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Saprobiont

Saprobionten (altgriechischσαπρός sapros ‚faul‘, ‚verfault‘) sind heterotrophe Organismen, die in toter, sich zersetzender organischer Substanz leben, also zum Beispiel der Streuschicht von Wäldern, in Faulschlamm, Kot oder Mulm. Dies schließt auch die in diesem Substrat lebenden Prädatoren und Parasiten mit ein.

Regenwürmer sind ein klassisches Beispiel für Saprobionten wie Saprophage

Die Teilmenge der Organismen, die sich vom toten Material selbst ernähren, heißen Saprophage. Die zugehörige Lebensweise wird manchmal als saprobiontisch bezeichnet. Wenige Autoren verwenden den Begriff Saprobionten auch anders, als Oberbegriff für Saprophyten und Saprophage.

Inhaltsverzeichnis

Im Umfeld der Saprobionten gibt es eine Vielzahl von Begriffen mit teils ähnlicher und überschneidender Bedeutung:

  • saprophil sind Organismen, Pflanzen oder Tiere, die an oder in toten organischen Substanzen leben.
  • saprotroph sind Organismen, die die tote organische Substanz als Nahrung nutzen. Der Begriff ist vor allen für Pilze üblich.
  • saprophag (auch saprovor) sind Organismen, die tote organische Substanz fressen. Hier werden von einigen Autoren Untergruppen unterschieden:
    • Phytosaprophage, oder Saprophage im engeren Sinne, fressen totes pflanzliches Material. Gleichbedeutend ist detritivor (auch: detritophag), abgeleitet vom Begriff Detritus.
    • Zoosaprophage sind allgemein Organismen, die sich von toter Substanz tierischer Herkunft ernähren. Der Begriff wird insbesondere in der Parasitologie verwendet, um Arten zu bezeichnen, die sich von absterbendem oder gerade abgestorbenem Gewebe ernähren, etwa im nekrotischen Gewebe vereiterter Wunden.
    • Koprophage fressen tierische Exkremente.
    • Nekrophage fressen tierische Kadaver.
  • Saprophyt, also von totem organischem Material lebende Pflanze, wurde früher als Bezeichnung für saprotrophe Bakterien und Pilze verwendet, die in der Botanik behandelt wurden. Die eigentlichen Pflanzen nutzen allerdings nie totes organisches Material. Daneben wurde der Begriff aber auch für Blütenpflanzen ohne Blattgrün verwendet, die in ihrer Ernährung auf Pilze angewiesen sind, wie zum Beispiel die Korallenwurz. Diese sind aber eigentlich Parasiten dieser Pilze (vgl. dazu das Kapitel Symbiosen unten).
  • Saprobier (oder auch: Saprobien) sind aquatische (im Süßwasser lebende) Arten, die im Rahmen des sog. Saprobiensystems als Bioindikatoren für die Klassifizierung der Gewässergüte herangezogen werden. Die Saprobier umfassen sowohl saprophage Arten wie auch Pflanzenfresser und Räuber mit einer Vielzahl unterschiedlicher Vorzugshabitate und Lebensweisen. Die meisten von ihnen sind also nicht saprobiont.

Saprophage sorgen für einen geschlossenen Stoffkreislauf in einem Ökosystem. Sie schließen das anfallende organische Material auf und nutzen die dabei anfallenden organischen Moleküle für ihren eigenen Energie- und Baustoffwechsel. Da sie selbst wieder Teil des Nahrungsnetzes eines Ökosystems sind, werden diese organischen Stoffe dem biogenen Stoffkreislauf zugeführt.

Saprophage kann man funktionell in zwei Gruppen unterteilen:

  • Mineralisierer: Fäulniserregende (saprogene), Sauerstoff benötigende (aerobe) Bakterien und Pilze bauen die organischen Nährstoffe zu anorganischen Stoffen wie Kohlenstoffdioxid oder Nitraten ab, die von den Pflanzen als Primärproduzenten für die Umwandlung in organische Stoffe (Assimilation) benötigt werden. Funktional werden sie auch als Destruenten bezeichnet.
  • Zerkleinerer: Durch Zerkleinern des toten organischen Materials und Ausscheiden von nährstoffhaltigem Feinmaterial (Kot) sorgen diese Tiere für eine vergrößerte Oberfläche für den Angriff der Bakterien und Pilze und damit für einen beschleunigten Abbau und Stoffkreislauf. Hierzu gehören Aasfresser (Nekrophagen) wie Aaskäfer, Krebstiere oder Geier, Totholzfresser wie die Termiten oder die Totenuhr, Substratfresser wie der Wattwurm und Regenwurm und Kotfresser (Koprophagen) wie der Pillendreher.

