fbpx
Wikipedia

Milz

Das im Neuhochdeutschen weibliche Wort Milz (mittelhochdeutsch noch männlich milz neben milze) geht auf althochdeutsch milzi (Neutrum) zurück und ist einer der ausgeprägtesten „Geschlechtswechsler“ unter den deutschen anatomischen Bezeichnungen. Als „erweichende, schmelzende Drüse“ ist das Wort verwandt mit „Malz“, somit ableitbar von einer germanischen Wortwurzel *mëlt- (vgl. englisch melt und altnordisch mẹlta: „sich auflösen, zerfließen“), und „schmelzen“ (vgl. angelsächsisch meltan „schmelzen, verbrennen, verdauen“).

Milz einer Katze, real 8 cm lang
Feinaufbau der Milz: (1) Sekundärer Lymphfollikel (weiße Pulpa), (2) Zentralarterie, (3) Periarterielle Lymphscheide, (4) rote Pulpa

Die Milz ist beim Menschen ein etwa 11 cm × 7 cm × 4 cm großes („Siebenundvierzig-Elf-Regel“) und 150–200 g schweres Organ, das im linken Oberbauch unterhalb des Zwerchfells, hinter dem Magen und oberhalb der linken Niere liegt. Bei Säugetieren kann die Milz erhebliche Ausmaße einnehmen, beim Pferd ist sie 50 cm lang. Bei Vögeln ist die Milz kugelförmig. Sie ist das größte lymphoretikuläre Organ mesodermaler Herkunft, das in Segmente unterteilt ist.

Beim Menschen unterscheidet man die konkave Eingeweidefläche (Facies visceralis) und die konvexe Zwerchfellfläche (Facies diaphragmatica). Getrennt werden diese Flächen durch den dorsalen, stumpfen Rand (Margo inferior obtusus) und den ventralen, scharfen, häufig gekerbten Rand (Margo superior acutus). Auf der Facies visceralis liegt der Hilus lienis – eine meist V-förmige Struktur, durch die Gefäße und Nerven ziehen. Vom Hilus ziehen die vordere Bauchfellfalte (Ligamentum gastrolienale) zu der großen Kurvatur des Magens sowie die hintere Bauchfellfalte (Ligamentum phrenicolienale) zum Zwerchfell.

Die Milz wird von einer bindegewebigen, von Peritonealepithel bedeckten Kapsel umgeben, von der ein bälkchenartiges (trabekuläres) Bindegewebsgerüst und einige glatte Muskelzellen in das Parenchym, die Milzpulpa (von lateinisch pulpa „Fruchtfleisch“), einstrahlen. Sie liegt also intraperitoneal.

Die Milz vereint in Bau und Struktur zwei Organe. Die weiße Pulpa als Innenorgan übernimmt als lymphatisches Organ immunologische Aufgaben. Die rote Pulpa entfernt schädliche Partikel aus dem Blut mittels ihrer Fresszellen (Phagozyten). Sie speichert auch weiße Blutkörperchen und Blutplättchen, welche sie ausschütten kann.

Das dichtmaschige Retikulum enthält die makroskopisch weißlichen und in ihrer Gesamtheit als weiße Pulpa (Pulpa alba) bezeichneten Milzknötchen, auch bekannt als Malpighi-Körperchen (benannt nach dem Anatomen Marcello Malpighi, der sich insbesondere mit der Milz beschäftigte). Es handelt sich dabei um Lymphfollikel, bestehend aus lymphatischem Gewebe mit B-Lymphozyten. Zudem gehören zur weißen Pulpa die um die Gefäße angeordneten periarteriellen lymphatischen Scheiden (PALS) mit T-Lymphozyten.

Der Raum zwischen den Knötchen ist von einem weitmaschigen Retikulum ausgefüllt, das von Blut durchströmt und als rote Pulpa (Pulpa rubra) bezeichnet wird. In ihr werden gealterte rote Blutkörperchen (Erythrozyten) abgebaut, indem sie sich durch das enge bindegewebige Netzwerk der Milzstränge zwängen. Alte Erythrozyten sind nicht mehr so gut verformbar wie junge und verfangen sich in den Maschen. Schließlich werden sie von Makrophagen (Fresszellen) beseitigt. In den unter der Milzkapsel gelegenen Arealen der roten Pulpa werden Monozyten in größeren Zellansammlungen gespeichert.

