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Motorradreifen

Der Motorradreifen ist ein Luftreifen, der aus natürlichem oder synthetischem Gummi sowie verschiedenen Karkassen-Werkstoffen als Festigkeitsträger gefertigt wird. Augenfälligster Unterschied zu Reifen für mehrspurige Fahrzeuge ist die abgerundete Kontur der Lauffläche, um Kurvenfahrten in Schräglage zu ermöglichen.

Extreme Haftung von Rennreifen

Motorradreifen stellen den Kontakt des Fahrzeuges zur Fahrbahn her und haben einerseits einen großen Einfluss auf die Fahrdynamik und sind andererseits wesentliches Element der Fahrsicherheit. Die Reifen müssen Brems-, Beschleunigungs- und Seitenführungskräfte übertragen. Ferner sorgen sie für Fahrkomfort und dämpfen von außen auf das Fahrzeug wirkende oder innerhalb des Fahrzeugs entstehende Störeinflüsse.

Der Vorderradreifen hat mehr Bremskräfte aufzunehmen, der Hinterradreifen Antriebskräfte bzw. Beschleunigungskräfte.

Beim Bremsen verlagern sich die Radaufstandskräfte eines Motorrads wegen des höheren Schwerpunkts sehr viel mehr als bei einem Pkw auf die Vorderachse, sodass dort der Großteil der Bremskräfte übertragen wird, bei einem Abheben des Hinterrads sogar 100 %.

Beim Beschleunigen wiederum verlagert sich die Radlasten nach hinten, sodass das Hinterrad, das die Motorleistung überträgt, höher belastet wird. Dass hinten gleichwohl meist ein breiterer Reifen als vorne verwendet wird, liegt darin begründet, dass für einen flüssigen Fahrstil ein Beschleunigen auch in Schräglage (Herausfahren aus Kurven „auf Zug“) angestrebt wird und dabei die größere Seitenführungskraft vorteilhaft ist. Bremsen in Schräglage ist hingegen nur sehr eingeschränkt möglich.

Aus geometrischen Gründen erfordert ein breiterer Reifen eine höhere Schräglage bei gleicher Kurvengeschwindigkeit, sodass unter fahrdynamischen Aspekten ein schmalerer Reifen letztlich vorteilhaft sein kann. Ebenso verursachen breitere Vorderreifen ein stärkeres Aufstellmoment beim Bremsen in Schräglage, da der Aufstandspunkt, an dem die Bremskraft wirkt, relativ weiter seitlich von der Mittelachse der Vorderradführung entfernt ist als bei einem schmaleren Vorderrad. In der Praxis haben sich in den letzten Jahren im Sportbereich Reifenbreiten von ca. 120 mm vorne und ca. 180 bis 200 mm hinten durchgesetzt (auf 17-Zoll-Felgen). Für Custombikes sind Hinterreifen mit bis zu 300 mm Breite lieferbar. Der größte aktuell angebotene Reifen ist der aus Thailand stammende Vee Rubber VRM302 360/30 R18 mit einer Breite von 360 mm.

Reifenbauarten

Motorradreifen werden ähnlich den Autoreifen üblicherweise in der Bauart des Diagonalreifens (Kennung „–“, „Bias-Tyre“), in jüngerer Zeit jedoch auch in der Mischform als Diagonal-Gürtelreifen (Kennbuchstabe „B“, „Bias-belted“) und Radialreifen (Kennbuchstabe „R“) gefertigt.

Die UN/ECE-Regelung Nr. 75 definiert diese Bauarten wie folgt:

  • Diagonalreifen sind „Reifen, deren Kordlagen sich von Wulst zu Wulst erstrecken und abwechselnd in Winkeln von wesentlich weniger als 90° zur Mittellinie der Lauffläche angeordnet sind“;
  • Diagonalgürtelreifen sind „Reifen, deren Karkasse von einem Gürtel umschlossen wird, der aus zwei oder mehreren Lagen von im wesentlichen undehnbarem Kord besteht, die abwechselnd in Winkeln ähnlich denen der Karkasse angeordnet sind“;
  • Radialreifen sind „Reifen, deren Kordlagen sich im wesentlichen im Winkel von 90° zur Mittellinie der Lauffläche von Wulst zu Wulst erstrecken und deren Karkasse durch einen im wesentlichen undehnbaren umlaufenden Gürtel stabilisiert wird“.

Davon abweichend gibt es seit einiger Zeit sogenannte 0-Grad-Gürtelreifen. Sie enthalten eine Lage, deren Festigkeitsträger (zum Beispiel Stahldrähte oder Nyloncords) in Umfangsrichtung verlaufen. Diese Lage der Fasern soll eine größere Auflagefläche, eine geringeres Höhenwachstum des Reifens bei hohen Geschwindigkeiten und größere Laufstabilität gewährleisten. Auch sollen das Eigengewicht des Reifens und seine Erwärmung im Betrieb dadurch vermindert werden.

Der Wulst – also der Innenring der Reifenflanken – sorgt für einen sicheren Sitz des Reifens auf der Felge. Der Wulst enthält einen oder mehrere Drahtkerne mit den darumgelegten Karkassenfäden. Über dem Wulstkern sitzt der Kernreiter aus Gummi. Damit lassen sich Reifenverformungen bei auftretenden Querkräften, die sich auf Lenkreaktion und Federungskomfort auswirken, konstruktiv beeinflussen.

Reifen für kleinere Zweiräder (und für solche mit klassischen Speichenrädern) sind oft Schlauchausführungen mit innenliegendem Luftschlauch (Kennbuchstabe „TT“, „Tube-Type“), größere Dimensionen auf Gussrädern sind meist Schlauchlosausführungen (Kennbuchstabe „TL“, „Tubeless“).

Reifentypen

Stollenreifen für Offroad-Einsatz

Der breit gefächerte Einsatzzweck von Motorrädern spiegelt sich in den angebotenen Reifentypen wider. Das heißt, die Reifen sind konstruktiv ihrem jeweiligen Einsatz angepasst, zum Beispiel durch eine spezielle Profilgestaltung oder Gummimischung. Die Palette reicht von Reifen für Motorroller, für den Geländeeinsatz beim Motocross, beim Endurosport oder beim Trial mit mehr oder minder ausgeprägten Stollenprofilen über gemäßigtere Offroad-/Straßen-Mischprofile für Reiseenduros oder Scrambler und Touren- oder Sportreifen für Straßenmaschinen bis hin zu profillosen Slickreifen für den Rennsport.

