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Norwegen

Norwegen (norwegisch: Norge (Bokmål) oder Noreg (Nynorsk); nordsamisch: Norga; lulesamisch: Vuodna; südsamisch: Nöörje), amtlich Königreich Norwegen beziehungsweise Kongeriket Norge/Noreg ist ein Staat in Nordeuropa. Zum Königreich Norwegen gehören neben dem Hauptland die Inselgruppe Spitzbergen sowie die Insel Jan Mayen. Hauptstadt und Regierungssitz ist Oslo. Das Land liegt im Westen der Skandinavischen Halbinsel und grenzt im Osten an Schweden sowie im Nordosten an Finnland und Russland. Norwegen ist eines der flächengrößten Länder Europas, aber mit nur 5.391.369 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2021) dünn besiedelt. Ein Großteil der Bevölkerung konzentriert sich auf den Süden des Landes.

Kongeriket Norge (Bokmål)
Kongeriket Noreg (Nynorsk)
Norgga gonagasriika (Nordsamisch)
Vuona gånågisrijkka (Lulesamisch)
Nöörjen gånkarïjhke (Südsamisch)
Königreich Norwegen
Wahlspruch: Alt for Norge („Alles für Norwegen“)
Amtssprache Amtssprachen:

Nationale Minderheitensprache: Kvenisch, Skandinavisches Romani, Romanes

Hauptstadt Oslo
Staats- und Regierungsform parlamentarische Monarchie
Staatsoberhaupt König Harald V.
Regierungschef Ministerpräsidentin Erna Solberg
Fläche 385.2071 (60.) km²
Einwohnerzahl 5.391.369 (117.) (1. Januar 2021)
Bevölkerungsdichte 142 (211.) Einwohner pro km²
Bevölkerungs­entwicklung +0,4 % (2020) pro Jahr
Bruttoinlandsprodukt
  • Total (nominal)
  • Total (KKP)
  • BIP/Einw. (nom.)
  • BIP/Einw. (KKP)
2019 (Schätzung)
  • 403 Milliarden USD (31.)
  • 355 Milliarden USD (52.)
  • 75.294 USD (5.)
  • 66.214 USD (7.)
Index der menschlichen Entwicklung 0,957 (1.) (2019)
Währung Norwegische Krone (NOK)
Unabhängigkeit 13. August 1905 (von Schweden)
National­hymne Ja, vi elsker dette landet (de facto)
Nationalfeiertag 17. Mai
Zeitzone UTC+1 MEZ
UTC+2 MESZ (März bis Oktober)
Kfz-Kennzeichen N
ISO 3166 NO, NOR, 578
Internet-TLD .no
Telefonvorwahl +47
1 Fläche: mit Spitzbergen (61.022 km²) und Jan Mayen (377 km²), aber ohne die biland (Nebenländer): Bouvetøya (Bouvetinsel) mit 49 km², Peter I Øy (Peter-I.-Insel) mit 156 km² und das Dronning-Maud-Land (Königin-Maud-Land) in der Antarktis mit 2.800.000 km²
2 16,5 E./km² ohne Spitzbergen und Jan Mayen
Staatsgebiet des Königreichs Norwegen

Durch die im Rahmen des Kieler Friedens geschlossene Vereinbarung zwischen Schweden und Dänemark ging Norwegen im Jahr 1814 von der Union Dänemark-Norwegen in eine Union mit Schweden über. Am 17. Mai 1814 erhielt Norwegen seine eigene Verfassung. Seine heutige Unabhängigkeit erlangte Norwegen schließlich bei der Auflösung der Union mit Schweden im Jahr 1905. Norwegens Staats- und Regierungsform ist eine parlamentarische Monarchie. Das Königreich ist als dezentraler Einheitsstaat organisiert und das Hauptland ist in elf Fylker unterteilt. Norwegen ist unter anderem Mitglied der NATO, des Nordischen Rates, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) und der Vereinten Nationen. Norwegen ist kein Mitglied der Europäischen Union (EU), aber Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR).

Der Index der menschlichen Entwicklung (HDI) der Vereinten Nationen stuft Norwegen seit vielen Jahren als das weltweit am höchsten entwickelte Land ein. Darüber hinaus ist es laut dem Demokratieindex der britischen Zeitschrift The Economist der demokratischste Staat der Welt. Norwegen ist ein sehr wohlhabendes Land; sein Bruttoinlandsprodukt pro Kopf war 2016 das dritthöchste der Welt. Das Land verfügt zudem über eines der großzügigsten und besten Sozialsysteme der Welt.

Inhaltsverzeichnis

Die Bedeutung und Herkunft des norwegischen Landesnamens ist nicht sicher geklärt. Es gibt vor allem zwei Theorien. Die eine postuliert eine Abstammung vom altnordischen norðrvegr, was „Weg nach Norden“ oder „Land nach Norden“ bedeutet. Als zweite Möglichkeit wird eine Herleitung von norvegr betrachtet. Die erste Silbe ginge dabei nicht auf die Himmelsrichtung Norden, sondern auf das Wort nor zurück, welches „schmaler oder enger Sund“ bedeutet. Der Landesname insgesamt soll laut dieser Deutung „Land entlang der schmalen Fjorde“ heißen.

Die frühesten Nennungen des Landesnamens stammen aus englischen Quellen, so lateinisch Nortuagia um 840, Nort(h)wegia um 900 und Norwegia um 950 sowie altenglisch Norðweg um 880. Die ältesten skandinavischen Nennungen sind nuruiak (Akkusativ, zu lesen als Norwægh) auf einem der Runensteine von Jelling um 980, nuriki (Dativ, zu lesen als Noregi auf dem Kulistein) um 1034 und Nóregr in fünf skaldischen Strophen aus der Periode 970–1070. Unter Sprachwissenschaftlern umstritten ist, ob die älteren Quellen näher an der ursprünglichen Form liegen oder ob diese bei ihrer Anfertigung von einem ausländischen Weltbild beeinflusst worden waren.

Hauptartikel: Geografie Norwegens

Ausdehnung und Grenzen

Norwegen liegt im westlichen und nördlichen Bereich der Skandinavischen Halbinsel. Das Staatsgebiet des Königreiches umfasst eine Fläche von 385.207 km². Zum Königreich Norwegen gehören neben dem kontinentalen „Hauptland“ (norwegisch: Hovedland) die im Nordatlantik beziehungsweise im Nordpolarmeer gelegene Inselgruppe Spitzbergen (Svalbard) mit der Bäreninsel (Bjørnøya) sowie die Insel Jan Mayen. Ohne Spitzbergen und Jan Mayen ist das Hauptland 323.808 km² groß.

Karte der sogenannten Biland

Das Hauptland ist lang und schmal und hat zudem eine sehr lange Küstenlinie. Die Breite des norwegischen Hauptlandes variiert zwischen 431 und 1,7 km, die Längenausdehnung beträgt in Luftlinie etwa 1748 km. Das Kap Kinnarodden stellt den nördlichsten Punkt des norwegischen und des europäischen Festlandes dar. Norwegen hat drei Landgrenzen, die Grenze zu Schweden im Osten sowie die finnisch-norwegische Grenze und die Grenze zu Russland im Nordosten. Insgesamt erreicht die norwegische Landesgrenze eine Länge von etwa 2564 km. Im Norden, Westen und Süden ist das Land von Meer umgeben, wobei sich im Nordosten die Barentssee, im Nordwesten das Europäische Nordmeer, im Westen und Südwesten die Nordsee und im Südosten mit dem Skagerrak die Verbindung zwischen der Nord- und Ostsee befindet. Die norwegische Wirtschaftszone grenzt in der Nordsee an Dänemark im Süden und das Vereinigtes Königreich im Westen.

Gebiete, die unter norwegischer Verwaltung stehen, aber nicht ins Königreich Norwegen eingehen, werden im Norwegischen als Biland bezeichnet. Zu diesen gehört die unbewohnte Bouvetinsel (Bouvetøya) im Südatlantik. Des Weiteren werden die Peter-I.-Insel (Peter I Øy) im Südpolarmeer und das Königin-Maud-Land (Dronning Maud Land), ein Sektor des Kontinents Antarktika, von Norwegen beansprucht. Die Hoheit über die als Biland eingestuften Gegenden kann im Gegensatz zu den zum Königreich gehörenden Gebieten ohne eine Änderung der Verfassung aufgegeben werden.

Geologie und Landschaftsgliederung

Norwegen gehört zu den am dünnsten besiedelten Ländern Europas. In der Flächenstatistik des Jahres 2020 wurden 1,7 % der Gesamtfläche als bebautes Gebiet ausgewiesen. 37,4 % galten als Waldgebiet und 3,5 % als landwirtschaftlich genutzte Fläche. Über 50 % des Gesamtareals wurde als Gebirge, Hochebene oder Moorfläche eingestuft, weitere 7 % als Gewässer oder Gletscher. Landschaftlich ist Norwegen geprägt durch das Skandinavische Gebirge mit Gebirgsmassiven und kargen Hochebenen, den Fjells. Etwa 20 % des norwegischen Hauptlandes liegen auf einer Höhe von mindestens900 moh. Die höchste Erhebung des Festlandes ist der im Gebirgszug Jotunheimen gelegene Berg Galdhøpiggen mit2469 moh.

Der Untergrund Norwegens wird grob in vier Bereiche unterteilt. So umfasst der Baltische Schild das während der Zeit des Präkambriums entstandene norwegische Grundgebirge. In der Gemeinde Sør-Varanger werden die ältesten Gesteine des Landes mit einem Alter von bis zu 2900 Millionen Jahre angegeben. Ein weiterer Bereich ist der zum Ende der Periode Silur entstandene kaledonische Gebirgsgürtel. Vor allem in den Regionen Vestlandet und Trøndelag liegt ein während der geochronologischen Periode Devon geschaffener Untergrund vor. Der vierte und jüngste Bereich ist der Oslograben (norwegisch Oslofeltet).

Die Oberflächenmodellierung geschah vor allem durch die Vergletscherung in den Kaltzeiten. Die Gletscher verstärkten die Erosion und schufen unter anderem u-förmige Trogtäler und an der Küste wurden Flusstäler zu Fjorden vertieft. Ebenfalls durch Gletscher oder Eisschilde entstanden viele Binnenseen (siehe Liste), sie sind also Fjordseen. Größter See Norwegens ist der See Mjøsa mit einer Fläche von zirka 369 km², am tiefsten ist der See Hornindalsvatnet mit einer Tiefe von 514 Metern.

Die längsten Flüsse Norwegens sind die Flüsse Glomma, Tana und Pasvikelva. Die Glomma ist etwa 620 km lang und mündet bei Fredrikstad in den Oslofjord. Das Einzugsgebiet des Flusses macht über 12 Prozent der Fläche des norwegischen Festlandes aus. Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern sind die Einzugsgebiete der norwegischen Flüsse meist verhältnismäßig klein. Grund hierfür ist, dass sich die höchsten Erhebungen der Skandinavischen Halbinsel und somit auch die Hauptwasserscheide in der Nähe der Atlantikküste befinden.

Küste

Küstenabschnitt bei Lindesnes
Küstenabschnitt in Nordland

Die etwa 29.000 km lange Küste des norwegischen Festlandes besteht aus vielen schmalen und tiefen Buchten, den Fjorden, mit denen das salzige Meer vielerorts weit ins Land reicht. Der 200 km lange Sognefjord im Fylke Vestland ist der längste und tiefste Fjord Norwegens. Werden die Küstenlinien der etwa 239.000 Inseln mitgezählt, erreicht die Küste des Hauptlandes eine Länge von über 100.000 km. Die Grundlinie der Küste ohne die Fjorde und Inseln ist hingegen nur etwa 2500 km lang. Mit einer Fläche von 2204 km² ist die Insel Hinnøya die größte des Hauptlandes. Die küstennahen Gebiete sind am dichtesten besiedelt und etwa 80 % der Norweger leben weniger als zehn Kilometer vom Meer entfernt.

Die Küstengebiete sind durch verschiedene Faktoren geprägt und unterscheiden sich regional. Große Teile der Küsten sind felsig, teilweise fallen wie am Nordkap steile Klippen ab. An geschützteren Stellen gibt es etwas Sandstrand, so etwa im Fylke Rogaland. In einigen Küstenabschnitten liegen felsige Schären, die sich kaum über die Wellen erheben, vor. Der Norwegische Kontinentalschelf wird besonders von der Erdöl- und Erdgasindustrie genutzt.

Das Verhalten der Gezeiten unterscheidet sich deutlich von dem an den südlichen und westlichen Küsten der Nordsee. Westlich der südwestnorwegischen Stadt Egersund liegt ein Amphidromiezentrum, weshalb es dort keinen Tidenhub gibt. Entsprechend ist an der Südost- und Südwestküste Norwegens der Tidenhub gering. Weiter von diesem Zentrum entfernt, also an der nördlicheren Westküste, ist der Tidenhub hingegen größer.

Klima

Das Klima in Norwegen ist von großen Unterschieden innerhalb des Landes geprägt. Das Skandinavische Gebirge trennt den schmalen, humid geprägten Küstenstreifen im Westen vom kontinental geprägten Klima im Osten. Norwegens Westküste hat für seine nördliche Breite ein mildes und feuchtes Klima. Der Grund dafür ist der Nordatlantikstrom, der relativ warmes Wasser bis weit in den Norden strömen lässt. Die mildernde Wirkung des Meeres ist – bedingt durch auflandige Winde – in den Lufttemperaturen zu spüren.

Die vom Meer aufgenommene Feuchtigkeit der Luft regnet an der Westseite der Gebirge ab. An der Küste gibt es Orte mit über 3000 mm Niederschlag in einem durchschnittlichen Jahr. Im Lee der Gebirge sind die Niederschlagsmengen eher gering. Die Niederschlagsmenge ist entlang des gesamten Küstenstreifens im Frühjahr deutlich geringer als im Herbst.

Weiter im Landesinneren ist das Klima stärker kontinental geprägt. Dies ist der abschirmenden Wirkung des Gebirges geschuldet, da die tatsächliche Distanz zur Küste selbst keinen so großen Unterschied bewirken würde. Im Landesinneren nehmen die Niederschläge ab, die Temperaturen sind dort im Sommer höher, im Winter hingegen deutlich niedriger als an der Küste.

Städte und Ballungsräume

Die norwegische Statistikbehörde Statistisk sentralbyrå veröffentlicht neben den Einwohnerzahlen für die Kommunen auch Zahlen für sogenannte Tettsteder, also dichter besiedelte Gebiete unabhängig von den Gemeindegrenzen. So hatte zum 1. Januar 2020 die Kommune Oslo 693.494 Einwohner, beim Tettsted Oslo wurden 1.036.059 Einwohner angeben. Zum Tettsted Oslo wurden unter anderem noch 115.134 Einwohner der Kommune Bærum sowie 68.132 Einwohner der Kommune Asker gezählt.

Bevölkerungsreichste Tettsteder (Stand: 1. Januar 2020)


Oslo

Bergen

Stavanger

Tettsted Fylke Einwohner Fläche (km²)


Trondheim

Fredrikstad

Drammen

01 Oslo Oslo, Viken 1.036.059 269,8
02 Bergen Vestland 259.958 87,6
03 Stavanger/Sandnes Rogaland 228.287 79,7
04 Trondheim Trøndelag 189.271 58,3
05 Fredrikstad/Sarpsborg Viken 116.373 59,1
06 Drammen Viken 109.416 47,3
07 Porsgrunn/Skien Vestfold og Telemark 93.778 53,5
08 Kristiansand Agder 64.596 25,0
09 Ålesund Møre og Romsdal 53.905 28,4
10 Tønsberg Vestfold og Telemark 53.018 26,1

Flora und Fauna

Nationalparks

Kiefern und Birken im Øvre-Dividal-Nationalpark
Hauptartikel: Nationalparks in Norwegen

Auf dem norwegischen Hauptland gibt es 40 Nationalparks und über 3100 Naturschutzgebiete. Damit waren Ende 2019 etwa 17,5 % der Fläche des norwegischen Hauptlandes unter Schutz gestellt. Die weiteren sieben Nationalparks des Königreichs befinden sich auf der Inselgruppe Spitzbergen, wo zum gleichen Zeitpunkt über 64 % des Landareals einen Schutzstatus hatten. Auf der Insel Jan Mayen lag der Wert bei 99,5 %.

Samenpflanzen und Farne

In Norwegen leben über 1300 Arten Samenpflanzen und Farne, wobei über die Hälfte der Pflanzenarten in Waldgebieten gedeiht. Im Laubwald ändert sich der Lichteinfall auf dem Waldboden stark im Lauf der Jahreszeit. Daher befinden sich im Laubwald viele Frühjahrsblüher. Im Nadelwald leben Pflanzen unter konstanten Lichtverhältnissen, da Nadelbäume ihre Nadeln nicht saisonal verlieren. Somit sind die Pflanzen am Boden ständig in unterschiedlichem Maße dem Schatten ausgesetzt. Darüber hinaus gibt es in Norwegen zwei unterschiedliche Typen von Nadelwäldern, den Fichtenwald und den Kiefernwald. Im feuchteren Klima des Fichtenwaldes wachsen mehr arktische Arten als im trockenen Kiefernwald.

Natur auf Austvågøya

In Norwegen existieren über 40.000 Seen und viele in Waldgebieten gelegene Moore und Sumpfgebiete. Plätze, die ausreichend Nährstoffe zu Verfügung stellen und reich an Mineralien sind, weisen eine hohe Artenvielfalt auf. In anderen Gebieten mit wenig Nährstoffen gedeihen nur wenige Arten, diese dafür umso zahlreicher. Die Bruchwälder wechseln im Aussehen und ihrer Ökologie. Die meisten der Waldseen ohne Zu- und Abfluss sind dystrophe Gewässer, in denen nur wenige Nährstoffe und wenig Sauerstoff vorhanden sind. Das Wasser hat eine braune Färbung, und der Boden ist schlammig. Oft gibt es Torf an den Uferkanten. Andere Seen sind flach und bekommen all ihre Nährstoffe aus dem Regenwasser. Häufig entsteht dort Torf, da im sauerstoffarmen Moorboden keine Pflanzenreste verrotten können.

Reifende Moltebeere

Wenn aus den Bergen stetig Wasser einsickert, entsteht eine üppige Vegetation. Solche Gebiete wurden im Volksmund Heumoore genannt, da die Bevölkerung früher das Gras aberntete. Die großen Seen in Norwegen sind meist oligotroph. Das Wasser ist klar mit großer Sichttiefe und ebenfalls nährstoffarm. Der Boden besteht aus Steinen, Kies und Sand. Hier herrscht eine andere Flora als in den Waldseen.

Moose

Moose und Flechten auf der Hardangervidda

In Norwegen gibt es über 800 Arten von Moosen. Die Mehrheit davon ist in Waldgebieten vertreten. Sie besiedeln zudem Moor- und Feuchtgebiete sowie langsam fließende, steinige Bäche und Flüsse. Das im Wasser am häufigsten verbreitete Moos ist das Gewöhnliche Quellmoos (Fontinalis antipyretica), das bis zu 20 cm lang werden kann. In Moor- und Feuchtgebieten dominieren Torfmoose, von denen in Norwegen 25 Arten bekannt sind. Sie wurden früher als Dämmmaterial für den Hausbau eingesetzt. Im Vestlandet, wo ein feuchtes Klima eine lange Wachstumsphase ermöglicht, sind über drei Meter dicke Torfmoosschichten bekannt. Wegen seiner Größe und des langsamen Wachstums sind Moose im Wald auf Standorte mit wenig Konkurrenz abgedrängt, so etwa Steine, Holze, sandige Hänge und dunkle Waldpartien.

Pilze

Es gibt 10.000 Arten an Pilzen (Fungi) in Norwegen, wovon rund 6000 im Wald beheimatet sind. Nur um die 2500 Arten davon bilden im Herbst Fruchtkörper aus. Die Stielporlingsverwandten (Polyporaceae) stellen die wichtigste Gruppe der holzabbauenden Pilze dar, von denen es in Norwegen über 300 Arten gibt. Diese Pilze verursachen in der Forstwirtschaft hohe Schäden.

Fauna

Eisbären auf Spitzbergen

Aufgrund der großen Ausdehnung des Landes ist der Unterschied in der Tierwelt zwischen dem Süden und dem Norden des Landes deutlich ausgeprägt. Im Norden, wo unter anderem Rentiere, Berglemminge, Polarfüchse und Vielfraße leben, ist sie arktisch geprägt. Die Polarfüchse sind eine stark bedrohte Tierart und seit 1930 unter Schutz gestellt. Die im Süden lebenden Tiere haben häufig ihren Ursprung in Mitteleuropa und verdrängten die arktischen Tiere, als das Klima milder wurde.

Insgesamt gibt es in Norwegen etwa 90 Arten von Säugetieren. Die größten Säugetiere am Land sind die Elche, die in den Wäldern leben. Hirsche leben vor allem in Westnorwegen, weiter nördlich können sie im tieferen Schnee kein Futter finden. Sowohl in domestizierter als auch in wilder Form leben Rentiere in Norwegen. An Raubtieren gibt es im Land unter anderem Bären, Wölfe und Luchse. Des Weiteren sind Eisbären auf Spitzbergen heimisch. Amerikanische Nerze verbreiteten sich im ganzen Land, nachdem sie von Bauernhöfen ausgebrochen waren. Auf dem Dovrefjell wurden erfolgreich Moschusochsen angesiedelt. Die Vogelwelt Norwegens ist artenreich. Im Jahr 2020 wurde die Anzahl der Vogelarten mit 519 angegeben. Verhältnismäßig arm ist hingegen die Artenvielfalt der Amphibien und Reptilien. In Norwegen sind drei Arten von Schlangen vorzufinden: Die Kreuzotter, die Ringelnatter und die Schlingnatter. Es gibt auch einige Kröten, Frösche und Molch-Arten.

In den norwegischen Gewässern leben 44 Arten von Süßwasserfischen. Im Vestlandet leben vor allem Arten, die auch in Salzwasser überleben können. Zu diesen gehören Lachse und Forellen. Artenreicher ist der Fischbestand im Østlandet und in Nordnorwegen. Karpfenfische leben vor allem in den wärmeren Seen und Flussläufen im Südosten des Landes. In Nordnorwegen verbreitet sind unter anderem Barsche und Hechte. Es gibt auch einige Walarten vor der norwegischen Küste.

Hauptartikel: Norweger

Demografie

Das Median-Alter in Norwegen betrug 2020 39,5 Jahre. Auf 1000 Einwohner kamen im selben Jahr 12,09 Geburten und 8,01 Todesfälle und die Bevölkerung wuchs mit etwa 0,8 % pro Jahr. Die Fertilitätsrate lag bei 1,84 Kinder pro Frau. Im 20. Jahrhundert hat sich die Bevölkerung des Landes mehr als verdoppelt: Von 2,22 Millionen (1900) stieg die Zahl der Einwohner auf 4,48 Millionen (2000). Die Marke der fünf Millionen Einwohner wurde im Jahr 2012 überschritten. Ausschlaggebend für den starken Bevölkerungsanstieg nach 2000 ist vor allem die steigende Anzahl an Einwanderern.

Bevölkerungspyramide Norwegen 2016
Herkunftsländer von Einwanderern und Personen mit Einwanderereltern (1. Januar 2021)
Rang Staat Personen
1. Polen Polen 117.331
2. Litauen Litauen 48.564
3. Somalia Somalia 43.593
4. Pakistan Pakistan 39.257
5. Schweden Schweden 39.031
6. Syrien Syrien 37.581
7. Irak Irak 34.671
8. Eritrea Eritrea 30.213
9. Deutschland Deutschland 28.639
10. Philippinen Philippinen 26.337
Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohnerzahl
1950 3.250.000
1960 3.568.000
1970 3.863.000
1980 4.079.000
1990 4.233.000
2000 4.478.000
2010 4.858.000
2020 5.368.000

Einwohnerzahl und Ethnien

Die Bevölkerung des Landes verteilt sich mit etwa 82 % (Stand: 2020) auf als Tettsteder gewertete Gebiete und zu 18 % auf die restlichen Gebiete. Eine der am dichtesten besiedelten Regionen des Landes ist das Gebiet um den Oslofjord. Das Landesinnere hat hingegen eine geringe Bevölkerungsdichte und die Bevölkerung lebt dort vor allem in den Tälern, durch die die Hauptkommunikationsadern führen. Insgesamt etwa 80 % der Einwohner des Landes leben weniger als zehn Kilometer vom Meer entfernt, in Nordnorwegen wohnen 90 % der Menschen in weniger als vier Kilometer Entfernung vom Meer.

In Norwegen lebt die wahrscheinlich größte Gruppe der Samen, einem im Norden Fennoskandinaviens lebenden indigenen Volk. Schätzungen gehen von 60.000 bis 100.000 Samen in Norwegen aus, genaue Daten gibt es dazu nicht. Die Samen unterteilen sich in Norwegen in die Gruppe der Südsamen, der Pite- und Lulesamen sowie in die der Nordsamen. In der Kommune Karasjok hat die samische Bevölkerung mit dem Sameting eine eigene parlamentarische Vertretung. Während die Samen rechtlich als Urbevölkerung gelten, haben die Waldfinnen, die Kvenen, die sogenannten Tatere, die Roma und die Juden einen Status als nationale Minorität inne. In der Freedom-in-the-World-Länderliste 2019 erhielt Norwegen zwar 100 von 100 möglichen Punkten, es wurde allerdings angemerkt, dass die Diskriminierung von Roma und anderen Minderheiten weiterhin ein Problem darstelle.

