungen der Kandidaten das Recht, den Vorschlag des Präsidenten zu bestätigen oder zurückzuweisen.

Die Mitglieder des Repräsentantenhauses, der ersten Kammer des Kongresses, werden für zwei Jahre gewählt. Jeder Repräsentant vertritt einen Wahlbezirk seines Bundesstaates. Die Anzahl der Wahlbezirke wird durch eine alle zehn Jahre vorgenommene Volkszählung festgelegt. Senatoren werden für sechs Jahre gewählt. Deren Wahl findet gestaffelt statt, das heißt, alle zwei Jahre wird ein Drittel des Senats neu gewählt. Die Verfassung sieht vor, dass der Vizepräsident dem Senat vorsteht. Er hat dabei kein Stimmrecht, außer bei Stimmengleichheit.

Bevor eine Gesetzesvorlage zum Bundesgesetz wird, muss sie sowohl das Repräsentantenhaus als auch den Senat durchlaufen haben. Die Vorlage wird zunächst in einer der beiden Kammern vorgestellt, von einem oder mehreren Ausschüssen geprüft, abgeändert, im Ausschuss abgelehnt oder angenommen und danach in einer der beiden Kammern diskutiert. Sobald sie in dieser Kammer angenommen ist, wird sie an die andere Kammer weitergeleitet. Erst wenn beide Kammern die gleiche Version der Gesetzesvorlage angenommen haben, wird sie dem Präsidenten zur Zustimmung vorgelegt. Der Präsident hat danach die Möglichkeit, das Inkrafttreten des Gesetzes aufzuschieben. Der Kongress kann nach einem solchen Veto eine neue Gesetzesvorlage beschließen oder den Präsidenten mit zwei Dritteln Zustimmung endgültig überstimmen.

Exekutive

Das Weiße Haus, ein Gebäude in Washington, D.C., ist Amtssitz und offizielle Residenz des Präsidenten der Vereinigten Staaten

Staats- und Regierungschef in Personalunion ist der Präsident, der an der Spitze der Exekutive steht. Er ist ferner Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Vereinigten Staaten und bildet gemeinsam mit dem Verteidigungsminister die National Command Authority (NCA), der es alleine obliegt, die Entscheidung über einen Angriff der Vereinigten Staaten mit Kernwaffen zu fällen. Dazu müssen beide Personen unabhängig voneinander dem Nuklearschlag zustimmen. 46. Amtsinhaber ist seit dem 20. Januar 2021 der am 3. November 2020 gewählte Demokrat Joe Biden. Vertreten wird der Präsident durch den mit ihm gewählten Vizepräsidenten. Dieser tritt bei einer vorzeitigen Amtserledigung des Präsidenten bis zum Ablauf der Regierungsperiode vollständig an dessen Stelle, ebenfalls sitzt er dem Senat vor. Derzeitige Vizepräsidentin ist die Demokratin Kamala Harris.

Für den Fall der Verhinderung oder der Abwesenheit des Vizepräsidenten benennt der Senat einen „Pro-Tempore-Vorsitzenden“, einen Vorsitzenden auf Zeit. Die Mitglieder der ersten Kammer, des Repräsentantenhauses wählen ihren eigenen Vorsitzenden, den „Sprecher des Repräsentantenhauses (Speaker)“. Speaker und Pro-Tempore-Vorsitzender sind Mitglieder der jeweils stärksten Partei ihrer Kammer. Speaker ist seit 2019 die Demokratin Nancy Pelosi, das Amt des Pro-Tempore-Vorsitzenden hat seit 2019 der republikanische Senator Chuck Grassley inne.

Judikative

Oberster Gerichtshof in Washington, D.C.

An der Spitze der Judikative, die ebenfalls föderal organisiert ist, steht der Oberste Gerichtshof. Die 1787 in Kraft getretene Verfassung, deren Bestimmungen einklagbar sind, hat eine große Bedeutung im politischen System der Vereinigten Staaten. Es spricht für den Erfolg und die Stabilität dieser Verfassung, dass sie bislang nur 27 Änderungen („amendments“) erfahren hat.

Parteien und Wahlen

In den Vereinigten Staaten hat sich, durch das relative Mehrheitswahlrecht begünstigt, ein Zweiparteiensystem gebildet. Diese Parteien sind seit der Mitte des 19. Jahrhunderts die Demokraten und die Republikaner. Die Demokraten sind zurzeit die größte Partei mit 72 Millionen registrierten Anhängern (42,6 %), gefolgt von den Republikanern mit 55 Millionen Anhängern (32,5 %) und 42 Millionen Wählern, die ohne Parteipräferenz registriert sind (24,9 %). Dabei lassen sich beide Parteien, denen keine verfassungsgemäße Rolle zugesprochen ist, höchstens rudimentär einer Schematisierung unterwerfen, da sie bereits innerparteiliche Koalitionen von unterschiedlichen Strömungen darstellen.

Themenspezifische politische Strömungen und Interessenvertretungen versuchen eher, Einfluss auf die Abgeordneten und andere Führungskräfte beider Großparteien zu nehmen, als selbstständige Parteien zu gründen. Beispiele dafür sind die American Civil Liberties Union, die fundamental-christliche Moral Majority und die Tea-Party-Bewegung.

Kleinere Parteien wie die Grünen, die Libertäre Partei oder die Kommunistische Partei der USA sind unbedeutend, wenn auch bei Präsidentschaftswahlen mitunter die für den Kandidaten der Grünen abgegebenen Stimmen als – womöglich entscheidender – Nachteil für den demokratischen Kandidaten wahrgenommen werden kann. Ein in den 1990er Jahren zeitweiliger Hauptexponent der Grünen Partei der Vereinigten Staaten war Ralph Nader, der 1996 als Kandidat der Partei in den Präsidentschaftswahlkampf zog und im In- und Ausland als „Verbraucheranwalt“ große Bekanntheit genießt.

Auf der Ebene der Bundesstaaten wurde das Frauenwahlrecht zu unterschiedlichen Zeiten erreicht. In New Jersey hatten vermögende Frauen schon seit 1776 das Wahlrecht und wählten ab 1787. Als das allgemeine Wahlrecht für Männer dort eingeführt wurde, verloren Frauen das Wahlrecht. Schlusslichter waren 1918 Oklahoma, Michigan, South Dakota und Texas (Frauenwahlrecht bei Vorwahlen). In manchen Bundesstaaten wurden auch nach 1920 noch Beschränkungen wie Lese- und Schreibtests und Wahlsteuern benutzt, um Schwarze vom Wählen auszuschließen. Auf Bundesebene sah die Verfassung vom 13. September 1788 beim passiven Wahlrecht zwar keine Beschränkungen in Bezug auf das Geschlecht für die beiden Kammern vor. Explizit wurden aber erst 1920 mit dem Inkrafttreten des 19. Zusatzartikels zur Verfassung der Vereinigten Staaten in den USA alle Einschränkungen des Wahlrechts aufgrund des Geschlechts untersagt, womit Frauen das vollständige Wahlrecht auf allen Ebenen erhielten. Die amerikanische Präsidentschaftswahl von 1920 war die erste, bei der das Frauenwahlrecht zum Tragen kam.

Politische Indizes

Von Nichtregierungsorganisationen herausgegebene politische Indizes
Name des Index Indexwert Weltweiter Rang Interpretationshilfe Jahr
Fragile States Index 38,3 von 120 149 von 178 Stabilität des Landes: sehr stabil
0 = sehr nachhaltig / 120 = sehr alarmierend
2020
Demokratieindex 7,92 von 10 25 von 167 Unvollständige Demokratie
0 = autoritäres Regime / 10 = vollständige Demokratie
2020
Freedom in the World Index 86 von 100 Freiheitsstatus: frei
0 = unfrei / 100 = frei
2020
Rangliste der Pressefreiheit 23,93 von 100 44 von 180 Zufriedenstellende Lage für die Pressefreiheit
0 = gute Lage / 100 = sehr ernste Lage
2021
Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) 67 von 100 25 von 180 0 = sehr korrupt / 100 = sehr sauber 2020

Föderale Gliederungen

Bundesstaaten

Die Vereinigten Staaten bestehen aus 50 Bundesstaaten.

Bundesstaaten nach Jahr des Beitritts zur Bundesverfassung

Das Kernland umfasst 48 der 50 Bundesstaaten sowie den District of Columbia (Bundesdistrikt mit der Hauptstadt Washington D.C.), die innerhalb einer gemeinsamen Grenze liegen (sogenannte „Lower 48“), während Alaska und Hawaii außerhalb des Kernlandes (Continental United States) sind.

Bei der Gründung der Vereinigten Staaten bestanden dreizehn Bundesstaaten, denen sich im Zuge der Westexpansion bis zum Mississippi nach und nach weitere Territorien anschlossen. Nach Texas übersprang die Anschlusswelle die dünn besiedelten Gebirgszüge und setzte sich vor allem mit Kalifornien und Oregon nach der Mitte des 19. Jahrhunderts fort. Diese Entwicklung wurde erst während des Ersten Weltkriegs abgeschlossen. Im Jahr 1959 wurden die pazifische Inselgruppe Hawaii sowie das nordwestlich gelegene Alaska, das über die 100 km breite Beringstraße an Russland grenzt, als Bundesstaaten Teil der Vereinigten Staaten.

Verwaltungsgliederung

Karte der Vereinigten Staaten mit Staats- und County-Grenzen

Im Jahr 2002 gab es in den Vereinigten Staaten laut Zensus- und Volkszählungsbüro 87.900 lokale Regierungseinheiten, einschließlich Ortschaften, Kreise, Siedlungen, Schul- und andere Bezirke. Mehr als drei Viertel der Bürger der Vereinigten Staaten leben in großen Städten oder deren Vorstädten (Liste der Städte in den Vereinigten Staaten).

Ein County ist eine Untereinheit der meisten Bundesstaaten und etwa mit einem Landkreis vergleichbar. In Louisiana heißen sie „Parish“; in Alaska gibt es diese Verwaltungseinheiten nicht, sondern lediglich statistische Unterteilungen. In Virginia und Missouri gibt es zudem Städte, die keinem County zugeordnet sind. Bei Großstädten (zum Beispiel Philadelphia) kommt es vor, dass die Grenzen von Stadt und County gleich sind; die Stadt New York nimmt sogar fünf Countys ein, die jeweils als „Borough“ bezeichnet werden. Nicht selten überschreiten Städte und sogar Dörfer eine County-Grenze. Die Regierungsformen der Countys und deren Befugnisse sind von Staat zu Staat sehr unterschiedlich, manchmal sogar innerhalb eines Staates, wenn das Parlament des entsprechenden Bundesstaates verschiedene Formen zur Auswahl vorgegeben hat. Fast alle nehmen Kredite auf und treiben Steuern ein. Sie haben Angestellte, sind sehr oft für die Beaufsichtigung von Wahlen zuständig und bauen und unterhalten Straßen und Brücken (manchmal im Auftrag des Bundes oder Landes). Sozialhilfeprogramme werden teilweise von ihnen betrieben, teilweise auch von den Townships, die, insbesondere im Mittleren Westen, nicht deckungsgleich mit den Kommunen sind, die mit einer Fläche von 36 Quadratmeilen bei der Landesvermessung aus dem 18. Jahrhundert bestimmt wurden.

Ein besonderer Aspekt bei manchen kleineren Städten, der selten und überwiegend in den Neuenglandstaaten vorkommt, ist das „town meeting“. Einmal im Jahr – bei Bedarf häufiger – kommen alle registrierten Wähler einer Stadt zu einer öffentlichen Versammlung und wählen Beamte, diskutieren die Lokalpolitik und erlassen Gesetze für das Funktionieren der Regierung. Als Gruppe beschließen sie Straßenbau und -ausbesserung, Errichtung von öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen, Steuern und den Stadthaushalt. Das „town meeting“, das schon seit zwei Jahrhunderten existiert, ist oft die reinste Form der Demokratie, in der Regierungsgewalt nicht delegiert, sondern direkt und regelmäßig von allen Bürgern ausgeübt wird. Die überwiegende Mehrheit der Bürger kennt jedoch nur die repräsentative Demokratie.

Außengebiete

Neben den Bundesstaaten und dem District of Columbia (Gebiet der Hauptstadt Washington, D.C.) gibt es Außengebiete mit unterschiedlich geregelter Autonomie. Die größten Außengebiete sind Puerto Rico in der Karibik und Guam im Pazifik.

Innenpolitik

Eine wichtige Rolle in der amerikanischen Innenpolitik spielen überwiegend moralisch-ethische Fragen wie beispielsweise die Grenzen der Meinungsfreiheit, das Recht auf Abtreibung, die Berechtigung der Todesstrafe, die politische Anerkennung von Homosexualität, die Rechte von Minderheiten oder die Frage, welche Rolle religiöse Werte im öffentlichen Leben spielen sollen.

Waffenrecht

Die meisten Bundesstaaten verfügen über Waffengesetze, die im internationalen Vergleich extrem liberal sind. Das Recht auf den Besitz von Waffen wird in den Vereinigten Staaten traditionell hochgeschätzt, da es durch den zweiten Zusatzartikel der Verfassung („[…] right to bear arms […]“) geschützt ist. Privatpersonen können daher ohne größere Schwierigkeiten Schusswaffen und Munition erwerben und die Waffen offen tragen. Insgesamt gibt es in den Vereinigten Staaten mehr als 200 Millionen Pistolen und Gewehre in Privatbesitz.

Die bestehende Gesetzeslage ist in den Vereinigten Staaten umstritten. Ihre Kritiker sehen darin eine Ursache für die hohe Anzahl von jährlich 350.000 bewaffneten Verbrechen und 11.000 Mordopfern sowie insbesondere den zahlreichen Amokläufen vornehmlich in Schulen und Hochschulen, da Verbrecher sich leichter bewaffnen könnten. Die Befürworter liberaler Waffengesetze wie die National Rifle Association (NRA) bestreiten diesen Zusammenhang und verweisen auf niedrige Mordraten in Ländern wie der Schweiz, Kanada oder Neuseeland, in denen ebenfalls überproportional viele Waffen in Privatbesitz sind. Des Weiteren argumentieren sie, dass Kriminelle überwiegend illegal in den Besitz von Waffen gelangen würden, weshalb Privatpersonen wenigstens die Möglichkeit zur Verteidigung gegeben werden solle.

Gesundheitspolitik

Lebenserwartung nach County 2018
Entwicklung der Lebenserwartung
Zeitraum Lebenserwartung in
Jahren
Zeitraum Lebenserwartung in
Jahren
1950–1955 68,7 1985–1990 74,9
1955–1960 69,7 1990–1995 75,7
1960–1965 70,1 1995–2000 76,5
1965–1970 70,4 2000–2005 77,2
1970–1975 71,4 2005–2010 78,2
1975–1980 73,3 2010–2015 78,9
1980–1985 74,4
Das Texas Medical Center, der größte medizinische Gebäudekomplex der Erde
Unterzeichnung des Patient Protection and Affordable Care Act

Das Gesundheitssystem der Vereinigten Staaten ist – besonders in der Forschung – teilweise Weltspitze, auf anderen Gebieten hingegen – vor allem in der allgemeinen Patienten- und Versicherungsversorgung – zum Teil in einem desolaten Zustand. Jährlich werden etwa 1,8 Billionen US-Dollar für das Gesundheitssystem aufgewendet. Dies sind etwa 17 Prozent der gesamten US-amerikanischen Wirtschaftsleistung. Das ist im Vergleich zu Deutschland nahezu das Doppelte pro Kopf. Rund 47 Millionen Amerikaner, etwa 16 % der Gesamtbevölkerung, sind nicht krankenversichert. − das jedoch nicht ausschließlich aus Einkommensgründen (rund ein Drittel der Nicht-Versicherten verfügt über ein Haushaltseinkommen von 50.000 Dollar und mehr) beziehungsweise wegen zu hohen Alters und des damit verbundenen Krankheitsrisikos (rund 40 Prozent der Nicht-Versicherten sind zwischen 18 und 35 Jahre alt). Hinzu kommt eine hohe Dunkelziffer an illegalen Einwanderern, die ebenfalls keine Krankenversicherung haben. Viele derjenigen, die versichert sind, müssen bei sämtlichen ärztlichen Leistungen zuzahlen, andere, die in einer Krankenversicherung (HMO) sind, müssen bürokratische Papierkriege und lange Wartezeiten bei Einschränkung der Arztauswahl erdulden. 1993 scheiterte Präsident Clinton mit dem Versuch der Einführung einer einheitlichen gesetzlichen Krankenpflichtversicherung. Im Jahr 2010 wurden unter Präsident Obama Gesetze verabschiedet, durch die das Gesundheitssystem bis 2018 nach und nach reformiert werden soll. Der Ende 2016 gewählte neue Präsident Donald Trump kündigte an, die Gesundheitsreform wieder vollständig oder teilweise abzuschaffen und zu ersetzen.

Das hohe Ausmaß von Übergewicht hat im 21. Jahrhundert den Charakter einer nationalen Gesundheitskrise angenommen. Laut Daten der Weltgesundheitsorganisation waren 2014 67,8 Prozent der volljährigen Amerikaner übergewichtig und 33,7 % der über 300 Millionen Einwohner sogar stark übergewichtig. Dies ist eine der höchsten Quoten weltweit und verursacht jährlich Kosten von hunderten Milliarden Dollar.

Die Lebenserwartung lag 2016 in den Vereinigten Staaten bei 79,8 Jahren und damit weltweit auf Platz 43. Das ist im Vergleich zu 1984 eine Verschlechterung um 20 Plätze und einer der schlechtesten Werte in der entwickelten Welt. Als Gründe werden fehlende Krankenversicherungen und Fettleibigkeit genannt. Die Lebenserwartung der schwarzen Bevölkerung liegt bei 73,3 Jahren. Hinzu kommen die Risiken der Armut. So waren im Dezember 2009 38,97 Millionen Menschen auf Lebensmittelmarken angewiesen. 2013 waren es 47 Millionen Menschen in 23 Millionen Haushalten, das sind 20 % aller US-Haushalte.

Sozialpolitik

Die Vereinigten Staaten sind ein Sozialstaat, in dem Transferleistungen häufig von Bundesregierung und Bundesstaaten gemeinsam finanziert und organisiert werden. Gesetzliche Regelungen der Bundesstaaten können erheblichen Einfluss auf die Sozialpolitik ausüben. Eine grundlegende soziale Absicherung im Alter erbringt auf Bundesebene die öffentliche Rentenversicherung Social Security.

Energie- und Umweltpolitik

Das erste kommerzielle Kernkraftwerk in Shippingport
Power County Windpark in Idaho

Die Vereinigten Staaten haben nach China den zweitgrößten CO2-Ausstoß der Welt. Der Anteil an den weltweiten CO2-Emissionen beträgt 17,7 Prozent (Jahr 2011).

Beim Klimaschutz-Index 2020 (Stand Dezember 2019) lagen die USA auf Platz 61 und damit auf dem letzten Platz aller untersuchten Staaten. Sie schnitten in allen bewerteten Kategorien sehr schlecht ab. Insbesondere wurde der Mangel an einer nationalen Klimaschutzstrategie sowie der unter Präsident Trump vollzogene Ausstieg aus dem internationalen Klimaschutzabkommen kritisiert.

In den Vereinigten Staaten steigt der Anteil der erneuerbaren Energien leicht an. 2017 erreichten sie beim Energieverbrauch einen Anteil von 11 Prozent, bei der Energieproduktion 17 Prozent.

2002 veröffentlichte die Regierung eine Strategie, die Treibhausgase der US-Wirtschaft um 18 Prozent zu vermindern (bis 2012). Das sollte zu einer Senkung der CO2-Emissionen von 160 Millionen Tonnen führen. International werden die Maßnahmen als völlig unzureichend kritisiert. Bill Clinton ließ gegen Ende seiner Amtszeit zwar das Kyoto-Protokoll unterzeichnen, was wegen fehlender Ratifizierung durch den Kongress nicht verbindlich ist. Die Schwellenländer seien im Vertragswerk nicht zur Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen verpflichtet worden, zudem spielt ein starkes Souveränitätsbewusstsein, vor allem im Senat, eine wichtige Rolle.

Umweltkatastrophen und Aktionen von Umweltschützern, unter ihnen der ehemalige Präsidentschaftskandidat Al Gore, haben einen Bewusstseinswandel eingeleitet. Barack Obama leitete einen Kurswechsel in der Klimapolitik ein. Im Dezember 2012 erklärte er den Kampf gegen den Klimawandel zu einem der drei wichtigsten Themen für die neue Amtszeit. In seiner Rede zur Amtseinführung im Januar 2013 hob er den Kampf gegen den Klimawandel und den Ausbau erneuerbarer Energien als Priorität für die kommenden Jahre heraus und kündigte einen Fokus auf erneuerbaren Energien an, in denen die USA führend werden sollten, statt die weltweite Entwicklung zu ignorieren.

In den Vereinigten Staaten werden Klimawandel und Importabhängigkeit von Öl vor allem auch unter Aspekten der internationalen Sicherheit diskutiert.

Die Klimaschutzpolitik setzte bisher vorrangig auf freiwillige Maßnahmen und Forschungsförderung. Einige Bundesstaaten (insbesondere Kalifornien) setzten strengere Regeln durch. Die wichtigste Umweltbehörde auf Bundesebene ist die Environmental Protection Agency (EPA), die Umweltschützer für ihre geringe Aktivität kritisieren.

Außen- und Sicherheitspolitik

Der Außenpolitik der Vereinigten Staaten liegt eine Haltung zugrunde, die große Übereinstimmungen mit dem politischen Realismus aufweist. Diesem steht ein seit der Unabhängigkeitsbewegung ungebrochener und ungewöhnlich starker Idealismus gegenüber, deren Ursprung in den antieuropäischen Affekten der Revolution liegt und in einigen außenpolitischen Denkschulen den Glauben an einen historisch einmaligen Auftrag der Vereinigten Staaten begründet (American Exceptionalism, zu Deutsch „amerikanische Einzigartigkeit“). Trotz häufiger Spannungen zwischen Anspruch und Praxis besteht diese Bipolarität der amerikanischen Außenpolitik wegen vieler Übereinstimmungen fort. Beispielsweise konvergiert das Ideal der größtmöglichen Vertragsfreiheit in einer liberalen Gesellschafts- und Weltordnung mit der wirtschaftlichen Abhängigkeit der Vereinigten Staaten vom Überseehandel im Eintreten für den Freihandel.

Zu den realpolitischen Interessen, für die die offizielle Außenpolitik der Vereinigten Staaten eintritt, zählt neben der Garantie weltweiter Sicherheit ihrer Staatsbürger und derer Angehöriger die Sicherung der Vereinigten Staaten vor Angriffen von außen und die ständige Verfügbarkeit von Ressourcen, die für die Wirtschaft des Landes von zentraler Bedeutung sind. Die ideellen Interessen, die das langfristige Handeln der Vereinigten Staaten leiten und rechtfertigen sollen, bestehen im Eintreten für die Menschenrechte, in der demokratisch-plebiszitären politischen Gestaltung souveräner Staaten durch deren Staatsvölker und ein globales marktwirtschaftliches System.

In ihrer konkreten Umsetzung hat sich die Außenpolitik zunehmend von einer passiven zu einer gestaltenden Rolle hin entwickelt. Von ihrer Gründung bis in den Zweiten Weltkrieg hinein überwog der Isolationismus, also die bewusste Vernachlässigung der Außenpolitik zugunsten der inneren Entwicklung und Kultivierung. Drückte sich diese Haltung in der Konsolidierungsphase des Landes durch die Monroe-Doktrin am stärksten aus, lockerte sie sich im Zeitalter des Imperialismus bis zum Ersten Weltkrieg zunehmend, um durch den Angriff auf Pearl Harbor völlig diskreditiert zu werden. Sogleich gewann der Internationalismus amerikanischer Prägung durch die Konfrontation mit der Sowjetunion im Kalten Krieg schlagartig an Bedeutung. Gestützt wurde dieser von einer institutionalistischen Praxis, also der Gründung transnationaler Gremien zur langfristigen Kooperation mit Staaten. Das geschah entweder im Verbund mit Staaten, die ähnliche Interessen vertraten, um diese zu stärken, oder zur Überbrückung politischer Differenzen mit Staaten, die gegensätzliche Interessen hatten. Die Vereinigten Staaten sind daher Initiatoren und Mitbegründer zahlreicher multinationaler Gremien und Organisationen, wie den Vereinten Nationen, der Welthandelsorganisation (ehemals GATT), der Weltbank und der NATO oder der KSZE. Zugleich verwahrt sich die Politik der Vereinigten Staaten seit ihrem Bestehen gegen eine mögliche Beschneidung der eigenen Souveränität durch internationale Abkommen. So lehnen die Vereinigten Staaten etwa die Unterzeichnung internationaler Klimaschutzabkommen wie des Kyoto-Protokolls, die Unterstützung des Internationalen Strafgerichtshofes und der Ottawa-Konvention gegen die Verbreitung von Antipersonenminen ab. Bilaterale Handels- und Verteidigungsabkommen spielen daher trotz ihres Universalanspruches eine wesentlich größere Rolle als beispielsweise bei den meisten Mitgliedern der Europäischen Union.

Protest gegen den Krieg im Jemen, New York City, 2017

Abhängig vom innenpolitischen weltweiten Fokus räumen die Vereinigten Staaten einzelnen außenpolitischen Anstrengungen Priorität ein und summieren diese zu moralisch verstärkten Begrifflichkeiten. Dazu zählen der „Krieg gegen den Terror“ (War on Terrorism), der Krieg gegen Drogen (War on Drugs) und der Kampf gegen Armut (War on Poverty).

Durch die überragende politische, wirtschaftliche wie auch militärische Position der Vereinigten Staaten und ihre zunehmend offensive Einflussnahme auf Politik und Wirtschaft der gesamten Staatengemeinschaft polarisiert die Außenpolitik des Landes wie sonst kaum eine andere. Kritisiert werden vor allem die zahlreichen militärischen Interventionen im Ausland, die durch die Globalisierung verursachten weltweiten sozialen Umwälzungen sowie Menschenrechtsverletzungen im Umgang mit mutmaßlichen Terroristen und Kriegsgefangenen.

Verbündete der Vereinigten Staaten finden sich unter anderem in der NATO. Darüber hinaus unterhalten sie enge diplomatische und strategische Beziehungen zu Nationen außerhalb der NATO (siehe Major non-NATO ally). Teils handelt es sich dabei um demokratisch und marktwirtschaftlich orientierte Länder, die sich von benachbarten politischen Akteuren existenziell bedroht sehen, wie zum Beispiel Israel, Südkorea oder Taiwan, teils um durch historische Vorgänge eng verbündete Staaten wie Japan, die Philippinen und Australien und teils um vor allem strategisch wichtige Partner wie Pakistan, Jordanien und Kuwait. Die mit Abstand stärksten Beziehungen unterhalten die Vereinigten Staaten mit dem Vereinigten Königreich, das einzige Land, mit dem sie selbst in so sensiblen Bereichen wie der Nukleartechnologie zusammenarbeiten. Die Vereinigten Staaten betreiben weltweit nach eigenen Angaben 766 Militärstützpunkte unterschiedlicher Größe in 40 Ländern (davon 293 in Deutschland, 111 in Japan und 105 in Südkorea; Stand von 2006).

Militär

Das Pentagon bei Washington ist der Hauptsitz des amerikanischen Verteidigungsministeriums.
Die U.S. Army und das US Marine Corps verfügen zusammen über 5970 M1 Abrams-Kampfpanzer.
Weltweite militärische Beziehungen und Präsenz der Vereinigten Staaten
Die Flugzeugträger-Kampfverbände der Kitty Hawk, Ronald Reagan und Abraham Lincoln mit Kampfflugzeugen des Marine Corps, der Navy und der Air Force

Die Streitkräfte der Vereinigten Staaten sind das kostenintensivste und in Zahlen zweitgrößte Militär der Welt (nach der chinesischen Volksbefreiungsarmee). Sie sind global aufgestellt; die geltende Armeedoktrin sieht vor, dass die Vereinigten Staaten in der Lage sein müssen, weltweit gleichzeitig zwei regionale Kriege siegreich führen zu können. Die Streitkräfte sehen sich zunehmend der asymmetrischen Kriegführung ausgesetzt. Diese Entwicklung ist in ihrer Geschichte vor allem ab dem Vietnamkrieg eingetreten.

In den Vereinigten Staaten ist der Präsident der Oberbefehlshaber der nationalen Streitkräfte und beruft deren Vorsitzende, den Verteidigungsminister und die Joint Chiefs of Staff. Das Verteidigungsministerium verwaltet die bewaffneten Streitkräfte, die unterteilt sind in Heer (Army; etwa 561.000 Soldaten), Luftwaffe (Air Force; etwa 336.000 Soldaten), Marine (Navy; etwa 330.000 Soldaten) und Marineinfanterie (Marine Corps; etwa 202.000 Soldaten), gesamt ca. 1.430.000 Soldaten per 30. April 2011.

Die Küstenwache (Coast Guard; rund 44.000 Mann) ist eine zivile Einrichtung, die im Frieden dem Ministerium für Innere Sicherheit unterstellt ist und im Kriegsfall dem United States Department of the Navy unterstellt werden kann. Es verfügt nur über relativ begrenzte militärische Kapazitäten. Darüber hinaus unterhält jeder Bundesstaat Einheiten der Nationalgarde (National Guard). Das sind Milizverbände, die normalerweise dem Gouverneur des jeweiligen Bundesstaates unterstellt sind, aber auf Weisung des Präsidenten als Teil der Armee im Ausland eingesetzt werden können. Der Militärdienst ist freiwillig, obwohl die Einberufung in Kriegszeiten durch das Selective Service System ergehen kann.

Des Weiteren sind die Bundesstaaten befugt, eigene Militäreinheiten einzurichten, die sogenannten Staatsgarden, je nach Staat als State Guard, State Military, State Defence Force, State Militia oder State Military Reserve bezeichnet. Diese unterscheiden sich von den Nationalgarden darin, dass sie nicht unter den Befehl des Bundes gestellt werden können und die Bundesstaaten nicht verpflichtet sind, sie einzurichten. Daher unterhalten derzeit nur 22 Bundesstaaten und das Territorium Puerto Rico solche Militäreinheiten.

Die Vereinigten Staaten waren die erste Atommacht der Welt und haben mit den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki als bislang einziger Staat in einem Krieg Kernwaffen eingesetzt. Amerikanische Rüstungsunternehmen sind vor allem in der Luftfahrt weltweit führend. Hinsichtlich Heereswaffen verlieren die US-Rüstungsunternehmen an Bedeutung. Die Militärausgaben der Vereinigten Staaten beliefen sich 2015 auf rund 596 Milliarden US-Dollar. Damit waren die Vereinigten Staaten das Land mit den weltweit höchsten Militärausgaben im Jahr 2015. Die Militärausgaben der Vereinigten Staaten sind fast dreimal so hoch wie die von China, das weltweit an zweiter Stelle liegt.

Militärische Entwicklungen, gerade technologischer Art, sind vor allem für die Verbündeten der Vereinigten Staaten in der NATO wegweisend. Die staatskritische Tendenz, die dazu führte, dass das Militär der Vereinigten Staaten in seiner Geschichte bis zum Eintritt der Vereinigten Staaten in den Zweiten Weltkrieg eine geringe Größe hatte, wurde im Kalten Krieg zunehmend von der Angst vieler Amerikaner vor dem Kommunismus überlagert. Dadurch ist die ursprüngliche Idee, dass das Militär als äußerstes Instrument staatlicher Gewalt eine Gefahr für die Bürger darstellt, im Schwinden begriffen.

Seit dem Zweiten Weltkrieg hat sich für die Vereinigten Staaten die Unterstützung befreundeter Nationen durch größere Waffenlieferungen als probates Mittel zur passiven Unterstützung in Krisenzeiten bewährt. Im Zweiten Weltkrieg ermöglichte das Leih- und Pachtgesetz die Lieferung von schwerem Gerät zuerst an Großbritannien und den Commonwealth, später auch an die Sowjetunion, was das militärische Gleichgewicht stark zu Ungunsten der Achsenmächte verschob. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde etwa Persien durch Lieferung von modernen Flugzeugen, Panzern und Raketen zur Vormachtstellung im Nahen Osten verholfen. Als sich durch Umsturz des Schahregimes die Freundschaft zu den Vereinigten Staaten in Feindschaft umkehrte, gingen die Vereinigten Staaten in den 1980er Jahren zur Belieferung des Irak unter Saddam Hussein über, der sich dem Westen als Gegner des Iran anbot und den Ersten Golfkrieg gegen den Iran führte.

Polizei

Siehe auch: Gefängnissystem der Vereinigten Staaten, Todesstrafe in den Vereinigten Staaten

Menschenrechte

Siehe auch: Folter#USA

Die Vereinigten Staaten haben mit der Ratifizierung verschiedener Konventionen bestimmte Pflichten übernommen, die auch die Überprüfung der Situation der Menschenrechte in den Vereinigten Staaten durch den Menschenrechtsrat der UNO beinhalten. Dennoch wird häufig Kritik an der Situation der Menschenrechte in den Vereinigten Staaten, insbesondere von privaten Non-Governmental Organizations wie Amnesty International und Human Rights Watch, geäußert: Human Rights Watch beispielsweise kritisiert insbesondere die bis heute praktizierte Todesstrafe, Misshandlungen durch Polizei, Justiz oder Militär, die überfüllten Gefängnisse und zum Teil menschenunwürdige Haftbedingungen. Diese verstoßen zum Teil gegen die UN-Antifolterkonvention und anderen internationalen Standards humaner Behandlung. So müssen Gefangene zum Beispiel häufig 23 Stunden in Einzelhaft verbringen, das Licht brennt 24 Stunden am Tag, und körperliche Bewegung ist nur an vier Stunden pro Woche in einer kleinen Zelle erlaubt.

Black Lives Matter protestieren gegen Polizeibrutalität in Minneapolis, Minnesota.

An dieser Stelle setzen auch Aspekte der Kritik an der Rassendiskriminierung als Verletzung der Menschenrechte an: Bei einem Bevölkerungsanteil von 13 Prozent ist eine Quote von 43 Prozent Afroamerikanern unter den rechtskräftig Verurteilten sehr hoch. In einigen Staaten der Vereinigten Staaten ist jeder zehnte Afroamerikaner eingesperrt. Die Anzahl der Gefängnisinsassen in den Vereinigten Staaten ist generell hoch: Im Jahr 2001 saßen 2,1 Millionen Amerikaner im Gefängnis, jeder 146. Erwachsene. Bis 2011 stieg diese Zahl weiter auf 2,4 Millionen. Zudem starben im Jahr 2009 mindestens 47 Menschen bei Polizeiangriffen durch den Einsatz von Elektroschockwaffen (vgl. Amnesty International Report 2010, USA).

International haben auch Verhaftungen und polizeiliche oder geheimdienstliche Handlungen im Zusammenhang mit dem 11. September 2001 Aufsehen erregt. Nach dem Anschlag auf das World Trade Center und das Pentagon wurden in den Vereinigten Staaten 1200 Ausländer festgenommen und aus verschiedenen Gründen über längere Zeit in Haft gehalten. Informationen über die Identität der Verhafteten, den Ort ihrer Haft und ob sie anwaltliche Hilfe erhielten, hat das Justizministerium nicht öffentlich gemacht. Das Prinzip der Unschuldsvermutung wurde in diesen Fällen nicht angewandt. Ermöglicht hatte dies der USA PATRIOT Act vom 25. Oktober 2001, der eine Einschränkung der amerikanischen Bürgerrechte in größerem Maße mit sich brachte. Das Gesetz ermöglicht nicht nur der Polizei das Abhören und Überwachen von Personen ohne richterliche Befugnis, auch Hausdurchsuchungen, Abschiebungen und Sammlung von privaten Daten ohne vorliegende Beweise für ein Verbrechen werden damit zugelassen. Die weitreichendste Änderung ist aber die Befugnis des Auslandsgeheimdienstes CIA, von nun an auch im Inland operieren zu dürfen – dies wurde bisher streng getrennt und war vorher lediglich der Bundespolizei FBI erlaubt. Der Military Commissions Act ermöglicht es außerdem, feindlich gesinnte Personen als sogenannte „ungesetzlich feindliche Kombattanten“ zu deklarieren, wodurch diese Personen von Militärgerichten (auch aufgrund von unter Folter erlangten Geständnissen) verurteilt werden können, ohne dass sie die Möglichkeit bekommen, sich auf die für Kombattanten geltenden Genfer Konventionen zu berufen oder gegen ihre Behandlung zu klagen.