Profilierung und Funktionsweise

Die Haftung von Straßenreifen – zumindest auf trockener, sauberer Fahrbahn – entsteht fast ausschließlich durch die Haftreibung der Laufflächen-Gummimischung mit der mehr oder minder rauen Fahrbahnoberfläche innerhalb der Reifenaufstandsfläche. Die Makrorauigkeit des Belages mit einer Rautiefe von 0,1 bis 10 mm ist mehr für die Trockenhaftung ausschlaggebend, während die Mikrorauigkeit im Bereich zwischen 0,001 und 0,1 mm einen höheren Einfluss auf die Nasshaftung hat. Für das Zustandekommen dieser Haftreibung ist – zumindest bei Trockenheit – das Vorhandensein eines Reifenprofils grundsätzlich nachrangig. Dieses ist jedoch bei Nässe notwendig (Ableiten von Wasser aus der Aufstandsfläche) und hat weitere Aufgaben wie eine definierte Verformung der Reifenkontur in Schräglage oder die Steuerung der Reifenerwärmung durch die Walkarbeit (siehe nachfolgender Abschnitt Gummimischung und Temperatur).

Spikes an einem Hinterrad einer Eisspeedway-Maschine, linke Seite

Bei Geländebereifung für losen Untergrund ist hingegen überwiegend die Profilierung ausschlaggebend, da sich die mehr oder minder grob ausgeprägten Profilklötze oder -stollen in den weichen Untergrund eindrücken müssen, um die nötige Verzahnung herzustellen. Bei Fahrten in schlammigen Gelände ist auch die Frage der Selbstreinigung des Profiles relevant, da der Schlamm aus dem Profil durch die Raddrehung abgeschleudert werden muss, um die Stollen nicht „zuzuschmieren“. Für Straßenfahrten sind reine Offroadreifen jedoch weniger geeignet, da der hohe Negativanteil des Profiles und ein Verformen bis hin zum Umknicken der hohen Stollen auf Asphalt die maximale Haftung verhindern. Für diesen gemischten Einsatzzweck gibt es spezielle Endurobereifung, die einen Kompromiss aus straßentauglichen Positiv-Profilflächen mit mehr oder minder ausgeprägten Profileinschnitten für den leichten Geländeeinsatz darstellt.

Die stärkste Form-Verzahnung mit dem Untergrund erreichen Spikereifen im Eisspeedway mit ihren bis zu 28 mm langen Stahlspikes, womit die größten Schräglagen im Motorradsport erreicht werden können.

Gilstern bezeichnet das – heute nicht mehr übliche – Bearbeiten von Motorradreifen mit einem entsprechenden Werkzeug, dem Gilsterhobel. Durch eingeschnittene Feinrillen, ähnlich den Lamellen eines PKW-Winterreifens, sollte die Straßenhaftung bei Regen und Schnee verbessert werden.

Grundsätzlich haften weichere Gummimischungen besser als härtere, haben dafür einen stärkeren Verschleiß und eine geringere Laufleistung. Einige Hersteller verwenden auch in den verschiedenen Zonen der Lauffläche verschiedene Mischungen: weichere Außenbereiche an den Schultern für hohe Schräglagenhaftung und einen härteren mittleren Bereich für den bei Geradeausfahrt stärker beanspruchten Mittelteil der Lauffläche, um eine höhere Laufleistung und eine gleichmäßigere Abnutzung der Kontur zu erreichen.

Der relative Haftungsbeiwert der Laufflächen-Gummimischung ist jedoch – neben ihrer chemischen Zusammensetzung – in starkem Maß auch von ihrer Temperatur abhängig. Ist der Gummi zu kalt, erreicht er nicht die notwendige Elastizität, um sich mit der Rauigkeit des Straßenbelages zu verzahnen. Daher ist es wichtig, dass der Hersteller die Rezeptur der Lauffläche so auswählt, dass während der beim üblichen, vorgesehenen Einsatz erreichten Reifentemperatur die Mischung ihre maximale Haftung erreicht. Die Reifen erwärmen sich durch Walkarbeit und Schlupfreibung je nach Fahrweise unterschiedlich stark, auch die Grundhärte der Gummimischung hat hierauf Einfluss (grundsätzlich härterer Gummi erwärmt sich durch Walkarbeit stärker). Als grober Anhaltspunkt kann bei normalen Straßentourenreifen ab 20–25 °C Laufflächentemperatur mit ausreichend Haftung gerechnet werden, ca. bei 35–60 °C wird das Haftungsmaximum erreicht. Sport- oder Rennreifen benötigen dafür höhere Temperaturen, diese beginnen bei 65 °C und erreichen im Betrieb bis zu 100 °C.

Rennmotorrad mit Reifenheizdecken

Ist die Reifentemperatur beispielsweise im Stadtverkehr, bei zurückhaltender Fahrweise oder auch kurz nach Fahrtantritt zu nieder, erreicht der Reifen nur eine vergleichsweise geringe Haftung. Andererseits kann ein Tourensportreifen, der für Standard- oder Alltagsanwendung vom Aufwärmverhalten gut geeignet ist und schnell verlässliche Haftung bietet, bei scharfer Fahrweise oder im Rennstreckeneinsatz so heiß werden, dass das Temperaturfenster nach oben verlassen wird und die erzielbare Haftung rapide durch „Schmieren“ des überhitzten Gummis oder Laufflächenschäden abbaut und der Reifen extrem schnell verschleißt oder dauerhaft geschädigt wird. Ein gegenteiliges Beispiel wäre die Verwendung eines – vermeintlich besser haftenden – weichen Supersportreifens auf einem normal gefahrenen Alltagsfahrzeug, der jedoch seine Vorzüge durch die nur schwer zu erreichende Mindestbetriebstemperatur nicht zur Geltung bringen kann und durch den dauernd zu kalten Zustand sogar ein Risiko in sich birgt.

Ein Extrem stellen Reifen mit reiner Rennmischung oder gar Slicks dar, die rechtzeitig vor Fahrtantritt durch Reifenheizdecken auf ca. 60–80 °C gebracht werden müssen, da diese Temperatur – auch auf abgesperrten Rennstrecken – rein durch Warmfahren nur langwierig und unter erhöhtem Sturzrisiko erzielt werden kann. Reifen dieser Art besitzen in der Regel keine Zulassung für den öffentlichen Straßenverkehr.

Wegen dieser Zusammenhänge muss der Nutzer beim Reifenkauf darauf achten, einen von der Mischung und Auslegung zu seinem Nutzungsprofil passenden Reifen auszuwählen. Ebenso ist immer zu beachten, dass nicht nur Rennreifen, sondern auch moderne Standardbereifung ihre maximale Haftung, insbesondere bei geringen Außentemperaturen, erst nach einer gewissen Warmfahrstrecke erreicht.

Ein Motorradreifen wird durch folgende Angaben bestimmt:

Diese Angaben sind meist auf den Seitenwänden des Reifens dauerhaft einvulkanisiert.

