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Physik

Hauptartikel: Geschichte der Physik

Die Disziplin der Physik in ihrer heutigen Gestalt hat ihre Ursprünge in der Philosophie, die sich seit der Antike im weitesten Sinne mit den Gründen und Ursachen aller Dinge befasst. Von Aristoteles bis ins beginnende 19. Jahrhundert wurde die Physik als das Teilgebiet der Philosophie verstanden, das sich als Naturlehre, Naturgeschichte, Chemie oder angewandte Mathematik mit den Gegebenheiten der Natur beschäftigt. Gegenüber den rein philosophischen Erklärungsversuchen der Naturvorgänge spielte die Art von Erkenntnis, die durch systematische und genaue Beobachtung, also empirisch zu gewinnen ist, lange Zeit keine Rolle. Ab Mitte des 13. und im Laufe des 14. Jahrhunderts plädierten dann einzelne Philosophen und Naturforscher – meist ein und dieselbe Person wie etwa Roger Bacon – für ein größeres Gewicht der durch Beobachtung zu erlangenden Naturerkenntnis. Diese Tendenzen mündeten im 16. und 17. Jahrhundert, namentlich mit Galileo Galilei und Isaac Newton, in die Entwicklung einer Methodologie der physikalischen Erkenntnis, die vorrangig an empirischen und sogar experimentellen Standards orientiert ist und diesen vor überkommenen philosophischen Grundsätzen im Zweifelsfall sogar den Vorrang einräumt. Dieser Ansatz wurde zunächst als „experimentelle Philosophie“ bezeichnet und führte beim Verständnis vieler unterschiedlicher Naturvorgänge rasch zu bedeutenden Erfolgen. Dennoch dauerte es noch bis ins 19. Jahrhundert, dass er sich endgültig in der Physik durchsetzen konnte und sie damit als eigenständige Disziplin in ihrem heutigen Sinn etablierte.

Hinsichtlich ihrer Methode, ihres Gegenstandsbereichs, ihrer wissenschaftssystematischen und institutionellen Verortung teilt sich die Physik im Wesentlichen in zwei große Gebiete auf. Die theoretische Physik beschäftigt sich vorwiegend mit formalen mathematischen Beschreibungen und den Naturgesetzen. Sie abstrahiert Vorgänge und Erscheinungen in der wirklichen Natur in Form eines Systems von Modellen, allgemeingültigen Theorien und Naturgesetzen sowie intuitiv gewählten Hypothesen. Bei der Formulierung von Theorien und Gesetzen bedient sie sich vielfach der Methoden der Mathematik und der Logik. Ziel ist, das Verhalten eines Systems theoretisch vorherzusagen, damit dies durch Vergleich mit den Vorgängen und Erscheinungen in der wirklichen Natur überprüft werden kann. Diese Überprüfung in Form reproduzierbarer Messungen an gezielt gestalteten physikalischen Experimenten oder durch Beobachtung natürlicher Phänomene ist das Gebiet der Experimentalphysik. Das Ergebnis der Überprüfung bestimmt über die Gültigkeit und Vorhersagekraft des Modells und der darin gewählten Begriffe, Hypothesen und Methoden.

Die Physik steht in enger Verbindung zu den Ingenieurwissenschaften und den anderen Naturwissenschaften von der Astronomie und Chemie bis zur Biologie und den Geowissenschaften. Die Physik wird dabei häufig als grundlegende oder fundamentale Naturwissenschaft aufgefasst, die sich am stärksten mit den Grundprinzipien befasst, die die natürlichen Vorgänge bestimmen. Die Grenzziehung zu den anderen Naturwissenschaften hat sich historisch ergeben, wird jedoch insbesondere mit dem Aufkommen neuer Wissenschaftsdisziplinen immer schwieriger.

In der heutigen Physik ist vor allem die durch Atom- und Molekülphysik und Quantenchemie markierte Grenze zur Chemie fließend. Zur Abgrenzung gegenüber der Biologie wurde die Physik oftmals als die Wissenschaft von der unbelebten im Gegensatz zur belebten Natur bezeichnet, womit jedoch eine Beschränkung impliziert wird, die so in der Physik nicht existiert. Die Ingenieurwissenschaften sind durch ihren engen Bezug zur praktischen technischen Anwendung von der Physik abgegrenzt, da in der Physik das Verständnis der grundlegenden Mechanismen im Vordergrund steht. Die Astronomie hat keine Möglichkeit, Laborexperimente durchzuführen, und ist daher allein auf Naturbeobachtung angewiesen, was hier zur Abgrenzung gegen die Physik herangezogen wird.

Die Erkenntnisgewinnung in der Physik verläuft in enger Verzahnung von Experiment und Theorie, besteht also aus empirischer Datengewinnung und -auswertung und gleichzeitig dem Erstellen theoretischer Modelle zu ihrer Erklärung. Dennoch haben sich im Verlauf des 20. Jahrhunderts Spezialisierungen herausgebildet, die insbesondere die professionell betriebene Physik heute prägen. Demnach lassen sich grob Experimentalphysik und theoretische Physik voneinander unterscheiden.

Experimentalphysik

Multimeter für elektrische Messungen
Hauptartikel: Experimentalphysik

Während manche Naturwissenschaften wie etwa die Astronomie und die Meteorologie sich methodisch weitgehend auf Beobachtungen ihres Untersuchungsgegenstandes beschränken müssen, steht in der Physik das Experiment im Vordergrund. Die Experimentalphysik versucht durch Entwurf, Aufbau, Durchführung und Auswertung von Experimenten Gesetzmäßigkeiten aufzuspüren und mittels empirischer Modelle zu beschreiben. Sie versucht einerseits physikalisches Neuland zu betreten, andererseits überprüft sie von der theoretischen Physik gemachte Vorhersagen.

Grundlage eines physikalischen Experimentes ist es, die Eigenschaften eines zuvor präparierten physikalischen Systems, zum Beispiel eines geworfenen Steins, eines eingeschlossenen Gasvolumens oder eines Teilchens bei einem Stoßprozess durch Messung in Zahlenform auszudrücken, etwa als Aufprallgeschwindigkeit, als resultierender Druck (bei gegebenen Randbedingungen) oder als Länge der beobachtbaren Teilchenspuren im Detektor.

Konkret werden entweder nur die zeitunabhängigen (statischen) Eigenschaften eines Objektes gemessen oder es wird die zeitliche Entwicklung (Dynamik) des Systems untersucht, etwa indem Anfangs- und Endwerte einer Messgröße vor und nach dem Ablauf eines Vorgangs bestimmt werden oder indem kontinuierliche Zwischenwerte festgestellt werden.

Theoretische Physik

Die Lichtuhr, ein bekanntes Gedankenexperiment

Die theoretische Physik sucht die empirischen Modelle der Experimentalphysik mathematisch auf bekannte Grundlagentheorien zurückzuführen oder, falls dies nicht möglich ist, Hypothesen für eine neue Theorie zu entwickeln, die dann experimentell überprüft werden können. Sie leitet weiterhin aus bereits bekannten Theorien empirisch überprüfbare Voraussagen ab.

Bei der Entwicklung eines Modells wird grundsätzlich die Wirklichkeit idealisiert; man konzentriert sich zunächst nur auf ein vereinfachtes Bild, um dessen Aspekte zu überblicken und zu erforschen. Nachdem das Modell für diese Bedingungen ausgereift ist, wird es weiter verallgemeinert.

Zur theoretischen Beschreibung eines physikalischen Systems benutzt man die Sprache der Mathematik. Seine Bestandteile werden dazu durch mathematische Objekte wie zum Beispiel Skalare oder Vektoren repräsentiert, die in durch Gleichungen festgelegten Beziehungen zueinander stehen. Aus bekannten Größen werden unbekannte errechnet und damit zum Beispiel das Ergebnis einer experimentellen Messung vorhergesagt. Diese auf Quantitäten konzentrierte Sichtweise unterscheidet die Physik maßgeblich von der Philosophie und hat zur Folge, dass nicht quantifizierbare Modelle, wie das Bewusstsein, nicht als Teil der Physik betrachtet werden.

Das fundamentale Maß für den Erfolg einer naturwissenschaftlichen Theorie ist die Übereinstimmung mit Beobachtungen und Experimenten. Durch den Vergleich mit dem Experiment lassen sich der Gültigkeitsbereich und die Genauigkeit einer Theorie ermitteln; allerdings lässt sie sich niemals „beweisen“. Um eine Theorie zu widerlegen oder die Grenzen ihres Gültigkeitsbereiches zu zeigen, genügt im Prinzip ein einziges Experiment, sofern es sich als reproduzierbar erweist.

Experimentalphysik und theoretische Physik stehen also in steter Wechselbeziehung zueinander. Es kann allerdings vorkommen, dass Ergebnisse der einen Disziplin der anderen vorauseilen: So sind derzeit viele Voraussagen der Stringtheorie nicht experimentell überprüfbar; andererseits sind viele teilweise sehr genau gemessene Werte aus dem Gebiet der Teilchenphysik zum heutigen Zeitpunkt (2009) durch die zugehörige Theorie, die Quantenchromodynamik, nicht berechenbar.

Weitere Aspekte

Zusätzlich zu dieser grundlegenden Teilung der Physik unterscheidet man manchmal noch weitere methodische Unterdisziplinen, vor allem die mathematische Physik und die angewandte Physik. Auch die Arbeit mit Computersimulationen hat Züge eines eigenen Bereiches der Physik.

Mathematische Physik

Hauptartikel: Mathematische Physik

Die mathematische Physik wird gelegentlich als Teilgebiet der theoretischen Physik betrachtet, unterscheidet sich von dieser jedoch darin, dass ihr Studienobjekt nicht konkrete physikalische Phänomene sind, sondern die Ergebnisse der theoretischen Physik selbst. Sie abstrahiert damit von jedweder Anwendung und interessiert sich stattdessen für die mathematischen Eigenschaften eines Modells, insbesondere seine tiefer liegenden Symmetrien. Auf diese Weise entwickelt sie Verallgemeinerungen und neue mathematische Formulierungen bereits bekannter Theorien, die dann wiederum als Arbeitsmaterial der theoretischen Physiker in der Modellierung empirischer Vorgänge Einsatz finden können.

Angewandte Physik

Hauptartikel: Angewandte Physik

Die angewandte Physik steht in (unscharfer) Abgrenzung zur Experimentalphysik, teilweise auch zur theoretischen Physik. Ihr wesentliches Kennzeichen ist, dass sie ein gegebenes physikalisches Phänomen nicht um seiner selbst willen erforscht, sondern um die aus der Untersuchung hervorgegangenen Erkenntnisse zur Lösung eines (in der Regel) nicht-physikalischen Problems einzusetzen. Ihre Anwendungen liegen auf dem Gebiet der Technik, aber auch zum Beispiel in den Wirtschaftswissenschaften, wo im Risikomanagement Methoden der theoretischen Festkörperphysik zum Einsatz kommen. Auch gibt es die interdisziplinären Bereiche der Medizinphysik, physikalischen Chemie, Astrophysik und Biophysik.

