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Mittelalter

Mittelalterlicher Eigenbegriff

Kogge (ma. Darstellung auf Stralsunder Siegel)

Das christliche Mittelalter sah sich selbst noch nicht als ein „Mittelalter“, sondern verstand sich heilsgeschichtlich als eine im Glauben allen anderen Zeitaltern überlegene aetas christiana („christliches Zeitalter“), die mit der Geburt Christi begann und erst mit dem Jüngsten Tag enden sollte. Während die vorausgegangenen Weltalter der Heilsgeschichte gemäß der Lehre von den drei, vier oder sechs Weltaltern (aetates mundi) noch weiter unterteilt wurden, gab es für die interne Periodisierung der aetas christiana kein fest etabliertes Epochenschema, sondern lediglich Ansätze, wie die Lehre von den sieben Perioden der Kirche (abgeleitet aus der Johannesapokalypse) oder die von Joachim von Fiore begründete Einteilung in eine Zeit des „Sohnes“ (von der Geburt Christi bis etwa 1260) und eine darauf folgende Zeit des „Geistes“.

Die Vorstellung, dass auch innerhalb der aetas christiana geschichtliche Entwicklung im Sinne von Fortschritt oder Verfall stattfinden könnte, war dem christlichen Mittelalter dabei keineswegs fremd. Sie war jedoch aus der Sicht der römischen Kirche prekär, weil diese einerseits eine Weiterentwicklung oder Überbietung der christlichen Lehre seit der Zeit des Evangeliums und der Kirchenväter nicht zulassen oder zugeben und andererseits auch die eigene Entwicklung nicht unter dem Gesichtspunkt des Verfalls betrachten lassen wollte. Soweit sich entsprechende Geschichtsvorstellungen mit kirchenkritischen Reformkonzepten und eschatologischen Berechnungen der Endzeit verbanden, wurden sie deshalb, wie die Lehre Joachims und seiner Nachfolger, von der römischen Kirche bekämpft.

In der politischen, dabei gleichfalls heilsgeschichtlich ausgerichteten Geschichtsbetrachtung traten Periodisierungsvorstellungen besonders in Form der Lehre von der Translatio imperii auf, wonach die römische Kaiserwürde zunächst auf die oströmischen Kaiser von Byzanz, dann in der renovatio imperii Karls des Großen auf die Franken und schließlich mit der Kaiserkrönung Ottos des Großen auf die Kaiser des römisch-deutschen Reiches übertragen wurde. Die Translatio-Lehre war mit der christlichen Weltalterlehre im Ansatz vereinbar, da sie die Vorzugsstellung und dogmatische Einheit der aetas christiana nicht in Frage stellte und ihr Konfliktpotential stattdessen in der Beziehung zwischen Papst und Kaisertum lag. Ein Periodensystem für die Geschichtsschreibung zur christlichen Epoche ergab sich jedoch aus dieser Vorstellung nicht.

Begriffsgeschichte

Der Begriff Mittelalter wurde in der Form medium aevum („mittleres Zeitalter“) erstmals im 14. Jahrhundert von italienischen Humanisten eingeführt, die damit dann in den beiden folgenden Jahrhunderten zugleich auch das Verständnis der eigenen Epoche als Epoche der Wiedergeburt (Renaissance) begründeten. In der humanistischen Geschichtsbetrachtung wurde der christliche Glaube nicht in seiner allgemeinen Verbindlichkeit, sondern in seiner Gültigkeit als Maßstab für die Bewertung der weltgeschichtlichen Entwicklung abgelöst und durch ein profangeschichtliches, nicht mehr primär von Theologen, sondern von Dichtern und Philologen konstruiertes Ideal der griechisch-römischen Antike ersetzt. Aus humanistischer Sicht war das Mittelalter ein „dunkles Zeitalter“ (aetas obscura), eine Epoche des Zerfalls und des Niedergangs, in der der sprachliche, literarische, technologische und zivilisatorische Entwicklungsstand der griechisch-römischen Antike bedingt durch den Zusammenbruch des Weströmischen Reiches verloren ging, um erst in der eigenen Zeit durch die Wiederentdeckung antiker Quellen und die Wiederbelebung antiker Stilnormen zum Gegenstand der Nachahmung (imitatio) oder sogar Überbietung (aemulatio) zu werden.

Mit dem humanistischen Begriff der aetas obscura verwandt, aber in der Bedeutung abweichend ist der besonders in der englischsprachigen Geschichts- und Frühgeschichtsforschung etablierte Begriff der „dunklen Jahrhunderte(Dark Ages), worunter allgemein Perioden fehlender oder in der Forschung noch nicht aufgearbeiteter schriftlicher bzw. archäologischer Überlieferung (Mittelalterarchäologie), meist als Zwischenphasen gegenüber vorausgegangenen, vergleichsweise besser dokumentierten Perioden verstanden werden. In der Geschichte Englands zum Beispiel bezeichnet man so den Zeitraum nach dem Ende der römischen Herrschaft bis in die Zeit der Einwanderung der Angeln, Sachsen und Jüten (etwa 5./6. Jahrhundert).

Der Begriff des Mittelalters etablierte sich in der Folgezeit als Epochenbegriff mit tendenziell abwertender Bedeutung, wobei die Epochengrenzen meist einerseits mit dem Ende des weströmischen Kaisertums im Jahr 476 und andererseits mit dem Ende des Oströmischen Reiches durch die osmanische Eroberung Konstantinopels von 1453 angesetzt wurden, letzteres auch im Hinblick darauf, dass byzantinische Gelehrte bei ihrer Flucht in den Westen wichtige griechische Handschriften mitbrachten, die dem lateinischen Mittelalter unbekannt geblieben oder nur durch arabische Übersetzungen bekannt geworden waren.

Eine dezidiert positive Neubewertung, zum Teil verbunden mit nostalgischer Verklärung und mit dem Bedürfnis nach Bestimmung der eigenen christlichen oder nationalen Wurzeln und Identität, kam erst in der Zeit der ausgehenden Aufklärung und besonders in der Romantik auf. Das war seit dem Ausgang des 18. Jahrhunderts ein wesentlicher Antrieb für die verstärkte philologische und historische Beschäftigung mit dem Mittelalter.

In der modernen Forschung, die sich auch neuer Fragestellungen und Methoden bedient, wird wesentlich differenzierter geurteilt. So werden die originären Leistungen des Mittelalters und die durchaus vorhandenen Kontinuitätslinien betont, so dass das Mittelalter nicht mehr wertend an der humanistischen Elle antiker „Größe“ gemessen wird. An die Stelle nationaler tritt häufig eine europäisch ausgerichtete Rückbesinnung, die die „Geburt Europas im Mittelalter“ (Jacques Le Goff) betont.

Außerhalb der Fachsprache werden heute Denk- oder Verhaltensweisen oder ganze Kulturen dennoch überspitzt als „mittelalterlich“ bezeichnet, um ihnen besondere Rückständigkeit und einen Mangel an Aufklärung und Humanität zuzuschreiben.

Nürnberger Burg als Beispiel für eine Burg im Mittelalter

Die Bezeichnung „Mittelalter“ bezieht sich in erster Linie auf die Geschichte des christlichen Abendlands vor der Reformation, denn der Begriff wird nur selten im Zusammenhang mit außereuropäischen Kulturen verwendet (siehe unten zum Begriff im Rahmen der Geschichte Indiens, Chinas und Japans). Er bezieht sich also hauptsächlich auf den europäischen Kontinent und die Britischen Inseln. Im Groben ordnet man das Mittelalter in die Zeit von 500 bzw. 600 n. Chr. bis etwa 1500 ein. Wesentlich konkreter sind folgende Bezugsdaten:

Das europäische Mittelalter erstreckt sich ungefähr vom Ausklang der Völkerwanderungszeit, deren Ende in der Forschung meistens in das Jahr 568 datiert wird, bis zum Zeitalter der Renaissance seit der Mitte des 15. Jahrhunderts bzw. bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts. Bezüglich der Problematik der Datierung des Beginns des Mittelalters und der folgenden Entwicklung siehe auch Ende der Antike, Spätantike und Frühmittelalter.

Die Datierungsansätze sind nicht immer einheitlich, denn es kommt entscheidend darauf an, welche Aspekte der Entwicklung betont werden und welche Region man jeweils betrachtet. Stellt man zum Beispiel den Einfluss des Islam und die Eroberung weiter Teile des einstmals römischen Gebietes durch die Araber in den Vordergrund und blickt eher auf den östlichen Mittelmeerraum als auf Westeuropa, so kann man Mohammeds Hidschra (622) oder den Beginn der arabischen Expansion (ab 632) als Ende der Spätantike und Beginn des Mittelalters sehen. Desgleichen gibt es unterschiedliche Datierungsmöglichkeiten für das Ende des Mittelalters, beispielsweise die Erfindung des Buchdrucks (um 1450), die Eroberung von Konstantinopel (1453), die Entdeckung Amerikas (1492), den Beginn der Reformation (1517) oder auch den großen Bauernkrieg (1525). Andere Ansätze weiten den Zeitraum noch stärker aus (sogenanntes „langes Mittelalter“ bis ins 19. Jahrhundert, wofür z. B. Jacques Le Goff eintritt), doch sind dies Minderheitsmeinungen.

Fokussiert man einzelne Länder, kann man zu verschiedenen Eckdaten kommen. So endete die Antike am Rhein oder in Britannien aufgrund der dortigen Entwicklungen während der Völkerwanderung deutlich früher als etwa in Italien, Kleinasien oder Syrien. Auf der anderen Seite war zum Beispiel zu Beginn des 15. Jahrhunderts in Italien bereits das Zeitalter der Renaissance angebrochen, während man die gleiche Zeit in England noch zum Mittelalter rechnet. Im Norden Europas folgt der Völkerwanderungszeit die „germanische Eisenzeit“, die in Schweden durch die Vendelzeit (650–800) abgelöst wird. In Skandinavien beginnt um 800 die Wikingerzeit, die 1050 endet und dann in das „nordische Mittelalter“ übergeht.

Otto I. empfängt nach dem Sieg über Berengar II. dessen Schwert als Zeichen der Unterwerfung (aus einer Handschrift um 1200)

Im deutschsprachigen Raum hat seit dem 19. Jahrhundert die von der Nationalidee beeinflusste, an der fränkischen und deutschen Herrschergeschichte orientierte Geschichtsschreibung das europäische Mittelalter bzw. die Geschichte Deutschlands im Mittelalter vornehmlich in drei Hauptphasen gegliedert:

Diese Trinität war an der Vorstellung von Aufstieg, Blüte und Verfall ausgerichtet, wird in der neueren Forschung aber sehr viel differenzierter betrachtet. Durch veränderte Fragestellungen, insbesondere auch die Berücksichtigung wirtschafts-, sozial- und kulturgeschichtlicher Aspekte, ging man allmählich von dem an der Herrschergeschichte ausgerichteten Ordnungsmodell ab und betonte die Veränderungen des 11./12. Jahrhunderts als entscheidende Zäsur des als Mittelalter bezeichneten Jahrtausends. Oft führt das dazu, dass man nur noch das frühere vom späteren Mittelalter unterscheidet. Von einzelnen Forschern vorgenommene abweichende Ein- und Zuordnungen sind auch von unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen beeinflusst.

Im englischsprachigen Raum spricht man aufgrund der Untergliederung von „the middle ages“, also in Pluralform von mehreren Zeitperioden.

Frühmittelalter

Hauptartikel: Frühmittelalter

Die Völkerwanderung wird von der Forschung als Bindeglied zwischen Spätantike und frühem Mittelalter angesehen. Mit dem Ende der Völkerwanderung, das traditionell mit dem Einfall der Langobarden in Italien im Jahr 568 verbunden wird (allerdings wird in der neueren Forschung auch teils die Zeit danach in die Betrachtung zumindest als Ausblick eingeschlossen), begann zumindest in West- und Mitteleuropa endgültig das Frühmittelalter. Der Übergang ist somit im 6. Jahrhundert fließend. In Ostrom bzw. Byzanz hingegen hielten sich antike Verwaltungsstrukturen noch einige Jahrzehnte länger; antike Kulturelemente wurden in Byzanz auch später noch gepflegt.

Frühmittelalterliche Bewaffnung:
Spatha, Sax, Franziska, Spangenhelm und Schildbuckel (Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg)

Im Frühmittelalter fanden viele einschneidende Entwicklungen statt, die Auswirkungen bis in die Moderne haben. Es vollzog sich eine Umformung des antiken römischen Erbes, doch trotz zahlreicher Brüche sind ebenso viele Kontinuitätslinien zu erkennen. Entgegen der älteren Deutung als „dunkle“ oder „rückständige“ Epoche wird das Frühmittelalter in der modernen Forschung wesentlich differenzierter betrachtet. Es ist sowohl von Kontinuitäten als auch vom Wandel im politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Bereich gekennzeichnet. Es vollzog sich die Teilung Europas und des Mittelmeerraums in einen christlichen und einen islamischen Teil sowie des christlichen Teils in einen lateinischen und einen orthodoxen, der den Kulturkreis von Byzanz umfasste. Mehrere der im Frühmittelalter entstandenen Reiche bildeten die Grundlage für heute noch existierende Staaten.

