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Peroral

Zu den flüssigen Arzneiformen zählen Lösungen, Emulsionen und Suspensionen. Gegebenenfalls werden flüssige Formen unmittelbar vor der Anwendung aus Pulvern oder Granulaten rekonstituiert, beispielsweise, wenn die flüssige Zubereitung nicht über einen längeren Zeitraum stabil genug ist. Bei kleinvolumigen, tropfenweise zu dosierende Darreichungsformen spricht man von „Tropfen“, bei dickflüssigen, süß schmeckenden und mit Messlöffel oder -becher dosierten Formen von „Sirup“. Diese Form eignet sich in der Regel gut für Kinder.

Zu den festen Zubereitungen gehören Tabletten, Kapseln, Granulate und Pulver zum Einnehmen.

Die festen Arzneiformen sind häufig besser haltbar, besser dosierbar und vermögen leichter den unangenehmen Geschmack einiger Arzneimittel zu überdecken. Sie können zudem mit modifizierter Wirkstofffreisetzung (z. B. verlängert, verzögert, pulsierend) oder magensaftresistent (Wirkstofffreisetzung erst im Dünndarm, etwa bei magensäureempfindlichen Arzneistoffen) gefertigt werden.

Für Wiederkäuer wie Rinder gibt es intraruminale Systeme, die länger im Pansen (Rumen) verbleiben und bei denen die Freisetzungsdauer in Abhängigkeit von der Art der Formulierung und/oder des Freisetzungssystems einige Tage bis mehrere Wochen beträgt. Sie werden in der Regel durch das Maul mit einem Applikationsrohr in den Pansen verabreicht.

Abzugrenzen ist der perorale Verabreichungsweg von der bukkalen oder sublingualen Gabe, wo das Arzneimittel an der Wangenschleimhaut oder unter der Zunge appliziert und der Wirkstoff bereits in der Mundhöhle resorbiert wird. Lipophile, niedermolekulare Pharmaka werden über die etwa 200 cm² große Resorptionsoberfläche der Mundschleimhaut unter Umgehung des First-Pass-Effekts direkt in den großen Blutkreislauf aufgenommen. Die Resorptionskapazität der Mundschleimhaut ist jedoch begrenzt und eignet sich deshalb nur für Arzneistoffe, die schon in sehr niedrigen Dosen wirksam sind. Diese Applikationsart wird in Betracht gezogen, wenn durch eine präsystemische Metabolisierung die Aufnahme durch den Darm nicht ausreichend ist (z. B. Glyceroltrinitrat), oder wenn ein besonders rascher Wirkungseintritt erzielt werden soll (z. B. Fentanyl).

Wirkstoffhaltige Kaugummis werden nicht geschluckt, sondern setzen den Wirkstoff beim Kauen frei. Dieser entfaltet seine Wirkung entweder lokal in der Mundhöhle, oder systemisch nach Resorption des Wirkstoffs durch die Mundschleimhaut oder im Verdauungstrakt.

