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Onkologie

Die Onkologie (vonaltgriechischὄγκος onkos ‚Anschwellung, Geschwulst‘, und -logie - Lehre, veraltet Cancerologie) oder Lehre von den Geschwulstkrankheiten ist eine medizinische Wissenschaft, die sich insbesondere mit der Erkrankung Krebs befasst. Sie widmet sich vor allem der Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge von malignen (bösartigen) Tumoren.

Große Visite bei einem kleinen Patienten

Die Onkologie ist von der interdisziplinären Zusammenarbeit medizinischer Fachrichtungen geprägt. Folgende Fachrichtungen können beispielhaft, etwa im Rahmen eines Tumorboards, beteiligt sein: alle chirurgischen Fachdisziplinen, Internistische Onkologie, Strahlentherapie, Nuklearmedizin, Pathologie, Pharmakologie, Psychoonkologie, Interventionelle Radiologie, Diagnostische Radiologische Endoskopie, Interventionelle Endoskopie.

Inhaltsverzeichnis

Im Papyrus Ebers wird empfohlen, fortgeschrittene Geschwülste nicht zu behandeln

Bereits in der Antike beschäftigten sich Ärzte mit Tumoren. So wird ein Abschnitt im Papyrus Edwin Smith (ca. 2500 v. Chr.) zitiert, der einen Brusttumor beschreibt. Bekannt sind auch die lakonischen Beschreibungen im Corpus Hippocraticum über „versteckte Krebse“ (karkinoi kryptoi) in der Brust und anderen Körperteilen. Diese „Schwellungen“ galten als unheilbar, auch wenn es Versuche gab, sie durch operative Eingriffe zu entfernen (Archigenes, 2. Jahrhundert). Auch während des Mittelalters konnten die überkommenen pathogenetischen Vorstellungen nicht zu einer erfolgreichen Therapie führen. Erst lange nach Beginn der Aufklärung konnten Forscher wie Henry François Le Dran (1685–1770) in Körpern Verstorbener die wesentlichen Entwicklungsschritte (wenn auch noch nicht die Ursache) von Krebserkrankungen nachvollziehen. Chirurgen wie John Hunter (1728–1793) erkannten, dass solide Tumoren vor ihrer tödlichen Ausbreitung noch eine gewisse Zeit lang örtlich begrenzt und damit heilbar sind.

Chirurgie war im 19. und frühen 20. Jahrhundert die erste Disziplin, die eine stadiengerechte, individuell angepasste Vorgehensweise gegenüber Krebserkrankungen entwickelte; dazu in die Lage versetzt durch Entwicklungen der Asepsis und der Anästhesie, verbunden mit Namen wie William Stewart Halsted, Theodor Billroth, Sampson Handley, und vielen weiteren. Eine wesentliche Aufgabe der Chirurgen war damals, und ist es noch heute, die örtlich begrenzten, operablen Tumoren auszuwählen und nutzlose Eingriffe zu vermeiden. War der Krebs einmal metastasiert, musste man sich auf palliative Behandlungen beschränken. Arbeiten wie die von Stephen Paget brachten subtilere Kenntnisse über die zu erwartende Ausbreitung. Entdeckte man sie dennoch erst während der Operation, so musste man diese unverrichteter Dinge beenden. Bis heute gibt es noch solche diagnostischen Eingriffe, etwa in der Bauchhöhle (explorative Laparotomie), allerdings werden sie mit der Verbesserung der radiologischen Bildgebung immer seltener.

Da zu Beginn nur operierte Patienten überhaupt eine Heilungschance hatten, kam es noch bis in das 20. Jahrhundert zu heroischen, nach heutigem Maßstab unmenschlichen Eingriffen, etwa Halsteds „radikale Mastektomie“, bei der auch Brustmuskeln und Rippenteile entfernt wurden. Sie wurden erst verlassen, als die Strahlentherapie und später die Chemotherapie als weitere „Säulen“ der Krebsbehandlung neben der Chirurgie errichtet wurden.

Der französische Arzt und Maler Georges Chicotot 1907 bei seinem ersten Versuch, einen Brustkrebs zu bestrahlen

Als erster Strahlentherapeut der Welt gilt der Wiener Leopold Freund, der 1897 zu veröffentlichen begann und 1908 eine Übersicht seiner Erfahrung mit Röntgenstrahlen gegen Karzinome publizierte. Den physikalischen Entdeckungen auf Schritt und Tritt folgend verbreitete sich zuerst die Behandlung mit Strahlung aus Röntgenröhren (die nur geringe Tiefen erreichte), dann mit natürlichen radioaktiven Proben meist aus dem von den Curies entdeckten Radium, dann mit künstlichen Radionukliden wie I-131, und zuletzt mit hochenergetischer Photonen- und Teilchenstrahlung aus Beschleunigern. Zunächst arbeiteten Radiologen mit allen diesen Verfahren. 1976 machte die zunehmende Differenzierung es notwendig, neue Facharztbezeichnungen für Strahlentherapie und Nuklearmedizin in der Weiterbildungsordnung einzuführen, die in größeren Krankenhäusern nun gemeinsam die onkologischen Konferenzen besetzen müssen. Etwa jeder zweite Krebspatient wird heute auch, oder nur, mit Strahlentherapie behandelt.

Die Chemotherapie begann während des Zweiten Weltkriegs, als im Labor der Yale School of Medicine 1942 zufällig die Wirkung von Senfgas gegen Lymphome, eine Krebserkrankung der blutbildenden Zellen, entdeckt wurde. Nach Kriegsende wurde daraus das erste an Patienten angewendete Zytostatikum Stickstofflost weiterentwickelt. Etwa zur gleichen Zeit gelangen Sidney Farber in Boston die ersten Erfolge gegen Leukämie bei Kindern, mit einem Vorläufer des noch heute eingesetzten Methotrexat. Solche „diffusen“ Krebserkrankungen des Blutes und Knochenmarks waren viel besser durch die Chemotherapie erreichbar als die „soliden“ Tumoren (Brustkrebs, Lungenkrebs etc.), und einige davon sind heute sogar heilbar, sodass die herkömmliche Doktrin, jeder Tumor müsse örtlich radikal behandelt werden, nicht länger haltbar blieb. Die Chemotherapie ist heute die Methode der Wahl gegen Leukämien und Lymphome. Und auch bei soliden Tumoren zielt die in Kooperation der genannten Fachgebiete entwickelte Strategie heute darauf ab, die örtliche Begrenzung der Erkrankung, falls sie nicht mehr gegeben ist, durch Chemotherapie wiederherzustellen, und damit der örtlichen Strahlenbehandlung und Operation wieder einen Zugang zu geben. Die moderne Chemotherapie verwendet „herkömmliche“ Substanzen (Zytostatika), und eine schnell wachsende Zahl von sogenannten Biologicals, also Substanzen, die in die Signalwege der Krebszellen gezielt eingreifen. Die Komplexität dieses Gebietes erforderte 2009 eine eigene Schwerpunktbezeichnung, den Arzt für Hämatologie und Internistische Onkologie.

Tabak
Tabak-Exposition ist die häufigste Ursache für Krebs. Rauchtabak ist stark mit einem erhöhten Risiko für Krebserkrankungen von Lunge, Larynx, Mund, Speiseröhre, Hals, Gehirn, Blase, Niere, Leber, Magen, Pankreas, Kolon, Rektum und Zervix sowie für akute myeloische Leukämie verbunden, rauchloser Tabak (Schnupftabak oder Kautabak) mit einem erhöhten Risiko für Mundkrebs, Speiseröhrenkrebs und Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Alkohol
Alkoholkonsum erhöht das Risiko für Mund-, Rachen-, Speiseröhren-, Kehlkopf-, Leber- und Brustkrebs. Das Krebsrisiko ist viel höher für diejenigen, die Alkohol trinken und auch Tabak konsumieren.
Adipositas
Adipöse Personen haben ein erhöhtes Risiko für Brust-, Dickdarm-, Mastdarm-, Endometrium-, Speiseröhren-, Nieren-, Bauchspeicheldrüsen- und Gallenblasen-Krebs.
Alter
Fortgeschrittenes Alter ist ein Risikofaktor für viele Krebsarten. Das Durchschnittsalter der Krebsdiagnose beträgt 66 Jahre.
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Krebsverursachende Substanzen
Krebs wird durch Veränderungen bestimmter Gene verursacht, die die Funktionsweise unserer Zellen verändern. Einige von ihnen sind das Ergebnis von Umweltexpositionen, die DNA-Schäden machen. Diese Expositionen können Substanzen wie die Chemikalien im Tabakrauch oder Strahlung wie Ultraviolettstrahlung von der Sonne und andere Karzinogene umfassen.
Infektionserreger
Bestimmte Infektionserreger, einschließlich Onkoviren, Bakterien und Parasiten, können Krebs verursachen.
Immunsuppression
Die Immunantwort des Körpers spielt eine Rolle bei der Abwehr von Krebs. Bestimmte Krebsarten treten bei Menschen mit Immunsuppression häufiger auf.
Hauptartikel: Krebsprävention

Unter Krebsprävention fallen Maßnahmen oder Verhaltensregeln, die die Entstehung von Krebserkrankungen verhindern oder zumindest die Wahrscheinlichkeit für eine solche Erkrankung herabsetzen sollen. Von zentraler Bedeutung ist es, Risikofaktoren zu erkennen. Wird ein Risikofaktor erkannt, versucht man diesen zu reduzieren. Beispiele sind Expositionsverhinderung durch TRK-Werte für krebsauslösende Substanzen oder Verhaltensinterventionen bei Raucherentwöhnung. Anhand von Risikofaktoren können auch besonders gefährdete Personengruppen identifiziert und Screening-Untersuchungen zugeführt werden. Ziel ist hier, malignes Zellwachstum zu erkennen und zu behandeln, möglichst bevor eine Krebserkrankung ausbricht oder sich ausbreitet (Früherkennung).

Metastasen als dunkle Flecken im PET-Bild (rechts oben Einzelschicht, unten die Übersicht). Links eine gleichzeitig registrierte CT und die Fusion beider Bilder

Aufgabe der onkologischen Diagnostik ist es, Tumorerkrankungen so früh wie möglich zu erkennen, und dann deren Ausbreitung im Körper genau zu beschreiben.

Die Krebsfrüherkennung ist noch keine Aufgabe der spezialisierten Onkologen; vielmehr sind daran alle Arztgruppen, insbesondere Haus- und Frauenärzte und Urologen beteiligt. Krebserkrankungen werden damit nicht verhindert, aber generell sind Tumoren in frühen Stadien viel erfolgversprechender und auch schonender zu behandeln. Da Krebs bei älteren Menschen häufiger auftritt, sind sie stärker zu solchen Untersuchungen aufgerufen. Es haben sich für die wichtigsten Krebsarten feste Untersuchungsrhythmen und -methoden herausgebildet, beispielsweise die Inspektion der Haut alle zwei Jahre, oder die Darmspiegelung alle 10 Jahre. Auch die Patienten selbst können beitragen, etwa mit der Brustselbstuntersuchung. Sogenannte "Tumormarker" im Blut sind zu unspezifisch, um die Vorsorge sinnvoll zu unterstützen; es gibt zu viele falsche Alarme. Nur das PSA hat in der Praxis Bedeutung erlangt. Auch bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Computertomographie, oder Kernspintomographie eignen sich wenig zur Prävention in der gesunden Allgemeinbevölkerung. Der Einsatz von Röntgenstrahlen bei Vorsorgeuntersuchungen ist in den Ländern der Europäischen Union sogar verboten, mit Ausnahme des organisierten Brustkrebsscreenings.

