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Motte (Burg)

Eine Motte (französisch motte „Klumpen“, „Erdsode“; Aussprache „mott“) ist ein vorwiegend in Holzbauweise errichteter mittelalterlicher Burgtyp, dessen Hauptmerkmal ein künstlich angelegter Erdhügel mit einem meist turmförmigen Gebäude ist. Weitere deutsche Bezeichnungen sind Turmhügelburg, Erdhügelburg und Erdkegelburg.

Früher Rekonstruktionsversuch eines château à motte von A. de Caumont, 19. Jahrhundert

Die Erforschung des Burgtyps begann in den 1830er Jahren der französische Archäologe Arcisse de Caumont, der ihn als château à motte bezeichnete. Mit motte ist dabei der charakteristische Erdhügel gemeint. Die überlieferte lateinische Bezeichnung dafür ist mota. Der deutsche Burgenforscher Otto Piper übernahm später die Bezeichnung „Motte“ aus dem Französischen, die im heutigen deutschen Sprachgebrauch sowohl den Erdhügel als auch pars pro toto die Burganlage als Ganzes bezeichnet. Carl Schuchhardt hingegen bezeichnete den Hügel als Turmhügel und den entsprechenden Burgtyp als Turmhügelburg. Teilweise wird auch vorgeschlagen, die Motte als künstlich aufgeworfenen Hügel und die Turmhügelburg als Anlage auf einer künstlich überhöhten natürlichen Erhebung zu bezeichnen. Letzteres wird in Österreich auch als Hausberg bzw. Hausberganlage bezeichnet. Alle diese Begriffe sind aber konstruktive Bezeichnungen der Burgenforschung, keine zeitgenössischen des Mittelalters. Regional gibt es weitere unterschiedliche Bezeichnungen für den Turmhügel, wie beispielsweise Bühl, Borwall oder Wal.

Der Typus der Motte findet sich am häufigsten bei Niederungsburgen im Flachland, bisweilen auch in hügeligen Regionen, im Gegensatz zu den Höhenburgen in Mittel- oder Hochgebirgen. Unter einer Turmburg kann man den Oberbegriff verstehen, der sowohl ebenerdige Turmburgen als auch Turmhügelburgen umfasst, wobei Motten solche Turmhügelburgen sind, deren Hügel ganz oder größtenteils künstlich aufgeschüttet wurden. Die mottentypische Umgebung war sumpfig oder von Gewässern durchzogen.

Kernburg im Zentrum der Vorburg, Rekonstruktion la Tusque von Viollet-le-Duc (19. Jahrhundert)

Die Motte besteht in der Regel aus zwei Bereichen: der auf einem künstlichen Erdhügel errichteten Kernburg oder Hochburg sowie einer oder mehrerer Vorburgen. Die Unterscheidung dieser beiden Bereiche ist zunächst eine rein formale, von der Funktion her musste der auf dem Erdhügel gelegene Teil nicht zwangsläufig die Hauptburg darstellen. Beide Bereiche sind jeweils durch eigene Gräben und Wälle oder Palisaden geschützt und oftmals nach dem Prinzip der Abschnittsverteidigung hintereinander gegliedert, wobei die Kernburg dann den letzten Verteidigungsabschnitt darstellt. Vorburg und Kernburg können in verschiedener Weise einander zugeordnet sein. Bei der einteiligen Anlage befindet sich der Turmhügel der Kernburg inmitten der Vorburg, die somit die Kernburg ringförmig umschließt. Bei mehrteiligen Anlagen sind die Areale von Vorburg und Kernburg neben- beziehungsweise hintereinander angeordnet. Eine seltene Sonderform sind die sogenannten Doppelmotten, die über zwei Turmhügel verfügen (ein Beispiel dafür ist Eriksvold auf Lolland in Dänemark).

In einigen Fällen kommen Motten ohne Vorburg vor. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn das Hügelplateau der Kernburg so geräumig ist, dass alle Wirtschaftsgebäude, die normalerweise in der Vorburg untergebracht sind, dort Platz finden; ein Beispiel dafür ist die Luccaburg in Niedersachsen. In anderen Fällen konnte der zugehörige Wirtschaftshof von der Burg weiter entfernt sein, so dass er mit dieser keine bauliche Einheit bildete. Auch kleinere militärische Stützpunkte oder Wachposten konnten in der Bauform einer Motte errichtet sein; hier handelte es sich jedoch nicht um vollständige Burgen.

Kernburg

Kernburg der Turmhügelburg Lütjenburg: Erdhügel mit Palisade, Holzturm und Zugangsbrücke (Rekonstruktion)
Bachritterburg Kanzach, Wohnturm auf einer niedrigen Motte, daran anschließend die Wirtschaftsgebäude der Vorburg (Rekonstruktion)

Die Kernburg (Hochburg) besteht aus dem künstlich errichteten Erdhügel (Turmhügel, manchmal auch Burghügel genannt), also aus der Motte im engeren, eigentlichen Sinne, und den darauf errichteten Bauten.

Erdhügel

In Niederungslagen wurde bei der Anlage der Kernburg ein Ringgraben ausgehoben und der Grabenaushub in der Mitte aufgeschichtet. Die so entstehende Motte konnte mit weiterem herbeitransportierten Erdmaterial erhöht werden, in manchen Fällen fand eine solche Erhöhung erst in einer späteren Bauphase statt. Idealerweise entstanden dabei kleine, aber sehr steile Hügel, die nicht leicht gestürmt werden konnten, während sich die Besatzung im Turm mit Pfeil und Bogen verteidigte. In der Forschung werden Motten anhand der dabei erreichten Höhe des Hügels kategorisiert, ab einer Höhe von fünf Metern spricht man von einer Hochmotte. Eine genauere Untergliederung unterscheidet drei Kategorien:

  • Großmotten über zehn Meter Höhe
  • Motten von fünf bis zehn Meter Höhe (die Mehrzahl der erhaltenen Hügel fällt in diese Kategorie)
  • Kleinmotten unter fünf Meter Höhe

Typisch ist ein Durchmesser von 20 bis 30 Metern; Turmhügel mit einem größeren Durchmesser hatten meist eine geringere Höhe. Die Bauzeiten konnten bei einfachen Anlagen sehr kurz sein: eine kleine Turmhügelburg war nach Quellenangaben in etwa 10 Tagen bezugsfertig. Die Baumaterialien Holz und Erde waren überall schnell verfügbar (beispielsweise durch Rodung) und konnten rasch verarbeitet werden. Der Erdhügel konnte aber auch sorgfältig aus unterschiedlichem Schüttmaterial aufgeschichtet werden, um eine höhere Stabilität zu bekommen. Natürliche Felsklötze oder Geländeerhebungen wurden bei entsprechender Gelegenheit gerne in den künstlichen Hügel einbezogen. Motten in Höhenlagen wurden aus einem Hang, einer Hügelkuppe oder einem Bergsporn herausgearbeitet, das vorhandene Erdreich wurde abgesteilt und durch Aufschüttung ergänzt, so dass wie bei den Motten in Niederungslagen eine kompakte und tendenziell gleichmäßige, steile Hügelform entstand. Man spricht dann von Höhenmotten oder Bergmotten. In einigen Fällen wurden auch frühgeschichtliche Grabhügel und ähnliche Anlagen umgenutzt.

Sichtbares Schüttmaterial bei einer Motte in Ungarn

Beim Grundriss ist eine kreisrunde Form für die Motte charakteristisch, der sich darüber erhebende Erdhügel hat meist die Form eines Kegelstumpfs oder ist konvex gewölbt. Die Hänge sind relativ steil und mittels Grassoden gegen Erosion geschützt. Es kommen jedoch auch viereckige, ovale und polygonale Hügelformen vor.

Das auf dem Erdhügel angelegte Plateau war von einer Palisade umgeben, die ausgestattet mit einem Wehrgang und hölzernen Zinnen auch der aktiven Verteidigung dienen konnte. Bei kleineren Turmhügelburgen wird die Plattform oft auch nur von einem einfachen Weidenflechtzaun umgeben, der passiven Schutz vor Eindringlingen oder wilden Tieren bot. Die Palisaden oder Zäune wurden bei einigen Burgen in späteren Bauphasen durch steinerne Wehrmauern ersetzt. Auch am Fuß konnte die Motte von einer Palisade oder einer hölzernen Stützwand umgeben sein, die das Erdwerk gegen den Wassergraben abstützte.

Der Zugang zum Hügelplateau erfolgte häufig über eine hölzerne Brücke oder Rampe, die den Ringgraben überspannte und weiter hinauf bis zum Eingangstor (oder zum Torhaus) in der Palisade führte. Diese Konstruktionsweise ist auf dem Teppich von Bayeux mehrfach abgebildet. Statt einer Rampe konnte auch eine in den Hang gebaute Treppe zum Hügelplateau hinaufführen. Zugbrücken fanden erst im Spätmittelalter weitere Verbreitung.

Bei der Mehrzahl der mitteleuropäischen Motten sind nur noch die Turmhügel erhalten, sie wurden später teilweise für die Anlage von Kapellen oder Kalvarienbergen weitergenutzt.