Die Blutversorgung erfolgt über die am Gefäßpol (Hilus) eintretende Arteria splenica. Sie verzweigt sich in Trabekel- und Balkenarterien, aus denen die im Zentrum der Milzfollikel mündenden Zentralarterien hervorgehen. Die Vena splenica (auch Vena lienalis) führt Blut zur Pfortader (Vena portae) ab. Der Lymphabfluss erfolgt über die Milzlymphknoten.

Bei einigen Individuen existieren neben der „Hauptmilz“ eine oder mehrere Nebenmilzen (Splen accessorius). Das sind kleine knötchenförmige Organe aus Milzgewebe, mit gleichem Feinbau und Funktion. Das kommt bei 5–30 % der untersuchten Menschen vor. Sie befinden sich meistens in der Nähe der Milzpforte (Hilum splenicum), am Schwanz der Bauchspeicheldrüse, im Ligamentum gastrosplenicum (Band zwischen Magen und Milz) oder im großen Netz.

Klinisch relevant werden sie, wenn eine operative Entfernung der Milz (Splenektomie) nötig ist, da einige Krankheiten erst dann erfolgreich abheilen können, wenn sämtliche Milzen entfernt wurden.

In der Milz werden überalterte und in ihrer Verformbarkeit veränderte oder durch Membran- oder Enzymdefekte geschädigte Blutzellen, vor allem rote Blutkörperchen (Erythrozyten) und Blutplättchen (Thrombozyten), phagozytiert und durch Makrophagen abgebaut. Auch Zellen, die mit Antikörpern beladen sind, Mikroorganismen, Immunkomplexe, Fibrin­monomere, kolloidale und andere Partikel werden auf diese Weise ausgesondert.

Im Rahmen der Immunabwehr findet in der Milz die antigeninduzierte Differenzierung und Vermehrung von B- und T-Lymphozyten statt.

Bei Föten und Kindern bis zum sechsten Lebensjahr ist die Milz wesentlich an der Bildung der roten Blutkörperchen beteiligt. Bei Erkrankungen des blutbildenden Knochenmarks kann die Milz auch im Alter wieder zu einem blutbildenden Organ werden.

Die Milz ist nur bei deutlicher Vergrößerung unter dem linken Rippenbogen tastbar. Als bildgebende Verfahren werden Ultraschall, kontrastmittelverstärkter Ultraschall, Computertomographie (CT, siehe Tigermilz) und Magnetresonanztomographie (NMR, MRT) eingesetzt. Mit einer Angiographie lassen sich die Milzgefäße darstellen. Eine Biopsie der Milz zur Gewebsuntersuchung ist unüblich und gefährlich, da die Milz ein gut durchblutetes Organ ist.

Zweizeitige Milzruptur (Operationspräparat nach Splenektomie)

Die Milz ist ein Organ, das selten Probleme bereitet. Eine gefährliche Situation ist die Milzverletzung mit Milzruptur beim stumpfen Bauchtrauma, Schuss- oder Stichverletzungen oder Rippenbrüchen links, da hierbei die Möglichkeit der Verblutung in die Bauchhöhle besteht.

Weitere Erkrankungen sind:

  • Milzentzündung (Splenitis)
  • Milzvergrößerung (Splenomegalie): Eine Milzvergrößerung kann viele Ursachen haben. Unter anderem kann sie ein Zeichen einer Leukämie, einer Malaria-Infektion oder einer Viruserkrankung (z. B. Epstein-Barr-Virus-Infektion) sein.
  • Hypersplenismus, die übermäßig gesteigerte Funktion einer vergrößerten Milz
  • Milztumoren und Milzmetastasen
  • Wandermilz (Lien mobilis): Bezeichnung für eine nach unten verlagerte Milz, deren Verlagerung unter anderem durch eine krankhafte Vergrößerung der Milz oder eine Absenkung der Eingeweide verursacht werden kann.
  • Milzinfarkt (Gewebeuntergang aufgrund erheblich gestörter Blutversorgung)
  • Amyloidose der Lymphfollikel (Sagomilz)
  • Postsplenektomie-Syndrom (OPSI-Syndrom, overwhelming postsplenectomy infection): septische Erkrankung nach Entfernung der Milz (Splenektomie)

