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Lunge

Etymologie

Das deutsche Wort Lunge stammt über seine althochdeutsche Form lunguna letztlich von der indogermanischen Wurzel *lengu̯h ‚leicht (in Bewegung und Gewicht)‘ ab, sodass von der ursprünglichen Bedeutung als ‚die Leichte‘ ausgegangen werden kann. Sprachwissenschaftler erklären die Benennung mit dem bereits vor langer Zeit festgestellten Phänomen, dass die Lunge eines geschlachteten Tieres als einziges Organ auf dem Wasser oben schwimmt. Der medizinisch-lateinische Fachbegriff pulmo geht auf eine alternative Schreibweise des griechischen Wortes für Lunge zurück:altgriechischπλεύμων(pleumon), dessen standardsprachliche Schreibweiseπνεύμων (pneumon) u. a. dem Wort Pneumonie (= Lungenentzündung) zugrunde liegt.


Beide Lungen der Säugetiere, auch als Lungenflügel bezeichnet, sind beweglich im Brustraum (Thorax) eingebettet. Mehr oder weniger tiefe Einschnitte teilen die Lunge in Lungenlappen (Lobi). Die Oberfläche der Lungen ist von einer glatten Auskleidung (Tunica serosa) überzogen, die in der Brusthöhle als Brustfell (Pleura) bezeichnet wird und unterteilt wird in Lungenfell (Lungenpleura) und Rippenfell (Thoraxpleura). Zwischen dem Brustfellüberzug der Lunge und der Brustfellauskleidung der Brusthöhle liegt der Pleuraspalt, ein mit wenig Flüssigkeit ausgefüllter Spaltraum, in dem ein Unterdruck herrscht.

Aufbau der menschlichen Lunge

Menschliche Lungen
3D-Rekonstruktion menschlicher Lunge aus CT-Bildern

Die menschlichen Lungen, als typische Säugetierlungen, bestehen aus einer rechten Lunge (rechtem Lungenflügel) und einer linken Lunge (linkem Lungenflügel). Jeder Lungenflügel wird durch Furchen in so genannte Lungenlappen unterteilt. Der rechte Lungenflügel teilt sich dabei in drei (Oberlappen oder Lobus ventrocranialis, Mittellappen oder Lobus medius und Unterlappen oder Lobus dorsocaudalis), der linke Lungenflügel in lediglich zwei Lappen (Oberlappen und Unterlappen) auf. Die Lungenlappen wiederum werden in Lungensegmente unterteilt. Die Bezeichnung erfolgt hier entsprechend der Zuordnung zum versorgenden Bronchialast. 10 Segmente finden sich in der rechten Lunge (Pulmo dexter). Im linken Flügel (Pulmo sinister) gibt es nur 9 Segmente, da das 7. Segment fehlt. Der linke Lungenflügel ist etwas kleiner als der rechte, da auf der linken Seite das Herz einigen Raum einnimmt. Dabei bestehen der rechte Lungenoberlappen aus dem apikalen, dem posterioren und dem anterioren Oberlappensegment sowie der Mittellappen (nur rechts) aus dem lateralen und dem medialen Mittellappensegment (Segmente 4 und 5). Es folgen das apikale Unterlappensegment (6er Segment) sowie die vier basalen Unterlappensegmente rechts (mediobasal, anterobasal, laterobasal, posterobasal). Auf der linken Seite besteht der Oberlappen aus den Segmenten 1 bis 3, Namensgebung wie im rechten Oberlappen, sowie aus den beiden Lingulasegmenten (4, 5) (superiores und inferiores Lingulasegment). Es folgen das apikale Unterlappensegment (6er Segment) sowie die drei basalen Unterlappensegmente: anterobasal, laterobasal und posterobasal (Segmente 8 bis 10). Das mediobasale Segment fehlt.

Dass die funktionelle Lungeneinheit nicht der Lungenlappen, sondern das Lungensegment ist, hatte der amerikanische Chirurg Richard H. Overholt in Boston erkannt.

Die Lungenflügel liegen in der Brusthöhle. Oben überragt die Lungenspitze um etwa 1–2 cm das Schlüsselbein, unten liegt die Lunge dem Zwerchfell auf, dessen Lage sehr variabel ist und vorrangig von der Atemstellung und der Körperlage (im Liegen höher als im Sitzen) abhängt. Grob kann man sagen, dass in der Atemruhestellung die Lungenränder auf der Bauchseite in Höhe der 6. Rippe, seitlich in Höhe der 8. Rippe und auf der Rückenseite in Höhe der 10. Rippe zu liegen kommen. Dieser Unterschied ergibt sich aus der schrägen Zwerchfellansatzlinie.

