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Niere

Beim Menschen

Lage und Nachbarschaftsbeziehungen

Lage der Nieren, gesehen von hinten. Die Farbe hat Symbolcharakter und entspricht nicht der Realität.

Beim Menschen liegen die Nieren retroperitoneal (hinter dem Bauchfell), beiderseits der Wirbelsäule, welche sie nach vorn nicht überragen, unterhalb des Zwerchfells, in der Fossa lumbalis. Die Nieren liegen etwa in Höhe des zwölften Brustwirbels bis dritten Lendenwirbels, die rechte (wegen des großen rechten Leberlappens) ungefähr eine halbe Wirbelhöhe tiefer als die linke. Die oberen Nierenpole (siehe unter Form) sind etwa 7 cm voneinander entfernt, die unteren etwa 11 cm. Die Längsachsen beider Organe zeigen folglich nach oben in Richtung Körpermitte. Die unteren Nierenpole sind beim Mann rechts 3 cm, links 4 cm, bei der Frau 2,5 cm bzw. 3 cm vom Beckenkamm entfernt, können aber variabel auch den Beckenkamm erreichen. Die Lage der Nieren ist atemabhängig. Sie bewegen sich bei der Einatmung wie auch das Zwerchfell nach caudal. Beim Neugeborenen ist die Niere immer vergleichsweise größer als andere Strukturen und überragt daher regelhaft den Beckenkamm.

Die Nieren haben – außer unmittelbar zu den Nebennieren – getrennt durch die Fettkapsel Kontaktflächen zu mehreren Organen des Bauchraums. Die Kontaktflächen unterscheiden sich bei linker und rechter Niere: Die linke Niere wird von Magen, Milz, den Milzgefäßen (A. und V. splenica), Bauchspeicheldrüsen­schwanz (Cauda pancreatis) und Grimmdarm (Colon transversum) überlagert. Sie bildet mit einer dreieckigen Fläche, die Kontakt zum Bauchfell hat, einen Teil der Rückfläche der Bursa omentalis. Die rechte Niere wird vor allem von der Leber, aber auch von Grimmdarm und Duodenum (Pars transversum duodeni), überlagert. Wegen des Platzbedarfs des rechten Leberlappens der im Körper rechts gelegenen Leber (mit der Impressio renalis) ist die rechte Niere tiefer gelegen als die linke. Auf beiden Nieren sitzt häubchenartig die halbmondförmige Nebenniere.

Die Nerven Nervus subcostalis, Nervus iliohypogastricus und Nervus ilioinguinalis verlaufen die Rückseite der Niere querend in enger Nachbarschaft und können bei Erkrankungen mitbetroffen werden. Dies kann zu Empfindungen führen, die den Innervationsgebieten dieser Nerven zugeordnet werden, so auch zu Schmerzen in der Unterbauchgegend.

Form, Farbe und Größe

Die Nieren sind bohnenförmig und braunrot. Sie haben eine Länge von 10 bis 12 cm, eine Breite von 5 bis 6,5 cm und eine Dicke von 3 bis 5 cm (Merkwert: 12 cm × 6 cm × 3 cm). Die Masse einer Niere variiert zwischen 120 und 200 g. Gewöhnlich ist die linke Niere etwas größer und schwerer. Ist eine Niere deutlich verkleinert oder fehlt sie, so ist die andere meist vergrößert. Beim Menschen zeigen zwei sogenannte Nierenpole nach oben und unten, zwei Flächen nach vorne und hinten (ventral und dorsal) und zwei Ränder nach medial und lateral. Der nach außen gerichtete Rand ist konvex, der nach medial gerichtete Rand ist konkav und bildet eine Einziehung, in der das Hilum renale, die Ein- und Austrittspforte der Leitungsbahnen, liegt.

Nierenhilus und Leitungsbahnen

Die Aorta im Bauchraum mit Abgängen (rot)

Am Nierenhilus (Hilus renalis) verzweigen sich von ventral nach dorsal Vena renalis, Arteria renalis und der Ureter sowie einige Lymphgefäße und Nerven. Der Hilus erweitert sich im Inneren der Niere in den Sinus renalis, der vom Nierenbecken (Harnwege) und Fettgewebe ausgefüllt wird.

Jede Niere wird von meist einer (sehr selten mehreren) direkt aus der Aorta entspringenden Arteria renalis mit Blut versorgt. Die A. renalis zweigt von der Aorta beiderseits in Höhe der Arteria mesenterica superior ab, zeigt abwärts und teilt sich bereits vor dem Hilum in einen vorderen und hinteren Hauptstamm (Ramus anterior et posterior), die nach ihrer Lage zum Nierenbecken benannt sind und die Segmentarterien abgeben:

Aus dem vorderen Hauptstamm entspringen vor dem Hilus vier Segmentarterien, die A. segmenti superioris, A. segmenti anterioris superioris, A. segmenti anterioris inferioris, A. segmenti inferioris. Der hintere Hauptstamm gibt eine A. segmenti posterioris ab und versorgt nur ein Segment an der Rückseite der Niere. Auf die Arteriae segmentorum folgen die Arteriae interlobares, darauf die Arteriae arcuatae, darauf die Arteriae interlobulares (auch Arteriae corticales radiatae), die schließlich die Vasa afferentia für die Nierenkörperchen der Nephrone abgeben. Zur genaueren Beschreibung der arteriellen Versorgung siehe den Abschnitt Feinbau und den Artikel Nephron.

Die Nierenarterie und jeder ihrer Endäste sind Endarterien, es liegen keine Anastomosen vor, sodass der Verschluss eines Astes jeweils zum Absterben des von ihm versorgten Nierengewebes führt (Nekrose, Niereninfarkt).

Die Vena renalis führt das Blut unmittelbar in die Vena cava inferior. Im Körper liegt die Aorta links, die Vena cava inferior rechts, weshalb die linke Vena renalis länger ist als die rechte. Sie liegt vor der Aorta, unter dem Abgang der Arteria mesenterica superior (→ Nussknacker-Syndrom) und nimmt die V. testicularis bzw. ovarica sinistra auf.

Der von der Niere ins Nierenbecken abgegebene Urin wird durch den Harnleiter (Ureter) zur Harnblase transportiert.

Lymphkapillarnetze im Inneren der Niere sammeln die Lymphe der Niere und bilden am Hilus wenige Hiluslymphgefäße.

Die sympathischen Nerven der Niere entstammen als postganglionäre Fasern dem Plexus coeliacus und verlaufen mit der Arteria renalis. Sie versorgen neben dem Nierenparenchym die schmerzempfindliche Kapsel. Die parasympathischen Nerven der Niere entstammen als Rami renales direkt dem Nervus vagus (X. Hirnnerv).

Hüllen

Zu den Hüllen der Nieren gehören die Capsula fibrosa, Capsula adiposa und Fascia renalis (= Gerota-Faszie):

Beide Nieren sind jeweils von einer dünnen, festen und glatten bindegewebigen Organkapsel (Capsula fibrosa) umhüllt. Sie enthält nur sehr wenige elastische Fasern und ist kaum dehnbar.

Zusammen mit den Nebennieren folgt ein lockerer Fettgewebskörper aus Baufett, die Capsula adiposa, welche die Niere einbettet und abpolstert. Die Capsula adiposa ist rückenseitig und seitlich stärker ausgebildet als bauchwärts und setzt sich in das Fett des Sinus renalis im Niereninneren fort. Der Fettkörper kann bei starker Unterernährung abgebaut werden.

All dies umhüllt die Fascia renalis, ein Faszien­sack, der die Niere, Nebenniere und den Fettkörper nach vorne, seitlich und hinten einfasst, dabei aber nach medial oben und unten unverschlossen ist. Hinter dem Nierenfasciensack liegt das retrorenale Fett (Massa adiposa pararenalis), in welchem Nerven des Plexus lumbalis verlaufen.

Innerer Aufbau: Rinde und Mark

Schema des makroskopischen Aufbaus der Niere:
1. Nierenmark mit Markkegeln (Pyramides renales)
2. Vas afferens
3. Nierenarterie (Arteria renalis)
4. Nierenvene (Vena renalis)
5. Hilum renale
6. Nierenbecken (Pelvis renalis)
7. Harnleiter (Ureter)
8. kleine Nierenkelche (Calices minores renales)
9. Nierenkapsel (Capsula fibrosa renalis)
10. unterer Nierenpol (Extremitas inferior)
11. oberer Nierenpol (Extremitas superior)
12. Vas efferens
13. Nephron
14. Nierenbucht (Sinus renalis)
15. große Nierenkelche (Calices majores renales)
16. Spitzen der Markkegel (Papillae renales)
17. Bertin-Säule (Columna renalis)

Das Nierenparenchym, die eigentliche Organmasse der Niere, wird in die außen liegende Nierenrinde (Cortex renalis) und das nach innen zum Hilum gerichtete Nierenmark (Medulla renalis) unterteilt. Das Mark besitzt dabei die Form von Pyramiden (10 bis 12 Markpyramiden oder Nierenpyramiden), die mit ihrer Basis nach außen und mit ihrer Spitze nach innen zum Hilum zeigen. Diese Spitzen, die Papillen, reichen frei in den Hohlraum der Nierenkelche (Calix renalis), die sich in variabler Form zum Nierenbecken (Pelvis renalis) zusammenschließen, aus dem der Ureter hervorgeht. In dieser Anordnung fließt der Urin aus den Papillen in Richtung Ureter.

Die Nierenrinde liegt wie eine Kappe zwischen den Basen der Markpyramiden und der Organkapsel (subkapsulärer Anteil), erreicht aber zwischen den Pyramiden in säulenförmigen Abschnitten (Columnae renales, nach dem französischen Anatomen Exupère Joseph Bertin seit 1744 auch Columnae renales Bertini oder Bertinsche Säulen genannt) den Sinus renalis. Der subkapsuläre Anteil der Rinde wird von gut sichtbaren, feinen Strichen durchzogen, den Markstrahlen (Radii medullares), die radiär aus den Markpyramiden in Richtung der Organkapsel ausstrahlen und Teil des Marks sind. Im Mark selbst lassen sich durch ihre leicht unterschiedliche Farbe ein äußeres Mark, bestehend aus einem Außen- und einem Innenstreifen, und ein zum Nierenbecken gelegenes inneres Mark unterscheiden.

Die strukturelle Gliederung des Nierenmarks in Innen- und Außenzone sowie die Aufteilung in Innenstreifen und Außenstreifen der Außenzone beschrieb, aufgrund von durch seinen Würzburger Lehrer Philipp Stöhr angeregten, bereits 1904/05 begonnenen Untersuchungen, erstmals der Anatom Karl Peter (1870–1955).

