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Postsowjetische Staaten

Als postsowjetische Staaten im politikwissenschaftlichen Sinne werden diejenigen unabhängigen Staaten bezeichnet, die aus dem Zerfall der Sowjetunion hervorgingen. Sie haben überwiegend die alten Namen der Sowjetrepubliken und deren politische Grenzen behalten. Ehemalige Sowjetrepubliken oder postsowjetischer Raum sind synonyme Bezeichnungen, wenn man damit die ehemaligen Republiken benennt, die die Sowjetunion bildeten.

Mit der Auflösung der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (UdSSR) und dem Zusammenbruch der staatlichen Autorität 1990/91 waren nationale Unruhen der Staatsvölker der Sowjetrepubliken verbunden, die sich gegen Vertreter anderer Ethnien oder Religionsgemeinschaften richteten. Drei Staaten (Estland, Lettland und Litauen) erklärten die Wiederherstellung ihrer staatlichen Unabhängigkeit. Schließlich konstituierten sich zwölf souveräne Staaten.

Durch den langjährigen Zusammenschluss, die Russifizierung und die Ansiedlung ethnischer Russen hat die russische Sprache und Kultur noch heute einen gewissen Einfluss in diesen Ländern. So wird die russische Sprache teilweise als Verkehrs-, Regional- oder sogar Amtssprache verwendet. So ist beispielsweise in der Ukraine, wo laut der Akademie der Wissenschaften der Ukraine im Jahr 2011 42,8 % der ukrainischen Bevölkerung zu Hause Ukrainisch, 38,7 % Russisch und 17,1 % beide Sprachen verwenden, in einigen Regionen Russisch neben dem Ukrainischen eine Regional- bzw. zweite Amtssprache. Seitdem in Weißrussland Russisch seit 1995 dem Weißrussischen wieder als Amtssprache gleichgestellt ist, fällt der Anteil der Weißrussischsprechenden. So gaben 2009 23,4 % an zu Hause Weißrussisch und 70,2 % Russisch zu sprechen, wobei der Unterschied in Städten mit 11,3 % Weißrussisch zu 81,9 % Russisch noch eindeutiger die Tendenzen zeigt. Lettland, wo 58 % der Bevölkerung Lettisch und 37 % Russisch als Muttersprache angab, gibt den eigenen Einwohnern nur dann die lettische Staatsbürgerschaft, wenn eine Prüfung in Lettisch bestanden wurde.

Die Staaten können in fünf geografische Regionen eingeordnet werden, mit entsprechenden gemeinsamen geografischen, kulturellen oder politischen Merkmalen, zum Teil auf der historischen Beziehung zu Russland basierend.

Restituierte Staaten

Die baltischen Staaten waren in ihrer Geschichte verschiedenen europäischen Mächten wie dem Deutschen Orden, Dänemark, Polen und Schweden unterworfen, jedoch seit dem 18. Jahrhundert die meiste Zeit dem russischen Nachbarn untertan, nachdem sie nach dem Großen Nordischen Krieg vom Russischen Reich einverleibt worden waren. Sie wurden nach dem Ersten Weltkrieg unabhängig, bis die Sowjetunion im September/Oktober 1939 von den Balten Beistandspakte und Stützpunktabkommen erpresste. Dies ebnete den Weg, um die drei baltischen Staaten nach Einmarsch der Roten Armee (Mitte Juni 1940) und Scheinwahlen (14. Juli) letzten Endes im August 1940 annektieren zu können.

Nachfolgestaaten der UdSSR

Geläufigste Klassifikation der postsowjetischen Staaten: rot = Russland, grün = Zentralasien, rosa = Kaukasus, gelb = Osteuropa, blau = Baltikum

Russland bildet sowohl wegen seiner Größe wie wegen seiner dominanten Stellung in dieser Region eine eigene Kategorie.

Die Staaten Osteuropas einschließlich Russland haben eine lange gemeinsame Geschichte. Gebiete in Zentralasien und im Kaukasus wurden erst im 18. und 19. Jahrhundert von Russland erobert.

