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Passow (Adelsgeschlecht)

Passow ist der Name eines alten mecklenburgischen Adelsgeschlechts, das schon zu den Unterzeichnern der Union der Landstände von 1523 gehörte.

Das Geschlecht der von Passow stammt als eingeborener mecklenburgischer Uradel aus dem gleichnamigen, schon 1284 vorkommenden Ort und See Passow im Amt Lübz und ist stammverwandt mit den von Weisin. Wahrscheinlich sind die von Passow aus ihnen hervorgegangen. Sie führen genau das gleiche Wappen, nur ist die zweite Farbe Blau, aber Halsband und Ring golden gefärbt. Weisin liegt an der Elde und grenzt an Passow. Familie und Ort sind älter als die von Passow. Unter tragischen Umständen erlischt die Familie von Weisin 1715.

Erste urkundliche Nennung erfolgte mit Gheradus de Passow, der 1285 als Zeuge des Herzogs Nikolaus von Werle auftritt. Bis in das 16. Jahrhundert findet sich auch die Schreibweise Parsow(e), Passowe und Passau.

Die von Parsenow, ebenfalls eine mecklenburgische Familie, die jedoch ein ganz anderes Wappen führen, sind mit den von Passow verwechselt worden. Sie hatten ihren Stammsitz seit 1320 in Pasenow im Lande Stargard, erloschen in Mecklenburg 1491 und mit ihrem pommerschen Zweig 1830. In Pommern, im Stift Cammin, soll es ebenfalls von Passows gegeben haben, doch Nachweise fehlen.

Ein weiteres Geschlecht von Passow wird dem dänischen Uradel zugerechnet. Es führte im Wappen einen von Silber und Schwarz geteilten Schild und gilt seit 1524 als erloschen.

Die bedeutendsten Mitglieder der Familie in Mecklenburg waren die beiden Brüder Hartwig († 1644) und Günther von Passow († 1657), die beide den mecklenburgischen Herzögen als Geheime Räte dienten. Günthers Sohn Hartwig von Passow wurde Offizier und stieg im dänischen Heer zum Generalmajor auf. Er starb kurz nach Neujahr 1706 in Folge einer Verwundung bei der Besetzung von Schloss Eutin.

Im Einschreibebuch des Klosters Dobbertin befinden sich sechs Eintragungen von Töchtern der Familien von Passow aus Grambow (Ortsteil von Goldberg), Radepohl bei Wessin und Groß Kelle aus den Jahren 1711–1871 zur Aufnahme in das dortige adelige Damenstift. Nr. 77 und 366 lebten als Konventualinnen in Dobbertin, ihre Wappenschilde hängen auf der Nonnenempore in der Klosterkirche.

1889 starb der mecklenburgische Zweig mit (Friedrich) Wilhelm (Christoph) von Passow (1804–1889) auf Grambow aus. Die Grabstätte befindet sich auf dem Friedhof an der Dorfkirche zu Brüz. Seine Schwester Marie Friederike von Passow (1831–1904) heiratete Gabriel Ludwig Johann von Amsberg und wurde zur Urgroßmutter von Claus von Amsberg.

Die von Passow saßen bereits 1364 in Lütten im Amt Sternberg, zu Radepohl und Wessin (1681–1738) im Amt Crivitz, auf Zidderich (1480–1672) Vietgest (1361–1644), Bellin (1367–1662) und Zehna (1364–1662) im Amt Güstrow, Daschow (1720–1735) und waren noch 1895 zu Grambow im Amt Lübz (heute Ortsteil von Goldberg) begütert.

Am 19. Juni 1896 heiratete die letzte Erbtochter Elisabeth von Passow (1873–1959) den Königlich preußischen Generalmajor Freiherr Otto von Brandenstein (1865–1945), der von 1896 bis 1945 das Gut Grambow bewirtschaftet. Er wurde am 8. Mai 1945 zusammen mit seiner Gutssekretärin von Soldaten der Roten Armee erschossen.