Bei anderen Säugetieren

Die prinzipielle Lage ist auch bei den anderen Säugetieren typisch, hier liegen die Nieren (entsprechend der horizontalen Körperorientierung) hinter dem Zwerchfell. Bei vielen Säugetieren liegt die rechte Niere etwas weiter vorn. Bei Wiederkäuern ist die linke Niere durch die Ausbildung des Pansens nach rechts, hinter die rechte Niere verlagert (physiologische Wanderniere).

Bei den einzelnen Säugetieren ist die Niere unterschiedlich aufgebaut. In der einfachsten Form besteht die Niere aus einzelnen, kegelförmigen Nierenlappen (Lobi renales). Diese mehrlappige Niere ist typisch für Meeressäugetiere und Bären. Jeder Nierenlappen besteht aus einer Rindenkappe und einer Markpyramide, die in einer Nierenpapille (Papilla renalis, das spitze Ende des Kegels) endet.

Bei den meisten Säugetieren verschmelzen diese Nierenlappen (beim Menschen 6 Lappen) in unterschiedlichem Ausmaß. Die verschmelzenden Rindenkappen bilden die Nierenrinde (Cortex renis), die Pyramiden das Nierenmark (Medulla renis).

Bei Rindern verschmelzen nur die Mittelteile der einzelnen Nierenlappen, wodurch an der Oberfläche Furchen entstehen und die Nierenpapillen ebenfalls erhalten bleiben. Diese Bauform nennt man mehrwarzig-gefurchte Niere. Diese Form tritt zwischenzeitlich auch in der fetalen Entwicklung der Niere bei den Säugetieren auf, die durch weitere Verschmelzungsvorgänge gekennzeichnet sind. Auch das menschliche Neugeborene besitzt noch eine mehrwarzig-gefurchte Niere.

Bei Primaten (einschl. Mensch) und Schweinen verschmelzen die Rindenanteile nach der Geburt vollständig, sodass die Organoberfläche glatt erscheint. Die einzelnen Papillen bleiben jedoch erhalten. Man spricht von einer mehrwarzig-glatten Niere.

Bei den meisten Säugetieren verschmelzen nun auch die einzelnen Nierenpapillen zu einer Nierenleiste (Crista renalis), sodass man von einer einwarzig-glatten Niere spricht.

Feinbau der Niere, schematisch

Der Feinbau der Niere zeichnet sich durch ein hochdifferenziertes Tubulussystem und eine spezifisch angepasste Blutversorgung aus. Das Tubulussystem lässt sich aufgrund der Embryonalentwicklung in zwei Teile gliedern, das Nephron und das Sammelrohr. Beide bilden eine funktionelle Einheit. Der letzte, das heißt sammelrohrnahe Nephronabschnitt ist embryologisch dem Sammelrohr zugeordnet.

Blutversorgung der Niere

Die Nieren werden normalerweise von etwa 20 % des Herzzeitvolumens (bei erwachsenen Menschen also von etwa 1000 ml/min) perfundiert. Ungefähr 20 % des renalen Plasmaflusses werden in den Bowman-Raum filtriert. So führt die renale Perfusion zur glomerulären Filtration (GFR). Deswegen ist die GFR weitgehend proportional zum Herzzeitvolumen HZV. Deswegen ist das Stadium der Niereninsuffizienz grundsätzlich niemals kleiner als das Stadium der Herzinsuffizienz.

Verzweigungen

Die Segmentarterien (siehe oben) teilen sich weiter auf. Eine Arteria interlobaris versorgt je zwei angrenzende Markpyramiden und entsprechende Rindenbereiche. Sie verläuft in den Rindensäulen entlang der Seiten der Pyramiden in Richtung Rinde, verzweigt sich aber an der Basis der Pyramide in Arteriae arcuatae. Diese verlaufen bogenförmig an der Mark-Rinden-Grenze und geben in rechtem Winkel die radiär nach oben durch die Rinde verlaufenden Arteriae corticales radiatae sowie ebenfalls nahezu rechtwinklig in Markrichtung die Arteriae rectae ab.

Erstes und zweites Kapillarbett

Aus diesen gehen schließlich die Vasa afferentia hervor, die sich zu je einem Kapillarknäuel, dem Glomerulus (siehe unten), aufteilen. Aus diesem ersten Kapillargebiet läuft das immer noch sauerstoffreiche Blut wieder im Vas efferens zusammen. Von dort tritt das Blut in ein zweites Kapillarbett ein, diesmal zur Versorgung des Nierengewebes. Dabei muss man zwei Fälle je nach Lage des Glomerulus unterscheiden: Aus oberflächlichen Glomeruli, die im oberen Bereich der Rinde zur Organkapsel hin liegen, gelangt das Blut in das peritubuläre Kapillarnetz der Rinde, das die dort gelegenen Tubuli umspinnt. Aus juxtamedullären Glomeruli jedoch, die tiefer zur Mark-Rinden-Grenze hin liegen, entspringen die Gefäße zur Versorgung des Marks.

Die Versorgung des Marks

Diese kapillären Gefäße zur Versorgung des Marks sind die Vasa recta, die ganz gerade oft bis zur Papillenspitze absteigen und wieder in umgekehrter Richtung aufsteigen. Es gibt zahlreiche Querverbindungen zwischen ab- und aufsteigendem Schenkel. Die besondere Gefäßarchitektur des Marks ist von großer funktioneller Bedeutung für die Fähigkeit der Niere zur Harnkonzentrierung. Mit Hilfe des Gegenstromprinzips erzeugt die Niere zur Papillenspitze hin einen erheblichen osmotischen Gradienten (siehe unten), der ausgewaschen würde, wäre das Mark mit einem normalen Kapillarnetz versorgt. Der Preis dafür ist aber eine sehr schlechte Sauerstoffversorgung des Nierenmarks, da der Sauerstoff aus dem sauerstoffreichen, absteigenden Schenkel der Vasa recta direkt schon oben in den aufsteigenden, sauerstoffarmen Schenkel diffundieren kann.

Venöses System

Beide Kapillarnetze erreichen schließlich das venöse System der Niere, das – mit Ausnahme der Glomerula und ihren afferenten und efferenten Arteriolen – analog zum arteriellen System aufgebaut ist.

Nephron

Hauptartikel: Nephron
Lichtmikroskopisches Schnittpräparat der Nierenrinde. * markiert den Harnpol (s. Text) eines Nierenkörperchens

Die Niere besteht aus zahlreichen Einheiten, den Nephronen, in denen der Harn gebildet wird. Jede der menschlichen Nieren enthält 1 bis 1,4 Mio. Nephrone. Das Nephron selbst besteht aus einem Nierenkörperchen (Corpusculum renis) und einem Tubulusapparat.

Im Nierenkörperchen befindet sich der Glomerulus (auch das Glomerulum genannt), ein Gefäßknäuel, durch dessen gefensterte Kapillarwände der Primärharn abfiltriert wird. Der Primärharn tritt am Harnpol (siehe Abbildung) aus dem Nierenkörperchen in den proximalen Tubulus und in die Henlesche Schleife über, wo er nach dem Gegenstromprinzip aufkonzentriert wird. Es folgen der distale Tubulus und ein Sammelrohr (Tubulus renalis colligens).

  • Glomerulus im Rasterelektronenmikroskop (REM)
    Bildbreite ca. 115 µm

  • Glomerulus im REM
    Bildbreite ca. 22,8 µm

  • Glomerulus mit gebrochener Kapillare im REM
    Bildbreite ca. 11,5 µm

  • Innenansicht des gefensterten Endothels (Fenestrae) im Glomerulus der Mäuseniere im REM
    Bildbreite ca. 1,1 µm

Während der Embryonalentwicklung entstehen bei den Amnioten (Nabeltiere) drei Nierengenerationen: Vorniere (Pronephros), Urniere (Mesonephros) und Nachniere (Metanephros). Die Vorniere übernimmt noch keine Funktion im Embryo. Diese Aufgabe wird erst von der Urniere begonnen und von der Nachniere übernommen. Das Gewebe der Nachniere wächst schließlich zur endgültigen Niere heran.

Die Nachniere entsteht aus zwei Anlagen: Dem metanephrogenen Blastem, dem später harnbereitenden Abschnitt, und der Ureterknospe, dem später harnableitenden und die Harnmenge steuernden Abschnitt. Aus Ersterem entsteht das Nierenparenchym mit den Nephronen, in welche die Äste aus der Aorta einsprossen. Eine Persistenz des fetalen Blastemgewebes kann zu einer Nephroblastomatose führen.

Aus der Ureterknospe entstehen der Ureter, das Nierenbecken mit den Nierenkelchen, die Sammelrohre sowie die an das Sammelrohr angrenzenden letzten Abschnitte des Nephrons.

Die Nieren erfahren aufgrund des Längenwachstums des Embryos einen Aufstieg (Ascensus). Dabei verlagern sie sich aus dem Bereich des Beckens nach oben. Verwachsen die beiden unteren Nierenpole, kann eine einzelne Hufeisenniere entstehen. Bleibt der Aufstieg einer Niere aus, verbleibt sie im Bereich des Beckens (Beckenniere). Steigt die Niere zu hoch, kann sie im Brustkorb liegen (intrathorakale Niere).

Zunächst versorgen mehrere mesonephrische Arterien die Urniere, von denen sich die meisten zurückbilden und in der Regel nur eine Nierenarterien verbleibt. Allerdings ist eine zweite Nierenarterien relativ häufig. Von akzessorischen Nierenarterien spricht man bei einer zusätzlichen Arterie, die in den Hilus mündet, von einer aberranten Arterie, wenn das Gefäß nicht am Hilus, sondern unabhängig – oft an einem Pol – mündet. Mehr als zwei Nierenarterien können vorkommen, sind aber sehr selten.

Funktionen der Niere

Die Niere ist an folgenden Körperfunktionen beteiligt:

Messung der Nierenleistung

Die Funktion der Niere kann anhand der Urinmenge, der Urinkonzentration und der Konzentration der harnpflichtigen Substanzen (Kreatinin, Harnstoff, Harnsäure, Kalium) im Blut abgeschätzt werden.