Auch die Situation der Gefangenen in dem amerikanischen Gefangenenlager der Guantanamo Bay Naval Base auf Kuba ist von vielen Seiten scharf kritisiert worden. Über 600 Menschen aus 42 Nationen werden dort zumeist rechtswidrig festgehalten, darunter eine Reihe von Kindern unter 16 Jahren. Ihr Status bleibt weiterhin unklar, sie sind weder Kriegsgefangene noch Kriminelle und befinden sich in einem – so die Auffassung der Vereinigten Staaten – rechtsfreien Raum, wodurch die in den Vereinigten Staaten geltenden Gesetze dort nicht anwendbar seien. Dies ist aber international nicht anerkannt und wird als völkerrechtswidrig angesehen. Jedoch ermöglichte dies den Militärs, völkerrechtswidrige Maßnahmen wie Folter oder Gerichtsverhandlungen ohne ein Recht auf Verteidigung durchzuführen. Eine juristische Aufarbeitung der unter der vormaligen Bush-Administration in geheimen Haftzentren der CIA (Black Sites) systematisch ausgeübten Folterpraktiken wie simuliertes Ertrinken („Waterboarding“) an zum Teil rechtswidrig aus anderen Ländern entführten Menschen ist bislang unterblieben. Die Haftbedingungen in solchen militärischen Gefangenenlagern sind häufig menschenunwürdig: Es wird berichtet von körperlichen Misshandlungen, Anwendung von Gewalt und Folter (z. B. Verrenken von Gliedmaßen, Schläge auf die Hoden, oder totaler Schlaf- und Nahrungsentzug), sowie Demütigungen der Würde und Religion der Gefangenen (z. B. durch das Beschmieren der Person mit Exkrementen, oder Koran-Schändung).

Der UN-Sonderberichterstatter über extralegale Hinrichtungen zeigte sich darüber besorgt, dass es zwischen 2003 und Mai 2009 „weit mehr als die offiziell gemeldeten 74 Todesfälle unter Migranten im Gewahrsam der Einwanderungs- und Zollbehörden gegeben hat“.

Im Zuge des Irakkrieges verübten amerikanische Soldaten eine Reihe von Massakern an Zivilisten. Bekannte Beispiele sind das Massaker von Haditha, das Massaker von Maqarr adh-Dhib, die Luftangriffe in Bagdad vom 12. Juli 2007, das Massaker von Mahmudiyya und der Abu-Ghuraib-Folterskandal. Auch in Afghanistan kam es seit 2001 wiederholt zu Massakern an Zivilisten durch Angehörige der US-Streitkräfte (unter anderem die Kill-Team-Morde in Afghanistan). In ihren Krieg gegen den Terror setzen die Vereinigten Staaten zunehmend auf Einsätze von Kampfdrohnen in anderen Ländern (zum Beispiel Jemen, Pakistan) und verletzen dadurch das Völkerrecht und das Menschenrecht auf Unversehrtheit. Zwischen 2004 und 2009 registrierte das „Bureau for Investigative Journalism“ 52 Drohnenattacken. Seit dem Amtsantritt Präsident Obamas sind es 264. Nach den Recherchen des „Bureau for Investigative Journalism“ gab es seit Beginn der Angriffe bis Mai 2012 zwischen 2440 und 3113 Tote. Die Zahl der Zivilisten unter ihnen wird mit 479 bis 821 angegeben, davon 174 Kinder. Dazu kommen rund 1200 Verletzte.

Wirtschaftliche Situation

Die New York Stock Exchange an der Wall Street ist die weltgrößte Börse gemessen an der Marktkapitalisierung der an ihr gelisteten Unternehmen.
Ökonomische Indikatoren
Nominales BIP 22,048 Billionen $ (Q1 2021)
Reales BIP Wachstum 6,4 % (Q1 2021)
−3,5 % (2020)
Verbraucherpreisindex-Inflation 2,6 % (März 2021)
Beschäftigungsquote 57,8 % (März 2021)
Arbeitslosenquote 6,0 % (März 2021)
Erwerbspersonenpotenzial 61,5 % (März 2021)
Armutsquote 10,5 % (2019)
Staatsverschuldung 27,747 Billionen $ (Q4 2020)
Vermögen der privaten Haushalte 130,4 Billionen $ (Q4 2020)

Die Vereinigten Staaten hatten 2020 ein Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 21,4 Billionen US-Dollar und ist damit die größte Volkswirtschaft der Welt. Mit 57.324 US-Dollar haben sie das weltweit acht-höchste BIP pro Kopf. Der Dienstleistungssektor erwirtschaftete 2012 etwa 77,6 % des realen BIP, davon etwa ein Drittel im Banken-, Versicherungs- und Immobiliengeschäft. Das verarbeitende Gewerbe trug rund 20,8 %, die Landwirtschaft 1,6 % bei. Die Struktur der Wirtschaft ist stark auf Konsum und Dienstleistungen ausgerichtet. 2015 wurden knapp ein Drittel der weltweiten Konsumausgaben in den USA gemacht. Die Konsumlastigkeit führt zu einer niedrigen Sparquote der öffentlichen Haushalte.

Die Wirtschaft wuchs 2017 um 2,3 %, die Inflationsrate betrug 2,1 %. Die Arbeitslosenquote betrug 2015 durchschnittlich ca. 5,3 % und sank weiter ab auf 4,1 % im Oktober 2017. Die „versteckte Arbeitslosenquote“, die Arbeitnehmer miteinrechnet, die die Jobsuche aufgegeben haben oder unterbeschäftigt sind, lag im Juni 2017 bei 8,6 %, auf dem Höhepunkt der Finanzkrise hatte sie bis zu 17 % betragen.

Seit der Präsidentschaft Ronald Reagans sind die Eingriffe des Staates in die Wirtschaftsabläufe drastisch reduziert worden (siehe Reaganomics). Einige Wirtschaftsbereiche unterliegen einer Aufsicht durch eine Regulierungsbehörde; zum Beispiel überwachen die Bundesstaaten die Elektrizitätsversorgung durch eine Public Utility Commission.

Die Steuerung durch das seit 1913 bestehende Federal Reserve System („Fed“), das die Aufgaben einer staatlichen Zentralbank übernahm, hat seit der Finanzkrise ab 2007 erheblich zugenommen. Bis dahin griff sie nur mittels Steuerung der Geldmenge bzw. Höhe der Leitzinsen in das Wirtschaftsgeschehen ein; seitdem tritt sie als Garantiegeber und als Kreditgeber auch außerhalb des Bankensystems auf. Sie kaufte 2014 monatlich im Umfang von 55 Mrd. Dollar Staatspapiere auf und hält 32,5 % aller zehnjährigen US-Staatsanleihen. Langjähriger Vorsitzender der Fed war ab 1987 Alan Greenspan, dem 2006 Ben Bernanke, 2014 Janet Yellen und am 5. Februar 2018 Jerome Powell folgte.

Die USA waren 2016 weltgrößter Absatzmarkt für Importgüter und nach China die zweitgrößte Exportnation der Erde. Die Handelsbilanz der USA wies 2014 ein Defizit in Höhe von 505 Milliarden US-Dollar aus: Das Exportvolumen für Waren und Dienstleistungen betrug 2014 2.345,4 Milliarden US-Dollar, importiert wurden im selben Zeitraum Waren und Dienstleistungen in Höhe von 2.850,5 Milliarden US-Dollar. Sowohl das Export- als auch das Importvolumen wuchsen im Vergleich zum Vorjahr. Hauptabnehmerländer für US-Waren waren im Jahr 2014 Kanada, Mexiko, China, Japan, Großbritannien und Deutschland.

Prozentualer Anteil der Haushalte in den jeweiligen Einkommensgruppen.
Pro-Kopf-Einkommen nach County (2016)

Der Median für das jährliche Bruttoeinkommen amerikanischer Haushalte lag bei 43.389 US-Dollar; etwa 16 % aller Haushalte hatten ein Bruttoeinkommen von über 100.000 US-Dollar. Dabei verdienten die oberen 20 Prozent aller Haushalte mehr als 88.030 US-Dollar brutto im Jahr, das untere Fünftel weniger als 18.500.

Bildung und ethnische Zugehörigkeit hatten starken Einfluss auf das Einkommen. Während der Median des Bruttohaushaltseinkommens 2006 für asiatische Haushalte bei 57.518 US-Dollar lag, betrug er 30.134 US-Dollar für schwarze. Der gleiche Median lag für eine Person mit Highschool-Abschluss bei 25.900 US-Dollar, bei Personen mit einem akademischen Grad bei 81.400.

Die Armutsschwelle wurde 2006 bei einem Jahreseinkommen von 20.614 US-Dollar (15.860 Euro) für eine vierköpfige Familie und von 10.294 US-Dollar (7920 Euro) für eine alleinstehende Person angesetzt. 36,46 Millionen (≈ 15 % der Bevölkerung) lebten 2005 unterhalb dieser Grenze.

Der Mindestlohn betrug 7,25 US-Dollar pro Stunde bis 2014 mit zahlreichen Abweichungen in den Bundesstaaten. Präsident Obama hob per Dekret zum 1. Januar 2015 für Beschäftigte, deren Arbeitgeber auf Vertragsbasis für die Regierung tätig sind, den Mindestlohn von 7,25 auf 10,10 US-Dollar an.

Laut einer Studie der Credit Suisse belief sich das gesamte Haushaltsvermögen (Eigentum weniger Schulden) 2017 auf 93,6 Billionen US-Dollar. Amerikanische Haushalte besitzen damit knapp ein Drittel des weltweiten Vermögens. Insgesamt 6,4 % der erwachsenen Amerikaner waren Vermögensmillionäre. Im ersten Quartal 2018 überstieg das Haushaltsvermögen erstmals die Marke von 100 Billionen US-Dollar.

Kennzahlen

Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes misst, belegen die USA den zweiten von insgesamt 137 Plätzen (Stand 2017–2018). Im Index für wirtschaftliche Freiheit belegt das Land 2017 Platz 17 von 180 Ländern.

Veränderung des Bruttoinlandsprodukts (BIP), real Weltbank
Jahr 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020
Veränderung in % gg. Vj. 2,9 1,9 −0,1 −2,5 2,6 1,6 2,3 1,8 2,5 2,9 1,6 2,2 2,9 2,2 −3,5
Entwicklung des BIP (nominal), Weltbank
absolut (in Mrd. USD) je Einwohner (in Tsd. USD)
Jahr 2015 2016 2017 2018 Jahr 2015 2016 2017 2018
BIP in Mrd. $ 18.219 18.707 19.485 20.494 BIP je Einw. (in Tsd. $) 56,4 57,6 59,5 62,6
Entwicklung des Außenhandels
in Mrd. US-Dollar und seine Veränderung gegenüber dem Vorjahr in Prozent
2016 2017 2018
Mrd. USD % gg. Vj. Mrd. USD % gg. Vj. Mrd. USD % gg.Vj.
Einfuhr 2.187,6 −2,7 2.342,0 7,7 2.542,7 8,6
Ausfuhr 1.451,0 −3,5 1.546,3 6,6 1.664,1 7,6
Saldo −736,6 −795,7 −878,7
Haupthandelspartner der Vereinigten Staaten (2018)
Export (in Prozent) nach Import (in Prozent) von
Kanada Kanada 18,0 China Volksrepublik Volksrepublik China 21,2
Mexiko Mexiko 15,9 Mexiko Mexiko 13,6
China Volksrepublik Volksrepublik China 7,2 Kanada Kanada 12,5
Japan Japan 4,5 Japan Japan 5,6
Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich 4,0 Deutschland Deutschland 5,0
Deutschland Deutschland 3,5 Korea Sud Südkorea 2,9
Korea Sud Südkorea 3,4 Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich 2,4
sonstige Länder 43,5 sonstige Länder 36,8

Staatshaushalt

Hauptartikel: Finanzausgleich (USA)
Haushaltsausgaben des Bundes für das Fiskaljahr 2015

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von 3,89 Billionen US-Dollar, dem standen Einnahmen von 3,36 Billionen US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 2,8 % des BIP. Das Defizit betrug 530 Milliarden Dollar. Die USA konnten in den letzten Jahren somit bei der Haushaltskonsolidierung deutliche Fortschritte erzielen. Für 2017 bis 2019 wird ein jährliches Defizit von um die 2,9 Prozent des BIP erwartet. Im Jahr 2020 lag das Defizit bei 3,1 Billionen US-Dollar und erreichte damit einen neuen Rekord.

Die Staatsverschuldung der Vereinigten Staaten betrug Anfang Januar 2015 18,08 Billionen US-Dollar oder 104 % des BIP. Die lokalen Schulden belaufen sich nach der US Debt Clock im Januar 2015 auf 1,87 Billionen US-Dollar, die Schulden der 50 Bundesstaaten insgesamt auf rund 1,19 Billionen US-Dollar. Im August 2014 waren 34,4 % der Staatsschulden Gläubigern aus dem Ausland zugeteilt, 65,6 % heimischen Gläubigern. Nach Angaben des US-Finanzministeriums besitzt China zum Jahresende 2013 US-Staatsanleihen im Wert von 1,27 Billionen Dollar und ist damit der größte ausländische Gläubiger der Vereinigten Staaten, gefolgt von Japan mit 1,18 Billionen Dollar und Belgien mit 256 Milliarden Dollar.

Im Logistics Performance Index, der von der Weltbank erstellt wird und die Qualität der Infrastruktur misst, belegten die Vereinigten Staaten 2018 den 14. Platz unter 160 Ländern. Die Vereinigten Staaten verfügen damit über eine leistungsfähige und hochmoderne Infrastruktur. In einigen Bereichen besteht inzwischen allerdings erheblicher Investitionsbedarf.

Energieversorgung

Der Stromverbrauch der Vereinigten Staaten betrug 2014 ca. 3.913 Terawattstunden pro Jahr, mit 12.950 kWh im Jahr haben die USA den weltweit zehnthöchsten Verbrauch pro Kopf. Im Jahr 2015 wurden 36 % des Energieverbrauchs aus Erdöl, 16 % aus Kohle und 29 % aus Erdgas, 10 % aus erneuerbaren Energiequellen und 9 % aus Kernenergie generiert. Im Jahr 2019 waren es 35 % aus Erdgas, 31 % aus Erdöl, 14 % aus Kohle, 12 % aus erneuerbaren Quellen und 8 % aus Kernkraft. Die Vereinigten Staaten sind schon seit Jahrzehnten und auch 2020 mit Abstand der weltweit größte Verbraucher von Erdöl. 2015 wurden 91 % des Energiebedarfs durch die eigene Produktion gedeckt.

Über Jahrzehnte waren Öl, Erdgas und Kohle die Hauptenergiequellen in den Vereinigten Staaten. 2008 erreichte die Kohleproduktion einen Höchstwert, fiel dann aber wieder ab, sodass 2015 die Produktion auf dem gleichen Niveau war wie 1981. 2015 erreichte die Erdgasförderung einen Höchststand, primär durch Erschließung neuer Fördergebiete und Anwendung von effektiveren Fördermethoden, wie dem Fracking. Die Erdölgewinnung verringerte sich seit 1970 stetig. Ab 2009 kehrte sich dieser Prozess parallel zur Erdgasförderung um, indem neue Gebiete, wie in Texas oder North Dakota, erschlossen und neue Fördermethoden angewendet wurden. 2015 war die Erdölgewinnung fast wieder auf dem gleichen Stand wie von 1972. Aufgrund von Produktivitätssprüngen ist die Öl- und Gasproduktion in den USA auch bei vergleichsweise niedrigen Preisen wettbewerbsfähig. Die USA sind größter Erdgasproduzent der Welt und gehören mit Russland und Saudi-Arabien zu den weltgrößten Ölproduzenten. 2016 wurde mit Inbetriebnahme des Terminals Sabine Pass in Louisiana erstmals Flüssiggas (LNG) vom US-Festland exportiert. Weitere Terminals befinden sich bereits im Bau. Das gesetzliche Exportverbot für Rohöl wurde Ende 2015 aufgehoben.

Die Energiegewinnung durch erneuerbare Energien steigt in den USA seit 2001 deutlich an, wobei regelmäßig neue Höchststände erreicht wurden. Die installierte Gesamtleistung der Solarkraftwerke erreichte im 2. Quartal 2020 42,3 GW, die der Windkraftwerke 109,6 GW. Bis Ende 2020 stieg die installierte Windleistung auf 122,3 GW, 16 % der Gesamtleistung der Windkraftwerke der Welt.

Auch die Arbeitsplatzbilanz hat sich inzwischen in Richtung der erneuerbaren Energien verschoben. Beispielsweise waren 2016 in der Kohlebranche ungefähr 53.000 Menschen beschäftigt, während in der US-amerikanischen Solar- und Windenergiebranche rund 475.000 Arbeitsplätze vorhanden waren.

Wasserversorgung

Im globalen Vergleich haben die USA ein relativ gut ausgebautes und sicheres Wasser- und Trinkwassersystem. Der überwiegende Großteil der amerikanischen Haushalte bezieht das Trinkwasser aus den Versorgungssystemen der Gemeinden. Die Wasserversorgungssysteme können in öffentlicher sowie in privater Hand sein. Es gibt etwa 155.000 eigenständige Wasserversorger. Obgleich die meisten der Wasserversorgungssysteme Grundwasser beziehen, werden 68 % der Bevölkerung mit Oberflächenwasser versorgt, insbesondere in den Großstädten.

Seit einigen Jahren ergeben Studien, dass Engpässe bei der Versorgung mit Trinkwasser wegen verschiedener Faktoren, wie eines sich verändernden Klimas und steigender Einwohnerzahlen, zunehmen könnten. Gleichzeitig ermitteln Behörden und Institute der einzelnen Staaten und des Bundes Möglichkeiten, die Wasserversorgung und die Bewirtschaftung zu verbessern.

Kommunikation

Die Vereinigten Staaten weisen ein ausgebautes und technologisch fortgeschrittenes Kommunikationssystem auf. Es gab 2015 etwa 122 Millionen private Festnetzanschlüsse und 328 Millionen Mobilfunkanschlüsse. Das Mobilfunknetz wird stetig ausgebaut. Das Internet, das in den USA seinen Ursprung hatte, hat sich zu einem bedeutenden Kommunikationsmittel entwickelt. Im Jahr 2018 nutzten 88 Prozent der Einwohner der Vereinigten Staaten das Internet. Jedoch haben Stand 2021 mehr als 35 Prozent der amerikanischen Haushalte, die auf dem Lande leben, nach Regierungsinformationen, wenn überhaupt, nur einen minimalen Breitbandanschluss.

Verkehr

Das Interstate Highway System, das sich über 75.440 km erstreckt.

Das Verkehrsnetz ist polyzentrisch aufgebaut: Straßen, Schienen und Flugverbindungen laufen vor allem sternförmig auf die Ballungsräume New York, Philadelphia, Atlanta, Chicago, Houston, Charlotte, Dallas, Denver, Los Angeles und Seattle zu. Mit einer Gesamtlänge von 6.586.610 Kilometern haben die Vereinigten Staaten das längste Straßensystem der Welt (Stand: 2012).

Der Güterverkehr wird vor allem von Eisenbahn und LKWs geleistet. Der Personentransport findet mit Ausnahme des im Fernverkehr dominierenden Flugverkehrs fast ausschließlich auf der Straße (Individualverkehr oder Überlandbusse) statt. Die Bahn übernimmt nur noch einen Bruchteil des Personenverkehrs. 87,2 % (-1,7 % gegenüber 2000) der Personenverkehrsleistung wurde 2010 mit Kraftfahrzeugen abgewickelt, 11,6 % (+1,5 %) der Personenkilometer wurden mit Flugzeugen zurückgelegt. Lediglich 0,9 % (+0,2 %) wurden im Linienverkehr und 0,4 % (+0,1 %) mit der Eisenbahn erbracht.

Insbesondere für den Verkehr innerhalb der Bundesstaaten, teilweise aber auch für Langstrecken, hat der Überlandbusverkehr große Bedeutung.

Straßenverkehr

Die Vereinigten Staaten verfügen über ein ausgebautes Straßennetz. Für den Lang- und Mittelstreckenverkehr existiert ein Netz von inner- und zwischenstaatlichen Fernstraßen. Jedoch sind Stand April 2021 fast 300.000 Kilometer Straßen und 45.000 Brücken nach Angaben des Weißen Hauses »in miserablem Zustand«.

Die Interstate Highways sind mehrspurige Autobahnen, die zwischen den einzelnen Bundesstaaten liegen und die Ost- und Westküste miteinander verbinden. Das ab den 1950er Jahren errichtete Interstate Highway System ist über 75.000 km lang und wickelt ein Fünftel des motorisierten Verkehrs ab. Finanziert wird der Neubau und die Instandhaltung hauptsächlich durch den Bund. Die United States Highways und States Highways sind Bundesstraßen, die ebenfalls zwischen den verschiedenen Staaten liegen. Viele U.S. Highways führen jedoch auch als Ortsdurchfahrten durch Groß- und Kleinstädte und haben in der Regel weniger Fahrspuren als die Interstates. Die United States Highways werden durch den jeweiligen Bundesstaat finanziert. Die State Routes auch State- oder Provincial Highways genannt sind untergeordnete Haupt- und Nebenstraßen. Jeder Bundesstaat hat dabei ein eigenes System der Straßennummerierung und Bezeichnung, sowie eigene Schilder. Der Zustand und Ausbau bei den State Routes kann je nach Staat und Streckenabschnitt variieren. In einigen Staaten können auf bestimmte Straßenabschnitte aller Straßenarten, Brücken oder Tunnel Mautgebühren anfallen.

Im Straßenverkehr passierten mehr tödliche Unfälle als in den meisten anderen entwickelten Ländern. 2013 kamen in den Vereinigten Staaten insgesamt 10,6 Verkehrstote auf 100.000 Einwohner. Zum Vergleich: In Deutschland waren es im selben Jahr 4,3 Tote. Insgesamt kamen damit 34.000 Personen im Straßenverkehr ums Leben. Allerdings muss dabei die hohe Motorisierungsrate des Landes beachtet werden. 2017 kamen in den USA 910 Kraftfahrzeuge auf 1000 Einwohner. In Deutschland waren es nur 562 Fahrzeuge. Mit über 255 Millionen Einheiten verfügen die USA über den größten Fuhrpark aller Staaten.

Eisenbahn

Streckennetz der sieben größten Bahngesellschaften

Für den Güterverkehr über lange Strecken spielt die von verschiedenen privaten Gesellschaften betriebene Eisenbahn noch heute eine große Rolle. Mit einer Gesamtlänge von 293.564 Kilometern im Jahre 2014 haben die Vereinigten Staaten das längste Eisenbahnnetz der Welt. Den Markt dominieren sieben große überregionale Bahngesellschaften. Daneben gibt es noch mehrere hundert weitere kleinere Gesellschaften. Die Bedeutung des Schienenverkehrs ist nicht mehr mit den Jahrzehnten seit der Verkehrserschließung durch die transkontinentalen Eisenbahnen bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts zu vergleichen. Nichtsdestotrotz steigt sie seit einigen Jahren wieder; zwischen 2000 und 2012 hat sich die Zahl der beförderten Personen von Amtrak fast verdoppelt. Weite Teile des Streckennetzes sind nicht elektrifiziert und werden mit Diesellokomotiven bedient. Viele Strecken sind gering ausgebaut und in einem sanierungsbedürftigen Zustand. Der Güterverkehr hat im Vergleich zu anderen Ländern eine wesentlich höhere Produktivität, das Haupttransportgut auf der Schiene ist Kohle (45 % des Gütervolumens).

In den städtischen Ballungsgebieten der Ostküste, Kaliforniens und im Raum Chicago hat der Personenverkehr auf der Schiene eine gewisse Rolle behalten, die er teilweise sogar wieder ausbauen konnte, beispielsweise mit dem Acela Express zwischen Washington D.C. und Boston, der eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 140 km/h erreicht. Die weiten Strecken zwischen den städtischen Agglomerationen werden fahrplanmäßig bedient, jedoch liegt die Hauptbedeutung hier eher im touristischen Bereich – vergleichbar den Schienenkreuzfahrten in Europa, auch aufgrund meist sehr langer Fahrzeiten und geringer Geschwindigkeiten. Insgesamt hat der Schienenverkehr nur einen sehr geringen Anteil am gesamten Personenverkehr in den Vereinigten Staaten, bei weitem geringer als in anderen Staaten. Der Personenverkehr wird hauptsächlich von der Gesellschaft Amtrak betrieben.

Die US-Regierung plante den Aufbau eines Hochgeschwindigkeitsnetzes auf zehn Korridoren zwischen verschiedenen großen Ballungsräumen, u. a. an der Westküste in Kalifornien und an der Ostküste, verteilt bis 2017. Vor allem aufgrund des überlasteten Straßen- bzw. Flugverkehrs sei dies langfristig sinnvoll. Insgesamt sollte das Projekt 53 Milliarden US-Dollar (ca. 39 Milliarden Euro) kosten, hauptsächlich finanziert aus dem Konjunkturpaket der Vereinigten Staaten. Der Obama-Administration ist es jedoch nicht gelungen, die notwendigen Mittel im Haushalt durch den Kongress genehmigen zu lassen.

Flugverkehr

Der Atlanta Hartsfield-Jackson Flughafen; nach Passagieraufkommen ist er der größte internationale Flughafen weltweit.

Wichtiger Verkehrsträger im Personenverkehr für Lang-, Mittel- und auch Kurzstrecken ist der Flugverkehr. Die Vereinigten Staaten weisen das größte und ausgebauteste Zivilluftfahrtssystem der Welt auf. Es gibt insgesamt 19.000 Start-und-Lande-Bahnen verschiedenster Kategorien, davon 389 größere. 88 % aller Passagiere starten von den 62 größten Flughäfen im Land. Die größten amerikanischen Fluggesellschaften sind American Airlines, Delta Air Lines, Southwest Airlines und United Airlines. Unter den hinsichtlich der Passagierzahlen zehn größten Fluggesellschaften der Welt sind fünf amerikanische vertreten. 2017 wurden insgesamt über 849 Millionen Personen von im Land registrierten Airlines transportiert.

Der nach Passagieraufkommen größte Flughafen der Welt befindet sich in Atlanta. Weitere wichtige Drehkreuze sind in Los Angeles, Chicago, Dallas-Fort Worth, New York, Denver, San Francisco, Charlotte, Las Vegas und Miami. Kleine Flughäfen mit planmäßigem Betrieb gibt es in nahezu jeder Kleinstadt.

Seeschifffahrt

Schifffahrtswege werden primär für den Fracht- und Gütertransport genutzt. Im Inland umfasst das Netz von Wasserwegen 40.000 Kilometer, davon ist die Hälfte für alle größeren Schiffe befahrbar. Es gibt etwa 230 Anlegeplätze. Insgesamt sind 41 der 50 Bundesstaaten miteinander über den Wasserweg verbunden. Wichtige Wasserwege im Inland sind u. a. der Mississippi, der sich von New Orleans bis nach Minneapolis erstreckt, sowie das Ohio Fluss-Becken. 2014 wurden etwa 600 Millionen Tonnen Güter durch Binnenschiffe transportiert, das machte 5 % des kommerziellen Güterverkehrs aus. An den Küsten sind der Gulf Intracoastal Waterway und die Kanäle an der Pazifikküste von Gewicht. Die größten Frachthäfen befinden sich unter anderem in Boston, Chicago (über den Sankt-Lorenz-Großschifffahrtsweg), New York, Houston, Los Angeles sowie in Louisiana.

Große Bedeutung hat die Kreuzschifffahrt; die Hälfte des weltweiten Passagieraufkommens für Kreuzfahrten kommt aus den Vereinigten Staaten, die mit Abstand wichtigste Destination ist dabei die Karibik.

Das Hollywood Sign über den Hollywood Hills steht als Sinnbild für die amerikanische Filmindustrie, eine der ältesten der Welt

Die amerikanische Kultur ist geprägt von der Vielfalt der ethnischen Einflüsse und Traditionen, die zahlreiche Einwanderergruppen mitbrachten. Erst in den 1930er Jahren bildete sich durch die Massenmedien eine einheitliche amerikanische Populärkultur heraus. Verschiedene Kulturwissenschaftler haben sich mit der typisch amerikanischen Mentalität befasst, Selbstbild und Fremdbilder verglichen und daraus sogenannte Kulturstandards des Verhaltens formuliert.

Die frühe Kulturproduktion in den Vereinigten Staaten war vor allem durch die englische „Leitkultur“ geprägt, die aber aufgrund der neuen, einzigartigen Verhältnisse schnell an Eigenständigkeit gewann. Den afrikanischen Sklaven wurde eine Ausübung ihrer kulturellen Traditionen und eine eigene Kulturproduktion verboten, so dass sie sich stark an europäischen Mustern orientieren mussten. Jedoch konnten Elemente ihrer Ursprungskulturen im Geheimen aufrechterhalten werden.

Im 20. Jahrhundert lösten sich amerikanische Künstler von den Vorbildern der Alten Welt. Die unterschiedlichen kulturellen Disziplinen wurden in neue Richtungen erweitert.

Zur zeitgenössischen Kunst- und Unterhaltungsszene in den Vereinigten Staaten gehörten die Verjüngung der Musik, Neuentwicklungen im Modernen Tanz, die Verwendung ureigener amerikanischer Themen im Theater, die Filmproduktion in ihrer ganzen Bandbreite und die Globalisierung der Bildenden Künste.

Sicht über einen Teil des Las Vegas Strips bei Nacht.

In den Vereinigten Staaten gibt es – ähnlich wie in Deutschland, aber anders als in Frankreich – kein zentrales Kulturministerium, das eine landesweite Kulturpolitik steuert. In dieser Tatsache spiegelt sich die Überzeugung wider, dass es Bereiche im gesellschaftlichen Leben gibt, in denen die Regierung nur eine kleine oder gar keine Rolle spielen sollte. Die zwei nationalen Stiftungen für Kunst und Geisteswissenschaften – „National Endowment for the Arts“ (NEA) und „National Endowment for the Humanities“ (NEH) – unterstützen mit Zuschüssen sowohl einzelne Künstler und Wissenschaftler als auch Institutionen, die im Bereich der Kunst und Geisteswissenschaften tätig sind. Seit der „Republican Revolution“ 1994, bei der die Republikaner im Kongress die Mehrheit errangen, wurden beide Stiftungen sowie auch die öffentlichen Rundfunkanstalten PBS und NPR immer wieder durch Mittelkürzungen bedroht, oft begleitet von dem Vorwurf, sie betrieben eine „linke“ Politik zugunsten einer „Elite“. Insbesondere Kunst, die von christlich-fundamentalistischen oder stark römisch-katholischen Kreisen kritisch betrachtet wird, wird ein Zielpunkt dieser Drohungen.

Während das Budget der NEA, das sich 2003 auf 115 Millionen US-Dollar belief, verglichen mit der Kulturförderung anderer Länder bescheiden war, so machten von jeher private Spenden den Großteil der Kulturförderung aus. Diese privaten Spenden wurden für das Jahr 2002 auf ungefähr 12,1 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Indigene Kultur

Die Kulturformen der rund 350 als Stämme (tribes) betrachteten Indianergruppen, deren Angehörige sich als American Indians oder Native Americans bezeichnen und im Hauptteil der Vereinigten Staaten leben, sind nicht einheitlich, auch die in Alaska lebenden 225 anerkannten Stämme der Alaska Natives unterscheiden sich erheblich, erst recht die Gruppen auf Hawaii. Innerhalb des Landes, zwischen Stadt und Land, sowie zwischen den ethnischen Gruppen sind die Unterschiede denkbar groß. Sie entwickelten eigene Identitäten und kulturelle Strukturen, die sich Kulturarealen zuordnen lassen, die Zahl der Sprachen war sehr hoch, jedoch sind viele von ihnen vom Aussterben bedroht. Die größte Sprache mit rund 150.000 Sprechern ist das Navajo.

An der Pazifikküste war die Kultur von Fischfang dominiert, oder vom Walfang, wie bei den Makah im Nordwesten Washingtons. Dort finden sich gewaltige Totempfähle, deren größter in Washington steht. Im Binnenland dominierten berittene Jagd, Sammeln und Flussfischerei. In den großen Ebenen, den Plains, stand die Bisonjagd im Mittelpunkt, in anderen der Elch. Durch die Ankunft des Pferdes entwickelte sich ab dem 17. Jahrhundert ein Reiternomadismus, der weiträumige Völkerbewegungen in Gang setzte. Der Osten hingegen wurde ab 1830 weitgehend entvölkert (Pfad der Tränen), so dass der indianische Kultureinfluss hier lange weniger zu spüren war.

Ähnlich wie die Literatur verfolgt die indianische Kunstszene nicht nur traditionelle Elemente, sondern verbindet sie mit von Europa inspirierten Mitteln der amerikanischen Kultur. Andere Indianerkünstler produzieren losgelöst von diesen Traditionen in deren Genres und mit deren Mitteln. Meist stehen in der Literatur ökologische Probleme, Armut und Gewalt, entmenschte Technik oder Spiritualität im Vordergrund. Dabei reicht die schriftliche Tradition bis in das frühe 19. Jahrhundert zurück, riss jedoch immer wieder ab: William Apes: The Experience of William Apes, a Native of the Forest (1831), ein Pequot, George Copway, ein Anishinabe und Elias Johnson, ein Tuscarora sind frühe Beispiele. Die Novelle Laughing Boy von Oliver La Farge (1929) wurde erst in den 1960er Jahren wieder aufgenommen. Der Kiowa N. Scott Momaday erhielt 1969 den Pulitzer-Preis für House Made of Dawn, Vine Deloria publizierte Custer Died For Your Sins. An Indian Manifesto. Den nationalen Rahmen sprengte Dee Browns Bury My Heart At Wounded Knee von 1970.

Musik

Louis Armstrong, einer der bedeutendsten Musiker des Hot Jazz mit großem Einfluss auf die weitere Entwicklung des Jazz

Ein wesentlicher Beitrag der Vereinigten Staaten zur Weltkultur ist die Entwicklung des Jazz, der als erste eigenständige Musikform der Vereinigten Staaten gilt, sowie des Blues und des Country, aus deren Zusammenführung in den 1950er Jahren der Rock ’n’ Roll entstand. Diese Musikkultur ist einzigartig durch den Zusammenfluss afroamerikanischer mit europäischer Folklore und bildet heute eine zentrale Grundlage der populären Kultur der westlichen Welt.

Seit 1959 werden die Grammy Awards von der Recording Academy in Los Angeles jährlich in derzeit 78 Kategorien an Künstler wie Sänger, Komponisten, Musiker sowie Produktionsleiter und die Tontechnik verliehen. Der Grammy gilt als die höchste internationale Auszeichnung für Künstler und Aufnahmeteams.

Film

Hauptartikel: US-amerikanischer Film

Theater

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Ein Verweis auf ein Theaterviertel in New York bildet nicht die US-amerikanische Theaterlandschaft ab.
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Siehe auch: Broadway (Theater)

Literatur

Hauptartikel: Amerikanische Literatur
John Smiths Generall Historie of Virginia (1624)
Einer der wichtigsten amerikanischen Autoren des 20. Jahrhunderts war John Steinbeck (Foto von 1962)
Gertrude Stein, eine der wichtigsten Literatinnen der amerikanischen Moderne;
Fotografie von Carl van Vechten, 1935

Die Literaturproduktion knüpfte in keiner Weise an die Traditionen der Indianer an, sondern setzte mit Reiseberichten und Geschichtsschreibung ein, hinzu kamen Tagebücher und theologische Literatur. Das erste gedruckte Buch war das Bay Psalm Book von 1640. Die wichtigsten puritanischen Dichter waren Edward Taylor und Anne Bradstreet (The Tenth Muse Lately Sprung Up in America, London 1650).

1704 verfasste Sarah Kemble Knight den Bericht einer Reise von Boston nach New York (The Journal of Madam Knight), womit die Landschaft erstmals eine Auseinandersetzung erzwang. Mit den Gefangenschaftsberichten bei Indianern drangen zudem interkulturelle Kontakte und Fremdheit in die Literatur vor, wie etwa bei Mary Rowlandson oder John Smiths Bericht über seine angebliche Rettung durch Pocahontas. Als wichtigstes Werk der puritanischen Geschichtsschreibung gelten die Magnalia Christi Americana (1702) von Cotton Mather.

Zahlreiche politische Essays und Satiren, die in England wie in den Vereinigten Staaten gelesen wurden, stammten aus der Feder von Benjamin Franklin. Patriotismus prägte die Literatur der Gründungsjahre. Philip Freneau wurde zum „Dichter der amerikanischen Revolution“ und zeichnete ein wohlwollendes Bild der Indianer. Webster kompilierte von 1806 bis 1828 sein An American Dictionary of the English Language. Auf seine Rechtschreibform gehen zahlreiche Unterschiede des amerikanischen gegenüber dem britischen Englisch zurück.

