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Schauspieler

Der Dramatiker und Kritiker Eric Bentley definierte Schauspiel als: A verkörpert B, während C zuschaut. Bentleys Definition macht deutlich, dass die Darstellung durch den Schauspieler viel mit der Vorstellungskraft des Zuschauers zu tun hat. Erst in der Wahrnehmung des Zuschauers kann ein Bild der dargestellten Person entstehen.

Gleichzeitig abstrahiert Bentleys Definition von allen historischen oder kulturellen Besonderheiten, die spezifische Formen der Schauspielerei, künstlerische Konventionen des Theaters bzw. Films usw. kennzeichnen. Demnach ist es für einen Schauspieler keineswegs zwingend, dass er seiner Tätigkeit regelmäßig oder professionell nachgeht, dass er die Darstellung einübt oder generell das Darstellen systematisch erlernt, dass er sich nach einer vorher festgelegten Anweisung richtet (er kann auch improvisieren oder extemporieren) oder das Schauspielen nur an dafür speziell eingerichteten Orten (auf einer Bühne oder in einem Studio) ausübt.

Die Ursprünge schauspielerischer Aktivitäten lassen sich zeitlich nicht auf ein bestimmtes Datum festlegen, bei Ausgrabungen stieß man jedoch auf prähistorische Masken und bildliche Darstellungen von maskierten Menschen, die auf Vorgänge des Überkleidens, Verkörperns und Verwandelns hindeuten. Die Ethnologie hat schauspielerisches Verkörpern und Masken bei allen indigenen Völkern beobachtet. Frühe idealistische Auffassungen führten Schauspielerei allgemein auf einen „mimetischen Urtrieb“ und eine angeborene Lust am Nachahmen zurück. Die heutige Forschung geht davon aus, dass der Ursprung schauspielerischer Betätigung in Riten liegt, mit denen die vorgeschichtlichen Menschen überlebenswichtige Handlungen (z. B. bei der Jagd) und erwünschte soziale Verhaltensweisen nachahmend einübten oder als unbeherrschbar erlebte Naturkräfte durch Verkörperungen (Dämonen, Götter) zu beschwören versuchten. Auch Fundstücke wie Masken und Zeichnungen sowie ethnologische Beobachtungen weisen auf Zusammenhänge zu Tieren bzw. essentiellen Naturvorgängen (Sonnenlauf, Niederschlag, Fruchtbarkeit usw.) hin. Auf dieser Grundlage lässt sich Schauspielen als eine anthropologische Grundkonstante begreifen.

Spezialisierte oder (semi)professionelle Schauspieler gibt es in Europa seit der Antike (siehe Theater der griechischen Antike, Theater der römischen Antike; Mime stammt vonaltgriechischμῖμοςmīmos „Nachahmer, Schauspieler“); die Nähe zur vorhellenischen Praxis wird in der frühen Antike noch dadurch deutlich, dass die Schauspieler in der Regel Masken tragen. Diese (vor)berufliche Tradition findet im europäischen Mittelalter und in der Frühneuzeit vor allem deshalb keine Fortsetzung, weil das Theater – der Hauptort schauspielerischer Betätigung – durch die Kirche streng geächtet ist; schauspielerische Betätigung ist allenfalls als „Possenreißen“ und Nebenbeschäftigung von Gauklern denkbar, die als Vaganten (Fahrendes Volk) die Jahrmärkte bereisen und einen dementsprechend niedrigen sozialen Status innehaben. Zur Zeit der Säkularisierung waren spezialisierte Schauspieler zunächst in den adeligen Hoftheatern und Opern sowie in den bürgerlichen Theatern Englands (Elisabethanisches Theater) und Italiens (Commedia dell’arte) tätig. Das Hoftheater mit seiner vorwiegend auf Repräsentation, Festlichkeit und Erhabenheit zielenden Kultur verlangte noch nach einem präsentierenden und vortragenden Schauspielertyp. Durch modernere Theaterpraktiker wie Gotthold Ephraim Lessing und die Dramatiker der Weimarer Klassik entstand ein neues Verständnis der Schauspielerei und die Forderung nach empfindsamer Natürlichkeit der Charaktere und nach innerer Motivation der Handlung.

Die Ächtung durch die Kirche ging z. B. so weit, dass zu Zeiten Voltaires die Schauspielerin Adrienne Lecouvreur, während sie im Sterben lag, ihrem Schauspielerberuf nicht abgeschworen hatte. Der Pfarrer verbot ihre Bestattung in geweihter Erde; ihre sterblichen Überreste wurden an der Uferböschung der Seine verscharrt. Ähnlich erging es Moliere, der jedoch eine halbwegs ehrbare Bestattung auf einem kirchlichen Friedhof erhielt.

Somit liegen die Anfänge berufsmäßig betriebener Schauspielkunst in der doppelten Genese von Theater als Kunst in der frühen Neuzeit begründet. Neben einem akademisch-dilettantischen Kunsttheater bildete sich hier eine professionelle Theaterkunst heraus, die von Berufsschauspielern (ital. comici) ausgeübt wurde. Ihre unmittelbaren Vorgänger, reisende mittelalterliche Akteure (gemeinhin als Vaganten bezeichnet und herabwürdigend dem sogenannten „Fahrenden Volk“ hinzugezählt), übten die Schauspielerei noch nicht als zentrale Tätigkeit aus. Auch die Hofschauspieler waren als Staatsbedienstete keine Berufsschauspieler im modernen Sinn. Frauen wurde aus religiösen und gesellschaftlichen Gründen offiziell über lange Zeit der Zugang zum Schauspielberuf verwehrt; zahlreiche Quellen belegen jedoch auch Berufsschauspielerinnen in der Commedia all'improvviso, wie etwa die berühmte Schauspielerin Isabella Andreini, die seit 1576 Mitglied der Compagnia dei Comici Gelosi war. Während die Tradition der Commedia all'improvviso im Zuge aufklärerischer Bestrebungen eines Reformtheaters sukzessive verdrängt wurde, brachte das 18. Jahrhundert eine Auffassung vom Schauspieler hervor, die im Grunde bis heute Bestand hat: die des Schauspielers als Menschendarsteller. Erst in dieser Zeit, genaugenommen durch Goldoni entstand die abwertend gemeinte Bezeichnung Commedia dell'Arte, die noch heute am geläufigsten ist.