Die genaue Leistung der Nieren wird über die renale Clearance ermittelt. Hierzu gibt es verschiedene Verfahren:

  • Die renale Clearance ist ein Maß für die Eliminierung eines Stoffes aus dem Blutplasma und damit für die Klärfunktion der Niere. Sinkt die Clearance ab, nimmt also die Leistung der Niere ab, spricht man von einer Niereninsuffizienz.
  • Die Inulin-Clearance misst das Filtrationsvermögen der Niere. Hierzu wird dem Patienten Inulin verabreicht und gemessen, wie viel vom verabreichten Stoff pro Zeit wieder ausgeschieden wird. Da Inulin zwar filtriert, nicht aber rückresorbiert wird, ist die Inulin-Clearance identisch mit der glomerulären Filtrationsrate (GFR). Für den gesunden Jugendlichen liegt der Wert bei etwa 125 ml/min. Eine Abnahme des Wertes deutet auf eine Störung in der Nierenfunktion hin (Niereninsuffizienz). Mit zunehmendem Alter nimmt die GFR physiologisch auf 60–65 ml/min ab. Dies ist bei der Dosierung von Arzneistoffen, die über die Niere ausgeschieden werden, wichtig, da bei älteren Patienten wegen der geringeren GFR oft eine Verringerung der Dosis vorgenommen werden muss.
  • Die Creatinin-Clearance wird wegen ihrer einfacheren Durchführung in der Klinik der Inulin-Clearance vorgezogen. Es wird die Ausscheidung von Kreatinin gemessen, die annähernd der von Inulin entspricht. Die Kreatinin-Plasmaspiegel, deren Wert von der Muskelmasse abhängt, schwanken nur wenig, was diese Messung überhaupt erst möglich macht. Vorteilhaft ist weiterhin, dass die Infusion, die bei der Messung der Inulin-Clearance erforderlich ist, entfällt.
  • Bei jeder Reduktion des Herzzeitvolumens vergrößern die Tubuli kompensatorisch die Rückresorption von Wasser mit allen darin gelösten Elektrolyten bis hin zur Oligurie oder Anurie. Deswegen kann bei jeder Herzinsuffizienz und bei jeder Oligoanurie die glomeruläre Filtrationsrate mit keinem Verfahren valide bestimmt werden; die einzige Ausnahme ist Cystatin C. Cystatin C wird in den Körperzellen konstant gebildet und in den Glomeruli frei filtriert. Es wird anschließend tubulär rückresorbiert, dann aber noch in den Tubuli vollständig zerstört. Es kehrt also nicht in die Blutzirkulation zurück. Deswegen ist es ein besserer Filtrationsmarker als Kreatinin oder Harnstoff, insbesondere auch bei leichter Nierenfunktionseinschränkung und bei vermehrter Muskelmasse oder bei akutem Nierenversagen. Es gibt zahlreiche GFR-Schätzformeln, in denen nach Cystatin C gefragt wird; die einfachste lautet GFR = 80/Cys.

Autoregulation der Nierendurchblutung

Die treibende Kraft des Filtriervorgangs ist der in den Glomerulusgefäßen des ersten Kapillarbetts herrschende Blutdruck. Der (systemische) Blutdruck des Körpers unterliegt normalerweise im Verlauf eines Tages typischen Schwankungen, ist im Schlaf niedriger, bei körperlicher Anstrengung oder bei Stress höher und kann bei bestimmten Erkrankungen andauernd erhöht sein (arterielle Hypertonie). Für die Filtration in den Glomeruli ist ein hinreichender Druck notwendig, günstigenfalls nur wenig schwankend. Die Niere hat selbst die Fähigkeit, den Blutdruck im glomerulären Kapillarnetz auch ohne nervöse Impulse zu regulieren und die glomeruläre Filtrationsrate so weitgehend konstant zu halten, dass sich auch starke Schwankungen des systemischen Blutdrucks kaum auswirken. Man nennt diese Autoregulation der Niere den Bayliss-Effekt.

Die Autoregulation wird lokal drucksensorisch vermittelt und erfolgt durch angepasste Änderungen der Gefäßspannung bzw. Gefäßweite in den zu- und abführenden Blutgefäßen des Nierenkörperchens. Bei Anstieg des systemischen Blutdrucks werden die renalen Arterien enger gestellt, sodass der renale Blutfluss kaum ansteigt und in den dahinterliegenden zuführenden (afferenten) Gefäßen der Nierenkörperchen der Druck nicht übermäßig wird. Ist der Filtrationsdruck zu niedrig, so wird der Widerstand im vom Glomerulus abgehenden (efferenten) Gefäß erhöht und zugleich im zuführenden gesenkt. Damit kann der effektive Filtrationsdruck auch unabhängig vom renalen Blutfluss geregelt werden. Im Mittel beträgt der glomeruläre Kapillardruck ungefähr 50 mmHg.

Normale Blutdruckschwankungen haben kaum Auswirkung auf die Nierendurchblutung. Derart bleiben auch Schwankungen des systolischen Blutdrucks zwischen 80 und 180 mmHg ohne Einfluss auf die glomeruläre Filtrationsleistung. Gewissermaßen überwachen die Nieren mit ihren empfindlichen Drucksensoren den systemischen Blutdruck ständig und können bei einem übermäßigen Abfall regulierend eingreifen (vgl. Blutdruckregulation der Nieren).

Tubuloglomerulärer Feedback (TGF)

Als tubuloglomerulären Feedback (TGF) bezeichnet man einen Mechanismus, mit dem die Filtration eines einzelnen Nephrons in der Niere reguliert wird. Der TGF postuliert ein inverses Verhalten von glomerulärer Filtration und tubulärer Rückresorption und damit gewissermaßen eine Proportionalität zwischen Primärharnbildung und Urinproduktion.

Bei Zunahme des NaCl-Gehalts im distalen Tubulus (Mittelstück) kommt es über eine Sensorfunktion der Macula densa, einem Teil des juxtaglomerulären Apparats, zu einer Reduktion der glomerulären Filtrationsrate desselben Nephrons. Dies wird durch eine vom Mesangium vermittelte Vasokonstriktion (Gefäßverengung) der zum Nierenkörperchen hinführenden Arteriolen (Vasa afferentia) realisiert.

Genaugenommen handelt es sich hierbei um einen physiologischen Regulationsmechanismus, der das Einzelnephron vor Hyperfiltration schützen soll und bei einem akuten Nierenversagen „fälschlicherweise“ dadurch aktiviert wird, dass die NaCl-Resorption durch die tubuläre Schädigung stark beeinträchtigt wird. Dies führt zu einer erhöhten Flussrate im distalen Tubulus und/oder zu einem erhöhten NaCl-Angebot im Bereich der Macula densa, was schließlich zur Auslösung des tubuloglomerulären Feedbacks führt.

Krankhafte Veränderungen des Nierengewebes können bei akuter Nierenerkrankung oder chronischem Nierenversagen die Glomerula (Glomerulonephritiden) oder die Nierentubuli (Tubulointerstitielle Nierenerkrankungen) betreffen. Bei Ersteren spielen mehr autoimmune Prozesse eine Rolle, bei Letzteren Intoxikationen und Infektionen (akut v. a. bakterielle Infektionen). Daneben können beide durch autoimmune oder metabolische Systemerkrankungen mitbetroffen sein. Genetisch bedingte Erkrankungen betreffen meist die Funktion der Tubuli. Die verschiedenen Prozesse unterscheiden sich klinisch kaum, man unterscheidet zwischen akutem und chronischem Nierenversagen bzw. akuten und chronischen Glomerulonephritiden. Sie führen unbehandelt zu Glomerulosklerose und Niereninsuffizienz mit Dialyse­pflichtigkeit. Es gibt auch Anlagefehler, Nierentumoren, Nierensteine.

Eine schwere Schädigung der Nieren hat andererseits Störungen der Blutdruck- und Hormonregulation des Organismus zur Folge. Es kommt zu renaler Hypertonie, renalem Vitamin-D-Mangel und sekundärem Hyperparathyreoidismus, bei schwerer chronischer Niereninsuffizienz zum urämischen Syndrom mit Organschäden und unter anderem Juckreiz. Die Schädigungen können evtl. durch salz- und eiweißarme Ernährung und viel Trinken verlangsamt werden, oder die Dialysetherapie wird notwendig.

Systematik

Syndrome

Nach Verlust einer Niere, beispielsweise nach einer Nephrektomie (zum Beispiel nach einem Unfall, wegen eines Hypernephroms oder zur Nierentransplantation) kann die verbleibende Restniere bis zu 80 % der Filtrationsleistung beider Nieren erreichen. Erreicht wird diese Hyperfiltration durch eine Hypertrophie der Glomeruli. Dies wirkt sich über Jahrzehnte nicht nachteilig auf die verbliebene Niere aus.

Hauptartikel: Niere (Lebensmittel)

Vor allem Schweine-, Kalbs- und Lämmernieren werden als Lebensmittel verwendet. Sie werden zumeist in Form von Ragouts zubereitet.

