fbpx
Wikipedia

Mesopotamien

Der Begriff Mesopotamien geht angeblich auf Alexander den Großen zurück, der damit das Land „zwischen den Flüssen“ (griechisch: μέσο ποταμοι, méso potamói) Euphrat und Tigris nördlich des heutigen Bagdad bis zur Südflanke des Taurusgebirges bezeichnete. Mesopotamia hieß daher im Altertum zumeist nur der nördliche Teil des Gebietes, während der südliche Babylonia genannt wurde. Der einzige überlieferte Text aus der Antike, der den Begriff Mesopotamia auf das gesamte Gebiet von den Quellen bis zum Persischen Golf bezieht, stammt von Claudius Ptolemäus. Sein Werk, die Geographike Hyphegesis, entfaltete in Antike und Mittelalter aber eine so große Wirkung, dass seine Definition auch heute verwendet wird: Wenn von Mesopotamien gesprochen wird, meint man heute meist die gesamte Region, von der Südosttürkei bis zum Persischen Golf.

Bereits die Akkader kannten eine sehr ähnliche Bezeichnung (akkadisch: mātum birit idiglat u purratim, „Land zwischen Tigris und Euphrat“), die ebenfalls das Schwemmland südlich des heutigen Bagdad mit einbezog. Sie unterteilten dieses Land dabei in einen nördlichen (akkadisch: māt aššur, „Assyrien“) und einen südlichen Teil (akkadisch: māt akkadi, „akkadisches Land“), welcher von griechischen Autoren dann mit dem bis heute geläufigen Begriff Babylonien bezeichnet wurde. Dieser südliche Teil wurde im dritten Jahrtausend nochmals in einen nördlichen Teil (akkadisch: māt akkadi, sumerisch: kiURI) und einen südlichen Teil (akkadisch: šumeru, sumerisch: kiEN.GIR) unterteilt.

Während von Politik und Presse heute der Begriff Mesopotamien häufig mit dem Staatsgebiet des Irak gleichgesetzt wird, verwenden die Wissenschaften, die sich mit der Erforschung des Alten Orients beschäftigen, meist eine Definition, die auf den Flusssystemen des Euphrat und Tigris, ihrer Zuflüsse sowie dem Unterlauf des Karun beruht. Somit haben die Südosttürkei, Nordostsyrien, der Irak, Irakisch-Kurdistan, Nordostkuwait und der Westiran Anteil an Mesopotamien.

Die auf Englisch als Mesopotamien shrub desert bezeichnete Ökoregion. Der historische Begriff Mesopotamische Wüste ist nicht genau definiert und überschneidet sich zu großen Teilen mit der syrischen Wüste.

Als natürliche Grenzen Mesopotamiens gelten meist die östlichen Tal-Randlagen des Zagros- und des Taurusgebirges, das Küstengebiet des Persischen Golfs und die beginnende syrisch-arabische Wüste. Die Quellregionen von Euphrat und Tigris gehören dagegen geographisch nicht zu Mesopotamien. Mit dem Ende des neubabylonischen Reichs endete auch der historische Geschichtsbegriff Mesopotamien, das fortan politisch nicht mehr unabhängig war. Die nachfolgenden Epochen mit ihren neuen politischen Staatsgebilden fallen daher aus Sicht der Assyriologie nicht unter die Bezeichnung Mesopotamien. Althistoriker hingegen benutzen den Begriff durchaus auch für die folgenden Jahrhunderte bis in die ausgehende Spätantike, da er die in dieser Zeit gängige Bezeichnung der Region zwischen Euphrat und Tigris war (siehe oben). Als der Norden dieses Gebietes um 200 n. Chr. unter römische Kontrolle geriet, gründeten die Kaiser dort die Provinz Mesopotamia, die noch bis ins 7. Jahrhundert bestand.

Politische Einflussgebiete

Assyrien, Babylonien und Sumer unterhielten weitreichende politische Beziehungen zu den Nachbarländern, die auch teilweise zu Provinzen der mesopotamischen Kernländer erklärt wurden.

Die ältesten archäologischen Besiedlungsspuren lassen sich für die Mitte des 11. Jahrtausends v. Chr. am mittleren Euphrat in Mureybet nachweisen, wo beigesetzte Stierschädel in Rundhäusern gefunden wurden. Es kann mit Sicherheit angenommen werden, dass ähnliche Verhältnisse in benachbarten Regionen vorlagen, da die Art der Funde die typischen Anzeichen des gesamten Mesopotamiens repräsentieren. Ab dem 10. Jahrtausend v. Chr. sind modellierte Frauenfiguren zu finden. Obsidian in kleinen Mengen lässt auf Handel mit Kappadokien schließen. Die gefundenen Obsidianklingen sind Zeugnis eines frühen Handels.

Bis 8700 v. Chr. lässt sich ein architektonischer Fortschritt beobachten. Die vormals runden Wohnstätten wandelten sich zu eckigen Häusern, die nun auch über mehrere Räume verfügten. Getreidereste in Silos deuten auf erste landwirtschaftliche Tätigkeiten hin. Ab etwa 7700 v. Chr. weisen alle Häuser, in denen menschliche Schädel gefunden wurden, einen eckigen Stil auf. Die spezielle Anordnung zeigt Ähnlichkeiten zum Totenkult von Jericho. Aus dem 7. Jahrtausend v. Chr. stammen die ältesten Belege für Keramik. Die Objekte zeigen wechselnde Motive und Techniken, die auf einen langen Entwicklungsprozess über mehrere Jahrhunderte hinweisen. Ab dem 6. Jahrtausend v. Chr. ist erstmals gebrannter Ton nachweisbar mit prähistorischen Modellen der Töpferscheibe in der Nähe von Kirkuk. In Mesopotamien wird u. a. die Sieben-Tage-Woche erfunden, ein Maßsystem bestimmt, der Kreis mit 360 Grad definiert.

Südmesopotamien

Die Besiedelung begann zwischen 5000 und 4000 v. Chr. in der Obed-Zeit. Bauern besiedelten das Land zwischen Babylon und dem Persischen Golf, erste Landwirtschaft wurde betrieben. Arbeitsteilung entstand, die Töpferscheibe wurde erfunden, Tempel aus Lehmziegeln entstanden. Seit der Uruk-Zeit (4000–3100 v. Chr.) fanden sich Städte und die Anfänge der Schrift, die sich aus einem System von Piktogrammen zur sumerischen Keilschrift entwickelte.

Mittelmesopotamien

In den Talebenen von Mittelmesopotamien lagen als bedeutendste Orte Sippar, Dur-Kurigalzu und Opis. Das Gebiet war begrenzt durch den unteren Diyala und den Oberlauf des unteren Zab. Angebaut wurde hauptsächlich Getreide. Wichtigster Wirtschaftszweig war allerdings die Pech- und Teerherstellung in der Region Opis.

Nordmesopotamien

Eine besondere Rolle spielte im 4. und 3. Jahrtausend v. Chr. auch das nördliche Mesopotamien, das umgangssprachlich bisweilen auch als Obermesopotamien bezeichnet wird. Hierunter fielen die Gebiete am Oberlauf des Euphrat, Tigris und Habur. Bedeutende Städte entstanden dort, wie Wasshukani, Nuzi/Kirkuk, Mari, Ebla, Hama, Hamoukar, Tell Halaf/Aleppo, Nabada, Ninive, Urfa, Harran, Nisibis und auch Aššur (Stadt).

In der zweiten Hälfte des 3. Jahrtausend v. Chr. ist zudem eine einheitliche Kultur in diesem Gebiet zu verzeichnen, die sich unter anderem in einer standardisierten Akropolis-Anlage mit Palast und Tempeln im Zentrum der Siedlungshügel auszeichnete.

In der Nähe von Kirkuk, im Dorf Jarmo, wurden die ersten Tonbecher und Tongefäße für den Alltagsgebrauch hergestellt: etwa 5000 Jahre v. Chr., zudem als Massenware, eine unglaubliche Neuerung für die Menschheit, die zuvor Hunderttausende Jahre Wasser mit den Händen oder aus bearbeiteten Tierhäuten trank.