Die heutige Vorstellung, wonach ein Schauspieler die umfassende Illusion einer anderen Person erzeugen, sich „einfühlen“ und „nicht aus der Rolle fallen“ soll, wird im 19. und frühen 20. Jahrhundert durch den schauspielerischen Naturalismus und das Aufkommen des Films weiter ausgebaut. Die steigenden Ansprüche an Schauspieler führen u. a. zur verstärkten Bedeutung der Schauspielerausbildung, insbesondere von Schauspielschulen. Ab Mitte des 20. Jahrhunderts wurde die „klassische“ Auffassung von schauspielerischer Tätigkeit und Fähigkeit wieder in Frage gestellt, da Film, Radio und Fernsehen neue Anforderungen an Schauspieler stellen (siehe Filmschauspieler). Die Auffächerung der Genres (z. B. Musicals) und die zunehmende Verschmelzung der verschiedenen Medien erhöhte die Ansprüche an Schauspieler. Die Vorstellung von kompletter Einfühlung und perfekt illusionistischem Spiel wurde auch programmatisch in Frage gestellt. Eine Reihe von Theaterpraktikern und -theoretikern, z. B. Brecht, forderten, dass Schauspieler sichtbare Distanz zu ihrer Rolle einnehmen, eine Person eher vorzeigen als imitieren und ihren eigenen Standpunkt gegenüber der Figur verdeutlichen sollen. Als Mittel schlugen sie vor, historische Schauspieltraditionen (z. B. das Tragen von Masken), aber auch Praktiken des außereuropäischen (oft des fernöstlichen) Theaters anzuwenden.

Beispiel von Schauspielarbeit im Hörfunkstudio: zwei Sätze in zwei „Anmutungen“

Von Schauspielern verlangt man für gewöhnlich, dass sie möglichst nahtlos in ihrer Rolle aufgehen. Handlungsweise, Motivation und innere Verfassung der Rollenfigur sollen glaubwürdig dargestellt werden, und somit die Illusion erzeugen, die verkörperte Person sei tatsächlich anwesend. Die Schauspielerei ist daher oft mit hohen mentalen, intellektuellen und körperlichen Anforderungen verbunden. Wichtig ist die Fähigkeit, die eigene mentale und emotionale Verfassung zu beherrschen, um eventuell abweichende Charakterzüge, Gemütslagen und Stimmungen der Rollenfigur zum Ausdruck zu bringen. Zudem muss sich der Schauspieler die sprachlichen, stimmlichen und körperlichen Ausdrucksmittel der Rolle so zu eigen machen, dass die eigenen „natürlichen“ Ausdrucksmöglichkeiten dahinter zurücktreten.

Aufgrund dieser emotionalen Flexibilität neigen einige Forscher zu der Auffassung, dass Schauspieler gleichsam „nicht zu Ende sozialisierte“ Individuen seien, die eine dynamische Persönlichkeitsstruktur beibehalten. Andere sehen im Schauspieler eher einen „übersozialisierten“ Menschen, der seine Selbst- und Triebbeherrschung so stark internalisiert hat, dass er fast beliebig über seine Emotionen und Äußerungen verfügen kann. Unter diesem Blickwinkel betrachten manche Autoren den Schauspieler als zugespitztes Modell des entfremdeten Menschen.

Schauspielerei beinhaltet eine intensive Auseinandersetzung mit der darzustellenden Figur, was ein fundiertes Verständnis des gesamten Handlungszusammenhangs voraussetzt. Dazu zählt oft auch Wissen über historische Hintergründe, Umgangsformen der Zeit oder Region, literarische Konventionen sowie Sprech- und Dialektvarianten.

Da Schauspielerei üblicherweise in Zusammenarbeit mit anderen Schauspielern und anderem Personal (Regisseure und Produzenten, Bühnen-, Szenen-, Kostüm- und Maskenbildner, Licht- und Tontechniker, Kameraleute, Inspizienten, Souffleusen, Bühnenarbeiter) ausgeübt wird, muss ein Schauspieler in der Regel auch über soziale Kompetenzen verfügen. Dazu gehört, die Präsenz und Bedeutung der eigenen Rolle zu respektieren und sich nicht unangemessen in den Vordergrund zu spielen (in der Theatersprache: eine „Rampensau“ zu werden); oder Kollegialität zu wahren und den sozialen Zusammenhalt eines Ensembles nicht zu gefährden, wenn man sich etwa mit einer als zu klein empfundenen Rolle abgespeist fühlt.

Körperliche Belastungen bestehen beispielsweise, wenn die Rolle Akrobatik, Kämpfen, Reiten oder Tanzen verlangt oder wenn bei einem Außendreh im Film ungünstige Witterungsbedingungen herrschen. Besonders beansprucht werden generell die Atem- und die Sprechorgane.

Konstantin Sergejewitsch Stanislawski

Bei der heutzutage vermittelten Schauspieltechnik existieren grundsätzlich zwei verschiedene Ansätze, die naturalistische „Identifikations“-Position (engl. Representation) und die illusionistische „Distanz“-Position (engl. Presentation).

Durch die „Identifikation“ fühlt sich der Schauspieler in die Rolle ein, verschmilzt mit den Eigenschaften der Rollenfigur und „vergisst“ dabei seine eigene Identität temporär. Durch die „Distanz“-Position geht er möglichst planmäßig und kalkuliert „mit klarem Kopf“ vor, um die für die Darstellung jeweils erforderlichen Ausdrucksformen willensgesteuert an sich hervorzurufen.

Einer der einflussreichsten und meistrezipierten Schauspiel-Methodiker, Konstantin Stanislawski, wird der „Identifikations“-Schule zugerechnet, dennoch basiert seine Methode auf einem hochgradig systematischen und analytischen System. Viele einflussreiche Methoden jüngerer Zeit, beispielsweise Lee StrasbergsMethod Acting“ oder Sanford Meisners „Meisner Technique“, sind eine Weiterentwicklung von Stanislawskis Ansätzen.

Als wichtige Vertreter der illusionistischen Schauspielmethode gelten die aus dem elisabethanischen Theater hervorgehende englische Theaterausbildung (z. B. Bristol Old Vic, Central School of Speech and Drama, Royal Academy of Dramatic Art), sowie die Techniken von Wsewolod Meyerhold, Erwin Piscator und Bertolt Brecht.

Die Berufsbezeichnung „Schauspieler“ ist nicht geschützt, somit darf sich jeder als Schauspieler bezeichnen. Tatsächlich wird die Schauspielerei von vielen Menschen vorübergehend (z. B. als Mitglied einer Schultheatergruppe) oder nur zu spezifischen Gelegenheiten (z. B. bei einem Familienfest) ausgeübt, andere betätigen sich dauerhaft, aber nicht-professionell (z. B. als Mitglied eines Amateurtheaters). Andere sind als Laiendarsteller (Komparsen) in Theater-, Opern-, Film- oder Fernsehproduktionen tätig.

