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Omega-3-Fettsäuren

Die Omega-3-Fettsäuren sind eine Untergruppe innerhalb der Omega-n-Fettsäuren, die zu den ungesättigten Verbindungen zählen. Die Bezeichnung stammt aus der alten Nomenklatur der Fettsäuren. Bevor man sie als solche identifizierte, wurden sie gemeinhin als Vitamin F bezeichnet. Omega-3 bedeutet, dass die letzte Doppelbindung in der mehrfach ungesättigten Kohlenstoffkette der Fettsäure bei der – von dem Carboxy-Ende aus gesehen – drittletzten C-C-Bindung vorliegt. Omega (ω) ist der letzte Buchstabe des griechischen Alphabets und bezeichnet das von der Carboxygruppe entfernteste Ende der Kohlenstoffkette.

Strukturformel der α-Linolensäure, links die Carboxygruppe (–COOH), rechts das Omega-Kohlenstoffatom (C)
Strukturformel der Eicosapentaensäure, links die Carboxygruppe (–COOH), rechts das Omega-Kohlenstoffatom (C) – (5Z,8Z,11Z,14Z,17Z)-Eicosa-5,8,11,14,17-pentaensäure
Strukturformel der Docosahexaensäure, links Carboxygruppe (–COOH), rechts das Omega-Kohlenstoffatom (C) – (4Z,7Z,10Z,13Z,16Z,19Z)-Docosa-4,7,10,13,16,19-hexaensäure
Folgende Teile dieses Artikels scheinen seit 15 Jahren nicht mehr aktuell zu sein: Abschnitte zum gesundheitlichen Nutzen (Die meisten Studien wurden zur Hochphase des Omega-3-Hypes verfasst. Es fehlen aktuelle Metastudien zu den aufgeführten Punkten.)
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Inhaltsverzeichnis

Chiasamen haben einen hohen Omega-3-Fettsäuregehalt

Omega-3-Fettsäuren sind in Algen, oder Fischen (EPA und DHA) und in Pflanzen (ALA) als Carbonsäureester beziehungsweise Triglyceride enthalten. Pflanzen enthalten fast ausschließlich α-Linolensäure, während in Fettfischen – wie Aal, Karpfen und Sardine – und Algen, etwa Rotalgen, vorwiegend Docosahexaensäure (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA) vorkommen können.

Omega-3-Fettsäuregehalte (ALA) verschiedener Pflanzenöle:

Omega-3-Fettsäuregehalte (EPA und DHA) verschiedener Fische

Fische nehmen die Fettsäuren EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure) durch ihre Algennahrung auf, können diese aber auch selbst synthetisieren. Bestimmte Mikroalgen sind besonders geeignete Produzenten für die Fettsäuren. Inzwischen sind auch Mikroalgenöle erhältlich, die in Bioreaktoren hergestellt wurden. Der Biosyntheseweg der Fettsäuren und die beteiligten Algengene wurden bereits charakterisiert und es ist zu erwarten, dass gentechnisch veränderte Pflanzen, die die Synthese beherrschen, patentiert werden.

Trivialname Lipidname Chemischer Name
Roughaninsäure 16:3 (ω−3) (7Z,10Z,13Z)-Hexadecatriensäure
Alpha-Linolensäure (ALA) 18:3 (ω−3) (9Z,12Z,15Z)-Octadecatriensäure
Stearidonsäure 18:4 (ω−3) (6Z,9Z,12Z,15Z)-Octadecatetraensäure
Eicosatriensäure
(Dihomolinolensäure)
20:3 (ω−3) (11Z,14Z,17Z)-Eicosatriensäure
Eicosatetraensäure 20:4 (ω−3) (8Z,11Z,14Z,17Z)-Eicosatetraensäure
Eicosapentaensäure (EPA) 20:5 (ω−3) (5Z,8Z,11Z,14Z,17Z)-Eicosapentaensäure
Heneicosapentaensäure 21:5 (ω−3) (6Z,9Z,12Z,15Z,18Z)-Heneicosapentaensäure
Docosapentaensäure 22:5 (ω−3) (7Z,10Z,13Z,16Z,19Z)-Docosapentaensäure
Docosahexaensäure (DHA) 22:6 (ω−3) (4Z,7Z,10Z,13Z,16Z,19Z)-Docosahexaensäure
Tetracosapentaensäure
(Scoliodonsäure)
24:5 (ω−3) (9Z,12Z,15Z,18Z,21Z)-Tetracosapentaensäure
Tetracosahexaensäure
(Nisinsäure)
24:6 (ω−3) (6Z,9Z,12Z,15Z,18Z,21Z)-Tetracosahexaensäure

α-Linolensäure, Eicosapentaensäure und Docosahexaensäure sind bekanntere Omega-3-Fettsäuren, die verstärkt für die menschliche Ernährung erforscht wurden.

Bedeutung als Nahrungsmittel

Pflanzliche Omega-3-Fettsäuren (α-Linolensäure, „ALA“) werden zur Energiegewinnung verstoffwechselt, in Zellmembranen eingebaut und sind Vorläufer von Serie-3 Prostaglandinen.

Der menschliche Körper eines Erwachsenen wandelt Omega-3-Fettsäuren pflanzlicher Herkunft zu einem geringen Teil in Eicosapentaensäure (EPA), Docosapentaensäure und Docosahexaensäure (DHA) um. Gemessen wurden in einer Studie eine Umwandlungsrate von α-Linolensäure in Eicosapentaensäure von ca. 5 % und in Docosahexaensäure von unter 0,5 %. In einer anderen Studie sah man entsprechende Umwandlungsraten von 6 % und 3,8 %. Die höheren Umwandlungsraten waren in dieser Studie jedoch abhängig von einer hohen Zufuhr von gesättigten Fettsäuren über die Nahrung. Wurden dagegen hohe Mengen von Omega-6-Fettsäuren zugeführt, sanken die Umwandlungsraten um 40–50 %. Ein Omega-6-zu-Omega-3-Fettsäuren-Verhältnis von nicht mehr als 4:1 bis 6:1 wurde demnach als günstig angesehen.

Leinöl hat beispielsweise ein Omega-6-zu-Omega-3-Fettsäuren-Verhältnis zwischen 1:6 und 1:3 und liegt damit deutlich unter 4:1. Olivenöl enthält keine Omega-3-Fettsäuren (in nennenswertem Umfang). Bei Butter liegt das Verhältnis zwischen 0,33 und 4,43 (also höchstens leicht über 4:1), wobei daneben ein sehr hoher Anteil an gesättigten Fettsäuren vorliegt. Allerdings ist der Gesamtanteil an Omega-3-Fettsäuren in Butter sehr gering. Das Omega-6-zu-Omega-3-Fettsäuren-Verhältnis von (erucasäurearmem) Rapsöl liegt zwischen 1:1 und 6:1 und überschreitet damit die 6:1-Grenze noch nicht. Der Anteil an Omega-3-Fettsäuren beruht bei Leinöl, Butter und Rapsöl jeweils vollständig auf α-Linolensäure.

Eine Studie des Royal Adelaide Hospital in Australien zeigt, dass α-Linolensäurereiches Pflanzenöl (zusammen mit einer Linolsäurearmen Ernährung) ähnlich den EPA-Spiegel im Gewebe steigen lässt wie eine Supplementierung mit Fischölen. Hingegen wird eine Steigerung des DHA-Spiegels im Blut durch Supplementierung von zusätzlicher ALA, EPA oder anderer Vorstufen zur Umwandlung durch die International Society for the Study of Fatty Acids and Lipids (ISSFAL) verneint. Barcel-Coblijn und Murphy hingegen kommen zu dem Schluss, dass der Körper ausreichend DHA bilden kann, wenn genug α-Linolensäure (>1200 mg) pro Tag aufgenommen wird. Der Stoffwechsel von Neugeborenen ist zu einer verstärkten Umwandlung fähig, da sie die Stoffe für ihre Hirnentwicklung benötigen. Ein Review von 2016, welches die Umwandlungsraten von ALA in DHA untersuchte, kommt zu dem Schluss, dass ALA ein ungeeignetes Substitut für DHA ist.