Charles Brockden Brown griff die englische Tradition der Gothic Novel auf und gilt als Wegbereiter des psychologischen Romans. Washington Irving und James Fenimore Cooper waren von den historischen Romanen Sir Walter Scotts beeinflusst. Irving wird oft als Begründer der Kurzgeschichte bezeichnet. Cooper erfasste im „Lederstrumpf“ (1823–1841) die Frontiererfahrung und präsentierte Indianer als „edle Wilde“.

Die amerikanische Romantik, häufig als American Renaissance bezeichnet, erreichte ihren Höhepunkt über 30 Jahre nach der europäischen. Von Ralph Waldo Emerson ging der Transzendentalismus aus. Er berief sich auf Immanuel Kants Transzendentalphilosophie, verband sie jedoch mit fernöstlicher und indischer Philosophie. Sein The American Scholar von 1837 wurde als „kulturelle Unabhängigkeitserklärung“ der Vereinigten Staaten bezeichnet.

Henry David Thoreau lebte zwei Jahre in einer Blockhütte. Sein Streben nach einem alternativen Lebensentwurf machte sein über diese zwei Jahre berichtendes Walden in den 1960er Jahren zu einem Kultbuch der Hippiebewegung. Thoreaus politischer Essay Ziviler Ungehorsam (1849) beeinflusste Martin Luther King ebenso wie die Umweltbewegung.

Walt Whitman stellte in freien Versen die Körperlichkeit in den Vordergrund, Nathaniel Hawthorne war dagegen von einem tiefen Skeptizismus geprägt. Seine Themen waren Schuld, Strafe und Intoleranz, etwa in der Gesellschaft seiner puritanischen Vorfahren. In Die Blithedale-Maskerade 1841 schilderte er das Scheitern einer utopischen Kommune.

Herman Melvilles Moby Dick (1851) war eine Reflexion über die Fragen des Daseins, über Gut und Böse, die Begrenztheit der menschlichen Erkenntnisfähigkeit. Dieses und seine Spätwerke, wie Bartleby der Schreiber, wurden erst lange nach seinem Tod anerkannt.

Edgar Allan Poes Kurzgeschichten beeinflussten die Entwicklung der phantastischen und der Horrorliteratur, mit Der Doppelmord in der Rue Morgue erfand er die Detektivgeschichte. Poe gelang es mittels einer Dichtungstheorie (Die Philosophie der Komposition, Das poetische Prinzip) die Lyrik in das Gebiet symbolistischer und lautpoetischer Sprachkunst zu entwickeln.

Der Konflikt zwischen Nord- und Südstaaten um die Sklaverei wurde auch mit literarischen Mitteln ausgetragen. 1789 erschien die Autobiografie Olaudah Equianos, Harriet Beecher Stowes Onkel Toms Hütte (1852) wurde im Norden ein Bestseller.

Herausragend sind Faulkners Yoknapatawpha-Romane (1930er Jahre), Stephen Vincent Benéts John Brown’s Body (1928) und nicht zuletzt Margaret Mitchells Vom Winde verweht (1936). Die Südstaaten schwankten zwischen Nostalgie und scharfer Kritik. Der Dichter und Musiker Sidney Lanier schrieb düstere Oden, Kate Chopin über die kreolisch geprägte Gesellschaft Louisianas. Mark TwainsDie Abenteuer des Huckleberry Finn (1885) – oder Frank Norrislocal color literature exponierten regionale Eigenheiten und Dialekte.

Das Massenelend in den Städten wurde zum Thema. Jack London zog während des Klondike-Goldrauschs in den äußersten Norden (Ruf der Wildnis). Frank Norris gehörte wie London der radikalen Literaturszene San Franciscos an. Seine Romane thematisierten das harte Leben in Kalifornien, dem vermeintlichen Gelobten Land (Gier nach Gold, 1899). Upton Sinclair deckte in Der Sumpf (1906) die Missstände in den Schlachthöfen Chicagos auf.

T. S. Eliot oder W. H. Auden, Ezra Pound und Hilda Doolittle (H. D.) gelten als Vertreter der Moderne. Viele amerikanische Schriftsteller verbrachten einige Zeit in Europa; Stein schuf für sie den Begriff („Verlorene Generation“). John Dos Passos schrieb mit Manhattan Transfer den bekanntesten Großstadtroman. Als 1927 die Anarchisten Sacco und Vanzetti hingerichtet wurden, hielten vor den Gefängnistoren John Dos Passos, Langston Hughes und Edna St. Vincent Millay Mahnwache. Viele Schriftsteller wandten sich dem Sozialismus zu. Die „proletarische Literatur“ erreichte mit Werken wie Dos Passos’ U.S.A.-Trilogie (1930–1936) und John Steinbecks Früchte des Zorns (1939) ihren Höhepunkt.

Die zwölf Autoren des Pamphlets I’ll Take My Stand und ihre Nachfolger wurden als Southern Agrarians bekannt; sie wandten sich gegen Rationalität, Industrialisierung und Verstädterung. Eliot veröffentlichte 1922 das wohl bekannteste Gedicht der englischsprachigen Moderne: Das wüste Land.

Gertrude Steins Gedichte sind oft mehr dem Klang als dem Sinn verpflichtet. Ein Extrem der Prosa stellt der knappe Stil Ernest Hemingways dar, ein entgegengesetztes die wuchernden Sätze William Faulkners. Sein Werk (Literaturnobelpreis 1950) wurde in Frankreich insbesondere von Jean-Paul Sartre und anderen Existenzialisten, in Deutschland von Gottfried Benn gefeiert. Den größten Einfluss hatte er aber wohl auf die lateinamerikanische Literatur, insbesondere des magischen Realismus. Sherwood Anderson und Thomas Wolfe waren Vorbilder Faulkners. F. Scott Fitzgeralds Werke beobachteten die gehobene Gesellschaft New Yorks oder die Exilanten-Bohème, und so wurde er zum Chronisten der „wilden Zwanziger“. In Der große Gatsby (1925) griff er den amerikanischen Erfolgsmythos auf.

Ralph Ellison (Foto 1961) war ein amerikanischer Autor und Literaturkritiker Er erhielt 1953 den National Book Award

Mit der Harlem Renaissance begann um 1920 eine Blütezeit der afroamerikanischen Literatur, stark beeinflusst von Alain LeRoy Lockes Anthologie The New Negro (1925). Richard Wright und Ralph Ellison gehörten der Generation an, die auf die der Harlem Renaissance folgte und in ihr Vorbilder fand, aber deren Optimismus der Resignation gewichen war. Wrights Native Son (1940) und Ellisons Der unsichtbare Mann (1951) gelten als die zentralen Werke.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erschienen Norman Mailers Die Nackten und die Toten und Gore Vidals Williwaw, James Jones' Verdammt in alle Ewigkeit und Herman Wouks Die Caine war ihr Schicksal. Mailer verarbeitete sein Engagement in der Antikriegsbewegung in Heere aus der Nacht, für den er „faction“ (Neubildung aus fact und fiction) als neue Literaturgattung erfand. Vidal löste 1948 mit Geschlossener Kreis einem der ersten schwulen Romane, einen Skandal aus.

Henry Miller pflegte eine ablehnende Haltung: Der klimatisierte Alptraum (1945) ist einer seiner Titel und zugleich sein Spottname für die Vereinigten Staaten. Er erlangte mit Wendekreis des Krebses (1934) und Wendekreis des Steinbocks (1939) einen Ruf als Skandalautor. Seine Werke sind – wie auch die Trilogie Nexus, Plexus, Sexus (1948–1960) – jedoch eher als spirituelle Biografie und Zeugnisse mystischer Neigungen interessant.

In den späten 1940er Jahren bildete sich um Allen Ginsberg, Jack Kerouac, Gregory Corso und William S. Burroughs eine neue literarische Bohème, die als Beat Generation bezeichnet wurde. Der kulturelle Einfluss der beat poets zeigt sich darin, dass die nonkonformistische Jugendbewegung um 1960 nach ihnen als Beatniks bezeichnet wurde. Ginsbergs Gedichte stehen in ihrer freien Form, im radikalen Individualismus und visionären Drang in der Tradition Whitmans, sind aber zugleich ironisch-verzweifelte Kommentare zum Zustand der Gesellschaft. So wurde er in den 1960er Jahren zu einer Symbolfigur der Hippies.

Jack Kerouacs bekanntester Roman On the Road beschreibt eine Reise zweier junger Männer auf der Flucht vor Zwängen und auf der Suche nach Sinnesfreuden und spiritueller Erfüllung als Gegenentwurf gegen Materialismus und Konformitätszwang. Eine zentrale Figur der Hippiebewegung wurde auch Ken Kesey mit Einer flog über das Kuckucksnest.

In den 1960er und 1970er Jahren wurden im engeren Sinne experimentelle Autoren wie Vladimir Nabokov, Thomas Pynchon und John Barth als „postmodern“ bezeichnet. Heute wird oftmals die gesamte Literaturproduktion etwa ab 1960 unter dem Begriff der Postmoderne gefasst, weil sie als Produkt einer postmodernen Gesellschaft begriffen wird. Wege gemeinschaftlichen literarischen Schaffens erproben Systeme wie NaNoWriMo.

Bildende Kunst und Architektur

Massenmedien

In dem im 20. Jahrhundert stattfindenden Prozess der Durchdringung aller Bereiche des täglichen Lebens durch Medien haben die Vereinigten Staaten immer eine Vorreiterrolle gespielt. Schon in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist die Entstehung einer Boulevardpresse zu beobachten. Auch die massenhafte Verbreitung von Radio, Fernsehen, Computer und Internet begann hier früher als im Rest der Welt. 1998 besaßen bereits 53 % der Haushalte einen eigenen Personal Computer.

Geschichte und Verfassungsverständnis

Schon in den Gründerkolonien entwickelte sich rasch ein Zeitungswesen. Die erste von den Briten allerdings gleich wieder verbotene Zeitung namens Publick occurences, Both Foreign and Domestik erschien bereits 1690. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurden bereits regelmäßig Zeitungen veröffentlicht, darunter viele deutschsprachige. Die erste deutschsprachige Zeitung im Gebiet der heutigen Vereinigten Staaten war die 1732 von Benjamin Franklin gegründete Philadelphische Zeitung. In den Revolutionsjahren nahm die Publikationsfreude der vor allem englisch- und deutschstämmigen Einwanderer stark zu. Als die Unabhängigkeitserklärung 1776 verabschiedet wurde, erschien sie zunächst im deutschsprachigen Pennsylvanischen Staatsboten. Eine Veröffentlichung der Erklärung in der englischsprachigen Presse erfolgte erst später.

Der Pressefreiheit wurde im ersten Verfassungszusatz 1791 ein prominenter Platz eingeräumt. In den Vereinigten Staaten herrschte schon früh die Überzeugung, dass das allgemeine Wohl am besten durch einen, wie es Oliver W. Holmes 1919 formulierte, „freien Austausch/Handel von Ideen und Vorstellungen“ („free trade of ideas“) erreicht werde. Diese Funktion des ersten Zusatzartikels bestätigte der Supreme Court im Jahr 1969: „It is the right of the viewers and listeners, not the right of the broadcasters, which is paramount. It is the purpose of the First Amendment to preserve an uninhibited marketplace of ideas in which truth will ultimately prevail, rather than to countenance monopolization of that market“

Reporter ohne Grenzen beurteilt die Lage für die Pressefreiheit als zufriedenstellend. Seit dem Amtsantritt von Präsident Biden habe sich die Zuverlässigkeit und Transparenz der Regierungskommunikation verbessert. Laut der Nichtregierungsorganisation bestünden aber strukturelle Schwächen fort, wie das Verschwinden lokaler Medien und ein weitverbreitetes Misstrauen gegen sogenannte "Mainstream-Medien".

Medienkonzerne

Time Warner ist ein Medienunternehmen mit zahlreichen Geschäftsfeldern. Zu Time Warner gehören unter anderem das Film- und Fernsehstudio Warner Bros., der Pay-TV-Sender Home Box Office (HBO) und die Time Inc. Buch- und Zeitschriftenverlage. Viacom ist ein amerikanischer Medienkonzern mit Beteiligungen an MTV Networks und Paramount Pictures. NBC Universal ist das drittgrößte Medienunternehmen der Welt, nach Time Warner und Viacom. Zu NBC Universal gehören die amerikanischen Sender National Broadcasting Company (NBC), USA Network und MSNBC, sowie das Filmunternehmen Universal Studios. Die News Corporation ist ein Medienkonzern des Hauptaktionärs Rupert Murdoch. Die News Corporation hat zahlreiche Beteiligungen an Film- und Fernsehunternehmen, Zeitungs- und Buchverlagen. Zu den Beteiligungen gehören u. a. die Unternehmen 20th Century Fox, Fox Broadcasting Company, New York Post und Dow Jones (Wall Street Journal).

Bildung

Tourismus

Wissenschaft

Buzz Aldrin auf dem Mond mit der Apollo-11-Mission. Die USA sind bis heute das einzige Land, das Menschen zum Mond geschickt hat.
Der zentrale Teil des Massachusetts Institute of Technology, eine der renommiertesten Universitäten der Welt.

Seit den Anfängen als unabhängige Nation haben die Vereinigten Staaten durch Ermöglichung des freien Austausches von Ideen, der Verbreitung von Wissen und durch die Aufnahme kreativer Menschen aus aller Welt Wissenschaft und Erfindungen gefördert. Die Verfassung spiegelt den Wunsch nach wissenschaftlicher Aktivität wider. Sie gibt dem Kongress die Befugnis, „[…] den Fortschritt der Wissenschaft und nützlicher Künste zu fördern, indem Urhebern und Erfindern für eine begrenzte Zeit das Exklusivrecht auf ihre jeweiligen Schriften und Entdeckungen zugesichert wird […]“. Diese Bestimmung ist Grundlage für das Patent- und Warenzeichensystem der Vereinigten Staaten.

Zwei der Gründerväter der Vereinigten Staaten waren selbst namhafte Wissenschaftler. Benjamin Franklin führte mit einer Reihe von Experimenten den Nachweis, dass der Blitz eine Art von Elektrizität ist, und erfand den Blitzableiter. Thomas Jefferson studierte Landwirtschaft und führte neue Reis-, Olivenbaum- und Grassorten in die Neue Welt ein.

Im 19. Jahrhundert stammten die führenden neuen Ideen in Naturwissenschaft und Mathematik aus Großbritannien, Frankreich und Deutschland, doch wurden sie vielfach nicht rezipiert. Aufgrund der weiten Entfernung zwischen den Vereinigten Staaten und den Ursprungsländern der westlichen Wissenschaft und Produktion war es oft notwendig, eigene Vorgehensweisen zu entwickeln. Forscher und Erfinder aus den Vereinigten Staaten lagen zwar bei der Entwicklung von Theorien im Rückstand, aber sie brillierten in den angewandten Naturwissenschaften. Vor diesem Hintergrund kam es zu einer Vielzahl wichtiger Erfindungen. Große amerikanische Erfinder sind Robert Fulton (Dampfschiff), Samuel F. B. Morse (Telegraf), Eli Whitney (Egreniermaschine zur Baumwollentkörnung), Cyrus McCormick (Mäher), die Brüder Wright (Motorflugzeug) und Thomas Alva Edison, der mit mehr als eintausend Erfindungen produktivste Erfinder.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden amerikanische Wissenschaftler zunehmend für ihre Beiträge zur Wissenschaft, der Formulierung von Konzepten und Theorien, anerkannt. Diese Veränderung zeigt sich auch bei den Gewinnern der Nobelpreise in Physik und Chemie. Unter den Nobelpreisgewinnern in der ersten Hälfte des Jahrhunderts – 1901 bis 1950 – stellten Amerikaner in den Naturwissenschaften nur eine kleine Minderheit. Seit 1950 haben in den Vereinigten Staaten tätige Wissenschaftler etwa die Hälfte der in den Naturwissenschaften verliehenen Nobelpreise erhalten. Die Verarbeitung nicht-angelsächsischer Forschung unterlag von Anfang an starker Beschränkung durch die Tatsache, dass die einzig gängige Sprache das Englische war.

Wurde in den Nachkriegsjahren höhere Bildung als öffentliches Gut betrachtet und Forschung als eine nationale Ressource, so änderte sich dies in den 1980er Jahren. Bildung verlor an intrinsischem Wert, sie unterlag zunehmend den kapitalistischen Marktregeln, wurde eher als persönliche Investition betrachtet und damit zum privaten Gut und zum Mittel des Markterfolgs. Während bis weit in die 1970er Jahre ein gehobener akademischer Abschluss mit gesellschaftlichem Erfolg gleichgesetzt wurde, erzeugte die veränderte Mentalität ein Überangebot an Promovierten, und, angesichts der zunehmenden Kosten, eine sinkende Bereitschaft, sich in Gesellschafts- und Geisteswissenschaften zu engagieren.

Die Vereinigten Staaten betreiben seit 1958 ein aktives Raumfahrtprogramm, die NASA.

Küche

Amerikanischer Apfelkuchen

Die traditionelle amerikanische Küche verwendet einheimische Zutaten wie Truthahn, Wildbret, Kartoffeln, Süßkartoffeln, Mais, Kürbis und Ahornsirup, die von den amerikanischen Ureinwohnern und den ersten europäischen Siedlern genutzt wurden. Weizen ist die meistgenutzte Getreidesorte.

Soul Food, die Küche der früheren afrikanischen Sklaven, ist besonders im Süden der Vereinigten Staaten und bei Afroamerikanern beliebt. Synkretische Küchen wie die kreolische, Cajun und Tex-Mex sind ebenfalls beliebt. Gerichte wie Apple Pie, frittiertes Hühnchen, Hamburger und Hotdogs stammen von Rezepten verschiedener Immigranten. Pommes frites, mexikanische Gerichte wie Burritos und Tacos sowie Pizza und Nudelgerichte, die aus der italienischen Küche übernommen wurden, sind verbreitet. Amerikaner bevorzugen meist Kaffee gegenüber Tee. Des Weiteren werden Orangensaft und milchhaltige Frühstücksgetränke konsumiert.

Die Fast-Food-Industrie führte in den 1930er-Jahren als erste die Drive-in-Bedienung ein. Während der 1980er- und 1990er-Jahre nahm die Zufuhr von Nahrungsenergie der Amerikaner um 24 % zu. Häufiges Essen in Fast-Food-Restaurants wird mit dem in den Vereinigten Staaten verbreiteten Übergewicht in Verbindung gebracht. Gesüßte Soft Drinks sind beliebt und machen neun Prozent der Kalorienzufuhr der Amerikaner aus.

Sport

Michael Phelps (hier mit dem früheren US-Präsidenten George W. Bush) hat mehr olympische Medaillen, darunter 23 Goldmedaillen, gewonnen als jeder andere Sportler.
Alle Städte der USA und Kanada mit mindestens einem Team in der MLB, MLS, NBA, NFL oder NHL, 2018
American Football
Baseball. Hier Chicago White Sox vs. Boston Red Sox im Jahr 2006
Basketball. Hier Dirk Nowitzki und John Wall 2011 im Spiel.

Die Vereinigten Staaten haben eine ausgeprägte Sportkultur in den De-facto-Nationalsportarten American Football, Baseball und Basketball. Profi-Ligen, in denen auf internationalem Niveau gespielt wird, sind die NFL (American Football), die MLB (Baseball), die NBA (Basketball) und die NHL (Eishockey). Der amerikanische Sport steht im Wechselspiel zwischen Isolationismus und Internationalismus.

Bisher fanden acht Mal Olympische Spiele in den Vereinigten Staaten statt. Das Land belegt mit insgesamt 2803 Medaillen (davon 1119 goldene) (Stand: 6. März 2017) den ersten Platz im ewigen Medaillenspiegel der Olympischen Spiele.

Eine Aufteilung in Leistungs- und Breitensport existiert nicht wie im deutschen Verständnis. Vielmehr hat sich eine Riege bestimmter Sekundärsportarten entwickelt, deren Bedeutung nicht an der (im Übrigen eher geringen) Kommerzialisierung und Verarbeitung in den landesweiten Medien, sondern an der Verbreitung an Schulen sowie an der Masse der regionalen Auseinandersetzungen gemessen wird. Zu diesen Sportarten zählt neben dem Fußball (amerikanisches Englisch: soccer) das weitverbreitete Lacrosse.

Typisch für das amerikanische Sportgeschehen ist eine hohe Betonung des Unterhaltungseffekts sowie des integrativen Charakters des Sports. Kennzeichnend für die große Nachfrage nach dem Unterhaltungswert des Sports ist neben dem durchgehend aufwendigen Einsatz von Show- und choreografischen Elementen (Beleuchtung, Cheerleader) in manchen Sportarten eine meist ungefährliche Inszenierung von Action und Gewalt, beispielsweise beim Wrestling.

Die Vereinigten Staaten sind darüber hinaus Initiatoren einer weiteren subjektiven Einteilung diverser Sportarten, die bei bewusster Schaffung eines Lebensgefühls vor allem als legere Freizeitgestaltung betrieben werden. Dazu gehören neben Tennis und Bodybuilding diverse Trendsportarten.

Die großen Hoffnungen, die die Gesellschaft der Vereinigten Staaten in den integrierenden Effekt des Sports legt, werden angesichts der Aufstiegsmöglichkeiten darin deutlich. Ein bedeutender Teil der Stipendien für die Universitäten wird an sportliche Talente vergeben. Der dabei im In- und Ausland oft geäußerte Vorwurf, dass solche Stipendiaten ohne ihre athletischen Fähigkeiten intellektuell an einer Hochschule nicht bestehen würden, trifft selten zu, da auf schulische Leistungen großer Wert gelegt wird und bei mangelhaften schulischen Leistungen die Sportausübung beschnitten wird. In einem für die Nationalsportarten im Laufe der Zeit entwickelten Modus, dem sogenannten Drafting System, werden unter Einstreuung gewisser Zufälligkeiten die Erstzugriffsrechte auf die besten Talente eines Jahrgangs an die schwächsten Vereine vergeben.

Im Gegensatz zum Lacrosse versucht die Führung des Fußballsports in den Vereinigten Staaten, Anschluss an die wesentlich verbreiteteren Sportarten American Football, Baseball, Basketball und Eishockey zu finden. Dabei versucht die höchste Spielklasse, die Major League Soccer, Differenzen zwischen dem nordamerikanischen und dem europäischen Sportverständnis zu überbrücken. In den 1970er Jahren wechselten internationale Spitzenspieler zu amerikanischen Vereinen. So verpflichtete zum Beispiel New York Cosmos 1975 Pelé und 1977 Franz Beckenbauer. Außerdem verpflichtete Los Angeles Galaxy im Jahr 2007 David Beckham und 2010 wurde Thierry Henry von den New York Red Bulls unter Vertrag genommen. Von 2011 bis 2016 war Jürgen Klinsmann Cheftrainer der US-amerikanischen Fußballnationalmannschaft. Der Frauenfußball der Vereinigten Staaten ist international wesentlich erfolgreicher als der Männerfußball.

Auch der Motorsport hat in den Vereinigten Staaten großen Publikumszuspruch. Die populärsten Rennserien sind NASCAR und INDYCAR. Berühmt sind die 500 Meilen von Indianapolis und die Speedweek in Daytona Beach. Alljährlich sind auch die Formel 1 und die Motorrad-Weltmeisterschaften der MotoGP in den Vereinigten Staaten zu Gast. Im Motorradsport großer Beliebtheit erfreuen sich auch die Dirt-Track-Rennen mit den Grand-National-Championships. In Kalifornien hat sich seit den frühen 1970er Jahren eine erfolgreiche Speedway-Szene etabliert und den Vereinigten Staaten mit seinen Speedway-Profis Bruce Penhall, Shawn Moran, Sam Ermolenko, Billy Hamill und Greg Hancock, die zusammen sechs Speedway-Einzelweltmeisterschaften gewonnen haben, fünf Weltmeister beschert. Shawn Moran wurde 1983 Langbahn-Weltmeister.

Feiertage

Auch hinsichtlich der Feiertage besteht in den Vereinigten Staaten ein anderes Verständnis als in Europa. Prinzipiell gelten von der Regierung eingerichtete Feiertage nur für ihre Beamten und Angestellten, einschließlich der Mitarbeiter der Post. Allerdings sind viele Feiertage wegen ihrer kulturellen Verankerung auch in der Wirtschaft Usus geworden. Die Feiertage in den Vereinigten Staaten sind mit Ausnahme des Weihnachts- und des Neujahresfestes aufgrund der strikten Trennung von Staat und Kirche nichtreligiöser, also vor allem patriotischer Natur.