Aktuelle Bezeichnungen

Breite, Verhältnis, Felge

So bedeutet die Aufschrift 160/60ZR17 (69W) TL M/C folgendes:

160 bedeutet der Motorradreifen ist 160 mm breit
60 gibt das prozentuale Verhältnis von Reifenquerschnitt zu Reifenbreite an, in unserem Beispiel sind das 96 mm.
ZR Radialreifen für Vmax über 240 km/h
17 gibt den Felgendurchmesser in Zoll an.
69W Tragfähigkeitsindex 69 (325 kg), was die maximal zulässige Radlast angibt, Geschwindigkeitsindex W bedeutet 270 km/h (Anm.: Die gesamte Radlast darf lt. ECE-R75 nicht bei voller Ausnutzung des Geschwindigkeitsindex in Anspruch genommen werden, es sind oberhalb von 240 km/h prozentuale Abschläge zu berücksichtigen.). Die Indizes in Klammern gesetzt bedeutet, dass der Reifen auch für noch höhere Geschwindigkeiten außerhalb der Normangabe geeignet ist, was jedoch für den konkreten Anwendungsfall vom Hersteller zu bescheinigen ist.
TL ist eine Abkürzung für Tubeless und bedeutet schlauchlos.
M/C steht für Motorcycle (Pflichtkennung für Amerika). Diese Kennzeichnung, muss spätestens seit Mai 2003 auch auf Motorrad- und Rollerreifen in 13 Zoll bis 19 Zoll aufgebracht sein.

Die Aufschrift 130/80-18 69S TT bezeichnet einen Diagonalreifen und hierbei:

Der Bindestrich (anstelle ZR) deutet auf Diagonalbauweise hin.
TT Tube Type, Reifen mit Schlauch
S Geschwindigkeitssymbol, hier 180 km/h
andere Angaben siehe oben.
Geschwindigkeitsklassen
Klasse A1 A2 A3 A4 A5 A6 A7 A8 B C D E F G J K
km/h 5 10 15 20 25 30 35 40 50 60 65 70 80 90 100 110
Klasse L M N P Q R S T U H V VR W ZR Y (Y)
km/h 120 130 140 150 160 170 180 190 200 210 240 >210 270 >240 300 >300

Ist eine Laufrichtung durch Pfeile auf der Seitenwand des Reifens angegeben, muss das Rad beim Fahren in Pfeilrichtung rotieren.

Alphanumerische Größenbezeichnung

Im nordamerikanischen Raum existieren noch alphanumerische Größenbezeichnungen („Harleygrößen“) für Diagonalreifen, deren metrische Entsprechung einer Referenztabelle entnommen werden kann. Dabei wird die Reifendimension in einer Buchstabenkombination bestehend aus einem „M“ für Motorcycle und einem Codebuchstaben für die Reifenbreite angegeben, gefolgt von einer Ziffer für das Querschnittsverhältnis und dem Felgendurchmesser.

Beispiel:

Die Reifendimension MR 90 – 17 bedeutet, dass es sich um einen Motorradreifen M handelt, der nach dem Kennbuchstaben R ca. 130 mm breit ist und ein Querschnittsverhältnis von 90 % und 17 Zoll Felgendurchmesser hat. Dies entspricht bei gleichem Querschnittsverhältnis in etwa der metrischen Größe 130/90-17 oder der alten Zollgröße 4.50-17.

Da die offizielle Codierung bei der Dimension MV 85 endet, was ca. 150 mm Breite entspricht, aktuelle Modelle jedoch durchwegs breitere Reifen haben, ist diese Bezeichnungssystematik weitgehend überholt. Auch bei US-amerikanischen Zweirädern und Bereifungen wird in jüngerer Zeit überwiegend das international übliche metrische Bezeichnungssystem angewandt. In der UN/ECE-Regelung Nr. 75 sind diese Bezeichnungen in Anhang 5 – Tabelle 7 „Größen und Abmessungen von amerikanischen Reifen“ aufgeführt.

Alte Bezeichnungen

Beispiel:

Vorne: 3.25 S19
Hinten: 4.00 S18

Die erste Zahl gibt bei Diagonalreifen die Reifenbreite in Zoll an. Bei Radialreifen ist diese Angabe in mm. Der Buchstabe steht für den zulässigen Geschwindigkeitsbereich und die Zahl dahinter für den Reifeninnendurchmesser von Wulst zu Wulst.

Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern.

Die Reifenbezeichnungen der montierten Reifen müssen in Deutschland mit den Daten in der Zulassungsbescheinigung-Teil 1 (früher Fahrzeugschein) übereinstimmen. Gegebenenfalls ist auch eine spezifische Kombinationen aus Vorder- und Hinterradbereifung einzuhalten.

Bei einigen Motorrädern sind Hersteller und Modellbezeichnung der zu verwendenden Reifen genau vorgeschrieben. Um etwas freier bei der Reifenwahl zu sein, oder wenn die ursprünglich eingetragenen Reifentypen nicht mehr erhältlich sind, kann man diese Reifenbindung „austragen“ lassen. Besteht kein Herstellereintrag, hat man die freie Wahl zwischen verschiedenen Fabrikaten, nur die Reifendimensionen müssen beachtet werden.

Eine weitere Möglichkeit ist die Freigabebescheinigung (Unbedenklichkeitsbescheinigung, UBB) eines Reifenherstellers. Die darin für den jeweiligen Motorradtyp genannten Reifen darf man montieren. Die Freigabebescheinigung erweitert die Liste im Fahrzeugschein ohne bürokratischen Aufwand, das heißt eine Einzelabnahme nach § 19 Abs. 2 StVZO ist nicht erforderlich. Sie gibt es beim Reifenhändler oder -hersteller, heute meist per Download von deren Website.

Bitte den Hinweis zu Rechtsthemen beachten!

Die Fahrzeughersteller schreiben für jeden Fahrzeugtyp genau den Reifenluftdruck vor. Dieser beeinflusst das Fahrverhalten und damit die Fahrsicherheit sowie die Reifenlebensdauer. Die Tragfähigkeit des Reifens hängt vom Luftdruck ab. Daher wird dieser von manchen Herstellern jeweils für das minimal beladene (= Einpersonenbetrieb) sowie das voll beladene Fahrzeug angegeben, andere Hersteller schreiben für alle Beladungszustände einen einheitlichen Reifendruck vor. Diese Informationen sind in der Bedienungsanleitung des Motorrads oder in den Empfehlungen des Reifenherstellers für den jeweiligen Motorradtyp ersichtlich. Die Reifenhersteller veröffentlichen dazu sogenannte Reifenhandbücher.

Beim Offroadeinsatz, insbesondere beim Trial, wird mit sehr geringem Reifendruck gefahren (stellenweise unter 0,5 bar), um die Reifenaufstandsfläche zu erhöhen. Um zu verhindern, dass die Reifendecke auf der Schlauchfelge wandert oder verrutscht und dadurch den Schlauch beschädigt, werden pro Rad ein oder mehrere mit einmontierte Reifenhalter verwendet, die per Gewindezug von der Felgenseite her die Reifenflanke von innen an das Felgenhorn drücken.