Für die Umwandlung der pflanzlichen α-Linolensäure benötigt der Körper die Enzyme Delta-6-Desaturase und Delta-5-Desaturase. Diese verarbeiten aber gleichzeitig die Omega-6-Fettsäure Linolsäure zu DGLA und Arachidonsäure. Durch ein hohes Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren wird so mehr Arachidonsäure und weniger EPA und DHA erzeugt. In unserer heutigen Nahrung ist das Omega-6-zu-Omega-3-Fettsäuren-Verhältnis mit > 7:1 sehr ungünstig; die DGE empfiehlt 5:1. Werden EPA und DHA nicht direkt über Fischöl oder Mikroalgenöl zugeführt, sondern deren Vorstufe α-Linolensäure, z. B. aus Leinöl, dann ist eine Reduzierung der Omega-6-Fettsäuren empfehlenswert, damit mehr Enzyme für die Umwandlung der α-Linolensäure in EPA und DHA zur Verfügung stehen. Vitamin- und Mineralienmangel, Stress und Alter können die Umwandlung verlangsamen. Hingegen können Vitamin B und C, Magnesium und Zink diese Enzyme aktivieren.

Fischöle und Mikroalgenöle enthalten EPA und DHA direkt. Im Rindfleisch finden sich deutlich weniger Omega-3-Fettsäuren, sowohl in Form von α-Linolensäure als auch als EPA und DHA. Jedoch ist das Omega-6-zu-Omega-3-Fettsäuren-Verhältnis bei Tieren aus extensiver Weidehaltung deutlich günstiger als bei konventioneller Tierhaltung.

α-Linolensäure (ALA) gegenüber Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA)

Beim Menschen hebt α-Linolensäure (ALA) bestimmte Blutfette (Triglyceride), während EPA oder DHA diese Fette senken. α-Linolensäure wirkt nicht blutdrucksenkend, wohl aber Docosahexaensäure. Dies suggeriert, dass sich mit α-Linolensäure manche Wirkungen von EPA und DHA nicht erzielen lassen. Dies bedeutet auch, dass eine gesundheitsfördernde Wirkung von α-Linolensäure in dieser Hinsicht separat nachgewiesen werden müsste. Allerdings weisen Studien auch bei α-Linolensäure auf den Effekt des Knochenschutzes, etwa vor Osteoporose, und positive Auswirkungen auf die Knochenstabilität hin. Über andere Omega-3-Fettsäuren, wie Stearidonsäure oder Docosapentaensäure ist weniger bekannt, sie scheinen von geringerer Bedeutung. EPA und DHA können aus Algen gewonnen werden (vegane Nahrungsergänzungsmittel); auch das EPA und DHA in Fischen und Fischöl-Präparaten stammt über die Nahrungskette aus Algen.

Omega-3-Fettsäuren als Softgel

Täglicher Bedarf

Nach einem Artikel von 2007 empfehlen manche US-amerikanischen Gesundheits- und Regierungsorganisationen die regelmäßige Einnahme der Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA. Für den täglichen Bedarf wurden typischerweise zwischen 100 mg und 600 mg genannt. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) veröffentlichte im März 2010 ebenfalls ernährungsbezogene Empfehlungen: Empfohlen wird die tägliche Aufnahme von 250 mg EPA und/oder DHA.

Seitens der Deutschen Gesellschaft für Ernährung gibt es keine allgemeine Zufuhrempfehlung für DHA/EPA (Ausnahme: Schwangere sollten 250 mg DHA pro Tag zuführen).

Omega-3-Index und Herztod-Risiko

Eine neue Sicht stellt dem täglichen Bedarf wünschenswerte Spiegel von Omega-3-Fettsäuren im Menschen entgegen, die als Omega-3-Index (Anteil Eicosapentaen- plus Docosahexaensäure in roten Blutkörperchen, ausgedrückt als Prozentanteil der Gesamtfettsäuren) erfasst werden.

In beobachtenden Studien, wie sie im Rahmen der Epidemiologie erstellt werden, scheint Verzehr von Fisch schwach mit der Abwesenheit von Herz-Kreislauferkrankungen korreliert zu sein. Wird der Gehalt an EPA und DHA im verzehrten Fisch mit betrachtet, wird diese Korrelation stärker. Am deutlichsten wird das Bild, wenn der Omega-3-Index betrachtet wird. Ein Omega-3-Index von unter vier Prozent bedeutet ein etwa zehnfach höheres Risiko, einen plötzlichen Herztod zu erleiden, als ein Omega-3-Index von über acht Prozent. In der Allgemeinbevölkerung ist der plötzliche Herztod je nach Omega-3-Index sehr unterschiedlich häufig: In Deutschland, wo man häufig einen Omega-3-Index um vier Prozent misst, beträgt die Inzidenz des plötzlichen Herztodes 148 pro 100.000, während sie in Japan, wo der Omega-3-Index wohl um elf Prozent liegt, 7,8 pro 100.000 Personenjahre beträgt. Für nichttödliche Herz-Kreislauferkrankungen gilt eine ähnliche, aber schwächere Korrelation.

Kritische klinische Studien

Aktuelle systematische Übersichtsarbeiten mit Metaanalysen zeichnen jedoch insgesamt ein uneinheitliches Bild und zeigen keinen übereinstimmenden Nutzen.

Im Rahmen der Health-Claims-Verordnung hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit die behaupteten Gesundheitseffekte von EPA- und DHA-Fettsäuren bewertet. Im Oktober 2010 wurde eine wissenschaftliche Einschätzung veröffentlicht, in der die Wissenschaftler zu dem Schluss kommen, dass eine Ursache-Wirkungs-Beziehung zwischen der Aufnahme von EPA und DHA und der Aufrechterhaltung einer normalen Herzfunktion besteht. Die empfohlene Formulierung ist: „EPA und DHA tragen zur normalen Funktion des Herzens bei.“ Um diese Wirkung zu erreichen, sei die tägliche Zufuhr von 250 mg nötig, welche Teil einer ausgewogenen Ernährung sei.

Die meisten behaupteten Wirkungen wurden allerdings zurückgewiesen:

  • Es gibt keine nachweisbare positive Wirkung auf den Cholesterinspiegel im menschlichen Blut,
  • Es gibt keine nachweisbare positive Wirkung auf das Immunsystem beziehungsweise gegen bestimmte Eikosanoide und andere entzündungsförderliche Zellgifte im Blut oder eine generell immunmodulierende Wirkung,
  • Es gibt keine nachweisbare positive Regulierung des Blutzuckers,
  • Es gibt keinen nachweisbaren Schutz der Haut vor UV-Schäden.

Vereinzelt wird spekuliert, dass die den Omega-3-Fettsäuren zugeschriebenen gesundheitsfördernden Eigenschaften möglicherweise auf die ebenfalls im Fisch enthaltenen Furanfettsäuren zurückzuführen sein könnten.

Fettsäure-Wechselwirkungen

Bei Kleinkindern wird die Verwertung von Omega-3-Fettsäuren im menschlichen Organismus u. a. auch durch die Konzentration von Omega-6-Fettsäuren beeinflusst, da diese in einigen biochemischen Vorgängen konkurrieren. Es wird daher diskutiert, welchen Einfluss das Verhältnis von Omega-6-Fettsäuren zu Omega-3-Fettsäuren in der Nahrung auf die menschliche Gesundheit hat. Dieses Verhältnis liegt heute je nach Quelle bei 15:1 bis 30:1 in Ländern wie Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Dies wird oft als ungünstig bewertet und ein niedrigeres Verhältnis empfohlen. Die DGE empfiehlt ein Verhältnis von 5 zu 1.

Im Fleisch von Nutztieren ist das Verhältnis verschoben, da heutige auf Getreide basierende Kraftnahrung einen deutlich höheren Anteil an Omega-6-Fettsäuren aufweist als die natürliche, auf Grünpflanzen basierende Nahrung.

Den mit Abstand höchsten relativen Anteil an Omega-3-Fettsäuren enthält Leinöl mit einem Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 von etwa 1:3. Es enthält als eines der wenigen Speiseöle – neben Leindotteröl, Chiaöl und Perillaöl – mehr Omega-3-Fettsäuren (in Form von α-Linolensäure) als Omega-6-Fettsäuren. Weitere Speiseöle mit relativ niedrigem Omega-6- zu Omega-3-Verhältnis sind Rapsöl (2:1), Hanföl (3:1), Walnuss-, Weizenkeim- und Sojaöl (6:1) sowie Olivenöl (8:1). Maiskeimöl weist hingegen ein Verhältnis von ca. 50:1 auf, Sonnenblumenöl 120:1 und Distelöl 150:1.