Commons: Nieren – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikibooks: Niere – Lern- und Lehrmaterialien
Wiktionary: Niere – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  1. Karl Julius Ullrich, Klaus Hierholzer (Hrsg.): Normale und pathologische Funktionen des Nierentubulus. Verlag Hans Huber, Bern 1965, 466 Seiten.
  2. Alle diese drei deutschen Begriffe finden sich nicht in den modernen nephrologischen Lehrbüchern, kaum in den einschlägigen medizinischen Wörterbüchern und auch nicht im 228-seitigen Sachverzeichnis am Ende des dreiteiligen Nierenbandes im Handbuch der inneren Medizin (5. Auflage, 8. Band, 3. Teil, Springer-Verlag, Berlin / Heidelberg / New York 1968; drei Teile mit 3228 Seiten). Quellen für Nierenkanälchen: Peter Reuter: Springer Klinisches Wörterbuch 2007/2008, Heidelberg 2007, ISBN 978-3-540-34601-2, S. 1294; „Nierenkrebs geht oft von den Tubuli oder Nierenkanälchen aus.“ Zitat: Apotheken-Umschau, Online-Ausgabe, aktualisiert am 17. Mai 2018. Quellen für Nierenknäuelchen: Joseph Julius Czermak: Über die Nierenknäuelchen, Isis 1836, S. 783; Medicinische Jahrbücher des kaiserlich königlichen österreichischen Staates, 32. Band, Wien 1840, S. 557; Theodor Fahr: Harnorgane – Männliche Geschlechtsorgane, 1. Teil, Verlag von Julius Springer, Berlin 1925, ISBN 978-3-7091-3039-1, S. 17; Dieter Vaitl (Hrsg.): Essentielle Hypertonie, Springer-Verlag, Berlin / Heidelberg 1982, ISBN 978-3-540-10975-4, S. 41; Ergebnisse der inneren Medizin und Kinderheilkunde, 35. Band, Verlag von Julius Springer, Berlin 1929, S. 471; Kenneth A. Anderson (Hrsg.): Springer Lexikon Pflege, 2. Auflage, 2. Band, Springer-Verlag, Berlin / Heidelberg 2002, ISBN 978-3-662-01100-3, S. 384, doi:10.1007/978-3-662-01099-0; Rheinische Post online: NRW-Wissenschaftspreis für Kölner Nierenexperten, 3. Mai 2018; Heiner Fangerau, Stefan Schulz, Thorsten Noack, Irmgard Müller: Medizinische Terminologie, 6. Auflage, Lehmanns Media, Berlin 2017, ISBN 978-3-86541-934-7, S. 69. Quellen für Nierenkörperchen: Günter Thiele: Handlexikon der Medizin, Verlag Urban & Schwarzenberg, München / Wien / Baltimore ohne Jahr [1980], Teil III (L–R), S. 1734; Willibald Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch, 268. Auflage, Verlag Walter de Gruyter, Berlin / Boston 2020, ISBN 978-3-11-068325-7, S. 1230, mit Verweisung auf das Malpighi-Körperchen; Duden: Das Wörterbuch medizinischer Fachausdrücke, 4. Auflage, Bibliographisches Institut, Mannheim / Wien / Zürich 1985, ISBN 3-411-02426-7, S. 482, mit Verweisung auf die Corpuscula renis.
  3. Johanna Bleker: Die Geschichte der Nierenkrankheiten, Boehringer Mannheim, Mannheim 1972, S. 15.
  4. Benannt nach dem rumänischen Anatomen Dimitrie Gerota.
  5. Reinhard Hildebrand: Bertin, Exupère Joseph. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin/ New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 170.
  6. Wolfram F. Neiss: Zur Entstehungsgeschichte der „Untersuchungen über Bau und Entwicklung der Niere“ (1909): Ein Handschreiben Karl Peters an Philipp Stöhr sen. In: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen, Band 6, 1988, S. 293–300; hier: S. 293 und 297 f.
  7. Harrisons Innere Medizin. 19. Auflage. McGraw-Hill, Berlin 2016, ISBN 978-3-88624-560-4, elektronisches Kapitel 332e.
  8. Hyewon Hahn et al.: Quiz Page January 2009: Retrocardiac Mass Identified at Birth. In: American Journal of Kidney Diseases.Nr.53, 2009,S.A27-A28 (Artikel).
  9. Sahib J. Tuteja, Bence Forgacs: Multiple renal arteries. In: New England Journal of Medicine. Band 381, Nr. 9 vom 29. August 2019, S. 862, DOI:10.1056/NEJMicm1902894
  10. Alessandra Calábria Baxmann u. a.: Influence of Muscle Mass and Physical Activity on Serum and Urinary Creatinine and Serum Cystatin C. In: Clinical Journal of the American Society of Nephrology.Nr.3, 2008,S.348–354 (cjasn.asnjournals.org).
  11. M. Mussap, M. Plebani: Biochemistry and clinical role of human cystatin C. In: Critical Reviews in Clinical Laboratory Sciences.Nr.41(5-6), 2004,S.467–550, PMID 15603510.
  12. O. F. Laterza u. a.: Cystatin C: An Improved Estimator of Glomerular Filtration Rate? In: Clinical Chemistry.Nr.48, 2002,S.699–707 (clinchem.org Abstract).
  13. Willibald Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch, 267. Auflage. De Gruyter, Berlin / Boston 2017, ISBN 978-3-11-049497-6, S. 343.
  14. Ulrich Welsch, Wolfgang Kummer, Thomas Deller: Lehrbuch Histologie. 4. Auflage. Elsevier, Urban & Fischer, München u. a. 2015, ISBN 978-3-437-44433-3, S. 457.
Normdaten (Sachbegriff): GND:4042270-7(OGND, AKS)