Die Christianisierung kam auch in bisher paganen („heidnischen“) Gebieten in Gang, zum Beispiel östlich des Rheins und später in Skandinavien, unter anderem durch die Tätigkeit irischer Missionare. Etwa um 500 trat der bedeutende Frankenkönig Chlodwig I. mit seinem Adel geschlossen zum katholischen Christentum über, dem Glaubensbekenntnis der gallischen Mehrheitsbevölkerung. Unter den Merowingern begann der Aufstieg des Frankenreichs, das schließlich auf der Grundlage der Überreste des Weströmischen Reiches und der Reiche mehrerer germanischer Völker (so der Burgunder und der Westgoten in Gallien) seine Vorherrschaft in West- und Mitteleuropa begründete. Seit dem späten 7. Jahrhundert lag die wahre Macht im Frankenreich jedoch bei den Karolingern, die von 751 bis ins 10. Jahrhundert die fränkischen Könige stellten. Die Angelsachsen siedelten sich seit der Mitte des 5. Jahrhunderts in Britannien an und gründeten dort mehrere Reiche (Heptarchie), bevor Alfred der Große im späten 9. Jahrhundert ein vereinigtes angelsächsisches Reich schuf. England wurde 1066 von den Normannen unter Wilhelm erobert. Das Langobardenreich in Italien blieb bis ins 8. Jahrhundert bestehen, als es von den Franken erobert wurde. In Hispanien entstand das Westgotenreich, das im frühen 8. Jahrhundert infolge der arabischen Angriffe zusammenbrach. Noch im 8. Jahrhundert begann dort von Asturien ausgehend die Reconquista, die Rückeroberung der arabisch besetzten Gebiete. Im maurischen Spanien (Al-Andalus) begann aber auch eine kulturelle Blütezeit. Die Islamische Expansion hatte auch für Byzanz dramatische Folgen, da weite Teile des Reiches (so Syrien, die Kornkammer Ägypten und Karthago) an die Araber fielen. Dennoch konnte Byzanz den Kernraum Kleinasien halten.

Das Frankenreich war das bedeutendste germanisch-romanische Nachfolgereich im Westen. Das 476 im Westen zusammengebrochene Römische Reich verkörperte während des gesamten Mittelalters einen wesentlichen Referenzpunkt politischen Denkens. Den Höhepunkt dieser Entwicklung stellte die Krönung Karls des Großen zum „römischen Kaiser“ (Translatio imperii) durch den Papst an Weihnachten des Jahres 800 dar. Karl erweiterte die Grenzen des Reiches und sorgte für eine kulturelle Neubelebung. Nach seinem Tod 814 zerfiel das Frankenreich jedoch allmählich. Aus der westlichen Hälfte entstand das spätere Frankreich, während sich aus der Osthälfte das Ostfrankenreich und daraus erst im Hochmittelalter das später sogenannte „Heilige Römische Reich“ entwickelte. Unter den Ottonen nahm das Ostfrankenreich eine quasi-hegemoniale Stellung im lateinischen Europa ein und expandierte; so nach Osten in slawisches Gebiet und nach Süden, wo das Reich nun auch Reichsitalien umfasste. Mit der Kaiserkrönung Ottos I. im Jahr 962 wurde das Kaisertum erneuert, im Gegenzug leisteten die Kaiser als weltliche Schutzherren der Kirche den Päpsten Sicherheitseide. Seit der Ottonenzeit kamen als Träger der erneuerten „römischen“ Kaiserwürde faktisch nur noch die ostfränkischen/römisch-deutschen Könige in Frage. Daneben hatte der Papst durch die sogenannte Pippinische Schenkung 754 neben seiner geistlichen auch weltliche Macht erhalten. Der jeweilige universale Geltungsanspruch von Kaiser und Papst sollte später (vor allem ab dem 11. Jahrhundert) häufiger zu Spannungen führen, wobei die entscheidende Frage war, ob der gekrönte Kaiser dem Papst untergeordnet sei oder nicht.

Gegen Ende des Frühmittelalters ereigneten sich die Raubzüge der Wikinger (ca. 800–1050) und der Magyaren („Ungarneinfälle“, ca. 900–955). Die Britischen Inseln und Nordfrankreich hatten am meisten unter den Angriffen der Wikinger zu leiden, wobei die Wikinger auch eigene Herrschaftsgebiete errichteten. Im 10. und 11. Jahrhundert kam es in den karolingischen Nachfolgereichen und im angelsächsischen England zu einer staatlichen Konsolidierung. Zusammen mit der Eroberung Nordafrikas und eines Großteils der Iberischen Halbinsel durch die Araber löschten diese Plünderungen die letzten spätantiken Strukturen aus. Es entstand in Westeuropa ein feudalistisches Wirtschaftssystem, allerdings sind in der neueren Forschung die Details umstritten. Wirtschaftlich spielte im Frühmittelalter im lateinischen Westen die Naturalwirtschaft eine Rolle, wobei das System der Grundherrschaft herauszustellen ist. Dennoch blieb die Geldwirtschaft ein wichtiger Faktor, und auch der Fernhandel kam nicht völlig zum Erliegen. Es kam auch wieder zu einem gewissen wirtschaftlichen Aufschwung. Wesentliche Kulturträger waren Byzanz, die Klöster, insbesondere die des Benediktinerordens, sowie die Gelehrten des arabisch-islamischen Kulturkreises, durch die zumindest ein Teil der antiken Literatur und Wissenschaften bewahrt werden konnte.

Hochmittelalter

Hauptartikel: Hochmittelalter
Ritterdarstellung im Codex Manesse, 14. Jahrhundert
Original-Doppelseite aus dem Reiner Musterbuch (Anfang 13. Jahrhundert)

Das Hochmittelalter war die Blütezeit des Rittertums, des Lehnswesens und des Minnesangs. Die Bevölkerung begann zu wachsen (begünstigt unter anderem durch landwirtschaftliche Fortschritte und die mittelalterliche Warmzeit), Handel und Gewerbe nahmen zu und zahlreiche Städte prosperierten. Es kam zu einer neuen kulturellen und wissenschaftlichen Entfaltung, wobei Bildung nun nicht länger ausschließlich dem Klerus vorbehalten war. Allerdings verlief die Entwicklung in den einzelnen Reichen recht unterschiedlich.

Das Hochmittelalter war eine Epoche der Auseinandersetzung zwischen weltlicher (Kaisertum/Imperium) und geistlicher (Papst/Sacerdotium) Universalgewalt im Investiturstreit. Dieser brach im römisch-deutschen Reich in der Regierungszeit Heinrichs IV. aus und konnte zwar durch Heinrich V. 1122 beigelegt werden; der universale Geltungsanspruch von Kaiser und Papst führte aber in der Folgezeit bis ins 14. Jahrhundert zu Konflikten. Das römisch-deutsche Reich verlor seine hegemoniale Stellung. Diese Machtstellung war während der Herrschaft der Salier durch den Investiturstreit und Konflikte zwischen Königtum und den Großen (so durch Missachtung der konsensualen Herrschaftspraxis seitens des Königtums) erschüttert worden. Den Staufern gelang es im 12./13. Jahrhundert nicht, den Verlust der Königsmacht im Reich zu verhindern, stattdessen gewannen die Landesherren an Einfluss. Die aktive Italienpolitik der römisch-deutschen Könige band zudem starke Kräfte in Reichsitalien. Friedrich I. versuchte unter Wahrung kaiserlicher Rechte und Ansprüche (Honor Imperii), die Herrschaftsgewalt in Reichsitalien zu stärken, konnte aber den Widerstand des Lombardenbundes nie völlig brechen und geriet zudem in Konflikt mit Papst Alexander III. Heinrich VI. gelang die Gewinnung des Königreichs Sizilien, das Heinrichs Sohn Friedrich II. zu seinem Herrschaftsmittelpunkt machte. Friedrich II. war gebildet und gilt als einer der bedeutendsten mittelalterlichen Kaiser, doch geriet er in Konflikt mit dem Papsttum. Nach seinem Tod 1250 brach die Machtstellung des staufischen Hauses im Reich faktisch zusammen.

In Nord- und Osteuropa bildeten sich im Zuge der Christianisierung (beginnend bereits im Frühmittelalter) neue Königreiche wie England (das 1066 von den Normannen erobert wurde, die auch in Unteritalien aktiv waren), Norwegen, Dänemark, Polen, Ungarn und Böhmen. Ebenso entstanden noch weiter im Osten unter dem Einfluss der Wikinger und orthodoxer Missionare aus dem Byzantinischen Reich, das um 1000 seinen Höhepunkt erreichte, weitere Reiche wie das Kiewer Reich. Während Byzanz durch den Vierten Kreuzzug im Jahre 1204 eine entscheidende Schwächung seiner Macht erfuhr, wurde das Reich der Kiewer Rus im Zuge des Mongolensturms zerstört; weitere osteuropäische Reiche (vor allem Polen und Ungarn) entgingen nur knapp dem Untergang.

Die Rückeroberung der von den Mauren eroberten Gebiete auf der Iberischen Halbinsel durch die benachbarten christlichen Königreiche wurde im Hochmittelalter weiter vorangetrieben. Auf Sizilien wurden die Araber von Normannen zurückgedrängt und das Königreich Sizilien gegründet, das neben der Insel auch Unteritalien umfasste. Im lateinischen Europa gewannen Frankreich und England zunehmend an politischem Einfluss. Das englische Haus Plantagenet verfügte über große Besitzungen in Frankreich, so dass die englischen Könige seit der Zeit Heinrichs II. für diese Territorien in Lehnsbindung zum französischen Königtum standen, was aber wiederholt zu Kampfhandlungen mit den französischen Königen führte. Die Macht des englischen Königtums war seit der Magna Carta von 1215 durch weitere Einbeziehung der Großen eingeschränkt, denen nun grundlegende Rechte zugestanden wurde. Das französische Königtum wiederum konsolidierte im 12./13. Jahrhundert seine Stellung, drängte unter Philipp II. den Einfluss der Plantagenets im 13. Jahrhundert zurück und festigte in der Zeit Ludwigs IX. die politische Stellung Frankreichs im lateinischen Europa. England und Frankreich verfügten über vergleichsweise effektive königliche Verwaltungssysteme und entwickelten sich langsam in „nationale Königreiche“, ohne aber bereits Nationalstaaten zu sein.

Nach dem Kreuzzugsaufruf Papst Urban II. auf der Synode von Clermont (1095) begannen die Kreuzzüge in den Orient. Erklärtes Ziel der Kreuzfahrer war die Befreiung der heiligen Stadt Jerusalem von den Sarazenen. Neben religiösen und sozialen Motiven veranlassten aber teilweise auch Beute- und Landgier die Kreuzfahrer zur Teilnahme an den Kreuzzügen. Den Kreuzfahrern gelang 1099 die Eroberung der Stadt Jerusalem und die Errichtung von vier sogenannten Kreuzfahrerstaaten, die aber bis 1291 nach und nach verlorengingen. Nach 1099 traten die religiösen Ziele bei den späteren Kreuzzügen in den Hintergrund, oftmals zugunsten von Machtpolitik und wirtschaftlichen Interessen. So wurden auch Kreuzzüge gegen Christen geführt (etwa 1204 gegen Byzanz und im Spätmittelalter in Italien gegen politische Gegner des Papsttums).

Im Laufe der Kreuzzüge entwickelte sich wieder der Fernhandel mit der Levante, von dem insbesondere die italienischen Stadtstaaten profitieren konnten, vor allem die Republik Venedig. Mit dem Handel gewann die Geldwirtschaft an Bedeutung. Ebenso gelangten neue bzw. wiederentdeckte Ideen nach Europa; so wurde zum Beispiel Aristoteles, dessen Schriften ins Lateinische übersetzt wurden, zur wichtigsten nicht-christlichen Autorität in der Scholastik. In Italien und später in Frankreich entstanden die ersten Universitäten. Vor allem in Mitteleuropa entstand das Zunftwesen, das die sozialen und wirtschaftlichen Vorgänge in den Städten stark prägte.

Die wichtigsten Ordensgemeinschaften des Hochmittelalters waren neben den Zisterziensern die Bettelorden der Franziskaner und Dominikaner. Daneben entstanden neue christliche Laienbewegungen, die von der katholischen Kirche als häretisch eingestuft wurden, darunter die Glaubensbewegungen der Katharer oder Waldenser. Die Inquisition wurde auch deshalb ins Leben gerufen, um gegen sogenannte Ketzer vorzugehen.

Spätmittelalter

Hauptartikel: Spätmittelalter
Städtisches Wohnhaus, Halberstadt

Europa erlebte nach Ansicht der älteren Forschung ab ca. 1300 eine gewisse Krisenzeit. Objektiv feststellbar sind etwa Klimaveränderungen, die sich nachteilig auswirkten, doch dominierte in Deutschland lange Zeit auch die Ansicht, dass es zu einer politischen Krisenzeit gekommen sei. Diese Forschungsdebatte betraf allerdings stärker die deutsche Mediävistik, weil dort die Abfolge des Mittelalters in drei Stufen prägend war. In Italien oder Frankreich wurde keine derartig scharfe Trennung vorgenommen. In der neueren deutschsprachigen Forschung wird wesentlich differenzierter geurteilt und unter anderem die Übergänge in die beginnende Neuzeit betont; hinzu kommen neue Forschungsansätze und neue Quellenbefunde. Insofern hat ein Paradigmenwechsel in der Spätmittelalterforschung stattgefunden.

Im Heiligen Römischen Reich (der Begriff taucht erstmals 1254 in den Quellen auf) verlor die ohnehin nicht besonders ausgeprägte Königsmacht weiter an Einfluss, während die Macht der zahlreichen weltlichen und geistlichen Landesherren erstarkte. Die Königswahl oblag seit dem Interregnum den Kurfürsten, die auch Einfluss auf die Reichspolitik nahmen. Das Königtum musste verstärkt eine Hausmachtpolitik betreiben, um den Verlust des schwindenden Reichsguts zu kompensieren, wobei die Häuser Habsburg, Luxemburg und Wittelsbach am einflussreichsten waren. Das Kaisertum wurde nach dem Ende der Stauferzeit durch die Kaiserkrönung Heinrichs VII. 1312 erneuert. In der Zeit seines Nachfolgers Ludwigs IV. kam es zum letzten Grundsatzkonflikt zwischen Kaisertum und Papsttum. Als bedeutendster Kaiser des Spätmittelalters wird in der Regel Karl IV. betrachtet, der den luxemburgischen Hausmachtkomplex erheblich vergrößerte. Eine Art Reichsgrundgesetz bildete die in seiner Regierungszeit erarbeitete Goldene Bulle von 1356. Das spätmittelalterliche römisch-deutsche Königtum litt dennoch unter erheblichen strukturellen Mängeln, so dass sich keine starke Zentralgewalt im Reich entwickelte. Mit dem Tod Kaiser Sigismunds im Jahr 1437 erlosch die männliche Linie der Luxemburger; ihr Erbe im Reich traten die Habsburger an, die bis zum Ende des Reichs 1806 fast kontinuierlich die römisch-deutschen Kaiser stellten. Die langen Regierungszeiten von Friedrich III. und Maximilian I. stabilisierten den habsburgischen Hausmachtkomplex, den Maximilian im Westen durch Teile des burgundischen Erbes noch einmal erweitern konnte. Eine angestrebte umfassende Reichsreform gelang jedoch nicht.