Die linke Lunge ist allgemein kleiner, weil ihr das Herz zum größten Teil aufliegt. Dadurch und bedingt durch die Aufspaltung der Luftröhre in die Hauptbronchien, sodass der linke Luftröhren-Bronchien-Winkel kleiner ist als der rechte, wird die rechte Lunge in der Regel besser belüftet. Der Winkel, der von der Trachea und dem rechten Hauptbronchus eingeschlossen wird, ist größer als jener zwischen Trachea und linkem Hauptbronchus. Dies hat Konsequenzen bei der Aspiration von Fremdkörpern: Diese gelangen meistens in den rechten Hauptbronchus. Das Lungenvolumen eines erwachsenen Menschen beträgt durchschnittlich 5 bis 6 Liter.

Feinbau

Struktur eines terminalen Bronchiolus (letzte alveolentragende Bronchialaufzweigung).

Das Gewebe der Lungen kann in einen luftführenden Teil und einen Teil, in dem der tatsächliche Gasaustausch stattfindet, unterteilt werden. Die luftführenden Bronchien enden in blind endenden Säckchen, den Lungenbläschen (Alveolen). In diesen findet der Gasaustausch statt.

Die Gesamtheit des luftleitenden Systems wird als Bronchialsystem (Bronchialbaum) bezeichnet. Von innen nach außen finden sich verschiedene Schichten. Das Epithel (Deckgewebe) besteht zu Beginn noch, wie in der Luftröhre, aus mehrreihigem, hochprismatischem Flimmerepithel, doch näher an den Alveolen vereinfacht sich die Struktur, und in den Bronchiolen überwiegt einschichtiges iso- oder hochprismatisches Flimmerepithel. In der darunter liegenden Lamina propria findet sich glatte Muskulatur, deren Anteil zu den Alveolen hin zunimmt. Weiterhin enthält sie eine Vielzahl elastischer Fasern sowie muköse und seröse Drüsen, deren Ausgänge in den Bronchus öffnen und die die Schleimhautoberfläche mit einem Schutzfilm überziehen. Ganz außen findet sich in den großen Bronchien hyaliner Knorpel, der gewährleistet, dass die Luftwege offen bleiben. Je kleiner der Durchmesser der Bronchien wird, umso geringer wird der Anteil der Knorpelmasse, bis sich nur noch kleine Inseln finden.

Zusammen mit den Bronchien verlaufen auch die Arterien und Venen des Lungenkreislaufs sowie die Nervenfasern des Plexus pulmonalis.

Gasaustausch

Siehe auch: Lungenkreislauf

Die Oxygenierung des Blutes und die CO2-Abgabe erfolgt in den Alveolen. Diese etwa 300 Millionen sackartigen Erweiterungen (beim erwachsenen Menschen) haben einen Durchmesser von ca. 200 μm. Die von ihnen gebildete Fläche wird als Respiratorische Fläche bezeichnet. Die Alveolen bestehen aus den kleinen Alveolarzellen oder Pneumozyten Typ I, die weniger als 0,1 Mikrometer dick sein können und das Epithel der Alveolen bilden, und den großen Alveolarzellen oder Pneumozyten Typ II, die Surfactant produzieren. Der Anti-Atelektase-Faktor reduziert die Oberflächenspannung gegen ein in sich Zusammenfallen. Weiterhin finden sich noch Alveolarmakrophagen (Fresszellen), die aus dem Blut stammen und Staub phagozytieren (Staubzellen) oder nach Blutungen Hämosiderin, ein Abbauprodukt des Blutfarbstoffes Hämoglobin, aufnehmen (Herzfehlerzellen).

Zwischen Luft und Blut befindet sich eine dreischichtige Trennwand, die Blut-Luft-Schranke. Sie wird vom Epithel der Alveolen, der epithelialen und der endothelialen Basalmembran sowie dem Endothel der Kapillaren gebildet und ist zwischen 0,1 und 1,5 μm dick.

Da die Interzellularkontakte des Kapillarendothels für Flüssigkeit durchlässiger sind als die der Alveolarzellen, kann bei Herzschwäche Flüssigkeit in das Bindegewebe austreten und zu einem interstitiellen Ödem (Lungenödem) führen.

Das Bindegewebe zwischen den Bronchien und Alveolen enthält die Aufzweigungen der Lungenarterien und -venen. Die Aufzweigungen der Lungenarterie führen das Blut zu den Alveolen. Der Lymphabfluss erfolgt über die Lungenlymphknoten (Nll. pulmonales) und dann in die Tracheobronchiallymphknoten (Nll. tracheobronchiales).

Blutgefäße

Die Durchblutung der Wand der Lungenbläschen erfolgt über die Kapillaren des Lungenkreislaufes (Vasa publica, ‚öffentliche Gefäße‘). Das übrige Gewebe, also die Umgebung der Bronchien und die Bindegewebssepten, versorgen Bronchialgefäße (Rami bronchiales, Vasa privata, ‚Eigengefäße‘) aus dem Körperkreislauf. Die Rami bronchiales für die linke Lunge (meist zwei) entspringen direkt aus der Brustaorta. Die Bronchialäste der rechten Lunge entspringen aus einem Stamm der dritten oder vierten hinteren Zwischenrippenarterie. Beide Gefäßsysteme bilden in der Peripherie häufig Anastomosen.

