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Renaissance

Als Epochenbezeichnung im Sinne geschichtlicher Periodisierung hat sich die Renaissance erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts etabliert. Wesentlich dazu beigetragen haben Jules Michelet, der dem 1855 erschienenen neunten Band seiner Histoire de France den Titel Renaissance gab, sowie Jacob Burckhardt, der 1860 sein Werk Die Kultur der Renaissance in Italien herausbrachte. Dabei bezog sich Burckhardt in seiner Darstellung hauptsächlich auf das 14. und 15. Jahrhundert, während Michelet den Schwerpunkt im 16. Jahrhundert setzte: beim Zusammenprall der italienischen mit der französischen Kultur im Zuge kriegerischer Verwicklungen.

Die Renaissance-Humanisten bezogen das Paradigma der Wiedergeburt auf diverse Anwendungsfelder wie die Kunst der Beredsamkeit, die Breite des literarischen Schaffens und auch auf die Geschichtsschreibung samt den enthaltenen politiktheoretischen Ansätzen. Geschichte wurde zunehmend, wenn auch nicht gänzlich, von kosmologischen Zyklen oder einer theologischen Heilsgeschichte losgelöst und dem Menschen zugewiesen – „auf den Selbstvollzug des Humanen konzentriert“.

Die Vorstellung, in einer vom Mittelalter unterschiedenen, neuen Zeit zu leben, hatte sich unter Humanisten, Literaten und Künstlern in Italien allerdings bereits seit dem 14. Jahrhundert verbreitet. Als Rinascimento begrifflich fixiert wurde sie 1550 von dem italienischen Künstler und Künstlerbiographen Giorgio Vasari, der damit die Überwindung mittelalterlicher Kunst durch Rückgriff auf antike Vorbilder meinte. Vasari unterschied drei Zeitalter der Kunstentwicklung:

  1. das glanzvolle Zeitalter der griechisch-römischen Antike,
  2. ein Zwischenzeitalter des Verfalls, das etwa mit der Epoche des Mittelalters gleichgesetzt werden kann,
  3. das Zeitalter des Wiederauflebens der Künste und der Wiedergeburt des antiken Geistes im Mittelalter seit etwa 1250.

Nach Vasari hatten bereits die italienischen Bildhauer, Architekten und Maler der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, darunter Arnolfo di Cambio, Niccolò Pisano, Cimabue oder Giotto, „in dunkelsten Zeiten den Meistern, die nach ihnen kamen, den Weg gewiesen, der zur Vollkommenheit führt“.

Im üblichen heutigen Sprachgebrauch markiert die Renaissance für sich genommen die Epoche am Übergang zur Neuzeit. Doch spricht man auch in bestimmten anderen Zusammenhängen von einer Renaissance, wenn alte Werte, Ideen oder Handlungsmuster wieder hervortreten. Als Karolingische Renaissance beispielsweise bezeichnet man die Formen der Rückbesinnung auf die Antike, die unter Karl dem Großen um 800 eingesetzten. Wenn in der jüngeren Vergangenheit wiederum regionale Kulturen sich verstärkt für ihre Eigenarten (und Sprachen) interessieren, greift man auch mitunter auf den Renaissance-Begriff zurück, wie etwa im Fall der irischen Renaissance.

In ihrem Ursprung war die Renaissance eine kulturelle Bewegung zur Wiedergewinnung von Zeugnissen der Antike für die eigene Daseinsorientierung. Begünstigt wurde diese Bewegung von gesellschaftspolitischen Konstellationen speziell in der Nordhälfte Italiens und von krisenhaften Zeitumständen, die einer geistigen Neuorientierung Vorschub leisteten.

Sammlung und Ordnung des antiken Nachlasses

Originalmanuskript eines 1985 in Erfurt entdeckten Gedichts Petrarcas

Als wesentliche Ausgangspunkte der Renaissancekultur lassen sich eine intensive Suche nach Handschriften, Bauten, Inschriften und Skulpturen der klassischen griechisch-römischen Welt wie auch ein gründliches Studium der lateinischen, griechischen und zudem der hebräischen Sprache festhalten. Als „unvergleichlichen Sucher nach den Büchern der Väter“ beschreibt Eugenio Garin den Dichter Francesco Petrarca. Dessen Ziel sei es gewesen, die Kenntnis des Griechischen zu fördern und „die seit Jahrhunderten stummen Schriftsteller, wie Homer und Platon, wieder zur Sprache zu bringen.“ Mehrfach bereiste Petrarca Deutschland und Frankreich, um antike Texte in den vormals abgeschotteten Klosterbibliotheken aufzuspüren und für eigene Werke fruchtbar zu machen. „In der Wissensordnung, an deren Durchsetzung er wesentlich beteiligt war, sind Authentizität, Originalität und Sensibilität nicht nur zu Maßstäben guter Literatur, sondern auch der Philosophie geworden. In diesem Sinne ist Petrarca sowohl der erste moderne Dichter als auch der erste moderne Intellektuelle.“

Die bedeutenden Humanisten des 14. Und 15. Jahrhunderts wie Coluccio Salutati und Leonardo Bruni nahmen sich Petrarca als Wiederentdecker antiker Überlieferungen zum Vorbild für eigene diesbezügliche Sammlungs- und Ordnungsaktivitäten, so beispielsweise in der Handschriftenforschung von Poggio Bracciolini oder in Niccolò Niccolis Bemühen, Bibliotheken und Museen zusammenzubringen. Daraus entwickelten sich die großen florentinischen Büchersammlungen von San Marco und der Medici.

Die durch Abschriften in Umlauf kommenden Bücher wurden diskutiert, ihre Lehren aufgenommen und befolgt; sie wurden in Bibliotheken aufgestellt und begründeten neue Denkschulen. „Die studia humanitatis verwandeln die Grammatikschulen in Schulen wirklicher humaner Bildung. Die freien Künste werden wahrhaft befreiende Künste, und das nicht im Sinne einer rein geistigen, sondern einer bürgerlichen, integral humanen Freiheit.“

Gesellschaftspolitische Konstellationen

Der Prozess der Herausbildung autonomer Stadtherrschaften in Norditalien kam im 13. Jahrhundert in Gang, als die Herrschaft des staufischen Kaisertums zerfiel und ein Machtvakuum hinterließ. In den städtischen Zentren verbanden sich wirtschaftlich Einflussreiche mit wehrhaften Adligen zu einem Patriziat, das über teils beträchtliche Territorien herrschte. Aus heftigen Fehden der rivalisierenden Städte gingen fünf als machtvolle Pentarchie hervor, nämlich Venedig, Florenz, Mailand, Neapel und Rom. Sie gelangten nach dem Frieden von Lodi in ein Gleichgewicht und lösten ihre Konflikte in der Folge mit diplomatischen Mitteln.

Lorenzo il Magnifico mit den Künstlern Verrocchio, Bertoldo di Giovanni, Luca Fancelli, Michelozzo di Bartolomeo, Leon Battista Alberti (von links) und Michelangelo (rechts). Fresko von Ottavio Vannini, 1638–42

Für militärische Unternehmungen aller Art engagierten die teils durch Handel und Bankenwesen wohlhabend gewordenen einzelnen Stadtherrschaften gegen vertraglich vereinbarte Geldleistungen Truppen unter Führung eines Condottiere. Wachsender Geldbedarf für die Führung von Kriegen oder für die Sicherung gegen äußere Bedrohung hatte wiederum erhöhten Steuerdruck der Stadtoberen auf die jeweilige Bevölkerung zur Folge, um – häufig in Verbindung mit Bankkrediten – die nötigen Mittel für die Militärausgaben zur Verfügung zu haben. Nicht allen Condottieri genügte ihre Machtstellung als Heerführer; bekanntestes Beispiel ist Francesco I. Sforza, dem es gelang, die Herrschaft in Mailand für sich zu erlangen und sie seinen Söhnen Galeazzo und Ludovico als Herzogtum zu hinterlassen. Letzterer holte eine Reihe bedeutender humanistischer Gelehrter und Künstler nach Mailand, darunter 1479 den Architekten Donato Bramante sowie von 1482 bis 1499 Leonardo da Vinci. Der Mailänder Dom erhielt durch Giovanni Antonio Amadeo mit der Kuppel über der Vierung während der Herrschaft Ludovico Sforzas seine endgültige Gestalt.

Die Kulturbewegung der Renaissance stützte sich auf unterschiedliche soziale Gruppen, wobei die frühe Beteiligung der Kaufleute, die sich als fördernde Mäzene von Kunst und Bildung finanziell engagierten, von entscheidender Bedeutung war. So kam es zeitweilig „zu einer kultur- wie sozialgeschichtlich seltenen, wenn nicht in dieser Form einmaligen Verbindung von Geld und Geist“. Auch Frauen – allerdings nur wenige und in herausgehobener gesellschaftlicher Stellung – hatten Anteil an den Entwicklungen: Im Quattrocento wurde es möglich, dass Söhne und Töchter eines Fürstenhauses gemeinsam erzogen wurden und zu geistig-künstlerischer Entfaltung gelangten. Bekannte Renaissance-Lyrikerinnen waren Gaspara Stampa und Vittoria Colonna. In der Förderung der Künste und des Wissens engagierten sich beispielsweise Beatrix von Aragón, ihre Schwester Eleonora, Bianca Maria Sforza und Caterina de’ Medici.

Von herausragender Bedeutung in der italienischen Renaissance sind Florenz und die Familie der Medici, die mit ihren Kaufleuten und Bankiers in Herrscherrollen die größten Künstler und Gelehrten ihrer Zeit gefördert und mit Aufträgen versorgt haben. Giovanni di Bicci de’ Medici baute die Bank der Medici zu einem Institut von europäischem Rang aus und hinterließ seinen Söhnen Lorenzo und Cosimo außer beträchtlichem Vermögen ein Klientelnetz und das Beispiel kulturellen Mäzenatentums. Daraus entwickelte Cosimo ein System informeller Herrschaft über Florenz, das auch einer vorübergehenden Verbannung seiner selbst 1433 standhielt. Die Vernichtung seiner Feinde, hieß es, habe er mit seiner Kontrolle über die Steuerschätzung betrieben, statt mit dem Dolch. Mit Eigenmitteln investierte er in öffentliche Bauvorhaben wie San Lorenzo oder San Marco und versorgte dadurch nicht nur Architekten und Künstler, sondern auch untere Schichten der Stadtbevölkerung mit Arbeit.

Pestepidemie

Sandro Botticelli, Gemälde zu einer Novelle aus dem Decamerone, 1487 (Madrid, Prado)

Die Begleiterscheinungen der verheerenden Pestepidemie, der in Europa zwischen 1347 und 1352 etwa ein Drittel der Bevölkerung zum Opfer fiel und die 1348 auch Florenz schwer heimsuchte, werden eingangs von Giovanni Boccaccios Decamerone plastisch geschildert: „Sie steckte nicht nur den an, der mit dem Kranken sprach oder in seine Nähe kam, sondern auch jeden, der seine Kleider oder Sachen berührte. […] Väter und Mütter vermieden es, ihre Kinder zu pflegen, als ob es Fremde gewesen wären.“ Auch Ärzte und Priester sahen sich mit ihren Aufgaben überfordert und verweigerten den Dienst. Neben steigender Kriminalität kam es sowohl zu einem Aufschwung spiritueller Frömmigkeit als auch zu Judenverfolgungen, bei anderen wiederum zu verstärkter Diesseitszugewandtheit.

Die florentinische Pest habe „das symbolische Gewebe, in welches bis dahin das Leben der Christenmenschen eingesponnen war“, zerrissen, findet Peter Sloterdijk mit Berufung auf Boccaccio: „Der Golfstrom der religiösen Illusion, der bis dahin das Klima in unseren Breiten reguliert hatte, war zum Erliegen gekommen, und wer auch immer am Fortgang des Lebens in halbwegs erträglichen Formen ein Interesse empfand, mußte sich nach alternativen Inspirationsquellen für die Beflügelung des Lebenswillens umsehen.“ Darum gehe es bei den Novellen, die sich zehn junge Leute, sieben Frauen und drei Männer, auf dem Hügel über dem von der Pest gebeutelten Florenz erzählen. Boccaccios Decamerone artikuliert für Sloterdijk ein Menschenrecht auf Nachrichten, die besser sind als die Lage, „das Menschenrecht der Poesie für Geschöpfe, die der Regeneration bedürfen.“

Die Wiederentdeckung der antiken Welt – und ihr Mythos in einem zeittypischen Kontext – wurden zur beherrschenden Wirkkraft in der Renaissance-Kultur. „Die Klassiker wurden die Lehrer und die Vorbilder einer Humanität, die zu ihren Lehren zurückkehrte und dort Mittel zur geistigen Befreiung, Auskünfte politischer Weisheit und Grundlagen und Methoden für eine realistische Betrachtung der Natur suchte.“ Eine auf humanistischen Studien beruhende Bildung nach klassischen Vorbildern wurde zum erzieherischen Leitbild in Europa, das Manieren und Verhalten auch von Herrschenden prägte. An der Wende zum 15. Jahrhundert wurde es zur Regel, dass etwa die Florentiner Führungsschichten ihre Söhne in antiker Literatur und Geschichte unterrichten ließen. Klassische Bildung, sehr oft in Verbindung mit Griechischkenntnissen, entwickelte sich so zum Statusmerkmal.