Niere
niere, organ, wirbeltiere, sprache, beobachten, bearbeiten, titel, dieses, artikels, mehrdeutig, weitere, bedeutungen, sind, unter, begriffsklärung, aufgeführt, lateinisch, normalerweise, plural, renes, davon, abgeleitetes, adjektiv, renalis, altgriechisch, νε. Niere Organ der Wirbeltiere Sprache Beobachten Bearbeiten Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig Weitere Bedeutungen sind unter Niere Begriffsklarung aufgefuhrt Die Niere lateinisch ren normalerweise nur im Plural renes davon abgeleitetes Adjektiv renalis altgriechisch nefros nephros ist ein paarig angelegtes Organ des Harnsystems zur Harnbereitung und Regulation des Wasser und Elektrolythaushalts von Wirbeltieren In den beiden Nieren werden Blutanteile unterhalb einer gewissen Grosse abfiltriert fur den Organismus wichtige Molekule grosstenteils wieder ruckresorbiert andere Substanzen zusatzlich sezerniert und die wassrige Losung vor ihrer Ausscheidung konzentriert Mit den Erkrankungen der Nieren beschaftigen sich vor allem die Nephrologie als Teilgebiet der Inneren Medizin und die Urologie Querschnitt der Niere mit Nebenniere Funktionen der Nieren sind Ausscheidung von Endprodukten des Stoffwechsels den sogenannten harnpflichtigen Substanzen und von Gift stoffen aus dem Korper durch Bildung des Harns welcher schliesslich uber die Harnwege aus dem Korper ausgeschieden wird Osmoregulation Ausbalancierung des Wasserhaushalts Volumenregulation langfristige Blutdruck einstellung Regulation und Kontrolle der Zusammensetzung des Harns und Kontrolle des Elektrolyt haushalts und des Saure Basen Haushalts Weiterhin ist die Niere ein bedeutendes Organ fur den Zwischenstoffwechsel des Korpers sie betreibt Gluconeogenese Die Niere produziert daruber hinaus Hormone wie beispielsweise Erythropoetin fur die Blutbildung und ist der Abbauort von Peptidhormonen Umgekehrt werden viele Nierenfunktionen durch Hormone gesteuert uber das in der Niere selbst gebildete Renin kann ein fur ihre Durchblutung hinreichend hoher Blutdruck herbeigefuhrt werden Jedes Glomerulum deutsch Nierenknauelchen bildet zusammen mit seiner Bowmanschen Kapsel ein Nierenkorperchen Corpusculum renale Malpighii Und jedes Malpighische Nierenkorperchen bildet zusammen mit dem zugehorigen Tubulus deutsch Nierenkanalchen ein Nephron von altgriechisch nefros nephros deutsch Niere als kleinste funktionelle morphologische physiologische Untereinheit der Niere von Menschen und anderen Wirbeltieren 1 Die funktionelle Grundeinheit der Niere ist das Nephron das aus Nierenkorperchen und Nierenkanalchen besteht Jede menschliche Niere verfugt uber etwa eine Million Nephrone und damit uber ebenso viele Nierenkorperchen Nierenknauelchen und Nierenkanalchen 2 Die Nierenkanalchen werden mitunter auch als Harnkanalchen beschrieben weil in ihnen der Primarharn zum Sekundarharn oder Endharn Urin konzentriert wird analog werden die Nierenknauelchen als Filterkorperchen erklart Die prinzipielle Funktionsweise eines Nephrons lasst sich grob in zwei Prozesse unterteilen Im ersten Prozess der im Nierenkorperchen stattfindet wird aus dem Blut durch Querstromfiltration der Primarharn abgepresst Bei dieser Filtration werden Bestandteile oberhalb einer bestimmten Grosse darunter die Blutkorperchen und grossere Molekule zuruckgehalten Damit sind in dem Ultrafiltrat nur die niedermolekularen Bestandteile des Blutplasmas enthalten darunter solche die ausgeschieden werden sollen Dieser Primarharn enthalt aber auch und uberwiegend zahlreiche Stoffe die fur den Korper wertvoll sind Schon Galenos hat uber die Nierenfiltration nachgedacht 3 William Bowman bewies dass Glomeruli und Tubuli eine funktionelle Einheit bilden In einem zweiten Prozess der im Anschluss in den Nierenkanalchen ablauft werden wertvolle Stoffe wie Zucker Aminosauren und Elektrolyte wieder kontrolliert in den Blutkreislauf zuruckgeholt resorbiert Ruckresorption Weiterhin wird auch ein Grossteil des abgefilterten Wassers resorbiert das dem Korper nicht verloren gehen soll Diese Vorgange der Resorption laufen in verschiedenen Abschnitten des sich anschliessenden schlauchartigen Tubulussystems ab und zusatzlich solche aktiver Sekretion von ausscheidungspflichtigen Substanzen in den Harn Dieses Zusammenspiel von Ruckresorption und Sekretion bezeichnet man als tubularen Transport gewissermassen entscheiden die Tubuli so uber die Harnpflicht der einzelnen Elektrolyte Die Nierenkanalchen konzentrieren den Primarharn somit zum Sekundarharn Endharn der sich im Nierenbecken sammelt dem Beginn der Harnwege Von hier wird der Harn kontinuierlich uber den Harnleiter Ureter zur Harnblase geleitet Aus der Blase wird er gelegentlich uber die Harnrohre Urethra ausgeschieden Pro Tag durchfliessen bei einem erwachsenen Menschen etwa 1800 Liter Blut die Nieren renaler Blutfluss was etwa dem 300fachen des Blutvolumens des Korpers entspricht Daraus filtern die beiden Organe taglich etwa 180 Liter Primarharn glomerulare Filtration der auf weniger als zwei Liter Endharn Urin konzentriert wird Inhaltsverzeichnis 1 Makroskopische Anatomie 1 1 Beim Menschen 1 1 1 Lage und Nachbarschaftsbeziehungen 1 1 2 Form Farbe und Grosse 1 1 3 Nierenhilus und Leitungsbahnen 1 1 4 Hullen 1 1 5 Innerer Aufbau Rinde und Mark 1 2 Bei anderen Saugetieren 2 Feinbau 2 1 Blutversorgung der Niere 2 1 1 Verzweigungen 2 1 2 Erstes und zweites Kapillarbett 2 1 3 Die Versorgung des Marks 2 1 4 Venoses System 2 2 Nephron 3 Entwicklung 4 Funktion 4 1 Funktionen der Niere 4 2 Messung der Nierenleistung 4 3 Autoregulation der Nierendurchblutung 4 4 Tubuloglomerularer Feedback TGF 5 Untersuchungsmethoden der Niere 6 Krankheiten der Niere 6 1 Systematik 6 2 Syndrome 7 Auswirkung des Verlusts einer Niere 8 Niere als Lebensmittel 9 Literatur 10 Weblinks 11 EinzelnachweiseMakroskopische AnatomieBeim Menschen Lage und Nachbarschaftsbeziehungen Lage der Nieren gesehen von hinten Die Farbe hat Symbolcharakter und entspricht nicht der Realitat Beim Menschen liegen die Nieren retroperitoneal hinter dem Bauchfell beiderseits der Wirbelsaule welche sie nach vorn nicht uberragen unterhalb des Zwerchfells in der Fossa lumbalis Die Nieren liegen etwa in Hohe des zwolften Brustwirbels bis dritten Lendenwirbels die rechte wegen des grossen rechten Leberlappens ungefahr eine halbe Wirbelhohe tiefer als die linke Die oberen Nierenpole siehe unter Form sind etwa 7 cm voneinander entfernt die unteren etwa 11 cm Die Langsachsen beider Organe zeigen folglich nach oben in Richtung Korpermitte Die unteren Nierenpole sind beim Mann rechts 3 cm links 4 cm bei der Frau 2 5 cm bzw 3 cm vom Beckenkamm entfernt konnen aber variabel auch den Beckenkamm erreichen Die Lage der Nieren ist atemabhangig Sie bewegen sich bei der Einatmung wie auch das Zwerchfell nach caudal Beim Neugeborenen ist die Niere immer vergleichsweise grosser als andere Strukturen und uberragt daher regelhaft den Beckenkamm Die Nieren haben ausser unmittelbar zu den Nebennieren getrennt durch die Fettkapsel Kontaktflachen zu mehreren Organen des Bauchraums Die Kontaktflachen unterscheiden sich bei linker und rechter Niere Die linke Niere wird von Magen Milz den Milzgefassen A und V splenica Bauchspeicheldrusen schwanz Cauda pancreatis und Grimmdarm Colon transversum uberlagert Sie bildet mit einer dreieckigen Flache die Kontakt zum Bauchfell hat einen Teil der Ruckflache der Bursa omentalis Die rechte Niere wird vor allem von der Leber aber auch von Grimmdarm und Duodenum Pars transversum duodeni uberlagert Wegen des Platzbedarfs des rechten Leberlappens der im Korper rechts gelegenen Leber mit der Impressio renalis ist die rechte Niere tiefer gelegen als die linke Auf beiden Nieren sitzt haubchenartig die halbmondformige Nebenniere Die Nerven Nervus subcostalis Nervus iliohypogastricus und Nervus ilioinguinalis verlaufen die Ruckseite der Niere querend in enger Nachbarschaft und konnen bei Erkrankungen mitbetroffen werden Dies kann zu Empfindungen fuhren die den Innervationsgebieten dieser Nerven zugeordnet werden so auch zu Schmerzen in der Unterbauchgegend Form Farbe und Grosse Die Nieren sind bohnenformig und braunrot Sie haben eine Lange von 10 bis 12 cm eine Breite von 5 bis 6 5 cm und eine Dicke von 3 bis 5 cm Merkwert 12 cm 6 cm 3 cm Die Masse einer Niere variiert zwischen 120 und 200 g Gewohnlich ist die linke Niere etwas grosser und schwerer Ist eine Niere deutlich verkleinert oder fehlt sie so ist die andere meist vergrossert Beim Menschen zeigen zwei sogenannte Nierenpole nach oben und unten zwei Flachen nach vorne und hinten ventral und dorsal und zwei Rander nach medial und lateral Der nach aussen gerichtete Rand ist konvex der nach medial gerichtete Rand ist konkav und bildet eine Einziehung in der das Hilum renale die Ein und Austrittspforte der Leitungsbahnen liegt Nierenhilus und Leitungsbahnen Die Aorta im Bauchraum mit Abgangen rot Am Nierenhilus Hilus renalis verzweigen sich von ventral nach dorsal Vena renalis Arteria renalis und der Ureter sowie einige Lymphgefasse und Nerven Der Hilus erweitert sich im Inneren der Niere in den Sinus renalis der vom Nierenbecken Harnwege und Fettgewebe ausgefullt wird Jede Niere wird von meist einer sehr selten mehreren direkt aus der Aorta entspringenden Arteria renalis mit Blut versorgt Die A renalis zweigt von der Aorta beiderseits in Hohe der Arteria mesenterica superior ab zeigt abwarts und teilt sich bereits vor dem Hilum in einen vorderen und hinteren Hauptstamm Ramus anterior et posterior die nach ihrer Lage zum Nierenbecken benannt sind und die Segmentarterien abgeben Aus dem vorderen Hauptstamm entspringen vor dem Hilus vier Segmentarterien die A segmenti superioris A segmenti anterioris superioris A segmenti anterioris inferioris A segmenti inferioris Der hintere Hauptstamm gibt eine A segmenti posterioris ab und versorgt nur ein Segment an der Ruckseite der Niere Auf die Arteriae segmentorum folgen die Arteriae interlobares darauf die Arteriae arcuatae darauf die Arteriae interlobulares auch Arteriae corticales radiatae die schliesslich die Vasa afferentia fur die Nierenkorperchen der Nephrone abgeben Zur genaueren Beschreibung der arteriellen Versorgung siehe den Abschnitt Feinbau und den Artikel Nephron Die Nierenarterie und jeder ihrer Endaste sind Endarterien es liegen keine Anastomosen vor sodass der Verschluss eines Astes jeweils zum Absterben des von ihm versorgten Nierengewebes fuhrt Nekrose Niereninfarkt Die Vena renalis fuhrt das Blut unmittelbar in die Vena cava inferior Im Korper liegt die Aorta links die Vena cava inferior rechts weshalb die linke Vena renalis langer ist als die rechte Sie liegt vor der Aorta unter dem Abgang der Arteria mesenterica superior Nussknacker Syndrom und nimmt die V testicularis bzw ovarica sinistra auf Der