Die Ausbildung zum Schauspieler ist nicht gesetzlich geregelt. Zunächst gibt es die Möglichkeit einer Ausbildung im Rahmen eines Studiums an einer der staatlichen Hochschulen, die den Studiengang Schauspiel anbieten und mit einem akademischen Grad wie Diplom-Schauspieler (Dipl.-Schau.) oder Bachelor-/ Master-∼ abschließen. Um als Schauspieler arbeiten zu können, kann es unter Umständen aber auch ausreichen, sich autodidaktisch auszubilden oder an Kursen und Workshops teilzunehmen. Auch privater Schauspielunterricht oder private Schauspielschulen sind mögliche Ausbildungsgänge. Eine Reihe privater Schauspielschulen verfügen über staatliche Anerkennung und sind damit wie auch die öffentlichen Schauspielschulen und staatlichen Hochschulen berechtigt, offizielle Abschlüsse zu erteilen.

Inhalte und Qualität der Ausbildung sind aufgrund dieser Vielseitigkeit außerordentlich unterschiedlich. Grundsätzlich haben Absolventen staatlicher Hochschulen höhere Chancen auf dem Markt Fuß zu fassen, vor allem an den öffentlichen Theatern. Die staatlichen Hochschulen im deutschsprachigen Raum haben sich in der Ständigen Konferenz Schauspielausbildung zusammengeschlossen, die sich mit inhaltlichen Standards der Schauspielausbildung auseinandersetzt. Im Bereich der Privatschulen und des individuellen Privatunterrichts bestehen allerdings keinerlei verbindliche Standards; hier bleibt es den Schulen bzw. Lehrenden überlassen, was und wie sie unterrichten wollen. Die hohe Nachfrage nach Ausbildungsplätzen führt dazu, dass sowohl staatliche Hochschulen als auch Privatschulen die Bewerber durch anspruchsvolle Aufnahmeprüfungen filtern. Privatschulen haben mitunter geringere Zugangsvoraussetzungen, erwarten aber von den Studierenden entsprechend höhere finanzielle Gegenleistungen.

Weil der Zugang zum Beruf „Schauspieler“ nicht einheitlich geregelt ist, es keinen rechtlichen Schutz gibt und zudem viele auch hauptberufliche Schauspieler nur befristet arbeiten, lässt sich die Anzahl der tatsächlichen Berufsschauspieler in Deutschland nur schwer ermitteln. Zählungen bzw. Schätzungen variieren je nachdem, ob nur hauptberufliche oder auch nebenberufliche oder nur abhängig beschäftigte oder auch selbständige Schauspieler einbezogen werden. Grobe Schätzungen gehen von etwa 25.000 Personen aus, die in Deutschland ihren Lebensunterhalt hauptsächlich durch Schauspielerei verdienen. Allerdings unterscheidet man hier die an Theatern festangestellten Schauspieler von den selbständigen Schauspielern auf dem „freien Markt“, von denen sich nach einigen Quellenangaben nur zwei bis fünf Prozent finanziell über Wasser halten können, ohne einen Nebenjob annehmen zu müssen.

Die Arbeitsmarktlage für Schauspieler ist vergleichsweise schlecht. Da die Berufsbezeichnung „Schauspieler“ nicht geschützt ist, können sich Personen mit unterschiedlichsten Ausbildungswegen und Berufserfahrungen um Engagements bewerben, was zu einem großen Überangebot an Bewerbern führen kann. Die Ungeregeltheit bewirkt auch, dass keine verlässlichen Angaben über die Arbeitslosigkeit vorliegen: Die amtliche Statistik bezieht sich nur auf die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (nicht auf die Freiberufler/Selbständigen) und weist nur die arbeitslos gemeldeten Schauspieler aus. Dennoch macht eine Arbeitslosenquote von fast 22 % (2006) deutlich, dass unter den rund 20.000 registrierten darstellenden Künstlern (so die Kategorie der Statistik, darin sind u. a. auch Tänzer, Sänger und Regisseure enthalten) hohe Beschäftigungslosigkeit herrscht.

Schauspielerinnen und ältere Schauspieler sind besonders häufig von Arbeitslosigkeit betroffen. Dies hängt damit zusammen, dass viele traditionelle Theaterstücke Männer und jüngere Menschen favorisieren und es leichter ist, einen jüngeren Schauspieler „älter“ zu machen als umgekehrt. In Film und Fernsehen werden zudem viele Formate mit fast ausschließlich jungen Darstellern produziert. Die Arbeitslosenstatistik nimmt bei den über 50-Jährigen wieder ab, was allerdings auch darauf hinweisen kann, dass sich ältere erfolglose Schauspieler anderen Erwerbsquellen zuwenden.

Die Problematik, dass Schauspieler trotz Zahlungen an die Arbeitslosenkasse kaum Arbeitslosengeld 1 beziehen konnten, hat 2006 zur Gründung des Bundesverbands der Film- und Fernsehschauspieler (BFFS) geführt, der sich u. a. um die sozialversicherungsrechtlichen Belange von Schauspielern kümmert. So wurde z. B. 2008 mit den Sozialversicherungsträgern das vom BFFS erarbeitete Eckpunktepapier und die dazugehörige drehtagbezogene Zusatzleistungsformel vereinbart. Schauspieler können nun auch während Vorbereitungszeiten sozialversichert werden, was den Bezug von Arbeitslosengeld 1 erleichtert.

Schauspieler bewerben sich entweder direkt bei Theatern und Medienunternehmen, über die „ZAV Künstlervermittlung“, durch private Arbeitsvermittler oder über ihre spezialisierte Schauspieleragentur, die sie in Fragen der Vermittlung, Gagenverhandlung und in Rechtsfragen sowie Karriereberatung vertritt und somit die breite Spanne des Managements übernimmt. Rollen in Film- und Fernsehproduktionen, insbesondere Nebenrollen, werden üblicherweise über ein Auswahlverfahren, das sogenannte Casting, vergeben. Bei Bewerbungen an Theatern ist dies das Vorsprechen, beim Musical die Audition.

Für Schauspieler mit einem festen Engagement werden Beschäftigungsbedingungen und Gagen in der Regel frei ausgehandelt, teilweise gelten auch Tarifverträge: Der „Normalvertrag Bühne“ (NV Bühne), vereinbart zwischen dem Deutschen Bühnenverein und der Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger, wird bei städtischen, Staats- und Landestheatern angewendet; privatwirtschaftliche Fernseh- und Filmproduktionsfirmen, die einem Arbeitgeberverband angehören, unterliegen dem „Tarifvertrag für Film- und Fernsehschaffende“. Gemäß dem „NV Bühne“ erhält ein Berufsanfänger/Absolvent einer Schauspielschule im 1. Festengagement am Theater bundesweit tariflich 2.000 Euro brutto pro Monat.