Ein hohes Omega-6-zu-Omega-3-Verhältnis wird in einigen Arbeiten mit entzündlichen Vorgängen in Verbindung gebracht.

Eine mögliche Wirkung ginge vor allem von biologisch aktiven Stoffwechselprodukten dieser Fettsäuren, den Eicosanoiden aus. Allerdings gibt es keine belastbaren Belege für eine gesundheitsfördernde Wirkung von Omega-3-Fettsäuren.

Senkung kardiovaskulärer Risiken

Die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA sind Bestandteile der Zellmembran und wirken auf unterschiedliche Weisen modulierend auf die Funktion verschiedener Zellen. In Untersuchungen am Menschen werden folgende Wirkungen für EPA und DHA nachgewiesen:

  • sie wirken anti-arrhythmisch (beugen Herzrhythmusstörungen vor) sowohl auf der Ebene des Vorhofes wie der Herzkammer
  • sie stabilisieren instabile Gefäßbezirke, die sonst Myokardinfarkte verursachen („instabile Plaques“)
  • sie verlangsamen das Voranschreiten von Veränderungen der Koronargefäße
  • sie senken Triglyceride
  • sie haben eine präventive Wirkung gegen Koronare Herzkrankheiten (KHK)
  • sie fördern die Durchblutung
  • sie hemmen die Thrombozytenaggregation
  • sie haben zahlreiche weitere positive Wirkungen auf Gefäßfunktion, Blutdruck, Entzündungsmediatoren

Die kurzkettige (pflanzliche) α-Linolensäure (18:3 ω-3) kann durch kompetitive Hemmung die Linolsäure (18:2 ω-6) von den Desaturase- und Elongase-Enzymen verdrängen und dadurch die Produktion und die Gewebekonzentrationen der entzündungsfördernden Arachidonsäure herabsetzen.

Bislang liegen die Ergebnisse von vier großen klinischen Interventionsstudien an insgesamt über 30.000 Personen vor: Diet and Reinfarction Trial (DART), Gruppo Italiano per lo Studio della Sopravvivenza nell’Infarto miocardico-Prevenzione (GISSI-P), DART-2, und Japan EPA Lipid Intervention Study. (JELIS). DART und GISSI-P zeigten eine Reduktion der Gesamtmortalität zwischen 20 und 29 Prozent des plötzlichen Herztodes von etwa 45 Prozent und kardialer Ereignisse nach Gabe von knapp einem Gramm EPA und DHA pro Tag. DART-2 wurde so schlecht erhoben, dass verlässliche Schlussfolgerungen nicht zu ziehen waren. An JELIS nahmen 18.645 hyperlipidämische Japaner mit weiteren kardiovaskulären Risikofaktoren für fünf Jahre teil. Traditionell wird in Japan viel Fisch, also auch viel EPA und DHA verzehrt, was hohe Spiegel nach sich zieht. Diese Spiegel wurden durch die Gabe von 1,8 Gramm pro Tag Eicosapentaensäure noch weiter erhöht. Die Inzidenz des plötzlichen Herztodes lag in JELIS bei 40 pro 100.000, also noch deutlich unter der Inzidenz der deutschen Allgemeinbevölkerung (siehe oben). Auch andere kardiale Ereignisse waren in JELIS insgesamt selten und wurden durch Einnahme von Eicosapentaensäure noch weiter reduziert.

Omega-3-Fettsäuren in Schwangerschaft und Stillzeit

Die Plazenta versorgt den heranwachsenden Fötus mit 50–60 mg Docosahexaensäure pro Tag. Bei 25 unselektierten Schwangeren in Deutschland wurden Omega-3-Index-Werte zwischen 2,6 und 14,9 % gemessen. Regulationsmechanismen in der Plazenta versuchen, den Fetus auf einen Omega-3-Index von 10 bis 11 % einzustellen. Bei Müttern mit niedrigen Spiegeln führt dies zum Leeren vorhandener Speicher. Eine gute Versorgung der Mutter mit Eicosapenten- und Docosahexaensäure zeigte in Interventionsstudien ein besseres Ergebnis in den folgenden Kriterien:

  • Frühgeburtsbestrebungen sind seltener, wenn frühzeitig mit einer Supplementation begonnen wird. Ein Beginn nach der 33. Woche ist ineffektiv, wie sich in Interventionsstudien zeigte.
  • Wochenbettdepression tritt selten in Populationen auf, die durch einen hohen Fischverzehr oder einen hohen Gehalt der Muttermilch an DHA charakterisiert sind. Interventionsstudien sind im Gange.
  • Die Gehirnentwicklung verläuft bei Kindern mit hohen Spiegeln von Eicosapentaen- und Docosahexaensäure günstiger, wie sich in Interventionsstudien mit Tests, die komplexere Hirnleistungen erfassten, zeigen ließ.
  • Der Intelligenzquotient von 4-jährigen Kindern, deren Mütter in der Schwangerschaft und während der ersten drei Monate nach der Geburt täglich 2 g Eicosapentaen- und Docosahexaensäure supplementierten, war in einer, mit 83 Teilnehmern recht kleinen, Interventionsstudie mit 106 Punkten 4 Punkte höher als bei Kindern von Müttern die Maiskeimöl, das praktisch keine Omega-3-Fettsäuren enthält, einnahmen. Dies wurde darauf zurückgeführt, dass die Spiegel von Eicosapentaen- und Docosahexaensäure im Nabelschnurblut der intelligenteren Kinder doppelt so hoch waren.
  • Muttermilch lässt sich über die Ernährung der Mutter dosisabhängig mit Eicosapentaen- und Docosahexaensäure anreichern. Die Ergebnisse der Interventionsstudien sind nicht ganz konsistent, zeigen aber generell bessere komplexe Hirnleistungen bei Kindern, deren Mütter in der Stillzeit Eicosapentaen- und Docosahexaensäure supplementierten. Einzelne Hersteller ergänzen Milchnahrung mit DHA.

Die Hoffnung, mittels der gezielten Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren in der Schwangerschaft ließe sich Adipositas bei Kindern vorbeugen, scheint sich allerdings laut einer Studie der Technischen Universität München vorerst nicht zu bestätigen.

Ende August 2007 hielt mit Förderung der EU eine Gruppe von Wissenschaftlern eine Konsensuskonferenz ab: „New EU Recommendation Suggests Pregnant Women Need Higher Levels of Omega-3“. Es wurde empfohlen, in der Schwangerschaft mindestens 200 mg/Tag DHA einzunehmen, wobei darauf hingewiesen wurde, dass bis 2,7 g/Tag Eicosapentaen- und Docosahexaensäure in Interventionsstudien ohne wesentliche Nebenwirkungen gegeben worden waren. Auch hier zeigte sich Einigkeit bei der Einschätzung des Wertes der Omega-3-Fettsäuren in der Schwangerschaft, hinsichtlich der Dosis aber Uneinigkeit.

Die Konsensuskonferenz empfiehlt den Verzehr zweier Portionen fetten Fischs (beispielsweise Lachs oder Makrele) pro Woche für schwangere und stillende Frauen, was auch mit den Empfehlungen der Europäischen Agentur für Lebensmittelstandards übereinstimmt. Frauen, die wenig oder keinen Fisch verzehren, sollten die Verwendung von Omega-3-Supplementen erwägen.

Krebserkrankungen

In beobachtenden Untersuchungen gewann man Hinweise auf einen protektiven Effekt gegenüber Prostatakrebs durch den Verzehr von Eicosapentaen- und Docosahexaensäure, während α-Linolensäure möglicherweise das Gegenteil bewirkt. Höhere Spiegel von Eicosapentaen- und Docosahexaensäure, nicht aber von α-Linolensäure, waren mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit für das Prostatakarzinom assoziiert. Mehrere Interventionsstudien zum Thema werden gegenwärtig erstellt.

Die SELECT-Studie von 2013 ergab jedoch auch für Docosahexaensäure ein höheres Risiko für Prostatakrebs. Bereits zum zweiten Mal legte die Studie nahe, dass mehrfach ungesättigte Fettsäuren die Bildung des Prostatakarzinoms fördern könnten.

Bei anderen Krebserkrankungen wie kolorektales Karzinom oder Brustkrebs war das Erkrankungsrisiko umso kleiner, je höher die Spiegel von Eicosapentaen- und Docosahexaensäure in den Erythrozyten (rote Blutkörperchen) waren. Frühere Untersuchungen, die den Verzehr von Fisch untersuchten, zeigten weniger klare Ergebnisse. Auch hier kann noch keine abschließende Beurteilung abgegeben werden.