Seit Beginn der 1990er Jahre gibt es in den postsowjetischen Staaten ungeregelte sezessionistische Konflikte. Neben den oben genannten neuen Staaten gibt es einige nicht unabhängige und „nichtanerkannte Staaten“ (De-facto-Regime), denen insbesondere die internationale Anerkennung und ein offizieller Status fehlen und die Gegenstand von (auch bewaffneten) Konflikten sind:

Für den politischen Dialog und die Kooperation der Nachfolgestaaten der Sowjetunion wurden eine Reihe von multilateralen Organisationen und Institutionen gegründet:

Die Integration bzw. Reintegration des postsowjetischen Raums ist seit den 1990er Jahren ein dominierendes Thema des russischen politischen Diskurses. GUAM stellt eine Allianz der vier Länder Georgien, Ukraine, Aserbaidschan und Republik Moldau dar, die gegründet wurde, um dem russischen Einfluss in ihren Regionen entgegenzuwirken.

Die Russisch-Weißrussische Union war ein weit fortgeschrittenes Integrationsprojekt innerhalb der GUS. Das Ziel eines Staatenbundes wurde aber bisher nicht erreicht. Nach einer Integration im militärischen und militärisch-industriellen Bereich stagnierte das Projekt.

  • Stephen K. Batalden, Sandra L. Batalden: The Newly Independent States of Eurasia. Handbook of Former Soviet Republics. Oryx Press, Phoenix 1997, ISBN 978-0-89774-940-4.
  • (PDF; 3,4 MB), Sonderdruck der Universität Freiburg
  • , Materialien für die 9. Klasse
  • , Radio Liberty
  1. Hinsichtlich der Figur des Fortsetzerstaates spricht sich Theodor Schweisfurth gegen eine Subjektsidentität der Russischen Föderation mit der UdSSR aus; der Fortsetzerstaat sei „kein aliud gegenüber Nachfolgestaat, sondern eine Bezeichnung für einen Nachfolgestaat sui generis.“ Schweisfurth, Immobiliareigentum der UdSSR in Deutschland. Völkerrechtliche und grundbuchrechtliche Fragen der Staatensukzession, in: Zeitschrift für Vermögens- und Immobilienrecht (VIZ) 1998, S. 57 ff., hier S. 58 Fn. 5.
  2. Georg von Rauch: Geschichte der Sowjetunion (= Kröners Taschenausgabe, Bd. 394). 8., verbesserte u. erweiterte Auflage, Kröner, Stuttgart 1990, ISBN 3-520-39408-1, S. 646 f.
  3. Oleksandr Kramar: , in: The Ukrainian Week vom 18. April 2012, abgerufen am 10. Dezember 2019 (englisch).
  4. Georgij Andrejevitsch Paladi, Ljudmila Petrowna Schachotko: , 2010, S. 39–66.
  5. Vgl. dazu Quénivet, 44 AVR (2006), S. 481–509.