Wie bei anderen Künstlerberufen gibt es auch bei Schauspielern verhältnismäßig hohe Einkommensunterschiede. Prominente Darsteller, die „Stars“, erzielen hohe bis sehr hohe Einkommen; regelmäßig engagierte Schauspieler bei öffentlichen Theatern haben ein mittleres Einkommen, während ein großer Teil der Schauspieler häufig nur über ein unterdurchschnittliches und unregelmäßiges Einkommen verfügt.

Durch natürliche Befristungen der schauspielerischen Tätigkeit (Spielzeiten im Theater, Engagement für einen einzelnen Film, Laufzeit einer Fernsehserie) müssen sich auch viele erfolgreiche Schauspieler kontinuierlich um neue Engagements bemühen, was die Arbeitsmarktlage für Schauspieler weiterhin erschwert.

1983 wurde die Künstlersozialversicherung als Alterssicherung für Schauspieler eingeführt. Sie beinhaltet Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung. Die Versicherten haben lediglich den Arbeitnehmeranteil des Beitrags zu entrichten. Da die Versicherungspflicht nicht alle schauspielerisch Tätigen betrifft und Beiträge nur für tatsächliche Beschäftigungszeiten angerechnet werden, ist die Altersversorgung für viele Schauspieler jedoch oft nicht ausreichend.

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Da die Fähigkeiten und die „Wertschöpfung“ von Schauspielern zu großen Teilen nur subjektiv bestimmt werden können, ist eine qualitative Beurteilung von Schauspielern mit analytischen Methoden nur schwer möglich. Die uneinheitliche Ausbildung, die großen sozialen Unterschiede zwischen Schauspielern, die vielfältigen Herangehensweisen und ein hoher Grad an Individualität erschweren allgemeine Aussagen zu schauspielerisch Tätigen. Die öffentliche Wahrnehmung von Schauspielern ist naturgemäß ähnlich vielseitig und individuell.

Anhand des Textes entwickelt der Schauspieler in einem kompositorischen Prozess die zu verkörpernde Rolle, wobei Körper und Stimme des Schauspielers als kompositorische Mittel dienen. Fragen der Distanz bzw. Identität beziehen sich aus Sicht des Schauspielers weniger auf sein Verhältnis zu Figur oder Rolle, sondern mehr auf sein Verhältnis zu sich selbst als Interpret, der zugleich sein eigenes Instrument ist.

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Wiktionary: Schauspieler – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Commons: Schauspieler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Schauspielerinnen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • , Bundesagentur für Arbeit
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  3. , Webseite der Künstlersozialkasse (KSK)
Normdaten (Sachbegriff): GND:(, )