Der Großteil der bekannten Geschichte Mesopotamiens ist geprägt von schubweisen Einwanderungen. Meist zerfiel die Region in zahlreiche Stadtstaaten, ähnlich wie im antiken Griechenland, unter Königen, die miteinander zeitweilig im Krieg standen. Es gab Phasen, die von Großreichen dominiert wurden und andere, in denen Mächte aus den Nachbarregionen Eroberungsfeldzüge führten.

Die Chronologie stützt sich auf die assyrische Königsliste, die Eponymenliste und die Eponymenchroniken. Durch eine Reihe von Synchronismen lassen sich auch die meisten babylonischen Könige (nach der sumerischen und Babylonischen Königsliste A) in dieses System einfügen. In Babylonien waren Jahresnamen (nach einem wichtigen Ereignis) bis in die Regierungszeit von Kuri-galzu I. in Gebrauch, danach wurde meist nur noch das Regierungsjahr des Königs als Referenz benutzt.

Außerdem sind Synchronismen bekannt: Šamši-Adad I. von Assyrien verstarb nach dem 10. Regierungsjahr von Hammurabi, gewöhnlich wird das 17. palu angenommen. Ammi-saduqa, König von Babylon regierte 146 Jahre nach der Thronbesteigung von Hammurabi. Babylon fiel im Jahr 31 von Šamšu-ditana an die Hethiter unter Muršili I. Aus Beobachtungen der Venus in der Zeit von Ammisaduqa wurde versucht, absolute Daten abzuleiten. Das betreffende Ereignis wiederholte sich alle acht Jahre. Außerdem gibt es Berichte über zwei Mondfinsternisse während der Ur-III-Dynastie.

Auch archäologische Funde wurden spärlich. Viele altbabylonische Siedlungen wurden aufgegeben. Nach Gasche et al. (1998, 7) setzte dieser Prozess jedoch schon vor dem Fall von Babylon ein und scheint mit einer Veränderung des hydrologischen Systems in der Regierungszeit von Samsuiluna verbunden gewesen zu sein. Ur, Uruk und Larsa am Euphrat waren betroffen, aber auch Girsu und Lagaš wurden aufgelassen, im 30. Regierungsjahr von Šamšu-iluna dann auch Isin und Nippur. Auch die Spannweite der Keramikformen nimmt deutlich ab (Gasche et al. 1996, 43). Das Gebiet östlich des Tigris scheint weniger betroffen gewesen zu sein.

Sumerer

Hauptartikel: Sumer

Die ersten Schriftzeugnisse in Südmesopotamien sind in sumerischer Sprache verfasst. Die Herkunft der sumerischen Sprache ist bisher unbekannt und sie gilt derzeit sprachwissenschaftlich als eine isolierte Sprache. Angebliche Verbindungen zu zentralasiatischen Sprachen, aus denen manche eine Einwanderung der Sumerer ins Zweistromland von Osten her ableiten wollen, wo sie die Wurzeln dieser Sprachen vermuten, werden in der Fachwelt heutzutage abgelehnt. Archäologisch gibt es für eine solche Zuwanderung ebenfalls keine Belege. Die Theorie, dass das südliche Mesopotamien im Neolithikum noch unter dem Meeresspiegel lag, lässt sich inzwischen nicht mehr halten, auch wenn es durch die Erosion in Folge ackerbaulicher Nutzung und Überweidung im Taurusgebirge und Zagros zu einem starken Bodenauftrag kam.

Ende des 4. Jahrtausends v. Chr. wurden Technologien für eine effektivere Bewässerung der Felder entwickelt und etabliert, sodass sich erstmals auch größere Städte bilden konnten. Das weitverzweigte Kanalsystem wurde von sogenannten Priesterfürsten organisiert und gemeinsam bebaut („Tempelwirtschaft“).

Handwerk und Handel gewannen immer mehr an Bedeutung und die Städte wurden immer wohlhabender. Jede dieser Siedlungen war politisch eigenständig.

Die steigenden Anforderungen an die Organisation und auch die Tempelwirtschaft bedingten und begünstigten die Entwicklung einer Schrift. Zunächst diente die Schrift nur der Buchhaltung. Die wichtigste Stadt der Sumerer war Uruk, ihr Herrscher war Gilgamesch. Das Epos dieses Helden gilt als das älteste erhaltene literarische Dokument der Menschheit. 2700 v. Chr. wurde die Keilschrift in ihren Möglichkeiten zur Vollendung geführt.

Ab 3000 v. Chr. wanderten Nomaden aus dem Norden in das südliche Mesopotamien ein. Die sumerische Königsliste, die auch von einer Sintflut berichtet, dokumentiert diese Wanderungen durch das Auftauchen semitischer Namen. Die Historiker bezeichnen diese Epoche als Frühdynastische Periode, die im 23. Jahrhundert v. Chr. endete.

In dieser Epoche zerbrach die Einheit von geistlicher und weltlicher Macht. Paläste wurden für die Könige gebaut, die nicht nur der Repräsentation dienten. Von etwa 2210 v. Chr. bis 2004 v. Chr. wurde Sumer von den gutäischen Eroberern aus Nordmesopotamien regiert.

Die Könige von Sumer wurden lugal genannt (= „großer Mensch“). Ihren Machtanspruch zeigten die Herrscher auch durch ihre Gräber, indem sie sich mit ihrem Gefolge begraben ließen. Mehrere dieser Königsgräber fand man in der Nähe von Ur.

Weitere Erfindungen, die für die Wirtschaft entscheidende Bedeutung hatten, waren das Rad und die Töpferscheibe (Späte Uruk-Zeit). Entdeckungen von Tonbechern und Alltagsgeschirr im Dorf Jarmo, nahe der Stadt Kirkuk, werden archäologisch datiert auf etwa 5000 v. Chr.

Einigung und Blütezeit unter Akkad

Mit Sargon von Akkad begann eine neue Epoche (um 2235–2094 v. Chr.). Er schuf das erste große vorderasiatische Reich, indem er die vielen Stadtstaaten vereinte. Zu seinem Machtbereich gehörte ganz Mesopotamien sowie Teile Syriens, des Irans und Kleinasiens. Die Stadt Akkad, deren Reste noch immer nicht gefunden wurden, wurde zu seinem Regierungssitz. Die akkadische Sprache verdrängte das Sumerische als gesprochene Sprache; das Sumerische wurde dennoch weiterhin als sakrale, zeremonielle, literarische und Wissenschafts-Sprache benutzt. Die Eroberungen Sargons führten zu wirtschaftlichen und kulturellen Verknüpfungen mit den unterworfenen Völkern und den neuen Nachbarn. Der Zugang zum Persischen Golf ließ einen florierenden Seehandel entstehen.

Das Reich von Akkad hatte nicht lange Bestand. Zahlreiche Aufstände und insbesondere die Eroberer der Gutäer, aus Nordmesopotamien, beendeten die Epoche.

Dieses erste große Reich unter einem Herrscher, ausgebildet als ein Flächenstaat mit einer zentralen Hauptstadt statt der bis dahin nur Stadtstaaten bildenden Königreiche, blieb in den Mythen der später in diesem Gebiet siedelnden Völker weiterhin lebendig. So berichteten selbst die nachfolgenden Assyrer noch in ihren Historienwerken von Sargons Reich.

Neusumerisches Reich der Ur-III-Dynastie

Nach knapp 100 Jahren wurden die Gutäer vertrieben, und die sumerischen Stadtstaaten fanden wieder zu Macht und Größe. Die Stadt Ur wurde erneut zum Zentrum. Sumerisch wurde Verwaltungssprache, die ersten Zikkurate entstehen.

Diese Zeit zeichnete sich durch eine straffe Verwaltung aus und durch die Festlegung von Rechtsverordnungen (Codex Ur-Nammu). Es ist die letzte von den Sumerern geprägte Epoche. Ihr Niedergang ist durch das Schwinden der Macht der Städte gekennzeichnet, wodurch ein weiteres Nomadenvolk seine Chance zum Aufstieg bekommen sollte (siehe auch: Liste der Könige von Ur).

