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Margot Frank

Margot Betti Frank (* 16. Februar 1926 in Frankfurt am Main; † Anfang März 1945 im KZ Bergen-Belsen) war ein ursprünglich aus Deutschland stammendes jüdisch-niederländisches Opfer des Holocaust. Sie ist bekannt geworden als die drei Jahre ältere Schwester von Anne Frank durch deren berühmtes Tagebuch.

Margot Frank (1941)
Grabstein für Margot und Anne Frank auf der KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen

Inhaltsverzeichnis

Margot Frank wurde als erstes Kind ihrer Eltern Otto Frank und Edith Frank-Holländer geboren. Den Namen Betti erhielt sie in Erinnerung an die früh verstorbene Schwester ihrer Mutter.

In Frankfurt besuchte Margot zunächst die Ludwig-Richter-Schule, später die Varrentrapp-Schule, und erhielt zusätzlich jüdischen Religionsunterricht.

Die Familie Frank siedelte nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 von Frankfurt in Deutschland nach Amsterdam in den Niederlanden in eine Wohnung am Merwedeplein 37 im Stadtteil Rivierenbuurt (deutsch: Flussviertel) über. Im Sommer 1933 zog Otto in die Niederlande. Edith kam im September nach um eine Wohnung zu suchen, Margot folgte im Dezember und Anne im Februar 1934. Margot besuchte die nahe gelegene öffentliche Schule in der Jekerstraat, lernte Niederländisch und hatte einen Kreis von Freundinnen. Danach besuchte sie ein Mädchengymnasium, spielte Tennis und ruderte gern. Mit Edith Frank-Holländer besuchte sie oft die liberale Synagoge, wo sie auch Relgionsunderricht erhielt.1940 wurde Margot Mitglied der zionistischen Jugendorganisation Makkabi Hazair. Nach der Besetzung der Niederlande im Zweiten Weltkrieg durch die Deutschen 1940 gingen Margot und Anne auf dem jüdischen Lyceum zur Schule, nachdem es im Sommer 1941 für Juden verboten wurde, nicht-jüdische Schulen zu besuchen.

Margot Frank wurde durch viele Überlebende als die perfekte Tochter beschrieben. Sie war brav, ruhig und bekam gute Zensuren in der Schule. Sie hatte den Plan, nach dem Krieg ins damalige Mandatsgebiet Palästina auszuwandern, um dort Krankenschwester zu werden.

Etwa zwei Jahre nach der Besetzung der Niederlande begann Otto Frank im Hinterhaus der von ihm vormals geleiteten niederländischen Niederlassung der Opekta-Werke ein Versteck für seine Familie und die befreundete Familie van Pels vorzubereiten.

Im Sommer 1942 fingen die systematischen Deportationen von Juden aus den Niederlanden an. Am 5. Juli 1942 erhielt Margot einen Aufruf, um sich zum Transport in ein Arbeitslager nach Deutschland zu melden. Die Familie tauchte daraufhin am folgenden Tag in ihr Versteck unter, Familie van Pels folgte eine Woche später, einige Monate später folgte Fritz Pfeffer, ein Bekannter. Im Versteck wurden die Untergetauchten durch befreundete Mitarbeiter aus dem Betrieb versorgt. Margot verhielt sich im Versteck immer sehr ruhig und zurückhaltend, so dass die Helferin Miep Gies später nur über sie sagen konnte: „Sie war anwesend und das war alles“. Margot las und lernte täglich viele Stunde mithilfe der zahlreichen Bücher, die die Familie Frank mitgenommen hatten. Über Margot schrieb Anne Frank am 12. Januar 1944: Margot ist so lieb geworden, sie scheint mir ganz anders zu sein als früher. Sie ist längst nicht mehr so schnippisch und wird nun eine wirkliche Freundin.

Am 4. August 1944 wurde das Versteck entdeckt, entweder durch Verrat oder im Zuge einer anderweitigen Ermittlung wegen Schwarzhandels, und die Untergetauchten wurden verhaftet. Sie wurden zuerst ins Durchgangslager Westerbork gebracht und anschließend mit dem letzten Transport ins KZ Auschwitz-Birkenau deportiert. Dort wurden sie voneinander getrennt.

Stolpersteine für Familie Frank in Aachen

Margot und Anne gelangten mit einem weiteren Transport im Oktober 1944 ins KZ Bergen-Belsen. Dort starb Margot im März 1945 einige Tage vor ihrer Schwester an den Folgen einer Fleckfiebererkrankung, wenige Wochen vor der Befreiung des KZ.

Wie Anne führte Margot während des Krieges ein Tagebuch, dieses wurde aber nicht gefunden.

Vor der Wohnung der Familie Frank am Pastorplatz 1 in Aachen erinnern im Gehweg eingelassene Stolpersteine an das Schicksal der Familie. Ebenso erinnern seit Februar 2015 an ihrem letzten offiziellen Wohnort am Merwedeplein 37 in Amsterdam Stolpersteine an die Familie.