Im Jahre 1291 fiel Akkon, die letzte Festung der Kreuzfahrer im Nahen Osten, die Autorität des Papstes schwand im Zuge des sogenannten Abendländischen Schismas. Die schlimmste Katastrophe in der sogenannten Krise des 14. Jahrhunderts stellte jedoch die Pest dar, der „Schwarze Tod“, die ab 1347 von der Halbinsel Krim im Schwarzen Meer kommend die Länder Europas verheerte und zwischen einem Drittel und der Hälfte der europäischen Bevölkerung, vor allem in den Städten, das Leben kostete. Die Entvölkerung führte zu Aufständen und einem Wandel der Sozialstrukturen, die das Rittertum zugunsten des Bürgertums schwächten und in der katholischen Kirche einige Reformbewegungen auslösten. Während das Byzantinische Reich nach der Eroberung Konstantinopels 1204 während des Vierten Kreuzzuges langsam aber sicher seinem Untergang entgegenging, gewannen die christlichen Reiche auf der iberischen Halbinsel nach dem Sieg bei Las Navas de Tolosa im Jahre 1212 immer weiter an Boden. 1492 endete die Reconquista mit der Eroberung des Emirats von Granada. Infolge der Reconquista entstanden die christlichen Königreiche Portugal und Spanien (bestehend aus den vereinigten Reichen Aragon und Kastilien). Muslime und Juden, die nicht gewillt waren zum Christentum zu konvertieren, wurden aus Spanien vertrieben (Siehe auch: Alhambra-Edikt). 1453 fiel Konstantinopel an die osmanischen Türken, während im römisch-deutschen Reich der Buchdruck mit beweglichen Lettern erfunden wurde.

Im 14. Jahrhundert begann aufgrund von Erbstreitigkeiten um die französische Krone der Hundertjährige Krieg zwischen Frankreich und England. Von 1340 bis etwa 1420 behielten die Engländer weitgehend die Oberhand. Jeanne d’Arc, heute als die Jungfrau von Orleans bekannt, gab im frühen 15. Jahrhundert den Franzosen wieder Hoffnung, die bei Orleans 1429 einen Sieg errangen und in die Offensive gingen. Jeanne d'Arc wurde 1431 von den Engländern zum Tode verurteilt, doch Frankreich konnte den Krieg 1453 siegreich beenden. Während die französischen Könige aus dem Haus Valois nun bestrebt waren, ihre Macht wieder zu festigen, gerieten sie gleichzeitig in Konflikt mit dem Haus Burgund, einer Nebenlinie des französischen Königshauses, das eigene Interessen verfolgte. England litt in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts unter schweren inneren Unruhen, die schließlich zum offenen Thronkampf der Häuser York und Lancaster führten, der als die Rosenkriege bekannt ist. Am Ende setzte sich 1485 das Haus Tudor durch.

Kunst und Wissenschaften befanden sich im Spätmittelalter im Aufbruch. Die bereits im Hochmittelalter erfolgte Gründung der ersten Universitäten, vor allem in Italien (Bologna) und Frankreich (Paris), verhalf den Wissenschaften und der Philosophie zu einem neuen Aufschwung, denn sie verbreiten die Lehren antiker Gelehrter und ebneten so den Boden für die Epoche der Renaissance. Den Künstlern eröffneten sich neue Möglichkeiten dank Auftragsarbeiten für das selbstbewusste Bürgertum: Die bisher auf kirchliche Motive beschränkte Malerei wurde nun auf andere Bereiche ausgeweitet, auch die Dreidimensionalität wurde von den Malern entdeckt. Die Architektur lehnte sich infolge der Renaissancebewegung wieder an alte römische und griechische Vorbilder an.

Die Wirtschaft erlebte trotz der Pest eine Blüte. Das Spätmittelalter war die Zeit des aufsteigenden Bürgertums der Städte und der Geldwirtschaft. Genannt seien die italienischen Stadtstaaten, die Städte Flanderns und der Städtebund der Hanse an Nord- und Ostsee. Die Hanse bewirkte durch den schwunghaften Handel eine weitere Besiedelung Nord- und vor allem Osteuropas durch hauptsächlich deutsche Kolonisten (Siehe auch: Ostkolonisation). Durch die Handelskontakte entstanden daneben in Russland eine Reihe neuer Fürstentümer, die nach und nach das mongolische Joch abschüttelten. Aus dem mächtigsten von ihnen, dem Fürstentum Moskau, sollte sich später das russische Zarenreich entwickeln.

Ende des Mittelalters

Der Fall Konstantinopels in einer Darstellung aus dem 15. Jahrhundert

Wie hinsichtlich des Übergangs von der Antike ins Mittelalter, so sind auch für das Ende des Mittelalters verschiedene Forschungsansätze möglich. Es handelt sich letztlich um fließende Übergänge und nicht um einen zeitlich exakt datierbaren Bruch. Als wesentlich für den Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit betrachtet man im Allgemeinen die Zeit der Renaissance (je nach Land spätes 14. Jahrhundert bis 16. Jahrhundert), die Erfindung des modernen Buchdrucks mit beweglichen Lettern um 1450 und die damit beschleunigte Verschriftlichung des Wissens, die Entdeckung insbesondere der Neuen Welt durch Christoph Kolumbus 1492, oder auch den Verlust des Einflusses der institutionalisierten katholischen Kirche und den Beginn der Reformation. Diese Ereignisse sind alle zwischen der Mitte des 15. und der Schwelle zum 16. Jahrhundert anzusiedeln. Im selben Zeitraum kann man das Ende des Mittelalters in Deutschland auch mit der Reichsreform als dem verfassungsrechtlichen Ende des klassischen Feudalismus lokalisieren.

Angeführt wird ferner die Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen (1453), da mit dem Untergang des Byzantinischen Reiches das letzte lebendige Staatsgebilde der Antike unterging. Der dadurch ausgelöste Strom byzantinischer Flüchtlinge und Gelehrter nach Italien wird für den Beginn der Renaissance als mitverantwortlich angesehen. Darüber hinaus wurden die Handelsrouten nach Asien durch die Ausbreitung des Osmanischen Reiches blockiert, sodass westeuropäische Seefahrer neue Handelswege erkundeten. Die Suche nach einem Seeweg nach Indien führte unter anderem zur Entdeckung Amerikas 1492.

Die Juden waren im mittelalterlichen Europa eine Minderheit mit eigenen Traditionen, eigener Kultur, Sprache und Religion. Zunächst im Ostfrankenreich, dann im Heiligen Römischen Reich unterstanden sie in besonderer Weise dem König bzw. dem römisch-deutschen Kaiser, waren aber auch Schutzbefohlene anderer Herren. In Mitteleuropa interagierten sie mit einer ihnen feindlichen durch das Christentum geprägten Gesellschaft, auf der Iberischen Halbinsel bis zur Reconquista mit einer durch den Islam geprägten, die ihre Fähigkeiten zu nutzen wusste. Die im Mittelalter auf der Iberischen Halbinsel ansässigen Juden werden als Sefardim, die im übrigen Europa ansässigen als Aschkenasim bezeichnet.

Den Christen war es bis zum 15. Jahrhundert nach dem kanonischen Recht verboten, Geld gegen Zinsen zu verleihen. Nicht so den Juden. Da ihnen das Ausüben eines zunftgemäßen Gewerbes und die Beschäftigung mit dem Ackerbau verboten waren, verdienten sie sich ihren Lebensunterhalt im Handel, als Pfandleiher oder im Zins- und Wechselgeschäft.

Im Frühmittelalter kam es kaum zu gewaltsamen Übergriffen gegen Juden, die bereits im Frankenreich eine durchaus privilegierte Sonderstellung genossen, wenngleich sie rechtlich eingeschränkt waren. Bis zum Beginn des Ersten Kreuzzugs (1096) lebten die Juden im mittelalterlichen Europa relativ sicher. In dessen Verlauf wurden viele Juden dann jedoch vor die Wahl „Taufe oder Tod“ gestellt. Die Kreuzfahrer wollten sich zunächst der „Ungläubigen“ im eigenen Land entledigen. Tausende Juden, die nicht zum Christentum konvertieren wollten, wurden von den Kreuzfahrern erschlagen. Nur in sehr wenigen Fällen (so in Speyer durch den bischöflichen Stadtherrn) wurden Juden vor Übergriffen geschützt.

In der folgenden Zeit kam es immer wieder zu Ausweisungen von Juden und zu gewaltsamen Übergriffen, so auch in Frankreich und England im 13. Jahrhundert. Mit der Pest begann 1349 eine neue Welle von Pogromen an Juden. Sie wurden beschuldigt, die Brunnen vergiftet zu haben, um alle Christen auszurotten. Die Überlebenden ließen sich in Osteuropa nieder.

Das Spätmittelalter bis hinein in die frühe Neuzeit war geprägt durch zunehmende Judenfeindlichkeit. Die in den Städten ansässigen Juden wurden gezwungen, in Ghettos zu leben. Nach Lockerung des Zinsverbots der katholischen Kirche verloren sie an wirtschaftlicher Bedeutung. Zunehmend waren jetzt auch Christen – nun von der Kirche geduldet – als Kaufleute und als Geldverleiher tätig, darunter Bürger und hohe Geistliche. Aber nicht nur finanzielle, sondern auch politische und religiöse Ursachen schwächten die Position der Juden. In der durch das Christentum geprägten Gesellschaft wuchs der religiöse Hass gegen die Andersgläubigen. Im Zusammenwirken führten religiöse, sozialpsychologische, politische und wirtschaftliche Momente immer öfter zu antijüdischen Aktionen. Die Folge waren die Judenvertreibungen und Pogrome des Spätmittelalters, die erst im 16. Jahrhundert endeten.

Hauptartikel: Finsteres Mittelalter

Bereits in der Renaissance wurde die Epoche zwischen der Antike und der damaligen Gegenwart als ein Zeitalter betrachtet, in dem das Wissen und die Werte der antiken Kulturen in Vergessenheit geraten waren, woraus sich die kulturelle und geistige Unterlegenheit des Mittelalters ableiten ließ. Diese Bewertung wurde im 19. Jahrhundert im Zuge der aufkommenden Romantik übernommen und weiter ausgebaut, wobei die Rezeption vergangener Zeiten gemäß der Aufklärung, der Moral des Viktorianischen Zeitalters und durch „Fortschrittsgläubigkeit“ und Vernunftsorientierung beeinflusst wurde. Dadurch entstand im 19. Jahrhundert eine moderne und bis heute populäre Rezeption des historischen Mittelalters, die im Großen und Ganzen eher auf dem romantischen Zeitgeist als auf historischen Quellen basiert.

Im Laufe der Zeit haben sich auf diese Weise Vorstellungen vom historischen Mittelalter herausgebildet, die keine historische Grundlage haben und sich dennoch einer breiten Bekanntheit erfreuen.

Die Geschichte Indiens kennt eine Ausbreitung feudaler Strukturen nach dem Ende des Gupta-Reiches im Jahr 550, in dem das „goldene Zeitalter“ der klassischen Periode Indiens liegt. Das späte Gupta-Reich erlebte schon einen Niedergang und musste sich Angriffen der „Hunnen“ (Hunas, worunter wohl die Alchon zu verstehen sind) von Norden erwehren, die nach einer brutalen Herrschaft schließlich ein Machtvakuum hinterließen. Im nördlichen Indien erlebte die Gupta-Kultur unter der Herrschaft von Harshavardhana (606–647), dem letzten buddhistischen Großkönig der indischen Geschichte, noch einen Höhepunkt, bevor die zentralen Herrschaftsstrukturen zerfielen und die tatsächliche Macht auf lokale Fürsten überging. Der Zeitraum des Untergangs des Gupta-Reichs (6. Jahrhundert) wird als der Beginn der frühmittelalterlichen Periode der indischen Geschichte aufgefasst.

Die genaue Zuordnung als „Mittelalter“ dieser von wechselnden Herrschaften dominierten Zeit variiert dabei in der Forschung und hängt auch von der jeweiligen Betrachtungsweise ab, da sich das nördliche Indien und das südliche Indien geschichtlich verschieden entwickelten. Als wichtiges Merkmal des frühen indischen Mittelalters wird oft die Ausbildung hierarchisch-feudaler Vasallensysteme von etwa 600 bis zur Errichtung des Sultanats von Delhi im Jahr 1206 herangezogen. Im Norden kam es seit dem 8. Jahrhundert zur Ausbreitung des Islams. Der Beginn des späten Mittelalters wird auf die Errichtung des Sultanats datiert. Im Süden bildeten sich neue Fürstentümer im 7. Jahrhundert heraus (z. B. die Herrschaft der Pallava). Mangels Zäsur ist dort eine Unterscheidung zwischen frühem und späteren Mittelalter nur schwer zu fassen; das Sultanat breitet sich zwar zeitweise auch hier aus aus, die Herrschaft wurde jedoch wieder abgeschüttelt.

Das indische Mittelalter endete nach weit verbreiteter Auffassung im Zeitraum zwischen dem Einfall der Mongolen 1398 im Norden und den Veränderungen nach der Entdeckung eines europäischen Seewegs nach Indien um das Kap der Guten Hoffnung 1498.

Bezüglich der Geschichte Chinas wird in der modernen Forschung die Zeit vom Ende der Han-Dynastie bzw. deren faktischen Entmachtung bis zur Wiedervereinigung Chinas unter der Sui- und Tang-Dynastie im späten 6./frühen 7. Jahrhundert teils als „Mittelalter“ (im Sinne einer Übergangszeit von der staatlichen Zersplitterung hin zur Einheit) verstanden.