Über Stimulation von Myeloid-derived suppressor cells (MDSC) können vielfach-ungesättigte-Fettsäuren abhängig von der ROS-Produktion ungünstig in das Tumor-Microenvironment eingreifen.

Entzündliche Erkrankungen mit Autoimmunkomponente

Bei entzündlichen Erkrankungsbildern mit Autoimmunkomponente, wie rheumatoider Arthritis, entzündlichen Darmerkrankungen, Asthma oder primärer sklerosierender Cholangitis sprechen Wirkmechanismen, wie die Verminderung entzündungsfördernder Mediatoren, für einen therapeutischen Effekt. Erste Interventionsstudien hatten positive Ergebnisse, aber eine abschließende Bewertung steht noch aus, da noch weitere Interventionsstudien erhoben werden müssen.

Im Jahr 2013 entdeckten Yan, Jiang und Mitarbeiter, dass die antiinflammatorische (entzündungshemmende) Wirkung der Omega-3-Fettsäuren auf einer Hemmung der Aktivation des NLRP3-Inflammasoms, mit der nachfolgenden Caspase-1-Aktivation sowie Sekretion von IL-1β beruht.

Altersbedingte degenerative Erkrankungen

Zwar ließen Beobachtungsstudien vermuten, dass ein erhöhter Gehalt an Omega-3-Fettsäuren in der Nahrung der altersbedingten Makuladegeneration entgegenwirken könnte, jedoch konnte dies in der ARED-II-Studie nicht bestätigt werden.

Omega-3-Fettsäuren sind unter anderem für Struktur und Funktion von Hirn und Auge essentiell. Verschiedene Wirkmechanismen, die hierfür relevant sind, hat man beschrieben: Veränderungen in der dopaminergen Funktion, Regulation von Hormonsystemen, Veränderungen intrazellulärer Signalsysteme, vermehrte dendritische Verzweigung und Synapsenbildung und eine Anzahl anderer. Dies gilt insbesondere für Docosahexaensäure, weniger für Eicosapentaensäure und nicht für α-Linolensäure.

Schlaganfall

In einer systematischen Übersichtsarbeit zeigte sich, dass der ischämische Schlaganfall bei Personen, die Omega-3-Fettsäuren zu sich nehmen, etwa 30 % seltener auftritt. Omega-3-Fettsäurespiegel scheinen nicht mit dem Auftreten hämorrhagischer Schlaganfälle assoziiert.

Kognitive Einschränkung und Alzheimer-Erkrankung

In beobachtenden Untersuchungen an Patienten mit kognitiven Einschränkungen und Alzheimer-Krankheit zeigte sich, dass der Verzehr von mehr Fisch, vor allem aber höhere Spiegel von Eicosapentaen- und Docosahexaensäure, mit einem niedrigeren Risiko für den Verlust an Kognition und Demenzentwicklung vergesellschaftet sind. Eine erste kleine Interventionsstudie hatte vielversprechende Ergebnisse, weitere werden gegenwärtig erstellt.

Depression

(Unipolare) Depressionen und bipolare Störungen treten häufiger bei Personen mit geringer Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren und/oder niedrigen Spiegeln von Eicosapentaensäure und Docosahexaensäure auf. Ein niedriger Omega-3-Index ist ein Risikofaktor für zukünftige Suizidversuche. Zu verschiedenen Interventionsstudien (Dosierungen zwischen 1 und 9,6 g/Tag) liegen mehrere Metaanalysen vor, deren Ergebnisse nicht übereinstimmen. Es scheint einiges darauf hinzuweisen, dass es für den Nachweis eines antidepressiven Effektes darauf ankommt, welche der Omega-3-Fettsäuren den Teilnehmern der Studien verabreicht wurde. Es konnte nachgewiesen werden, dass EPA einen antidepressiven Effekt bei einer Applikation von mehr als 1 g/Tag aufweist, während DHA allein nur einen geringfügigen bis keinen antidepressiven Effekt zeigt. Mehrere Kombinationsstudien, die beide Omega-3-Fettsäuren in einem Verhältnis von > 1 von EPA:DHA verabreichten, konnten ebenfalls positive antidepressive Effekte aufzeigen. Betrug hingegen das Verhältnis von EPA zu DHA weniger als 1, konnten keine antidepressiven Effekte gemessen werden. Es scheint somit noch Forschungsbedarf zu geben, um genaue Anweisungen für die Ernährung herausgeben zu können (sprich Monotherapie einzelner Omega-3-Fettsäuren gegenüber einer Kombinationstherapie und auch die Höhe der eingesetzten täglichen Dosis). Allerdings besteht ein nachhaltiges Interesse, auf diesem Gebiet weiterzuforschen, da die bisherigen Ergebnisse vielversprechend sind, insofern bei einer Reihe von Versuchspersonen Depressionen gemildert oder ganz aufgehoben wurden. Es wurde vorgeschlagen, sich in zukünftigen Studien an Omega-3-Fettsäurespiegeln zu orientieren.

Schizophrenie

Die Omega-3-Fettsäurespiegel der an Schizophrenie erkrankten Patienten sind signifikant niedriger als die Omega-3-Fettsäurespiegel der Probanden gesunder Kontrollgruppen. In 3 von 4 Interventionsstudien wurden positive Effekte gesehen sowie in Studien zur Wirkung von Eicosapentaensäure. Weitere Interventionsstudien werden gegenwärtig erstellt.

Borderline-Persönlichkeit

Erste Daten von Interventionsstudien bei Borderline-Persönlichkeiten zeigten, dass Eicosapentaen- und Docosahexaensäure Feindseligkeit und Aggression sowie depressive Symptome vermindern können.

Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung

Bei Jugendlichen und Erwachsenen mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen hat man niedrigere Omega-3-Fettsäure-Spiegel gefunden als in Gesunden.

Eine Querschnittstudie von 2016 kommt zu dem Schluss, dass die Ergebnisse der untersuchten Studien mit Omega-3-Präparaten widersprüchlich sind, aber dass es mögliche Hinweise auf eine erfolgreiche Behandlung der ADHS-Symptome gibt.