Schauspieler
schauspieler, darstellender, künstler, sprache, mimik, gestik, eine, rolle, verkörpert, sprache, beobachten, bearbeiten, sind, weiterleitungen, diesen, artikel, einem, spielfilm, siehe, einer, fernsehserie, siehe, eien, genannt, auch, mime, wird, akteur, besti. Schauspieler darstellender Kunstler der mit Sprache Mimik und Gestik eine Rolle verkorpert Sprache Beobachten Bearbeiten Schauspielerin und Schauspielerei sind Weiterleitungen auf diesen Artikel Zu einem Spielfilm siehe Die Schauspielerin zu einer Fernsehserie siehe Schauspielereien Als Schauspieler genannt auch Mime wird ein Akteur bestimmter kunstlerischer und kultureller Praktiken bezeichnet der mit Sprache Mimik und Gestik eine Rolle verkorpert oder als Kunst Figur mit dem Publikum interagiert Schauspieler sind Personen die beruflich oder als Laie in Theater Theaterschauspieler Buhnenschauspieler Film Filmschauspieler oder Fernsehen Fernsehschauspieler unter Anweisungen Drehbuch Regieanweisung oder improvisierend in ihrer spezifischen Form der darstellenden Kunst tatig sind Inhaltsverzeichnis 1 Definition 2 Geschichte 3 Anforderungen 4 Schauspieltechniken 5 Ausbildung und Beruf 6 Arbeitsmarkt und soziale Sicherung 7 Offentliche und eigene Wahrnehmung 8 Siehe auch 9 Literatur 10 Weblinks 11 EinzelnachweiseDefinition BearbeitenDer Dramatiker und Kritiker Eric Bentley definierte Schauspiel als A verkorpert B wahrend C zuschaut Bentleys Definition macht deutlich dass die Darstellung durch den Schauspieler viel mit der Vorstellungskraft des Zuschauers zu tun hat Erst in der Wahrnehmung des Zuschauers kann ein Bild der dargestellten Person entstehen Gleichzeitig abstrahiert Bentleys Definition von allen historischen oder kulturellen Besonderheiten die spezifische Formen der Schauspielerei kunstlerische Konventionen des Theaters bzw Films usw kennzeichnen Demnach ist es fur einen Schauspieler keineswegs zwingend dass er seiner Tatigkeit regelmassig oder professionell nachgeht dass er die Darstellung einubt oder generell das Darstellen systematisch erlernt dass er sich nach einer vorher festgelegten Anweisung richtet er kann auch improvisieren oder extemporieren oder das Schauspielen nur an dafur speziell eingerichteten Orten auf einer Buhne oder in einem Studio ausubt Geschichte BearbeitenDie Ursprunge schauspielerischer Aktivitaten lassen sich zeitlich nicht auf ein bestimmtes Datum festlegen bei Ausgrabungen stiess man jedoch auf prahistorische Masken und bildliche Darstellungen von maskierten Menschen die auf Vorgange des Uberkleidens Verkorperns und Verwandelns hindeuten Die Ethnologie hat schauspielerisches Verkorpern und Masken bei allen indigenen Volkern beobachtet Fruhe idealistische Auffassungen fuhrten Schauspielerei allgemein auf einen mimetischen Urtrieb und eine angeborene Lust am Nachahmen zuruck Die heutige Forschung geht davon aus dass der Ursprung schauspielerischer Betatigung in Riten liegt mit denen die vorgeschichtlichen Menschen uberlebenswichtige Handlungen z B bei der Jagd und erwunschte soziale Verhaltensweisen nachahmend einubten oder als unbeherrschbar erlebte Naturkrafte durch Verkorperungen Damonen Gotter zu beschworen versuchten Auch Fundstucke wie Masken und Zeichnungen sowie ethnologische Beobachtungen weisen auf Zusammenhange zu Tieren bzw essentiellen Naturvorgangen Sonnenlauf Niederschlag Fruchtbarkeit usw hin Auf dieser Grundlage lasst sich Schauspielen als eine anthropologische Grundkonstante begreifen Spezialisierte oder semi professionelle Schauspieler gibt es in Europa seit der Antike siehe Theater der griechischen Antike Theater der romischen Antike Mime stammt von altgriechisch mῖmos mimos Nachahmer Schauspieler die Nahe zur vorhellenischen Praxis wird in der fruhen Antike noch dadurch deutlich dass die Schauspieler in der Regel Masken tragen Diese vor berufliche Tradition findet im europaischen Mittelalter und in der Fruhneuzeit vor allem deshalb keine Fortsetzung weil das Theater der Hauptort schauspielerischer Betatigung durch die Kirche streng geachtet ist schauspielerische Betatigung ist allenfalls als Possenreissen und Nebenbeschaftigung von Gauklern denkbar die als Vaganten Fahrendes Volk die Jahrmarkte bereisen und einen dementsprechend niedrigen sozialen Status innehaben Zur Zeit der Sakularisierung waren spezialisierte Schauspieler zunachst in den adeligen Hoftheatern und Opern sowie in den burgerlichen Theatern Englands Elisabethanisches Theater und Italiens Commedia dell arte tatig Das Hoftheater mit seiner vorwiegend auf Reprasentation Festlichkeit und Erhabenheit zielenden Kultur verlangte noch nach einem prasentierenden und vortragenden Schauspielertyp Durch modernere Theaterpraktiker wie Gotthold Ephraim Lessing und die Dramatiker der Weimarer Klassik entstand ein neues Verstandnis der Schauspielerei und die Forderung nach empfindsamer Naturlichkeit der Charaktere und nach innerer Motivation der Handlung Die Achtung durch die Kirche ging z B so weit dass zu Zeiten Voltaires die Schauspielerin Adrienne Lecouvreur wahrend sie im Sterben lag ihrem Schauspielerberuf nicht abgeschworen hatte Der Pfarrer verbot ihre Bestattung in geweihter Erde ihre sterblichen Uberreste wurden an der Uferboschung der Seine verscharrt Ahnlich erging es Moliere der jedoch eine halbwegs ehrbare Bestattung auf einem kirchlichen Friedhof erhielt Somit liegen die Anfange berufsmassig betriebener Schauspielkunst in der doppelten Genese von Theater als Kunst in der fruhen Neuzeit begrundet Neben einem akademisch dilettantischen Kunsttheater bildete sich hier eine professionelle Theaterkunst heraus die von Berufsschauspielern ital comici ausgeubt wurde Ihre unmittelbaren Vorganger reisende mittelalterliche Akteure gemeinhin als Vaganten bezeichnet und herabwurdigend dem sogenannten Fahrenden Volk hinzugezahlt ubten die Schauspielerei noch nicht als zentrale Tatigkeit aus Auch die Hofschauspieler waren als Staatsbedienstete keine Berufsschauspieler im modernen Sinn Frauen wurde aus religiosen und gesellschaftlichen Grunden offiziell uber lange Zeit der Zugang zum Schauspielberuf verwehrt zahlreiche Quellen belegen jedoch auch Berufsschauspielerinnen in der Commedia all improvviso wie etwa die beruhmte Schauspielerin Isabella Andreini die seit 1576 Mitglied der Compagnia dei Comici Gelosi war Wahrend die Tradition der Commedia all improvviso im Zuge aufklarerischer Bestrebungen eines Reformtheaters sukzessive verdrangt wurde brachte das 18 Jahrhundert eine Auffassung vom Schauspieler hervor die im Grunde bis heute Bestand hat die des Schauspielers