Wurde eine Krebserkrankung entdeckt, dann muss ihre Ausbreitung genau festgestellt werden, bevor über die beste Therapie beraten werden kann. Die Erkrankungsfälle werden in Stadien mit ähnlicher Therapie und Prognose eingeordnet. Die Leitlinien enthalten genaue Vorgaben für diese Stadienbestimmung (englischstaging). Sie basieren auf Anamnese und körperlicher Untersuchung, Blutuntersuchungen, und fast immer auf Schnittbildverfahren wie Computer- und Kernspintomographie sowie der (allerdings teuren) PET. Jede Tumorart bevorzugt bestimmte Ausbreitungswege, etwa bestimmte Lymphknoten, Leber oder Skelett, die gezielt abgesucht werden. Blutmesswerte sind etwa bei Leukämien oder dem multiplen Myelom wesentlich.

Der Allgemeinzustand des Patienten ist eines der wichtigsten Kriterien für die Behandlungswahl; er wird nach standardisierten Skalen dokumentiert. Gleichzeitig muss der Tumor biopsiert und vom Pathologen histologisch (feingeweblich) beurteilt werden: von welchem Ursprungsgewebe stammt er? Wie stark ist seine Entartung, wie hoch seine Teilungsrate (Wachstumstendenz)? Auf welche Medikamente würde er voraussichtlich ansprechen? Zahlreiche Spezialfärbungen der Molekularpathologie sind hier mindestens gleichrangig neben die klassische Betrachtung der Präparate unter dem Mikroskop getreten, und die Befunde aus der Pathologie gehen weit über das herkömmliche Grading hinaus.

Alle diese Informationen müssen möglichst schnell gesammelt und aufbereitet werden. Meist übernehmen in dieser Phase die Fachärzte der "passenden" onkologischen Ausrichtung (beispielsweise Chirurgie beim Lungenkrebs) die Organisation und Patientenführung vom Hausarzt. In den Industrieländern gibt es überall spezialisierte Tumorzentren, die an den größeren Krankenhäusern angesiedelt sind und besonderen Qualitätsrichtlinien folgen. Dazu gehört, dass jeder neue Fall in einer standardisierten Beratung (Tumorboard) unter Klinikern, Radiologen und Pathologen besprochen und der Konsens dokumentiert wird.

Klassifikation

Neu diagnostizierte Tumoren werden in standardisierte Klassifikationen eingeordnet. Besonders umfassend ist die International Classification of Diseases for Oncology, eine Erweiterung der ICD-10 für die Onkologie, die jeden Tumor nach zwei Achsen klassifiziert: ein Code aus Buchstaben und Ziffern kennzeichnet den Ort (z. B. C50.3 L = „unterer innerer Quadrant der linken Brust“), und ein Zifferncode beschreibt die Gewebeart (z. B. 8230/2 = „solides duktales Carcinoma in situ“). Dazu kommen Angaben über die Ausbreitung, meist nach dem sogenannten TNM-Schema, die für jede Tumorart individuell definiert ist (beispielsweise beim Brustkrebs pT1a pN1 M0 L0 = „operativ gesicherte Tumorgröße unter 6 mm, 1-3 befallene Lymphknoten, keine Fernmetastasen, kein Lymphgefäßeinbruch“). Die sogenannte Tumorformel ist prominent in den Protokollen der Tumorboards und allen onkologischen Arztbriefen enthalten. Man kann die Patientin damit in Gruppen mit abnehmender Heilungswahrscheinlichkeit stratifizieren und eine standardisierte Aussage zur Operabilität machen. Oft wird auch nach den UICC-Stadien klassifiziert, die zur Unterscheidung mit römischen Ziffern bezeichnet sind, sonst aber ähnlich aufgebaut sind. Für viele Tumorarten, etwa Lymphome und Melanome, gibt es eigene Systeme. Die Therapieleitlinien stützen sich stark auf solche Klassifikationen.

Onkologische Krankheiten, topographisch nach ICD-O-3 Nr. C00–C80, Quelle: mit morphologischen Einträgen ergänzt


C00–C14: Lippe, Mundhöhle und Pharynx

LippenkarzinomMundhöhlenkarzinomZungengrundkarzinomZungenkarzinomZahnfleischkarzinomMundbodenkarzinomNasopharynxkarzinomPharynxkarzinomOropharynxkarzinomHypopharynxkarzinom • Maligner ParotistumorSpeicheldrüsenkrebs

C15–C26: Verdauungsorgane

SpeiseröhrenkrebsMagenkarzinomDünndarmkrebsKolorektales KarzinomGastrointestinaler StromatumorLeberzellkarzinomLebermetastaseGallengangskarzinomGallenblasenkarzinomBauchspeicheldrüsenkrebs

C30–C39: Atemwege und Organe im Brustkorb

NasenhöhlenkarzinomNasennebenhöhlenkarzinomMittelohrkarzinomKehlkopfkrebsLuftröhrenkrebsBronchialkarzinomThymuskarzinomMaligner HerztumorPleuramesotheliomLungenmetastase

C40–C41: Knochen, Gelenke und Gelenkknorpel

OsteosarkomOsteoblastomChondrosarkomChondroblastom • Maligner RiesenzelltumorSynovialsarkomKnochenmetastase

C42: Blut und Immunsystem

PlasmozytomMultiples MyelomMastzellsarkomLeukämieLangerhans-Zell-Histiozytose • Maligne HistiozytoseErdheim-Chester-ErkrankungMonoklonale GammopathieMorbus WaldenströmMittelmeer-LymphomSchwerketten-KrankheitLeichtketten-KrankheitPolycythaemia veraOsteomyelofibroseEssentielle ThrombozythämieMyelodysplastisches Syndrom

C44: Haut

HautkrebsPlattenepithelkarzinomSpinaliomBasaliomMalignes MelanomSchweißdrüsenkarzinomLentigo malignaMorbus BowenLeukoplakieDysplastischer Nävus

C47: Periphere Nerven und autonomes Nervensystem

siehe {{Vorlage:Navigationsleiste Tumoren des Nervensystems}}

C48: Bauchfell und Retroperitoneum

Peritonealkarzinose • Retroperitoneales SarkomRetroperitonealfibroseDesmoid-Tumor

C49: Bindegewebe, Subkutangewebe und sonstige Weichteile

SarkomAngiosarkomFibrosarkomEwing-SarkomKaposi-SarkomLeiomyosarkomRhabdomyosarkomLiposarkomPleomorphes undifferenziertes SarkomNeurofibrosarkom

C50: Brust (Mamma)

BrustkrebsPaget-KarzinomAtypische duktale HyperplasieCystosarcoma phylloides

C51–C58: Weibliche Geschlechtsorgane

VulvakrebsVaginalkarzinomBartholin-Drüsen-KarzinomZervixkarzinomUteruskarzinomBlasenmoleOvarialkarzinom

C60–C63: Männliche Geschlechtsorgane

PeniskarzinomProstatakrebsHodenkrebsNebenhodenkarzinomSamenstrangkarzinom

C64–C68: Harntrakt

NierenkrebsNierenbeckenkarzinomUreterkarzinomBlasenkrebsUrachuskarzinomHarnröhrenkarzinom

C69–C72: Auge und Zentralnervensystem

TränendrüsenkarzinomLidkarzinomAderhautmelanomUvealkarzinomHirnmetastase
weitere siehe {{Vorlage:Navigationsleiste Tumoren des Nervensystems}}

C73–C75: Schilddrüse und sonstige endokrine Drüsen

SchilddrüsenkrebsC-Zell-KarzinomNebennierenkarzinomHypophysenkarzinomPineoblastom • Malignes Paragangliom

C76–C80: Andere

Malignes LymphomHodgkin-LymphomMetastaseLymphknotenmetastaseCUP-Syndrom

Behandlungsmethoden der Onkologie sind unter anderem:

Die Therapien der Onkologie zielen entweder auf die Entfernung oder Zerstörung des gesamten Tumorgewebes (kurative Therapie) oder, wenn dies nicht mehr möglich ist, auf die Verkleinerung des Tumorgewebes mit dem Ziel, die Lebenszeit der Patienten zu verlängern und ihre tumorbedingten Beschwerden zu reduzieren (Palliation).

Für verschiedene Geschwulstarten haben sich spezielle Therapieschemata etabliert, die in großen internationalen Untersuchungen laufend optimiert werden (Therapieoptimierungsstudien). Ausgehend vom festgestellten Stadium werden mit dem Patienten mögliche Therapieoptionen erörtert. Hierbei spielen der körperliche Allgemeinzustand und die Begleiterkrankungen eine wesentliche Rolle. Die nach aktuellem Stand der Wissenschaft erfolgversprechende Therapieform wird dem Patienten vorgeschlagen. Möglichkeiten sind die einmalige oder mehrmalige Chemotherapie und/oder Bestrahlung und/oder eine Operation zur Entfernung des Tumorgewebes. Verschiedene Chemotherapeutika können kombiniert werden.

Weitere mögliche Therapiebestandteile mit Onkologiebezug:

  • Psychoonkologie zur Mitbehandlung psychischer Komplikationen onkologischer Erkrankungen
  • Patientenkompetenz zur Stärkung der mentalen und emotionalen Verfassung von Krebspatienten
  • Chronoonkologie zur Verbesserung der Effizienz der Tumorbehandlung bei gleichzeitiger Verringerung unerwünschter Nebenwirkungen

Tumorchirurgie

Robotergestützte Operation (gestellte Szene). Der Patient liegt rechts, die beiden Operateure sitzen an den Manipulatorkonsolen links

Tumorchirurgie ist kein eigenes Fachgebiet, sondern Bestandteil der Facharztweiterbildungen aller operativen Gebiete, vor allem der Kopf-Hals-Chirurgie, Thoraxchirurgie, Bauchchirurgie, sowie der urologischen und gynäkologischen Chirurgie. Obwohl die Herangehensweisen in all diesen Körperregionen unterschiedlich sind, gibt es einige gemeinsame Prinzipien. In fast allen Fällen muss die klinische und radiologische Diagnose zuerst durch eine Gewebeprobe gesichert werden. Oft (etwa in der weiblichen Brustdrüse) genügt dazu eine Stanzbiopsie in örtlicher Betäubung, manchmal (etwa aus der Lunge) muss das fragliche Gewebe in einer Operation gewonnen werden. Dazu gibt es herkömmliche (offene), und endoskopische Eingriffe. In einigen Gebieten, vor allem bei Gehirnoperationen, etablieren sich bildgestützte Navigationsverfahren, und viele Operationen der Prostata werden in Deutschland heute robotergestützt durchgeführt.