  • Klaus Aktories: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie: für Studenten der Medizin, Veterinärmedizin, Pharmazie, Chemie und Biologie sowie für Ärzte, Tierärzte und Apotheker. Elsevier, Urban und Fischer, München/Jena 2005, ISBN 3-437-42521-8.
  1. Monografie „Flüssige Zubereitungen zum Einnehmen“. Europäisches Arzneibuch 9. Ausgabe, Grundwerk 2017.
  2. Monografie „Intraruminale Systeme“. Europäisches Arzneibuch 9. Ausgabe, Grundwerk 2017.
  3. Monografie „Wirkstoffhaltige Kaugummis“. Europäisches Arzneibuch 9. Ausgabe, Grundwerk 2017.
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Peroral
peroral, verabreichung, arzneimitteln, über, mund, sprache, beobachten, bearbeiten, dieser, artikel, beschreibt, eine, medikamentenapplikationsform, andere, bedeutungen, finden, sich, unter, oral, peroral, lateinisch, durch, über, oris, mund, abgekürzt, für, w. Peroral Verabreichung von Arzneimitteln uber den Mund Sprache Beobachten Bearbeiten Dieser Artikel beschreibt eine Medikamentenapplikationsform Andere Bedeutungen finden sich unter oral Mit peroral von lateinisch per durch uber und os oris Mund abgekurzt p o fur per os wird in der Medizin und Pharmazie die Verabreichung eines Arzneimittels uber den Mund mit anschliessendem Herunterschlucken bezeichnet Perorale Einnahme Es gibt flussige feste und halbfeste Zubereitungen zum Einnehmen Inhaltsverzeichnis 1 Flussige Zubereitungen 2 Feste Zubereitungen 3 Abgrenzung 4 Literatur 5 EinzelnachweiseFlussige Zubereitungen BearbeitenZu den flussigen Arzneiformen zahlen Losungen Emulsionen und Suspensionen Gegebenenfalls werden flussige Formen unmittelbar vor der Anwendung aus Pulvern oder Granulaten rekonstituiert beispielsweise wenn die flussige Zubereitung nicht uber einen langeren Zeitraum stabil genug ist Bei kleinvolumigen tropfenweise zu dosierende Darreichungsformen spricht man von Tropfen bei dickflussigen suss schmeckenden und mit Messloffel oder becher dosierten Formen von Sirup 1 Diese Form eignet sich in der Regel gut fur Kinder Feste Zubereitungen BearbeitenZu den festen Zubereitungen gehoren Tabletten Kapseln Granulate und Pulver zum Einnehmen Die festen Arzneiformen sind haufig besser haltbar besser dosierbar und vermogen leichter den unangenehmen Geschmack einiger Arzneimittel zu uberdecken Sie konnen zudem mit modifizierter Wirkstofffreisetzung z B verlangert verzogert pulsierend oder magensaftresistent Wirkstofffreisetzung erst im Dunndarm etwa bei magensaureempfindlichen Arzneistoffen gefertigt werden Fur Wiederkauer wie Rinder gibt es intraruminale Systeme die langer im Pansen Rumen verbleiben und bei denen die Freisetzungsdauer in Abhangigkeit von der Art der Formulierung und oder des Freisetzungssystems einige Tage bis mehrere Wochen betragt Sie werden in der Regel durch das Maul mit einem Applikationsrohr in den Pansen verabreicht 2 Abgrenzung BearbeitenAbzugrenzen ist der perorale Verabreichungsweg von der bukkalen oder sublingualen Gabe wo das Arzneimittel an der Wangenschleimhaut oder unter der Zunge appliziert und der Wirkstoff bereits in der Mundhohle resorbiert wird Lipophile niedermolekulare Pharmaka werden uber die etwa 200 cm grosse Resorptionsoberflache der Mundschleimhaut unter Umgehung des First Pass Effekts direkt in den grossen Blutkreislauf aufgenommen Die Resorptionskapazitat der Mundschleimhaut ist jedoch begrenzt und eignet sich deshalb nur fur Arzneistoffe die schon in sehr niedrigen Dosen wirksam sind Diese Applikationsart wird in Betracht gezogen wenn durch eine prasystemische Metabolisierung die Aufnahme durch den Darm nicht ausreichend ist z B Glyceroltrinitrat oder wenn ein besonders rascher Wirkungseintritt erzielt werden soll z B Fentanyl Wirkstoffhaltige Kaugummis werden nicht geschluckt sondern setzen den Wirkstoff beim Kauen frei Dieser entfaltet seine Wirkung entweder lokal in der Mundhohle oder systemisch nach Resorption des Wirkstoffs durch die Mundschleimhaut oder im Verdauungstrakt 3 Literatur BearbeitenKlaus Aktories Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie fur Studenten der Medizin Veterinarmedizin Pharmazie Chemie und Biologie sowie fur Arzte Tierarzte und Apotheker Elsevier Urban und Fischer Munchen Jena 2005 ISBN 3 437 42521 8 Einzelnachweise Bearbeiten Monografie Flussige Zubereitungen zum Einnehmen Europaisches Arzneibuch 9 Ausgabe Grundwerk 2017 Monografie Intraruminale Systeme Europaisches Arzneibuch 9 Ausgabe Grundwerk 2017 Monografie Wirkstoffhaltige Kaugummis Europaisches Arzneibuch 9 Ausgabe Grundwerk 2017 Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt nicht eine Diagnose durch einen Arzt Bitte hierzu den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Peroral amp oldid 207164584, wikipedia, wiki, deutsches

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