In Silber ein aufgerichtetes (springendes), schwarzes Windspiel mit goldenem Halsband und Ring. Auf dem Helm über einem schwarz-silbernen Wulst das Windspiel wachsend. Die Helmdecken sind rechts schwarz-golden und links schwarz-silbern.

Grabmal Günther von Passow im Dom zu Güstrow
  • Carl Albert von Passow, dänischer Offizier und Kommandant der Festung Vardøhus († 1755)
  • Christian Albrecht von Passow, dänischer Etatsrat (* 1732; † 1777) ∞ Anna Catharina von Passow, geb. von der Lühe, Künstlername Jomfru Materna (* 1731; † 1757), dänische Schauspielerin und Dichterin

Von der uradeligen mecklenburgischen Familie zu unterscheiden ist die bürgerliche mecklenburgische Familie Passow, als deren Stammvater Joachim Konrad Passow (1640–1726), Pastor in Zahrensdorf-Tempzin, gilt. Sie brachte mehrere Generationen von Pastoren und Akademikern hervor, darunter den Altphilologen Wolfgang Passow. Aus dieser Familie wurde der General Hans (Karl Wilhelm) Passow (1827–1896) wegen seiner Verdienste im deutsch-französischen Krieg 1870/71 am 16. Juni 1871 in den erblichen preußischen Adelsstand erhoben.

Wappen

Unter silbernem, mit dem Eisernen Kreuz belegtem Schildhaupt gespalten: vorn in Silber eine schrägrechts gestellte schwarze Leiter von fünf Sprossen und hinten in Blau ein halbes goldenes Rad am Spalt. Auf dem gekrönten Helm mit rechts schwarz-silbernen und links blau-goldenen Decken ein halbes goldenes Rad vor fünf blauen Straußenfedern.

  1. Wolf Lüdecke von Weltzien: Die von Passow 1235-1929 1989, S. 187.
  2. MUB III. (1865) Nr. 1743.
  3. Danmarks Adels Aarbog (DAA), 1908, S. 347.
  4. Eintrag zu Anna Catharina von Passow im Dansk kvindebiografisk leksikon
  • Gustav von Lehsten: Der Adel Mecklenburgs seit dem landesgrundgesetzlichen Erbvergleiche. 1864, S. 192–193
  • Marcelli Janecki: Handbuch des preußischen Adels. Band 2, Berlin: Mittler 1893, S. 469 (zu Hans [von] Passow und Familie)
  • Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band X, Band 119 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1999,ISSN 0435-2408
  • Wolf Lüdecke von Weltzien: Familien aus Mecklenburg und Vorpommern Genealogien erloschener und lebender Geschlechter. Band I., Nagold 1989, S. 187–222.
  • CEA Schøller: Fremmede Adelsslægter i Danmark. XI. v. Passow. In: Personalhistorisk tidsskrift 5 (1902), 61–69. (Digitalisat, zur dänischen Linie)