Turm oder Haupthaus

Rekonstruierter hölzerner Turm der Motte Saint Sylvain, Frankreich

Die Mitte der Hügelplattform wird von einem Hauptgebäude eingenommen, oft handelt es sich dabei um einen Turm. War er als Wohnturm eingerichtet, enthielt er die Wohnung des Burgherrn und konnte, je nach dessen Stellung, entsprechend aufwändig und repräsentativ ausgestaltet sein. Abgeschlossen wurde der Turm wohl meist von einer offenen oder überdachten Wehrplattform. In seiner Doppelfunktion als Wohn- und Wehrturm ist dieser Bau ein Vorläufer des Donjons oder Keeps. Es gab in manchen Fällen jedoch auch reine Wach- und Wehrtürme auf Motten, wenn das Wohngebäude des Burgherrn an anderer Stelle (z. B. in der Vorburg) errichtet war. Ein Beispiel ist die Burg Grimbosque im Département Calvados (Nordfrankreich). Hier kann die Funktion des Turmes der des mitteleuropäischen Bergfrieds entsprechen.

Bei den frühen Motten war der Turm, wie die übrigen Bauten dieser Burgform, meist vollständig aus Holz in Block- oder Ständerbauweise (Fachwerk) errichtet. Eine Rekonstruktion dieser frühen Bauform ist im Geschichtspark Bärnau-Tachov zu besichtigen. Im Spätmittelalter verbreitete sich dann die Rähmbauweise mit Lehmausfachung. Wegen des hohen Alters der Burganlagen haben die hölzernen Aufbauten die Zeiten nicht überdauert. In jüngster Zeit sind einige Rekonstruktionen entstanden (Kanzach, Lütjenburg, Ulster History Park u. a.).

Später bestand der Turm oft aus einem steinernen Turmschaft, der größere Höhe ermöglichte und besseren Schutz gegen Brandpfeile bot, wobei oft ein auskragendes Obergeschoss, oder mehrere, in Fachwerkbauweise aufsaßen. Nicht selten wurde zuerst der Turmbau errichtet und dann der Hügel angeschüttet, der Turm wurde also „eingemottet“. Die Untergeschosse steckten dann im Hügel und dienten als Kellerräume, so etwa bei der Burg Luttelnau. Dies geschah vor allem aus statischen Gründen, wegen der besseren Standfestigkeit, möglicherweise aber auch als zusätzliches Annäherungshindernis oder wegen des optischen Eindrucks höherer Wehrhaftigkeit.

Bei dem Bauwerk auf der Motte musste es sich nicht zwangsläufig um einen Turm handeln, der Platz konnte auch von einem Haus eingenommen werden (siehe auch: Festes Haus). Erhaltene längsrechteckige Grundrisse legen in einigen Fällen die Anlage eines Saalbaus nahe, in anderen Fällen spricht die geringe Stärke mancher Pfostenüberreste für ein höchstens zweigeschossiges Gebäude. Neben dem Turm oder Haupthaus fanden bei größeren Motten auch weitere Nebengebäude auf dem Hügelplateau Platz, freistehend oder an die umgebende Palisade oder Ringmauer angelehnt. Ein eigener Brunnen konnte die Kernburg mit Wasser versorgen.

Vorburg

Die Vorburg oder Niederburg ist bei den meisten Motten ein wesentlicher Bestandteil der Gesamtanlage. In der englischsprachigen Forschung wird der Burgtyp deshalb auch zusammenfassend als motte and bailey bezeichnet, wobei bailey einen eingefriedeten Hof (in diesem Fall also das Areal der Vorburg) bezeichnet. Die Vorburg ist oft von einem eigenen Burggraben (zum Beispiel einem Sohl- oder Spitzgraben) umgeben, vom Turm selbst manchmal durch einen Halsgraben oder Abschnittsgraben getrennt, und war, wie der Turm selbst, meist durch eine Palisade (die auf einem Ringwall stehen kann), durch Ringmauern, Flechtwerkzäune, Wehranpflanzungen (Wallhecke, Gebück, Hag, Verhau), oder durch eine Kombination dieser Elemente eigenständig gesichert und sicherte damit zugleich das Vorfeld. Nach dem Prinzip der Abschnittsverteidigung konnten in die Vorburg eingedrungene Feinde dann von der auf dem Turmhügel gelegenen Befestigung aus bekämpft werden. Das Areal kann auch auf einer eigenen Erdaufschüttung (niedriger als der Turmhügel) angelegt sein. Die Umwallung der Vorburg entspricht in einigen Fällen dem Typus der Wallburgen.

Die Grundrissform der Vorburg wird durch ihr räumliches Verhältnis zum Turmhügel bestimmt. Einige Motten verfügten über mehrere, durch eigene Gräben und Wälle voneinander getrennte Vorburgen. Der in die Fläche der Vorburg einschneidende oder auf ihrem Wall aufsitzende Turmhügel führt häufig zu halbmond- bis zungenförmigen Grundrissen, aber auch runde, ovale, drei- oder rechteckige sowie polygonale Formen sind anzutreffen. In manchen Fällen trennt der Turmhügel die Vorburg in zwei Bereiche, beispielsweise bei der englischen Königsburg Windsor Castle.

Die Vorburg umfasst meist eine deutlich größere Fläche als die Hügelplattform der Kernburg. Sie bot Platz für Wirtschaftsgebäude, Gesindewohnungen, Scheunen, Vieh- und Pferdeställe, die fester Bestandteil des bäuerlichen Betriebs einer mittelalterlichen Burg waren. Doch auch das Wohngebäude des Burgherrn und seiner Familie konnte in der Vorburg untergebracht sein. Wenn auf dem Turmhügel nur ein Wehrturm stand, bildete die Vorburg somit das eigentliche Zentrum der Burganlage. In einigen Fällen ist der Bereich der Vorburg der ältere Teil der Burg. So wurde beim sogenannten Husterknupp bei Grevenbroich, der Burg der Herren von Hochstaden, eine Flachsiedlung Mitte des 10. Jahrhunderts durch einen Turmhügel erweitert, zu Beginn des 11. Jahrhunderts unter Einbezug der Vorburg eine Hochmotte errichtet und nach Zerstörung um 1250 eine steinerne Burg erbaut.

Während in Frankreich und England auch Burgen im Besitz des Königs oder des Hochadels in der Bauform der Motte errichtet worden sind, handelte es sich bei den meisten Turmhügelburgen in Mitteleuropa um den ständigen Wohnsitz eines Angehörigen des niederen Adels und seiner Familie. Oft finden sich in unmittelbarer Nähe größerer Burganlagen mächtiger Feudalherren kleine Turmhügel als ehemalige Sitze des abhängigen Dienstadels. Diese Turmhügel gehen auf ältere Vorgängerburgen zurück oder wurden zum Schutz der Baustelle der neuen Burg angelegt. So liegt etwa 100 m neben der Stammburg der bayerischen Wittelsbacher bei Oberwittelsbach eine dieser Kleinburgen. Oft sind Motten entlang von Fernstraßen oder Flussläufen errichtet worden, doch war nicht jede solche Anlage mit dem Recht von Zoll und Geleit ausgestattet, welches als Lehen oder Pfand des Reiches oder eines Landesherrn von burgsässigen Grundherren ausgeübt wurde (siehe: Zollburg).

Eingemottetes Steinhaus bei Doué-la-Fontaine

Die Entwicklung der Motte wich von den großräumigen germanischen Verteidigungsanlagen in Form einer Wallburg mit mauer- oder holzgestützten Wällen und Palisaden ab und unterscheidet sich auch von den römischen Wachtürmen. Die ersten Motten entstanden zwischen 900 und 1000 n. Chr. Vereinzelt wurden auch ältere Steinbauten „eingemottet“, d. h. mit einem nachträglich angeschütteten Erdhügel umgeben, so etwa ein in karolingischer Zeit um 900 errichtetes steinernes Festes Haus in Doué-la-Fontaine (Département Maine-et-Loire, Frankreich), das nach einem Brand um 940 mindestens zweigeschossig aufgestockt wurde und dann um 1000 zusätzlich noch im bisherigen Erdgeschossbereich von einem angeschütteten Erdwall umgeben (und verdeckt) wurde; dies ist heute deutlich zu erkennen, da der Hügel im ursprünglichen Eingangsbereich inzwischen wieder abgetragen ist, wobei ein älteres Tor zum Vorschein kam.

Die meisten Motten wurden im 11. bis 13. Jahrhundert neu angelegt, nicht selten allerdings im Bereich älterer Fronhöfe, die zuvor kaum befestigt gewesen waren. Die Ursprünge des Bautyps liegen vermutlich im normannischen Seinegebiet Westfrankreichs; Motten sind von Irland bis nach Ostpolen anzutreffen. In einigen Teilen Europas sind Motten bis ins frühe 15. Jahrhundert errichtet worden. Die meisten Motten in Mitteleuropa waren ein Machtsymbol des neu entstandenen niederen Dienstadels der Ministerialen. Viele Niederungsburgen vom Motten-Typ wurden seit dem 13. Jahrhundert aufgegeben oder durch besser befestigte steinerne Bauformen ersetzt. Nach Einführung des Backsteins im 13. Jahrhundert wurden auch in natursteinarmen Niederungsgebieten anstelle der hölzernen Motten zunehmend Wohntürme oder Wasserburgen aus Mauerwerk errichtet. Sofern die Grundherrschaft mit den abgabe- und frondienstpflichtigen Hintersassen fortbestand, blieben die Wirtschaftshöfe in aller Regel erhalten und es entstanden neuere Herrenhäuser; infolge von Zerstörung oder von Umstrukturierung bzw. Verlagerung der Herrschaft wurden Anlagen aber oft auch komplett aufgegeben und verlassen.