Die Reifenprofiltiefe muss in Deutschland und der Schweiz mindestens 1,6 mm betragen (entspricht 2/32 Zoll), sonst ist der Reifen auszuwechseln. Um schwindendes Restprofil leichter sichtbar zu machen, sind in einigen Profilrillen im Rillengrund kleine Erhebungen eingearbeitet, die sogenannten TWIs = tread wear indicator. Bei den meisten Motorradreifen zeigen die TWIs jedoch nur eine Restprofiltiefe von lediglich 0,8 mm an, da dies einer amerikanischen Normhöhe entspricht.

In Deutschland hat der Motorradfahrer, der mit weniger als 1,6 mm Profiltiefe unterwegs ist, den gesetzlichen Grenzwert unterschritten ( StVZO) und muss mit Bußgeld und 1 Punkt im Fahreignungsregister rechnen.

Bei Fahrrädern mit Hilfsmotor, Kleinkrafträdern und Leichtkrafträdern genügt eine Profiltiefe von mindestens 1 mm.

Die Laufleistung ist die Strecke, die ein Reifen vom Neuzustand bis zum (meist durch Verschleiß) notwendigen Wechsel zurücklegt. Bei Straßenreifen ist spätestens beim Erreichen der Mindestprofiltiefe ein Wechsel notwendig – umgangssprachlich ist der Reifen dann „abgefahren“. Bei Geländebereifung kann der Punkt, ab dem der Reifen nicht mehr seinen Zweck ausreichend erfüllt, schon vor dem Erreichen der gesetzlichen Mindestprofiltiefe erreicht sein.

Beim Motorradreifen hängt die erreichbare Laufleistung von vielen Faktoren ab, darunter:

  • Reifenfabrikat
  • Reifentyp (Sport, Sporttouring, Enduro)
  • individuelle Fahrweise – häufiges Beschleunigen und Bremsen erhöht den Verschleiß
  • Geschwindigkeit – bei sehr hohen Geschwindigkeiten steigt der Verschleiß an
  • Reifendruck – bei falschem Reifendruck steigt der Verschleiß
  • Gewicht (Zuladung)

Wesentlich für die Laufleistung sind die verwendeten Materialmischungen. Man spricht dabei von „weich“ für Reifen mit großer Bodenhaftung und höherem Verschleiß und „hart“ bei geringerer Bodenhaftung und niedrigerem Verschleiß.

Die Reifenhersteller bieten für die unterschiedlichen Einsatzgebiete (Rennstrecke, Sport, Touren, Enduro) speziell abgestimmte Reifen an. Je nach Einsatzzweck sind die erreichbaren Laufleistungen dadurch sehr unterschiedlich. Ein weicher Reifen speziell für die Rennstrecke soll die bestmögliche Bodenhaftung haben, muss aber häufig schon nach wenigen 100 km gewechselt werden. Ein härterer Reifen für Tourenfahrten hat immer noch eine gute Haftungsfähigkeit, kann aber 10.000 km und mehr erreichen.

Auch die kalendarische Lebensdauer eines Reifens ist begrenzt. Die Reifenhersteller empfehlen einen Reifen, der fünf bis sechs Jahre alt ist, zu ersetzen, auch wenn noch Restprofil vorhanden ist. Ein Reifen altert auch im Stillstand, indem das Gummi verhärtet bzw. versprödet. Seit den 1980er Jahren ist auf der Seitenwand des Reifens auch die sogenannte DOT-Nummer einvulkanisiert. Die ehemals dreistellige und heute vierstellige Zahl zeigt die Produktionswoche sowie das Produktionsjahr an. Bei Reifen ab dem Jahr 2000 ist die Bezeichnung immer vierstellig, beispielsweise 2203 = 22. Produktionswoche des Jahres 2003. Die Produktionswoche kann sich um eine Woche von der Kalenderwoche des jeweiligen Jahres unterscheiden.

Neue Motorradreifen müssen eingefahren werden, bevor sie vollumfänglich genutzt werden können. Neue Motorradreifen sind mit einer Versiegelungsschicht und anhaftenden Resten des Trennmittels aus der Vulkanisierform überzogen, die zunächst durch vorsichtiges Einfahren beseitigt werden muss. Durch schrittweises Erhöhen des Neigungswinkels in den Kurven wird nach und nach auch die äußere Lauffläche der Reifenkontur aufgeraut. Für das Einfahren können bis zu 200 Kilometer nötig sein.

Auswahl von Herstellern:

Commons: Motorradreifen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • , über grundlegende Fakten zur Straßenhaftung von Motorradreifen, PDF-Datei, abgerufen am 2. Mai 2016
  • , abgerufen am 2. Mai 2016
  1. , Motorradonline.de, abgerufen 22. November 2015
  2. , Fahrtipps.de; abgerufen 22. November 2015
  3. motorradonline.de: , abgerufen am 12. September 2016
  4. In: Töff Magazin. 13. Februar 2017, abgerufen am 23. Februar 2018.
  5. In: motorradonline.de. 25. Februar 2003, abgerufen am 8. Februar 2018.
  6. , motorradonline.de, abgerufen am 15. Mai 2016
  7. (Memento desOriginals vom 1. Mai 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.Vorlage:Webachiv/IABot/www.motorradonline.de, motorradonline.de, abgerufen am 1. Mai 2016
  8. , Ratgeberseite von reifen-pneus-online.de, abgerufen am 1. Mai 2016
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  10. (Memento desOriginals vom 2. Mai 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.Vorlage:Webachiv/IABot/www.metzeler.com, E-Booklet, abgerufen am 1. Mai 2016
  11. , Online-Publikation der AMA, englische Sprache, abgerufen am 2. Mai 2016
  12. (Memento desOriginals vom 2. Mai 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.Vorlage:Webachiv/IABot/www.adac.de, PDF-Datei, abgerufen am 2. Mai 2016
  13. , abgerufen am 1. Mai 2016
  14. Motorradreifen Ratgeber, abgerufen am 12. November 2014.