Babylonisches Zeitalter

Hauptartikel: Babylonisches Reich

Unter König Hammurabi, in der Altbabylonischen Periode (2000–1595 v. Chr.), gelangte die Stadt Babylon in den Mittelpunkt des Zeitgeschehens und wurde so bedeutend für die Region, dass die Griechen in der Folge ganz Mesopotamien als Babylonien bezeichneten. Hammurabi ist bekannt, weil er eine der ersten überlieferten Gesetzessammlungen verfasste, den sogenannten Codex Hammurapi. In 280 Paragrafen regelte er Aspekte des bürgerlichen Rechts, das Straf- und Verwaltungsrecht. Es überlieferte zahlreiche Einzelfallentscheidungen, die sich oft durch große Härte auszeichneten. Die Historiker sind sich nicht sicher, wie lange diese Gesetzessammlung beachtet wurde.

Reich der Assyrer

Hauptartikel: Assyrisches Reich
Assyrisches Reich

Im 18. Jahrhundert v. Chr. beherrschte Šamši-Adad I. ein größeres Reich im Norden Mesopotamiens, aber in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts v. Chr. zerfiel Assyrien wieder, womit das Altassyrische Reich endete.

Im 14. Jahrhundert v. Chr. erstarkte Assyrien wieder. Die Hauptstadt Aššur lag am oberen Tigris. Historiker vermuten, dass die Stadt am Anfang unter der Herrschaft Akkads stand, während die ersten Assyrer Nomaden waren.

An der Spitze der Assyrer stand der König, der sich auch als Stellvertreter des Gottes Aššur sah. Daneben übten die Kaufleute eine bedeutende Macht im Lande aus. Assur, geographisch günstig an wichtigen Handelswegen gelegen, handelte mit Babylon, Anatolien und dem heutigen Iran.

Unter Aššur-uballiṭ I. (1353–1318 v. Chr.) erlangte Assyrien seinen Einfluss zurück. Zahlreiche Eroberungen führten zu einem wirtschaftlichen Aufschwung. König Tukulti-Ninurta I. (ca. 1233–1197 v. Chr.) verstand sich wieder als Stellvertreter des Gottes Assur. Er nannte sich auch „Herrscher der vier Erdteile“. Mit seinem Tod endete das sogenannte Mittelassyrische Reich.

Einen letzten Aufschwung erlebte das Reich mit König Aššur-dan III. (935–912 v. Chr.), der zahlreiche aramäische Städte eroberte. Die Assyrer übernahmen von den Aramäern allmählich Schrift und Sprache.

Die Könige Aššur-nâṣir-apli II. (883–859 v. Chr.) und Salmānu-ašarēd III. (858–824 v. Chr.) erweiterten den assyrischen Machtbereich bis nach Syrien. Nach einigen Rückschlägen und inneren Zwistigkeiten gelang es Tukulti-apil-Ešarra III. (745–727 v. Chr.), Phönizien und das Gebiet der Philister zu erobern. Er griff auch das Nordreich Israel an, aber erst sein Nachfolger Salmānu-ašarēd V. besiegte es 722/721 vollständig. Babylon wurde 689 v. Chr. erobert. Der Eroberungsdrang fand seinen Höhepunkt in der Eroberung Ägyptens durch Aššur-ahhe-iddina (681–669 v. Chr.). Aššur-bāni-apli (669–627 v. Chr.) war der letzte bedeutende Herrscher. Er war ein erfahrener Politiker, der sehr belesen war. Seine Bibliothek ist eine bedeutende Quelle für die Geschichte des Zweistromlandes.

Neubabylonisches Reich

Hauptartikel: Neubabylonisches Reich

Nach dem Untergang Assyriens erstarkte Babylon wieder, zudem stieg das Reich der Meder als Großmacht auf. Der Mederkönig Kyaxares, der 625 v. Chr. die Skythen am Urmiasee vernichtend schlug und im Bündnis mit babylonischen König Nabopolassar schließlich Assyrien um 614–612 v. Chr. bezwang, tilgte das Assyrische Reich von der politischen Weltkarte. 18 Jahre nach dem Tod Assurbanipals besiegten also die vereinigten Meder und Babylonier die Heere Assyriens (612 v. Chr.). Babylon wurde in der Folge erneut das kulturelle Zentrum Mesopotamiens. Die Allianzpartner eroberten die assyrischen Hauptfesten Ninive und Aššur, die in das Neubabylonische Reich annektiert wurden. Im Norden und Osten entstand mit dem Reich der Meder für knapp zwei Jahrhunderte eine neue militärische Großmacht, die sich bis zum Schwarzen Meer, zum Ararat und bis an die Pforten Afghanistans erstreckte. Die Assyrer verschwanden schließlich aus dem Gedächtnis der nachfolgenden Generationen, bis dieser Name aus politisch-sozialen Gründen innerhalb des assyrischen Volkes im Osten im 19. Jahrhundert n. Chr. wiederbelebt wurde.

Die persischen Achämeniden eroberten ab 550 v. Chr. den Nahen Osten und Kleinasien. In Babylon hinterließ Kyros II. 539 v. Chr. seine Proklamation auf dem Kyros-Zylinder und Mesopotamien wurde Bestandteil des stark expandierenden Perserreichs, das dann 330 v. Chr. seinerseits von Alexander erobert wurde. Nach seinem Tod übernahm General Seleukos die Macht im Osten des Alexanderreichs und begründete die Dynastie der Seleukiden. Um 140 v. Chr. geriet der größte Teil des Zweistromlandes dann unter die Herrschaft der iranisch-parthischen Arsakiden. Sie machten die am Tigris gelegene Großstadt Seleukia-Ktesiphon zu ihrer Hauptresidenz, während Babylon nach der Eroberung durch die Parther und seleukidisch-parthische Kriege in der Folgezeit rapide an Bedeutung verlor.

Der Euphrat markierte dabei lange Zeit die Grenze zum Imperium Romanum, bis die Römer unter Kaiser Septimius Severus um 200 n. Chr. Nordmesopotamien annektierten und über vier Jahrhunderte lang beherrschten. Einige Jahre später wurden die Könige aus der Familie der Arsakiden von den persischen Sassaniden gestürzt, die aber weiterhin in Ktesiphon residierten. Obwohl sie selbst Zoroastrier waren, verbreitete sich unter den Sassaniden das Christentum in Mesopotamien, das in der Spätantike zudem ein wichtiges Zentrum des Judentums war. Mit dem Untergang des Sassanidenreiches im Zuge der arabischen Expansion um 640 n. Chr. endete dann die vorislamische Geschichte Mesopotamiens.

Wirtschaft und Volkswirtschaft

Im 3. Jahrtausend (Sumerer) herrschten die Priesterfürsten, welche die politische und religiöse Macht in ihren Händen hielten. Sie organisierten auch die Kanalisierung des Landes und den Ackerbau. Der Haushalt des Staates war gleichbedeutend mit dem des Herrschers, man nennt dieses Wirtschaftssystem Oikos-Wirtschaft. Die Organisation benötigte dafür einen großen Verwaltungsapparat. Die Sklaven, die für die Priesterfürsten arbeiteten, erhielten dafür Naturalien. Privateigentum wurde erst in der Zeit Babylons etabliert. Die Aufgaben des Staates wurden im Laufe der Zeit teilweise „privatisiert“, d. h. ein Pächter übernahm die Arbeiten und musste dafür eine Leistung (z. B. Silber) erbringen.

Die Bauern im 2. bis 1. Jahrtausend v. Chr. dagegen tauschten ihre Produkte gegen benötigte Lebensmittel und Textilien. Die Tempel und ihre Priester hatten in Assyrien weit weniger Einfluss auf die Wirtschaft. Der assyrische Staat duldete das Privateigentum und finanzierte sich durch Tribute und Steuern. Die Ländereien waren im Besitz von Adelsfamilien, die die kleinen Bauern immer mehr zu Abhängigen machten. Einen großen Vorteil hatte der Landbesitz – er war steuerfrei. Neben Landbesitz besaßen diese Adelsfamilien meist noch Handelsunternehmungen.

