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Pfortader

Eine Pfortader oder Portalvene (lateinisch: Vena portae) ist eine Vene, die sich erneut in Kapillargebiete aufzweigt. Bei Säugetieren gibt es zwei, bei Vögeln und Reptilien drei Pfortadern:

  • Leberpfortader (Vena portae hepatis), meist nur als Pfortader (Vena portae) bezeichnet
  • Hypophysenpfortadern (Venae portales hypophysiales)
  • Nierenpfortader (Vena portalis renalis): nur bei Vögeln, Reptilien und Amphibien

Allen Pfortadern ist dabei gemein, dass sie aus einem Kapillargebiet in das Blut abgegebene Stoffe in hoher Konzentration an die Kapillare eines Zielorgans weiterleiten.

Inhaltsverzeichnis

Leberpfortader mit ihren Ästen (blau) beim Menschen

Die Pfortader (Vena portae) sammelt das Blut aus den unpaaren Bauchorganen (Magen, Dünndarm, Dickdarm, Teile des Mastdarms, Bauchspeicheldrüse, Milz) und führt es der Leber zu.

Das Blut der Pfortader ist sauerstoffarm und nach dem Essen reich an Nährstoffen (aus den Verdauungsorganen) bzw. an Stoffwechselprodukten (z. B. Bilirubin). Die Venen der genannten Organe vereinigen sich zur Pfortader, die an der Leberpforte zusammen mit der Leberarterie (Arteria hepatica propria) in die Leber mündet. In den Kapillaren der Leber, den Lebersinusoiden, mischt sich das nährstoffreiche Blut aus der Pfortader mit dem sauerstoffreichen Blut aus der Leberarterie und steht so dem Stoffwechsel der Leberzellen zur Verfügung.

Aufgabe der Pfortader ist es, der Leber direkt die im Darm erschlossenen Nährstoffe und auch mögliche Giftstoffe zuzuführen. Letztere werden zu einem Großteil in der Leber metabolisiert, bevor sie in den weiteren Blutkreislauf gelangen. Dies kann dabei auch den unerwünschten Effekt zur Folge haben, dass Medikamente unter Umständen in der Leber in hohem Maße abgebaut werden, bevor sie über den Blutkreislauf zum Zielorgan gelangen können (→ First-Pass-Effekt). Bei bestimmten Stoffen, die von der Leber über die Gallenblase ins Darmlumen abgegeben werden, ist auch eine mehrfache Passage durch das Pfortadersystem möglich, bevor sie in den großen Blutkreislauf gelangen (→ Enterohepatischer Kreislauf). Um das Pfortadersystem bei Medikamentengabe zu umgehen, können diese parenteral verabreicht werden.

Die Pfortader liegt horizontal hinter der Bauchspeicheldrüse und führt dann nach rechts oben ansteigend im Ligamentum hepatoduodenale in die Leberpforte (Porta hepatis). Sie entsteht embryonal aus der linken Dottervene (Vena vitellina sinistra). Die Pfortader sammelt Blut aus:

  • den Vv. gastricae dextrae und sinistrae (Magenvenen)
  • der Vena pylorica (Vene des Magenpförtners)
  • der Vena cystica
  • den Venae paraumbilicales
  • der Vena mesenterica superior (obere Darmvene), bei Tieren als Vena mesenterica cranialis (vordere Darmvene) bezeichnet
  • der Vena mesenterica inferior (untere Darmvene), bei Tieren als Vena mesenterica caudalis (hintere Darmvene) bezeichnet
  • der Vena splenica (Milzvene; Veterinäranatomie Vena lienalis, in der Humananatomie veralteter Name, in der Klinik aber durchaus gebräuchlich)

Der Zusammenfluss aus der Milzvene und der Vena mesenterica superior ist der eigentliche Beginn der Pfortader und wird Confluens (Zusammenfluss) genannt. Nach dem Eintritt in die Leberpforte teilt sich die Pfortader frühzeitig in einen Ast zum rechten und linken Leberlappen und verzweigt sich dann in weitere kleine Äste bis zu den Lebersinusoiden auf. Das Blut der Leber verlässt das Organ aus den Zentralvenen über die Lebervenen in Richtung untere Hohlvene und rechte Herzvorkammer (dies gehört allerdings nicht mehr zum Pfortadersystem).