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  1. statesymbolsusa.org: National Motto
  2. Auf Bundesebene keine Sprache als Amtssprache benannt, de facto Englisch. In 32 BundesstaatenVereinigte Staaten
vereinigte, staaten, staat, nordamerika, sprache, beobachten, bearbeiten, united, states, america, sind, weiterleitungen, diesen, artikel, jeweilig, anderen, bedeutungen, siehe, europa, begriffsklärungen, united, states, america, vereinigten, staaten, amerika,. Vereinigte Staaten Staat in Nordamerika Sprache Beobachten Bearbeiten U S USA und United States of America sind Weiterleitungen auf diesen Artikel Zu den jeweilig anderen Bedeutungen siehe Vereinigte Staaten von Europa und die Begriffsklarungen US Usa United States of America und Vereinigte Staaten Die Vereinigten Staaten von Amerika englisch United States of America abgekurzt USA kurz Vereinigte Staaten englisch United States abgekurzt U S US genannt und haufig umgangssprachlich verkurzt zu Amerika englisch America sind eine foderale Republik Sie besteht aus 50 Bundesstaaten einem Bundesdistrikt der Hauptstadt Washington D C funf grosseren unmittelbar unionsabhangigen Territorien und neun Inselterritorien Die 48 zusammenhangenden Contiguous United States haufig Lower 48 genannt sowie Alaska liegen in Nordamerika und bilden zusammen die Continental United States wahrend der Bundesstaat Hawaii und kleinere Aussengebiete im Pazifik beziehungsweise in der Karibik liegen Das Land weist eine sehr hohe geographische und klimatische Diversitat mit einer grossen Vielfalt an Tier und Pflanzenarten auf United States of AmericaVereinigte Staaten von AmerikaFlagge SiegelWahlspruch E pluribus unum lateinisch fur Aus vielen Eines inoffiziell 1 In God We Trust englisch fur Auf Gott vertrauen wir offiziell seit 1956 1 Amtssprache de jure keine de facto Englisch 2 Hauptstadt Washington D C Staats und Regierungsform foderale prasidentielle RepublikStaatsoberhaupt zugleich Regierungschef Prasident Joe BidenFlache 9 525 067 4 3 4 km Einwohnerzahl 331 449 281 3 Zensus 2020 5 Bevolkerungsdichte 33 6 Einwohner pro km Bevolkerungs entwicklung 0 4 Schatzung fur das Jahr 2020 7 Bruttoinlandsprodukt Total nominal Total KKP BIP Einw nom BIP Einw KKP 2020 8 20 9 Billionen USD 1 20 9 Billionen USD 2 63 416 USD 7 63 416 USD 8 Index der menschlichen Entwicklung 0 926 17 2019 9 Wahrung US Dollar USD Grundung 1787 89 Verfassung Unabhangigkeit 4 Juli 1776 vom Konigreich Grossbritannien National hymne The Star Spangled Banner source source track track track track track track track track track track track track track track track track track track track Nationalfeiertag 4 Juli Independence Day Zeitzone UTC 5 bis UTC 10 50 Bundesstaaten und D C Kfz Kennzeichen USAISO 3166 US USA 840Internet TLD us gov mil eduTelefonvorwahl 1 siehe NANP Vorlage Infobox Staat Wartung NAME DEUTSCH Washington D C New York City Los Angeles Chicago Cheyenne Dallas Bismarck Houston Las Vegas Philadelphia Miami Helena Salt Lake City Atlanta Lincoln San Francisco Seattle Denver Oklahoma City Detroit Memphis New Orleans San Antonio Boston Jacksonville Anchorage Salem Honolulu Juneau Nashville Phoenix San Diego Charlotte San Jose Austin Denali KANADA MEXIKO BAHAMAS PAZIFIK ATLANTIK GOLF VON MEXIKO Michigansee Oberer See Huronsee WA OR CA NV ID AZ UT MT WY CO NM TX ND SD NE KS OK MN IA MO AR LA WI IL MS MI IN KY TN AL OH NY PA WV VA NC SC GA FL ME HI AK Die Vereinigten Staaten von Amerika sind der drittgrosste Staat der Erde gemessen an der Flache von 9 83 Millionen Quadratkilometern 10 nach Russland und Kanada und gemessen an der Bevolkerung von etwa 331 4 Millionen Einwohnern nach China und Indien Die nach Einwohnerzahl grosste Stadt ist New York City bedeutende Metropolregionen sind Los Angeles Chicago Dallas Houston Philadelphia Washington Miami Atlanta Boston und San Francisco mit jeweils uber 5 Millionen Einwohnern Der Grad der Urbanisierung liegt bei 82 46 Prozent Stand 2019 11 Populare Nationalmythen der Vereinigten Staaten besagen die USA seien eines der ethnisch multikulturellsten Lander empirische Studien zeigen jedoch dass die USA im weltweiten Vergleich der nationalen ethnischen und kulturellen Vielfalt nur durchschnittlich abschneiden 12 13 Anders als in 32 Bundesstaaten gibt es auf Bundesebene keine gesetzliche Amtssprache jedoch herrscht Englisch als De facto Amtssprache vor Im Sudwesten sowie in Miami ist zusatzlich die spanische Sprache weit verbreitet Insgesamt waren 2015 mehr als 350 Sprachen in heimischem Gebrauch davon allein 150 indigene Darunter waren als grosste die der Yupik in Alaska der Dakota aus der Sioux Sprachfamilie sowie die verschiedenen Apache Sprachen in Gebrauch dann Keres die Sprache der Pueblo Indianer und Cherokee 14 Palaoindianer wanderten vor mehr als 13 000 Jahren aus Asien in das nordamerikanische Festland der heutigen Vereinigten Staaten ein Buttermilk Creek Complex nachdem sie mehrere Jahrtausende zuvor das heute zu den USA gehorende Alaska besiedelt hatten Die europaische Kolonisierung begann etwa um 1600 vorwiegend aus England allerdings in langwieriger Auseinandersetzung mit Frankreich Die Vereinigten Staaten gingen aus den 13 Kolonien an der Atlantikkuste hervor Streit zwischen Grossbritannien und den amerikanischen Kolonien fuhrte zur Amerikanischen Revolution Am 4 Juli 1776 verabschiedeten Delegierte der 13 Kolonien die Unabhangigkeitserklarung der Vereinigten Staaten und somit die Grundung der Vereinigten Staaten von Amerika Der Amerikanische Unabhangigkeitskrieg der mit der Anerkennung der Unabhangigkeit endete war der erste erfolgreiche Unabhangigkeitskrieg gegen eine europaische Kolonialmacht Die heutige Verfassung wurde am 17 September 1787 verabschiedet Bisher wurden 27 Zusatzartikel erganzt Die ersten zehn Zusatzartikel die gemeinsam als Bill of Rights bezeichnet werden wurden 1791 ratifiziert und garantieren eine Vielzahl von unverausserlichen Rechten Angetrieben von der Doktrin Manifest Destiny begannen die Vereinigten Staaten eine Expansion uber Nordamerika die sich uber das 19 Jahrhundert erstreckte Dies schloss die gewaltsame Vertreibung indigener indianischer Stamme den Erwerb neuer Territorien u a im Mexikanisch Amerikanischen Krieg und die Grundung neuer Bundesstaaten ein Der Amerikanische Burgerkrieg fuhrte 1865 zum Ende der legalen Sklaverei in den Vereinigten Staaten Zum Ende des 19 Jahrhunderts erreichte der Staat eine Ausdehnung bis zum Pazifik seine Wirtschaft wurde zur grossten weltweit Der Spanisch Amerikanische Krieg und der Erste Weltkrieg bestatigten die Rolle der Vereinigten Staaten als globale Militarmacht Aus dem Zweiten Weltkrieg gingen die USA als Supermacht und als erstes Land mit Atomwaffen hervor und wurden eines von funf standigen Mitgliedern im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen Nach Ende des Kalten Krieges und dem Zerfall der Sowjetunion sind die USA die einzige verbliebene Supermacht Sie sind Grundungsmitglied der Vereinten Nationen der Organisation Amerikanischer Staaten OAS und vieler weiterer internationaler Organisationen Ihr politischer und kultureller Einfluss ist weltweit gross Die Vereinigten Staaten sind ein industrialisierter Staat und die grosste Volkswirtschaft mit einem Bruttoinlandsprodukt in Hohe von 22 4 Billionen US Dollar im Jahr 2019 was 25 der nominellen bzw 17 der kaufkraftbereinigten globalen Wirtschaftsleistung entsprach 15 Das Land hatte 2019 das achthochste Pro Kopf Einkommen 15 Laut der Weltbank ist die Einkommensverteilung in den Vereinigten Staaten eine der ungleichsten unter den OECD Staaten 16 Die Wirtschaftsleistung des Landes wird begunstigt durch den Reichtum an naturlichen Ressourcen eine gut entwickelte Infrastruktur und eine hohe durchschnittliche Produktivitat 17 18 Obwohl die Wirtschaftsstruktur gemeinhin als postindustriell angesehen wird ist das Land nach wie vor einer der weltgrossten Guterproduzenten 19 Die USA waren 2016 fur 36 der weltweiten Militarausgaben verantwortlich und lagen damit auf Platz 1 gefolgt von China mit 13 und Russland mit 4 1 20 Der in Folge der Terroranschlage am 11 September 2001 ausgerufene Ausnahmezustand ist seit 2001 in Kraft 21 Inhaltsverzeichnis 1 Begriffsgeschichte 2 Geographie 2 1 Grenzen und Ausdehnung 2 2 Geologie und Landschaftsgliederung 2 3 Klima 2 4 Flora und Fauna 2 5 Natur und Umweltschutz 2 6 Ballungsraume 3 Bevolkerung 3 1 Ethnien und Einwanderergruppen 3 2 Bevolkerungsentwicklung 3 3 Sprachen 3 4 Religion 3 5 Gesellschaftsstruktur 3 6 Einwanderungspolitik 3 7 Kriminalitat und Justiz 4 Geschichte 4 1 Fruhgeschichte 4 2 Auswirkungen der Kolonisierung auf die Ureinwohner 4 3 Von der ersten Kolonisierungsphase bis zur Unabhangigkeit 4 4 Von der Unabhangigkeit bis zum Burgerkrieg 4 5 Vom Burgerkrieg bis zur Weltwirtschaftskrise 4 6 Vom Zweiten Weltkrieg bis zum Ende des Kalten Kriegs 4 7 Nach dem Ende des Kalten Kriegs 4 8 Seit der Jahrtausendwende 5 Politik 5 1 Gewalten auf Bundesebene 5 1 1 Legislative 5 1 2 Exekutive 5 1 3 Judikative 5 2 Parteien und Wahlen 5 3 Politische Indizes 5 4 Foderale Gliederungen 5 4 1 Bundesstaaten 5 4 2 Verwaltungsgliederung 5 4 3 Aussengebiete 5 5 Innenpolitik 5 5 1 Waffenrecht 5 5 2 Gesundheitspolitik 5 5 3 Sozialpolitik 5 5 4 Energie und Umweltpolitik 5 6 Aussen und Sicherheitspolitik 5 7 Militar 5 8 Polizei 5 9 Menschenrechte 6 Wirtschaft 6 1 Wirtschaftliche Situation 6 2 Kennzahlen 6 3 Staatshaushalt 7 Infrastruktur 7 1 Energieversorgung 7 2 Wasserversorgung 7 3 Kommunikation 7 4 Verkehr 7 4 1 Strassenverkehr 7 4 2 Eisenbahn 7 4 3 Flugverkehr 7 4 4 Seeschifffahrt 8 Kultur 8 1 Indigene Kultur 8 2 Musik 8 3 Film 8 4 Theater 8 5 Literatur 8 6 Bildende Kunst und Architektur 8 7 Massenmedien 8 7 1 Geschichte und Verfassungsverstandnis 8 7 2 Medienkonzerne 8 8 Bildung 8 9 Tourismus 8 10 Wissenschaft 8 11 Kuche 8 12 Sport 8 13 Feiertage 9 Siehe auch 10 Literatur 11 Weblinks 12 AnmerkungenBegriffsgeschichte united states of America am 4 April 1776 Alexis de Tocquevilles Uber die Demokratie in Amerika 1835 1840 eines der meistrezipierten Werke der Sozialwissenschaften 1507 fertigte der deutsche Kartograf Martin Waldseemuller eine Weltkarte auf der er die Landmasse der westlichen Hemisphare als Amerika nach dem italienischen Entdecker und Kartografen Amerigo Vespucci benannte 22 Dieser Begriff umfasste ursprunglich den Doppelkontinent Amerika der den Europaern als Neue Welt bekannt wurde Seit der Grundung der Vereinigten Staaten von Amerika hat sich die Verwendung des Begriffs Amerika aus verschiedenen historischen Grunden und je nach Sprachraum in unterschiedlichem Masse auf die Vereinigten Staaten konzentriert Der erste dokumentierte Hinweis auf die Bezeichnung United States of America ist anonym verfassten Essay das am 6 April 1776 in der Zeitung The Virginia Gazette in Williamsburg veroffentlicht wurde 23 24 Im Juni 1776 fugte Thomas Jefferson die Bezeichnung UNITED STATES OF AMERICA in Versalien in den Titel seines ursprunglichen Entwurfs der Unabhangigkeitserklarung ein 25 26 In der fertigen Version wurde der Titel in The unanimous Declaration of the thirteen united States of America Die einstimmige Deklaration der dreizehn vereinigten Staaten von Amerika geandert 27 In den 1777 veroffentlichten Konfoderationsartikeln wird verkundet The Stile of this Confederacy shall be The United States of America Die Bezeichnung dieser Konfoderation soll The United States of America sein 28 Die Kurzform United States ist allgemein gebrauchlich Andere haufig benutzte Formen sind U S bzw US U S A bzw USA und America Andere umgangssprachliche Namen sind U S of A und international die Staaten the States Columbia ein popularer Name in der Dichtung und Liedern des spaten 17 Jahrhunderts 29 leitet sich vom Namen Christoph Kolumbus ab Es ist Teil der Bezeichnung District of Columbia Die amtliche deutsche Bezeichnung fur Burger der Vereinigten Staaten ist Burger der Vereinigten Staaten von Amerika oder Amerikaner 30 Amerikanisch und US amerikanisch werden im deutschen Sprachgebrauch fur die adjektivische Bezeichnung verwendet amerikanische Werte verbreitet ist auch das Prafix US US Streitkrafte Amerikanisch ist die empfohlene Form in den Leitfaden zum amtlichen Sprachgebrauch in Deutschland 30 Osterreich 31 und der Schweiz 32 Im deutschen Leitfaden geht dem noch die alternative Bezeichnung der Vereinigten Staaten von Amerika voran Einzig fur die USA gibt es im deutschen Leitfaden keine eindeutige Bezeichnung Das Korrektorat der Neuen Zurcher Zeitung rat von der Verwendung der erstmals 1951 im Duden verzeichneten Neubildung US amerikanisch ab da sie ebenso unnotig wie kunstlich sei und empfiehlt sie durch amerikanisch zu ersetzen 33 Im englischen Sprachraum wird das Pendant American selten benutzt um sich auf Themen zu beziehen die keinen unmittelbaren Zusammenhang mit den Vereinigten Staaten haben 34 Die Bezeichnung United States wurde auch im englischen Sprachraum ursprunglich als Plural behandelt eine Beschreibung fur eine Ansammlung unabhangiger Staaten zum Beispiel the United States are im 13 Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten ratifiziert im Jahr 1865 Es wurde nach dem Ende ihres Burgerkriegs in den Vereinigten Staaten normal die Bezeichnung als Singular zu behandeln zum Beispiel the United States is Die Singularform ist heute ublich Die Pluralform wird jedoch in Reden und Literatur immer noch verwendet zum Beispiel these United States diese Vereinigten Staaten 35 Dem Unterschied wird mehr Bedeutung beigemessen als nur in der Freiheit der Wortwahl da er den Unterschied zwischen einer Ansammlung von Staaten und einer Einheit widerspiegelt 36 Ausserhalb der englischen Sprache wird der Name haufig als wortliche Ubersetzung von entweder United States oder United States of America ubersetzt Im Franzosischen Deutschen Italienischen Japanischen Hebraischen Arabischen Portugiesischen und Russischen haben sich Eigenbezeichnungen herausgebildet die zwar die Vereinigten Staaten als Teil des Kontinents von Amerika unterscheiden zum Beispiel wie im oben erwahnten Begriff US Amerikaner 37 oder im franzosischen etatsunien Allerdings sind diese Formen nicht so haufig im Gebrauch wie das Polysem Amerika bzw amerikanisch 38 Die US Botschaft in Spanien bezeichnet sich als Botschaft der Estados Unidos und benutzt auch die Initialen EE UU Doppelbuchstaben deuten im Spanischen die Pluralbenutzung an 39 An anderen Stellen der offiziellen Internetseite wird Estados Unidos de America benutzt 40 Geographie Hauptartikel Geographie der Vereinigten Staaten Grenzen und Ausdehnung Satellitenbild der 48 Zentralstaaten der Vereinigten Staaten ohne Alaska und Hawaii und angrenzender Gebiete Die Vereinigten Staaten haben eine gemeinsame Grenze mit Kanada die insgesamt 8 895 Kilometer lang ist wobei sich ca 2 477 Kilometer zwischen Alaska und Kanada erstrecken und eine mit Mexiko die 3 326 Kilometer lang ist Die Gesamtlange der US Landesgrenzen betragt 12 221 Kilometer Die Kustenlinie an Atlantik Pazifik und Golf von Mexiko umfasst insgesamt 19 924 Kilometer Der Staat umfasst eine Landflache von 9 161 924 km hinzu kommen 664 706 km 41 Wasserflachen so dass sich ein Staatsgebiet von 9 826 630 km ergibt Die Nord Sud Ausdehnung zwischen der kanadischen und der mexikanischen Grenze betragt etwa 2 500 Kilometer die Ausdehnung zwischen Atlantik und Pazifik rund 4 500 Kilometer Der Hauptteil des Landes liegt etwa zwischen dem 24 und 49 nordlichen Breitengrad und zwischen dem 68 und 125 westlichen Langengrad und ist in vier Zeitzonen eingeteilt siehe Zeitzonen in den Vereinigten Staaten Die nordlichste Stadt der USA ist Utqiaġvik in Alaska der sudlichste Ort ist Hawaiian Ocean View in Hawaii Geologie und Landschaftsgliederung Das Gebiet weist eine deutliche Gliederung auf So erstrecken sich Gebirgszuge wie die vulkanische Kaskadenkette die Faltengebirge der Rocky Mountains und der Appalachen von Nord nach Sud Wahrend auf ihrer Wetterseite ausgedehnte Walder bestehen erstrecken sich in ihrem Windschatten riesige Trockengebiete mit Wusten oder Graslandschaften Prarien Die Flusssysteme der Vereinigten Staaten wie die des Mississippi und Missouri ermoglichten schon fruh eine dichte Besiedlung wahrend die umgebenden trockenen Regionen bis heute dunn besiedelt sind Der hochste Berg der Vereinigten Staaten ist der Denali in Alaska mit 6190 m der niedrigste Punkt ist die Senke Badwater im Death Valley mit 85 5 m unter dem Meeresspiegel Denali und Badwater sind zugleich der hochste bzw niedrigste Punkt des nordamerikanischen Kontinents Klima Klimate der Vereinigten Staaten Hauptartikel Klima der Vereinigten Staaten Wichtigster Einflussfaktor des Klimas ist der polare Jetstream Polarfrontjetstream der umfangreiche Tiefdruckgebiete vom Nordpazifik bringt Verbinden sich die Tiefs mit denjenigen von der atlantischen Kuste bringen sie im Winter als Nor easters schwere Schneefalle Da kein Gebirgszug westostwarts verlauft bringen Wintersturme oftmals grosse Schneemengen weit in den Suden wahrend im Sommer die Hitze weit nordwarts bis nach Kanada reicht Die Gebiete zwischen den Gebirgszugen weisen dementsprechend hohe Temperaturextreme auf dazu eine mehr oder minder grosse Trockenheit die nach Suden und Westen zunimmt Die Pazifikkuste hingegen ist im Norden ein sehr regenreiches haufig nebliges Gebiet Das Gebiet um den Golf von Mexiko ist bereits subtropisch mit hohen Temperaturen im Sommer und haufig hoher Luftfeuchtigkeit Zudem wird das Gebiet haufig von tropischen Wirbelsturmen erreicht In Alaska herrscht arktisches Klima die dortigen Gebirge sind zugleich die hochsten der Vereinigten Staaten Denali 6190 Meter Hawaii dessen Mauna Kea 4205 Meter hoch ist weist hingegen tropisches Klima auf Flora und Fauna Siehe auch Nationalparks in den Vereinigten Staaten Die Gebiete an der Ostkuste bis zu den Grossen Seen waren bis ins 19 Jahrhundert sehr stark bewaldet die Westkuste im Bereich des gemassigten Regenwalds von mitunter extrem hohen Baumen mit Wuchshohen von uber 100 Meter Von diesen Flachen sind nur wenige wie die Redwoods oder der Hoh Regenwald geblieben Grosse Flachen wurden zu Ackerland umgewandelt oder bebaut den uberwiegenden Teil nehmen heute Nutzwalder ein Die Artenvielfalt der trockeneren Graslandschaften wurde im Zuge der landwirtschaftlichen Nutzung ebenfalls stark reduziert Schutzgebiete und massnahmen fuhrten jedoch dazu dass viele der uber 17 000 Gefasspflanzenarten gerettet werden konnten Allein Hawaii weist 1 800 Blutenpflanzen Bedecktsamer auf von denen zahlreiche endemisch sind 42 Rund 400 Saugetier 750 Vogel und 500 Reptilien und Amphibienarten sowie weit uber 90 000 Insektenarten bilden einen Teil der Fauna 43 wobei seit 1973 ein eigenes Gesetz bedrohte Arten schutzt 58 Nationalparks in den noch grossen verbliebenen Wildnisregionen und mehrere hundert weitere Schutzgebiete weisen uberwiegend eine grosse Artenvielfalt auf die in deutlichem Kontrast zu den weitverbreiteten Monokulturen steht Vor allem aufgrund der grossen Zahl von endemischen Arten Gattungen und Familien der grossen Artenvielfalt bzw Biodiversitat und den vielfaltigen Okosystemen gehort die USA zu den Megadiversitatslandern dieser Erde Lediglich die mediterrane Hartlaubvegetation der Florenprovinz Kalifornien wird aufgrund der grossen Gefahrdungslage fur die Natur international als Hotspot der Biodiversitat gefuhrt Natur und Umweltschutz Historisch entstammen einige wichtige Entwicklungen des Naturschutzes aus der Geschichte der Vereinigten Staaten Die Nationalparkidee und mit ihr der Yellowstone Nationalpark das weltweit erste Grossschutzgebiet dieser Art entstanden in den Vereinigten Staaten Als nationale Behorde richtete der Senat die National Fish and Wildlife Foundation NFWF zur Betreuung aller nationaler Schutzgebiete ein Auf der einen Seite engagieren sich US amerikanische NGOs wie Conservation International weltweit fuhrend fur Natur und Ressourcenschutz Auf der anderen Seite haben die Vereinigten Staaten das wichtigste internationale Abkommen die Biodiversitatskonvention als eines von wenigen Landern bis heute nicht unterzeichnet Ballungsraume Bevolkerungsdichte der Vereinigten Staaten Siehe auch Liste der Stadte in den Vereinigten Staaten und Liste der Metropolregionen in den Vereinigten Staaten 82 26 Prozent der Amerikaner lebten im Jahr 2018 in stadtischen Gebieten 11 44 2016 hatten 307 Orte mehr als 100 000 Einwohner und es gab 54 Metropolregionen mit mehr als einer Million Einwohner bei nur zehn Stadten Die grossten Metropolregionen waren 2016 New York City 20 1 Millionen Los Angeles 13 3 Millionen Chicago 9 5 Millionen Dallas 7 2 Millionen Houston 6 7 Millionen Washington D C 6 1 Millionen und Philadelphia 6 Millionen 45 Die Hauptballungsraume liegen zwischen New York und den Grossen Seen in Kalifornien und Arizona sowie in Texas und in geringerem Masse in Florida Mit 33 Einwohner pro Quadratkilometer sind die USA ein eher dunn besiedeltes Land Der Osten des Landes ist dabei deutlich dichter besiedelt als der Westen 46 Top 10 Stadte und Metropolregionen Stand 2016 45 Rang Stadt Einwohner Rang Metropolregion Einwohner0 1 New York City 0 8 537 673 0 1 New York City Newark Jersey City 20 153 6340 2 Los Angeles 0 3 976 322 0 2 Los Angeles Long Beach Anaheim 13 310 4470 3 Chicago 0 2 704 958 0 3 Chicago Naperville Elgin 0 9 512 9990 4 Houston 0 2 303 482 0 4 Dallas Fort Worth Arlington 0 7 233 3230 5 Phoenix 0 1 615 017 0 5 Houston The Woodlands Sugar Land 0 6 772 4700 6 Philadelphia 0 1 567 872 0 6 Washington D C Arlington Alexandria 0 6 131 9770 7 San Antonio 0 1 492 510 0 7 Philadelphia Camden Wilmington 0 6 070 5000 8 San Diego 0 1 406 630 0 8 Miami Fort Lauderdale Palm Beach 0 6 066 3870 9 Dallas 0 1 317 929 0 9 Atlanta Sandy Springs Roswell 0 5 789 70010 San Jose 0 1 025 350 10 Boston Cambridge Newton 0 4 794 447BevolkerungSiehe auch Demografie der Vereinigten Staaten Ethnien und Einwanderergruppen Abstammungsgruppen mit hochstem Bevolkerungsanteil in den Counties Bevolkerungsgruppen Gemass Census Schatzung von Juli 2019 47 Weisse 60 4 Hispanics und Latinos 18 3 Afroamerikaner 13 4 Asiatische Amerikaner 5 9 Multiethnische Amerikaner 2 7 Indianer Nordamerikas und Ureinwohner Alaskas 1 3 Eingeborene Hawaiianer und Amerikaner aus Ozeanien 0 2 Die ursprunglichen Bewohner des Landes die Indianer Native Americans oder American Indians stellen heute nur noch rund ein Prozent der Bevolkerung Einzig in Alaska erreichen sie einen zweistelligen Prozentanteil an der Bevolkerung Weitere Schwerpunkte bilden Oklahoma Kalifornien Arizona New Mexico und South Dakota Sie bilden keine Einheit Kultur Sprache und Religion unterscheiden sich von Volk zu Volk Insgesamt gibt es 562 anerkannte Stamme tribes hinzu kommen 245 Gruppen die derzeit nicht als Stamm anerkannt sind Die ersten kolonialen Einwanderer auf dem von Indianern besiedelten Kontinent waren Europaer zunachst vorrangig spanischer franzosischer und englischer Herkunft Mit ihnen kamen ab dem 17 Jahrhundert Sklaven meist aus Westafrika Ab Mitte des 18 und verstarkt zur Mitte des 19 Jahrhunderts folgten Europaer deutschsprachiger und irischer Herkunft Spater kamen Einwanderer aus anderen Regionen Europas dazu vor allem Italiener Skandinavier und Osteuropaer einschliesslich osteuropaischer Juden In der zweiten Halfte des 19 Jahrhunderts kam es zur Einwanderung aus Ostasien und Vorderasien Neben wirtschaftlichen Motiven spielte fur viele auch religiose oder politische Verfolgung eine Rolle Die Amerikaner mit europaischen Vorfahren bilden heute 72 Prozent der Gesamtbevolkerung Afroamerikaner stellen etwas mehr als 13 Prozent Sie leben vor allem im Suden und in den grossen Industriestadten des Nordens Asiatische Einwanderer zu grossen Teilen aus China Japan Korea Indien und den Philippinen stellen rund funf Prozent Wahrend der letzten Volkszahlung gaben uber 50 Millionen Personen eine deutsche Herkunft an Damit sind die Deutschamerikaner die grosste Bevolkerungsgruppe der Vereinigten Staaten 48 Vor allem im Sudwesten der Vereinigten Staaten und in Florida gibt es einen hohen Bevolkerungsanteil mit lateinamerikanischer Herkunft die dort pauschal als Hispanics oder Latinos bezeichnet werden Viele von ihnen halten stark an ihrer Kultur und Sprache fest Ihr Anteil in den USA wuchs in den letzten Jahrzehnten stetig bis 2013 auf 17 Prozent da viele Lateinamerikaner vor wirtschaftlicher Not in den Norden fliehen Sie kommen oft als illegale Einwanderer Es bestehen grosse Unterschiede in der Sozialstruktur zwischen weisser und schwarzer Bevolkerung Schwarze haben im Durchschnitt ein geringeres Einkommen eine kurzere Lebenserwartung und eine schlechtere Ausbildung Sie sind sowohl haufiger Opfer als auch Tater in einem Totungsdelikt und werden haufiger zum Tode verurteilt Die Ursachen dafur und mogliche Wege der Problembehebung sind umstritten Nicht nur in den Sudstaaten sind Wohngegenden und nicht offentliche Einrichtungen wie Kirchen oder private Organisationen oft faktisch nach Ethnien getrennt wenn auch die formale Trennung inzwischen ungesetzlich und verpont ist Bevolkerungsentwicklung Bevolkerungsentwicklung in den Vereinigten Staaten Bevolkerungspyramide der USA 2016 Die Bevolkerungszahlen sind seit 1610 kontinuierlich gewachsen Prognosen gehen von einem weiteren Anstieg bis 2050 aus Bis zum Jahr 2025 wird die Bevolkerung nach einer Prognose der Vereinten Nationen auf 358 Millionen Einwohner anwachsen und im Jahr 2050 werden demnach uber 408 Millionen Menschen im Land leben 49 Seit 1790 sieht die Verfassung eine alle zehn Jahre stattfindende Volkszahlung vor den sogenannten United States Census Einen erheblichen Anteil am Bevolkerungszuwachs hatten die Einwanderer So stieg seit dem Immigration and Naturalization Services Act of 1965 die Zahl der im Ausland geborenen Menschen auf das Funffache und zwar von 9 6 Millionen im Jahr 1970 auf rund 49 8 Millionen 2017 In den 1990er Jahren stieg die Zahl der Einwanderer auf eine Million pro Jahr Im Jahr 2000 lag der Anteil der im Ausland geborenen Menschen bei 11 1 Prozent der Gesamtbevolkerung 50 Bis zum Jahr 2017 stieg er auf 15 3 an Gleichzeitig lebten knapp 3 Millionen Amerikaner im Ausland Die meisten davon in Mexiko 900 000 Kanada 310 000 im Vereinigten Konigreich 190 000 in Deutschland 140 000 und Australien 120 000 51 52 Die Geburtenrate pro Frau betrug 2016 1 87 Kinder Die Geburtenrate der Hispanics und Latinos ist dabei hoher als die der restlichen Bevolkerung Auf 1000 Einwohner kamen 2016 12 5 Geburten und 8 2 Todesfalle Im selben Jahr lag das Median Alter bei 37 9 Jahren 2016 wuchs die Einwohnerzahl um 0 81 oder ca 3 Millionen an Von den Landern der industrialisierten Welt haben die USA eine der jungsten und am schnellsten wachsenden Bevolkerungen 46 Census Jahr Bevolkerung1770 2 148 1001780 2 780 4001790 3 929 2141800 5 308 4831810 7 239 8811820 9 638 4531830 12 866 0201840 17 069 4531850 23 191 876 Jahr Bevolkerung1860 31 443 3211870 38 558 3711880 50 189 2091890 62 979 7661900 76 212 1681910 92 228 4961920 106 021 5371930 123 202 6241940 132 164 569 Jahr Bevolkerung1950 151 325 7981960 179 323 1751970 203 211 9261980 226 545 8051990 248 709 8732000 281 421 9062010 308 745 5382020 331 449 281Sprachen Hauptartikel Sprachen in den Vereinigten Staaten Englisch ist in 32 Bundesstaaten offizielle Amtssprache Hawaii akzeptiert zusatzlich Hawaiisch und seit 2014 akzeptiert Alaska auch die 20 indigenen Sprachen des Bundesstaates 53 Louisiana ubersetzt auch ins Franzosische New Mexico auch ins Spanische In mehreren Staaten mussen noch Gerichte daruber entscheiden In den Vereinigten Staaten zuhause gesprochene Sprachen mit mind 1 Millionen Sprecher nach Anzahl der Sprecher 2013 54 Englisch nur 231 1 MillionenSpanisch oder spanischbasierte Kreolsprachen 37 4 MillionenChinesisch 2 9 MillionenTagalog Philippinen 1 6 MillionenVietnamesisch 1 4 MillionenFranzosisch inkl Cajun 1 3 MillionenKoreanisch 1 1 MillionenDeutsch 1 1 Millionen Die meistgesprochene Sprache der Vereinigten Staaten ist amerikanisches Englisch Daneben werden noch viele Sprachen der Indianer bzw Hawaiier und die Sprachen von Einwanderern gesprochen Insgesamt stellte der letzte Zensus 382 Sprachen fest von denen 169 indianische sind Letztere weisen allerdings nur etwa 400 000 Sprecher auf davon etwa die Halfte Navajo Allein im Apache County in Arizona zahlte man 37 000 im McKinley County in New Mexico 33 000 227 Millionen Einwohner sprechen ausschliesslich Englisch alle anderen Sprachen zusammen machen mehr als 60 Millionen Sprecher aus 55 Besonders hoch ist der Spanisch sprechende Anteil wobei viele Einwanderer nur ihre spanische Muttersprache sprechen und teilweise eigene Viertel in Stadten bewohnen zum Beispiel East Los Angeles oder Union City In Kalifornien betragt ihr Anteil rund 30 jedoch sind viele insbesondere die Jungeren von ihnen zweisprachig Etwa 30 bis 40 Millionen leben in den Vereinigten Staaten nicht wenige auslanderrechtlich illegal Wahrend es im 19 Jahrhundert viele Zeitungen in deutscher Sprache gab ist Spanisch die Sprache in der heute Zeitungen am zweithaufigsten erscheinen Neben Deutsch Deutschamerikaner sind auch Franzosisch Chinesisch Koreanisch Vietnamesisch und Tagalog verbreitet Vor allem in Fallen in denen die Vermischung mit der ubrigen Bevolkerung gering ist wird die mitgebrachte Sprache in den folgenden Generationen beibehalten zum Beispiel von den Amischen in Pennsylvania Ohio Indiana und Illinois Trotz gewisser Vorzuge einer gemeinsamen Sprache haben die Vereinigten Staaten keine einheitliche Amtssprache festgelegt Alle amtlichen Schriftstucke werden jedoch auf Englisch verfasst In zweiunddreissig Bundesstaaten ist Englisch Amtssprache 56 einzelne Staaten und Territorien definieren sich als zwei drei oder vielsprachig wie beispielsweise Hawaii Alaska Guam oder Puerto Rico Zunehmend werden Dokumente und Beschilderungen ins Spanische ubersetzt jedoch bleibt dieses Phanomen meist regional beschrankt Knapp 18 der Amerikaner sprachen im Jahr 2006 zuhause nicht Englisch 10 gaben bei der Volksbefragung 2000 Spanisch als Muttersprache an 1847 gestattete ein Gesetz Franzosischunterricht in Louisiana 1849 erkannte die kalifornische Verfassung Spanisch an Mit dem Sezessionskrieg verschwanden die Rechte der Frankophonen 1868 empfahl man die Unterrichtung der Indianer auf Englisch 1896 sollte das auch auf Hawaii gelten Ab 1879 wurden kalifornische Gesetze nur noch auf Englisch veroffentlicht wahrend des Ersten Weltkriegs wurde der Gebrauch des Deutschen eingeschrankt Einzelne Staaten wie Virginia 1981 und Kalifornien 1986 erklarten Englisch zur offiziellen Sprache Am 8 Mai 2007 wurde dem Senat eine Resolution vorgelegt nach der Englisch zur Nationalsprache erklart werden sollte 57 Dieses Vorhaben wurde abgelehnt Religion Siehe auch Religionsfreiheit in den Vereinigten Staaten Juden in den Vereinigten Staaten und Afroamerikanische Religion in den Vereinigten Staaten Religionsgruppen Gemass Pew Research Center 2019 58 Protestanten 43 Konfessionslose 26 Katholiken 20 Mormonen 2 Juden 2 Muslime 1 Hindu 1 Buddhisten 1 Andere 3 Keine Angabe 2 Die Regierung fuhrt kein Register uber den Religionsstatus der Einwohner Das United States Census Bureau darf selbst keine Fragen zur Religionszugehorigkeit stellen veroffentlicht aber die Ergebnisse anderer Umfragen 59 In einer Umfrage des Pew Research Centers bezeichneten sich im Jahr 2014 rund 25 4 der Bevolkerung als evangelikale Protestanten 20 8 als romisch katholisch 14 7 als Mainline Protestanten 6 5 gehoren traditionellen schwarzen protestantischen Kirchen an Unter den kleineren christlichen Kirchen sind 1 6 Mormonen und 0 8 Zeugen Jehovas 0 5 waren Mitglied einer orthodoxen Kirche Zu den nicht christlichen Religionsgemeinschaften zahlen 1 9 Juden 0 9 Muslime sowie 0 7 Buddhisten 22 8 der Befragten gaben keine religiose Uberzeugung an davon waren explizit 3 1 Atheisten und 4 0 Agnostiker 60 Zusammengefasst lebten damit im Jahr 2014 rund 70 6 Christen sowie 5 9 Anhanger nicht christlicher Religionen in den USA In einer Umfrage aus dem Jahr 2008 bezeichneten 82 der US Amerikaner Religion als fur ihr Leben wichtig oder sehr wichtig 55 sehr wichtig Dabei bezeichneten 65 der Frauen Religion als fur ihr Leben sehr wichtig gegenuber 44 der Manner Nach dieser Umfrage beten 54 der US Bevolkerung mindestens einmal am Tag ein Wert der in Frankreich bei 10 in Deutschland bei 19 in Polen bei 32 in der Turkei bei 42 und in Brasilien bei 69 liegt 61 Laut einer Studie des Gallup Instituts waren im Jahr 2016 ca 73 der Bevolkerung Christen 48 9 Protestanten der verschiedenen Stromungen 23 Katholiken und 1 8 Mormonen Das Judentum ist mit einem Anteil von 2 1 an der Bevolkerung weiterhin die grosste nicht christliche Religion in den Vereinigten Staaten 0 8 der Bevolkerung sind Muslime 2 5 gehoren anderen Religionen an 18 2 der Befragten waren der Gruppe der Konfessionslosen Atheisten Agnostiker zuzurechnen 62 Die regionale Verteilung der Konfessionen ist unterschiedlich wahrend in Neuengland mehrheitlich Katholiken leben sind die Sudstaaten evangelikal gepragt Das Zentrum der Mormonen befindet sich in Utah und den umgebenden Bundesstaaten Nevada Idaho insbesondere im Suden der USA an der Grenze zu Mexiko und durch die kubanische Auswanderung im Grossraum Miami leben uberwiegend katholische Latinos 63 Die Zentren der judischen Bevolkerung sind Metropolen wie New York und Umgebung Boston Los Angeles San Francisco und der Sudosten Floridas 64 Gesellschaftsstruktur Die Verteilung der armsten Haushalte in den Vereinigten Staaten Laut Soziologen wie Dennis Gilbert vom Hamilton College bestand die Gesellschaft 1998 aus sechs sozialen KlassenQuelle mit einem bestimmbaren Anteil an der Gesamtbevolkerung einer Oberklasse etwa 1 die aus den prominentesten wohlhabendsten und machtigsten Burgern besteht einer oberen Mittelklasse etwa 15 die aus hochqualifizierten Berufstatigen wie Arzten Professoren Anwalten besteht einer unteren Mittelklasse etwa 32 die aus gut ausgebildeten Berufstatigen wie Schullehrern und Handwerkern besteht einer Arbeiterklasse etwa 32 die aus Industriearbeitern und Lohnarbeitern Blue Collars sowie einfachen Angestellten besteht und schliesslich einer Unterklasse etwa 20 die in zwei Gruppen zerfallt Ihre obere Gruppe besteht aus den Working Poor den arbeitenden Armen die in schlecht bezahlten Jobs ohne Versicherung oder nur Teilzeit arbeiten Die untere Gruppe arbeitet nicht und ist auf die in den Vereinigten Staaten sehr geringfugige