  • A. Hahn, A. Ströhl: Omega-3-Fettsäuren. In: Chemie in unserer Zeit.Band38, 2004,S.310–318.
  • Kapitel 9: Die Revolution der Omega-3-Fettsäuren. In: David Servan-Schreiber (Hrsg.): Die neue Medizin der Emotionen. 10. Auflage. 2005, ISBN 3-88897-353-8,S.155–178 (Behandelt Omega-3-Fettsäuren, insbesondere die Anwendung bei Depressionen).
  • Andrew L. Stoll: The Omega-3 Connection: The Groundbreaking Antidepression Diet and Brain Program. Simon & Schuster, New York 2001, ISBN 0-684-87139-4.
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Omega-3-Fettsäuren
omega, fettsäuren, sprache, beobachten, bearbeiten, sind, eine, untergruppe, innerhalb, omega, fettsäuren, ungesättigten, verbindungen, zählen, bezeichnung, stammt, alten, nomenklatur, fettsäuren, bevor, solche, identifizierte, wurden, gemeinhin, vitamin, beze. Omega 3 Fettsauren Sprache Beobachten Bearbeiten Die Omega 3 Fettsauren sind eine Untergruppe innerhalb der Omega n Fettsauren die zu den ungesattigten Verbindungen zahlen Die Bezeichnung stammt aus der alten Nomenklatur der Fettsauren Bevor man sie als solche identifizierte wurden sie gemeinhin als Vitamin F bezeichnet Omega 3 bedeutet dass die letzte Doppelbindung in der mehrfach ungesattigten Kohlenstoffkette der Fettsaure bei der von dem Carboxy Ende aus gesehen drittletzten C C Bindung vorliegt Omega w ist der letzte Buchstabe des griechischen Alphabets und bezeichnet das von der Carboxygruppe entfernteste Ende der Kohlenstoffkette Strukturformel der a Linolensaure links die Carboxygruppe COOH rechts das Omega Kohlenstoffatom C Strukturformel der Eicosapentaensaure links die Carboxygruppe COOH rechts das Omega Kohlenstoffatom C 5Z 8Z 11Z 14Z 17Z Eicosa 5 8 11 14 17 pentaensaure Strukturformel der Docosahexaensaure links Carboxygruppe COOH rechts das Omega Kohlenstoffatom C 4Z 7Z 10Z 13Z 16Z 19Z Docosa 4 7 10 13 16 19 hexaensaure Folgende Teile dieses Artikels scheinen seit 15 Jahren nicht mehr aktuell zu sein Abschnitte zum gesundheitlichen Nutzen Die meisten Studien wurden zur Hochphase des Omega 3 Hypes verfasst Es fehlen aktuelle Metastudien zu den aufgefuhrten Punkten Bitte hilf mit die fehlenden Informationen zu recherchieren und einzufugen Wikipedia WikiProjekt Ereignisse Vergangenheit fehlend Inhaltsverzeichnis 1 Vorkommen 2 Bekannte Omega 3 Fettsauren 2 1 Bedeutung als Nahrungsmittel 2 2 a Linolensaure ALA gegenuber Eicosapentaensaure EPA und Docosahexaensaure DHA 3 Tagesbedarf Omega 3 Index und Wechselwirkungen 3 1 Taglicher Bedarf 3 2 Omega 3 Index und Herztod Risiko 3 3 Kritische klinische Studien 3 4 Fettsaure Wechselwirkungen 4 Physische Wirkungen 4 1 Senkung kardiovaskularer Risiken 4 2 Omega 3 Fettsauren in Schwangerschaft und Stillzeit 4 3 Krebserkrankungen 4 4 Entzundliche Erkrankungen mit Autoimmunkomponente 4 5 Altersbedingte degenerative Erkrankungen 5 Omega 3 Fettsauren in Neurologie und Psychiatrie 5 1 Schlaganfall 5 2 Kognitive Einschrankung und Alzheimer Erkrankung 5 3 Depression 5 4 Schizophrenie 5 5 Borderline Personlichkeit 5 6 Aufmerksamkeitsdefizit Hyperaktivitatsstorung 6 Siehe auch 7 Literatur 8 Weblinks 9 EinzelnachweiseVorkommen Bearbeiten Chiasamen haben einen hohen Omega 3 Fettsauregehalt Omega 3 Fettsauren sind in Algen oder Fischen EPA und DHA und in Pflanzen ALA als Carbonsaureester beziehungsweise Triglyceride enthalten Pflanzen enthalten fast ausschliesslich a Linolensaure wahrend in Fettfischen wie Aal Karpfen und Sardine und Algen etwa Rotalgen vorwiegend Docosahexaensaure DHA und Eicosapentaensaure EPA 1 vorkommen konnen Omega 3 Fettsauregehalte ALA verschiedener Pflanzenole Leinol 56 71 2 Chiaol bis ca 64 Perillaol ca 60 Sacha Inchi Ol ca 48 Leindotterol ca 38 Hanfol ca 17 Walnussol ca 13 Rapsol ca 9 Sojabohnenol ca 8 Lachsolkapseln Omega 3 Fettsauregehalte EPA und DHA verschiedener FischeAtlantischer Lachs gezuchtet gegart gerauchert 1 8 Sardellen Europa eingelegt in Ol oder Salz 1 7 Sardine Pazifischer Ozean eingelegt in Tomatensosse oder Salz mit Graten 1 4 Atlantischer Hering in Essig eingelegt 1 2 Makrele Atlantik gekocht gerauchert 1 Weisser Thun eingelegt in Wasser oder Salz 0 7 Fische nehmen die Fettsauren EPA Eicosapentaensaure und DHA Docosahexaensaure durch ihre Algennahrung auf konnen diese aber auch selbst synthetisieren Bestimmte Mikroalgen sind besonders geeignete Produzenten fur die Fettsauren Inzwischen sind auch Mikroalgenole erhaltlich die in Bioreaktoren hergestellt wurden Der Biosyntheseweg der Fettsauren und die beteiligten Algengene wurden bereits charakterisiert und es ist zu erwarten dass gentechnisch veranderte Pflanzen die die Synthese beherrschen patentiert werden 3 4 5 6 Bekannte Omega 3 Fettsauren BearbeitenTrivialname Lipidname Chemischer NameRoughaninsaure 16 3 w 3 7Z 10Z 13Z HexadecatriensaureAlpha Linolensaure ALA 18 3 w 3 9Z 12Z 15Z OctadecatriensaureStearidonsaure 18 4 w 3 6Z 9Z 12Z 15Z OctadecatetraensaureEicosatriensaure Dihomolinolensaure 20 3 w 3 11Z 14Z 17Z EicosatriensaureEicosatetraensaure 20 4 w 3 8Z 11Z 14Z 17Z EicosatetraensaureEicosapentaensaure EPA 20 5 w 3 5Z 8Z 11Z 14Z 17Z EicosapentaensaureHeneicosapentaensaure 21 5 w 3 6Z 9Z 12Z 15Z 18Z HeneicosapentaensaureDocosapentaensaure 22 5 w 3 7Z 10Z 13Z 16Z 19Z DocosapentaensaureDocosahexaensaure DHA 22 6 w 3 4Z 7Z 10Z 13Z 16Z 19Z DocosahexaensaureTetracosapentaensaure Scoliodonsaure 24 5 w 3 9Z 12Z 15Z 18Z 21Z TetracosapentaensaureTetracosahexaensaure Nisinsaure 24 6 w 3 6Z 9Z 12Z 15Z 18Z 21Z Tetracosahexaensaure a Linolensaure Eicosapentaensaure und Docosahexaensaure sind bekanntere Omega 3 Fettsauren die verstarkt fur die menschliche Ernahrung erforscht wurden Bedeutung als Nahrungsmittel Bearbeiten Pflanzliche Omega 3 Fettsauren a Linolensaure ALA werden zur Energiegewinnung verstoffwechselt in Zellmembranen eingebaut und sind Vorlaufer von Serie 3 Prostaglandinen Der menschliche Korper eines Erwachsenen wandelt Omega 3 Fettsauren pflanzlicher Herkunft zu einem geringen Teil in Eicosapentaensaure EPA Docosapentaensaure und Docosahexaensaure DHA um Gemessen wurden in einer Studie eine Umwandlungsrate von a Linolensaure in Eicosapentaensaure von ca 5 und in Docosahexaensaure von unter 0 5 7 In einer anderen Studie sah man entsprechende Umwandlungsraten von 6 und 3 8 8 Die hoheren Umwandlungsraten waren in dieser Studie jedoch abhangig von einer hohen Zufuhr von gesattigten Fettsauren uber die Nahrung Wurden dagegen hohe Mengen von Omega 6 Fettsauren zugefuhrt sanken die Umwandlungsraten um 40 50 Ein Omega 6 zu Omega 3 Fettsauren Verhaltnis von nicht mehr als 4 1 bis 6 1 wurde demnach als gunstig angesehen Leinol hat beispielsweise ein Omega 6 zu Omega 3 Fettsauren Verhaltnis zwischen 1 6 und 1 3 9 10 und liegt damit deutlich unter 4 1 Olivenol enthalt keine Omega 3 Fettsauren in nennenswertem Umfang Bei Butter liegt das Verhaltnis zwischen 0 33 und 4 43 also hochstens leicht uber 4 1 wobei daneben ein sehr hoher Anteil an gesattigten Fettsauren vorliegt 10 Allerdings ist der Gesamtanteil an Omega 3 Fettsauren in Butter sehr gering Das Omega 6 zu Omega 3 Fettsauren Verhaltnis von erucasaurearmem Rapsol liegt zwischen 1 1 und 6 1 10 und uberschreitet damit die 6 1 Grenze noch nicht Der Anteil an Omega 3 