Simulation und Computerphysik

Hauptartikel: Computerphysik

Mit der fortschreitenden Entwicklung der Rechensysteme hat sich in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts, beschleunigt seit etwa 1990, die Computersimulation als neue Methodik innerhalb der Physik entwickelt. Computersimulationen werden häufig als Bindeglied zwischen Theorie und Experiment verwendet, um Vorhersagen aus einer Theorie zu gewinnen, andererseits können Simulationen auch in Form einer effektiven Theorie, die ein experimentelles Ergebnis nachmodelliert, einen Impuls an die theoretische Physik zurückgeben. Naturgemäß hat dieser Bereich der Physik zahlreiche Anknüpfungspunkte an die Informatik.

Das Theoriengebäude der Physik beruht in seinem Ursprung auf der klassischen Mechanik. Diese wurde im 19. Jahrhundert um weitere Theorien ergänzt, insbesondere den Elektromagnetismus und die Thermodynamik. Die moderne Physik beruht auf zwei Erweiterungen aus dem 20. Jahrhundert, der Relativitätstheorie und der Quantenphysik, die bestimmte Grundprinzipien der klassischen Mechanik verallgemeinert haben. Beide Theorien enthalten die klassische Mechanik über das sogenannte Korrespondenzprinzip als Grenzfall und haben daher einen größeren Gültigkeitsbereich als diese. Während die Relativitätstheorie teilweise auf denselben konzeptionellen Grundlagen beruht wie die klassische Mechanik, löst sich die Quantenphysik deutlich davon.

Klassische Mechanik

Hauptartikel: Klassische Mechanik
Hauptartikel: Bewegungslehre

Die klassische Mechanik wurde im 16. und 17. Jahrhundert maßgeblich von Galileo Galilei und Isaac Newton begründet. Aufgrund der zu dieser Zeit noch recht begrenzten technischen Möglichkeiten sind die Vorgänge, die die klassische Mechanik beschreibt, weitgehend ohne komplizierte Hilfsmittel beobachtbar, was sie anschaulich erscheinen lässt. Die klassische Mechanik behandelt Systeme mit wenigen massiven Körpern, was sie von der Elektrodynamik und der Thermodynamik unterscheidet. Raum und Zeit sind dabei nicht Teil der Dynamik, sondern ein unbewegter Hintergrund, vor dem physikalische Prozesse ablaufen und Körper sich bewegen. Für sehr kleine Objekte tritt die Quantenphysik an die Stelle der klassischen Mechanik, während die Relativitätstheorie zur Beschreibung von Körpern mit sehr großen Massen und Energien geeignet ist.

Die mathematische Behandlung der klassischen Mechanik wurde im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert in Form des Lagrange-Formalismus und des Hamilton-Formalismus entscheidend vereinheitlicht. Diese Formalismen sind auch mit der Relativitätstheorie anwendbar und sind daher ein bedeutender Teil der klassischen Mechanik. Obwohl die klassische Mechanik nur für mittelgroße, anschauliche Systeme gültig ist, ist die mathematische Behandlung komplexer Systeme bereits im Rahmen dieser Theorie mathematisch sehr anspruchsvoll. Die Chaostheorie befasst sich in großen Teilen mit solchen komplexen Systemen der klassischen Mechanik und ist derzeit (2009) ein aktives Forschungsgebiet.

Elektrodynamik und Optik

Nach James Clerk Maxwell sind die bekannten Maxwell-Gleichungen des Elektromagnetismus benannt
Hauptartikel: Elektrodynamik
Hauptartikel: Optik

In der Elektrodynamik werden Phänomene mit bewegten elektrischen Ladungen in Wechselwirkung mit zeitlich veränderlichen elektrischen und magnetischen Feldern beschrieben. Um die Entwicklung der Theorien der Elektrizität und des Magnetismus im 18. und 19. Jahrhundert zusammenzuführen, wurde eine Erweiterung des Theoriengebäudes der klassischen Mechanik notwendig. Ausgangspunkt war das von Michael Faraday entdeckte Induktionsgesetz und die nach Hendrik Antoon Lorentz benannte Lorentzkraft auf eine bewegte elektrische Ladung in einem Magnetfeld. Die Gesetze der Elektrodynamik wurden im 19. Jahrhundert von James Clerk Maxwell zusammengefasst und in Form der Maxwell-Gleichungen erstmals vollständig formuliert. Grundsätzlich wurden elektrodynamische Systeme mit den Methoden der klassischen Mechanik behandelt, allerdings ermöglichen die Maxwell-Gleichungen auch eine Wellenlösung, die elektromagnetische Wellen wie das Licht beschreiben. Diese Theorie brachte unter anderem in Form der Wellenoptik auch einen eigenen Formalismus hervor, der sich grundlegend von dem der klassischen Mechanik unterscheidet. Besonders die Symmetrien der Elektrodynamik sind mit denen der klassischen Mechanik unvereinbar. Dieser Widerspruch zwischen den beiden Theoriegebäuden wurde durch die spezielle Relativitätstheorie gelöst. Die Wellenoptik ist in Form der nichtlinearen Optik noch heute (2011) ein aktives Forschungsgebiet.

Thermodynamik

Hauptartikel: Thermodynamik

Etwa gleichzeitig mit der Elektrodynamik entwickelte sich mit der Thermodynamik ein weiterer Theorienkomplex, der sich grundlegend von der klassischen Mechanik unterscheidet. Im Gegensatz zur klassischen Mechanik stehen in der Thermodynamik nicht einzelne Körper im Vordergrund, sondern ein Ensemble aus vielen kleinsten Bausteinen, was zu einem radikal anderen Formalismus führt. Die Thermodynamik eignet sich damit zur Behandlung von Medien aller Aggregatzustände. Die Quantentheorie und die Relativitätstheorie lassen sich in den Formalismus der Thermodynamik einbetten, da sie nur die Dynamik der Bausteine des Ensembles betreffen, aber den Formalismus zur Beschreibung thermodynamischer Systeme nicht prinzipiell ändern.

Die Thermodynamik eignet sich beispielsweise zur Beschreibung von Wärmekraftmaschinen aber auch zur Erklärung vieler moderner Forschungsgegenstände wie Supraleitung oder Suprafluidität. Besonders im Bereich der Festkörperphysik wird daher auch heute (2009) noch viel mit den Methoden der Thermodynamik gearbeitet.

Relativitätstheorie

Hauptartikel: Relativitätstheorie

Die von Albert Einstein begründete Relativitätstheorie führt ein völlig neues Verständnis der Phänomene Raum und Zeit ein. Danach handelt es sich bei diesen nicht um universell gültige Ordnungsstrukturen, sondern räumliche und zeitliche Abstände werden von verschiedenen Beobachtern unterschiedlich beurteilt. Raum und Zeit verschmelzen zu einer vierdimensionalen Raumzeit. Die Gravitation wird auf eine Krümmung dieser Raumzeit zurückgeführt, die durch die Anwesenheit von Masse bzw. Energie hervorgerufen wird. In der Relativitätstheorie wird erstmals die Kosmologie zu einem naturwissenschaftlichen Thema. Die Formulierung der Relativitätstheorie gilt als der Beginn der modernen Physik, auch wenn sie häufig als Vollendung der klassischen Physik bezeichnet wird.

Quantenphysik

Hauptartikel: Quantenphysik

Die Quantenphysik beschreibt die Naturgesetze im atomaren und subatomaren Bereich und bricht noch radikaler mit klassischen Vorstellungen als die Relativitätstheorie. In der Quantenphysik sind auch physikalische Größen selbst Teil des Formalismus und keine bloßen Kenngrößen mehr, die ein System beschreiben. Der Formalismus unterscheidet also zwischen zwei Typen von Objekten, den Observablen, die die Größen beschreiben und den Zuständen, die das System beschreiben. Ebenso wird der Messprozess aktiv in die Theorie miteinbezogen. Dies führt in bestimmten Situationen zur Quantisierung der Größenwerte. Das heißt, die Größen nehmen stets nur bestimmte diskrete Werte an. In der Quantenfeldtheorie, der am weitesten entwickelten relativistischen Quantentheorie, tritt auch Materie nur in Portionen, den Elementarteilchen oder Quanten, in Erscheinung.

Die Gesetze der Quantenphysik entziehen sich weitgehend der menschlichen Anschauung, und über ihre Interpretation herrscht auch heute noch kein Konsens. Dennoch zählt sie hinsichtlich ihres empirischen Erfolges zu dem am besten gesicherten Wissen der Menschheit überhaupt.

Die Theorien der Physik kommen in verschiedenen Themenbereichen zum Einsatz. Die Einteilung der Physik in Unterthemen ist nicht eindeutig und die Abgrenzung der Unterthemen gegeneinander ist dabei ähnlich schwierig wie die Abgrenzung der Physik zu anderen Wissenschaften. Es gibt dementsprechend viele Überschneidungen und gegenseitige Beziehungen der verschiedenen Bereiche zueinander. Hier wird eine Sammlung von Themengebieten nach betrachteter Größenordnung der Objekte dargestellt und im Zuge dessen auf Themengebiete verwiesen, die damit verwandt sind. Die aufgeführten Themen lassen sich nicht eindeutig einer Theorie zuordnen, sondern bedienen sich je nach dem untersuchten Gegenstand verschiedener theoretischer Konzepte.

Teilchenphysik

Hauptartikel: Teilchenphysik

Die Teilchenphysik befasst sich mit Elementarteilchen und ihren Wechselwirkungen untereinander. Die moderne Physik kennt vier Grundkräfte:

Diese Wechselwirkungen werden durch den Austausch sogenannter Eichbosonen beschrieben. Die Teilchenphysik klammert dabei die Gravitation derzeit aus, da es noch keine Theorie der Quantengravitation gibt, die die gravitativen Wechselwirkungen von Elementarteilchen vollständig beschreiben kann. In der Teilchenphysik werden relativistische Quantentheorien zur Beschreibung der Phänomene verwendet.

Eines der Ziele der Teilchenphysik ist es, alle Grundkräfte in einem vereinheitlichten Gesamtkonzept zu beschreiben (Weltformel). Bisher ist es jedoch lediglich gelungen, die elektromagnetische Wechselwirkung als Vereinigung der elektrischen und der magnetischen Wechselwirkung darzustellen und ebenso die elektromagnetische Wechselwirkung und die schwache Wechselwirkung zu einer sogenannten elektroschwachen Wechselwirkung zu vereinigen. Zur Vereinigung der elektroschwachen und der starken Wechselwirkung wurde unter anderem die Theorie der Supersymmetrie erdacht, die bislang jedoch nicht experimentell bestätigt werden konnte. Die größten Schwierigkeiten treten wie bereits erwähnt im Bereich der Gravitationskraft auf, da noch keine Theorie der Quantengravitation vorliegt, aber Elementarteilchen nur im Rahmen der Quantentheorie beschrieben werden können.

Typische Experimente zur Überprüfung der Theorien der Teilchenphysik werden an Teilchenbeschleunigern mit hohen Teilchenenergien durchgeführt. Um hohe Kollisionsenergien zu erreichen, werden dabei vor allem Collider-Experimente eingesetzt, bei denen Teilchen gegeneinander und nicht auf ein festes Ziel geschossen werden. Daher wird der Begriff der Hochenergiephysik oft nahezu deckungsgleich mit dem Begriff der Teilchenphysik verwendet. Der Teilchenbeschleuniger mit der derzeit (2011) höchsten Kollisionsenergie ist der Large Hadron Collider. Neutrinodetektoren wie der Super-Kamiokande sind speziell zur Erforschung der Eigenschaften von Neutrinos konzipiert und stellen damit eine zwar spezielle, aber dennoch bedeutende Experimentklasse dar.