Die meisten Bronchialvenen münden in die Lungenvenen, die hilumnahen Venae bronchiales dagegen rechts in die Vena azygos, links in die Vena hemiazygos. Blut, das aus den Bronchialarterien in die Pulmonalvenen gelangt, bewirkt zusammen mit Blut aus Koronargefäßen, die ins linke Herz münden (Vv. cardiacae minimae), einen kleinen, physiologischen Rechts-links-Shunt. Zusammen mit funktionellen Kurzschlüssen im Lungenkreislauf (Durchblutung nicht belüfteter Lungenanteile) erklärt dies den gegenüber den Alveolen kleineren Sauerstoffpartialdruck in den Arterien des Körperkreislaufs.

Ontogenetische Entwicklung

Die Lunge ist das einzige Organ, dessen Funktionsfähigkeit, solange der Fötus noch in der Gebärmutter ist, nicht überlebensnotwendig ist. Erst nach der Geburt (dann allerdings innerhalb von Sekunden) übernimmt sie ihre hauptsächliche Funktion. Trotzdem kommt ihr vor der Geburt eine wichtige Rolle zu: Die Lunge produziert täglich bis zu 15 ml Amnionflüssigkeit je kg Körpergewicht.

Die Entwicklung der Lunge beginnt etwa am 30. Tag mit der Ausbildung der Lungenknospe aus dem ventralen (bauchseitigen) Teil des Vorderdarms. Wie bei diesem ist das Epithel, das die Lunge und ihren luftleitenden Apparat (Kehlkopf, Luftröhre, Bronchien) auskleidet, entodermalen Ursprungs. Im Gegensatz dazu entstammt das Muskel- und Knorpelgewebe dem Mesoderm, das das Darmrohr umgibt.

Die Lungenknospe teilt sich dann weiter in eine rechte und eine linke Aufzweigung (die späteren Hauptbronchien). Weiter teilt sich die rechte Aufzweigung in drei weitere Aufzweigungen, die linke in zwei. Jede dieser fünf weiteren Aufzweigungen bildet später einen Lungenlappen (Lobus pulmonis). Von der 5. bis zur etwa 17. Woche wird der gesamte später luftleitende Teil der Lungen angelegt, also die weiteren Verzweigungen der Bronchien bis hin zu den Bronchioli terminales. Vorerst ist dieser nur von hochprismatischem Epithel ausgekleidet, ab der 13. Schwangerschaftswoche finden sich jedoch erste Flimmerepithelzellen. Zellen des Epithels beginnen Amnionflüssigkeit zu produzieren.

In der 16. bis zur 26. Woche bilden sich aus den Enden der Bronchioli terminales die Canaliculi, aus denen das Lungenparenchym hervorgeht. Letzteres ist das Funktionsgewebe der Lunge, in dem nach der Geburt der Gasaustausch vonstattengeht. Eine für das Lungenparenchym typische Zellsorte sind Pneumozyten Typ II, die Surfactant ausscheiden. Einige Pneumozyten Typ II differenzieren sich zu Pneumozyten Typ I, und Kapillaren dringen in das entstehende Lungenparenchym ein. Die Wand der Kapillaren und die Membran der Pneumozyten Typ I bilden später die Blut-Luft-Schranke, wenn ab der 28. SSW Surfactant (→ Lungenreifung) gebildet wird.

Im letzten Trimester der Schwangerschaft bilden sich die Canaliculi zu weiteren Aufzweigungen um, die letztlich als Sacculi blind enden. Alle diese Aufzweigungen des Lungenparenchyms sind mit Pneumozyten vom Typ I und Typ II ausgekleidet. Die Wände der Sacculi und teilweise der vorgeschalteten Aufzweigungen stülpen sich zu halbkugeligen Alveoli aus. Wie die vorherigen Vorgänge vergrößert dies die von Parenchym bedeckte Oberfläche erheblich. Störungen dieser Entwicklung können zu einer Lungenfehlbildung führen. Ein Neugeborenes hat weit weniger Alveoli als ein Erwachsener. Die Bildung der Alveoli wird erst im Kindesalter abgeschlossen.

Bis kurz nach der Geburt enthalten die Lungen Fruchtwasser; dann vergrößert der Muskelapparat an den Rippen und des Zwerchfells das Volumens des Brustkorbs und infolge des größeren Luftdrucks außen strömt Luft in die Bronchien und dringt in die Lungenbläschen ein. Das Surfactant reduziert die Oberflächenspannung des Wassers und verhindert so das Atemnotsyndrom des Neugeborenen. Die vorhandene Flüssigkeit wird eher absorbiert und via Blut abtransportiert als ausgestoßen oder abgehustet. Ein erster Schrei bestätigt die Luftfüllung der Lunge des Neugeborenen. Die Umgehungskreisläufe schließen sich.