Wird ein aggressiver Tumor (z. B. ein Sarkom) vermutet, dann muss die Biopsie so geplant werden, dass der Zugangsweg gegebenenfalls später mitentfernt werden kann; es sollte beispielsweise an Extremitäten nicht durch mehrere Muskellogen hindurch biopsiert werden. Die eigentliche Tumorentfernung (Resektion) richtet sich ebenfalls nach onkologischen Erkenntnissen, d. h. es wird nicht nur mit bloßem Auge sichtbares Tumorgewebe entfernt, sondern auch der vermutete nächste Ausbreitungsweg, z. B. aus der Lunge das komplette befallene Segment, oder mit einem Enddarmtumor auch das ganze umliegende Fettgewebe bis zur mesorektalen Faszie. Inoperabilität kann bestehen, weil wichtige Nachbarstrukturen bereits infiltriert sind (vor allem große Blutgefäße), oder weil der Patient in zu schlechtem Allgemeinzustand ist („internistische Inoperabilität“). Manchmal kann in diesen Fällen noch ein begrenzter Eingriff zur Palliation (Symptomlinderung) wirken, etwa um die Blutung eines Speiseröhrentumors zu stoppen, oder den Hirndruck bei einem fortgeschrittenen Glioblastom zu mindern. Dabei ist sorgfältig abzuwägen, ob der Eingriff dem Patienten nicht mehr schaden als nützen würde. Als Alternative gibt es oft weniger invasive palliative Methoden, etwa Hochfrequenzablation von Leberherden, oder Embolisation von blutenden Arterien. Bei der Operation zurückgelassenes Tumorgewebe kann mit einer Strahlentherapie oder Radiochemotherapie nachbehandelt werden.

Strahlentherapie

Hauptartikel: Strahlentherapie
Linearbeschleuniger. Der Strahlerkopf steht in seiner Nullposition (oben). Eingebaut sind Röntgenröhre (90° rechts) und Detektor (270° links) zur Lagekontrolle

Die Strahlentherapie von Krebserkrankungen (Radioonkologie) kann kurativ (heilend), adjuvant bzw. additiv (zusätzlich zur Operation), oder palliativ eingesetzt werden. Nach dem Ziel richtet sich die Dosis. Beispielsweise sollte ein in kurativer Absicht bestrahlter Speiseröhrentumor mindestens 60 Gray erhalten; nach der Operation eines Darmtumors werden auf dessen vorherige Region 50 Gy angewendet, und für die palliative Behandlung von Gehirnmetastasen sind ungefähr 36 Gy üblich - immer die konventionelle Aufteilung auf 2 Gy täglich, 5 Termine pro Woche vorausgesetzt. Diese weitverbreitete Aufteilung ist relativ schonend. Andere Fraktionierungen sind möglich, um die Gesamtbehandlungszeit zu verkürzen oder die Wirkung zu erhöhen. Es gibt Bestrahlungen aus der Ferne (mit Linearbeschleunigern) und aus der Nähe (mit aufgelegten oder in den Körper eingeführten radioaktiven Quellen). Moderne Linearbeschleuniger können intensitätsmoduliert arbeiten und besitzen eingebaute Röntgenröhren oder CT zur täglichen Lagekontrolle. Viele Therapien vor allem bei jüngeren Patienten werden zur besseren Wirkung mit Chemotherapie kombiniert. Dafür gibt es definierte Schemata, bei denen beispielsweise während einer 6-wöchigen Strahlentherapie die Chemotherapie in der 1. und 5. Woche zugegeben wird. Nach Operationen sollte die Wundheilung abgewartet werden. Prinzipiell ist es aber sinnvoll, die Strahlentherapie, die mehrere Wochen dauert, so früh wie möglich einzuleiten.

Die Wirkung der Strahlentherapie ist bei einigen Tumoren ähnlich gut wie die der Operation (Speiseröhre, Prostata), bei anderen wird sie unterstützend oder für inoperable Patienten eingesetzt. Das Tumorgewebe spielt eine große Rolle. Lymphome sind zum Beispiel sehr strahlenempfindlich, Sarkome eher wenig. Strahlenempfindliche Körpergewebe wie die Lunge, die Nieren, das Rückenmark müssen peinlich geschont werden. Es gibt nur ein kleines therapeutisches Fenster zwischen der Dosis, die zur Zerstörung von Tumorgewebe notwendig ist, und der maximalen Dosis, die gesundes Körpergewebe ertragen kann. Die Dosisverteilung wird deshalb zu Beginn und oft auch später wiederholt auf Schnittbildern des Patienten individuell berechnet und simuliert. Dazu ist die verantwortliche Mitwirkung von fachkundigen Medizinphysikexperten erforderlich. Die konkrete Bedienung der Geräte obliegt medizinisch-technischen Radiologieassistenten. Diese Berufsgruppen müssen eng zusammenarbeiten. Die Patienten müssen millimetergenau positioniert werden. Eine standardisierte Qualitätssicherung des gesamten Ablaufes ist unabdingbar.

Typische Nebenwirkungen sind örtliche schmerzhafte Hautrötungen, Müdigkeit, und vorübergehende Entzündungen von Schleimhäuten innerhalb des Bestrahlungsgebietes. Schwerwiegende Nebenwirkungen treten bei <5 % auf. Strahlentherapeutische Patienten müssen über längere Zeit nachverfolgt werden, weil solche Nebenwirkungen auch nach Monaten und Jahren auftreten können. Gefürchtete Spätfolgen sind etwa Darmverschlüsse, chronische Harnblasenentzündungen, oder bei Bestrahlung im Brustbereich Herzinfarkte.

Chemotherapie

Aggressive Substanzen werden in der Regel über zentrale Venenzugänge gegeben

Klassische Chemotherapeutika sind Zytostatika, also Substanzen, die das Wachstum von Tumorzellen hemmen oder sie möglichst selektiv abtöten. Sie gelangen mit dem Blutstrom in den Tumor, weswegen sie gegen schlecht durchblutete große Tumoren wenig wirken. Zudem erreichen sie in der Regel nur maximal 4–5 Zehnerpotenzen Zellreduktion. Es ist daher oft sinnvoll, große Tumormassen vor der Chemotherapie operativ zu entfernen (debulking). Oft werden die Zytostatika in festen Kombinationen angewendet, etwa die seit Jahrzehnten bewährte CHOP-Therapie gegen Lymphome. Die meisten der etwa 50 verschiedenen Substanzen greifen in die DNA-Synthese ein (Alkylantien, Antimetabolite und weitere) oder stören wie die Mitosegifte die Zellteilung. Es gibt Stoffe in Tablettenform; die meisten werden aber intravenös gespritzt. Ihre Wirkung ist nicht auf Tumorzellen beschränkt, nutzt nur deren höhere Teilungsrate (Wachstumsfraktion). Alle Zytostatika sind deshalb mehr oder weniger toxisch, vor allem auf empfindliche Organe wie das Knochenmark, Keimdrüsen, und der Magen-Darm-Trakt. Oft müssen die Patienten für ihre Chemotherapie ins Krankenhaus, fast immer sind Begleittherapien gegen Übelkeit erforderlich, und schwerkranke Patienten tolerieren nicht immer die volle empfohlene Dosis. Besser verträglich sind antihormonelle Mittel, die gegen hormonabhängige Tumorarten wie Prostatakrebs zumindest verlangsamend wirken.

Vereinfachte Darstellung der zellulären Signalwege

Beginnend mit Trastuzumab (EU-Zulassung im Jahr 2000) haben sich neue Wirkstoffe etabliert, die in die Signalwege der Zellen eingreifen und deren Teilung verhindern, sie zum Absterben veranlassen, oder gezielt Angriffe der Immunabwehr auf sie richten. Da Krebszellen durch Mutationen zahlreiche Störungen dieser Signalwege aufweisen, ist dieser Ansatz sehr spezifisch und die Nebenwirkungen auf gesunde Gewebe sind leichter. Derzeit (2021) handelt es sich bei diesen neuen Krebsmedikamenten entweder um speziell entwickelte Antikörper, oder um small molecules (engl. für "kleine Moleküle"). Mehr als 60 sind bereits zur Anwendung am Menschen zugelassen, jedes Jahr kommen 10–20 neue dazu. Die Medikamente werden gentechnisch hergestellt und im englischen Schrifttum oft als Biologicals zusammengefasst. Gegen manche Krebsarten wie das Melanom wirken sie besser als herkömmliche Zytostatika; bei anderen (Brust- und Lungenkrebs, Lymphome) haben sie bis jetzt nur unterstützende Bedeutung. Häufigste Nebenwirkung sind Allergien und Ekzeme.

Durch die neuen Medikamentengruppen sind die individuellen Therapieentscheidungen kompliziert geworden. Aktuelle Literatur greift über die nur alle paar Jahre erneuerten Lehrbücher hinaus. Die Änderungsfrequenz der Leitlinien nimmt zu. Molekularbiologische Eigenarten des individuellen Tumors müssen subtil geprüft und berücksichtigt werden. In Deutschland können sich Fachärzte für Innere Medizin oder Allgemeinmedizin gemäß der Musterweiterbildungsordnung über sechs Jahre weiterbilden, um die Schwerpunktbezeichnung „Hämatologie und Internistische Onkologie“ erlangen. Chemotherapien werden aber auch von anderen onkologisch tätigen Ärzten (Chirurgen, Strahlentherapeuten) eingesetzt. Alle Anwender sind verpflichtet, sich beständig weiterzubilden.

Rehabilitation und Nachsorge

Schon während der Akutbehandlung, aber vor allem in der späteren Erholungsphase profitieren die Patienten von unterstützenden Maßnahmen wie Schmerztherapie, Beratung durch fachkundige Sozialarbeiter, Ergotherapie, Physiotherapie, und Psychotherapie. Dies ist eine wichtige Aufgabe von spezialisierten Rehabilitationskliniken. Rehabilitative Maßnahmen stehen Arbeitnehmern und Rentnern offen und können auch nach palliativen Behandlungen unheilbarer Tumoren sinnvoll sein. Außer den Krankenversicherungen tragen in Deutschland auch Rentenversicherungen die Kosten solcher Maßnahmen, vor allem in der Form von 3-wöchigen Anschlussheilbehandlungen (AHB). Diese AHB müssen bereits während des Krankenhausaufenthaltes organisiert werden. Onkologische Kliniken haben dafür einen Sozialdienst, dessen Mitarbeiter die Patientin auf Ihren Stationen aufsuchen. Sie sind auch Ansprechpartner, wenn absehbar ist, dass Rückkehr in die eigene Wohnung häusliche Krankenpflege oder kurzzeitige Brückenpflege gebraucht wird. Bei Bedarf kann auch Haushaltshilfe beantragt werden, vor allem in Haushalten mit Kindern. Für Schwerkranke mit hohem Betreuungsbedarf gibt es in der GKV die Spezialisierte ambulante Palliativversorgung, in vielen Städten auch stationäre und ambulante Hospizleistungen.

Beginnend der Regel nach drei Monaten erhalten onkologische Patienten Nachsorgeuntersuchungen in regelmäßigen Abständen. Eine häufige Konvention sind vier Untersuchungen im ersten Jahr, zwei im zweiten Jahr, und dann jährliche Kontrollen bis zum 5. Jahr. Ihr Ziel ist es, Tumorrezidive, Metastasen, Therapienebenwirkungen, und andere neue Probleme möglichst frühzeitig zu erfassen. Dabei stehen das Gespräch und die klinische Untersuchung im Vordergrund. Je nach individueller Situation werden zusätzlich auch bildgebende Verfahren wie die Mammografie oder Blutuntersuchungen eingesetzt. Die Nachsorge kann in der operierenden Klinik erfolgen, wird aus praktischen Gründen aber oft an die heimischen Ärzte delegiert.

