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Tier

Der Begriff Tier (lat. animalis), im Deutschen zurückgehend auf althochdeutsch tior (Seelentier, wildes Tier) und verwandt mit gotisch dius (atmendes Wesen), wurde bereits im Altertum geprägt und ist ebenso Grundlage der von Carl von Linné begründeten Taxonomie wie auch der biologischen Systematik. Bis zum 19. und dem Anfang des 20. Jahrhunderts wurde nur zwischen Tieren (Animalia) und Pflanzen (Plantae) unterschieden, in einführenden Lehrwerken hatte diese Zweiteilung noch lange Bestand.

Rechtsstellung von Tieren in Deutschland

In der Tradition des römischen Rechts galten Tiere zivilrechtlich lange Zeit als Sachen. In Deutschland wurden sie 1990 mit der Einfügung von § 90a im Bürgerlichen Gesetzbuch gegenüber den Sachen abgeteilt, unterliegen aber im Allgemeinen weiterhin den sachenrechtlichen Bestimmungen. In Österreich war eine vergleichbare Novellierung 1988 mit § 285a ABGB wirksam geworden, in der Schweiz erfolgte sie 1993 mit dem Art. 641a ZGB. Der deutsche § 90a BGB lautet:

„Tiere sind keine Sachen. Sie werden durch besondere Gesetze geschützt. Auf sie sind die für Sachen geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden, soweit nicht etwas anderes bestimmt ist.“

Bürgerliches Gesetzbuch

Tierschutz ist in Deutschland ein Staatsziel nach GG. Die Umsetzung ist im Tierschutzgesetz geregelt. Dazu kommen viele weitere Gesetze und Verordnungen wie das Bundesnaturschutzgesetz und das Bundesjagdgesetz sowie die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung oder die Kälberhaltungsverordnung, die teilweise auch europäisches Recht umsetzen.

„Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.“

Tierdarstellungen in der Architektur

Hundedarstellung an einem gotischen Säulenkapitell

Tierdarstellungen erscheinen in Bauwerken und Gebäuden häufig ornamental bzw. dekorativ, etwa in Bestiensäule, Drolerien, Figurenkapitellen, Onigawaras und Zophoren. Einige architektonische Elemente zeigen stets eine bestimmte Tierart, darunter die bereits in der Antike verbreiteten Bukranien (Rind) sowie die Pferdeköpfe an niederdeutschen Hausgiebeln. Als Laufender Hund wird ein Mäander-ähnlicher Fries bezeichnet.

Tierdarstellungen in der Kunst

In der Literatur und in bildenden Kunst sind Tierdarstellungen überaus häufig. Bereits in Höhlenmalereien und ägyptischen Grabmalereien sind Tiere dargestellt.

Wikisource: Tierliteratur – Quellen und Volltexte
Wiktionary: Tier – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wikiquote: Tier – Zitate
  1. Thomas Cavalier-Smith: A revised six-kingdom system of life. In: Biological Reviews. Band 73, 1998, S. 203.
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  3. Georg August Goldfuß: Handbuch der Zoologie, Nürnberg, 1820, S. 57.
  4. Friedrich Kluge, Alfred Götze: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 20. Aufl., hrsg. von Walther Mitzka, De Gruyter, Berlin/New York 1967; Neudruck („21. unveränderte Auflage“) ebenda 1975, ISBN 3-11-005709-3, S. 778.
  5. Hans-Dieter Willkomm: Die Weidmannssprache. Begriffe, Wendungen und Bedeutungswandel des weidmännischen Sprachgutes. Berlin 1990, S. 84.
  6. Vgl. etwa Ute Schwab (Hrsg.): Das Tier in der Dichtung. Heidelberg 1970.
  7. Tierdarstellungen in der Kunst, Kleine digitale Bibliothek Nr. 39, CD-ROM, Directmedia Publishing GmbH, Berlin 2007, ISBN 978-3-89853-339-3.
Normdaten (Sachbegriff): GND:(, )