Gedruckte Quellen

Ungedruckte Quellen

Commons: Passow family – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Passow (Adelsgeschlecht)
passow, adelsgeschlecht, adelsgeschlecht, sprache, beobachten, bearbeiten, passow, name, eines, alten, mecklenburgischen, adelsgeschlechts, schon, unterzeichnern, union, landstände, 1523, gehörte, wappen, derer, passow, inhaltsverzeichnis, geschichte, besitzun. Passow Adelsgeschlecht Adelsgeschlecht Sprache Beobachten Bearbeiten Passow ist der Name eines alten mecklenburgischen Adelsgeschlechts das schon zu den Unterzeichnern der Union der Landstande von 1523 gehorte Wappen derer von Passow Inhaltsverzeichnis 1 Geschichte 2 Besitzungen 3 Wappen 4 Namenstrager 5 Kunstwerke 6 Burgerliche spater adelige Familie Passow 6 1 Wappen 7 Einzelnachweise 8 Literatur 9 Quellen 9 1 Gedruckte Quellen 9 2 Ungedruckte Quellen 10 WeblinksGeschichte BearbeitenDas Geschlecht der von Passow stammt als eingeborener mecklenburgischer Uradel aus dem gleichnamigen schon 1284 vorkommenden Ort und See Passow im Amt Lubz und ist stammverwandt mit den von Weisin Wahrscheinlich sind die von Passow aus ihnen hervorgegangen Sie fuhren genau das gleiche Wappen nur ist die zweite Farbe Blau aber Halsband und Ring golden gefarbt Weisin liegt an der Elde und grenzt an Passow Familie und Ort sind alter als die von Passow 1 Unter tragischen Umstanden erlischt die Familie von Weisin 1715 Erste urkundliche Nennung erfolgte mit Gheradus de Passow der 1285 als Zeuge des Herzogs Nikolaus von Werle auftritt 2 Bis in das 16 Jahrhundert findet sich auch die Schreibweise Parsow e Passowe und Passau Die von Parsenow ebenfalls eine mecklenburgische Familie die jedoch ein ganz anderes Wappen fuhren sind mit den von Passow verwechselt worden Sie hatten ihren Stammsitz seit 1320 in Pasenow im Lande Stargard erloschen in Mecklenburg 1491 und mit ihrem pommerschen Zweig 1830 In Pommern im Stift Cammin soll es ebenfalls von Passows gegeben haben doch Nachweise fehlen Ein weiteres Geschlecht von Passow wird dem danischen Uradel zugerechnet Es fuhrte im Wappen einen von Silber und Schwarz geteilten Schild und gilt seit 1524 als erloschen 3 Die bedeutendsten Mitglieder der Familie in Mecklenburg waren die beiden Bruder Hartwig 1644 und Gunther von Passow 1657 die beide den mecklenburgischen Herzogen als Geheime Rate dienten Gunthers Sohn Hartwig von Passow wurde Offizier und stieg im danischen Heer zum Generalmajor auf Er starb kurz nach Neujahr 1706 in Folge einer Verwundung bei der Besetzung von Schloss Eutin Im Einschreibebuch des Klosters Dobbertin befinden sich sechs Eintragungen von Tochtern der Familien von Passow aus Grambow Ortsteil von Goldberg Radepohl bei Wessin und Gross Kelle aus den Jahren 1711 1871 zur Aufnahme in das dortige adelige Damenstift Nr 77 und 366 lebten als Konventualinnen in Dobbertin ihre Wappenschilde hangen auf der Nonnenempore in der Klosterkirche 1889 starb der mecklenburgische Zweig mit Friedrich Wilhelm Christoph von Passow 1804 1889 auf Grambow aus Die Grabstatte befindet sich auf dem Friedhof an der Dorfkirche zu Bruz Seine Schwester Marie Friederike von Passow 1831 1904 heiratete Gabriel Ludwig Johann von Amsberg und wurde zur Urgrossmutter von Claus von Amsberg Besitzungen BearbeitenDie von Passow sassen bereits 1364 in Lutten im Amt Sternberg zu Radepohl und Wessin 1681 1738 im Amt Crivitz auf Zidderich 1480 1672 Vietgest 1361 1644 Bellin 1367 1662 und Zehna 1364 1662 im Amt Gustrow Daschow 1720 1735 und waren noch 1895 zu Grambow im Amt Lubz heute Ortsteil von Goldberg begutert Am 19 Juni 1896 heiratete die letzte Erbtochter Elisabeth von Passow 1873 1959 den Koniglich