Alternativmedizin

Wärmeanzug zur Hyperthermiebehandlung 1978

Die Komplementäre und alternative Medizin (CAM) bietet diagnostische und therapeutische Methoden an, die keine wissenschaftliche Anerkennung erreichen konnten. Viele onkologisch tätige Ärzte wenden sie dennoch an mit dem Ziel, die normalen Verfahren zu unterstützen und deren Nebenwirkungen zu mindern. Völlig unstrittig sind die Empfehlungen für körperliche Bewegung und Ausgleichssport, ausgewogene Ernährung, und zum Verzicht auf Tabakrauchen. Bekannt ist außerdem, dass Fehl- und Mangelernährung Krebspatienten schwächen können, und darum spielen diätetische Maßnahmen eine Rolle. Sogenannte Krebsdiäten, die den Krebs "aushungern" oder durch ein basisches Milieu bekämpfen wollen, liegen allerdings außerhalb des wissenschaftlichen Konsens. Für die Substitution von Vitaminen und Spurenelementen wie Selen gibt es zwar keine Belege, allerdings gilt sie als weitgehend ungefährlich. Ebenso die Akupunktur, TCM, und die im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung "besondere Therapierichtungen" genannten Homöopathie, Phytotherapie, und Anthroposophie, für die unter bestimmten Bedingungen die Kosten auch übernommen werden. Hyperthermie (Überwärmung der Tumorregion oder des ganzen Körpers) war zeitweise eine schulmedizinische Methode, die aber wegen ausbleibendem Erfolg verlassen wurde. In manchen Krankenhäusern wird sie noch benutzt. Angebote aus dem Wellnessbereich wie Aromatherapie, Shiatsu, Waldbaden etc. haben mit Sicherheit keine spezifische Wirkung gegen Krebs, können aber unter Umständen das allgemeine Wohlbefinden der Patienten bessern. Sie müssen vom Patienten selbst bezahlt werden.

Ein offener, patientenzentrierter Umgang mit der Thematik ist wichtig, um das Arzt-Patienten-Verhältnis nicht zu belasten. Umfragen zufolge setzt ein großer Teil der Krebspatienten CAM-Methoden, meist Nahrungsergänzungsmittel, selbstständig ohne Rücksprache mit ihren Onkologen ein. Gelegentlich kommt es zu schweren Gesundheitsschäden und sogar Todesfällen, wenn Therapeuten und Patienten das Vertrauen in die schulmedizinische Behandlung verloren haben, sie abbrechen und durch gefährliche Methoden wie MMS oder die GNM zu ersetzen suchen.

Nach Knochenmarktransplantationen müssen die kleinen Patienten einige Wochen in keimfreier Umgebung verbringen

Die Kinderonkologie befasst sich mit Krebserkrankungen im Kindes- und Jugendalter. Kinder erkranken seltener an Krebs als Erwachsene, und das Spektrum der pädiatrischen Krebserkrankungen ist ein anderes. Manche Tumoren wie das Retinoblastom im Auge, oder der Wilms-Tumor der Niere, kommen nur bei Kindern vor. Zwar gibt es prinzipiell dieselben Therapiesäulen Operation, Strahlentherapie, und Chemotherapie, jedoch mit spezifischen, abweichenden Methoden. Beispielsweise ist der kindliche Körper wesentlich empfindlicher gegenüber ionisierender Strahlung, auch gegenüber Chemotherapie. Ein krebskrankes Kind hat besondere Bedürfnisse der individuellen Hilfe und Förderung. Auch die Eltern und Geschwister brauchen psychosoziale Unterstützung. Daher ist es sinnvoll, die Therapie auf spezialisierte Zentren zu konzentrieren. Einige Vorgaben für deutsche Zentren sind in der verbindlichen Richtlinie zur Kinderonkologie festgelegt. Die Einrichtungen sind in der Regel an den Universitätskrankenhäusern und Kliniken der Zentralversorgung angesiedelt. Es gibt auch auf Kinder und Jugendliche spezialisierte Rehabilitationseinrichtungen und Nachsorgekliniken. „Pädiatrische Hämatologie und Onkologie“ ist eine Schwerpunktbezeichnung, die Ärzte für Kinder und Jugendmedizin in 5-jähriger Weiterbildung erreichen. Viele dieser Ärzte sind in Deutschland in der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH) organisiert. Das an der Universität Mainz angesiedelte deutsche Kinderkrebsregister sammelt Informationen über Erkrankungsverlauf und Behandlungsergebnisse. Bei rechtzeitiger Behandlung können drei Viertel der jährlich rund 2.000 erkrankten Kinder und Jugendlichen ein Leben ohne weitgehende Einschränkungen führen.

Geschichte

  • Siddhartha Mukherjee: Der König aller Krankheiten. Krebs – eine Biografie. DuMont, 3. Auflage 2018, ISBN 978-3-8321-6232-0
  • D. J. Th. Wagener: The history of oncology. (englisch) Bohn Stafleu van Loghum, 2009, ISBN 978-90-313-6143-4

Diagnostik

  • Christian Wittekind, H. Asamura, Leslie H. Sobin: TNM Atlas. Wiley-Blackwell, 6. Auflage 2015, ISBN 978-3-527-33612-8
  • M. A. Hayat: Cancer Imaging. (englisch) 2 Bände, Academic Press, 2007, ISBN 978-0-12-374183-7
  • Otmar Schober, Fabian Kiessling, Jürgen Debus (Hrsg.): Molecular Imaging in Oncology. (englisch) Springer, 2. Ausgabe 2020, ISBN 978-3-03042617-0
  • Gerald Höfler, Hans Kreipe, Holger Moch (Hrsg.): Pathologie – Das Lehrbuch. Urban & Fischer, 6. Ausgabe 2019, ISBN 978-3-437-42390-1

Chirurgie

  • Michael Gnant, Peter M. Schlag (Hrsg.): Chirurgische Onkologie: Strategien und Standards für die Praxis. Springer, 2008, ISBN 978-3-211-48612-2
  • Shane Y. Morita, Charles M. Balch, V. Suzanne Klimberg, Timothy M. Pawlik, Glenn David Posner, Kenneth K. Tanabe: Textbook of Complex General Surgical Oncology. (englisch) McGraw-Hill Education, 2017, ISBN 978-0-07-179331-5

Strahlentherapie

  • Michael Wannenmacher, Frederik Wenz, Jürgen Debus (Hrsg.): Strahlentherapie. Springer, 2. Auflage 2013, ISBN 978-3-540-88304-3
  • Frank Giordano, Frederik Wenz (Hrsg.): Strahlentherapie kompakt. Urban & Fischer, 3. Auflage 2019, ISBN 978-3-437-23292-3
  • Edward C. Halperin, David E. Wazer, Carlos A. Perez, Luther W. Brady (Hrsg.): Perez & Brady’s Principles and Practice of Radiation Oncology. (englisch) Lippincott Williams and Wilkins, 7. Auflage 2018, ISBN 978-1-4963-8679-3

Chemotherapie

  • Dietmar P. Berger, Roland Mertelsmann: Das Rote Buch: Hämatologie und Internistische Onkologie. ecomed, 6. Auflage 2017, ISBN 978-3-609-51221-1
  • F. Honecker: Taschenbuch Onkologie: Interdisziplinäre Empfehlungen zur Therapie. Zuckschwerdt, 20. Auflage 2020; ISBN 978-3-86371-303-4
  • Michael M. Boyiadzis, James N. Frame, David R. Kohler, Tito Fojo: Hematology - Oncology Therapy. (englisch) McGraw-Hill Education, 2. Auflage 2014, ISBN 978-0-07-163789-3