Giovanni Pico della Mirandola. Ölgemälde eines unbekannten Malers in den Uffizien

In den christlichen Lehren des Mittelalters kam dem einzelnen Menschen keine besondere Rolle zu. Anders in der Renaissance, die die menschliche Persönlichkeit ins Zentrum der Betrachtung rückte, beispielhaft in Giovanni Pico della Mirandolas Traktat De hominis dignitate („Über die Würde des Menschen“). Als Ausdruck menschlicher Würde galt die Befähigung zu schöpferischer Arbeit, zu kreativer Tätigkeit, sei es in Bildender Kunst oder Architektur, in Dichtung oder Philosophie, im Handel oder in der Politik. „Das Monopol der Klöster auf die Tresore des tugendsamen, gottgefälligen Lebens wurde damit gebrochen. Kaufleute, Politiker, Heerführer, Künstler hatten sie jetzt ebenfalls in Besitz.“ Die vita activa wurde zunehmend deutlich gegen klösterliche Kontemplation und asketischen Müßiggang ausgespielt. „Mönchische Entsagung wurde immer häufiger als humane Minderform eingeschätzt, als Versagung des persönlichen Daseins und des natürlichen Rechtes darauf.“

Das Renaissance-Ideal des uomo universale, der als Individuum praktisches Können und theoretische Reflexion in vielfältiger Betätigung zu verbinden in der Lage ist und der durch schöpferische neue Ideen, Erfindungen und Werke das Leben erträglicher und angenehmer zu gestalten hilft, kann auch als Wendung gegen die Einschränkungen und Spezialisierungen verstanden werden, die im spätmittelalterlichen Zunftwesen der europäischen Städte festgeschrieben waren. Während im Florenz der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts ein nahezu unbegrenztes Zutrauen in die Selbstvervollkommnungsfähigkeiten des Menschen vorherrschte – was in die Forschungsliteratur teils als das Menschenbild der Renaissance eingegangen ist –, sah bereits Pico della Mirandola den Menschen als ein in seinen Möglichkeiten offen veranlagtes Wesen, das auch auf das Niveau der primitivsten Tiere herabsinken konnte. Macchiavelli wiederum verwarf Idealbilder zugunsten einer nüchternen Wirklichkeitsbetrachtung: „Zwischen dem Leben, wie es ist, und dem Leben, wie es sein sollte, ist ein so gewaltiger Unterschied, daß derjenige, der nur darauf sieht, was geschehen sollte, und nicht darauf, was in Wirklichkeit geschieht, seine Existenz viel eher ruiniert als erhält.“

Ansicht der Kathedrale von Florenz von Süden mit Giottos Campanile und Brunelleschis Kuppel

Auch für naturwissenschaftliches Denken und Forschen gingen von den humanistischen Studien und von dem veränderten Menschenbild Anregungen aus. Gelehrte, Künstler, Architekten und technisch versierte Handwerker tauschten sich aus und wirkten zusammen bei der erfahrungsgestützten Entwicklung neuer Theorien und Werke. Filippo Brunelleschi beispielsweise, Konstrukteur der Florentiner Domkuppel, war Architekt und Bildhauer, Hydraulikingenieur, Fachmann für Optik und für Proportionen. Er ließ sich in Mathematik und Geometrie von dem herausragenden Wissenschaftler Paolo Toscanelli unterweisen. Beide waren zudem unter anderen dem vielseitigen Humanisten und Mathematiker Leon Battista Alberti freundschaftlich verbunden.

Die von Nikolaus Kopernikus entwickelte Hypothese, die das heliozentrische Weltbild anstelle des geozentrischen auf den Weg brachte, hatte der nach eigenem Bekunden von antiken griechischen Vorläufern übernommen. Zu den von ihm Zitierten gehörten Heraklit, Ekphantos, Philolaos und Aristarchos von Samos. Johannes Keppler bot dann mit der Idee der Anziehung der Himmelskörper eine auf physikalischen Gesetzmäßigkeiten beruhende Erklärung an, die Galileo Galilei schließlich mittels verfeinerter Beobachtungsmöglichkeiten zu bestätigen vermochte. „Bei ihm ist das Gleichgewicht von Anwendung der Instrumente (das Fernrohr), Entdeckungen (die Satelliten des Jupiter und die Sonnenflecken) und bewußter Theoretisierung erreicht; wie ihm auch die Funktion der Mathematik für die physikalische Erkenntnis und das Verhältnis zwischen Erfahrung und Vernunft sehr klar ist.“

Der vitruvianische Mensch, Proportionsstudie nach Vitruv von Leonardo da Vinci (1492)

Ein Hauptcharakteristikum der Renaissance ist auch in der Kunst die „Wiedergeburt“ antiker Hinterlassenschaften. Sie manifestierte sich unter anderem in der Dichtung, in Baudenkmälern, Skulpturen und in der Malerei. Dies wird insbesondere an den neuen, als fortschrittlich empfundenen Prinzipien deutlich, in denen die mystisch-geistig orientierte Formensprache des Mittelalters von weltlicher, mathematisch-wissenschaftlicher Klarheit abgelöst wurde. Als beispielhaft für die neue Weltsicht kann die Proportionsstudie von Leonardo da Vinci betrachtet werden. In ihr wird der Mensch in seiner körperlichen Beschaffenheit in das Zentrum gesetzt und zum Maßstab für ein neues Ordnungssystem gemacht.

In der Renaissance-Kunst vollzog sich eine Abkehr von dem biblischen Gebot: „Du sollst Dir kein Bild machen.“ Vordem waren die wirkliche und mehr noch die biblische Welt nur in symbolischen Formen und Gestaltungen zum Ausdruck gekommen, auch bei der Darstellung menschlicher Körper und Gesichter. Mit der Renaissance jedoch wendete man sich den „Wirklichkeiten“ zu. „Gerade auch profane, alltägliche Begebenheiten, Menschen in ihrem natürlichen Tun und Sein, ebenso politische Ereignisse, ja, selbst die Natur, wie sie ‚wirklich‘ ist, konnte nun Gegenstand der Abbildung werden.“ Landschaft wurde seit dem 14. Jahrhundert von Giotto, Ambrogio Lorenzetti und Simone Martini schrittweise als Thema und als Bezugsgegenstand menschlichen Verhaltens zur Wirklichkeit (wieder-)entdeckt. Zudem wurde menschliche Individualität, die Einzigartigkeit von Personen in unterschiedlichen gesellschaftlichen Handlungsfeldern, zum Studienobjekt in Skulptur, Malerei, Literatur und Geschichtsschreibung. „Das Interesse wendet sich energisch dem einzelnen zu, auch wenn dieser in der Regel in seiner Bedeutung für ein Allgemeines, wie das politische Gemeinwesen, die Blüte der Künste , den Fortschritt der Gelehrsamkeit und derlei mehr gezeigt wird.“

Die Renaissance brachte den Künstlern, die bis dahin wie gewöhnliche Handwerker als Lehrlinge zu einem Meister hatten gehen müssen, um dort viele Jahre der Ausbildung zu absolvieren, einen erheblichen Ansehensgewinn. Die Künstler-Emanzipation von den Bindungen des Handwerks geschah teils durch Kombination mehrerer Wirkungsbereiche, etwa Architektur, Malerei und Skulptur, teils durch den Erwerb humanistischer Bildung, die die Künstler zu Gleichrangigen mit Gelehrten und vermögenden Gebildeten machen konnten. Mäzene wie die Medici in Florenz, die Farnese in Rom oder die Este in Ferrara machten die von ihnen favorisierten Künstler unabhängig von der Präsentation ihrer Werke auf Märkten und verschafften diesen Freiräume für die Entfaltung ihrer kreativen Fähigkeiten. Waren vom 4. bis noch ins 17. Jahrhundert Kirchen die Auftraggeber für die europäische Kunst, so wurden im Italien der Renaissance die meisten Bilder bereits von Laien bestellt. Einige Künstler erhielten regelmäßige Aufträge, manche sogar eine feste Anstellung: Mantegna war Hofmaler in Mantua, Leonardo da Vinci in Mailand.

Die kapitalstarken Zentren der italienischen Renaissance förderten durch ihre wechselseitige Konkurrenz den Höhenflug von Künsten und Künstlern. Die in Handel und Handwerk gewonnenen Geldmittel finanzierten monumentale Bauten. An den Wänden von Kirchenbauten ergaben sich Flächen für Fresken, an Portalen und Fassaden Orte und Räume für Skulpturen und Figurenschmuck. „Der Goldschmied und Bildhauer Andrea Pisano schuf zwischen 1330 und 1336 Bronzereliefs für das Südportal des Florentiner Baptisteriums, die Szenen aus dem Leben des Stadtpatrons, Johannes des Täufers, zeigen. Schon läßt die Art, wie die Gewänder der Figuren gestaltet sind, ein wenig Antike spüren. Ein neues Athen begann sich zu formen.“

Handwerk, Kunst und Wissenschaft kamen in der Renaissance zu enger Symbiose und Verflechtung mit mannigfachen Überschneidungen zwischen handwerklichen Künstlern und Gelehrten – teilweise in Personalunion wie bei Lorenzo Ghiberti und Leon Battista Alberti. Um herausragende Persönlichkeiten wie Paolo dal Pozzo Toscanelli entstand jene intellektuelle Szene, die „eine allem Antiken, auch der heidnischen Philosophie gegenüber aufgeschlossene Atmosphäre entstehen ließ.“

Die Reflexionen zur zeitlichen Untergliederung der Renaissance als Kunstepoche beginnen bei einer im Mittelalter des 11. und 12. Jahrhunderts angesetzten Protorenaissance. Daran schließt sich im Trecento und Quattrocento die Frührenaissance an. Mit der Hochrenaissance am Ende des 15. und am Anfang des 16. Jahrhunderts werden unter anderem die Werke Leonardo da Vincis, Raffaels und Michelangelos verbunden. Letzterer steht auch für Anfänge einer manieristischen Phase, die wiederum in den Barock übergeht.

Malerei

Hauptartikel: Malerei der Renaissance
Leonardo da Vinci: Das Abendmahl, 1495–1498, Santa Maria delle Grazie, Mailand

Die Mehrzahl der Gemälde der Renaissancekunst sind Altarbilder und Fresken religiösen Inhalts, die für Kirchen gemalt wurden. Die religiöse Gestalt wurde jedoch vermenschlicht, indem sie in einer irdischen Umgebung dargestellt wurde. So erscheinen die Personen auf vielfigurigen Bildern oft in der Alltagskleidung des Renaissancezeitalters. Außerdem entstanden Bilder mit weltlichen oder heidnisch-mythologischen Themen (z. B. Allegorien, antike Götter- und Heldensagen, antike Geschichte) und individuelle Bildnisse zeitgenössischer Persönlichkeiten. Daneben entwickelten sich erste Landschaftsdarstellungen und Sittenbilder, die das zeitgenössische Leben repräsentieren. Die Landschaftsdarstellungen sollten jedoch nicht ein genaues Abbild der Wirklichkeit darstellen, vielmehr symbolisierten sie das Grundprinzip der Schönheit. Diese Schönheit wurde als Natur definiert.

Die Raumtiefe wird mit den Mitteln der Zentralperspektive, also eines Fluchtliniensystems, geometrisch genau konstruiert. Hinzu kommen die Mittel der Luft- und Farbperspektive. Um ein dreidimensional wirkendes Bild auf einer zweidimensionalen Fläche darstellen zu können, musste sich der Künstler an optische und geometrische Regeln halten. Diese legten fest, dass der Horizont waagerecht auf Augenhöhe des Betrachters liegt. Um einem Bild räumliche Tiefe zu verleihen, laufen all seine parallel zum Erdboden verlaufenden Tiefenlinien auf einen Fluchtpunkt zu, der auf der Horizontlinie liegt.

In der Renaissance wurde immer mehr Wert auf naturgemäße Abbildungen, insbesondere auch auf die der Anatomie des Menschen gelegt. Die Künstler erforschten Muskelzüge, Bewegungen, Verkürzungen und die Körperproportion an sich. Trotz dieser genauen Studien wurde der nackte menschliche Körper, wie bereits in der Antike, als Akt in idealisierten Proportionen dargestellt. Der Künstler sah seine Aufgabe darin, aus der Fülle der menschlichen Natur das Schöne herauszufiltern und so körperliche Vollkommenheit auszudrücken. Die Nacktheit stand symbolisch für die Unschuld, da sie als natürlich empfunden wurde und so ursprüngliche Schönheit ausdrückte. All diese Auffassungen von der menschlichen Gestalt wurden wie andere Dinge aus der Antike übernommen.

Ein symmetrischer, harmonisch ausgewogener Bildaufbau, unterstützt durch innerbildliche Kreis-, Halbkreis- und Dreiecksformen, wurde in der Malerei bevorzugt.

Bildhauerei

Die Bildhauer der Renaissance schaffen vor allem Standfiguren und Bildnisbüsten. Auf den Plätzen der Städte werden Monumentalplastiken, beispielsweise in Form von Reiterstandbildern aufgestellt. Die Grabplastik für weltliche und geistliche Würdenträger verbindet zum Beispiel in Form eines Wandgrabmals die Skulptur mit der Architektur zu einem Gesamtkunstwerk.

Die Bildhauerei befreit sich zudem immer mehr aus ihren mittelalterlichen Bindungen an die Architektur. Neben Nischenfiguren, die ohne einen engen Zusammenhang mit dem zugehörigen Gebäude undenkbar sind, werden zunehmend Freiplastiken geschaffen, die, auf öffentlichen Plätzen stehend, von allen Seiten betrachtet werden können.

Renaissancebildhauer orientieren sich bei ihrer Arbeit an antiken Vorbildern. Skulpturen werden allseitig durchmodelliert, der Mensch in seiner Nacktheit dargestellt, die Beinstellung erfolgt oft im klassischen Kontrapost. Anatomische Vorstudien dienen dazu, den menschlichen Körper wirklichkeitsgetreu wiederzugeben.

Architektur

Antikische, klassizistische Renaissance

La Rotonda, Andrea Palladio, 1571

Eine Tendenz der Architektur besteht darin, die Formensprache der Antike in klassischer Strenge wiederzubeleben. In Italien war dieses Ziel mit der Hochrenaissance durch Donato Bramante gegen 1500 erreicht und setzte sich von da an in ganz Italien durch. Italienische Renaissancebauten wurden klar, überschaubar und harmonisch ausgewogen konzipiert.

Die Architekten orientierten sich bei den Grundrissen an einfachen idealen geometrischen Formen wie dem Quadrat oder dem Kreis. Man entlehnt Bauelemente wie Säulen, Pilaster, Kapitelle, Dreiecksgiebel etc. direkt der (griechischen) Antike. So findet man an Säulen wieder dorische, ionische oder korinthische Kapitelle. Daneben kommt es zu einer vermehrten Verwendung der bereits der römischen Architektur bekannten toskanischen Säule, vor allem in den Untergeschossen der Renaissancebauten. Die einzelnen Bauglieder hatten unter sich und mit dem ganzen Gebäude in Übereinstimmung zu stehen. Man studiert die Architektur-Traktate des römischen Baumeisters Vitruv, um daraus Anhaltspunkte für idealschöne Proportionen zu gewinnen.