Am 1. Januar 2021 lebten 800.100 Einwanderer in Norwegen, was einem Anteil von 14,8 % der Bevölkerung entsprach. In Oslo lag zu diesem Zeitpunkt der Anteil an Immigranten in allen Stadtteilen über dem Landesdurchschnitt. Die größte Gruppe machten dabei die Einwanderer aus Polen aus. 197.000 Personen und damit etwa 3,7 % der Bevölkerung gehörten am 1. Januar 2021 zu den in Norwegen geborenen Einwohnern, die zwei außerhalb des Landes geborene Elternteile und vier im Ausland geborene Großeltern hatten. Der Anteil dieser Gruppe liegt in Oslo bei 8,4 %.

Sprachen

Hauptartikel: Norwegische Sprache
Offizielle Schriftsprache in den Kommunen (Stand: 2007):
  • Bokmål/Riksmål
  • Nynorsk
  • neutral
  • Norwegisch ist eine nordgermanische Sprache, die nahe mit dem Dänischen und Schwedischen verwandt ist. Die Schriftsprache teilt sich in zwei gesetzlich gleichgestellte Varietäten: Etwa 85–90 % der Einheimischen schreiben eine als Bokmål (wörtlich: „Buchsprache“) oder bis 1929 als Riksmål („Reichssprache“) bezeichnete Sprachform, die als von den städtischen Mundarten Norwegens beeinflusste Variante des Dänischen anzusehen ist. Etwa 10–15 % schreiben hingegen Nynorsk („Neunorwegisch“). Diese Sprache, die bis 1929 als Landsmål („Landessprache“) bezeichnet wurde, ist seit 1885 als zweite offizielle Schriftsprache anerkannt; sie wurde von Ivar Aasen auf der Grundlage der norwegischen Dialekten geschaffen und später weiterentwickelt. In der gesprochenen Sprache spielen die Dialekte eine größere Rolle als in vielen anderen Ländern.

    Die von den Samen gesprochenen Sprachen aus der samischen Sprachfamilie sind gesetzlich dem Norwegischen gleichgestellt. Da die Samen den Status als Urbevölkerung Norwegens innehaben, werden die samischen Sprachen stärker geschützt als die weiteren Minderheitensprachen. Die samische Sprachfamilie unterteilt sich unter anderem in die Sprachen Nord-, Lule-, Süd-, Pite- und Umesamisch. Im Zuge der Norwegisierungspolitik wurde der Gebrauch dieser Sprachen ab Mitte des 19. Jahrhunderts lange zurückgedrängt. Weitere Minderheitensprachen sind die von finnischen Einwanderern ins Land gebrachte Sprache Kvenisch sowie Romani. Die Norwegische Gebärdensprache wurde im Jahr 2009 als vollwertige Sprache anerkannt. Norwegische Schüler lernen meist Englisch als erste Fremdsprache und später als Wahlfach Deutsch, Spanisch oder Französisch.

    Religionen und Weltanschauungen

    Religionen

    In der Verfassung von 1814 wurde die evangelisch-lutherische Religion zur öffentlichen Religion des Staates ernannt, Juden wurden vom Zugang zum norwegischen Reich ausgeschlossen. Der entsprechende Paragraph wurde im Jahr 1851 aufgehoben und alle Einwohner Norwegens erhielten das Recht auf freie Religionsausübung. Die Zahl der jüdischen Bürger lag im Jahr 1940 bei etwa 2170, wovon 767 während der deutschen Okkupation Norwegens ins KZ Auschwitz deportiert wurden (siehe Hauptartikel: Geschichte der Juden in Norwegen).

    Größte Glaubensgemeinschaft blieb auch nach Einführung der Religionsfreiheit die vom Präses der Bischofskonferenz geleitete evangelisch-lutherische Volkskirche. Im Jahr 2019 hatte sie 3.686.715 Mitglieder, was einem Anteil von 69 % an der Bevölkerung entsprach, wobei die Mitgliederzahl rückläufig war. Durch eine Verfassungsänderung im Jahr 2012 wurde die Verknüpfung zwischen Staat und Kirche gelockert, die Volkskirche nimmt gegenüber den weiteren Religionsgemeinschaften aber weiter eine Sonderrolle ein. So wird beispielsweise die Zahlung der Gehälter kirchlicher Angestellter staatlich unterstützt. Diskriminierung aufgrund der Religionszugehörigkeit ist gesetzlich verboten. Ab dem Alter von 15 Jahren hat jede Person das Recht, selbst in Religionsgemeinschaften einzutreten oder sie zu verlassen.

    Eine Schätzung des statistischen Zentralbüros Statistisk sentralbyrå über die Mitgliedschaft in religiösen Gemeinschaften lieferte im Jahr 2019 folgende Werte:

    Unter die weiteren Religionen fielen etwa 21.000 Buddhisten, 11.400 Hindus, 4000 Sikhs und 800 Juden. Die Mehrheit derer, die in einer Religionsgemeinschaft außerhalb der Norwegischen Kirche Mitglied waren, zählen zur Gruppe der Immigranten, sind also selbst nach Norwegen eingewandert oder haben zwei im Ausland geborene Elternteile. Sie sind je nach Herkunftsland meist römisch-katholischen oder muslimischen Glaubens.

    Weltanschauungsgemeinschaften

    In Norwegen gibt es einen humanistischen Verband, den Human-Etisk Forbund, eine Weltanschauungsgemeinschaft von nichtreligiösen und bekenntnisfreien Menschen. Der Verband wurde 1956 gegründet. Ende 2019 zählte er rund 94.000 Mitglieder, was ihn zum größten Verband dieser Art in Norwegen macht.

    Bildung

    Unterrichtsfächer in der Grundschule
    ab. 1. Klasse
    Norwegisch
    Mathematik
    Naturwissenschaften
    Christentum, Religion, Lebensanschauung und Ethik
    Englisch
    Sport
    Kunst und Handwerk
    Musikerziehung
    Lebensmittel und Gesundheit
    ab 8. Klasse
    Zweite Fremdsprache
    Wahlfächer
    Das Handelsgymnasium in Bergen

    In Norwegen besteht eine Bildungspflicht für Kinder ab sechs Jahren bis zum Ende der zehnten Jahrgangsstufe. Alle Kinder haben das Recht auf einen kostenlosen Besuch einer öffentlichen Schule. Der Besuch von privaten Schulen und Hausunterricht ist ebenfalls gestattet. Des Weiteren haben alle Schüler das Recht, nach der Grundschule eine weiterführende Schule (videregående skole) zu besuchen. Die Schulpflicht wurde im Jahr 1739 eingeführt. Im Jahr 1889 wurde festgelegt, dass die Schulpflicht sieben Jahre dauert. Später wurde die Dauer der Pflicht verlängert, im 1969 wurde sie auf neun und 1997 auf zehn Jahre gesetzt.

    Die Kindergärten unterliegen neben den Schulen ebenfalls dem Bildungsministerium. Sie werden von den Kommunen oder von privater Hand betrieben. Im Jahr 2020 besuchten 92,8 % der ein- bis fünfjährigen Kinder zwischen einen Kindergarten, bei den Kindern zwischen drei und fünf Jahren lag der Wert bei 97,3 %.

    Die zehnjährige Grundschule (grunnskole) wird in eine siebenjährige Stufe für Kinder (barnetrinn) und eine dreijährige für Jugendliche (ungdomstrinn) unterteilt. Der überwiegende Teil der Schüler besucht nach Abschluss der Grundschule eine weiterführende Schule. Diese ist geteilt in studienvorbereitende Schulzweige, die der gymnasialen Oberstufe entsprechen, sowie berufsvorbereitende Schulzweige. Fachschulen (fagskoler) bieten im Anschluss an die weiterführende eine berufliche Ausbildung an.

    Samische Schüler haben das Recht auf Unterricht in einer samischen Sprache. Für Einwandererkinder im Schulalter muss der norwegische Staat in jeder Kommune Sprachkurse anbieten.

    In Norwegen gibt es zehn Universitäten und sechs wissenschaftliche Hochschulen. Im Jahr 2020 hatten 35,3 % der Norweger über 16 Jahre einen Universitäts- oder Hochschulabschluss, drei Prozent einen Fachschulabschluss und 36,9 % einen Abschluss an der weiterführenden Schule als höchsten Abschluss. Bei den Frauen lag der Anteil an Universitäts- oder Hochschulabsolventinnen bei 39,8 %. Im PISA-Ranking von 2015 erreichen norwegische Schüler Platz 19 von 72 Ländern in Mathematik, Platz 24 in Naturwissenschaften und Platz 9 beim Leseverständnis. Norwegen liegt damit im oberen Drittel unter den OWZE-Staaten.

    Lebensstandard

    Der Lebensstandard in Norwegen gehört zu den höchsten weltweit, in der Rangfolge des Index der menschlichen Entwicklung nimmt das Land seit 1996 fast durchgängig (Stand: 2020) den ersten Platz ein.

    Lebensstandard
    Geburtenrate 12,09 je 1000 Einw.
    Fertilitätsrate 1,84 Kinder je Frau
    Müttersterblichkeit (2017) 2 je 100.000 Geb.
    Säuglingssterblichkeit 2,34 je 1000 Geb.
    Sterblichkeit 8,01 je 1000 Einw.
    Lebenserwartung 82,35 Jahre
    Lebenserwartung (Männer) 80,21 Jahre
    Lebenserwartung (Frauen) 84,6 Jahre
    Zugang zu sauberem Trinkwasser 100 %
    Ärzte (2017) 2,83 je 1000 Einw.
    Krankenhausbetten (2017) 3,6 je 1000 Einw.
    HIV/AIDS-Infizierte (2018) 5800

    Beschäftigung

    Nach Angaben der Statistikbehörde Statistisk sentralbyrå waren im vierten Quartal des Jahres 2020 insgesamt 2.681.548 arbeitstätig. Dies entsprach einem Anteil von etwa 66 % der Bevölkerung zwischen 15 und 74 Jahren. Die Zahl der im Jahr 2020 im Schnitt als arbeitslos registrierten Personen setzte die Behörde NAV mit 141.939 fest. Für den Mai 2021 gab sie die Anzahl an Arbeitslosen mit 94.086 an, davon zählen 45.364 zur Gruppe der Einwanderer.

    Frauenrechte

    Norwegen gilt als Pionier der Frauenrechte. So wurde die Norwegische Frauenrechtsvereinigung bereits 1884 von vielen der prominentesten Persönlichkeiten der Zeit, darunter mehreren Ministerpräsidenten, gegründet.

    Frauen durften sich bereits ab 1901 an Regionalwahlen beteiligen. Voraussetzung war jedoch, dass sie über Grundbesitz verfügten oder mit Grundbesitzern verheiratet waren. In der Wahl von 1906 unterstützen die Befürworterinnen des Frauenwahlrechts die Radikalen, und ein Sieg der Radikalen führte dazu, dass 1907 diejenigen Frauen, die bereits über das regionale Wahlrecht verfügten, auch auf nationaler Ebene dieses Recht erhielten. 1913 wurden alle Beschränkungen aufgehoben. Damit führte Norwegen das Frauenwahlrecht 1913 als vierter Staat der Erde nach Neuseeland, Australien und Finnland ein.

    1978 wurde Eva Kolstad die weltweit erste Ombud für Gleichstellung.

    Im Global Gender Gap Report 2020, der die Gleichberechtigung von Männern und Frauen in einem Land misst, belegte Norwegen den zweiten Platz hinter Island.

    Hauptartikel: Geschichte Norwegens
    Felszeichnungen von Alta

    Die menschliche Besiedlung des heutigen Staatsgebiets begann nach der letzten Kaltzeit etwa im 8. Jahrtausend v. Chr., als Jäger und Sammler dem schmelzenden Eis nach Norden folgten.

    Der jungsteinzeitlichen Trichterbecherkultur Skandinaviens folgten in der Bronze- und Eisenzeit germanische Einflüsse. In der Zeit der Wikinger (800–1050) wurde Norwegen durch König Harald Hårfagre um das Jahr 900 geeint. In dieser Zeit wurden von Norwegen aus Island, die Färöer und Grönland besiedelt. Einige Wikinger – unter der Führung von bspw. Bjarni Herjúlfsson, Thorvald Eiriksson und Leif Eriksson – erreichten auf mehreren Fahrten um 1000 n. Chr. sogar Neufundland vor der Nordostküste des etwa 500 Jahre später als Amerika bezeichneten Kontinents. Auch die Normandie in Frankreich wurde von den ‚Nordmännern‘ besiedelt, von denen die meisten allerdings aus dem heutigen Dänemark kamen. Die Orkney- und die Shetlandinseln wurden gleichfalls von norwegischen Wikingern in Besitz genommen und gehörten bis 1472 zu Norwegen.

    Skandinavien um 1730

    Ab 1380 in Personalunion mit Dänemark, trat Norwegen 1397 der Kalmarer Union bei und wurde hierin ein relativ unbedeutendes Mitglied. Das Kalmarer Reich hielt formell bis zum Ausscheiden Schwedens (1523), mit Dänemark bis 1814. Wegen politischer Unterstützung Frankreichs musste Dänemark nach den Napoleonischen Kriegen Norwegen am 14. Januar 1814 im Kieler Frieden an den König von Schweden abtreten. Allerdings gab es keine direkte Übergabe, so dass Norwegen für kurze Zeit unabhängig wurde und sich in einer Nationalversammlung am 17. Mai 1814 in Eidsvoll eine Verfassung gab, die mit leichten Änderungen bis heute Gültigkeit besitzt. Das Storting arrangierte im Jahr 1836 die erste 17.-Mai-Feier; seit diesem Tag wird der 17. Mai als Norwegens Nationalfeiertag angesehen.

    Es folgten 91 Jahre Personalunion mit Schweden, bevor diese nach einer Volksabstimmung, in der sich eine überwältigende Mehrheit der Norweger für die Beendigung der Union ausgesprochen hatte, am 13. August 1905 aufgelöst wurde. Norwegischer König wurde als Haakon VII. Prinz Carl aus dem Haus Glücksburg.

    Im Ersten Weltkrieg erklärte Norwegen zusammen mit Dänemark und Schweden seine Neutralität. 1920 trat das Land dem Völkerbund bei.

    Deutsche Truppen in Oslo am 9. April 1940

    Am 9. April 1940 geriet das neutrale Norwegen im Zweiten Weltkrieg im Unternehmen Weserübung unter deutsche Besatzung. Als Reichskommissar für Norwegen wurde Josef Terboven ernannt. Militärisch wurde die Okkupation begründet mit der bevorstehenden Landung britischer Truppen sowie den strategisch bedeutenden Häfen an der norwegischen Küste, die für den Nachschub an Eisenerz aus dem schwedischen Kiruna wichtig waren. Vor allem die Bedeutung Narviks für die deutsche Kriegswirtschaft ist heute umstritten, denn das Dritte Reich war weniger auf die schwedischen Eisenerzlieferungen angewiesen als gemeinhin angenommen. Das findet seine Bestätigung in der Anweisung Hitlers, die Hafenanlagen für den Gegner unbrauchbar zu machen. Wichtiger für die deutsche Kriegswirtschaft waren die norwegischen Rohstoffe, hauptsächlich Aluminium, Molybdän und Schwefelkies, wobei im Rahmen der nationalsozialistischen Europapläne die Schaffung eines „Europäischen Großwirtschaftsraumes“ unter deutscher Hegemonie geplant war. Norwegen leistete sechs Wochen lang militärischen Widerstand, war aber der deutschen Kriegsmarine unterlegen. Norwegische Nationalsozialisten (Vidkun Quisling) verbündeten sich mit den Deutschen und kamen dadurch an die Macht. Da der größte Teil der norwegischen Bevölkerung ihnen ablehnend gegenüberstand, erlangten Widerstandsorganisationen einen hohen Stellenwert.

    Eine Folge der deutschen Besatzungszeit waren die sogenannten tyskerbarna, die von deutschen Soldaten mit Norwegerinnen gezeugten „Deutschenkinder“. Ihre Mütter bezeichnete man abwertend als tyskertøser (etwa „Deutschenflittchen“). Die etwa 10.000–12.000 Kinder waren in der norwegischen Nachkriegsgesellschaft massiven Diskriminierungen ausgesetzt und wurden teilweise misshandelt. Erst 1998 bat Ministerpräsident Kjell Magne Bondevik die tyskerbarn um Entschuldigung für das an ihnen begangene Unrecht. Lange unerforscht blieb die Entrechtung und Deportation der norwegischen Juden. Knapp 800 der zirka 2100 Juden, die hauptsächlich in Oslo und Trondheim lebten, wurden in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau transportiert und dort ermordet. Zu den Opfern zählten Ruth Maier und die 15-jährige Schülerin Kathe Lasnik, deren Schicksal der Philosoph Espen Søbye aufgearbeitet hat.

    NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg

    1949 gehörte Norwegen zu den Gründungsmitgliedern der NATO, 1960 wurde mit Dänemark, Österreich, Portugal, Schweden, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich die Europäische Freihandelsassoziation (EFTA) gegründet. Die moderne Geschichte seit 1969 ist geprägt von Wachstum und Reichtum durch das Erdöl. Ein Beitritt zur Europäischen Union wurde in Volksabstimmungen zweimal abgelehnt (25. September 1972 und 28. November 1994). Norwegen ist als Mitglied im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) in vielen Belangen einem EU-Mitglied gleichgestellt und darüber hinaus als Teil der Nordischen Passunion Mitglied des Schengener Abkommens (siehe: Norwegen und die Europäische Union).

    Am 22. Juli 2011 wurden zwei verheerende Anschläge in Oslo und auf der Insel Utøya verübt, die insgesamt 77 Todesopfer forderten. Premierminister Jens Stoltenberg bezeichnete den Anschlag als „nationale Tragödie“ und als schlimmste Gewalttat seit dem Zweiten Weltkrieg.

    Verfassung

    Nationalversammlung von 1814 in Eidsvoll

    Grundlagen und Geschichte

    Die norwegische Verfassung vom 17. Mai 1814 ist von der französischen Verfassung von 1791 inspiriert. Das Prinzip der Gewaltenteilung von Montesquieu war ein wesentlicher Grundsatz. Trotz der liberalen Ausrichtung des Staatsrechts war Juden das Betreten des Reichs bis 1851 verboten. Der ursprünglich dänisch verfasste und bis 2012 nur vorsichtig modernisierte Verfassungstext wurde zum zweihundertsten Geburtstag der Verfassung in zwei offizielle norwegische Fassungen übertragen, eine in Bokmål und eine in Nynorsk.

    Die in der Verfassung festgeschriebene Gewaltenteilung führte im Verlauf des 19. Jahrhunderts zu mehreren Machtproben zwischen der Regierungsbürokratie (Exekutive), die wesentlich vom schwedischen Königshaus kontrolliert wurde, und dem Storting (der norwegischen Nationalversammlung; Legislative). Die Krone versuchte, ihre Privilegien als Exekutivmacht auszubauen und das Storting unter Berufung auf die Verfassung weitgehend von den Regierungsgeschäften auszuschließen. Der Konflikt spitzte sich weiter zu, als sich im Zuge der Industrialisierung die Klassenunterschiede zwischen der beamteten Machtelite und dem aufsteigenden Bürgertum in Norwegen verschärften. In der Gesellschaft wuchs die Ablehnung des königlichen Beamtenstaates. In der Kommunalpolitik war der nationale Regierungsapparat bereits 1837 durch die Einführung der lokalen Selbstverwaltung praktisch entmachtet. Entsprechend energisch bemühte sich der schwedische Adel um die Wahrung seines Einflusses auf nationaler Ebene.

    Amtierende norwegische Ministerpräsidentin Erna Solberg (H)

    Die Spannungen eskalierten bis 1884, dem Jahr, das in Norwegen die Einführung des Parlamentarismus markiert. Der bürgerlich-liberale Stortingsabgeordnete Johan Sverdrup setzte gegen den Widerstand von König Oskar II. das staatsrechtliche Prinzip durch, dass eine Regierung für den eigenen Machterhalt die Unterstützung des Storting benötigt. Durch diese Abhängigkeit war die durch die Gewaltenteilung festgeschriebene politische Souveränität der Monarchie zugunsten einer Stärkung des Parlaments faktisch aufgehoben. Der König musste Sverdrup als neuen Ministerpräsidenten mit der Regierungsbildung beauftragen.

    Nach dem Zweiten Weltkrieg verfügte die sozialdemokratische Arbeiterpartei unter Einar Gerhardsen von 1945 bis 1961 über eine absolute Mehrheit. Danach wurden in der Regel Minderheitsregierungen gebildet. In jüngster Vergangenheit war die Tendenz zu beobachten, Koalitionsregierungen mit fester Mehrheit im Parlament zu bilden und auf Grundlage eines Koalitionsvertrags zu agieren. Große Koalitionen zwischen Sozialdemokraten und Konservativen hat es bislang nicht gegeben. 2007 wurde mit einer Änderung von Artikel 15 der Verfassung das seit 1884 gewohnheitsrechtlich praktizierte System des Parlamentarismus im Grundgesetz festgehalten.

    Bei der Parlamentswahl am 9. September 2009 wurde die Arbeiderpartiet mit 30,8 % der Stimmen stärkste Partei im Storting. Die Koalition aus Arbeiderpartiet, Senterpartiet und Sosialistisk Venstreparti wurde nach der Parlamentswahl 2013 von einer Koalition der Høyre (Konservative) und Fremskrittspartiet (dt. „Fortschrittspartei“) unter der Führung von Ministerpräsidentin Erna Solberg abgelöst. Dieser Regierung trat nach den Parlamentswahlen 2017 im Januar 2018 die sozialliberale Venstre bei, seit Januar 2019 ist auch die christdemokratische Kristelig Folkeparti Mitglied der Koalition. Am 24. Januar 2020 stieg die Fremskrittspartiet aus der Regierung aus.

    Politisches System

    König Harald V. (2007)

    Das Staatsoberhaupt ist König Harald V. Er spielt im politischen System eine zeremonielle Rolle: Er ernennt formal den Ministerpräsidenten und die Minister, leitet gewisse Sitzungen der Regierung, eröffnet das Parlament und akkreditiert die ausländischen Botschafter; bis zu einer Verfassungsänderung 2012 war er auch das Oberhaupt der lutherischen Kirche des Landes. Gegen vom Parlament beschlossene Gesetze gestand ihm schon die Verfassung von 1814 lediglich ein beschränktes Einspruchsrecht (Veto) zu, das vom Parlament zurückgewiesen werden kann. Seit der Loslösung Norwegens von Schweden 1905 hat kein König mehr von diesem Recht Gebrauch gemacht.

    Das Storting ist das Parlament von Norwegen mit Sitz in Oslo

    Exekutive: Der König ernennt den Ministerpräsidenten und auf dessen Vorschlag die Minister, die keine Mehrheit des Parlaments gegen sich haben dürfen („negativer Parlamentarismus“). Anders als in Deutschland oder Großbritannien gilt in Norwegen wie in den anderen skandinavischen Ländern das Prinzip des negativen Parlamentarismus: Eine Regierung bedarf zwar keiner ausdrücklichen Mehrheit im Parlament, sie kann jedoch von einer Mehrheit des Parlaments gestürzt werden. Über die unter der Leitung des Königs regelmäßig stattfindenden Sitzungen des Staatsrates, dem alle Minister angehören und in dessen Rahmen das Staatsoberhaupt die Gesetze und Verordnungen unterzeichnet, ist dieses formal in die Handlungen der Regierung eingebunden.

    Legislative: Das Parlament, das Storting, besteht aus 169 Abgeordneten, die alle vier Jahre (bis 1936 jedes dritte Jahr) gewählt werden. Es tagt seit 2009 in einer Kammer. Die zuvor existierende, mehr formale als reale Gliederung in ein Odelsting und ein Lagting wurde mit Verfassungsänderung von 2007 per 2009 aufgehoben.

    In Norwegen gab es bisher sechs Volksabstimmungen:

    • 1905 über die Auflösung der Union mit Schweden. (Ergebnis: Ja)
    • 1905 über die Einsetzung Prinz Carls von Dänemark als König Haakon VII. (Ergebnis: Ja)
    • 1916 über das Verbot von Alkohol. (Ergebnis: Ja)
    • 1927 über die Aufhebung dieses Verbots. (Ergebnis: Ja)
    • 1972 über den Beitritt in die Europäische Gemeinschaft. (Ergebnis: Nein)
    • 1994 über den Beitritt in die Europäische Union. (Ergebnis: Nein)

    Unbeschadet des einheitsstaatlichen Aufbaus Norwegens ist die kommunale Selbstverwaltung gewährleistet.