Bei Menschen mit funktionsunfähiger oder fehlender (Asplenie) Milz besteht eine Abwehrschwäche vor allem für bekapselte Bakterien (z. B. Haemophilus influenzae B, Pneumokokken). Bei diesen Menschen kommt es in seltenen Fällen zu einem OPSI-Syndrom, d. h. einer schnell verlaufenden bakteriellen Infektion und Sepsis mit hoher Sterblichkeit.

In manchen Fällen wird die Milz vom Schwein oder Rind auch in der Küche verwendet, z. B. bei der Milzwurst oder beim Alt-Wiener Suppentopf. Hier wird die Milz zusammen mit Rindfleisch kalt aufgesetzt und zwei bis vier Stunden geköchelt.

  • Robert Herrlinger: Die Milz. Wehr/Baden 1958 (= Ciba-Zeitschrift 8, 1958, Nr. 90, S. 2982–3012).
  • Andrew Wear: The spleen in renaissance anatomy. In: Medical History, Band 21, 1977, S. 43–60.
Commons: Milz – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Milz – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  1. Filip K. Swirski et al.: Identification of Splenic Reservoir Monocytes and Their Deployment to Inflammatory Sites. In: Science 325 (2009), S. 612–616.
  2. Joseph Hyrtl: Die alten deutschen Kunstworte der Anatomie. Wien 1884; Neudruck München 1966, S. 114.
  3. Friedrich Kluge, Alfred Götze: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 20. Auflage. Hrsg. von Walther Mitzka. De Gruyter, Berlin / New York 1967; Neudruck („21. unveränderte Auflage“) ebenda 1975, ISBN 3-11-005709-3, S. 479 (Milz), 457 (Malz) und 663 (schmelzen).
  4. Die Milz – Zentralorgan des lymphatischen Systems
  5. R. Lerner: Anatomie und Physiologie der Milz bei Marcello Malpighi (1628–1694). Medizinische Dissertation Würzburg 1957.
  6. Friedrich Anderhuber, Franz Pera, Johannes Streicher: Waldeyer – Anatomie des Menschen. Walter de Gruyter, 19. Auflage 2012, ISBN 978-3-11-022863-2, S. 555.
  7. Benninghoff & Drenckhahn: Anatomie. Band 2. ISBN 3-437-42350-9, S. 160.
  8. www.wissen.de: Wandermilz.
  9. Zu einer Kasuistik aus dem 19. Jahrhundert vgl. auch Gabriel von Engel: Zur Kasuistik der Wandermilz. In: Centralblatt für Gynäkologie. Band 10, Nr. 5, 30. Januar 1886, S. 65–69.
  10. https://www.stadt-wien.at/lifestyle/essen-trinken/rezepte/alt-wiener-suppentopf.html
Normdaten (Sachbegriff): GND:4039388-4(OGND, AKS)
Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt nicht eine Diagnose durch einen Arzt. Bitte hierzu den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!