preussischen Generalmajor Freiherr Otto von Brandenstein 1865 1945 der von 1896 bis 1945 das Gut Grambow bewirtschaftet Er wurde am 8 Mai 1945 zusammen mit seiner Gutssekretarin von Soldaten der Roten Armee erschossen Wappen BearbeitenIn Silber ein aufgerichtetes springendes schwarzes Windspiel mit goldenem Halsband und Ring Auf dem Helm uber einem schwarz silbernen Wulst das Windspiel wachsend Die Helmdecken sind rechts schwarz golden und links schwarz silbern Namenstrager Bearbeiten Grabmal Gunther von Passow im Dom zu Gustrow Hartwig von Passow Politiker 1599 1644 Oelgard von Passow geborene von Pentz 1594 1654 Kammerzofe am danischen Hof spater Kreditgeberin und Mazenin in Mecklenburg Gunther von Passow Geheimer Rat 1605 1657 Hartwig von Passow General 1706 Carl Albert von Passow danischer Offizier und Kommandant der Festung Vardohus 1755 Christian Albrecht von Passow danischer Etatsrat 1732 1777 Anna Catharina von Passow geb von der Luhe Kunstlername Jomfru Materna 1731 1757 danische Schauspielerin und Dichterin 4 dd dd Kunstwerke BearbeitenGrabstein fur Matthias von Passow 1564 in der Kirche von Zehna Grabstein fur Hartwig von Passow im Schweriner Dom Grabmal fur Gunther von Passow im Gustrower Dom von Charles Philippe Dieussart Grabmale aus dem 19 Jahrhundert in der Kirche von Bruz Ortsteil von Passow Mecklenburg Burgerliche spater adelige Familie Passow BearbeitenVon der uradeligen mecklenburgischen Familie zu unterscheiden ist die burgerliche mecklenburgische Familie Passow als deren Stammvater Joachim Konrad Passow 1640 1726 Pastor in Zahrensdorf Tempzin gilt Sie brachte mehrere Generationen von Pastoren und Akademikern hervor darunter den Altphilologen Wolfgang Passow Aus dieser Familie wurde der General Hans Karl Wilhelm Passow 1827 1896 wegen seiner Verdienste im deutsch franzosischen Krieg 1870 71 am 16 Juni 1871 in den erblichen preussischen Adelsstand erhoben Wappen Bearbeiten Unter silbernem mit dem Eisernen Kreuz belegtem Schildhaupt gespalten vorn in Silber eine schragrechts gestellte schwarze Leiter von funf Sprossen und hinten in Blau ein halbes goldenes Rad am Spalt Auf dem gekronten Helm mit rechts schwarz silbernen und links blau goldenen Decken ein halbes goldenes Rad vor funf blauen Straussenfedern Einzelnachweise Bearbeiten Wolf Ludecke von Weltzien Die von Passow 1235 1929 1989 S 187 MUB III 1865 Nr 1743 Danmarks Adels Aarbog DAA 1908 S 347 Eintrag zu Anna Catharina von Passow im Dansk kvindebiografisk leksikonLiteratur BearbeitenGustav von Lehsten Der Adel Mecklenburgs seit dem landesgrundgesetzlichen Erbvergleiche 1864 S 192 193 Marcelli Janecki Handbuch des preussischen Adels Band 2 Berlin Mittler 1893 S 469 zu Hans von Passow und Familie Genealogisches Handbuch des Adels Adelslexikon Band X Band 119 der Gesamtreihe C A Starke Verlag Limburg Lahn 1999 ISSN 0435 2408 Wolf Ludecke von Weltzien Familien aus Mecklenburg und Vorpommern Genealogien erloschener und lebender Geschlechter Band I Nagold 1989 S 187 222 CEA Scholler Fremmede Adelsslaegter i Danmark XI v Passow In Personalhistorisk tidsskrift 5 1902 61 69 Digitalisat zur danischen Linie Quellen BearbeitenGedruckte Quellen Bearbeiten Mecklenburgisches Urkundenbuch MUB Ungedruckte Quellen Bearbeiten Landeshauptarchiv Schwerin LHAS LHAS 3 2 3 1 Landeskloster Klosteramt Dobbertin Nr 282 Ahnentafeln Weblinks Bearbeiten Commons Passow family Sammlung von Bildern Videos und Audiodateien Literatur uber Familien von Passow in der Landesbibliographie MVAbgerufen von https de wikipedia org w index php title Passow Adelsgeschlecht amp oldid 213236615, wikipedia, wiki, deutsches

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