Auch in Babylon gab es einflussreiche Handelsherren, die mit ihren Familien regelrechte Dynastien bildeten. Nicht nur durch Handel vermehrten sie ihr Vermögen, sondern auch durch Geldgeschäfte. Erstaunlicherweise schien es zu dieser Zeit keine Märkte (Basare) gegeben zu haben, wie man es von einem orientalischen Land eigentlich erwarten würde. Doch die aufgefundenen Dokumente berichten nicht über diese Handelsform.

Mesopotamien handelte mit den angrenzenden Ländern. Die Fernhandelsbeziehungen reichten dabei sogar von der Ostsee bis zum Indusdelta. Die Waren wurden per Schiff oder mit Karawanen ins Land gebracht. Die Karawanen transportierten ihre Handelsware zunächst mit Eseln, ab dem 1. Jahrtausend v. Chr. trugen Kamele die Ware. Im geringen Umfang wurden auch Pferde und Wagen eingesetzt. Straßen gab es erst seit dem Neuassyrischen Reich. Es gibt Überlieferungen von Streitwagen und dem Drill von Pferden, Wagenlenkern durch Trainer im Königreich Mittani um 1400 v. Chr. in Nordmesopotamien.

Sprache, Schrift und Zahlen

Vor dem 4. Jahrtausend v. Chr. verwendeten die Bewohner des Zweistromlandes sogenannte Zählsteine für die Rechenaufgaben des Alltags. Der sich ausweitende Handel führte im 3. Jahrtausend zur Entwicklung der Keilschrift. Zunächst bestand die Schrift hauptsächlich aus Bildsymbolen. Später wurde sie abstrakter. Da viele Menschen nicht schreiben konnten, nahmen sie die Dienste von Schreibern in Anspruch. Der Schreiber wurde so zu einer angesehenen Person in der Gesellschaft.

Die Zeichen wurden mit Griffeln in Tontafeln geritzt. Zuerst zog man auf der Tontafel senkrechte und waagerechte Linien. Dann trug man die Symbole in die entstandenen Kästchen, indem man sie mit dem dreikantigen Ende eines dünnen Rohres in die weiche Tontafel eindrückte. Geschrieben und gelesen wurde von links nach rechts. Die sogenannte Keilschrift erreichte um 2700 v. Chr. ihre Vollendung. Die Keilschrift wurde über 2500 Jahre lang in Mesopotamien angewandt und fand sich auch in Syrien und bei den Hethitern sowie in den diplomatischen Archiven Ägyptens.

Bei den Sumerern standen die einzelnen Zeichen für ganze Worte, die auch mehrere Bedeutungen haben konnten. Man kombinierte teilweise Zeichen, z. B. um Handlungen darzustellen. So wurde der Begriff „Essen“ durch die Symbole „Mund“ und „Brot“ dargestellt. Diese Bilderschrift erlaubte es den Menschen, die Dinge des Alltags besser zu organisieren.

Die Schrift wurde im Lauf der Zeit komplexer, einzelne Symbole konnten jetzt auch Laute bzw. mehrere Symbole konnten ganze Sätze darstellen. Das ermöglichte die Geburt der Literatur, wie sie sich auch im durch die ganze Region bekannten Gilgamesch-Epos niederschlug. Vor dem 2. Jahrtausend herrschte im Zweistromland keine der benutzten Sprachen vor. Es wurde gleichberechtigt das Sumerische und das Akkadische gesprochen. Die jahrhundertelange Ansiedlung und Verbreitung der verschiedensten aramäischen Stämme über den gesamten Fruchtbaren Halbmond machten Aramäisch zur führenden Sprache des Nahen Ostens.

Die sumerische Sprache blieb bis zur Zeitenwende die Sprache der Gebildeten, ähnlich wie es Griechisch während des Römischen Reiches oder wie es Latein im Mittelalter war.

Durch die Aramäer wurde auch die Buchstabenschrift, von den Phöniziern übernommen, eingeführt. Es wurden nur die Konsonanten geschrieben. In dieser Epoche wurde auf Papyrus und Pergament geschrieben.

Commons: Mesopotamien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Mesopotamien – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  1. Siehe: en:Mesopotamien shrub desert
  2. Dietz-Otto Edzard: Geschichte Mesopotamiens. C.H. Beck, München 2004, S. 13–16.
  3. Dietz-Otto Edzard: Geschichte Mesopotamiens. C.H. Beck, München 2004, S. 16–20.
  4. Sturt W. Manning, Bernd Kromer, Peter Ian Kuniholm, Maryanne W. Newton: Anatolian Tree Rings and a New Chronology for the East Mediterranean Bronze-Iron Ages. In: Science. New Series 294, No. 5551, 2001, S. 2535.

33.743.5Koordinaten:34° N,44° O

Normdaten (Geografikum): GND:(, ) | LCCN: | VIAF:

Mesopotamien
mesopotamien, zweistromland, euphrat, tigris, kulturlandschaft, vorderasien, sprache, beobachten, bearbeiten, dieser, artikel, behandelt, durch, flusssystem, euphrat, tigris, beeinflusste, kulturlandschaft, vorderasiens, für, andere, bedeutungen, siehe, mesopo. Mesopotamien Zweistromland an Euphrat und Tigris Kulturlandschaft in Vorderasien Sprache Beobachten Bearbeiten Dieser Artikel behandelt die durch das Flusssystem des Euphrat und des Tigris beeinflusste Kulturlandschaft Vorderasiens Fur andere Bedeutungen siehe Mesopotamia Mesopotamien oder Zweistromland altgriechisch Mesopotamia Mesopotamia aramaisch ܒܬ ܢܗܪܝܢ Beth Nahrin arabisch بلاد الرافدين DMG Bilad ar rafidain persisch میان رودان Miyan roodan kurdisch turkisch Mezopotamya bezeichnet die Kulturlandschaft in Vorderasien die durch die grossen Flusssysteme des Euphrat und Tigris gepragt wird Mesopotamien innerhalb der heutigen Staatsgrenzen Zusammen mit Anatolien der Levante im engeren Sinne und dem Industal gehort es zu den wichtigen kulturellen Entwicklungszentren des Alten Orients Mit der Levante bildet es einen grossen Teil des sogenannten Fruchtbaren Halbmonds in welchem sich Menschen erstmals dauerhaft niederliessen Es entwickelten sich Stadtstaaten Konigreiche Neuerungen fur die Menschheit mit den Erfindungen der Schrift der ersten Rechtsordnung der ersten Menschheitshymnen des Ziegelsteins des Streitwagens des Biers und der Keramik Evolutionen in der Stadtentwicklung Kultur und Technikgeschichte Im Suden mit den Sumerern durchsetzt von gutaischen Konigsdynastien entwickelte sich die erste Hochkultur der Menschheitsgeschichte Ihnen folgten die Akkader Babylonier im Norden das Konigreich Mittani in Mittelmesopotamien die Assyrer dann das medische Konigreich welches das assyrische Grossreich in einer Union mit den Babyloniern eroberte Die Meder hatten fast 200 Jahre ein Grossreich inne ehe mit den Persern erstmals eine ausserhalb Mesopotamiens entstandene Kultur dauerhafte Kontrolle uber die Region erlangte Auf die Perser folgten die Makedonier Parther Sassaniden Araber und schliesslich die Osmanen deren Herrschaft im 17 Jahrhundert durch die persischen Safawiden kurzzeitig unterbrochen wurde Das vor allem in seiner Wasserverfugbarkeit hochst unterschiedliche Land bot den dort lebenden Menschen zu allen Zeiten hochst unterschiedliche Siedlungsvoraussetzungen die massiven Einfluss auf die historische Entwicklung nahmen Inhaltsverzeichnis 1 Definitionen 2 Geographie 2 1 Politische Einflussgebiete 3 Vorgeschichte 3 1 Sudmesopotamien 3 2 Mittelmesopotamien 3 3 Nordmesopotamien 4 Von Sumer bis zum Ende des neubabylonischen Reichs 4 1 Sumerer 4 2 Einigung und Blutezeit unter Akkad 4 3 Neusumerisches Reich der Ur III Dynastie 4 4 Babylonisches Zeitalter 4 5 Reich der Assyrer 4 6 Neubabylonisches Reich 5 Die Nachfolger des Alten Mesopotamiens bis zum Ende der Spatantike 6 Kultur und Gesellschaft 6 1 Wirtschaft und Volkswirtschaft 6 2 Sprache Schrift und Zahlen 7 Literatur 8 Weblinks 9 EinzelnachweiseDefinitionen BearbeitenDer Begriff Mesopotamien geht angeblich auf Alexander den Grossen zuruck der damit das Land zwischen den Flussen griechisch meso potamoi meso potamoi Euphrat und Tigris nordlich des heutigen Bagdad bis zur Sudflanke des Taurusgebirges bezeichnete Mesopotamia hiess daher im Altertum zumeist nur der nordliche Teil des Gebietes wahrend der sudliche Babylonia genannt wurde Der einzige uberlieferte Text aus der Antike der den Begriff Mesopotamia auf das gesamte Gebiet von den Quellen bis zum Persischen Golf bezieht stammt von Claudius Ptolemaus Sein Werk die Geographike Hyphegesis entfaltete in Antike und Mittelalter aber eine so grosse Wirkung dass seine Definition auch heute verwendet wird Wenn von Mesopotamien gesprochen wird meint man heute meist die gesamte Region von der Sudostturkei bis zum Persischen Golf Bereits die Akkader kannten eine sehr ahnliche Bezeichnung akkadisch matum birit idiglat u purratim Land zwischen Tigris und Euphrat die ebenfalls das Schwemmland sudlich des heutigen Bagdad mit einbezog Sie unterteilten dieses Land dabei in einen nordlichen akkadisch mat assur Assyrien und einen sudlichen Teil akkadisch mat akkadi akkadisches Land welcher von griechischen Autoren dann mit dem bis heute gelaufigen Begriff Babylonien bezeichnet wurde Dieser sudliche Teil wurde im dritten Jahrtausend nochmals in einen nordlichen Teil akkadisch mat akkadi sumerisch kiURI und einen sudlichen Teil akkadisch sumeru sumerisch kiEN GIR unterteilt Wahrend von Politik und Presse heute der Begriff Mesopotamien haufig mit dem Staatsgebiet des Irak gleichgesetzt wird verwenden die Wissenschaften die sich mit der Erforschung des Alten Orients beschaftigen meist eine Definition die auf den Flusssystemen des Euphrat und Tigris ihrer Zuflusse sowie dem Unterlauf des Karun beruht Somit haben die Sudostturkei Nordostsyrien der Irak Irakisch Kurdistan Nordostkuwait und der Westiran Anteil an Mesopotamien Geographie Bearbeiten Die auf Englisch als Mesopotamien shrub desert bezeichnete Okoregion Der historische Begriff Mesopotamische Wuste ist nicht genau definiert und uberschneidet sich zu grossen Teilen mit der syrischen Wuste 1 Als naturliche Grenzen Mesopotamiens gelten meist die ostlichen Tal Randlagen des Zagros und des Taurusgebirges das Kustengebiet des Persischen Golfs und die beginnende syrisch arabische Wuste 2 Die Quellregionen von Euphrat und Tigris gehoren dagegen geographisch nicht zu Mesopotamien 2 Mit dem Ende des neubabylonischen Reichs endete auch der historische Geschichtsbegriff Mesopotamien das fortan politisch nicht mehr unabhangig war Die nachfolgenden Epochen mit ihren neuen politischen Staatsgebilden fallen daher aus Sicht der Assyriologie nicht unter die Bezeichnung Mesopotamien 2 Althistoriker hingegen benutzen den Begriff durchaus auch fur die folgenden Jahrhunderte bis in die ausgehende Spatantike da er die in dieser Zeit gangige Bezeichnung der Region zwischen Euphrat und Tigris war siehe oben Als der Norden dieses Gebietes um 200 n Chr unter romische Kontrolle geriet grundeten die Kaiser dort die Provinz Mesopotamia die noch bis ins 7 Jahrhundert bestand Politische Einflussgebiete Bearbeiten Assyrien Babylonien und Sumer unterhielten weitreichende politische Beziehungen zu den Nachbarlandern die auch teilweise zu Provinzen der mesopotamischen Kernlander erklart wurden 2 Vorgeschichte BearbeitenDie altesten archaologischen Besiedlungsspuren lassen sich fur die Mitte des 11 Jahrtausends v Chr am mittleren Euphrat in Mureybet nachweisen wo beigesetzte Stierschadel in Rundhausern gefunden wurden Es kann mit Sicherheit angenommen werden dass ahnliche Verhaltnisse in benachbarten Regionen vorlagen da die Art der Funde die typischen Anzeichen des gesamten Mesopotamiens reprasentieren 3 Ab dem 10 Jahrtausend v Chr sind modellierte Frauenfiguren zu finden Obsidian in kleinen Mengen lasst auf Handel mit Kappadokien schliessen Die gefundenen Obsidianklingen sind Zeugnis eines fruhen Handels Bis 8700 v Chr lasst sich ein architektonischer Fortschritt beobachten Die vormals runden Wohnstatten wandelten sich zu eckigen Hausern die nun auch uber mehrere Raume verfugten Getreidereste in Silos deuten auf erste landwirtschaftliche Tatigkeiten hin Ab etwa 7700 v Chr weisen alle Hauser in denen menschliche Schadel gefunden wurden einen eckigen Stil auf Die spezielle Anordnung zeigt Ahnlichkeiten zum Totenkult von Jericho Aus dem 7 Jahrtausend v Chr stammen die altesten Belege fur Keramik Die Objekte zeigen wechselnde Motive und Techniken die auf