    Politische Indizes

    Von Nichtregierungsorganisationen herausgegebene politische Indizes
    Name des Index Indexwert Rang Interpretationshilfe Jahr
    Fragile States Index 16,2 von 120 177 von 178 Stabilität des Landes: sehr nachhaltig
    0 = sehr nachhaltig / 120 = sehr alarmierend
    2020
    Demokratieindex 9,81 von 10 1 von 167 Vollständige Demokratie
    0 = autoritäres Regime / 10 = vollständige Demokratie
    2020
    Freedom in the World Index 100 von 100 Freiheitsstatus: frei
    0 = unfrei / 100 = frei
    2020
    Rangliste der Pressefreiheit 6,72 von 100 1 von 180 Gute Lage für die Pressefreiheit
    0 = gute Lage / 100 = sehr ernste Lage
    2021
    Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) 84 von 100 7 von 180 0 = sehr korrupt / 100 = sehr sauber 2020

    Verwaltungsgliederung

    Norwegische Provinzen seit 2020

    Das norwegische Hauptland ist seit dem 1. Januar 2020 in elf Verwaltungsprovinzen (Fylker) eingeteilt, die traditionell in fünf Landesteile (landsdel) zusammengefasst werden. Alle Fylker bis auf Oslo sind in mehrere Kommunen unterteilt, insgesamt gibt es in Norwegen seit dem 1. Januar 2020 356 Kommunen. Im Juni 2017 wurde eine umfassende Verwaltungsgebietsreform beschlossen, die am 1. Januar 2020 abgeschlossen wurde. Sie beinhaltete die Regionalreform und die Kommunalreform und sowohl die Zahl der Fylker als auch die der Kommunen sank im Rahmen ihrer Durchführung. Alle vier Jahre werden Volksvertretungen sowohl auf Ebene der Kommunen als auch der Verwaltungsprovinzen gewählt.

    Die Inselgruppe Spitzbergen besitzt administrativ eine Sonderrolle. So heißt der Repräsentant der Zentralregierung in einem Fylke Statsforvalter und ist dem Kommunalministerium unterstellt, während der Sysselmann auf Spitzbergen unter der Aufsicht des Justizministeriums steht.

    Fylker

    Insgesamt gibt es in Norwegen elf Fylker. Vor Durchführung der Regionalreform lag die Anzahl bei 19.

    Wappen Fylke Einwohner
    1. Januar 2021
    Fläche (km²) Landesteil
    Agder 308.843 16.434 Sørlandet
    Innlandet 370.603 52.072 Østlandet
    Møre og Romsdal 265.544 14.356 Vestlandet
    Nordland 240.345 38.155 Nord-Norge
    Oslo 697.010 454 Østlandet
    Rogaland 482.645 9.377 Vestlandet
    Troms og Finnmark 242.168 74.830 Nord-Norge
    Trøndelag 471.124 42.202 Trøndelag
    Vestfold og Telemark 421.882 17.466 Østlandet
    Vestland 638.821 33.871 Vestlandet
    Viken 1.252.384 24.593 Østlandet

    Kommunen

    Insgesamt gibt es in Norwegen 356 Kommunen. In der Liste aufgeführt werden Kommunen, die am 1. Januar 2021 mehr als 50.000 Einwohnern hatten.

    Kommune Fylke Einwohner
    1. Januar 2021
    Oslo Oslo 697.010
    Bergen Vestland 285.601
    Trondheim Trøndelag 207.595
    Stavanger Rogaland 144.147
    Bærum Viken 128.233
    Kristiansand Agder 112.588
    Drammen Viken 101.859
    Asker Viken 94.915
    Lillestrøm Viken 86.953
    Fredrikstad Viken 83.193
    Kommune Fylke Einwohner
    1. Januar 2021
    Sandnes Rogaland 80.450
    Tromsø Troms og Finnmark 77.095
    Ålesund Møre og Romsdal 66.670
    Sandefjord Vestfold og Telemark 64.345
    Nordre Follo Viken 60.034
    Sarpsborg Viken 57.372
    Tønsberg Vestfold og Telemark 57.026
    Skien Vestfold og Telemark 55.144
    Bodø Nordland 52.560

    Parteien

    Storting
    Logo Stortinggebäude am Eidsvolls plass
    Basisdaten
    Sitz: Oslo
    Legislaturperiode: 4 Jahre
    Erste Sitzung: 1814
    Abgeordnete: 169
    Aktuelle Legislaturperiode
    Letzte Wahl: 10. und 11. September 2017
    Nächste Wahl: 13. September 2021
    Vorsitz: Stortingspräsidentin
    Tone Wilhelmsen Trøen (H)
    Sitzverteilung
    Insgesamt 169 Sitze
    Website

    Bei der Parlamentswahl 2017 zogen Abgeordnete folgender neun Parteien ins Storting ein:

    Weitere kleinere Parteien, die vor allem in Kommunalparlamenten oder Fylkestingen vertreten sind, sind unter anderem die Kystpartiet, die Norges Kommunistiske Parti, die Demokratene, die Folkeaksjonen nei til mer bompenger und die Pensjonistpartiet.

    Staatshaushalt

    Die Staatsverschuldung betrug 2017 36,5 % des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Der Staatshaushalt umfasste 2020 Ausgaben 1951 Milliarden NOK, denen Einnahmen von 1848 Milliarden NOK gegenüberstanden. Die Staatsausgaben im Jahr 2020 verteilten sich laut der Statistikbehörde Statistisk sentralbyrå wie folgt:

    Von der Ratingagentur Standard & Poor’s werden Norwegens Staatsanleihen bereits seit dem Jahre 1990 unverändert mit der Bestnote AAA bewertet (Stand: April 2021).

    Gewerkschaften

    In Norwegen waren im Jahr 2020 etwa 1,94 Millionen Arbeitnehmer Mitglied einer Gewerkschaft. Davon gehörten 970.000 dem Dachverband Landsorganisasjonen i Norge (LO), 380.000 Unio, 228.000 dem Yrkesorganisasjonenes Sentralforbund (YS) und 231.000 den Akademikerne an.

    Außenpolitik

    Norwegen ist ein EFTA-Mitglied

    Norwegen ist Mitglied im Nordischen Rat, einem Forum der Nordischen Länder. Wirtschaftlich ist es Mitglied der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) und Teil des Europäischen Wirtschaftsraumes. Weiterhin nimmt Norwegen am Europäischen Binnenmarkt der Europäischen Union (EU) teil. Die Bevölkerung lehnte in zwei Referenden den EU-Beitritt ab. Das Auswärtige Amt schrieb im Jahr 2017, dass Norwegen sich international unter anderem für politische und wirtschaftliche Stabilität und den Ausbau des Völkerrechts einsetze. Zu den Hauptzielen der norwegischen Außenpolitik gehöre dabei neben der Wahrung der nationale Souveränität das Engagement im Bereich der Menschenrechte sowie die Einbindung in internationale Organisationen wie der NATO. Die norwegische Wirtschaftspolitik sei dabei auch von maritimen Interessen geprägt.

    Mit Deutschland unterhält Norwegen direkte Beziehungen seit der Unabhängigkeit im Jahr 1905. Deutschland gilt als einer der wichtigsten Zusammenarbeitspartner in der EU. Im Jahr 1999 zog die norwegische Botschaft von Bonn nach Berlin, wo die nordischen Staaten den Komplex der Nordischen Botschaften unterhalten. Österreich und Norwegen nahmen 1906 diplomatische Beziehungen auf. Über die Zeit hinweg lagen die für Österreich zuständigen Botschaften in Berlin, Prag und Bern. Im Jahr 1960 wurde die norwegische Botschaft in Wien eröffnet. Sowohl Österreich und Norwegen gehören zu den Gründungsmitgliedern der EFTA. Die norwegische Botschaft in Bern ist neben der Schweiz auch für Liechtenstein und Vatikanstadt zuständig. Liechtenstein und die Schweiz gehören gemeinsam mit Norwegen zu den verbleibenden EFTA-Mitgliederstaaten. Deutschland, Österreich und die Schweiz haben jeweils Botschaften in Oslo.

    Vor der Februarrevolution 1917 hatte eine rege Handelstätigkeit mit Russland bestanden, welche eine eigene Mischsprache (Russenorsk) hervorgebracht hatte. Nach dem Ende der Sowjetunion im Jahr 1991 wurde die Zusammenarbeit erneut verstärkt. Im Jahr 2010 konnten sich Norwegen und Russland auf eine Grenze der jeweiligen Hoheitsgebiete in der Barentssee einigen. Für die Grenzbewohner Russlands und Norwegens wurde 2012 eine visumsfreie Zone von etwa 30 Kilometern auf beiden Seiten der Grenze eingerichtet. Ab Mitte der 2010er-Jahre verschlechterten sich die Beziehungen zwischen den Ländern erneut.

    Umweltpolitik

    Norwegen verfolgt das Ziel, bis 2025 im Bereich der PKW und leichten Nutzfahrzeuge keine neuen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor zuzulassen. Der Kauf von Elektroautos wird unter anderem durch eine niedrigere Besteuerung staatlich gefördert. 2020 war Norwegen das weltweit erste Land mit einer Elektroauto-Zulassungsquote von über 50 %.

    Militär

    Eine F-16 der Luftwaffe
    Hauptartikel: Norwegische Streitkräfte

    Die norwegische Armee (Forsvaret) besteht aus den vier Teilstreitkräften Heer (Hæren), Marine (Sjøforsvaret), Luftwaffe (Luftforsvaret) und der Heimatschutzmiliz (Heimevernet). Norwegen ist ein Gründungsmitglied der NATO und das Land war der erste NATO-Mitgliedsstaat, der bei allen Positionen im Militär die Zugangsbeschränkung für Frauen aufhob. Es existiert eine zwölfmonatige Wehrpflicht für Männer und Frauen. Norwegen gab 2019 etwa 1,86 Prozent seiner Wirtschaftsleistung für seine Streitkräfte aus.

    Mitte des Jahres 2007 hat die norwegische Luftwaffe von den USA den Schutz des Nachbarlandes Island übernommen, das über keine eigenen Streitkräfte verfügt.

    Allgemein

    Norwegen ist ein an Naturressourcen wie Fischen, Erdöl, Erdgas und Mineralien reicher und hoch entwickelter Industriestaat. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf gehört es zu den reichsten Ländern der Welt. Norwegens Wirtschaftsraum gilt als eine gelenkte Volkswirtschaft und die meisten Unternehmen haben private Eigentümer. Der Staat ist allerdings Haupteigentümer mehrerer großer Industriebetriebe wie der Gas- und Ölfördergesellschaft Equinor und dem Aluminiumproduzenten Norsk Hydro. Eine wichtige Einnahmequelle ist der Export von Erdöl und -gas. Norwegen ist des Weiteren Europas größter und weltweit zweitgrößter Exporteur von Fisch und Meeresfrüchten und der Fischfang ist von größerer wirtschaftlicher Bedeutung.

    Die Einnahmen aus der Ölindustrie stellen die Grundlage für den Staatlichen Pensionsfonds (Statens pensjonsfond utland oder Oljefondet) dar. Der im 1996 gegründete Pensionsfonds hat einen Marktwert von etwa 10.398 Mrd. NOK (ca. 997 Mrd. Euro). Nach der sogenannten Handlungsregel dürfen jährlich maximal 4 % des Kapitalstocks aus dem Fonds zur Finanzierung des Staatshaushalts entnommen werden. Diese Obergrenze soll zukünftig auf 3 % abgesenkt werden. Im Haushaltsjahr 2016 wurden dem Ölfonds insgesamt 220 Mrd. NOK (etwa 26 Mrd. Euro) entnommen. Das sind etwa 3 % des Kapitalstocks. In der norwegischen Politik und Öffentlichkeit besteht Konsens darüber, dass die norwegischen Öl- und Gasreserven unter Beachtung von strengen Umwelt- und Sicherheitsstandards ausgebeutet und dem Nutzen der Allgemeinheit zugeführt werden sollen. Im Haushalt 2017 rechnet die Regierung mit Einnahmen aus dem Öl- und Gassektor in Höhe von 164 Mrd. NOK (ca. 18 Mrd. Euro), das sind 14 % der gesamten erwarteten Staatseinnahmen.

    Die Arbeitslosenquote lag im Jahr 2019 bei 3,72 % und war damit eher niedrig. Die Jugendarbeitslosigkeit betrug im Jahr 2018 einer Schätzung zufolge 9,7 %. Im Jahr 2016 arbeiteten 2,1 % aller Arbeitskräfte in der Land- und Forstwirtschaft, 19,3 % in der Industrie und 78,6 % im Dienstleistungssektor. Die Gesamtzahl der Beschäftigten wurde für Ende 2020 mit 2,68 Millionen angegeben, wovon etwa 1,26 Millionen Personen Frauen waren.

    Im Vergleich mit dem durchschnittlichen Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf der EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards (EU27 = 100) erreichte Norwegen 2019 einen Index von 147. Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes misst, belegt Norwegen Platz 11 von 137 Ländern (Stand 2017–2018). Im Index für wirtschaftliche Freiheit wird das Land 2021 auf Platz 28 von 178 Ländern geführt. Norwegen stand, laut einer Studie der Bank Credit Suisse aus dem Jahre 2017, auf Rang 23 weltweit beim nationalen Gesamtvermögen. Der Gesamtbesitz an Immobilien, Aktien und Bargeld belief sich auf insgesamt 1.286 Milliarden US-Dollar. Das Vermögen pro erwachsener Person beträgt 320.475 Dollar im Durchschnitt und 130.543 Dollar im Median (in Deutschland: 203.946 bzw. 47.091 Dollar). Beim Vermögen je Einwohner gehörte Norwegen damit zu den Top 10 Ländern weltweit. Insgesamt war 28,6 % des gesamten Vermögens der Norwegen finanzielles Vermögen und 71,4 % nicht-finanzielles Vermögen. Der Gini-Koeffizient bei der Vermögensverteilung lag 2017 bei 80,5 was auf eine relativ hohe Vermögensungleichheit hindeutet. Insgesamt 5 % der Norweger sind Vermögensmillionäre.

    Norwegen hat 2003 als erstes Land eine Geschlechterquote eingeführt. Seit 2008 ist eine Quote von mindestens 40 % Frauen in Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen gesetzlich vorgeschrieben.

    Außenhandel

    Norwegen ist Mitglied der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) und Teil des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR). Das EWR-Abkommen (norwegisch: EØS-avtalen) gilt als Norwegens wichtigstes Handelsabkommen. Die meisten der Freihandelsabkommen zwischen Norwegen und anderen Ländern sind gemeinsam mit den weiteren EFTA-Mitgliedsstaaten verhandelt worden. Insgesamt ist der Außenhandel für Norwegen positiv, 2020 lag der Exportüberschuss bei 10,4 Milliarden NOK. Im Vergleich zum Vorjahr war der Export um 15,5 % eingebrochen, der Überschuss lag 2019 noch bei einem Wert von 156,75 Milliarden NOK. Wichtige Importgüter sind unter anderem Maschinen und Fahrzeuge. Der Export von Brennstoffen stellt eine wichtige Einnahmequelle dar und machte 2019 etwa 47 % des Gesamtexports aus.

    Haupthandelspartner Norwegens (2016), Quelle: GTAI
    Export (in Prozent) nach Import (in Prozent) von
    Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich 20,7 Deutschland Deutschland 12,0
    Deutschland Deutschland 14,3 Schweden Schweden 12,0
    Niederlande Niederlande 10,6 China Volksrepublik Volksrepublik China 11,1
    Frankreich Frankreich 6,8 Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 6,5
    Schweden Schweden 6,5 Danemark Dänemark 5,6
    Belgien Belgien 4,4 Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich 5,1
    Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 4,2 Niederlande Niederlande 4,0
    Vereinte Nationen sonstige Staaten 32,5 Vereinte Nationen sonstige Staaten 43,7

    Kennzahlen

    Veränderung des Bruttoinlandsprodukts (BIP), real Weltbank
    Jahr 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019
    Veränderung in % gg. Vj. 2,4 3,0 0,5 −1,7 0, 1,0 2,7 1,0 2,0 2,0 1,1 2,3 1,3 1,2
    Entwicklung des BIP (nominal), Weltbank
    absolut (in Mrd. US-Dollar) je Einwohner (in Tsd. US-Dollar)
    Jahr 2015 2016 2017 Jahr 2015 2016 2017
    BIP in Mrd. $ 387 371 399 BIP je Einw. (in Tsd. €) 74,5 70,8 75,5

    Energie

    Energie allgemein

    Die elektrische Energie stellt eine wichtige Energiequelle für Norwegen dar, wobei die Wasserkraft eine bedeutende Rolle spielt. Im Jahr 2017 hatte Norwegen mit 23.695 kWh pro Kopf den zweithöchsten Stromverbrauch der Welt, der OECD-Schnitt lag bei etwa 8000 kWh. Die Industriebetriebe standen im Jahr 2019 für zirka 85 % des Bedarfs. Die elektrische Energie ist im europäischen Vergleich eher billig und der Anteil an Haushalten, in denen das Heizsystem auf ihr aufbaut, ist im europäischen Vergleich hoch. Im Bereich des Transports sind jedoch vor allem auf Petroleum basierende Kraftstoffe verbreitet. Etwa 90 % des Stroms wird in Anlagen gewonnen, die Eigentum von Kommunen, Fylkeskommunen oder dem norwegischen Staat darstellen. Der Staat ist durch den staatlichen Energiekonzern Statkraft im Besitz von etwa 35 % der Produktion. Im norwegischen Hauptland existieren weder Kern- noch Kohlekraftwerke, was unter anderem auf einen Beschluss des Nationalparlaments aus dem Jahr 1979 zurückzuführen ist. In diesem wurde festgelegt, weiter auf den Ausbau der Wasserkraft zu setzen.

    Wasserkraft

    Wasserkraftwerk bei Braskereidfoss

    Ein großer Teil des Strombedarfs des Landes wird durch heimische Wasserkraftwerke gedeckt. Zu Beginn des Jahres 2021 existierten etwa 1680 Wasserkraftwerke in Norwegen, welche für etwa 90 % der norwegischen Stromerzeugung sorgten. Die Speicherkapazität der norwegischen Speicherkraftwerke liegt bei etwa 70 % des jährlichen Energiebedarfs. Die Nutzung der Wasserkraft hat in Norwegen eine lange Tradition und war Grundlage der Industrialisierung des Landes. Auf einfache Wassermühlen folgten wassergetriebene Generatoren und später kleinere und größere Wasserkraftwerke zur Gewinnung elektrischer Energie.

    Zwischenstaatlicher Stromtransport

    Mit seinem zu einem hohen Anteil aus Pumpspeicherkraftwerken gewonnenen Strom beteiligt sich Norwegen am Stromaustausch mit anderen europäischen Staaten. In Zeiten, in denen die Wasserkraftwerke viel Strom erzeugen können, verkauft Norwegen Strom an andere Staaten. Wird hingegen die Stromproduktion in den Wasserkraftwerken nicht durch hohe Niederschlagswerte oder die Schneeschmelze begünstigt und ist der Strom in anderen Ländern kostengünstiger, kauft Norwegen Strom zu. In den norwegischen Pumpspeicherkraftwerken wird dann Wasser für später gespeichert.

    Neben mehreren Leitungen zwischen Norwegen und Schweden bestehen unter anderem die Übertragungsleitungen Cross-Skagerrak zwischen Kristiansand und Dänemark. 2008 wurde mit NorNed eine etwa 580 Kilometer lange Seekabelverbindung zwischen Norwegen und den Niederlanden in Betrieb genommen. Das Seekabel NordLink zwischen Norwegen und Deutschland ist seit 2021 im Regelbetrieb; es kann eine Leistung von 1.400 MW übertragen. Weitere Projekte befinden sich in der Umsetzungsphase. Die von National Grid und Statnett vereinbarte Seekabelverbindung NSN Link zwischen Norwegen und England soll 2021 in Betrieb gehen. Zusätzlich ist eine Seekabelverbindung NorGer zwischen Norwegen und Deutschland geplant, deren Umsetzung aber noch unklar ist.

    Erdgas

    LNG Gas-Terminal auf Melkøya

    Norwegen war 2017 (geschätzt) mit 123,9 Mrd. das weltweit siebtgrößte Erdgasförderland. Die norwegischen Erdgasfelder befinden sich in der Nordsee, im Europäischen Nordmeer und in der Barentssee. Norwegen war 2017 (geschätzt) mit 120,2 Mrd. m³ das weltweit drittgrößte Erdgasexportland. Statoil kontrollierte 2017 etwa 70 % der norwegischen Gasexporte. Norwegen deckt etwa ein Drittel des deutschen Erdgasbedarfs (2017). Die beiden Europipe-Erdgasleitungen verbinden das norwegische Erdgasfeld Ekofisk (Europipe 1) in der Nordsee sowie das norwegische Festland (Europipe 2) mit Deutschland.

    Erdöl

    Bohrinsel im Heidrun-Ölfeld

    Norwegen war im Jahr 2018 mit einer geschätzten Produktionsmenge von 1.517.000 Barrels pro Tag das weltweit fünfzehntgrößte Erdölförderland. Nachdem man erste norwegische Bohrinseln in der Nordsee gebaut hatte, stieg die Produktion ab den 1970er-Jahren an. Später erweiterte man die Aktivität auch auf das Europäische Nordmeer und die Barentssee, die allerdings im Vergleich zur Nordsee weniger erforscht worden sind. Das Ölfördermaximum wurde in den Jahren 2000/2001 erreicht, die Fördermengen sind seitdem rückläufig.

    Die starke norwegische Erdölindustrie und die vergleichsweise geringe Bevölkerung bewirken Norwegens sehr hohes Pro-Kopf-Einkommen. Um die Finanzierung des teuren, sehr engmaschigen sozialen Netzes langfristig zu sichern, wurde 1990 der staatlich geführte Norwegische Staatliche Pensionsfonds Ausland (Statens pensjonsfond utland oder Oljefondet) eingerichtet. In ihm werden die Erträge aus dem Ölexport angelegt. Das geschieht ausschließlich auf ausländischen Märkten, um ein finanzielles Überhitzen der inländischen Wirtschaft und eine zu starke Aufwertung der norwegischen Krone zu verhindern. Der Wert des norwegischen Ölfonds betrug im Ende 2019 ca. 949 Milliarden Euro (10.088 Milliarden NOK), was einem Betrag von ca. 179.000 Euro je Norweger entsprach.

    Smøla vindpark in Nordmøre

    Nach dem Einbruch des Ölpreises in der zweiten Jahreshälfte 2014 stockten sowohl die Förderung als auch die Erschließungstätigkeiten für die Ölgewinnung in größeren Tiefen wegen der hohen Kosten. In Norwegen sollen rund zehn Prozent der rund 100.000 Arbeitsplätze in der Ölindustrie zur Disposition stehen. Der staatliche Energiekonzern Statoil geriet 2014 erstmals seit seinem Börsengang in die roten Zahlen.

    In Stavanger befindet sich das wirtschaftliche Zentrum der norwegischen Erdölindustrie sowie das Norwegische Erdölmuseum.

    Windenergie

    Zu Beginn des Jahres 2021 lagen in Norwegen 53 Windparks mit einer Kapazität von insgesamt 3977 MW. Im Jahr 2020 wurden etwa 6,4 % des produzierten Stroms mit Wind gedeckt. Der erste Windpark war der Smøla vindpark, der im Jahr 2002 in Betrieb genommen wurde. Die Nutzung von Windenergie wird ausgebaut: 2014 waren Windkraftanlagen mit einer Leistung von 819 MW installiert, Ende 2017 waren es 1.188 MW und 2019 2.444 MW. Der größte landgebundene Windpark Europas ist der Windpark Fosen Vind, der seit dem Abschluss des Testbetriebs im März 2021 Strom liefert.

    Tourismus

    Polarlicht bei Tromsø

    Norwegen ist jährlich das Ziel von mehreren Millionen Touristen. 2019 besuchten 5,88 Millionen Touristen das Land, die etwa 4,9 Milliarden US-Dollar ausgaben. Im Bereich des Tourismus waren im Jahr 2017 etwa 6,9 % der Arbeitsplätze zu verorten und die Einnahmen durch den Tourismus machten 4,3 % der Gesamteinnahmen aus. Für einzelne Gegenden, wie etwa Spitzbergen ist der Tourismus eine sehr wichtige Einnahmequelle. Im Jahr 2018 wurden 33,8 Millionen Übernachtungen verzeichnet, etwa 10,1 Millionen wurden auf Ausländer zurückgeführt. Die bedeutendsten Herkunftsländer waren dabei Deutschland, Schweden und die Vereinigten Staaten. Neben Hotels und hotelähnlichen Betrieben, die etwa 70 % der Übernachtungen verzeichneten, waren Camping und die sogenannten Hytten die meist genutzten Übernachtungsarten. Des Weiteren sind Kreuzfahrten, wie etwa mit der Postschifflinie Hurtigruten, weit verbreitet. Die Sommersaison ist die Zeit mit den meisten Besuchern. Im Jahr 2019 verteilten sich 52 % der Übernachtungen auf die Monate Mai bis August. Bedeutende Faktoren für Urlaubsreisen nach Norwegen außerhalb des Sommers sind vor allem der Wintersport und die Polarlichter.