Hadronen- und Atomkernphysik

Hauptartikel: Hadronenphysik und Kernphysik

Die Elementarteilchen, die der starken Wechselwirkung unterliegen, die sogenannten Quarks, kommen nicht einzeln, sondern immer nur in gebundenen Zuständen, den Hadronen, vor, zu denen unter anderem das Proton und das Neutron gehören. Die Hadronenphysik hat viele Überschneidungen mit der Elementarteilchenphysik, da viele Phänomene nur erklärt werden können, indem berücksichtigt wird, dass die Hadronen aus Quarks aufgebaut sind. Die Beschreibung der starken Wechselwirkung durch die Quantenchromodynamik, eine relativistische Quantenfeldtheorie, kann jedoch die Eigenschaften der Hadronen nicht vorhersagen, weshalb die Untersuchung dieser Eigenschaften als eigenständiges Forschungsgebiet aufgefasst wird. Es wird also eine Erweiterung der Theorie der starken Wechselwirkung für kleine Energien angestrebt, bei denen sich die Hadronen bilden.

Atomkerne stellen gegenüber Elementarteilchen die nächste Komplexitätsstufe dar. Sie bestehen aus mehreren Nukleonen, also Protonen und Neutronen, deren Wechselwirkungen untersucht werden. In Atomkernen herrschen die starke und die elektromagnetische Wechselwirkung vor. Forschungsgebiete der Atomkernphysik umfassen radioaktive Zerfälle und Stabilität von Atomkernen. Ziel ist dabei die Entwicklung von Kernmodellen, die diese Phänomene erklären können. Dabei wird aber auf eine detaillierte Ausarbeitung der starken Wechselwirkung wie in der Hadronenphysik verzichtet.

Zur Erforschung der Eigenschaften von Hadronen werden Teilchenbeschleuniger eingesetzt, wobei hier der Schwerpunkt nicht so sehr wie in der Teilchenphysik auf hohen Kollisionsenergien liegt. Stattdessen werden Target-Experimente durchgeführt, die zwar geringere Schwerpunktsenergien, aber sehr viel höhere Ereigniszahlen liefern. Allerdings werden auch Collider-Experimente mit Schwerionen vor allem eingesetzt, um Erkenntnisse über Hadronen zu gewinnen. In der Kernphysik werden zur Erzeugung von Transuranen schwere Atome zur Kollision gebracht und Radioaktivität mit einer Vielzahl experimenteller Aufbauten untersucht.

Atom- und Molekülphysik

Hauptartikel: Atomphysik und Molekülphysik

Atome bestehen aus dem Atomkern und meist mehreren Elektronen und stellen die nächste Komplexitätsstufe der Materie dar. Ziel der Atomphysik ist es unter anderem, die Linienspektren der Atome zu erklären, wozu eine genaue quantenmechanische Beschreibung der Wechselwirkungen der Elektronen der Atome notwendig ist. Da Moleküle aus mehreren Atomen aufgebaut sind, arbeitet die Molekülphysik mit ähnlichen Methoden, allerdings stellen insbesondere große Moleküle meist deutlich komplexere Systeme dar, was die Rechnungen sehr viel komplizierter und häufig den Einsatz von Computersimulationen erforderlich macht.

Die Atom- und Molekülphysik stehen über die Untersuchung der optischen Spektren von Atomen und Molekülen mit der Optik in enger Beziehung. So baut beispielsweise das Funktionsprinzip des Lasers, einer bedeutenden technischen Entwicklung, maßgeblich auf den Ergebnissen der Atomphysik auf. Da die Molekülphysik sich auch intensiv mit der Theorie der chemischen Bindungen befasst, sind in diesem Themengebiet Überschneidungen mit der Chemie vorhanden.

Ein wichtiger experimenteller Zugang besteht in der Einwirkung von Licht. So werden beispielsweise optische Spektren von Atomen und Molekülen mit ihren quantenmechanischen Eigenschaften in Verbindung gesetzt. Umgekehrt kann dann mit spektroskopischen Methoden die Zusammensetzung eines Stoffgemisches untersucht werden und anhand von Sternenlicht Aussagen über die Elemente in der Sternenatmosphäre getroffen werden. Andere Untersuchungsmethoden betrachten das Verhalten unter dem Einfluss von elektrischen und magnetischen Feldern. Beispiele sind die Massenspektroskopie oder die Paulfalle.

Kondensierte Materie und Fluiddynamik

Die Physik der kondensierten Materie und die Fluiddynamik sind in dieser Auflistung das Gebiet mit der größten thematischen Bandbreite, von der Festkörperphysik bis zur Plasmaphysik. All diesen Bereichen ist gemeinsam, dass sie sich mit makroskopischen Systemen aus sehr vielen Atomen, Molekülen oder Ionen befassen. Dementsprechend ist in allen Bereichen dieses Themengebiets die Thermodynamik ein wichtiger Teil des theoretischen Fundamentes. Je nach Problem kommen aber auch Quantentheorie und Relativitätstheorie zum Einsatz, um die Systeme zu beschreiben. Auch Computersimulationen sind ein fester Bestand der Forschung an solchen Vielteilchensystemen.

Aufgrund der thematischen Bandbreite existieren Überschneidungen mit nahezu allen anderen Gebieten der Physik, zum Beispiel mit der Optik in Form laseraktiver Medien oder nichtlinearer Optik, aber auch mit der Akustik, Atom-, Kern- und Teilchenphysik. Auch in der Astrophysik spielt die Fluiddynamik eine große Rolle bei der Erstellung von Modellen zur Entstehung und zum Aufbau von Sternen sowie bei der Modellierung vieler anderer Effekte. Viele Forschungsbereiche sind dabei sehr anwendungsorientiert, wie die Materialforschung, die Plasmaphysik oder die Erforschung der Hochtemperatursupraleiter.

Die Bandbreite der experimentellen Methoden in diesem Bereich der Physik ist sehr groß, sodass sich keine typischen Methoden für das ganze Gebiet angeben lassen. Die quantenmechanischen Effekte wie Supraleitung und Suprafluidität, die eine gewisse Bekanntheit erlangt haben, werden der Tieftemperaturphysik zugerechnet, die mit typischen Kühlungsmethoden einhergeht.

Astrophysik und Kosmologie

Hauptartikel: Astrophysik und Kosmologie

Astrophysik und Kosmologie sind interdisziplinäre Forschungsgebiete, die sich stark mit der Astronomie überschneiden. Nahezu alle anderen Themenbereiche der Physik gehen in die astrophysikalischen Modelle ein, um Prozesse auf verschiedenen Größenskalen zu modellieren. Ziel dieser Modelle ist es, astronomische Beobachtungen auf der Grundlage der bisher bekannten Physik zu erklären.

Die Kosmologie baut insbesondere auf den Grundlagen der allgemeinen Relativitätstheorie auf, allerdings sind im Rahmen der Quantenkosmologie auch die Quantentheorien sehr bedeutsam um die Entwicklung des Universums in sehr viel früheren Phasen zu erklären. Das derzeit (2009) am meisten vertretene kosmologische Standardmodell baut dabei maßgeblich auf den Theorien der Dunklen Materie und der Dunklen Energie auf. Weder Dunkle Materie noch Dunkle Energie konnte bisher direkt experimentell nachgewiesen werden, es existieren aber eine Vielzahl von Theorien, was genau diese Objekte sind.

Da in der Astrophysik nur in sehr beschränktem Ausmaß Experimente möglich sind, ist dieses Teilgebiet der Physik sehr stark auf die Beobachtung unbeeinflussbarer Phänomene angewiesen. Dabei kommen auch Erkenntnisse der Atomphysik und der Teilchenphysik und typische Messmethoden dieser Fachgebiete zur Anwendung, um Rückschlüsse auf astrophysikalische oder kosmologische Zusammenhänge zu ziehen. Beispielsweise geben die Spektren von Sternenlicht Auskunft über die Elementverteilung der Sternenatmosphäre, die Untersuchung der Höhenstrahlung erlaubt Rückschlüsse auf die kosmische Strahlung und Neutrinodetektoren messen nach einer Supernova einen erhöhten Neutrinostrom, der gleichzeitig mit dem Licht der Supernova beobachtet wird.

Interdisziplinäre Themenbereiche

Methoden der Physik finden in vielen Themengebieten Anwendung, die nicht zum Kernthemenbereich der Physik gehören. Einige dieser Anwendungen sind in den vorigen Kapiteln bereits angesprochen worden. Die folgende Aufzählung gibt einen kurzen Überblick über die wichtigsten interdisziplinären Themenbereiche.

  • Die Astrophysik wendet physikalische Methoden auf das Studium astronomischer Phänomene an.
  • In der Biophysik werden die physikalischen Gesetzmäßigkeiten untersucht, denen Lebewesen und ihre Wechselwirkung mit der Natur unterliegen.
  • Die Medizinische Physik nutzt physikalische Phänomene wie zum Beispiel Laser, Radioaktivität, Röntgenstrahlung und Kernspinresonanz für medizinische Diagnostik und Therapie.
  • Bei der physikalischen Chemie werden Methoden der Physik auf die Anschauungsobjekte der Chemie angewendet.
  • Die Geophysik nutzt physikalische Modelle und Methoden zur Erklärung geowissenschaftlicher Vorgänge und Fragestellungen.
  • Die Technische Physik befasst sich mit den technischen Anwendungen physikalischen Wissens. Wichtige Teilbereiche sind die Quantenelektronik und die Theorie der Quantencomputer.
  • Die Umweltphysik beschäftigt sich in ihrer Forschung vor allem mit den Bereichen Energie und Klima.
  • Soziophysik und Ökonophysik wenden physikalische und statistische Methoden auf gesellschaftliche, wirtschaftliche, kulturelle und politische Phänomene an.

Der derzeitige Stand der Physik ist nach wie vor mit noch ungelösten Problemen konfrontiert. Zum einen handelt es sich dabei um den weniger grundsätzlichen Fall von Problemen, deren Lösung prinzipiell möglich, aber mit den derzeitigen mathematischen Möglichkeiten bestenfalls annäherbar ist. Zum anderen gibt es eine Reihe von Problemen, für die noch unklar ist, ob eine Lösung im Begriffsrahmen der heutigen Theorien überhaupt möglich sein wird. So ist es bislang nicht gelungen, eine vereinheitlichte Theorie zu formulieren, welche sowohl Phänomene beschreibt, die der elektroschwachen wie der starken Wechselwirkung unterliegen, wie auch solche, welche der Gravitation unterliegen. Erst bei einer solchen Vereinigung von Quantentheorie und Gravitationstheorie (allgemeiner Relativitätstheorie) könnten alle vier Grundkräfte einheitlich behandelt werden, sodass eine vereinheitlichte Theorie der Elementarteilchen resultierte.

Die bisherigen Kandidaten von Quantengravitations­theorien, Supersymmetrie und Supergravitations-, String- und M-Theorien versuchen, eine solche Vereinheitlichung zu erreichen. Überhaupt ist es ein praktisch leitendes Ziel heutiger Physiker, sämtliche Vorgänge der Natur durch eine möglichst geringe Anzahl von möglichst einfachen Naturgesetzen zu beschreiben. Diese sollen das Verhalten möglichst grundlegender Eigenschaften und Objekte (etwa Elementarteilchen) beschreiben, sodass höherstufige (emergente) Prozesse und Objekte auf diese Beschreibungsebene reduzierbar sind.

