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Pfalz-Lautern

Das Fürstentum Lautern, auch Pfalz-Lautern genannt, bestand als eigenständiges Territorium im Heiligen Römischen Reich im Grunde nur zur Zeit von Johann Casimir von der Pfalz zwischen 1559 und 1592, danach ging es wieder in der Kurpfalz auf. Reichsrechtlich bestand es aber bis in die Endphase des Reiches weiter.

Friedrich III. von der Pfalz aus der Linie Pfalz-Simmern des Hauses Wittelsbach vermachte die Kurpfalz an den Sohn Ludwig VI. Für seinen Sohn Johann Casimir wurde aus Teilen der Pfalz Pfalz-Lautern gebildet. Es bestand aus den Oberämtern (Kaisers-)Lautern und Neustadt an der Haardt sowie dem Amt Sobernheim.

Während Ludwig VI. zum Luthertum überging, blieb Johann Casimir dem Calvinismus treu. Als Gegengewicht zur Universität Heidelberg gründete er die Hohe Schule in Neustadt (Casimirianum). In seiner Zeit war sie eine bedeutende calvinistische Hochschule. Johann Casimir siedelte systematisch reformierte Zuwanderer aus den Niederlanden in seinem Gebiet an und förderte so die gewerbliche Entwicklung.

Die finanziellen Mittel für seine Politik stammten nicht zuletzt aus den Einkünften aufgehobener Klöster. Hinzu kamen ausländische Subsidien. Dafür stellte Johann Casimir unter anderem für den Freiheitskampf der Niederlande zeitweise Truppenkontingente von bis zu 15.000 Mann. Allerdings überwarf er sich dabei mit Wilhelm von Oranien.

Seit dem Tod Ludwigs VI. 1583 war Johann Casimir auch Administrator der Kurpfalz für seinen Neffen Friedrich IV.

Nach dem Tod Johann Casimirs fiel das Gebiet an die Kurpfalz zurück. Zusammen mit dem Fürstentum Simmern kam es 1611 an Ludwig Philipp.

Als Teilgebiet der Kurpfalz umfasste das Fürstentum das Oberamt Lautern. Hauptort war (Kaisers-)Lautern. Unterämter waren Otterberg, Rockenhausen und Wolfstein. Hinzu kamen die Gerichte Kübelberg, Ramstein, Steinwenden, Weilerbach, Morlautern, Neukirchen, Alsenborn und Waldfischbach.

Das Fürstentum gehörte zum oberrheinischen Reichskreis und mit seinem Besitz war auch nach dem Verlust der Eigenständigkeit eine Virilstimme im Reichstag beziehungsweise dem Reichsfürstenrat verbunden.

Von 1798 bis 1814 gehörte das Gebiet zu den von Frankreich annektierten linksrheinischen Gebieten und wurde Teil des Département du Mont-Tonnerre. Seit 1816 gehörte das Gebiet zum Königreich Bayern.

Territorien und Stände des Oberrheinischen Reichskreises des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation (1500–1806)

Bank der geistlichen Fürsten: Hochstift Worms | Hochstift Speyer | Hochstift Straßburg | Fürstbistum Basel | Hochstift Fulda | Fürstentum Heitersheim | Fürstpropstei Weißenburg | Abtei Prüm | Frühere Mitglieder: Erzstift Besançon | Hochstift Sitten | Hochstift Lausanne | Hochstift Genf | Hochstift Metz | Hochstift Toul | Hochstift Verdun | Stift Hersfeld (bis 1606/1648)

Bank der weltlichen Fürsten: Fürstentum Pfalz-Lautern | Fürstentum Pfalz-Simmern | Fürstentum Pfalz-Veldenz | Fürstentum Pfalz-Zweibrücken | Landgrafschaft Hessen-Darmstadt | Landgrafschaft Hessen-Kassel | Herzogtum Savoyen | Fürstentum Hersfeld (ab 1648)| Markgrafschaft Nomeny | gefürstete Grafschaft Sponheim | gefürstete Grafschaft Waldeck | gefürstete Grafschaft Salm (Wild- und Rheingrafen) | gefürstete Grafschaft Salm-Kyrburg (Wild- und Rheingrafen) | gefürstete Grafschaft Nassau-Usingen | gefürstete Grafschaft Nassau-Saarbrücken | gefürstete Grafschaft Nassau-Weilburg | gefürstete Grafschaft Solms-Braunfels | gefürstete Grafschaft Isenburg-Birstein | Frühere Mitglieder: Herzogtum Lothringen | Herzogtum Savoyen

Rheinische Prälaten: Kloster und Ritterstift Odenheim | Frühere Mitglieder: Kloster Kaufungen