Motorradreifen
motorradreifen, reifen, eines, motorrads, sprache, beobachten, bearbeiten, luftreifen, natürlichem, oder, synthetischem, gummi, sowie, verschiedenen, karkassen, werkstoffen, festigkeitsträger, gefertigt, wird, augenfälligster, unterschied, reifen, für, mehrspu. Motorradreifen Reifen eines Motorrads Sprache Beobachten Bearbeiten Der Motorradreifen ist ein Luftreifen der aus naturlichem oder synthetischem Gummi sowie verschiedenen Karkassen Werkstoffen als Festigkeitstrager gefertigt wird Augenfalligster Unterschied zu Reifen fur mehrspurige Fahrzeuge ist die abgerundete Kontur der Laufflache um Kurvenfahrten in Schraglage zu ermoglichen Ein Stapel Motorradreifen Massgebliches Regelwerk ist die UN ECE Regelung Nr 75 Luftreifen fur Kraftrader und Mopeds Inhaltsverzeichnis 1 Aufgaben 2 Bauarten und Reifentypen 2 1 Reifenbauarten 2 2 Reifentypen 2 3 Profilierung und Funktionsweise 3 Gummimischung und Temperatur 4 Reifendimension 4 1 Aktuelle Bezeichnungen 4 2 Alphanumerische Grossenbezeichnung 4 3 Alte Bezeichnungen 5 Reifenbindung 6 Luftdruck 7 Profiltiefe 8 Laufleistung 9 Alter 10 Umgang mit neuen Reifen 11 Hersteller 12 Siehe auch 13 Weblinks 14 EinzelnachweiseAufgaben Bearbeiten Extreme Haftung von Rennreifen Motorradreifen stellen den Kontakt des Fahrzeuges zur Fahrbahn her und haben einerseits einen grossen Einfluss auf die Fahrdynamik und sind andererseits wesentliches Element der Fahrsicherheit Die Reifen mussen Brems Beschleunigungs und Seitenfuhrungskrafte ubertragen Ferner sorgen sie fur Fahrkomfort und dampfen von aussen auf das Fahrzeug wirkende oder innerhalb des Fahrzeugs entstehende Storeinflusse Der Vorderradreifen hat mehr Bremskrafte aufzunehmen der Hinterradreifen Antriebskrafte bzw Beschleunigungskrafte Beim Bremsen verlagern sich die Radaufstandskrafte eines Motorrads wegen des hoheren Schwerpunkts sehr viel mehr als bei einem Pkw auf die Vorderachse sodass dort der Grossteil der Bremskrafte ubertragen wird bei einem Abheben des Hinterrads sogar 100 Beim Beschleunigen wiederum verlagert sich die Radlasten nach hinten sodass das Hinterrad das die Motorleistung ubertragt hoher belastet wird Dass hinten gleichwohl meist ein breiterer Reifen als vorne verwendet wird liegt darin begrundet dass fur einen flussigen Fahrstil ein Beschleunigen auch in Schraglage Herausfahren aus Kurven auf Zug angestrebt wird und dabei die grossere Seitenfuhrungskraft vorteilhaft ist Bremsen in Schraglage ist hingegen nur sehr eingeschrankt moglich Aus geometrischen Grunden erfordert ein breiterer Reifen eine hohere Schraglage bei gleicher Kurvengeschwindigkeit sodass unter fahrdynamischen Aspekten ein schmalerer Reifen letztlich vorteilhaft sein kann Ebenso verursachen breitere Vorderreifen ein starkeres Aufstellmoment beim Bremsen in Schraglage da der Aufstandspunkt an dem die Bremskraft wirkt relativ weiter seitlich von der Mittelachse der Vorderradfuhrung entfernt ist als bei einem schmaleren Vorderrad In der Praxis haben sich in den letzten Jahren im Sportbereich Reifenbreiten von ca 120 mm vorne und ca 180 bis 200 mm hinten durchgesetzt auf 17 Zoll Felgen 1 2 Fur Custombikes sind Hinterreifen mit bis zu 300 mm Breite lieferbar Der grosste aktuell angebotene Reifen ist der aus Thailand stammende Vee Rubber VRM302 360 30 R18 mit einer Breite von 360 mm 3 Bauarten und Reifentypen BearbeitenReifenbauarten Bearbeiten Motorradreifen werden ahnlich den Autoreifen ublicherweise in der Bauart des Diagonalreifens Kennung Bias Tyre in jungerer Zeit jedoch auch in der Mischform als Diagonal Gurtelreifen Kennbuchstabe B Bias belted und Radialreifen Kennbuchstabe R gefertigt Die UN ECE Regelung Nr 75 definiert diese Bauarten wie folgt Diagonalreifen sind Reifen deren Kordlagen sich von Wulst zu Wulst erstrecken und abwechselnd in Winkeln von wesentlich weniger als 90 zur Mittellinie der Laufflache angeordnet sind Diagonalgurtelreifen sind Reifen deren Karkasse von einem Gurtel umschlossen wird der aus zwei oder mehreren Lagen von im wesentlichen undehnbarem Kord besteht die abwechselnd in Winkeln ahnlich denen der Karkasse angeordnet sind Radialreifen sind Reifen deren Kordlagen sich im wesentlichen im Winkel von 90 zur Mittellinie der Laufflache von Wulst zu Wulst erstrecken und deren Karkasse durch einen im wesentlichen undehnbaren umlaufenden Gurtel stabilisiert wird Davon abweichend gibt es seit einiger Zeit sogenannte 0 Grad Gurtelreifen Sie enthalten eine Lage deren Festigkeitstrager zum Beispiel Stahldrahte oder Nyloncords in Umfangsrichtung verlaufen Diese Lage der Fasern soll eine grossere Auflageflache eine geringeres Hohenwachstum des Reifens bei hohen Geschwindigkeiten und grossere Laufstabilitat gewahrleisten 4 Auch sollen das Eigengewicht des Reifens und seine Erwarmung im Betrieb dadurch vermindert werden 5 Der Wulst also der Innenring der Reifenflanken sorgt fur einen sicheren Sitz des Reifens auf der Felge Der Wulst enthalt einen oder mehrere Drahtkerne mit den darumgelegten Karkassenfaden Uber dem Wulstkern sitzt der Kernreiter aus Gummi Damit lassen sich Reifenverformungen bei auftretenden Querkraften die sich auf Lenkreaktion und Federungskomfort auswirken konstruktiv beeinflussen Reifen fur kleinere Zweirader und fur solche mit klassischen Speichenradern sind oft Schlauchausfuhrungen mit innenliegendem Luftschlauch Kennbuchstabe TT Tube Type grossere Dimensionen auf Gussradern sind meist Schlauchlosausfuhrungen Kennbuchstabe TL Tubeless Reifentypen Bearbeiten Stollenreifen fur Offroad Einsatz Der breit gefacherte Einsatzzweck von Motorradern spiegelt sich in den angebotenen Reifentypen wider Das heisst die Reifen sind konstruktiv ihrem jeweiligen Einsatz angepasst zum Beispiel durch eine spezielle Profilgestaltung oder Gummimischung Die Palette reicht von Reifen fur Motorroller fur den Gelandeeinsatz beim Motocross beim Endurosport oder beim Trial mit mehr oder minder ausgepragten Stollenprofilen uber gemassigtere Offroad Strassen Mischprofile fur Reiseenduros oder Scrambler und Touren oder Sportreifen fur Strassenmaschinen