Alternative Krebstherapie

Ratgeber für Nichtfachleute

  • Klaus Koch/Stiftung Warentest: Untersuchungen zur Früherkennung - Krebs: Nutzen und Risiken. Stiftung Warentest, 2005, ISBN 978-3-937880-07-5
  • Isabell-Annett Beckmann / Stiftung Warentest: Diagnose Krebs: Zusammen stark bleiben (Ein Ratgeber für Angehörige und Freunde). Stiftung Warentest, 2020, ISBN 978-3-7471-0195-7
  • Sarah Majorczyk: Das Handbuch gegen Krebs. ZS Verlag, 2014, ISBN 978-3-89883-448-3
Wiktionary: Onkologie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Commons: Onkologie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • beim Bundesgesundheitsministerium
  • (deutsch) beim DIMDI
  • bei der GEKID
  • beim Robert Koch-Institut (RKI)
  • : Leitlinien, Substanzen, Wissensdatenbank, und aktuelle Meldungen von der DGHO
  • , zusammengestellt von der DKG
  • des DKFZ
  • – Informationen der DGPO zur pädiatrischen Onkologie für Betroffene und Fachkreise, auch Leitlinien und Listen geeigneter Krankenhäuser in Deutschland
  • (DKG)
  • der USA (englisch)
  • des NIH (englisch)
  1. Wolfgang Hiddemann, Claus R. Bartram, H. Huber: Die Onkologie. Teil 1: Epidemiologie – Pathogenese – Grundprinzipien der Therapie; Teil 2: Solide Tumoren – Lymphome – Leukämien. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-662-06671-3,S.466 (E-Book).
  2. Spruch 874 des Papyrus Ebers, zitiert nach Lutz Popko: Papyrus Ebers. In: Science in Ancient Egypt. Abschnitt 857–877 „Erfahrungswissen zu Anschwellungen“, der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig
  3. Hippocrates: Aphorismen 6.38, zitiert nach L. Weiss: Early Concepts of Cancer. In: Cancer Metastasis Rev. Band 19, 2000, S. 205–217. doi:10.1023/A:1010698321682
  4. Catherine Offord: In: The Scientist. 1. April 2018, abgerufen am 28. Februar 2021 (englisch).
  5. Eberhard Scherer: Vorwort zur ersten Auflage. In: Strahlentherapie. 2. Auflage. Springer, Berlin 1980, ISBN 978-3-540-09780-8,S.VIII.
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  11. Josef Beuth, Joerg Michael Schierholz: Review. Evidence-based complementary oncology. Innovative approaches to optimize standard therapy strategies. In: In Vivo (Athens, Greece).Band21,Nr.2, März 2007, ISSN ,S.423–428, .
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  23. des GBA (2006, zuletzt geändert 2020)
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Onkologie
onkologie, lehre, tumoren, sprache, beobachten, bearbeiten, altgriechisch, ὄγκος, onkos, anschwellung, geschwulst, logie, lehre, veraltet, cancerologie, oder, lehre, geschwulstkrankheiten, eine, medizinische, wissenschaft, sich, insbesondere, erkrankung, krebs. Onkologie Lehre von den Tumoren Sprache Beobachten Bearbeiten Die Onkologie von altgriechisch ὄgkos onkos Anschwellung Geschwulst und logie Lehre veraltet Cancerologie oder Lehre von den Geschwulstkrankheiten ist eine medizinische Wissenschaft die sich insbesondere mit der Erkrankung Krebs befasst Sie widmet sich vor allem der Pravention Diagnostik Therapie und Nachsorge von malignen bosartigen Tumoren Grosse Visite bei einem kleinen Patienten Die Onkologie ist von der interdisziplinaren Zusammenarbeit medizinischer Fachrichtungen gepragt Folgende Fachrichtungen konnen beispielhaft etwa im Rahmen eines Tumorboards beteiligt sein alle chirurgischen Fachdisziplinen Internistische Onkologie Strahlentherapie Nuklearmedizin Pathologie Pharmakologie Psychoonkologie Interventionelle Radiologie Diagnostische Radiologische Endoskopie Interventionelle Endoskopie 1 Inhaltsverzeichnis 1 Geschichte 2 Risikofaktoren fur Krebserkrankungen 3 Pravention 4 Diagnostik 4 1 Klassifikation 5 Therapie 5 1 Tumorchirurgie 5 2 Strahlentherapie 5 3 Chemotherapie 5 4 Rehabilitation und Nachsorge 5 5 Alternativmedizin 6 Kinderonkologie 7 Literatur 8 Weblinks 9 EinzelnachweiseGeschichte Bearbeiten Im Papyrus Ebers wird empfohlen fortgeschrittene Geschwulste nicht zu behandeln 2 Bereits in der Antike beschaftigten sich Arzte mit Tumoren So wird ein Abschnitt im Papyrus Edwin Smith ca 2500 v Chr zitiert der einen Brusttumor beschreibt Bekannt sind auch die lakonischen Beschreibungen im Corpus Hippocraticum uber versteckte Krebse karkinoi kryptoi 3 in der Brust und anderen Korperteilen Diese Schwellungen galten als unheilbar auch wenn es Versuche gab sie durch operative Eingriffe zu entfernen Archigenes 2 Jahrhundert Auch wahrend des Mittelalters konnten die uberkommenen pathogenetischen Vorstellungen nicht zu einer erfolgreichen Therapie fuhren Erst lange nach Beginn der Aufklarung konnten Forscher wie Henry Francois Le Dran 1685 1770 in Korpern Verstorbener die wesentlichen Entwicklungsschritte wenn auch noch nicht die Ursache von Krebserkrankungen nachvollziehen Chirurgen wie John Hunter 1728 1793 erkannten dass solide Tumoren vor ihrer todlichen Ausbreitung noch eine gewisse Zeit lang ortlich begrenzt und damit heilbar sind Chirurgie war im 19 und fruhen 20 Jahrhundert die erste Disziplin die eine stadiengerechte individuell angepasste Vorgehensweise gegenuber Krebserkrankungen entwickelte dazu in die Lage versetzt durch Entwicklungen der Asepsis und der Anasthesie verbunden mit Namen wie William Stewart Halsted Theodor Billroth Sampson Handley und vielen weiteren Eine wesentliche Aufgabe der Chirurgen war damals und ist es noch heute die ortlich begrenzten operablen Tumoren auszuwahlen und nutzlose Eingriffe zu vermeiden War der Krebs einmal metastasiert musste man sich auf palliative Behandlungen beschranken Arbeiten wie die von Stephen Paget brachten subtilere Kenntnisse uber die zu erwartende Ausbreitung Entdeckte man sie dennoch erst wahrend der Operation so musste man diese unverrichteter Dinge beenden Bis heute gibt es noch solche diagnostischen Eingriffe etwa in der Bauchhohle explorative Laparotomie allerdings werden sie mit der Verbesserung der radiologischen Bildgebung immer seltener Da zu Beginn nur operierte Patienten uberhaupt eine Heilungschance hatten kam es noch bis in das 20 Jahrhundert zu heroischen nach heutigem Massstab unmenschlichen Eingriffen etwa Halsteds radikale Mastektomie bei der auch Brustmuskeln und Rippenteile entfernt wurden 4 Sie wurden erst verlassen als die Strahlentherapie und spater die Chemotherapie als weitere Saulen der Krebsbehandlung neben der Chirurgie errichtet wurden Der franzosische Arzt und Maler Georges Chicotot 1907 bei seinem ersten Versuch einen Brustkrebs zu bestrahlen Als erster Strahlentherapeut der Welt gilt der Wiener Leopold Freund der 1897 zu veroffentlichen begann und 1908 eine Ubersicht seiner Erfahrung mit Rontgenstrahlen gegen Karzinome publizierte Den physikalischen Entdeckungen auf Schritt und Tritt folgend verbreitete sich zuerst die Behandlung mit Strahlung aus Rontgenrohren die nur geringe Tiefen erreichte dann mit naturlichen radioaktiven Proben meist aus dem von den Curies entdeckten Radium dann mit kunstlichen Radionukliden wie I 131 und zuletzt mit hochenergetischer Photonen und Teilchenstrahlung aus Beschleunigern Zunachst arbeiteten Radiologen mit allen diesen Verfahren 1976 machte die zunehmende Differenzierung es notwendig neue Facharztbezeichnungen fur Strahlentherapie 5 und Nuklearmedizin in der Weiterbildungsordnung einzufuhren die in grosseren Krankenhausern nun gemeinsam die onkologischen Konferenzen besetzen mussen Etwa jeder zweite Krebspatient wird heute auch oder nur mit Strahlentherapie behandelt Die Chemotherapie begann wahrend des Zweiten Weltkriegs als im Labor der Yale School of Medicine 1942 zufallig die Wirkung von Senfgas gegen Lymphome eine Krebserkrankung der blutbildenden Zellen entdeckt wurde Nach Kriegsende wurde daraus das erste an Patienten angewendete Zytostatikum Stickstofflost weiterentwickelt Etwa zur gleichen Zeit gelangen Sidney Farber in Boston die ersten Erfolge gegen Leukamie bei Kindern mit einem Vorlaufer des noch heute eingesetzten Methotrexat Solche diffusen Krebserkrankungen des Blutes und Knochenmarks waren viel besser durch die Chemotherapie erreichbar als die soliden Tumoren Brustkrebs Lungenkrebs etc und einige davon sind heute sogar heilbar sodass die herkommliche Doktrin jeder Tumor musse ortlich radikal behandelt werden nicht langer haltbar blieb Die Chemotherapie ist heute die Methode der Wahl gegen Leukamien und Lymphome Und auch bei soliden Tumoren zielt die in Kooperation der genannten Fachgebiete entwickelte Strategie heute darauf ab die ortliche Begrenzung der Erkrankung falls sie nicht mehr gegeben ist durch Chemotherapie wiederherzustellen und damit der ortlichen Strahlenbehandlung und Operation wieder einen Zugang zu geben Die moderne Chemotherapie verwendet herkommliche Substanzen Zytostatika und eine schnell wachsende Zahl von sogenannten Biologicals also Substanzen die in die Signalwege der Krebszellen gezielt eingreifen Die Komplexitat dieses Gebietes erforderte 2009 eine eigene Schwerpunktbezeichnung den Arzt fur Hamatologie und Internistische Onkologie Risikofaktoren fur Krebserkrankungen BearbeitenTabak Tabak Exposition ist die haufigste Ursache fur Krebs 6 Rauchtabak ist stark mit einem erhohten Risiko fur Krebserkrankungen von Lunge Larynx Mund Speiserohre Hals Gehirn Blase Niere Leber Magen Pankreas Kolon Rektum und Zervix sowie fur akute myeloische Leukamie verbunden rauchloser Tabak Schnupftabak oder Kautabak mit einem erhohten Risiko fur Mundkrebs Speiserohrenkrebs und Bauchspeicheldrusenkrebs 7 Alkohol Alkoholkonsum erhoht das Risiko fur Mund Rachen Speiserohren Kehlkopf Leber und Brustkrebs Das Krebsrisiko ist viel hoher fur diejenigen die Alkohol trinken und auch Tabak konsumieren 8 Adipositas Adipose Personen haben ein erhohtes Risiko fur Brust Dickdarm Mastdarm Endometrium Speiserohren Nieren Bauchspeicheldrusen und Gallenblasen Krebs 9 Alter Fortgeschrittenes Alter ist ein Risikofaktor fur viele Krebsarten Das Durchschnittsalter der Krebsdiagnose betragt 66 Jahre 10 Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen beispielsweise Einzelnachweisen ausgestattet Angaben ohne ausreichenden Beleg konnten demnachst entfernt werden Bitte hilf Wikipedia indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfugst Krebsverursachende Substanzen Krebs wird durch Veranderungen bestimmter Gene verursacht die die Funktionsweise unserer Zellen verandern Einige von ihnen sind das Ergebnis von Umweltexpositionen die DNA