Siehe auch: Atemantrieb

Physiologie der Ein- und Ausatmung

Ausdehnung der Lunge bei Ein- (blau) und Ausatmung (rosa)
Hauptartikel: Lungenventilation

Das Atmen beginnt beim Einatmen (Inspiration) in der Regel mit der Interkostalmuskulatur bzw. dem Zwerchfell. Das Zwerchfell ist der stärkste Inspirationsmuskel, bei seiner Kontraktion flacht es sich ab und drückt die Bauch- und Beckeneingeweide nach kaudal (steißbeinwärts), wodurch sich das Thoraxvolumen vergrößert. Bei der Brustatmung kontrahieren sich die Musculi intercostales externi (äußere Zwischenrippenmuskeln). Dabei wird der Brustkorb angehoben und erweitert, wodurch die Lunge, die, selbst von der Pleura visceralis (oder pulmonalis) überzogen, über den Pleuraspalt (Cavitas pleuralis) mit der Pleura parietalis des Brustkorbs in Verbindung steht, mitgedehnt wird. Dadurch sinkt der Druck in der Lunge. Nach größeren Anstrengungen können zur erleichterten Atmung weitere Atemhilfsmuskeln beigezogen werden, z. B. der kleine und große Brustmuskel. Dies machen sich Sportler nach einem intensiven Rennen zu Nutze, indem sie sich mit den Armen zum Beispiel an einer Mauer aufstützen: ihre Arme sind dann fixiert (Punctum fixum), und somit ziehen die Brustmuskeln nicht die Arme zum Brustkorb, sondern umgekehrt den Brustkorb zu den Armen, die Rippen werden angehoben, und die Lunge füllt sich mit Luft. Nach der Druck-Volumen-Beziehung (Boyle-Mariottesches Gesetz) muss aber nun bei Änderungen des Drucks – sofern die Nasenlöcher bzw. der Mund offen sind und mit der Außenwelt in Verbindung stehen – das Volumen isobar (d. h. bei gleichem Druck) zunehmen. Die Lunge füllt sich, die Inspiration ist beendet.

Bei der Zwerchfellatmung senkt sich das Zwerchfell lediglich durch Kontraktion (das Zwerchfell besteht aus Muskulatur) und bewirkt somit eine Dehnung der Lungenflügel nach unten.

Die Ausatmung (Exspiration) geht zumeist passiv vonstatten, denn nach der Inspiration ist die Lunge samt Brustkorb so weit gedehnt, dass darin elastische Verformungsarbeit gespeichert ist (ähnlich einer Feder, die zunächst gespannt und dann losgelassen wird), die der Lunge die „verbrauchte“ Luft austreibt. Erfolgt die Exspiration mit Beteiligung der exspiratorischen Atemhilfsmuskulatur, so spricht man von forcierter Exspiration. Dabei kontrahieren sich zunächst die Mm. intercostales interni, es können aber auch diverse andere Atemhilfsmuskeln zum Zuge kommen. Eine besondere Rolle im Zusammenhang mit der forcierten Exspiration spielt vor allem der Musculus latissimus dorsi („Hustenmuskel“).

Erkrankungen

Lungenembolie. Bei der Lungenembolie verstopft ein Embolus eines der zuführenden Blutgefäße (Vene) und bewirkt dadurch, dass ein Lungenabschnitt nicht mehr durchblutet wird. Diese Erkrankung ist mit einem Herzinfarkt zu vergleichen.

Obstruktive Lungenerkrankungen. Bei den chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen (vonenglischChronic obstructive pulmonary disease, COPD) behindert eine Einengung der Atemwege den Luftstrom. Dies führt häufig zu Atemnot (Dyspnoe). Wichtigster Risikofaktor ist das Rauchen, aber auch Umweltverschmutzung, ein geringes Geburtsgewicht und genetische Faktoren werden dafür verantwortlich gemacht. Zu den COPD gehören die Chronische Bronchitis und das Lungenemphysem. Ein Lungenemphysem kann sich auch aus einer erblich bedingten Stoffwechselstörung, dem Alpha-1-Antitrypsin-Mangel, entwickeln.

Restriktive Lungenerkrankung. Im Gegensatz dazu ist bei den restriktiven Lungenerkrankungen die Flexibilität der Lunge eingeschränkt (im Sinne von: Einschränkung der Lungenbeweglichkeit). Dadurch verringern sich das Lungenvolumen und die Compliance, also die Dehnbarkeit relativ zum Druck. Hierzu gehören Sarkoidose, Pneumokoniose (Staublunge) und andere Erkrankungen, die eine Fibrose des Lungengewebes zur Folge haben, aber auch äußere Einflüsse wie Missbildungen des Brustkorbs (Kyphose, Skoliose).

Lungenödem. Lungenödem bezeichnet die Ansammlung von Flüssigkeit im Lungengewebe. Dabei wird zwischen Permeabilitätsödemen (ARDS, toxisches Lungenödem), bei denen die Durchlässigkeit der Kapillaren erhöht ist, und hydrostatischen Lungenödemen (kardiales Ödem, Höhenödem), bei dem der Druck in den Kapillaren den Druck in den Alveoli so sehr übersteigt, dass die Flüssigkeit aus den Kapillaren hinaus „gepresst“ wird, unterschieden.