Analogische Renaissance

Bankett in Renaissance-Interieur, Gemälde von Bartholomeus van Bassen, 1618–1620
Das 1605 vollendete Pellerhaus in Nürnberg galt bis zur Zerstörung seiner Fassade 1945 als eines der bedeutendsten Bauwerke der Renaissance.
Das Haus zum Breiten Herd in Erfurt wurde 1584 errichtet. Es zählt zu den prachtvollsten deutschen Renaissancebauten.

Eine weitere Tendenz der Architektur besteht darin, der Antike entlehnte, aber auch neue formensprachliche Elemente wie in der mittelalterlichen Baukunst in analogischer Weise zu variieren, ohne eine streng gesetzmäßige Baukunst anzustreben. Wichtiger als die klassische Regel ist dabei der inhaltliche Aspekt der antikisierenden Motive, die hohes soziales Prestige, aber auch antikes Ethos vermitteln.

Die Nachahmung antiker Bauelemente wie Gebälke, Kapitelle oder Profile geschieht hier nicht in voller Strenge, sondern gemäß der mittelalterlichen Baupraxis nur imitatorisch-variierend. Teilweise stammen die Vorlagen aus der Antike ähnlichen romanischen Architektur. Beispiel: Der Turm der Heilbronner Kilianskirche ab 1513. Häufig sind reiche Ornamentierungen durch Maßwerk, Arabesken, später durch Rollwerk, Beschlagwerk, Schweifwerk u. a. Die Vertikale in der Tradition der Gotik ist nach wie vor stark betont. Die Werkmeister sind in der Regel keine Intellektuellen wie in Italien, sondern oft der Tradition mittelalterlicher Handwerksbetriebe verpflichtet. Die Grundrisse und Fassaden sind oft asymmetrisch.

Renaissance-Gotik oder auch Nachgotik

Hauptartikel: Nachgotik

Eine dritte Tendenz ist die Weiterverwendung gotischer Motive, die im Gegensatz zu den antiken Formen als modern empfunden werden und gerne zur Kennzeichnung von Kirchengebäuden verwendet werden. Ein Beispiel ist die Kirche St. Mariä Himmelfahrt in Köln.

Auf der Seite der Architekturtheorie findet sich erstere Tendenz im Architekturtraktat wieder, letztere im Musterbuch. Generell kann gesagt werden, dass je stärker eine Kultur das Mittelalter nicht als Kulturverfall und im Gegensatz zur Antike empfand, desto mehr die zweite und dritte Tendenz bevorzugt wurde. Das gilt vor allem im mittel- und im nordeuropäischen Raum, wo die Baukunst der Nordischen Renaissance völlig andere Formen erreichte.

In Frankreich war die klassische antikisierende Strenge der Hochrenaissance gegen 1550 eingeholt (vgl. den Westflügel des Louvre, errichtet 1550–1558 durch Pierre Lescot), daneben gab es noch zahlreiche Kirchenbaustellen, auf denen noch mit gotischen Motiven gebaut wurde. Auf der iberischen Halbinsel bilden beide Tendenzen ein Nebeneinander, das sich bis in die Barockzeit fortsetzt. Im germanischen Europa und in Polen kam es teilweise zu einer Vermischung beider Tendenzen (z. B. beim Heidelberger Schloss oder dem Wawel-Schloss in Krakau), jedoch blieb die analogische Form der Renaissance bis zum Schluss dominant.

Wichtige Renaissancekünstler

Dichtung und Schriftkultur

In der Literatur leiten im 14. Jahrhundert Dante Alighieris Göttliche Komödie (La Divina Commedia, 1307–1321), Francesco Petrarcas Briefe, Traktate und Gedichte und Giovanni Boccaccios Il Decamerone (1353) das Zeitalter der Renaissance ein. Graf Baldassare Castiglione beschreibt in Il Libro del Cortegiano (1528) den Idealtypus eines Renaissancemenschen.

Seit der Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern um 1450 durch Johannes Gutenberg nahm die Literatur einen ungeheuren Aufschwung.

Zu den berühmten Dichtern und Schriftstellern der Renaissance zählen:

Im Renaissancezeitalter erfuhr das englische Theater eine Blüte. Das Elisabethanische Theater, einschließlich des Jacobean theatre und des Caroline theatre wird auch Early modern theatre oder English Renaissance theatre genannt. In Italien kommen in der Spätrenaissance als populäre Strömungen des Laientheaters die Commedia dell’arte und die Comedia erudita auf.

Musik

Hauptartikel: Musik der Renaissance

In der Renaissance war zunächst die franko-flämische Musik stilbestimmend, ab der Mitte des 16. Jahrhunderts kamen die wesentlichen Impulse dann aus Italien, besonders durch Komponistenströmungen, die als Florentiner Camerata, Römische Schule und Venezianische Schule bezeichnet werden. Als Eigenschaften und Stilmittel der Renaissancemusik lassen sich anführen:

  • Die Musik wird als Werk von (nicht mehr anonymen) Komponisten begriffen. Sie dient zur geselligen Unterhaltung (z. B. Liebes-, Trink- und Jahreszeitenlieder) und nicht mehr nur zum Gotteslob. Es kommt zu einer reichen Polyphonie (Mehrstimmigkeit) in der Kirchenmusik und zu homophon behandelten Volkslied-Melodien im weltlichen Bereich.
  • Einen Höhepunkt der musikalischen Verwirklichung von Ideen der Renaissance bildet die Entstehung der Oper um 1600, betrieben vor allem durch Florentiner Kreise.
Erasmus porträtiert von Albrecht Dürer (1526)

Auch die Philosophie der Renaissance war vom Rückbezug auf antike Denker und von der Auseinandersetzung mit deren wiederentdeckten Schriften geprägt. Sie stellte die Weichen für eine Überwindung der Scholastik und für eine Neuausrichtung des Welt- und Menschenbilds sowie insbesondere des ethischen Fundaments. Die Werke Platons und der Neuplatonismus boten dabei für die Vereinbarkeit mit der christlichen Theologie diverse Orientierungs- und Anknüpfungsaspekte. Dies wird etwa in den Lehren des Nicolaus Cusanus deutlich, der mitunter als Verkörperung der „Epochenschwelle“ zwischen Mittelalter und Moderne erscheint.

Andere Akzente setzten bereits früh der antichristlich eingestellte Georgios Gemistos Plethon und Biagio Pelacani da Parma mit seinem Denken „an den Grenzen des Atheismus“. Dafür steht laut Thomas Leinkauf der Satz: „Du bist kein anderer als Du selbst“, den Pelacani für nicht widerlegbar erklärte, weder durch eine endliche noch durch eine unendliche Macht. „Schon hier also“, so Leinkauf, „kann die unendliche Macht Gottes nichts ausrichten gegen die Richtigkeit und Wahrheit dieser Gewissheit, dass man man selbst ist.“ Überhaupt rückte das menschliche Individuum als freies und selbstverantwortliches mit seinen Willens-, Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeiten während der Renaissance ins Zentrum des philosophischen Denkens. Es stand unter anderem für „die Vielheit, Varianz, Buntheit des Seins“. Bezeichnend ist die andauernde Reflexion über die Stellung und Würde des Menschen in Briefen, Dichtung, Abhandlungen, Kommentaren und anderen Schriftzeugnissen. Dabei stand im Vergleich zur antiken und patristischen Tradition das Handeln als Ausdruck der Selbsterhaltung und Selbstverwirklichung im Vordergrund – eine Hinwendung zur Lebenspraxis und den darin sich stellenden Problemen.

Für Giovanni Pico della Mirandola, den bekanntesten der damaligen Interpreten der Menschenwürde, handelte es sich darum, das aus sich zu machen, was man aus eigener Einsicht und dem darauf sich gründenden freien Willen festlegt. Giannozzo Manetti sprach den Menschen auf Erden eine annähernd göttliche Stellung zu, indem er in ihnen „gleichsam die Herren aller und die Bebauer der Erde“ sah. Dass menschliche Individuen auf sich allein gestellt jedoch nichts vermögen, sondern der Erziehung durch andere bedürfen, betonte bildreich Erasmus von Rotterdam, indem er beispielsweise schrieb, dass kein Bärenjunges so unförmig sei, wie der Mensch roh an Geist geboren werde. „Wenn du ihn nicht mit viel Eifer bildest und formst, bist du der Vater einer Mißgeburt, nicht eines Menschen.“ Und weiter: „Wenn du saumselig bist, hast du ein wildes Tier; wenn du wachsam bist, hast du sozusagen eine Gottheit.“

Ethische Reflexionen – philosophische Disziplin seit Platon und Aristoteles bis hin zu den scholastischen Autoren des Trecento – blieben die ganze Renaissance über präsent. Dabei fungierte die aristotelische Ethik einerseits weiterhin als Grundnorm und Maßstab; andererseits wurde sie wie andere Teile der aristotelischen Lehre grundlegend kritisiert und durch einen neuen Typus individualistischer Moralität ersetzt, eher stoisch, epikureisch oder averroistisch geprägt, so zum Beispiel bei Michel de Montaigne und Giordano Bruno. Während für Petrarca vor allem die individuelle Handlungsabsicht als Gütemaßstab zählte, lenkte Machiavelli das Augenmerk in erster Linie auf die Zweck-Mittel-Relation und vollzog damit einen philosophisch bedeutsamen Traditionsbruch: Gutes konnte nach seiner Auffassung auch mit schlechten Mitteln bewirkt werden, während sich mit guten Taten schlechte, sogar bösartige Ziele realisieren ließen. Das aristotelische ethische Konzept scheiterte für Machiavelli an der Wirklichkeit. Zwar sei es richtig den „mittleren Weg“ zwischen den Extremen anzustreben; doch liege der Exzess nun einmal in der menschlichen Natur, sei folglich unvermeidlich und könne nur gemildert werden.

Eine unersättliche Wissensbegierde, die nichts weglässt und sich auf alle Disziplinen erstreckt, bescheinigten Coluccio Salutati wie auch Leonardo Bruni dem Menschen. Mit der auf viele Lebensbereiche sich erstreckenden Rückgewinnung antiker Schriften und ihrer Nutzbarmachung durch die Renaissance-Humanisten ging eine plötzliche Ausweitung des Wissensstoffs einher, den es wissenschaftlich-methodisch zu ordnen und hinsichtlich einer realitätskonformen Verwendbarkeit zu prüfen galt. Von Cusanus grundlegend entwickelt, wurde das Unbegrenzte der Einheitsgrund allen Denkens. Das „Ineinssetzen von Einheit und Unendlichkeit“ ist für Hanna-Barbara Gerl „der aus den alten Weltbildern in die Neuzeit hinauskatapultierende Schritt.“ Damit erfahre die Vernunft ihr Nichtwissen, ihre Unangemessenheit gegenüber dem Unendlichen. Doch innerhalb der Grenze des Endlichen könne nun „das Denken beliebig seinen Ausgangspunkt setzen und sich relativ-messend (nach dem selbstgewählten Maß) verhalten. Denken wird messen, mens gleich mensura; Gewicht, Maß und Zahl werden Instrument und Ausdruck des Sich-Selbst-Behauptens im Endlichen.“

Die Renaissance ist nicht nur eine Kunstepoche, sondern auch eine Epoche des allgemeinen kulturellen und wissenschaftlich-rationalen Aufbruchs, die sich vorrangig an antiken Vorbildern orientierte. In der Mathematik ist sie geprägt durch eine Wiederbelebung der griechischen Mathematik. Daneben hatte die arabische Mathematik mit Begriffen wie „Algebra“ und „Algorithmus“ und den arabischen Ziffern, die die römischen Ziffern zunehmend ersetzten, einen grundlegenden Einfluss. Antike Klassiker wurden über den Buchdruck vielen Gelehrten zugänglich. Auch in der Kunst sind mathematische Einflüsse nicht zu übersehen, etwa bei der Anwendung der Gesetze der Perspektive in der Malerei oder beim Einsatz der darstellenden Geometrie und der projektiven Geometrie in der Architektur. Nützlich waren mathematische Kenntnisse auch bei der Kartographie, der Navigation, der Landvermessung und der Astronomie.

Leibesübungen wurden wie in der Antike in der gesamten Breite der Verwertungszusammenhänge praktiziert und erkundet. Das moderne Denken zeigte sich in der Ausformulierung des Regelwerks, in der Anwendung der Naturwissenschaften und der Mathematik (vor allem der Geometrie) auf den Sport. Leibesübungen wurden zum Zwecke der Gesundheit, des Kriegshandwerks, der Selbstverteidigung oder einfach als Wettkampfsport betrieben. Das sich wandelnde Körperverständnis zeigte sich auch im Tanz und weiteren Körperpraktiken.