Schaden machen Diese Expositionen konnen Substanzen wie die Chemikalien im Tabakrauch oder Strahlung wie Ultraviolettstrahlung von der Sonne und andere Karzinogene umfassen Infektionserreger Bestimmte Infektionserreger einschliesslich Onkoviren Bakterien und Parasiten konnen Krebs verursachen Immunsuppression Die Immunantwort des Korpers spielt eine Rolle bei der Abwehr von Krebs Bestimmte Krebsarten treten bei Menschen mit Immunsuppression haufiger auf Pravention Bearbeiten Hauptartikel Krebspravention Unter Krebspravention fallen Massnahmen oder Verhaltensregeln die die Entstehung von Krebserkrankungen verhindern oder zumindest die Wahrscheinlichkeit fur eine solche Erkrankung herabsetzen sollen Von zentraler Bedeutung ist es Risikofaktoren zu erkennen Wird ein Risikofaktor erkannt versucht man diesen zu reduzieren Beispiele sind Expositionsverhinderung durch TRK Werte fur krebsauslosende Substanzen oder Verhaltensinterventionen bei Raucherentwohnung Anhand von Risikofaktoren konnen auch besonders gefahrdete Personengruppen identifiziert und Screening Untersuchungen zugefuhrt werden Ziel ist hier malignes Zellwachstum zu erkennen und zu behandeln moglichst bevor eine Krebserkrankung ausbricht oder sich ausbreitet Fruherkennung Diagnostik Bearbeiten Metastasen als dunkle Flecken im PET Bild rechts oben Einzelschicht unten die Ubersicht Links eine gleichzeitig registrierte CT und die Fusion beider Bilder Aufgabe der onkologischen Diagnostik ist es Tumorerkrankungen so fruh wie moglich zu erkennen und dann deren Ausbreitung im Korper genau zu beschreiben Die Krebsfruherkennung ist noch keine Aufgabe der spezialisierten Onkologen vielmehr sind daran alle Arztgruppen insbesondere Haus und Frauenarzte und Urologen beteiligt Krebserkrankungen werden damit nicht verhindert aber generell sind Tumoren in fruhen Stadien viel erfolgversprechender und auch schonender zu behandeln Da Krebs bei alteren Menschen haufiger auftritt sind sie starker zu solchen Untersuchungen aufgerufen Es haben sich fur die wichtigsten Krebsarten feste Untersuchungsrhythmen und methoden herausgebildet beispielsweise die Inspektion der Haut alle zwei Jahre oder die Darmspiegelung alle 10 Jahre Auch die Patienten selbst konnen beitragen etwa mit der Brustselbstuntersuchung Sogenannte Tumormarker im Blut sind zu unspezifisch um die Vorsorge sinnvoll zu unterstutzen es gibt zu viele falsche Alarme Nur das PSA hat in der Praxis Bedeutung erlangt Auch bildgebende Verfahren wie Ultraschall Computertomographie oder Kernspintomographie eignen sich wenig zur Pravention in der gesunden Allgemeinbevolkerung Der Einsatz von Rontgenstrahlen bei Vorsorgeuntersuchungen ist in den Landern der Europaischen Union sogar verboten mit Ausnahme des organisierten Brustkrebsscreenings Wurde eine Krebserkrankung entdeckt dann muss ihre Ausbreitung genau festgestellt werden bevor uber die beste Therapie beraten werden kann Die Erkrankungsfalle werden in Stadien mit ahnlicher Therapie und Prognose eingeordnet Die Leitlinien enthalten genaue Vorgaben fur diese Stadienbestimmung englisch staging Sie basieren auf Anamnese und korperlicher Untersuchung Blutuntersuchungen und fast immer auf Schnittbildverfahren wie Computer und Kernspintomographie sowie der allerdings teuren PET Jede Tumorart bevorzugt bestimmte Ausbreitungswege etwa bestimmte Lymphknoten Leber oder Skelett die gezielt abgesucht werden Blutmesswerte sind etwa bei Leukamien oder dem multiplen Myelom wesentlich Der Allgemeinzustand des Patienten ist eines der wichtigsten Kriterien fur die Behandlungswahl er wird nach standardisierten Skalen dokumentiert Gleichzeitig muss der Tumor biopsiert und vom Pathologen histologisch feingeweblich beurteilt werden von welchem Ursprungsgewebe stammt er Wie stark ist seine Entartung wie hoch seine Teilungsrate Wachstumstendenz Auf welche Medikamente wurde er voraussichtlich ansprechen Zahlreiche Spezialfarbungen der Molekularpathologie sind hier mindestens gleichrangig neben die klassische Betrachtung der Praparate unter dem Mikroskop getreten und die Befunde aus der Pathologie gehen weit uber das herkommliche Grading hinaus Alle diese Informationen mussen moglichst schnell gesammelt und aufbereitet werden Meist ubernehmen in dieser Phase die Facharzte der passenden onkologischen Ausrichtung beispielsweise Chirurgie beim Lungenkrebs die Organisation und Patientenfuhrung vom Hausarzt In den Industrielandern gibt es uberall spezialisierte Tumorzentren die an den grosseren Krankenhausern angesiedelt sind und besonderen Qualitatsrichtlinien folgen Dazu gehort dass jeder neue Fall in einer standardisierten Beratung Tumorboard unter Klinikern Radiologen und Pathologen besprochen und der Konsens dokumentiert wird Klassifikation Bearbeiten Neu diagnostizierte Tumoren werden in standardisierte Klassifikationen eingeordnet Besonders umfassend ist die International Classification of Diseases for Oncology eine Erweiterung der ICD 10 fur die Onkologie die jeden Tumor nach zwei Achsen klassifiziert ein Code aus Buchstaben und Ziffern kennzeichnet den Ort z B C50 3 L unterer innerer Quadrant der linken Brust und ein Zifferncode beschreibt die Gewebeart z B 8230 2 solides duktales Carcinoma in situ Dazu kommen Angaben uber die Ausbreitung meist nach dem sogenannten TNM Schema die fur jede Tumorart individuell definiert ist beispielsweise beim Brustkrebs pT1a pN1 M0 L0 operativ gesicherte Tumorgrosse unter 6 mm 1 3 befallene Lymphknoten keine Fernmetastasen kein Lymphgefasseinbruch Die sogenannte Tumorformel ist prominent in den Protokollen der Tumorboards und allen onkologischen Arztbriefen enthalten Man kann die Patientin damit in Gruppen mit abnehmender Heilungswahrscheinlichkeit stratifizieren und eine standardisierte Aussage zur Operabilitat machen Oft wird auch nach den UICC Stadien klassifiziert die zur Unterscheidung mit romischen Ziffern bezeichnet sind sonst aber ahnlich aufgebaut sind Fur viele Tumorarten etwa Lymphome und Melanome gibt es eigene Systeme Die Therapieleitlinien stutzen sich stark auf solche Klassifikationen VOnkologische Krankheiten topographisch nach ICD O 3 Nr C00 C80 Quelle 1 mit morphologischen Eintragen erganztC00 C14 Lippe Mundhohle und Pharynx Lippenkarzinom Mundhohlenkarzinom Zungengrundkarzinom Zungenkarzinom Zahnfleischkarzinom Mundbodenkarzinom Nasopharynxkarzinom Pharynxkarzinom Oropharynxkarzinom Hypopharynxkarzinom Maligner Parotistumor SpeicheldrusenkrebsC15 C26 Verdauungsorgane Speiserohrenkrebs Magenkarzinom Dunndarmkrebs Kolorektales Karzinom Gastrointestinaler Stromatumor Leberzellkarzinom Lebermetastase Gallengangskarzinom Gallenblasenkarzinom BauchspeicheldrusenkrebsC30 C39 Atemwege und Organe im Brustkorb Nasenhohlenkarzinom Nasennebenhohlenkarzinom Mittelohrkarzinom Kehlkopfkrebs Luftrohrenkrebs Bronchialkarzinom Thymuskarzinom Maligner Herztumor Pleuramesotheliom LungenmetastaseC40 C41 Knochen Gelenke und Gelenkknorpel Osteosarkom Osteoblastom Chondrosarkom Chondroblastom Maligner Riesenzelltumor Synovialsarkom KnochenmetastaseC42 Blut und Immunsystem Plasmozytom Multiples Myelom Mastzellsarkom Leukamie Langerhans Zell Histiozytose Maligne Histiozytose Erdheim Chester Erkrankung Monoklonale Gammopathie Morbus Waldenstrom Mittelmeer Lymphom Schwerketten Krankheit Leichtketten Krankheit Polycythaemia vera Osteomyelofibrose Essentielle Thrombozythamie Myelodysplastisches SyndromC44 Haut Hautkrebs Plattenepithelkarzinom Spinaliom Basaliom Malignes Melanom Schweissdrusenkarzinom Lentigo maligna Morbus Bowen Leukoplakie Dysplastischer NavusC47 Periphere Nerven und autonomes Nervensystem siehe Vorlage Navigationsleiste Tumoren des Nervensystems C48 Bauchfell und Retroperitoneum Peritonealkarzinose Retroperitoneales Sarkom Retroperitonealfibrose Desmoid TumorC49 Bindegewebe Subkutangewebe und sonstige Weichteile Sarkom Angiosarkom Fibrosarkom Ewing Sarkom Kaposi Sarkom Leiomyosarkom Rhabdomyosarkom Liposarkom Pleomorphes undifferenziertes Sarkom NeurofibrosarkomC50 Brust Mamma Brustkrebs Paget Karzinom Atypische duktale Hyperplasie Cystosarcoma phylloidesC51 C58 Weibliche Geschlechtsorgane Vulvakrebs Vaginalkarzinom Bartholin Drusen Karzinom Zervixkarzinom Uteruskarzinom Blasenmole OvarialkarzinomC60 C63 Mannliche Geschlechtsorgane Peniskarzinom Prostatakrebs Hodenkrebs Nebenhodenkarzinom SamenstrangkarzinomC64 C68 Harntrakt Nierenkrebs Nierenbeckenkarzinom Ureterkarzinom Blasenkrebs Urachuskarzinom HarnrohrenkarzinomC69 C72 Auge und Zentralnervensystem Tranendrusenkarzinom Lidkarzinom Aderhautmelanom Uvealkarzinom Hirnmetastase weitere siehe Vorlage Navigationsleiste Tumoren des Nervensystems C73 C75 Schilddruse und sonstige endokrine Drusen Schilddrusenkrebs C Zell Karzinom Nebennierenkarzinom Hypophysenkarzinom Pineoblastom Malignes ParagangliomC76 C80 Andere Malignes Lymphom Hodgkin Lymphom Metastase Lymphknotenmetastase CUP SyndromTherapie BearbeitenBehandlungsmethoden der Onkologie sind unter anderem Chirurgische Tumorentfernung Strahlentherapie in der das Tumorgewebe mit ionisierender Strahlung behandelt wird Chemotherapie mit Zytostatika Medikamentose Therapie mit relativ neuen Wirkstoffen wie monoklonalen Antikorpern Krebsimmuntherapie oder Tyrosinkinase Inhibitoren Die Therapien der Onkologie zielen entweder auf die Entfernung oder Zerstorung des gesamten Tumorgewebes kurative Therapie oder wenn dies nicht mehr moglich ist auf die Verkleinerung des Tumorgewebes mit dem Ziel die Lebenszeit der Patienten zu verlangern und ihre tumorbedingten Beschwerden zu reduzieren Palliation Fur verschiedene Geschwulstarten haben sich spezielle Therapieschemata etabliert die in grossen internationalen Untersuchungen laufend optimiert werden Therapieoptimierungsstudien Ausgehend vom festgestellten Stadium werden mit dem Patienten mogliche Therapieoptionen erortert Hierbei spielen der korperliche Allgemeinzustand und die Begleiterkrankungen eine wesentliche Rolle Die nach aktuellem Stand der Wissenschaft erfolgversprechende Therapieform wird dem Patienten vorgeschlagen Moglichkeiten sind die einmalige oder mehrmalige Chemotherapie und oder Bestrahlung und oder eine Operation zur Entfernung des Tumorgewebes Verschiedene Chemotherapeutika konnen kombiniert werden Weitere mogliche Therapiebestandteile mit Onkologiebezug Psychoonkologie zur Mitbehandlung psychischer Komplikationen onkologischer