offentliche Wohlfahrt angewiesen unemployed poor Auffallig ist dabei dass Angehorige dieser Unterschichten meist in bestimmten Stadtvierteln der Grossstadte leben wahrend die Mittelklasse in den 1960er bis 1980er Jahren in die suburbs die jenseits der Grenzen der Grossstadte aber noch innerhalb der Metropolregionen liegen ausgewichen ist Der Armenanteil unter den Schwarzen und Hispanics ist uberproportional hoch etwa 30 65 Zwischen 1977 und 1999 stiegen die Einkommen im reichsten Hundertstel der Bevolkerung nach Steuerabzug um 115 Die Reallohne fur 60 der Arbeitnehmer sind in dieser Zeit um 20 gefallen Die Zahl der Amerikaner die in Armut leben ist 2002 um 1 7 Millionen Menschen auf insgesamt 34 6 Millionen gestiegen Die Zahl der in extremer Armut lebenden weniger als die Halfte der offiziellen Armutsgrenze stieg von 13 4 Millionen 2001 auf 14 1 Millionen im Jahr 2002 an Die Armuts und auch die Kinderarmutsrate variieren stark zwischen ethnischen Gruppen Im Jahr 2009 waren 7 1 Millionen 18 7 Prozent der Menschen uber 65 Jahre von der NAS Armutsdefinition betroffen 66 2013 bezogen in den USA 47 Millionen Menschen in 23 Millionen Haushalten und damit 20 der US Haushalte staatliche Lebensmittelmarken 67 90 der US Amerikaner beziehen ein Einkommen von 30 000 Dollar das entspricht dem Niveau von 1965 68 Eine Auswertung der Census Daten von 2010 ergab zudem dass rund 1 5 Millionen Haushalte praktisch ohne jedes Geld leben mussen Sie haben Einkunfte von unter 2 Dollar pro Person und Tag beziehen aber teilweise Lebensmittelgutscheine oder Sachzuweisungen und leben zum Teil in offentlich bezahlten Wohnungen Ein signifikanter Anteil ist aber vollig von der Geldwirtschaft abgeschnitten 69 70 Selbst Haushalte mit Einkommen weit uber der Armutsgrenze des Bundes konnen aufgrund von hohen Lebenshaltungskosten ihrer Region haufig als working poor angesprochen werden wenn und soweit sie nicht in der Lage sind Rucklagen oder ein Sparvermogen zu bilden Rund 25 der Haushalte mit Mittelklasse Einkommen zwischen 40 und 55 Jahren hatten Ende 2014 ein Netto Vermogen unter 17 500 Dollar bei Nicht Berucksichtigung eventuellen selbstgenutzten Wohneigentums und Anspruchen auf Altersversorgung 71 Insgesamt lasst sich konstatieren dass sich die Kluft zwischen den Armsten und der Spitze der Gesellschaft in den letzten Jahren dramatisch vergrossert hat Die Oberklasse also das obere 1 der Bevolkerung besass 2009 nach Schatzung des Levy Economics Institute des Bard College USA 37 1 des Gesamtvermogens der Vereinigten Staaten das ist ein Zuwachs von 3 7 gegenuber 2001 Den unteren 80 der Bevolkerung gehoren dagegen nur 12 3 des Gesamtvermogens was einer Abnahme von 3 3 fur denselben Zeitraum entspricht 72 2017 gab es laut Forbes in den Vereinigten Staaten 585 Milliardare 27 aller Milliardare der Welt womit die Vereinigten Staaten das Land mit den meisten Milliardaren der Welt sind 7 der 10 reichsten Personen weltweit waren 2018 Amerikaner Der reichste Mann Amerikas und der Welt war Jeff Bezos dessen Vermogen von 112 Milliarden Dollar hoher war als die Wirtschaftsleistung Kenias Stand Februar 2018 73 Das reichste Prozent der Amerikanischen Bevolkerung erzielte 2005 mit 524 Milliarden Dollar ein Einkommen das um 37 hoher lag als das der armsten 20 der Bevolkerung 383 Milliarden Dollar 74 So lag das Durchschnittsvermogen aller US Familien bei 692 000 Dollar der aussagekraftigere Medianwert der Vermogen betrug 97 300 Dollar 75 Einwanderungspolitik Hauptartikel Einwanderung in die Vereinigten Staaten Einburgerungszeremonie am Kennedy Space Center Haufigste Herkunftsstaaten von Migranten nach Geburtsland 2015 76 Rang Land Anzahl an Migranten1 Mexiko Mexiko 12 050 0312 China Volksrepublik Volksrepublik China 2 103 5513 Indien Indien 1 969 2864 Philippinen Philippinen 1 896 0315 Puerto Rico Puerto Rico 1 744 4026 Vietnam Vietnam 1 302 8707 El Salvador El Salvador 1 276 4898 Kuba Kuba 1 131 2849 Korea Sud Sudkorea 1 119 57810 Dominikanische Republik Dominikanische Republik 940 874 Von 1951 bis 1960 wanderten jahrlich 2 5 Millionen Menschen ein zwischen 1971 und 1980 insgesamt 4 5 Millionen und in den 1990er Jahren insgesamt uber 10 Millionen 77 2003 erhielten 463 204 Menschen die US Staatsburgerschaft 1997 bis 2003 lag der Durchschnitt bei etwa 634 000 Im Jahr 2015 gab es 46 627 102 Einwohner die im Ausland geboren wurden und 14 5 der Bevolkerung ausmachten womit die USA die weltweit grosste Anzahl an Migranten hatte Ein grosser Teil der im Ausland geborenen Einwohner war lateinamerikanischer Herkunft vor allem aus Mexiko und Zentralamerika In den letzten Jahren stieg die Migration aus asiatischen Landern wie China Indien Vietnam Sudkorea und den Philippinen 76 Schon 1790 regelten die Vereinigten Staaten die Einwanderung mit dem Naturalization Act einem Gesetz das die Zuwanderung aus Europa fordern sollte Schwarze und Unfreie jedoch ausschloss und einen guten moralischen Charakter verlangte 1882 schloss man Chinesen mit dem Chinese Exclusion Act explizit aus eine Regelung die 1943 leicht abgewandelt wiederholt wurde 1891 entstand eine Einwanderungskommission die jahrlich Landerquoten festlegte 1921 regelte der Emergency Quota Act erstmals die Einwanderung so dass Nord und Westeuropaer bevorzugt wurden indem man ihren Bevolkerungsanteil entsprechend der Volkszahlung einfror eine Tendenz die mit dem Immigration Act von 1924 verfestigt wurde 78 Die Einwanderungspolitik war Anfang des 20 Jahrhunderts gegenuber Asiaten besonders restriktiv Erst ab 1965 wurden der Zeitpunkt der Antragstellung und die Weltregion berucksichtigt dazu kamen Falle der Familienzusammenfuhrung Seit 1978 gilt fur die Einwanderung in die Vereinigten Staaten eine einheitliche Quote 1970 waren noch 62 der im Ausland geborenen Amerikaner Europaer doch sank dieser Anteil bis 2000 auf 15 79 Die Hispanics sind die grosste Minderheit in den Vereinigten Staaten Im Jahr 2000 lebten 35 2 Millionen Hispanics in den USA 2013 waren es 54 Millionen woraus sich eine prozentuale Zunahme von 54 Prozent ergibt Von den 54 Millionen waren 34 5 Millionen mexikanischer Herkunft 80 81 Die Schatzungen uber die illegalen Einwanderer schwanken zwischen 7 und 20 Millionen 82 die meisten schatzen ihre Zahl auf rund 12 Millionen 83 Pro Jahr uberqueren Hunderttausende illegal die Sudgrenze darunter Zehntausende teils unbegleitete Minderjahrige Die staatliche Kommission fur Menschenrechte in Mexiko gab an dass allein 2007 500 Illegale beim Versuch die Grenze zu uberqueren ums Leben kamen haufig durch Verdursten Zwischen 1995 und 2007 seien es 4 700 Mexikaner gewesen 84 Um die illegale Einwanderung aus Mexiko zu bekampfen unterzeichnete Prasident Bush im Oktober 2006 den Secure Fence Act der die Errichtung einer 1 100 Kilometer langen Grenzbefestigung vorsah 85 Zudem wurde die Unterstutzung illegaler Einwanderer strafbar Schon 1954 hatte die Regierung versucht mit der Operation Wetback 1 2 Millionen Hispanics abzuschieben wobei sich das Schimpfwort Wetback Engl Nassrucken von den Mexikanern ableitete die durch den Rio Grande geschwommen waren 86 1965 wurde die mexikanische Einwanderung eingeschrankt mit dem Immigration Reform and Control Act IRCA von 1986 wurden erstmals illegale Einwanderer legalisiert 2015 lebten ca 627 000 in Deutschland geborene Personen in den Vereinigten Staaten 87 Kriminalitat und Justiz Mordrate seit 1950 Falle von Gewaltkriminalitat seit 1960 Ubersetzungen Aggravated Assault Schwere Korperverletzung Rape Vergewaltigung Robbery Raub Murder and Manslaughter Mord und Totschlag Hauptartikel Gefangnissystem der Vereinigten Staaten Laut FBI Uniform Crime Reporting geht die Kriminalitatsrate in den Vereinigten Staaten seit den fruhen 1990er Jahren zuruck Die Gewaltkriminalitat erreichte ihren Hohepunkt 1991 mit 758 Fallen pro 100 000 Einwohner Im Jahr 2000 waren es 507 2010 noch 405 und 2018 wurden 381 Falle verzeichnet 88 Fur Vergleiche der Gewaltneigung uber lange Zeitraume und grosse raumliche Distanzen hinweg wird die Rate der Totungsdelikte als Index verwendet 89 Die Vereinigten Staaten kam hierbei im Jahr 2017 auf 5 3 Falle pro 100 000 Einwohner Ein Hohepunkt war 1991 mit 9 7 Fallen Die heutige Rate von 5 3 liegt weit hoher als die von Deutschland die bei eins liegt Der Durchschnitt in Europa sind 3 Falle pro 100 000 Einwohner der globale Durchschnitt bei 6 1 Ostasiatische Staaten liegen durchschnittlich bei 0 6 Singapur bei nur 0 2 Fallen pro 100 000 Einwohner 90 Die Vereinigten Staaten haben weltweit sowohl absolut als auch relativ zur Bevolkerung die grosste Gefangnispopulation 91 2008 befanden sich uber 2 4 der Bevolkerung der Vereinigten Staaten entweder im Gefangnis 2 3 Millionen oder sie waren zur Bewahrung 4 3 Millionen oder zur Haftaussetzung 0 828 Millionen auf freiem Fuss 92 Bis zum Jahr 2011 stieg die Zahl der Gefangenen auf uber 2 4 Millionen Damit stehen die Vereinigten Staaten im Verhaltnis von Gefangnisinsassen zur Einwohnerzahl mit Abstand weltweit an der Spitze Die Kriminalitatsrate blieb hingegen zunachst konstant und nahm spater sogar ab Wahrend der 1960er Jahre war der Anteil der Strafgefangenen um etwa ein Prozent jahrlich gesunken und erreichte 1975 mit 380 000 seinen Tiefststand Seit etwa 1980 stieg die Zahl deutlich an so dass es 1985 bereits 740 000 gab und Ende 1998 gar zwei Millionen Zwei Drittel der Strafgefangenen stammen dabei aus Haushalten die weniger als die Halfte der als Armutsschwelle definierten Einkommen zur Verfugung hatten 93 94 95 2000 waren in den Vereinigten Staaten 133 610 Personen unter 18 Jahren in Haftanstalten und Jugendhaftanstalten untergebracht Die Strafmundigkeit setzt in den Vereinigten Staaten weitaus fruher ein als in Deutschland In vielen Bundesstaaten konnen bereits 7 Jahrige beim Verstoss gegen ein Strafgesetz zur Verantwortung gezogen werden in den meisten anderen ist das ab dem 11 Lebensjahr der Fall 96 2005 wurden 1 403 555 unter 18 Jahrige verhaftet 97 2003 war es in 33 Bundesstaaten moglich geisteskranke Kinder und Jugendliche auch dann in Haft unterzubringen wenn diese nicht gegen das Strafrecht verstossen hatten 98 Afroamerikaner haben einen Anteil von ungefahr 13 Prozent an der Gesamtbevolkerung stellen aber 38 Prozent der Gefangnisinsassen 99 Die Halfte aller Morde in den USA und ungefahr ein Drittel aller Vergewaltigungen werden von Afroamerikanern begangen 100 Ein uberproportionaler Anteil von Schwarzen und Latinos lasst sich bei der Anzahl von bewaffneten Angreifern feststellen So waren zwischen Januar und Juni 2008 insgesamt 98 Prozent aller mit Schusswaffen bewaffneten Angreifer in New York City entweder schwarz oder hispanisch 101 Im Marz 2015 waren 16 Prozent der Haftlinge in amerikanischen Gefangnissen mexikanische Staatsburger weitere 7 5 Prozent der Haftlinge hatten eine andere als eine amerikanische oder mexikanische Staatsburgerschaft 102 Im Gegensatz zu fast allen anderen Staaten der westlichen Welt wird in zahlreichen Bundesstaaten der Vereinigten Staaten die Todesstrafe vollstreckt was seit Jahren umstritten ist auch in den Vereinigten Staaten selbst Insgesamt 23 Bundesstaaten haben die Todesstrafe abgeschafft zuletzt Virginia im Marz 2021 103 In den ubrigen Bundesstaaten kommt es weiterhin zur Vollstreckung von Todesurteilen selbst an Menschen mit geistigen Behinderungen und solchen die zum angeklagten Tatzeitpunkt minderjahrig waren In den Todeszellen befinden sich mehr als 3 200 Manner und Frauen fast 42 sind Afroamerikaner Geschichte Hauptartikel Geschichte der Vereinigten Staaten Fruhgeschichte Der Cliff Palace eine Ansammlung von Felsbehausungen im Mesa Verde National Park in Colorado wurde von den Angehorigen der Anasazi Stamme 1190 n Chr erbaut In Alaska reichen die altesten gesicherten menschlichen Spuren 12 000 bis 14 000 Jahre zuruck Als alteste Kultur galt lange die Clovis Kultur doch die Funde in den Paisley Hohlen die rund ein Jahrtausend vor den Clovis Funden liegen zeigten dass Nordamerika schon fruher bewohnt war Als alteste menschliche Uberreste gelten die Relikte der uber 10 500 Jahre alten Buhl Frau aus Idaho An diese fruhe Phase schloss sich die Archaische Periode an Zwischen 4000 und 1000 v Chr entwickelten sich der Gebrauch von Keramik Ackerbau und verschiedene Formen abgestufter Sesshaftigkeit Die Jagdtechniken wurden durch Atlatl und spater durch Pfeil und Bogen wesentlich verbessert Bevolkerungsverdichtungen traten in Nordamerika um die Grossen Seen an der pazifischen Kuste um Vancouver Island Kanada am Mississippi und an vielen Stellen der Atlantikkuste sowie im Sudwesten auf Im Einzugsgebiet der Adena und der Mississippi Kultur entstanden komplexe Gemeinwesen die jedoch kurz vor Ankunft der ersten Europaer untergegangen sind Sie strahlten bis weit in den Norden und Westen aus Im Sudwesten entstanden Lehmbausiedlungen mit bis zu 500 Raumen Diese Pueblo Kultur ging auf die Basketmaker zuruck die bereits Mais anbauten Um die Grossen Seen entwickelten sich befestigte Grossdorfer und dauerhafte Konfoderationen Diese Gruppen betrieben ahnlich wie im Westen Mais und Kurbisanbau sowie einen ausgedehnten Fernhandel etwa mit Kupfer und bestimmten Gesteinsarten die fur Jagdwaffen und Schmuck von Bedeutung waren der sich in British Columbia Kanada ab 8000 v Chr nachweisen lasst Auswirkungen der Kolonisierung auf die Ureinwohner Indianer leisten Abgaben an Franzosen in Florida Kupferstich um 1600 Eingeschleppte Krankheiten dezimierten die Bevolkerung in einem schwer zu bemessenden Ausmass Viele Gruppen verschwanden durch eingeschleppte Seuchen ohne dass ein Europaer sie uberhaupt zu Gesicht bekommen hatte Nach dem Anthropologen Alfred Kroeber schatzte man die Bevolkerung nordlich des Rio Grande auf nur eine Million Menschen Diese Schatzungen wurden bereitwillig aufgegriffen da sie den Mythos aufrechterhielt die Weissen hatten einen weitgehend menschenleeren Kontinent erobert Das als eher vorsichtig bekannte Smithsonian Institute hat seine Schatzung fur Nordamerika auf drei Millionen Menschen verdreifacht Wie stark die Diskussion in Bewegung geraten ist zeigt die These die riesigen Buffelherden seien Weidetiere der Indianer gewesen die Grosse der Herden stellte demzufolge kein naturliches Gleichgewicht dar sondern beruhte auf Ubervermehrung nach dem starken Ruckgang der menschlichen Population Trotz der nicht zu uberschatzenden Wirkung der Epidemien schon Hernando de Soto schleppte verheerende Krankheiten in das Gebiet zwischen Mississippi und Florida ein 1775 verheerte eine Pockenepidemie die Pazifikkuste sollten die Auswirkungen der Kriege nicht unterschatzt werden Die verlustreichsten Kriege im Osten durften der Tarrantiner Krieg 1607 1615 die beiden Powhatankriege 1608 1614 und 1644 1646 der Pequot 1637 der Konig Philips Krieg 1675 1676 die Franzosen und Indianerkriege 1689 1697 1702 1713 1744 1748 1754 1763 sowie die drei Seminolenkriege 1817 1818 1835 1842 und 1855 1858 gewesen sein Dazu kamen die stammesubergreifenden Aufstande die von den Hauptlingen Pontiac 1763 1766 und des Tecumseh ca 1810 1813 gefuhrt wurden Die Franzosen standen von etwa 1640 bis 1701 in den Biberkriegen dann in vier Kriegen mit den Natchez 1716 1729 die Niederlander im Wappinger Krieg und in den Esopuskriegen 1659 1660 und 1663 1664 die Spanier 1680 gegen die Pueblos im Sudwesten und in zahlreichen weiteren Kampfen Im Westen der Vereinigten Staaten waren es vor allem die Kampfe unter Cochise 1861 1874 der Sioux 1862 und der Lakotakrieg 1866 1867 oder der der Apachen unter Geronimo bis 1886 die bekannt wurden Ebenso bekannt wurden einzelne Schlachten wie die am Little Bighorn oder das Massaker von Wounded Knee 1890 Ganz andere Fernveranderungen loste der Pelzhandel aus Dieser Handel wirkte einerseits auf die Stamme die als Jager und Anbieter auftraten aber auch auf deren nahe und ferneren Nachbarn sei es durch den Erwerb von Waffen und damit zusammenhangende Machtverschiebungen sei es durch die Entwicklung von Handelsmonopolen der in der Nahe der Handelsstutzpunkte Forts lagernden Stamme sei es durch Auslosung von umfassenden Volkerwanderungen wie durch die Irokesen Auch wurde die Stellung der Fuhrungsgruppen vom Pelzhandel abhangig Von der ersten Kolonisierungsphase bis zur Unabhangigkeit Die Mayflower brachte 1620 englische Pilgervater nach Neuengland George Washington war der erste Prasident der Vereinigten Staaten Die erste europaische Siedlung auf dem heutigen US Gebiet wurde im Jahr 1565 von den Spaniern in St Augustine in Florida gegrundet Die erste dauerhafte englische Kolonie war Jamestown in Virginia das 1607 entstand kurz nachdem Franzosen eine erste Kolonie im spateren Kanada gegrundet hatten Die Ankunft des Auswandererschiffs Mayflower in Plymouth Colony spater mit Massachusetts Bay Colony zu Massachusetts zusammengefugt im Jahr 1620 gilt als wichtiges symbolisches Datum Schwedische Kolonien am Delaware und niederlandische Siedlungen um New York Nieuw Amsterdam wurden von England ubernommen Ausser den Briten konnten nur Franzosen und Spanier dauerhafte politische Bedeutung erringen Fur Spanien hatte seine Kolonie Florida nur eine sekundare Funktion im Vergleich zu seinen grossen Besitzungen in Mittel und Sudamerika Frankreich wiederum beschrankte sich bei der Besiedlung auf sein koloniales Kerngebiet am Sankt Lorenz Strom Neufrankreich wobei es dennoch ein starkes wirtschaftliches Interesse an seinen ubrigen Territorien zwischen dem Mississippi und den dreizehn Kolonien der Briten behielt Um die Pelzhandelswege zu decken wurden diese ansonsten nicht von Europaern besiedelten Gebiete durch ein System von Forts und Bundnissen geschutzt Die britischen Kolonien hingegen standen unter einem hohen Einwanderungsdruck was zu einer bestandigen Verschiebung der Siedlungsgrenze nach Westen fuhrte Das geschah teils nach staatlichem Plan durch eine einzelne Kolonie und teils in wilder Kolonisation gegen britischen und indianischen Widerstand Im Franzosen und Indianerkrieg von 1754 bis 1763 prallten die gegensatzlichen Interessen aufeinander Der Krieg war ein Nebenschauplatz in der globalen Auseinandersetzung zwischen Grossbritannien und Frankreich dem Siebenjahrigen Krieg Die meisten Indianerstamme kampften auf Seiten der Franzosen Der britischen Seite fielen im Friedensschluss von 1763 die gesamten franzosischen Territorien ostlich des Mississippi ausser New Orleans sowie die von Franzosen besiedelten Gebiete um Quebec und Montreal zu Spanien hatte sich im Verlauf des Krieges auf die Seite seiner franzosischen Verwandten geschlagen Nach dem Krieg musste es Florida an die Briten abtreten und erhielt als Ausgleich das bisher franzosische Gebiet westlich des Mississippi Eine der Flaggen der Unabhangigkeitsbewegung von 1775 Die Regierung in London forderte die Kolonisten sollten einen hoheren Anteil an den Kosten der Nachkriegsordnung tragen Zugleich versuchte sie die wilde Siedlung nach Westen zu verhindern um Konflikte zu vermeiden Die Kolonien wehrten sich gegen die Besteuerung und argumentierten dass diese gegen englisches Recht verstosse wonach es keine Besteuerung ohne politische Reprasentation no taxation without representation geben durfe Damit erklarten die Siedler faktisch das britische Parlament fur nicht weisungsberechtigt nicht aber die Krone Zudem verlangte das Mutterland zwar eine hohere Besteuerung blockierte aber das Herausgeben einer eigenen Wahrung was zu einer finanziellen Starkung der Kolonien notwendig gewesen ware Das Parlament handelte so weil es einer amerikanischen Staatsbildung nicht Vorschub leisten wollte schuf damit jedoch einen Widerspruch Mehrere als ungerecht empfundene Steuern wie der Stamp Act auf Briefmarken der Sugar Act auf Zucke und eine Teesteuer argerten die Kolonisten Es kam zu Boykotten und Widerstandsaktionen wie der Boston Tea Party die einen ersten Hohepunkt im Massaker von Boston fanden London stationierte schliesslich mehr Soldaten was die Sezessionstendenzen in den dreizehn Kolonien weiter anfachte Die Unabhangigkeitserklarung wird dem Kontinentalkongress vorgelegt Gemalde von John Trumbull 1819 1775 losten britische Soldaten den Unabhangigkeitskrieg aus als sie ein koloniales Waffenlager aushoben Ein Kontinentalkongress trat zusammen der das militarische Oberkommando George Washington ubertrug Am 4 Juli 1776 verkundeten die dreizehn Kolonien die Unabhangigkeitserklarung Frankreich unterstutzte die Aufstandischen heimlich mit Waffen Dies trug zu militarischen Erfolgen der USA bei 1783 anerkannte das britische Empire im Frieden von Paris die staatliche Souveranitat der USA Das Gebiet der nun unabhangigen Kolonien umfasste das Gebiet folgender 16 der heute 50 Bundesstaaten der Vereinigten Staaten New Hampshire Massachusetts Maine Rhode Island Connecticut New York Vermont New Jersey Pennsylvania Delaware Maryland Virginia West Virginia North Carolina South Carolina und Georgia Von der Unabhangigkeit bis zum Burgerkrieg Abraham Lincoln 16 Prasident der Vereinigten Staaten Die 1777 verabschiedeten und 1781 ratifizierten Konfoderationsartikel hatten sich als unzureichend erwiesen um das Uberleben des jungen Staatenbundes zu gewahrleisten Daher wurde 1787 in Philadelphia die zweite Verfassung der Vereinigten Staaten unterzeichnet Sie ist die zweitalteste noch gultige republikanische Staatsverfassung nur die Verfassung der Republik San Marino aus dem Jahr 1600 ist alter Erster Prasident der Vereinigten Staaten wurde 1789 der in grossem Konsens einstimmig gewahlte George Washington der General des Unabhangigkeitskrieges Die seit 1783 unabhangigen dreizehn Kolonien und die weitere territoriale Ausbreitung der Vereinigten Staaten in Richtung Westen Die Entwicklung des neuen Staats wurde in den ersten Jahrzehnten wesentlich von zwei Faktoren bestimmt einerseits von einem raschen territorialen Wachstum und der weiteren Landnahme zu Lasten der Indianer andererseits von der Auseinandersetzung um die Sklaverei 104 die spater den Kampf um die Burgerrechte der Nachkommen der ehemaligen Sklaven bestimmte Zur Zeit des Unabhangigkeitskrieges lebten etwa zwei Millionen Weisse und 500 000 versklavte Schwarze in den dreizehn Kolonien Wahrend der europaischen Koalitionskriege war das Louisiana Territorium nicht zu verwechseln mit dem heutigen Staat Louisiana von Spanien zuruck an Frankreich gefallen Napoleon sah aber aus finanziellen Grunden davon ab das franzosischen Uberseeimperiums wiederzuerrichten Stattdessen verkaufte er 1803 das gesamte Gebiet zwischen Mississippi und Rocky Mountains fur 15 Millionen Dollar an die USA die damit ihr Staatsgebiet auf einen Schlag verdoppelten Im selben Jahr traten die ersten Staaten aus dem zwischen dem Ohio River und den Grossen Seen gelegenen Northwest Territory der Union bei ab 1813 folgten Teile des Louisiana Gebiets Die Vereinigten Staaten verfolgten gegenuber Frankreich und Grossbritannien zunachst einen Neutralitatskurs Im Jahr 1812 kam es jedoch zum Britisch Amerikanischen Krieg um das weiterhin britische Kanada Der Konflikt endete mit einem Kompromiss so dass die Grenzziehung zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada von da an im Osten abgeschlossen war Die fruhe amerikanische Aussenpolitik wurde ansonsten von der 1823 verkundeten Monroe Doktrin des Prasidenten James Monroe gepragt Diese sagte aus dass sich die europaischen Machte vom amerikanischen Kontinent fernhalten sollten bei gleichzeitiger Nicht Einmischung der Vereinigten Staaten in die Angelegenheiten anderer Staaten Die Indianerpolitik wurde ab 1820 aggressiver Mit dem Indian Removal Act und dem darauf folgenden Pfad der Tranen begann eine Jahrzehnte dauernde gewaltsame Landnahme und Besiedlung was zu erneuten Kampfen fuhrte Die Indianer wurden in Reservate reservations abgeschoben Einer der wenigen Siege fur die Indianer war die Schlacht am Little Bighorn 1876 die jedoch politisch bedeutungslos blieb Die Indianerkriege endeten 1890 mit dem Massaker von Wounded Knee Im Jahr 1900 lebten weniger als eine Viertelmillion Indianer wozu nicht nur Krieg sondern auch Epidemien beigetragen hatten Erst 1924 erhielten die Indianer volle Burgerrechte Die Schlacht von Gettysburg 1863 wahrend des Sezessionskrieges Das zweite zentrale Thema der amerikanischen Politik bis 1865 war die Sklavenfrage Die Einfuhr von weiteren Sklaven aus Ubersee wurde 1808 gesetzlich verboten Durch das weitlaufige Umgehen dieses Verbotes durch die Sklavenhandler 105 und naturliches Bevolkerungswachstum hatte sich die Zahl der Sklaven bis 1860 jedoch trotzdem auf etwa vier Millionen erhoht Die Sklavenfrage entzweite zunehmend die Sud von den Nordstaaten da in den Nordstaaten die Industrialisierung einsetzte und die Anzahl der Sklaven langsam abnahm 106 wahrend die Besitzer der riesigen Reis und Baumwollplantagen in den Sudstaaten weiterhin Sklaverei in wachsendem Ausmass betrieben Neue Staaten aus den erworbenen Territorien wurden nur paarweise aufgenommen um das labile Gleichgewicht nicht zu gefahrden Die Sklaverei stand im Widerspruch zur Unabhangigkeitserklarung nach der alle Menschen gleich geschaffen sind Daher gewannen im Norden Bewegungen wie der Abolitionismus der die Abschaffung der Sklaverei forderte starken Zulauf Der Krieg gegen Mexiko 1846 1848 brachte den Vereinigten Staaten einen weiteren Flachengewinn der den heutigen Sudwesten ausmacht Er verstarkte aber auch die innenpolitischen Spannungen da die Nordstaaten ihn teilweise als Landnahme zugunsten der Ausbreitung der Sklavenstaaten sahen Nachdem 1860 Abraham Lincoln fur die neu gegrundete Partei der Republikaner zum US Prasidenten gewahlt worden war traten elf Sudstaaten aus der Union aus Das bedeutete den Beginn des Sezessionskrieges 1861 1865 Dabei stand zunachst die Verfassungsfrage im Vordergrund ob die Bundesregierung uberhaupt das Recht habe uber elementare Sachfragen in den Bundesstaaten zu entscheiden Die Nordstaaten gingen als Sieger aus dem Burgerkrieg hervor und die Sklaverei wurde gesetzlich abgeschafft Die Schwarzen erhielten mit dem Civil Rights Act von 1866 und dem 14th Amendment von 1868 formal die vollen Burgerrechte Vom Burgerkrieg bis zur Weltwirtschaftskrise Menschenauflauf vor der Wall Street am Schwarzen Donnerstag Ein liegengebliebenes Auto einer Familie aus Missouri welche vor der Dust Bowl und wegen der Weltwirtschaftskrise gen Kalifornien flieht 1890 wurde die Frontier fur geschlossen erklart Damit endete die Ara des Wilden Westens Die Einwanderung liess nicht nach so dass zwischen 1880 und 1910 insgesamt 18 Millionen Menschen aufgenommen wurden Die Industrialisierung seit dem Sezessionskrieg fuhrte zur Bildung grosser Trusts die durch ihre wirtschaftliche Macht die Politik beeinflussen konnten Daher wurde 1890 der Antitrust Act verabschiedet in dessen Folge ab 1911 mehrere Grosskonzerne wie Standard Oil und die American Tobacco Company entflochten wurden Infolge des Spanisch Amerikanischen Krieges von 1898 dehnten die Vereinigten Staaten ihren Einflussbereich auf die Philippinen Puerto Rico Hawaii und Kuba aus Eine interventionistische Politik betrieb Prasident Theodore Roosevelt 1901 1909 der eine hegemoniale Machtstellung uber die lateinamerikanischen Staaten beanspruchte Big Stick So losten die Vereinigten Staaten 1903 Panama aus Kolumbien heraus um sich von dem neu gebildeten Staat die Souveranitat uber den Panamakanal abtreten zu lassen Wahrend des Ersten Weltkriegs blieben die Vereinigten Staaten bis 1917 formal neutral unterstutzten aber die Entente vor allem durch Nachschublieferungen Am 1 Februar 1917 erklarte Deutschland als Gegenmassnahme den uneingeschrankten U Boot Krieg woraufhin die Vereinigten Staaten am 6 April Deutschland den Krieg erklarten und am 5 Juni die Wehrpflicht einfuhrten Das Deutsche Reich sandte nach seinem Sieg uber Russland die freigewordenen Truppen an die Westfront und organisierte im Fruhjahr 1918 eine letzte vergebliche Offensive Die in Frankreich eintreffenden amerikanischen Truppen verschoben die Krafteverhaltnisse endgultig zugunsten der Alliierten Nach dem militarischen Sieg versuchte Prasident Woodrow Wilson 1913 1921 in Europa eine stabile Nachkriegsordnung zu etablieren indem er auf der Grundlage seines 14 Punkte Programms das Selbstbestimmungsrecht der Volker und die Bildung eines Volkerbundes zur Maxime machte Dieser Plan schlug fehl Zum einen verweigerten Englander und Franzosen die Umsetzung von Wilsons Plan zugunsten eines Siegfriedens gegenuber dem Deutschen Reich zum anderen lehnte der US Senat den Beitritt zum Volkerbund ab so dass die mittlerweile grosste politische Macht der Welt in diesem Gremium fehlte und zum Isolationismus zuruckkehrte Durch den kostspieligen Krieg und den anschliessenden Wiederaufbau waren die Europaer zu Schuldnern der Vereinigten Staaten geworden Die herausragende wirtschaftliche Rolle der Vereinigten Staaten zeigte sich besonders als auf den Borsenkrach im Oktober 1929 Schwarzer Donnerstag mit Kursverlusten am Dow Jones von bis zu 12 8 an einem Tag die Weltwirtschaftskrise folgte Das fuhrte in den Vereinigten Staaten zu einer jahrelangen inneren Krise Great Depression mit etwa 15 Millionen Arbeitslosen bei ca 125 Millionen Einwohnern im Jahr 1932 Unter Prasident Franklin D Roosevelt wurden mit dem New Deal tiefgreifende Wirtschafts und Sozialreformen umgesetzt Unter anderem wurden die Finanzmarkte reguliert Glass Steagall Act und mit dem Social Security Act von 1935 Grundlagen eines amerikanischen Sozialstaats geschaffen Zudem wurden zahlreiche offentliche Bauprojekte wie Strassen Brucken Flughafen und Staudamme realisiert Vom Zweiten Weltkrieg bis zum Ende des Kalten Kriegs Berliner beobachten die Landung eines Rosinenbombers auf dem Flughafen Tempelhof 1948 Fotografie von Henry Ries Bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs blieben die Vereinigten Staaten zunachst neutral unterstutzten jedoch im Rahmen des Leih und Pachtgesetzes Grossbritannien und die Sowjetunion massiv mit Kapital und Waffenlieferungen Im Anschluss an den Angriff auf Pearl Harbor durch japanische Streitkrafte am 7 Dezember 1941 erklarten sie Japan den Krieg und erhielten kurze Zeit spater Kriegserklarungen von Deutschland und Italien Wie schon im Ersten Weltkrieg war das industrielle Potenzial der Vereinigten Staaten entscheidend fur den Sieg der Alliierten Die Kapitulation des Deutschen Reichs im Mai und die Kapitulation Japans im August 1945 beendeten den Zweiten Weltkrieg Die USA hatten im Zweiten Weltkrieg mit geringen Opfern hohe Gewinne erzielt Ihre Gesamtverluste lagen bei 300 000 Gefallenen und 670 000 Verwundeten weniger als 0 5 der Bevolkerung Das Land ging als einziges wirtschaftlich gestarkt aus dem Krieg hervor und verfugte am Ende des Krieges allein uber eine nukleare Massenvernichtungswaffe Die USA waren zu einer Supermacht mit weltweiter Prasenz angestiegen 107 Das bereits 1944 gegrundete Bretton Woods System etablierte den Dollar als internationale Leit und Reservewahrung mit Goldstandard Es entsprach den amerikanischen Ideen von freiem Welthandel und offenen Markten 108 Die Vereinigten Staaten waren massgeblich an der Grundung der Vereinten Nationen am 26 Juni 1945 in San Francisco beteiligt die im Einvernehmen mit der Sowjetunion stattfand Bald jedoch zeichnete sich eine Konfrontation mit dem einstigen Kriegsverbundeten Stalin ab die in den Kalten Krieg mundete Prasident Harry S Truman verfolgte eine antikommunistische Containment Politik die in der Truman Doktrin ihren Ausdruck fand Diese gewahrte in Abkehr von der isolationistischen Monroe Doktrin allen Landern zur Wahrung ihrer Unabhangigkeit Militar und Wirtschaftshilfe Die Vereinigten Staaten unterstutzten Griechenland und die Turkei und legten den Marshall Plan auf der Westeuropa wirtschaftlich stabilisieren sollte Der Kalte Krieg erreichte einen ersten Hohepunkt mit der Berlin Blockade 1948 49 auf die die Vereinigten Staaten mit der Berliner Luftbrucke reagierten 1949 wurde die NATO als Militarbundnis zwischen den Vereinigten Staaten Kanada und Westeuropa gegrundet Senator Joseph McCarthy Das nun einsetzende atomare Wettrusten zwischen der NATO und dem Warschauer Pakt das beiden Seiten ab den 1960er Jahren eine mehrfache Overkill Kapazitat verschaffte und das man zugleich als Wettlauf der gesellschaftlichen Systeme betrachtete fuhrte zu Konfrontationen und Stellvertreterkriegen wie dem Koreakrieg 1950 1953 der Kubakrise 1962 bei der die Welt nur knapp einem Dritten Weltkrieg entging oder dem Vietnamkrieg Durch den Atomwaffensperrvertrag und die SALT Verhandlungen 1968 und 1969 wurde versucht die gefahrliche Situation zu entscharfen Der Kalte Krieg der nur in den Industriestaaten nicht offen ausgefochten wurde fuhrte dazu dass viele Amerikaner den Kommunismus als Feindbild betrachteten Innenpolitisch fuhrte das zu einem Klima der Verdachtigungen und der Kontrolle die als McCarthy Ara bezeichnet wird Der republikanische Senator Joseph McCarthy profilierte sich im Senatsausschuss fur unamerikanische Umtriebe HUAC dadurch dass er besonders Filmschaffende Politiker und Militars als Kommunisten verdachtigte und Denunziationen erwartete Wer die Aussage verweigerte musste mit Berufsverbot rechnen Die Anhorungen wurden oft im Fernsehen ubertragen Als McCarthy schliesslich Prasident Eisenhower verdachtigte wurde er 1954 vom Senat entmachtet Brennendes Vietcong Camp in My Tho Vietnam Der Vietnamkrieg in den die Vereinigten Staaten 1964 nach dem Tonkin Zwischenfall eingriffen nachdem sie zuvor schon Militarberater entsandt hatten entwickelte sich zu einem militarischen und moralischen Fiasko das mit dem Abzug der US Truppen 1973 endete Die Glaubwurdigkeit als Verbreiter demokratischer Werte litt hier und auch bei anderen Konfliktherden mit der Unterstutzung zahlreicher Militardiktatoren oder der Unterstutzung von Militarputschen wie jene Mobutus im seinerzeit Zaire genannten Kongo oder den Militarputschen gegen die demokratisch gewahlten Regierungen Guatemalas 1954 109 Brasiliens 1964 110 und Chiles 1973 111 Neben sozialen und politischen Bewegungen erschutterten in den 1960er Jahren vor allem drei Mordanschlage die Nation und mit ihr die Welt die Ermordung des Prasidenten John F Kennedy 1963 die Ermordung des Predigers und Burgerrechtlers Martin Luther King der die Galionsfigur des gewaltlosen Kampfes fur die Rechte der Schwarzen war 1968 sowie im gleichen Jahr die Ermordung des demokratischen Prasidentschaftsbewerbers Robert F Kennedy einem jungeren Bruder des ermordeten Prasidenten Die Schwarzen waren zwar formell 1865 von der Sklaverei befreit worden doch schon im Laufe