Atelektase. Bei der Atelektase ist ein Lungenabschnitt kollabiert, und die Alveoli enthalten keine oder nur noch sehr wenig Luft.

Pneumothorax. Gewinnt der Pleuraspalt von innen oder außen Anschluss an die Luft, bricht der Unterdruck im Pleuraspalt zusammen und der entsprechende Lungenflügel kollabiert. Anders als ein gänzlich fehlender Lungenflügel bedeutet ein Pneumothorax einen funktionellen Rechts-links-Shunt, da über den betroffenen Lungenflügel Blut aus dem Körperkreislauf ohne wesentliche Oxygenierung wieder in den Körperkreislauf gelangt, sodass die volle Sättigung nicht erreicht werden kann.

Tuberkulose. Tuberkulose, eine Infektionskrankheit, deren Erreger Mycobacterium tuberculosis ist, wird durch Tröpfcheninfektion übertragen und manifestiert sich zuerst in der Lunge. Auf dem Röntgenbild zeigen sich charakteristische mottenfraßartige Läsionen, welche der Erkrankung auch den Beinamen „die Motten“ einbrachten.

Entzündungen. Entzündungen in der Lunge werden unterschieden in Pneumonien (Lungenentzündungen), bei denen das Lungengewebe betroffen ist, Bronchitis als Entzündung der Bronchien und Bronchiolitis, die Entzündung der kleinen Bronchien.

Neubildungen. Krebserkrankungen der Lunge werden als Bronchialkarzinom bezeichnet, da sie als bösartige Neubildungen entarteter Zellen der Bronchien oder Bronchiolen entstehen. Es ist eine der häufigsten bösartigen Erkrankungen des Menschen. Laut Weltgesundheitsorganisation werden anhand der Histologie verschiedene Subtypen unterschieden: Plattenepithelkarzinome, Adenokarzinome, klein- und großzellige Karzinome und weitere, selten auftretende Typen. Außerdem finden sich in der Lunge durch ihre Filterfunktion häufig Metastasen anderer Tumore.

Bei Atemstillstand kann die Lunge – pulsierend – durch Füllen mittels gering dosiertem Luftüberdruck via Bronchien beatmet werden, was im Notfall oder bei Narkose der Lebenserhaltung dient.

Hauptartikel: Luftsack (Vogel)

Im Gegensatz zur Säugetierlunge sind die Lungen der Vögel unbeweglich im Brustraum. Sie liegen dorsal einer Bindegewebsmembran (Septum horizontale). Das Brustfell wird zwar embryonal angelegt, bildet sich aber wieder zurück. Die Vogellunge ist nicht gelappt und vollzieht während der Atmung keine Volumenänderungen, sondern wird durch Luftsäcke belüftet.

An der Gabelung der Luftröhre (Trachea) teilt sich das luftleitende System in die beiden Stammbronchien. Hier liegt auch das Stimmorgan der Vögel, die Syrinx. Von den Stammbronchien gehen vier Gruppen von Sekundärbronchien (medioventrale, mediodorsale, lateroventrale und laterodorsale). Die weiteren Aufzweigungen der laterodorsalen Bronchien bezeichnet man als Neopulmo.

Von den Sekundärbronchien gehen Parabronchien (Lungenpfeifen) aus. Sie sind 0,5–2 mm dick. In ihrer Wand gibt es kleine trichterförmige Öffnungen, die in die Luftkapillaren (Pneumocapillares) führen. Die Luftkapillaren bilden ein Netzwerk meist untereinander kommunizierender Röhren und sind das eigentliche Austauschgewebe, um das dichte Blutkapillarnetze ausgebildet sind. Im Gegensatz zu den Säugetieren handelt es sich nicht um ein blind endendes System, sondern um ein offenes Röhrensystem. Nach Durchströmen der Lunge gelangt die Luft in die Luftsäcke, die wie Blasebälge für die Ventilation (den Luftstrom) sorgen.