Erkrankungen Patientenkompetenz zur Starkung der mentalen und emotionalen Verfassung von Krebspatienten Chronoonkologie zur Verbesserung der Effizienz der Tumorbehandlung bei gleichzeitiger Verringerung unerwunschter NebenwirkungenTumorchirurgie Bearbeiten Robotergestutzte Operation gestellte Szene Der Patient liegt rechts die beiden Operateure sitzen an den Manipulatorkonsolen links Tumorchirurgie ist kein eigenes Fachgebiet sondern Bestandteil der Facharztweiterbildungen aller operativen Gebiete vor allem der Kopf Hals Chirurgie Thoraxchirurgie Bauchchirurgie sowie der urologischen und gynakologischen Chirurgie Obwohl die Herangehensweisen in all diesen Korperregionen unterschiedlich sind gibt es einige gemeinsame Prinzipien In fast allen Fallen muss die klinische und radiologische Diagnose zuerst durch eine Gewebeprobe gesichert werden Oft etwa in der weiblichen Brustdruse genugt dazu eine Stanzbiopsie in ortlicher Betaubung manchmal etwa aus der Lunge muss das fragliche Gewebe in einer Operation gewonnen werden Dazu gibt es herkommliche offene und endoskopische Eingriffe In einigen Gebieten vor allem bei Gehirnoperationen etablieren sich bildgestutzte Navigationsverfahren und viele Operationen der Prostata werden in Deutschland heute robotergestutzt durchgefuhrt Wird ein aggressiver Tumor z B ein Sarkom vermutet dann muss die Biopsie so geplant werden dass der Zugangsweg gegebenenfalls spater mitentfernt werden kann es sollte beispielsweise an Extremitaten nicht durch mehrere Muskellogen hindurch biopsiert werden Die eigentliche Tumorentfernung Resektion richtet sich ebenfalls nach onkologischen Erkenntnissen d h es wird nicht nur mit blossem Auge sichtbares Tumorgewebe entfernt sondern auch der vermutete nachste Ausbreitungsweg z B aus der Lunge das komplette befallene Segment oder mit einem Enddarmtumor auch das ganze umliegende Fettgewebe bis zur mesorektalen Faszie Inoperabilitat kann bestehen weil wichtige Nachbarstrukturen bereits infiltriert sind vor allem grosse Blutgefasse oder weil der Patient in zu schlechtem Allgemeinzustand ist internistische Inoperabilitat Manchmal kann in diesen Fallen noch ein begrenzter Eingriff zur Palliation Symptomlinderung wirken etwa um die Blutung eines Speiserohrentumors zu stoppen oder den Hirndruck bei einem fortgeschrittenen Glioblastom zu mindern Dabei ist sorgfaltig abzuwagen ob der Eingriff dem Patienten nicht mehr schaden als nutzen wurde Als Alternative gibt es oft weniger invasive palliative Methoden etwa Hochfrequenzablation von Leberherden oder Embolisation von blutenden Arterien Bei der Operation zuruckgelassenes Tumorgewebe kann mit einer Strahlentherapie oder Radiochemotherapie nachbehandelt werden Strahlentherapie Bearbeiten Hauptartikel Strahlentherapie Linearbeschleuniger Der Strahlerkopf steht in seiner Nullposition oben Eingebaut sind Rontgenrohre 90 rechts und Detektor 270 links zur Lagekontrolle Die Strahlentherapie von Krebserkrankungen Radioonkologie kann kurativ heilend adjuvant bzw additiv zusatzlich zur Operation oder palliativ eingesetzt werden Nach dem Ziel richtet sich die Dosis Beispielsweise sollte ein in kurativer Absicht bestrahlter Speiserohrentumor mindestens 60 Gray erhalten nach der Operation eines Darmtumors werden auf dessen vorherige Region 50 Gy angewendet und fur die palliative Behandlung von Gehirnmetastasen sind ungefahr 36 Gy ublich immer die konventionelle Aufteilung auf 2 Gy taglich 5 Termine pro Woche vorausgesetzt Diese weitverbreitete Aufteilung ist relativ schonend Andere Fraktionierungen sind moglich um die Gesamtbehandlungszeit zu verkurzen oder die Wirkung zu erhohen Es gibt Bestrahlungen aus der Ferne mit Linearbeschleunigern und aus der Nahe mit aufgelegten oder in den Korper eingefuhrten radioaktiven Quellen Moderne Linearbeschleuniger konnen intensitatsmoduliert arbeiten und besitzen eingebaute Rontgenrohren oder CT zur taglichen Lagekontrolle Viele Therapien vor allem bei jungeren Patienten werden zur besseren Wirkung mit Chemotherapie kombiniert Dafur gibt es definierte Schemata bei denen beispielsweise wahrend einer 6 wochigen Strahlentherapie die Chemotherapie in der 1 und 5 Woche zugegeben wird Nach Operationen sollte die Wundheilung abgewartet werden Prinzipiell ist es aber sinnvoll die Strahlentherapie die mehrere Wochen dauert so fruh wie moglich einzuleiten Die Wirkung der Strahlentherapie ist bei einigen Tumoren ahnlich gut wie die der Operation Speiserohre Prostata bei anderen wird sie unterstutzend oder fur inoperable Patienten eingesetzt Das Tumorgewebe spielt eine grosse Rolle Lymphome sind zum Beispiel sehr strahlenempfindlich Sarkome eher wenig Strahlenempfindliche Korpergewebe wie die Lunge die Nieren das Ruckenmark mussen peinlich geschont werden Es gibt nur ein kleines therapeutisches Fenster zwischen der Dosis die zur Zerstorung von Tumorgewebe notwendig ist und der maximalen Dosis die gesundes Korpergewebe ertragen kann Die Dosisverteilung wird deshalb zu Beginn und oft auch spater wiederholt auf Schnittbildern des Patienten individuell berechnet und simuliert Dazu ist die verantwortliche Mitwirkung von fachkundigen Medizinphysikexperten erforderlich Die konkrete Bedienung der Gerate obliegt medizinisch technischen Radiologieassistenten Diese Berufsgruppen mussen eng zusammenarbeiten Die Patienten mussen millimetergenau positioniert werden Eine standardisierte Qualitatssicherung des gesamten Ablaufes ist unabdingbar Typische Nebenwirkungen sind ortliche schmerzhafte Hautrotungen Mudigkeit und vorubergehende Entzundungen von Schleimhauten innerhalb des Bestrahlungsgebietes Schwerwiegende Nebenwirkungen treten bei lt 5 auf Strahlentherapeutische Patienten mussen uber langere Zeit nachverfolgt werden weil solche Nebenwirkungen auch nach Monaten und Jahren auftreten konnen Gefurchtete Spatfolgen sind etwa Darmverschlusse chronische Harnblasenentzundungen oder bei Bestrahlung im Brustbereich Herzinfarkte Chemotherapie Bearbeiten Aggressive Substanzen werden in der Regel uber zentrale Venenzugange gegeben Klassische Chemotherapeutika sind Zytostatika also Substanzen die das Wachstum von Tumorzellen hemmen oder sie moglichst selektiv abtoten Sie gelangen mit dem Blutstrom in den Tumor weswegen sie gegen schlecht durchblutete grosse Tumoren wenig wirken Zudem erreichen sie in der Regel nur maximal 4 5 Zehnerpotenzen Zellreduktion Es ist daher oft sinnvoll grosse Tumormassen vor der Chemotherapie operativ zu entfernen debulking Oft werden die Zytostatika in festen Kombinationen angewendet etwa die seit Jahrzehnten bewahrte CHOP Therapie gegen Lymphome Die meisten der etwa 50 verschiedenen Substanzen greifen in die DNA Synthese ein Alkylantien Antimetabolite und weitere oder storen wie die Mitosegifte die Zellteilung Es gibt Stoffe in Tablettenform die meisten werden aber intravenos gespritzt Ihre Wirkung ist nicht auf Tumorzellen beschrankt nutzt nur deren hohere Teilungsrate Wachstumsfraktion Alle Zytostatika sind deshalb mehr oder weniger toxisch vor allem auf empfindliche Organe wie das Knochenmark Keimdrusen und der Magen Darm Trakt Oft mussen die Patienten fur ihre Chemotherapie ins Krankenhaus fast immer sind Begleittherapien gegen Ubelkeit erforderlich und schwerkranke Patienten tolerieren nicht immer die volle empfohlene Dosis Besser vertraglich sind antihormonelle Mittel die gegen hormonabhangige Tumorarten wie Prostatakrebs zumindest verlangsamend wirken Vereinfachte Darstellung der zellularen Signalwege Beginnend mit Trastuzumab EU Zulassung im Jahr 2000 haben sich neue Wirkstoffe etabliert die in die Signalwege der Zellen eingreifen und deren Teilung verhindern sie zum Absterben veranlassen oder gezielt Angriffe der Immunabwehr auf sie richten Da Krebszellen durch Mutationen zahlreiche Storungen dieser Signalwege aufweisen ist dieser Ansatz sehr spezifisch und die Nebenwirkungen auf gesunde Gewebe sind leichter Derzeit 2021 handelt es sich bei diesen neuen Krebsmedikamenten entweder um speziell entwickelte Antikorper oder um small molecules engl fur kleine Molekule Mehr als 60 sind bereits zur Anwendung am Menschen zugelassen jedes Jahr kommen 10 20 neue dazu Die Medikamente werden gentechnisch hergestellt und im englischen Schrifttum oft als Biologicals zusammengefasst Gegen manche Krebsarten wie das Melanom wirken sie besser als herkommliche Zytostatika bei anderen Brust und Lungenkrebs Lymphome haben sie bis jetzt nur unterstutzende Bedeutung Haufigste Nebenwirkung sind Allergien und Ekzeme Durch die neuen Medikamentengruppen sind die individuellen Therapieentscheidungen kompliziert geworden Aktuelle Literatur greift uber die nur alle paar Jahre erneuerten Lehrbucher hinaus Die Anderungsfrequenz der Leitlinien nimmt zu Molekularbiologische Eigenarten des individuellen Tumors mussen subtil gepruft und berucksichtigt werden In Deutschland konnen sich Facharzte fur Innere Medizin oder Allgemeinmedizin gemass der Musterweiterbildungsordnung uber sechs Jahre weiterbilden um die Schwerpunktbezeichnung Hamatologie und Internistische Onkologie erlangen Chemotherapien werden aber auch von anderen onkologisch tatigen Arzten Chirurgen Strahlentherapeuten eingesetzt Alle Anwender sind verpflichtet sich bestandig weiterzubilden Rehabilitation und Nachsorge Bearbeiten Schon wahrend der Akutbehandlung aber vor allem in der spateren Erholungsphase profitieren die Patienten von unterstutzenden Massnahmen wie Schmerztherapie Beratung durch fachkundige Sozialarbeiter Ergotherapie Physiotherapie und Psychotherapie Dies ist eine wichtige Aufgabe von spezialisierten Rehabilitationskliniken Rehabilitative Massnahmen stehen Arbeitnehmern und Rentnern offen und konnen auch nach palliativen Behandlungen unheilbarer Tumoren sinnvoll sein Ausser den Krankenversicherungen tragen in Deutschland auch Rentenversicherungen die Kosten solcher Massnahmen vor allem in der Form von 3 wochigen Anschlussheilbehandlungen AHB Diese AHB mussen bereits wahrend des Krankenhausaufenthaltes organisiert werden Onkologische Kliniken haben dafur einen Sozialdienst dessen Mitarbeiter die Patientin auf Ihren Stationen aufsuchen Sie sind auch Ansprechpartner wenn absehbar ist dass Ruckkehr in die eigene Wohnung hausliche Krankenpflege oder kurzzeitige Bruckenpflege gebraucht wird Bei Bedarf kann auch Haushaltshilfe beantragt werden vor allem in Haushalten mit Kindern