Ob dieses Ziel prinzipiell oder praktisch erreichbar ist, ist eigentlich nicht mehr Gegenstand der einzelwissenschaftlichen physikalischen Erkenntnisbemühung, ebenso wenig, wie es allgemeine Fragen darüber sind, welchen Gewissheitsgrad physikalische Erkenntnisse grundsätzlich erreichen können oder faktisch erreicht haben. Derartige Fragen sind Gegenstand der Epistemologie und Wissenschaftstheorie. Dabei werden ganz unterschiedliche Positionen verteidigt. Relativ unbestritten ist, dass naturwissenschaftliche Theoriebildungen in dem Sinne nur Hypothesen sind, dass man nicht mit Gewissheit wissen kann, ob es sich dabei um wahre und gerechtfertigte Auffassungen handelt. Man kann hier noch in spezifischerer Weise vorsichtig sein, indem man sich auf die Theorie- und Begriffsvermitteltheit aller empirischen Erkenntnisse beruft oder auf die Tatsache, dass der Mensch als erkennendes Subjekt ja unter den Gegenstandsbereich physikalischer Theorien fällt, aber nur als wirklich Außenstehender sicheres Wissen haben könnte. Denn für Beobachter, die mit ihrem Erkenntnisobjekt interagieren, bestehen prinzipielle Grenzen der Prognostizierbarkeit im Sinne einer Ununterscheidbarkeit des vorliegenden Zustandes – eine Grenze, die auch dann gelten würde, wenn der Mensch alle Naturgesetze kennen würde und die Welt deterministisch wäre. Diese Grenze hat praktische Bedeutung bei deterministischen Prozessen, für welche geringe Änderungen des Anfangszustands zu großen Abweichungen in Folgezuständen führen – Prozesse, wie sie durch die Chaostheorie beschrieben werden. Aber nicht nur eine praktische Voraussagbarkeit ist in vielen Fällen nur begrenzt möglich, auch wird von einigen Wissenschaftstheoretikern eine Aussage­fähigkeit physikalischer Modelle über die Realität überhaupt bestritten. Dies gilt in verschiedenen Ausarbeitungen eines sogenannten wissenschaftstheoretischen Antirealismus in unterschiedlichem Ausmaß: für unterschiedliche Typen physikalischer Begriffe wird eine reale Referenz bestritten oder für unwissbar gehalten. Auch eine prinzipielle oder wahrscheinliche Zusammenführbarkeit einzelner Theorien wird von einigen Wissenschaftstheoretikern bestritten.

Die Beziehungen zur Philosophie sind traditionell eng, hat sich doch die Physik aus der klassischen Philosophie entwickelt, ohne ihr jemals grundsätzlich zu widersprechen, und waren nach heutigen Kategorien zahlreiche bedeutende Physiker zugleich wichtige Philosophen und umgekehrt. Gemäß der heutigen philosophischen Disziplinenunterscheidung ist die Physik insbesondere auf die Ontologie bezogen, welche die Grundstrukturen der Realität in möglichst allgemeinen Begriffen zu beschreiben versucht, darüber hinaus auf die Erkenntnistheorie, welche die Gütekriterien von Wissen überhaupt zu erfassen versucht, spezieller noch auf die Wissenschaftstheorie, welche die allgemeinen Methoden wissenschaftlicher Erkenntnis zu bestimmen versucht und natürlich auf die Naturphilosophie bzw. Philosophie der Physik, die oftmals als Unterdisziplin der Ontologie oder Wissenschaftstheorie behandelt wird, jedenfalls aber spezieller gerade auf die Einzelerkenntnisse der Physik bezogen arbeitet, deren Begriffssystem analysiert und ontologische Interpretationen physikalischer Theorien diskutiert.

Auch die Beziehungen zur Mathematik sind eng. Die gesamte Physik verwendet die mathematische Sprache. Zahlreiche bedeutende Physiker waren nach heutigen Kategorien zugleich wichtige Mathematiker und umgekehrt.

Gemäß der heutigen mathematischen Disziplinenunterscheidung ist die Physik insbesondere auf die Geometrie bezogen, die die Grundstrukturen des Raumes in möglichst allgemeinen Begriffen zu beschreiben versucht, darüber hinaus auf die Algebra, spezieller noch auf die Algebraische Geometrie, auf die Differentialgeometrie und die Mathematische Physik.

Logo des Jahres der Physik 2005

Da die Physik als die grundlegende Naturwissenschaft gilt, werden physikalisches Wissen und Denken bereits in der Schule meist im Rahmen eines eigenen Schulfaches unterrichtet. Im Rahmen des Schulsystems wird Physik in der Regel als Nebenfach ab Klassenstufe 5–7 unterrichtet und wird in der Oberstufe oft auch als Leistungskurs geführt.

Siehe auch: Physikdidaktik
  • Die meisten Universitäten bieten das Studienfach Physik an.
  • Seit 1901 vergibt die Schwedische Akademie der Wissenschaften jährlich den Nobelpreis für Physik.
  • Die Frage nach der Ethik naturwissenschaftlicher Forschung wurde erstmals explizit aufgeworfen, als physikalische Entdeckungen Ende der 1930er Jahre auf die Möglichkeit einer Atombombe hindeuteten. Dieses Thema wird auch in der Literatur, etwa in Friedrich Dürrenmatts Theaterstück Die Physiker aufgegriffen.
  • Es gab Versuche, die Physik weltanschaulich zu instrumentalisieren. Beispielsweise gab es in der Zeit des Nationalsozialismus die gegen Einstein gewandte Deutsche Physik und die Wehrphysik als angewandte Physik. Repräsentanten solcher Bestrebungen waren die Physikdidaktiker und Schulpolitiker Erich Günther († 1951), dessen Lehrbuch Wehrphysik (ein Handbuch für Lehrer) bis 1975 benutzt wurde, und der 1959 zum Ehrendoktor der Universität Gießen ernannte Karl Hahn (1879–1963), der als Reichssachbearbeiter die Theorien jüdischer Physiker aus seinen Lehrwerken tilgte und dessen Schulbücher bis in die 1960er Jahre verbreitet waren.
  • 2005 war das Jahr der Physik.
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Wikisource: Physik – Quellen und Volltexte
  1. Richard Feynman schrieb dazu: Die Neugier verlangt, dass wir fragen, dass wir … versuchen, die Vielfalt der Gesichtspunkte vielleicht als Ergebnis des Zusammenwirkens einer relativ geringen Anzahl elementarer Dinge und Kräfte zu verstehen … Richard P. Feynman u. A.: Feynman Vorlesungen über Physik. Bd. 1, Teil 1, übersetzt von H. Köhler. Deutsch-engl.Ausgabe, Oldenbourg Verlag 1974, Seite 2–1.
  2. Rudolf Stichweh: Zur Entstehung des modernen Systems wissenschaftlicher Disziplinen – Physik in Deutschland 1740–1890, Suhrkamp Verlag, Frankfurt 1984
  3. Vgl. Esfeld, Naturphilosophie, 128.
  4. Vgl. Eintrag in Edward N. Zalta (Hrsg.): Stanford Encyclopedia of Philosophy.Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und weder Parameter 2 noch Parameter 3
  5. Vgl. Scientific Progress. In: Edward N. Zalta (Hrsg.): Stanford Encyclopedia of Philosophy.Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und Parameter 2 und nicht Parameter 3 und The Unity of Science. In: Edward N. Zalta (Hrsg.): Stanford Encyclopedia of Philosophy.Vorlage:SEP/Wartung/Parameter 1 und Parameter 2 und nicht Parameter 3; Esfeld, Naturphilosophie, S. 100–115.
  6. Erich Günther: Handbuch für Wehrphysik. Frankfurt am Main 1936.
  7. Jörg Willer: Fachdidaktik im Dritten Reich am Beispiel der Physik. In: Medizinhistorische Mitteilungen. Zeitschrift für Wissenschaftsgeschichte und Fachprosaforschung. Band 34, 2015, ISBN 978-3-86888-118-9, S. 105–121, hier: S. 113 und 119.
Normdaten (Sachbegriff): GND:4045956-1(OGND, AKS) | LCCN:sh85101653