von der Niere ins Nierenbecken abgegebene Urin wird durch den Harnleiter Ureter zur Harnblase transportiert Lymphkapillarnetze im Inneren der Niere sammeln die Lymphe der Niere und bilden am Hilus wenige Hiluslymphgefasse Die sympathischen Nerven der Niere entstammen als postganglionare Fasern dem Plexus coeliacus und verlaufen mit der Arteria renalis Sie versorgen neben dem Nierenparenchym die schmerzempfindliche Kapsel Die parasympathischen Nerven der Niere entstammen als Rami renales direkt dem Nervus vagus X Hirnnerv Hullen Zu den Hullen der Nieren gehoren die Capsula fibrosa Capsula adiposa und Fascia renalis Gerota Faszie 4 Beide Nieren sind jeweils von einer dunnen festen und glatten bindegewebigen Organkapsel Capsula fibrosa umhullt Sie enthalt nur sehr wenige elastische Fasern und ist kaum dehnbar Zusammen mit den Nebennieren folgt ein lockerer Fettgewebskorper aus Baufett die Capsula adiposa welche die Niere einbettet und abpolstert Die Capsula adiposa ist ruckenseitig und seitlich starker ausgebildet als bauchwarts und setzt sich in das Fett des Sinus renalis im Niereninneren fort Der Fettkorper kann bei starker Unterernahrung abgebaut werden All dies umhullt die Fascia renalis ein Faszien sack der die Niere Nebenniere und den Fettkorper nach vorne seitlich und hinten einfasst dabei aber nach medial oben und unten unverschlossen ist Hinter dem Nierenfasciensack liegt das retrorenale Fett Massa adiposa pararenalis in welchem Nerven des Plexus lumbalis verlaufen Innerer Aufbau Rinde und Mark Schema des makroskopischen Aufbaus der Niere 1 Nierenmark mit Markkegeln Pyramides renales 2 Vas afferens 3 Nierenarterie Arteria renalis 4 Nierenvene Vena renalis 5 Hilum renale 6 Nierenbecken Pelvis renalis 7 Harnleiter Ureter 8 kleine Nierenkelche Calices minores renales 9 Nierenkapsel Capsula fibrosa renalis 10 unterer Nierenpol Extremitas inferior 11 oberer Nierenpol Extremitas superior 12 Vas efferens 13 Nephron 14 Nierenbucht Sinus renalis 15 grosse Nierenkelche Calices majores renales 16 Spitzen der Markkegel Papillae renales 17 Bertin Saule Columna renalis Das Nierenparenchym die eigentliche Organmasse der Niere wird in die aussen liegende Nierenrinde Cortex renalis und das nach innen zum Hilum gerichtete Nierenmark Medulla renalis unterteilt Das Mark besitzt dabei die Form von Pyramiden 10 bis 12 Markpyramiden oder Nierenpyramiden die mit ihrer Basis nach aussen und mit ihrer Spitze nach innen zum Hilum zeigen Diese Spitzen die Papillen reichen frei in den Hohlraum der Nierenkelche Calix renalis die sich in variabler Form zum Nierenbecken Pelvis renalis zusammenschliessen aus dem der Ureter hervorgeht In dieser Anordnung fliesst der Urin aus den Papillen in Richtung Ureter Die Nierenrinde liegt wie eine Kappe zwischen den Basen der Markpyramiden und der Organkapsel subkapsularer Anteil erreicht aber zwischen den Pyramiden in saulenformigen Abschnitten Columnae renales nach dem franzosischen Anatomen Exupere Joseph Bertin 5 seit 1744 auch Columnae renales Bertini oder Bertinsche Saulen genannt den Sinus renalis Der subkapsulare Anteil der Rinde wird von gut sichtbaren feinen Strichen durchzogen den Markstrahlen Radii medullares die radiar aus den Markpyramiden in Richtung der Organkapsel ausstrahlen und Teil des Marks sind Im Mark selbst lassen sich durch ihre leicht unterschiedliche Farbe ein ausseres Mark bestehend aus einem Aussen und einem Innenstreifen und ein zum Nierenbecken gelegenes inneres Mark unterscheiden Die strukturelle Gliederung des Nierenmarks in Innen und Aussenzone sowie die Aufteilung in Innenstreifen und Aussenstreifen der Aussenzone beschrieb aufgrund von durch seinen Wurzburger Lehrer Philipp Stohr angeregten bereits 1904 05 begonnenen Untersuchungen erstmals der Anatom Karl Peter 1870 1955 6 Bei anderen Saugetieren Die prinzipielle Lage ist auch bei den anderen Saugetieren typisch hier liegen die Nieren entsprechend der horizontalen Korperorientierung hinter dem Zwerchfell Bei vielen Saugetieren liegt die rechte Niere etwas weiter vorn Bei Wiederkauern ist die linke Niere durch die Ausbildung des Pansens nach rechts hinter die rechte Niere verlagert physiologische Wanderniere Bei den einzelnen Saugetieren ist die Niere unterschiedlich aufgebaut In der einfachsten Form besteht die Niere aus einzelnen kegelformigen Nierenlappen Lobi renales Diese mehrlappige Niere ist typisch fur Meeressaugetiere und Baren Jeder Nierenlappen besteht aus einer Rindenkappe und einer Markpyramide die in einer Nierenpapille Papilla renalis das spitze Ende des Kegels endet Bei den meisten Saugetieren verschmelzen diese Nierenlappen beim Menschen 6 Lappen in unterschiedlichem Ausmass Die verschmelzenden Rindenkappen bilden die Nierenrinde Cortex renis die Pyramiden das Nierenmark Medulla renis Bei Rindern verschmelzen nur die Mittelteile der einzelnen Nierenlappen wodurch an der Oberflache Furchen entstehen und die Nierenpapillen ebenfalls erhalten bleiben Diese Bauform nennt man mehrwarzig gefurchte Niere Diese Form tritt zwischenzeitlich auch in der fetalen Entwicklung der Niere bei den Saugetieren auf die durch weitere Verschmelzungsvorgange gekennzeichnet sind Auch das menschliche Neugeborene besitzt noch eine mehrwarzig gefurchte Niere Bei Primaten einschl Mensch und Schweinen verschmelzen die Rindenanteile nach der Geburt vollstandig sodass die Organoberflache glatt erscheint Die einzelnen Papillen bleiben jedoch erhalten Man spricht von einer mehrwarzig glatten Niere Bei den meisten Saugetieren verschmelzen nun auch die einzelnen Nierenpapillen zu einer Nierenleiste Crista renalis sodass man von einer einwarzig glatten Niere spricht Feinbau Feinbau der Niere schematisch Der Feinbau der Niere zeichnet sich durch ein hochdifferenziertes Tubulussystem und eine spezifisch angepasste Blutversorgung aus Das Tubulussystem lasst sich aufgrund der Embryonalentwicklung in zwei Teile gliedern das Nephron und das Sammelrohr Beide bilden eine funktionelle Einheit Der letzte das heisst sammelrohrnahe Nephronabschnitt ist embryologisch dem Sammelrohr zugeordnet Blutversorgung der Niere Die Nieren werden normalerweise von etwa 20 des Herzzeitvolumens bei erwachsenen Menschen also von etwa 1000 ml min perfundiert Ungefahr 20 des renalen Plasmaflusses werden in den Bowman Raum filtriert 7 So fuhrt die renale Perfusion zur glomerularen Filtration GFR Deswegen ist die GFR weitgehend proportional zum Herzzeitvolumen HZV Deswegen ist das Stadium der Niereninsuffizienz grundsatzlich niemals kleiner als das Stadium der Herzinsuffizienz Verzweigungen Die Segmentarterien siehe oben teilen sich weiter auf Eine Arteria interlobaris versorgt je zwei angrenzende Markpyramiden und entsprechende Rindenbereiche Sie verlauft in den Rindensaulen entlang der Seiten der Pyramiden in Richtung Rinde verzweigt sich aber an der Basis der Pyramide in Arteriae arcuatae Diese verlaufen bogenformig an der Mark Rinden Grenze und geben in rechtem Winkel die radiar nach oben durch die Rinde verlaufenden Arteriae corticales radiatae sowie ebenfalls nahezu rechtwinklig in Markrichtung die Arteriae rectae ab Erstes und zweites Kapillarbett Aus diesen gehen schliesslich die Vasa afferentia hervor die sich zu je einem Kapillarknauel dem Glomerulus siehe unten aufteilen Aus diesem ersten Kapillargebiet lauft das immer noch sauerstoffreiche Blut wieder im Vas efferens zusammen Von dort tritt das Blut in ein zweites Kapillarbett ein diesmal zur Versorgung des Nierengewebes Dabei muss man zwei Falle je nach Lage des Glomerulus unterscheiden Aus oberflachlichen Glomeruli die im oberen Bereich der Rinde zur Organkapsel hin liegen gelangt das Blut in das peritubulare Kapillarnetz der Rinde das die dort gelegenen Tubuli umspinnt Aus juxtamedullaren Glomeruli jedoch die tiefer zur Mark Rinden Grenze hin liegen entspringen die Gefasse zur Versorgung des Marks Die Versorgung des Marks Diese kapillaren Gefasse zur Versorgung des Marks sind die Vasa recta die ganz gerade oft bis zur Papillenspitze absteigen und wieder in umgekehrter Richtung aufsteigen Es gibt zahlreiche Querverbindungen zwischen ab und aufsteigendem Schenkel Die besondere Gefassarchitektur des Marks ist von grosser funktioneller Bedeutung fur die Fahigkeit der Niere zur Harnkonzentrierung Mit Hilfe des Gegenstromprinzips erzeugt die Niere zur Papillenspitze hin einen erheblichen osmotischen Gradienten siehe unten der ausgewaschen wurde ware das Mark mit einem normalen Kapillarnetz versorgt Der Preis dafur ist aber eine sehr schlechte Sauerstoffversorgung des Nierenmarks da der Sauerstoff aus dem sauerstoffreichen absteigenden Schenkel der Vasa recta direkt schon oben in den aufsteigenden sauerstoffarmen Schenkel diffundieren kann Venoses System Beide Kapillarnetze erreichen schliesslich das venose System der Niere das mit Ausnahme der Glomerula und ihren afferenten und efferenten Arteriolen analog zum arteriellen System aufgebaut ist Nephron Hauptartikel Nephron Lichtmikroskopisches Schnittpraparat der Nierenrinde markiert den Harnpol s Text eines Nierenkorperchens Die Niere besteht aus zahlreichen Einheiten den Nephronen in denen der Harn gebildet wird Jede der menschlichen Nieren enthalt 1 bis 1 4 Mio Nephrone Das Nephron selbst besteht aus einem Nierenkorperchen Corpusculum renis und einem Tubulusapparat Im Nierenkorperchen befindet sich der Glomerulus auch das Glomerulum genannt ein Gefassknauel durch dessen gefensterte Kapillarwande der Primarharn abfiltriert wird Der Primarharn tritt am Harnpol siehe Abbildung aus dem Nierenkorperchen in den proximalen Tubulus und in die Henlesche Schleife uber wo er nach dem Gegenstromprinzip aufkonzentriert wird Es folgen der distale Tubulus und ein Sammelrohr Tubulus renalis colligens Glomerulus im Rasterelektronenmikroskop REM Bildbreite ca 115 µm Glomerulus im REM Bildbreite ca 22 8 µm Glomerulus mit gebrochener Kapillare im REM Bildbreite ca 11 5 µm Innenansicht des gefensterten Endothels Fenestrae im Glomerulus der Mauseniere im REM Bildbreite ca 1 1 µmEntwicklungWahrend der Embryonalentwicklung entstehen bei den Amnioten Nabeltiere drei Nierengenerationen Vorniere Pronephros Urniere Mesonephros und Nachniere Metanephros Die Vorniere ubernimmt noch keine Funktion im Embryo Diese Aufgabe wird erst von der Urniere begonnen und von der Nachniere ubernommen Das Gewebe der Nachniere wachst schliesslich zur endgultigen Niere heran Die Nachniere entsteht aus zwei Anlagen Dem metanephrogenen Blastem dem spater harnbereitenden Abschnitt und der Ureterknospe dem spater harnableitenden und die Harnmenge steuernden Abschnitt Aus Ersterem entsteht das Nierenparenchym mit den Nephronen in welche die Aste aus der Aorta einsprossen Eine Persistenz des fetalen Blastemgewebes kann zu einer Nephroblastomatose fuhren Aus