Wiktionary: Renaissance – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Commons: Renaissance – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  1. Der französische Begriff bezog sich vordem auf die „Wiedergeburt [des Christen] durch die Taufe“ (, in Le Trésor de la Langue Française informatisé)
  2. Eugenio Garin: Weltkulturen. Renaissance in Europa. In: Propyläen Weltgeschichte, Band 6: Die Kultur der Renaissance. Berlin 1964, S. 431. Schon das Wort Renaissance galt Michelet als liebenswert; es bezeichne „eine Lebenszeit und dazu eine, in der das Leben schön sei.“ (Ebenda)
  3. Herfried Münkler und Marina Münkler: Artikel „Renaissance“, in dies.: Lexikon der Renaissance. München 2000, S. 338 f.
  4. Gerl 1989, S. 5.
  5. „Sie ist, wie die Kunst und die Religiosität, ein proprium humanitas und gehört zu den wesentlichen Möglichkeiten seines [des Menschen] bewussten Selbstverhältnisses.“ (Leinkauf 2017, Band 1, S. 953 f. (Zitate S. 954))
  6. Eugenio Garin: Weltkulturen. Renaissance in Europa. In: Propyläen Weltgeschichte, Band 6: Die Kultur der Renaissance. Berlin 1964, S. 441.
  7. Herfried Münkler und Marina Münkler: Artikel „Petrarca“, in dies.: Lexikon der Renaissance. München 2000, S. 315. Über Petrarcas Dichtung urteilt Bernd Roeck: „Nie vorher hatte Europa einen Autor hervorgebracht, der die ewigen Themen Liebe, Tod, Natur und Einsamkeit ähnlich sprachmächtig gestaltete wie Petrarca, wobei er wieder und wieder das zerquälte Ich analysierte.“ (Roeck 2017, S. 376)
  8. Eugenio Garin: Weltkulturen. Renaissance in Europa. In: Propyläen Weltgeschichte, Band 6: Die Kultur der Renaissance. Berlin 1964, S. 441 und 445.
  9. Eugenio Garin: Weltkulturen. Renaissance in Europa. In: Propyläen Weltgeschichte, Band 6: Die Kultur der Renaissance. Berlin 1964, S. 442 und 444 f.
  10. Thomas Maissen: Geschichte der Frühen Neuzeit. München 2013, S. 12.
  11. Herfried Münkler und Marina Münkler: Artikel „Condottieri“, in dies.: Lexikon der Renaissance. München 2000, S. 338 f.
  12. Hellmut Diwald: Anspruch auf Mündigkeit: 1400–1555. (Propyläen-Geschichte Europas. Band 1) Frankfurt am Main, Berlin, Wien 1975, S. 99.
  13. Herfried Münkler und Marina Münkler: Artikel „Renaissance“, in dies.: Lexikon der Renaissance. München 2000, S. 341.
  14. „Freilich endete diese Ausbildung in der Regel entweder mit der Ehe oder dem Klostereintritt, den beiden überkommenen Existenzformen der Frau, so daß die Werke der Renaissance-Scholarinnen meist in jugendlichem Alter, wenige im Witwenalter verfaßt wurden.“ (Gerl 1989, S. 30)
  15. Gerl 1989, S. 28–31.
  16. Herfried Münkler und Marina Münkler: Artikel „Medici“, in dies.: Lexikon der Renaissance. München 2000, S. 264–266.
  17. Herfried Münkler und Marina Münkler: Artikel „Seuchen“, in dies.: Lexikon der Renaissance. München 2000, S. 354. (Zitat ebenda)
  18. Peter Sloterdijk: Die permanente Renaissance. Die italienische Novelle und die Nachrichten der Moderne. In ders.: Was geschah im 20. Jahrhundert? Unterwegs zu einer Kritik der extremistischen Vernunft. Suhrkamp, Berlin 2016, S. 190–192.
  19. Eugenio Garin: Weltkulturen. Renaissance in Europa. In: Propyläen Weltgeschichte, Band 6: Die Kultur der Renaissance. Berlin 1964, S. 461 und 480.
  20. Roeck 2017, S. 462.
  21. Hellmut Diwald: Anspruch auf Mündigkeit: 1400–1555. (Propyläen-Geschichte Europas. Band 1) Frankfurt am Main, Berlin, Wien 1975, S. 134 f.
  22. Herfried Münkler und Marina Münkler: Artikel „Medici“, in dies.: Lexikon der Renaissance. München 2000, S. 394 f.
  23. Herfried Münkler und Marina Münkler: Artikel „Menschenbild“, in dies.: Lexikon der Renaissance. München 2000, S. 269 f. (Zitat S. 270)
  24. Eugenio Garin: Weltkulturen. Renaissance in Europa. In: Propyläen Weltgeschichte, Band 6: Die Kultur der Renaissance. Berlin 1964, S. 510–512.
  25. Eugenio Garin: Weltkulturen. Renaissance in Europa. In: Propyläen Weltgeschichte, Band 6: Die Kultur der Renaissance. Berlin 1964, S. 514 f. und 517 f. (Zitat S. 518).
  26. Toman (Hrsg.) 2011, S. 175.
  27. Leinkauf 2017, Band 1, S. 4, Anmerkung 10.
  28. Herfried Münkler und Marina Münkler: Artikel „Porträt“, in dies.: Lexikon der Renaissance. München 2000, S. 319.
  29. Cennino Cennini schilderte die Verhältnisse wie folgt: „Fürs erste wird es zum geringsten ein Jahr dauern, das Zeichnen auf dem Täfelchen einzuüben; dann mit dem Meister in der Werkstätte stehen, bis du alle die Zweige gelernt, welche unserer Kunst zugehören. Dann mit der Bereitung der Farben anfangen, das Kochen des Leims zu lernen, ihn erhaben zu machen und zu schaben, zu vergolden, gut zu körnen; durch sechs Jahre hindurch. Und dann zum praktischen Versuchen im Malen, ornamentieren im Peitschen, Weltgewänder machen, in der Wandmalerei sich üben – andere sechs Jahre.“ (Zitiert nach: Rolf Toman (Hrsg.): Die Kunst der italienischen Renaissance. Architektur, Skulptur, Malerei, Zeichnung. Tandem Verlag, Potsdam 2007, S. 9).
  30. Herfried Münkler und Marina Münkler: Artikel „Künstler“, in dies.: Lexikon der Renaissance. München 2000, S. 209 und 212.
  31. Rolf Toman (Hrsg.): Die Kunst der italienischen Renaissance. Architektur, Skulptur, Malerei, Zeichnung. Tandem Verlag, Potsdam 2007, S. 10.
  32. Roeck 2017, S. 370.
  33. Roeck 2017, S. 459.
  34. Fritz Koreney: Albrecht Dürer und die Tier- und Pflanzendarstellungen der Renaissance. München 1985.
  35. Hermann Hipp: Studien zur „Nachgotik“ des 16. und 17. Jahrhunderts in Deutschland, Böhmen, Österreich und der Schweiz. Drei Bände. Diss. Tübingen 1979.
  36. Ethan Matt Kavaler: Renaissance Gothic. Pictures of Geometry and Narratives of Ornament. In: Art History. 29 (2006), S. 1–46.
  37. Hermann Hipp: Die Bückeburger „structura“. Aspekte der Nachgotik im Zusammenhang mit der deutschen Renaissance. In: Renaissance in Nord-Mitteleuropa. Band I (= Schriften des Weserrenaissance-Museums Schloß Brake 4). München und Berlin 1990, S. 159–170.
  38. Gerl 1989, S. 41. „In Nicolaus Cusanus, nicht in Descartes, liegen die Wurzeln der neuzeitlichen Metaphysik, entstanden in der Arbeit mit dem platonisch-neuplatonischen und dem spätmittelalterlich-nominalistischen Erbe.“ (Ebenda) Eine ausführliche Darstellung von Cusanus philosophischen Reflexionen gibt Leinkauf 2017, Band 2, S. 1061–1164.
  39. Leinkauf 2017, Band 1, S. 19. (Ebenda)
  40. Leinkauf 2017, Band 1, S. 5, 128 und 132 f.
  41. Leinkauf 2017, Band I, S. 609. Pico unterschied „zwischen der Schöpfung mit ihrer von außen auferlegten Ordnung und Gesetzmäßigkeit und dem Menschen, der keine ‚Natur‘ hat, keine objektive Schranke, die ihn bestimmt, kein proprium, dem er natürlich nachwächst.“ (Gerl 1989, S. 166)
  42. (homines velut omnium domini terraeque cultores.) „Gott hat einen undefinierten, das heißt ‚unbegrenzten‘ Nachfolger gefunden, ihm die Vollendung der Welt im genauen Sinn abgetreten.“ (Gerl 1989, S. 163)
  43. Zitiert nach Gerl 1989, S. 169.
  44. Leinkauf 2017, Band 1, S. 605 und 783.
  45. „Denn nicht die Sache an sich, sondern eines Menschen Gesinnung verdient Lob und Tadel.“ (Zitiert nach Leinkauf 2017, Band 1, S. 270)
  46. „Das Auslöschen ganzer Herrscherdynastien zur Sicherung persönlicher Macht ist legitim, es kann problemlos chronologisch zeitgleich von benefizentären, großzügigsten Akten der ‚humanitas‘ gegenüber der autochtonen Bevölkerung begleitet sein, etc.“ (Leinkauf 2017, Band 1, S. 900)
  47. Leinkauf 2017, Band 1, S. 755.
  48. Leinkauf 2017, Band 1, S. 214.
  49. Gerl 1989, S. 35 f. und 39.
  50. Werner Körbs: Vom Sinn der Leibesübungen zur Zeit der italienischen Renaissance. 2. Auflage. Hrsg. von Wolfgang Decker. Mit einem Geleitwort von Christiane Stang-Voß. – [Nachdr. der Ausg.] Berlin 1938. Weidmann, Hildesheim 1988, ISBN 3-615-00037-4.
  51. Arnd Krüger, John McClelland (Hrsg.): Die Anfänge des modernen Sports in der Renaissance. Arena, London 1984
    John McClelland: Body and Mind: Sport in Europe from the Roman Empire to the Renaissance (Sport in the Global Society). Routledge, London 2007. Die umfangreichste Bibliographie noch immer bei Arnd Krüger, John McClelland: Ausgewählte Bibliographie zu Leibesübungen und Sport in der Renaissance. In: A. Krüger, J. McClelland (Hrsg.): Die Anfänge des modernen Sports in der Renaissance. Arena, London 1984, S. 132–180.
  52. Jean-Claude Margolin, Jean Ceard, Marie-Madeleine Fontaine (Hrsg.): Le Corps à la Renaissance: actes du XXXe colloque de Tours 1987. Aux amateurs de livres, Paris 1990, ISBN 2-87841-022-X; John McClelland, Brian Merrilees (Hrsg.): Sport and culture in early modern Europe. Le sport et la civilisation de l'Europe pré-moderne. Centre for Reformation and Renaissance Studies, Toronto 2009, ISBN 978-0-7727-2052-8.
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Renaissance
renaissance, kunstepoche, neuzeit, ausklang, mittelalters, sprache, beobachten, bearbeiten, dieser, artikel, beschäftigt, sich, kultur, kunstgeschichtlicher, epoche, weiteren, bedeutungen, siehe, begriffsklärung, rənɛˈsɑ, entlehnt, französisch, renaissance, wi. Renaissance Kunstepoche der Neuzeit ab Ausklang des Mittelalters Sprache Beobachten Bearbeiten Dieser Artikel beschaftigt sich mit der Renaissance als kultur und kunstgeschichtlicher Epoche zu weiteren Bedeutungen siehe Renaissance Begriffsklarung Renaissance renɛˈsɑ s entlehnt aus franzosisch renaissance Wiedergeburt bezeichnet die europaische Kulturepoche in der Zeit des Ubergangs vom Mittelalter zur Neuzeit Kennzeichnend war die Wiederbelebung der kulturellen Leistungen der griechischen und romischen Antike die zu Massstaben fur daran anknupfende Renaissance Werke von Gelehrten und Kunstlern wurden Bahnbrechende neue Perspektiven ergaben sich gegenuber dem Mittelalter insbesondere fur das Menschenbild fur die Literatur die Bildhauerei die Malerei und die Architektur Die Epochenbezeichnung selbst gibt es erst seit dem 19 Jahrhundert Die am Arno gelegene Renaissance Metropole Florenz Als Kernzeitraum der Renaissance wird in der Kunstgeschichte das 15 Quattrocento und 16 Jahrhundert Cinquecento angesehen Die zeitliche Ausgedehntheit der Renaissance Ara die von den rivalisierenden Stadtrepubliken Norditaliens ausging erklart sich nicht zuletzt aus der zeitverschobenen Ausbreitung mit jeweils unterschiedlichen Auspragungen in den Landern nordlich der Alpen Der dort zuerst entstandene Buchdruck gilt als bedeutendste Errungenschaft in der Technik in der Renaissance Dabei wird der Epochenbegriff der Renaissance im protestantischen Norden Europas von dem der Reformation uberlagert Die Spatrenaissance wird auch als Manierismus bezeichnet und wurde Anfang des 17 Jahrhunderts in Italien durch den Barock abgelost Niederlandische Renaissance in Antwerpen das Rathaus fertiggestellt um 1564 Zu Wegbereitern der Renaissance wurden humanistische Gelehrte die die Erschliessung antiker Schriften Literatur und sonstiger Quellen fur ihre Gegenwart betrieben weil sie darin orientierende Leitbilder sahen an die es anzuknupfen galt Daraus entstand ein humanistisches Bildungsprogramm das zur optimalen Entfaltung auf eine Verbindung von Wissen und tugendhafter Betatigung setzte oder auf ein der Erforschung und Erkenntnis gewidmetes kontemplatives Dasein je nach individuellen Moglichkeiten und gesellschaftspolitischer Konstellation Charakteristisch fur das Menschenbild in der Renaissance wurde die Vielfalt der individuellen Entwicklungsmoglichkeiten Im Zentrum der humanistischen Reflexionen stand der Mensch mit seiner Sprache und Geschichte Auf literarischem Gebiet erstreckt sich die Spannweite der Renaissance etwa von Dante Alighieris Gottlicher Komodie bis zu William Shakespeares Werken Als herausragende Bildhauer bekannt sind beispielsweise Donatello Michelangelo und Tilman Riemenschneider Neu entwickeltes Gestaltungsmittel in der Malerei war die Verwendung der Zentralperspektive Zu den bedeutendsten Malern der Renaissance gehoren Botticelli Leonardo da Vinci Raffael Tizian und Albrecht Durer Grosse Namen in der Renaissance Architektur sind insbesondere Filippo Brunelleschi Leon Battista Alberti und Andrea Palladio Als politischer Theoretiker von uberzeitlicher Bedeutung ragt Niccolo Machiavelli heraus als weithin kommunizierender zeitkritischer Denker Erasmus von Rotterdam In der Musik verbindet man die Epoche vor allem mit verstarkter Mehrstimmigkeit und neuer Harmonie etwa bei Orlando di Lasso Inhaltsverzeichnis 1 Begrifflich zeitliche Einordnung 2 Entstehungsaspekte 2 1 Sammlung und Ordnung des antiken Nachlasses 2 2 Gesellschaftspolitische Konstellationen 2 3 Pestepidemie 3 Menschen und Weltbild 4 Kunste und Kulturleben 4 1 