Über den Darm absorbierte Nährstoffe und andere Substanzen gelangen über die Pfortader direkt in die Leber und werden hier teilweise metabolisiert, bevor sie in den somatischen Blutkreislauf gelangen. Teilweise werden Substanzen auch über die Galle wieder in den Darm abgegeben. Von hier können sie erneut resorbiert werden und wieder über die Pfortader in die Leber gelangen. Dieses Phänomen wird als Enterohepatischer Kreislauf bezeichnet. Unter anderem für Medikamente kann dies von Bedeutung sein.

Parasiten können über die Pfortader direkt in die Leber, und damit in das erste Kapillarsystem, gelangen und hier inserieren. Auch zur Vermehrung haben sie sich teilweise direkt an das System aus Darm, Pfortader, Leber und Galle angepasst (siehe Abschnitt Erkrankungen).

Die Leberpfortader ist ein potentieller Transportweg für Krankheitserreger zur Leber. Als Beispiel möge der zu den Parasiten des Menschen zählende Fuchsbandwurm dienen, bei dem sich die Larve in der Leber eines Zwischenwirts festsetzt und hierdurch die Alveoläre Echinokokkose auslöst. Auch Leberegel befallen auf diesem Weg die Leber. Je nach Typ kann ein Erreger sich hier festsetzen, in die Gallenblase wandern oder über das Blut in andere Organe flottieren.

Pfortaderhochdruck

Hauptartikel: Portale Hypertension

Bei Stauungen des Blutes in der Pfortader oder Leber kommt es zur Umgehung des Pfortaderkreislaufs. Das Blut aus den Bauchorganen kann nicht mehr seinen natürlichen Weg über Pfortader, Leber und untere Hohlvene (Vena cava inferior) zurück zum Herzen nehmen, sondern weicht auf andere Venen aus, und es kommt zur Ausbildung porto-kavaler Anastomosen. Mögliche Wege sind hier die Venen der Speiseröhre (Ösophagusvarizen), tiefe und oberflächliche Venen der Bauch- und Brustwand (Caput medusae) sowie Venen des Mastdarms.

Thrombose der Pfortader

Hauptartikel: Pfortaderthrombose

Neben dem portalen Hochdruck kann man selten auch eine Thrombose der Pfortader beispielsweise bei Leberzirrhose oder Leberkrebs finden.

Luft in der Pfortader

In sehr seltenen Fällen lässt sich bei schweren, meist letalen Darmkrankheiten Luft in der Pfortader nachweisen, so beispielsweise bei der nekrotisierenden Enterokolitis oder beim seltenen Magenvolvulus.

Persistierender Ductus venosus

Der Ductus venosus ist eine physiologische porto-kavale Anastomose zwischen Pfortader und unterer (bei Tieren hinterer) Hohlvene beim Fetus. Er verschließt sich normalerweise vor oder kurz nach der Geburt. Bleibt dieser Verschluss aus, so gelangt das Blut (und damit auch im Darm resorbierte Schadstoffe) unter Umgehung der Leber direkt in den Körperkreislauf.

  • Ultraschall
  • Indirekte Splenoportografie (indirekte Gefäßdarstellung über die Milzarterie)
  • CT und MRT
  • Breite circa 8 bis 15 mm
  • Länge circa 4 bis 5 cm
  • Fließgeschwindigkeit circa 13 bis 23 cm/s
  • Druck 5–20 mmHg (schwer messbar)
Wikibooks: Sonographie, Luft in der Pfortader – Lern- und Lehrmaterialien