In der japanischen Geschichte wird die Zeit von ca. 1200 bis ca. 1600 (Kamakura-, Muromachi- und Azuchi-Momoyama-Zeit) als Japanisches Mittelalter bezeichnet. Diese Epoche zeichnete sich durch eine starke Dominanz des Buddhismus und des Feudalismus aus.

Der französische Afrikaspezialist François-Xavier Fauvelle-Aymar bezeichnet die Phase der Gründung der frühen afrikanischen Königreiche von der Nigerregion über die christlichen Königreichen in Nubien und bis nach Zimbabwe seit dem 6. Jahrhundert als afrikanisches Mittelalter.

Vereinzelt wird auch von einem mesoamerikanischen Mittelalter gesprochen.

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Wichtige Quellen sind im großen Umfang gesammelt in den Monumenta Germaniae Historica. Siehe auch die dt.-latein. Ausgaben der Freiherr-vom-Stein-Gedächtnisausgabe (FSGA); einen Quellenüberblick bieten die Geschichtsquellen des deutschen Mittelalters. Wichtige Quellen stellen u. a. neben der Geschichtsschreibung auch Konstitutionen und andere Aktenquellen dar. Von besonderer Bedeutung sind des Weiteren die Regesten (für das römisch-deutsche Reich die Regesta Imperii).

Eine hervorragende Bibliographie findet sich , zur Literatursuche eignet sich besonders gut der Opac der Regesta Imperii (). Ansonsten sei auf die Angaben im Lexikon des Mittelalters, den einschlägigen Bänden der Reihe Oldenbourg Grundriss der Geschichte (Bd. 4–9) sowie der Enzyklopädie deutscher Geschichte oder den Bibliographien der unten aufgeführten Werke verwiesen.

Nachschlagewerke und Überblickswerke

Epochenspezifische Darstellungen

Frühmittelalter

  • Hans-Werner Goetz: Europa im frühen Mittelalter. 500–1050 (= Handbuch der Geschichte Europas 2). Ulmer, Stuttgart 2003.
  • Arnold Angenendt: Das Frühmittelalter. Die westliche Christenheit von 400 bis 900. 3. Auflage. Kohlhammer, Stuttgart/ Berlin/ Köln 2001.
  • Mischa Meier: Geschichte der Völkerwanderung. Europa, Asien und Afrika vom 3. bis zum 8. Jahrhundert. C. H. Beck, München 2019, ISBN 978-3406739590.
  • Franz Neiske: Europa im frühen Mittelalter 500-1050. Eine Kultur- und Mentalitätsgeschichte. Primus, Darmstadt 2006, ISBN 978-3-89678-540-4.
  • Chris Wickham: The Inheritance of Rome: A History of Europe from 400 to 1000. Penguin, London 2009.
  • Roger Collins: Early Medieval Europe 300–1000. 3. überarbeitete Auflage. Palgrave, Basingstoke u. a. 2010.
  • Johannes Preiser-Kapeller: Jenseits von Rom und Karl dem Großen. Aspekte der globalen Verflechtung in der langen Spätantike, 300-800 n. Chr. Mandelbaum Verlag, Wien 2018.

Hochmittelalter

  • Hermann Jakobs: Kirchenreform und Hochmittelalter 1046–1215. 4. Auflage. Oldenbourg, München 1999.
  • Michael Borgolte: Europa entdeckt seine Vielfalt. 1050–1250 (= Handbuch der Geschichte Europas 3). Ulmer, Stuttgart 2002.
  • Peter Dinzelbacher: Europa im Hochmittelalter 1050–1250. Eine Kultur- und Mentalitätsgeschichte. Primus, Darmstadt 2003, ISBN 978-3-89678-474-2.
  • Wilfried Hartmann: Der Investiturstreit. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage. Oldenbourg, München 2007.
  • Thomas Asbridge: Die Kreuzzüge. Klett-Cotta, Stuttgart 2010.

Spätmittelalter

  • Ulf Dirlmeier, Gerhard Fouquet, Bernd Fuhrmann: Europa im Spätmittelalter 1215–1378. Oldenbourg, München 2003.
  • Johannes Grabmayer: Europa im späten Mittelalter 1250–1500. Eine Kultur- und Mentalitätsgeschichte. Primus, Darmstadt 2004, ISBN 978-3-89678-475-9.
  • Michael North: Europa expandiert. 1250–1500 (= Handbuch der Geschichte Europas 4). Ulmer, Stuttgart 2007.
  • John Watts: The Making of Polities: Europe, 1300–1500. Cambridge University Press, Cambridge 2009.
  • Bernd Schneidmüller: Grenzerfahrung und monarchische Ordnung: Europa 1200–1500. C. H. Beck, München 2011.

Einführungen und einzelne Themenbereiche

Commons: Mittelalter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Mittelalter – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  • In: timms.uni-tuebingen.de. Abgerufen am 13. November 2015.
  • (Quellen in englischer Übersetzung)
  • Mathias Kluge, abgerufen am 21. Januar 2017.
  • Ingrid Heidrich: (Memento vom 23. Dezember 2011 im Internet Archive) (überarbeitete elektronische Fassung von Einführung in die Geschichte des europäischen Mittelalters, H-C-I, Bad Münstereifel 2003, ISBN 3-00-010998-6)
  • als Volltext online bei Lexikus
  • , engl. Fachzeitschrift, Ausgaben 1984–2000 als Volltext online
  1. Thomas Bauer: Warum es kein islamisches Mittelalter gab. Das Erbe der Antike und der Orient. München 2018; John Freely: Platon in Bagdad: Wie das Wissen der Antike zurück nach Europa kam. Stuttgart 2012.
  2. Vgl. dazu kritisch z. B. František Graus: Lebendige Vergangenheit. Überlieferung im Mittelalter und in den Vorstellungen vom Mittelalter. Köln/Wien 1975.
  3. Vgl. etwa Hans-Werner Goetz: Moderne Mediävistik. Stand und Perspektiven der Mittelalterforschung. Darmstadt 1999; Hans-Werner Goetz, Jörg Jarnut (Hrsg.): Mediävistik im 21. Jahrhundert. München 2003.
  4. Knapper Überblick unter anderem bei Martina Hartmann: Mittelalterliche Geschichte studieren. Konstanz 2004, S. 42 ff.
  5. Vgl. Jacques Le Goff: Pour un long Moyen Age. In: Europe 61 (1983), S. 19–24.
  6. Edward Peters, Michael Frassetto: . In: Encyclopædia Britannica.com, abgerufen am 28. Februar 2018 (englisch).
  7. Zu dieser Zeit und den damit verbundenen Forschungsproblemen siehe nun vor allem Mischa Meier: Geschichte der Völkerwanderung. Europa, Asien und Afrika vom 3. bis zum 8. Jahrhundert. München 2019.
  8. Peter Thorau: Die Kreuzzüge. 4. Auflage. München 2012, ISBN 978-3-406-50838-7, S. 43.
  9. Siehe einführend Ulf Dirlmeier, Gerhard Fouquet, Bernd Fuhrmann: Europa im Spätmittelalter 1215–1378. München 2003, S. 153ff. Vgl. auch Bernd Schneidmüller: Konsens – Territorialisierung – Eigennutz. Vom Umgang mit spätmittelalterlicher Geschichte. In: Frühmittelalterliche Studien 39, 2005, S. 225–246.
  10. Leo Trepp: Die Juden. Volk, Geschichte, Religion. Hamburg 1998, ISBN 3-499-60618-6, S. 66 ff.
  11. Erich Fromm: Das jüdische Gesetz. Zur Soziologie des Diaspora-Judentums, Dissertation von 1922. Die Lage der Juden vor der Emanzipation, 1999, ISBN 3-453-09896-X, S. 99 f.
  12. Fritz Backhaus: Die Hostienschändungsprozesse von Sternberg (1492) und Berlin (1510) und die Ausweisung der Juden aus. In: Jahrbuch für Brandenburgische Landesgeschichte. Band 39 (1988), S. 7–26.
  13. Markus J. Wenninger: Man bedarf keiner Juden mehr, Ursachen und Hintergründe ihrer Vertreibung aus den deutschen Reichsstädten im 15. Jahrhundert. Graz 1981, ISBN 3-205-07152-2. (= Beiheft zum Archiv für Kulturgeschichte 14)
  14. Regine Pernoud: Those Terrible Middle Ages: Debunking the Myths. Ignatius Press, 2000
  15. Vgl. Hermann Kulke, Dietmar Rothermund: Geschichte Indiens. Von der Induskultur bis heute. 2. Sonderaufl. München 2010, S. 139ff.
  16. Vgl. Hermann Kulke: Gibt es ein indisches Mittelalter? In: Saeculum 33 (1982), S. 221–239.
  17. Vgl. Jacques Gernet: Die chinesische Welt. Frankfurt 1997, S. 148ff.; Kai Vogelsang: Geschichte Chinas. 3. durchgesehene und aktualisierte Auflage, Stuttgart 2013, S. 171ff. (der allerdings bereits die späte Han-Zeit zum Mittelalter rechnet).
  18. François-Xavier Fauvelle-Aymar: Das goldene Rhinozeros. Afrika im Mittelalter. Beck, München 2017.
  19. Bryan Keene (Hrsg.) Toward a Global Middle Ages: Encountering the World through Illuminated Manuscripts. Paul Getty Museum, Los Angeles 2019, S. 73.
  20. .
Normdaten (Sachbegriff): GND:(, )