bis hin zu profillosen Slickreifen fur den Rennsport Profilierung und Funktionsweise Bearbeiten Die Haftung von Strassenreifen zumindest auf trockener sauberer Fahrbahn entsteht fast ausschliesslich durch die Haftreibung der Laufflachen Gummimischung mit der mehr oder minder rauen Fahrbahnoberflache innerhalb der Reifenaufstandsflache Die Makrorauigkeit des Belages mit einer Rautiefe von 0 1 bis 10 mm ist mehr fur die Trockenhaftung ausschlaggebend wahrend die Mikrorauigkeit im Bereich zwischen 0 001 und 0 1 mm einen hoheren Einfluss auf die Nasshaftung hat 6 Fur das Zustandekommen dieser Haftreibung ist zumindest bei Trockenheit das Vorhandensein eines Reifenprofils grundsatzlich nachrangig Dieses ist jedoch bei Nasse notwendig Ableiten von Wasser aus der Aufstandsflache und hat weitere Aufgaben wie eine definierte Verformung der Reifenkontur in Schraglage oder die Steuerung der Reifenerwarmung durch die Walkarbeit siehe nachfolgender Abschnitt Gummimischung und Temperatur Spikes an einem Hinterrad einer Eisspeedway Maschine linke Seite Bei Gelandebereifung fur losen Untergrund ist hingegen uberwiegend die Profilierung ausschlaggebend da sich die mehr oder minder grob ausgepragten Profilklotze oder stollen in den weichen Untergrund eindrucken mussen um die notige Verzahnung herzustellen Bei Fahrten in schlammigen Gelande ist auch die Frage der Selbstreinigung des Profiles relevant da der Schlamm aus dem Profil durch die Raddrehung abgeschleudert werden muss um die Stollen nicht zuzuschmieren Fur Strassenfahrten sind reine Offroadreifen jedoch weniger geeignet da der hohe Negativanteil des Profiles und ein Verformen bis hin zum Umknicken der hohen Stollen auf Asphalt die maximale Haftung verhindern Fur diesen gemischten Einsatzzweck gibt es spezielle Endurobereifung die einen Kompromiss aus strassentauglichen Positiv Profilflachen mit mehr oder minder ausgepragten Profileinschnitten fur den leichten Gelandeeinsatz darstellt Die starkste Form Verzahnung mit dem Untergrund erreichen Spikereifen im Eisspeedway mit ihren bis zu 28 mm langen Stahlspikes womit die grossten Schraglagen im Motorradsport erreicht werden konnen Gilstern bezeichnet das heute nicht mehr ubliche Bearbeiten von Motorradreifen mit einem entsprechenden Werkzeug dem Gilsterhobel Durch eingeschnittene Feinrillen ahnlich den Lamellen eines PKW Winterreifens sollte die Strassenhaftung bei Regen und Schnee verbessert werden Gummimischung und Temperatur BearbeitenGrundsatzlich haften weichere Gummimischungen besser als hartere haben dafur einen starkeren Verschleiss und eine geringere Laufleistung Einige Hersteller verwenden auch in den verschiedenen Zonen der Laufflache verschiedene Mischungen weichere Aussenbereiche an den Schultern fur hohe Schraglagenhaftung und einen harteren mittleren Bereich fur den bei Geradeausfahrt starker beanspruchten Mittelteil der Laufflache um eine hohere Laufleistung und eine gleichmassigere Abnutzung der Kontur zu erreichen Der relative Haftungsbeiwert der Laufflachen Gummimischung ist jedoch neben ihrer chemischen Zusammensetzung in starkem Mass auch von ihrer Temperatur abhangig Ist der Gummi zu kalt erreicht er nicht die notwendige Elastizitat um sich mit der Rauigkeit des Strassenbelages zu verzahnen Daher ist es wichtig dass der Hersteller die Rezeptur der Laufflache so auswahlt dass wahrend der beim ublichen vorgesehenen Einsatz erreichten Reifentemperatur die Mischung ihre maximale Haftung erreicht Die Reifen erwarmen sich durch Walkarbeit und Schlupfreibung je nach Fahrweise unterschiedlich stark auch die Grundharte der Gummimischung hat hierauf Einfluss grundsatzlich harterer Gummi erwarmt sich durch Walkarbeit starker Als grober Anhaltspunkt kann bei normalen Strassentourenreifen ab 20 25 C Laufflachentemperatur mit ausreichend Haftung gerechnet werden ca bei 35 60 C wird das Haftungsmaximum erreicht Sport oder Rennreifen benotigen dafur hohere Temperaturen diese beginnen bei 65 C und erreichen im Betrieb bis zu 100 C Rennmotorrad mit Reifenheizdecken Ist die Reifentemperatur beispielsweise im Stadtverkehr bei zuruckhaltender Fahrweise oder auch kurz nach Fahrtantritt zu nieder erreicht der Reifen nur eine vergleichsweise geringe Haftung Andererseits kann ein Tourensportreifen der fur Standard oder Alltagsanwendung vom Aufwarmverhalten gut geeignet ist und schnell verlassliche Haftung bietet bei scharfer Fahrweise oder im Rennstreckeneinsatz so heiss werden dass das Temperaturfenster nach oben verlassen wird und die erzielbare Haftung rapide durch Schmieren des uberhitzten Gummis oder Laufflachenschaden abbaut und der Reifen extrem schnell verschleisst oder dauerhaft geschadigt wird Ein gegenteiliges Beispiel ware die Verwendung eines vermeintlich besser haftenden weichen Supersportreifens auf einem normal gefahrenen Alltagsfahrzeug der jedoch seine Vorzuge durch die nur schwer zu erreichende Mindestbetriebstemperatur nicht zur Geltung bringen kann und durch den dauernd zu kalten Zustand sogar ein Risiko in sich birgt Ein Extrem stellen Reifen mit reiner Rennmischung oder gar Slicks dar die rechtzeitig vor Fahrtantritt durch Reifenheizdecken auf ca 60 80 C gebracht werden mussen da diese Temperatur auch auf abgesperrten Rennstrecken rein durch Warmfahren nur langwierig und unter erhohtem Sturzrisiko erzielt werden kann Reifen dieser Art besitzen in der Regel keine Zulassung fur den offentlichen Strassenverkehr 7 8 Wegen dieser Zusammenhange muss der Nutzer beim Reifenkauf darauf achten einen von der Mischung und Auslegung zu seinem Nutzungsprofil passenden Reifen auszuwahlen 9 Ebenso ist immer zu beachten dass nicht nur Rennreifen sondern auch moderne Standardbereifung ihre maximale Haftung insbesondere bei geringen Aussentemperaturen erst nach einer gewissen Warmfahrstrecke erreicht Reifendimension BearbeitenEin Motorradreifen wird durch folgende Angaben bestimmt Reifenbreite in Millimeter oder Zoll Verhaltnis von Querschnitt zu Breite in Prozent Bauweise diagonal oder radial Felgendurchmesser in Zoll Tragfahigkeitsindex