  • Gerhard Thews: Anatomie, Physiologie, Pathophysiologie des Menschen. Wissenschaftliche Verlags-Gesellschaft, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8047-2342-9.
  • Franz-Viktor Salomon: Atmungsapparat. In: Salomon u. a. (Hrsg.): Anatomie für die Tiermedizin. 2., erw. Auflage. Enke, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8304-1075-1, S. 324–367.
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  • G. M. Hughes, E. R. Weibel: Morphometry of fish lungs. In: Respiration of Amphibious Vertebrates. Academic Press, London 1976, ISBN 0-12-360750-7.
  • Handbuch der inneren Medizin. 5. Auflage, Springer-Verlag, 4. Band: Erkrankungen der Atmungsorgane.
Commons: Lunge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Lunge – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wikibooks: Lunge – Lern- und Lehrmaterialien
  1. T. H. Schiebler, W. Schmidt (Hrsg.): Lehrbuch der gesamten Anatomie des Menschen. Cytologie, Histologie, Entwicklungsgeschichte, Makroskopische und Mikroskopische Anatomie. 1983, S. 424 (Lungen des Erwachsenen).
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  3. Lunge, die. In: Duden, abgerufen am 29. Juli 2019.
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  5. Ernst Kern: Sehen – Denken – Handeln eines Chirurgen im 20. Jahrhundert. ecomed, Landsberg am Lech 2000, ISBN 3-609-20149-5, S. 164.
  6. Hans Frick, Helmut Leonhardt, Dietrich Starck: Spezielle Anatomie (= Taschenlehrbuch der gesamten Anatomie. Band 2). 4., überarb. Auflage. Band 2. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 1992, ISBN 3-13-356904-X, S. 68.
Normdaten (Sachbegriff): GND:4036651-0(OGND, AKS)