Fettsauren beruht bei Leinol Butter und Rapsol jeweils vollstandig auf a Linolensaure Eine Studie des Royal Adelaide Hospital in Australien zeigt dass a Linolensaurereiches Pflanzenol zusammen mit einer Linolsaurearmen Ernahrung ahnlich den EPA Spiegel im Gewebe steigen lasst wie eine Supplementierung mit Fischolen 11 Hingegen wird eine Steigerung des DHA Spiegels im Blut durch Supplementierung von zusatzlicher ALA EPA oder anderer Vorstufen zur Umwandlung durch die International Society for the Study of Fatty Acids and Lipids ISSFAL verneint 7 Barcel Coblijn und Murphy hingegen kommen zu dem Schluss dass der Korper ausreichend DHA bilden kann wenn genug a Linolensaure gt 1200 mg pro Tag aufgenommen wird 12 Der Stoffwechsel von Neugeborenen ist zu einer verstarkten Umwandlung fahig da sie die Stoffe fur ihre Hirnentwicklung benotigen 13 Ein Review von 2016 welches die Umwandlungsraten von ALA in DHA untersuchte kommt zu dem Schluss dass ALA ein ungeeignetes Substitut fur DHA ist 14 Fur die Umwandlung der pflanzlichen a Linolensaure benotigt der Korper die Enzyme Delta 6 Desaturase und Delta 5 Desaturase Diese verarbeiten aber gleichzeitig die Omega 6 Fettsaure Linolsaure zu DGLA und Arachidonsaure Durch ein hohes Verhaltnis von Omega 6 zu Omega 3 Fettsauren wird so mehr Arachidonsaure und weniger EPA und DHA erzeugt In unserer heutigen Nahrung ist das Omega 6 zu Omega 3 Fettsauren Verhaltnis mit gt 7 1 sehr ungunstig die DGE empfiehlt 5 1 15 Werden EPA und DHA nicht direkt uber Fischol oder Mikroalgenol zugefuhrt sondern deren Vorstufe a Linolensaure z B aus Leinol dann ist eine Reduzierung der Omega 6 Fettsauren empfehlenswert damit mehr Enzyme fur die Umwandlung der a Linolensaure in EPA und DHA zur Verfugung stehen Vitamin und Mineralienmangel Stress und Alter konnen die Umwandlung verlangsamen Hingegen konnen Vitamin B und C Magnesium und Zink diese Enzyme aktivieren 16 Fischole und Mikroalgenole enthalten EPA und DHA direkt Im Rindfleisch finden sich deutlich weniger Omega 3 Fettsauren sowohl in Form von a Linolensaure als auch als EPA und DHA Jedoch ist das Omega 6 zu Omega 3 Fettsauren Verhaltnis bei Tieren aus extensiver Weidehaltung deutlich gunstiger als bei konventioneller Tierhaltung 17 a Linolensaure ALA gegenuber Eicosapentaensaure EPA und Docosahexaensaure DHA Bearbeiten Beim Menschen hebt a Linolensaure ALA bestimmte Blutfette Triglyceride wahrend EPA oder DHA diese Fette senken a Linolensaure wirkt nicht blutdrucksenkend wohl aber Docosahexaensaure Dies suggeriert dass sich mit a Linolensaure manche Wirkungen von EPA und DHA nicht erzielen lassen Dies bedeutet auch dass eine gesundheitsfordernde Wirkung von a Linolensaure in dieser Hinsicht separat nachgewiesen werden musste Allerdings weisen Studien auch bei a Linolensaure auf den Effekt des Knochenschutzes etwa vor Osteoporose und positive Auswirkungen auf die Knochenstabilitat hin 18 Uber andere Omega 3 Fettsauren wie Stearidonsaure oder Docosapentaensaure ist weniger bekannt sie scheinen von geringerer Bedeutung 19 EPA und DHA konnen aus Algen gewonnen werden vegane Nahrungserganzungsmittel auch das EPA und DHA in Fischen und Fischol Praparaten stammt uber die Nahrungskette aus Algen 20 Tagesbedarf Omega 3 Index und Wechselwirkungen Bearbeiten Omega 3 Fettsauren als Softgel Taglicher Bedarf Bearbeiten Nach einem Artikel von 2007 empfehlen manche US amerikanischen Gesundheits und Regierungsorganisationen die regelmassige Einnahme der Omega 3 Fettsauren EPA und DHA Fur den taglichen Bedarf wurden typischerweise zwischen 100 mg und 600 mg genannt 21 Die Europaische Behorde fur Lebensmittelsicherheit EFSA veroffentlichte im Marz 2010 ebenfalls ernahrungsbezogene Empfehlungen Empfohlen wird die tagliche Aufnahme von 250 mg EPA und oder DHA 22 Seitens der Deutschen Gesellschaft fur Ernahrung gibt es keine allgemeine Zufuhrempfehlung fur DHA EPA Ausnahme Schwangere sollten 250 mg DHA pro Tag zufuhren 23 Omega 3 Index und Herztod Risiko Bearbeiten Eine neue Sicht stellt dem taglichen Bedarf wunschenswerte Spiegel von Omega 3 Fettsauren im Menschen entgegen die als Omega 3 Index Anteil Eicosapentaen plus Docosahexaensaure in roten Blutkorperchen ausgedruckt als Prozentanteil der Gesamtfettsauren 24 erfasst werden 25 26 In beobachtenden Studien wie sie im Rahmen der Epidemiologie erstellt werden scheint Verzehr von Fisch schwach mit der Abwesenheit von Herz Kreislauferkrankungen korreliert zu sein Wird der Gehalt an EPA und DHA im verzehrten Fisch mit betrachtet wird diese Korrelation starker Am deutlichsten wird das Bild wenn der Omega 3 Index betrachtet wird Ein Omega 3 Index von unter vier Prozent bedeutet ein etwa zehnfach hoheres Risiko einen plotzlichen Herztod zu erleiden als ein Omega 3 Index von uber acht Prozent 25 In der Allgemeinbevolkerung ist der plotzliche Herztod je nach Omega 3 Index sehr unterschiedlich haufig In Deutschland wo man haufig einen Omega 3 Index um vier Prozent misst betragt die Inzidenz des plotzlichen Herztodes 148 pro 100 000 wahrend sie in Japan wo der Omega 3 Index wohl um elf Prozent liegt 7 8 pro 100 000 Personenjahre betragt 27 28 Fur nichttodliche Herz Kreislauferkrankungen gilt eine ahnliche aber schwachere Korrelation 29 Kritische klinische Studien Bearbeiten Aktuelle systematische Ubersichtsarbeiten mit Metaanalysen zeichnen jedoch insgesamt ein uneinheitliches Bild und zeigen keinen ubereinstimmenden Nutzen 30 31 Im Rahmen der Health Claims Verordnung hat die Europaische Behorde fur Lebensmittelsicherheit die behaupteten Gesundheitseffekte von EPA und DHA Fettsauren bewertet Im Oktober 2010 wurde eine wissenschaftliche Einschatzung veroffentlicht in der die Wissenschaftler zu dem Schluss kommen dass eine Ursache Wirkungs Beziehung zwischen der Aufnahme von EPA und DHA und der Aufrechterhaltung einer normalen Herzfunktion besteht Die empfohlene Formulierung ist EPA und DHA tragen zur normalen Funktion des Herzens bei Um diese Wirkung zu erreichen sei die tagliche Zufuhr von 250 mg notig welche Teil einer ausgewogenen Ernahrung sei 32 Die meisten behaupteten Wirkungen wurden allerdings zuruckgewiesen Es gibt keine nachweisbare positive Wirkung auf den Cholesterinspiegel im menschlichen Blut Es gibt keine nachweisbare positive Wirkung auf das Immunsystem beziehungsweise gegen bestimmte Eikosanoide und andere entzundungsforderliche Zellgifte im Blut oder eine generell immunmodulierende Wirkung Es gibt keine nachweisbare positive Regulierung des Blutzuckers Es gibt keinen nachweisbaren Schutz der Haut vor UV Schaden Vereinzelt wird spekuliert dass die den Omega 3 Fettsauren zugeschriebenen gesundheitsfordernden Eigenschaften moglicherweise auf die ebenfalls im Fisch enthaltenen Furanfettsauren zuruckzufuhren sein konnten 33 34 Fettsaure Wechselwirkungen Bearbeiten Bei Kleinkindern wird die Verwertung von Omega 3 Fettsauren im menschlichen Organismus u a auch durch die Konzentration von Omega 6 Fettsauren beeinflusst da diese in einigen biochemischen Vorgangen konkurrieren 35 Es wird daher diskutiert welchen Einfluss das Verhaltnis von Omega 6 Fettsauren zu Omega 3 Fettsauren in der Nahrung auf die menschliche Gesundheit hat Dieses Verhaltnis liegt heute je nach