Physik
physik, naturwissenschaft, grundlegende, phänomene, natur, untersucht, sprache, beobachten, bearbeiten, dieser, artikel, beschreibt, naturwissenschaft, werk, aristoteles, siehe, aristoteles, musikalbum, siehe, album, eine, naturwissenschaft, grundlegende, phän. Physik Naturwissenschaft die grundlegende Phanomene der Natur untersucht Sprache Beobachten Bearbeiten Dieser Artikel beschreibt die Naturwissenschaft Physik Zum Werk von Aristoteles siehe Physik Aristoteles Zum Musikalbum siehe Physik Album Die Physik ist eine Naturwissenschaft die grundlegende Phanomene der Natur untersucht Um deren Eigenschaften und Verhalten anhand von quantitativen Modellen und Gesetzmassigkeiten zu erklaren befasst sie sich insbesondere mit Materie und Energie und deren Wechselwirkungen in Raum und Zeit Verschiedene Beispiele physikalischer Phanomene Erklaren bedeutet hier einordnen vergleichen allgemeineren Erscheinungen zuordnen oder aus allgemeiner gultigen Naturgesetzen folgern 1 Dazu ist haufig die Bildung neuer geeigneter Begriffe notig teilweise auch solcher die der unmittelbaren Anschauung nicht mehr zuganglich sind Erklarungen in dem philosophischen Sinn warum die Natur sich so verhalt kann die Physik nicht leisten Stattdessen setzt sie sich mit dem wie auseinander Zum Beispiel kann sie nicht erklaren warum Massen einander anziehen Dieses Verhalten kann lediglich mit verschiedenen Modellen beschrieben werden Newton tat dies indem er annahm dass zwischen Korpern eine Anziehungskraft herrscht Eine ganz andere Vorstellung hatte Einstein der die Gravitation damit erklarte dass Materie die Raumzeit krummt Die Arbeitsweise der Physik besteht in einem Zusammenwirken experimenteller Methoden und theoretischer Modellbildung Physikalische Theorien bewahren sich in der Anwendung auf Systeme der Natur indem sie bei Kenntnis von deren Anfangszustanden Vorhersagen uber spatere Zustande erlauben Erkenntnisfortschritte ergeben sich durch das Wechselspiel von Beobachtung oder Experiment mit der Theorie Eine neue oder weiterentwickelte Theorie kann bekannte Ergebnisse besser oder uberhaupt erstmals erklaren und daruber hinaus neue Experimente und Beobachtungen anregen deren Ergebnisse dann die Theorie bestatigen oder ihr widersprechen Unerwartete Beobachtungs oder Versuchsergebnisse geben Anlass zur Theorieentwicklung in verschiedener Gestalt von schrittweiser Verbesserung bis hin zur volligen Aufgabe einer lange Zeit akzeptierten Theorie Erkenntnisse und Modelle der Physik werden intensiv in der Chemie Geologie Biologie Medizin und den Ingenieurwissenschaften genutzt Inhaltsverzeichnis 1 Geschichte von Begriff und Disziplin der Physik 2 Methodik 2 1 Experimentalphysik 2 2 Theoretische Physik 2 3 Weitere Aspekte 2 3 1 Mathematische Physik 2 3 2 Angewandte Physik 2 3 3 Simulation und Computerphysik 3 Theoriengebaude 3 1 Klassische Mechanik 3 2 Elektrodynamik und Optik 3 3 Thermodynamik 3 4 Relativitatstheorie 3 5 Quantenphysik 4 Themenbereiche der modernen Physik 4 1 Teilchenphysik 4 2 Hadronen und Atomkernphysik 4 3 Atom und Molekulphysik 4 4 Kondensierte Materie und Fluiddynamik 4 5 Astrophysik und Kosmologie 4 6 Interdisziplinare Themenbereiche 5 Grenzen der physikalischen Erkenntnis 6 Beziehung zu anderen Wissenschaften 7 Physik in der Gesellschaft 8 Siehe auch 9 Literatur 10 Weblinks 11 EinzelnachweiseGeschichte von Begriff und Disziplin der Physik Hauptartikel Geschichte der Physik Die Disziplin der Physik in ihrer heutigen Gestalt hat ihre Ursprunge in der Philosophie die sich seit der Antike im weitesten Sinne mit den Grunden und Ursachen aller Dinge befasst Von Aristoteles bis ins beginnende 19 Jahrhundert wurde die Physik als das Teilgebiet der Philosophie verstanden das sich als Naturlehre Naturgeschichte Chemie oder angewandte Mathematik mit den Gegebenheiten der Natur beschaftigt 2 Gegenuber den rein philosophischen Erklarungsversuchen der Naturvorgange spielte die Art von Erkenntnis die durch systematische und genaue Beobachtung also empirisch zu gewinnen ist lange Zeit keine Rolle Ab Mitte des 13 und im Laufe des 14 Jahrhunderts pladierten dann einzelne Philosophen und Naturforscher meist ein und dieselbe Person wie etwa Roger Bacon fur ein grosseres Gewicht der durch Beobachtung zu erlangenden Naturerkenntnis Diese Tendenzen mundeten im 16 und 17 Jahrhundert namentlich mit Galileo Galilei und Isaac Newton in die Entwicklung einer Methodologie der physikalischen Erkenntnis die vorrangig an empirischen und sogar experimentellen Standards orientiert ist und diesen vor uberkommenen philosophischen Grundsatzen im Zweifelsfall sogar den Vorrang einraumt Dieser Ansatz wurde zunachst als experimentelle Philosophie bezeichnet und fuhrte beim Verstandnis vieler unterschiedlicher Naturvorgange rasch zu bedeutenden Erfolgen Dennoch dauerte es noch bis ins 19 Jahrhundert dass er sich endgultig in der Physik durchsetzen konnte und sie damit als eigenstandige Disziplin in ihrem heutigen Sinn etablierte Hinsichtlich ihrer Methode ihres Gegenstandsbereichs ihrer wissenschaftssystematischen und institutionellen Verortung teilt sich die Physik im Wesentlichen in zwei grosse Gebiete auf Die theoretische Physik beschaftigt sich vorwiegend mit formalen mathematischen Beschreibungen und den Naturgesetzen Sie abstrahiert Vorgange und Erscheinungen in der wirklichen Natur in Form eines Systems von Modellen allgemeingultigen Theorien und Naturgesetzen sowie intuitiv gewahlten Hypothesen Bei der Formulierung von Theorien und Gesetzen bedient sie sich vielfach der Methoden der Mathematik und der Logik Ziel ist das Verhalten eines Systems theoretisch vorherzusagen damit dies durch Vergleich mit den Vorgangen und Erscheinungen in der wirklichen Natur uberpruft werden kann Diese Uberprufung in Form reproduzierbarer Messungen an gezielt gestalteten physikalischen Experimenten oder durch Beobachtung naturlicher Phanomene ist das Gebiet der Experimentalphysik Das Ergebnis der Uberprufung bestimmt uber die Gultigkeit und Vorhersagekraft des Modells und der darin gewahlten Begriffe Hypothesen und Methoden Die Physik steht in enger Verbindung zu den Ingenieurwissenschaften und den anderen Naturwissenschaften von der Astronomie und Chemie bis zur Biologie und den Geowissenschaften Die Physik wird dabei haufig als grundlegende oder fundamentale Naturwissenschaft aufgefasst die sich am starksten mit den Grundprinzipien befasst die die naturlichen Vorgange bestimmen Die Grenzziehung zu den anderen Naturwissenschaften hat sich historisch ergeben wird jedoch insbesondere mit dem Aufkommen neuer Wissenschaftsdisziplinen immer schwieriger In der heutigen Physik ist vor allem die durch Atom und Molekulphysik und Quantenchemie markierte Grenze zur Chemie fliessend Zur Abgrenzung gegenuber der Biologie wurde die Physik oftmals als die Wissenschaft von der unbelebten im Gegensatz zur belebten Natur bezeichnet womit jedoch eine Beschrankung impliziert wird die so in der Physik nicht existiert Die Ingenieurwissenschaften sind durch ihren engen Bezug zur praktischen technischen Anwendung von der Physik abgegrenzt da in der Physik das Verstandnis der grundlegenden Mechanismen im Vordergrund steht Die Astronomie hat keine Moglichkeit Laborexperimente durchzufuhren und ist daher allein auf Naturbeobachtung angewiesen was hier zur Abgrenzung gegen die Physik herangezogen wird MethodikDie Erkenntnisgewinnung in der Physik verlauft in enger Verzahnung von Experiment und Theorie besteht also aus empirischer Datengewinnung und auswertung und gleichzeitig dem Erstellen theoretischer Modelle zu ihrer Erklarung Dennoch haben sich im Verlauf des 20 Jahrhunderts Spezialisierungen herausgebildet die insbesondere die professionell betriebene Physik heute pragen Demnach lassen sich grob Experimentalphysik und theoretische Physik voneinander unterscheiden Experimentalphysik Multimeter fur elektrische Messungen Hauptartikel Experimentalphysik Wahrend manche Naturwissenschaften wie etwa die Astronomie und die Meteorologie sich methodisch weitgehend auf Beobachtungen ihres Untersuchungsgegenstandes beschranken mussen steht in der Physik das Experiment im Vordergrund Die Experimentalphysik versucht durch Entwurf Aufbau Durchfuhrung und Auswertung von Experimenten Gesetzmassigkeiten aufzuspuren und mittels empirischer Modelle zu beschreiben Sie versucht einerseits physikalisches Neuland zu betreten andererseits uberpruft sie von der theoretischen Physik gemachte Vorhersagen Grundlage eines physikalischen Experimentes ist es die Eigenschaften eines zuvor praparierten physikalischen Systems zum Beispiel eines geworfenen Steins eines eingeschlossenen Gasvolumens oder eines Teilchens bei einem Stossprozess durch Messung in Zahlenform auszudrucken etwa als Aufprallgeschwindigkeit als resultierender Druck bei gegebenen Randbedingungen oder als Lange der beobachtbaren Teilchenspuren im Detektor Konkret werden entweder nur die zeitunabhangigen statischen Eigenschaften eines Objektes gemessen oder es wird die zeitliche Entwicklung Dynamik des Systems untersucht etwa indem Anfangs und Endwerte einer Messgrosse vor und nach dem Ablauf eines Vorgangs bestimmt werden oder indem kontinuierliche Zwischenwerte festgestellt werden Theoretische Physik Die Lichtuhr ein bekanntes Gedankenexperiment Die theoretische Physik sucht die empirischen Modelle der Experimentalphysik mathematisch auf bekannte Grundlagentheorien zuruckzufuhren oder falls dies nicht moglich ist Hypothesen fur eine neue Theorie zu entwickeln die dann experimentell uberpruft werden konnen Sie leitet weiterhin aus bereits bekannten Theorien empirisch uberprufbare Voraussagen ab Bei der Entwicklung eines Modells wird grundsatzlich die Wirklichkeit idealisiert man konzentriert sich zunachst nur auf ein vereinfachtes Bild um dessen Aspekte zu uberblicken und zu erforschen Nachdem das Modell fur diese Bedingungen ausgereift ist wird es weiter verallgemeinert Zur theoretischen Beschreibung eines physikalischen Systems benutzt man die Sprache der Mathematik Seine Bestandteile werden dazu durch mathematische Objekte wie zum Beispiel Skalare oder Vektoren reprasentiert die in durch Gleichungen festgelegten Beziehungen zueinander stehen Aus bekannten Grossen werden unbekannte errechnet und damit zum Beispiel das Ergebnis einer experimentellen Messung vorhergesagt Diese auf Quantitaten konzentrierte Sichtweise unterscheidet die Physik massgeblich von der Philosophie und hat zur Folge dass nicht quantifizierbare Modelle wie das Bewusstsein nicht als Teil der Physik betrachtet werden Das fundamentale Mass fur den Erfolg einer naturwissenschaftlichen Theorie ist die Ubereinstimmung mit Beobachtungen und Experimenten Durch den Vergleich mit dem Experiment lassen sich der Gultigkeitsbereich und die Genauigkeit einer Theorie ermitteln allerdings lasst sie sich niemals beweisen