als Menschendarsteller Erst in dieser Zeit genaugenommen durch Goldoni entstand die abwertend gemeinte Bezeichnung Commedia dell Arte die noch heute am gelaufigsten ist Die heutige Vorstellung wonach ein Schauspieler die umfassende Illusion einer anderen Person erzeugen sich einfuhlen und nicht aus der Rolle fallen soll wird im 19 und fruhen 20 Jahrhundert durch den schauspielerischen Naturalismus und das Aufkommen des Films weiter ausgebaut Die steigenden Anspruche an Schauspieler fuhren u a zur verstarkten Bedeutung der Schauspielerausbildung insbesondere von Schauspielschulen Ab Mitte des 20 Jahrhunderts wurde die klassische Auffassung von schauspielerischer Tatigkeit und Fahigkeit wieder in Frage gestellt da Film Radio und Fernsehen neue Anforderungen an Schauspieler stellen siehe Filmschauspieler Die Auffacherung der Genres z B Musicals und die zunehmende Verschmelzung der verschiedenen Medien erhohte die Anspruche an Schauspieler Die Vorstellung von kompletter Einfuhlung und perfekt illusionistischem Spiel wurde auch programmatisch in Frage gestellt Eine Reihe von Theaterpraktikern und theoretikern z B Brecht forderten dass Schauspieler sichtbare Distanz zu ihrer Rolle einnehmen eine Person eher vorzeigen als imitieren und ihren eigenen Standpunkt gegenuber der Figur verdeutlichen sollen Als Mittel schlugen sie vor historische Schauspieltraditionen z B das Tragen von Masken aber auch Praktiken des aussereuropaischen oft des fernostlichen Theaters anzuwenden Anforderungen Bearbeiten source source Beispiel von Schauspielarbeit im Horfunkstudio zwei Satze in zwei Anmutungen Von Schauspielern verlangt man fur gewohnlich dass sie moglichst nahtlos in ihrer Rolle aufgehen Handlungsweise Motivation und innere Verfassung der Rollenfigur sollen glaubwurdig dargestellt werden und somit die Illusion erzeugen die verkorperte Person sei tatsachlich anwesend Die Schauspielerei ist daher oft mit hohen mentalen intellektuellen und korperlichen Anforderungen verbunden Wichtig ist die Fahigkeit die eigene mentale und emotionale Verfassung zu beherrschen um eventuell abweichende Charakterzuge Gemutslagen und Stimmungen der Rollenfigur zum Ausdruck zu bringen Zudem muss sich der Schauspieler die sprachlichen stimmlichen und korperlichen Ausdrucksmittel der Rolle so zu eigen machen dass die eigenen naturlichen Ausdrucksmoglichkeiten dahinter zurucktreten Aufgrund dieser emotionalen Flexibilitat neigen einige Forscher zu der Auffassung dass Schauspieler gleichsam nicht zu Ende sozialisierte Individuen seien die eine dynamische Personlichkeitsstruktur beibehalten Andere sehen im Schauspieler eher einen ubersozialisierten Menschen der seine Selbst und Triebbeherrschung so stark internalisiert hat dass er fast beliebig uber seine Emotionen und Ausserungen verfugen kann Unter diesem Blickwinkel betrachten manche Autoren den Schauspieler als zugespitztes Modell des entfremdeten Menschen Schauspielerei beinhaltet eine intensive Auseinandersetzung mit der darzustellenden Figur was ein fundiertes Verstandnis des gesamten Handlungszusammenhangs voraussetzt Dazu zahlt oft auch Wissen uber historische Hintergrunde Umgangsformen der Zeit oder Region literarische Konventionen sowie Sprech und Dialektvarianten Da Schauspielerei ublicherweise in Zusammenarbeit mit anderen Schauspielern und anderem Personal Regisseure und Produzenten Buhnen Szenen Kostum und Maskenbildner Licht und Tontechniker Kameraleute Inspizienten Souffleusen Buhnenarbeiter ausgeubt wird muss ein Schauspieler in der Regel auch uber soziale Kompetenzen verfugen Dazu gehort die Prasenz und Bedeutung der eigenen Rolle zu respektieren und sich nicht unangemessen in den Vordergrund zu spielen in der Theatersprache eine Rampensau zu werden oder Kollegialitat zu wahren und den sozialen Zusammenhalt eines Ensembles nicht zu gefahrden wenn man sich etwa mit einer als zu klein empfundenen Rolle abgespeist fuhlt Korperliche Belastungen bestehen beispielsweise wenn die Rolle Akrobatik Kampfen Reiten oder Tanzen verlangt oder wenn bei einem Aussendreh im Film ungunstige Witterungsbedingungen herrschen Besonders beansprucht werden generell die Atem und die Sprechorgane Schauspieltechniken Bearbeiten Konstantin Sergejewitsch Stanislawski Bei der heutzutage vermittelten Schauspieltechnik existieren grundsatzlich zwei verschiedene Ansatze die naturalistische Identifikations Position engl Representation und die illusionistische Distanz Position engl Presentation Durch die Identifikation fuhlt sich der Schauspieler in die Rolle ein verschmilzt mit den Eigenschaften der Rollenfigur und vergisst dabei seine eigene Identitat temporar Durch die Distanz Position geht er moglichst planmassig und kalkuliert mit klarem Kopf vor um die fur die Darstellung jeweils erforderlichen Ausdrucksformen willensgesteuert an sich hervorzurufen Einer der einflussreichsten und meistrezipierten Schauspiel Methodiker Konstantin Stanislawski wird der Identifikations Schule zugerechnet dennoch basiert seine Methode auf einem hochgradig systematischen und analytischen System Viele einflussreiche Methoden jungerer Zeit beispielsweise Lee Strasbergs Method Acting oder Sanford Meisners Meisner Technique sind eine Weiterentwicklung von Stanislawskis Ansatzen Als wichtige Vertreter der illusionistischen Schauspielmethode gelten die aus dem elisabethanischen Theater hervorgehende englische Theaterausbildung z B Bristol Old Vic Central School of Speech and Drama Royal Academy of Dramatic Art sowie die Techniken von Wsewolod Meyerhold Erwin Piscator und Bertolt Brecht Ausbildung und Beruf BearbeitenDie Berufsbezeichnung Schauspieler ist nicht geschutzt somit darf sich jeder als Schauspieler bezeichnen Tatsachlich wird die Schauspielerei von vielen Menschen vorubergehend z B als Mitglied einer Schultheatergruppe oder nur zu spezifischen Gelegenheiten z B bei einem Familienfest ausgeubt andere betatigen sich dauerhaft aber nicht professionell z B als Mitglied eines Amateurtheaters Andere sind als Laiendarsteller Komparsen in Theater Opern Film oder Fernsehproduktionen tatig Die Ausbildung zum Schauspieler ist nicht gesetzlich geregelt Zunachst gibt es die Moglichkeit einer Ausbildung im Rahmen eines Studiums an einer der staatlichen Hochschulen die den Studiengang Schauspiel anbieten und mit einem akademischen Grad wie Diplom Schauspieler Dipl Schau oder Bachelor Master abschliessen Um als Schauspieler arbeiten zu konnen kann es unter Umstanden aber auch ausreichen sich autodidaktisch auszubilden oder an Kursen und Workshops teilzunehmen Auch