einen langen Entwicklungsprozess uber mehrere Jahrhunderte hinweisen Ab dem 6 Jahrtausend v Chr ist erstmals gebrannter Ton nachweisbar mit prahistorischen Modellen der Topferscheibe in der Nahe von Kirkuk 3 In Mesopotamien wird u a die Sieben Tage Woche erfunden ein Masssystem bestimmt der Kreis mit 360 Grad definiert Sudmesopotamien Bearbeiten Die Besiedelung begann zwischen 5000 und 4000 v Chr in der Obed Zeit Bauern besiedelten das Land zwischen Babylon und dem Persischen Golf erste Landwirtschaft wurde betrieben Arbeitsteilung entstand die Topferscheibe wurde erfunden Tempel aus Lehmziegeln entstanden Seit der Uruk Zeit 4000 3100 v Chr fanden sich Stadte und die Anfange der Schrift die sich aus einem System von Piktogrammen zur sumerischen Keilschrift entwickelte Mittelmesopotamien Bearbeiten In den Talebenen von Mittelmesopotamien lagen als bedeutendste Orte Sippar Dur Kurigalzu und Opis Das Gebiet war begrenzt durch den unteren Diyala und den Oberlauf des unteren Zab Angebaut wurde hauptsachlich Getreide Wichtigster Wirtschaftszweig war allerdings die Pech und Teerherstellung in der Region Opis Nordmesopotamien Bearbeiten Eine besondere Rolle spielte im 4 und 3 Jahrtausend v Chr auch das nordliche Mesopotamien das umgangssprachlich bisweilen auch als Obermesopotamien bezeichnet wird Hierunter fielen die Gebiete am Oberlauf des Euphrat Tigris und Habur Bedeutende Stadte entstanden dort wie Wasshukani Nuzi Kirkuk Mari Ebla Hama Hamoukar Tell Halaf Aleppo Nabada Ninive Urfa Harran Nisibis und auch Assur Stadt In der zweiten Halfte des 3 Jahrtausend v Chr ist zudem eine einheitliche Kultur in diesem Gebiet zu verzeichnen die sich unter anderem in einer standardisierten Akropolis Anlage mit Palast und Tempeln im Zentrum der Siedlungshugel auszeichnete In der Nahe von Kirkuk im Dorf Jarmo wurden die ersten Tonbecher und Tongefasse fur den Alltagsgebrauch hergestellt etwa 5000 Jahre v Chr zudem als Massenware eine unglaubliche Neuerung fur die Menschheit die zuvor Hunderttausende Jahre Wasser mit den Handen oder aus bearbeiteten Tierhauten trank Von Sumer bis zum Ende des neubabylonischen Reichs BearbeitenDer Grossteil der bekannten Geschichte Mesopotamiens ist gepragt von schubweisen Einwanderungen Meist zerfiel die Region in zahlreiche Stadtstaaten ahnlich wie im antiken Griechenland unter Konigen die miteinander zeitweilig im Krieg standen Es gab Phasen die von Grossreichen dominiert wurden und andere in denen Machte aus den Nachbarregionen Eroberungsfeldzuge fuhrten Die Chronologie stutzt sich auf die assyrische Konigsliste die Eponymenliste und die Eponymenchroniken Durch eine Reihe von Synchronismen lassen sich auch die meisten babylonischen Konige nach der sumerischen und Babylonischen Konigsliste A in dieses System einfugen In Babylonien waren Jahresnamen nach einem wichtigen Ereignis bis in die Regierungszeit von Kuri galzu I in Gebrauch danach wurde meist nur noch das Regierungsjahr des Konigs als Referenz benutzt Ausserdem sind Synchronismen bekannt Samsi Adad I von Assyrien verstarb nach dem 10 Regierungsjahr von Hammurabi gewohnlich wird das 17 palu angenommen 4 Ammi saduqa Konig von Babylon regierte 146 Jahre nach der Thronbesteigung von Hammurabi Babylon fiel im Jahr 31 von Samsu ditana an die Hethiter unter Mursili I Aus Beobachtungen der Venus in der Zeit von Ammisaduqa wurde versucht absolute Daten abzuleiten Das betreffende Ereignis wiederholte sich alle acht Jahre Ausserdem gibt es Berichte uber zwei Mondfinsternisse wahrend der Ur III Dynastie Auch archaologische Funde wurden sparlich Viele altbabylonische Siedlungen wurden aufgegeben Nach Gasche et al 1998 7 setzte dieser Prozess jedoch schon vor dem Fall von Babylon ein und scheint mit einer Veranderung des hydrologischen Systems in der Regierungszeit von Samsuiluna verbunden gewesen zu sein Ur Uruk und Larsa am Euphrat waren betroffen aber auch Girsu und Lagas wurden aufgelassen im 30 Regierungsjahr von Samsu iluna dann auch Isin und Nippur Auch die Spannweite der Keramikformen nimmt deutlich ab Gasche et al 1996 43 Das Gebiet ostlich des Tigris scheint weniger betroffen gewesen zu sein Sumerer Bearbeiten Hauptartikel Sumer Die ersten Schriftzeugnisse in Sudmesopotamien sind in sumerischer Sprache verfasst Die Herkunft der sumerischen Sprache ist bisher unbekannt und sie gilt derzeit sprachwissenschaftlich als eine isolierte Sprache Angebliche Verbindungen zu zentralasiatischen Sprachen aus denen manche eine Einwanderung der Sumerer ins Zweistromland von Osten her ableiten wollen wo sie die Wurzeln dieser Sprachen vermuten werden in der Fachwelt heutzutage abgelehnt Archaologisch gibt es fur eine solche Zuwanderung ebenfalls keine Belege Die Theorie dass das sudliche Mesopotamien im Neolithikum noch unter dem Meeresspiegel lag lasst sich inzwischen nicht mehr halten auch wenn es durch die Erosion in Folge ackerbaulicher Nutzung und Uberweidung im Taurusgebirge und Zagros zu einem starken Bodenauftrag kam Ende des 4 Jahrtausends v Chr wurden Technologien fur eine effektivere Bewasserung der Felder entwickelt und etabliert sodass sich erstmals auch grossere Stadte bilden konnten Das weitverzweigte Kanalsystem wurde von sogenannten Priesterfursten organisiert und gemeinsam bebaut Tempelwirtschaft Handwerk und Handel gewannen immer mehr an Bedeutung und die Stadte wurden immer wohlhabender Jede dieser Siedlungen war politisch eigenstandig Die steigenden Anforderungen an die Organisation und auch die Tempelwirtschaft bedingten und begunstigten die Entwicklung einer Schrift Zunachst diente die Schrift nur der Buchhaltung Die wichtigste Stadt der Sumerer war Uruk ihr Herrscher war Gilgamesch Das Epos dieses Helden gilt als das alteste erhaltene literarische Dokument der Menschheit 2700 v Chr wurde die Keilschrift in ihren Moglichkeiten zur Vollendung gefuhrt Ab 3000 v Chr wanderten Nomaden aus dem Norden in das sudliche Mesopotamien ein Die sumerische Konigsliste die auch von einer Sintflut berichtet dokumentiert diese Wanderungen durch das Auftauchen semitischer Namen Die Historiker bezeichnen diese Epoche als Fruhdynastische Periode die im 23 Jahrhundert v Chr endete In dieser Epoche zerbrach die Einheit von geistlicher und weltlicher Macht Palaste wurden fur die Konige gebaut die nicht nur der Reprasentation dienten Von etwa 2210 v Chr bis 2004 v Chr wurde Sumer von den gutaischen Eroberern aus Nordmesopotamien regiert Die Konige von Sumer wurden lugal genannt grosser Mensch Ihren Machtanspruch zeigten die Herrscher auch durch ihre Graber indem sie sich mit ihrem Gefolge begraben liessen Mehrere dieser Konigsgraber fand man in der Nahe von Ur Weitere Erfindungen die fur die Wirtschaft entscheidende Bedeutung hatten waren das Rad und die Topferscheibe Spate Uruk Zeit Entdeckungen von Tonbechern und Alltagsgeschirr im Dorf Jarmo nahe der Stadt Kirkuk werden archaologisch datiert auf etwa 5000 v Chr Einigung und Blutezeit unter Akkad Bearbeiten Mit Sargon von Akkad begann eine neue Epoche um 2235 2094 v Chr Er schuf das erste grosse vorderasiatische Reich indem er die vielen Stadtstaaten vereinte Zu seinem Machtbereich gehorte ganz Mesopotamien sowie Teile Syriens des Irans und Kleinasiens Die Stadt Akkad deren Reste noch immer nicht gefunden wurden wurde zu seinem Regierungssitz Die akkadische Sprache verdrangte das Sumerische als gesprochene Sprache das Sumerische wurde dennoch weiterhin als sakrale zeremonielle literarische und Wissenschafts Sprache benutzt Die Eroberungen Sargons fuhrten zu wirtschaftlichen und kulturellen Verknupfungen mit den unterworfenen