Postsowjetische Staaten
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Postsowjetische Staaten Staaten die aus dem Zerfall der Sowjetunion hervorgingen Sprache Beobachten Bearbeiten Als postsowjetische Staaten im politikwissenschaftlichen Sinne werden diejenigen unabhangigen Staaten bezeichnet die aus dem Zerfall der Sowjetunion hervorgingen Sie haben uberwiegend die alten Namen der Sowjetrepubliken und deren politische Grenzen behalten Ehemalige Sowjetrepubliken oder postsowjetischer Raum sind synonyme Bezeichnungen wenn man damit die ehemaligen Republiken benennt die die Sowjetunion bildeten Staaten nach dem Zerfall der Sowjetunion Fortsetzerstaat 1 11 Russland Ehemalige Unionsrepubliken die ihre staatliche Unabhangigkeit erklarten und wiedererlangten 4 Estland 8 Lettland 9 Litauen Nachfolgestaaten 1 Armenien 2 Aserbaidschan 3 Weissrussland 5 Georgien 6 Kasachstan 7 Kirgisistan 10 Republik Moldau 12 Tadschikistan 13 Turkmenistan 14 Ukraine 15 Usbekistan Inhaltsverzeichnis 1 Geschichte 2 Geographie 2 1 Restituierte Staaten 2 2 Nachfolgestaaten der UdSSR 3 Ethnische und territoriale Konflikte 4 Multilaterale Organisationen im postsowjetischen Raum Auswahl 5 Literatur 6 Weblinks 7 EinzelnachweiseGeschichte BearbeitenMit der Auflosung der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken UdSSR und dem Zusammenbruch der staatlichen Autoritat 1990 91 waren nationale Unruhen der Staatsvolker der Sowjetrepubliken verbunden die sich gegen Vertreter anderer Ethnien oder Religionsgemeinschaften richteten 2 Drei Staaten Estland Lettland und Litauen erklarten die Wiederherstellung ihrer staatlichen Unabhangigkeit Schliesslich konstituierten sich zwolf souverane Staaten Durch den langjahrigen Zusammenschluss die Russifizierung und die Ansiedlung ethnischer Russen hat die russische Sprache und Kultur noch heute einen gewissen Einfluss in diesen Landern So wird die russische Sprache teilweise als Verkehrs Regional oder sogar Amtssprache verwendet So ist beispielsweise in der Ukraine wo laut der Akademie der Wissenschaften der Ukraine im Jahr 2011 42 8 der ukrainischen Bevolkerung zu Hause Ukrainisch 38 7 Russisch und 17 1 beide Sprachen verwenden 3 in einigen Regionen Russisch neben dem Ukrainischen eine Regional bzw zweite Amtssprache Seitdem in Weissrussland Russisch seit 1995 dem Weissrussischen wieder als Amtssprache gleichgestellt ist fallt der Anteil der Weissrussischsprechenden So gaben 2009 23 4 an zu Hause Weissrussisch und 70 2 Russisch zu sprechen wobei der Unterschied in Stadten mit 11 3 Weissrussisch zu 81 9 Russisch noch eindeutiger die Tendenzen zeigt 4 Lettland wo 58 der Bevolkerung Lettisch und 37 Russisch als Muttersprache angab gibt den eigenen Einwohnern nur dann die lettische Staatsburgerschaft wenn eine Prufung in Lettisch bestanden wurde Siehe auch Erklarung von Alma Ata 1991 Geographie BearbeitenDie Staaten konnen in funf geografische Regionen eingeordnet werden mit entsprechenden gemeinsamen geografischen kulturellen oder politischen Merkmalen zum Teil auf der historischen Beziehung zu Russland basierend Restituierte Staaten Bearbeiten Baltikum Estland Estland Lettland Lettland Litauen Litauen Die baltischen Staaten waren in ihrer Geschichte verschiedenen europaischen Machten wie dem Deutschen Orden Danemark Polen und Schweden unterworfen jedoch seit dem 18 Jahrhundert die meiste Zeit dem russischen Nachbarn untertan nachdem sie nach dem Grossen Nordischen Krieg vom Russischen Reich einverleibt worden waren Sie wurden nach dem Ersten Weltkrieg unabhangig bis die Sowjetunion im September Oktober 1939 von den Balten Beistandspakte und Stutzpunktabkommen erpresste Dies ebnete den Weg um die drei baltischen Staaten nach Einmarsch der Roten Armee Mitte Juni 1940 und Scheinwahlen 14 Juli letzten Endes im August 1940 annektieren zu konnen Nachfolgestaaten der UdSSR Bearbeiten Gelaufigste Klassifikation der postsowjetischen Staaten rot Russland grun Zentralasien rosa Kaukasus gelb Osteuropa blau Baltikum Russland Russland Russische Foderation wird jedoch volkerrechtlich statt als Nachfolgestaat als sogenannter Fortsetzerstaat der Sowjetunion angesehen Osteuropa Weissrussland Weissrussland Moldau Republik Moldau Ukraine UkraineZentralasien Kasachstan Kasachstan Kirgisistan Kirgisistan Tadschikistan Tadschikistan Turkmenistan