Margot Frank wurde in dem Spielfilm Das Tagebuch der Anne Frank (1959) von Diane Baker und in Anne Frank (2001) von Jessica Manley dargestellt. In den beiden BBC-Produktionen The Diary of Anne Frank wurde sie von Emma Harbour (1987) und Felicity Jones (2001) dargestellt. In dem 2016 erschienenen Film Das Tagebuch der Anne Frank unter der Regie von Hans Steinbichler spielt Stella Kunkat die Margot.

Commons: Margot Frank – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  1. Anne Frank Stichting – Anne Franks Familie
  2. Carol Ann Lee: Otto Franks Geheimnis. München 2005, ISBN 3-492-04477-8.
  3. Rian Verhoeven: Anne Frank was niet alleen. Het Merwedeplein 1933–1945. Hrsg.: Prometheus. Prometheus, Amsterdam 2019, ISBN 978-90-446-3041-1,S.7, 25, 31.
  4. Anne Frank Fonds: Margot Frank. In: https://www.annefrank.ch/de/familie/margot-frank. Abgerufen am 29. Juli 2021.
  5. Anne Frank Stichting – Die acht Untergetauchten
  6. Anne Frank Haus: Margot Frank. In: https://www.annefrank.org/de/anne-frank/die-hauptpersonen/margot-frank/#source-355875. Abgerufen am 29. Juli 2021 (deutsch).
  7. Anne Frank: Tagebuch Anne Frank. S. Fischer, Berlin 2001, ISBN 978-3-596-15277-3.
  8. Dr. Gertjan Broek: anne frank stichting – August 4, 1944. (PDF; 5 S., 158 KB) Anne-Frank-Stiftung, Dezember 2016, abgerufen am 11. April 2017 (englisch).
  9. Margot Frank. Anne Frank Fonds, abgerufen am 29. Juli 2021 (deutsch).
  10. Anne Frank: Merwedeplein 37, Amsterdam
Personendaten
NAME Frank, Margot
ALTERNATIVNAMEN Frank, Margot Betti (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG deutsch-niederländisches Opfer des Holocaust, Schwester von Anne Frank
GEBURTSDATUM 16. Februar 1926
GEBURTSORT Frankfurt am Main
STERBEDATUM März 1945
STERBEORT KZ Bergen-Belsen