    Trollstigen

    Für die Tourismusstrategie Norwegens ist die halbstaatliche Gesellschaft Innovasjon Norge zuständig. Für das Jahr 2006 gab diese an, dass unter anderem die Skisprungschanze Holmenkollbakken und das dazu gehörende Museum, das historische Stadtviertel und Weltkulturerbe Bryggen in Bergen, der Tierpark Kristiansand Dyrepark sowie der Freizeitpark TusenFryd zu den meistbesuchten Einrichtungen zählten. Laut Schätzungen war der Vigelandspark in Oslo mit über einer Million Personen am meisten besucht. Gefragte Ausflugsziele waren des Weiteren die Wasserfälle Vøringsfossen, Kjosfossen, Låtefossen und Steinsdalsfossen, die Passstraße Trollstigen sowie die Fjorde Geirangerfjord und Nærøyfjord. Zu den beliebtesten Urlaubsdestinationen zählen heute die Oslo-Region, die Gegend um Tromsø, die Inselgruppe Lofoten sowie die Gegend um Bergen. Von der norwegischen Straßenverkehrsbehörde Statens vegvesen wurden sogenannte Landschaftsrouten konzipiert.

    In Norwegen gibt es insgesamt acht UNESCO-Welterbestätten.

    Nahrungswirtschaft

    Fischerei und Walfang

    Aquakultur in Senja

    Norwegen gehört zu den größten Fischerei-Nationen der Welt und die Fischerei ist eine der ältesten Wirtschaftszweige des Landes. Im Jahr 2018 lag Norwegen gemessen an der Fischfangmenge nach Angaben der Weltbank auf Platz elf im weltweiten Vergleich. Norwegen brachte laut diesem Bericht im Jahr 2018 etwa 4,0 Millionen Tonnen an Land. 2016 stammten 1,33 Millionen Tonnen des gesamten norwegischen Fangs aus Aquakulturen, womit Norwegen in diesem Bereich auf Platz neun lag.

    Im Jahr 2019 wurde Fisch im Wert von etwa 104 Milliarden Kronen exportiert, wobei der Lachsexport mit einem Wert von etwa 72 Milliarden Kronen vor Kabeljau die wichtigste Einnahmequelle waren. Weitere bedeutende Fischarten waren unter anderem Heringe und Makrelen.

    Walfang in Norwegen hat eine lange Tradition. Durch gesetzliche Beschränkungen ging die Bedeutung allerdings zurück. Gemeinsam mit Island widersprach Norwegen dem Internationalen Übereinkommen zur Regelung des Walfangs der Internationalen Walfangkommission (IWC). Entsprechend ist kommerzieller Walfang erlaubt und es werden jährliche Fangquoten festgelegt.

    Alkohol

    Innenansicht einer Vinmonopolet-Filiale in Briskeby, Oslo

    Norwegen betreibt eine restriktive Alkoholpolitik, die im 19. Jahrhundert mit Steuern und Produktionsbeschränkungen begann. Während der 1914 gestarteten Prohibition in Norwegen wurde der Verkauf von Alkohol beschränkt und teilweise verboten. Im Jahr 1936 führte Norwegen als erstes Land der Welt eine Promillegrenze für das Führen von Kraftfahrzeugen ein. Diese sank im Jahr 2001 von 0,5 auf 0,2 Promille. Alkoholische Getränke bis zu 4,7 Volumenprozent dürfen in Lebensmittelgeschäften verkauft werden. Getränke, deren Alkoholgehalt höher ist, können nur im Vinmonopolet und in Einrichtungen mit Schankgenehmigung erworben werden. Erste Vinmonopole wurden im Jahr 1922 im Rahmen einer Lockerung der Prohibition eröffnet. Neben dem besteuerten Verkauf gibt es auch nicht-besteuerten Verkauf, der vor allem an Flughäfen und auf Fähren praktiziert werden darf. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern wird in Norwegen wenig Alkohol erworben. Im Jahr 2017 wurde der Alkoholverkauf pro mindestens 15 Jahre altem Bürger mit etwa 6,72 Liter reinem Alkohol auf das Jahr verteilt angegeben. Der davon nicht in Norwegen besteuerte Teil, wozu auch der im Grenzhandel eingeführte Alkohol zählt, wurde mit 0,78 Litern angesetzt.

    Telekommunikation

    In der 2020er-Ausgabe des Medienberichts Norsk mediebarometer des Statistischen Zentralbüros wurde festgestellt, dass 98 % der Bevölkerung Zugang zum Internet haben sowie dass 99 % ein Mobiltelefon und 96 % ein Smartphone besitzen. Neun von zehn Personen verwendeten im Jahr 2020 an einem durchschnittlichen Tag das Internet, das beliebteste soziale Medium war Facebook. Bereits im Jahr 2004 besaßen 90 % ein eigenes Mobiltelefon und 66 % hatten einen Internetzugang. Größter Telekommunikationsanbieter des Landes ist Telenor.

    Hauptartikel: Verkehr in Norwegen

    Aufgrund der Länge und der geologischen Verhältnisse des Landes ist der Bau und die Instandhaltung von Verkehrsinfrastruktur aufwendig und teuer. Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts bildete deshalb die Seefahrt vielerorts die Grundlage für das Transportwesen. Erst dann konnte durch den Aufbau von Eisenbahnstrecken ein Teil des Verkehrs aufs Land verlegt werden. Im 20. Jahrhundert wuchs die Bedeutung des Luft- und Straßenverkehrs für den Personentransport an, auch im Gütertransport fand eine Verlagerung vom Seeweg auf die Straßen statt. Der von der Weltbank erstellte Logistics Performance Index 2018 listet Norwegen auf Platz 21.

    Straßenverkehr

    In Norwegen erreichte im Jahr 2018 das öffentliche Straßennetz eine Länge von insgesamt etwa 94.902 Kilometern. Die heutige Aufteilung des Straßennetzes in Riksveier (deutsch: Reichsstraßen), Fylkesveier (deutsch: Fylkesstraßen) und kommunale Straßen geht weitgehend auf ein Gesetz aus dem Jahr 1931 zurück. Aufgrund der geographischen Verhältnisse gehen viele Brücken und Tunnel, teilweise in Form von Unterwassertunneln, in das Straßennetz ein. Besonders in den von Fjorden geprägten Küstenregionen sind Autofähren weiterhin von großer Bedeutung.

    Schienenverkehr

    Blick auf den Bahnhof Oslo Sentralstasjon

    Die erste Bahnstrecke wurde im Jahr 1854 eröffnet und verband Oslo mit Eidsvoll. Im Jahr 1861 erfolgte die Inbetriebnahme der ersten rein staatlichen Bahnlinie. In den folgenden Jahren wurde das Netz weiter ausgebaut, die Linie Bergensbanen stand 1909 fertig. Ab etwa 1957 ging die Gesamtschienenlänge durch die Einstellung kleinerer Seitenlinien zurück. Wegen des verstärkten Automobilaufkommens ab den 1960er-Jahren verlor die Eisenbahn weiter an Bedeutung.

    Das Schienennetz umfasste im Jahr 2020 etwa 4200 Kilometer, von denen 2541 Kilometer elektrifiziert waren. Betrieben werden die meisten Personenzüge durch das Unternehmen Vy. Die Oslo Sentralstasjon (Oslo S) ist der größte Bahnhof des Landes. Weitere wichtige Bahnhöfe sind unter anderem der Bahnhof von Bergen sowie die Bahnhöfe in Trondheim, Bodø, Stavanger und Kristiansand. Keine Bahnanbindung hat das Fylke Troms og Finnmark. Die Umsetzung des Eisenbahnprojekts Nord-Norgebanen, das eine Anbindung bis Tromsø vorsieht, wurde im Mai 2020 vom Storting abgelehnt.

    Im Jahr 1894 erhielt Oslo als erste norwegische Stadt eine elektrische Straßenbahn, 1897 folgte Bergen und 1901 Trondheim. Ein U-Bahn-System gibt es nur in Oslo (Oslo T-bane).

    Luftverkehr

    Aufgrund der Gebirge und langgezogenen Fjorde werden oft auf verhältnismäßig kurzen Distanzen im Luftverkehr im Vergleich zum Straßenverkehr große Reisezeitersparnisse erzielt. Erste Flüge fanden in Norwegen im Jahr 1912 statt. Ab den 1970er-Jahren und erneut ab 2002 begann die Zahl der jährlichen Flugpassagiere in Norwegen stark zu steigen.

    Die dem Verkehrsministerium unterstellte Gesellschaft Avinor betreibt 44 Flughäfen in Norwegen, weitere Flughäfen sind in privatem Besitz. Der größte Verkehrsflughafen Norwegens ist Oslo-Gardermoen. Den Betrieb der kleineren Flughäfen finanziert Avinor aus den Gewinnen an den größten Flughäfen. Die wichtigsten einheimischen Fluggesellschaften sind SAS Scandinavian Airlines, Norwegian Air Shuttle und die Regionalfluggesellschaft Widerøe, deren Flüge im dünn besiedelten Norden subventioniert werden. Neben Oslo-Gardermoen sind die weitere wichtige Flughäfen die in Bergen, Stavanger, Trondheim, Tromsø, Bodø, Ålesund, Sandefjord-Torp und Kristiansand.

    Schiffsverkehr

    Fährhafen von Kristiansand

    Norwegen gehört zu den größten Schifffahrtsnationen und hat die viertgrößte Handelsflotte der Welt. Im Jahr 2020 waren 1571 Schiffe über 1000 BRT in Norwegen registriert. Die Geographie Norwegens gibt der Schifffahrt eine besonders große Bedeutung. Für die Verwaltung der Küsteninfrastruktur ist die Behörde Kystverket zuständig.

    Ab 1893 stellten Schiffe der Hurtigruten die Verbindung zwischen Trondheim und Hammerfest her, später wurde die Linie verlängert. Dort werden bis heute Waren, Post und Passagiere transportiert, mit der Zeit wurden auch Touristen auf die Verbindung aufmerksam. Insgesamt werden 34 Häfen im täglichen Liniendienst angesteuert. Mit dem verstärkten Ausbau der Infrastruktur auf dem Land verloren viele Schiffsverbindungen an Bedeutung, die als Kystruta bekannte Route zwischen Oslo und Bergen wurde beispielsweise im Jahr 1969 eingestellt. Vor allem in den Provinzen Vestland, Trøndelag und Nordland werden Schnellboote wie Katamarane im Lokalverkehr eingesetzt.

    Im Jahr 2000 war die Stadt Bergen die Kulturhauptstadt Europas, 2008 war es Stavanger. In Oslo wird jährlich der Friedensnobelpreis vergeben.

    Küche

    Hauptartikel: Norwegische Küche

    Bildende Kunst und Architektur

    Der Schrei von Edvard Munch

    Als bekannteste Maler Norwegens zählt Edvard Munch, seine Werke sind größtenteils im Munch-Museum in Oslo zu sehen. Als wichtigster Bildhauer des Landes gilt Gustav Vigeland. Im 19. Jahrhundert wurden Maler wie Johan Christian Clausen Dahl, Adolph Tidemand und Hans Gude international bekannt. Der auf Landschaftsmalerei spezialisierte Dahl wird auch als „Vater der norwegischen Malerei“ bezeichnet.

    Stiftsgården, Trondheim

    Da Norwegen lange Zeit ein eher armes Land war, wurden bis ins Mittelalter kaum monumentale Bauwerke errichtet. Holz war bis zur Christianisierung Norwegens und dem Bau erster Kirchengebäude aus Stein das dominierende Baumaterial, wurde aber auch danach noch häufig genutzt. Durch die Pestepidemien kam es ab Mitte des 14. Jahrhunderts zu einem Rückgang der Bautätigkeit, der erst im 16. Jahrhundert mit neuen Renaissance-Bauwerken endete. Ab etwa 1700 begannen die reichsten Stadtbewohner prunkvollere Privathäuser zu erbauen, so etwa Stiftsgården in Trondheim.

    Im 19. Jahrhundert wurden von öffentlicher Hand mehrere klassizistische Gebäude wie das Königliche Schloss Oslo erbaut. Bedeutende Architekten waren hierbei unter anderem Hans Ditlev Franciscus von Linstow und Christian Heinrich Grosch. Wie in vielen anderen Ländern wurde auch in Norwegen in der Zeit um 1900 versucht, einen eigenen Architekturstil zu entwickeln, wobei der Drachenstil entstand. Neben den mittelalterlichen Stabkirchen zählten auch die als Lebensmittelspeicher verwendeten Stabbur zur typisch norwegischen Baukunst. Auf die Zeit der norwegischen Nationalromantik folgten Perioden, in denen Neobarock, Neoklassizismus und Funktionalismus größere Verbreitung fanden. Bedeutende Architekten im 20. Jahrhundert waren unter anderem Henrik Bull und Sverre Fehn. Anfang der 2000er-Jahre begann das Architekturbüro Snøhetta internationale und nationale Projekte wie das Opernhaus Oslo umzusetzen.

    Bekannte norwegische Bauwerke sind heute unter anderem die hölzernen Stabkirchen. Von den 28 erhaltenen Stabkirchen werden die Stabkirche Borgund und die Stabkirche Urnes als UNESCO-Weltkulturerbe geführt. Zu den bekanntesten modernen Kirchen zählt die Eismeerkathedrale in Tromsø.

    Medien

    Bibliotheken

    Erste Etage der Nationalbibliothek

    Wichtiger Bestandteil des Bibliothekswesen Norwegens ist die Tatsache, dass die Nutzung von Bibliotheken für alle Bewohner Norwegens gratis ist, wobei jede Kommune zum Betrieb einer Bibliothek verpflichtet ist. Norwegen hat eines der umfassendsten Systeme für Pflichtexemplarabgabe weltweit.

    Rundfunk

    Die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt Norsk rikskringkasting (NRK) bietet landesweite Fernseh- und Radioprogramme sowie regionale Angebote. Größere private Fernsehsender sind TV 2 und TVNorge. Im Jahr 2020 sahen 48 % der Bevölkerung an einem Durchschnittstag Fernsehen, ohne Einberechnung von Onlineangeboten waren es 39 %. Die beliebtesten Fernsehsender waren NRK1 und TV 2. 49 % der Norweger hörten 2020 täglich Radio, im Jahr 1991 lag der Wert noch bei 71 %. Die Radiosender mit der größten Hörerschaft waren NRK P1 und P4 Radio Hele Norge.

    Zeitungen

    Im Jahr 2020 lasen an einem durchschnittlichen Tag etwa 24 % der Bevölkerung eine gedruckte Zeitung, im Jahr 1994 lag der Wert bei 85 %. Der Anteil der Bevölkerung die Onlinezeitungen oder Zeitungen im gedruckten Format lasen, lag 2020 bei 77 %. 2012 nutzten nach einer repräsentativen Befragung für das Norsk mediebarometer 25 Prozent der Befragten zwei und mehr Zeitungen; 1991 waren das noch 50 Prozent.

    Die auflagenstärksten Titel des Lands waren im Jahr 2019 die Aftenposten, die Boulevardzeitungen Verdens Gang (VG), Dagbladet sowie die Bergener Tageszeitung Bergens Tidende. Im digitalen Bereich führend waren die Webauftritte von VG, dem norwegischen Rundfunk NRK, von Dagbladet und von TV 2. Es gibt noch zahlreiche Regionalzeitungen. Ende 2010 erschienen 226 Zeitungen in Norwegen, Ende 2019 noch 218. Die beiden größten Zeitungskonzerne waren im Jahr 2019 Schibsted und Amedia, die zusammen 86 Zeitungen herausgaben.

    Literatur

    Theater

    Nationaltheater in Oslo

    Das erste professionelle Theater Norwegens wurde im Jahr 1827 gegründet, wobei der Betrieb zunächst in privater Hand lag. Erst ab den 1920er-Jahren wurden erste Staatszuschüsse verteilt. Wichtige Sprechtheaterbühnen sind heute das in Oslo gelegene Nationaltheatret als das größte norwegische Theater, Den Nationale Scene in Bergen als das älteste norwegische Theater und das Norske Teatret in Oslo, welches in der Sprachform Nynorsk spielt. Weitere größere Theater sind das Trøndelag Teater in Trondheim, das Rogaland Teater in Stavanger, das Agder Teater in Kristiansand, das Drammens Teater in Drammen sowie das samische Beaivváš Sámi Našunálateáhter in Kautokeino. Das größte Musiktheater Norwegens ist Den Norske Opera & Ballett, beheimatet im Opernhaus Oslo.

    Einer der wichtigsten Dramatiker war der Nationaldichter Henrik Ibsen (1828–1906) mit heute noch viel gespielten Dramen, wie Peer Gynt oder die Die Wildente. Ein weitere einflussreiche Person im Bereich des norwegischen Theaters ist etwa der Literaturnobelpreisträger Bjørnstjerne Bjørnson.

    Film

    Musik

    Edvard Grieg um 1900

    Volksmusik hat in Norwegen eine lange Tradition und taucht bereits in altnordischen literarischen Quellen auf. In der samischen Volksmusik gehört Joik zu den wichtigsten Elementen. In moderner Zeit ist die Sängerin Mari Boine eine der bekanntesten Vertreterinnen der samischen Musik Norwegens. Als bekanntester norwegische Komponist gilt Edvard Grieg mit seinen romantischen Kompositionen. Weitere Komponisten von Bedeutung sind u. a. Johan Svendsen, Ole Bull, und Ludvig Mathias Lindeman.

    Jan Garbarek live in Athen (2007)

    Im Bereich der Populärmusik zählt die Band a-ha zu den erfolgreichsten norwegischen Vertretern. Wencke Myhre ist eine der bekanntesten Schlagersängerinnen, die in den 1960er-Jahren auch in deutschsprachigen Ländern erfolgreich wurde. Ab Ende der 1990er-Jahre wurde HipHop von größerer Bedeutung in der Jugendkultur, wobei in Norwegen das Duo Karpe zu den erfolgreichsten Akteuren des Genres gezählt wird. Im Bereich der elektronischen Musik gelang es etwa Kygo und dem Duo Stargate internationale Erfolge zu erzielen.

    In der Metal-Szene ist Norwegen berühmt für seine zahlreichen Black-Metal-Bands wie Enslaved. Die norwegischen Bands werden für das Genre als prägend angesehen. Norwegen verfügt des Weiteren über eine sehr vitale Jazz-Szene mit mehreren Jazzveranstaltungen wie beispielsweise das Kongsberg Jazzfestival. Wichtige Vertreter sind unter anderem Jan Garbarek, Knut Riisnæs, Terje Rypdal und Karin Krog. Bedeutende norwegische Musikpreise sind der Spellemannpris, der Kritikerpris und der Buddypris für Jazzmusik.

    Welterbe

    Bryggen mit den hafenseitigen Fassaden der ehemaligen Handelskontore

    Bisher wurden acht Welterbestätten in Norwegen von der UNESCO anerkannt. Zuletzt wurden im Jahr 2015 die Industriestädte Rjukan und Notodden in die Liste der Welterbestätten aufgenommen.

    Røros

    Die acht Welterbestätten sind:

    Sport

    Norwegen ist in erster Linie eine Wintersportnation und hat eine lange Tradition im nordischen Skisport. Viele Entwicklungen des Skisports, vor allem im Bereich des Skispringens und des Skilanglaufs, haben ihren Ursprung in Norwegen. Das Land ist in vielen Wintersportdisziplinen bei internationalen Wettbewerben oft führend. Es gingen erfolgreiche Wintersportler wie Oscar Mathisen, Sonja Henie, Kjetil André Aamodt, Marit Bjørgen und der erfolgreichste Biathlet aller Zeiten Ole Einar Bjørndalen hervor. In Oslo fanden die Olympischen Winterspiele 1952 statt, die Winterspiele 1994 wurden in Lillehammer ausgerichtet.

    Magnus Carlsen bei der Schacholympiade 2016

    Im Bereich der Sommersportarten waren lange Zeit vor allem der Segel- und der Schießsport von Bedeutung. So nahmen unter anderem die norwegischen Könige Olav V. und Harald V. für ihr Land im Segeln an Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften teil. Erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurden Sportarten wie Fußball und Leichtathletik oder der Radsport bedeutender. Die mitgliederstärksten Sparten des Sportverbands Norges idrettsforbund og olympiske og paralympiske komité (NIF) sind heute die Sparten Fußball, Skisport, Golf und Handball. Der Verband ist Norwegens größte Freiwilligenorganisation, er erhielt vor allem ab den 1970er-Jahren größere Bedeutung, nachdem der Sport von staatlicher Seite als Teil des „erweiterten Kulturbegriffs“ anerkannt worden war. Auch Schach ist ein in Norwegen beliebter Sport, erfolgreiche Spieler sind Simen Agdestein und Magnus Carlsen.

    Frauen durften wie auch in anderen Ländern lange viele Sportarten nicht ausüben oder waren für Wettbewerbe nicht zugelassen. Nach der allmählichen Öffnung, die vor allem in den 1970er-Jahren den Zugang zum Spitzensport vieler Disziplinen brachte, konnten unter anderem die Nationalteams der Fußball- und der Handballspielerinnen internationale Titel gewinnen. Die Läuferin Grete Waitz gewann 1983 die erste Frauen-Weltmeisterschaft im Marathonlauf. Skispringen wurde schließlich ab den 1990er-Jahren auch bei den Frauen zu einem weiter verbreiteten Sport.

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    Politische Gliederung Europas

    Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen und Vatikanstadt
    Albanien | Andorra | Belgien | Bosnien und Herzegowina | Bulgarien | Dänemark2 | Deutschland | Estland | Finnland | Frankreich2 | Griechenland | Irland | Island | Italien2 | Kasachstan1 | Kroatien | Lettland | Liechtenstein | Litauen | Luxemburg | Malta | Moldau | Monaco | Montenegro | Niederlande2 | Nordmazedonien | Norwegen2 | Österreich | Polen | Portugal2 | Rumänien | Russland1 | San Marino | Schweden | Schweiz | Serbien | Slowakei | Slowenien | Spanien2 | Tschechien | Türkei1 | Ukraine | Ungarn | Vatikanstadt | Vereinigtes Königreich2 | Weißrussland

    Abhängige Gebiete
    Färöer | Gibraltar | Guernsey | Isle of Man | Jersey

    Umstrittene Gebiete
    Kosovo | Transnistrien
    1 Liegt größtenteils in Asien. 2 Hat zusätzliche Gebiete außerhalb Europas.