Lunge
lunge, körperorgan, atmung, dient, sprache, beobachten, bearbeiten, titel, dieses, artikels, mehrdeutig, weitere, bedeutungen, sind, unter, begriffsklärung, aufgeführt, lateinisch, pulmo, paariges, organ, atmung, erfüllt, zweck, eine, große, oberfläche, für, g. Lunge Korperorgan das der Atmung dient Sprache Beobachten Bearbeiten Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig Weitere Bedeutungen sind unter Lunge Begriffsklarung aufgefuhrt Die Lunge lateinisch Pulmo ist ein paariges Organ 1 der Atmung sie erfullt den Zweck eine grosse Oberflache fur den Gasaustausch zwischen Luft und Blut herzustellen Echte Lungen kommen bei vielen luftatmenden Wirbeltieren vor so bei den meisten landlebenden Wirbeltieren und manchen Fischen wie z B den Lungenfischen Der Mensch hat zwei Lungen Pulmo dexter fur die rechte Lunge und Pulmo sinister fur die linke die im Deutschen auch als Lungenflugel oder Lungenhalften bezeichnet werden Die linke ist in zwei und die rechte in drei Lungenlappen unterteilt Der Gasaustausch geschieht auf Ebene der Lungenblaschen die als Endstrukturen verastelter Luftwege mit der Luftrohre verbunden sind Schema der menschlichen Lungen 1 Luftrohre 2 Lungenvene 3 Lungenarterie 4 Alveolargang 5 Lungenblaschen 6 Herzeinschnitt 7 kleine Bronchien 8 Tertiarbronchus 9 Sekundarbronchus 10 Hauptbronchus 11 Zungenbein Durch Ein und Ausatmen wird frische Luft an die Blut Luft Schranke herangefuhrt dies ist keine Leistung der Lunge selbst die Saugetierlunge besitzt keine Muskulatur sondern des Zwerchfells und der Zwischenrippenmuskulatur Der Pleuraspalt dessen Flussigkeitsfilm Krafte uber Ad und Kohasion ubertragt vermittelt die verschiebliche Lagerung der Lungen im Brustkorb da sie bei dessen Ausdehnung die Tendenz haben sich zusammenzuziehen herrscht im Pleuraspalt ein Unterdruck Die Lungen entstehen embryonal als Ausstulpungen des Vorderdarms siehe Kiemendarm und gleichen zunachst Drusen Die Amphibien besitzen einfache Lungen sie sind sackformig und glattwandig oder nur schwach gekammert Viel starker gekammert sind sie bei den Reptilien Bei Vogeln sind sie relativ klein aber wegen der zusatzlich vorhandenen Luftsacke auch viel komplizierter gebaut Die Lungen der Saugetiere ahneln denen der Reptilien Inhaltsverzeichnis 1 Sprachliches 1 1 Etymologie 2 Die Lunge der Saugetiere 2 1 Aufbau der menschlichen Lunge 2 2 Feinbau 2 3 Gasaustausch 2 4 Blutgefasse 2 5 Ontogenetische Entwicklung 2 6 Physiologie der Ein und Ausatmung 2 7 Erkrankungen 3 Vogellunge 4 Siehe auch 5 Literatur 6 Weblinks 7 EinzelnachweiseSprachliches BearbeitenEtymologie Bearbeiten Das deutsche Wort Lunge stammt uber seine althochdeutsche Form lunguna letztlich von der indogermanischen Wurzel lengu h leicht in Bewegung und Gewicht ab sodass von der ursprunglichen Bedeutung als die Leichte ausgegangen werden kann Sprachwissenschaftler erklaren die Benennung mit dem bereits vor langer Zeit festgestellten Phanomen dass die Lunge eines geschlachteten Tieres als einziges Organ auf dem Wasser oben schwimmt 2 3 Der medizinisch lateinische Fachbegriff pulmo geht auf eine alternative Schreibweise des griechischen Wortes fur Lunge zuruck altgriechisch pleymwn pleumon dessen standardsprachliche Schreibweise pneymwn pneumon u a dem Wort Pneumonie Lungenentzundung zugrunde liegt Die Lunge der Saugetiere BearbeitenBeide Lungen der Saugetiere auch als Lungenflugel bezeichnet sind beweglich im Brustraum Thorax eingebettet Mehr oder weniger tiefe Einschnitte teilen die Lunge in Lungenlappen Lobi Die Oberflache der Lungen ist von einer glatten Auskleidung Tunica serosa uberzogen die in der Brusthohle als Brustfell Pleura bezeichnet wird und unterteilt wird in Lungenfell Lungenpleura und Rippenfell Thoraxpleura Zwischen dem Brustfelluberzug der Lunge und der Brustfellauskleidung der Brusthohle liegt der Pleuraspalt ein mit wenig Flussigkeit ausgefullter Spaltraum in dem ein Unterdruck herrscht Aufbau der menschlichen Lunge Bearbeiten Menschliche Lungen 3D Rekonstruktion menschlicher Lunge aus CT Bildern Die menschlichen Lungen als typische Saugetierlungen bestehen aus einer rechten Lunge rechtem Lungenflugel und einer linken Lunge linkem Lungenflugel Jeder Lungenflugel wird durch Furchen in so genannte Lungenlappen unterteilt Der rechte Lungenflugel teilt sich dabei in drei Oberlappen oder Lobus ventrocranialis Mittellappen oder Lobus medius und Unterlappen oder Lobus dorsocaudalis der linke Lungenflugel in lediglich zwei Lappen Oberlappen und Unterlappen auf 4 Die Lungenlappen wiederum werden in Lungensegmente unterteilt Die Bezeichnung erfolgt hier entsprechend der Zuordnung zum versorgenden Bronchialast 10 Segmente finden sich in der rechten Lunge Pulmo dexter Im linken Flugel Pulmo sinister gibt es nur 9 Segmente da das 7 Segment fehlt Der linke Lungenflugel ist etwas kleiner als der rechte da auf der linken Seite das Herz einigen Raum einnimmt Dabei bestehen der rechte Lungenoberlappen aus dem apikalen dem posterioren und dem anterioren Oberlappensegment sowie der Mittellappen nur rechts aus dem lateralen und dem medialen Mittellappensegment Segmente 4 und 5 Es folgen das apikale Unterlappensegment 6er Segment sowie die vier basalen Unterlappensegmente rechts mediobasal anterobasal laterobasal posterobasal Auf der linken Seite besteht der Oberlappen aus den Segmenten 1 bis 3 Namensgebung wie im rechten Oberlappen sowie aus den beiden Lingulasegmenten 4 5 superiores und inferiores Lingulasegment Es folgen das apikale Unterlappensegment 6er Segment sowie die drei basalen Unterlappensegmente anterobasal laterobasal und posterobasal Segmente 8 bis 10 Das mediobasale Segment fehlt Dass die funktionelle Lungeneinheit nicht der Lungenlappen sondern das Lungensegment ist hatte der amerikanische Chirurg Richard H Overholt in Boston