Pfortader
pfortader, blutgefäß, sprache, beobachten, bearbeiten, eine, oder, portalvene, lateinisch, vena, portae, eine, vene, sich, erneut, kapillargebiete, aufzweigt, säugetieren, gibt, zwei, vögeln, reptilien, drei, leberpfortader, vena, portae, hepatis, meist, vena,. Pfortader Blutgefass Sprache Beobachten Bearbeiten Eine Pfortader oder Portalvene lateinisch Vena portae ist eine Vene die sich erneut in Kapillargebiete aufzweigt Bei Saugetieren gibt es zwei bei Vogeln und Reptilien drei Pfortadern Leberpfortader Vena portae hepatis meist nur als Pfortader Vena portae bezeichnet Hypophysenpfortadern Venae portales hypophysiales Nierenpfortader Vena portalis renalis nur bei Vogeln Reptilien und Amphibien Allen Pfortadern ist dabei gemein dass sie aus einem Kapillargebiet in das Blut abgegebene Stoffe in hoher Konzentration an die Kapillare eines Zielorgans weiterleiten Inhaltsverzeichnis 1 Leber Pfortader 2 Anatomie 3 Physiologie 4 Erkrankungen 4 1 Pfortaderhochdruck 4 2 Thrombose der Pfortader 4 3 Luft in der Pfortader 4 4 Persistierender Ductus venosus 5 Untersuchungsmoglichkeiten 6 Messwerte 7 Weblinks Leber Pfortader Bearbeiten Leberpfortader mit ihren Asten blau beim Menschen Die Pfortader Vena portae sammelt das Blut aus den unpaaren Bauchorganen Magen Dunndarm Dickdarm Teile des Mastdarms Bauchspeicheldruse Milz und fuhrt es der Leber zu Das Blut der Pfortader ist sauerstoffarm und nach dem Essen reich an Nahrstoffen aus den Verdauungsorganen bzw an Stoffwechselprodukten z B Bilirubin Die Venen der genannten Organe vereinigen sich zur Pfortader die an der Leberpforte zusammen mit der Leberarterie Arteria hepatica propria in die Leber mundet In den Kapillaren der Leber den Lebersinusoiden mischt sich das nahrstoffreiche Blut aus der Pfortader mit dem sauerstoffreichen Blut aus der Leberarterie und steht so dem Stoffwechsel der Leberzellen zur Verfugung Aufgabe der Pfortader ist es der Leber direkt die im Darm erschlossenen Nahrstoffe und auch mogliche Giftstoffe zuzufuhren Letztere werden zu einem Grossteil in der Leber metabolisiert bevor sie in den weiteren Blutkreislauf gelangen Dies kann dabei auch den unerwunschten Effekt zur Folge haben dass Medikamente unter Umstanden in der Leber in hohem Masse abgebaut werden bevor sie uber den Blutkreislauf zum Zielorgan gelangen konnen First Pass Effekt Bei bestimmten Stoffen die von der Leber uber die Gallenblase ins Darmlumen abgegeben werden ist auch eine mehrfache Passage durch das Pfortadersystem moglich bevor sie in den grossen Blutkreislauf gelangen Enterohepatischer Kreislauf Um das Pfortadersystem bei Medikamentengabe zu umgehen konnen diese parenteral verabreicht werden Anatomie BearbeitenDie Pfortader liegt horizontal hinter der Bauchspeicheldruse und fuhrt dann nach rechts oben ansteigend im Ligamentum hepatoduodenale in die Leberpforte Porta hepatis Sie entsteht embryonal aus der linken Dottervene Vena vitellina sinistra Die Pfortader sammelt Blut aus den Vv gastricae dextrae und sinistrae Magenvenen der Vena pylorica Vene des Magenpfortners der Vena cystica den Venae paraumbilicales der Vena mesenterica superior obere Darmvene bei Tieren als Vena mesenterica cranialis vordere Darmvene bezeichnet der Vena mesenterica inferior untere Darmvene bei Tieren als Vena mesenterica caudalis hintere Darmvene bezeichnet der Vena splenica Milzvene Veterinaranatomie Vena lienalis in der Humananatomie veralteter Name in der Klinik aber durchaus gebrauchlich Der Zusammenfluss aus der Milzvene und der Vena mesenterica superior ist der eigentliche Beginn der Pfortader und wird Confluens