Milz
milz, organ, wirbeltiere, sprache, beobachten, bearbeiten, dieser, artikel, behandelt, körperorgan, für, andere, bedeutungen, siehe, begriffsklärung, lateinisch, lien, altgriechisch, σπλήν, splēn, blutkreislauf, eingeschaltetes, organ, lymphatischen, systems, . Milz Organ der Wirbeltiere Sprache Beobachten Bearbeiten Dieser Artikel behandelt das Korperorgan Milz Fur andere Bedeutungen siehe Milz Begriffsklarung Die Milz lateinisch lien altgriechisch splhn splen ist ein in den Blutkreislauf eingeschaltetes Organ des lymphatischen Systems und liegt in der Bauchhohle in der Nahe des Magens Die Milz hat drei grundlegende Aufgaben Zum einen dient sie der Vermehrung der zu den weissen Blutkorperchen gehorenden Lymphozyten und spielt daher eine Rolle bei der Abwehr korperfremder Stoffe Antigene Zweitens ist sie ein wichtiger Speicherort fur die ebenfalls zu den weissen Blutkorperchen zahlenden Monozyten 1 Drittens dient sie der Aussonderung uberalterter roter Blutkorperchen In der spaten Fetalentwicklung und bei jungen Saugetieren spielt die Milz daruber hinaus auch eine Rolle bei der Bildung roter Blutkorperchen Lage und grobes Schema der Milz Laparoskopische Ansicht einer menschlichen Milz Inhaltsverzeichnis 1 Etymologie 2 Anatomie 3 Nebenmilzen 4 Die wichtigsten Aufgaben der Milz 5 Untersuchungsmoglichkeiten der Milz 6 Krankheiten der Milz 7 Verwendung 8 Siehe auch 9 Literatur 10 Weblinks 11 EinzelnachweiseEtymologie BearbeitenDas im Neuhochdeutschen weibliche Wort Milz mittelhochdeutsch noch mannlich milz neben milze geht auf althochdeutsch milzi Neutrum zuruck und ist einer der ausgepragtesten Geschlechtswechsler 2 unter den deutschen anatomischen Bezeichnungen Als erweichende schmelzende Druse ist das Wort verwandt mit Malz somit ableitbar von einer germanischen Wortwurzel melt vgl englisch melt und altnordisch mẹlta sich auflosen zerfliessen und schmelzen vgl angelsachsisch meltan schmelzen verbrennen verdauen 3 Anatomie Bearbeiten Milz einer Katze real 8 cm lang Feinaufbau der Milz 1 Sekundarer Lymphfollikel weisse Pulpa 2 Zentralarterie 3 Periarterielle Lymphscheide 4 rote Pulpa Die Milz ist beim Menschen ein etwa 11 cm 7 cm 4 cm grosses Siebenundvierzig Elf Regel 4 und 150 200 g schweres Organ das im linken Oberbauch unterhalb des Zwerchfells hinter dem Magen und oberhalb der linken Niere liegt Bei Saugetieren kann die Milz erhebliche Ausmasse einnehmen beim Pferd ist sie 50 cm lang Bei Vogeln ist die Milz kugelformig Sie ist das grosste lymphoretikulare Organ mesodermaler Herkunft das in Segmente unterteilt ist Beim Menschen unterscheidet man die konkave Eingeweideflache Facies visceralis und die konvexe Zwerchfellflache Facies diaphragmatica Getrennt werden diese Flachen durch den dorsalen stumpfen Rand Margo inferior obtusus und den ventralen scharfen haufig gekerbten Rand Margo superior acutus Auf der Facies visceralis liegt der Hilus lienis eine meist V formige Struktur durch die Gefasse und Nerven ziehen Vom Hilus ziehen die vordere Bauchfellfalte Ligamentum gastrolienale zu der grossen Kurvatur des Magens sowie die hintere Bauchfellfalte Ligamentum phrenicolienale zum Zwerchfell Die Milz wird von einer bindegewebigen von Peritonealepithel bedeckten Kapsel umgeben von der ein balkchenartiges trabekulares Bindegewebsgerust und einige glatte Muskelzellen in das Parenchym die Milzpulpa von lateinisch pulpa Fruchtfleisch einstrahlen Sie liegt also intraperitoneal Die Milz vereint in Bau und Struktur zwei Organe Die weisse Pulpa als Innenorgan ubernimmt als lymphatisches Organ immunologische Aufgaben Die rote Pulpa entfernt schadliche Partikel aus