der Ureterknospe entstehen der Ureter das Nierenbecken mit den Nierenkelchen die Sammelrohre sowie die an das Sammelrohr angrenzenden letzten Abschnitte des Nephrons Die Nieren erfahren aufgrund des Langenwachstums des Embryos einen Aufstieg Ascensus Dabei verlagern sie sich aus dem Bereich des Beckens nach oben Verwachsen die beiden unteren Nierenpole kann eine einzelne Hufeisenniere entstehen Bleibt der Aufstieg einer Niere aus verbleibt sie im Bereich des Beckens Beckenniere Steigt die Niere zu hoch kann sie im Brustkorb liegen intrathorakale Niere 8 Zunachst versorgen mehrere mesonephrische Arterien die Urniere von denen sich die meisten zuruckbilden und in der Regel nur eine Nierenarterien verbleibt Allerdings ist eine zweite Nierenarterien relativ haufig Von akzessorischen Nierenarterien spricht man bei einer zusatzlichen Arterie die in den Hilus mundet von einer aberranten Arterie wenn das Gefass nicht am Hilus sondern unabhangig oft an einem Pol mundet Mehr als zwei Nierenarterien konnen vorkommen sind aber sehr selten 9 FunktionFunktionen der Niere Die Niere ist an folgenden Korperfunktionen beteiligt Regulation des Wasserhaushalts des Korpers Langfristige Regulation des Blutdrucks Ausscheidung harnpflichtiger z B Harnsaure Harnstoff Kreatinin und giftiger z B Medikamente Substanzen Regulation des Saure Basen Haushalts des Korpers Der pH Wert des Blutes darf nur in einem engen Bereich schwanken da grossere Anderungen in Richtung saurer oder alkalischer Werte zum Tod fuhren Regulation des Gehalts an gelosten Elektrolyten im Blut Homoostase Natrium Kalium Calcium Magnesium Phosphat Bicarbonat Bildung von verschiedenen Hormonen Renin Enzym kurzfristige Blutdruckregulation Erythropoetin Stimulation der Blutbildung Calcitriol Vitamin D beteiligt am Calciumstoffwechsel Kinine und Prostaglandine Massgebliche Beteiligung an der Synthese von Glucose Traubenzucker als Gluconeogenese neben der Leber Messung der Nierenleistung Die Funktion der Niere kann anhand der Urinmenge der Urinkonzentration und der Konzentration der harnpflichtigen Substanzen Kreatinin Harnstoff Harnsaure Kalium im Blut abgeschatzt werden Die genaue Leistung der Nieren wird uber die renale Clearance ermittelt Hierzu gibt es verschiedene Verfahren Die renale Clearance ist ein Mass fur die Eliminierung eines Stoffes aus dem Blutplasma und damit fur die Klarfunktion der Niere Sinkt die Clearance ab nimmt also die Leistung der Niere ab spricht man von einer Niereninsuffizienz Die Inulin Clearance misst das Filtrationsvermogen der Niere Hierzu wird dem Patienten Inulin verabreicht und gemessen wie viel vom verabreichten Stoff pro Zeit wieder ausgeschieden wird Da Inulin zwar filtriert nicht aber ruckresorbiert wird ist die Inulin Clearance identisch mit der glomerularen Filtrationsrate GFR Fur den gesunden Jugendlichen liegt der Wert bei etwa 125 ml min Eine Abnahme des Wertes deutet auf eine Storung in der Nierenfunktion hin Niereninsuffizienz Mit zunehmendem Alter nimmt die GFR physiologisch auf 60 65 ml min ab Dies ist bei der Dosierung von Arzneistoffen die uber die Niere ausgeschieden werden wichtig da bei alteren Patienten wegen der geringeren GFR oft eine Verringerung der Dosis vorgenommen werden muss Die Creatinin Clearance wird wegen ihrer einfacheren Durchfuhrung in der Klinik der Inulin Clearance vorgezogen Es wird die Ausscheidung von Kreatinin gemessen die annahernd der von Inulin entspricht Die Kreatinin Plasmaspiegel deren Wert von der Muskelmasse abhangt schwanken nur wenig was diese Messung uberhaupt erst moglich macht Vorteilhaft ist weiterhin dass die Infusion die bei der Messung der Inulin Clearance erforderlich ist entfallt Bei jeder Reduktion des Herzzeitvolumens vergrossern die Tubuli kompensatorisch die Ruckresorption von Wasser mit allen darin gelosten Elektrolyten bis hin zur Oligurie oder Anurie Deswegen kann bei jeder Herzinsuffizienz und bei jeder Oligoanurie die glomerulare Filtrationsrate mit keinem Verfahren valide bestimmt werden die einzige Ausnahme ist Cystatin C Cystatin C wird in den Korperzellen konstant gebildet und in den Glomeruli frei filtriert Es wird anschliessend tubular ruckresorbiert dann aber noch in den Tubuli vollstandig zerstort Es kehrt also nicht in die Blutzirkulation zuruck Deswegen ist es ein besserer Filtrationsmarker als Kreatinin oder Harnstoff insbesondere auch bei leichter Nierenfunktionseinschrankung und bei vermehrter Muskelmasse 10 oder bei akutem Nierenversagen 11 12 Es gibt zahlreiche GFR Schatzformeln in denen nach Cystatin C gefragt wird die einfachste lautet GFR 80 Cys 13 Autoregulation der Nierendurchblutung Die treibende Kraft des Filtriervorgangs ist der in den Glomerulusgefassen des ersten Kapillarbetts herrschende Blutdruck Der systemische Blutdruck des Korpers unterliegt normalerweise im Verlauf eines Tages typischen Schwankungen ist im Schlaf niedriger bei korperlicher Anstrengung oder bei Stress hoher und kann bei bestimmten Erkrankungen andauernd erhoht sein arterielle Hypertonie Fur die Filtration in den Glomeruli ist ein hinreichender Druck notwendig gunstigenfalls nur wenig schwankend Die Niere hat selbst die Fahigkeit den Blutdruck im glomerularen Kapillarnetz auch ohne nervose Impulse zu regulieren und die glomerulare Filtrationsrate so weitgehend konstant zu halten dass sich auch starke Schwankungen des systemischen Blutdrucks kaum auswirken Man nennt diese Autoregulation der Niere den Bayliss Effekt Die Autoregulation wird lokal drucksensorisch vermittelt und erfolgt durch angepasste Anderungen der Gefassspannung bzw Gefassweite in den zu und abfuhrenden Blutgefassen des Nierenkorperchens Bei Anstieg des systemischen Blutdrucks werden die renalen Arterien enger gestellt sodass der renale Blutfluss kaum ansteigt und in den dahinterliegenden zufuhrenden afferenten Gefassen der Nierenkorperchen der Druck nicht ubermassig wird Ist der Filtrationsdruck zu niedrig so wird der Widerstand im vom Glomerulus abgehenden efferenten Gefass erhoht und zugleich im zufuhrenden gesenkt Damit kann der effektive Filtrationsdruck auch unabhangig vom renalen Blutfluss geregelt werden Im Mittel betragt der glomerulare Kapillardruck ungefahr 50 mmHg Normale Blutdruckschwankungen haben kaum Auswirkung auf die Nierendurchblutung Derart bleiben auch Schwankungen des systolischen Blutdrucks zwischen 80 und 180 mmHg ohne Einfluss auf die glomerulare Filtrationsleistung Gewissermassen uberwachen die Nieren mit ihren empfindlichen Drucksensoren den systemischen Blutdruck standig und konnen bei einem ubermassigen Abfall regulierend eingreifen vgl Blutdruckregulation der Nieren Tubuloglomerularer Feedback TGF Als tubuloglomerularen Feedback TGF bezeichnet man einen Mechanismus mit dem die Filtration eines einzelnen Nephrons in der Niere reguliert wird Der TGF postuliert ein inverses Verhalten von glomerularer Filtration und tubularer Ruckresorption und damit gewissermassen eine Proportionalitat zwischen Primarharnbildung und Urinproduktion Bei Zunahme des NaCl Gehalts im distalen Tubulus Mittelstuck kommt es uber eine Sensorfunktion der Macula densa einem Teil des juxtaglomerularen Apparats zu einer Reduktion der glomerularen Filtrationsrate desselben Nephrons Dies wird durch eine vom Mesangium vermittelte Vasokonstriktion Gefassverengung der zum Nierenkorperchen hinfuhrenden Arteriolen Vasa afferentia realisiert Genaugenommen handelt es sich hierbei um einen physiologischen Regulationsmechanismus der das Einzelnephron vor Hyperfiltration schutzen soll und bei einem akuten Nierenversagen falschlicherweise dadurch aktiviert wird dass die NaCl Resorption durch die tubulare Schadigung stark beeintrachtigt wird Dies fuhrt zu einer erhohten Flussrate im distalen Tubulus und oder zu einem erhohten NaCl Angebot im Bereich der Macula densa was schliesslich zur Auslosung des tubuloglomerularen Feedbacks fuhrt Untersuchungsmethoden der NiereKorperliche Untersuchung Betasten Beklopfen Laboruntersuchungen Urinuntersuchung Teststabchen auf Nitrit Leukozyten Eiweiss Blut Zucker etc Urinsediment Kreatinin Clearance Elektrolyte Der Urin wird auch per Inaugenscheinnahme und anhand des Geruchs beurteilt Blutuntersuchung Kreatinin Kalium Harnstoff Harnsaure Cystatin C Steinuntersuchungen Bildgebung Ultraschall Rontgen Kontrastmitteldarstellung der Niere iv Pyelogramm CT der Niere Magnetresonanztomografie der Niere Angiografie der Niere Nuklearmedizinische Verfahren Statische Nierenszintigrafie Nierenausscheidungsszintigrafie Nierenperfusionsszintigrafie histologische Untersuchungen BiopsieKrankheiten der NiereKrankhafte Veranderungen des Nierengewebes konnen bei akuter Nierenerkrankung oder chronischem Nierenversagen die Glomerula Glomerulonephritiden oder die Nierentubuli Tubulointerstitielle Nierenerkrankungen betreffen Bei Ersteren spielen mehr autoimmune Prozesse eine Rolle bei Letzteren Intoxikationen und Infektionen akut v a bakterielle Infektionen Daneben konnen beide durch autoimmune oder metabolische Systemerkrankungen mitbetroffen sein Genetisch bedingte Erkrankungen betreffen meist die Funktion der Tubuli Die verschiedenen Prozesse unterscheiden sich klinisch kaum man unterscheidet zwischen akutem und chronischem Nierenversagen bzw akuten und chronischen Glomerulonephritiden Sie fuhren unbehandelt zu Glomerulosklerose und Niereninsuffizienz mit Dialyse pflichtigkeit Es gibt auch Anlagefehler Nierentumoren Nierensteine Eine schwere Schadigung der Nieren hat andererseits Storungen der Blutdruck und Hormonregulation des Organismus zur Folge Es kommt zu renaler Hypertonie renalem Vitamin D Mangel und sekundarem Hyperparathyreoidismus bei schwerer chronischer Niereninsuffizienz zum uramischen Syndrom mit Organschaden und unter anderem Juckreiz Die Schadigungen konnen evtl durch salz und eiweissarme Ernahrung und viel Trinken verlangsamt werden oder die Dialysetherapie wird notwendig Systematik Fehlbildungen der Nieren numerische Anomalien z B fehlende oder zusatzliche Niere siehe Nierenagenesie Nierenhypoplasie Lage Fusions und Rotationsanomalien Nierenfehllagen Wanderniere gekreuzte Nierendystopie Hufeisenniere Malrotation der Nieren Fehlbildungen der Nierengefasse Fehlbildungen des Kelchsystems z B Kelchdivertikel oder die Megakalikose vererbbare oder genetisch verursachte zystische Nierenerkrankungen autosomal rezessive polyzystische Nierenerkrankung ARPKD Zystenniere autosomal dominante polyzystische Nierenerkrankung ADPKD Zystenniere juvenile Nephronophthisis medullare zystische Erkrankung kongenitales Nephrose Syndrom Fehlbildungssyndrome wie Von Hippel Lindau Syndrom Tuberose Hirnsklerose nicht vererbbare zystische Nierenerkrankungen einfache Nierenzyste parapelvine Nierenzysten benigne multilokulare Nierenzyste multizystische Nierendysplasie