    Teilnehmerstaaten:
    Albanien | Andorra | Armenien | Aserbaidschan | Belgien | Bosnien und Herzegowina | Bulgarien | Dänemark | Deutschland | Estland | Finnland | Frankreich | Georgien | Griechenland | Irland | Island | Italien | Kanada | Kasachstan | Kirgisistan | Kroatien | Lettland | Liechtenstein | Litauen | Luxemburg | Malta | Moldau | Monaco | Mongolei | Montenegro | Niederlande | Nordmazedonien | Norwegen | Österreich | Polen | Portugal | Rumänien | Russland | San Marino | Schweden | Schweiz | Serbien | Slowakei | Slowenien | Spanien | Tadschikistan | Tschechien | Türkei | Turkmenistan | Ukraine | Ungarn | Usbekistan | Vatikanstadt | Vereinigtes Königreich | Vereinigte Staaten | Weißrussland | Zypern

    Partnerstaaten:
    Afghanistan | Australien | Ägypten | Algerien | Israel | Japan | Jordanien | Marokko | Tunesien | Südkorea | Thailand

    Mitgliedstaaten des Nordischen Rates

    Mitgliedstaaten:
    Dänemark | Finnland | Island | Norwegen | Schweden

    Territorien:
    Åland | Färöer | Grönland

    62.7666666666679.45Koordinaten:63° N,O

    Normdaten (Geografikum): GND:(, ) | LCCN: | NDL: | VIAF:

    Norwegen
    norwegen, staat, nordeuropa, sprache, beobachten, bearbeiten, norwegisch, norge, bokmål, oder, noreg, nynorsk, nordsamisch, norga, lulesamisch, vuodna, südsamisch, nöörje, amtlich, königreich, beziehungsweise, kongeriket, norge, noreg, staat, nordeuropa, könig. Norwegen Staat in Nordeuropa Sprache Beobachten Bearbeiten Norwegen norwegisch Norge Bokmal oder Noreg Nynorsk nordsamisch Norga lulesamisch Vuodna sudsamisch Noorje amtlich Konigreich Norwegen beziehungsweise Kongeriket Norge Noreg ist ein Staat in Nordeuropa Zum Konigreich Norwegen gehoren neben dem Hauptland die Inselgruppe Spitzbergen sowie die Insel Jan Mayen Hauptstadt und Regierungssitz ist Oslo Das Land liegt im Westen der Skandinavischen Halbinsel und grenzt im Osten an Schweden sowie im Nordosten an Finnland und Russland Norwegen ist eines der flachengrossten Lander Europas aber mit nur 5 391 369 Einwohnern Stand 1 Januar 2021 dunn besiedelt Ein Grossteil der Bevolkerung konzentriert sich auf den Suden des Landes Kongeriket Norge Bokmal Kongeriket Noreg Nynorsk Norgga gonagasriika Nordsamisch Vuona ganagisrijkka Lulesamisch Noorjen gankarijhke Sudsamisch Konigreich NorwegenFlagge WappenWahlspruch Alt for Norge Alles fur Norwegen Amtssprache Amtssprachen Norwegisch Bokmal Nynorsk Samisch 1 Nordsamisch Lulesamisch Sudsamisch Nationale Minderheitensprache Kvenisch Skandinavisches Romani RomanesHauptstadt OsloStaats und Regierungsform parlamentarische MonarchieStaatsoberhaupt Konig Harald V Regierungschef Ministerprasidentin Erna SolbergFlache 385 2071 60 km Einwohnerzahl 5 391 369 117 1 Januar 2021 2 Bevolkerungsdichte 142 211 Einwohner pro km Bevolkerungs entwicklung 0 4 2020 2 pro JahrBruttoinlandsprodukt Total nominal Total KKP BIP Einw nom BIP Einw KKP 2019 Schatzung 3 403 Milliarden USD 31 355 Milliarden USD 52 75 294 USD 5 66 214 USD 7 Index der menschlichen Entwicklung 0 957 1 2019 4 Wahrung Norwegische Krone NOK Unabhangigkeit 13 August 1905 von Schweden National hymne Ja vi elsker dette landet de facto source source track track track track track Nationalfeiertag 17 MaiZeitzone UTC 1 MEZ UTC 2 MESZ Marz bis Oktober Kfz Kennzeichen NISO 3166 NO NOR 578Internet TLD noTelefonvorwahl 471 Flache mit Spitzbergen 61 022 km und Jan Mayen 377 km aber ohne die biland Nebenlander Bouvetoya Bouvetinsel mit 49 km Peter I Oy Peter I Insel mit 156 km und das Dronning Maud Land Konigin Maud Land in der Antarktis mit 2 800 000 km 2 16 5 E km ohne Spitzbergen und Jan MayenStaatsgebiet des Konigreichs NorwegenVorlage Infobox Staat Wartung NAME DEUTSCH Durch die im Rahmen des Kieler Friedens geschlossene Vereinbarung zwischen Schweden und Danemark ging Norwegen im Jahr 1814 von der Union Danemark Norwegen in eine Union mit Schweden uber Am 17 Mai 1814 erhielt Norwegen seine eigene Verfassung Seine heutige Unabhangigkeit erlangte Norwegen schliesslich bei der Auflosung der Union mit Schweden im Jahr 1905 5 Norwegens Staats und Regierungsform ist eine parlamentarische Monarchie 6 Das Konigreich ist als dezentraler Einheitsstaat organisiert und das Hauptland ist in elf Fylker unterteilt Norwegen ist unter anderem Mitglied der NATO des Nordischen Rates der Organisation fur wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD der Europaischen Freihandelsassoziation EFTA und der Vereinten Nationen Norwegen ist kein Mitglied der Europaischen Union EU aber Mitglied des Europaischen Wirtschaftsraumes EWR Der Index der menschlichen Entwicklung HDI der Vereinten Nationen stuft Norwegen seit vielen Jahren als das weltweit am hochsten entwickelte Land ein 7 8 Daruber hinaus ist es laut dem Demokratieindex der britischen Zeitschrift The Economist der demokratischste Staat der Welt 9 Norwegen ist ein sehr wohlhabendes Land sein Bruttoinlandsprodukt pro Kopf war 2016 das dritthochste der Welt 10 Das Land verfugt zudem uber eines der grosszugigsten und besten Sozialsysteme der Welt Inhaltsverzeichnis 1 Landesname 2 Geografie 2 1 Ausdehnung und Grenzen 2 2 Geologie und Landschaftsgliederung 2 3 Kuste 2 4 Klima 2 5 Stadte und Ballungsraume 2 6 Flora und Fauna 3 Bevolkerung 3 1 Demografie 3 2 Einwohnerzahl und Ethnien 3 3 Sprachen 3 4 Religionen und Weltanschauungen 3 5 Bildung 3 6 Lebensstandard 3 7 Frauenrechte 4 Geschichte 5 Politik 5 1 Verfassung 5 1 1 Grundlagen und Geschichte 5 1 2 Politisches System 5 2 Politische Indizes 5 3 Verwaltungsgliederung 5 3 1 Fylker 5 3 2 Kommunen 5 4 Parteien 5 5 Staatshaushalt 5 6 Gewerkschaften 5 7 Aussenpolitik 5 8 Umweltpolitik 5 9 Militar 6 Wirtschaft 6 1 Allgemein 6 2 Aussenhandel 6 3 Kennzahlen 6 4 Energie 6 5 Tourismus 6 6 Nahrungswirtschaft 6 7 Telekommunikation 7 Transport und Verkehr 7 1 Strassenverkehr 7 2 Schienenverkehr 7 3 Luftverkehr 7 4 Schiffsverkehr 8 Kultur 8 1 Kuche 8 2 Bildende Kunst und Architektur 8 3 Medien 8 4 Literatur 8 5 Theater 8 6 Film 8 7 Musik 8 8 Welterbe 8 9 Sport 9 Siehe auch 10 Literatur 11 Weblinks 12 EinzelnachweiseLandesnameDie Bedeutung und Herkunft des norwegischen Landesnamens ist nicht sicher geklart Es gibt vor allem zwei Theorien Die eine postuliert eine Abstammung vom altnordischen nordrvegr was Weg nach Norden oder Land nach Norden bedeutet Als zweite Moglichkeit wird eine Herleitung von norvegr betrachtet Die erste Silbe ginge dabei nicht auf die Himmelsrichtung Norden sondern auf das Wort nor zuruck welches schmaler oder enger Sund bedeutet Der Landesname insgesamt soll laut dieser Deutung Land entlang der schmalen Fjorde heissen Die fruhesten Nennungen des Landesnamens stammen aus englischen Quellen so lateinisch Nortuagia um 840 Nort h wegia um 900 und Norwegia um 950 sowie altenglisch Nordweg um 880 Die altesten skandinavischen Nennungen sind nuruiak Akkusativ zu lesen als Norwaegh auf einem der Runensteine von Jelling um 980 nuriki Dativ zu lesen als Noregi auf dem Kulistein um 1034 und Noregr in funf skaldischen Strophen aus der Periode 970 1070 11 12 Unter Sprachwissenschaftlern umstritten ist ob die alteren Quellen naher an der ursprunglichen Form liegen oder ob diese bei ihrer Anfertigung von einem auslandischen Weltbild beeinflusst worden waren 13 Geografie Oslo Bergen Trondheim Stavanger Kristiansand Fredrikstad Tromso Skien Bodo Alesund Narvik Hammerfest Galdhopiggen SCHWEDEN FINNLAND ESTLAND A T L A N T I K OSTSEE EUROPAISCHES NORDMEER BARENTSSEE BOTTNISCHER MEERBUSEN SKAGERRAK Trondheimfjord Sognefjord Nordfjord Hardangerfjord Alta fjord Varangerfjord Femund Mjosa Rossvatn Lofoten Vesteralen Nord kapp Polarkreis Hauptartikel Geografie Norwegens Ausdehnung und Grenzen Norwegen liegt im westlichen und nordlichen Bereich der Skandinavischen Halbinsel Das Staatsgebiet des Konigreiches umfasst eine Flache von 385 207 km Zum Konigreich Norwegen gehoren neben dem kontinentalen Hauptland norwegisch Hovedland die im Nordatlantik beziehungsweise im Nordpolarmeer gelegene Inselgruppe Spitzbergen Svalbard mit der Bareninsel Bjornoya sowie die Insel Jan Mayen Ohne Spitzbergen und Jan Mayen ist das Hauptland 323 808 km gross 14 Karte der sogenannten Biland Das Hauptland ist lang und schmal und hat zudem eine sehr lange Kustenlinie Die Breite des norwegischen Hauptlandes variiert zwischen 431 und 1 7 km die Langenausdehnung betragt in Luftlinie etwa 1748 km Das Kap Kinnarodden stellt den nordlichsten Punkt des norwegischen und des europaischen Festlandes dar Norwegen hat drei Landgrenzen die Grenze zu Schweden im Osten sowie die finnisch norwegische Grenze und die Grenze zu Russland im Nordosten Insgesamt erreicht die norwegische Landesgrenze eine Lange von etwa 2564 km Im Norden Westen und Suden ist das Land von Meer umgeben wobei sich im Nordosten die Barentssee im Nordwesten das Europaische Nordmeer im Westen und Sudwesten die Nordsee und im Sudosten mit dem Skagerrak die Verbindung zwischen der Nord und Ostsee befindet 15 16 Die norwegische Wirtschaftszone grenzt in der Nordsee an Danemark im Suden und das Vereinigtes Konigreich im Westen Gebiete die unter norwegischer Verwaltung stehen aber nicht ins Konigreich Norwegen eingehen werden im Norwegischen als Biland bezeichnet Zu diesen gehort die unbewohnte Bouvetinsel Bouvetoya im Sudatlantik Des Weiteren werden die Peter I Insel Peter I Oy im Sudpolarmeer und das Konigin Maud Land Dronning Maud Land ein Sektor des Kontinents Antarktika von Norwegen beansprucht 17 Die Hoheit uber die als Biland eingestuften Gegenden kann im Gegensatz zu den zum Konigreich gehorenden Gebieten ohne eine Anderung der Verfassung aufgegeben werden 18 Geologie und Landschaftsgliederung Geirangerfjord in More og Romsdal Norwegen gehort zu den am dunnsten besiedelten Landern Europas In der Flachenstatistik des Jahres 2020 wurden 1 7 der Gesamtflache als bebautes Gebiet ausgewiesen 37 4 galten als Waldgebiet und 3 5 als landwirtschaftlich genutzte Flache Uber 50 des Gesamtareals wurde als Gebirge Hochebene oder Moorflache eingestuft weitere 7 als Gewasser oder Gletscher 19 Landschaftlich ist Norwegen gepragt durch das Skandinavische Gebirge mit Gebirgsmassiven und kargen Hochebenen den Fjells Etwa 20 des norwegischen Hauptlandes liegen auf einer Hohe von mindestens 900 moh Die hochste Erhebung des Festlandes ist der im Gebirgszug Jotunheimen gelegene Berg Galdhopiggen mit 2469 moh 15 Der Untergrund Norwegens wird grob in vier Bereiche unterteilt So umfasst der Baltische Schild das wahrend der Zeit des Prakambriums entstandene norwegische Grundgebirge In der Gemeinde Sor Varanger werden die altesten Gesteine des Landes mit einem Alter von bis zu 2900 Millionen Jahre angegeben Ein weiterer Bereich ist der zum Ende der Periode Silur entstandene kaledonische Gebirgsgurtel Vor allem in den Regionen Vestlandet und Trondelag liegt ein wahrend der geochronologischen Periode Devon geschaffener Untergrund vor Der vierte und jungste Bereich ist der Oslograben norwegisch Oslofeltet Die Oberflachenmodellierung geschah vor allem durch die Vergletscherung in den Kaltzeiten Die Gletscher verstarkten die Erosion und schufen unter anderem u formige Trogtaler und an der Kuste wurden Flusstaler zu Fjorden vertieft 20 Ebenfalls durch Gletscher oder Eisschilde entstanden viele Binnenseen siehe Liste sie sind also Fjordseen Grosster See Norwegens ist der See Mjosa mit einer Flache von zirka 369 km am tiefsten ist der See Hornindalsvatnet mit einer Tiefe von 514 Metern 21 Die langsten Flusse Norwegens sind die Flusse Glomma Tana und Pasvikelva 22 Die Glomma ist etwa 620 km lang und mundet bei Fredrikstad in den Oslofjord Das Einzugsgebiet des Flusses macht uber 12 Prozent der Flache des norwegischen Festlandes aus 23 Im Vergleich mit anderen europaischen Landern sind die Einzugsgebiete der norwegischen Flusse meist verhaltnismassig klein Grund hierfur ist dass sich die hochsten Erhebungen der Skandinavischen Halbinsel und somit auch die Hauptwasserscheide in der Nahe der Atlantikkuste befinden 24 Kuste Kustenabschnitt bei Lindesnes Kustenabschnitt in Nordland Die etwa 29 000 km lange Kuste des norwegischen Festlandes besteht aus vielen schmalen und tiefen Buchten den Fjorden mit denen das salzige Meer vielerorts weit ins Land reicht Der 200 km lange Sognefjord im Fylke Vestland ist der langste und tiefste Fjord Norwegens Werden die Kustenlinien der etwa 239 000 Inseln mitgezahlt erreicht die Kuste des Hauptlandes eine Lange von uber 100 000 km Die Grundlinie der Kuste ohne die Fjorde und Inseln ist hingegen nur etwa 2500 km lang 25 Mit einer Flache von 2204 km ist die Insel Hinnoya die grosste des Hauptlandes 26 Die kustennahen Gebiete sind am dichtesten besiedelt und etwa 80 der Norweger leben weniger als zehn Kilometer vom Meer entfernt 27 Die Kustengebiete sind durch verschiedene Faktoren gepragt und unterscheiden sich regional Grosse Teile der Kusten sind felsig teilweise fallen wie am Nordkap steile Klippen ab An geschutzteren Stellen gibt es etwas Sandstrand so etwa im Fylke Rogaland In einigen Kustenabschnitten liegen felsige Scharen die sich kaum uber die Wellen erheben vor 28 Der Norwegische Kontinentalschelf wird besonders von der Erdol und Erdgasindustrie genutzt 29 Das Verhalten der Gezeiten unterscheidet sich deutlich von dem an den sudlichen und westlichen Kusten der Nordsee Westlich der sudwestnorwegischen Stadt Egersund liegt ein Amphidromiezentrum weshalb es dort keinen Tidenhub gibt 30 Entsprechend ist an der Sudost und Sudwestkuste Norwegens der Tidenhub gering Weiter von diesem Zentrum entfernt also an der nordlicheren Westkuste ist der Tidenhub hingegen grosser 31 Klima Nordatlantikstrom rot und Norwegischer Strom orange Das Klima in Norwegen ist von grossen Unterschieden innerhalb des Landes gepragt Das Skandinavische Gebirge trennt den schmalen humid gepragten Kustenstreifen im Westen vom kontinental gepragten Klima im Osten Norwegens Westkuste hat fur seine nordliche Breite ein mildes und feuchtes Klima Der Grund dafur ist der Nordatlantikstrom der relativ warmes Wasser bis weit in den Norden stromen lasst Die mildernde Wirkung des Meeres ist bedingt durch auflandige Winde in den Lufttemperaturen zu spuren Die vom Meer aufgenommene Feuchtigkeit der Luft regnet an der Westseite der Gebirge ab An der Kuste gibt es Orte mit uber 3000 mm Niederschlag in einem durchschnittlichen Jahr Im Lee der Gebirge sind die Niederschlagsmengen eher gering Die Niederschlagsmenge ist entlang des gesamten Kustenstreifens im Fruhjahr deutlich geringer als im Herbst Weiter im Landesinneren ist das Klima starker kontinental gepragt Dies ist der abschirmenden Wirkung des Gebirges geschuldet da die tatsachliche Distanz zur Kuste selbst keinen so grossen Unterschied bewirken wurde Im Landesinneren nehmen die Niederschlage ab die Temperaturen sind dort im Sommer hoher im Winter hingegen deutlich niedriger als an der Kuste 32 Stadte und Ballungsraume Die norwegische Statistikbehorde Statistisk sentralbyra veroffentlicht neben den Einwohnerzahlen fur die Kommunen auch Zahlen fur sogenannte Tettsteder also dichter besiedelte Gebiete unabhangig von den Gemeindegrenzen So hatte zum 1 Januar 2020 die Kommune Oslo 693 494 Einwohner 33 beim Tettsted Oslo wurden 1 036 059 Einwohner angeben Zum Tettsted Oslo wurden unter anderem noch 115 134 Einwohner der Kommune Baerum sowie 68 132 Einwohner der Kommune Asker gezahlt 34 Bevolkerungsreichste Tettsteder Stand 1 Januar 2020 Oslo Bergen Stavanger Tettsted Fylke Einwohner 34 Flache km 34 Trondheim Fredrikstad Drammen0 1 Oslo Oslo Viken 1 036 059 269 80 2 Bergen Vestland 259 958 87 60 3 Stavanger Sandnes Rogaland 228 287 79 70 4 Trondheim Trondelag 189 271 58 30 5 Fredrikstad Sarpsborg Viken 116 373 59 10 6 Drammen Viken 109 416 47 30 7 Porsgrunn Skien Vestfold og Telemark 93 778 53 50 8 Kristiansand Agder 64 596 25 00 9 Alesund More og Romsdal 53 905 28 410 Tonsberg Vestfold og Telemark 53 018 26 1Siehe auch Liste der Stadte in Norwegen Flora und Fauna Nationalparks Kiefern und Birken im Ovre Dividal Nationalpark Hauptartikel Nationalparks in Norwegen Auf dem norwegischen Hauptland gibt es 40 Nationalparks und uber 3100 Naturschutzgebiete Damit waren Ende 2019 etwa 17 5 der Flache des norwegischen Hauptlandes unter Schutz gestellt Die weiteren sieben Nationalparks des Konigreichs befinden sich auf der Inselgruppe Spitzbergen wo zum gleichen Zeitpunkt uber 64 des Landareals einen Schutzstatus hatten Auf der Insel Jan Mayen lag der Wert bei 99 5 35 Samenpflanzen und Farne In Norwegen leben uber 1300 Arten Samenpflanzen und Farne wobei uber die Halfte der Pflanzenarten in Waldgebieten gedeiht Im Laubwald andert sich der Lichteinfall auf dem Waldboden stark im Lauf der Jahreszeit Daher befinden sich im Laubwald viele Fruhjahrsbluher 36 Im Nadelwald leben Pflanzen unter konstanten Lichtverhaltnissen da Nadelbaume ihre Nadeln nicht saisonal verlieren Somit sind die Pflanzen am Boden standig in unterschiedlichem Masse dem Schatten ausgesetzt Daruber hinaus gibt es in Norwegen zwei unterschiedliche Typen von Nadelwaldern den Fichtenwald und den Kiefernwald Im feuchteren Klima des Fichtenwaldes wachsen mehr arktische Arten als im trockenen Kiefernwald 37 Natur auf Austvagoya In Norwegen existieren uber 40 000 Seen und viele in Waldgebieten gelegene Moore und Sumpfgebiete Platze die ausreichend Nahrstoffe zu Verfugung stellen und reich an Mineralien sind weisen eine hohe Artenvielfalt auf In anderen Gebieten mit wenig Nahrstoffen gedeihen nur wenige Arten diese dafur umso zahlreicher Die Bruchwalder wechseln im Aussehen und ihrer Okologie Die meisten der Waldseen ohne Zu und Abfluss sind dystrophe Gewasser in denen nur wenige Nahrstoffe und wenig Sauerstoff vorhanden sind Das Wasser hat eine braune Farbung und der Boden ist schlammig Oft gibt es Torf an den Uferkanten Andere Seen sind flach und bekommen all ihre Nahrstoffe aus dem Regenwasser Haufig entsteht dort Torf da im sauerstoffarmen Moorboden keine Pflanzenreste verrotten konnen Reifende Moltebeere Wenn aus den Bergen stetig Wasser einsickert entsteht eine uppige Vegetation Solche Gebiete wurden im Volksmund Heumoore genannt da die Bevolkerung fruher das Gras aberntete Die grossen Seen in Norwegen sind meist oligotroph Das Wasser ist klar mit grosser Sichttiefe und ebenfalls nahrstoffarm Der Boden besteht aus Steinen Kies und Sand Hier herrscht eine andere Flora als in den Waldseen 38 Moose Moose und Flechten auf der Hardangervidda In Norwegen gibt es uber 800 Arten von Moosen Die Mehrheit davon ist in Waldgebieten vertreten Sie besiedeln zudem Moor und Feuchtgebiete sowie langsam fliessende steinige Bache und Flusse Das im Wasser am haufigsten verbreitete Moos ist das Gewohnliche Quellmoos Fontinalis antipyretica das bis zu 20 cm lang werden kann In Moor und Feuchtgebieten dominieren Torfmoose von denen in Norwegen 25 Arten bekannt sind Sie wurden fruher als Dammmaterial fur den Hausbau eingesetzt Im Vestlandet wo ein feuchtes Klima eine lange Wachstumsphase ermoglicht sind uber drei Meter dicke Torfmoosschichten bekannt Wegen seiner Grosse und des langsamen Wachstums sind Moose im Wald auf Standorte mit wenig Konkurrenz abgedrangt so etwa Steine Holze sandige Hange und dunkle Waldpartien 39 Pilze Es gibt 10 000 Arten an Pilzen Fungi in Norwegen wovon rund 6000 im Wald beheimatet sind Nur um die 2500 Arten davon bilden im Herbst Fruchtkorper aus Die Stielporlingsverwandten Polyporaceae stellen die wichtigste Gruppe der holzabbauenden Pilze dar von denen es in Norwegen uber 300 Arten gibt Diese Pilze verursachen in der Forstwirtschaft hohe Schaden 40 Fauna Eisbaren auf Spitzbergen Aufgrund der grossen Ausdehnung des Landes ist der Unterschied in der Tierwelt zwischen dem Suden und dem Norden des Landes deutlich ausgepragt Im Norden wo unter anderem Rentiere Berglemminge Polarfuchse und Vielfrasse leben ist sie arktisch gepragt Die Polarfuchse sind eine stark bedrohte Tierart und seit 1930 unter Schutz gestellt Die im Suden lebenden Tiere haben haufig ihren Ursprung in Mitteleuropa und verdrangten die arktischen Tiere als das Klima milder wurde 41 Insgesamt gibt es in Norwegen etwa 90 Arten von Saugetieren Die grossten Saugetiere am Land sind die Elche die in den Waldern leben Hirsche leben vor allem in Westnorwegen weiter nordlich konnen sie im tieferen Schnee kein Futter finden Sowohl in domestizierter als auch in wilder Form leben Rentiere in Norwegen An Raubtieren gibt es im Land unter anderem Baren Wolfe und Luchse Des Weiteren sind Eisbaren auf Spitzbergen heimisch Amerikanische Nerze verbreiteten sich im ganzen Land nachdem sie von Bauernhofen ausgebrochen waren Auf dem Dovrefjell wurden erfolgreich Moschusochsen angesiedelt 42 Die Vogelwelt Norwegens ist artenreich Im Jahr 2020 wurde die Anzahl der Vogelarten mit 519 angegeben 43 Verhaltnismassig arm ist hingegen die Artenvielfalt der Amphibien und Reptilien In Norwegen sind drei Arten von Schlangen vorzufinden Die Kreuzotter die Ringelnatter und die Schlingnatter Es gibt auch einige Kroten Frosche und Molch Arten 44 In den norwegischen Gewassern leben 44 Arten von Susswasserfischen Im Vestlandet leben vor allem Arten die auch in Salzwasser uberleben konnen Zu diesen gehoren Lachse und Forellen Artenreicher ist der Fischbestand im Ostlandet und in Nordnorwegen Karpfenfische leben vor allem in den warmeren Seen und Flusslaufen im Sudosten des Landes In Nordnorwegen verbreitet sind unter anderem Barsche und Hechte 45 Es gibt auch einige Walarten vor der norwegischen Kuste 42 Bevolkerung Hauptartikel Norweger Demografie Das Median Alter in Norwegen betrug 2020 39 5 Jahre Auf 1000 Einwohner kamen im selben Jahr 12 09 Geburten und 8 01 Todesfalle und die Bevolkerung wuchs mit etwa 0 8 pro Jahr Die Fertilitatsrate lag bei 1 84 Kinder pro Frau 46 Im 20 Jahrhundert hat sich die Bevolkerung des Landes mehr als verdoppelt Von 2 22 Millionen 1900 stieg die Zahl der Einwohner auf 4 48 Millionen 2000 Die Marke der funf Millionen Einwohner wurde im Jahr 2012 uberschritten 47 Ausschlaggebend fur den starken Bevolkerungsanstieg nach 2000 ist vor allem die steigende Anzahl an Einwanderern 48 Bevolkerungspyramide Norwegen 2016 Herkunftslander von Einwanderern und Personen mit Einwanderereltern 1 Januar 2021 49 Rang Staat Personen1 Polen Polen 117 3312 Litauen Litauen 48 5643 Somalia Somalia 43 5934 Pakistan Pakistan 39 2575 Schweden Schweden 39 0316 Syrien Syrien 37 5817 Irak Irak 34 6718 Eritrea Eritrea 30 2139 Deutschland Deutschland 28 63910 Philippinen Philippinen 26 337Bevolkerungsentwicklung Jahr Einwohnerzahl 19 1950 3 250 0001960 3 568 0001970 3 863 0001980 4 079 0001990 4 233 0002000 4 478 0002010 4 858 0002020 5 368 000Einwohnerzahl und Ethnien Die Bevolkerung des Landes verteilt sich mit etwa 82 Stand 2020 auf als Tettsteder gewertete Gebiete und zu 18 auf die restlichen Gebiete 34 Eine der am dichtesten besiedelten Regionen des Landes ist das Gebiet um den Oslofjord Das Landesinnere hat hingegen eine geringe Bevolkerungsdichte und die Bevolkerung lebt dort vor allem in den Talern durch die die Hauptkommunikationsadern fuhren Insgesamt etwa 80 der Einwohner des Landes leben weniger als zehn Kilometer vom Meer entfernt in Nordnorwegen wohnen 90 der Menschen in weniger als vier Kilometer Entfernung vom Meer 16 48 Flagge der Samen In Norwegen lebt die wahrscheinlich grosste Gruppe der Samen einem im Norden Fennoskandinaviens lebenden indigenen Volk Schatzungen gehen von 60 000 bis 100 000 Samen in Norwegen aus genaue Daten gibt es dazu nicht Die Samen unterteilen sich in Norwegen in die Gruppe der Sudsamen der Pite und Lulesamen sowie in die der Nordsamen In der Kommune Karasjok hat die samische Bevolkerung mit dem Sameting eine eigene parlamentarische Vertretung Wahrend die Samen rechtlich als Urbevolkerung gelten haben die Waldfinnen die Kvenen die sogenannten Tatere die Roma und die Juden einen Status als nationale Minoritat inne 16 48 In der Freedom in the World Landerliste 2019 erhielt Norwegen zwar 100 von 100 moglichen Punkten es wurde allerdings angemerkt dass die Diskriminierung von Roma und anderen Minderheiten weiterhin ein Problem darstelle 50 Am 1 Januar 2021 lebten 800 100 Einwanderer in Norwegen was einem Anteil von 14 8 der Bevolkerung entsprach In Oslo lag zu diesem Zeitpunkt der Anteil an Immigranten in allen Stadtteilen uber dem Landesdurchschnitt Die grosste Gruppe machten dabei die Einwanderer aus Polen aus 197 000 Personen und damit etwa 3 7 der Bevolkerung gehorten am 1 Januar 2021 zu den in Norwegen geborenen Einwohnern die zwei ausserhalb des Landes geborene Elternteile und vier im Ausland geborene Grosseltern hatten Der Anteil dieser Gruppe liegt in Oslo bei 8 4 49 Sprachen Hauptartikel Norwegische Sprache Offizielle Schriftsprache in den Kommunen Stand 2007 Bokmal Riksmal Nynorsk neutral Norwegisch ist eine nordgermanische Sprache die nahe mit dem Danischen und Schwedischen verwandt ist Die Schriftsprache teilt sich in zwei gesetzlich gleichgestellte Varietaten Etwa 85 90 der Einheimischen schreiben eine als Bokmal wortlich Buchsprache oder bis 1929 als Riksmal Reichssprache bezeichnete Sprachform die als von den stadtischen Mundarten Norwegens beeinflusste Variante des Danischen anzusehen ist Etwa 10 15 schreiben hingegen Nynorsk Neunorwegisch Diese Sprache die bis 1929 als Landsmal Landessprache bezeichnet wurde ist seit 1885 als zweite offizielle Schriftsprache anerkannt sie wurde von Ivar Aasen auf der Grundlage der norwegischen Dialekten geschaffen und spater weiterentwickelt In der gesprochenen Sprache spielen die Dialekte eine grossere Rolle als in vielen anderen Landern 51 1 Die von den Samen gesprochenen Sprachen aus der samischen Sprachfamilie sind gesetzlich dem Norwegischen gleichgestellt Da die Samen den Status als Urbevolkerung Norwegens innehaben werden die samischen Sprachen starker geschutzt als die weiteren Minderheitensprachen Die samische Sprachfamilie unterteilt sich unter anderem in die Sprachen Nord Lule Sud Pite und Umesamisch Im Zuge der Norwegisierungspolitik wurde der Gebrauch dieser Sprachen ab Mitte des 19 Jahrhunderts lange zuruckgedrangt Weitere Minderheitensprachen sind die von finnischen Einwanderern ins Land gebrachte Sprache Kvenisch sowie Romani Die Norwegische Gebardensprache wurde im Jahr 2009 als vollwertige Sprache anerkannt 1 Norwegische Schuler lernen meist Englisch als erste Fremdsprache und spater als Wahlfach Deutsch Spanisch oder Franzosisch 52 Religionen und Weltanschauungen Religionen Stabkirche Heddal in Notodden In der Verfassung von 1814 wurde die evangelisch lutherische Religion zur offentlichen Religion des Staates ernannt Juden wurden vom Zugang zum norwegischen Reich ausgeschlossen Der entsprechende Paragraph wurde im Jahr 1851 aufgehoben und alle Einwohner Norwegens erhielten das Recht auf freie Religionsausubung Die Zahl der judischen Burger lag im Jahr 1940 bei etwa 2170 wovon 767 wahrend der deutschen Okkupation Norwegens ins KZ Auschwitz deportiert wurden siehe Hauptartikel Geschichte der Juden in Norwegen 53 Grosste Glaubensgemeinschaft blieb auch nach Einfuhrung der Religionsfreiheit die vom Prases der Bischofskonferenz geleitete evangelisch lutherische Volkskirche Im Jahr 2019 hatte sie 3 686 715 Mitglieder was einem Anteil von 69 an der Bevolkerung entsprach wobei die Mitgliederzahl rucklaufig war 54 Durch eine Verfassungsanderung im Jahr 2012 wurde die Verknupfung zwischen Staat und Kirche gelockert die Volkskirche nimmt gegenuber den weiteren Religionsgemeinschaften aber weiter eine Sonderrolle ein So wird beispielsweise die Zahlung der Gehalter kirchlicher Angestellter staatlich unterstutzt Diskriminierung aufgrund der Religionszugehorigkeit ist gesetzlich verboten Ab dem Alter von 15 Jahren hat jede Person das Recht selbst in Religionsgemeinschaften einzutreten oder sie zu verlassen Eine Schatzung des statistischen Zentralburos Statistisk sentralbyra uber die Mitgliedschaft in religiosen Gemeinschaften lieferte im Jahr 2019 folgende Werte Mitglieder der Norwegischen Kirche 70 Muslime 3 2 Romisch katholische Kirche 3 andere Christen 3 7 andere 2 5 ohne Religionszugehorigkeit 17 Unter die weiteren Religionen fielen etwa 21 000 Buddhisten 11 400 Hindus 4000 Sikhs und 800 Juden Die Mehrheit derer die in einer Religionsgemeinschaft ausserhalb der Norwegischen Kirche Mitglied waren zahlen zur Gruppe der Immigranten sind also selbst nach Norwegen eingewandert oder haben zwei im Ausland geborene Elternteile Sie sind je nach Herkunftsland meist romisch katholischen oder muslimischen Glaubens 55 Weltanschauungsgemeinschaften In Norwegen gibt es einen humanistischen Verband den Human Etisk Forbund eine Weltanschauungsgemeinschaft von nichtreligiosen und bekenntnisfreien Menschen Der Verband wurde 1956 gegrundet Ende 2019 zahlte er rund 94 000 Mitglieder was ihn zum grossten Verband dieser Art in Norwegen macht 55 Bildung Unterrichtsfacher in der Grundschule 56 ab 1 KlasseNorwegischMathematikNaturwissenschaftenChristentum Religion Lebensanschauung und EthikEnglischSportKunst und HandwerkMusikerziehungLebensmittel und Gesundheitab 8 KlasseZweite FremdspracheWahlfacher Das Handelsgymnasium in Bergen In Norwegen besteht eine Bildungspflicht fur Kinder ab sechs Jahren bis zum Ende der zehnten Jahrgangsstufe Alle Kinder haben das Recht auf einen kostenlosen Besuch einer offentlichen Schule Der Besuch von privaten Schulen und Hausunterricht ist ebenfalls gestattet 57 Des Weiteren haben alle Schuler das Recht nach der Grundschule eine weiterfuhrende Schule videregaende skole zu besuchen 58 Die Schulpflicht wurde im Jahr 1739 eingefuhrt Im Jahr 1889 wurde festgelegt dass die Schulpflicht sieben Jahre dauert Spater wurde die Dauer der Pflicht verlangert im 1969 wurde sie auf neun und 1997 auf zehn Jahre gesetzt 59 Die Kindergarten unterliegen neben den Schulen ebenfalls dem Bildungsministerium Sie werden von den Kommunen