Malerei 4 2 Bildhauerei 4 3 Architektur 4 3 1 Antikische klassizistische Renaissance 4 3 2 Analogische Renaissance 4 3 3 Renaissance Gotik oder auch Nachgotik 4 4 Wichtige Renaissancekunstler 4 5 Dichtung und Schriftkultur 4 6 Musik 5 Philosophie 6 Mathematik 7 Leibesubungen und Sport 8 Siehe auch 9 Literatur 10 Weblinks 11 AnmerkungenBegrifflich zeitliche Einordnung BearbeitenAls Epochenbezeichnung im Sinne geschichtlicher Periodisierung hat sich die Renaissance erst seit Mitte des 19 Jahrhunderts etabliert 1 Wesentlich dazu beigetragen haben Jules Michelet der dem 1855 erschienenen neunten Band seiner Histoire de France den Titel Renaissance gab sowie Jacob Burckhardt der 1860 sein Werk Die Kultur der Renaissance in Italien herausbrachte 2 Dabei bezog sich Burckhardt in seiner Darstellung hauptsachlich auf das 14 und 15 Jahrhundert wahrend Michelet den Schwerpunkt im 16 Jahrhundert setzte beim Zusammenprall der italienischen mit der franzosischen Kultur im Zuge kriegerischer Verwicklungen 3 Die Renaissance Humanisten bezogen das Paradigma der Wiedergeburt auf diverse Anwendungsfelder wie die Kunst der Beredsamkeit die Breite des literarischen Schaffens und auch auf die Geschichtsschreibung samt den enthaltenen politiktheoretischen Ansatzen 4 Geschichte wurde zunehmend wenn auch nicht ganzlich von kosmologischen Zyklen oder einer theologischen Heilsgeschichte losgelost und dem Menschen zugewiesen auf den Selbstvollzug des Humanen konzentriert 5 Raffael Schule von Athen 1509 1510 Stanza della Segnatura Vatikanstaat Die Vorstellung in einer vom Mittelalter unterschiedenen neuen Zeit zu leben hatte sich unter Humanisten Literaten und Kunstlern in Italien allerdings bereits seit dem 14 Jahrhundert verbreitet Als Rinascimento begrifflich fixiert wurde sie 1550 von dem italienischen Kunstler und Kunstlerbiographen Giorgio Vasari der damit die Uberwindung mittelalterlicher Kunst durch Ruckgriff auf antike Vorbilder meinte Vasari unterschied drei Zeitalter der Kunstentwicklung das glanzvolle Zeitalter der griechisch romischen Antike ein Zwischenzeitalter des Verfalls das etwa mit der Epoche des Mittelalters gleichgesetzt werden kann das Zeitalter des Wiederauflebens der Kunste und der Wiedergeburt des antiken Geistes im Mittelalter seit etwa 1250 Nach Vasari hatten bereits die italienischen Bildhauer Architekten und Maler der zweiten Halfte des 13 Jahrhunderts darunter Arnolfo di Cambio Niccolo Pisano Cimabue oder Giotto in dunkelsten Zeiten den Meistern die nach ihnen kamen den Weg gewiesen der zur Vollkommenheit fuhrt Im ublichen heutigen Sprachgebrauch markiert die Renaissance fur sich genommen die Epoche am Ubergang zur Neuzeit Doch spricht man auch in bestimmten anderen Zusammenhangen von einer Renaissance wenn alte Werte Ideen oder Handlungsmuster wieder hervortreten Als Karolingische Renaissance beispielsweise bezeichnet man die Formen der Ruckbesinnung auf die Antike die unter Karl dem Grossen um 800 eingesetzten Wenn in der jungeren Vergangenheit wiederum regionale Kulturen sich verstarkt fur ihre Eigenarten und Sprachen interessieren greift man auch mitunter auf den Renaissance Begriff zuruck wie etwa im Fall der irischen Renaissance Entstehungsaspekte BearbeitenIn ihrem Ursprung war die Renaissance eine kulturelle Bewegung zur Wiedergewinnung von Zeugnissen der Antike fur die eigene Daseinsorientierung Begunstigt wurde diese Bewegung von gesellschaftspolitischen Konstellationen speziell in der Nordhalfte Italiens und von krisenhaften Zeitumstanden die einer geistigen Neuorientierung Vorschub leisteten Sammlung und Ordnung des antiken Nachlasses Bearbeiten Originalmanuskript eines 1985 in Erfurt entdeckten Gedichts Petrarcas Als wesentliche Ausgangspunkte der Renaissancekultur lassen sich eine intensive Suche nach Handschriften Bauten Inschriften und Skulpturen der klassischen griechisch romischen Welt wie auch ein grundliches Studium der lateinischen griechischen und zudem der hebraischen Sprache festhalten Als unvergleichlichen Sucher nach den Buchern der Vater beschreibt Eugenio Garin den Dichter Francesco Petrarca Dessen Ziel sei es gewesen die Kenntnis des Griechischen zu fordern und die seit Jahrhunderten stummen Schriftsteller wie Homer und Platon wieder zur Sprache zu bringen 6 Mehrfach bereiste Petrarca Deutschland und Frankreich um antike Texte in den vormals abgeschotteten Klosterbibliotheken aufzuspuren und fur eigene Werke fruchtbar zu machen In der Wissensordnung an deren Durchsetzung er wesentlich beteiligt war sind Authentizitat Originalitat und Sensibilitat nicht nur zu Massstaben guter Literatur sondern auch der Philosophie geworden In diesem Sinne ist Petrarca sowohl der erste moderne Dichter als auch der erste moderne Intellektuelle 7 Die bedeutenden Humanisten des 14 Und 15 Jahrhunderts wie Coluccio Salutati und Leonardo Bruni nahmen sich Petrarca als Wiederentdecker antiker Uberlieferungen zum Vorbild fur eigene diesbezugliche Sammlungs und Ordnungsaktivitaten so beispielsweise in der Handschriftenforschung von Poggio Bracciolini oder in Niccolo Niccolis Bemuhen Bibliotheken und Museen zusammenzubringen Daraus entwickelten sich die grossen florentinischen Buchersammlungen von San Marco und der Medici 8 Die durch Abschriften in Umlauf kommenden Bucher wurden diskutiert ihre Lehren aufgenommen und befolgt sie wurden in Bibliotheken aufgestellt und begrundeten neue Denkschulen Die studia humanitatis verwandeln die Grammatikschulen in Schulen wirklicher humaner Bildung Die freien Kunste werden wahrhaft befreiende Kunste und das nicht im Sinne einer rein geistigen sondern einer burgerlichen integral humanen Freiheit 9 Gesellschaftspolitische Konstellationen Bearbeiten Der Prozess der Herausbildung autonomer Stadtherrschaften in Norditalien kam im 13 Jahrhundert in Gang als die Herrschaft des staufischen Kaisertums zerfiel und ein Machtvakuum hinterliess In den stadtischen Zentren verbanden sich wirtschaftlich Einflussreiche mit wehrhaften Adligen zu einem Patriziat das uber teils betrachtliche Territorien herrschte Aus heftigen Fehden der rivalisierenden Stadte gingen funf als machtvolle Pentarchie hervor namlich Venedig Florenz Mailand Neapel und Rom Sie gelangten nach dem Frieden von Lodi in ein Gleichgewicht und losten ihre Konflikte in der Folge mit diplomatischen Mitteln 10 Lorenzo il Magnifico mit den Kunstlern Verrocchio Bertoldo di Giovanni Luca Fancelli Michelozzo di Bartolomeo Leon Battista Alberti von links und Michelangelo rechts Fresko von Ottavio Vannini 1638 42 Fur militarische Unternehmungen aller Art engagierten die teils durch Handel und Bankenwesen wohlhabend gewordenen einzelnen Stadtherrschaften gegen vertraglich vereinbarte Geldleistungen Truppen unter Fuhrung eines Condottiere Wachsender Geldbedarf fur die Fuhrung von Kriegen oder fur die Sicherung gegen aussere Bedrohung hatte wiederum erhohten Steuerdruck der Stadtoberen auf die jeweilige Bevolkerung zur Folge um haufig in Verbindung mit Bankkrediten die notigen Mittel fur die Militarausgaben zur Verfugung zu haben Nicht allen Condottieri genugte ihre Machtstellung als Heerfuhrer bekanntestes Beispiel ist Francesco I Sforza dem es gelang die Herrschaft in Mailand fur sich zu erlangen und sie seinen Sohnen Galeazzo und Ludovico als Herzogtum zu hinterlassen 11 Letzterer holte eine Reihe bedeutender humanistischer Gelehrter und Kunstler nach Mailand darunter 1479 den Architekten Donato Bramante sowie von 1482 bis 1499 Leonardo da Vinci Der Mailander Dom erhielt durch Giovanni Antonio Amadeo mit der Kuppel uber der Vierung wahrend der Herrschaft Ludovico Sforzas seine endgultige Gestalt 12 Die Kulturbewegung der Renaissance stutzte sich auf unterschiedliche soziale Gruppen wobei die fruhe Beteiligung der Kaufleute die sich als fordernde Mazene von Kunst und Bildung finanziell engagierten von entscheidender Bedeutung war So kam es zeitweilig zu einer kultur wie sozialgeschichtlich seltenen wenn nicht in dieser Form einmaligen Verbindung von Geld und Geist 13 Auch Frauen allerdings nur wenige und in herausgehobener gesellschaftlicher Stellung hatten Anteil an den Entwicklungen Im Quattrocento wurde es moglich dass Sohne und Tochter eines Furstenhauses gemeinsam erzogen wurden und zu geistig kunstlerischer Entfaltung gelangten 14 Bekannte Renaissance Lyrikerinnen waren Gaspara Stampa und Vittoria Colonna In der Forderung der Kunste und des Wissens engagierten sich beispielsweise Beatrix von Aragon ihre Schwester Eleonora Bianca Maria Sforza und Caterina de Medici 15 Von herausragender Bedeutung in der italienischen Renaissance sind Florenz und die Familie der Medici die mit ihren Kaufleuten und Bankiers in Herrscherrollen die grossten Kunstler und Gelehrten ihrer Zeit gefordert und mit Auftragen versorgt haben Giovanni di Bicci de Medici baute die Bank der Medici zu einem Institut von europaischem Rang aus und hinterliess seinen Sohnen Lorenzo und Cosimo ausser betrachtlichem Vermogen ein Klientelnetz und das Beispiel kulturellen Mazenatentums Daraus entwickelte Cosimo ein System informeller Herrschaft uber Florenz das auch einer vorubergehenden Verbannung seiner selbst 1433 standhielt Die Vernichtung seiner Feinde hiess es habe er mit seiner Kontrolle uber die Steuerschatzung betrieben statt mit dem Dolch Mit Eigenmitteln investierte er in offentliche Bauvorhaben wie San Lorenzo oder San Marco und versorgte dadurch nicht nur Architekten und Kunstler sondern auch untere Schichten der Stadtbevolkerung mit Arbeit 16 Pestepidemie Bearbeiten Sandro Botticelli Gemalde zu einer Novelle aus dem Decamerone 1487 Madrid Prado Die Begleiterscheinungen der verheerenden Pestepidemie der in Europa zwischen 1347 und 1352 etwa ein Drittel der Bevolkerung zum Opfer fiel und die 1348 auch Florenz schwer heimsuchte werden eingangs von Giovanni Boccaccios Decamerone plastisch geschildert Sie steckte nicht nur den an der mit dem Kranken sprach oder in seine Nahe kam sondern auch jeden der seine Kleider oder Sachen beruhrte Vater und Mutter vermieden es ihre Kinder zu pflegen als ob es Fremde gewesen waren Auch Arzte und Priester sahen sich mit ihren Aufgaben uberfordert und verweigerten den Dienst Neben steigender Kriminalitat kam es sowohl zu einem Aufschwung spiritueller Frommigkeit als auch zu Judenverfolgungen bei anderen wiederum zu verstarkter Diesseitszugewandtheit 17 Die florentinische Pest habe das symbolische Gewebe in welches bis dahin das Leben der Christenmenschen eingesponnen war zerrissen findet Peter Sloterdijk mit Berufung auf Boccaccio Der Golfstrom der religiosen Illusion der bis dahin das Klima in unseren Breiten reguliert hatte war zum Erliegen gekommen und wer auch immer am Fortgang des Lebens in halbwegs ertraglichen Formen ein Interesse empfand musste sich nach alternativen Inspirationsquellen fur die Beflugelung des Lebenswillens umsehen Darum gehe es bei den Novellen die sich zehn junge Leute sieben Frauen und drei Manner auf dem Hugel uber dem von der Pest gebeutelten Florenz erzahlen Boccaccios Decamerone artikuliert fur Sloterdijk ein Menschenrecht auf Nachrichten die besser sind als die Lage das Menschenrecht der Poesie fur Geschopfe die der Regeneration bedurfen 18 Menschen und Weltbild BearbeitenDie Wiederentdeckung der antiken Welt und ihr Mythos in einem zeittypischen Kontext wurden zur beherrschenden Wirkkraft in der Renaissance Kultur Die Klassiker wurden die Lehrer und die Vorbilder einer Humanitat die zu ihren Lehren zuruckkehrte und dort Mittel zur geistigen Befreiung Auskunfte politischer Weisheit und Grundlagen und Methoden fur eine realistische Betrachtung der Natur suchte Eine auf humanistischen Studien beruhende Bildung nach klassischen Vorbildern wurde zum erzieherischen Leitbild in Europa das Manieren und Verhalten auch von Herrschenden pragte 19 An der Wende zum 15 Jahrhundert wurde es zur Regel dass etwa die Florentiner Fuhrungsschichten ihre Sohne in antiker Literatur und Geschichte unterrichten liessen Klassische Bildung sehr oft in Verbindung mit Griechischkenntnissen entwickelte sich so zum Statusmerkmal 20 Giovanni Pico della Mirandola Olgemalde eines unbekannten Malers in den Uffizien In den christlichen Lehren des Mittelalters kam dem einzelnen Menschen keine besondere Rolle zu Anders in der Renaissance die die menschliche Personlichkeit ins Zentrum der Betrachtung ruckte beispielhaft in Giovanni Pico della Mirandolas Traktat De hominis dignitate Uber die Wurde des Menschen Als Ausdruck menschlicher Wurde galt die Befahigung zu schopferischer Arbeit zu kreativer Tatigkeit sei es in Bildender Kunst oder Architektur in