Mittelalter
mittelalter, epoche, sprache, beobachten, bearbeiten, dieser, artikel, behandelt, historische, epoche, wissenschaftlichen, zeitschrift, siehe, wird, epoche, europäischen, geschichte, zwischen, ende, antike, beginn, neuzeit, also, etwa, zeit, zwischen, jahrhund. Mittelalter Epoche Sprache Beobachten Bearbeiten Dieser Artikel behandelt die historische Epoche Zur wissenschaftlichen Zeitschrift siehe Das Mittelalter Als Mittelalter wird die Epoche in der europaischen Geschichte zwischen dem Ende der Antike und dem Beginn der Neuzeit also etwa die Zeit zwischen dem 6 und 15 Jahrhundert bezeichnet Sowohl der Beginn als auch das Ende des Mittelalters sind Gegenstand der wissenschaftlichen Diskussion und werden recht unterschiedlich angesetzt Im Ubergang von der Spatantike ins Fruhmittelalter zerbrach die politische und kulturelle Einheit des durch die griechisch romische Antike gepragten Mittelmeerraums Wahrend das Byzantinische Reich im Osten intakt blieb ging das Westreich 476 unter Es bildeten sich neue Reiche innerhalb wie das Frankenreich das Westgotenreich auf der Iberischen Halbinsel und die Reiche der Angelsachsen in Britannien und ausserhalb wie die Herrschaften der Slawen in Ost und Sudosteuropa und die neuen Reichsbildungen in Skandinavien des ehemaligen westromischen Reichs Bevolkert waren diese Reiche von der ansassigen romanisierten Bevolkerung und in der Volkerwanderungszeit eingewanderten Gruppen germanische Stamme und Slawen Wahrend der antike Kernraum bereits christlich gepragt war wurden im Mittelalter die ubrigen paganen heidnischen Gebiete Europas christianisiert Im Fruhmittelalter bildete sich im Wesentlichen die politische Grundordnung spaterer Zeiten heraus Das anschliessende Hochmittelalter war gekennzeichnet durch den Aufschwung von Wirtschaft Wissenschaft und Kultur Im Spatmittelalter erfolgte der langsame Ubergang in die Fruhe Neuzeit Mit dem Islam entstand im 7 Jahrhundert eine neue Religion die sich infolge der arabischen Eroberungen in West und Mittelasien Nordafrika und auch in Teilen Sudeuropas ausbreitete bevor christliche Herrscher die Ruckeroberung in Spanien Reconquista und Suditalien Sizilien einleiteten In Sudosteuropa hingegen drangen seit dem spaten 14 Jahrhundert die Osmanen weiter vor Die vorherrschende Gesellschafts und Wirtschaftsform des Mittelalters war der Feudalismus Grundzuge dieser Zeit waren eine nach Standen geordnete Gesellschaft ein durch das Christentum bestimmtes Weltbild eine christlich gepragte Wissenschaft und Literatur Architektur Kunst und Kultur sowie Latein als gemeinsame ubergreifende Bildungssprache Nach dem Grossen Schisma von 1054 strebte sowohl die katholische Kirche als auch die orthodoxe Kirche die Einheit des Christentums unter ihrem Dach an Diese Bemuhungen scheiterten jedoch Von grosser Bedeutung fur das christliche Europa waren die Juden Auf Grund des Zinsverbots der katholischen Kirche waren den Christen Geldgeschafte verboten nicht aber den andersglaubigen Juden Sie waren Schutzbefohlene der Landesherren und wurden als Minderheit nur widerwillig geduldet Aufgrund des Antijudaismus im Mittelalter waren sie Opfer von Judenpogromen und Vertreibungen Romanische Kirche St Michael in Hildesheim Cite von Carcassonne Inhaltsverzeichnis 1 Der Begriff Mittelalter 1 1 Mittelalterlicher Eigenbegriff 1 2 Begriffsgeschichte 2 Zeitliche Einordnung 3 Untergliederung des Mittelalters 3 1 Fruhmittelalter 3 2 Hochmittelalter 3 3 Spatmittelalter 3 4 Ende des Mittelalters 4 Juden im mittelalterlichen Europa 5 Populare Mythen Missverstandnisse und historische Streitpunkte 6 Indisches Mittelalter 7 Chinesisches Mittelalter 8 Japanisches Mittelalter 9 Afrikanisches Mittelalter 10 Mesoamerikanisches Mittelalter 11 Siehe auch 12 Literatur 12 1 Nachschlagewerke und Uberblickswerke 12 2 Epochenspezifische Darstellungen 12 3 Einfuhrungen und einzelne Themenbereiche 13 Weblinks 14 AnmerkungenDer Begriff Mittelalter Mittelalterlicher Eigenbegriff Kogge ma Darstellung auf Stralsunder Siegel Das christliche Mittelalter sah sich selbst noch nicht als ein Mittelalter sondern verstand sich heilsgeschichtlich als eine im Glauben allen anderen Zeitaltern uberlegene aetas christiana christliches Zeitalter die mit der Geburt Christi begann und erst mit dem Jungsten Tag enden sollte Wahrend die vorausgegangenen Weltalter der Heilsgeschichte gemass der Lehre von den drei vier oder sechs Weltaltern aetates mundi noch weiter unterteilt wurden gab es fur die interne Periodisierung der aetas christiana kein fest etabliertes Epochenschema sondern lediglich Ansatze wie die Lehre von den sieben Perioden der Kirche abgeleitet aus der Johannesapokalypse oder die von Joachim von Fiore begrundete Einteilung in eine Zeit des Sohnes von der Geburt Christi bis etwa 1260 und eine darauf folgende Zeit des Geistes Die Vorstellung dass auch innerhalb der aetas christiana geschichtliche Entwicklung im Sinne von Fortschritt oder Verfall stattfinden konnte war dem christlichen Mittelalter dabei keineswegs fremd Sie war jedoch aus der Sicht der romischen Kirche prekar weil diese einerseits eine Weiterentwicklung oder Uberbietung der christlichen Lehre seit der Zeit des Evangeliums und der Kirchenvater nicht zulassen oder zugeben und andererseits auch die eigene Entwicklung nicht unter dem Gesichtspunkt des Verfalls betrachten lassen wollte Soweit sich entsprechende Geschichtsvorstellungen mit kirchenkritischen Reformkonzepten und eschatologischen Berechnungen der Endzeit verbanden wurden sie deshalb wie die Lehre Joachims und seiner Nachfolger von der romischen Kirche bekampft In der politischen dabei gleichfalls heilsgeschichtlich ausgerichteten Geschichtsbetrachtung traten Periodisierungsvorstellungen besonders in Form der Lehre von der Translatio imperii auf wonach die romische Kaiserwurde zunachst auf die ostromischen Kaiser von Byzanz dann in der renovatio imperii Karls des Grossen auf die Franken und schliesslich mit der Kaiserkronung Ottos des Grossen auf die Kaiser des romisch deutschen Reiches ubertragen wurde Die Translatio Lehre war mit der christlichen Weltalterlehre im Ansatz vereinbar da sie die Vorzugsstellung und dogmatische Einheit der aetas christiana nicht in Frage stellte und ihr Konfliktpotential stattdessen in der Beziehung zwischen Papst und Kaisertum lag Ein Periodensystem fur die Geschichtsschreibung zur christlichen Epoche ergab sich jedoch aus dieser Vorstellung nicht Begriffsgeschichte Der Begriff Mittelalter wurde in der Form medium aevum mittleres Zeitalter erstmals im 14 Jahrhundert von italienischen Humanisten eingefuhrt die damit dann in den beiden folgenden Jahrhunderten zugleich auch das Verstandnis der eigenen Epoche als Epoche der Wiedergeburt Renaissance begrundeten In der humanistischen Geschichtsbetrachtung wurde der christliche Glaube nicht in seiner allgemeinen Verbindlichkeit sondern in seiner Gultigkeit als Massstab fur die Bewertung der weltgeschichtlichen Entwicklung abgelost und durch ein profangeschichtliches nicht mehr primar von Theologen sondern von Dichtern und Philologen konstruiertes Ideal der griechisch romischen Antike ersetzt Aus humanistischer Sicht war das Mittelalter ein dunkles Zeitalter aetas obscura eine Epoche des Zerfalls und des Niedergangs in der der sprachliche literarische technologische und zivilisatorische Entwicklungsstand der griechisch romischen Antike bedingt durch den Zusammenbruch des Westromischen Reiches verloren ging um erst in der eigenen Zeit durch die Wiederentdeckung antiker Quellen und die Wiederbelebung antiker Stilnormen zum Gegenstand der Nachahmung imitatio oder sogar Uberbietung aemulatio zu werden Mit dem humanistischen Begriff der aetas obscura verwandt aber in der Bedeutung abweichend ist der besonders in der englischsprachigen Geschichts und Fruhgeschichtsforschung etablierte Begriff der dunklen Jahrhunderte Dark Ages worunter allgemein Perioden fehlender oder in der Forschung noch nicht aufgearbeiteter schriftlicher bzw archaologischer Uberlieferung Mittelalterarchaologie meist als Zwischenphasen gegenuber vorausgegangenen vergleichsweise besser dokumentierten Perioden verstanden werden In der Geschichte Englands zum Beispiel bezeichnet man so den Zeitraum nach dem Ende der romischen Herrschaft bis in die Zeit der Einwanderung der Angeln Sachsen und Juten etwa 5 6 Jahrhundert Der Begriff des Mittelalters etablierte sich in der Folgezeit als Epochenbegriff mit tendenziell abwertender Bedeutung wobei die Epochengrenzen meist einerseits mit dem Ende des westromischen Kaisertums im Jahr 476 und andererseits mit dem Ende des Ostromischen Reiches durch die osmanische Eroberung Konstantinopels von 1453 angesetzt wurden letzteres auch im Hinblick darauf dass byzantinische Gelehrte bei ihrer Flucht in den Westen wichtige griechische Handschriften mitbrachten die dem lateinischen Mittelalter unbekannt geblieben oder nur durch arabische Ubersetzungen bekannt geworden waren 1 Eine dezidiert positive Neubewertung zum Teil verbunden mit nostalgischer Verklarung und mit dem Bedurfnis nach Bestimmung der eigenen christlichen oder nationalen Wurzeln und Identitat kam erst in der Zeit der ausgehenden Aufklarung und besonders in der Romantik auf 2 Das war seit dem Ausgang des 18 Jahrhunderts ein wesentlicher Antrieb fur die verstarkte philologische und historische Beschaftigung mit dem Mittelalter In der modernen Forschung die sich auch neuer Fragestellungen und Methoden bedient wird wesentlich differenzierter geurteilt 3 So werden die originaren Leistungen des Mittelalters und die durchaus vorhandenen Kontinuitatslinien betont so dass das Mittelalter nicht mehr wertend an der humanistischen Elle antiker Grosse gemessen wird An die Stelle nationaler tritt haufig eine europaisch ausgerichtete Ruckbesinnung die die Geburt Europas im Mittelalter Jacques Le Goff betont Ausserhalb der Fachsprache werden heute Denk oder Verhaltensweisen oder ganze Kulturen dennoch uberspitzt als mittelalterlich bezeichnet um ihnen besondere Ruckstandigkeit und einen Mangel an Aufklarung und Humanitat zuzuschreiben Zeitliche Einordnung Nurnberger Burg als Beispiel fur eine Burg im Mittelalter Die Bezeichnung Mittelalter bezieht sich in erster Linie auf die Geschichte des christlichen Abendlands vor der Reformation denn der Begriff wird nur selten im Zusammenhang mit aussereuropaischen Kulturen verwendet siehe unten zum Begriff im Rahmen der Geschichte Indiens Chinas und Japans Er bezieht sich also hauptsachlich auf den europaischen Kontinent und die Britischen Inseln Im Groben ordnet man das Mittelalter in die Zeit von 500 bzw 600 n Chr bis etwa 1500 ein Wesentlich konkreter sind folgende Bezugsdaten Das europaische Mittelalter erstreckt sich ungefahr vom Ausklang der Volkerwanderungszeit deren Ende in der Forschung meistens in das Jahr 568 datiert wird bis zum Zeitalter der Renaissance seit der Mitte des 15 Jahrhunderts bzw bis zum Beginn des 16 Jahrhunderts Bezuglich der Problematik der Datierung des Beginns des Mittelalters und der folgenden Entwicklung siehe auch Ende der Antike Spatantike und Fruhmittelalter Die Datierungsansatze sind nicht immer einheitlich denn es kommt entscheidend darauf an welche Aspekte der Entwicklung betont werden und welche Region man jeweils betrachtet 4 Stellt man zum Beispiel den Einfluss des Islam und die Eroberung weiter Teile des einstmals romischen Gebietes durch die Araber in den Vordergrund und blickt eher auf den ostlichen Mittelmeerraum als auf Westeuropa so kann man Mohammeds Hidschra 622 oder den Beginn der arabischen Expansion ab 632 als Ende der Spatantike und Beginn des Mittelalters sehen Desgleichen gibt es unterschiedliche Datierungsmoglichkeiten fur das Ende des Mittelalters beispielsweise die Erfindung des Buchdrucks um 1450 die Eroberung von Konstantinopel 1453 die Entdeckung Amerikas 1492 den Beginn der Reformation 1517 oder auch den grossen Bauernkrieg 1525 Andere Ansatze weiten den Zeitraum noch starker aus sogenanntes langes Mittelalter bis ins 19 Jahrhundert wofur z B Jacques Le Goff eintritt 5 doch sind dies Minderheitsmeinungen Fokussiert man einzelne Lander kann man zu verschiedenen Eckdaten kommen So endete die Antike am Rhein oder in Britannien aufgrund der dortigen Entwicklungen wahrend der Volkerwanderung deutlich fruher als etwa in Italien Kleinasien oder Syrien Auf der anderen Seite war zum Beispiel zu Beginn des 15 Jahrhunderts in Italien bereits das Zeitalter der Renaissance angebrochen wahrend man die gleiche Zeit in England noch zum Mittelalter rechnet Im Norden Europas folgt der Volkerwanderungszeit die germanische Eisenzeit die in Schweden durch die Vendelzeit 650 800 abgelost wird In Skandinavien beginnt um 800 die Wikingerzeit die 1050 endet und dann in das nordische Mittelalter ubergeht Untergliederung des Mittelalters Otto I empfangt nach dem Sieg uber Berengar II dessen Schwert als Zeichen der Unterwerfung aus einer Handschrift um 1200 Im deutschsprachigen Raum hat seit dem 19 Jahrhundert die von der Nationalidee beeinflusste an der frankischen und deutschen Herrschergeschichte orientierte Geschichtsschreibung das europaische Mittelalter bzw die Geschichte Deutschlands im Mittelalter vornehmlich in drei Hauptphasen gegliedert Fruhmittelalter 6 Jahrhundert bis Anfang Mitte des 11 Jahrhunderts die Epoche der Merowinger Karolinger und Ottonen