Geschwindigkeitsindex ggf Laufrichtung Diese Angaben sind meist auf den Seitenwanden des Reifens dauerhaft einvulkanisiert Aktuelle Bezeichnungen Bearbeiten Breite Verhaltnis Felge So bedeutet die Aufschrift 160 60ZR17 69W TL M C folgendes 160 bedeutet der Motorradreifen ist 160 mm breit 60 gibt das prozentuale Verhaltnis von Reifenquerschnitt zu Reifenbreite an in unserem Beispiel sind das 96 mm ZR Radialreifen fur Vmax uber 240 km h 17 gibt den Felgendurchmesser in Zoll an 69W Tragfahigkeitsindex 69 325 kg was die maximal zulassige Radlast angibt Geschwindigkeitsindex W bedeutet 270 km h Anm Die gesamte Radlast darf lt ECE R75 nicht bei voller Ausnutzung des Geschwindigkeitsindex in Anspruch genommen werden es sind oberhalb von 240 km h prozentuale Abschlage zu berucksichtigen Die Indizes in Klammern gesetzt bedeutet dass der Reifen auch fur noch hohere Geschwindigkeiten ausserhalb der Normangabe geeignet ist was jedoch fur den konkreten Anwendungsfall vom Hersteller zu bescheinigen ist TL ist eine Abkurzung fur Tubeless und bedeutet schlauchlos M C steht fur Motorcycle Pflichtkennung fur Amerika Diese Kennzeichnung muss spatestens seit Mai 2003 auch auf Motorrad und Rollerreifen in 13 Zoll bis 19 Zoll aufgebracht sein Die Aufschrift 130 80 18 69S TT bezeichnet einen Diagonalreifen und hierbei Der Bindestrich anstelle ZR deutet auf Diagonalbauweise hin TT Tube Type Reifen mit Schlauch S Geschwindigkeitssymbol hier 180 km h andere Angaben siehe oben Geschwindigkeitsklassen Klasse A1 A2 A3 A4 A5 A6 A7 A8 B C D E F G J Kkm h 5 10 15 20 25 30 35 40 50 60 65 70 80 90 100 110Klasse L M N P Q R S T U H V VR W ZR Y Y km h 120 130 140 150 160 170 180 190 200 210 240 gt 210 270 gt 240 300 gt 300 Ist eine Laufrichtung durch Pfeile auf der Seitenwand des Reifens angegeben muss das Rad beim Fahren in Pfeilrichtung rotieren Alphanumerische Grossenbezeichnung Bearbeiten Im nordamerikanischen Raum existieren noch alphanumerische Grossenbezeichnungen Harleygrossen fur Diagonalreifen deren metrische Entsprechung einer Referenztabelle entnommen werden kann 10 Dabei wird die Reifendimension in einer Buchstabenkombination bestehend aus einem M fur Motorcycle und einem Codebuchstaben fur die Reifenbreite angegeben gefolgt von einer Ziffer fur das Querschnittsverhaltnis und dem Felgendurchmesser Beispiel Die Reifendimension MR 90 17 bedeutet dass es sich um einen Motorradreifen M handelt der nach dem Kennbuchstaben R ca 130 mm breit ist und ein Querschnittsverhaltnis von 90 und 17 Zoll Felgendurchmesser hat Dies entspricht bei gleichem Querschnittsverhaltnis in etwa der metrischen Grosse 130 90 17 oder der alten Zollgrosse 4 50 17 Da die offizielle Codierung bei der Dimension MV 85 endet was ca 150 mm Breite entspricht aktuelle Modelle jedoch durchwegs breitere Reifen haben ist diese Bezeichnungssystematik weitgehend uberholt Auch bei US amerikanischen Zweiradern und Bereifungen wird in jungerer Zeit uberwiegend das international ubliche metrische Bezeichnungssystem angewandt 11 In der UN ECE Regelung Nr 75 sind diese Bezeichnungen in Anhang 5 Tabelle 7 Grossen und Abmessungen von amerikanischen Reifen aufgefuhrt Alte Bezeichnungen Bearbeiten Beispiel Vorne 3 25 S19 Hinten 4 00 S18 Die erste Zahl gibt bei Diagonalreifen die Reifenbreite in Zoll an Bei Radialreifen ist diese Angabe in mm Der Buchstabe steht fur den zulassigen Geschwindigkeitsbereich und die Zahl dahinter fur den Reifeninnendurchmesser von Wulst zu Wulst Reifenbindung Bearbeiten Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar Hilf mit die Situation in anderen Staaten zu schildern Die Reifenbezeichnungen der montierten Reifen mussen in Deutschland mit den Daten in der Zulassungsbescheinigung Teil 1 fruher Fahrzeugschein ubereinstimmen Gegebenenfalls ist auch eine spezifische Kombinationen aus Vorder und Hinterradbereifung einzuhalten Bei einigen Motorradern sind Hersteller und Modellbezeichnung der zu verwendenden Reifen genau vorgeschrieben Um etwas freier bei der Reifenwahl zu sein oder wenn die ursprunglich eingetragenen Reifentypen nicht mehr erhaltlich sind kann man diese Reifenbindung austragen lassen Besteht kein Herstellereintrag hat man die freie Wahl zwischen verschiedenen Fabrikaten nur die Reifendimensionen mussen beachtet werden Eine weitere Moglichkeit ist die Freigabebescheinigung Unbedenklichkeitsbescheinigung UBB eines Reifenherstellers Die darin fur den jeweiligen Motorradtyp genannten Reifen darf man montieren Die Freigabebescheinigung erweitert die Liste im Fahrzeugschein ohne burokratischen Aufwand das heisst eine Einzelabnahme nach 19 Abs 2 StVZO ist nicht erforderlich Sie gibt es beim Reifenhandler oder hersteller heute meist per Download von deren Website 12 Bitte den Hinweis zu Rechtsthemen beachten Luftdruck BearbeitenDie Fahrzeughersteller schreiben fur jeden Fahrzeugtyp genau den Reifenluftdruck vor Dieser beeinflusst das Fahrverhalten und damit die Fahrsicherheit sowie die Reifenlebensdauer Die Tragfahigkeit des Reifens hangt vom Luftdruck ab Daher wird dieser von manchen Herstellern jeweils fur das minimal beladene Einpersonenbetrieb sowie das voll beladene Fahrzeug angegeben andere Hersteller schreiben fur alle Beladungszustande einen einheitlichen Reifendruck vor Diese Informationen sind in der Bedienungsanleitung des Motorrads oder in den Empfehlungen des Reifenherstellers fur den jeweiligen Motorradtyp ersichtlich Die Reifenhersteller veroffentlichen dazu sogenannte Reifenhandbucher Beim Offroadeinsatz insbesondere beim Trial wird mit sehr geringem Reifendruck gefahren stellenweise unter 0 5 bar um die Reifenaufstandsflache zu erhohen Um zu verhindern dass die Reifendecke auf der Schlauchfelge wandert oder verrutscht und dadurch den Schlauch beschadigt werden pro Rad ein oder mehrere mit einmontierte Reifenhalter verwendet die per Gewindezug von der Felgenseite her die Reifenflanke von innen an das Felgenhorn drucken Profiltiefe BearbeitenDie Reifenprofiltiefe muss in Deutschland und der Schweiz mindestens 1 6 mm betragen entspricht 2 32 Zoll sonst ist der Reifen