Saprophage sind Teil von Organismengemeinschaften (Biozönosen), die an Land (terrestrische Ökosysteme) für die Humusbildung sorgen und in Gewässern (aquatische Ökosysteme) für die Bildung von Faulschlammschichten (Sapropele) verantwortlich sind.

Von den im Boden lebenden Organismen (Edaphon) machen die saprophagen Tierarten in der Regel einen ganz erheblichen Anteil aus. Neben der Ernährung von Falllaub, Totholz, Streu und Humus, die auf abgestorbene Teile von Pflanzen zurückgehen, ist ein entscheidender Teil ihrer Ernährungsbasis die Biomasse der darin lebenden mineralisierenden Bakterien und Pilze. Sie sind also zu einem großen Anteil eigentlich Pilzfresser (mycetophag) und Bakterienfresser (manchmal als mikrophytophag bezeichnet), nehmen diese aber nicht gezielt, sondern als Bestandteil der zersetzten Pflanzenbiomasse mit auf, so dass diese Gruppen in der Regel gemeinsam behandelt werden. In mitteleuropäischen Waldböden sind die wichtigsten saprophagen Bodenbewohner die Schalenamöben (Thecamoeba oder Testacea), die Fadenwürmer (Nematoda), die Enchyträen (Enchytraeidae), die Regenwürmer (Lumbricidae), viele Milben (Acari), insbesondere Hornmilben, die Springschwänze (Collembola) sowie die Larven von Zweiflüglern (Diptera) und Käfern (Coleoptera).

Destruenten im Stoffkreislauf

Saprobionte Mikroorganismen leben als Symbionten im Verdauungstrakt von Säugern (Rinder, Mensch) und Insekten (Termiten). Dort zersetzen sie organische Stoffe, die durch die Verdauungsenzyme des Wirtstieres nicht zerlegt werden können.

Gefäßpflanzen, die wenig oder gar kein Chlorophyll besitzen und keine Haustorium-Parasiten sind, wurden früher als „Saprophyten“ bezeichnet. Allerdings konnte nie nachgewiesen werden, dass Gefäßpflanzen sich direkt, etwa durch enzymatisches Aufschließen, von toter organischer Bodensubstanz (Detritus) ernähren können. Denkbar ist allenfalls eine parasitische Symbiose mit saprotrophen Pilzen. Aber auch diese Möglichkeit ist nur in ganz wenigen Fällen tatsächlich belegt. Stattdessen leben die meisten myko-heterotrophen Pflanzen in parasitärer Symbiose mit Ektomykorrhizapilzen und beziehen organische Kohlenstoffverbindungen indirekt von deren Symbiosepartnern, den Waldbäumen. Diese Ernährungsweise unterscheidet sich fundamental von der Saprotrophie, sie wird als Epiparasitismus bezeichnet. Beispiele sind die beiden Fichtenspargel-Arten sowie die Orchideen Korallenwurz, Vogel-Nestwurz und Violetter Dingel.

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Wiktionary: Saprophyt – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wiktionary: Saprozoon – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Normdaten (Sachbegriff): GND:(, )