Zusammenfluss genannt Nach dem Eintritt in die Leberpforte teilt sich die Pfortader fruhzeitig in einen Ast zum rechten und linken Leberlappen und verzweigt sich dann in weitere kleine Aste bis zu den Lebersinusoiden auf Das Blut der Leber verlasst das Organ aus den Zentralvenen uber die Lebervenen in Richtung untere Hohlvene und rechte Herzvorkammer dies gehort allerdings nicht mehr zum Pfortadersystem Physiologie BearbeitenUber den Darm absorbierte Nahrstoffe und andere Substanzen gelangen uber die Pfortader direkt in die Leber und werden hier teilweise metabolisiert bevor sie in den somatischen Blutkreislauf gelangen Teilweise werden Substanzen auch uber die Galle wieder in den Darm abgegeben Von hier konnen sie erneut resorbiert werden und wieder uber die Pfortader in die Leber gelangen Dieses Phanomen wird als Enterohepatischer Kreislauf bezeichnet Unter anderem fur Medikamente kann dies von Bedeutung sein Parasiten konnen uber die Pfortader direkt in die Leber und damit in das erste Kapillarsystem gelangen und hier inserieren Auch zur Vermehrung haben sie sich teilweise direkt an das System aus Darm Pfortader Leber und Galle angepasst siehe Abschnitt Erkrankungen Erkrankungen BearbeitenDie Leberpfortader ist ein potentieller Transportweg fur Krankheitserreger zur Leber Als Beispiel moge der zu den Parasiten des Menschen zahlende Fuchsbandwurm dienen bei dem sich die Larve in der Leber eines Zwischenwirts festsetzt und hierdurch die Alveolare Echinokokkose auslost Auch Leberegel befallen auf diesem Weg die Leber Je nach Typ kann ein Erreger sich hier festsetzen in die Gallenblase wandern oder uber das Blut in andere Organe flottieren Pfortaderhochdruck Bearbeiten Hauptartikel Portale Hypertension Bei Stauungen des Blutes in der Pfortader oder Leber kommt es zur Umgehung des Pfortaderkreislaufs Das Blut aus den Bauchorganen kann nicht mehr seinen naturlichen Weg uber Pfortader Leber und untere Hohlvene Vena cava inferior zuruck zum Herzen nehmen sondern weicht auf andere Venen aus und es kommt zur Ausbildung porto kavaler Anastomosen Mogliche Wege sind hier die Venen der Speiserohre Osophagusvarizen tiefe und oberflachliche Venen der Bauch und Brustwand Caput medusae sowie Venen des Mastdarms Thrombose der Pfortader Bearbeiten Hauptartikel Pfortaderthrombose Neben dem portalen Hochdruck kann man selten auch eine Thrombose der Pfortader beispielsweise bei Leberzirrhose oder Leberkrebs finden Luft in der Pfortader Bearbeiten In sehr seltenen Fallen lasst sich bei schweren meist letalen Darmkrankheiten Luft in der Pfortader nachweisen so beispielsweise bei der nekrotisierenden Enterokolitis oder beim seltenen Magenvolvulus Persistierender Ductus venosus Bearbeiten Der Ductus venosus ist eine physiologische porto kavale Anastomose zwischen Pfortader und unterer bei Tieren hinterer Hohlvene beim Fetus Er verschliesst sich normalerweise vor oder kurz nach der Geburt Bleibt dieser Verschluss aus so gelangt das Blut und damit auch im Darm resorbierte Schadstoffe unter Umgehung der Leber direkt in den Korperkreislauf Untersuchungsmoglichkeiten BearbeitenUltraschall Indirekte Splenoportografie indirekte Gefassdarstellung uber die Milzarterie CT und MRTMesswerte BearbeitenBreite circa 8 bis 15 mm Lange circa 4 bis 5 cm Fliessgeschwindigkeit circa 13 bis 23 cm s Druck 5 20 mmHg schwer messbar Weblinks Bearbeiten Wikibooks Sonographie Luft in der Pfortader Lern und LehrmaterialienAbgerufen von https de wikipedia org w index php title Pfortader amp oldid 201939661, wikipedia, wiki, deutsches

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