Dichtung oder Philosophie im Handel oder in der Politik Das Monopol der Kloster auf die Tresore des tugendsamen gottgefalligen Lebens wurde damit gebrochen Kaufleute Politiker Heerfuhrer Kunstler hatten sie jetzt ebenfalls in Besitz Die vita activa wurde zunehmend deutlich gegen klosterliche Kontemplation und asketischen Mussiggang ausgespielt Monchische Entsagung wurde immer haufiger als humane Minderform eingeschatzt als Versagung des personlichen Daseins und des naturlichen Rechtes darauf 21 Das Renaissance Ideal des uomo universale der als Individuum praktisches Konnen und theoretische Reflexion in vielfaltiger Betatigung zu verbinden in der Lage ist und der durch schopferische neue Ideen Erfindungen und Werke das Leben ertraglicher und angenehmer zu gestalten hilft kann auch als Wendung gegen die Einschrankungen und Spezialisierungen verstanden werden die im spatmittelalterlichen Zunftwesen der europaischen Stadte festgeschrieben waren 22 Wahrend im Florenz der zweiten Halfte des 15 Jahrhunderts ein nahezu unbegrenztes Zutrauen in die Selbstvervollkommnungsfahigkeiten des Menschen vorherrschte was in die Forschungsliteratur teils als das Menschenbild der Renaissance eingegangen ist sah bereits Pico della Mirandola den Menschen als ein in seinen Moglichkeiten offen veranlagtes Wesen das auch auf das Niveau der primitivsten Tiere herabsinken konnte Macchiavelli wiederum verwarf Idealbilder zugunsten einer nuchternen Wirklichkeitsbetrachtung Zwischen dem Leben wie es ist und dem Leben wie es sein sollte ist ein so gewaltiger Unterschied dass derjenige der nur darauf sieht was geschehen sollte und nicht darauf was in Wirklichkeit geschieht seine Existenz viel eher ruiniert als erhalt 23 Ansicht der Kathedrale von Florenz von Suden mit Giottos Campanile und Brunelleschis Kuppel Auch fur naturwissenschaftliches Denken und Forschen gingen von den humanistischen Studien und von dem veranderten Menschenbild Anregungen aus Gelehrte Kunstler Architekten und technisch versierte Handwerker tauschten sich aus und wirkten zusammen bei der erfahrungsgestutzten Entwicklung neuer Theorien und Werke Filippo Brunelleschi beispielsweise Konstrukteur der Florentiner Domkuppel war Architekt und Bildhauer Hydraulikingenieur Fachmann fur Optik und fur Proportionen Er liess sich in Mathematik und Geometrie von dem herausragenden Wissenschaftler Paolo Toscanelli unterweisen Beide waren zudem unter anderen dem vielseitigen Humanisten und Mathematiker Leon Battista Alberti freundschaftlich verbunden 24 Die von Nikolaus Kopernikus entwickelte Hypothese die das heliozentrische Weltbild anstelle des geozentrischen auf den Weg brachte hatte der nach eigenem Bekunden von antiken griechischen Vorlaufern ubernommen Zu den von ihm Zitierten gehorten Heraklit Ekphantos Philolaos und Aristarchos von Samos Johannes Keppler bot dann mit der Idee der Anziehung der Himmelskorper eine auf physikalischen Gesetzmassigkeiten beruhende Erklarung an die Galileo Galilei schliesslich mittels verfeinerter Beobachtungsmoglichkeiten zu bestatigen vermochte Bei ihm ist das Gleichgewicht von Anwendung der Instrumente das Fernrohr Entdeckungen die Satelliten des Jupiter und die Sonnenflecken und bewusster Theoretisierung erreicht wie ihm auch die Funktion der Mathematik fur die physikalische Erkenntnis und das Verhaltnis zwischen Erfahrung und Vernunft sehr klar ist 25 Kunste und Kulturleben Bearbeiten Der vitruvianische Mensch Proportionsstudie nach Vitruv von Leonardo da Vinci 1492 Ein Hauptcharakteristikum der Renaissance ist auch in der Kunst die Wiedergeburt antiker Hinterlassenschaften Sie manifestierte sich unter anderem in der Dichtung in Baudenkmalern Skulpturen und in der Malerei Dies wird insbesondere an den neuen als fortschrittlich empfundenen Prinzipien deutlich in denen die mystisch geistig orientierte Formensprache des Mittelalters von weltlicher mathematisch wissenschaftlicher Klarheit abgelost wurde Als beispielhaft fur die neue Weltsicht kann die Proportionsstudie von Leonardo da Vinci betrachtet werden In ihr wird der Mensch in seiner korperlichen Beschaffenheit in das Zentrum gesetzt und zum Massstab fur ein neues Ordnungssystem gemacht In der Renaissance Kunst vollzog sich eine Abkehr von dem biblischen Gebot Du sollst Dir kein Bild machen Vordem waren die wirkliche und mehr noch die biblische Welt nur in symbolischen Formen und Gestaltungen zum Ausdruck gekommen auch bei der Darstellung menschlicher Korper und Gesichter Mit der Renaissance jedoch wendete man sich den Wirklichkeiten zu Gerade auch profane alltagliche Begebenheiten Menschen in ihrem naturlichen Tun und Sein ebenso politische Ereignisse ja selbst die Natur wie sie wirklich ist konnte nun Gegenstand der Abbildung werden 26 Landschaft wurde seit dem 14 Jahrhundert von Giotto Ambrogio Lorenzetti und Simone Martini schrittweise als Thema und als Bezugsgegenstand menschlichen Verhaltens zur Wirklichkeit wieder entdeckt 27 Zudem wurde menschliche Individualitat die Einzigartigkeit von Personen in unterschiedlichen gesellschaftlichen Handlungsfeldern zum Studienobjekt in Skulptur Malerei Literatur und Geschichtsschreibung Das Interesse wendet sich energisch dem einzelnen zu auch wenn dieser in der Regel in seiner Bedeutung fur ein Allgemeines wie das politische Gemeinwesen die Blute der Kunste den Fortschritt der Gelehrsamkeit und derlei mehr gezeigt wird 28 Die Renaissance brachte den Kunstlern die bis dahin wie gewohnliche Handwerker als Lehrlinge zu einem Meister hatten gehen mussen um dort viele Jahre der Ausbildung zu absolvieren 29 einen erheblichen Ansehensgewinn Die Kunstler Emanzipation von den Bindungen des Handwerks geschah teils durch Kombination mehrerer Wirkungsbereiche etwa Architektur Malerei und Skulptur teils durch den Erwerb humanistischer Bildung die die Kunstler zu Gleichrangigen mit Gelehrten und vermogenden Gebildeten machen konnten Mazene wie die Medici in Florenz die Farnese in Rom oder die Este in Ferrara machten die von ihnen favorisierten Kunstler unabhangig von der Prasentation ihrer Werke auf Markten und verschafften diesen Freiraume fur die Entfaltung ihrer kreativen Fahigkeiten 30 Waren vom 4 bis noch ins 17 Jahrhundert Kirchen die Auftraggeber fur die europaische Kunst so wurden im Italien der Renaissance die meisten Bilder bereits von Laien bestellt Einige Kunstler erhielten regelmassige Auftrage manche sogar eine feste Anstellung Mantegna war Hofmaler in Mantua Leonardo da Vinci in Mailand 31 Die kapitalstarken Zentren der italienischen Renaissance forderten durch ihre wechselseitige Konkurrenz den Hohenflug von Kunsten und Kunstlern Die in Handel und Handwerk gewonnenen Geldmittel finanzierten monumentale Bauten An den Wanden von Kirchenbauten ergaben sich Flachen fur Fresken an Portalen und Fassaden Orte und Raume fur Skulpturen und Figurenschmuck Der Goldschmied und Bildhauer Andrea Pisano schuf zwischen 1330 und 1336 Bronzereliefs fur das Sudportal des Florentiner Baptisteriums die Szenen aus dem Leben des Stadtpatrons Johannes des Taufers zeigen Schon lasst die Art wie die Gewander der Figuren gestaltet sind ein wenig Antike spuren Ein neues Athen begann sich zu formen 32 Handwerk Kunst und Wissenschaft kamen in der Renaissance zu enger Symbiose und Verflechtung mit mannigfachen Uberschneidungen zwischen handwerklichen Kunstlern und Gelehrten teilweise in Personalunion wie bei Lorenzo Ghiberti und Leon Battista Alberti Um herausragende Personlichkeiten wie Paolo dal Pozzo Toscanelli entstand jene intellektuelle Szene die eine allem Antiken auch der heidnischen Philosophie gegenuber aufgeschlossene Atmosphare entstehen liess 33 Die Reflexionen zur zeitlichen Untergliederung der Renaissance als Kunstepoche beginnen bei einer im Mittelalter des 11 und 12 Jahrhunderts angesetzten Protorenaissance Daran schliesst sich im Trecento und Quattrocento die Fruhrenaissance an Mit der Hochrenaissance am Ende des 15 und am Anfang des 16 Jahrhunderts werden unter anderem die Werke Leonardo da Vincis Raffaels und Michelangelos verbunden Letzterer steht auch fur Anfange einer manieristischen Phase die wiederum in den Barock ubergeht Malerei Bearbeiten Hauptartikel Malerei der Renaissance Leonardo da Vinci Das Abendmahl 1495 1498 Santa Maria delle Grazie Mailand Die Mehrzahl der Gemalde der Renaissancekunst sind Altarbilder und Fresken religiosen Inhalts die fur Kirchen gemalt wurden Die religiose Gestalt wurde jedoch vermenschlicht indem sie in einer irdischen Umgebung dargestellt wurde So erscheinen die Personen auf vielfigurigen Bildern oft in der Alltagskleidung des Renaissancezeitalters Ausserdem entstanden Bilder mit weltlichen oder heidnisch mythologischen Themen z B Allegorien antike Gotter und Heldensagen antike Geschichte und individuelle Bildnisse zeitgenossischer Personlichkeiten Daneben entwickelten sich erste Landschaftsdarstellungen und Sittenbilder die das zeitgenossische Leben reprasentieren Die Landschaftsdarstellungen sollten jedoch nicht ein genaues Abbild der Wirklichkeit darstellen vielmehr symbolisierten sie das Grundprinzip der Schonheit Diese Schonheit wurde als Natur definiert Die Raumtiefe wird mit den Mitteln der Zentralperspektive also eines Fluchtliniensystems geometrisch genau konstruiert Hinzu kommen die Mittel der Luft und Farbperspektive Um ein dreidimensional wirkendes Bild auf einer zweidimensionalen Flache darstellen zu konnen musste sich der Kunstler an optische und geometrische Regeln halten Diese legten fest dass der Horizont waagerecht auf Augenhohe des Betrachters liegt Um einem Bild raumliche Tiefe zu verleihen laufen all seine parallel zum Erdboden verlaufenden Tiefenlinien auf einen Fluchtpunkt zu der auf der Horizontlinie liegt In der Renaissance wurde immer mehr Wert auf naturgemasse Abbildungen 34 insbesondere auch auf die der Anatomie des Menschen gelegt Die Kunstler erforschten Muskelzuge Bewegungen Verkurzungen und die Korperproportion an sich Trotz dieser genauen Studien wurde der nackte menschliche Korper wie bereits in der Antike als Akt in idealisierten Proportionen dargestellt Der Kunstler sah seine Aufgabe darin aus der Fulle der menschlichen Natur das Schone herauszufiltern und so korperliche Vollkommenheit auszudrucken Die Nacktheit stand symbolisch fur die Unschuld da sie als naturlich empfunden wurde und so ursprungliche Schonheit ausdruckte All diese Auffassungen von der menschlichen Gestalt wurden wie andere Dinge aus der Antike ubernommen Ein symmetrischer harmonisch ausgewogener Bildaufbau unterstutzt durch innerbildliche Kreis Halbkreis und Dreiecksformen wurde in der Malerei bevorzugt Bildhauerei Bearbeiten Michelangelo David Die Bildhauer der Renaissance schaffen vor allem Standfiguren und Bildnisbusten Auf den Platzen der Stadte werden Monumentalplastiken beispielsweise in Form von Reiterstandbildern aufgestellt Die Grabplastik fur weltliche und geistliche Wurdentrager verbindet zum Beispiel in Form eines Wandgrabmals die Skulptur mit der Architektur zu einem Gesamtkunstwerk Die Bildhauerei befreit sich zudem immer mehr aus ihren mittelalterlichen Bindungen an die Architektur Neben Nischenfiguren die ohne einen engen Zusammenhang mit dem zugehorigen Gebaude undenkbar sind werden zunehmend Freiplastiken geschaffen die auf offentlichen Platzen stehend von allen Seiten betrachtet werden konnen Renaissancebildhauer orientieren sich bei ihrer Arbeit an antiken Vorbildern Skulpturen werden allseitig durchmodelliert der Mensch in seiner Nacktheit dargestellt die Beinstellung erfolgt oft im klassischen Kontrapost Anatomische Vorstudien dienen dazu den menschlichen Korper wirklichkeitsgetreu wiederzugeben Architektur Bearbeiten Hauptartikel Architektur der Renaissance Antikische klassizistische Renaissance Bearbeiten La Rotonda Andrea Palladio 1571 Eine Tendenz der Architektur besteht darin die Formensprache der Antike in klassischer Strenge wiederzubeleben In Italien war dieses Ziel mit der Hochrenaissance durch Donato Bramante gegen 1500 erreicht und setzte sich von da an in ganz Italien durch Italienische Renaissancebauten wurden klar uberschaubar und harmonisch ausgewogen konzipiert Die Architekten orientierten sich bei den Grundrissen an einfachen idealen geometrischen Formen wie dem Quadrat oder dem Kreis Man entlehnt Bauelemente wie Saulen Pilaster Kapitelle Dreiecksgiebel etc direkt der griechischen Antike So findet man an Saulen wieder dorische ionische oder korinthische Kapitelle Daneben kommt es zu einer vermehrten Verwendung der bereits der romischen Architektur bekannten toskanischen Saule vor allem in den Untergeschossen