Um eine Theorie zu widerlegen oder die Grenzen ihres Gultigkeitsbereiches zu zeigen genugt im Prinzip ein einziges Experiment sofern es sich als reproduzierbar erweist Experimentalphysik und theoretische Physik stehen also in steter Wechselbeziehung zueinander Es kann allerdings vorkommen dass Ergebnisse der einen Disziplin der anderen vorauseilen So sind derzeit viele Voraussagen der Stringtheorie nicht experimentell uberprufbar andererseits sind viele teilweise sehr genau gemessene Werte aus dem Gebiet der Teilchenphysik zum heutigen Zeitpunkt 2009 durch die zugehorige Theorie die Quantenchromodynamik nicht berechenbar Weitere Aspekte Zusatzlich zu dieser grundlegenden Teilung der Physik unterscheidet man manchmal noch weitere methodische Unterdisziplinen vor allem die mathematische Physik und die angewandte Physik Auch die Arbeit mit Computersimulationen hat Zuge eines eigenen Bereiches der Physik Mathematische Physik Hauptartikel Mathematische Physik Die mathematische Physik wird gelegentlich als Teilgebiet der theoretischen Physik betrachtet unterscheidet sich von dieser jedoch darin dass ihr Studienobjekt nicht konkrete physikalische Phanomene sind sondern die Ergebnisse der theoretischen Physik selbst Sie abstrahiert damit von jedweder Anwendung und interessiert sich stattdessen fur die mathematischen Eigenschaften eines Modells insbesondere seine tiefer liegenden Symmetrien Auf diese Weise entwickelt sie Verallgemeinerungen und neue mathematische Formulierungen bereits bekannter Theorien die dann wiederum als Arbeitsmaterial der theoretischen Physiker in der Modellierung empirischer Vorgange Einsatz finden konnen Angewandte Physik Hauptartikel Angewandte Physik Die angewandte Physik steht in unscharfer Abgrenzung zur Experimentalphysik teilweise auch zur theoretischen Physik Ihr wesentliches Kennzeichen ist dass sie ein gegebenes physikalisches Phanomen nicht um seiner selbst willen erforscht sondern um die aus der Untersuchung hervorgegangenen Erkenntnisse zur Losung eines in der Regel nicht physikalischen Problems einzusetzen Ihre Anwendungen liegen auf dem Gebiet der Technik aber auch zum Beispiel in den Wirtschaftswissenschaften wo im Risikomanagement Methoden der theoretischen Festkorperphysik zum Einsatz kommen Auch gibt es die interdisziplinaren Bereiche der Medizinphysik physikalischen Chemie Astrophysik und Biophysik Simulation und Computerphysik Hauptartikel Computerphysik Mit der fortschreitenden Entwicklung der Rechensysteme hat sich in den letzten Jahrzehnten des 20 Jahrhunderts beschleunigt seit etwa 1990 die Computersimulation als neue Methodik innerhalb der Physik entwickelt Computersimulationen werden haufig als Bindeglied zwischen Theorie und Experiment verwendet um Vorhersagen aus einer Theorie zu gewinnen andererseits konnen Simulationen auch in Form einer effektiven Theorie die ein experimentelles Ergebnis nachmodelliert einen Impuls an die theoretische Physik zuruckgeben Naturgemass hat dieser Bereich der Physik zahlreiche Anknupfungspunkte an die Informatik TheoriengebaudeDas Theoriengebaude der Physik beruht in seinem Ursprung auf der klassischen Mechanik Diese wurde im 19 Jahrhundert um weitere Theorien erganzt insbesondere den Elektromagnetismus und die Thermodynamik Die moderne Physik beruht auf zwei Erweiterungen aus dem 20 Jahrhundert der Relativitatstheorie und der Quantenphysik die bestimmte Grundprinzipien der klassischen Mechanik verallgemeinert haben Beide Theorien enthalten die klassische Mechanik uber das sogenannte Korrespondenzprinzip als Grenzfall und haben daher einen grosseren Gultigkeitsbereich als diese Wahrend die Relativitatstheorie teilweise auf denselben konzeptionellen Grundlagen beruht wie die klassische Mechanik lost sich die Quantenphysik deutlich davon Klassische Mechanik Isaac Newton Hauptartikel Klassische Mechanik Hauptartikel Bewegungslehre Die klassische Mechanik wurde im 16 und 17 Jahrhundert massgeblich von Galileo Galilei und Isaac Newton begrundet Aufgrund der zu dieser Zeit noch recht begrenzten technischen Moglichkeiten sind die Vorgange die die klassische Mechanik beschreibt weitgehend ohne komplizierte Hilfsmittel beobachtbar was sie anschaulich erscheinen lasst Die klassische Mechanik behandelt Systeme mit wenigen massiven Korpern was sie von der Elektrodynamik und der Thermodynamik unterscheidet Raum und Zeit sind dabei nicht Teil der Dynamik sondern ein unbewegter Hintergrund vor dem physikalische Prozesse ablaufen und Korper sich bewegen Fur sehr kleine Objekte tritt die Quantenphysik an die Stelle der klassischen Mechanik wahrend die Relativitatstheorie zur Beschreibung von Korpern mit sehr grossen Massen und Energien geeignet ist Die mathematische Behandlung der klassischen Mechanik wurde im spaten 18 und fruhen 19 Jahrhundert in Form des Lagrange Formalismus und des Hamilton Formalismus entscheidend vereinheitlicht Diese Formalismen sind auch mit der Relativitatstheorie anwendbar und sind daher ein bedeutender Teil der klassischen Mechanik Obwohl die klassische Mechanik nur fur mittelgrosse anschauliche Systeme gultig ist ist die mathematische Behandlung komplexer Systeme bereits im Rahmen dieser Theorie mathematisch sehr anspruchsvoll Die Chaostheorie befasst sich in grossen Teilen mit solchen komplexen Systemen der klassischen Mechanik und ist derzeit 2009 ein aktives Forschungsgebiet Elektrodynamik und Optik Nach James Clerk Maxwell sind die bekannten Maxwell Gleichungen des Elektromagnetismus benannt Hauptartikel Elektrodynamik Hauptartikel Optik In der Elektrodynamik werden Phanomene mit bewegten elektrischen Ladungen in Wechselwirkung mit zeitlich veranderlichen elektrischen und magnetischen Feldern beschrieben Um die Entwicklung der Theorien der Elektrizitat und des Magnetismus im 18 und 19 Jahrhundert zusammenzufuhren wurde eine Erweiterung des Theoriengebaudes der klassischen Mechanik notwendig Ausgangspunkt war das von Michael Faraday entdeckte Induktionsgesetz und die nach Hendrik Antoon Lorentz benannte Lorentzkraft auf eine bewegte elektrische Ladung in einem Magnetfeld Die Gesetze der Elektrodynamik wurden im 19 Jahrhundert von James Clerk Maxwell zusammengefasst und in Form der Maxwell Gleichungen erstmals vollstandig formuliert Grundsatzlich wurden elektrodynamische Systeme mit den Methoden der klassischen Mechanik behandelt allerdings ermoglichen die Maxwell Gleichungen auch eine Wellenlosung die elektromagnetische Wellen wie das Licht beschreiben Diese Theorie brachte unter anderem in Form der Wellenoptik auch einen eigenen Formalismus hervor der sich grundlegend von dem der klassischen Mechanik unterscheidet Besonders die Symmetrien der Elektrodynamik sind mit denen der klassischen Mechanik unvereinbar Dieser Widerspruch zwischen den beiden Theoriegebauden wurde durch die spezielle Relativitatstheorie gelost Die Wellenoptik ist in Form der nichtlinearen Optik noch heute 2011 ein aktives Forschungsgebiet Thermodynamik Hauptartikel Thermodynamik Etwa gleichzeitig mit der Elektrodynamik entwickelte sich mit der Thermodynamik ein weiterer Theorienkomplex der sich grundlegend von der klassischen Mechanik unterscheidet Im Gegensatz zur klassischen Mechanik stehen in der Thermodynamik nicht einzelne Korper im Vordergrund sondern ein Ensemble aus vielen kleinsten Bausteinen was zu einem radikal anderen Formalismus fuhrt Die Thermodynamik eignet sich damit zur Behandlung von Medien aller Aggregatzustande Die Quantentheorie und die Relativitatstheorie lassen sich in den Formalismus der Thermodynamik einbetten da sie nur die Dynamik der Bausteine des Ensembles betreffen aber den Formalismus zur Beschreibung thermodynamischer Systeme nicht prinzipiell andern Die Thermodynamik eignet sich beispielsweise zur Beschreibung von Warmekraftmaschinen aber auch zur Erklarung vieler moderner Forschungsgegenstande wie Supraleitung oder Suprafluiditat Besonders im Bereich der Festkorperphysik wird daher auch heute 2009 noch viel mit den Methoden der Thermodynamik gearbeitet Relativitatstheorie Hauptartikel Relativitatstheorie Die von Albert Einstein begrundete Relativitatstheorie fuhrt ein vollig neues Verstandnis der Phanomene Raum und Zeit ein Danach handelt es sich bei diesen nicht um universell gultige Ordnungsstrukturen sondern raumliche und zeitliche Abstande werden von verschiedenen Beobachtern unterschiedlich beurteilt Raum und Zeit verschmelzen zu einer vierdimensionalen Raumzeit Die Gravitation wird auf eine Krummung dieser Raumzeit zuruckgefuhrt die durch die Anwesenheit von Masse bzw Energie hervorgerufen wird In der Relativitatstheorie wird erstmals die Kosmologie zu einem naturwissenschaftlichen Thema Die Formulierung der Relativitatstheorie gilt als der Beginn der modernen Physik auch wenn sie haufig als Vollendung der klassischen Physik bezeichnet wird Quantenphysik Hauptartikel Quantenphysik Die Quantenphysik beschreibt die Naturgesetze im atomaren und subatomaren Bereich und bricht noch radikaler mit klassischen Vorstellungen als die Relativitatstheorie In der Quantenphysik sind auch physikalische Grossen selbst Teil des Formalismus und keine blossen Kenngrossen mehr die ein System beschreiben Der Formalismus unterscheidet also zwischen zwei Typen von Objekten den Observablen die die Grossen beschreiben und den Zustanden die das System beschreiben Ebenso wird der Messprozess aktiv in die Theorie miteinbezogen Dies fuhrt in bestimmten Situationen zur Quantisierung der Grossenwerte Das heisst die Grossen nehmen stets nur bestimmte diskrete Werte an In der Quantenfeldtheorie der am weitesten entwickelten relativistischen Quantentheorie tritt auch Materie nur in Portionen den Elementarteilchen oder Quanten in Erscheinung Die Gesetze der Quantenphysik entziehen sich weitgehend der menschlichen Anschauung und uber ihre Interpretation herrscht auch heute noch kein Konsens Dennoch zahlt sie hinsichtlich ihres empirischen Erfolges zu dem am besten gesicherten Wissen der Menschheit uberhaupt Themenbereiche der modernen PhysikDie Theorien der Physik kommen in verschiedenen Themenbereichen zum Einsatz Die Einteilung der Physik in Unterthemen ist nicht eindeutig und die Abgrenzung der Unterthemen gegeneinander ist dabei ahnlich schwierig wie die Abgrenzung der Physik zu anderen Wissenschaften Es gibt dementsprechend viele Uberschneidungen und gegenseitige Beziehungen der verschiedenen Bereiche zueinander Hier wird eine Sammlung von Themengebieten nach betrachteter Grossenordnung der Objekte dargestellt und im Zuge dessen auf Themengebiete verwiesen die damit verwandt sind Die aufgefuhrten Themen lassen sich nicht eindeutig einer Theorie zuordnen sondern bedienen sich je nach dem untersuchten Gegenstand verschiedener theoretischer Konzepte Teilchenphysik Hauptartikel Teilchenphysik Die Teilchenphysik befasst sich mit Elementarteilchen und ihren