Hochmittelalter Anfang Mitte des 11 Jahrhunderts bis ca 1250 die Zeit der Salier und Staufer Spatmittelalter ca 1250 bis ca 1500 in der alteren Forschung auch als der Herbst des Mittelalters bezeichnet nach dem Scheitern der klassischen Kaiseridee Habsburger und Luxemburger Diese Trinitat war an der Vorstellung von Aufstieg Blute und Verfall ausgerichtet wird in der neueren Forschung aber sehr viel differenzierter betrachtet Durch veranderte Fragestellungen insbesondere auch die Berucksichtigung wirtschafts sozial und kulturgeschichtlicher Aspekte ging man allmahlich von dem an der Herrschergeschichte ausgerichteten Ordnungsmodell ab und betonte die Veranderungen des 11 12 Jahrhunderts als entscheidende Zasur des als Mittelalter bezeichneten Jahrtausends Oft fuhrt das dazu dass man nur noch das fruhere vom spateren Mittelalter unterscheidet Von einzelnen Forschern vorgenommene abweichende Ein und Zuordnungen sind auch von unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen beeinflusst Im englischsprachigen Raum spricht man aufgrund der Untergliederung von the middle ages also in Pluralform von mehreren Zeitperioden 6 Fruhmittelalter Hauptartikel Fruhmittelalter Die Volkerwanderung wird von der Forschung als Bindeglied zwischen Spatantike und fruhem Mittelalter angesehen Mit dem Ende der Volkerwanderung das traditionell mit dem Einfall der Langobarden in Italien im Jahr 568 verbunden wird allerdings wird in der neueren Forschung auch teils die Zeit danach in die Betrachtung zumindest als Ausblick eingeschlossen 7 begann zumindest in West und Mitteleuropa endgultig das Fruhmittelalter Der Ubergang ist somit im 6 Jahrhundert fliessend In Ostrom bzw Byzanz hingegen hielten sich antike Verwaltungsstrukturen noch einige Jahrzehnte langer antike Kulturelemente wurden in Byzanz auch spater noch gepflegt Fruhmittelalterliche Bewaffnung Spatha Sax Franziska Spangenhelm und Schildbuckel Germanisches Nationalmuseum Nurnberg Im Fruhmittelalter fanden viele einschneidende Entwicklungen statt die Auswirkungen bis in die Moderne haben Es vollzog sich eine Umformung des antiken romischen Erbes doch trotz zahlreicher Bruche sind ebenso viele Kontinuitatslinien zu erkennen Entgegen der alteren Deutung als dunkle oder ruckstandige Epoche wird das Fruhmittelalter in der modernen Forschung wesentlich differenzierter betrachtet Es ist sowohl von Kontinuitaten als auch vom Wandel im politischen kulturellen und gesellschaftlichen Bereich gekennzeichnet Es vollzog sich die Teilung Europas und des Mittelmeerraums in einen christlichen und einen islamischen Teil sowie des christlichen Teils in einen lateinischen und einen orthodoxen der den Kulturkreis von Byzanz umfasste Mehrere der im Fruhmittelalter entstandenen Reiche bildeten die Grundlage fur heute noch existierende Staaten Die Christianisierung kam auch in bisher paganen heidnischen Gebieten in Gang zum Beispiel ostlich des Rheins und spater in Skandinavien unter anderem durch die Tatigkeit irischer Missionare Etwa um 500 trat der bedeutende Frankenkonig Chlodwig I mit seinem Adel geschlossen zum katholischen Christentum uber dem Glaubensbekenntnis der gallischen Mehrheitsbevolkerung Unter den Merowingern begann der Aufstieg des Frankenreichs das schliesslich auf der Grundlage der Uberreste des Westromischen Reiches und der Reiche mehrerer germanischer Volker so der Burgunder und der Westgoten in Gallien seine Vorherrschaft in West und Mitteleuropa begrundete Seit dem spaten 7 Jahrhundert lag die wahre Macht im Frankenreich jedoch bei den Karolingern die von 751 bis ins 10 Jahrhundert die frankischen Konige stellten Die Angelsachsen siedelten sich seit der Mitte des 5 Jahrhunderts in Britannien an und grundeten dort mehrere Reiche Heptarchie bevor Alfred der Grosse im spaten 9 Jahrhundert ein vereinigtes angelsachsisches Reich schuf England wurde 1066 von den Normannen unter Wilhelm erobert Das Langobardenreich in Italien blieb bis ins 8 Jahrhundert bestehen als es von den Franken erobert wurde In Hispanien entstand das Westgotenreich das im fruhen 8 Jahrhundert infolge der arabischen Angriffe zusammenbrach Noch im 8 Jahrhundert begann dort von Asturien ausgehend die Reconquista die Ruckeroberung der arabisch besetzten Gebiete Im maurischen Spanien Al Andalus begann aber auch eine kulturelle Blutezeit Die Islamische Expansion hatte auch fur Byzanz dramatische Folgen da weite Teile des Reiches so Syrien die Kornkammer Agypten und Karthago an die Araber fielen Dennoch konnte Byzanz den Kernraum Kleinasien halten Das Frankenreich war das bedeutendste germanisch romanische Nachfolgereich im Westen Das 476 im Westen zusammengebrochene Romische Reich verkorperte wahrend des gesamten Mittelalters einen wesentlichen Referenzpunkt politischen Denkens Den Hohepunkt dieser Entwicklung stellte die Kronung Karls des Grossen zum romischen Kaiser Translatio imperii durch den Papst an Weihnachten des Jahres 800 dar Karl erweiterte die Grenzen des Reiches und sorgte fur eine kulturelle Neubelebung Nach seinem Tod 814 zerfiel das Frankenreich jedoch allmahlich Aus der westlichen Halfte entstand das spatere Frankreich wahrend sich aus der Osthalfte das Ostfrankenreich und daraus erst im Hochmittelalter das spater sogenannte Heilige Romische Reich entwickelte Unter den Ottonen nahm das Ostfrankenreich eine quasi hegemoniale Stellung im lateinischen Europa ein und expandierte so nach Osten in slawisches Gebiet und nach Suden wo das Reich nun auch Reichsitalien umfasste Mit der Kaiserkronung Ottos I im Jahr 962 wurde das Kaisertum erneuert im Gegenzug leisteten die Kaiser als weltliche Schutzherren der Kirche den Papsten Sicherheitseide Seit der Ottonenzeit kamen als Trager der erneuerten romischen Kaiserwurde faktisch nur noch die ostfrankischen romisch deutschen Konige in Frage Daneben hatte der Papst durch die sogenannte Pippinische Schenkung 754 neben seiner geistlichen auch weltliche Macht erhalten Der jeweilige universale Geltungsanspruch von Kaiser und Papst sollte spater vor allem ab dem 11 Jahrhundert haufiger zu Spannungen fuhren wobei die entscheidende Frage war ob der gekronte Kaiser dem Papst untergeordnet sei oder nicht Gegen Ende des Fruhmittelalters ereigneten sich die Raubzuge der Wikinger ca 800 1050 und der Magyaren Ungarneinfalle ca 900 955 Die Britischen Inseln und Nordfrankreich hatten am meisten unter den Angriffen der Wikinger zu leiden wobei die Wikinger auch eigene Herrschaftsgebiete errichteten Im 10 und 11 Jahrhundert kam es in den karolingischen Nachfolgereichen und im angelsachsischen England zu einer staatlichen Konsolidierung Zusammen mit der Eroberung Nordafrikas und eines Grossteils der Iberischen Halbinsel durch die Araber loschten diese Plunderungen die letzten spatantiken Strukturen aus Es entstand in Westeuropa ein feudalistisches Wirtschaftssystem allerdings sind in der neueren Forschung die Details umstritten Wirtschaftlich spielte im Fruhmittelalter im lateinischen Westen die Naturalwirtschaft eine Rolle wobei das System der Grundherrschaft herauszustellen ist Dennoch blieb die Geldwirtschaft ein wichtiger Faktor und auch der Fernhandel kam nicht vollig zum Erliegen Es kam auch wieder zu einem gewissen wirtschaftlichen Aufschwung Wesentliche Kulturtrager waren Byzanz die Kloster insbesondere die des Benediktinerordens sowie die Gelehrten des arabisch islamischen Kulturkreises durch die zumindest ein Teil der antiken Literatur und Wissenschaften bewahrt werden konnte Hochmittelalter Hauptartikel Hochmittelalter Ritterdarstellung im Codex Manesse 14 Jahrhundert Original Doppelseite aus dem Reiner Musterbuch Anfang 13 Jahrhundert Das Hochmittelalter war die Blutezeit des Rittertums des Lehnswesens und des Minnesangs Die Bevolkerung begann zu wachsen begunstigt unter anderem durch landwirtschaftliche Fortschritte und die mittelalterliche Warmzeit Handel und Gewerbe nahmen zu und zahlreiche Stadte prosperierten Es kam zu einer neuen kulturellen und wissenschaftlichen Entfaltung wobei Bildung nun nicht langer ausschliesslich dem Klerus vorbehalten war Allerdings verlief die Entwicklung in den einzelnen Reichen recht unterschiedlich Das Hochmittelalter war eine Epoche der Auseinandersetzung zwischen weltlicher Kaisertum Imperium und geistlicher Papst Sacerdotium Universalgewalt im Investiturstreit Dieser brach im romisch deutschen Reich in der Regierungszeit Heinrichs IV aus und konnte zwar durch Heinrich V 1122 beigelegt werden der universale Geltungsanspruch von Kaiser und Papst fuhrte aber in der Folgezeit bis ins 14 Jahrhundert zu Konflikten Das romisch deutsche Reich verlor seine hegemoniale Stellung Diese Machtstellung war wahrend der Herrschaft der Salier durch den Investiturstreit und Konflikte zwischen Konigtum und den Grossen so durch Missachtung der konsensualen Herrschaftspraxis seitens des Konigtums erschuttert worden Den Staufern gelang es im 12 13 Jahrhundert nicht den Verlust der Konigsmacht im Reich zu verhindern stattdessen gewannen die Landesherren an Einfluss Die aktive Italienpolitik der romisch deutschen Konige band zudem starke Krafte in Reichsitalien Friedrich I versuchte unter Wahrung kaiserlicher Rechte und Anspruche Honor Imperii die Herrschaftsgewalt in Reichsitalien zu starken konnte aber den Widerstand des Lombardenbundes nie vollig brechen und geriet zudem in Konflikt mit Papst Alexander III Heinrich VI gelang die Gewinnung des Konigreichs Sizilien das Heinrichs Sohn Friedrich II zu seinem Herrschaftsmittelpunkt machte Friedrich II war gebildet und gilt als einer der bedeutendsten mittelalterlichen Kaiser doch geriet er in Konflikt mit dem Papsttum Nach seinem Tod 1250 brach die Machtstellung des staufischen Hauses im Reich faktisch zusammen In Nord und Osteuropa bildeten sich im Zuge der Christianisierung beginnend bereits im Fruhmittelalter neue Konigreiche wie England das 1066 von den Normannen erobert wurde die auch in Unteritalien aktiv waren Norwegen Danemark Polen Ungarn und Bohmen Ebenso entstanden noch weiter im Osten unter dem Einfluss der Wikinger und orthodoxer Missionare aus dem Byzantinischen Reich das um 1000 seinen Hohepunkt erreichte weitere Reiche wie das Kiewer Reich Wahrend Byzanz durch den Vierten Kreuzzug im Jahre 1204 eine entscheidende Schwachung seiner Macht erfuhr wurde das Reich der Kiewer Rus im Zuge des Mongolensturms zerstort weitere osteuropaische Reiche vor allem Polen und Ungarn entgingen nur knapp dem Untergang Kathedralmoschee in Cordoba Die Ruckeroberung der von den Mauren eroberten Gebiete auf der Iberischen Halbinsel durch die benachbarten christlichen Konigreiche wurde im Hochmittelalter weiter vorangetrieben Auf Sizilien wurden die Araber von Normannen zuruckgedrangt und das Konigreich Sizilien gegrundet das neben der Insel auch Unteritalien umfasste Im lateinischen Europa gewannen Frankreich und England zunehmend an politischem Einfluss Das englische Haus Plantagenet verfugte uber grosse Besitzungen in Frankreich so dass die englischen Konige seit der Zeit Heinrichs II fur diese Territorien in Lehnsbindung zum franzosischen Konigtum standen was aber wiederholt zu Kampfhandlungen mit den franzosischen Konigen fuhrte Die Macht des englischen Konigtums war seit der Magna Carta von 1215 durch weitere Einbeziehung der Grossen eingeschrankt denen nun grundlegende Rechte zugestanden wurde Das franzosische Konigtum wiederum konsolidierte im 12 13 Jahrhundert seine Stellung drangte unter Philipp II den Einfluss der Plantagenets im 13 Jahrhundert zuruck und festigte in der Zeit Ludwigs IX die politische Stellung Frankreichs im lateinischen Europa England und Frankreich verfugten uber vergleichsweise effektive konigliche Verwaltungssysteme und entwickelten sich langsam in nationale Konigreiche ohne aber bereits Nationalstaaten zu sein Ankunft Konig Philipp II von Frankreich in Akkon 1191 Nach dem Kreuzzugsaufruf Papst Urban II auf der Synode von Clermont 1095 begannen die Kreuzzuge in den Orient Erklartes Ziel der Kreuzfahrer war die Befreiung der heiligen Stadt Jerusalem von den Sarazenen 8 Neben religiosen und sozialen Motiven veranlassten aber teilweise auch Beute und Landgier die Kreuzfahrer zur Teilnahme an den Kreuzzugen 8 Den Kreuzfahrern gelang 1099 die Eroberung der Stadt Jerusalem und die Errichtung von vier sogenannten Kreuzfahrerstaaten die aber bis 1291 nach und nach verlorengingen Nach 1099 traten die religiosen Ziele bei den spateren Kreuzzugen in den Hintergrund oftmals zugunsten von Machtpolitik und wirtschaftlichen Interessen So wurden auch Kreuzzuge gegen Christen gefuhrt etwa 1204 gegen Byzanz und im Spatmittelalter in Italien gegen politische Gegner des Papsttums Im Laufe der Kreuzzuge entwickelte sich wieder der Fernhandel mit der Levante von dem insbesondere die italienischen Stadtstaaten profitieren konnten vor allem die Republik Venedig Mit dem Handel gewann die Geldwirtschaft an Bedeutung Ebenso gelangten neue bzw wiederentdeckte Ideen nach Europa so wurde zum Beispiel Aristoteles dessen Schriften ins Lateinische ubersetzt wurden zur wichtigsten nicht christlichen Autoritat in der Scholastik In Italien und spater in Frankreich entstanden die ersten Universitaten Vor allem in Mitteleuropa entstand das Zunftwesen das die sozialen und wirtschaftlichen Vorgange in den Stadten stark pragte Die wichtigsten Ordensgemeinschaften des Hochmittelalters