Historische Beschreibung

Motte auf dem Teppich von Bayeux (Burg Dinan)

Die wichtigste bildliche Überlieferung zur hochmittelalterlichen Motte stellt der Teppich von Bayeux dar, der die normannische Eroberung Englands im Jahre 1066 zeigt. Hier sind mehrere Turmhügelburgen abgebildet und teilweise namentlich gekennzeichnet. Da die Darstellung nur bedingt realistisch ist und einen Hang zum Ornamentalen hat, ist die Interpretation einzelner Details nicht sicher, aber es lassen sich einige gemeinsame Merkmale erkennen. Die dargestellten Turmhügel haben eine kuppelförmige Gestalt und sind an ihrem Fuß von einem kleineren Wall oder einer Mauer umgeben. Die Holzbauten auf den Hügelplateaus sind unterschiedlich gestaltet, gemeinsam ist ihnen die Aufgliederung in eine umgebende, mit Wehrgängen ausgestattete Palisade (die teilweise durch angegliederte Bauten erweitert ist) und einen turmartigen Bau im Zentrum. Deutlich zu erkennen ist auch die lange Rampe oder Treppe, die vom Fuß des Hügels zum Wehrbau hinaufführt. Abgebildet ist unter anderem der Bau der Burg von Hastings durch die Normannen, hier ist zu sehen, wie Männer mit Schaufeln den Erdhügel aufschütten. Besonders detailliert ist auch die Motte von Dinan in der Bretagne dargestellt, die von den Kriegern Wilhelm des Eroberers angegriffen wird, welche unter anderem dabei sind, die Holzbauten in Brand zu setzen.

Eine schriftliche Überlieferung dieses Burgentypus liefert die Beschreibung der Burg Merchem zwischen Diksmuide und Ypern in folgender Weise:

„Es ist Brauch der Reichen und der Edelleute, .. einen möglichst hohen Erdhügel aufzuwerfen, ihn an seinem Fuße mit einem breiten und tiefen Graben zu umziehen und an seinem inneren Rande eine mauerartige starke Palisadenwand zu errichten und zwar womöglich mit Türmen. In der Mitte … oben auf dem Hügel, erbauen sie dann ein Haus oder einen Turm, zu dessen Pforte man nicht anders als auf einer Brücke gelangen kann, die am äußeren Grabenrande beginnend, den Graben überschreitet.“

Deutschland

Turmhügelburg Attendorn, Wohnturm mit angegliedertem Wirtschaftshof
Stadt Damgarten mit der Motte „Jaromarsturm“ im Jahre 1615

Im Gebiet des heutigen Deutschlands wurden die meisten Motten als Sitze des niederen Adels zugunsten von größeren und massiveren Burganlagen rasch wieder aufgegeben. Daher sind noch viele Erdwerke dieser frühen, kleinräumigen Befestigungsanlagen gut erhalten. Den Motten ähnelnde, jedoch als Pfahlbauten in Gewässern errichtete Verteidigungsbauten waren die Kemladen im Ostseeraum.

Verbreitung

In manchen Landstrichen kommen diese Zeugnisse früher Ritterkultur in einer hohen Flächendichte vor. So finden sich im Grenzgebiet zwischen Oberbayern und Bayerisch-Schwaben zahlreiche Beispiele kleinerer und größerer Motten. Eine dieser Anlagen ist mitsamt der Vorburg in Kissing bei Augsburg zu besichtigen (Burgstall Kissing). An Stelle des Turmes erhebt sich heute eine Wallfahrtskapelle.

Im steinarmen Schleswig-Holstein waren Motten bis ins 15. Jahrhundert weit verbreitet, so auch an der Stülper Huk. Allein im Kreis Plön, im Grenzgebiet zwischen den Wagriern und der Grafschaft Holstein, wurden 45 Turmhügel unter Denkmalschutz gestellt.

In Mecklenburg-Vorpommern stammen die Turmhügel überwiegend aus der Zeit der deutschen Ostexpansion in die ehemals slawischen Gebiete. Zwischen 1200 und 1300 ist die Hauptbestandszeit der Turmhügelburgen. Bislang sind 463 offiziell registriert (Stand ca. 2003). Man findet diese Turmhügel meistens gut erhalten in der unmittelbaren Nähe der späteren Gutsanlagen (Herrenhäuser). Sie wurden später in die Anlage der Gutsparks als Gestaltungselemente übernommen. Sie haben in der Regel einen kleinen Durchmesser und eine Höhe von fünf bis zehn Meter, sind mit einem Außengraben, einem Vorwall, einem Hauptgraben (meistens mit Wasser gefüllt) und dem Kernhügel versehen. Palisaden auf dem Außenwall sind anzunehmen, aber meistens nicht mehr nachweisbar. Der Burg-, Wohn- und Wehrturm wurde in der Regel aus Holz auf einem Feldsteinfundament errichtet. Außer den Feldsteinfundamenten lässt sich heute der Bau kaum noch nachweisen.

In Deutschland ist die Erforschung dieser Frühform der Adelsburg zumindest im Bereich Ostdeutschlands relativ abgeschlossen, weil sie kleinförmig, im Erdbau gut erhalten sind und nur als kurzzeitige Übergangsform zu werten sind. Archäologische Grabungen bringen in der Regel kaum noch verwertbare Ergebnisse.

  • Vom Mottenhügel der Burg Berge leitet sich ein Landesname ab: Das Herzogtum Berg und sein Bergisches Land

  • Typischer Turmhügel in Schmoldow in Vorpommern – Wall, Graben mit Wasser, Turmhügel

  • Kleiner Turmhügel im Wassergraben ohne Wall – Züssow in Vorpommern

  • Burgstall Kissing: Der Turmhügel mit der Kapelle aus dem 17. Jahrhundert

Rekonstruktionen

Es gibt etliche Projekte, bei denen Burganlagen für Besucher entweder wiederhergestellt oder an beliebigem Ort völlig neu gestaltet werden, etwa der freie Nachbau einer Turmhügelburg samt Vorburg im ostholsteinischen Lütjenburg. Die Bachritterburg Kanzach ist der Nachbau eines Adelssitzes in Baden-Württemberg. Im Geschichtspark Bärnau-Tachov ist die erste Rekonstruktion in einer sehr frühen Zeitstellung um das Jahr 1000 zu sehen. Die Rekonstruktion einer mittelalterlichen Motte ist Anfang 2013 aus dem LWL-Museum für Archäologie in Herne ins westfälische Neuenrade umgesetzt worden. Auch in Saint-Sylvain-d’Anjou (im Département Maine-et-Loire, Frankreich) und in Oostkapelle (Niederlande) sind Rekonstruktionen zu sehen.

Freie „Nachempfindungen“ sind von einer objektgebundenen Rekonstruktion zu unterscheiden. Letztere beruht auf einem teilweise erhaltenen (meist nur ergrabenen) Objekt, ergänzt durch Vergleichsobjekte und Quellenmaterial. Die freie „Rekonstruktion“ hingegen basiert ausschließlich auf Analogien zu verschiedenen Vorbildern sowie auf Quellenkenntnis. „Sie fußt damit nicht auf einem ursprünglich real existierenden Sachzusammenhang nur eines Objektes in seinem gestalterischen, räumlichen, sozialen oder zeitlichen Kontext.“ Die „freie Rekonstruktion“ stößt, trotz touristischer Erfolge sowie politischer und medialer Unterstützung, teilweise auch auf Kritik („Staffagebauten“ für „Living-History-Demonstrationen“), insbesondere vor dem Hintergrund oft mangelnder finanzieller Ressourcen für die Sicherung, Erhaltung oder Erforschung authentischer Bauten. Die Befürworter berufen sich – neben touristischer Standortwerbung – auf die Vermittlung der „Alltagsgeschichte“ des Mittelalters für ein breites Publikum.

Österreich

Leeberg in Pettendorf (Gemeinde Hausleiten): Hügelgrab am Wagram aus der Hallstattzeit. Im Mittelalter Hausberg mit Wehranlage

In Österreich hat die „Hausbergforschung“ schon eine jahrzehntelange Tradition. Niederösterreich ist zweifellos das Bundesland mit den meisten Hausbergen in Österreich; eine höhere Präsenz zeigen derartige Anlagen im mittleren Weinviertel, während sie im Waldviertel, im Mostviertel und im südlichen Niederösterreich deutlich zurücktreten.

Die Bezeichnung „Hausberg“ stammt aus der Burgenforschung; Burgen wurden bis zum 13. Jahrhundert überwiegend als hûs bezeichnet. Unter dem Begriff Hausberg wird eine sehr heterogene Gruppe von Befestigungsanlagen zusammengefasst. „Hausberge“ sind Burganlagen, die den Motten insofern ähneln, als sie in vielen Fällen ein aufgeschüttetes Kernwerk und auch eine symmetrische Gestaltung zeigen. Der Begriff „Hausberg“ wurde so formuliert: „Die Urform dieser Erdwerke bildet ein von Wall und Graben umgebener, künstlich aufgeworfener oder aus dem Boden geschnittener Hügel, der die Gestalt eines Kegel- oder Pyramidenstumpfes hat und das feste Haus trägt.“ In der Regel liegen hier künstliche Überhöhungen von natürlichen Hügelspornen in eher flacher Umgebung vor. Daneben gibt es für einige Anlagen noch den Ausdruck Wasen – was etymologisch mit „Rasen“ zusammenhängt und solcherart vielleicht der Ursprungsbedeutung des Wortes Motte verwandt ist.