des Wiederaufbaus Reconstruction des im Krieg zerstorten Sudens hatten die Sudstaaten Gesetze erlassen die ihre Burgerrechte wieder einschrankten Jim Crow Gesetze Sie betonten zwar die gleichen Rechte sahen jedoch zugleich die Rassentrennung vor Erst die Burgerrechtsbewegung Civil Rights Movement konnte die letzten formalen Ungleichbehandlungen beseitigen Ein sehr wesentlicher Schritt war die Aufhebung der Rassentrennung in offentlichen Einrichtungen durch den Obersten Gerichtshof im Jahr 1954 Der Schulbesuch von Schwarzen musste jedoch teilweise mithilfe der Nationalgarde durchgesetzt werden da die Gouverneure der Sudstaaten vor allem George Wallace aus Alabama bis Ende der 1960er Jahre auf ihren state rights beharrten zu denen sie auch die Rassentrennung segregation zahlten Prasident Johnson bei der Unterzeichnung des Civil Rights Act von 1964 Im Jahr 1964 wurde unter Prasident Lyndon B Johnson der Kennedy nach seiner Ermordung 1963 im Amt nachfolgte selbst 1964 gewahlt wurde und bis 1969 im Amt blieb der Civil Rights Act von 1964 verabschiedet der die Rassentrennung in den Vereinigten Staaten fur illegal erklarte 1965 erliess Johnson ein weiteres Gesetz den Voting Rights Act der jegliche Benachteiligung von Afroamerikanern bei Wahlen verboten hatte Schliesslich wurde vom Kongress der Civil Rights Act von 1968 verabschiedet der Diskriminierung jeglicher Art gesetzlich verbot Auch wenn Prasident Johnson durch den Krieg in Vietnam einen Ruckgang seiner Zustimmung erfahren hatte konnte er im Rahmen seines Programms der Great Society weitere wichtige Reformen veranlassen die insbesondere die Bekampfung der Armut die Intensivierung des Bildungssystems und den Verbraucherschutz betrafen In der Tat sank die Zahl der in Armut lebenden US Burger um rund die Halfte Uberdies wurde 1965 ein neues Einwanderungsgesetz verabschiedet das die 1924 eingefuhrten Beschrankungen erheblich lockerte und zu einer verstarkten Immigration aus Lateinamerika und Asien fuhrte die langfristig einen signifikanten demographischen Wandel einleitete 112 Von grossem Einfluss waren neben der Bewegung gegen den Vietnamkrieg solche die sich gegen die Benachteiligung innerhalb der Gesellschaft richteten Das war zunachst die Frauenrechtsbewegung dann die Schwulenbewegung die sich allerdings mit den Gesetzgebungen der jeweiligen Bundesstaaten konfrontiert sahen Sogenannte Sodomiegesetze die bis 1962 die Praxis der mannlichen Homosexualitat sowie abweichende sexuelle Praktiken heterosexueller Paare in vielen Bundesstaaten verboten hatten wurden teilweise aufgehoben Als der Supreme Court 1987 diese Gesetze bestatigte existierten sie noch in der Mehrheit der Bundesstaaten und wurden erst mit der Entscheidung Lawrence vs Texas vom 26 Juni 2003 vom Obersten Gerichtshof aufgehoben Die Watergate Affare um einen Einbruch und einen Lauschangriff in Buros der Demokratischen Partei im Watergate Gebaudekomplex von dem Prasident Richard Nixon wahrscheinlich wusste und bei dem dieser die FBI Ermittlungen zu behindern versuchte entwickelte sich zum grossten Skandal der amerikanischen Nachkriegsgeschichte Um der drohenden Amtsenthebung zu entgehen trat Nixon 1974 zuruck Die Olkrise 1974 und die iranische Geiselkrise 1979 sowie die Folgen des Vietnamkriegs verursachten eine aussenpolitische Orientierungslosigkeit Eine Wirtschaftskrise traf vor allem das Schwerindustrierevier in den Staaten Pennsylvania Ohio West Virginia Indiana und Michigan den sogenannten Rust Belt Das fuhrte zu ethnisch motivierten Unruhen in den Sudstaaten was den Wahlerfolg des Republikaners Ronald Reagan begunstigte Ronald Reagan halt 1987 eine Rede in Berlin mit einem an Michail Gorbatschow gerichteten Appell Tear down this wall vier Jahre vor Ende des Kalten Krieges So bezeichnete der Amtsantritt der Regierung Reagan einen Paradigmenwechsel der amerikanischen Politik sowohl im Innern als auch in der Aussenpolitik Die Gesellschaft wurde okonomisch stark polarisiert Seine acht Regierungsjahre bis 1989 waren durch eine liberale Wirtschaftspolitik Reaganomics die Verminderung staatlicher Subventionen und Sozialleistungen Einsparungen in der offentlichen Verwaltung und Steuersenkungen in den oberen Einkommensgruppen gekennzeichnet Christlicher Glaube und strikter Antikommunismus machten ihn fur die konservativen Kreise zum Vorbild Seine Gegner sahen in ihm einen Lobbyisten der Konzerne und Rustungsunternehmen Die widerspruchliche Innen und Aussenpolitik gegenuber Staaten die die Menschenrechte nicht achteten das mangelnde Verstandnis fur andere Kulturkreise und daraus folgende Fehleinschatzungen zeigten sich in der Aussenpolitik bis zum Irakkrieg Hatte man schon nach dem Ausbruch des Ersten Golfkriegs zwischen Iran und Irak 1980 1988 aus Furcht vor den fundamentalistischen Kreisen in Teheran den Diktator Saddam Hussein unterstutzt so hauften sich Fehler wie in der Iran Contra Affare in der die Vereinigten Staaten 1986 auf Vermittlung durch Sicherheitsberater Robert McFarlane und Oberst Oliver North Waffen an den Iran geliefert hatten um aus diesen Erlosen die Gegner der Sandinisten in Nicaragua zu unterstutzen Die Geld und Waffenlieferungen an die Mudschaheddin in Afghanistan erwiesen sich ebenfalls als zweischneidig Die Sowjetunion musste zwar nach zehn Jahren ihre Truppen abziehen doch wurden gleichzeitig radikal islamische Gruppen gestarkt Reagan bezeichnete die Sowjetunion wiederholt in Anlehnung an religiose Terminologie als Reich des Bosen evil empire Die Rustungsausgaben wurden erhoht und ein sogenanntes Star Wars Programm SDI Projekt Krieg der Sterne aufgelegt Bei der Genfer Gipfelkonferenz 1985 und 1986 traf er sich mit seinem sowjetischen Amtskollegen Michail Gorbatschow zu Abrustungsverhandlungen unter der Bezeichnung START Strategic Arms Reduction Talks 1991 endete der Kalte Krieg mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion Nach dem Ende des Kalten Kriegs Bill Clinton Dritter von links zusammen mit internationalen Staatschefs bei der Unterzeichnung des Dayton Vertrags Unter dem demokratischen Prasidenten Bill Clinton 1993 2001 kam es zu einem langer anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwung Das Ende des Kalten Krieges und die New Economy welche in den USA ihren Ausgangspunkt hatte begunstigten eine okonomische Konsolidierung Die Verwahrlosung der Stadte wurde aufgehalten kriminalitatsbelastete Stadtteile in den Metropolen wie New York Miami und Los Angeles erholten sich 1996 wurde dennoch der Bezug von Sozialhilfe auf zwei Jahre in Folge und insgesamt funf Jahre verkurzt was die Zahl der Empfanger reduzierte Prasident Clintons Aussenpolitik fuhrten die Aussenminister Warren Christopher wahrend seiner ersten Amtszeit und Madeleine Albright wahrend seiner zweiten Sie war die erste Frau in diesem Amt Das erfolglose Engagement in Somalia unter George Bush sen begonnen hatte die Entmachtung der War Lords besonders Mohammed Aidids zum Ziel Nach der verheerenden Schlacht von Mogadischu zogen die Sondereinsatztruppen aus dem Land ab Auch die Invasion Haitis von 1994 brachte zwar den demokratisch gewahlten Jean Bertrand Aristide an die Macht zuruck und der Militardiktator Raoul Cedras wurde abgesetzt loste jedoch die sozialen Probleme des Staates nicht Nachdem es den europaischen Staaten nicht gelungen war nach dem Zerfall Jugoslawiens die Region zu befrieden griffen US Truppen 1995 Operation Deliberate Force und 1999 Operation Allied Force im Rahmen der NATO im Bosnienkrieg und Kosovokrieg gegen serbische Einheiten des Autokraten Slobodan Milosevic ein Versuche in Vorderasien einen Frieden zwischen Israel und Palastina zu erreichen erlitten mit dem Attentat auf Jitzchak Rabin einen schweren Ruckschlag Clinton reagierte auf Provokationen des irakischen Diktators Saddam Hussein mit sporadischen Luftangriffen ebenso wie im Sudan und Afghanistan nach Terroranschlagen auf die US Botschaft in Nairobi und ein US Kriegsschiff im Jemen Diese Anschlage wurden bereits dem Al Qaida Netzwerk des Osama bin Laden zur Last gelegt Seit der Jahrtausendwende Das am 11 September 2001 brennende World Trade Center Nach den Terroranschlagen des 11 September 2001 auf das World Trade Center in New York sowie das Pentagon in Washington verkundete Prasident George W Bush einen weltweiten Krieg gegen den Terrorismus was zunachst in weiten Teilen der Bevolkerung Zustimmung fand Bush identifizierte ahnlich wie bereits Reagan eine Achse des Bosen axis of evil der er sogenannte Schurkenstaaten rogue states zurechnete Zu diesen zahlte er den Iran den Irak Kuba und Nordkorea Im Oktober 2001 wurde durch einen Feldzug in Afghanistan das radikal islamische Taliban Regime gesturzt das Osama bin Laden beherbergt hatte Ebenfalls im Namen des Krieges gegen den Terrorismus begann im Marz 2003 der Dritte Golfkrieg gegen den Irak mit dem Ziel den Diktator Saddam Hussein zu sturzen Unter dem Vorwand er besitze Massenvernichtungswaffen und habe Kontakte zu Bin Laden griffen die Vereinigten Staaten ohne UN Mandat an Trotz eines schnellen Sieges konnte der Irak nicht befriedet werden Einige Staaten der Koalition der Willigen zogen bereits im Fruhling 2004 ihre vergleichsweise kleinen Kontingente wieder ab Im Juni 2004 wurde die Regierungsgewalt an eine irakische Ubergangsregierung ubergeben George W Bushs Hinwendung zu einem strategischen Konzept der Praemption wurde als Abkehr von der zuvor verfolgten amerikanischen Aussen und Sicherheitspolitik gewertet die auf Abschreckung Eindammung sowie der Einwirkung von Soft power dt Sanfte bzw weiche Starke basierte was die Attraktivitat okonomischer und kultureller gegenuber militarischer Einflussnahme meint Ab 2007 zeichnete sich eine Finanzkrise ab hauptsachlich beruhend auf einer Kredit und Immobilienblase welche die grossten wirtschaftlichen Probleme hervorrief die es seit der Grossen Depression gegeben hatte Barack Obama ein demokratischer Senator aus Illinois und der erste afroamerikanische und multiethnische Prasident wurde wahrend der Krise im November 2008 gewahlt und ordnete Massnahmen und Reformen an um die Wirtschaft zu stimulieren und die negativen Folgen der Krise abzuschwachen Es wurde unter anderem der American Recovery and Reinvestment Act erlassen welcher Steuersenkungen sowie Investitionen und Ausgaben u a fur das Gesundheitswesen die Infrastruktur oder die Arbeitslosenversicherung vorsah Die Arbeitslosenzahl war nach dem Hohepunkt der Krise wieder rucklaufig Auch wurde der Dodd Frank Act die grosste Finanzmarktreform der letzten Jahrzehnte beschlossen 113 Ein grosserer Fokus wurde wahrend Obamas Amtszeit auch auf die Umweltpolitik gelegt Obgleich Obama beabsichtigte den Anstieg der Schulden unter dem Niveau der Vorgangerregierung zu halten 114 stiegen auch in den folgenden Jahren die Staatsschulden deutlich an 115 2010 wurde der Affordable Care Act Obamacare verabschiedet um das Gesundheitssystem zu reformieren Die Zahl der Burger ohne Krankenversicherung sank in den darauffolgenden Jahren signifikant die Reform blieb mit Hinblick auf Effektivitat und Finanzierbarkeit kontrovers 116 Ende 2011 wurde der US amerikanische Truppenabzug im Irak abgeschlossen und die Besetzung des Iraks offiziell beendet 117 Am 31 Dezember 2014 wurde der Kampfeinsatz der ISAF Mission in Afghanistan unter NATO Fuhrung beendet und die US Truppen bis auf eine kleine Einheit die in der Folgemission Resolute Support verbleibt abgezogen 118 Ende 2014 kundigte Obama uberraschend die Wiederherstellung der diplomatischen Beziehungen zwischen den USA und Kuba an 2015 beteiligte sich die Regierung unter Obama an einem Atomabkommen mit dem Iran Der Republikaner Donald Trump der erste Prasident ohne vorherige militarische oder politische Erfahrung vor Amtsubernahme wurde im November 2016 gewahlt Verlauf der COVID 19 Infektionen in den USA Von der COVID 19 Pandemie waren die USA weltweit am starksten betroffen Bis Ende Mai 2020 waren uber 1 000 000 Amerikaner infiziert und mehr als 100 000 verstorben bis Februar 2021 starben uber 500 000 Menschen mit dem Virus Durch die wirtschaftlichen Folgen der Massnahmen zur Reduktion der Virusausbreitung verloren uber 30 Millionen Amerikaner ihren Job Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd wahrend eines Polizeieinsatzes am 25 Mai 2020 kam es unter dem Motto Black Lives Matter zu Demonstrationen gegen Rassismus und Polizeigewalt Es kam zu Ausschreitungen in zahlreichen Stadten der USA in mehr als 40 Stadten wurden nachtliche Ausgangssperren verhangt 119 In vielen Stadten wurde zudem die Nationalgarde als Unterstutzung der Polizei eingesetzt Nach der Wahlniederlage Trumps 2020 den er selbst nicht anerkannte heizte er die chaotische Lage in den USA noch weiter an Nach vielen zum Teil gewaltreichen Protesten kam es zum Sturm auf das Capitol mit 5 Todesfallen Es kam zu einem zweiten Amtsenthebungsverfahren gegen ihn der abgelehnt wurden Politik Hauptartikel Politisches System der Vereinigten Staaten Politisches System der Vereinigten Staaten Die Vereinigten Staaten sind ein prasidentieller Bundesstaat mit einem Zweikammersystem Die Regierungsform grundet auf einer reprasentativen Demokratie Gewalten auf Bundesebene Die Vereinigten Staaten verfugen nach den Konfoderationsartikeln seit ihrer Grundung uber ihre zweite Verfassung Sie sieht ein prasidiales foderales und republikanisches politisches System vor das horizontal Legislative Exekutive und Judikative sowie vertikal die Bundesebene von den Bundesstaaten vergleichsweise strikt trennt Legislative Der 44 Prasident der Vereinigten Staaten Barack Obama spricht im Kongress 9 September 2009 Starkstes Staatsorgan auf Bundesebene ist laut Verfassung der Kongress der die Legislative ausubt Er setzt sich aus gewahlten Reprasentanten aus allen 50 Bundesstaaten zusammen Der aus zwei Kammern bestehende Kongress hat die Budgethoheit sowie das Recht zur Gesetzesinitiative Der Kongress hat unter anderem infolge des ihm zustehenden Budgetrechts wesentlichen Einfluss auf die amerikanische Politik Allein dem Kongress kommt das Recht zu Bundesgesetze zu erlassen und Kriegserklarungen auszusprechen Vertrage mit fremden Landern werden vom Prasidenten unterzeichnet bedurfen jedoch der Ratifizierung durch die zweite Kammer des Kongresses den Senat Bei wichtigen Ernennungen zum Beispiel zu Kabinettsposten oder Richteramtern des Bundes insbesondere am Obersten Gericht hat der Senat nach Anhorungen der Kandidaten das Recht den Vorschlag des Prasidenten zu bestatigen oder zuruckzuweisen Die Mitglieder des Reprasentantenhauses der ersten Kammer des Kongresses werden fur zwei Jahre gewahlt Jeder Reprasentant vertritt einen Wahlbezirk seines Bundesstaates Die Anzahl der Wahlbezirke wird durch eine alle zehn Jahre vorgenommene Volkszahlung festgelegt Senatoren werden fur sechs Jahre gewahlt Deren Wahl findet gestaffelt statt das heisst alle zwei Jahre wird ein Drittel des Senats neu gewahlt Die Verfassung sieht vor dass der Vizeprasident dem Senat vorsteht Er hat dabei kein Stimmrecht ausser bei Stimmengleichheit Bevor eine Gesetzesvorlage zum Bundesgesetz wird muss sie sowohl das Reprasentantenhaus als auch den Senat durchlaufen haben Die Vorlage wird zunachst in einer der beiden Kammern vorgestellt von einem oder mehreren Ausschussen gepruft abgeandert im Ausschuss abgelehnt oder angenommen und danach in einer der beiden Kammern diskutiert Sobald sie in dieser Kammer angenommen ist wird sie an die andere Kammer weitergeleitet Erst wenn beide Kammern die gleiche Version der Gesetzesvorlage angenommen haben wird sie dem Prasidenten zur Zustimmung vorgelegt Der Prasident hat danach die Moglichkeit das Inkrafttreten des Gesetzes aufzuschieben Der Kongress kann nach einem solchen Veto eine neue Gesetzesvorlage beschliessen oder den Prasidenten mit zwei Dritteln Zustimmung endgultig uberstimmen Exekutive Hauptartikel Bundesregierung Vereinigte Staaten Das Weisse Haus ein Gebaude in Washington D C ist Amtssitz und offizielle Residenz des Prasidenten der Vereinigten Staaten Staats und Regierungschef in Personalunion ist der Prasident der an der Spitze der Exekutive steht Er ist ferner Oberbefehlshaber der Streitkrafte der Vereinigten Staaten und bildet gemeinsam mit dem Verteidigungsminister die National Command Authority NCA der es alleine obliegt die Entscheidung uber einen Angriff der Vereinigten Staaten mit Kernwaffen zu fallen Dazu mussen beide Personen unabhangig voneinander dem Nuklearschlag zustimmen 46 Amtsinhaber ist seit dem 20 Januar 2021 der am 3 November 2020 gewahlte Demokrat Joe Biden Vertreten wird der Prasident durch den mit ihm gewahlten Vizeprasidenten Dieser tritt bei einer vorzeitigen Amtserledigung des Prasidenten bis zum Ablauf der Regierungsperiode vollstandig an dessen Stelle ebenfalls sitzt er dem Senat vor Derzeitige Vizeprasidentin ist die Demokratin Kamala Harris Fur den Fall der Verhinderung oder der Abwesenheit des Vizeprasidenten benennt der Senat einen Pro Tempore Vorsitzenden einen Vorsitzenden auf Zeit Die Mitglieder der ersten Kammer des Reprasentantenhauses wahlen ihren eigenen Vorsitzenden den Sprecher des Reprasentantenhauses Speaker Speaker und Pro Tempore Vorsitzender sind Mitglieder der jeweils starksten Partei ihrer Kammer Speaker ist seit 2019 die Demokratin Nancy Pelosi das Amt des Pro Tempore Vorsitzenden hat seit 2019 der republikanische Senator Chuck Grassley inne Judikative Hauptartikel Recht der Vereinigten Staaten Siehe auch Oberster Gerichtshof der Vereinigten Staaten Oberster Gerichtshof in Washington D C An der Spitze der Judikative die ebenfalls foderal organisiert ist steht der Oberste Gerichtshof Die 1787 in Kraft getretene Verfassung deren Bestimmungen einklagbar sind hat eine grosse Bedeutung im politischen System der Vereinigten Staaten Es spricht fur den Erfolg und die Stabilitat dieser Verfassung dass sie bislang nur 27 Anderungen amendments erfahren hat Parteien und Wahlen Hauptartikel Prasidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten Hauptartikel Kongresswahlen in den Vereinigten Staaten In den Vereinigten Staaten hat sich durch das relative Mehrheitswahlrecht begunstigt ein Zweiparteiensystem gebildet Diese Parteien sind seit der Mitte des 19 Jahrhunderts die Demokraten und die Republikaner Die Demokraten sind zurzeit die grosste Partei mit 72 Millionen registrierten Anhangern 42 6 gefolgt von den Republikanern mit 55 Millionen Anhangern 32 5 und 42 Millionen Wahlern die ohne Parteipraferenz registriert sind 24 9 120 Dabei lassen sich beide Parteien denen keine verfassungsgemasse Rolle zugesprochen ist hochstens rudimentar einer Schematisierung unterwerfen da sie bereits innerparteiliche Koalitionen von unterschiedlichen Stromungen darstellen Themenspezifische politische Stromungen und Interessenvertretungen versuchen eher Einfluss auf die Abgeordneten und andere Fuhrungskrafte beider Grossparteien zu nehmen als selbststandige Parteien zu grunden Beispiele dafur sind die American Civil Liberties Union die fundamental christliche Moral Majority und die Tea Party Bewegung Kleinere Parteien wie die Grunen die Libertare Partei oder die Kommunistische Partei der USA sind unbedeutend wenn auch bei Prasidentschaftswahlen mitunter die fur den Kandidaten der Grunen abgegebenen Stimmen als womoglich entscheidender Nachteil fur den demokratischen Kandidaten wahrgenommen werden kann Ein in den 1990er Jahren zeitweiliger Hauptexponent der Grunen Partei der Vereinigten Staaten war Ralph Nader der 1996 als Kandidat der Partei in den Prasidentschaftswahlkampf zog und im In und Ausland als Verbraucheranwalt grosse Bekanntheit geniesst Hauptartikel Geschichte des Frauenwahlrechts in den USA Auf der Ebene der Bundesstaaten wurde das Frauenwahlrecht zu unterschiedlichen Zeiten erreicht In New Jersey hatten vermogende Frauen schon seit 1776 das Wahlrecht und wahlten ab 1787 121 Als das allgemeine Wahlrecht fur Manner dort eingefuhrt wurde verloren Frauen das Wahlrecht 121 Schlusslichter waren 1918 Oklahoma Michigan South Dakota und Texas Frauenwahlrecht bei Vorwahlen 121 In manchen Bundesstaaten wurden auch nach 1920 noch Beschrankungen wie Lese und Schreibtests und Wahlsteuern benutzt um Schwarze vom Wahlen auszuschliessen 121 Auf Bundesebene sah die Verfassung vom 13 September 1788 beim passiven Wahlrecht zwar keine Beschrankungen in Bezug auf das Geschlecht fur die beiden Kammern vor 122 Explizit wurden aber erst 1920 mit dem Inkrafttreten des 19 Zusatzartikels zur Verfassung der Vereinigten Staaten in den USA alle Einschrankungen des Wahlrechts aufgrund des Geschlechts untersagt womit Frauen das vollstandige Wahlrecht auf allen Ebenen erhielten 123 124 Die amerikanische Prasidentschaftswahl von 1920 war die erste bei der das Frauenwahlrecht zum Tragen kam Politische Indizes Von Nichtregierungsorganisationen herausgegebene politische Indizes Name des Index Indexwert Weltweiter Rang Interpretationshilfe JahrFragile States Index 38 3 von 120 149 von 178 Stabilitat des Landes sehr stabil 0 sehr nachhaltig 120 sehr alarmierend 2020 125 Demokratieindex 7 92 von 10 25 von 167 Unvollstandige Demokratie 0 autoritares Regime 10 vollstandige Demokratie 2020 126 Freedom in the World Index 86 von 100 Freiheitsstatus frei 0 unfrei 100 frei 2020 127 Rangliste der Pressefreiheit 23 93 von 100 44 von 180 Zufriedenstellende Lage fur die Pressefreiheit 0 gute Lage 100 sehr ernste Lage 2021 128 Korruptionswahrnehmungsindex CPI 67 von 100 25 von 180 0 sehr korrupt 100 sehr sauber 2020 129 Foderale Gliederungen Bundesstaaten Hauptartikel Bundesstaat der Vereinigten Staaten Siehe auch Kolonien der Vereinigten Staaten Die Vereinigten Staaten bestehen aus 50 Bundesstaaten Bundesstaaten nach Jahr des Beitritts zur Bundesverfassung Das Kernland umfasst 48 der 50 Bundesstaaten sowie den District of Columbia Bundesdistrikt mit der Hauptstadt Washington D C die innerhalb einer gemeinsamen Grenze liegen sogenannte Lower 48 wahrend Alaska und Hawaii ausserhalb des Kernlandes Continental United States sind Bei der Grundung der Vereinigten Staaten bestanden dreizehn Bundesstaaten denen sich im Zuge der Westexpansion bis zum Mississippi nach und nach weitere Territorien anschlossen Nach Texas ubersprang die Anschlusswelle die dunn besiedelten Gebirgszuge und setzte sich vor allem mit Kalifornien und Oregon nach der Mitte des 19 Jahrhunderts fort Diese Entwicklung wurde erst wahrend des Ersten Weltkriegs abgeschlossen Im Jahr 1959 wurden die pazifische Inselgruppe Hawaii sowie das nordwestlich gelegene Alaska das uber die 100 km breite Beringstrasse an Russland grenzt als Bundesstaaten Teil der Vereinigten Staaten Verwaltungsgliederung Siehe auch Verwaltungseinheit in den Vereinigten Staaten Karte der Vereinigten Staaten mit Staats und County Grenzen Im Jahr 2002 gab es in den Vereinigten Staaten laut Zensus und Volkszahlungsburo 87 900 lokale Regierungseinheiten einschliesslich Ortschaften Kreise Siedlungen Schul und andere Bezirke Mehr als drei Viertel der Burger der Vereinigten Staaten leben in grossen Stadten oder deren Vorstadten Liste der Stadte in den Vereinigten Staaten Ein County ist eine Untereinheit der meisten Bundesstaaten und etwa mit einem Landkreis vergleichbar In Louisiana heissen sie Parish in Alaska gibt es diese Verwaltungseinheiten nicht sondern lediglich statistische Unterteilungen In Virginia und Missouri gibt es zudem Stadte die keinem County zugeordnet sind Bei Grossstadten zum Beispiel Philadelphia kommt es vor dass die Grenzen von Stadt und County gleich sind die Stadt New York nimmt sogar funf Countys ein die jeweils als Borough bezeichnet werden Nicht selten uberschreiten Stadte und sogar Dorfer eine County Grenze Die Regierungsformen der Countys und deren Befugnisse sind von Staat zu Staat sehr unterschiedlich manchmal sogar innerhalb eines Staates wenn das Parlament des entsprechenden Bundesstaates verschiedene Formen zur Auswahl vorgegeben hat Fast alle nehmen Kredite auf und treiben Steuern ein Sie haben Angestellte sind sehr oft fur die Beaufsichtigung von Wahlen zustandig und bauen und unterhalten Strassen und Brucken manchmal im Auftrag des Bundes oder Landes Sozialhilfeprogramme werden teilweise von ihnen betrieben teilweise auch von den Townships die insbesondere im Mittleren Westen nicht deckungsgleich mit den Kommunen sind die mit einer Flache von 36 Quadratmeilen bei der Landesvermessung aus dem 18 Jahrhundert bestimmt wurden Ein besonderer Aspekt bei manchen kleineren Stadten der selten und uberwiegend in den Neuenglandstaaten vorkommt ist das town meeting Einmal im Jahr bei Bedarf haufiger kommen alle registrierten Wahler einer Stadt zu einer offentlichen Versammlung und wahlen Beamte diskutieren die Lokalpolitik und erlassen Gesetze fur das Funktionieren der Regierung Als Gruppe beschliessen sie Strassenbau und ausbesserung Errichtung von offentlichen Gebauden und Einrichtungen Steuern und den Stadthaushalt Das town meeting das schon seit zwei Jahrhunderten existiert ist oft die reinste Form der Demokratie in der Regierungsgewalt nicht delegiert sondern direkt und regelmassig von allen Burgern ausgeubt wird Die uberwiegende Mehrheit der Burger kennt jedoch nur die reprasentative Demokratie Aussengebiete Hauptartikel Aussengebiete der Vereinigten Staaten Neben den Bundesstaaten und dem District of Columbia Gebiet der Hauptstadt Washington D C gibt es Aussengebiete mit unterschiedlich geregelter Autonomie Die grossten Aussengebiete sind Puerto Rico in der Karibik und Guam im Pazifik Innenpolitik Das Kapitol ist der Sitz des Kongresses der Vereinigten Staaten Eine wichtige Rolle in der amerikanischen Innenpolitik spielen uberwiegend moralisch ethische Fragen wie beispielsweise die Grenzen der Meinungsfreiheit das Recht auf Abtreibung die Berechtigung der Todesstrafe die politische Anerkennung von Homosexualitat die Rechte von Minderheiten oder die Frage welche Rolle religiose Werte im offentlichen Leben spielen sollen Waffenrecht Hauptartikel Waffenrecht Vereinigte Staaten Die meisten Bundesstaaten verfugen uber Waffengesetze die im internationalen Vergleich extrem liberal sind Das Recht auf den Besitz von Waffen wird in den Vereinigten Staaten traditionell hochgeschatzt da es durch den zweiten Zusatzartikel der Verfassung right to bear arms geschutzt ist Privatpersonen konnen daher ohne grossere Schwierigkeiten Schusswaffen und Munition erwerben und die Waffen offen tragen Insgesamt gibt es in den Vereinigten Staaten mehr als 200 Millionen Pistolen und Gewehre in Privatbesitz 130 Die bestehende Gesetzeslage ist in den Vereinigten Staaten umstritten Ihre Kritiker sehen darin eine Ursache fur die hohe Anzahl von jahrlich 350 000 bewaffneten Verbrechen und 11 000 Mordopfern sowie insbesondere den zahlreichen Amoklaufen vornehmlich in Schulen und Hochschulen da Verbrecher sich leichter bewaffnen konnten Die Befurworter liberaler Waffengesetze wie die National Rifle Association NRA bestreiten diesen Zusammenhang und verweisen auf niedrige Mordraten in Landern wie der Schweiz Kanada oder Neuseeland in denen ebenfalls uberproportional viele Waffen in Privatbesitz sind Des Weiteren argumentieren sie dass Kriminelle uberwiegend illegal in den Besitz von Waffen gelangen wurden weshalb Privatpersonen wenigstens die Moglichkeit zur Verteidigung gegeben werden solle Gesundheitspolitik Hauptartikel Gesundheitssystem der Vereinigten Staaten Lebenserwartung nach County 2018 Entwicklung der Lebenserwartung 131 Zeitraum Lebenserwartung in Jahren Zeitraum Lebenserwartung in Jahren1950 1955 68 7 1985 1990 74 91955 1960 69 7 1990 1995 75 71960 1965 70 1 1995 2000 76 51965 1970 70 4 2000 2005 77 21970 1975 71 4 2005 2010 78 21975 1980 73 3 2010 2015 78 91980 1985 74 4 Das Texas Medical Center der grosste medizinische Gebaudekomplex der Erde 132 Unterzeichnung des Patient Protection and Affordable Care Act Das Gesundheitssystem der Vereinigten Staaten ist besonders in der Forschung teilweise Weltspitze auf anderen Gebieten hingegen vor allem in der allgemeinen Patienten und Versicherungsversorgung zum Teil in einem desolaten Zustand Jahrlich werden etwa 1 8 Billionen US Dollar fur das Gesundheitssystem aufgewendet Dies sind etwa 17 Prozent der gesamten US amerikanischen Wirtschaftsleistung 133 Das ist im Vergleich zu Deutschland nahezu das Doppelte pro Kopf Rund 47 Millionen Amerikaner etwa 16 der Gesamtbevolkerung sind nicht krankenversichert 134 das jedoch nicht ausschliesslich aus Einkommensgrunden rund ein Drittel der Nicht Versicherten verfugt uber ein Haushaltseinkommen von 50 000 Dollar und mehr beziehungsweise wegen zu hohen Alters und des damit verbundenen Krankheitsrisikos rund 40 Prozent der Nicht Versicherten sind zwischen 18 und 35 Jahre alt 135 Hinzu kommt eine hohe Dunkelziffer an illegalen Einwanderern die ebenfalls keine Krankenversicherung haben Viele derjenigen die versichert sind mussen bei samtlichen arztlichen Leistungen zuzahlen andere die in einer Krankenversicherung HMO sind mussen burokratische Papierkriege und lange Wartezeiten bei Einschrankung der Arztauswahl erdulden 1993 scheiterte Prasident Clinton mit dem Versuch der Einfuhrung einer einheitlichen gesetzlichen Krankenpflichtversicherung Im Jahr 2010 wurden unter Prasident Obama Gesetze verabschiedet durch die das Gesundheitssystem bis 2018 nach und nach reformiert werden soll Der Ende 2016 gewahlte neue Prasident Donald Trump kundigte an die Gesundheitsreform wieder vollstandig oder teilweise abzuschaffen und zu ersetzen 136 Das hohe Ausmass von Ubergewicht hat im 21 Jahrhundert den Charakter einer nationalen Gesundheitskrise angenommen Laut Daten der Weltgesundheitsorganisation waren 2014 67 8 Prozent der volljahrigen Amerikaner ubergewichtig und 33 7 der uber 300 Millionen Einwohner sogar stark ubergewichtig 137 Dies ist eine der hochsten Quoten weltweit und verursacht jahrlich Kosten von hunderten Milliarden Dollar Die Lebenserwartung lag 2016 in den Vereinigten Staaten bei 79 8 Jahren und damit weltweit auf Platz 43 138 Das ist im Vergleich zu 1984 eine Verschlechterung um 20 Platze und einer der schlechtesten Werte in der entwickelten Welt Als Grunde werden fehlende Krankenversicherungen und Fettleibigkeit genannt Die Lebenserwartung der schwarzen Bevolkerung liegt bei 73 3 Jahren 139 Hinzu kommen die Risiken der Armut So waren im Dezember 2009 38 97 Millionen Menschen auf Lebensmittelmarken angewiesen 2013 waren es 47 Millionen Menschen in 23 Millionen Haushalten das sind 20 aller US Haushalte 67 Sozialpolitik Hauptartikel Sozialversicherung Vereinigte Staaten Die Vereinigten Staaten sind ein Sozialstaat in dem Transferleistungen haufig von Bundesregierung und Bundesstaaten gemeinsam finanziert und organisiert werden Gesetzliche Regelungen der Bundesstaaten konnen erheblichen Einfluss auf die Sozialpolitik ausuben Eine grundlegende soziale Absicherung im Alter erbringt auf Bundesebene die offentliche Rentenversicherung Social Security Energie und Umweltpolitik Siehe auch Klimapolitik Massnahmen der USA Das erste kommerzielle Kernkraftwerk in Shippingport Power County Windpark in Idaho Die Vereinigten Staaten haben nach China den zweitgrossten CO2 Ausstoss der Welt 140 Der Anteil an den weltweiten CO2 Emissionen betragt 17 7 Prozent Jahr 2011 141 Beim Klimaschutz Index 2020 Stand Dezember 2019 lagen die USA auf Platz 61 und damit auf dem letzten Platz aller untersuchten Staaten Sie schnitten in allen bewerteten Kategorien sehr schlecht ab Insbesondere wurde der Mangel an einer nationalen Klimaschutzstrategie sowie der unter Prasident Trump vollzogene Ausstieg aus dem internationalen Klimaschutzabkommen kritisiert 142 In den Vereinigten Staaten steigt der Anteil der erneuerbaren Energien leicht an 2017 erreichten sie beim Energieverbrauch einen Anteil von 11 Prozent bei der Energieproduktion 17 Prozent 143 2002 veroffentlichte die Regierung eine Strategie die Treibhausgase der US Wirtschaft um 18 Prozent zu vermindern bis 2012 Das sollte zu einer Senkung der CO2 Emissionen von 160 Millionen Tonnen fuhren International werden die Massnahmen als vollig unzureichend kritisiert Bill Clinton liess gegen Ende seiner Amtszeit zwar das Kyoto Protokoll unterzeichnen was wegen fehlender Ratifizierung durch den Kongress nicht verbindlich ist Die Schwellenlander seien im Vertragswerk nicht zur Reduzierung der Treibhausgas Emissionen verpflichtet worden zudem spielt ein starkes Souveranitatsbewusstsein vor allem im Senat eine wichtige Rolle Umweltkatastrophen und Aktionen von Umweltschutzern unter ihnen der ehemalige Prasidentschaftskandidat Al Gore haben einen Bewusstseinswandel eingeleitet Barack Obama leitete einen Kurswechsel in der Klimapolitik ein Im Dezember 2012 erklarte er den Kampf gegen den Klimawandel zu einem der drei wichtigsten Themen fur die neue Amtszeit 144 In seiner Rede zur Amtseinfuhrung im Januar 2013 hob er den Kampf gegen den Klimawandel und den Ausbau erneuerbarer Energien als Prioritat fur die kommenden Jahre heraus und kundigte einen Fokus auf erneuerbaren Energien an in denen die USA fuhrend werden sollten statt die weltweite Entwicklung zu ignorieren 145 In den Vereinigten Staaten werden Klimawandel und Importabhangigkeit von Ol vor allem auch unter Aspekten der internationalen Sicherheit diskutiert 146 147 Die Klimaschutzpolitik setzte bisher vorrangig auf freiwillige Massnahmen und Forschungsforderung Einige Bundesstaaten insbesondere Kalifornien setzten strengere Regeln durch Die wichtigste Umweltbehorde auf Bundesebene ist die Environmental Protection Agency EPA die Umweltschutzer fur ihre geringe Aktivitat kritisieren Aussen und Sicherheitspolitik Hauptartikel Aussenpolitik der Vereinigten Staaten Das Harry S Truman Building beheimatet das Aussenministerium der Vereinigten Staaten Der Aussenpolitik der Vereinigten Staaten liegt eine Haltung zugrunde die grosse Ubereinstimmungen mit dem politischen Realismus aufweist Diesem steht ein seit der Unabhangigkeitsbewegung ungebrochener und ungewohnlich starker Idealismus gegenuber deren Ursprung in den antieuropaischen Affekten der Revolution liegt und in einigen aussenpolitischen Denkschulen den Glauben an einen historisch einmaligen Auftrag der Vereinigten Staaten begrundet American Exceptionalism zu Deutsch amerikanische Einzigartigkeit Trotz haufiger Spannungen zwischen Anspruch und Praxis besteht diese Bipolaritat der amerikanischen Aussenpolitik wegen vieler Ubereinstimmungen fort Beispielsweise konvergiert das Ideal der grosstmoglichen Vertragsfreiheit in einer liberalen Gesellschafts und