privater Schauspielunterricht oder private Schauspielschulen sind mogliche Ausbildungsgange Eine Reihe privater Schauspielschulen verfugen uber staatliche Anerkennung und sind damit wie auch die offentlichen Schauspielschulen und staatlichen Hochschulen berechtigt offizielle Abschlusse zu erteilen Inhalte und Qualitat der Ausbildung sind aufgrund dieser Vielseitigkeit ausserordentlich unterschiedlich Grundsatzlich haben Absolventen staatlicher Hochschulen hohere Chancen auf dem Markt Fuss zu fassen vor allem an den offentlichen Theatern Die staatlichen Hochschulen im deutschsprachigen Raum haben sich in der Standigen Konferenz Schauspielausbildung zusammengeschlossen die sich mit inhaltlichen Standards der Schauspielausbildung auseinandersetzt Im Bereich der Privatschulen und des individuellen Privatunterrichts bestehen allerdings keinerlei verbindliche Standards hier bleibt es den Schulen bzw Lehrenden uberlassen was und wie sie unterrichten wollen Die hohe Nachfrage nach Ausbildungsplatzen fuhrt dazu dass sowohl staatliche Hochschulen als auch Privatschulen die Bewerber durch anspruchsvolle Aufnahmeprufungen filtern Privatschulen haben mitunter geringere Zugangsvoraussetzungen erwarten aber von den Studierenden entsprechend hohere finanzielle Gegenleistungen Weil der Zugang zum Beruf Schauspieler nicht einheitlich geregelt ist es keinen rechtlichen Schutz gibt und zudem viele auch hauptberufliche Schauspieler nur befristet arbeiten lasst sich die Anzahl der tatsachlichen Berufsschauspieler in Deutschland nur schwer ermitteln Zahlungen bzw Schatzungen variieren je nachdem ob nur hauptberufliche oder auch nebenberufliche oder nur abhangig beschaftigte oder auch selbstandige Schauspieler einbezogen werden Grobe Schatzungen gehen von etwa 25 000 Personen aus die in Deutschland ihren Lebensunterhalt hauptsachlich durch Schauspielerei verdienen Allerdings unterscheidet man hier die an Theatern festangestellten Schauspieler von den selbstandigen Schauspielern auf dem freien Markt von denen sich nach einigen Quellenangaben nur zwei bis funf Prozent finanziell uber Wasser halten konnen ohne einen Nebenjob annehmen zu mussen 1 2 Arbeitsmarkt und soziale Sicherung BearbeitenDie Arbeitsmarktlage fur Schauspieler ist vergleichsweise schlecht Da die Berufsbezeichnung Schauspieler nicht geschutzt ist konnen sich Personen mit unterschiedlichsten Ausbildungswegen und Berufserfahrungen um Engagements bewerben was zu einem grossen Uberangebot an Bewerbern fuhren kann Die Ungeregeltheit bewirkt auch dass keine verlasslichen Angaben uber die Arbeitslosigkeit vorliegen Die amtliche Statistik bezieht sich nur auf die sozialversicherungspflichtig Beschaftigten nicht auf die Freiberufler Selbstandigen und weist nur die arbeitslos gemeldeten Schauspieler aus Dennoch macht eine Arbeitslosenquote von fast 22 2006 deutlich dass unter den rund 20 000 registrierten darstellenden Kunstlern so die Kategorie der Statistik darin sind u a auch Tanzer Sanger und Regisseure enthalten hohe Beschaftigungslosigkeit herrscht Schauspielerinnen und altere Schauspieler sind besonders haufig von Arbeitslosigkeit betroffen Dies hangt damit zusammen dass viele traditionelle Theaterstucke Manner und jungere Menschen favorisieren und es leichter ist einen jungeren Schauspieler alter zu machen als umgekehrt In Film und Fernsehen werden zudem viele Formate mit fast ausschliesslich jungen Darstellern produziert Die Arbeitslosenstatistik nimmt bei den uber 50 Jahrigen wieder ab was allerdings auch darauf hinweisen kann dass sich altere erfolglose Schauspieler anderen Erwerbsquellen zuwenden Die Problematik dass Schauspieler trotz Zahlungen an die Arbeitslosenkasse kaum Arbeitslosengeld 1 beziehen konnten hat 2006 zur Grundung des Bundesverbands der Film und Fernsehschauspieler BFFS gefuhrt der sich u a um die sozialversicherungsrechtlichen Belange von Schauspielern kummert So wurde z B 2008 mit den Sozialversicherungstragern das vom BFFS erarbeitete Eckpunktepapier und die dazugehorige drehtagbezogene Zusatzleistungsformel vereinbart Schauspieler konnen nun auch wahrend Vorbereitungszeiten sozialversichert werden was den Bezug von Arbeitslosengeld 1 erleichtert Schauspieler bewerben sich entweder direkt bei Theatern und Medienunternehmen uber die ZAV Kunstlervermittlung durch private Arbeitsvermittler oder uber ihre spezialisierte Schauspieleragentur die sie in Fragen der Vermittlung Gagenverhandlung und in Rechtsfragen sowie Karriereberatung vertritt und somit die breite Spanne des Managements ubernimmt Rollen in Film und Fernsehproduktionen insbesondere Nebenrollen werden ublicherweise uber ein Auswahlverfahren das sogenannte Casting vergeben Bei Bewerbungen an Theatern ist dies das Vorsprechen beim Musical die Audition Fur Schauspieler mit einem festen Engagement werden Beschaftigungsbedingungen und Gagen in der Regel frei ausgehandelt teilweise gelten auch Tarifvertrage Der Normalvertrag Buhne NV Buhne vereinbart zwischen dem Deutschen Buhnenverein und der Genossenschaft Deutscher Buhnenangehoriger wird bei stadtischen Staats und Landestheatern angewendet privatwirtschaftliche Fernseh und Filmproduktionsfirmen die einem Arbeitgeberverband angehoren unterliegen dem Tarifvertrag fur Film und Fernsehschaffende Gemass dem NV Buhne erhalt ein Berufsanfanger Absolvent einer Schauspielschule im 1 Festengagement am Theater bundesweit tariflich 2 000 Euro brutto pro Monat 3 Wie bei anderen Kunstlerberufen gibt es auch bei Schauspielern verhaltnismassig hohe Einkommensunterschiede Prominente Darsteller die Stars erzielen hohe bis sehr hohe Einkommen regelmassig engagierte Schauspieler bei offentlichen Theatern haben ein mittleres Einkommen wahrend ein grosser Teil der Schauspieler haufig nur uber ein unterdurchschnittliches und unregelmassiges Einkommen verfugt Durch naturliche Befristungen der schauspielerischen Tatigkeit Spielzeiten im Theater Engagement fur einen einzelnen Film Laufzeit einer Fernsehserie mussen sich auch viele erfolgreiche Schauspieler kontinuierlich um neue Engagements bemuhen was die Arbeitsmarktlage fur Schauspieler weiterhin erschwert 1983 wurde die Kunstlersozialversicherung als Alterssicherung fur Schauspieler eingefuhrt Sie beinhaltet Renten Kranken und Pflegeversicherung Die Versicherten haben lediglich den Arbeitnehmeranteil des Beitrags zu entrichten 4 Da die Versicherungspflicht nicht alle schauspielerisch Tatigen betrifft und Beitrage nur fur tatsachliche Beschaftigungszeiten angerechnet werden ist die Altersversorgung fur viele Schauspieler jedoch oft nicht