Volkern und den neuen Nachbarn Der Zugang zum Persischen Golf liess einen florierenden Seehandel entstehen Das Reich von Akkad hatte nicht lange Bestand Zahlreiche Aufstande und insbesondere die Eroberer der Gutaer aus Nordmesopotamien beendeten die Epoche Dieses erste grosse Reich unter einem Herrscher ausgebildet als ein Flachenstaat mit einer zentralen Hauptstadt statt der bis dahin nur Stadtstaaten bildenden Konigreiche blieb in den Mythen der spater in diesem Gebiet siedelnden Volker weiterhin lebendig So berichteten selbst die nachfolgenden Assyrer noch in ihren Historienwerken von Sargons Reich Neusumerisches Reich der Ur III Dynastie Bearbeiten Nach knapp 100 Jahren wurden die Gutaer vertrieben und die sumerischen Stadtstaaten fanden wieder zu Macht und Grosse Die Stadt Ur wurde erneut zum Zentrum Sumerisch wurde Verwaltungssprache die ersten Zikkurate entstehen Diese Zeit zeichnete sich durch eine straffe Verwaltung aus und durch die Festlegung von Rechtsverordnungen Codex Ur Nammu Es ist die letzte von den Sumerern gepragte Epoche Ihr Niedergang ist durch das Schwinden der Macht der Stadte gekennzeichnet wodurch ein weiteres Nomadenvolk seine Chance zum Aufstieg bekommen sollte siehe auch Liste der Konige von Ur Babylonisches Zeitalter Bearbeiten Hauptartikel Babylonisches Reich Unter Konig Hammurabi in der Altbabylonischen Periode 2000 1595 v Chr gelangte die Stadt Babylon in den Mittelpunkt des Zeitgeschehens und wurde so bedeutend fur die Region dass die Griechen in der Folge ganz Mesopotamien als Babylonien bezeichneten Hammurabi ist bekannt weil er eine der ersten uberlieferten Gesetzessammlungen verfasste den sogenannten Codex Hammurapi In 280 Paragrafen regelte er Aspekte des burgerlichen Rechts das Straf und Verwaltungsrecht Es uberlieferte zahlreiche Einzelfallentscheidungen die sich oft durch grosse Harte auszeichneten Die Historiker sind sich nicht sicher wie lange diese Gesetzessammlung beachtet wurde Reich der Assyrer Bearbeiten Hauptartikel Assyrisches Reich Assyrisches Reich Im 18 Jahrhundert v Chr beherrschte Samsi Adad I ein grosseres Reich im Norden Mesopotamiens aber in der ersten Halfte des 17 Jahrhunderts v Chr zerfiel Assyrien wieder womit das Altassyrische Reich endete Im 14 Jahrhundert v Chr erstarkte Assyrien wieder Die Hauptstadt Assur lag am oberen Tigris Historiker vermuten dass die Stadt am Anfang unter der Herrschaft Akkads stand wahrend die ersten Assyrer Nomaden waren An der Spitze der Assyrer stand der Konig der sich auch als Stellvertreter des Gottes Assur sah Daneben ubten die Kaufleute eine bedeutende Macht im Lande aus Assur geographisch gunstig an wichtigen Handelswegen gelegen handelte mit Babylon Anatolien und dem heutigen Iran Unter Assur uballiṭ I 1353 1318 v Chr erlangte Assyrien seinen Einfluss zuruck Zahlreiche Eroberungen fuhrten zu einem wirtschaftlichen Aufschwung Konig Tukulti Ninurta I ca 1233 1197 v Chr verstand sich wieder als Stellvertreter des Gottes Assur Er nannte sich auch Herrscher der vier Erdteile Mit seinem Tod endete das sogenannte Mittelassyrische Reich Einen letzten Aufschwung erlebte das Reich mit Konig Assur dan III 935 912 v Chr der zahlreiche aramaische Stadte eroberte Die Assyrer ubernahmen von den Aramaern allmahlich Schrift und Sprache Die Konige Assur naṣir apli II 883 859 v Chr und Salmanu asared III 858 824 v Chr erweiterten den assyrischen Machtbereich bis nach Syrien Nach einigen Ruckschlagen und inneren Zwistigkeiten gelang es Tukulti apil Esarra III 745 727 v Chr Phonizien und das Gebiet der Philister zu erobern Er griff auch das Nordreich Israel an aber erst sein Nachfolger Salmanu asared V besiegte es 722 721 vollstandig Babylon wurde 689 v Chr erobert Der Eroberungsdrang fand seinen Hohepunkt in der Eroberung Agyptens durch Assur ahhe iddina 681 669 v Chr Assur bani apli 669 627 v Chr war der letzte bedeutende Herrscher Er war ein erfahrener Politiker der sehr belesen war Seine Bibliothek ist eine bedeutende Quelle fur die Geschichte des Zweistromlandes Neubabylonisches Reich Bearbeiten Hauptartikel Neubabylonisches Reich Nach dem Untergang Assyriens erstarkte Babylon wieder zudem stieg das Reich der Meder als Grossmacht auf Der Mederkonig Kyaxares der 625 v Chr die Skythen am Urmiasee vernichtend schlug und im Bundnis mit babylonischen Konig Nabopolassar schliesslich Assyrien um 614 612 v Chr bezwang tilgte das Assyrische Reich von der politischen Weltkarte 18 Jahre nach dem Tod Assurbanipals besiegten also die vereinigten Meder und Babylonier die Heere Assyriens 612 v Chr Babylon wurde in der Folge erneut das kulturelle Zentrum Mesopotamiens Die Allianzpartner eroberten die assyrischen Hauptfesten Ninive und Assur die in das Neubabylonische Reich annektiert wurden Im Norden und Osten entstand mit dem Reich der Meder fur knapp zwei Jahrhunderte eine neue militarische Grossmacht die sich bis zum Schwarzen Meer zum Ararat und bis an die Pforten Afghanistans erstreckte Die Assyrer verschwanden schliesslich aus dem Gedachtnis der nachfolgenden Generationen bis dieser Name aus politisch sozialen Grunden innerhalb des assyrischen Volkes im Osten im 19 Jahrhundert n Chr wiederbelebt wurde Die Nachfolger des Alten Mesopotamiens bis zum Ende der Spatantike BearbeitenDie persischen Achameniden eroberten ab 550 v Chr den Nahen Osten und Kleinasien In Babylon hinterliess Kyros II 539 v Chr seine Proklamation auf dem Kyros Zylinder und Mesopotamien wurde Bestandteil des stark expandierenden Perserreichs das dann 330 v Chr seinerseits von Alexander erobert wurde Nach seinem Tod ubernahm General Seleukos die Macht im Osten des Alexanderreichs und begrundete die Dynastie der Seleukiden Um 140 v Chr geriet der grosste Teil des Zweistromlandes dann unter die Herrschaft der iranisch parthischen Arsakiden Sie machten die am Tigris gelegene Grossstadt Seleukia Ktesiphon zu ihrer Hauptresidenz wahrend Babylon nach der Eroberung durch die Parther und seleukidisch parthische Kriege in der Folgezeit rapide an Bedeutung verlor Der Euphrat markierte dabei lange Zeit die Grenze zum Imperium Romanum bis die Romer unter Kaiser Septimius Severus um 200 n Chr Nordmesopotamien annektierten und uber vier Jahrhunderte lang beherrschten Einige Jahre spater wurden die Konige aus der Familie der Arsakiden von den persischen Sassaniden gesturzt die aber weiterhin in Ktesiphon residierten Obwohl sie selbst Zoroastrier waren verbreitete sich unter den Sassaniden das Christentum in Mesopotamien das in der Spatantike zudem ein wichtiges Zentrum des Judentums war Mit dem Untergang des Sassanidenreiches im Zuge der arabischen Expansion um 640 n Chr endete dann die vorislamische Geschichte Mesopotamiens Kultur und Gesellschaft BearbeitenWirtschaft und Volkswirtschaft Bearbeiten Im 3 Jahrtausend Sumerer herrschten die Priesterfursten welche die politische und religiose Macht in ihren Handen hielten Sie organisierten auch die Kanalisierung des Landes und den Ackerbau Der Haushalt des Staates war gleichbedeutend mit dem des Herrschers man nennt dieses Wirtschaftssystem Oikos Wirtschaft Die Organisation benotigte dafur einen grossen Verwaltungsapparat Die Sklaven die fur die Priesterfursten arbeiteten erhielten dafur Naturalien Privateigentum wurde erst in der Zeit Babylons etabliert Die Aufgaben des Staates wurden im Laufe der Zeit teilweise privatisiert d h ein Pachter ubernahm die Arbeiten und musste dafur eine Leistung z B Silber erbringen Die Bauern im 2 bis 1 Jahrtausend v Chr dagegen tauschten ihre Produkte gegen benotigte Lebensmittel und Textilien Die Tempel und ihre Priester