Quelle bei 15 1 bis 30 1 in Landern wie Deutschland Osterreich oder der Schweiz Dies wird oft als ungunstig bewertet und ein niedrigeres Verhaltnis empfohlen 36 Die DGE empfiehlt ein Verhaltnis von 5 zu 1 37 Im Fleisch von Nutztieren ist das Verhaltnis verschoben da heutige auf Getreide basierende Kraftnahrung einen deutlich hoheren Anteil an Omega 6 Fettsauren aufweist als die naturliche auf Grunpflanzen basierende Nahrung Den mit Abstand hochsten relativen Anteil an Omega 3 Fettsauren enthalt Leinol mit einem Verhaltnis von Omega 6 zu Omega 3 von etwa 1 3 Es enthalt als eines der wenigen Speiseole neben Leindotterol Chiaol und Perillaol mehr Omega 3 Fettsauren in Form von a Linolensaure als Omega 6 Fettsauren Weitere Speiseole mit relativ niedrigem Omega 6 zu Omega 3 Verhaltnis sind Rapsol 2 1 Hanfol 3 1 Walnuss Weizenkeim und Sojaol 6 1 sowie Olivenol 8 1 Maiskeimol weist hingegen ein Verhaltnis von ca 50 1 auf Sonnenblumenol 120 1 und Distelol 150 1 Ein hohes Omega 6 zu Omega 3 Verhaltnis wird in einigen Arbeiten mit entzundlichen Vorgangen in Verbindung gebracht Physische Wirkungen BearbeitenEine mogliche Wirkung ginge vor allem von biologisch aktiven Stoffwechselprodukten dieser Fettsauren den Eicosanoiden aus Allerdings gibt es keine belastbaren Belege fur eine gesundheitsfordernde Wirkung von Omega 3 Fettsauren Senkung kardiovaskularer Risiken Bearbeiten Die Omega 3 Fettsauren EPA und DHA sind Bestandteile der Zellmembran und wirken auf unterschiedliche Weisen modulierend auf die Funktion verschiedener Zellen In Untersuchungen am Menschen werden folgende Wirkungen fur EPA und DHA nachgewiesen sie wirken anti arrhythmisch beugen Herzrhythmusstorungen vor sowohl auf der Ebene des Vorhofes wie der Herzkammer 38 sie stabilisieren instabile Gefassbezirke die sonst Myokardinfarkte verursachen instabile Plaques sie verlangsamen das Voranschreiten von Veranderungen der Koronargefasse sie senken Triglyceride 39 40 19 sie haben eine praventive Wirkung gegen Koronare Herzkrankheiten KHK 41 sie fordern die Durchblutung 41 sie hemmen die Thrombozytenaggregation 41 sie haben zahlreiche weitere positive Wirkungen auf Gefassfunktion Blutdruck Entzundungsmediatoren Die kurzkettige pflanzliche a Linolensaure 18 3 w 3 kann durch kompetitive Hemmung die Linolsaure 18 2 w 6 von den Desaturase und Elongase Enzymen verdrangen und dadurch die Produktion und die Gewebekonzentrationen der entzundungsfordernden Arachidonsaure herabsetzen 42 Bislang liegen die Ergebnisse von vier grossen klinischen Interventionsstudien an insgesamt uber 30 000 Personen vor Diet and Reinfarction Trial DART 43 Gruppo Italiano per lo Studio della Sopravvivenza nell Infarto miocardico Prevenzione GISSI P 44 DART 2 45 und Japan EPA Lipid Intervention Study JELIS 46 DART und GISSI P zeigten eine Reduktion der Gesamtmortalitat zwischen 20 und 29 Prozent des plotzlichen Herztodes von etwa 45 Prozent und kardialer Ereignisse nach Gabe von knapp einem Gramm EPA und DHA pro Tag 25 43 44 DART 2 wurde so schlecht erhoben dass verlassliche Schlussfolgerungen nicht zu ziehen waren 19 45 An JELIS nahmen 18 645 hyperlipidamische Japaner mit weiteren kardiovaskularen Risikofaktoren fur funf Jahre teil 46 Traditionell wird in Japan viel Fisch also auch viel EPA und DHA verzehrt was hohe Spiegel nach sich zieht Diese Spiegel wurden durch die Gabe von 1 8 Gramm pro Tag Eicosapentaensaure noch weiter erhoht Die Inzidenz des plotzlichen Herztodes lag in JELIS bei 40 pro 100 000 also noch deutlich unter der Inzidenz der deutschen Allgemeinbevolkerung siehe oben Auch andere kardiale Ereignisse waren in JELIS insgesamt selten und wurden durch Einnahme von Eicosapentaensaure noch weiter reduziert 46 Omega 3 Fettsauren in Schwangerschaft und Stillzeit Bearbeiten Die Plazenta versorgt den heranwachsenden Fotus mit 50 60 mg Docosahexaensaure pro Tag 47 Bei 25 unselektierten Schwangeren in Deutschland wurden Omega 3 Index Werte zwischen 2 6 und 14 9 gemessen Regulationsmechanismen in der Plazenta versuchen den Fetus auf einen Omega 3 Index von 10 bis 11 einzustellen 48 49 Bei Muttern mit niedrigen Spiegeln fuhrt dies zum Leeren vorhandener Speicher 47 Eine gute Versorgung der Mutter mit Eicosapenten und Docosahexaensaure zeigte in Interventionsstudien ein besseres Ergebnis in den folgenden Kriterien 47 Fruhgeburtsbestrebungen sind seltener wenn fruhzeitig mit einer Supplementation begonnen wird Ein Beginn nach der 33 Woche ist ineffektiv wie sich in Interventionsstudien zeigte 50 51 Wochenbettdepression tritt selten in Populationen auf die durch einen hohen Fischverzehr oder einen hohen Gehalt der Muttermilch an DHA charakterisiert sind 52 Interventionsstudien sind im Gange 47 Die Gehirnentwicklung verlauft bei Kindern mit hohen Spiegeln von Eicosapentaen und Docosahexaensaure gunstiger wie sich in Interventionsstudien mit Tests die komplexere Hirnleistungen erfassten zeigen liess 47 53 Der Intelligenzquotient von 4 jahrigen Kindern deren Mutter in der Schwangerschaft und wahrend der ersten drei Monate nach der Geburt taglich 2 g Eicosapentaen und Docosahexaensaure supplementierten war in einer mit 83 Teilnehmern recht kleinen Interventionsstudie mit 106 Punkten 4 Punkte hoher als bei Kindern von Muttern die Maiskeimol das praktisch keine Omega 3 Fettsauren enthalt einnahmen Dies wurde darauf zuruckgefuhrt dass die Spiegel von Eicosapentaen und Docosahexaensaure im Nabelschnurblut der intelligenteren Kinder doppelt so hoch waren 54 Muttermilch lasst sich uber die Ernahrung der Mutter dosisabhangig mit Eicosapentaen und Docosahexaensaure anreichern 55 Die Ergebnisse der Interventionsstudien sind nicht ganz konsistent zeigen aber generell bessere komplexe Hirnleistungen bei Kindern deren Mutter in der Stillzeit Eicosapentaen und Docosahexaensaure supplementierten 47 56 Einzelne Hersteller erganzen Milchnahrung mit DHA Die Hoffnung mittels der gezielten Zufuhr von Omega 3 Fettsauren in der Schwangerschaft liesse sich Adipositas bei Kindern vorbeugen scheint sich allerdings laut einer Studie der Technischen Universitat Munchen vorerst nicht zu bestatigen 57 58 Ende August 2007 hielt mit Forderung der EU eine Gruppe von Wissenschaftlern eine Konsensuskonferenz ab New EU Recommendation Suggests Pregnant Women Need Higher Levels of Omega 3 59 Es wurde empfohlen in der Schwangerschaft mindestens 200 mg Tag DHA einzunehmen wobei darauf hingewiesen wurde dass bis 2 7 g Tag Eicosapentaen und Docosahexaensaure in Interventionsstudien ohne wesentliche Nebenwirkungen gegeben worden waren Auch hier zeigte sich Einigkeit bei der Einschatzung des Wertes der Omega 3 Fettsauren in der Schwangerschaft hinsichtlich der Dosis aber Uneinigkeit Die Konsensuskonferenz empfiehlt den Verzehr zweier Portionen fetten Fischs beispielsweise Lachs oder Makrele pro Woche fur schwangere und stillende Frauen was auch mit den Empfehlungen der Europaischen Agentur fur Lebensmittelstandards ubereinstimmt Frauen die wenig oder keinen Fisch verzehren sollten die Verwendung von Omega 3 Supplementen erwagen 60 Krebserkrankungen Bearbeiten In beobachtenden Untersuchungen gewann man Hinweise auf einen protektiven Effekt gegenuber Prostatakrebs durch den Verzehr von