dem Blut mittels ihrer Fresszellen Phagozyten Sie speichert auch weisse Blutkorperchen und Blutplattchen welche sie ausschutten kann Das dichtmaschige Retikulum enthalt die makroskopisch weisslichen und in ihrer Gesamtheit als weisse Pulpa Pulpa alba bezeichneten Milzknotchen auch bekannt als Malpighi Korperchen benannt nach dem Anatomen Marcello Malpighi der sich insbesondere mit der Milz beschaftigte 5 Es handelt sich dabei um Lymphfollikel bestehend aus lymphatischem Gewebe mit B Lymphozyten Zudem gehoren zur weissen Pulpa die um die Gefasse angeordneten periarteriellen lymphatischen Scheiden PALS mit T Lymphozyten Der Raum zwischen den Knotchen ist von einem weitmaschigen Retikulum ausgefullt das von Blut durchstromt und als rote Pulpa Pulpa rubra bezeichnet wird In ihr werden gealterte rote Blutkorperchen Erythrozyten abgebaut indem sie sich durch das enge bindegewebige Netzwerk der Milzstrange zwangen Alte Erythrozyten sind nicht mehr so gut verformbar wie junge und verfangen sich in den Maschen Schliesslich werden sie von Makrophagen Fresszellen beseitigt In den unter der Milzkapsel gelegenen Arealen der roten Pulpa werden Monozyten in grosseren Zellansammlungen gespeichert 1 Die Blutversorgung erfolgt uber die am Gefasspol Hilus eintretende Arteria splenica Sie verzweigt sich in Trabekel und Balkenarterien aus denen die im Zentrum der Milzfollikel mundenden Zentralarterien hervorgehen Die Vena splenica auch Vena lienalis fuhrt Blut zur Pfortader Vena portae ab Der Lymphabfluss erfolgt uber die Milzlymphknoten 6 Nebenmilzen BearbeitenBei einigen Individuen existieren neben der Hauptmilz eine oder mehrere Nebenmilzen Splen accessorius Das sind kleine knotchenformige Organe aus Milzgewebe mit gleichem Feinbau und Funktion Das kommt bei 5 30 der untersuchten Menschen vor Sie befinden sich meistens in der Nahe der Milzpforte Hilum splenicum am Schwanz der Bauchspeicheldruse im Ligamentum gastrosplenicum Band zwischen Magen und Milz oder im grossen Netz 7 Klinisch relevant werden sie wenn eine operative Entfernung der Milz Splenektomie notig ist da einige Krankheiten erst dann erfolgreich abheilen konnen wenn samtliche Milzen entfernt wurden Die wichtigsten Aufgaben der Milz BearbeitenIn der Milz werden uberalterte und in ihrer Verformbarkeit veranderte oder durch Membran oder Enzymdefekte geschadigte Blutzellen vor allem rote Blutkorperchen Erythrozyten und Blutplattchen Thrombozyten phagozytiert und durch Makrophagen abgebaut Auch Zellen die mit Antikorpern beladen sind Mikroorganismen Immunkomplexe Fibrin monomere kolloidale und andere Partikel werden auf diese Weise ausgesondert Im Rahmen der Immunabwehr findet in der Milz die antigeninduzierte Differenzierung und Vermehrung von B und T Lymphozyten statt Bei Foten und Kindern bis zum sechsten Lebensjahr ist die Milz wesentlich an der Bildung der roten Blutkorperchen beteiligt Bei Erkrankungen des blutbildenden Knochenmarks kann die Milz auch im Alter wieder zu einem blutbildenden Organ werden Untersuchungsmoglichkeiten der Milz BearbeitenDie Milz ist nur bei deutlicher Vergrosserung unter dem linken Rippenbogen tastbar Als bildgebende Verfahren werden Ultraschall kontrastmittelverstarkter Ultraschall Computertomographie CT siehe Tigermilz und Magnetresonanztomographie NMR MRT eingesetzt Mit einer Angiographie lassen sich die Milzgefasse darstellen Eine Biopsie der Milz zur Gewebsuntersuchung ist unublich und gefahrlich da die Milz ein gut durchblutetes Organ ist Krankheiten der Milz Bearbeiten Zweizeitige Milzruptur Operationspraparat nach Splenektomie Die Milz ist ein Organ das selten Probleme