hatten in Assyrien weit weniger Einfluss auf die Wirtschaft Der assyrische Staat duldete das Privateigentum und finanzierte sich durch Tribute und Steuern Die Landereien waren im Besitz von Adelsfamilien die die kleinen Bauern immer mehr zu Abhangigen machten Einen grossen Vorteil hatte der Landbesitz er war steuerfrei Neben Landbesitz besassen diese Adelsfamilien meist noch Handelsunternehmungen Auch in Babylon gab es einflussreiche Handelsherren die mit ihren Familien regelrechte Dynastien bildeten Nicht nur durch Handel vermehrten sie ihr Vermogen sondern auch durch Geldgeschafte Erstaunlicherweise schien es zu dieser Zeit keine Markte Basare gegeben zu haben wie man es von einem orientalischen Land eigentlich erwarten wurde Doch die aufgefundenen Dokumente berichten nicht uber diese Handelsform Mesopotamien handelte mit den angrenzenden Landern Die Fernhandelsbeziehungen reichten dabei sogar von der Ostsee bis zum Indusdelta Die Waren wurden per Schiff oder mit Karawanen ins Land gebracht Die Karawanen transportierten ihre Handelsware zunachst mit Eseln ab dem 1 Jahrtausend v Chr trugen Kamele die Ware Im geringen Umfang wurden auch Pferde und Wagen eingesetzt Strassen gab es erst seit dem Neuassyrischen Reich Es gibt Uberlieferungen von Streitwagen und dem Drill von Pferden Wagenlenkern durch Trainer im Konigreich Mittani um 1400 v Chr in Nordmesopotamien Sprache Schrift und Zahlen Bearbeiten Vor dem 4 Jahrtausend v Chr verwendeten die Bewohner des Zweistromlandes sogenannte Zahlsteine fur die Rechenaufgaben des Alltags Der sich ausweitende Handel fuhrte im 3 Jahrtausend zur Entwicklung der Keilschrift Zunachst bestand die Schrift hauptsachlich aus Bildsymbolen Spater wurde sie abstrakter Da viele Menschen nicht schreiben konnten nahmen sie die Dienste von Schreibern in Anspruch Der Schreiber wurde so zu einer angesehenen Person in der Gesellschaft Die Zeichen wurden mit Griffeln in Tontafeln geritzt Zuerst zog man auf der Tontafel senkrechte und waagerechte Linien Dann trug man die Symbole in die entstandenen Kastchen indem man sie mit dem dreikantigen Ende eines dunnen Rohres in die weiche Tontafel eindruckte Geschrieben und gelesen wurde von links nach rechts Die sogenannte Keilschrift erreichte um 2700 v Chr ihre Vollendung Die Keilschrift wurde uber 2500 Jahre lang in Mesopotamien angewandt und fand sich auch in Syrien und bei den Hethitern sowie in den diplomatischen Archiven Agyptens Bei den Sumerern standen die einzelnen Zeichen fur ganze Worte die auch mehrere Bedeutungen haben konnten Man kombinierte teilweise Zeichen z B um Handlungen darzustellen So wurde der Begriff Essen durch die Symbole Mund und Brot dargestellt Diese Bilderschrift erlaubte es den Menschen die Dinge des Alltags besser zu organisieren Die Schrift wurde im Lauf der Zeit komplexer einzelne Symbole konnten jetzt auch Laute bzw mehrere Symbole konnten ganze Satze darstellen Das ermoglichte die Geburt der Literatur wie sie sich auch im durch die ganze Region bekannten Gilgamesch Epos niederschlug Vor dem 2 Jahrtausend herrschte im Zweistromland keine der benutzten Sprachen vor Es wurde gleichberechtigt das Sumerische und das Akkadische gesprochen Die jahrhundertelange Ansiedlung und Verbreitung der verschiedensten aramaischen Stamme uber den gesamten Fruchtbaren Halbmond machten Aramaisch zur fuhrenden Sprache des Nahen Ostens Die sumerische Sprache blieb bis zur Zeitenwende die Sprache der Gebildeten ahnlich wie es Griechisch wahrend des Romischen Reiches oder wie es Latein im Mittelalter war Durch die Aramaer wurde auch die Buchstabenschrift von den Phoniziern ubernommen eingefuhrt Es wurden nur die Konsonanten geschrieben In dieser Epoche wurde auf Papyrus und Pergament geschrieben Literatur BearbeitenPierre Amiet L Antiquite Orientale Presses universitaires de France Paris 2003 ISBN 2 13 053849 5 franzosisch Pierre Amiet Introduction a l Antiquite Orientale Desclee De Brouwer Paris 2003 ISBN 2 220 02213 7 franzosisch Ulla Dornberg Die bluhenden Stadte der Sumerer Time Life Amsterdam 1993 ISBN 90 5390 519 7 Dietz Otto Edzard Geschichte Mesopotamiens Von den Sumerern bis zu Alexander dem Grossen Beck Munchen 2004 ISBN 3 406 51664 5 Eckart Frahm Geschichte des alten Mesopotamien Reclam Stuttgart 2013 ISBN 978 3 15 019108 8 Barthel Hrouda Hrsg Der alte Orient Geschichte und Kultur des alten Vorderasien Bertelsmann Munchen 1991 ISBN 3 570 08578 3 Barthel Hrouda Mesopotamien Die antiken Kulturen zwischen Euphrat und Tigris C H Beck Wissen 2030 5 Auflage Beck Munchen 2008 ISBN 978 3 406 46530 7 Francis Joannes Dictionnaire de la civilisation mesopotamienne Robert Laffont Paris 2001 ISBN 2 221 09207 4 franzosisch Wolfgang Korn Mesopotamien Wiege der Zivilisation 6000 Jahre Hochkulturen an Euphrat und Tigris Theiss Stuttgart 2004 ISBN 3 8062 1851 X Marc Van de Mieroop A History of the Ancient Near East ca 3000 323 BC 2 Auflage Blackwell Malden Oxford 2016 ISBN 978 1 405 14910 5 englisch Roger Matthews The archaeology of Mesopotamia Theories and approaches Routledge London New York 2003 ISBN 0 415 25317 9 englisch Roger Matthews The early prehistory of Mesopotamia 500 000 to 4 500 BC Brepols Turnhout 2005 ISBN 2 503 50729 8 englisch Lucia Moretti Mesopotamien Sumerer Assyrer und Babylonier Bildlexikon der Volker und Kulturen Band 1 Parthas Berlin 2005 ISBN 978 3 936324 71 6 Hans J Nissen Geschichte Alt Vorderasiens Oldenburg Grundriss der Geschichte Band 25 Oldenbourg Munchen 1999 ISBN 3 486 56374 2 Dietmar Pieper Matthias Schulz u a Mesopotamien Aufbruch in die Geschichte Der Spiegel Geschichte Heft 2 2016 Spiegel Verlag Hamburg 2016 ISSN 1868 7318 Online Michael Roaf Bildatlas der Weltkulturen Mesopotamien Bechtermunz Verlag Augsburg 1998 ISBN 3 86047 796 X Georges Roux Johannes Renger Irak in der Antike Zaberns Bildbande zur Archaologie Antike Welt Sonderheft Zabern Mainz 2005 ISBN 3 8053 3377 3 Henry William Frederick Saggs Mesopotamien Assyrer Babylonier Sumerer Kindler Zurich 1966 DNB 457205997 Michael Schaper Mythos Babylon Die Geburt der Zivilisation 3300 500 v Chr GEO Epoche Heft 87 Gruner Jahr Hamburg 2017 ISBN 978 3 652 00646 0 Gebhard J Selz Sumerer und Akkader Geschichte Gesellschaft Kultur C H Beck Wissen 2374 3 aktualisierte Auflage Beck Munchen 2016 ISBN 978 3 406 50874 5 Weblinks Bearbeiten Commons Mesopotamien Sammlung von Bildern Videos und Audiodateien Wiktionary Mesopotamien Bedeutungserklarungen Wortherkunft Synonyme Ubersetzungen Mesopotamien In Ancient eu englisch Mesopotamien In British Museum englisch Ausgrabungen der Deutschen Orient Gesellschaft In Orient Gesellschaft de Suche nach Mesopotamien In Deutsche Digitale Bibliothek Literatur von und uber Mesopotamien im Katalog der Deutschen NationalbibliothekEinzelnachweise Bearbeiten Siehe en Mesopotamien shrub desert a b c d Dietz Otto Edzard Geschichte Mesopotamiens C H Beck Munchen 2004 S 13 16 a b Dietz Otto Edzard Geschichte Mesopotamiens C H Beck Munchen 2004 S 16 20 Sturt W Manning Bernd Kromer Peter Ian Kuniholm Maryanne W Newton Anatolian Tree Rings and a New Chronology for the East Mediterranean Bronze Iron Ages In Science New Series 294 No 5551 2001 S 2535 33 7 43 5 Koordinaten 34 N 44 O Normdaten Geografikum GND 4038788 4 OGND AKS LCCN sh97001366 VIAF 234579587Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Mesopotamien amp oldid 214253123, wikipedia, wiki, deutsches

deutschland

buch, bücher, bibliothek

artikel

lesen, herunterladen

kostenlos

kostenloser herunterladen, MP3, Video, MP4, 3GP, JPG, JPEG, GIF, PNG, Bild, Musik, Lied, Film, Buch, Spiel, Spiele