Weltordnung mit der wirtschaftlichen Abhangigkeit der Vereinigten Staaten vom Uberseehandel im Eintreten fur den Freihandel Der Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York City Zu den realpolitischen Interessen fur die die offizielle Aussenpolitik der Vereinigten Staaten eintritt zahlt neben der Garantie weltweiter Sicherheit ihrer Staatsburger und derer Angehoriger die Sicherung der Vereinigten Staaten vor Angriffen von aussen und die standige Verfugbarkeit von Ressourcen die fur die Wirtschaft des Landes von zentraler Bedeutung sind Die ideellen Interessen die das langfristige Handeln der Vereinigten Staaten leiten und rechtfertigen sollen bestehen im Eintreten fur die Menschenrechte in der demokratisch plebiszitaren politischen Gestaltung souveraner Staaten durch deren Staatsvolker und ein globales marktwirtschaftliches System In ihrer konkreten Umsetzung hat sich die Aussenpolitik zunehmend von einer passiven zu einer gestaltenden Rolle hin entwickelt Von ihrer Grundung bis in den Zweiten Weltkrieg hinein uberwog der Isolationismus also die bewusste Vernachlassigung der Aussenpolitik zugunsten der inneren Entwicklung und Kultivierung Druckte sich diese Haltung in der Konsolidierungsphase des Landes durch die Monroe Doktrin am starksten aus lockerte sie sich im Zeitalter des Imperialismus bis zum Ersten Weltkrieg zunehmend um durch den Angriff auf Pearl Harbor vollig diskreditiert zu werden Sogleich gewann der Internationalismus amerikanischer Pragung durch die Konfrontation mit der Sowjetunion im Kalten Krieg schlagartig an Bedeutung Gestutzt wurde dieser von einer institutionalistischen Praxis also der Grundung transnationaler Gremien zur langfristigen Kooperation mit Staaten Das geschah entweder im Verbund mit Staaten die ahnliche Interessen vertraten um diese zu starken oder zur Uberbruckung politischer Differenzen mit Staaten die gegensatzliche Interessen hatten Die Vereinigten Staaten sind daher Initiatoren und Mitbegrunder zahlreicher multinationaler Gremien und Organisationen wie den Vereinten Nationen der Welthandelsorganisation ehemals GATT der Weltbank und der NATO oder der KSZE Zugleich verwahrt sich die Politik der Vereinigten Staaten seit ihrem Bestehen gegen eine mogliche Beschneidung der eigenen Souveranitat durch internationale Abkommen So lehnen die Vereinigten Staaten etwa die Unterzeichnung internationaler Klimaschutzabkommen wie des Kyoto Protokolls die Unterstutzung des Internationalen Strafgerichtshofes und der Ottawa Konvention gegen die Verbreitung von Antipersonenminen ab Bilaterale Handels und Verteidigungsabkommen spielen daher trotz ihres Universalanspruches eine wesentlich grossere Rolle als beispielsweise bei den meisten Mitgliedern der Europaischen Union Protest gegen den Krieg im Jemen New York City 2017 Abhangig vom innenpolitischen weltweiten Fokus raumen die Vereinigten Staaten einzelnen aussenpolitischen Anstrengungen Prioritat ein und summieren diese zu moralisch verstarkten Begrifflichkeiten Dazu zahlen der Krieg gegen den Terror War on Terrorism der Krieg gegen Drogen War on Drugs und der Kampf gegen Armut War on Poverty Durch die uberragende politische wirtschaftliche wie auch militarische Position der Vereinigten Staaten und ihre zunehmend offensive Einflussnahme auf Politik und Wirtschaft der gesamten Staatengemeinschaft polarisiert die Aussenpolitik des Landes wie sonst kaum eine andere Kritisiert werden vor allem die zahlreichen militarischen Interventionen im Ausland die durch die Globalisierung verursachten weltweiten sozialen Umwalzungen sowie Menschenrechtsverletzungen im Umgang mit mutmasslichen Terroristen und Kriegsgefangenen Verbundete der Vereinigten Staaten finden sich unter anderem in der NATO Daruber hinaus unterhalten sie enge diplomatische und strategische Beziehungen zu Nationen ausserhalb der NATO siehe Major non NATO ally Teils handelt es sich dabei um demokratisch und marktwirtschaftlich orientierte Lander die sich von benachbarten politischen Akteuren existenziell bedroht sehen wie zum Beispiel Israel Sudkorea oder Taiwan teils um durch historische Vorgange eng verbundete Staaten wie Japan die Philippinen und Australien und teils um vor allem strategisch wichtige Partner wie Pakistan Jordanien und Kuwait Die mit Abstand starksten Beziehungen unterhalten die Vereinigten Staaten mit dem Vereinigten Konigreich das einzige Land mit dem sie selbst in so sensiblen Bereichen wie der Nukleartechnologie zusammenarbeiten Die Vereinigten Staaten betreiben weltweit nach eigenen Angaben 766 Militarstutzpunkte unterschiedlicher Grosse in 40 Landern davon 293 in Deutschland 111 in Japan und 105 in Sudkorea Stand von 2006 148 Militar Hauptartikel Streitkrafte der Vereinigten Staaten Das Pentagon bei Washington ist der Hauptsitz des amerikanischen Verteidigungsministeriums Die U S Army und das US Marine Corps verfugen zusammen uber 5970 M1 Abrams Kampfpanzer 149 Weltweite militarische Beziehungen und Prasenz der Vereinigten Staaten Die Flugzeugtrager Kampfverbande der Kitty Hawk Ronald Reagan und Abraham Lincoln mit Kampfflugzeugen des Marine Corps der Navy und der Air Force Die Streitkrafte der Vereinigten Staaten sind das kostenintensivste und in Zahlen zweitgrosste Militar der Welt nach der chinesischen Volksbefreiungsarmee Sie sind global aufgestellt die geltende Armeedoktrin sieht vor dass die Vereinigten Staaten in der Lage sein mussen weltweit gleichzeitig zwei regionale Kriege siegreich fuhren zu konnen Die Streitkrafte sehen sich zunehmend der asymmetrischen Kriegfuhrung ausgesetzt Diese Entwicklung ist in ihrer Geschichte vor allem ab dem Vietnamkrieg eingetreten In den Vereinigten Staaten ist der Prasident der Oberbefehlshaber der nationalen Streitkrafte und beruft deren Vorsitzende den Verteidigungsminister und die Joint Chiefs of Staff Das Verteidigungsministerium verwaltet die bewaffneten Streitkrafte die unterteilt sind in Heer Army etwa 561 000 Soldaten Luftwaffe Air Force etwa 336 000 Soldaten Marine Navy etwa 330 000 Soldaten und Marineinfanterie Marine Corps etwa 202 000 Soldaten gesamt ca 1 430 000 Soldaten per 30 April 2011 150 Die Kustenwache Coast Guard rund 44 000 Mann ist eine zivile Einrichtung die im Frieden dem Ministerium fur Innere Sicherheit unterstellt ist und im Kriegsfall dem United States Department of the Navy unterstellt werden kann Es verfugt nur uber relativ begrenzte militarische Kapazitaten Daruber hinaus unterhalt jeder Bundesstaat Einheiten der Nationalgarde National Guard Das sind Milizverbande die normalerweise dem Gouverneur des jeweiligen Bundesstaates unterstellt sind aber auf Weisung des Prasidenten als Teil der Armee im Ausland eingesetzt werden konnen Der Militardienst ist freiwillig obwohl die Einberufung in Kriegszeiten durch das Selective Service System ergehen kann 151 Des Weiteren sind die Bundesstaaten befugt eigene Militareinheiten einzurichten die sogenannten Staatsgarden je nach Staat als State Guard State Military State Defence Force State Militia oder State Military Reserve bezeichnet Diese unterscheiden sich von den Nationalgarden darin dass sie nicht unter den Befehl des Bundes gestellt werden konnen und die Bundesstaaten nicht verpflichtet sind sie einzurichten Daher unterhalten derzeit nur 22 Bundesstaaten und das Territorium Puerto Rico solche Militareinheiten Die Vereinigten Staaten waren die erste Atommacht der Welt und haben mit den Atombombenabwurfen auf Hiroshima und Nagasaki als bislang einziger Staat in einem Krieg Kernwaffen eingesetzt Amerikanische Rustungsunternehmen sind vor allem in der Luftfahrt weltweit fuhrend Hinsichtlich Heereswaffen verlieren die US Rustungsunternehmen an Bedeutung Die Militarausgaben der Vereinigten Staaten beliefen sich 2015 auf rund 596 Milliarden US Dollar Damit waren die Vereinigten Staaten das Land mit den weltweit hochsten Militarausgaben im Jahr 2015 Die Militarausgaben der Vereinigten Staaten sind fast dreimal so hoch wie die von China das weltweit an zweiter Stelle liegt 152 Militarische Entwicklungen gerade technologischer Art sind vor allem fur die Verbundeten der Vereinigten Staaten in der NATO wegweisend Die staatskritische Tendenz die dazu fuhrte dass das Militar der Vereinigten Staaten in seiner Geschichte bis zum Eintritt der Vereinigten Staaten in den Zweiten Weltkrieg eine geringe Grosse hatte wurde im Kalten Krieg zunehmend von der Angst vieler Amerikaner vor dem Kommunismus uberlagert Dadurch ist die ursprungliche Idee dass das Militar als ausserstes Instrument staatlicher Gewalt eine Gefahr fur die Burger darstellt im Schwinden begriffen Seit dem Zweiten Weltkrieg hat sich fur die Vereinigten Staaten die Unterstutzung befreundeter Nationen durch grossere Waffenlieferungen als probates Mittel zur passiven Unterstutzung in Krisenzeiten bewahrt Im Zweiten Weltkrieg ermoglichte das Leih und Pachtgesetz die Lieferung von schwerem Gerat zuerst an Grossbritannien und den Commonwealth spater auch an die Sowjetunion was das militarische Gleichgewicht stark zu Ungunsten der Achsenmachte verschob Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde etwa Persien durch Lieferung von modernen Flugzeugen Panzern und Raketen zur Vormachtstellung im Nahen Osten verholfen Als sich durch Umsturz des Schahregimes die Freundschaft zu den Vereinigten Staaten in Feindschaft umkehrte gingen die Vereinigten Staaten in den 1980er Jahren zur Belieferung des Irak unter Saddam Hussein uber der sich dem Westen als Gegner des Iran anbot und den Ersten Golfkrieg gegen den Iran fuhrte Polizei Hauptartikel Polizei Vereinigte Staaten Siehe auch Gefangnissystem der Vereinigten Staaten Todesstrafe in den Vereinigten Staaten Menschenrechte Hauptartikel Menschenrechte in den Vereinigten Staaten Siehe auch Folter USA Die Vereinigten Staaten haben mit der Ratifizierung verschiedener Konventionen bestimmte Pflichten ubernommen die auch die Uberprufung der Situation der Menschenrechte in den Vereinigten Staaten durch den Menschenrechtsrat der UNO beinhalten Dennoch wird haufig Kritik an der Situation der Menschenrechte in den Vereinigten Staaten insbesondere von privaten Non Governmental Organizations wie Amnesty International und Human Rights Watch geaussert Human Rights Watch beispielsweise kritisiert insbesondere die bis heute praktizierte Todesstrafe Misshandlungen durch Polizei Justiz oder Militar die uberfullten Gefangnisse und zum Teil menschenunwurdige Haftbedingungen Diese verstossen zum Teil gegen die UN Antifolterkonvention und anderen internationalen Standards humaner Behandlung So mussen Gefangene zum Beispiel haufig 23 Stunden in Einzelhaft verbringen das Licht brennt 24 Stunden am Tag und korperliche Bewegung ist nur an vier Stunden pro Woche in einer kleinen Zelle erlaubt Black Lives Matter protestieren gegen Polizeibrutalitat in Minneapolis Minnesota An dieser Stelle setzen auch Aspekte der Kritik an der Rassendiskriminierung als Verletzung der Menschenrechte an Bei einem Bevolkerungsanteil von 13 Prozent ist eine Quote von 43 Prozent Afroamerikanern unter den rechtskraftig Verurteilten sehr hoch In einigen Staaten der Vereinigten Staaten ist jeder zehnte Afroamerikaner eingesperrt Die Anzahl der Gefangnisinsassen in den Vereinigten Staaten ist generell hoch Im Jahr 2001 sassen 2 1 Millionen Amerikaner im Gefangnis jeder 146 Erwachsene Bis 2011 stieg diese Zahl weiter auf 2 4 Millionen Zudem starben im Jahr 2009 mindestens 47 Menschen bei Polizeiangriffen durch den Einsatz von Elektroschockwaffen vgl Amnesty International Report 2010 USA International haben auch Verhaftungen und polizeiliche oder geheimdienstliche Handlungen im Zusammenhang mit dem 11 September 2001 Aufsehen erregt Nach dem Anschlag auf das World Trade Center und das Pentagon wurden in den Vereinigten Staaten 1200 Auslander festgenommen und aus verschiedenen Grunden uber langere Zeit in Haft gehalten Informationen uber die Identitat der Verhafteten den Ort ihrer Haft und ob sie anwaltliche Hilfe erhielten hat das Justizministerium nicht offentlich gemacht Das Prinzip der Unschuldsvermutung wurde in diesen Fallen nicht angewandt Ermoglicht hatte dies der USA PATRIOT Act vom 25 Oktober 2001 der eine Einschrankung der amerikanischen Burgerrechte in grosserem Masse mit sich brachte Das Gesetz ermoglicht nicht nur der Polizei das Abhoren und Uberwachen von Personen ohne richterliche Befugnis auch Hausdurchsuchungen Abschiebungen und Sammlung von privaten Daten ohne vorliegende Beweise fur ein Verbrechen werden damit zugelassen Die weitreichendste Anderung ist aber die Befugnis des Auslandsgeheimdienstes CIA von nun an auch im Inland operieren zu durfen dies wurde bisher streng getrennt und war vorher lediglich der Bundespolizei FBI erlaubt Der Military Commissions Act ermoglicht es ausserdem feindlich gesinnte Personen als sogenannte ungesetzlich feindliche Kombattanten zu deklarieren wodurch diese Personen von Militargerichten auch aufgrund von unter Folter erlangten Gestandnissen verurteilt werden konnen ohne dass sie die Moglichkeit bekommen sich auf die fur Kombattanten geltenden Genfer Konventionen zu berufen oder gegen ihre Behandlung zu klagen Auch die Situation der Gefangenen in dem amerikanischen Gefangenenlager der Guantanamo Bay Naval Base auf Kuba ist von vielen Seiten scharf kritisiert worden Uber 600 Menschen aus 42 Nationen werden dort zumeist rechtswidrig festgehalten darunter eine Reihe von Kindern unter 16 Jahren Ihr Status bleibt weiterhin unklar sie sind weder Kriegsgefangene noch Kriminelle und befinden sich in einem so die Auffassung der Vereinigten Staaten rechtsfreien Raum wodurch die in den Vereinigten Staaten geltenden Gesetze dort nicht anwendbar seien Dies ist aber international nicht anerkannt und wird als volkerrechtswidrig angesehen 153 Jedoch ermoglichte dies den Militars volkerrechtswidrige Massnahmen wie Folter oder Gerichtsverhandlungen ohne ein Recht auf Verteidigung durchzufuhren Eine juristische Aufarbeitung der unter der vormaligen Bush Administration in geheimen Haftzentren der CIA Black Sites systematisch ausgeubten Folterpraktiken wie simuliertes Ertrinken Waterboarding an zum Teil rechtswidrig aus anderen Landern entfuhrten Menschen ist bislang unterblieben Die Haftbedingungen in solchen militarischen Gefangenenlagern sind haufig menschenunwurdig Es wird berichtet von korperlichen Misshandlungen Anwendung von Gewalt und Folter z B Verrenken von Gliedmassen Schlage auf die Hoden oder totaler Schlaf und Nahrungsentzug sowie Demutigungen der Wurde und Religion der Gefangenen z B durch das Beschmieren der Person mit Exkrementen oder Koran Schandung Der UN Sonderberichterstatter uber extralegale Hinrichtungen zeigte sich daruber besorgt dass es zwischen 2003 und Mai 2009 weit mehr als die offiziell gemeldeten 74 Todesfalle unter Migranten im Gewahrsam der Einwanderungs und Zollbehorden gegeben hat 154 155 Im Zuge des Irakkrieges verubten amerikanische Soldaten eine Reihe von Massakern an Zivilisten Bekannte Beispiele sind das Massaker von Haditha das Massaker von Maqarr adh Dhib die Luftangriffe in Bagdad vom 12 Juli 2007 das Massaker von Mahmudiyya und der Abu Ghuraib Folterskandal Auch in Afghanistan kam es seit 2001 wiederholt zu Massakern an Zivilisten durch Angehorige der US Streitkrafte unter anderem die Kill Team Morde in Afghanistan In ihren Krieg gegen den Terror setzen die Vereinigten Staaten zunehmend auf Einsatze von Kampfdrohnen in anderen Landern zum Beispiel Jemen Pakistan und verletzen dadurch das Volkerrecht und das Menschenrecht auf Unversehrtheit Zwischen 2004 und 2009 registrierte das Bureau for Investigative Journalism 52 Drohnenattacken Seit dem Amtsantritt Prasident Obamas sind es 264 Nach den Recherchen des Bureau for Investigative Journalism gab es seit Beginn der Angriffe bis Mai 2012 zwischen 2440 und 3113 Tote Die Zahl der Zivilisten unter ihnen wird mit 479 bis 821 angegeben davon 174 Kinder Dazu kommen rund 1200 Verletzte 156 Wirtschaft Hauptartikel Wirtschaft der Vereinigten Staaten Wirtschaftliche Situation Die New York Stock Exchange an der Wall Street ist die weltgrosste Borse gemessen an der Marktkapitalisierung der an ihr gelisteten Unternehmen Okonomische IndikatorenNominales BIP 22 048 Billionen Q1 2021 157 Reales BIP Wachstum 6 4 Q1 2021 158 3 5 2020 159 Verbraucherpreisindex Inflation 2 6 Marz 2021 160 Beschaftigungsquote 57 8 Marz 2021 161 Arbeitslosenquote 6 0 Marz 2021 162 Erwerbspersonenpotenzial 61 5 Marz 2021 163 Armutsquote 10 5 2019 164 Staatsverschuldung 27 747 Billionen Q4 2020 165 Vermogen der privaten Haushalte 130 4 Billionen Q4 2020 166 Die Vereinigten Staaten hatten 2020 ein Bruttoinlandsprodukt BIP von 21 4 Billionen US Dollar 167 und ist damit die grosste Volkswirtschaft der Welt Mit 57 324 US Dollar 168 haben sie das weltweit acht hochste BIP pro Kopf Der Dienstleistungssektor erwirtschaftete 2012 etwa 77 6 des realen BIP davon etwa ein Drittel im Banken Versicherungs und Immobiliengeschaft Das verarbeitende Gewerbe trug rund 20 8 die Landwirtschaft 1 6 bei 169 Die Struktur der Wirtschaft ist stark auf Konsum und Dienstleistungen ausgerichtet 2015 wurden knapp ein Drittel der weltweiten Konsumausgaben in den USA gemacht 170 Die Konsumlastigkeit fuhrt zu einer niedrigen Sparquote der offentlichen Haushalte Die Wirtschaft wuchs 2017 um 2 3 171 die Inflationsrate betrug 2 1 172 Die Arbeitslosenquote betrug 2015 durchschnittlich ca 5 3 und sank weiter ab auf 4 1 im Oktober 2017 173 Die versteckte Arbeitslosenquote die Arbeitnehmer miteinrechnet die die Jobsuche aufgegeben haben oder unterbeschaftigt sind lag im Juni 2017 bei 8 6 auf dem Hohepunkt der Finanzkrise hatte sie bis zu 17 betragen 174 Seit der Prasidentschaft Ronald Reagans sind die Eingriffe des Staates in die Wirtschaftsablaufe drastisch reduziert worden siehe Reaganomics 175 Einige Wirtschaftsbereiche unterliegen einer Aufsicht durch eine Regulierungsbehorde zum Beispiel uberwachen die Bundesstaaten die Elektrizitatsversorgung durch eine Public Utility Commission Die Steuerung durch das seit 1913 bestehende Federal Reserve System Fed das die Aufgaben einer staatlichen Zentralbank ubernahm hat seit der Finanzkrise ab 2007 erheblich zugenommen Bis dahin griff sie nur mittels Steuerung der Geldmenge bzw Hohe der Leitzinsen in das Wirtschaftsgeschehen ein seitdem tritt sie als Garantiegeber und als Kreditgeber auch ausserhalb des Bankensystems auf 176 Sie kaufte 2014 monatlich im Umfang von 55 Mrd Dollar Staatspapiere auf 177 und halt 32 5 aller zehnjahrigen US Staatsanleihen Langjahriger Vorsitzender der Fed war ab 1987 Alan Greenspan dem 2006 Ben Bernanke 2014 Janet Yellen und am 5 Februar 2018 Jerome Powell folgte Die USA waren 2016 weltgrosster Absatzmarkt fur Importguter und nach China die zweitgrosste Exportnation der Erde Die Handelsbilanz der USA wies 2014 ein Defizit in Hohe von 505 Milliarden US Dollar aus Das Exportvolumen fur Waren und Dienstleistungen betrug 2014 2 345 4 Milliarden US Dollar importiert wurden im selben Zeitraum Waren und Dienstleistungen in Hohe von 2 850 5 Milliarden US Dollar Sowohl das Export als auch das Importvolumen wuchsen im Vergleich zum Vorjahr Hauptabnehmerlander fur US Waren waren im Jahr 2014 Kanada Mexiko China Japan Grossbritannien und Deutschland 178 Prozentualer Anteil der Haushalte in den jeweiligen Einkommensgruppen 179 Pro Kopf Einkommen nach County 2016 Der Median fur das jahrliche Bruttoeinkommen amerikanischer Haushalte lag bei 43 389 US Dollar etwa 16 aller Haushalte hatten ein Bruttoeinkommen von uber 100 000 US Dollar 179 Dabei verdienten die oberen 20 Prozent aller Haushalte mehr als 88 030 US Dollar brutto im Jahr das untere Funftel weniger als 18 500 180 Bildung und ethnische Zugehorigkeit hatten starken Einfluss auf das Einkommen Wahrend der Median des Bruttohaushaltseinkommens 2006 fur asiatische Haushalte bei 57 518 US Dollar lag betrug er 30 134 US Dollar fur schwarze 181 Der gleiche Median lag fur eine Person mit Highschool Abschluss bei 25 900 US Dollar bei Personen mit einem akademischen Grad bei 81 400 182 Die Armutsschwelle wurde 2006 bei einem Jahreseinkommen von 20 614 US Dollar 15 860 Euro fur eine vierkopfige Familie und von 10 294 US Dollar 7920 Euro fur eine alleinstehende Person angesetzt 36 46 Millionen 15 der Bevolkerung lebten 2005 unterhalb dieser Grenze 183 Der Mindestlohn betrug 7 25 US Dollar pro Stunde bis 2014 mit zahlreichen Abweichungen in den Bundesstaaten 184 Prasident Obama hob per Dekret zum 1 Januar 2015 fur Beschaftigte deren Arbeitgeber auf Vertragsbasis fur die Regierung tatig sind den Mindestlohn von 7 25 auf 10 10 US Dollar an 185 Laut einer Studie der Credit Suisse belief sich das gesamte Haushaltsvermogen Eigentum weniger Schulden 2017 auf 93 6 Billionen US Dollar Amerikanische Haushalte besitzen damit knapp ein Drittel des weltweiten Vermogens Insgesamt 6 4 der erwachsenen Amerikaner waren Vermogensmillionare 186 Im ersten Quartal 2018 uberstieg das Haushaltsvermogen erstmals die Marke von 100 Billionen US Dollar Kennzahlen Im Global Competitiveness Index der die Wettbewerbsfahigkeit eines Landes misst belegen die USA den zweiten von insgesamt 137 Platzen Stand 2017 2018 187 Im Index fur wirtschaftliche Freiheit belegt das Land 2017 Platz 17 von 180 Landern 188 Veranderung des Bruttoinlandsprodukts BIP real Weltbank 189 Jahr 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020Veranderung in gg Vj 2 9 1 9 0 1 2 5 2 6 1 6 2 3 1 8 2 5 2 9 1 6 2 2 2 9 2 2 3 5Entwicklung des BIP nominal Weltbank absolut in Mrd USD 190 je Einwohner in Tsd USD 191 Jahr 2015 2016 2017 2018 Jahr 2015 2016 2017 2018BIP in Mrd 18 219 18 707 19 485 20 494 BIP je Einw in Tsd 56 4 57 6 59 5 62 6Entwicklung des Aussenhandels 192 in Mrd US Dollar und seine Veranderung gegenuber dem Vorjahr in Prozent2016 2017 2018Mrd USD gg Vj Mrd USD gg Vj Mrd USD gg Vj Einfuhr 2 187 6 2 7 2 342 0 7 7 2 542 7 8 6Ausfuhr 1 451 0 3 5 1 546 3 6 6 1 664 1 7 6Saldo 736 6 795 7 878 7Haupthandelspartner der Vereinigten Staaten 2018 192 Export in Prozent nach Import in Prozent vonKanada Kanada 18 0 China Volksrepublik Volksrepublik China 21 2Mexiko Mexiko 15 9 Mexiko Mexiko 13 6China Volksrepublik Volksrepublik China 7 2 Kanada Kanada 12 5Japan Japan 4 5 Japan Japan 5 6Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Konigreich 4 0 Deutschland Deutschland 5 0Deutschland Deutschland 3 5 Korea Sud Sudkorea 2 9Korea Sud Sudkorea 3 4 Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Konigreich 2 4sonstige Lander 43 5 sonstige Lander 36 8Staatshaushalt Hauptartikel Haushaltsplan der Vereinigten Staaten Hauptartikel Finanzausgleich USA Haushaltsausgaben des Bundes fur das Fiskaljahr 2015 Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von 3 89 Billionen US Dollar dem standen Einnahmen von 3 36 Billionen US Dollar gegenuber Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Hohe von 2 8 des BIP Das Defizit betrug 530 Milliarden Dollar 193 Die USA konnten in den letzten Jahren somit bei der Haushaltskonsolidierung deutliche Fortschritte erzielen Fur 2017 bis 2019 wird ein jahrliches Defizit von um die 2 9 Prozent des BIP erwartet 194 Im Jahr 2020 lag das Defizit bei 3 1 Billionen US Dollar und erreichte damit einen neuen Rekord 195 Die Staatsverschuldung der Vereinigten Staaten betrug Anfang Januar 2015 18 08 Billionen US Dollar oder 104 des BIP 196 Die lokalen Schulden belaufen sich nach der US Debt Clock 196 im Januar 2015 auf 1 87 Billionen US Dollar die Schulden der 50 Bundesstaaten insgesamt auf rund 1 19 Billionen US Dollar Im August 2014 waren 34 4 der Staatsschulden Glaubigern aus dem Ausland zugeteilt 65 6 heimischen Glaubigern 197 Nach Angaben des US Finanzministeriums besitzt China zum Jahresende 2013 US Staatsanleihen im Wert von 1 27 Billionen Dollar und ist damit der grosste auslandische Glaubiger der Vereinigten Staaten gefolgt von Japan mit 1 18 Billionen Dollar und Belgien mit 256 Milliarden Dollar 198 InfrastrukturIm Logistics Performance Index der von der Weltbank erstellt wird und die Qualitat der Infrastruktur misst belegten die Vereinigten Staaten 2018 den 14 Platz unter 160 Landern Die Vereinigten Staaten verfugen damit uber eine leistungsfahige und hochmoderne Infrastruktur In einigen Bereichen besteht inzwischen allerdings erheblicher Investitionsbedarf 199 Energieversorgung Der Stromverbrauch der Vereinigten Staaten betrug 2014 ca 3 913 Terawattstunden pro Jahr mit 12 950 kWh im Jahr haben die USA den weltweit zehnthochsten Verbrauch pro Kopf 200 201 Im Jahr 2015 wurden 36 des Energieverbrauchs aus Erdol 16 aus Kohle und 29 aus Erdgas 10 aus erneuerbaren Energiequellen und 9 aus Kernenergie generiert Im Jahr 2019 waren es 35 aus Erdgas 31 aus Erdol 14 aus Kohle 12 aus erneuerbaren Quellen und 8 aus Kernkraft 202 Die Vereinigten Staaten sind schon seit Jahrzehnten und auch 2020 203 mit Abstand der weltweit grosste Verbraucher von Erdol 204 2015 wurden 91 des Energiebedarfs durch die eigene Produktion gedeckt Uber Jahrzehnte waren Ol Erdgas und Kohle die Hauptenergiequellen in den Vereinigten Staaten 2008 erreichte die Kohleproduktion einen Hochstwert fiel dann aber wieder ab sodass 2015 die Produktion auf dem gleichen Niveau war wie 1981 2015 erreichte die Erdgasforderung einen Hochststand primar durch Erschliessung neuer Fordergebiete und Anwendung von effektiveren Fordermethoden wie dem Fracking Die Erdolgewinnung verringerte sich seit 1970 stetig Ab 2009 kehrte sich dieser Prozess parallel zur Erdgasforderung um indem neue Gebiete wie in Texas oder North Dakota erschlossen und neue Fordermethoden angewendet wurden 2015 war die Erdolgewinnung fast wieder auf dem gleichen Stand wie von 1972 Aufgrund von Produktivitatssprungen ist die Ol und Gasproduktion in den USA auch bei vergleichsweise niedrigen Preisen wettbewerbsfahig Die USA sind grosster Erdgasproduzent der Welt und gehoren mit Russland und Saudi Arabien zu den weltgrossten Olproduzenten 2016 wurde mit Inbetriebnahme des Terminals Sabine Pass in Louisiana erstmals Flussiggas LNG vom US Festland exportiert Weitere Terminals befinden sich bereits im Bau Das gesetzliche Exportverbot fur Rohol wurde Ende 2015 aufgehoben Die Energiegewinnung durch erneuerbare Energien steigt in den USA seit 2001 deutlich an wobei regelmassig neue Hochststande erreicht wurden 202 Die installierte Gesamtleistung der Solarkraftwerke erreichte im 2 Quartal 2020 42 3 GW die der Windkraftwerke 109 6 GW 205 Bis Ende 2020 stieg die installierte Windleistung auf 122 3 GW 206 16 der Gesamtleistung der Windkraftwerke der Welt Auch die Arbeitsplatzbilanz hat sich inzwischen in Richtung der erneuerbaren Energien verschoben Beispielsweise waren 2016 in der Kohlebranche ungefahr 53 000 Menschen beschaftigt wahrend in der US amerikanischen Solar und Windenergiebranche rund 475 000 Arbeitsplatze vorhanden waren 207 Wasserversorgung Im globalen Vergleich haben die USA ein relativ gut ausgebautes und sicheres Wasser und Trinkwassersystem Der uberwiegende Grossteil der amerikanischen Haushalte bezieht das Trinkwasser aus den Versorgungssystemen der Gemeinden Die Wasserversorgungssysteme konnen in offentlicher sowie in privater Hand sein Es gibt etwa 155 000 eigenstandige Wasserversorger Obgleich die meisten der Wasserversorgungssysteme Grundwasser beziehen werden 68 der Bevolkerung mit Oberflachenwasser versorgt insbesondere in den Grossstadten 208 Seit einigen Jahren ergeben Studien dass Engpasse bei der Versorgung mit Trinkwasser wegen verschiedener Faktoren wie eines sich verandernden Klimas und steigender Einwohnerzahlen zunehmen konnten Gleichzeitig ermitteln Behorden und Institute der einzelnen Staaten und des Bundes Moglichkeiten die Wasserversorgung und die Bewirtschaftung zu verbessern 209 Kommunikation Die Vereinigten Staaten weisen ein ausgebautes und technologisch fortgeschrittenes Kommunikationssystem auf Es gab 2015 etwa 122 Millionen private Festnetzanschlusse und 328 Millionen Mobilfunkanschlusse Das Mobilfunknetz wird stetig ausgebaut Das Internet das in den USA seinen Ursprung hatte hat sich zu einem bedeutenden Kommunikationsmittel entwickelt Im Jahr 2018 nutzten 88 Prozent der Einwohner der Vereinigten Staaten das Internet 210 Jedoch haben Stand 2021 mehr als 35 Prozent der amerikanischen Haushalte die auf dem Lande leben nach Regierungsinformationen wenn uberhaupt nur einen minimalen Breitbandanschluss 211 Verkehr Das Interstate Highway System das sich uber 75 440 km erstreckt 212 Das Verkehrsnetz ist polyzentrisch aufgebaut Strassen Schienen und Flugverbindungen laufen vor allem sternformig auf die Ballungsraume New York Philadelphia Atlanta Chicago Houston Charlotte Dallas Denver Los Angeles und Seattle zu 213 Mit einer Gesamtlange von 6 586 610 Kilometern haben die Vereinigten Staaten das langste Strassensystem der Welt Stand 2012 214 Der Guterverkehr wird vor allem von Eisenbahn und LKWs geleistet Der Personentransport findet mit Ausnahme des im Fernverkehr dominierenden Flugverkehrs fast ausschliesslich auf der Strasse Individualverkehr oder Uberlandbusse statt Die Bahn ubernimmt nur noch einen Bruchteil des Personenverkehrs 87 2 1 7 gegenuber 2000 der Personenverkehrsleistung wurde 2010 mit Kraftfahrzeugen abgewickelt 11 6 1 5 der Personenkilometer wurden mit Flugzeugen zuruckgelegt Lediglich 0 9 0 2 wurden im Linienverkehr und 0 4 0 1 mit der Eisenbahn erbracht 215 Insbesondere fur den Verkehr innerhalb der Bundesstaaten teilweise aber auch fur Langstrecken hat der Uberlandbusverkehr grosse Bedeutung Strassenverkehr Die Vereinigten Staaten verfugen uber ein ausgebautes Strassennetz Fur den Lang und Mittelstreckenverkehr existiert ein Netz von inner und zwischenstaatlichen Fernstrassen Jedoch sind Stand April 2021 fast 300 000 Kilometer Strassen und 45 000 Brucken nach Angaben des Weissen Hauses in miserablem Zustand 211 Die Interstate Highways sind mehrspurige Autobahnen die zwischen den einzelnen Bundesstaaten liegen und die Ost und Westkuste miteinander verbinden Das ab den 1950er Jahren errichtete Interstate Highway System ist uber 75 000 km lang und wickelt ein Funftel des motorisierten Verkehrs ab Finanziert wird der Neubau und die Instandhaltung hauptsachlich durch den Bund Die United States Highways und States Highways sind Bundesstrassen die ebenfalls zwischen den verschiedenen Staaten liegen Viele U S Highways fuhren jedoch auch als Ortsdurchfahrten durch Gross und Kleinstadte und haben in der Regel weniger Fahrspuren als die Interstates Die United States Highways werden durch den jeweiligen Bundesstaat finanziert Die State Routes auch State oder Provincial Highways genannt sind untergeordnete Haupt und Nebenstrassen Jeder Bundesstaat hat dabei ein eigenes System der Strassennummerierung und Bezeichnung sowie eigene Schilder Der Zustand und Ausbau bei den State Routes kann je nach Staat und Streckenabschnitt variieren In einigen Staaten konnen auf bestimmte Strassenabschnitte aller Strassenarten Brucken oder Tunnel Mautgebuhren anfallen 216 217 Im Strassenverkehr passierten mehr todliche Unfalle als in den meisten anderen entwickelten Landern 2013 kamen in den Vereinigten Staaten insgesamt 10 6 Verkehrstote auf 100 000 Einwohner Zum Vergleich In Deutschland waren es im selben Jahr 4 3 Tote Insgesamt kamen damit 34 000 Personen im Strassenverkehr ums Leben Allerdings muss dabei die hohe Motorisierungsrate des Landes beachtet werden 2017 kamen in den USA 910 Kraftfahrzeuge auf 1000 Einwohner In Deutschland waren es nur 562 Fahrzeuge Mit uber 255 Millionen Einheiten verfugen die USA uber den grossten Fuhrpark aller Staaten 218 Eisenbahn Siehe auch Geschichte der Eisenbahn in Nordamerika Streckennetz der sieben grossten Bahngesellschaften Fur den Guterverkehr uber lange Strecken spielt die von verschiedenen privaten Gesellschaften betriebene Eisenbahn noch heute eine grosse Rolle Mit einer Gesamtlange von 293 564 Kilometern im Jahre 2014 haben die Vereinigten Staaten das langste Eisenbahnnetz der Welt 214 Den Markt dominieren sieben grosse uberregionale Bahngesellschaften Daneben gibt es noch mehrere hundert weitere kleinere Gesellschaften Die Bedeutung des Schienenverkehrs ist nicht mehr mit den Jahrzehnten seit der Verkehrserschliessung durch die transkontinentalen Eisenbahnen bis zur Mitte des 20 Jahrhunderts zu vergleichen Nichtsdestotrotz steigt sie seit einigen Jahren wieder zwischen 2000 und 2012 hat sich die Zahl der beforderten Personen von Amtrak fast verdoppelt Weite Teile des Streckennetzes sind nicht elektrifiziert und werden mit Diesellokomotiven bedient Viele Strecken sind gering ausgebaut und in einem sanierungsbedurftigen Zustand 219 Der Guterverkehr hat im Vergleich zu anderen Landern eine wesentlich hohere Produktivitat das Haupttransportgut auf der Schiene ist Kohle 45 des Gutervolumens 220 221 In den stadtischen Ballungsgebieten der Ostkuste Kaliforniens und im Raum Chicago hat der Personenverkehr auf der Schiene eine gewisse Rolle behalten die er teilweise sogar wieder ausbauen konnte beispielsweise mit dem Acela Express zwischen Washington D C und Boston der eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 140 km h erreicht Die weiten Strecken zwischen den stadtischen Agglomerationen werden fahrplanmassig bedient jedoch liegt die Hauptbedeutung hier eher im touristischen Bereich vergleichbar den Schienenkreuzfahrten in Europa auch aufgrund meist sehr langer Fahrzeiten und geringer Geschwindigkeiten Insgesamt hat der Schienenverkehr nur einen sehr geringen Anteil am gesamten Personenverkehr in den Vereinigten Staaten bei weitem geringer als in anderen Staaten Der Personenverkehr wird hauptsachlich von der Gesellschaft Amtrak betrieben Die US Regierung plante den Aufbau eines Hochgeschwindigkeitsnetzes auf zehn Korridoren zwischen verschiedenen grossen Ballungsraumen u a an der Westkuste in Kalifornien und an der Ostkuste verteilt bis 2017 Vor allem aufgrund des uberlasteten Strassen bzw Flugverkehrs sei dies langfristig sinnvoll Insgesamt sollte das Projekt 53 Milliarden US Dollar ca 39 Milliarden Euro kosten hauptsachlich finanziert aus dem Konjunkturpaket der Vereinigten Staaten 222 Der Obama Administration ist es jedoch nicht gelungen die notwendigen Mittel im Haushalt durch den Kongress genehmigen zu lassen 223 Flugverkehr Der Atlanta Hartsfield Jackson Flughafen nach Passagieraufkommen ist er der grosste internationale Flughafen weltweit Wichtiger Verkehrstrager im Personenverkehr fur Lang Mittel und auch Kurzstrecken ist der Flugverkehr Die Vereinigten Staaten