der Renaissancebauten Die einzelnen Bauglieder hatten unter sich und mit dem ganzen Gebaude in Ubereinstimmung zu stehen Man studiert die Architektur Traktate des romischen Baumeisters Vitruv um daraus Anhaltspunkte fur idealschone Proportionen zu gewinnen Analogische Renaissance Bearbeiten Bankett in Renaissance Interieur Gemalde von Bartholomeus van Bassen 1618 1620 Das 1605 vollendete Pellerhaus in Nurnberg galt bis zur Zerstorung seiner Fassade 1945 als eines der bedeutendsten Bauwerke der Renaissance Das Haus zum Breiten Herd in Erfurt wurde 1584 errichtet Es zahlt zu den prachtvollsten deutschen Renaissancebauten Eine weitere Tendenz der Architektur besteht darin der Antike entlehnte aber auch neue formensprachliche Elemente wie in der mittelalterlichen Baukunst in analogischer Weise zu variieren ohne eine streng gesetzmassige Baukunst anzustreben Wichtiger als die klassische Regel ist dabei der inhaltliche Aspekt der antikisierenden Motive die hohes soziales Prestige aber auch antikes Ethos vermitteln Die Nachahmung antiker Bauelemente wie Gebalke Kapitelle oder Profile geschieht hier nicht in voller Strenge sondern gemass der mittelalterlichen Baupraxis nur imitatorisch variierend Teilweise stammen die Vorlagen aus der Antike ahnlichen romanischen Architektur Beispiel Der Turm der Heilbronner Kilianskirche ab 1513 Haufig sind reiche Ornamentierungen durch Masswerk Arabesken spater durch Rollwerk Beschlagwerk Schweifwerk u a Die Vertikale in der Tradition der Gotik ist nach wie vor stark betont Die Werkmeister sind in der Regel keine Intellektuellen wie in Italien sondern oft der Tradition mittelalterlicher Handwerksbetriebe verpflichtet Die Grundrisse und Fassaden sind oft asymmetrisch Renaissance Gotik oder auch Nachgotik Bearbeiten Hauptartikel Nachgotik Eine dritte Tendenz ist die Weiterverwendung gotischer Motive die im Gegensatz zu den antiken Formen als modern empfunden werden und gerne zur Kennzeichnung von Kirchengebauden verwendet werden 35 Ein Beispiel ist die Kirche St Maria Himmelfahrt in Koln 36 37 Auf der Seite der Architekturtheorie findet sich erstere Tendenz im Architekturtraktat wieder letztere im Musterbuch Generell kann gesagt werden dass je starker eine Kultur das Mittelalter nicht als Kulturverfall und im Gegensatz zur Antike empfand desto mehr die zweite und dritte Tendenz bevorzugt wurde Das gilt vor allem im mittel und im nordeuropaischen Raum wo die Baukunst der Nordischen Renaissance vollig andere Formen erreichte In Frankreich war die klassische antikisierende Strenge der Hochrenaissance gegen 1550 eingeholt vgl den Westflugel des Louvre errichtet 1550 1558 durch Pierre Lescot daneben gab es noch zahlreiche Kirchenbaustellen auf denen noch mit gotischen Motiven gebaut wurde Auf der iberischen Halbinsel bilden beide Tendenzen ein Nebeneinander das sich bis in die Barockzeit fortsetzt Im germanischen Europa und in Polen kam es teilweise zu einer Vermischung beider Tendenzen z B beim Heidelberger Schloss oder dem Wawel Schloss in Krakau jedoch blieb die analogische Form der Renaissance bis zum Schluss dominant Wichtige Renaissancekunstler Bearbeiten Filippo Brunelleschi 1377 1446 Lorenzo Ghiberti 1381 1455 Donatello 1386 1466 Paolo Uccello 1397 1475 Jan van Eyck um 1390 1441 Rogier van der Weyden 1399 1400 1464 Masaccio 1401 1428 Leon Battista Alberti 1404 1472 Antonello da Messina um 1430 1479 Andrea Mantegna 1431 1506 Andrea del Verrocchio 1435 1488 Giovanni Bellini 1437 1516 Israhel van Meckenem d J 1440 45 1503 Donato Bramante um 1444 1514 Sandro Botticelli 1445 1510 Domenico Ghirlandaio 1448 1494 Pietro Perugino um 1445 1523 Leonardo da Vinci 1452 1519 Luca Signorelli um 1450 1523 Angelo Poliziano 1454 1494 Hans Holbein der Altere um 1465 1524 Albrecht Durer 1471 1528 Lucas Cranach der Altere 1472 1553 Giorgione 1478 1510 Fra Bartolommeo 1472 1517 Michelangelo Buonarroti 1475 1564 Tiziano Vecellio 14 1576 Raffael 1483 1520 Hans Burgkmair der Altere 1473 1531 Albrecht Altdorfer 1480 1538 Lucas van Leyden 1494 1533 Antonio da Sangallo 1484 1546 Andrea del Sarto 1486 1530 Antonio da Correggio 1489 1534 Hans Holbein der Jungere um 1497 1543 Benvenuto Cellini 1500 1571 Parmigianino 1503 1540 Jacopo Sansovino 1486 1570 Andrea Palladio 1508 1580 Lucas Cranach der Jungere 1515 1586 Jacopo Tintoretto 1518 1594 Pieter Bruegel der Altere um 1525 1569 Dichtung und Schriftkultur Bearbeiten In der Literatur leiten im 14 Jahrhundert Dante Alighieris Gottliche Komodie La Divina Commedia 1307 1321 Francesco Petrarcas Briefe Traktate und Gedichte und Giovanni Boccaccios Il Decamerone 1353 das Zeitalter der Renaissance ein Graf Baldassare Castiglione beschreibt in Il Libro del Cortegiano 1528 den Idealtypus eines Renaissancemenschen Seit der Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern um 1450 durch Johannes Gutenberg nahm die Literatur einen ungeheuren Aufschwung Zu den beruhmten Dichtern und Schriftstellern der Renaissance zahlen Titelseite aus Sebastian Brants Narrenschyff Dante Alighieri 1265 1321 Francesco Petrarca 1304 1374 Giovanni Boccaccio 1313 1375 Sebastian Brant 1457 1458 1521 Jacopo Sannazaro 1458 1530 Erasmus von Rotterdam um 1466 1536 Ludovico Ariosto 1474 1533 Thomas Murner 1475 1537 Baldassare Castiglione 1478 1529 Pietro Aretino 1492 1556 Francois Rabelais 1494 1553 Marcin Bielski 1495 1575 Philipp Melanchthon 1497 1560 Sebastian Franck 1499 1542 1544 Andrzej Frycz Modrzewski 1503 1572 Mikolaj Rej 1505 1569 Jan Kochanowski 1530 1584 Torquato Tasso 1544 1595 William Shakespeare 1564 1616 Im Renaissancezeitalter erfuhr das englische Theater eine Blute Das Elisabethanische Theater einschliesslich des Jacobean theatre und des Caroline theatre wird auch Early modern theatre oder English Renaissance theatre genannt In Italien kommen in der Spatrenaissance als populare Stromungen des Laientheaters die Commedia dell arte und die Comedia erudita auf Musik Bearbeiten Hauptartikel Musik der Renaissance In der Renaissance war zunachst die franko flamische Musik stilbestimmend ab der Mitte des 16 Jahrhunderts kamen die wesentlichen Impulse dann aus Italien besonders durch Komponistenstromungen die als Florentiner Camerata Romische Schule und Venezianische Schule bezeichnet werden Als Eigenschaften und Stilmittel der Renaissancemusik lassen sich anfuhren Die Musik wird als Werk von nicht mehr anonymen Komponisten begriffen Sie dient zur geselligen Unterhaltung z B Liebes Trink und Jahreszeitenlieder und nicht mehr nur zum Gotteslob Es kommt zu einer reichen Polyphonie Mehrstimmigkeit in der Kirchenmusik und zu homophon behandelten Volkslied Melodien im weltlichen Bereich Der Instrumentenbau erfolgt in ganzen Familien etwa Violinen Blockfloten Gamben verschiedenen Blasinstrumenten sowie Lauten Vokal und Instrumentalpartien werden austauschbar eine feste Instrumentierung ist nicht mehr generell ublich Gegenuber der Musik des Mittelalters andert sich das Harmonie Empfinden Terzen und Sexten werden seit der Renaissance als konsonant empfunden Einen Hohepunkt der musikalischen Verwirklichung von Ideen der Renaissance bildet die Entstehung der Oper um 1600 betrieben vor allem durch Florentiner Kreise Siehe auch Liste von Komponisten der RenaissancePhilosophie Bearbeiten Hauptartikel Philosophie der Renaissance und des Humanismus Erasmus portratiert von Albrecht Durer 1526 Auch die Philosophie der Renaissance war vom Ruckbezug auf antike Denker und von der Auseinandersetzung mit deren wiederentdeckten Schriften gepragt Sie stellte die Weichen fur eine Uberwindung der Scholastik und fur eine Neuausrichtung des Welt und Menschenbilds sowie insbesondere des ethischen Fundaments Die Werke Platons und der Neuplatonismus boten dabei fur die Vereinbarkeit mit der christlichen Theologie diverse Orientierungs und Anknupfungsaspekte Dies wird etwa in den Lehren des Nicolaus Cusanus deutlich der mitunter als Verkorperung der Epochenschwelle zwischen Mittelalter und Moderne erscheint 38 Andere Akzente setzten bereits fruh der antichristlich eingestellte Georgios Gemistos Plethon und Biagio Pelacani da Parma mit seinem Denken an den Grenzen des Atheismus Dafur steht laut Thomas Leinkauf der Satz Du bist kein anderer als Du selbst den Pelacani fur nicht widerlegbar erklarte weder durch eine endliche noch durch eine unendliche Macht Schon hier also so Leinkauf kann die unendliche Macht Gottes nichts ausrichten gegen die Richtigkeit und Wahrheit dieser Gewissheit dass man man selbst ist 39 Uberhaupt ruckte das menschliche Individuum als freies und selbstverantwortliches mit seinen Willens Handlungs und Gestaltungsmoglichkeiten wahrend der Renaissance ins Zentrum des philosophischen Denkens Es stand unter anderem fur die Vielheit Varianz Buntheit des Seins Bezeichnend ist die andauernde Reflexion uber die Stellung und Wurde des Menschen in Briefen Dichtung Abhandlungen Kommentaren und anderen Schriftzeugnissen Dabei stand im Vergleich zur antiken und patristischen Tradition das Handeln als Ausdruck der Selbsterhaltung und Selbstverwirklichung im Vordergrund eine Hinwendung zur Lebenspraxis und den darin sich stellenden Problemen 40 Fur Giovanni Pico della Mirandola den bekanntesten der damaligen Interpreten der Menschenwurde handelte es sich darum das aus sich zu machen was man aus eigener Einsicht und dem darauf sich grundenden freien Willen festlegt 41 Giannozzo Manetti sprach den Menschen auf Erden eine annahernd gottliche Stellung zu indem er in ihnen gleichsam die Herren aller und die Bebauer der Erde sah 42 Dass menschliche Individuen auf sich allein gestellt jedoch nichts vermogen sondern der Erziehung durch andere bedurfen betonte bildreich Erasmus von Rotterdam indem er beispielsweise schrieb dass kein Barenjunges so unformig sei wie der Mensch roh an Geist geboren werde Wenn du ihn nicht mit viel Eifer bildest und formst bist du der Vater einer Missgeburt nicht eines Menschen Und weiter Wenn du saumselig bist hast du ein wildes Tier wenn du wachsam bist hast du sozusagen eine Gottheit 43 Ethische Reflexionen philosophische Disziplin seit Platon und Aristoteles bis hin zu den scholastischen Autoren des Trecento blieben die ganze Renaissance uber prasent Dabei fungierte die aristotelische Ethik einerseits weiterhin als Grundnorm und Massstab andererseits wurde sie wie andere Teile der aristotelischen Lehre grundlegend kritisiert und durch einen neuen Typus individualistischer Moralitat ersetzt eher stoisch epikureisch oder averroistisch gepragt so zum Beispiel bei Michel de Montaigne und Giordano Bruno 44 Wahrend fur Petrarca vor allem die individuelle Handlungsabsicht als Gutemassstab zahlte 45 lenkte Machiavelli das Augenmerk in erster Linie auf die Zweck Mittel Relation und vollzog damit einen philosophisch bedeutsamen Traditionsbruch Gutes konnte nach seiner Auffassung auch mit schlechten Mitteln bewirkt werden wahrend sich mit guten Taten schlechte sogar bosartige Ziele realisieren liessen 46 Das aristotelische ethische Konzept scheiterte fur Machiavelli an der Wirklichkeit Zwar sei es richtig den mittleren Weg zwischen den Extremen anzustreben doch liege der Exzess nun einmal in der menschlichen Natur sei folglich unvermeidlich und konne nur gemildert werden 47 Eine unersattliche Wissensbegierde die nichts weglasst und sich auf alle Disziplinen erstreckt bescheinigten Coluccio Salutati wie auch Leonardo Bruni dem Menschen 48 Mit der auf viele Lebensbereiche sich erstreckenden Ruckgewinnung antiker Schriften und ihrer Nutzbarmachung durch die Renaissance Humanisten ging eine plotzliche Ausweitung des Wissensstoffs einher den es wissenschaftlich methodisch zu ordnen und hinsichtlich einer realitatskonformen Verwendbarkeit zu prufen galt Von Cusanus grundlegend entwickelt wurde das Unbegrenzte der Einheitsgrund allen Denkens Das Ineinssetzen von Einheit und Unendlichkeit ist fur Hanna Barbara Gerl der aus den alten Weltbildern in die Neuzeit hinauskatapultierende Schritt Damit erfahre die Vernunft ihr Nichtwissen ihre Unangemessenheit gegenuber dem Unendlichen Doch innerhalb der Grenze des Endlichen konne nun das Denken beliebig seinen Ausgangspunkt setzen und sich relativ messend nach dem selbstgewahlten Mass verhalten Denken wird messen mens gleich mensura Gewicht Mass und Zahl werden Instrument und Ausdruck des Sich Selbst Behauptens im Endlichen 49 Mathematik BearbeitenDie Renaissance ist nicht nur eine Kunstepoche sondern auch eine Epoche des allgemeinen kulturellen und wissenschaftlich rationalen Aufbruchs die sich vorrangig an antiken Vorbildern orientierte In der Mathematik ist sie gepragt durch eine Wiederbelebung