Bank der Grafen und Herren: Grafschaft Hanau-Münzenberg | Grafschaft Solms-Hohensolms | Grafschaft Solms-Lich | Grafschaft Solms-Laubach | Grafschaft Solms-Rödelheim | Grafschaft Königstein | Grafschaft Isenburg-Büdingen-Büdingen | Grafschaft Isenburg-Büdingen-Meerholz | Grafschaft Isenburg-Büdingen-Wächtersbach | Grafschaft Salm-Grumbach (Wild- und Rheingrafen) | Grafschaft Salm-Stein-Grehweiler (Wild- und Rheingrafen) | Grafschaft Leiningen-Hardenburg | Grafschaft Leiningen-Westerburg | Grafschaft Sayn-Wittgenstein-Wittgenstein | Grafschaft Sayn-Wittgenstein-Berleburg | Grafschaft Kriechingen | Grafschaft Hanau-Lichtenberg | Grafschaft Salm-Dhaun (Wild- und Rheingrafen) | Grafschaft Falkenstein | Herrschaft Reipoltskirchen | Grafschaft Wartenberg | Herrschaft Bretzenheim | Herrschaft Dagstuhl | Herrschaft Olbrück | Schloss und Dorf Mensfelden

Bank der Städte (Reichsstädte): Frankfurt am Main | Friedberg | Wetzlar | Speyer | Worms | Frühere Mitglieder: Straßburg (Strasbourg) | Colmar | Oberehnheim (Obernai) | Kaysersberg | Türkheim (Turckheim) | Rosheim | Benfeld | Schlettstadt (Sélestat) | Hagenau (Haguenau) | Weißenburg (Wissembourg) | Münster im Gregoriental | Landau in der Pfalz

Pfalz-Lautern
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Pfalz Lautern Sprache Beobachten Bearbeiten Das Furstentum Lautern auch Pfalz Lautern genannt bestand als eigenstandiges Territorium im Heiligen Romischen Reich im Grunde nur zur Zeit von Johann Casimir von der Pfalz zwischen 1559 und 1592 danach ging es wieder in der Kurpfalz auf Reichsrechtlich bestand es aber bis in die Endphase des Reiches weiter Territorium im Heiligen Romischen ReichPfalz LauternWappenHerrschaftsform MonarchieHerrscher Regierung FurstHeutige Region en DE RPReichstag Reichsfurstenrat 1 VirilstimmeReichskreis oberrheinischHauptstadte Residenzen KaiserslauternKonfession Religionen reformiertSprache n DeutschAufgegangen in 1798 Frankreich Departement du Mont Tonnerre 1816 Konigreich BayernZeit unter Johann Casimir BearbeitenFriedrich III von der Pfalz aus der Linie Pfalz Simmern des Hauses Wittelsbach vermachte die Kurpfalz an den Sohn Ludwig VI Fur seinen Sohn Johann Casimir wurde aus Teilen der Pfalz Pfalz Lautern gebildet Es bestand aus den Oberamtern Kaisers Lautern und Neustadt an der Haardt sowie dem Amt Sobernheim Wahrend Ludwig VI zum Luthertum uberging blieb Johann Casimir dem Calvinismus treu Als Gegengewicht zur Universitat Heidelberg grundete er die Hohe Schule in Neustadt Casimirianum In seiner Zeit war sie eine bedeutende calvinistische Hochschule Johann Casimir siedelte systematisch reformierte Zuwanderer aus den Niederlanden in seinem Gebiet an und forderte so die gewerbliche Entwicklung Die finanziellen Mittel fur seine Politik stammten nicht zuletzt aus den Einkunften aufgehobener Kloster Hinzu kamen auslandische Subsidien Dafur stellte Johann Casimir unter anderem fur den Freiheitskampf der Niederlande zeitweise Truppenkontingente von bis zu 15 000 Mann Allerdings uberwarf er sich dabei mit Wilhelm von Oranien Seit dem Tod Ludwigs VI 1583 war Johann Casimir auch Administrator der Kurpfalz fur seinen Neffen Friedrich IV Folgezeit BearbeitenNach dem Tod Johann Casimirs fiel das Gebiet an die Kurpfalz zuruck Zusammen mit dem Furstentum Simmern kam es 1611 an Ludwig Philipp Als Teilgebiet der Kurpfalz umfasste das Furstentum das Oberamt Lautern Hauptort war Kaisers Lautern Unteramter waren Otterberg Rockenhausen und Wolfstein Hinzu kamen die Gerichte Kubelberg Ramstein Steinwenden Weilerbach Morlautern Neukirchen Alsenborn und Waldfischbach Das Furstentum gehorte zum oberrheinischen Reichskreis und mit seinem Besitz war auch nach dem Verlust der Eigenstandigkeit eine Virilstimme im Reichstag beziehungsweise dem Reichsfurstenrat verbunden Von 1798 bis 1814 gehorte das Gebiet zu den von Frankreich annektierten linksrheinischen Gebieten und wurde Teil des Departement du Mont Tonnerre Seit 1816 gehorte das Gebiet zum Konigreich Bayern Literatur BearbeitenKonrad Kretschmer Historische Geographie von Mitteleuropa Munchen Berlin 1904 S 69 Gerhard Taddey Hrsg Lexikon der deutschen Geschichte Personen Ereignisse Institutionen Von der Zeitwende bis zum Ausgang des 2 Weltkrieges 2 uberarbeitete Auflage Kroner 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