Das Burgenformat „Hausberg“ geht in Niederösterreich forschungsgeschichtlich über das hinaus, was als „Motte“ definiert wird. Das hängt vor allem damit zusammen, dass die „reine“ Motte in Landschaften existiert, die wenig bis gar keine Erhebungen aufweisen. Die Hausberge vor allem im Weinviertel nützen meist vorhandene Höhen bzw. Spornlagen und bauen diese mit Hilfe von Erdbewegungen (Wall-Graben-Systemen) aus. Durch die Anpassung ans natürliche Gelände kann die Symmetrie, vor allem die für Motten typische kreisrunde Anlage, verloren gehen. Die Steinarmut im Weinviertel hat dazu beigetragen, dass ehemalige Steinaufbauten – deren Steine später von der örtlichen Bevölkerung als Baumaterial verwendet wurden – gänzlich verschwunden sind, so dass man früher dachte, es habe ausschließlich Holzburgen gegeben. Weiteste Verbreitung erfuhr der Typus im 12. Jahrhundert, wobei einige Anlagen bis in die zweite Hälfte des 11. Jahrhunderts reichen könnten.

In Oberösterreich erhielt sich erstaunlich gut die Hügelburg Wasenberg in der Gemeinde Mitterkirchen im Machland.

Niederlande

Wie die norddeutsche Tiefebene sind auch die flachen Niederlande mit zahlreichen Mottenhügeln durchsetzt.

Schweiz

Der Herrain in Schupfart ist eine der wenigen Motten in der Schweiz und die einzige bekannte Motte im Kanton Aargau. Eine weitere Anlage stand auf dem Büchel bei Zunzgen im Kanton Basel-Landschaft. Sie wird in die Zeit um 1000 n. Chr. datiert. Der künstliche Hügel direkt an der Autobahn A2 ist noch heute gut zu erkennen.

Großbritannien

Mit den Normannen kam die Bauform als Motte and Bailey zunächst nach Großbritannien und hundert Jahre später nach Irland. Bei der normannischen Eroberung des angelsächsischen England (1066) wurden zahlreiche Motten als erste Stützpunkte errichtet. Die hölzernen Bauteile dieser Kleinfestungen wurden teilweise bereits auf dem Festland gefertigt und mussten vor Ort nur noch zusammengesetzt werden. Durch diese Fertigbauweise verfügten die Eroberer bereits kurz nach der Invasion über ein dichtes Netz militärischer Stützpunkte auf der Insel. Abbildungen dieser Strongholds finden sich bereits auf dem um 1080 gefertigten Teppich von Bayeux. Einige dieser Eroberungsburgen wurden später zu gewaltigen Steinburgen ausgebaut. So steht etwa der Keep der Königsburg Windsor Castle auf einem großen Turmhügel.

  • Arundel Castle, eine ausgebaute Motte

  • Windsor Castle mit Keep auf Motte im Zentrum und zweier späterer Vorburgen (rechts und links)

  • Schema

  • Rekonstruktion der Stadt York im 15. Jahrhundert mit dem York Castle (rechts) und dem Baile Hill links

  • Clifford’s Tower in York

  • Modell von Carisbrooke Castle, England, im 14. Jh.

Irland

Bei der Invasion Irlands ab 1169 wurden zahlreiche Motten errichtet, wobei sie ältere Strukturen wie die der irischen Raths umnutzten. Die meisten entstanden zwischen 1177 und 1220, um Täler zu sichern. 40 im County Down und 70 im County Antrim sind nachzuweisen. Darunter fallen Crown Mound nahe Newry, Holywood am Belfast Lough und die Motten auf der Ards-Halbinsel, Downpatrick, Dromore, Duneight und Shandon Park Mound in Belfast. In Tipperary entstand die Motte von Knockgraffon auf dem alten Inaugurationsplatz für die Könige von Munster.

Frankreich

In Frankreich gibt es, besonders im flacheren Norden, zahlreiche Beispiele für Motten. Im Süden boten sich hingegen natürliche Bergkegel an.

  • Die Motte der Burg Gisors mit dem etwa 70 Jahre später entstandenen Donjon

  • Eine „natürliche“ Motte: Castelnou, Pyrénées-Orientales

  • Rekonstruierte Poype des Fées in Buellas, Ain

  • Motte und Vorburg in Saint Sylvain

Turmhügel Darze (Mecklenburg), durch Schafbeweidung stark erosionsgefährdet

Wie die meisten Bodendenkmäler sind Motten zunehmend dem Vandalismus ausgesetzt. Besondere Gefahrenquellen für Motten sind beispielsweise Raubgräber, die teilweise gravierende Schäden verursachen. Manche Turmhügel werden zur Materialgewinnung angegraben oder bei der Anlage von Holzabfuhrwegen schwer beschädigt.

  • Horst Wolfgang Böhme (Hrsg.): Burgen der Salierzeit, 2 Bände; Hrsg. vom RGZM Mainz, Sigmaringen 1991
  • Horst Wolfgang Böhme: Der Hochmittelalterliche Burgenbau. Burgen vom 10. bis Mitte des 12. Jahrhunderts. In: Deutsche Burgenvereinigung (Hrsg.): Burgen in Mitteleuropa. Ein Handbuch, 2 Bände; Stuttgart 1999, Band 1, S. 54–77
  • Hermann Hinz: Motte und Donjon. Zur Frühgeschichte der mittelalterlichen Adelsburg. In: Zeitschrift für Archäologie des Mittelalters, Beiheft 1, Köln 1981; ISBN 3-7927-0433-1
  • Adolf Herrnbrodt: Der Husterknupp: eine niederrheinische Burganlage des frühen Mittelalters. Köln 1958
  • Michael Müller-Wille: Mittelalterliche Burghügel (Motten) im nördlichen Rheinland. Köln 1966
  • Hans P. Schad’n: Die Hausberge und verwandten Wehranlagen in Niederösterreich. In: Prähistorische Forschungen 3; Wien 1953
  • Brigitte Janssen, Walter Janssen: Burgen, Schlösser und Hofesfesten im Kreis Neuss; Schriftenreihe 10 des Kreises Neuss
Commons: Motte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • (Text in Englisch)
  1. Burgen in Mitteleuropa. Hrsg. v. der Deutschen Burgenvereinigung. Darmstadt 1999, S. 67
  2. Hermann Hinz: Motte und Donjon. Zur Frühgeschichte der mittelalterlichen Adelsburg. In: Zeitschrift für Archäologie des Mittelalters. Beiheft 1, Köln 1981, S. 16–18
  3. Peter Donat: Mittelalterliche Rittersitze im Westlichen Mecklenburg. Hrsg.: Bodendenkmalpflege in Mecklenburg-Vorpommern. Jahrbuch 49, Lübsdorf 2002
  4. Carl Schuchhardt: Atlas vorgeschichtlicher Befestigungen in Niedersachsen, Heft XI, XII, Hannover 1916
  5. Max Scheffold, Die Rekonstruktion einer idealtypischen Motte der Zeit um 1225, in: AufRuhr 1225, Ritter, Burgen und Intrigen. Das Mittelalter an Rhein und Ruhr, hrsg. vom LWL-Museum für Archäologie – Westfälisches Landesmuseum Herne, Mainz 2010, S. 263 f.
  6. Vgl. z. B. Adrian von Buttlar (Hrsg.): Denkmalpflege statt Attrappenkult. Gegen die Rekonstruktion von Baudenkmälern – eine Anthologie/Herausgegeben und kommentiert von Adrian von Buttlar, Gabi Dolff-Bonekämper, Michael S. Falser, Achim Hubel, Georg Mörsch/Einführung und Redaktion: Johannes Habich. Bauverlag, Birkhäuser, Gütersloh/ Berlin/ Basel 2010, ISBN 978-3-0346-0705-6. (Bauwelt Fundamente, 146) (). Siehe auch weitere Literaturhinweise bei Rekonstruktion (Architektur).
  7. Sabine Felgenhauer-Schmiedt/Peter Csendes/Alexandrine Eibner (Hrsg.): Motte - Turmhügelburg - Hausberg, Zum europäischen Forschungsstand eines mittelalterlichen Burgentypus (Beiträge zur Mittelalterarchäologie, 23), Wien 2007
  8. Hans P. Schad’n: Die Hausberge und verwandten Wehranlagen in Niederösterreich, Horn/Wien 1953, S. 263
  9. Sabine FELGENHAUER-SCHMIEDT: „Hausberge im Niederösterreichischen Weinviertel“, in „Motte – Turmhügelburg – Hausberg“ Zum europäischen Forschungsstand eines mittelalterlichen Burgentypus; BEITRÄGE ZUR MITTELALTERARCHÄOLOGIE IN ÖSTERREICH; Hrsg.: Österreichische Gesellschaft für Mittelalterarchäologie Wien Heft 23, 2007; Wien,ISSN , S. 163 ff.
  10. Abgerufen am 17. Januar 2019.
Normdaten (Sachbegriff): GND:(, )