Markschwammniere Glomerulonephritiden Glomerulopathie Autoimmunentzundung der Nieren akut mit Nephritischem Syndrom Rapidly Progressive Glomerulonephritis postinfektiose Glomerulonephritis chronisch mit Nephrotischem Syndrom C1q Nephropathie IgA Nephritis fokal segmentale Glomerulonephritis siehe unter Nephrotisches Syndrom membranose Glomerulonephritis membranoproliferative Glomerulonephritis Typ I II und III eventuell durch ein Alport Syndrom Defekt des Typ IV Kollagens geht einher mit einer Hamaturie einem progredienten Nierenversagen und einer Innenohrschwerhorigkeit Minimal Change Glomerulonephritis tubulointerstitielle Nierenerkrankungen akut bakteriell Pyelonephritis Nierenbeckenentzundung viral Hantaviren parainfektios Streptokokken Epstein Barr Virus allergisch toxisch chronisch Analgetikanephropathie und andere Intoxikationen Uberempfindlichkeitsreaktionen Sarkoidose Systemerkrankungen mit Nierenbeteiligung Vaskulitiden autoimmune Gefassentzundungen Granulomatose mit Polyangiitis Lupus erythematodes Purpura Schonlein Henoch andere Gefassveranderungen hypertensive Nephropathie hamolytisch uramisches Syndrom HUS thrombotisch thrombozytopenische Purpura TTP metabolische Beeintrachtigungen diabetische Nephropathie Amyloidose multiples Myelom Gicht erbliche Nierenkrankheiten tubulare Funktionsstorungen Bartter Syndrom selten Fanconi Syndrom Renal tubulare Azidose Phosphatdiabetes angeborener renaler Diabetes insipidus Diabetes renalis Zystinurie Balkan Nephritis Gitelman Syndrom Morbus Fabry glomerulare Erkrankungen familiare fokal segmentale Glomerulosklerose Alport Syndrom Glomerulopathie vom Typ der dunnen BasalmembranNierensteine und Nephrokalzinose Nierenabsenkung umgangssprachlich Wanderniere Tumor bosartig Nierenzellkarzinom gutartig z B Angiomyolipom Onkozytommechanische Kompression Page Niere Syndrome akutes Nierenversagen chronisches Nierenversagen kardiorenales Syndrom hepatorenales Syndrom nephrotisches Syndrom und nephritisches Syndrom renale Hypertonie renale Anamie nephrogener Vitamin D Mangel sekundarer Hyperparathyreoidismus renale Osteodystrophie Uramie Polyurie Nykturie Polydipsie Oligurie AnurieAuswirkung des Verlusts einer NiereNach Verlust einer Niere beispielsweise nach einer Nephrektomie zum Beispiel nach einem Unfall wegen eines Hypernephroms oder zur Nierentransplantation kann die verbleibende Restniere bis zu 80 der Filtrationsleistung beider Nieren erreichen 14 Erreicht wird diese Hyperfiltration durch eine Hypertrophie der Glomeruli Dies wirkt sich uber Jahrzehnte nicht nachteilig auf die verbliebene Niere aus 14 Niere als Lebensmittel Hauptartikel Niere Lebensmittel Vor allem Schweine Kalbs und Lammernieren werden als Lebensmittel verwendet Sie werden zumeist in Form von Ragouts zubereitet LiteraturJohanna Bleker Die Geschichte der Nierenkrankheiten Mannheim 1972 Medizinhistorische Schriftenreihe der Studienreihe Boehringer Mannheim Band 2 Joachim Frey Krankheiten der Niere des Wasser und Salzhaushaltes der Harnwege und der mannlichen Geschlechtsorgane In Ludwig Heilmeyer Hrsg Lehrbuch der Inneren Medizin Springer Verlag Berlin Gottingen Heidelberg 1955 2 Auflage ebenda 1961 S 893 996 Frank H Netter Eckehard Renner Farbatlanten der Medizin Band 2 Niere und Harnwege Thieme Stuttgart 1983 ISBN 3 13 524102 5 Uwe Gille Harn und Geschlechtssystem Apparatus urogenitalis In Franz Viktor Salomon Hans Geyer Uwe Gille Hrsg Anatomie fur die Tiermedizin 2 erweiterte Auflage Enke Verlag Stuttgart 2008 ISBN 978 3 8304 1075 1 A Werner Mondorf Jurgen E Scherberich Die normale Niere Bildatlas Vieweg Verlag Wiesbaden Braunschweig 1986 ISBN 3 528 07926 6 Handbuch der inneren Medizin 1 Auflage Band 3 2 Teile Autoren Karl Kissling Julius Strasburger Friedrich Umber Franz Volhard Teil 2 Mundhohle und Speiserohre Magen Darm Peritoneum Nieren Nierenbecken und Harnleiter 1918 S 187 1911 mit 245 teils farbigen Abbildungen und drei farbigen Tafeln darin Die doppelseitigen hamatogenen Nierenerkrankungen Bright sche Krankheit von Franz Volhard davon erschien 1918 ein Separatdruck VIII 576 Seiten mit 24 meist farbigen Abbildungen und 8 farbigen Tafeln Nachdruck ISBN 978 3 662 42272 4 Handbuch der inneren Medizin 2 Auflage Band 6 2 Teile Nieren und ableitende Harnwege bearbeitet von Franz Volhard und Friedrich Suter Berlin 1931 Teil 1 Allgemeiner Teil von Kapitel I Die doppelseitigen hamatogenen Nierenerkrankungen bis Kapitel VII Geschichte und Einteilung der hamatogenen Nierenerkrankungen von Franz Volhard XIV 1024 Seiten Teil 2 Besonderer Teil von Kapitel VIII Die Nephrosen die primaren Parenchym und Mesenchymdegenerationen bis Kapitel XI Die Sklerosen von Franz Volhard Die ein und beidseitig auftretenden Nierenkrankheiten sog chirurgische Nierenaffektionen und Erkrankungen der Blase der Prostata der Hoden und Nebenhoden der Samenblasen Funktionelle Sexualstorungen von Friedrich Suter Nachdruck ISBN 978 3 662 42701 9 Seite 1025 2148Handbuch der inneren Medizin 4 Auflage Band 8 Nieren und ableitende Harnwege Die hamatogenen Nierenerkrankungen die ein und beidseitig auftretenden Nierenkrankheiten Erkrankungen der Blase der Prostata der Hoden und Nebenhoden der Samenblasen Funktionelle Sexualstorungen bearbeitet von Walter Frey und Friedrich Suter Berlin Gottingen Heidelberg 1951 XII 1168 SeitenHandbuch der inneren Medizin 5 Auflage Band 8 Nierenkrankheiten 3 Teile 1968 herausgegeben von Herbert Schwiegk Teil 1 bearbeitet von Eberhard Buchborn Karel Capek Peter Deetjen J Eigler Konrad Federlin Robert Heintz J Heller Hans Jesserer Arnold Kleinschmidt Friedrich Kruck J Martinek Ernst Friedrich Pfeiffer Roland Richterich Gerhard Riecker Klaus Thurau F Wahlig H Wirz Hans Ulrich Zollinger XX 1192 Seiten Teil 2 bearbeitet von Heinrich Berning Eberhard Buchborn Paul Theodor Cottier H Edel Volker Friedberg Franz Gross Konrad Hugo Jarausch H M Keller Reinhold Kluthe Friedrich Linneweh Hellmut Nieth Francois Reubi Hans Joachim Sarre W Teller K G Thiele XX 1084 Seiten Teil 3 bearbeitet von Nils Alwall Friedrich Arnholdt D Beck Horst Bickel Alexis Labhart Friedrich Linneweh Heinz Losse Gustav Adolf Martini Erich Matouschek J Moeller Eberhard Ritz Walter Scheitlin Egbert Schmiedt Walter Siegenthaler Nepomuk Zollner XVI 896 SeitenWeblinks Commons Nieren Sammlung von Bildern Videos und Audiodateien Wikibooks Niere Lern und Lehrmaterialien Wiktionary Niere Bedeutungserklarungen Wortherkunft Synonyme Ubersetzungen Unifr ch Ausfuhrliche Beschreibung des Harnapparates Memento vom 16 November 2010 im Internet Archive Elektronenmikroskopische AbbildungenEinzelnachweise Karl Julius Ullrich Klaus Hierholzer Hrsg Normale und pathologische Funktionen des Nierentubulus Verlag Hans Huber Bern 1965 466 Seiten Alle diese drei deutschen Begriffe finden sich nicht in den modernen nephrologischen Lehrbuchern kaum in den einschlagigen medizinischen Worterbuchern und auch nicht im 228 seitigen Sachverzeichnis am Ende des dreiteiligen Nierenbandes im Handbuch der inneren Medizin 5 Auflage 8 Band 3 Teil Springer Verlag Berlin Heidelberg New York 1968 drei Teile mit 3228 Seiten Quellen fur Nierenkanalchen Peter Reuter Springer Klinisches Worterbuch 2007 2008 Heidelberg 2007 ISBN 978 3 540 34601 2 S 1294 Nierenkrebs geht oft von den Tubuli oder Nierenkanalchen aus Zitat Apotheken Umschau Online Ausgabe aktualisiert am 17 Mai 2018 Quellen fur Nierenknauelchen Joseph Julius Czermak Uber die Nierenknauelchen Isis 1836 S 783 Medicinische Jahrbucher des kaiserlich koniglichen osterreichischen Staates 32 Band Wien 1840 S 557 Theodor Fahr Harnorgane Mannliche Geschlechtsorgane 1 Teil Verlag von Julius Springer Berlin 1925 ISBN 978 3 7091 3039 1 S 17 Dieter Vaitl Hrsg Essentielle Hypertonie Springer Verlag Berlin Heidelberg 1982 ISBN 978 3 540 10975 4 S 41 Ergebnisse der inneren Medizin und Kinderheilkunde 35 Band Verlag von Julius Springer Berlin 1929 S 471 Kenneth A Anderson Hrsg Springer Lexikon Pflege 2 Auflage 2 Band Springer Verlag Berlin Heidelberg 2002 ISBN 978 3 662 01100 3 S 384 doi 10 1007 978 3 662 01099 0 Rheinische Post online NRW Wissenschaftspreis fur Kolner Nierenexperten 3 Mai 2018 Heiner Fangerau Stefan Schulz Thorsten Noack Irmgard Muller Medizinische Terminologie 6 Auflage Lehmanns Media Berlin 2017 ISBN 978 3 86541 934 7 S 69 Quellen fur Nierenkorperchen Gunter Thiele Handlexikon der Medizin Verlag Urban amp Schwarzenberg Munchen Wien Baltimore ohne Jahr 1980 Teil III L R S 1734 Willibald Pschyrembel Klinisches Worterbuch 268 Auflage Verlag Walter de Gruyter Berlin Boston 2020 ISBN 978 3 11 068325 7 S 1230 mit Verweisung auf das Malpighi Korperchen Duden Das Worterbuch medizinischer Fachausdrucke 4 Auflage Bibliographisches Institut Mannheim Wien Zurich 1985 ISBN 3 411 02426 7 S 482 mit Verweisung auf die Corpuscula renis Johanna Bleker Die Geschichte der Nierenkrankheiten Boehringer Mannheim Mannheim 1972 S 15 Benannt nach dem rumanischen Anatomen Dimitrie Gerota Reinhard Hildebrand Bertin Exupere Joseph In Werner E Gerabek Bernhard D Haage Gundolf Keil Wolfgang Wegner Hrsg Enzyklopadie Medizingeschichte De Gruyter Berlin New York 2005 ISBN 3 11 015714 4 S 170 Wolfram F Neiss Zur Entstehungsgeschichte der Untersuchungen uber Bau und Entwicklung der Niere 1909 Ein Handschreiben Karl Peters an Philipp Stohr sen In Wurzburger medizinhistorische Mitteilungen Band 6 1988 S 293 300 hier S 293 und 297 f Harrisons Innere Medizin 19 Auflage McGraw Hill Berlin 2016 ISBN 978 3 88624 560 4 elektronisches Kapitel 332e Hyewon Hahn et al Quiz Page January 2009 Retrocardiac Mass Identified at Birth In American Journal of Kidney Diseases Nr 53 2009 S A27 A28 Artikel Sahib J Tuteja Bence Forgacs Multiple renal arteries In New England Journal of Medicine Band 381 Nr 9 vom 29 August 2019 S 862 DOI 10 1056 NEJMicm1902894 Alessandra Calabria Baxmann u a Influence of Muscle Mass and Physical Activity on Serum and Urinary Creatinine and Serum Cystatin C In Clinical Journal of the American Society of Nephrology Nr 3 2008 S 348 354 cjasn asnjournals org M Mussap M Plebani Biochemistry and clinical role of human cystatin C In Critical Reviews in Clinical Laboratory Sciences Nr 41 5 6 2004 S 467 550 PMID 15603510 O F Laterza u a Cystatin C An Improved Estimator of Glomerular Filtration Rate In Clinical Chemistry Nr 48 2002 S 699 707 clinchem org Abstract Willibald Pschyrembel Klinisches Worterbuch 267 Auflage De Gruyter Berlin Boston 2017 ISBN 978 3 11 049497 6 S 343 a b Ulrich Welsch Wolfgang Kummer Thomas Deller Lehrbuch Histologie 4 Auflage Elsevier Urban amp Fischer Munchen u a 2015 ISBN 978 3 437 44433 3 S 457 Normdaten Sachbegriff GND 4042270 7 OGND AKS Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Niere amp oldid 215929380, wikipedia, wiki, deutsches

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