Wechselwirkungen untereinander Die moderne Physik kennt vier Grundkrafte Die Gravitation oder Schwerkraft die elektromagnetische Wechselwirkung die schwache Wechselwirkung die beispielsweise fur bestimmte radioaktive Zerfallsprozesse verantwortlich ist und die starke Wechselwirkung die die Atomkerne zusammenhalt Diese Wechselwirkungen werden durch den Austausch sogenannter Eichbosonen beschrieben Die Teilchenphysik klammert dabei die Gravitation derzeit aus da es noch keine Theorie der Quantengravitation gibt die die gravitativen Wechselwirkungen von Elementarteilchen vollstandig beschreiben kann In der Teilchenphysik werden relativistische Quantentheorien zur Beschreibung der Phanomene verwendet Eines der Ziele der Teilchenphysik ist es alle Grundkrafte in einem vereinheitlichten Gesamtkonzept zu beschreiben Weltformel Bisher ist es jedoch lediglich gelungen die elektromagnetische Wechselwirkung als Vereinigung der elektrischen und der magnetischen Wechselwirkung darzustellen und ebenso die elektromagnetische Wechselwirkung und die schwache Wechselwirkung zu einer sogenannten elektroschwachen Wechselwirkung zu vereinigen Zur Vereinigung der elektroschwachen und der starken Wechselwirkung wurde unter anderem die Theorie der Supersymmetrie erdacht die bislang jedoch nicht experimentell bestatigt werden konnte Die grossten Schwierigkeiten treten wie bereits erwahnt im Bereich der Gravitationskraft auf da noch keine Theorie der Quantengravitation vorliegt aber Elementarteilchen nur im Rahmen der Quantentheorie beschrieben werden konnen Typische Experimente zur Uberprufung der Theorien der Teilchenphysik werden an Teilchenbeschleunigern mit hohen Teilchenenergien durchgefuhrt Um hohe Kollisionsenergien zu erreichen werden dabei vor allem Collider Experimente eingesetzt bei denen Teilchen gegeneinander und nicht auf ein festes Ziel geschossen werden Daher wird der Begriff der Hochenergiephysik oft nahezu deckungsgleich mit dem Begriff der Teilchenphysik verwendet Der Teilchenbeschleuniger mit der derzeit 2011 hochsten Kollisionsenergie ist der Large Hadron Collider Neutrinodetektoren wie der Super Kamiokande sind speziell zur Erforschung der Eigenschaften von Neutrinos konzipiert und stellen damit eine zwar spezielle aber dennoch bedeutende Experimentklasse dar Hadronen und Atomkernphysik Hauptartikel Hadronenphysik und Kernphysik Die Elementarteilchen die der starken Wechselwirkung unterliegen die sogenannten Quarks kommen nicht einzeln sondern immer nur in gebundenen Zustanden den Hadronen vor zu denen unter anderem das Proton und das Neutron gehoren Die Hadronenphysik hat viele Uberschneidungen mit der Elementarteilchenphysik da viele Phanomene nur erklart werden konnen indem berucksichtigt wird dass die Hadronen aus Quarks aufgebaut sind Die Beschreibung der starken Wechselwirkung durch die Quantenchromodynamik eine relativistische Quantenfeldtheorie kann jedoch die Eigenschaften der Hadronen nicht vorhersagen weshalb die Untersuchung dieser Eigenschaften als eigenstandiges Forschungsgebiet aufgefasst wird Es wird also eine Erweiterung der Theorie der starken Wechselwirkung fur kleine Energien angestrebt bei denen sich die Hadronen bilden Atomkerne stellen gegenuber Elementarteilchen die nachste Komplexitatsstufe dar Sie bestehen aus mehreren Nukleonen also Protonen und Neutronen deren Wechselwirkungen untersucht werden In Atomkernen herrschen die starke und die elektromagnetische Wechselwirkung vor Forschungsgebiete der Atomkernphysik umfassen radioaktive Zerfalle und Stabilitat von Atomkernen Ziel ist dabei die Entwicklung von Kernmodellen die diese Phanomene erklaren konnen Dabei wird aber auf eine detaillierte Ausarbeitung der starken Wechselwirkung wie in der Hadronenphysik verzichtet Zur Erforschung der Eigenschaften von Hadronen werden Teilchenbeschleuniger eingesetzt wobei hier der Schwerpunkt nicht so sehr wie in der Teilchenphysik auf hohen Kollisionsenergien liegt Stattdessen werden Target Experimente durchgefuhrt die zwar geringere Schwerpunktsenergien aber sehr viel hohere Ereigniszahlen liefern Allerdings werden auch Collider Experimente mit Schwerionen vor allem eingesetzt um Erkenntnisse uber Hadronen zu gewinnen In der Kernphysik werden zur Erzeugung von Transuranen schwere Atome zur Kollision gebracht und Radioaktivitat mit einer Vielzahl experimenteller Aufbauten untersucht Atom und Molekulphysik Hauptartikel Atomphysik und Molekulphysik Atome bestehen aus dem Atomkern und meist mehreren Elektronen und stellen die nachste Komplexitatsstufe der Materie dar Ziel der Atomphysik ist es unter anderem die Linienspektren der Atome zu erklaren wozu eine genaue quantenmechanische Beschreibung der Wechselwirkungen der Elektronen der Atome notwendig ist Da Molekule aus mehreren Atomen aufgebaut sind arbeitet die Molekulphysik mit ahnlichen Methoden allerdings stellen insbesondere grosse Molekule meist deutlich komplexere Systeme dar was die Rechnungen sehr viel komplizierter und haufig den Einsatz von Computersimulationen erforderlich macht Die Atom und Molekulphysik stehen uber die Untersuchung der optischen Spektren von Atomen und Molekulen mit der Optik in enger Beziehung So baut beispielsweise das Funktionsprinzip des Lasers einer bedeutenden technischen Entwicklung massgeblich auf den Ergebnissen der Atomphysik auf Da die Molekulphysik sich auch intensiv mit der Theorie der chemischen Bindungen befasst sind in diesem Themengebiet Uberschneidungen mit der Chemie vorhanden Ein wichtiger experimenteller Zugang besteht in der Einwirkung von Licht So werden beispielsweise optische Spektren von Atomen und Molekulen mit ihren quantenmechanischen Eigenschaften in Verbindung gesetzt Umgekehrt kann dann mit spektroskopischen Methoden die Zusammensetzung eines Stoffgemisches untersucht werden und anhand von Sternenlicht Aussagen uber die Elemente in der Sternenatmosphare getroffen werden Andere Untersuchungsmethoden betrachten das Verhalten unter dem Einfluss von elektrischen und magnetischen Feldern Beispiele sind die Massenspektroskopie oder die Paulfalle Kondensierte Materie und Fluiddynamik Hauptartikel Kondensierte Materie und Stromungslehre Die Physik der kondensierten Materie und die Fluiddynamik sind in dieser Auflistung das Gebiet mit der grossten thematischen Bandbreite von der Festkorperphysik bis zur Plasmaphysik All diesen Bereichen ist gemeinsam dass sie sich mit makroskopischen Systemen aus sehr vielen Atomen Molekulen oder Ionen befassen Dementsprechend ist in allen Bereichen dieses Themengebiets die Thermodynamik ein wichtiger Teil des theoretischen Fundamentes Je nach Problem kommen aber auch Quantentheorie und Relativitatstheorie zum Einsatz um die Systeme zu beschreiben Auch Computersimulationen sind ein fester Bestand der Forschung an solchen Vielteilchensystemen Aufgrund der thematischen Bandbreite existieren Uberschneidungen mit nahezu allen anderen Gebieten der Physik zum Beispiel mit der Optik in Form laseraktiver Medien oder nichtlinearer Optik aber auch mit der Akustik Atom Kern und Teilchenphysik Auch in der Astrophysik spielt die Fluiddynamik eine grosse Rolle bei der Erstellung von Modellen zur Entstehung und zum Aufbau von Sternen sowie bei der Modellierung vieler anderer Effekte Viele Forschungsbereiche sind dabei sehr anwendungsorientiert wie die Materialforschung die Plasmaphysik oder die Erforschung der Hochtemperatursupraleiter Die Bandbreite der experimentellen Methoden in diesem Bereich der Physik ist sehr gross sodass sich keine typischen Methoden fur das ganze Gebiet angeben lassen Die quantenmechanischen Effekte wie Supraleitung und Suprafluiditat die eine gewisse Bekanntheit erlangt haben werden der Tieftemperaturphysik zugerechnet die mit typischen Kuhlungsmethoden einhergeht Astrophysik und Kosmologie Hauptartikel Astrophysik und Kosmologie Astrophysik und Kosmologie sind interdisziplinare Forschungsgebiete die sich stark mit der Astronomie uberschneiden Nahezu alle anderen Themenbereiche der Physik gehen in die astrophysikalischen Modelle ein um Prozesse auf verschiedenen Grossenskalen zu modellieren Ziel dieser Modelle ist es astronomische Beobachtungen auf der Grundlage der bisher bekannten Physik zu erklaren Die Kosmologie baut insbesondere auf den Grundlagen der allgemeinen Relativitatstheorie auf allerdings sind im Rahmen der Quantenkosmologie auch die Quantentheorien sehr bedeutsam um die Entwicklung des Universums in sehr viel fruheren Phasen zu erklaren Das derzeit 2009 am meisten vertretene kosmologische Standardmodell baut dabei massgeblich auf den Theorien der Dunklen Materie und der Dunklen Energie auf Weder Dunkle Materie noch Dunkle Energie konnte bisher direkt experimentell nachgewiesen werden es existieren aber eine Vielzahl von Theorien was genau diese Objekte sind Da in der Astrophysik nur in sehr beschranktem Ausmass Experimente moglich sind ist dieses Teilgebiet der Physik sehr stark auf die Beobachtung unbeeinflussbarer Phanomene angewiesen Dabei kommen auch Erkenntnisse der Atomphysik und der Teilchenphysik und typische Messmethoden dieser Fachgebiete zur Anwendung um Ruckschlusse auf astrophysikalische oder kosmologische Zusammenhange zu ziehen Beispielsweise geben die Spektren von Sternenlicht Auskunft uber die Elementverteilung der Sternenatmosphare die Untersuchung der Hohenstrahlung erlaubt Ruckschlusse auf die kosmische Strahlung und Neutrinodetektoren messen nach einer Supernova einen erhohten Neutrinostrom der gleichzeitig mit dem Licht der Supernova beobachtet wird Interdisziplinare Themenbereiche Methoden der Physik finden in vielen Themengebieten Anwendung die nicht zum Kernthemenbereich der Physik gehoren Einige dieser Anwendungen sind in den vorigen Kapiteln bereits angesprochen worden Die folgende Aufzahlung gibt einen kurzen Uberblick uber die wichtigsten interdisziplinaren Themenbereiche Die Astrophysik wendet physikalische Methoden auf das Studium astronomischer Phanomene an In der Biophysik werden die physikalischen Gesetzmassigkeiten untersucht denen Lebewesen und ihre Wechselwirkung mit der Natur unterliegen Die Medizinische Physik nutzt physikalische Phanomene wie zum Beispiel Laser Radioaktivitat Rontgenstrahlung und Kernspinresonanz fur medizinische Diagnostik und Therapie Bei der physikalischen Chemie werden Methoden der Physik auf die Anschauungsobjekte der Chemie angewendet Die Geophysik nutzt physikalische Modelle und Methoden zur Erklarung geowissenschaftlicher Vorgange und Fragestellungen Die Technische Physik befasst sich mit den technischen Anwendungen physikalischen Wissens Wichtige Teilbereiche sind die Quantenelektronik und die Theorie der Quantencomputer Die Umweltphysik beschaftigt sich in ihrer Forschung vor allem mit den Bereichen Energie und Klima Soziophysik und Okonophysik wenden physikalische und statistische Methoden auf