Motte (Burg)
motte, burg, künstlich, angelegter, erhebung, befindlicher, burgtyp, sprache, beobachten, bearbeiten, eine, motte, französisch, motte, klumpen, erdsode, aussprache, mott, vorwiegend, holzbauweise, errichteter, mittelalterlicher, burgtyp, dessen, hauptmerkmal, . Motte Burg auf kunstlich angelegter Erhebung befindlicher Burgtyp Sprache Beobachten Bearbeiten Eine Motte franzosisch motte Klumpen Erdsode Aussprache mott ist ein vorwiegend in Holzbauweise errichteter mittelalterlicher Burgtyp dessen Hauptmerkmal ein kunstlich angelegter Erdhugel mit einem meist turmformigen Gebaude ist Weitere deutsche Bezeichnungen sind Turmhugelburg Erdhugelburg und Erdkegelburg Rekonstruierte Motte Vordergrund im Geschichtspark Barnau Tachov Inhaltsverzeichnis 1 Bezeichnung 2 Aufbau und Formen 2 1 Kernburg 2 1 1 Erdhugel 2 1 2 Turm oder Haupthaus 2 2 Vorburg 3 Funktionen 4 Geschichte 4 1 Historische Beschreibung 4 2 Deutschland 4 2 1 Verbreitung 4 2 2 Rekonstruktionen 4 3 Osterreich 4 4 Niederlande 4 5 Schweiz 4 6 Grossbritannien 4 7 Irland 4 8 Frankreich 5 Denkmalschutz 6 Literatur 7 Weblinks 8 EinzelnachweiseBezeichnung Bearbeiten Fruher Rekonstruktionsversuch eines chateau a motte von A de Caumont 19 Jahrhundert Die Erforschung des Burgtyps begann in den 1830er Jahren der franzosische Archaologe Arcisse de Caumont der ihn als chateau a motte bezeichnete Mit motte ist dabei der charakteristische Erdhugel gemeint Die uberlieferte lateinische Bezeichnung dafur ist mota Der deutsche Burgenforscher Otto Piper ubernahm spater die Bezeichnung Motte aus dem Franzosischen die im heutigen deutschen Sprachgebrauch sowohl den Erdhugel als auch pars pro toto die Burganlage als Ganzes bezeichnet Carl Schuchhardt hingegen bezeichnete den Hugel als Turmhugel und den entsprechenden Burgtyp als Turmhugelburg Teilweise wird auch vorgeschlagen die Motte als kunstlich aufgeworfenen Hugel und die Turmhugelburg als Anlage auf einer kunstlich uberhohten naturlichen Erhebung zu bezeichnen Letzteres wird in Osterreich auch als Hausberg bzw Hausberganlage bezeichnet Alle diese Begriffe sind aber konstruktive Bezeichnungen der Burgenforschung keine zeitgenossischen des Mittelalters Regional gibt es weitere unterschiedliche Bezeichnungen fur den Turmhugel wie beispielsweise Buhl Borwall oder Wal Der Typus der Motte findet sich am haufigsten bei Niederungsburgen im Flachland bisweilen auch in hugeligen Regionen im Gegensatz zu den Hohenburgen in Mittel oder Hochgebirgen Unter einer Turmburg kann man den Oberbegriff verstehen der sowohl ebenerdige Turmburgen als auch Turmhugelburgen umfasst wobei Motten solche Turmhugelburgen sind deren Hugel ganz oder grosstenteils kunstlich aufgeschuttet wurden Die mottentypische Umgebung war sumpfig oder von Gewassern durchzogen Aufbau und Formen Bearbeiten Kernburg im Zentrum der Vorburg Rekonstruktion la Tusque von Viollet le Duc 19 Jahrhundert Die Motte besteht in der Regel aus zwei Bereichen der auf einem kunstlichen Erdhugel errichteten Kernburg oder Hochburg sowie einer oder mehrerer Vorburgen Die Unterscheidung dieser beiden Bereiche ist zunachst eine rein formale von der Funktion her musste der auf dem Erdhugel gelegene Teil nicht zwangslaufig die Hauptburg darstellen 1 Beide Bereiche sind jeweils durch eigene Graben und Walle oder Palisaden geschutzt und oftmals nach dem Prinzip der Abschnittsverteidigung hintereinander gegliedert wobei die Kernburg dann den letzten Verteidigungsabschnitt darstellt Vorburg und Kernburg konnen in verschiedener Weise einander zugeordnet sein Bei der einteiligen Anlage befindet sich der Turmhugel der Kernburg inmitten der Vorburg die somit die Kernburg ringformig umschliesst Bei mehrteiligen Anlagen sind die Areale von Vorburg und Kernburg neben beziehungsweise hintereinander angeordnet Eine seltene Sonderform sind die sogenannten Doppelmotten die uber zwei Turmhugel verfugen ein Beispiel dafur ist Eriksvold auf Lolland in Danemark In einigen Fallen kommen Motten ohne Vorburg vor Das kann beispielsweise der Fall sein wenn das Hugelplateau der Kernburg so geraumig ist dass alle Wirtschaftsgebaude die normalerweise in der Vorburg untergebracht sind dort Platz finden ein Beispiel dafur ist die Luccaburg in Niedersachsen In anderen Fallen konnte der zugehorige Wirtschaftshof von der Burg weiter entfernt sein so dass er mit dieser keine bauliche Einheit bildete Auch kleinere militarische Stutzpunkte oder Wachposten konnten in der Bauform einer Motte errichtet sein hier handelte es sich jedoch nicht um vollstandige Burgen Kernburg Bearbeiten Kernburg der Turmhugelburg Lutjenburg Erdhugel mit Palisade Holzturm und Zugangsbrucke Rekonstruktion Bachritterburg Kanzach Wohnturm auf einer niedrigen Motte daran anschliessend die Wirtschaftsgebaude der Vorburg Rekonstruktion Die Kernburg Hochburg besteht aus dem kunstlich errichteten Erdhugel Turmhugel manchmal auch Burghugel genannt also aus der Motte im engeren eigentlichen Sinne und den darauf errichteten Bauten Erdhugel Bearbeiten In Niederungslagen wurde bei der Anlage der Kernburg ein Ringgraben ausgehoben und der Grabenaushub in der Mitte aufgeschichtet Die so entstehende Motte konnte mit weiterem herbeitransportierten Erdmaterial erhoht werden in manchen Fallen fand eine solche Erhohung erst in einer spateren Bauphase statt Idealerweise entstanden dabei kleine aber sehr steile Hugel die nicht leicht gesturmt werden konnten wahrend sich die Besatzung im Turm mit Pfeil und Bogen verteidigte In der Forschung werden Motten anhand der dabei erreichten Hohe des Hugels kategorisiert ab einer Hohe von funf Metern spricht man von einer Hochmotte Eine genauere Untergliederung unterscheidet drei Kategorien Grossmotten uber zehn Meter Hohe Motten von funf bis zehn Meter Hohe die Mehrzahl der erhaltenen Hugel fallt in diese Kategorie Kleinmotten unter funf Meter Hohe 2 Typisch ist ein Durchmesser von 20 bis 30 Metern Turmhugel mit einem grosseren Durchmesser hatten meist eine geringere Hohe 3 Die Bauzeiten konnten bei einfachen Anlagen sehr kurz sein eine kleine Turmhugelburg war nach Quellenangaben in etwa 10 Tagen bezugsfertig Die Baumaterialien Holz und Erde waren uberall schnell verfugbar beispielsweise durch Rodung und konnten rasch verarbeitet werden Der Erdhugel konnte aber auch sorgfaltig aus unterschiedlichem Schuttmaterial aufgeschichtet werden um eine hohere Stabilitat zu bekommen Naturliche Felsklotze oder Gelandeerhebungen wurden bei entsprechender Gelegenheit gerne in den kunstlichen Hugel einbezogen Motten in Hohenlagen wurden aus einem Hang einer Hugelkuppe oder einem Bergsporn herausgearbeitet das vorhandene Erdreich wurde abgesteilt und durch Aufschuttung erganzt so dass wie bei den Motten in Niederungslagen eine kompakte und tendenziell gleichmassige steile Hugelform entstand Man spricht dann von Hohenmotten oder Bergmotten In einigen Fallen wurden auch fruhgeschichtliche Grabhugel und ahnliche Anlagen umgenutzt Sichtbares Schuttmaterial bei einer Motte in Ungarn Beim Grundriss ist eine kreisrunde Form fur die Motte charakteristisch der sich daruber erhebende Erdhugel hat meist die Form eines Kegelstumpfs oder ist konvex gewolbt Die Hange sind relativ steil und mittels Grassoden gegen Erosion geschutzt Es kommen jedoch auch viereckige ovale und polygonale Hugelformen vor Das auf dem Erdhugel angelegte Plateau war von einer Palisade umgeben die ausgestattet mit einem Wehrgang und holzernen Zinnen auch der aktiven Verteidigung dienen konnte Bei kleineren Turmhugelburgen wird die Plattform oft auch nur von einem einfachen Weidenflechtzaun umgeben der passiven Schutz vor Eindringlingen oder wilden Tieren bot Die Palisaden oder Zaune wurden bei einigen Burgen in spateren Bauphasen durch steinerne Wehrmauern ersetzt Auch am Fuss konnte die Motte von einer Palisade oder einer holzernen Stutzwand umgeben sein die das Erdwerk gegen den Wassergraben abstutzte Der Zugang zum Hugelplateau erfolgte haufig uber eine holzerne Brucke oder Rampe die den Ringgraben uberspannte und weiter hinauf bis zum Eingangstor oder zum Torhaus in der Palisade fuhrte Diese