waren neben den Zisterziensern die Bettelorden der Franziskaner und Dominikaner Daneben entstanden neue christliche Laienbewegungen die von der katholischen Kirche als haretisch eingestuft wurden darunter die Glaubensbewegungen der Katharer oder Waldenser Die Inquisition wurde auch deshalb ins Leben gerufen um gegen sogenannte Ketzer vorzugehen Spatmittelalter Hauptartikel Spatmittelalter Gotische Gewolbearchitektur in der Kathedrale von Winchester Stadtisches Wohnhaus Halberstadt Europa erlebte nach Ansicht der alteren Forschung ab ca 1300 eine gewisse Krisenzeit Objektiv feststellbar sind etwa Klimaveranderungen die sich nachteilig auswirkten doch dominierte in Deutschland lange Zeit auch die Ansicht dass es zu einer politischen Krisenzeit gekommen sei Diese Forschungsdebatte betraf allerdings starker die deutsche Mediavistik weil dort die Abfolge des Mittelalters in drei Stufen pragend war In Italien oder Frankreich wurde keine derartig scharfe Trennung vorgenommen In der neueren deutschsprachigen Forschung wird wesentlich differenzierter geurteilt und unter anderem die Ubergange in die beginnende Neuzeit betont hinzu kommen neue Forschungsansatze und neue Quellenbefunde Insofern hat ein Paradigmenwechsel in der Spatmittelalterforschung stattgefunden 9 Im Heiligen Romischen Reich der Begriff taucht erstmals 1254 in den Quellen auf verlor die ohnehin nicht besonders ausgepragte Konigsmacht weiter an Einfluss wahrend die Macht der zahlreichen weltlichen und geistlichen Landesherren erstarkte Die Konigswahl oblag seit dem Interregnum den Kurfursten die auch Einfluss auf die Reichspolitik nahmen Das Konigtum musste verstarkt eine Hausmachtpolitik betreiben um den Verlust des schwindenden Reichsguts zu kompensieren wobei die Hauser Habsburg Luxemburg und Wittelsbach am einflussreichsten waren Das Kaisertum wurde nach dem Ende der Stauferzeit durch die Kaiserkronung Heinrichs VII 1312 erneuert In der Zeit seines Nachfolgers Ludwigs IV kam es zum letzten Grundsatzkonflikt zwischen Kaisertum und Papsttum Als bedeutendster Kaiser des Spatmittelalters wird in der Regel Karl IV betrachtet der den luxemburgischen Hausmachtkomplex erheblich vergrosserte Eine Art Reichsgrundgesetz bildete die in seiner Regierungszeit erarbeitete Goldene Bulle von 1356 Das spatmittelalterliche romisch deutsche Konigtum litt dennoch unter erheblichen strukturellen Mangeln so dass sich keine starke Zentralgewalt im Reich entwickelte Mit dem Tod Kaiser Sigismunds im Jahr 1437 erlosch die mannliche Linie der Luxemburger ihr Erbe im Reich traten die Habsburger an die bis zum Ende des Reichs 1806 fast kontinuierlich die romisch deutschen Kaiser stellten Die langen Regierungszeiten von Friedrich III und Maximilian I stabilisierten den habsburgischen Hausmachtkomplex den Maximilian im Westen durch Teile des burgundischen Erbes noch einmal erweitern konnte Eine angestrebte umfassende Reichsreform gelang jedoch nicht Im Jahre 1291 fiel Akkon die letzte Festung der Kreuzfahrer im Nahen Osten die Autoritat des Papstes schwand im Zuge des sogenannten Abendlandischen Schismas Die schlimmste Katastrophe in der sogenannten Krise des 14 Jahrhunderts stellte jedoch die Pest dar der Schwarze Tod die ab 1347 von der Halbinsel Krim im Schwarzen Meer kommend die Lander Europas verheerte und zwischen einem Drittel und der Halfte der europaischen Bevolkerung vor allem in den Stadten das Leben kostete Die Entvolkerung fuhrte zu Aufstanden und einem Wandel der Sozialstrukturen die das Rittertum zugunsten des Burgertums schwachten und in der katholischen Kirche einige Reformbewegungen auslosten Wahrend das Byzantinische Reich nach der Eroberung Konstantinopels 1204 wahrend des Vierten Kreuzzuges langsam aber sicher seinem Untergang entgegenging gewannen die christlichen Reiche auf der iberischen Halbinsel nach dem Sieg bei Las Navas de Tolosa im Jahre 1212 immer weiter an Boden 1492 endete die Reconquista mit der Eroberung des Emirats von Granada Infolge der Reconquista entstanden die christlichen Konigreiche Portugal und Spanien bestehend aus den vereinigten Reichen Aragon und Kastilien Muslime und Juden die nicht gewillt waren zum Christentum zu konvertieren wurden aus Spanien vertrieben Siehe auch Alhambra Edikt 1453 fiel Konstantinopel an die osmanischen Turken wahrend im romisch deutschen Reich der Buchdruck mit beweglichen Lettern erfunden wurde Im 14 Jahrhundert begann aufgrund von Erbstreitigkeiten um die franzosische Krone der Hundertjahrige Krieg zwischen Frankreich und England Von 1340 bis etwa 1420 behielten die Englander weitgehend die Oberhand Jeanne d Arc heute als die Jungfrau von Orleans bekannt gab im fruhen 15 Jahrhundert den Franzosen wieder Hoffnung die bei Orleans 1429 einen Sieg errangen und in die Offensive gingen Jeanne d Arc wurde 1431 von den Englandern zum Tode verurteilt doch Frankreich konnte den Krieg 1453 siegreich beenden Wahrend die franzosischen Konige aus dem Haus Valois nun bestrebt waren ihre Macht wieder zu festigen gerieten sie gleichzeitig in Konflikt mit dem Haus Burgund einer Nebenlinie des franzosischen Konigshauses das eigene Interessen verfolgte England litt in der zweiten Halfte des 15 Jahrhunderts unter schweren inneren Unruhen die schliesslich zum offenen Thronkampf der Hauser York und Lancaster fuhrten der als die Rosenkriege bekannt ist Am Ende setzte sich 1485 das Haus Tudor durch Kunst und Wissenschaften befanden sich im Spatmittelalter im Aufbruch Die bereits im Hochmittelalter erfolgte Grundung der ersten Universitaten vor allem in Italien Bologna und Frankreich Paris verhalf den Wissenschaften und der Philosophie zu einem neuen Aufschwung denn sie verbreiten die Lehren antiker Gelehrter und ebneten so den Boden fur die Epoche der Renaissance Den Kunstlern eroffneten sich neue Moglichkeiten dank Auftragsarbeiten fur das selbstbewusste Burgertum Die bisher auf kirchliche Motive beschrankte Malerei wurde nun auf andere Bereiche ausgeweitet auch die Dreidimensionalitat wurde von den Malern entdeckt Die Architektur lehnte sich infolge der Renaissancebewegung wieder an alte romische und griechische Vorbilder an Die Wirtschaft erlebte trotz der Pest eine Blute Das Spatmittelalter war die Zeit des aufsteigenden Burgertums der Stadte und der Geldwirtschaft Genannt seien die italienischen Stadtstaaten die Stadte Flanderns und der Stadtebund der Hanse an Nord und Ostsee Die Hanse bewirkte durch den schwunghaften Handel eine weitere Besiedelung Nord und vor allem Osteuropas durch hauptsachlich deutsche Kolonisten Siehe auch Ostkolonisation Durch die Handelskontakte entstanden daneben in Russland eine Reihe neuer Furstentumer die nach und nach das mongolische Joch abschuttelten Aus dem machtigsten von ihnen dem Furstentum Moskau sollte sich spater das russische Zarenreich entwickeln Ende des Mittelalters Der Fall Konstantinopels in einer Darstellung aus dem 15 Jahrhundert Wie hinsichtlich des Ubergangs von der Antike ins Mittelalter so sind auch fur das Ende des Mittelalters verschiedene Forschungsansatze moglich Es handelt sich letztlich um fliessende Ubergange und nicht um einen zeitlich exakt datierbaren Bruch Als wesentlich fur den Ubergang vom Mittelalter zur Neuzeit betrachtet man im Allgemeinen die Zeit der Renaissance je nach Land spates 14 Jahrhundert bis 16 Jahrhundert die Erfindung des modernen Buchdrucks mit beweglichen Lettern um 1450 und die damit beschleunigte Verschriftlichung des Wissens die Entdeckung insbesondere der Neuen Welt durch Christoph Kolumbus 1492 oder auch den Verlust des Einflusses der institutionalisierten katholischen Kirche und den Beginn der Reformation Diese Ereignisse sind alle zwischen der Mitte des 15 und der Schwelle zum 16 Jahrhundert anzusiedeln Im selben Zeitraum kann man das Ende des Mittelalters in Deutschland auch mit der Reichsreform als dem verfassungsrechtlichen Ende des klassischen Feudalismus lokalisieren Angefuhrt wird ferner die Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen 1453 da mit dem Untergang des Byzantinischen Reiches das letzte lebendige Staatsgebilde der Antike unterging Der dadurch ausgeloste Strom byzantinischer Fluchtlinge und Gelehrter nach Italien wird fur den Beginn der Renaissance als mitverantwortlich angesehen Daruber hinaus wurden die Handelsrouten nach Asien durch die Ausbreitung des Osmanischen Reiches blockiert sodass westeuropaische Seefahrer neue Handelswege erkundeten Die Suche nach einem Seeweg nach Indien fuhrte unter anderem zur Entdeckung Amerikas 1492 Juden im mittelalterlichen Europa Hauptartikel Geschichte der Juden Mittelalter Alte Synagoge in Erfurt 2009 Die Juden waren im mittelalterlichen Europa eine Minderheit mit eigenen Traditionen eigener Kultur Sprache und Religion Zunachst im Ostfrankenreich dann im Heiligen Romischen Reich unterstanden sie in besonderer Weise dem Konig bzw dem romisch deutschen Kaiser waren aber auch Schutzbefohlene anderer Herren In Mitteleuropa interagierten sie mit einer ihnen feindlichen durch das Christentum gepragten Gesellschaft auf der Iberischen Halbinsel bis zur Reconquista mit einer durch den Islam gepragten die ihre Fahigkeiten zu nutzen wusste Die im Mittelalter auf der Iberischen Halbinsel ansassigen Juden werden als Sefardim die im ubrigen Europa ansassigen als Aschkenasim bezeichnet 10 Den Christen war es bis zum 15 Jahrhundert nach dem kanonischen Recht verboten Geld gegen Zinsen zu verleihen Nicht so den Juden Da ihnen das Ausuben eines zunftgemassen Gewerbes und die Beschaftigung mit dem Ackerbau verboten waren verdienten sie sich ihren Lebensunterhalt im Handel als Pfandleiher oder im Zins und Wechselgeschaft 11 Im Fruhmittelalter kam es kaum zu gewaltsamen Ubergriffen gegen Juden die bereits im Frankenreich eine durchaus privilegierte Sonderstellung genossen wenngleich sie rechtlich eingeschrankt waren Bis zum Beginn des Ersten Kreuzzugs 1096 lebten die Juden im mittelalterlichen Europa relativ sicher In dessen Verlauf wurden viele Juden dann jedoch vor die Wahl Taufe oder Tod gestellt Die Kreuzfahrer wollten sich zunachst der Unglaubigen im eigenen Land entledigen Tausende Juden die nicht zum Christentum konvertieren wollten wurden von den Kreuzfahrern erschlagen 10 Nur in sehr wenigen Fallen so in Speyer durch den bischoflichen Stadtherrn wurden Juden vor Ubergriffen geschutzt In der folgenden Zeit kam es immer wieder zu Ausweisungen von Juden und zu gewaltsamen Ubergriffen so auch in Frankreich und England im 13 Jahrhundert Mit der Pest begann 1349 eine neue Welle von Pogromen an Juden Sie wurden beschuldigt die Brunnen vergiftet zu haben um alle Christen auszurotten Die Uberlebenden liessen sich in Osteuropa nieder 10 Das Spatmittelalter bis hinein in die fruhe Neuzeit war gepragt durch zunehmende Judenfeindlichkeit Die in den Stadten ansassigen Juden wurden gezwungen in Ghettos zu leben Nach Lockerung des Zinsverbots der katholischen Kirche verloren sie an wirtschaftlicher Bedeutung Zunehmend waren jetzt auch Christen nun von der Kirche geduldet als Kaufleute und als Geldverleiher tatig darunter Burger und hohe Geistliche 12 Aber nicht nur finanzielle sondern auch politische und religiose Ursachen schwachten die Position der Juden 13 In der durch das Christentum gepragten Gesellschaft wuchs der religiose Hass gegen die Andersglaubigen 13 Im Zusammenwirken fuhrten religiose sozialpsychologische politische und wirtschaftliche Momente immer ofter zu antijudischen Aktionen 12 Die Folge waren die Judenvertreibungen und Pogrome des Spatmittelalters die erst im 16 Jahrhundert endeten 13 Populare Mythen Missverstandnisse und historische Streitpunkte Hauptartikel Finsteres Mittelalter Bereits in der Renaissance wurde die Epoche zwischen der Antike und der damaligen Gegenwart als ein Zeitalter betrachtet in dem das Wissen und die Werte der antiken Kulturen in Vergessenheit geraten waren woraus sich die kulturelle und geistige Unterlegenheit des Mittelalters ableiten liess Diese Bewertung wurde im 19 Jahrhundert im Zuge der aufkommenden Romantik ubernommen und weiter ausgebaut wobei die Rezeption vergangener Zeiten gemass der Aufklarung der Moral des Viktorianischen Zeitalters und durch Fortschrittsglaubigkeit und Vernunftsorientierung beeinflusst wurde Dadurch entstand im 19 Jahrhundert eine moderne und bis heute populare Rezeption des historischen Mittelalters die im Grossen und Ganzen eher auf dem romantischen Zeitgeist als auf historischen Quellen basiert Im Laufe der Zeit haben sich auf diese Weise Vorstellungen vom historischen Mittelalter herausgebildet die keine historische Grundlage haben und sich dennoch einer breiten Bekanntheit erfreuen 14 Indisches MittelalterDie Geschichte Indiens kennt eine Ausbreitung feudaler Strukturen nach dem Ende des Gupta Reiches im Jahr 550 in dem das goldene Zeitalter der klassischen Periode Indiens liegt Das spate Gupta Reich erlebte schon einen Niedergang und musste sich Angriffen der Hunnen Hunas worunter wohl die Alchon zu verstehen sind von Norden erwehren die nach einer brutalen Herrschaft schliesslich ein Machtvakuum hinterliessen Im nordlichen Indien erlebte die Gupta Kultur unter der Herrschaft von Harshavardhana 606 647 dem letzten buddhistischen Grosskonig der indischen Geschichte noch einen Hohepunkt bevor die zentralen Herrschaftsstrukturen zerfielen und die tatsachliche Macht auf lokale Fursten uberging Der