bereitet Eine gefahrliche Situation ist die Milzverletzung mit Milzruptur beim stumpfen Bauchtrauma Schuss oder Stichverletzungen oder Rippenbruchen links da hierbei die Moglichkeit der Verblutung in die Bauchhohle besteht Weitere Erkrankungen sind Milzentzundung Splenitis Milzvergrosserung Splenomegalie Eine Milzvergrosserung kann viele Ursachen haben Unter anderem kann sie ein Zeichen einer Leukamie einer Malaria Infektion oder einer Viruserkrankung z B Epstein Barr Virus Infektion sein Hypersplenismus die ubermassig gesteigerte Funktion einer vergrosserten Milz Milztumoren und Milzmetastasen Wandermilz Lien mobilis Bezeichnung fur eine nach unten verlagerte Milz deren Verlagerung unter anderem durch eine krankhafte Vergrosserung der Milz oder eine Absenkung der Eingeweide verursacht werden kann 8 9 Milzinfarkt Gewebeuntergang aufgrund erheblich gestorter Blutversorgung Amyloidose der Lymphfollikel Sagomilz Postsplenektomie Syndrom OPSI Syndrom overwhelming postsplenectomy infection septische Erkrankung nach Entfernung der Milz Splenektomie Bei Menschen mit funktionsunfahiger oder fehlender Asplenie Milz besteht eine Abwehrschwache vor allem fur bekapselte Bakterien z B Haemophilus influenzae B Pneumokokken Bei diesen Menschen kommt es in seltenen Fallen zu einem OPSI Syndrom d h einer schnell verlaufenden bakteriellen Infektion und Sepsis mit hoher Sterblichkeit Verwendung BearbeitenIn manchen Fallen wird die Milz vom Schwein oder Rind auch in der Kuche verwendet z B bei der Milzwurst oder beim Alt Wiener Suppentopf Hier wird die Milz zusammen mit Rindfleisch kalt aufgesetzt und zwei bis vier Stunden gekochelt 10 Siehe auch BearbeitenSpleenLiteratur BearbeitenRobert Herrlinger Die Milz Wehr Baden 1958 Ciba Zeitschrift 8 1958 Nr 90 S 2982 3012 Andrew Wear The spleen in renaissance anatomy In Medical History Band 21 1977 S 43 60 Weblinks Bearbeiten Commons Milz Album mit Bildern Videos und Audiodateien Wiktionary Milz Bedeutungserklarungen Wortherkunft Synonyme UbersetzungenEinzelnachweise Bearbeiten a b Filip K Swirski et al Identification of Splenic Reservoir Monocytes and Their Deployment to Inflammatory Sites In Science 325 2009 S 612 616 Joseph Hyrtl Die alten deutschen Kunstworte der Anatomie Wien 1884 Neudruck Munchen 1966 S 114 Friedrich Kluge Alfred Gotze Etymologisches Worterbuch der deutschen Sprache 20 Auflage Hrsg von Walther Mitzka De Gruyter Berlin New York 1967 Neudruck 21 unveranderte Auflage ebenda 1975 ISBN 3 11 005709 3 S 479 Milz 457 Malz und 663 schmelzen Die Milz Zentralorgan des lymphatischen Systems R Lerner Anatomie und Physiologie der Milz bei Marcello Malpighi 1628 1694 Medizinische Dissertation Wurzburg 1957 Friedrich Anderhuber Franz Pera Johannes Streicher Waldeyer Anatomie des Menschen Walter de Gruyter 19 Auflage 2012 ISBN 978 3 11 022863 2 S 555 Benninghoff amp Drenckhahn Anatomie Band 2 ISBN 3 437 42350 9 S 160 www wissen de Wandermilz Zu einer Kasuistik aus dem 19 Jahrhundert vgl auch Gabriel von Engel Zur Kasuistik der Wandermilz In Centralblatt fur Gynakologie Band 10 Nr 5 30 Januar 1886 S 65 69 https www stadt wien at lifestyle essen trinken rezepte alt wiener suppentopf htmlNormdaten Sachbegriff GND 4039388 4 OGND AKS Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt nicht eine Diagnose durch einen Arzt Bitte hierzu den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Milz amp oldid 214817635, wikipedia, wiki, deutsches

deutschland

buch, bücher, bibliothek

artikel

lesen, herunterladen

kostenlos

kostenloser herunterladen, MP3, Video, MP4, 3GP, JPG, JPEG, GIF, PNG, Bild, Musik, Lied, Film, Buch, Spiel, Spiele