Konstruktionsweise ist auf dem Teppich von Bayeux mehrfach abgebildet Statt einer Rampe konnte auch eine in den Hang gebaute Treppe zum Hugelplateau hinauffuhren Zugbrucken fanden erst im Spatmittelalter weitere Verbreitung Bei der Mehrzahl der mitteleuropaischen Motten sind nur noch die Turmhugel erhalten sie wurden spater teilweise fur die Anlage von Kapellen oder Kalvarienbergen weitergenutzt Turm oder Haupthaus Bearbeiten Rekonstruierter holzerner Turm der Motte Saint Sylvain Frankreich Die Mitte der Hugelplattform wird von einem Hauptgebaude eingenommen oft handelt es sich dabei um einen Turm War er als Wohnturm eingerichtet enthielt er die Wohnung des Burgherrn und konnte je nach dessen Stellung entsprechend aufwandig und reprasentativ ausgestaltet sein Abgeschlossen wurde der Turm wohl meist von einer offenen oder uberdachten Wehrplattform In seiner Doppelfunktion als Wohn und Wehrturm ist dieser Bau ein Vorlaufer des Donjons oder Keeps Es gab in manchen Fallen jedoch auch reine Wach und Wehrturme auf Motten wenn das Wohngebaude des Burgherrn an anderer Stelle z B in der Vorburg errichtet war Ein Beispiel ist die Burg Grimbosque im Departement Calvados Nordfrankreich Hier kann die Funktion des Turmes der des mitteleuropaischen Bergfrieds entsprechen Bei den fruhen Motten war der Turm wie die ubrigen Bauten dieser Burgform meist vollstandig aus Holz in Block oder Standerbauweise Fachwerk errichtet Eine Rekonstruktion dieser fruhen Bauform ist im Geschichtspark Barnau Tachov zu besichtigen Im Spatmittelalter verbreitete sich dann die Rahmbauweise mit Lehmausfachung Wegen des hohen Alters der Burganlagen haben die holzernen Aufbauten die Zeiten nicht uberdauert In jungster Zeit sind einige Rekonstruktionen entstanden Kanzach Lutjenburg Ulster History Park u a Spater bestand der Turm oft aus einem steinernen Turmschaft der grossere Hohe ermoglichte und besseren Schutz gegen Brandpfeile bot wobei oft ein auskragendes Obergeschoss oder mehrere in Fachwerkbauweise aufsassen Nicht selten wurde zuerst der Turmbau errichtet und dann der Hugel angeschuttet der Turm wurde also eingemottet Die Untergeschosse steckten dann im Hugel und dienten als Kellerraume so etwa bei der Burg Luttelnau Dies geschah vor allem aus statischen Grunden wegen der besseren Standfestigkeit moglicherweise aber auch als zusatzliches Annaherungshindernis oder wegen des optischen Eindrucks hoherer Wehrhaftigkeit Bei dem Bauwerk auf der Motte musste es sich nicht zwangslaufig um einen Turm handeln der Platz konnte auch von einem Haus eingenommen werden siehe auch Festes Haus Erhaltene langsrechteckige Grundrisse legen in einigen Fallen die Anlage eines Saalbaus nahe in anderen Fallen spricht die geringe Starke mancher Pfostenuberreste fur ein hochstens zweigeschossiges Gebaude Neben dem Turm oder Haupthaus fanden bei grosseren Motten auch weitere Nebengebaude auf dem Hugelplateau Platz freistehend oder an die umgebende Palisade oder Ringmauer angelehnt Ein eigener Brunnen konnte die Kernburg mit Wasser versorgen Vorburg Bearbeiten Die Vorburg oder Niederburg ist bei den meisten Motten ein wesentlicher Bestandteil der Gesamtanlage In der englischsprachigen Forschung wird der Burgtyp deshalb auch zusammenfassend als motte and bailey bezeichnet wobei bailey einen eingefriedeten Hof in diesem Fall also das Areal der Vorburg bezeichnet Die Vorburg ist oft von einem eigenen Burggraben zum Beispiel einem Sohl oder Spitzgraben umgeben vom Turm selbst manchmal durch einen Halsgraben oder Abschnittsgraben getrennt und war wie der Turm selbst meist durch eine Palisade die auf einem Ringwall stehen kann durch Ringmauern Flechtwerkzaune Wehranpflanzungen Wallhecke Gebuck Hag Verhau oder durch eine Kombination dieser Elemente eigenstandig gesichert und sicherte damit zugleich das Vorfeld Nach dem Prinzip der Abschnittsverteidigung konnten in die Vorburg eingedrungene Feinde dann von der auf dem Turmhugel gelegenen Befestigung aus bekampft werden Das Areal kann auch auf einer eigenen Erdaufschuttung niedriger als der Turmhugel angelegt sein Die Umwallung der Vorburg entspricht in einigen Fallen dem Typus der Wallburgen Die Grundrissform der Vorburg wird durch ihr raumliches Verhaltnis zum Turmhugel bestimmt Einige Motten verfugten uber mehrere durch eigene Graben und Walle voneinander getrennte Vorburgen Der in die Flache der Vorburg einschneidende oder auf ihrem Wall aufsitzende Turmhugel fuhrt haufig zu halbmond bis zungenformigen Grundrissen aber auch runde ovale drei oder rechteckige sowie polygonale Formen sind anzutreffen In manchen Fallen trennt der Turmhugel die Vorburg in zwei Bereiche beispielsweise bei der englischen Konigsburg Windsor Castle Die Vorburg umfasst meist eine deutlich grossere Flache als die Hugelplattform der Kernburg Sie bot Platz fur Wirtschaftsgebaude Gesindewohnungen Scheunen Vieh und Pferdestalle die fester Bestandteil des bauerlichen Betriebs einer mittelalterlichen Burg waren Doch auch das Wohngebaude des Burgherrn und seiner Familie konnte in der Vorburg untergebracht sein Wenn auf dem Turmhugel nur ein Wehrturm stand bildete die Vorburg somit das eigentliche Zentrum der Burganlage In einigen Fallen ist der Bereich der Vorburg der altere Teil der Burg So wurde beim sogenannten Husterknupp bei Grevenbroich der Burg der Herren von Hochstaden eine Flachsiedlung Mitte des 10 Jahrhunderts durch einen Turmhugel erweitert zu Beginn des 11 Jahrhunderts unter Einbezug der Vorburg eine Hochmotte errichtet und nach Zerstorung um 1250 eine steinerne Burg erbaut Funktionen BearbeitenWahrend in Frankreich und England auch Burgen im Besitz des Konigs oder des Hochadels in der Bauform der Motte errichtet worden sind handelte es sich bei den meisten Turmhugelburgen in Mitteleuropa um den standigen Wohnsitz eines Angehorigen des niederen Adels und seiner Familie Oft finden sich in unmittelbarer Nahe grosserer Burganlagen machtiger Feudalherren kleine Turmhugel als ehemalige Sitze des abhangigen Dienstadels Diese Turmhugel gehen auf altere Vorgangerburgen zuruck oder wurden zum Schutz der Baustelle der neuen Burg angelegt So liegt etwa 100 m neben der Stammburg der bayerischen Wittelsbacher bei Oberwittelsbach eine dieser Kleinburgen Oft sind Motten entlang von Fernstrassen oder Flusslaufen errichtet worden doch war nicht jede solche Anlage mit dem Recht von Zoll und Geleit ausgestattet welches als Lehen oder Pfand des Reiches oder eines Landesherrn von burgsassigen Grundherren ausgeubt wurde siehe Zollburg Geschichte Bearbeiten Eingemottetes Steinhaus bei Doue la Fontaine Die Entwicklung der Motte wich von den grossraumigen germanischen Verteidigungsanlagen in Form einer Wallburg mit mauer oder holzgestutzten Wallen und Palisaden ab und unterscheidet sich auch von den romischen Wachturmen Die ersten Motten entstanden zwischen 900 und 1000 n Chr Vereinzelt wurden auch altere Steinbauten eingemottet d h mit einem nachtraglich angeschutteten Erdhugel umgeben so etwa ein in karolingischer Zeit um 900 errichtetes steinernes Festes Haus in Doue la Fontaine Departement Maine et Loire Frankreich das nach einem Brand um 940 mindestens zweigeschossig aufgestockt wurde und dann um 1000 zusatzlich noch im bisherigen Erdgeschossbereich von einem angeschutteten Erdwall umgeben und verdeckt wurde dies ist heute deutlich zu erkennen da der Hugel im ursprunglichen Eingangsbereich inzwischen wieder abgetragen ist wobei ein alteres Tor zum Vorschein kam Die meisten Motten wurden im 11 bis 13 Jahrhundert neu angelegt nicht selten allerdings im Bereich alterer Fronhofe die zuvor kaum befestigt gewesen waren Die Ursprunge des Bautyps liegen vermutlich im normannischen Seinegebiet Westfrankreichs Motten sind von Irland bis nach Ostpolen anzutreffen In einigen Teilen Europas sind Motten bis ins fruhe 15 Jahrhundert errichtet worden Die meisten Motten in Mitteleuropa waren ein Machtsymbol des neu entstandenen niederen Dienstadels der Ministerialen Viele Niederungsburgen vom Motten Typ wurden seit dem 13 Jahrhundert aufgegeben oder durch besser befestigte steinerne Bauformen ersetzt Nach Einfuhrung