Saprobiont
saprobiont, destruenten, tote, organische, substanz, mineralstoffe, überführen, sprache, beobachten, bearbeiten, altgriechisch, σαπρός, sapros, faul, verfault, sind, heterotrophe, organismen, toter, sich, zersetzender, organischer, substanz, leben, also, beisp. Saprobiont Destruenten die tote organische Substanz in Mineralstoffe uberfuhren Sprache Beobachten Bearbeiten Saprobionten altgriechisch sapros sapros faul verfault sind heterotrophe Organismen die in toter sich zersetzender organischer Substanz leben also zum Beispiel der Streuschicht von Waldern in Faulschlamm Kot oder Mulm Dies schliesst auch die in diesem Substrat lebenden Pradatoren und Parasiten mit ein 1 Regenwurmer sind ein klassisches Beispiel fur Saprobionten wie Saprophage Die Teilmenge der Organismen die sich vom toten Material selbst ernahren heissen Saprophage Die zugehorige Lebensweise wird manchmal als saprobiontisch bezeichnet Wenige Autoren verwenden den Begriff Saprobionten auch anders als Oberbegriff fur Saprophyten und Saprophage 2 Inhaltsverzeichnis 1 Begriffe 2 Okologische Bedeutung 3 Symbiosen 4 Einzelnachweise 5 WeblinksBegriffe BearbeitenIm Umfeld der Saprobionten gibt es eine Vielzahl von Begriffen mit teils ahnlicher und uberschneidender Bedeutung saprophil sind Organismen Pflanzen oder Tiere die an oder in toten organischen Substanzen leben 1 saprotroph sind Organismen die die tote organische Substanz als Nahrung nutzen 1 Der Begriff ist vor allen fur Pilze ublich 3 saprophag auch saprovor sind Organismen die tote organische Substanz fressen Hier werden von einigen Autoren Untergruppen unterschieden 1 Phytosaprophage oder Saprophage im engeren Sinne fressen totes pflanzliches Material Gleichbedeutend ist detritivor auch detritophag abgeleitet vom Begriff Detritus Zoosaprophage sind allgemein Organismen die sich von toter Substanz tierischer Herkunft ernahren Der Begriff wird insbesondere in der Parasitologie verwendet um Arten zu bezeichnen die sich von absterbendem oder gerade abgestorbenem Gewebe ernahren etwa im nekrotischen Gewebe vereiterter Wunden 1 Koprophage fressen tierische Exkremente Nekrophage fressen tierische Kadaver Saprophyt also von totem organischem Material lebende Pflanze wurde fruher als Bezeichnung fur saprotrophe Bakterien und Pilze verwendet die in der Botanik behandelt wurden Die eigentlichen Pflanzen nutzen allerdings nie totes organisches Material Daneben wurde der Begriff aber auch fur Blutenpflanzen ohne Blattgrun verwendet die in ihrer Ernahrung auf Pilze angewiesen sind wie zum Beispiel die Korallenwurz 4 Diese sind aber eigentlich Parasiten dieser Pilze vgl dazu das Kapitel Symbiosen unten Saprobier oder auch Saprobien sind aquatische im Susswasser lebende Arten die im Rahmen des sog Saprobiensystems als Bioindikatoren fur die Klassifizierung der Gewassergute herangezogen werden 5 Die Saprobier umfassen sowohl saprophage Arten wie auch Pflanzenfresser und Rauber mit einer Vielzahl unterschiedlicher Vorzugshabitate und Lebensweisen Die meisten von ihnen sind also nicht saprobiont Okologische Bedeutung BearbeitenSaprophage sorgen fur einen geschlossenen Stoffkreislauf in einem Okosystem Sie schliessen das anfallende organische Material auf und nutzen die dabei anfallenden organischen Molekule fur ihren eigenen Energie und Baustoffwechsel Da sie selbst wieder Teil des Nahrungsnetzes eines Okosystems sind werden diese organischen Stoffe dem biogenen Stoffkreislauf zugefuhrt Saprophage kann man funktionell in zwei Gruppen unterteilen Mineralisierer Faulniserregende saprogene Sauerstoff benotigende aerobe Bakterien und Pilze bauen die organischen Nahrstoffe zu anorganischen Stoffen wie Kohlenstoffdioxid oder Nitraten ab die von den Pflanzen als Primarproduzenten fur die Umwandlung in organische Stoffe Assimilation benotigt werden Funktional werden sie auch als Destruenten bezeichnet Zerkleinerer Durch Zerkleinern des toten organischen Materials und Ausscheiden von nahrstoffhaltigem Feinmaterial Kot sorgen diese Tiere fur eine vergrosserte Oberflache fur den Angriff der Bakterien und Pilze und damit fur einen beschleunigten Abbau und Stoffkreislauf Hierzu gehoren Aasfresser Nekrophagen wie Aaskafer Krebstiere oder Geier Totholzfresser wie die Termiten oder die Totenuhr Substratfresser wie der Wattwurm und Regenwurm und Kotfresser Koprophagen wie der Pillendreher Saprophage sind Teil von Organismengemeinschaften Biozonosen die an Land terrestrische Okosysteme fur die Humusbildung sorgen und in Gewassern aquatische Okosysteme fur die Bildung von Faulschlammschichten Sapropele verantwortlich