oder von privater Hand betrieben Im Jahr 2020 besuchten 92 8 der ein bis funfjahrigen Kinder zwischen einen Kindergarten bei den Kindern zwischen drei und funf Jahren lag der Wert bei 97 3 60 Die zehnjahrige Grundschule grunnskole wird in eine siebenjahrige Stufe fur Kinder barnetrinn und eine dreijahrige fur Jugendliche ungdomstrinn unterteilt Der uberwiegende Teil der Schuler besucht nach Abschluss der Grundschule eine weiterfuhrende Schule Diese ist geteilt in studienvorbereitende Schulzweige die der gymnasialen Oberstufe entsprechen sowie berufsvorbereitende Schulzweige Fachschulen fagskoler bieten im Anschluss an die weiterfuhrende eine berufliche Ausbildung an 58 61 Samische Schuler haben das Recht auf Unterricht in einer samischen Sprache 62 Fur Einwandererkinder im Schulalter muss der norwegische Staat in jeder Kommune Sprachkurse anbieten 58 In Norwegen gibt es zehn Universitaten und sechs wissenschaftliche Hochschulen 16 Im Jahr 2020 hatten 35 3 der Norweger uber 16 Jahre einen Universitats oder Hochschulabschluss drei Prozent einen Fachschulabschluss und 36 9 einen Abschluss an der weiterfuhrenden Schule als hochsten Abschluss Bei den Frauen lag der Anteil an Universitats oder Hochschulabsolventinnen bei 39 8 63 Im PISA Ranking von 2015 erreichen norwegische Schuler Platz 19 von 72 Landern in Mathematik Platz 24 in Naturwissenschaften und Platz 9 beim Leseverstandnis Norwegen liegt damit im oberen Drittel unter den OWZE Staaten 64 Siehe auch Liste der Universitaten und Hochschulen in Norwegen und Volkshochschulen in Norwegen Lebensstandard Der Lebensstandard in Norwegen gehort zu den hochsten weltweit in der Rangfolge des Index der menschlichen Entwicklung nimmt das Land seit 1996 fast durchgangig Stand 2020 den ersten Platz ein 65 Lebensstandard 46 Geburtenrate 12 09 je 1000 Einw Fertilitatsrate 1 84 Kinder je FrauMuttersterblichkeit 2017 2 je 100 000 Geb Sauglingssterblichkeit 2 34 je 1000 Geb Sterblichkeit 8 01 je 1000 Einw Lebenserwartung 82 35 JahreLebenserwartung Manner 80 21 JahreLebenserwartung Frauen 84 6 JahreZugang zu sauberem Trinkwasser 100 Arzte 2017 2 83 je 1000 Einw Krankenhausbetten 2017 3 6 je 1000 Einw HIV AIDS Infizierte 2018 5800 Beschaftigung Nach Angaben der Statistikbehorde Statistisk sentralbyra waren im vierten Quartal des Jahres 2020 insgesamt 2 681 548 arbeitstatig 66 Dies entsprach einem Anteil von etwa 66 der Bevolkerung zwischen 15 und 74 Jahren 67 Die Zahl der im Jahr 2020 im Schnitt als arbeitslos registrierten Personen setzte die Behorde NAV mit 141 939 fest Fur den Mai 2021 gab sie die Anzahl an Arbeitslosen mit 94 086 an davon zahlen 45 364 zur Gruppe der Einwanderer 68 Frauenrechte Norwegen gilt als Pionier der Frauenrechte So wurde die Norwegische Frauenrechtsvereinigung bereits 1884 von vielen der prominentesten Personlichkeiten der Zeit darunter mehreren Ministerprasidenten gegrundet 69 Frauen durften sich bereits ab 1901 an Regionalwahlen beteiligen 70 Voraussetzung war jedoch dass sie uber Grundbesitz verfugten oder mit Grundbesitzern verheiratet waren 71 In der Wahl von 1906 unterstutzen die Befurworterinnen des Frauenwahlrechts die Radikalen und ein Sieg der Radikalen fuhrte dazu dass 1907 diejenigen Frauen die bereits uber das regionale Wahlrecht verfugten auch auf nationaler Ebene dieses Recht erhielten 71 1913 wurden alle Beschrankungen aufgehoben 72 Damit fuhrte Norwegen das Frauenwahlrecht 1913 als vierter Staat der Erde nach Neuseeland Australien und Finnland ein 73 1978 wurde Eva Kolstad die weltweit erste Ombud fur Gleichstellung Im Global Gender Gap Report 2020 der die Gleichberechtigung von Mannern und Frauen in einem Land misst belegte Norwegen den zweiten Platz hinter Island 74 Geschichte Hauptartikel Geschichte Norwegens Felszeichnungen von Alta Die menschliche Besiedlung des heutigen Staatsgebiets begann nach der letzten Kaltzeit etwa im 8 Jahrtausend v Chr als Jager und Sammler dem schmelzenden Eis nach Norden folgten Der jungsteinzeitlichen Trichterbecherkultur Skandinaviens folgten in der Bronze und Eisenzeit germanische Einflusse In der Zeit der Wikinger 800 1050 wurde Norwegen durch Konig Harald Harfagre um das Jahr 900 geeint In dieser Zeit wurden von Norwegen aus Island die Faroer und Gronland besiedelt Einige Wikinger unter der Fuhrung von bspw Bjarni Herjulfsson Thorvald Eiriksson und Leif Eriksson erreichten auf mehreren Fahrten um 1000 n Chr sogar Neufundland vor der Nordostkuste des etwa 500 Jahre spater als Amerika bezeichneten Kontinents Auch die Normandie in Frankreich wurde von den Nordmannern besiedelt von denen die meisten allerdings aus dem heutigen Danemark kamen Die Orkney und die Shetlandinseln wurden gleichfalls von norwegischen Wikingern in Besitz genommen und gehorten bis 1472 zu Norwegen Skandinavien um 1730 Ab 1380 in Personalunion mit Danemark trat Norwegen 1397 der Kalmarer Union bei und wurde hierin ein relativ unbedeutendes Mitglied Das Kalmarer Reich hielt formell bis zum Ausscheiden Schwedens 1523 mit Danemark bis 1814 Wegen politischer Unterstutzung Frankreichs musste Danemark nach den Napoleonischen Kriegen Norwegen am 14 Januar 1814 im Kieler Frieden an den Konig von Schweden abtreten Allerdings gab es keine direkte Ubergabe so dass Norwegen fur kurze Zeit unabhangig wurde und sich in einer Nationalversammlung am 17 Mai 1814 in Eidsvoll eine Verfassung gab die mit leichten Anderungen bis heute Gultigkeit besitzt Das Storting arrangierte im Jahr 1836 die erste 17 Mai Feier seit diesem Tag wird der 17 Mai als Norwegens Nationalfeiertag angesehen 75 Es folgten 91 Jahre Personalunion mit Schweden bevor diese nach einer Volksabstimmung in der sich eine uberwaltigende Mehrheit der Norweger fur die Beendigung der Union ausgesprochen hatte am 13 August 1905 aufgelost wurde Norwegischer Konig wurde als Haakon VII Prinz Carl aus dem Haus Glucksburg Im Ersten Weltkrieg erklarte Norwegen zusammen mit Danemark und Schweden seine Neutralitat 1920 trat das Land dem Volkerbund bei Deutsche Truppen in Oslo am 9 April 1940 Am 9 April 1940 geriet das neutrale Norwegen im Zweiten Weltkrieg im Unternehmen Weserubung unter deutsche Besatzung Als Reichskommissar fur Norwegen wurde Josef Terboven ernannt Militarisch wurde die Okkupation begrundet mit der bevorstehenden Landung britischer Truppen sowie den strategisch bedeutenden Hafen an der norwegischen Kuste die fur den Nachschub an Eisenerz aus dem schwedischen Kiruna wichtig waren Vor allem die Bedeutung Narviks fur die deutsche Kriegswirtschaft ist heute umstritten denn das Dritte Reich war weniger auf die schwedischen Eisenerzlieferungen angewiesen als gemeinhin angenommen Das findet seine Bestatigung in der Anweisung Hitlers die Hafenanlagen fur den Gegner unbrauchbar zu machen Wichtiger fur die deutsche Kriegswirtschaft waren die norwegischen Rohstoffe hauptsachlich Aluminium Molybdan und Schwefelkies wobei im Rahmen der nationalsozialistischen Europaplane die Schaffung eines Europaischen Grosswirtschaftsraumes unter deutscher Hegemonie geplant war Norwegen leistete sechs Wochen lang militarischen Widerstand war aber der deutschen Kriegsmarine unterlegen Norwegische Nationalsozialisten Vidkun Quisling verbundeten sich mit den Deutschen und kamen dadurch an die Macht Da der grosste Teil der norwegischen Bevolkerung ihnen ablehnend gegenuberstand erlangten Widerstandsorganisationen einen hohen Stellenwert Eine Folge der deutschen Besatzungszeit waren die sogenannten tyskerbarna die von deutschen Soldaten mit Norwegerinnen gezeugten Deutschenkinder Ihre Mutter bezeichnete man abwertend als tyskertoser etwa Deutschenflittchen Die etwa 10 000 12 000 Kinder waren in der norwegischen Nachkriegsgesellschaft massiven Diskriminierungen ausgesetzt und wurden teilweise misshandelt Erst 1998 bat Ministerprasident Kjell Magne Bondevik die tyskerbarn um Entschuldigung fur das an ihnen begangene Unrecht Lange unerforscht blieb die Entrechtung und Deportation der norwegischen Juden Knapp 800 der zirka 2100 Juden die hauptsachlich in Oslo und Trondheim lebten wurden in das Vernichtungslager Auschwitz Birkenau transportiert und dort ermordet Zu den Opfern zahlten Ruth Maier und die 15 jahrige Schulerin Kathe Lasnik deren Schicksal der Philosoph Espen Sobye aufgearbeitet hat 76 NATO Generalsekretar Jens Stoltenberg 1949 gehorte Norwegen zu den Grundungsmitgliedern der NATO 1960 wurde mit Danemark Osterreich Portugal Schweden der Schweiz und dem Vereinigten Konigreich die Europaische Freihandelsassoziation EFTA gegrundet Die moderne Geschichte seit 1969 ist gepragt von Wachstum und Reichtum durch das Erdol Ein Beitritt zur Europaischen Union wurde in Volksabstimmungen zweimal abgelehnt 25 September 1972 und 28 November 1994 77 Norwegen ist als Mitglied im Europaischen Wirtschaftsraum EWR in vielen Belangen einem EU Mitglied gleichgestellt und daruber hinaus als Teil der Nordischen Passunion Mitglied des Schengener Abkommens siehe Norwegen und die Europaische Union Am 22 Juli 2011 wurden zwei verheerende Anschlage in Oslo und auf der Insel Utoya verubt die insgesamt 77 Todesopfer forderten 78 Premierminister Jens Stoltenberg bezeichnete den Anschlag als nationale Tragodie und als schlimmste Gewalttat seit dem Zweiten Weltkrieg 79 PolitikVerfassung Nationalversammlung von 1814 in Eidsvoll Grundlagen und Geschichte Die norwegische Verfassung vom 17 Mai 1814 ist von der franzosischen Verfassung von 1791 inspiriert Das Prinzip der Gewaltenteilung von Montesquieu war ein wesentlicher Grundsatz Trotz der liberalen Ausrichtung des Staatsrechts war Juden das Betreten des Reichs bis 1851 verboten Der ursprunglich danisch verfasste und bis 2012 nur vorsichtig modernisierte 80 Verfassungstext wurde zum zweihundertsten Geburtstag der Verfassung in zwei offizielle norwegische Fassungen ubertragen eine in Bokmal 81 und eine in Nynorsk 82 83 84 85 Die in der Verfassung festgeschriebene Gewaltenteilung fuhrte im Verlauf des 19 Jahrhunderts zu mehreren Machtproben zwischen der Regierungsburokratie Exekutive die wesentlich vom schwedischen Konigshaus kontrolliert wurde und dem Storting der norwegischen Nationalversammlung Legislative Die Krone versuchte ihre Privilegien als Exekutivmacht auszubauen und das Storting unter Berufung auf die Verfassung weitgehend von den Regierungsgeschaften auszuschliessen Der Konflikt spitzte sich weiter zu als sich im Zuge der Industrialisierung die Klassenunterschiede zwischen der beamteten Machtelite und dem aufsteigenden Burgertum in Norwegen verscharften In der Gesellschaft wuchs die Ablehnung des koniglichen Beamtenstaates In der Kommunalpolitik war der nationale Regierungsapparat bereits 1837 durch die Einfuhrung der lokalen Selbstverwaltung praktisch entmachtet Entsprechend energisch bemuhte sich der schwedische Adel um die Wahrung seines Einflusses auf nationaler Ebene Amtierende norwegische Ministerprasidentin Erna Solberg H Die Spannungen eskalierten bis 1884 dem Jahr das in Norwegen die Einfuhrung des Parlamentarismus markiert Der burgerlich liberale Stortingsabgeordnete Johan Sverdrup setzte gegen den Widerstand von Konig Oskar II das staatsrechtliche Prinzip durch dass eine Regierung fur den eigenen Machterhalt die Unterstutzung des Storting benotigt Durch diese Abhangigkeit war die durch die Gewaltenteilung festgeschriebene politische Souveranitat der Monarchie zugunsten einer Starkung des Parlaments faktisch aufgehoben Der Konig musste Sverdrup als neuen Ministerprasidenten mit der Regierungsbildung beauftragen 86 Nach dem Zweiten Weltkrieg verfugte die sozialdemokratische Arbeiterpartei unter Einar Gerhardsen von 1945 bis 1961 uber eine absolute Mehrheit Danach wurden in der Regel Minderheitsregierungen gebildet In jungster Vergangenheit war die Tendenz zu beobachten Koalitionsregierungen mit fester Mehrheit im Parlament zu bilden und auf Grundlage eines Koalitionsvertrags zu agieren Grosse Koalitionen zwischen Sozialdemokraten und Konservativen hat es bislang nicht gegeben 2007 wurde mit einer Anderung von Artikel 15 der Verfassung das seit 1884 gewohnheitsrechtlich praktizierte System des Parlamentarismus im Grundgesetz festgehalten 86 Bei der Parlamentswahl am 9 September 2009 wurde die Arbeiderpartiet mit 30 8 der Stimmen starkste Partei im Storting Die Koalition aus Arbeiderpartiet Senterpartiet und Sosialistisk Venstreparti wurde nach der Parlamentswahl 2013 von einer Koalition der Hoyre Konservative und Fremskrittspartiet dt Fortschrittspartei unter der Fuhrung von Ministerprasidentin Erna Solberg abgelost Dieser Regierung trat nach den Parlamentswahlen 2017 im Januar 2018 die sozialliberale Venstre bei seit Januar 2019 ist auch die christdemokratische Kristelig Folkeparti Mitglied der Koalition 87 Am 24 Januar 2020 stieg die Fremskrittspartiet aus der Regierung aus 88 Politisches System Konig Harald V 2007 Das Staatsoberhaupt ist Konig Harald V Er spielt im politischen System eine zeremonielle Rolle Er ernennt formal den Ministerprasidenten und die Minister leitet gewisse Sitzungen der Regierung eroffnet das Parlament und akkreditiert die auslandischen Botschafter bis zu einer Verfassungsanderung 2012 war er auch das Oberhaupt der lutherischen Kirche des Landes Gegen vom Parlament beschlossene Gesetze gestand ihm schon die Verfassung von 1814 lediglich ein beschranktes Einspruchsrecht Veto zu das vom Parlament zuruckgewiesen werden kann Seit der Loslosung Norwegens von Schweden 1905 hat kein Konig mehr von diesem Recht Gebrauch gemacht Konigliches Schloss Oslo Das Storting ist das Parlament von Norwegen mit Sitz in Oslo Exekutive Der Konig ernennt den Ministerprasidenten und auf dessen Vorschlag die Minister die keine Mehrheit des Parlaments gegen sich haben durfen negativer Parlamentarismus Anders als in Deutschland oder Grossbritannien gilt in Norwegen wie in den anderen skandinavischen Landern das Prinzip des negativen Parlamentarismus Eine Regierung bedarf zwar keiner ausdrucklichen Mehrheit im Parlament sie kann jedoch von einer Mehrheit des Parlaments gesturzt werden 86 Uber die unter der Leitung des Konigs regelmassig stattfindenden Sitzungen des Staatsrates dem alle Minister angehoren und in dessen Rahmen das Staatsoberhaupt die Gesetze und Verordnungen unterzeichnet ist dieses formal in die Handlungen der Regierung eingebunden Legislative Das Parlament das Storting besteht aus 169 Abgeordneten die alle vier Jahre bis 1936 jedes dritte Jahr gewahlt werden Es tagt seit 2009 in einer Kammer Die zuvor existierende mehr formale als reale Gliederung in ein Odelsting und ein Lagting wurde mit Verfassungsanderung von 2007 per 2009 aufgehoben In Norwegen gab es bisher sechs Volksabstimmungen 1905 uber die Auflosung der Union mit Schweden Ergebnis Ja 1905 uber die Einsetzung Prinz Carls von Danemark als Konig Haakon VII Ergebnis Ja 1916 uber das Verbot von Alkohol Ergebnis Ja 1927 uber die Aufhebung dieses Verbots Ergebnis Ja 1972 uber den Beitritt in die Europaische Gemeinschaft Ergebnis Nein 1994 uber den Beitritt in die Europaische Union Ergebnis Nein Unbeschadet des einheitsstaatlichen Aufbaus Norwegens ist die kommunale Selbstverwaltung gewahrleistet Politische Indizes Von Nichtregierungsorganisationen herausgegebene politische Indizes Name des Index Indexwert Rang Interpretationshilfe JahrFragile States Index 16 2 von 120 177 von 178 Stabilitat des Landes sehr nachhaltig 0 sehr nachhaltig 120 sehr alarmierend 2020 89 Demokratieindex 9 81 von 10 1 von 167 Vollstandige Demokratie 0 autoritares Regime 10 vollstandige Demokratie 2020 90 Freedom in the World Index 100 von 100 Freiheitsstatus frei 0 unfrei 100 frei 2020 91 Rangliste der Pressefreiheit 6 72 von 100 1 von 180 Gute Lage fur die Pressefreiheit 0 gute Lage 100 sehr ernste Lage 2021 92 Korruptionswahrnehmungsindex CPI 84 von 100 7 von 180 0 sehr korrupt 100 sehr sauber 2020 93 Verwaltungsgliederung Norwegische Provinzen seit 2020 Das norwegische Hauptland ist seit dem 1 Januar 2020 in elf Verwaltungsprovinzen Fylker eingeteilt die traditionell in funf Landesteile landsdel zusammengefasst werden 94 Alle Fylker bis auf Oslo sind in mehrere Kommunen unterteilt insgesamt gibt es in Norwegen seit dem 1 Januar 2020 356 Kommunen Im Juni 2017 wurde eine umfassende Verwaltungsgebietsreform beschlossen die am 1 Januar 2020 abgeschlossen wurde Sie beinhaltete die Regionalreform und die Kommunalreform und sowohl die Zahl der Fylker als auch die der Kommunen sank im Rahmen ihrer Durchfuhrung Alle vier Jahre werden Volksvertretungen sowohl auf Ebene der Kommunen als auch der Verwaltungsprovinzen gewahlt 95 Die Inselgruppe Spitzbergen besitzt administrativ eine Sonderrolle So heisst der Reprasentant der Zentralregierung in einem Fylke Statsforvalter und ist dem Kommunalministerium unterstellt wahrend der Sysselmann auf Spitzbergen unter der Aufsicht des Justizministeriums steht 96 Fylker Insgesamt gibt es in Norwegen elf Fylker Vor Durchfuhrung der Regionalreform lag die Anzahl bei 19 Wappen Fylke Einwohner 1 Januar 2021 97 Flache km 98 Landesteil Agder 308 843 16 434 Sorlandet Innlandet 370 603 52 072 Ostlandet More og Romsdal 265 544 14 356 Vestlandet Nordland 240 345 38 155 Nord Norge Oslo 697 010 454 Ostlandet Rogaland 482 645 9 377 Vestlandet Troms og Finnmark 242 168 74 830 Nord Norge Trondelag 471 124 42 202 Trondelag Vestfold og Telemark 421 882 17 466 Ostlandet Vestland 638 821 33 871 Vestlandet Viken 1 252 384 24 593 OstlandetKommunen Insgesamt gibt es in Norwegen 356 Kommunen In der Liste aufgefuhrt werden Kommunen die am 1 Januar 2021 mehr als 50 000 Einwohnern hatten Kommune Fylke Einwohner 1 Januar 2021 97 Oslo Oslo 697 010Bergen Vestland 285 601Trondheim Trondelag 207 595Stavanger Rogaland 144 147Baerum Viken 128 233Kristiansand Agder 112 588Drammen Viken 101 859Asker Viken 94 915Lillestrom Viken 86 953Fredrikstad Viken 83 193 Kommune Fylke Einwohner 1 Januar 2021 97 Sandnes Rogaland 80 450Tromso Troms og Finnmark 77 095Alesund More og Romsdal 66 670Sandefjord Vestfold og Telemark 64 345Nordre Follo Viken 60 034Sarpsborg Viken 57 372Tonsberg Vestfold og Telemark 57 026Skien Vestfold og Telemark 55 144Bodo Nordland 52 560Siehe auch Liste der norwegischen Kommunen Parteien StortingLogo Stortinggebaude am Eidsvolls plass BasisdatenSitz OsloLegislaturperiode 4 JahreErste Sitzung 1814Abgeordnete 169Aktuelle LegislaturperiodeLetzte Wahl 10 und 11 September 2017Nachste Wahl 13 September 2021Vorsitz Stortingsprasidentin Tone Wilhelmsen Troen H Sitzverteilung Insgesamt 169 Sitze R 1SV 11Ap 48Sp 20MDG 1V 8KrF 8H 45FrP 26Unabh 1Websitestortinget no Bei der Parlamentswahl 2017 zogen Abgeordnete folgender neun Parteien ins Storting ein 99 Arbeiderpartiet Ap Hoyre H Fremskrittspartiet FrP Sosialistisk Venstreparti SV Kristelig Folkeparti KrF Senterpartiet Sp Venstre V Miljopartiet De Gronne MDG Rodt R Weitere kleinere Parteien die vor allem in Kommunalparlamenten oder Fylkestingen vertreten sind sind unter anderem die Kystpartiet die Norges Kommunistiske Parti die Demokratene die Folkeaksjonen nei til mer bompenger und die Pensjonistpartiet 100 Siehe auch Liste der politischen Parteien in Norwegen Staatshaushalt Die Staatsverschuldung betrug 2017 36 5 des Bruttoinlandsproduktes BIP 46 Der Staatshaushalt umfasste 2020 Ausgaben 1951 Milliarden NOK denen Einnahmen von 1848 Milliarden NOK gegenuberstanden Die Staatsausgaben im Jahr 2020 verteilten sich laut der Statistikbehorde Statistisk sentralbyra wie folgt 101 Sozialausgaben 758 4 Milliarden NOK Gesundheit 319 6 Milliarden NOK Wirtschaftsangelegenheiten 264 4 Milliarden NOK Bildung 200 0 Milliarden NOK Offentliche Verwaltung 164 6 Milliarden NOK Militar 69 1 Milliarden NOK Freizeit Kultur und Religion 66 0 Milliarden NOK Offentliche Ordnung und Sicherheit 43 7 Milliarden NOK Umweltschutz 34 6 Milliarden NOK Wohnen und kommunale Einrichtungen 30 7 Milliarden NOK Von der Ratingagentur Standard amp Poor s werden Norwegens Staatsanleihen bereits seit dem Jahre 1990 unverandert mit der Bestnote AAA bewertet Stand April 2021 102 Gewerkschaften In Norwegen waren im Jahr 2020 etwa 1 94 Millionen Arbeitnehmer Mitglied einer Gewerkschaft Davon gehorten 970 000 dem Dachverband Landsorganisasjonen i Norge LO 380 000 Unio 228 000 dem Yrkesorganisasjonenes Sentralforbund YS und 231 000 den Akademikerne an 103 Aussenpolitik Norwegen ist ein EFTA Mitglied Norwegen ist Mitglied im Nordischen Rat einem Forum der Nordischen Lander Wirtschaftlich ist es Mitglied der Europaischen Freihandelsassoziation EFTA und Teil des Europaischen Wirtschaftsraumes Weiterhin nimmt Norwegen am Europaischen Binnenmarkt der Europaischen Union EU teil Die Bevolkerung lehnte in zwei Referenden den EU Beitritt ab Das Auswartige Amt schrieb im Jahr 2017 dass Norwegen sich international unter anderem fur politische und wirtschaftliche Stabilitat und den Ausbau des Volkerrechts einsetze Zu den Hauptzielen der norwegischen Aussenpolitik gehore dabei neben der Wahrung der nationale Souveranitat das Engagement im Bereich der Menschenrechte sowie die Einbindung in internationale Organisationen wie der NATO Die norwegische Wirtschaftspolitik sei dabei auch von maritimen Interessen gepragt 104 Mit Deutschland unterhalt Norwegen direkte Beziehungen seit der Unabhangigkeit im Jahr 1905 Deutschland gilt als einer der wichtigsten Zusammenarbeitspartner in der EU Im Jahr 1999 zog die norwegische Botschaft von Bonn nach Berlin wo die nordischen Staaten den Komplex der Nordischen Botschaften unterhalten 105 Osterreich und Norwegen nahmen 1906 diplomatische Beziehungen auf Uber die Zeit hinweg lagen die fur Osterreich zustandigen Botschaften in Berlin Prag und Bern Im Jahr 1960 wurde die norwegische Botschaft in Wien eroffnet Sowohl Osterreich und Norwegen gehoren zu den Grundungsmitgliedern der EFTA 106 Die norwegische Botschaft in Bern ist neben der Schweiz auch fur Liechtenstein und Vatikanstadt zustandig Liechtenstein und die Schweiz gehoren gemeinsam mit Norwegen zu den verbleibenden EFTA Mitgliederstaaten 107 Deutschland Osterreich und die Schweiz haben jeweils Botschaften in Oslo 108 Vor der Februarrevolution 1917 hatte eine rege Handelstatigkeit mit Russland bestanden welche eine eigene Mischsprache Russenorsk hervorgebracht hatte 109 Nach dem Ende der Sowjetunion im Jahr 1991 wurde die Zusammenarbeit erneut verstarkt Im Jahr 2010 konnten sich Norwegen und Russland auf eine Grenze der jeweiligen Hoheitsgebiete in der Barentssee einigen 110 Fur die Grenzbewohner Russlands und Norwegens wurde 2012 eine visumsfreie Zone von etwa 30 Kilometern auf beiden Seiten der Grenze eingerichtet 111 Ab Mitte der 2010er Jahre verschlechterten sich die Beziehungen zwischen den Landern erneut 110 Umweltpolitik Norwegen verfolgt das Ziel bis 2025 im Bereich der PKW und leichten Nutzfahrzeuge keine neuen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor zuzulassen Der Kauf von Elektroautos wird unter anderem durch eine niedrigere Besteuerung staatlich gefordert 2020 war Norwegen das weltweit erste Land mit einer Elektroauto Zulassungsquote von uber 50 112 Militar Eine F 16 der Luftwaffe Hauptartikel Norwegische Streitkrafte Die norwegische Armee Forsvaret besteht aus den vier Teilstreitkraften Heer Haeren Marine Sjoforsvaret Luftwaffe Luftforsvaret und der Heimatschutzmiliz Heimevernet Norwegen ist ein Grundungsmitglied der NATO und das Land war der erste NATO Mitgliedsstaat der bei allen Positionen im Militar die Zugangsbeschrankung fur Frauen aufhob Es existiert eine zwolfmonatige Wehrpflicht fur Manner und Frauen Norwegen gab 2019 etwa 1 86 Prozent seiner Wirtschaftsleistung fur seine Streitkrafte aus 46 Mitte des Jahres 2007 hat die norwegische Luftwaffe von den USA den Schutz des Nachbarlandes Island ubernommen das uber keine eigenen Streitkrafte verfugt 113 WirtschaftAllgemein Norwegen ist ein an Naturressourcen wie Fischen Erdol Erdgas und Mineralien reicher und hoch entwickelter Industriestaat Gemessen am Bruttoinlandsprodukt BIP pro Kopf gehort es zu den reichsten Landern der Welt Norwegens Wirtschaftsraum gilt als eine gelenkte Volkswirtschaft und die meisten Unternehmen haben private Eigentumer Der Staat ist allerdings Haupteigentumer mehrerer grosser Industriebetriebe wie der Gas und Olfordergesellschaft Equinor und dem Aluminiumproduzenten Norsk Hydro Eine wichtige Einnahmequelle ist der Export von Erdol und gas Norwegen ist des Weiteren Europas grosster und weltweit zweitgrosster Exporteur von Fisch und Meeresfruchten und der Fischfang ist von grosserer wirtschaftlicher Bedeutung 16 46 Die Einnahmen aus der Olindustrie stellen die Grundlage fur den Staatlichen Pensionsfonds Statens pensjonsfond utland oder Oljefondet dar Der im 1996 gegrundete Pensionsfonds hat einen Marktwert von etwa 10 398 Mrd NOK ca 997 Mrd Euro 114 Nach der sogenannten Handlungsregel durfen jahrlich maximal 4 des Kapitalstocks aus dem Fonds zur Finanzierung des Staatshaushalts entnommen werden Diese Obergrenze soll zukunftig auf 3 abgesenkt werden Im Haushaltsjahr 2016 wurden dem Olfonds insgesamt 220 Mrd NOK etwa 26 Mrd Euro entnommen Das sind etwa 3 des Kapitalstocks In der norwegischen Politik und Offentlichkeit besteht Konsens daruber dass die norwegischen Ol und Gasreserven unter Beachtung von strengen Umwelt und Sicherheitsstandards ausgebeutet und dem Nutzen der Allgemeinheit zugefuhrt werden sollen Im Haushalt 2017 rechnet die Regierung mit Einnahmen aus dem Ol und Gassektor in Hohe von 164 Mrd NOK ca 18 Mrd Euro das sind 14 der gesamten erwarteten Staatseinnahmen Die Arbeitslosenquote lag im Jahr 2019 bei 3 72 und war damit eher niedrig Die Jugendarbeitslosigkeit betrug im Jahr 2018 einer Schatzung zufolge 9 7 Im Jahr 2016 arbeiteten 2 1 aller Arbeitskrafte in der Land und Forstwirtschaft 19 3 in der Industrie und 78 6 im Dienstleistungssektor 46 Die Gesamtzahl der Beschaftigten wurde fur Ende 2020 mit 2 68 Millionen angegeben wovon etwa 1 26 Millionen Personen Frauen waren 66 Im Vergleich mit dem durchschnittlichen Bruttoinlandsprodukt BIP pro Kopf der EU ausgedruckt in Kaufkraftstandards EU27 100 erreichte Norwegen 2019 einen Index von 147 115 Im Global Competitiveness Index der die Wettbewerbsfahigkeit eines Landes misst belegt Norwegen Platz 11 von 137 Landern Stand 2017 2018 116 Im Index fur wirtschaftliche Freiheit wird das Land 2021 auf Platz 28 von 178 Landern gefuhrt 117 Norwegen stand laut einer Studie der Bank Credit Suisse aus dem Jahre 2017 auf Rang 23 weltweit beim nationalen Gesamtvermogen Der Gesamtbesitz an Immobilien Aktien und Bargeld belief sich auf insgesamt 1 286 Milliarden US Dollar Das Vermogen pro erwachsener Person betragt 320 475 Dollar im Durchschnitt und 130 543 Dollar im Median in Deutschland 203 946 bzw 47 091 Dollar Beim Vermogen je Einwohner gehorte Norwegen damit zu den Top 10 Landern weltweit Insgesamt war 28 6 des gesamten Vermogens der Norwegen finanzielles Vermogen und 71 4 nicht finanzielles Vermogen Der Gini Koeffizient bei der Vermogensverteilung lag 2017 bei 80 5 was auf eine relativ hohe Vermogensungleichheit hindeutet Insgesamt 5 der Norweger sind Vermogensmillionare 118 Norwegen hat 2003 als erstes Land eine Geschlechterquote eingefuhrt Seit 2008 ist eine Quote von mindestens 40 Frauen in Aufsichtsraten borsennotierter Unternehmen gesetzlich vorgeschrieben 119 Siehe auch Liste der grossten Unternehmen in Norwegen und Liste der norwegischen Staatsbetriebe Aussenhandel Norwegen ist Mitglied der Europaischen Freihandelsassoziation EFTA und Teil des Europaischen Wirtschaftsraums EWR Das EWR Abkommen norwegisch EOS avtalen gilt als Norwegens wichtigstes Handelsabkommen 120 Die meisten der Freihandelsabkommen zwischen Norwegen und anderen Landern sind gemeinsam mit den weiteren EFTA Mitgliedsstaaten verhandelt worden 121 Insgesamt ist der Aussenhandel fur Norwegen positiv 2020 lag der Exportuberschuss bei 10 4 Milliarden NOK Im Vergleich zum Vorjahr war der Export um 15 5 eingebrochen der Uberschuss lag 2019 noch bei einem Wert von 156 75 Milliarden NOK Wichtige Importguter sind unter anderem Maschinen und Fahrzeuge Der Export von Brennstoffen stellt eine wichtige Einnahmequelle dar und machte 2019 etwa 47 des Gesamtexports aus 16 122 Haupthandelspartner Norwegens 2016 Quelle GTAI 123 Export in Prozent nach Import in Prozent vonVereinigtes Konigreich Vereinigtes Konigreich 20 7 Deutschland Deutschland 12 0Deutschland Deutschland 14 3 Schweden Schweden 12 0Niederlande Niederlande 10 6 China Volksrepublik Volksrepublik China 11 1Frankreich Frankreich 6 8 Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 6 5Schweden Schweden 6 5 Danemark Danemark 5 6Belgien Belgien 4 4 Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Konigreich 5 1Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 4 2 Niederlande Niederlande 4 0Vereinte Nationen