Eicosapentaen und Docosahexaensaure wahrend a Linolensaure moglicherweise das Gegenteil bewirkt 61 Hohere Spiegel von Eicosapentaen und Docosahexaensaure nicht aber von a Linolensaure waren mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit fur das Prostatakarzinom assoziiert 62 Mehrere Interventionsstudien zum Thema werden gegenwartig erstellt Die SELECT Studie von 2013 ergab jedoch auch fur Docosahexaensaure ein hoheres Risiko fur Prostatakrebs 63 Bereits zum zweiten Mal legte die Studie nahe dass mehrfach ungesattigte Fettsauren die Bildung des Prostatakarzinoms fordern konnten 64 Bei anderen Krebserkrankungen wie kolorektales Karzinom oder Brustkrebs war das Erkrankungsrisiko umso kleiner je hoher die Spiegel von Eicosapentaen und Docosahexaensaure in den Erythrozyten rote Blutkorperchen waren 65 66 67 Fruhere Untersuchungen die den Verzehr von Fisch untersuchten zeigten weniger klare Ergebnisse 68 Auch hier kann noch keine abschliessende Beurteilung abgegeben werden Uber Stimulation von Myeloid derived suppressor cells MDSC konnen vielfach ungesattigte Fettsauren abhangig von der ROS Produktion ungunstig in das Tumor Microenvironment eingreifen 69 Entzundliche Erkrankungen mit Autoimmunkomponente Bearbeiten Bei entzundlichen Erkrankungsbildern mit Autoimmunkomponente wie rheumatoider Arthritis entzundlichen Darmerkrankungen Asthma oder primarer sklerosierender Cholangitis sprechen Wirkmechanismen wie die Verminderung entzundungsfordernder Mediatoren fur einen therapeutischen Effekt Erste Interventionsstudien hatten positive Ergebnisse aber eine abschliessende Bewertung steht noch aus da noch weitere Interventionsstudien erhoben werden mussen 70 Im Jahr 2013 entdeckten Yan Jiang und Mitarbeiter dass die antiinflammatorische entzundungshemmende Wirkung der Omega 3 Fettsauren auf einer Hemmung der Aktivation des NLRP3 Inflammasoms mit der nachfolgenden Caspase 1 Aktivation sowie Sekretion von IL 1b beruht 71 Altersbedingte degenerative Erkrankungen Bearbeiten Zwar liessen Beobachtungsstudien vermuten dass ein erhohter Gehalt an Omega 3 Fettsauren in der Nahrung der altersbedingten Makuladegeneration entgegenwirken konnte jedoch konnte dies in der ARED II Studie nicht bestatigt werden Omega 3 Fettsauren in Neurologie und Psychiatrie BearbeitenOmega 3 Fettsauren sind unter anderem fur Struktur und Funktion von Hirn und Auge essentiell Verschiedene Wirkmechanismen die hierfur relevant sind hat man beschrieben Veranderungen in der dopaminergen Funktion Regulation von Hormonsystemen Veranderungen intrazellularer Signalsysteme vermehrte dendritische Verzweigung und Synapsenbildung und eine Anzahl anderer 72 Dies gilt insbesondere fur Docosahexaensaure weniger fur Eicosapentaensaure und nicht fur a Linolensaure Schlaganfall Bearbeiten In einer systematischen Ubersichtsarbeit zeigte sich dass der ischamische Schlaganfall bei Personen die Omega 3 Fettsauren zu sich nehmen etwa 30 seltener auftritt Omega 3 Fettsaurespiegel scheinen nicht mit dem Auftreten hamorrhagischer Schlaganfalle assoziiert 73 Kognitive Einschrankung und Alzheimer Erkrankung Bearbeiten In beobachtenden Untersuchungen an Patienten mit kognitiven Einschrankungen und Alzheimer Krankheit zeigte sich dass der Verzehr von mehr Fisch vor allem aber hohere Spiegel von Eicosapentaen und Docosahexaensaure mit einem niedrigeren Risiko fur den Verlust an Kognition und Demenzentwicklung vergesellschaftet sind 74 75 76 Eine erste kleine Interventionsstudie hatte vielversprechende Ergebnisse 77 78 weitere werden gegenwartig erstellt Depression Bearbeiten Unipolare Depressionen und bipolare Storungen treten haufiger bei Personen mit geringer Zufuhr von Omega 3 Fettsauren und oder niedrigen Spiegeln von Eicosapentaensaure und Docosahexaensaure auf 72 Ein niedriger Omega 3 Index ist ein Risikofaktor fur zukunftige Suizidversuche 79 Zu verschiedenen Interventionsstudien Dosierungen zwischen 1 und 9 6 g Tag liegen mehrere Metaanalysen vor deren Ergebnisse nicht ubereinstimmen 72 80 81 Es scheint einiges darauf hinzuweisen dass es fur den Nachweis eines antidepressiven Effektes darauf ankommt welche der Omega 3 Fettsauren den Teilnehmern der Studien verabreicht wurde 81 Es konnte nachgewiesen werden dass EPA einen antidepressiven Effekt bei einer Applikation von mehr als 1 g Tag aufweist wahrend DHA allein nur einen geringfugigen bis keinen antidepressiven Effekt zeigt 82 Mehrere Kombinationsstudien die beide Omega 3 Fettsauren in einem Verhaltnis von gt 1 von EPA DHA verabreichten konnten ebenfalls positive antidepressive Effekte aufzeigen Betrug hingegen das Verhaltnis von EPA zu DHA weniger als 1 konnten keine antidepressiven Effekte gemessen werden 83 Es scheint somit noch Forschungsbedarf zu geben um genaue Anweisungen fur die Ernahrung herausgeben zu konnen sprich Monotherapie einzelner Omega 3 Fettsauren gegenuber einer Kombinationstherapie und auch die Hohe der eingesetzten taglichen Dosis Allerdings besteht ein nachhaltiges Interesse auf diesem Gebiet weiterzuforschen da die bisherigen Ergebnisse vielversprechend sind insofern bei einer Reihe von Versuchspersonen Depressionen gemildert oder ganz aufgehoben wurden Es wurde vorgeschlagen sich in zukunftigen Studien an Omega 3 Fettsaurespiegeln zu orientieren 84 Schizophrenie Bearbeiten Die Omega 3 Fettsaurespiegel der an Schizophrenie erkrankten Patienten sind signifikant niedriger als die Omega 3 Fettsaurespiegel der Probanden gesunder Kontrollgruppen 72 In 3 von 4 Interventionsstudien wurden positive Effekte gesehen 72 sowie in Studien zur Wirkung von Eicosapentaensaure 85 Weitere Interventionsstudien werden gegenwartig erstellt Borderline Personlichkeit Bearbeiten Erste Daten von Interventionsstudien bei Borderline Personlichkeiten zeigten dass Eicosapentaen und Docosahexaensaure Feindseligkeit und Aggression sowie depressive Symptome vermindern konnen 72 86 Aufmerksamkeitsdefizit Hyperaktivitatsstorung Bearbeiten Bei Jugendlichen und Erwachsenen mit Aufmerksamkeitsdefizit Hyperaktivitatsstorungen hat man niedrigere Omega 3 Fettsaure Spiegel gefunden als in Gesunden 87 Eine Querschnittstudie von 2016 kommt zu dem Schluss dass die Ergebnisse der untersuchten Studien mit Omega 3 Praparaten widerspruchlich sind aber dass es mogliche Hinweise auf eine erfolgreiche Behandlung der ADHS Symptome gibt 88 Siehe auch BearbeitenOmega 3 Saurenethylester 90Literatur BearbeitenA Hahn A Strohl Omega 3 Fettsauren In Chemie in unserer Zeit Band 38 2004 S 310 318 Kapitel 9 Die Revolution der Omega 3 Fettsauren In David Servan Schreiber Hrsg Die neue Medizin der Emotionen 10 Auflage 2005 ISBN 3 88897 353 8 S 155 178 Behandelt Omega 3 Fettsauren insbesondere die Anwendung bei Depressionen Andrew L Stoll The Omega 3 Connection The Groundbreaking Antidepression Diet and Brain Program Simon amp Schuster New York 2001 ISBN 0 684 87139 4 Weblinks BearbeitenWissenswertes uber Omega 3 Fettsauren Memento vom 7 Marz 2015 im Internet Archive auf ernahrung de aus O Singer M Wirth Omega 3 Fettsauren marinen und pflanzlichen Ursprungs Versuch einer Bilanz In Ernahrungsumschau 50 Heft 8 2003 S 296 304 Einzelnachweise Bearbeiten Eintrag zu 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