der griechischen Mathematik Daneben hatte die arabische Mathematik mit Begriffen wie Algebra und Algorithmus und den arabischen Ziffern die die romischen Ziffern zunehmend ersetzten einen grundlegenden Einfluss Antike Klassiker wurden uber den Buchdruck vielen Gelehrten zuganglich Auch in der Kunst sind mathematische Einflusse nicht zu ubersehen etwa bei der Anwendung der Gesetze der Perspektive in der Malerei oder beim Einsatz der darstellenden Geometrie und der projektiven Geometrie in der Architektur Nutzlich waren mathematische Kenntnisse auch bei der Kartographie der Navigation der Landvermessung und der Astronomie Leibesubungen und Sport BearbeitenLeibesubungen wurden wie in der Antike in der gesamten Breite der Verwertungszusammenhange praktiziert und erkundet 50 Das moderne Denken zeigte sich in der Ausformulierung des Regelwerks in der Anwendung der Naturwissenschaften und der Mathematik vor allem der Geometrie auf den Sport Leibesubungen wurden zum Zwecke der Gesundheit des Kriegshandwerks der Selbstverteidigung oder einfach als Wettkampfsport betrieben 51 Das sich wandelnde Korperverstandnis zeigte sich auch im Tanz und weiteren Korperpraktiken 52 Siehe auch BearbeitenRenaissancismusLiteratur BearbeitenWolfgang Beutin Motive der Literatur der Renaissance und die Renaissance als literarisches Motiv Berlin 2021 ISBN 978 3 631 84058 0 Boris von Brauchitsch Hrsg Renaissance Das 16 Jahrhundert Galerie der grossen Meister DuMont Koln 1999 ISBN 3 7701 4620 4 Peter Burke Die europaische Renaissance Zentren und Peripherien Beck Munchen 2005 ISBN 3 406 52796 5 Jacob Burckhardt Die Kultur der Renaissance in Italien Insel Verlag Frankfurt am Main 2003 ISBN 3 933203 89 9 Das Werk erschien 1860 auch erschienen im Kroner Verlag 2009 Andre Chastel u a Hrsg The Renaissance London New York 1982 Hanna Barbara Gerl Einfuhrung in die Philosophie der Renaissance Wissenschaftliche Buch Gesellschaft Darmstadt 1989 ISBN 3 534 09567 7 Ernst Gombrich Zur Kunst der Renaissance Ausgewahlte Aufsatze 4 Bande Klett Cotta Stuttgart 1985 1988 Stephen Greenblatt Die Wende Wie die Renaissance begann Munchen 2012 ISBN 978 3 88680 848 9 Hubertus Gunther Was ist Renaissance Eine Charakteristik der Architektur zu Beginn der Neuzeit Primus Darmstadt 2009 ISBN 978 3 89678 654 8 Johan Huizinga Das Problem der Renaissance Wagenbach Berlin 1991 ISBN 3 8031 5135 X Michael Jager Die Theorie des Schonen in der italienischen Renaissance DuMont Koln 1990 Georg Kauffmann Die Kunst des 16 Jahrhunderts Propylaen Verlag Berlin 1990 Thomas DaCosta Kaufmann Hofe Kloster und Stadte Kunst und Kultur in Mitteleuropa 1450 1800 DuMont Koln 1998 ISBN 3 7701 3924 0 Thomas Leinkauf Grundriss Philosophie des Humanismus und der Renaissance 1350 1600 2 Bande Hamburg 2017 ISBN 978 3787327928 Herfried Munkler Marina Munkler Lexikon der Renaissance C H Beck Munchen 2000 ISBN 3 406 52859 7 Erwin Panofsky Die Renaissancen der europaischen Kunst Suhrkamp Frankfurt M 2004 Volker Reinhardt Die Renaissance in Italien Geschichte und Kultur Beck Munchen 2002 ISBN 3 406 47991 X Bernd Roeck Der Morgen der Welt Geschichte der Renaissance C H Beck Munchen 2017 ISBN 978 3 406 69876 7 Anne Schunicht Rawe Vera Lupkes Hrsg Handbuch der Renaissance Deutschland Niederlande Belgien Osterreich DuMont Koln 2002 ISBN 3 8321 5962 2 Rolf Toman Renaissance Kunst und Architektur des 15 und 16 Jahrhunderts in Europa Parragon Koln 2011 ISBN 978 1 40751 155 9 Jorg Traeger Renaissance und Religion Die Kunst des Glaubens im Zeitalter Raphaels Beck Munchen 1997 ISBN 3 406 42801 0 Manfred Wundram Renaissance Reclam Stuttgart 2004 ISBN 3 15 018173 9 Weblinks Bearbeiten Wiktionary Renaissance Bedeutungserklarungen Wortherkunft Synonyme Ubersetzungen Commons Renaissance Sammlung von Bildern Videos und Audiodateien Fruhrenaissance Hochrenaissance Die Renaissance und die Kunst des 15 und 16 Jahrhunderts bei Arthistoricum net Census of Antique Works of Art amp Architecture Known in the Renaissance H C Kuhn Hrsg GGRENir Internetography on Renaissance intellectual history aktualisiert bis 2003 Vorlesung zur Fruhrenaissance in Italien Vorlesung zur Italienischen Hochrenaissance und zum ManierismusAnmerkungen Bearbeiten Der franzosische Begriff bezog sich vordem auf die Wiedergeburt des Christen durch die Taufe Eintrag renaissance in Le Tresor de la Langue Francaise informatise Eugenio Garin Weltkulturen Renaissance in Europa In Propylaen Weltgeschichte Band 6 Die Kultur der Renaissance Berlin 1964 S 431 Schon das Wort Renaissance galt Michelet als liebenswert es bezeichne eine Lebenszeit und dazu eine in der das Leben schon sei Ebenda Herfried Munkler und Marina Munkler Artikel Renaissance in dies Lexikon der Renaissance Munchen 2000 S 338 f Gerl 1989 S 5 Sie ist wie die Kunst und die Religiositat ein proprium humanitas und gehort zu den wesentlichen Moglichkeiten seines des Menschen bewussten Selbstverhaltnisses Leinkauf 2017 Band 1 S 953 f Zitate S 954 Eugenio Garin Weltkulturen Renaissance in Europa In Propylaen Weltgeschichte Band 6 Die Kultur der Renaissance Berlin 1964 S 441 Herfried Munkler und Marina Munkler Artikel Petrarca in dies Lexikon der Renaissance Munchen 2000 S 315 Uber Petrarcas Dichtung urteilt Bernd Roeck Nie vorher hatte Europa einen Autor hervorgebracht der die ewigen Themen Liebe Tod Natur und Einsamkeit ahnlich sprachmachtig gestaltete wie Petrarca wobei er wieder und wieder das zerqualte Ich analysierte Roeck 2017 S 376 Eugenio Garin Weltkulturen Renaissance in Europa In Propylaen Weltgeschichte Band 6 Die Kultur der Renaissance Berlin 1964 S 441 und 445 Eugenio Garin Weltkulturen Renaissance in Europa In Propylaen Weltgeschichte Band 6 Die Kultur der Renaissance Berlin 1964 S 442 und 444 f Thomas Maissen Geschichte der Fruhen Neuzeit Munchen 2013 S 12 Herfried Munkler und Marina Munkler Artikel Condottieri in dies Lexikon der Renaissance Munchen 2000 S 338 f Hellmut Diwald Anspruch auf Mundigkeit 1400 1555 Propylaen Geschichte Europas Band 1 Frankfurt am Main Berlin Wien 1975 S 99 Herfried Munkler und Marina Munkler Artikel Renaissance in dies Lexikon der Renaissance Munchen 2000 S 341 Freilich endete diese Ausbildung in der Regel entweder mit der Ehe oder dem Klostereintritt den beiden uberkommenen Existenzformen der Frau so dass die Werke der Renaissance Scholarinnen meist in jugendlichem Alter wenige im Witwenalter verfasst wurden Gerl 1989 S 30 Gerl 1989 S 28 31 Herfried Munkler und Marina Munkler Artikel Medici in dies Lexikon der Renaissance Munchen 2000 S 264 266 Herfried Munkler und Marina Munkler Artikel Seuchen in dies Lexikon der Renaissance Munchen 2000 S 354 Zitat ebenda Peter Sloterdijk Die permanente Renaissance Die italienische Novelle und die Nachrichten der Moderne In ders Was geschah im 20 Jahrhundert Unterwegs zu einer Kritik der extremistischen Vernunft Suhrkamp Berlin 2016 S 190 192 Eugenio Garin Weltkulturen Renaissance in Europa In Propylaen Weltgeschichte Band 6 Die Kultur der Renaissance Berlin 1964 S 461 und 480 Roeck 2017 S 462 Hellmut Diwald Anspruch auf Mundigkeit 1400 1555 Propylaen Geschichte Europas Band 1 Frankfurt am Main Berlin Wien 1975 S 134 f Herfried Munkler und Marina Munkler Artikel Medici in dies Lexikon der Renaissance Munchen 2000 S 394 f Herfried Munkler und Marina Munkler Artikel Menschenbild in dies Lexikon der Renaissance Munchen 2000 S 269 f Zitat S 270 Eugenio Garin Weltkulturen Renaissance in Europa In Propylaen Weltgeschichte Band 6 Die Kultur der Renaissance Berlin 1964 S 510 512 Eugenio Garin Weltkulturen Renaissance in Europa In Propylaen Weltgeschichte Band 6 Die Kultur der Renaissance Berlin 1964 S 514 f und 517 f Zitat S 518 Toman Hrsg 2011 S 175 Leinkauf 2017 Band 1 S 4 Anmerkung 10 Herfried Munkler und Marina Munkler Artikel Portrat in dies Lexikon der Renaissance Munchen 2000 S 319 Cennino Cennini schilderte die Verhaltnisse wie folgt Furs erste wird es zum geringsten ein Jahr dauern das Zeichnen auf dem Tafelchen einzuuben dann mit dem Meister in der Werkstatte stehen bis du alle die Zweige gelernt welche unserer Kunst zugehoren Dann mit der Bereitung der Farben anfangen das Kochen des Leims zu lernen ihn erhaben zu machen und zu schaben zu vergolden gut zu kornen durch sechs Jahre hindurch Und dann zum praktischen Versuchen im Malen ornamentieren im Peitschen Weltgewander machen in der Wandmalerei sich uben andere sechs Jahre Zitiert nach Rolf Toman Hrsg Die Kunst der italienischen Renaissance Architektur Skulptur Malerei Zeichnung Tandem Verlag Potsdam 2007 S 9 Herfried Munkler und Marina Munkler Artikel Kunstler in dies Lexikon der Renaissance Munchen 2000 S 209 und 212 Rolf Toman Hrsg Die Kunst der italienischen Renaissance Architektur Skulptur Malerei Zeichnung Tandem Verlag Potsdam 2007 S 10 Roeck 2017 S 370 Roeck 2017 S 459 Fritz Koreney Albrecht Durer und die Tier und Pflanzendarstellungen der Renaissance Munchen 1985 Hermann Hipp Studien zur Nachgotik des 16 und 17 Jahrhunderts in Deutschland Bohmen Osterreich und der Schweiz Drei Bande Diss Tubingen 1979 Ethan Matt Kavaler Renaissance Gothic Pictures of Geometry and Narratives of Ornament In Art History 29 2006 S 1 46 Hermann Hipp Die Buckeburger structura Aspekte der Nachgotik im Zusammenhang mit der deutschen Renaissance In Renaissance in Nord Mitteleuropa Band I Schriften des Weserrenaissance Museums Schloss Brake 4 Munchen und Berlin 1990 S 159 170 Gerl 1989 S 41 In Nicolaus Cusanus nicht in Descartes liegen die Wurzeln der neuzeitlichen Metaphysik entstanden in der Arbeit mit dem platonisch neuplatonischen und dem spatmittelalterlich nominalistischen Erbe Ebenda Eine ausfuhrliche Darstellung von Cusanus philosophischen Reflexionen gibt Leinkauf 2017 Band 2 S 1061 1164 Leinkauf 2017 Band 1 S 19 Ebenda Leinkauf 2017 Band 1 S 5 128 und 132 f Leinkauf 2017 Band I S 609 Pico unterschied zwischen der Schopfung mit ihrer von aussen auferlegten Ordnung und Gesetzmassigkeit und dem Menschen der keine Natur hat keine objektive Schranke die ihn bestimmt kein proprium dem er naturlich nachwachst Gerl 1989 S 166 homines velut omnium domini terraeque cultores Gott hat einen undefinierten das heisst unbegrenzten Nachfolger gefunden ihm die Vollendung der Welt im genauen Sinn abgetreten Gerl 1989 S 163 Zitiert nach Gerl 1989 S 169 Leinkauf 2017 Band 1 S 605 und 783 Denn nicht die Sache an sich sondern eines Menschen Gesinnung verdient Lob und Tadel Zitiert nach Leinkauf 2017 Band 1 S 270 Das Ausloschen ganzer Herrscherdynastien zur Sicherung personlicher Macht ist legitim es kann problemlos chronologisch zeitgleich von benefizentaren grosszugigsten Akten der humanitas gegenuber der autochtonen Bevolkerung begleitet sein etc Leinkauf 2017 Band 1 S 900 Leinkauf 2017 Band 1 S 755 Leinkauf 2017 Band 1 S 214 Gerl 1989 S 35 f und 39 Werner Korbs Vom Sinn der Leibesubungen zur Zeit der italienischen Renaissance 2 Auflage Hrsg von Wolfgang Decker Mit einem Geleitwort von Christiane Stang Voss Nachdr der Ausg Berlin 1938 Weidmann Hildesheim 1988 ISBN 3 615 00037 4 Arnd Kruger John McClelland Hrsg Die Anfange des modernen Sports in der Renaissance Arena London 1984 John McClelland Body and Mind Sport in Europe from the Roman Empire to the Renaissance Sport in the Global Society Routledge London 2007 Die umfangreichste Bibliographie noch immer bei Arnd Kruger John McClelland Ausgewahlte Bibliographie zu Leibesubungen und Sport in der Renaissance In A Kruger J McClelland Hrsg Die Anfange des modernen Sports in der Renaissance Arena London 1984 S 132 180 Jean Claude Margolin Jean Ceard Marie Madeleine Fontaine Hrsg Le Corps a la Renaissance actes du XXXe colloque de Tours 1987 Aux amateurs de livres Paris 1990 ISBN 2 87841 022 X John McClelland Brian Merrilees Hrsg Sport and culture in early modern Europe Le sport et la civilisation de l Europe pre moderne Centre for Reformation and Renaissance Studies Toronto 2009 ISBN 978 0 7727 2052 8 Epochen der deutschen Literatur Hochmittelalter Spatmittelalter Renaissance Renaissance Humanismus Barock Aufklarung Empfindsamkeit Sturm und Drang Weimarer Klassik Romantik Biedermeier Vormarz Junges Deutschland Realismus Naturalismus Impressionismus Heimatkunst Symbolismus Fin de Siecle Expressionismus Literatur der Weimarer Republik Neue Sachlichkeit Innere Emigration Literatur im Nationalsozialismus Trummerliteratur DDR Literatur Postmoderne Dieser Artikel wurde am 12 August 2005 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen Normdaten Sachbegriff GND 4049450 0 OGND AKS LCCN sh85112806 NDL 00569811Abgerufen von 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