auszuwechseln Um schwindendes Restprofil leichter sichtbar zu machen sind in einigen Profilrillen im Rillengrund kleine Erhebungen eingearbeitet die sogenannten TWIs tread wear indicator Bei den meisten Motorradreifen zeigen die TWIs jedoch nur eine Restprofiltiefe von lediglich 0 8 mm an da dies einer amerikanischen Normhohe entspricht 13 In Deutschland hat der Motorradfahrer der mit weniger als 1 6 mm Profiltiefe unterwegs ist den gesetzlichen Grenzwert unterschritten 36 Abs 2 StVZO und muss mit Bussgeld und 1 Punkt im Fahreignungsregister rechnen Bei Fahrradern mit Hilfsmotor Kleinkraftradern und Leichtkraftradern genugt eine Profiltiefe von mindestens 1 mm Laufleistung BearbeitenDie Laufleistung ist die Strecke die ein Reifen vom Neuzustand bis zum meist durch Verschleiss notwendigen Wechsel zurucklegt Bei Strassenreifen ist spatestens beim Erreichen der Mindestprofiltiefe ein Wechsel notwendig umgangssprachlich ist der Reifen dann abgefahren Bei Gelandebereifung kann der Punkt ab dem der Reifen nicht mehr seinen Zweck ausreichend erfullt schon vor dem Erreichen der gesetzlichen Mindestprofiltiefe erreicht sein Beim Motorradreifen hangt die erreichbare Laufleistung von vielen Faktoren ab darunter Reifenfabrikat Reifentyp Sport Sporttouring Enduro individuelle Fahrweise haufiges Beschleunigen und Bremsen erhoht den Verschleiss Geschwindigkeit bei sehr hohen Geschwindigkeiten steigt der Verschleiss an Reifendruck bei falschem Reifendruck steigt der Verschleiss Gewicht Zuladung Wesentlich fur die Laufleistung sind die verwendeten Materialmischungen Man spricht dabei von weich fur Reifen mit grosser Bodenhaftung und hoherem Verschleiss und hart bei geringerer Bodenhaftung und niedrigerem Verschleiss Die Reifenhersteller bieten fur die unterschiedlichen Einsatzgebiete Rennstrecke Sport Touren Enduro speziell abgestimmte Reifen an Je nach Einsatzzweck sind die erreichbaren Laufleistungen dadurch sehr unterschiedlich Ein weicher Reifen speziell fur die Rennstrecke soll die bestmogliche Bodenhaftung haben muss aber haufig schon nach wenigen 100 km gewechselt werden Ein harterer Reifen fur Tourenfahrten hat immer noch eine gute Haftungsfahigkeit kann aber 10 000 km und mehr erreichen Alter BearbeitenAuch die kalendarische Lebensdauer eines Reifens ist begrenzt Die Reifenhersteller empfehlen einen Reifen der funf bis sechs Jahre alt ist zu ersetzen auch wenn noch Restprofil vorhanden ist Ein Reifen altert auch im Stillstand indem das Gummi verhartet bzw versprodet Seit den 1980er Jahren ist auf der Seitenwand des Reifens auch die sogenannte DOT Nummer einvulkanisiert Die ehemals dreistellige und heute vierstellige Zahl zeigt die Produktionswoche sowie das Produktionsjahr an Bei Reifen ab dem Jahr 2000 ist die Bezeichnung immer vierstellig beispielsweise 2203 22 Produktionswoche des Jahres 2003 Die Produktionswoche kann sich um eine Woche von der Kalenderwoche des jeweiligen Jahres unterscheiden Umgang mit neuen Reifen BearbeitenNeue Motorradreifen mussen eingefahren werden bevor sie vollumfanglich genutzt werden konnen Neue Motorradreifen sind mit einer Versiegelungsschicht und anhaftenden Resten des Trennmittels aus der Vulkanisierform uberzogen die zunachst durch vorsichtiges Einfahren beseitigt werden muss Durch schrittweises Erhohen des Neigungswinkels in den Kurven wird nach und nach auch die aussere Laufflache der Reifenkontur aufgeraut Fur das Einfahren konnen bis zu 200 Kilometer notig sein 14 Hersteller BearbeitenAuswahl von Herstellern Avon Bridgestone Continental Dunlop Maxxis Mefo Metzeler Michelin Mitas Pirelli Reifenwerk Heidenau SchwalbeSiehe auch BearbeitenThemenliste StrassenverkehrWeblinks Bearbeiten Commons Motorradreifen Sammlung von Bildern Videos und Audiodateien Grip Publikation des Institut fur Zweiradsicherheit e V Essen uber grundlegende Fakten zur Strassenhaftung von Motorradreifen PDF Datei abgerufen am 2 Mai 2016 Regelung Nr 75 der Wirtschaftskommission fur Europa der Vereinten Nationen UN ECE Einheitliche Bedingungen fur die Genehmigung der Luftreifen fur Kraftrader und Mopeds UN ECE R 75 abgerufen am 2 Mai 2016Einzelnachweise Bearbeiten Wie wirkt sich die Reifenbreite auf das Fahrverhalten aus Motorradonline de abgerufen 22 November 2015 Breitreifen ohne Ende Fahrtipps de abgerufen 22 November 2015 motorradonline de 360er Monster Reifen Und das fahrt doch abgerufen am 12 September 2016 Durchblick bei den Reifen Toff Magazin Schweiz In Toff Magazin 13 Februar 2017 abgerufen am 23 Februar 2018 Radialreifen mit 0 Grad Gurtel Motorradreifen In motorradonline de 25 Februar 2003 abgerufen am 8 Februar 2018 Alles uber Grip und Haftung So entsteht Grip motorradonline de abgerufen am 15 Mai 2016 Heisskleber Egal ob Tourenpneu oder Sportgummi nur wenn die Temperatur stimmt bauen Motorradreifen verlasslichen Grip auf Memento des Originals vom 1 Mai 2016 im Internet Archive Info Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht gepruft Bitte prufe Original und Archivlink gemass Anleitung und entferne dann diesen Hinweis 1 2 Vorlage Webachiv IABot www motorradonline de motorradonline de abgerufen am 1 Mai 2016 Fuhrer zur Bodenhaftung von Motorradern Ratgeberseite von reifen pneus online de abgerufen am 1 Mai 2016 Die verschiedenen Reifentypen fur Motorrader Ratgeberseite von reifen pneus online de abgerufen am 1 Mai 2016 Metzeler Technisches Handbuch 2016 Metzeler Comparative Chart for Metric Decimal Size Description Seite 300 Memento des Originals vom 2 Mai 2016 im Internet Archive Info Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht gepruft Bitte prufe Original und Archivlink gemass Anleitung und entferne dann diesen Hinweis 1 2 Vorlage Webachiv IABot www metzeler com E Booklet abgerufen am 1 Mai 2016 Tire Desigantions How To Read A Motorcycle Tire Online Publikation der AMA englische Sprache abgerufen am 2 Mai 2016 Motorradreifen Freigaben und Unbedenklichkeitserklarungen ausfuhrliche Information der ADAC Fahrzeugtechnik Stand 05 2015 Memento des Originals vom 2 Mai 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