Zeitraum des Untergangs des Gupta Reichs 6 Jahrhundert wird als der Beginn der fruhmittelalterlichen Periode der indischen Geschichte aufgefasst 15 Die genaue Zuordnung als Mittelalter 16 dieser von wechselnden Herrschaften dominierten Zeit variiert dabei in der Forschung und hangt auch von der jeweiligen Betrachtungsweise ab da sich das nordliche Indien und das sudliche Indien geschichtlich verschieden entwickelten Als wichtiges Merkmal des fruhen indischen Mittelalters wird oft die Ausbildung hierarchisch feudaler Vasallensysteme von etwa 600 bis zur Errichtung des Sultanats von Delhi im Jahr 1206 herangezogen Im Norden kam es seit dem 8 Jahrhundert zur Ausbreitung des Islams Der Beginn des spaten Mittelalters wird auf die Errichtung des Sultanats datiert Im Suden bildeten sich neue Furstentumer im 7 Jahrhundert heraus z B die Herrschaft der Pallava Mangels Zasur ist dort eine Unterscheidung zwischen fruhem und spateren Mittelalter nur schwer zu fassen das Sultanat breitet sich zwar zeitweise auch hier aus aus die Herrschaft wurde jedoch wieder abgeschuttelt Das indische Mittelalter endete nach weit verbreiteter Auffassung im Zeitraum zwischen dem Einfall der Mongolen 1398 im Norden und den Veranderungen nach der Entdeckung eines europaischen Seewegs nach Indien um das Kap der Guten Hoffnung 1498 Chinesisches MittelalterBezuglich der Geschichte Chinas wird in der modernen Forschung die Zeit vom Ende der Han Dynastie bzw deren faktischen Entmachtung bis zur Wiedervereinigung Chinas unter der Sui und Tang Dynastie im spaten 6 fruhen 7 Jahrhundert teils als Mittelalter im Sinne einer Ubergangszeit von der staatlichen Zersplitterung hin zur Einheit verstanden 17 Japanisches MittelalterIn der japanischen Geschichte wird die Zeit von ca 1200 bis ca 1600 Kamakura Muromachi und Azuchi Momoyama Zeit als Japanisches Mittelalter bezeichnet Diese Epoche zeichnete sich durch eine starke Dominanz des Buddhismus und des Feudalismus aus Afrikanisches MittelalterDer franzosische Afrikaspezialist Francois Xavier Fauvelle Aymar bezeichnet die Phase der Grundung der fruhen afrikanischen Konigreiche von der Nigerregion uber die christlichen Konigreichen in Nubien und bis nach Zimbabwe seit dem 6 Jahrhundert als afrikanisches Mittelalter 18 Mesoamerikanisches MittelalterVereinzelt wird auch von einem mesoamerikanischen Mittelalter gesprochen 19 Siehe auch Portal Mittelalter Ubersicht zu Wikipedia Inhalten zum Thema Mittelalter Technik im Mittelalter Munzen des Mittelalters Kosmologie des MittelaltersLiteraturWichtige Quellen sind im grossen Umfang gesammelt in den Monumenta Germaniae Historica Siehe auch die dt latein Ausgaben der Freiherr vom Stein Gedachtnisausgabe FSGA einen Quellenuberblick bieten die Geschichtsquellen des deutschen Mittelalters 20 Wichtige Quellen stellen u a neben der Geschichtsschreibung auch Konstitutionen und andere Aktenquellen dar Von besonderer Bedeutung sind des Weiteren die Regesten fur das romisch deutsche Reich die Regesta Imperii Eine hervorragende Bibliographie findet sich hier erstellt vom Historischen Seminar der Uni Bonn zur Literatursuche eignet sich besonders gut der Opac der Regesta Imperii RI Opac Ansonsten sei auf die Angaben im Lexikon des Mittelalters den einschlagigen Banden der Reihe Oldenbourg Grundriss der Geschichte Bd 4 9 sowie der Enzyklopadie deutscher Geschichte oder den Bibliographien der unten aufgefuhrten Werke verwiesen Nachschlagewerke und Uberblickswerke Lexikon des Mittelalters 9 Bande dtv Verlag Munchen 2002 ISBN 3 423 59057 2 in Hardcover Artemis amp Winkler Munchen Zurich 1980 1998 grundlegendes Werk Dictionary of the Middle Ages Hrsg von Joseph Strayer u a 13 Bande Scribner New York 1982 1989 The New Cambridge Medieval History 7 Bande in 8 Banden Cambridge 1995 2005 hervorragende und relativ aktuelle Gesamtdarstellung jeder Band bietet eine umfassende Bibliographie Peter Linehan Janet L Nelson Hrsg The Medieval World Routledge London 2001 ISBN 0 415 30234 X Michael Borgolte Christen Juden Muselmanen Die Erben der Antike und der Aufstieg des Abendlandes 300 bis 1400 n Chr Siedler Munchen 2006 ISBN 978 3 88680 439 9 Johannes Fried Das Mittelalter Geschichte und Kultur 4 Auflage C H Beck Munchen 2009 ISBN 978 3 406 57829 8 Matthias Meinhardt Andreas Ranft Stephan Selzer Hrsg Mittelalter Oldenbourg Geschichte Lehrbuch 2 Auflage Munchen 2009 ISBN 978 3 486 58829 3 The Oxford Dictionary of the Middle Ages Hrsg von Robert E Bjork 4 Bande Oxford University Press Oxford 2010 Johannes Fried Olaf B Rader Hrsg Die Welt des Mittelalters Erinnerungsorte eines Jahrtausends C H Beck Munchen 2011 ISBN 978 3 406 62214 4 Martial Staub Gert Melville Hrsg Enzyklopadie des Mittelalters Primus Darmstadt 2013 ISBN 978 3 86312 353 6 Chris Wickham Das Mittelalter Europa von 500 bis 1500 Klett Cotta Stuttgart 2018 ISBN 978 3 608 96208 6 Epochenspezifische Darstellungen Fruhmittelalter Hans Werner Goetz Europa im fruhen Mittelalter 500 1050 Handbuch der Geschichte Europas 2 Ulmer Stuttgart 2003 Arnold Angenendt Das Fruhmittelalter Die westliche Christenheit von 400 bis 900 3 Auflage Kohlhammer Stuttgart Berlin Koln 2001 Mischa Meier Geschichte der Volkerwanderung Europa Asien und Afrika vom 3 bis zum 8 Jahrhundert C H Beck Munchen 2019 ISBN 978 3406739590 Franz Neiske Europa im fruhen Mittelalter 500 1050 Eine Kultur und Mentalitatsgeschichte Primus Darmstadt 2006 ISBN 978 3 89678 540 4 Chris Wickham The Inheritance of Rome A History of Europe from 400 to 1000 Penguin London 2009 Roger Collins Early Medieval Europe 300 1000 3 uberarbeitete Auflage Palgrave Basingstoke u a 2010 Johannes Preiser Kapeller Jenseits von Rom und Karl dem Grossen Aspekte der globalen Verflechtung in der langen Spatantike 300 800 n Chr Mandelbaum Verlag Wien 2018 Hochmittelalter Hermann Jakobs Kirchenreform und Hochmittelalter 1046 1215 4 Auflage Oldenbourg Munchen 1999 Michael Borgolte Europa entdeckt seine Vielfalt 1050 1250 Handbuch der Geschichte Europas 3 Ulmer Stuttgart 2002 Peter Dinzelbacher Europa im Hochmittelalter 1050 1250 Eine Kultur und Mentalitatsgeschichte Primus Darmstadt 2003 ISBN 978 3 89678 474 2 Wilfried Hartmann Der Investiturstreit 3 uberarbeitete und erweiterte Auflage Oldenbourg Munchen 2007 Thomas Asbridge Die Kreuzzuge Klett Cotta Stuttgart 2010 Spatmittelalter Ulf Dirlmeier Gerhard Fouquet Bernd Fuhrmann Europa im Spatmittelalter 1215 1378 Oldenbourg Munchen 2003 Johannes Grabmayer Europa im spaten Mittelalter 1250 1500 Eine Kultur und Mentalitatsgeschichte Primus Darmstadt 2004 ISBN 978 3 89678 475 9 Michael North Europa expandiert 1250 1500 Handbuch der Geschichte Europas 4 Ulmer Stuttgart 2007 John Watts The Making of Polities Europe 1300 1500 Cambridge University Press Cambridge 2009 Bernd Schneidmuller Grenzerfahrung und monarchische Ordnung Europa 1200 1500 C H Beck Munchen 2011 Einfuhrungen und einzelne Themenbereiche Georges Duby Hommes et structures du moyen age Paris 1973 Le savoir historique Band 1 Otto Mazal Eva Irblich Istvan Nemeth Wissenschaft im Mittelalter Wien 1975 Biblos Schriften Band 83 Horst Fuhrmann Einladung ins Mittelalter C H Beck Munchen 1987 ISBN 3 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Kummerle Verlag Goppingen 1992 Goppinger Arbeiten zur Germanistik Band 540 ISBN 3 87452 781 6 Horst Fuhrmann Uberall ist Mittelalter von der Gegenwart einer vergangenen Zeit C H Beck Munchen 1996 ISBN 3 406 40518 5 Karl Helmer Bildungswelten des Mittelalters Denken Gedanken Vorstellungen und Einstellungen Schneider Hohengehren Baltmannsweiler 1997 ISBN 978 3 87116 762 1 Georg Scheibelreiter Die barbarische Gesellschaft Mentalitatsgeschichte der europaischen Achsenzeit 5 8 Jahrhundert Primus Darmstadt 1999 ISBN 978 3 89678 217 5 Martin Kaufhold Europas Norden im Mittelalter Die Integration Skandinaviens in das christliche Europa 9 13 Jh Primus Darmstadt 2001 ISBN 978 3 89678 418 6 P Kellermann Haaf Frau und Politik im Mittelalter Untersuchungen zur politischen Rolle der Frau in den hofischen Romanen des 12 13 und 14 Jahrhunderts Goppinger Arbeiten zur Germanistik Band 456 Kummerle Verlag Goppingen 1986 ISBN 3 87452 691 7 Jurgen Sarnowsky England im Mittelalter Primus Darmstadt 2002 ISBN 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Mail Verlag 1 Auflage der vollstandig uberarbeiteten und erganzten Neuausgabe Gross Gerau 2010 Gerhard Lubich Das Mittelalter Schoningh Paderborn u a 2010 ISBN 978 3 8252 3106 4 Ernst Schubert Essen und Trinken im Mittelalter Primus Darmstadt 2010 ISBN 978 3 89678 702 6 Arnold Esch Wahre Geschichten aus dem Mittelalter Kleine Schicksale selbst erzahlt in Schreiben an den Papst C H Beck Munchen 2010 ISBN 978 3 406 60133 0 Ernst Schubert Alltag im Mittelalter Naturliches Lebensumfeld und menschliches Miteinander Sonderausgabe 2012 Primus Darmstadt 2012 ISBN 978 3 86312 306 2 Christine Sauer Hrsg Handwerk im Mittelalter Primus Darmstadt 2012 ISBN 978 3 86312 013 9 Michael Brauer Quellen des Mittelalters Schoningh Paderborn 2013 ISBN 978 3 8252 3894 0 Hans Werner Goetz Proseminar Geschichte Mittelalter 4 Auflage Ulmer Stuttgart 2014 ISBN 978 3 8252 4066 0 Einfuhrung in die wissenschaftliche Arbeitsweise Weblinks Commons Mittelalter Sammlung von Bildern Videos und Audiodateien Wiktionary Mittelalter Bedeutungserklarungen Wortherkunft Synonyme Ubersetzungen Wikiquote Mittelalter Zitate Tutorium des Historisches Seminar der Universitat Tubingen Abteilung fur Mittelalterliche Geschichte Geschichtsquellen des deutschen Mittelalters Bayer Akademie der Wissenschaften Videos mehrerer Vorlesungen zu Mittelalterlicher Geschichte In timms uni tuebingen de Abgerufen am 13 November 2015 Internet Medieval Sourcebook Project Quellen in englischer Ubersetzung Mittelalterliche Geschichte Eine digitale Einfuhrung Mathias Kluge abgerufen am 21 Januar 2017 Ingrid Heidrich Einfuhrung in die Geschichte des Mittelalters Memento vom 23 Dezember 2011 im Internet Archive uberarbeitete elektronische Fassung von Einfuhrung in die Geschichte des europaischen Mittelalters H C I Bad Munstereifel 2003 ISBN 3 00 010998 6 Gemeinfreie historische Bucher uber das Mittelalter als Volltext online bei Lexikus Essays in Medieval Studies engl Fachzeitschrift Ausgaben 1984 2000 als Volltext onlineAnmerkungen Thomas Bauer Warum es kein islamisches Mittelalter gab Das Erbe der Antike und der Orient Munchen 2018 John Freely Platon in Bagdad Wie das Wissen der Antike zuruck nach Europa kam Stuttgart 2012 Vgl dazu kritisch z B Frantisek Graus Lebendige Vergangenheit Uberlieferung im Mittelalter und in den Vorstellungen vom Mittelalter Koln Wien 1975 Vgl etwa Hans Werner Goetz Moderne Mediavistik Stand und Perspektiven der Mittelalterforschung Darmstadt 1999 Hans Werner Goetz Jorg Jarnut Hrsg Mediavistik im 21 Jahrhundert Munchen 2003 Knapper Uberblick unter anderem bei Martina Hartmann Mittelalterliche Geschichte studieren Konstanz 2004 S 42 ff Vgl Jacques Le Goff Pour un long Moyen Age In Europe 61 1983 S 19 24 Edward Peters Michael Frassetto History of Europe The Middle Ages In Encyclopaedia Britannica com abgerufen am 28 Februar 2018 englisch Zu dieser Zeit und den damit verbundenen Forschungsproblemen siehe nun vor allem Mischa Meier Geschichte der Volkerwanderung Europa Asien und Afrika vom 3 bis zum 8 Jahrhundert Munchen 2019 a b Peter Thorau Die Kreuzzuge 4 Auflage Munchen 2012 ISBN 978 3 406 50838 7 S 43 Siehe einfuhrend Ulf Dirlmeier Gerhard Fouquet Bernd Fuhrmann Europa im Spatmittelalter 1215 1378 Munchen 2003 S 153ff Vgl auch Bernd Schneidmuller Konsens Territorialisierung Eigennutz Vom Umgang mit spatmittelalterlicher Geschichte In Fruhmittelalterliche Studien 39 2005 S 225 246 a b c Leo Trepp Die Juden Volk Geschichte Religion Hamburg 1998 ISBN 3 499 60618 6 S 66 ff Erich Fromm Das judische Gesetz Zur Soziologie des Diaspora Judentums Dissertation von 1922 Die Lage der Juden vor der Emanzipation 1999 ISBN 3 453 09896 X S 99 f a b Fritz Backhaus Die Hostienschandungsprozesse von Sternberg 1492 und Berlin 1510 und die Ausweisung der Juden aus In Jahrbuch fur Brandenburgische Landesgeschichte Band 39 1988 S 7 26 a b c Markus J Wenninger Man bedarf keiner Juden mehr Ursachen und Hintergrunde ihrer Vertreibung aus den deutschen Reichsstadten im 15 Jahrhundert Graz 1981 ISBN 3 205 07152 2 Beiheft zum Archiv fur Kulturgeschichte 14 Regine Pernoud Those Terrible Middle Ages Debunking the Myths Ignatius Press 2000 Vgl Hermann Kulke Dietmar Rothermund Geschichte Indiens Von der Induskultur bis heute 2 Sonderaufl Munchen 2010 S 139ff Vgl Hermann Kulke Gibt es ein indisches Mittelalter In Saeculum 33 1982 S 221 239 Vgl Jacques Gernet Die chinesische Welt Frankfurt 1997 S 148ff Kai Vogelsang Geschichte Chinas 3 durchgesehene und aktualisierte Auflage Stuttgart 2013 S 171ff der allerdings bereits die spate Han Zeit zum Mittelalter rechnet Francois Xavier Fauvelle Aymar Das goldene Rhinozeros Afrika im Mittelalter Beck Munchen 2017 Bryan Keene Hrsg Toward a Global Middle Ages Encountering the World through Illuminated Manuscripts Paul Getty Museum Los Angeles 2019 S 73 Geschichtsquellen des deutschen Mittelalters Bayer Akademie der Wissenschaften Normdaten Sachbegriff GND 4129108 6 OGND AKS Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Mittelalter amp oldid 214558986, wikipedia, wiki, deutsches

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