Tier
tier, untergruppe, aller, lebensformen, sprache, beobachten, bearbeiten, weitergeleitet, titel, dieses, artikels, mehrdeutig, weitere, bedeutungen, sind, unter, begriffsklärung, aufgeführt, sind, vielzellige, lebensformen, eine, form, heterotrophen, stoff, ene. Tier Untergruppe aller Lebensformen Sprache Beobachten Bearbeiten Weitergeleitet von Tiere Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig Weitere Bedeutungen sind unter Tier Begriffsklarung aufgefuhrt Tiere sind vielzellige Lebensformen die eine Form heterotrophen Stoff und Energiewechsels betreiben somit in der Ernahrung auf Korpersubstanz oder Stoffwechselprodukte anderer Organismen angewiesen sind und keine Pilze sind Verschiedene Tiere Innerhalb der irdischen Lebensformen bilden die Tiere ein eigenes Reich namens Animalia 1 Dieses Reich wird heutzutage gleichgesetzt mit dem Taxon der Metazoa 2 Demzufolge ist die Gruppe der eigentlichen Tiere deckungsgleich mit der Gruppe der vielzelligen Tiere Nach moderner Auffassung existieren keine einzelligen Tiere obwohl dies traditionell anders gesehen wurde 3 Samtliche Tiere entwickelten sich aus einer gemeinsamen Stammform und sind untereinander naher verwandt als mit allen anderen Lebewesen Die Tierwelt wird mit dem Begriff der Fauna umschrieben Die Naturwissenschaft von den Tieren heisst Zoologie Zu zoologischen Aspekten der Tiere siehe Hauptartikel Metazoa Der Mensch wird in der Biologie zu den Tieren gezahlt Bestimmte nicht naturwissenschaftliche Disziplinen darunter Rechtswissenschaft und Theologie rechnen ihn nicht zu ihnen Das Verhaltnis zwischen Tier und Mensch ist Forschungsgegenstand der Tierphilosophie Inhaltsverzeichnis 1 Begriff 2 Rechtliche Perspektive 2 1 Rechtsstellung von Tieren in Deutschland 3 Kulturelle Perspektive 3 1 Tierdarstellungen in der Architektur 3 2 Tierdarstellungen in der Kunst 4 Literatur 5 Weblinks 6 EinzelnachweiseBegriff BearbeitenDer Begriff Tier lat animalis im Deutschen zuruckgehend auf althochdeutsch tior Seelentier wildes Tier und verwandt mit gotisch dius atmendes Wesen 4 5 wurde bereits im Altertum gepragt und ist ebenso Grundlage der von Carl von Linne begrundeten Taxonomie wie auch der biologischen Systematik Bis zum 19 und dem Anfang des 20 Jahrhunderts wurde nur zwischen Tieren Animalia und Pflanzen Plantae unterschieden in einfuhrenden Lehrwerken hatte diese Zweiteilung noch lange Bestand Rechtliche Perspektive BearbeitenRechtsstellung von Tieren in Deutschland Bearbeiten In der Tradition des romischen Rechts galten Tiere zivilrechtlich lange Zeit als Sachen In Deutschland wurden sie 1990 mit der Einfugung von 90a im Burgerlichen Gesetzbuch gegenuber den Sachen abgeteilt unterliegen aber im Allgemeinen weiterhin den sachenrechtlichen Bestimmungen In Osterreich war eine vergleichbare Novellierung 1988 mit 285a ABGB wirksam geworden in der Schweiz erfolgte sie 1993 mit dem Art 641a ZGB Der deutsche 90a BGB lautet Tiere sind keine Sachen Sie werden durch besondere Gesetze geschutzt Auf sie sind die fur Sachen geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden soweit nicht etwas anderes bestimmt ist Burgerliches Gesetzbuch 6 Tierschutz ist in Deutschland ein Staatsziel nach Art 20a GG Die Umsetzung ist im Tierschutzgesetz geregelt Dazu kommen viele weitere Gesetze und Verordnungen wie das Bundesnaturschutzgesetz und das Bundesjagdgesetz sowie die Tierschutz Nutztierhaltungsverordnung oder die Kalberhaltungsverordnung die teilweise auch europaisches Recht umsetzen Zweck dieses Gesetzes ist es aus der Verantwortung des Menschen fur das Tier als Mitgeschopf dessen Leben und Wohlbefinden zu schutzen Niemand darf einem Tier ohne vernunftigen Grund Schmerzen Leiden oder Schaden zufugen 1 TierschutzgesetzKulturelle Perspektive BearbeitenTierdarstellungen in der Architektur Bearbeiten Hundedarstellung an einem gotischen Saulenkapitell Tierdarstellungen erscheinen in Bauwerken und Gebauden haufig ornamental bzw dekorativ etwa in Bestiensaule Drolerien Figurenkapitellen Onigawaras und Zophoren Einige architektonische Elemente zeigen stets eine bestimmte Tierart darunter die bereits in der Antike verbreiteten Bukranien Rind sowie die Pferdekopfe an niederdeutschen Hausgiebeln Als Laufender Hund wird ein Maander ahnlicher Fries bezeichnet Tierdarstellungen in der Kunst Bearbeiten In der Literatur 7 und in bildenden Kunst sind Tierdarstellungen uberaus haufig Bereits in Hohlenmalereien und agyptischen Grabmalereien sind Tiere dargestellt 8 Literatur BearbeitenAlexander Pschera Das Internet der Tiere Der neue Dialog zwischen Mensch und Natur Verlag Matthes amp Seitz Berlin Berlin 2014 ISBN 978 3 95757 014 7 Hans Werner Ingensiep Heike Baranzke Das Tier Reclam Stuttgart 2008 ISBN 978 3 15 020320 0 Manuela Linnemann Hrsg Bruder Bestien Automaten das Tier im abendlandischen Denken Tierrechte Menschenpflichten Band 3 Harald Fischer Verlag Erlangen 2000 ISBN 3 89131 401 9 Markus Wild Tierphilosophie zur Einfuhrung Junius Hamburg 2008 ISBN 978 3 88506 651 4 Tierlein rund um uns Die schonsten Tiergedichte zu denen Rudi vom Endt die lustigen Bilder zeichnete Drei Eulenverlag Dusseldorf 1946 Druck Graphische Anstalt August Thyssen Hutte AG Duisburg Hamborn DNB LinkWeblinks Bearbeiten Wikisource Tierliteratur Quellen und Volltexte Wiktionary Tier 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