Turkmenistan Usbekistan UsbekistanKaukasus Armenien Armenien Aserbaidschan Aserbaidschan Georgien Georgien Russland bildet sowohl wegen seiner Grosse wie wegen seiner dominanten Stellung in dieser Region eine eigene Kategorie Die Staaten Osteuropas einschliesslich Russland haben eine lange gemeinsame Geschichte Gebiete in Zentralasien und im Kaukasus wurden erst im 18 und 19 Jahrhundert von Russland erobert Ethnische und territoriale Konflikte BearbeitenSeit Beginn der 1990er Jahre gibt es in den postsowjetischen Staaten ungeregelte sezessionistische Konflikte Neben den oben genannten neuen Staaten gibt es einige nicht unabhangige und nichtanerkannte Staaten De facto Regime 5 denen insbesondere die internationale Anerkennung und ein offizieller Status fehlen und die Gegenstand von auch bewaffneten Konflikten sind Tschetschenien wo Guerilla Gruppen die Unabhangigkeit von Russland anstreben Transnistrien de facto unabhangig von der Republik Moldau Abchasien de facto unabhangig von Georgien Sudossetien de facto unabhangig von Georgien Republik Arzach bis 2017 Berg Karabach de facto unabhangig von Aserbaidschan Talysch Mugan sucht mehr Autonomie von Aserbaidschan Autonome Republik Krim russische Bezeichnung Republik Krim und Stadt Sewastopol Unabhangigkeitsbestrebungen von der Ukraine bzw Anschluss an Russland Multilaterale Organisationen im postsowjetischen Raum Auswahl BearbeitenFur den politischen Dialog und die Kooperation der Nachfolgestaaten der Sowjetunion wurden eine Reihe von multilateralen Organisationen und Institutionen gegrundet Gemeinschaft Unabhangiger Staaten GUS der heute zehn der 15 Lander angehoren alle ausser den drei baltischen Landern Georgien und der Ukraine Gemeinschaft nicht anerkannter Staaten auch als GUS 2 oder CDRN bekannt informell als Anti GUAM bezeichneter Zusammenschluss Abchasiens Sudossetiens Transnistriens und Arzachs Organisation des Vertrags uber kollektive Sicherheit OVKS Eurasische Wirtschaftsgemeinschaft EAWG 2015 zur Eurasischen Wirtschaftsunion EAWU weiterentwickelt Die Integration bzw Reintegration des postsowjetischen Raums ist seit den 1990er Jahren ein dominierendes Thema des russischen politischen Diskurses GUAM stellt eine Allianz der vier Lander Georgien Ukraine Aserbaidschan und Republik Moldau dar die gegrundet wurde um dem russischen Einfluss in ihren Regionen entgegenzuwirken Die Russisch Weissrussische Union war ein weit fortgeschrittenes Integrationsprojekt innerhalb der GUS Das Ziel eines Staatenbundes wurde aber bisher nicht erreicht Nach einer Integration im militarischen und militarisch industriellen Bereich stagnierte das Projekt Literatur BearbeitenStephen K Batalden Sandra L Batalden The Newly Independent States of Eurasia Handbook of Former Soviet Republics Oryx Press Phoenix 1997 ISBN 978 0 89774 940 4 Weblinks BearbeitenJorg Stadelbauer Die Nachfolgestaaten der Sowjetunion PDF 3 4 MB Sonderdruck der Universitat Freiburg Nachfolgestaaten der Sowjetunion Materialien fur die 9 Klasse Independence Votes Popular In The Kremlin Radio LibertyEinzelnachweise Bearbeiten Hinsichtlich der Figur des Fortsetzerstaates spricht sich Theodor Schweisfurth gegen eine Subjektsidentitat der Russischen Foderation mit der UdSSR aus der Fortsetzerstaat sei kein aliud gegenuber Nachfolgestaat sondern eine Bezeichnung fur einen Nachfolgestaat sui generis Schweisfurth Immobiliareigentum der UdSSR in Deutschland Volkerrechtliche und grundbuchrechtliche Fragen der Staatensukzession in Zeitschrift fur Vermogens und Immobilienrecht VIZ 1998 S 57 ff hier S 58 Fn 5 Georg von Rauch Geschichte der Sowjetunion Kroners Taschenausgabe Bd 394 8 verbesserte u erweiterte Auflage Kroner Stuttgart 1990 ISBN 3 520 39408 1 S 646 f Oleksandr Kramar Russification Via Bilingualism Under the current circumstances in Ukraine most bilingual people ultimately become Russian speakers in The Ukrainian Week vom 18 April 2012 abgerufen am 10 Dezember 2019 englisch Georgij Andrejevitsch Paladi Ljudmila Petrowna Schachotko Osnovnye vyzovy demograficheskoj bezopasnosti shodstva i razlichiya v Moldove i Belarusi 2010 S 39 66 Vgl dazu Quenivet 44 AVR 2006 S 481 509 Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Postsowjetische Staaten amp oldid 207106567, wikipedia, wiki, deutsches

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