weisen das grosste und ausgebauteste Zivilluftfahrtssystem der Welt auf Es gibt insgesamt 19 000 Start und Lande Bahnen verschiedenster Kategorien davon 389 grossere 88 aller Passagiere starten von den 62 grossten Flughafen im Land 224 Die grossten amerikanischen Fluggesellschaften sind American Airlines Delta Air Lines Southwest Airlines und United Airlines Unter den hinsichtlich der Passagierzahlen zehn grossten Fluggesellschaften der Welt sind funf amerikanische vertreten 225 2017 wurden insgesamt uber 849 Millionen Personen von im Land registrierten Airlines transportiert 226 Der nach Passagieraufkommen grosste Flughafen der Welt befindet sich in Atlanta Weitere wichtige Drehkreuze sind in Los Angeles Chicago Dallas Fort Worth New York Denver San Francisco Charlotte Las Vegas und Miami Kleine Flughafen mit planmassigem Betrieb gibt es in nahezu jeder Kleinstadt Siehe auch Airport Improvement Program Seeschifffahrt Schifffahrtswege werden primar fur den Fracht und Gutertransport genutzt Im Inland umfasst das Netz von Wasserwegen 40 000 Kilometer davon ist die Halfte fur alle grosseren Schiffe befahrbar Es gibt etwa 230 Anlegeplatze Insgesamt sind 41 der 50 Bundesstaaten miteinander uber den Wasserweg verbunden Wichtige Wasserwege im Inland sind u a der Mississippi der sich von New Orleans bis nach Minneapolis erstreckt sowie das Ohio Fluss Becken 2014 wurden etwa 600 Millionen Tonnen Guter durch Binnenschiffe transportiert das machte 5 des kommerziellen Guterverkehrs aus 227 An den Kusten sind der Gulf Intracoastal Waterway und die Kanale an der Pazifikkuste von Gewicht 228 229 Die grossten Frachthafen befinden sich unter anderem in Boston Chicago uber den Sankt Lorenz Grossschifffahrtsweg New York Houston Los Angeles sowie in Louisiana Grosse Bedeutung hat die Kreuzschifffahrt die Halfte des weltweiten Passagieraufkommens fur Kreuzfahrten kommt aus den Vereinigten Staaten die mit Abstand wichtigste Destination ist dabei die Karibik 230 KulturSiehe auch Kunst in den Vereinigten Staaten Das Hollywood Sign uber den Hollywood Hills steht als Sinnbild fur die amerikanische Filmindustrie eine der altesten der Welt Die amerikanische Kultur ist gepragt von der Vielfalt der ethnischen Einflusse und Traditionen die zahlreiche Einwanderergruppen mitbrachten Erst in den 1930er Jahren bildete sich durch die Massenmedien eine einheitliche amerikanische Popularkultur heraus Verschiedene Kulturwissenschaftler haben sich mit der typisch amerikanischen Mentalitat befasst Selbstbild und Fremdbilder verglichen und daraus sogenannte Kulturstandards des Verhaltens formuliert Die fruhe Kulturproduktion in den Vereinigten Staaten war vor allem durch die englische Leitkultur gepragt die aber aufgrund der neuen einzigartigen Verhaltnisse schnell an Eigenstandigkeit gewann Den afrikanischen Sklaven wurde eine Ausubung ihrer kulturellen Traditionen und eine eigene Kulturproduktion verboten so dass sie sich stark an europaischen Mustern orientieren mussten Jedoch konnten Elemente ihrer Ursprungskulturen im Geheimen aufrechterhalten werden Im 20 Jahrhundert losten sich amerikanische Kunstler von den Vorbildern der Alten Welt Die unterschiedlichen kulturellen Disziplinen wurden in neue Richtungen erweitert Der Times Square das Zentrum des Broadway Theaterviertels Zur zeitgenossischen Kunst und Unterhaltungsszene in den Vereinigten Staaten gehorten die Verjungung der Musik Neuentwicklungen im Modernen Tanz die Verwendung ureigener amerikanischer Themen im Theater die Filmproduktion in ihrer ganzen Bandbreite und die Globalisierung der Bildenden Kunste Sicht uber einen Teil des Las Vegas Strips bei Nacht In den Vereinigten Staaten gibt es ahnlich wie in Deutschland aber anders als in Frankreich kein zentrales Kulturministerium das eine landesweite Kulturpolitik steuert In dieser Tatsache spiegelt sich die Uberzeugung wider dass es Bereiche im gesellschaftlichen Leben gibt in denen die Regierung nur eine kleine oder gar keine Rolle spielen sollte Die zwei nationalen Stiftungen fur Kunst und Geisteswissenschaften National Endowment for the Arts NEA und National Endowment for the Humanities NEH unterstutzen mit Zuschussen sowohl einzelne Kunstler und Wissenschaftler als auch Institutionen die im Bereich der Kunst und Geisteswissenschaften tatig sind Seit der Republican Revolution 1994 bei der die Republikaner im Kongress die Mehrheit errangen wurden beide Stiftungen sowie auch die offentlichen Rundfunkanstalten PBS und NPR immer wieder durch Mittelkurzungen bedroht oft begleitet von dem Vorwurf sie betrieben eine linke Politik zugunsten einer Elite Insbesondere Kunst die von christlich fundamentalistischen oder stark romisch katholischen Kreisen kritisch betrachtet wird wird ein Zielpunkt dieser Drohungen Wahrend das Budget der NEA das sich 2003 auf 115 Millionen US Dollar belief verglichen mit der Kulturforderung anderer Lander bescheiden war so machten von jeher private Spenden den Grossteil der Kulturforderung aus Diese privaten Spenden wurden fur das Jahr 2002 auf ungefahr 12 1 Milliarden US Dollar geschatzt Indigene Kultur Die Kulturformen der rund 350 als Stamme tribes betrachteten Indianergruppen deren Angehorige sich als American Indians oder Native Americans bezeichnen und im Hauptteil der Vereinigten Staaten leben sind nicht einheitlich auch die in Alaska lebenden 225 anerkannten Stamme der Alaska Natives unterscheiden sich erheblich erst recht die Gruppen auf Hawaii Innerhalb des Landes zwischen Stadt und Land sowie zwischen den ethnischen Gruppen sind die Unterschiede denkbar gross Sie entwickelten eigene Identitaten und kulturelle Strukturen die sich Kulturarealen zuordnen lassen die Zahl der Sprachen war sehr hoch jedoch sind viele von ihnen vom Aussterben bedroht Die grosste Sprache mit rund 150 000 Sprechern ist das Navajo An der Pazifikkuste war die Kultur von Fischfang dominiert oder vom Walfang wie bei den Makah im Nordwesten Washingtons Dort finden sich gewaltige Totempfahle deren grosster in Washington steht Im Binnenland dominierten berittene Jagd Sammeln und Flussfischerei In den grossen Ebenen den Plains stand die Bisonjagd im Mittelpunkt in anderen der Elch Durch die Ankunft des Pferdes entwickelte sich ab dem 17 Jahrhundert ein Reiternomadismus der weitraumige Volkerbewegungen in Gang setzte Der Osten hingegen wurde ab 1830 weitgehend entvolkert Pfad der Tranen so dass der indianische Kultureinfluss hier lange weniger zu spuren war Ahnlich wie die Literatur verfolgt die indianische Kunstszene nicht nur traditionelle Elemente sondern verbindet sie mit von Europa inspirierten Mitteln der amerikanischen Kultur Andere Indianerkunstler produzieren losgelost von diesen Traditionen in deren Genres und mit deren Mitteln Meist stehen in der Literatur okologische Probleme Armut und Gewalt entmenschte Technik oder Spiritualitat im Vordergrund Dabei reicht die schriftliche Tradition bis in das fruhe 19 Jahrhundert zuruck riss jedoch immer wieder ab William Apes The Experience of William Apes a Native of the Forest 1831 ein Pequot George Copway ein Anishinabe und Elias Johnson ein Tuscarora sind fruhe Beispiele Die Novelle Laughing Boy von Oliver La Farge 1929 wurde erst in den 1960er Jahren wieder aufgenommen Der Kiowa N Scott Momaday erhielt 1969 den Pulitzer Preis fur House Made of Dawn Vine Deloria publizierte Custer Died For Your Sins An Indian Manifesto Den nationalen Rahmen sprengte Dee Browns Bury My Heart At Wounded Knee von 1970 Musik Louis Armstrong einer der bedeutendsten Musiker des Hot Jazz mit grossem Einfluss auf die weitere Entwicklung des Jazz Ein wesentlicher Beitrag der Vereinigten Staaten zur Weltkultur ist die Entwicklung des Jazz der als erste eigenstandige Musikform der Vereinigten Staaten gilt sowie des Blues und des Country aus deren Zusammenfuhrung in den 1950er Jahren der Rock n Roll entstand Diese Musikkultur ist einzigartig durch den Zusammenfluss afroamerikanischer mit europaischer Folklore und bildet heute eine zentrale Grundlage der popularen Kultur der westlichen Welt Seit 1959 werden die Grammy Awards von der Recording Academy in Los Angeles jahrlich in derzeit 78 Kategorien an Kunstler wie Sanger Komponisten Musiker sowie Produktionsleiter und die Tontechnik verliehen Der Grammy gilt als die hochste internationale Auszeichnung fur Kunstler und Aufnahmeteams Film Hauptartikel US amerikanischer Film Theater In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen noch folgende wichtige Informationen Ein Verweis auf ein Theaterviertel in New York bildet nicht die US amerikanische Theaterlandschaft ab Hilf der Wikipedia indem du sie recherchierst und einfugst Siehe auch Broadway Theater Literatur Hauptartikel Amerikanische Literatur Siehe auch Liste amerikanischer Schriftsteller John Smiths Generall Historie of Virginia 1624 Einer der wichtigsten amerikanischen Autoren des 20 Jahrhunderts war John Steinbeck Foto von 1962 Gertrude Stein eine der wichtigsten Literatinnen der amerikanischen Moderne Fotografie von Carl van Vechten 1935 Die Literaturproduktion knupfte in keiner Weise an die Traditionen der Indianer an sondern setzte mit Reiseberichten und Geschichtsschreibung ein hinzu kamen Tagebucher und theologische Literatur Das erste gedruckte Buch war das Bay Psalm Book von 1640 Die wichtigsten puritanischen Dichter waren Edward Taylor und Anne Bradstreet The Tenth Muse Lately Sprung Up in America London 1650 1704 verfasste Sarah Kemble Knight den Bericht einer Reise von Boston nach New York The Journal of Madam Knight womit die Landschaft erstmals eine Auseinandersetzung erzwang Mit den Gefangenschaftsberichten bei Indianern drangen zudem interkulturelle Kontakte und Fremdheit in die Literatur vor wie etwa bei Mary Rowlandson oder John Smiths Bericht uber seine angebliche Rettung durch Pocahontas Als wichtigstes Werk der puritanischen Geschichtsschreibung gelten die Magnalia Christi Americana 1702 von Cotton Mather Zahlreiche politische Essays und Satiren die in England wie in den Vereinigten Staaten gelesen wurden stammten aus der Feder von Benjamin Franklin Patriotismus pragte die Literatur der Grundungsjahre Philip Freneau wurde zum Dichter der amerikanischen Revolution und zeichnete ein wohlwollendes Bild der Indianer Webster kompilierte von 1806 bis 1828 sein An American Dictionary of the English Language Auf seine Rechtschreibform gehen zahlreiche Unterschiede des amerikanischen gegenuber dem britischen Englisch zuruck Charles Brockden Brown griff die englische Tradition der Gothic Novel auf und gilt als Wegbereiter des psychologischen Romans Washington Irving und James Fenimore Cooper waren von den historischen Romanen Sir Walter Scotts beeinflusst Irving wird oft als Begrunder der Kurzgeschichte bezeichnet Cooper erfasste im Lederstrumpf 1823 1841 die Frontiererfahrung und prasentierte Indianer als edle Wilde Die amerikanische Romantik haufig als American Renaissance bezeichnet erreichte ihren Hohepunkt uber 30 Jahre nach der europaischen Von Ralph Waldo Emerson ging der Transzendentalismus aus Er berief sich auf Immanuel Kants Transzendentalphilosophie verband sie jedoch mit fernostlicher und indischer Philosophie Sein The American Scholar von 1837 wurde als kulturelle Unabhangigkeitserklarung der Vereinigten Staaten bezeichnet Henry David Thoreau lebte zwei Jahre in einer Blockhutte Sein Streben nach einem alternativen Lebensentwurf machte sein uber diese zwei Jahre berichtendes Walden in den 1960er Jahren zu einem Kultbuch der Hippiebewegung Thoreaus politischer Essay Ziviler Ungehorsam 1849 beeinflusste Martin Luther King ebenso wie die Umweltbewegung Walt Whitman stellte in freien Versen die Korperlichkeit in den Vordergrund Nathaniel Hawthorne war dagegen von einem tiefen Skeptizismus gepragt Seine Themen waren Schuld Strafe und Intoleranz etwa in der Gesellschaft seiner puritanischen Vorfahren In Die Blithedale Maskerade 1841 schilderte er das Scheitern einer utopischen Kommune Herman Melvilles Moby Dick 1851 war eine Reflexion uber die Fragen des Daseins uber Gut und Bose die Begrenztheit der menschlichen Erkenntnisfahigkeit Dieses und seine Spatwerke wie Bartleby der Schreiber wurden erst lange nach seinem Tod anerkannt Edgar Allan Poes Kurzgeschichten beeinflussten die Entwicklung der phantastischen und der Horrorliteratur mit Der Doppelmord in der Rue Morgue erfand er die Detektivgeschichte Poe gelang es mittels einer Dichtungstheorie Die Philosophie der Komposition Das poetische Prinzip die Lyrik in das Gebiet symbolistischer und lautpoetischer Sprachkunst zu entwickeln Der Konflikt zwischen Nord und Sudstaaten um die Sklaverei wurde auch mit literarischen Mitteln ausgetragen 1789 erschien die Autobiografie Olaudah Equianos Harriet Beecher Stowes Onkel Toms Hutte 1852 wurde im Norden ein Bestseller Herausragend sind Faulkners Yoknapatawpha Romane 1930er Jahre Stephen Vincent Benets John Brown s Body 1928 und nicht zuletzt Margaret Mitchells Vom Winde verweht 1936 Die Sudstaaten schwankten zwischen Nostalgie und scharfer Kritik Der Dichter und Musiker Sidney Lanier schrieb dustere Oden Kate Chopin uber die kreolisch gepragte Gesellschaft Louisianas Mark Twains Die Abenteuer des Huckleberry Finn 1885 oder Frank Norris local color literature exponierten regionale Eigenheiten und Dialekte Das Massenelend in den Stadten wurde zum Thema Jack London zog wahrend des Klondike Goldrauschs in den aussersten Norden Ruf der Wildnis Frank Norris gehorte wie London der radikalen Literaturszene San Franciscos an Seine Romane thematisierten das harte Leben in Kalifornien dem vermeintlichen Gelobten Land Gier nach Gold 1899 Upton Sinclair deckte in Der Sumpf 1906 die Missstande in den Schlachthofen Chicagos auf T S Eliot oder W H Auden Ezra Pound und Hilda Doolittle H D gelten als Vertreter der Moderne Viele amerikanische Schriftsteller verbrachten einige Zeit in Europa Stein schuf fur sie den Begriff Verlorene Generation John Dos Passos schrieb mit Manhattan Transfer den bekanntesten Grossstadtroman Als 1927 die Anarchisten Sacco und Vanzetti hingerichtet wurden hielten vor den Gefangnistoren John Dos Passos Langston Hughes und Edna St Vincent Millay Mahnwache Viele Schriftsteller wandten sich dem Sozialismus zu Die proletarische Literatur erreichte mit Werken wie Dos Passos U S A Trilogie 1930 1936 und John Steinbecks Fruchte des Zorns 1939 ihren Hohepunkt Die zwolf Autoren des Pamphlets I ll Take My Stand und ihre Nachfolger wurden als Southern Agrarians bekannt sie wandten sich gegen Rationalitat Industrialisierung und Verstadterung Eliot veroffentlichte 1922 das wohl bekannteste Gedicht der englischsprachigen Moderne Das wuste Land Gertrude Steins Gedichte sind oft mehr dem Klang als dem Sinn verpflichtet Ein Extrem der Prosa stellt der knappe Stil Ernest Hemingways dar ein entgegengesetztes die wuchernden Satze William Faulkners Sein Werk Literaturnobelpreis 1950 wurde in Frankreich insbesondere von Jean Paul Sartre und anderen Existenzialisten in Deutschland von Gottfried Benn gefeiert Den grossten Einfluss hatte er aber wohl auf die lateinamerikanische Literatur insbesondere des magischen Realismus Sherwood Anderson und Thomas Wolfe waren Vorbilder Faulkners F Scott Fitzgeralds Werke beobachteten die gehobene Gesellschaft New Yorks oder die Exilanten Boheme und so wurde er zum Chronisten der wilden Zwanziger In Der grosse Gatsby 1925 griff er den amerikanischen Erfolgsmythos auf Ralph Ellison Foto 1961 war ein amerikanischer Autor und Literaturkritiker Er erhielt 1953 den National Book Award Mit der Harlem Renaissance begann um 1920 eine Blutezeit der afroamerikanischen Literatur stark beeinflusst von Alain LeRoy Lockes Anthologie The New Negro 1925 Richard Wright und Ralph Ellison gehorten der Generation an die auf die der Harlem Renaissance folgte und in ihr Vorbilder fand aber deren Optimismus der Resignation gewichen war Wrights Native Son 1940 und Ellisons Der unsichtbare Mann 1951 gelten als die zentralen Werke Nach dem Zweiten Weltkrieg erschienen Norman Mailers Die Nackten und die Toten und Gore Vidals Williwaw James Jones Verdammt in alle Ewigkeit und Herman Wouks Die Caine war ihr Schicksal Mailer verarbeitete sein Engagement in der Antikriegsbewegung in Heere aus der Nacht fur den er faction Neubildung aus fact und fiction als neue Literaturgattung erfand Vidal loste 1948 mit Geschlossener Kreis einem der ersten schwulen Romane einen Skandal aus Henry Miller pflegte eine ablehnende Haltung Der klimatisierte Alptraum 1945 ist einer seiner Titel und zugleich sein Spottname fur die Vereinigten Staaten Er erlangte mit Wendekreis des Krebses 1934 und Wendekreis des Steinbocks 1939 einen Ruf als Skandalautor Seine Werke sind wie auch die Trilogie Nexus Plexus Sexus 1948 1960 jedoch eher als spirituelle Biografie und Zeugnisse mystischer Neigungen interessant In den spaten 1940er Jahren bildete sich um Allen Ginsberg Jack Kerouac Gregory Corso und William S Burroughs eine neue literarische Boheme die als Beat Generation bezeichnet wurde Der kulturelle Einfluss der beat poets zeigt sich darin dass die nonkonformistische Jugendbewegung um 1960 nach ihnen als Beatniks bezeichnet wurde Ginsbergs Gedichte stehen in ihrer freien Form im radikalen Individualismus und visionaren Drang in der Tradition Whitmans sind aber zugleich ironisch verzweifelte Kommentare zum Zustand der Gesellschaft So wurde er in den 1960er Jahren zu einer Symbolfigur der Hippies Jack Kerouacs bekanntester Roman On the Road beschreibt eine Reise zweier junger Manner auf der Flucht vor Zwangen und auf der Suche nach Sinnesfreuden und spiritueller Erfullung als Gegenentwurf gegen Materialismus und Konformitatszwang Eine zentrale Figur der Hippiebewegung wurde auch Ken Kesey mit Einer flog uber das Kuckucksnest In den 1960er und 1970er Jahren wurden im engeren Sinne experimentelle Autoren wie Vladimir Nabokov Thomas Pynchon und John Barth als postmodern bezeichnet Heute wird oftmals die gesamte Literaturproduktion etwa ab 1960 unter dem Begriff der Postmoderne gefasst weil sie als Produkt einer postmodernen Gesellschaft begriffen wird Wege gemeinschaftlichen literarischen Schaffens erproben Systeme wie NaNoWriMo Bildende Kunst und Architektur Siehe auch Liste der hochsten Gebaude in den Vereinigten Staaten Massenmedien In dem im 20 Jahrhundert stattfindenden Prozess der Durchdringung aller Bereiche des taglichen Lebens durch Medien haben die Vereinigten Staaten immer eine Vorreiterrolle gespielt Schon in der ersten Halfte des 19 Jahrhunderts ist die Entstehung einer Boulevardpresse zu beobachten Auch die massenhafte Verbreitung von Radio Fernsehen Computer und Internet begann hier fruher als im Rest der Welt 1998 besassen bereits 53 der Haushalte einen eigenen Personal Computer Siehe auch Fernsehen in den Vereinigten Staaten Geschichte und Verfassungsverstandnis Schon in den Grunderkolonien entwickelte sich rasch ein Zeitungswesen Die erste von den Briten allerdings gleich wieder verbotene Zeitung namens Publick occurences Both Foreign and Domestik erschien bereits 1690 Zu Beginn des 18 Jahrhunderts wurden bereits regelmassig Zeitungen veroffentlicht darunter viele deutschsprachige Die erste deutschsprachige Zeitung im Gebiet der heutigen Vereinigten Staaten war die 1732 von Benjamin Franklin gegrundete Philadelphische Zeitung In den Revolutionsjahren nahm die Publikationsfreude der vor allem englisch und deutschstammigen Einwanderer stark zu Als die Unabhangigkeitserklarung 1776 verabschiedet wurde erschien sie zunachst im deutschsprachigen Pennsylvanischen Staatsboten Eine Veroffentlichung der Erklarung in der englischsprachigen Presse erfolgte erst spater Der Pressefreiheit wurde im ersten Verfassungszusatz 1791 ein prominenter Platz eingeraumt In den Vereinigten Staaten herrschte schon fruh die Uberzeugung dass das allgemeine Wohl am besten durch einen wie es Oliver W Holmes 1919 formulierte freien Austausch Handel von Ideen und Vorstellungen free trade of ideas erreicht werde 231 Diese Funktion des ersten Zusatzartikels bestatigte der Supreme Court im Jahr 1969 It is the right of the viewers and listeners not the right of the broadcasters which is paramount It is the purpose of the First Amendment to preserve an uninhibited marketplace of ideas in which truth will ultimately prevail rather than to countenance monopolization of that market 232 Reporter ohne Grenzen beurteilt die Lage fur die Pressefreiheit als zufriedenstellend Seit dem Amtsantritt von Prasident Biden habe sich die Zuverlassigkeit und Transparenz der Regierungskommunikation verbessert Laut der Nichtregierungsorganisation bestunden aber strukturelle Schwachen fort wie das Verschwinden lokaler Medien und ein weitverbreitetes Misstrauen gegen sogenannte Mainstream Medien 233 Medienkonzerne Siehe auch Geschichte der Zeitungen der Vereinigten Staaten Time Warner ist ein Medienunternehmen mit zahlreichen Geschaftsfeldern Zu Time Warner gehoren unter anderem das Film und Fernsehstudio Warner Bros der Pay TV Sender Home Box Office HBO und die Time Inc Buch und Zeitschriftenverlage Viacom ist ein amerikanischer Medienkonzern mit Beteiligungen an MTV Networks und Paramount Pictures NBC Universal ist das drittgrosste Medienunternehmen der Welt nach Time Warner und Viacom Zu NBC Universal gehoren die amerikanischen Sender National Broadcasting Company NBC USA Network und MSNBC sowie das Filmunternehmen Universal Studios Die News Corporation ist ein Medienkonzern des Hauptaktionars Rupert Murdoch Die News Corporation hat zahlreiche Beteiligungen an Film und Fernsehunternehmen Zeitungs und Buchverlagen Zu den Beteiligungen gehoren u a die Unternehmen 20th Century Fox Fox Broadcasting Company New York Post und Dow Jones Wall Street Journal Bildung Hauptartikel Bildungssystem in den Vereinigten Staaten Tourismus Hauptartikel Tourismus in den Vereinigten Staaten Wissenschaft Buzz Aldrin auf dem Mond mit der Apollo 11 Mission Die USA sind bis heute das einzige Land das Menschen zum Mond geschickt hat Der zentrale Teil des Massachusetts Institute of Technology eine der renommiertesten Universitaten der Welt Seit den Anfangen als unabhangige Nation haben die Vereinigten Staaten durch Ermoglichung des freien Austausches von Ideen der Verbreitung von Wissen und durch die Aufnahme kreativer Menschen aus aller Welt Wissenschaft und Erfindungen gefordert Die Verfassung spiegelt den Wunsch nach wissenschaftlicher Aktivitat wider Sie gibt dem Kongress die Befugnis den Fortschritt der Wissenschaft und nutzlicher Kunste zu fordern indem Urhebern und Erfindern fur eine begrenzte Zeit das Exklusivrecht auf ihre jeweiligen Schriften und Entdeckungen zugesichert wird Diese Bestimmung ist Grundlage fur das Patent und Warenzeichensystem der Vereinigten Staaten Zwei der Grundervater der Vereinigten Staaten waren selbst namhafte Wissenschaftler Benjamin Franklin fuhrte mit einer Reihe von Experimenten den Nachweis dass der Blitz eine Art von Elektrizitat ist und erfand den Blitzableiter Thomas Jefferson studierte Landwirtschaft und fuhrte neue Reis Olivenbaum und Grassorten in die Neue Welt ein Im 19 Jahrhundert stammten die fuhrenden neuen Ideen in Naturwissenschaft und Mathematik aus Grossbritannien Frankreich und Deutschland doch wurden sie vielfach nicht rezipiert Aufgrund der weiten Entfernung zwischen den Vereinigten Staaten und den Ursprungslandern der westlichen Wissenschaft und Produktion war es oft notwendig eigene Vorgehensweisen zu entwickeln Forscher und Erfinder aus den Vereinigten Staaten lagen zwar bei der Entwicklung von Theorien im Ruckstand aber sie brillierten in den angewandten Naturwissenschaften Vor diesem Hintergrund kam es zu einer Vielzahl wichtiger Erfindungen Grosse amerikanische Erfinder sind Robert Fulton Dampfschiff Samuel F B Morse Telegraf Eli Whitney Egreniermaschine zur Baumwollentkornung Cyrus McCormick Maher die Bruder Wright Motorflugzeug und Thomas Alva Edison der mit mehr als eintausend Erfindungen produktivste Erfinder In der zweiten Halfte des 20 Jahrhunderts wurden amerikanische Wissenschaftler zunehmend fur ihre Beitrage zur Wissenschaft der Formulierung von Konzepten und Theorien anerkannt Diese Veranderung zeigt sich auch bei den Gewinnern der Nobelpreise in Physik und Chemie Unter den Nobelpreisgewinnern in der ersten Halfte des Jahrhunderts 1901 bis 1950 stellten Amerikaner in den Naturwissenschaften nur eine kleine Minderheit Seit 1950 haben in den Vereinigten Staaten tatige Wissenschaftler etwa die Halfte der in den Naturwissenschaften verliehenen Nobelpreise erhalten Die Verarbeitung nicht angelsachsischer Forschung unterlag von Anfang an starker Beschrankung durch die Tatsache dass die einzig gangige Sprache das Englische war Wurde in den Nachkriegsjahren hohere Bildung als offentliches Gut betrachtet und Forschung als eine nationale Ressource so anderte sich dies in den 1980er Jahren Bildung verlor an intrinsischem Wert sie unterlag zunehmend den kapitalistischen Marktregeln wurde eher als personliche Investition betrachtet und damit zum privaten Gut und zum Mittel des Markterfolgs Wahrend bis weit in die 1970er Jahre ein gehobener akademischer Abschluss mit gesellschaftlichem Erfolg gleichgesetzt wurde erzeugte die veranderte Mentalitat ein Uberangebot an Promovierten und angesichts der zunehmenden Kosten eine sinkende Bereitschaft sich in Gesellschafts und Geisteswissenschaften zu engagieren 234 Die Vereinigten Staaten betreiben seit 1958 ein aktives Raumfahrtprogramm die NASA Kuche Amerikanischer Apfelkuchen Hauptartikel Kuche der Vereinigten Staaten Die traditionelle amerikanische Kuche verwendet einheimische Zutaten wie Truthahn Wildbret Kartoffeln Susskartoffeln Mais Kurbis und Ahornsirup die von den amerikanischen Ureinwohnern und den ersten europaischen Siedlern genutzt wurden Weizen ist die meistgenutzte Getreidesorte Soul Food die Kuche der fruheren afrikanischen Sklaven ist besonders im Suden der Vereinigten Staaten und bei Afroamerikanern beliebt Synkretische Kuchen wie die kreolische Cajun und Tex Mex sind ebenfalls beliebt Gerichte wie Apple Pie frittiertes Huhnchen Hamburger und Hotdogs stammen von Rezepten verschiedener Immigranten Pommes frites mexikanische Gerichte wie Burritos und Tacos sowie Pizza und Nudelgerichte die aus der italienischen Kuche ubernommen wurden sind verbreitet 235 Amerikaner bevorzugen meist Kaffee gegenuber Tee Des Weiteren werden Orangensaft und milchhaltige Fruhstucksgetranke konsumiert 236 237 Die Fast Food Industrie fuhrte in den 1930er Jahren als erste die Drive in Bedienung ein Wahrend der 1980er und 1990er Jahre nahm die Zufuhr von Nahrungsenergie der Amerikaner um 24 zu 235 Haufiges Essen in Fast Food Restaurants wird mit dem in den Vereinigten Staaten verbreiteten Ubergewicht in Verbindung gebracht 238 Gesusste Soft Drinks sind beliebt und machen neun Prozent der Kalorienzufuhr der Amerikaner aus 239 Sport Hauptartikel Sport in den Vereinigten Staaten Michael Phelps hier mit dem fruheren US Prasidenten George W Bush hat mehr olympische Medaillen darunter 23 Goldmedaillen gewonnen als jeder andere Sportler 240 Alle Stadte der USA und Kanada mit mindestens einem Team in der MLB MLS NBA NFL oder NHL 2018 American Football Baseball Hier Chicago White Sox vs Boston Red Sox im Jahr 2006 Basketball Hier Dirk Nowitzki und John Wall 2011 im Spiel Die Vereinigten Staaten haben eine ausgepragte Sportkultur in den De facto Nationalsportarten American Football 241 Baseball 242 und Basketball Profi Ligen in denen auf internationalem Niveau gespielt wird sind die NFL American Football die MLB Baseball die NBA Basketball und die NHL Eishockey Der amerikanische Sport steht im Wechselspiel zwischen Isolationismus und Internationalismus 243 Bisher fanden acht Mal Olympische Spiele in den Vereinigten Staaten statt Das Land belegt mit insgesamt 2803 Medaillen davon 1119 goldene Stand 6 Marz 2017 den ersten Platz im ewigen Medaillenspiegel der Olympischen Spiele Eine Aufteilung in Leistungs und Breitensport existiert nicht wie im deutschen Verstandnis Vielmehr hat sich eine Riege bestimmter Sekundarsportarten entwickelt deren Bedeutung nicht an der im Ubrigen eher geringen Kommerzialisierung und Verarbeitung in den landesweiten Medien sondern an der Verbreitung an Schulen sowie an der Masse der regionalen Auseinandersetzungen gemessen wird Zu diesen Sportarten zahlt neben dem Fussball amerikanisches Englisch soccer das weitverbreitete Lacrosse Typisch fur das amerikanische Sportgeschehen ist eine hohe Betonung des Unterhaltungseffekts sowie des integrativen Charakters des Sports Kennzeichnend fur die grosse Nachfrage nach dem Unterhaltungswert des Sports ist neben dem durchgehend aufwendigen Einsatz von Show und choreografischen Elementen Beleuchtung Cheerleader in manchen Sportarten eine meist ungefahrliche Inszenierung von Action und Gewalt beispielsweise beim Wrestling Die Vereinigten Staaten sind daruber hinaus Initiatoren einer weiteren subjektiven Einteilung diverser Sportarten die bei bewusster Schaffung eines Lebensgefuhls vor allem als legere Freizeitgestaltung betrieben werden Dazu gehoren neben Tennis und Bodybuilding diverse Trendsportarten Die grossen Hoffnungen die die Gesellschaft der Vereinigten Staaten in den integrierenden Effekt des Sports legt werden angesichts der Aufstiegsmoglichkeiten darin deutlich Ein bedeutender Teil der Stipendien fur die Universitaten wird an sportliche Talente vergeben Der dabei im In und Ausland oft geausserte Vorwurf dass solche Stipendiaten ohne ihre athletischen Fahigkeiten intellektuell an einer Hochschule nicht bestehen wurden trifft selten zu da auf schulische Leistungen grosser Wert gelegt wird und bei mangelhaften schulischen Leistungen die Sportausubung beschnitten wird In einem fur die Nationalsportarten im Laufe der Zeit entwickelten Modus dem sogenannten Drafting System werden unter Einstreuung gewisser Zufalligkeiten die Erstzugriffsrechte auf die besten Talente eines Jahrgangs an die schwachsten Vereine vergeben Im Gegensatz zum Lacrosse versucht die Fuhrung des Fussballsports in den Vereinigten Staaten Anschluss an die wesentlich verbreiteteren Sportarten American Football Baseball Basketball und Eishockey zu finden Dabei versucht die hochste Spielklasse die Major League Soccer Differenzen zwischen dem nordamerikanischen und dem europaischen Sportverstandnis zu uberbrucken In den 1970er Jahren wechselten internationale Spitzenspieler zu amerikanischen Vereinen So verpflichtete zum Beispiel New York Cosmos 1975 Pele und 1977 Franz Beckenbauer Ausserdem verpflichtete Los Angeles Galaxy im Jahr 2007 David Beckham und 2010 wurde Thierry Henry von den New York Red Bulls unter Vertrag genommen Von 2011 bis 2016 war Jurgen Klinsmann Cheftrainer der US amerikanischen Fussballnationalmannschaft Der Frauenfussball der Vereinigten Staaten ist international wesentlich erfolgreicher als der Mannerfussball Auch der Motorsport hat in den Vereinigten Staaten grossen Publikumszuspruch Die popularsten Rennserien sind NASCAR und INDYCAR Beruhmt sind die 500 Meilen von Indianapolis und die Speedweek in Daytona Beach Alljahrlich sind auch die Formel 1 und die Motorrad Weltmeisterschaften der MotoGP in den Vereinigten Staaten zu Gast Im Motorradsport grosser Beliebtheit erfreuen sich auch die Dirt Track Rennen mit den Grand National Championships In Kalifornien hat sich seit den fruhen 1970er Jahren eine erfolgreiche Speedway Szene etabliert und den Vereinigten Staaten mit seinen Speedway Profis Bruce Penhall Shawn Moran Sam Ermolenko Billy Hamill und Greg Hancock die zusammen sechs Speedway Einzelweltmeisterschaften gewonnen haben funf Weltmeister beschert Shawn Moran wurde 1983 Langbahn Weltmeister Feiertage Hauptartikel Staatliche Feiertage in den Vereinigten Staaten Auch hinsichtlich der Feiertage besteht in den Vereinigten Staaten ein anderes Verstandnis als in Europa Prinzipiell gelten von der Regierung eingerichtete Feiertage nur fur ihre Beamten und Angestellten einschliesslich der Mitarbeiter der Post Allerdings sind viele Feiertage wegen ihrer kulturellen Verankerung auch in der Wirtschaft Usus geworden Die Feiertage in den Vereinigten Staaten sind mit Ausnahme des Weihnachts und des Neujahresfestes aufgrund der strikten Trennung von Staat und Kirche nichtreligioser also vor allem patriotischer Natur Siehe auch Portal Vereinigte Staaten Bilder Artikel und mehr zu den Vereinigten Staaten Beziehungen zwischen Lateinamerika und den Vereinigten Staaten Beziehungen zwischen der Europaischen Union und den Vereinigten Staaten Amerikanisierung Antiamerikanismus American Studies interdisziplinares Wissenschaftsgebiet das sich mit Geschichte Politik Gesellschaft Kultur und Sprache der Vereinigten Staaten beschaftigtLiteraturThomas Bender A Nation Among Nations America s Place in World History New York 2006 Manfred Berg Geschichte der USA Oldenbourg Verlag Munchen 2013 ISBN 978 3 486 70482 2 Volker Depkat Geschichte Nordamerikas Eine Einfuhrung Geschichte der Kontinente Band 2 Bohlau Koln 2008 ISBN 978 3 8252 2614 5 Roland Hahn USA Neue Raumentwicklungen oder eine Neue Regionale Geographie 2 Auflage Klett Perthes Gotha Stuttgart 2002 ISBN 3 623 00678 5 Jurgen Heideking Christof Mauch Geschichte der USA Mit CD ROM Quellen zur Geschichte der USA 6 aktualisierte Auflage A Francke Tubingen Basel 2008 ISBN 978 3 8252 1938 3 Jill Lepore Diese Wahrheiten Eine Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika C H Beck Munchen 2019 ISBN 978 3 406 73988 0 Peter Losche Hrsg Landerbericht USA Geschichte Politik Wirtschaft Gesellschaft Kultur Bundeszentrale fur politische Bildung bpb Bonn 2004 ISBN 3 89331 485 7 5 neu bearb Aufl ebd 2008 ISBN 978 3 89331 851 3 Bernd Stover United States of America Geschichte und Kultur Von der ersten Kolonie bis zur Gegenwart C H Beck Munchen 2012 ISBN 978 3 406 63967 8 Ian Tyrrell Transnational Nation United States History in Global Perspective since 1789 Palgrave Macmillan Houndmills u a 2007 ISBN 978 1 4039 9368 7 Weblinks Wiktionary USA Bedeutungserklarungen Wortherkunft Synonyme Ubersetzungen Commons USA Sammlung von Bildern Videos und Audiodateien Wikivoyage Vereinigte Staaten von Amerika Reisefuhrer Wikimedia Atlas Vereinigte Staaten geographische und historische Karten Linkkatalog zum Thema Vereinigte Staaten bei curlie org ehemals DMOZ bpb de Dossier USA auf dem Informationsportal zur politischen Bildung Landerprofil des Statistischen Bundesamtes USA 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