sind Von den im Boden lebenden Organismen Edaphon machen die saprophagen Tierarten in der Regel einen ganz erheblichen Anteil aus Neben der Ernahrung von Falllaub Totholz Streu und Humus die auf abgestorbene Teile von Pflanzen zuruckgehen ist ein entscheidender Teil ihrer Ernahrungsbasis die Biomasse der darin lebenden mineralisierenden Bakterien und Pilze Sie sind also zu einem grossen Anteil eigentlich Pilzfresser mycetophag und Bakterienfresser manchmal als mikrophytophag bezeichnet nehmen diese aber nicht gezielt sondern als Bestandteil der zersetzten Pflanzenbiomasse mit auf so dass diese Gruppen in der Regel gemeinsam behandelt werden In mitteleuropaischen Waldboden sind die wichtigsten saprophagen Bodenbewohner die Schalenamoben Thecamoeba oder Testacea die Fadenwurmer Nematoda die Enchytraen Enchytraeidae die Regenwurmer Lumbricidae viele Milben Acari insbesondere Hornmilben die Springschwanze Collembola sowie die Larven von Zweifluglern Diptera und Kafern Coleoptera 6 Destruenten im StoffkreislaufSymbiosen BearbeitenSaprobionte Mikroorganismen leben als Symbionten im Verdauungstrakt von Saugern Rinder Mensch und Insekten Termiten Dort zersetzen sie organische Stoffe die durch die Verdauungsenzyme des Wirtstieres nicht zerlegt werden konnen Gefasspflanzen die wenig oder gar kein Chlorophyll besitzen und keine Haustorium Parasiten sind wurden fruher als Saprophyten bezeichnet 7 Allerdings konnte nie nachgewiesen werden dass Gefasspflanzen sich direkt etwa durch enzymatisches Aufschliessen von toter organischer Bodensubstanz Detritus ernahren konnen 8 Denkbar ist allenfalls eine parasitische Symbiose mit saprotrophen Pilzen Aber auch diese Moglichkeit ist nur in ganz wenigen Fallen tatsachlich belegt 9 Stattdessen leben die meisten myko heterotrophen Pflanzen in parasitarer Symbiose mit Ektomykorrhizapilzen und beziehen organische Kohlenstoffverbindungen indirekt von deren Symbiosepartnern den Waldbaumen 10 Diese Ernahrungsweise unterscheidet sich fundamental von der Saprotrophie sie wird als Epiparasitismus bezeichnet 7 Beispiele sind die beiden Fichtenspargel Arten sowie die Orchideen Korallenwurz Vogel Nestwurz und Violetter Dingel Einzelnachweise Bearbeiten a b c d e Matthias Schaefer Worterbuch der Okologie 4 neu bearbeitete und erweiterte Auflage Spektrum Akademischer Verlag Heidelberg u a 2003 ISBN 3 8274 0167 4 S 301 f Ulrich Gisi Bodenokologie Thieme Verlag Stuttgart und New York 1990 ISBN 3 13 747201 6 S 77 Amy R Tuininga Interspecific Interaction Terminology From Mycology to General Ecology In John Dighton James F White Jr James White Peter Oudemans Hrsg The Fungal Community Its Organization and Role in the Ecosystem Mycology Series 23 3rd edition Taylor amp Francis Boca Raton FL u a 2005 ISBN 0 8247 2355 4 S 265 286 Erich Oberdorfer Pflanzensoziologische Exkursionsflora fur Suddeutschland und die angrenzenden Gebiete 8 Auflage 2001 Ulmer Verlag Stuttgart DIN 38410 1 Deutsche Einheitsverfahren zur Wasser Abwasser und Schlammuntersuchung Biologisch okologische Gewasseruntersuchung Gruppe M Teil 1 Bestimmung des Saprobienindex in Fliessgewassern M 1 2004 Abschnitt 3 Begriffe Heinz Ellenberg Robert Mayer Jurgen Schauermann Okosystemforschung Ergebnisse des Sollingprojekts 1966 1986 Ulmer Verlag Stuttgart 1986 ISBN 3 8001 3431 4 a b Jonathan R Leake The biology of myco heterotrophic saprophytic plants In The New Phytologist Bd 127 Nr 2 1994 S 171 216 doi 10 1111 j 1469 8137 1994 tb04272 x Jonathan R Leake Plants parasitic on fungi unearthing the fungi in myco heterotrophs and debunking the saprophytic plant myth In The Mycologist Bd 19 Nr 3 2005 S 113 122 doi 10 1017 S0269 915X 05 00304 6 D Lee Taylor Thomas D Bruns Jonathan R Leake David J Read Mycorrhizal Specificity and Function in Myco heterotrophic Plants In Marcel G A van der Heijden Ian R Sanders Hrsg Mycorrhizal Ecology Ecological Studies Analysis and Synthesis Bd 157 Springer Berlin u a 2002 ISBN 3 540 42407 5 Kapitel 15 doi 10 1007 978 3 540 38364 2 15 Jonathan R Leake Myco heterotroph epiparasitic plant interactions with ectomycorrhizal and arbuscular mycorrhizal fungi In Current Opinion in Plant Biology Bd 7 Nr 4 2004 S 422 428 doi 10 1016 j pbi 2004 04 004 Weblinks Bearbeiten Wiktionary Saprophyt Bedeutungserklarungen Wortherkunft Synonyme Ubersetzungen Wiktionary Saprozoon Bedeutungserklarungen Wortherkunft Synonyme Ubersetzungen Normdaten Sachbegriff GND 4179104 6 OGND AKS Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Saprobiont amp oldid 198258126, wikipedia, wiki, deutsches

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