Fur Schwerkranke mit hohem Betreuungsbedarf gibt es in der GKV die Spezialisierte ambulante Palliativversorgung in vielen Stadten auch stationare und ambulante Hospizleistungen Beginnend der Regel nach drei Monaten erhalten onkologische Patienten Nachsorgeuntersuchungen in regelmassigen Abstanden Eine haufige Konvention sind vier Untersuchungen im ersten Jahr zwei im zweiten Jahr und dann jahrliche Kontrollen bis zum 5 Jahr Ihr Ziel ist es Tumorrezidive Metastasen Therapienebenwirkungen und andere neue Probleme moglichst fruhzeitig zu erfassen Dabei stehen das Gesprach und die klinische Untersuchung im Vordergrund Je nach individueller Situation werden zusatzlich auch bildgebende Verfahren wie die Mammografie oder Blutuntersuchungen eingesetzt Die Nachsorge kann in der operierenden Klinik erfolgen wird aus praktischen Grunden aber oft an die heimischen Arzte delegiert Alternativmedizin Bearbeiten Warmeanzug zur Hyperthermiebehandlung 1978 Die Komplementare und alternative Medizin CAM bietet diagnostische und therapeutische Methoden an die keine wissenschaftliche Anerkennung erreichen konnten Viele onkologisch tatige Arzte wenden sie dennoch an mit dem Ziel die normalen Verfahren zu unterstutzen und deren Nebenwirkungen zu mindern Vollig unstrittig sind die Empfehlungen fur korperliche Bewegung und Ausgleichssport ausgewogene Ernahrung und zum Verzicht auf Tabakrauchen Bekannt ist ausserdem dass Fehl und Mangelernahrung Krebspatienten schwachen konnen und darum spielen diatetische Massnahmen eine Rolle 11 Sogenannte Krebsdiaten die den Krebs aushungern oder durch ein basisches Milieu bekampfen wollen liegen allerdings ausserhalb des wissenschaftlichen Konsens Fur die Substitution von Vitaminen und Spurenelementen wie Selen gibt es zwar keine Belege allerdings gilt sie als weitgehend ungefahrlich Ebenso die Akupunktur TCM und die im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung besondere Therapierichtungen genannten Homoopathie Phytotherapie und Anthroposophie fur die unter bestimmten Bedingungen die Kosten auch ubernommen werden Hyperthermie Uberwarmung der Tumorregion oder des ganzen Korpers war zeitweise eine schulmedizinische Methode die aber wegen ausbleibendem Erfolg verlassen wurde In manchen Krankenhausern wird sie noch benutzt Angebote aus dem Wellnessbereich wie Aromatherapie Shiatsu Waldbaden etc haben mit Sicherheit keine spezifische Wirkung gegen Krebs konnen aber unter Umstanden das allgemeine Wohlbefinden der Patienten bessern Sie mussen vom Patienten selbst bezahlt werden Ein offener patientenzentrierter Umgang mit der Thematik ist wichtig um das Arzt Patienten Verhaltnis nicht zu belasten Umfragen 12 13 zufolge setzt ein grosser Teil der Krebspatienten CAM Methoden meist Nahrungserganzungsmittel selbststandig ohne Rucksprache mit ihren Onkologen ein Gelegentlich kommt es zu schweren Gesundheitsschaden und sogar Todesfallen wenn Therapeuten und Patienten das Vertrauen in die schulmedizinische Behandlung verloren haben sie abbrechen und durch gefahrliche Methoden wie MMS 14 15 16 17 18 oder die GNM 19 20 21 zu ersetzen suchen Kinderonkologie Bearbeiten Nach Knochenmarktransplantationen mussen die kleinen Patienten einige Wochen in keimfreier Umgebung verbringen Die Kinderonkologie befasst sich mit Krebserkrankungen im Kindes und Jugendalter 22 Kinder erkranken seltener an Krebs als Erwachsene und das Spektrum der padiatrischen Krebserkrankungen ist ein anderes Manche Tumoren wie das Retinoblastom im Auge oder der Wilms Tumor der Niere kommen nur bei Kindern vor Zwar gibt es prinzipiell dieselben Therapiesaulen Operation Strahlentherapie und Chemotherapie jedoch mit spezifischen abweichenden Methoden Beispielsweise ist der kindliche Korper wesentlich empfindlicher gegenuber ionisierender Strahlung auch gegenuber Chemotherapie Ein krebskrankes Kind hat besondere Bedurfnisse der individuellen Hilfe und Forderung Auch die Eltern und Geschwister brauchen psychosoziale Unterstutzung Daher ist es sinnvoll die Therapie auf spezialisierte Zentren zu konzentrieren Einige Vorgaben fur deutsche Zentren sind in der verbindlichen Richtlinie zur Kinderonkologie 23 festgelegt Die Einrichtungen sind in der Regel an den Universitatskrankenhausern und Kliniken der Zentralversorgung angesiedelt Es gibt auch auf Kinder und Jugendliche spezialisierte Rehabilitationseinrichtungen und Nachsorgekliniken Padiatrische Hamatologie und Onkologie ist eine Schwerpunktbezeichnung die Arzte fur Kinder und Jugendmedizin in 5 jahriger Weiterbildung erreichen Viele dieser Arzte sind in Deutschland in der Gesellschaft fur Padiatrische Onkologie und Hamatologie GPOH organisiert Das an der Universitat Mainz angesiedelte deutsche Kinderkrebsregister sammelt Informationen uber Erkrankungsverlauf und Behandlungsergebnisse Bei rechtzeitiger Behandlung konnen drei Viertel der jahrlich rund 2 000 erkrankten Kinder und Jugendlichen ein Leben ohne weitgehende Einschrankungen fuhren 22 Literatur BearbeitenGeschichte Siddhartha Mukherjee Der Konig aller Krankheiten Krebs eine Biografie DuMont 3 Auflage 2018 ISBN 978 3 8321 6232 0 D J Th Wagener The history of oncology englisch Bohn Stafleu van Loghum 2009 ISBN 978 90 313 6143 4 Diagnostik Christian Wittekind H Asamura Leslie H Sobin TNM Atlas Wiley Blackwell 6 Auflage 2015 ISBN 978 3 527 33612 8 M A Hayat Cancer Imaging englisch 2 Bande Academic Press 2007 ISBN 978 0 12 374183 7 Otmar Schober Fabian Kiessling Jurgen Debus Hrsg Molecular Imaging in Oncology englisch Springer 2 Ausgabe 2020 ISBN 978 3 03042617 0 Gerald Hofler Hans Kreipe Holger Moch Hrsg Pathologie Das Lehrbuch Urban amp Fischer 6 Ausgabe 2019 ISBN 978 3 437 42390 1 Chirurgie Michael Gnant Peter M Schlag Hrsg Chirurgische Onkologie Strategien und Standards fur die Praxis Springer 2008 ISBN 978 3 211 48612 2 Shane Y Morita Charles M Balch V Suzanne Klimberg Timothy M Pawlik Glenn David Posner Kenneth K Tanabe Textbook of Complex General Surgical Oncology englisch McGraw Hill Education 2017 ISBN 978 0 07 179331 5 Strahlentherapie Michael Wannenmacher Frederik Wenz Jurgen Debus Hrsg Strahlentherapie Springer 2 Auflage 2013 ISBN 978 3 540 88304 3 Frank Giordano Frederik Wenz Hrsg Strahlentherapie kompakt Urban amp Fischer 3 Auflage 2019 ISBN 978 3 437 23292 3 Edward C Halperin David E Wazer Carlos A Perez Luther W Brady Hrsg Perez amp Brady s Principles and Practice of Radiation Oncology englisch Lippincott Williams and Wilkins 7 Auflage 2018 ISBN 978 1 4963 8679 3 Chemotherapie Dietmar P Berger Roland Mertelsmann Das Rote Buch Hamatologie und Internistische Onkologie ecomed 6 Auflage 2017 ISBN 978 3 609 51221 1 F Honecker Taschenbuch Onkologie Interdisziplinare Empfehlungen zur Therapie Zuckschwerdt 20 Auflage 2020 ISBN 978 3 86371 303 4 Michael M Boyiadzis James N Frame David R Kohler Tito Fojo Hematology Oncology Therapy englisch McGraw Hill Education 2 Auflage 2014 ISBN 978 0 07 163789 3 Alternative Krebstherapie Karsten Munstedt Komplementare und alternative Krebstherapien ecomed 2012 ISBN 978 3 609 16455 7 Ratgeber fur Nichtfachleute Klaus Koch Stiftung Warentest Untersuchungen zur Fruherkennung Krebs Nutzen und Risiken Stiftung Warentest 2005 ISBN 978 3 937880 07 5 Isabell Annett Beckmann Stiftung Warentest Diagnose Krebs Zusammen stark bleiben Ein Ratgeber fur Angehorige und Freunde Stiftung Warentest 2020 ISBN 978 3 7471 0195 7 Sarah Majorczyk Das Handbuch gegen Krebs ZS Verlag 2014 ISBN 978 3 89883 448 3Weblinks Bearbeiten Wiktionary Onkologie Bedeutungserklarungen Wortherkunft Synonyme Ubersetzungen Commons Onkologie Sammlung von Bildern Videos und Audiodateien Krebsfruherkennung beim Bundesgesundheitsministerium ICD O 3 Internationale Klassifikation der Krankheiten fur die Onkologie 3 Revision deutsch beim DIMDI Krebsregisterdaten bei der GEKID Krebsregisterdaten beim Robert Koch Institut RKI Deutsches Kinderkrebsregister Onkopedia Leitlinien Substanzen Wissensdatenbank und aktuelle Meldungen von der DGHO Deutsche Leitlinien in der Onkologie zusammengestellt von der DKG Krebsinformationsdienst des DKFZ Kinderkrebsinfo de Informationen der DGPO zur padiatrischen Onkologie fur Betroffene und Fachkreise auch Leitlinien und Listen geeigneter Krankenhauser in Deutschland Onkologische Kliniken und Zentren in Deutschland DKG National Comprehensive Cancer Network der USA englisch Studienregister des NIH englisch Deutsches Register fur Klinische StudienEinzelnachweise Bearbeiten Wolfgang Hiddemann Claus R Bartram H Huber Die Onkologie Teil 1 Epidemiologie Pathogenese Grundprinzipien der Therapie Teil 2 Solide Tumoren Lymphome Leukamien Springer Verlag 2013 ISBN 978 3 662 06671 3 S 466 E Book Spruch 874 des Papyrus Ebers zitiert nach Lutz Popko Papyrus Ebers In Science in Ancient Egypt Abschnitt 857 877 Erfahrungswissen zu Anschwellungen Online Dokumentation der Sachsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig Hippocrates Aphorismen 6 38 zitiert nach L Weiss Early Concepts of Cancer In Cancer Metastasis Rev Band 19 2000 S 205 217 doi 10 1023 A 1010698321682 Catherine Offord A Radical Intervention 1894 In The Scientist 1 April 2018 abgerufen am 28 Februar 2021 englisch Eberhard Scherer Vorwort zur ersten Auflage In Strahlentherapie 2 Auflage Springer Berlin 1980 ISBN 978 3 540 09780 8 S VIII Cancers linked to tobacco use make up 40 of all cancers diagnosed in the United States Centers for Disease Control and Prevention Abgerufen am 2 Mai 2020 Tobacco In National Cancer Institute 29 April 2015 Abgerufen am 18 Januar 2016 Alcohol In National Cancer 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Wunderheiler versprach Hilfe und Susanne starb doch In Augsburger Allgemeine 20 Januar 2010 abgerufen am 16 Marz 2021 Falsche Versprechen die todliche Gefahr der Germanischen Neuen Medizin In ARD Kontraste 10 November 2005 abgerufen am 16 Marz 2021 a b Padiatrische Onkologie und Hamatologie Abgerufen am 17 Juni 2019 Richtlinie zur Kinderonkologie des GBA 2006 zuletzt geandert 2020 Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt nicht eine Diagnose durch einen Arzt Bitte hierzu den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten Normdaten Sachbegriff GND 4075658 0 OGND AKS Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Onkologie amp oldid 216897974, wikipedia, wiki, deutsches

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