des Backsteins im 13 Jahrhundert wurden auch in natursteinarmen Niederungsgebieten anstelle der holzernen Motten zunehmend Wohnturme oder Wasserburgen aus Mauerwerk errichtet Sofern die Grundherrschaft mit den abgabe und frondienstpflichtigen Hintersassen fortbestand blieben die Wirtschaftshofe in aller Regel erhalten und es entstanden neuere Herrenhauser infolge von Zerstorung oder von Umstrukturierung bzw Verlagerung der Herrschaft wurden Anlagen aber oft auch komplett aufgegeben und verlassen Historische Beschreibung Bearbeiten Motte auf dem Teppich von Bayeux Burg Dinan Die wichtigste bildliche Uberlieferung zur hochmittelalterlichen Motte stellt der Teppich von Bayeux dar der die normannische Eroberung Englands im Jahre 1066 zeigt Hier sind mehrere Turmhugelburgen abgebildet und teilweise namentlich gekennzeichnet Da die Darstellung nur bedingt realistisch ist und einen Hang zum Ornamentalen hat ist die Interpretation einzelner Details nicht sicher aber es lassen sich einige gemeinsame Merkmale erkennen Die dargestellten Turmhugel haben eine kuppelformige Gestalt und sind an ihrem Fuss von einem kleineren Wall oder einer Mauer umgeben Die Holzbauten auf den Hugelplateaus sind unterschiedlich gestaltet gemeinsam ist ihnen die Aufgliederung in eine umgebende mit Wehrgangen ausgestattete Palisade die teilweise durch angegliederte Bauten erweitert ist und einen turmartigen Bau im Zentrum Deutlich zu erkennen ist auch die lange Rampe oder Treppe die vom Fuss des Hugels zum Wehrbau hinauffuhrt Abgebildet ist unter anderem der Bau der Burg von Hastings durch die Normannen hier ist zu sehen wie Manner mit Schaufeln den Erdhugel aufschutten Besonders detailliert ist auch die Motte von Dinan in der Bretagne dargestellt die von den Kriegern Wilhelm des Eroberers angegriffen wird welche unter anderem dabei sind die Holzbauten in Brand zu setzen Eine schriftliche Uberlieferung 4 dieses Burgentypus liefert die Beschreibung der Burg Merchem zwischen Diksmuide und Ypern in folgender Weise Es ist Brauch der Reichen und der Edelleute einen moglichst hohen Erdhugel aufzuwerfen ihn an seinem Fusse mit einem breiten und tiefen Graben zu umziehen und an seinem inneren Rande eine mauerartige starke Palisadenwand zu errichten und zwar womoglich mit Turmen In der Mitte oben auf dem Hugel erbauen sie dann ein Haus oder einen Turm zu dessen Pforte man nicht anders als auf einer Brucke gelangen kann die am ausseren Grabenrande beginnend den Graben uberschreitet Deutschland Bearbeiten Turmhugelburg Attendorn Wohnturm mit angegliedertem Wirtschaftshof Stadt Damgarten mit der Motte Jaromarsturm im Jahre 1615 Im Gebiet des heutigen Deutschlands wurden die meisten Motten als Sitze des niederen Adels zugunsten von grosseren und massiveren Burganlagen rasch wieder aufgegeben Daher sind noch viele Erdwerke dieser fruhen kleinraumigen Befestigungsanlagen gut erhalten Den Motten ahnelnde jedoch als Pfahlbauten in Gewassern errichtete Verteidigungsbauten waren die Kemladen im Ostseeraum Verbreitung Bearbeiten Siehe auch Liste deutscher Turmhugelburgen In manchen Landstrichen kommen diese Zeugnisse fruher Ritterkultur in einer hohen Flachendichte vor So finden sich im Grenzgebiet zwischen Oberbayern und Bayerisch Schwaben zahlreiche Beispiele kleinerer und grosserer Motten Eine dieser Anlagen ist mitsamt der Vorburg in Kissing bei Augsburg zu besichtigen Burgstall Kissing An Stelle des Turmes erhebt sich heute eine Wallfahrtskapelle Im steinarmen Schleswig Holstein waren Motten bis ins 15 Jahrhundert weit verbreitet so auch an der Stulper Huk Allein im Kreis Plon im Grenzgebiet zwischen den Wagriern und der Grafschaft Holstein wurden 45 Turmhugel unter Denkmalschutz gestellt In Mecklenburg Vorpommern stammen die Turmhugel uberwiegend aus der Zeit der deutschen Ostexpansion in die ehemals slawischen Gebiete Zwischen 1200 und 1300 ist die Hauptbestandszeit der Turmhugelburgen Bislang sind 463 offiziell registriert Stand ca 2003 Man findet diese Turmhugel meistens gut erhalten in der unmittelbaren Nahe der spateren Gutsanlagen Herrenhauser Sie wurden spater in die Anlage der Gutsparks als Gestaltungselemente ubernommen Sie haben in der Regel einen kleinen Durchmesser und eine Hohe von funf bis zehn Meter sind mit einem Aussengraben einem Vorwall einem Hauptgraben meistens mit Wasser gefullt und dem Kernhugel versehen Palisaden auf dem Aussenwall sind anzunehmen aber meistens nicht mehr nachweisbar Der Burg Wohn und Wehrturm wurde in der Regel aus Holz auf einem Feldsteinfundament errichtet Ausser den Feldsteinfundamenten lasst sich heute der Bau kaum noch nachweisen In Deutschland ist die Erforschung dieser Fruhform der Adelsburg zumindest im Bereich Ostdeutschlands relativ abgeschlossen weil sie kleinformig im Erdbau gut erhalten sind und nur als kurzzeitige Ubergangsform zu werten sind Archaologische Grabungen bringen in der Regel kaum noch verwertbare Ergebnisse Vom Mottenhugel der Burg Berge leitet sich ein Landesname ab Das Herzogtum Berg und sein Bergisches Land Typischer Turmhugel in Schmoldow in Vorpommern Wall Graben mit Wasser Turmhugel Kleiner Turmhugel im Wassergraben ohne Wall Zussow in Vorpommern Burgstall Kissing Der Turmhugel mit der Kapelle aus dem 17 JahrhundertRekonstruktionen Bearbeiten Es gibt etliche Projekte bei denen Burganlagen fur Besucher entweder wiederhergestellt oder an beliebigem Ort vollig neu gestaltet werden etwa der freie Nachbau einer Turmhugelburg samt Vorburg im ostholsteinischen Lutjenburg Die Bachritterburg Kanzach ist der Nachbau eines Adelssitzes in Baden Wurttemberg Im Geschichtspark Barnau Tachov ist die erste Rekonstruktion in einer sehr fruhen Zeitstellung um das Jahr 1000 zu sehen Die Rekonstruktion einer mittelalterlichen Motte ist Anfang 2013 aus dem LWL Museum fur Archaologie in Herne ins westfalische Neuenrade umgesetzt worden 5 Auch in Saint Sylvain d Anjou im Departement Maine et Loire Frankreich und in Oostkapelle Niederlande sind Rekonstruktionen zu sehen Freie Nachempfindungen sind von einer objektgebundenen Rekonstruktion zu unterscheiden Letztere beruht auf einem teilweise erhaltenen meist nur ergrabenen Objekt erganzt durch Vergleichsobjekte und Quellenmaterial Die freie Rekonstruktion hingegen basiert ausschliesslich auf Analogien zu verschiedenen Vorbildern sowie auf Quellenkenntnis Sie fusst damit nicht auf einem ursprunglich real existierenden Sachzusammenhang nur eines Objektes in seinem gestalterischen raumlichen sozialen oder zeitlichen Kontext 6 Die freie Rekonstruktion stosst trotz touristischer Erfolge sowie politischer und medialer Unterstutzung teilweise auch auf Kritik Staffagebauten fur Living History Demonstrationen insbesondere vor dem Hintergrund oft mangelnder finanzieller Ressourcen fur die Sicherung Erhaltung oder Erforschung authentischer Bauten 7 Die Befurworter berufen sich neben touristischer Standortwerbung auf die Vermittlung der Alltagsgeschichte des Mittelalters fur ein breites Publikum Nachbau einer Motte um das Jahr 1000 im Geschichtspark Barnau Tachov Wehrturm in Lutjenburg nach dem Vorbild des Glockenstapel von Norderbrarup Rekonstruktion einer Motte im LWL Museum fur ArchaologieOsterreich Bearbeiten Leeberg in Pettendorf Gemeinde Hausleiten Hugelgrab am Wagram aus der Hallstattzeit Im Mittelalter Hausberg mit Wehranlage In Osterreich hat die Hausbergforschung schon eine jahrzehntelange Tradition Niederosterreich ist zweifellos das Bundesland mit den meisten Hausbergen in Osterreich eine hohere Prasenz zeigen derartige Anlagen im mittleren Weinviertel wahrend sie im Waldviertel im Mostviertel und im sudlichen Niederosterreich deutlich zurucktreten Die Bezeichnung Hausberg stammt aus der Burgenforschung Burgen wurden bis zum 13 Jahrhundert uberwiegend als hus bezeichnet Unter dem Begriff Hausberg wird eine sehr heterogene Gruppe von Befestigungsanlagen zusammengefasst Hausberge sind Burganlagen die den Motten insofern ahneln als sie in vielen Fallen ein aufgeschuttetes Kernwerk und auch eine symmetrische Gestaltung zeigen 8 Der Begriff Hausberg wurde so formuliert Die Urform dieser Erdwerke