ausreichend Offentliche und eigene Wahrnehmung BearbeitenDieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen beispielsweise Einzelnachweisen ausgestattet Angaben ohne ausreichenden Beleg konnten demnachst entfernt werden Bitte hilf Wikipedia indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfugst Da die Fahigkeiten und die Wertschopfung von Schauspielern zu grossen Teilen nur subjektiv bestimmt werden konnen ist eine qualitative Beurteilung von Schauspielern mit analytischen Methoden nur schwer moglich Die uneinheitliche Ausbildung die grossen sozialen Unterschiede zwischen Schauspielern die vielfaltigen Herangehensweisen und ein hoher Grad an Individualitat erschweren allgemeine Aussagen zu schauspielerisch Tatigen Die offentliche Wahrnehmung von Schauspielern ist naturgemass ahnlich vielseitig und individuell Anhand des Textes entwickelt der Schauspieler in einem kompositorischen Prozess die zu verkorpernde Rolle wobei Korper und Stimme des Schauspielers als kompositorische Mittel dienen Fragen der Distanz bzw Identitat beziehen sich aus Sicht des Schauspielers weniger auf sein Verhaltnis zu Figur oder Rolle sondern mehr auf sein Verhaltnis zu sich selbst als Interpret der zugleich sein eigenes Instrument ist Siehe auch BearbeitenFilmschauspieler Kinderdarsteller Laiendarsteller Liste bekannter Schauspielerfamilien Liste von Schauspielern des deutschsprachigen Theaters Staatsschauspieler VolksschauspielerLiteratur BearbeitenGerda Baumbach Schauspieler Historische Anthropologie des Akteurs Band 1 Schauspielstile Universitatsverlag Leipzig 2012 ISBN 978 3 86583 611 3 Eric Bentley Das lebendige Drama Eine elementare Dramaturgie The Life of the Drama 1965 Friedrich Verlag Velber 1967 ubersetzt von Walter Hasenclever Rainer Bohn Schauspieler und Schauspielen Ein Forschungsbericht In TheaterZeitSchrift Beitrage zu Theater Medien Kulturpolitik Bd 2 1982 ISSN 0723 1172 S 43 62 Bertolt Brecht Schriften zum Theater 1 3 Gesammelte Werke 15 17 Frankfurt M 1967 Neue Technik der Schauspielkunst Uber den Beruf des Schauspielers Der Messingkauf Kleines Organon fur das Theater Stanislawski Studien Peter Brook Der leere Raum The empty space 1969 11 Auflage Alexander Verlag Berlin 2012 ISBN 978 3 923854 90 5 Denis Diderot Das Paradox uber den Schauspieler Paradoxe sur le comedien Insel Verlag Frankfurt M 1984 Gerhard Ebert Der Schauspieler Geschichte eines Berufes Ein Abriss Henschel Verlag Berlin 1991 ISBN 3 362 00531 4 Gerhard Ebert Rudolf Penka Schauspielen Handbuch der Schauspieler Ausbildung Henschel Verlag Berlin 1998 ISBN 3 89487 294 2 Gerhard Ebert Improvisation und Schauspielkunst Uber die Kreativitat des Schauspielers Henschel Verlag Berlin 1979 ISBN 3 89487 172 5 Gerhard Ebert ABC des Schauspielens Henschel Verlag Berlin 2004 ISBN 3 89487 474 0 Uta Hagen Kleines Schauspieler Handbuch Respect for acting 1973 Autorenhaus Berlin 2007 ISBN 978 3 86671 021 4 Fu Li Hofmann Theaterpadagogisches Schauspieltraining Ein Versuch Transcript Bielefeld 2014 ISBN 978 3 8376 3009 1 Jurgen Hofmann Kritisches Handbuch des westdeutschen Theaters Guhl Berlin 1981 ISBN 3 88220 327 7 Ulrich Khuon Hrsg Beruf Schauspieler Vom Leben auf und hinter der Buhne Edition Korber Stiftung Hamburg 2005 ISBN 3 89684 045 2 Klaus Lazarowicz Christopher Balme Hrsg Texte zur Theorie des Theaters Neuaufl Reclam Verlag Stuttgart 2012 ISBN 978 3 15 008736 7 Denis Leifeld Performances zur Sprache bringen Zur Auffuhrungsanalyse von Performern in Theater und Kunst transcript Bielefeld 2015 ISBN 978 3 8376 2805 0 Bettina Mader Vorsprechen Mit modernen Monologtexten 2 Auflage Autorenhaus Berlin 2010 ISBN 978 3 86671 088 7 Kira Marrs Zwischen Leidenschaft und Lohnarbeit Ein arbeitssoziologischer Blick hinter die Kulissen von Film und Fernsehen Edition Sigma Berlin 2007 ISBN 978 3 89404 549 4 zugl Dissertation Universitat Darmstadt 2006 Renate Mohrmann Hrsg Die Schauspielerin Zur Kulturgeschichte der weiblichen Buhnenkunst Insel Verlag Frankfurt M 2000 ISBN 3 458 34365 2 Francesco Riccoboni Autor Gerhard Piens Hrsg Die Schauspielkunst L Art du theatre 1750 Henschel Verlag Berlin 1954 ubersetzt von Gotthold Ephraim Lessing Jens Roselt Hrsg Seelen mit Methode Schauspieltheorien vom Barock bis zum postdramatischen Theater 2 Auflage Alexander Verlag Berlin 2009 ISBN 978 3 89581 139 5 Katy Schlegel Comica Donna Attrice Innamorata Fruhe Berufsschauspielerinnen und ihre Kunst Leipziger Universitatsverlag Leipzig 2011 Leipziger Beitrage zur Theatergeschichtsforschung Bd 3 ISBN 978 3 86583 430 0 Ernst Schumacher Hrsg Darsteller und Darstellungskunst in Theater Film Fernsehen und Horfunk Henschel Verlag Berlin 1981 Peter Simhandl Theatergeschichte in einem Band 3 Auflage Henschel Verlag Berlin 2007 ISBN 978 3 89487 593 0 Konstantin S Stanislawski Autor Dieter Hoffmeier Hrsg Ausgewahlte Schriften Das europaische Buch Berlin 1988 ISBN 3 89487 051 6 2 Bde 1885 bis 1924 1924 bis 1938 Peter Simhandl Hrsg Stanislawski Lesebuch Sigma Medienwissenschaft Bd 7 Edition Sigma Berlin 1992 ISBN 3 89404 901 4 Lee Strasberg Schauspielen und das Training des Schauspielers Beitrage zur Method Alexander Verlag Berlin 2001 ISBN 3 923854 87 0 Victor Mastinak Schauspiel Kunst oder Diaphragma Berlin 1988 2 Bde Ulrike Boldt Traumberuf Schauspieler Der Wegweiser zum Erfolg Henschel Verlag Berlin 2009 ISBN 978 3 89487 535 0 Bernd Stegemann Schauspielen Theorie Theater der Zeit Berlin 2010 ISBN 978 3 940737 95 3 Weblinks Bearbeiten Wiktionary Schauspieler Bedeutungserklarungen Wortherkunft Synonyme Ubersetzungen Commons Schauspieler Sammlung von Bildern Videos und Audiodateien Commons Schauspielerinnen Sammlung von Bildern Videos und Audiodateien Wikiquote Schauspieler Zitate Informationen zum Schauspieler Beruf Bundesagentur fur Arbeit Berufe Lexikon Berufsbild Schauspieler Gerda Baumbach uber Schauspieler traditionelle Akteure Erzahlen und Figuren Leipziger Thesen zur Theaterwissenschaft VI auf nachtkritik deEinzelnachweise Bearbeiten Martin Klemrath Leider kein Geld aber dafur lecker Catering In welt de 9 August 2012 abgerufen am 10 Dezember 2014 Armutfalle Schauspielerei Willkommen in der Rollenlotterie In Spiegel Online 12 Juni 2012 abgerufen am 10 Dezember 2014 https www buehnengenossenschaft de pressemitteilung verbesserte arbeitsbedingungen fuer kuenstlerinnen am theater buehnenverein und gewerkschaften erhoehen mindestgage und staerken schwangerenschutz Die Kunstlersozialabgabe Webseite der Kunstlersozialkasse KSK Normdaten Sachbegriff GND 4052154 0 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