gesellschaftliche wirtschaftliche kulturelle und politische Phanomene an Grenzen der physikalischen ErkenntnisDer derzeitige Stand der Physik ist nach wie vor mit noch ungelosten Problemen konfrontiert Zum einen handelt es sich dabei um den weniger grundsatzlichen Fall von Problemen deren Losung prinzipiell moglich aber mit den derzeitigen mathematischen Moglichkeiten bestenfalls annaherbar ist Zum anderen gibt es eine Reihe von Problemen fur die noch unklar ist ob eine Losung im Begriffsrahmen der heutigen Theorien uberhaupt moglich sein wird So ist es bislang nicht gelungen eine vereinheitlichte Theorie zu formulieren welche sowohl Phanomene beschreibt die der elektroschwachen wie der starken Wechselwirkung unterliegen wie auch solche welche der Gravitation unterliegen Erst bei einer solchen Vereinigung von Quantentheorie und Gravitationstheorie allgemeiner Relativitatstheorie konnten alle vier Grundkrafte einheitlich behandelt werden sodass eine vereinheitlichte Theorie der Elementarteilchen resultierte Die bisherigen Kandidaten von Quantengravitations theorien Supersymmetrie und Supergravitations String und M Theorien versuchen eine solche Vereinheitlichung zu erreichen Uberhaupt ist es ein praktisch leitendes Ziel heutiger Physiker samtliche Vorgange der Natur durch eine moglichst geringe Anzahl von moglichst einfachen Naturgesetzen zu beschreiben Diese sollen das Verhalten moglichst grundlegender Eigenschaften und Objekte etwa Elementarteilchen beschreiben sodass hoherstufige emergente Prozesse und Objekte auf diese Beschreibungsebene reduzierbar sind Ob dieses Ziel prinzipiell oder praktisch erreichbar ist ist eigentlich nicht mehr Gegenstand der einzelwissenschaftlichen physikalischen Erkenntnisbemuhung ebenso wenig wie es allgemeine Fragen daruber sind welchen Gewissheitsgrad physikalische Erkenntnisse grundsatzlich erreichen konnen oder faktisch erreicht haben Derartige Fragen sind Gegenstand der Epistemologie und Wissenschaftstheorie Dabei werden ganz unterschiedliche Positionen verteidigt Relativ unbestritten ist dass naturwissenschaftliche Theoriebildungen in dem Sinne nur Hypothesen sind dass man nicht mit Gewissheit wissen kann ob es sich dabei um wahre und gerechtfertigte Auffassungen handelt Man kann hier noch in spezifischerer Weise vorsichtig sein indem man sich auf die Theorie und Begriffsvermitteltheit aller empirischen Erkenntnisse beruft oder auf die Tatsache dass der Mensch als erkennendes Subjekt ja unter den Gegenstandsbereich physikalischer Theorien fallt aber nur als wirklich Aussenstehender sicheres Wissen haben konnte Denn fur Beobachter die mit ihrem Erkenntnisobjekt interagieren bestehen prinzipielle Grenzen der Prognostizierbarkeit im Sinne einer Ununterscheidbarkeit des vorliegenden Zustandes eine Grenze die auch dann gelten wurde 3 wenn der Mensch alle Naturgesetze kennen wurde und die Welt deterministisch ware Diese Grenze hat praktische Bedeutung bei deterministischen Prozessen fur welche geringe Anderungen des Anfangszustands zu grossen Abweichungen in Folgezustanden fuhren Prozesse wie sie durch die Chaostheorie beschrieben werden Aber nicht nur eine praktische Voraussagbarkeit ist in vielen Fallen nur begrenzt moglich auch wird von einigen Wissenschaftstheoretikern eine Aussage fahigkeit physikalischer Modelle uber die Realitat uberhaupt bestritten Dies gilt in verschiedenen Ausarbeitungen eines sogenannten wissenschaftstheoretischen Antirealismus in unterschiedlichem Ausmass fur unterschiedliche Typen physikalischer Begriffe wird eine reale Referenz bestritten oder fur unwissbar gehalten 4 Auch eine prinzipielle oder wahrscheinliche Zusammenfuhrbarkeit einzelner Theorien wird von einigen Wissenschaftstheoretikern bestritten 5 Beziehung zu anderen WissenschaftenDie Beziehungen zur Philosophie sind traditionell eng hat sich doch die Physik aus der klassischen Philosophie entwickelt ohne ihr jemals grundsatzlich zu widersprechen und waren nach heutigen Kategorien zahlreiche bedeutende Physiker zugleich wichtige Philosophen und umgekehrt Gemass der heutigen philosophischen Disziplinenunterscheidung ist die Physik insbesondere auf die Ontologie bezogen welche die Grundstrukturen der Realitat in moglichst allgemeinen Begriffen zu beschreiben versucht daruber hinaus auf die Erkenntnistheorie welche die Gutekriterien von Wissen uberhaupt zu erfassen versucht spezieller noch auf die Wissenschaftstheorie welche die allgemeinen Methoden wissenschaftlicher Erkenntnis zu bestimmen versucht und naturlich auf die Naturphilosophie bzw Philosophie der Physik die oftmals als Unterdisziplin der Ontologie oder Wissenschaftstheorie behandelt wird jedenfalls aber spezieller gerade auf die Einzelerkenntnisse der Physik bezogen arbeitet deren Begriffssystem analysiert und ontologische Interpretationen physikalischer Theorien diskutiert Auch die Beziehungen zur Mathematik sind eng Die gesamte Physik verwendet die mathematische Sprache Zahlreiche bedeutende Physiker waren nach heutigen Kategorien zugleich wichtige Mathematiker und umgekehrt Gemass der heutigen mathematischen Disziplinenunterscheidung ist die Physik insbesondere auf die Geometrie bezogen die die Grundstrukturen des Raumes in moglichst allgemeinen Begriffen zu beschreiben versucht daruber hinaus auf die Algebra spezieller noch auf die Algebraische Geometrie auf die Differentialgeometrie und die Mathematische Physik Physik in der Gesellschaft Logo des Jahres der Physik 2005 Da die Physik als die grundlegende Naturwissenschaft gilt werden physikalisches Wissen und Denken bereits in der Schule meist im Rahmen eines eigenen Schulfaches unterrichtet Im Rahmen des Schulsystems wird Physik in der Regel als Nebenfach ab Klassenstufe 5 7 unterrichtet und wird in der Oberstufe oft auch als Leistungskurs gefuhrt Siehe auch Physikdidaktik Die meisten Universitaten bieten das Studienfach Physik an Seit 1901 vergibt die Schwedische Akademie der Wissenschaften jahrlich den Nobelpreis fur Physik Die Frage nach der Ethik naturwissenschaftlicher Forschung wurde erstmals explizit aufgeworfen als physikalische Entdeckungen Ende der 1930er Jahre auf die Moglichkeit einer Atombombe hindeuteten Dieses Thema wird auch in der Literatur etwa in Friedrich Durrenmatts Theaterstuck Die Physiker aufgegriffen Es gab Versuche die Physik weltanschaulich zu instrumentalisieren Beispielsweise gab es in der Zeit des Nationalsozialismus die gegen Einstein gewandte Deutsche Physik und die Wehrphysik als angewandte Physik Reprasentanten solcher Bestrebungen waren die Physikdidaktiker und Schulpolitiker Erich Gunther 1951 dessen Lehrbuch Wehrphysik ein Handbuch fur Lehrer 6 bis 1975 benutzt wurde und der 1959 zum Ehrendoktor der Universitat Giessen ernannte Karl Hahn 1879 1963 der als Reichssachbearbeiter die Theorien judischer Physiker aus seinen Lehrwerken tilgte und dessen Schulbucher bis in die 1960er Jahre verbreitet waren 7 2005 war das Jahr der Physik Siehe auch Portal Physik Ubersicht zu Wikipedia Inhalten zum Thema PhysikLiteraturSiehe auch unter Literatur zur Physikgeschichte Ludwig Bergmann Clemens Schaefer Thomas Dorfmuller Wilhelm T Hering Klaus Stierstadt Lehrbuch der Experimentalphysik 11 Auflage de Gruyter 1998 ISBN 3 11 012870 5 Hans Breuer dtv Atlas zur Physik Bd 1 Mechanik Akustik Thermodynamik Optik 3 Aufl 46 60 Tsd Dt Taschenbuch Verl Munchen 1992 ISBN 978 3 423 03226 1 Wolfgang Demtroder Experimentalphysik 4 Auflage Springer 2005 ISBN 3 540 26034 X Lew Dawidowitsch Landau Jewgeni Michailowitsch Lifschitz Lehrbuch der theoretischen Physik in 10 Banden Akademie Verlag Berlin neu Harri Deutsch Verlag Frankfurt Main Richard Feynman Robert Leighton Matthew Sands Feynman Vorlesungen uber Physik Oldenbourg 1999 ISBN 3 486 25857 5 Christian Gerthsen Dieter Meschede Gerthsen Physik 23 Auflage Springer Verlag 2006 ISBN 3 540 25421 8 Walter Seitter Physik des Daseins Bausteine zu einer Philosophie der Erscheinungen Sonderzahl Wien 1997 ISBN 3 85449 120 4 Paul A Tipler Gene Mosca Physik fur Wissenschaftler und Ingenieure 2 Auflage Elsevier Spektrum Akademischer Verlag Munchen Heidelberg 2004 ISBN 3 8274 1164 5 Pedro Waloschek Worterbuch Physik Directmedia Publishing Berlin 2006 ISBN 978 3 89853 541 0 Weblinks Commons Physik Sammlung von Bildern Videos und Audiodateien Wiktionary Physik Bedeutungserklarungen Wortherkunft Synonyme Ubersetzungen Wikibooks Freie Bucher zu physikalischen Themen Lern und Lehrmaterialien Wikiquote Physik Zitate Wikisource Physik Quellen und Volltexte Deutsche Physikalische Gesellschaft e V DPG Gemeinnutziger Verein der mit Tagungen Veranstaltungen und Publikationen den Wissenstransfer innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft fordert und allen Neugierigen ein Fenster zur Physik offnen mochte Alteste nationale physikalische Fachgesellschaft der Welt Welt der Physik Gemeinsames Internetportal der Deutschen Physikalischen Gesellschaft DPG und des Bundesministeriums fur Bildung und Forschung BMBF Studienatlas Physik Angebot der Konferenz der Fachbereiche Physik und der Deutschen Physikalischen Gesellschaft mit Daten zu den Physik Studiengangen in Deutschland lp uni goettingen de E Learning Inhalte zum Kanon des Physikstudiums Georg August Universitat Gottingen www leifiphysik de Physikportal auf SchulerniveauEinzelnachweise Richard Feynman schrieb dazu Die Neugier verlangt dass wir fragen dass wir versuchen die Vielfalt der Gesichtspunkte vielleicht als Ergebnis des Zusammenwirkens einer relativ geringen Anzahl elementarer Dinge und Krafte zu verstehen Richard P Feynman u A Feynman Vorlesungen uber Physik Bd 1 Teil 1 ubersetzt von H Kohler Deutsch engl Ausgabe Oldenbourg Verlag 1974 Seite 2 1 Rudolf Stichweh Zur Entstehung des modernen Systems wissenschaftlicher Disziplinen Physik in Deutschland 1740 1890 Suhrkamp Verlag Frankfurt 1984 Vgl Esfeld Naturphilosophie 128 Vgl Eintrag in Edward N Zalta Hrsg Stanford Encyclopedia of Philosophy Vorlage SEP Wartung Parameter 1 und weder Parameter 2 noch Parameter 3 Vgl Scientific Progress In Edward N Zalta Hrsg Stanford Encyclopedia of Philosophy Vorlage SEP Wartung Parameter 1 und Parameter 2 und nicht Parameter 3 und The Unity of Science In Edward N Zalta Hrsg Stanford Encyclopedia of Philosophy Vorlage SEP Wartung Parameter 1 und Parameter 2 und nicht Parameter 3 Esfeld Naturphilosophie S 100 115 Erich Gunther Handbuch fur Wehrphysik Frankfurt am Main 1936 Jorg Willer Fachdidaktik im Dritten Reich am Beispiel der Physik In Medizinhistorische Mitteilungen Zeitschrift fur Wissenschaftsgeschichte und Fachprosaforschung Band 34 2015 ISBN 978 3 86888 118 9 S 105 121 hier S 113 und 119 Normdaten Sachbegriff GND 4045956 1 OGND AKS LCCN sh85101653 Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Physik amp oldid 216311109, wikipedia, wiki, deutsches

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