bildet ein von Wall und Graben umgebener kunstlich aufgeworfener oder aus dem Boden geschnittener Hugel der die Gestalt eines Kegel oder Pyramidenstumpfes hat und das feste Haus tragt 9 In der Regel liegen hier kunstliche Uberhohungen von naturlichen Hugelspornen in eher flacher Umgebung vor Daneben gibt es fur einige Anlagen noch den Ausdruck Wasen was etymologisch mit Rasen zusammenhangt und solcherart vielleicht der Ursprungsbedeutung des Wortes Motte verwandt ist Das Burgenformat Hausberg geht in Niederosterreich forschungsgeschichtlich uber das hinaus was als Motte definiert wird Das hangt vor allem damit zusammen dass die reine Motte in Landschaften existiert die wenig bis gar keine Erhebungen aufweisen Die Hausberge vor allem im Weinviertel nutzen meist vorhandene Hohen bzw Spornlagen und bauen diese mit Hilfe von Erdbewegungen Wall Graben Systemen aus Durch die Anpassung ans naturliche Gelande kann die Symmetrie vor allem die fur Motten typische kreisrunde Anlage verloren gehen Die Steinarmut im Weinviertel hat dazu beigetragen dass ehemalige Steinaufbauten deren Steine spater von der ortlichen Bevolkerung als Baumaterial verwendet wurden ganzlich verschwunden sind so dass man fruher dachte es habe ausschliesslich Holzburgen gegeben Weiteste Verbreitung erfuhr der Typus im 12 Jahrhundert wobei einige Anlagen bis in die zweite Halfte des 11 Jahrhunderts reichen konnten 10 In Oberosterreich erhielt sich erstaunlich gut die Hugelburg Wasenberg in der Gemeinde Mitterkirchen im Machland Niederlande Bearbeiten Wie die norddeutsche Tiefebene sind auch die flachen Niederlande mit zahlreichen Mottenhugeln durchsetzt Vliedberg bei s Gravenpolder Mottenhugel bei Menaldum Friesland Burg in Leiden Rekonstruktion in Oostkapelle Schloss LimbrichtSchweiz Bearbeiten Der Herrain in Schupfart ist eine der wenigen Motten in der Schweiz und die einzige bekannte Motte im Kanton Aargau Eine weitere Anlage stand auf dem Buchel bei Zunzgen im Kanton Basel Landschaft Sie wird in die Zeit um 1000 n Chr datiert 11 Der kunstliche Hugel direkt an der Autobahn A2 ist noch heute gut zu erkennen Grossbritannien Bearbeiten Mit den Normannen kam die Bauform als Motte and Bailey zunachst nach Grossbritannien und hundert Jahre spater nach Irland Bei der normannischen Eroberung des angelsachsischen England 1066 wurden zahlreiche Motten als erste Stutzpunkte errichtet Die holzernen Bauteile dieser Kleinfestungen wurden teilweise bereits auf dem Festland gefertigt und mussten vor Ort nur noch zusammengesetzt werden Durch diese Fertigbauweise verfugten die Eroberer bereits kurz nach der Invasion uber ein dichtes Netz militarischer Stutzpunkte auf der Insel Abbildungen dieser Strongholds finden sich bereits auf dem um 1080 gefertigten Teppich von Bayeux Einige dieser Eroberungsburgen wurden spater zu gewaltigen Steinburgen ausgebaut So steht etwa der Keep der Konigsburg Windsor Castle auf einem grossen Turmhugel Arundel Castle eine ausgebaute Motte Windsor Castle mit Keep auf Motte im Zentrum und zweier spaterer Vorburgen rechts und links Schema Rekonstruktion der Stadt York im 15 Jahrhundert mit dem York Castle rechts und dem Baile Hill links Clifford s Tower in York Modell von Carisbrooke Castle England im 14 Jh Irland Bearbeiten Bei der Invasion Irlands ab 1169 wurden zahlreiche Motten errichtet wobei sie altere Strukturen wie die der irischen Raths umnutzten Die meisten entstanden zwischen 1177 und 1220 um Taler zu sichern 40 im County Down und 70 im County Antrim sind nachzuweisen Darunter fallen Crown Mound nahe Newry Holywood am Belfast Lough und die Motten auf der Ards Halbinsel Downpatrick Dromore Duneight und Shandon Park Mound in Belfast In Tipperary entstand die Motte von Knockgraffon auf dem alten Inaugurationsplatz fur die Konige von Munster Motte von Clough Nordirland Motte von Knockgraffon Motte in Nobber County MeathFrankreich Bearbeiten In Frankreich gibt es besonders im flacheren Norden zahlreiche Beispiele fur Motten Im Suden boten sich hingegen naturliche Bergkegel an Die Motte der Burg Gisors mit dem etwa 70 Jahre spater entstandenen Donjon Eine naturliche Motte Castelnou Pyrenees Orientales Rekonstruierte Poype des Fees in Buellas Ain Motte und Vorburg in Saint SylvainDenkmalschutz Bearbeiten Turmhugel Darze Mecklenburg durch Schafbeweidung stark erosionsgefahrdet Wie die meisten Bodendenkmaler sind Motten zunehmend dem Vandalismus ausgesetzt Besondere Gefahrenquellen fur Motten sind beispielsweise Raubgraber die teilweise gravierende Schaden verursachen Manche Turmhugel werden zur Materialgewinnung angegraben oder bei der Anlage von Holzabfuhrwegen schwer beschadigt Literatur BearbeitenHorst Wolfgang Bohme Hrsg Burgen der Salierzeit 2 Bande Hrsg vom RGZM Mainz Sigmaringen 1991 Horst Wolfgang Bohme Der Hochmittelalterliche Burgenbau Burgen vom 10 bis Mitte des 12 Jahrhunderts In Deutsche Burgenvereinigung Hrsg Burgen in Mitteleuropa Ein Handbuch 2 Bande Stuttgart 1999 Band 1 S 54 77 Hermann Hinz Motte und Donjon Zur Fruhgeschichte der mittelalterlichen Adelsburg In Zeitschrift fur Archaologie des Mittelalters Beiheft 1 Koln 1981 ISBN 3 7927 0433 1 Adolf Herrnbrodt Der Husterknupp eine niederrheinische Burganlage des fruhen Mittelalters Koln 1958 Michael Muller Wille Mittelalterliche Burghugel Motten im nordlichen Rheinland Koln 1966 Hans P Schad n Die Hausberge und verwandten Wehranlagen in Niederosterreich In Prahistorische Forschungen 3 Wien 1953 Brigitte Janssen Walter Janssen Burgen Schlosser und Hofesfesten im Kreis Neuss Schriftenreihe 10 des Kreises NeussWeblinks Bearbeiten Commons Motte Sammlung von Bildern Videos und Audiodateien Turmhugel Motten und Weiherhauschen am Obermain Burgmotte Grenchen Schweiz mit allgemeinen Informationen zu Motten Rekonstruierte Motte im Geschichtspark Barnau Tachov Rekonstruierte Turmhugelburg Lutjenburg Rekonstruierte Bachritterburg Kanzach Englische Motte Text in Englisch Einzelnachweise Bearbeiten Burgen in Mitteleuropa Hrsg v der Deutschen Burgenvereinigung Darmstadt 1999 S 67 Hermann Hinz Motte und Donjon Zur Fruhgeschichte der mittelalterlichen Adelsburg In Zeitschrift fur Archaologie des Mittelalters Beiheft 1 Koln 1981 S 16 18 Peter Donat Mittelalterliche Rittersitze im Westlichen Mecklenburg Hrsg Bodendenkmalpflege in Mecklenburg Vorpommern Jahrbuch 49 Lubsdorf 2002 Carl Schuchhardt Atlas vorgeschichtlicher Befestigungen in Niedersachsen Heft XI XII Hannover 1916 Herner Motte geht nach Neuenrade Max Scheffold Die Rekonstruktion einer idealtypischen Motte der Zeit um 1225 in AufRuhr 1225 Ritter Burgen und Intrigen Das Mittelalter an Rhein und Ruhr hrsg vom LWL Museum fur Archaologie Westfalisches Landesmuseum Herne Mainz 2010 S 263 f Vgl z B Adrian von Buttlar Hrsg Denkmalpflege statt Attrappenkult Gegen die Rekonstruktion von Baudenkmalern eine Anthologie Herausgegeben und kommentiert von Adrian von Buttlar Gabi Dolff Bonekamper Michael S Falser Achim Hubel Georg Morsch Einfuhrung und Redaktion Johannes Habich Bauverlag Birkhauser Gutersloh Berlin Basel 2010 ISBN 978 3 0346 0705 6 Bauwelt Fundamente 146 PDF Siehe auch weitere Literaturhinweise bei Rekonstruktion Architektur Sabine Felgenhauer Schmiedt Peter Csendes Alexandrine Eibner Hrsg Motte Turmhugelburg Hausberg Zum europaischen Forschungsstand eines mittelalterlichen Burgentypus Beitrage zur Mittelalterarchaologie 23 Wien 2007 Hans P Schad n Die Hausberge und verwandten Wehranlagen in Niederosterreich Horn Wien 1953 S 263 Sabine FELGENHAUER SCHMIEDT Hausberge im Niederosterreichischen Weinviertel in Motte Turmhugelburg Hausberg Zum europaischen Forschungsstand eines mittelalterlichen Burgentypus BEITRAGE ZUR MITTELALTERARCHAOLOGIE IN OSTERREICH Hrsg Osterreichische Gesellschaft fur Mittelalterarchaologie Wien Heft 23 2007 Wien ISSN 1011 0062 S 163 ff Webseite der Archaologie Baselland Fundstelle Zunzgen Buchel Abgerufen am 17 Januar 2019 Normdaten Sachbegriff GND 4170612 2 OGND AKS Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Motte Burg amp oldid 213931844, wikipedia, wiki, deutsches

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