sonstige Staaten 32 5 Vereinte Nationen sonstige Staaten 43 7Kennzahlen Veranderung des Bruttoinlandsprodukts BIP real Weltbank 124 Jahr 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019Veranderung in gg Vj 2 4 3 0 0 5 1 7 0 1 0 2 7 1 0 2 0 2 0 1 1 2 3 1 3 1 2Entwicklung des BIP nominal Weltbank 125 absolut in Mrd US Dollar je Einwohner in Tsd US Dollar Jahr 2015 2016 2017 Jahr 2015 2016 2017BIP in Mrd 387 371 399 BIP je Einw in Tsd 74 5 70 8 75 5Energie Energie allgemein Die elektrische Energie stellt eine wichtige Energiequelle fur Norwegen dar wobei die Wasserkraft eine bedeutende Rolle spielt Im Jahr 2017 hatte Norwegen mit 23 695 kWh pro Kopf den zweithochsten Stromverbrauch der Welt der OECD Schnitt lag bei etwa 8000 kWh 19 Die Industriebetriebe standen im Jahr 2019 fur zirka 85 des Bedarfs Die elektrische Energie ist im europaischen Vergleich eher billig und der Anteil an Haushalten in denen das Heizsystem auf ihr aufbaut ist im europaischen Vergleich hoch Im Bereich des Transports sind jedoch vor allem auf Petroleum basierende Kraftstoffe verbreitet 126 Etwa 90 des Stroms wird in Anlagen gewonnen die Eigentum von Kommunen Fylkeskommunen oder dem norwegischen Staat darstellen Der Staat ist durch den staatlichen Energiekonzern Statkraft im Besitz von etwa 35 der Produktion 127 Im norwegischen Hauptland existieren weder Kern noch Kohlekraftwerke was unter anderem auf einen Beschluss des Nationalparlaments aus dem Jahr 1979 zuruckzufuhren ist In diesem wurde festgelegt weiter auf den Ausbau der Wasserkraft zu setzen 128 Wasserkraft Wasserkraftwerk bei Braskereidfoss Ein grosser Teil des Strombedarfs des Landes wird durch heimische Wasserkraftwerke gedeckt Zu Beginn des Jahres 2021 existierten etwa 1680 Wasserkraftwerke in Norwegen welche fur etwa 90 der norwegischen Stromerzeugung sorgten Die Speicherkapazitat der norwegischen Speicherkraftwerke liegt bei etwa 70 des jahrlichen Energiebedarfs 129 Die Nutzung der Wasserkraft hat in Norwegen eine lange Tradition und war Grundlage der Industrialisierung des Landes Auf einfache Wassermuhlen folgten wassergetriebene Generatoren und spater kleinere und grossere Wasserkraftwerke zur Gewinnung elektrischer Energie 128 Zwischenstaatlicher Stromtransport Mit seinem zu einem hohen Anteil aus Pumpspeicherkraftwerken gewonnenen Strom beteiligt sich Norwegen am Stromaustausch mit anderen europaischen Staaten In Zeiten in denen die Wasserkraftwerke viel Strom erzeugen konnen verkauft Norwegen Strom an andere Staaten Wird hingegen die Stromproduktion in den Wasserkraftwerken nicht durch hohe Niederschlagswerte oder die Schneeschmelze begunstigt und ist der Strom in anderen Landern kostengunstiger kauft Norwegen Strom zu In den norwegischen Pumpspeicherkraftwerken wird dann Wasser fur spater gespeichert Neben mehreren Leitungen zwischen Norwegen und Schweden bestehen unter anderem die Ubertragungsleitungen Cross Skagerrak zwischen Kristiansand und Danemark 130 2008 wurde mit NorNed eine etwa 580 Kilometer lange Seekabelverbindung zwischen Norwegen und den Niederlanden in Betrieb genommen 131 Das Seekabel NordLink zwischen Norwegen und Deutschland ist seit 2021 im Regelbetrieb es kann eine Leistung von 1 400 MW ubertragen 132 Weitere Projekte befinden sich in der Umsetzungsphase Die von National Grid und Statnett vereinbarte Seekabelverbindung NSN Link zwischen Norwegen und England soll 2021 in Betrieb gehen 130 Zusatzlich ist eine Seekabelverbindung NorGer zwischen Norwegen und Deutschland geplant deren Umsetzung aber noch unklar ist 133 Erdgas LNG Gas Terminal auf Melkoya Norwegen war 2017 geschatzt mit 123 9 Mrd m das weltweit siebtgrosste Erdgasforderland 134 Die norwegischen Erdgasfelder befinden sich in der Nordsee im Europaischen Nordmeer und in der Barentssee Norwegen war 2017 geschatzt mit 120 2 Mrd m das weltweit drittgrosste Erdgasexportland 135 Statoil kontrollierte 2017 etwa 70 der norwegischen Gasexporte 136 Norwegen deckt etwa ein Drittel des deutschen Erdgasbedarfs 2017 137 Die beiden Europipe Erdgasleitungen verbinden das norwegische Erdgasfeld Ekofisk Europipe 1 in der Nordsee sowie das norwegische Festland Europipe 2 mit Deutschland Erdol Bohrinsel im Heidrun Olfeld Norwegen war im Jahr 2018 mit einer geschatzten Produktionsmenge von 1 517 000 Barrels pro Tag das weltweit funfzehntgrosste Erdolforderland 138 Nachdem man erste norwegische Bohrinseln in der Nordsee gebaut hatte stieg die Produktion ab den 1970er Jahren an Spater erweiterte man die Aktivitat auch auf das Europaische Nordmeer und die Barentssee die allerdings im Vergleich zur Nordsee weniger erforscht worden sind Das Olfordermaximum wurde in den Jahren 2000 2001 erreicht die Fordermengen sind seitdem rucklaufig 29 Die starke norwegische Erdolindustrie und die vergleichsweise geringe Bevolkerung bewirken Norwegens sehr hohes Pro Kopf Einkommen Um die Finanzierung des teuren sehr engmaschigen sozialen Netzes langfristig zu sichern wurde 1990 der staatlich gefuhrte Norwegische Staatliche Pensionsfonds Ausland Statens pensjonsfond utland oder Oljefondet eingerichtet In ihm werden die Ertrage aus dem Olexport angelegt Das geschieht ausschliesslich auf auslandischen Markten um ein finanzielles Uberhitzen der inlandischen Wirtschaft und eine zu starke Aufwertung der norwegischen Krone zu verhindern Der Wert des norwegischen Olfonds betrug im Ende 2019 ca 949 Milliarden Euro 10 088 Milliarden NOK 139 was einem Betrag von ca 179 000 Euro je Norweger entsprach Smola vindpark in Nordmore Nach dem Einbruch des Olpreises in der zweiten Jahreshalfte 2014 stockten sowohl die Forderung als auch die Erschliessungstatigkeiten fur die Olgewinnung in grosseren Tiefen wegen der hohen Kosten In Norwegen sollen rund zehn Prozent der rund 100 000 Arbeitsplatze in der Olindustrie zur Disposition stehen Der staatliche Energiekonzern Statoil geriet 2014 erstmals seit seinem Borsengang in die roten Zahlen 140 In Stavanger befindet sich das wirtschaftliche Zentrum der norwegischen Erdolindustrie sowie das Norwegische Erdolmuseum Windenergie Zu Beginn des Jahres 2021 lagen in Norwegen 53 Windparks mit einer Kapazitat von insgesamt 3977 MW Im Jahr 2020 wurden etwa 6 4 des produzierten Stroms mit Wind gedeckt Der erste Windpark war der Smola vindpark der im Jahr 2002 in Betrieb genommen wurde 129 Die Nutzung von Windenergie wird ausgebaut 2014 waren Windkraftanlagen mit einer Leistung von 819 MW installiert 141 Ende 2017 waren es 1 188 MW 142 und 2019 2 444 MW 143 Der grosste landgebundene Windpark Europas ist der Windpark Fosen Vind der seit dem Abschluss des Testbetriebs im Marz 2021 Strom liefert 144 145 Tourismus Polarlicht bei Tromso Norwegen ist jahrlich das Ziel von mehreren Millionen Touristen 2019 besuchten 5 88 Millionen Touristen das Land die etwa 4 9 Milliarden US Dollar ausgaben 146 Im Bereich des Tourismus waren im Jahr 2017 etwa 6 9 der Arbeitsplatze zu verorten und die Einnahmen durch den Tourismus machten 4 3 der Gesamteinnahmen aus 147 Fur einzelne Gegenden wie etwa Spitzbergen ist der Tourismus eine sehr wichtige Einnahmequelle 148 Im Jahr 2018 wurden 33 8 Millionen Ubernachtungen verzeichnet etwa 10 1 Millionen wurden auf Auslander zuruckgefuhrt Die bedeutendsten Herkunftslander waren dabei Deutschland Schweden und die Vereinigten Staaten Neben Hotels und hotelahnlichen Betrieben die etwa 70 der Ubernachtungen verzeichneten waren Camping und die sogenannten Hytten die meist genutzten Ubernachtungsarten 149 Des Weiteren sind Kreuzfahrten wie etwa mit der Postschifflinie Hurtigruten weit verbreitet Die Sommersaison ist die Zeit mit den meisten Besuchern Im Jahr 2019 verteilten sich 52 der Ubernachtungen auf die Monate Mai bis August Bedeutende Faktoren fur Urlaubsreisen nach Norwegen ausserhalb des Sommers sind vor allem der Wintersport und die Polarlichter 150 Trollstigen Fur die Tourismusstrategie Norwegens ist die halbstaatliche Gesellschaft Innovasjon Norge zustandig Fur das Jahr 2006 gab diese an dass unter anderem die Skisprungschanze Holmenkollbakken und das dazu gehorende Museum das historische Stadtviertel und Weltkulturerbe Bryggen in Bergen der Tierpark Kristiansand Dyrepark sowie der Freizeitpark TusenFryd zu den meistbesuchten Einrichtungen zahlten Laut Schatzungen war der Vigelandspark in Oslo mit uber einer Million Personen am meisten besucht Gefragte Ausflugsziele waren des Weiteren die Wasserfalle Voringsfossen Kjosfossen Latefossen und Steinsdalsfossen die Passstrasse Trollstigen sowie die Fjorde Geirangerfjord und Naeroyfjord 151 152 Zu den beliebtesten Urlaubsdestinationen zahlen heute die Oslo Region die Gegend um Tromso die Inselgruppe Lofoten sowie die Gegend um Bergen 153 Von der norwegischen Strassenverkehrsbehorde Statens vegvesen wurden sogenannte Landschaftsrouten konzipiert 154 In Norwegen gibt es insgesamt acht UNESCO Welterbestatten 155 Nahrungswirtschaft Fischerei und Walfang Aquakultur in Senja Norwegen gehort zu den grossten Fischerei Nationen der Welt und die Fischerei ist eine der altesten Wirtschaftszweige des Landes Im Jahr 2018 lag Norwegen gemessen an der Fischfangmenge nach Angaben der Weltbank auf Platz elf im weltweiten Vergleich Norwegen brachte laut diesem Bericht im Jahr 2018 etwa 4 0 Millionen Tonnen an Land 156 2016 stammten 1 33 Millionen Tonnen des gesamten norwegischen Fangs aus Aquakulturen womit Norwegen in diesem Bereich auf Platz neun lag 157 Im Jahr 2019 wurde Fisch im Wert von etwa 104 Milliarden Kronen exportiert wobei der Lachsexport mit einem Wert von etwa 72 Milliarden Kronen vor Kabeljau die wichtigste Einnahmequelle waren Weitere bedeutende Fischarten waren unter anderem Heringe und Makrelen 122 Walfang in Norwegen hat eine lange Tradition Durch gesetzliche Beschrankungen ging die Bedeutung allerdings zuruck Gemeinsam mit Island widersprach Norwegen dem Internationalen Ubereinkommen zur Regelung des Walfangs der Internationalen Walfangkommission IWC Entsprechend ist kommerzieller Walfang erlaubt und es werden jahrliche Fangquoten festgelegt 158 159 Alkohol Innenansicht einer Vinmonopolet Filiale in Briskeby Oslo Norwegen betreibt eine restriktive Alkoholpolitik die im 19 Jahrhundert mit Steuern und Produktionsbeschrankungen begann Wahrend der 1914 gestarteten Prohibition in Norwegen wurde der Verkauf von Alkohol beschrankt und teilweise verboten Im Jahr 1936 fuhrte Norwegen als erstes Land der Welt eine Promillegrenze fur das Fuhren von Kraftfahrzeugen ein Diese sank im Jahr 2001 von 0 5 auf 0 2 Promille Alkoholische Getranke bis zu 4 7 Volumenprozent durfen in Lebensmittelgeschaften verkauft werden Getranke deren Alkoholgehalt hoher ist konnen nur im Vinmonopolet und in Einrichtungen mit Schankgenehmigung erworben werden Erste Vinmonopole wurden im Jahr 1922 im Rahmen einer Lockerung der Prohibition eroffnet Neben dem besteuerten Verkauf gibt es auch nicht besteuerten Verkauf der vor allem an Flughafen und auf Fahren praktiziert werden darf Im Vergleich zu anderen europaischen Landern wird in Norwegen wenig Alkohol erworben Im Jahr 2017 wurde der Alkoholverkauf pro mindestens 15 Jahre altem Burger mit etwa 6 72 Liter reinem Alkohol auf das Jahr verteilt angegeben Der davon nicht in Norwegen besteuerte Teil wozu auch der im Grenzhandel eingefuhrte Alkohol zahlt wurde mit 0 78 Litern angesetzt 160 Telekommunikation In der 2020er Ausgabe des Medienberichts Norsk mediebarometer des Statistischen Zentralburos wurde festgestellt dass 98 der Bevolkerung Zugang zum Internet haben sowie dass 99 ein Mobiltelefon und 96 ein Smartphone besitzen Neun von zehn Personen verwendeten im Jahr 2020 an einem durchschnittlichen Tag das Internet das beliebteste soziale Medium war Facebook Bereits im Jahr 2004 besassen 90 ein eigenes Mobiltelefon und 66 hatten einen Internetzugang 161 Grosster Telekommunikationsanbieter des Landes ist Telenor Transport und Verkehr Hauptartikel Verkehr in Norwegen Atlantikstrasse Aufgrund der Lange und der geologischen Verhaltnisse des Landes ist der Bau und die Instandhaltung von Verkehrsinfrastruktur aufwendig und teuer Bis in die zweite Halfte des 19 Jahrhunderts bildete deshalb die Seefahrt vielerorts die Grundlage fur das Transportwesen Erst dann konnte durch den Aufbau von Eisenbahnstrecken ein Teil des Verkehrs aufs Land verlegt werden Im 20 Jahrhundert wuchs die Bedeutung des Luft und Strassenverkehrs fur den Personentransport an auch im Gutertransport fand eine Verlagerung vom Seeweg auf die Strassen statt 162 Der von der Weltbank erstellte Logistics Performance Index 2018 listet Norwegen auf Platz 21 163 Strassenverkehr In Norwegen erreichte im Jahr 2018 das offentliche Strassennetz eine Lange von insgesamt etwa 94 902 Kilometern 46 Die heutige Aufteilung des Strassennetzes in Riksveier deutsch Reichsstrassen Fylkesveier deutsch Fylkesstrassen und kommunale Strassen geht weitgehend auf ein Gesetz aus dem Jahr 1931 zuruck 162 Aufgrund der geographischen Verhaltnisse gehen viele Brucken und Tunnel teilweise in Form von Unterwassertunneln in das Strassennetz ein 164 Besonders in den von Fjorden gepragten Kustenregionen sind Autofahren weiterhin von grosser Bedeutung 162 Schienenverkehr Blick auf den Bahnhof Oslo Sentralstasjon Die erste Bahnstrecke wurde im Jahr 1854 eroffnet und verband Oslo mit Eidsvoll Im Jahr 1861 erfolgte die Inbetriebnahme der ersten rein staatlichen Bahnlinie In den folgenden Jahren wurde das Netz weiter ausgebaut die Linie Bergensbanen stand 1909 fertig Ab etwa 1957 ging die Gesamtschienenlange durch die Einstellung kleinerer Seitenlinien zuruck Wegen des verstarkten Automobilaufkommens ab den 1960er Jahren verlor die Eisenbahn weiter an Bedeutung 162 165 166 Das Schienennetz umfasste im Jahr 2020 etwa 4200 Kilometer von denen 2541 Kilometer elektrifiziert waren Betrieben werden die meisten Personenzuge durch das Unternehmen Vy 162 Die Oslo Sentralstasjon Oslo S ist der grosste Bahnhof des Landes Weitere wichtige Bahnhofe sind unter anderem der Bahnhof von Bergen sowie die Bahnhofe in Trondheim Bodo Stavanger und Kristiansand 167 Keine Bahnanbindung hat das Fylke Troms og Finnmark Die Umsetzung des Eisenbahnprojekts Nord Norgebanen das eine Anbindung bis Tromso vorsieht wurde im Mai 2020 vom Storting abgelehnt 168 Im Jahr 1894 erhielt Oslo als erste norwegische Stadt eine elektrische Strassenbahn 1897 folgte Bergen und 1901 Trondheim Ein U Bahn System gibt es nur in Oslo Oslo T bane 162 Luftverkehr Aufgrund der Gebirge und langgezogenen Fjorde werden oft auf verhaltnismassig kurzen Distanzen im Luftverkehr im Vergleich zum Strassenverkehr grosse Reisezeitersparnisse erzielt Erste Fluge fanden in Norwegen im Jahr 1912 statt 166 Ab den 1970er Jahren und erneut ab 2002 begann die Zahl der jahrlichen Flugpassagiere in Norwegen stark zu steigen Die dem Verkehrsministerium unterstellte Gesellschaft Avinor betreibt 44 Flughafen in Norwegen weitere Flughafen sind in privatem Besitz Der grosste Verkehrsflughafen Norwegens ist Oslo Gardermoen Den Betrieb der kleineren Flughafen finanziert Avinor aus den Gewinnen an den grossten Flughafen 169 170 Die wichtigsten einheimischen Fluggesellschaften sind SAS Scandinavian Airlines Norwegian Air Shuttle und die Regionalfluggesellschaft Wideroe deren Fluge im dunn besiedelten Norden subventioniert werden 162 Neben Oslo Gardermoen sind die weitere wichtige Flughafen die in Bergen Stavanger Trondheim Tromso Bodo Alesund Sandefjord Torp und Kristiansand 171 Schiffsverkehr Fahrhafen von Kristiansand Norwegen gehort zu den grossten Schifffahrtsnationen und hat die viertgrosste Handelsflotte der Welt 162 Im Jahr 2020 waren 1571 Schiffe uber 1000 BRT in Norwegen registriert 172 Die Geographie Norwegens gibt der Schifffahrt eine besonders grosse Bedeutung Fur die Verwaltung der Kusteninfrastruktur ist die Behorde Kystverket zustandig Ab 1893 stellten Schiffe der Hurtigruten die Verbindung zwischen Trondheim und Hammerfest her spater wurde die Linie verlangert Dort werden bis heute Waren Post und Passagiere transportiert mit der Zeit wurden auch Touristen auf die Verbindung aufmerksam Insgesamt werden 34 Hafen im taglichen Liniendienst angesteuert Mit dem verstarkten Ausbau der Infrastruktur auf dem Land verloren viele Schiffsverbindungen an Bedeutung die als Kystruta bekannte Route zwischen Oslo und Bergen wurde beispielsweise im Jahr 1969 eingestellt 166 Vor allem in den Provinzen Vestland Trondelag und Nordland werden Schnellboote wie Katamarane im Lokalverkehr eingesetzt 162 KulturIm Jahr 2000 war die Stadt Bergen die Kulturhauptstadt Europas 2008 war es Stavanger In Oslo wird jahrlich der Friedensnobelpreis vergeben Kuche Hauptartikel Norwegische Kuche Bildende Kunst und Architektur Der Schrei von Edvard Munch Als bekannteste Maler Norwegens zahlt Edvard Munch seine Werke sind grosstenteils im Munch Museum in Oslo zu sehen Als wichtigster Bildhauer des Landes gilt Gustav Vigeland Im 19 Jahrhundert wurden Maler wie Johan Christian Clausen Dahl Adolph Tidemand und Hans Gude international bekannt Der auf Landschaftsmalerei spezialisierte Dahl wird auch als Vater der norwegischen Malerei bezeichnet 173 16 Stiftsgarden Trondheim Da Norwegen lange Zeit ein eher armes Land war wurden bis ins Mittelalter kaum monumentale Bauwerke errichtet Holz war bis zur Christianisierung Norwegens und dem Bau erster Kirchengebaude aus Stein das dominierende Baumaterial wurde aber auch danach noch haufig genutzt Durch die Pestepidemien kam es ab Mitte des 14 Jahrhunderts zu einem Ruckgang der Bautatigkeit der erst im 16 Jahrhundert mit neuen Renaissance Bauwerken endete Ab etwa 1700 begannen die reichsten Stadtbewohner prunkvollere Privathauser zu erbauen so etwa Stiftsgarden in Trondheim Im 19 Jahrhundert wurden von offentlicher Hand mehrere klassizistische Gebaude wie das Konigliche Schloss Oslo erbaut Bedeutende Architekten waren hierbei unter anderem Hans Ditlev Franciscus von Linstow und Christian Heinrich Grosch Wie in vielen anderen Landern wurde auch in Norwegen in der Zeit um 1900 versucht einen eigenen Architekturstil zu entwickeln wobei der Drachenstil entstand 174 Neben den mittelalterlichen Stabkirchen zahlten auch die als Lebensmittelspeicher verwendeten Stabbur zur typisch norwegischen Baukunst 175 Auf die Zeit der norwegischen Nationalromantik folgten Perioden in denen Neobarock Neoklassizismus und Funktionalismus grossere Verbreitung fanden Bedeutende Architekten im 20 Jahrhundert waren unter anderem Henrik Bull und Sverre Fehn Anfang der 2000er Jahre begann das Architekturburo Snohetta internationale und nationale Projekte wie das Opernhaus Oslo umzusetzen 174 Bekannte norwegische Bauwerke sind heute unter anderem die holzernen Stabkirchen Von den 28 erhaltenen Stabkirchen werden die Stabkirche Borgund und die Stabkirche Urnes als UNESCO Weltkulturerbe gefuhrt Zu den bekanntesten modernen Kirchen zahlt die Eismeerkathedrale in Tromso 176 Medien Bibliotheken Erste Etage der Nationalbibliothek Wichtiger Bestandteil des Bibliothekswesen Norwegens ist die Tatsache dass die Nutzung von Bibliotheken fur alle Bewohner Norwegens gratis ist wobei jede Kommune zum Betrieb einer Bibliothek verpflichtet ist 177 Norwegen hat eines der umfassendsten Systeme fur Pflichtexemplarabgabe weltweit 178 Rundfunk Die offentlich rechtliche Rundfunkanstalt Norsk rikskringkasting NRK bietet landesweite Fernseh und Radioprogramme sowie regionale Angebote Grossere private Fernsehsender sind TV 2 und TVNorge 16 Im Jahr 2020 sahen 48 der Bevolkerung an einem Durchschnittstag Fernsehen ohne Einberechnung von Onlineangeboten waren es 39 Die beliebtesten Fernsehsender waren NRK1 und TV 2 49 der Norweger horten 2020 taglich Radio im Jahr 1991 lag der Wert noch bei 71 Die Radiosender mit der grossten Horerschaft waren NRK P1 und P4 Radio Hele Norge 161 Zeitungen Im Jahr 2020 lasen an einem durchschnittlichen Tag etwa 24 der Bevolkerung eine gedruckte Zeitung im Jahr 1994 lag der Wert bei 85 Der Anteil der Bevolkerung die Onlinezeitungen oder Zeitungen im gedruckten Format lasen lag 2020 bei 77 161 2012 nutzten nach einer reprasentativen Befragung fur das Norsk mediebarometer 25 Prozent der Befragten zwei und mehr Zeitungen 1991 waren das noch 50 Prozent 179 Die auflagenstarksten Titel des Lands waren im Jahr 2019 die Aftenposten die Boulevardzeitungen Verdens Gang VG Dagbladet sowie die Bergener Tageszeitung Bergens Tidende Im digitalen Bereich fuhrend waren die Webauftritte von VG dem norwegischen Rundfunk NRK von Dagbladet und von TV 2 180 Es gibt noch zahlreiche Regionalzeitungen Ende 2010 erschienen 226 Zeitungen in Norwegen Ende 2019 noch 218 181 Die beiden grossten Zeitungskonzerne waren im Jahr 2019 Schibsted und Amedia die zusammen 86 Zeitungen herausgaben 182 Literatur Hauptartikel Skandinavische Literatur Norwegische Literatur Siehe auch Liste norwegischsprachiger Schriftsteller Theater Nationaltheater in Oslo Das erste professionelle Theater Norwegens wurde im Jahr 1827 gegrundet wobei der Betrieb zunachst in privater Hand lag Erst ab den 1920er Jahren wurden erste Staatszuschusse verteilt Wichtige Sprechtheaterbuhnen sind heute das in Oslo gelegene Nationaltheatret als das grosste norwegische Theater Den Nationale Scene in Bergen als das alteste norwegische Theater und das Norske Teatret in Oslo welches in der Sprachform Nynorsk spielt Weitere grossere Theater sind das Trondelag Teater in Trondheim das Rogaland Teater in Stavanger das Agder Teater in Kristiansand das Drammens Teater in Drammen sowie das samische Beaivvas Sami Nasunalateahter in Kautokeino Das grosste Musiktheater Norwegens ist Den Norske Opera amp Ballett beheimatet im Opernhaus Oslo Einer der wichtigsten Dramatiker war der Nationaldichter Henrik Ibsen 1828 1906 mit heute noch viel gespielten Dramen wie Peer Gynt oder die Die Wildente Ein weitere einflussreiche Person im Bereich des norwegischen Theaters ist etwa der Literaturnobelpreistrager Bjornstjerne Bjornson 183 Film Siehe auch Liste der Filmfestivals in Norwegen Musik Edvard Grieg um 1900 Volksmusik hat in Norwegen eine lange Tradition und taucht bereits in altnordischen literarischen Quellen auf In der samischen Volksmusik gehort Joik zu den wichtigsten Elementen 184 In moderner Zeit ist die Sangerin Mari Boine eine der bekanntesten Vertreterinnen der samischen Musik Norwegens Als bekanntester norwegische Komponist gilt Edvard Grieg mit seinen romantischen Kompositionen Weitere Komponisten von Bedeutung sind u a Johan Svendsen Ole Bull und Ludvig Mathias Lindeman Jan Garbarek live in Athen 2007 Im Bereich der Popularmusik zahlt die Band a ha zu den erfolgreichsten norwegischen Vertretern 16 Wencke Myhre ist eine der bekanntesten Schlagersangerinnen die in den 1960er Jahren auch in deutschsprachigen Landern erfolgreich wurde Ab Ende der 1990er Jahre wurde HipHop von grosserer Bedeutung in der Jugendkultur wobei in Norwegen das Duo Karpe zu den erfolgreichsten Akteuren des Genres gezahlt wird Im Bereich der elektronischen Musik gelang es etwa Kygo und dem Duo Stargate internationale Erfolge zu erzielen In der Metal Szene ist Norwegen beruhmt fur seine zahlreichen Black Metal Bands wie Enslaved Die norwegischen Bands werden fur das Genre als pragend angesehen Norwegen verfugt des Weiteren uber eine sehr vitale Jazz Szene mit mehreren Jazzveranstaltungen wie beispielsweise das Kongsberg Jazzfestival Wichtige Vertreter sind unter anderem Jan Garbarek Knut Riisnaes Terje Rypdal und Karin Krog Bedeutende norwegische Musikpreise sind der Spellemannpris der Kritikerpris und der Buddypris fur Jazzmusik 185 Welterbe vergrossern und Informationen zum Bild anzeigen Bryggen mit den hafenseitigen Fassaden der ehemaligen Handelskontore Bisher wurden acht Welterbestatten in Norwegen von der UNESCO anerkannt Zuletzt wurden im Jahr 2015 die Industriestadte Rjukan und Notodden in die Liste der Welterbestatten aufgenommen 155 Roros Die acht Welterbestatten sind das Hanseviertel Bryggen in der Stadt Bergen die Stabkirche Urnes die ehemalige Kupferbergbaustadt Roros in Mittelnorwegen die Steinritzungen in Alta in Nordnorwegen der Vega Archipel eine einmalig offene Kulturlandschaft der Struve Bogen ein geodatischer Messpunkt die westnorwegischen Fjorde Geirangerfjord und Naeroyfjord die Rjukan Notodden Industrie Erbe Statten mit der RjukanbanenSport Holmenkollbakken in Oslo Norwegen ist in erster Linie eine Wintersportnation und hat eine lange Tradition im nordischen Skisport Viele Entwicklungen des Skisports vor allem im Bereich des Skispringens und des Skilanglaufs haben ihren Ursprung in Norwegen Das Land ist in vielen Wintersportdisziplinen bei internationalen Wettbewerben oft fuhrend Es gingen erfolgreiche Wintersportler wie Oscar Mathisen Sonja Henie Kjetil Andre Aamodt Marit Bjorgen und der erfolgreichste Biathlet aller Zeiten Ole Einar Bjorndalen hervor In Oslo fanden die Olympischen Winterspiele 1952 statt die Winterspiele 1994 wurden in Lillehammer ausgerichtet Magnus Carlsen bei der Schacholympiade 2016 Im Bereich der Sommersportarten waren lange Zeit vor allem der Segel und der Schiesssport von Bedeutung So nahmen unter anderem die norwegischen Konige Olav V und Harald V fur ihr Land im Segeln an Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften teil Erst gegen Ende des 20 Jahrhunderts wurden Sportarten wie Fussball und Leichtathletik oder der Radsport bedeutender Die mitgliederstarksten Sparten des Sportverbands Norges idrettsforbund og olympiske og paralympiske komite NIF sind heute die Sparten Fussball Skisport Golf und Handball 186 Der Verband ist Norwegens grosste Freiwilligenorganisation er erhielt vor allem ab den 1970er Jahren grossere Bedeutung nachdem der Sport von staatlicher Seite als Teil des erweiterten Kulturbegriffs anerkannt worden war 187 Auch Schach ist ein in Norwegen beliebter Sport erfolgreiche Spieler sind Simen Agdestein und Magnus Carlsen Frauen durften wie auch in anderen Landern lange viele Sportarten nicht ausuben oder waren fur Wettbewerbe nicht zugelassen Nach der allmahlichen Offnung die vor allem in den 1970er Jahren den Zugang zum Spitzensport vieler Disziplinen brachte konnten unter anderem die Nationalteams der Fussball und der Handballspielerinnen internationale Titel gewinnen Die Lauferin Grete Waitz gewann 1983 die erste Frauen Weltmeisterschaft im Marathonlauf Skispringen wurde schliesslich ab den 1990er Jahren auch bei den Frauen zu einem weiter verbreiteten Sport 186 Siehe auch Portal Norwegen Ubersicht zu Wikipedia Inhalten zum Thema NorwegenLiteraturMatthias Hannemann Die Freunde im Norden Norwegen und Schweden im Kalkul der deutschen Revisionspolitik 1918 1939 LIT Verlag Munster 2011 ISBN 978 3 643 11432 7 Julia Fellinger Norwegen Im Slalom durch den Sittenpracours des hohen Nordens Conbook Verlag Meerbusch 2011 ISBN 978 3 934918 56 6 Willy Brandt Krieg in Norwegen Europa Zurich 2007 ISBN 978 3 905811 00 1 Ebba D Drolshagen Gebrauchsanweisung fur Norwegen Piper Munchen 2007 ISBN 978 3 492 27558 3 Fritz Petrick Norwegen Von den Anfangen bis zur Gegenwart Pustet Regensburg 2002 ISBN 3 7917 1784 7 Klaus Betz Norwegen Vista Point Koln 1999 4 Auflage ISBN 978 3 88973 347 4 Heiko Uecker Hrsg Deutsch Norwegische Kontraste Spiegelungen europaischer Mentalitatsgeschichte Nomos Baden Baden 2001 ISBN 3 7890 7371 7 Deutsch Norwegische Gesellschaft Oslo Hrsg 40 ar norsk tyske forbindelser 40 Jahre Deutsch norwegische Beziehungen Oslo 1989 ISBN 82 991908 0 0Weblinks Commons Norwegen Sammlung von Bildern Videos und Audiodateien Wiktionary Norwegen Bedeutungserklarungen Wortherkunft Synonyme Ubersetzungen Wikinews Norwegen in den Nachrichten Wikimedia Atlas Norwegen geographische und historische Karten Wikisource Norwegen Quellen und Volltexte Wikivoyage Norwegen Reisefuhrer Norwegen im Store norske leksikon norwegisch Lander und Reiseinformationen des Auswartigen Amtes Visit Norway Lander und Reiseinformationen von Innovation Norway Norgeskart staatliche Kartenseite Sprache norwegisch englisch Lovdata Rechtssammlung Sprache norwegisch Einzelnachweise a b c Lars S Vikor Ernst Hakon Jahr Mikkel Berg Nordlie Sprak i Norge In Store norske leksikon 6 Marz 2020 abgerufen am 22 Januar 2021 norwegisch a b Population In ssb no Statistics Norway 23 Februar 2021 abgerufen am 23 Februar 2021 englisch World Economic Outlook Database Oktober 2020 In World Economic Outlook Database International Monetary Fund 2020 abgerufen am 10 April 2021 englisch Table Human Development Index and its components In Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen Hrsg Human Development Report 2020 United Nations Development Programme New York S 343 undp org PDF Bjorn Arne Steine Ut av unionene In Norgeshistorie Universitat Oslo 25 November 2015 abgerufen am 20 Juni 2021 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