Margot Frank
margot, frank, opfer, holocaust, schwester, anne, frank, sprache, beobachten, bearbeiten, margot, betti, frank, februar, 1926, frankfurt, main, anfang, märz, 1945, bergen, belsen, ursprünglich, deutschland, stammendes, jüdisch, niederländisches, opfer, holocau. Margot Frank Opfer des Holocaust Schwester von Anne Frank Sprache Beobachten Bearbeiten Margot Betti Frank 16 Februar 1926 in Frankfurt am Main Anfang Marz 1945 im KZ Bergen Belsen war ein ursprunglich aus Deutschland stammendes judisch niederlandisches Opfer des Holocaust Sie ist bekannt geworden als die drei Jahre altere Schwester von Anne Frank durch deren beruhmtes Tagebuch Margot Frank 1941 Grabstein fur Margot und Anne Frank auf der KZ Gedenkstatte Bergen Belsen Inhaltsverzeichnis 1 Leben 2 Wurdigung 3 Weblinks 4 EinzelnachweiseLeben BearbeitenMargot Frank wurde als erstes Kind ihrer Eltern Otto Frank und Edith Frank Hollander geboren Den Namen Betti erhielt sie in Erinnerung an die fruh verstorbene Schwester ihrer Mutter 1 In Frankfurt besuchte Margot zunachst die Ludwig Richter Schule spater die Varrentrapp Schule und erhielt zusatzlich judischen Religionsunterricht 2 Die Familie Frank siedelte nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 von Frankfurt in Deutschland nach Amsterdam in den Niederlanden in eine Wohnung am Merwedeplein 37 im Stadtteil Rivierenbuurt deutsch Flussviertel uber Im Sommer 1933 zog Otto in die Niederlande Edith kam im September nach um eine Wohnung zu suchen Margot folgte im Dezember und Anne im Februar 1934 3 Margot besuchte die nahe gelegene offentliche Schule in der Jekerstraat 2 lernte Niederlandisch und hatte einen Kreis von Freundinnen Danach besuchte sie ein Madchengymnasium spielte Tennis und ruderte gern Mit Edith Frank Hollander besuchte sie oft die liberale Synagoge wo sie auch Relgionsunderricht erhielt 1940 wurde Margot Mitglied der zionistischen Jugendorganisation Makkabi Hazair 4 Nach der Besetzung der Niederlande im Zweiten Weltkrieg durch die Deutschen 1940 gingen Margot und Anne auf dem judischen Lyceum zur Schule nachdem es im Sommer 1941 fur Juden verboten wurde nicht judische Schulen zu besuchen Margot Frank wurde durch viele Uberlebende als die perfekte Tochter beschrieben Sie war brav ruhig und bekam gute Zensuren in der Schule Sie hatte den Plan nach dem Krieg ins damalige Mandatsgebiet Palastina auszuwandern um dort Krankenschwester zu werden Etwa zwei Jahre nach der Besetzung der Niederlande begann Otto Frank im Hinterhaus der von ihm vormals geleiteten niederlandischen Niederlassung der Opekta Werke ein Versteck fur seine Familie und die befreundete Familie van Pels vorzubereiten Im Sommer 1942 fingen die systematischen Deportationen von Juden aus den Niederlanden an Am 5 Juli 1942 erhielt Margot einen Aufruf um sich zum Transport in ein Arbeitslager nach Deutschland zu melden Die Familie tauchte daraufhin am folgenden Tag in ihr Versteck unter Familie van Pels folgte eine Woche spater einige Monate spater folgte Fritz Pfeffer ein Bekannter Im Versteck wurden die Untergetauchten durch befreundete Mitarbeiter aus dem Betrieb versorgt Margot verhielt sich im Versteck immer sehr ruhig und zuruckhaltend so dass die Helferin Miep Gies spater nur uber sie sagen konnte Sie war anwesend und das war alles 5 Margot las und lernte taglich viele Stunde mithilfe der zahlreichen Bucher die die Familie Frank mitgenommen hatten 6 Uber Margot schrieb Anne Frank am 12 Januar 1944 Margot ist so lieb geworden sie scheint mir ganz anders zu sein als fruher Sie ist langst nicht mehr so schnippisch und wird nun eine wirkliche Freundin 7 Am 4 August 1944 wurde das Versteck entdeckt entweder durch Verrat oder im Zuge einer anderweitigen Ermittlung wegen Schwarzhandels 8 und die Untergetauchten wurden verhaftet Sie wurden zuerst ins Durchgangslager Westerbork gebracht und anschliessend mit dem letzten Transport ins KZ Auschwitz Birkenau deportiert Dort wurden sie voneinander getrennt Stolpersteine fur Familie Frank in Aachen Margot und Anne gelangten mit einem weiteren Transport im Oktober 1944 ins KZ Bergen Belsen Dort starb Margot im Marz 1945 einige Tage vor ihrer Schwester an den Folgen einer Fleckfiebererkrankung wenige Wochen vor der Befreiung des KZ 9 Wie Anne fuhrte Margot wahrend des Krieges ein Tagebuch dieses wurde aber nicht gefunden Wurdigung BearbeitenVor der Wohnung der Familie Frank am Pastorplatz 1 in Aachen erinnern im Gehweg eingelassene Stolpersteine an das Schicksal der Familie Ebenso erinnern seit Februar 2015 an ihrem letzten offiziellen Wohnort am Merwedeplein 37 in Amsterdam Stolpersteine an die Familie 10 Margot Frank wurde in dem Spielfilm Das Tagebuch der Anne Frank 1959 von Diane Baker und in Anne Frank 2001 von Jessica Manley dargestellt In den beiden BBC Produktionen The Diary of Anne Frank wurde sie von Emma Harbour 1987 und Felicity Jones 2001 dargestellt In dem 2016 erschienenen Film Das Tagebuch der Anne Frank unter der Regie von Hans Steinbichler spielt Stella Kunkat die Margot Weblinks Bearbeiten Commons Margot Frank Sammlung von Bildern Videos und AudiodateienEinzelnachweise Bearbeiten Anne Frank Stichting Anne Franks Familie a b Carol Ann Lee Otto Franks Geheimnis Munchen 2005 ISBN 3 492 04477 8 Rian Verhoeven Anne Frank was niet alleen Het Merwedeplein 1933 1945 Hrsg Prometheus Prometheus Amsterdam 2019 ISBN 978 90 446 3041 1 S 7 25 31 Anne Frank Fonds Margot Frank In https www annefrank ch de familie margot frank Abgerufen am 29 Juli 2021 Anne Frank Stichting Die acht Untergetauchten Anne Frank Haus Margot Frank In https www annefrank org de anne frank die hauptpersonen margot frank source 355875 Abgerufen am 29 Juli 2021 deutsch Anne Frank Tagebuch Anne Frank S Fischer Berlin 2001 ISBN 978 3 596 15277 3 Dr Gertjan Broek anne frank stichting August 4 1944 PDF 5 S 158 KB Anne Frank Stiftung Dezember 2016 abgerufen am 11 April 2017 englisch Margot Frank Anne Frank Fonds abgerufen am 29 Juli 2021 deutsch Anne Frank Merwedeplein 37 AmsterdamNormdaten Person GND 13033636X OGND AKS VIAF 40480393 Wikipedia Personensuche PersonendatenNAME Frank MargotALTERNATIVNAMEN Frank Margot Betti vollstandiger Name KURZBESCHREIBUNG deutsch niederlandisches Opfer des Holocaust Schwester von Anne FrankGEBURTSDATUM 16 Februar 1926GEBURTSORT Frankfurt am MainSTERBEDATUM Marz 1945STERBEORT KZ Bergen BelsenAbgerufen von https de wikipedia org w index php title Margot Frank amp oldid 214339352, wikipedia, wiki, deutsches

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