erkannt 5 Die Lungenflugel liegen in der Brusthohle Oben uberragt die Lungenspitze um etwa 1 2 cm das Schlusselbein unten liegt die Lunge dem Zwerchfell auf dessen Lage sehr variabel ist und vorrangig von der Atemstellung und der Korperlage im Liegen hoher als im Sitzen abhangt Grob kann man sagen dass in der Atemruhestellung die Lungenrander auf der Bauchseite in Hohe der 6 Rippe seitlich in Hohe der 8 Rippe und auf der Ruckenseite in Hohe der 10 Rippe zu liegen kommen Dieser Unterschied ergibt sich aus der schragen Zwerchfellansatzlinie Die linke Lunge ist allgemein kleiner weil ihr das Herz zum grossten Teil aufliegt Dadurch und bedingt durch die Aufspaltung der Luftrohre in die Hauptbronchien sodass der linke Luftrohren Bronchien Winkel kleiner ist als der rechte wird die rechte Lunge in der Regel besser beluftet Der Winkel der von der Trachea und dem rechten Hauptbronchus eingeschlossen wird ist grosser als jener zwischen Trachea und linkem Hauptbronchus Dies hat Konsequenzen bei der Aspiration von Fremdkorpern Diese gelangen meistens in den rechten Hauptbronchus Das Lungenvolumen eines erwachsenen Menschen betragt durchschnittlich 5 bis 6 Liter Feinbau Bearbeiten Struktur eines terminalen Bronchiolus letzte alveolentragende Bronchialaufzweigung Das Gewebe der Lungen kann in einen luftfuhrenden Teil und einen Teil in dem der tatsachliche Gasaustausch stattfindet unterteilt werden Die luftfuhrenden Bronchien enden in blind endenden Sackchen den Lungenblaschen Alveolen In diesen findet der Gasaustausch statt Die Gesamtheit des luftleitenden Systems wird als Bronchialsystem Bronchialbaum bezeichnet Von innen nach aussen finden sich verschiedene Schichten Das Epithel Deckgewebe besteht zu Beginn noch wie in der Luftrohre aus mehrreihigem hochprismatischem Flimmerepithel doch naher an den Alveolen vereinfacht sich die Struktur und in den Bronchiolen uberwiegt einschichtiges iso oder hochprismatisches Flimmerepithel In der darunter liegenden Lamina propria findet sich glatte Muskulatur deren Anteil zu den Alveolen hin zunimmt Weiterhin enthalt sie eine Vielzahl elastischer Fasern sowie mukose und serose Drusen deren Ausgange in den Bronchus offnen und die die Schleimhautoberflache mit einem Schutzfilm uberziehen Ganz aussen findet sich in den grossen Bronchien hyaliner Knorpel der gewahrleistet dass die Luftwege offen bleiben Je kleiner der Durchmesser der Bronchien wird umso geringer wird der Anteil der Knorpelmasse bis sich nur noch kleine Inseln finden Zusammen mit den Bronchien verlaufen auch die Arterien und Venen des Lungenkreislaufs sowie die Nervenfasern des Plexus pulmonalis Gasaustausch Bearbeiten Siehe auch Lungenkreislauf Die Oxygenierung des Blutes und die CO2 Abgabe erfolgt in den Alveolen Diese etwa 300 Millionen sackartigen Erweiterungen beim erwachsenen Menschen haben einen Durchmesser von ca 200 mm Die von ihnen gebildete Flache wird als Respiratorische Flache bezeichnet Die Alveolen bestehen aus den kleinen Alveolarzellen oder Pneumozyten Typ I die weniger als 0 1 Mikrometer dick sein konnen und das Epithel der Alveolen bilden und den grossen Alveolarzellen oder Pneumozyten Typ II die Surfactant produzieren Der Anti Atelektase Faktor reduziert die Oberflachenspannung gegen ein in sich Zusammenfallen Weiterhin finden sich noch Alveolarmakrophagen Fresszellen die aus dem Blut stammen und Staub phagozytieren Staubzellen oder nach Blutungen Hamosiderin ein Abbauprodukt des Blutfarbstoffes Hamoglobin aufnehmen Herzfehlerzellen Zwischen Luft und Blut befindet sich eine dreischichtige Trennwand die Blut Luft Schranke Sie wird vom Epithel der Alveolen der epithelialen und der endothelialen Basalmembran sowie dem Endothel der Kapillaren gebildet und ist zwischen 0 1 und 1 5 mm dick Da die Interzellularkontakte des Kapillarendothels fur Flussigkeit durchlassiger sind als die der Alveolarzellen kann bei Herzschwache Flussigkeit in das Bindegewebe austreten und zu einem interstitiellen Odem Lungenodem fuhren Das Bindegewebe zwischen den Bronchien und Alveolen enthalt die Aufzweigungen der Lungenarterien und venen Die Aufzweigungen der Lungenarterie fuhren das Blut zu den Alveolen Der Lymphabfluss erfolgt uber die Lungenlymphknoten Nll pulmonales und dann in die Tracheobronchiallymphknoten Nll tracheobronchiales Blutgefasse Bearbeiten Die Durchblutung der Wand der Lungenblaschen erfolgt uber die Kapillaren des Lungenkreislaufes Vasa publica offentliche Gefasse Das ubrige Gewebe also die Umgebung der Bronchien und die Bindegewebssepten versorgen Bronchialgefasse Rami bronchiales Vasa privata Eigengefasse aus dem Korperkreislauf Die Rami bronchiales fur die linke Lunge meist zwei entspringen direkt aus der Brustaorta Die Bronchialaste der rechten Lunge entspringen aus einem Stamm der dritten oder vierten hinteren Zwischenrippenarterie Beide Gefasssysteme bilden in der Peripherie haufig Anastomosen 6 Die meisten Bronchialvenen munden in die Lungenvenen die hilumnahen Venae bronchiales dagegen rechts in die Vena azygos links in die Vena hemiazygos 6 Blut das aus den Bronchialarterien in die Pulmonalvenen gelangt bewirkt zusammen mit Blut aus Koronargefassen die ins linke Herz munden Vv cardiacae minimae einen kleinen physiologischen Rechts links Shunt Zusammen mit funktionellen Kurzschlussen im Lungenkreislauf Durchblutung nicht belufteter Lungenanteile erklart dies den gegenuber den Alveolen kleineren Sauerstoffpartialdruck in den Arterien des Korperkreislaufs Ontogenetische Entwicklung Bearbeiten Siehe auch Blutkreislauf Der Blutkreislauf der Saugetiere vor der Geburt Die Lunge ist das einzige Organ dessen Funktionsfahigkeit solange der Fotus noch in der Gebarmutter ist nicht uberlebensnotwendig ist Erst nach der Geburt dann allerdings innerhalb von Sekunden ubernimmt sie ihre hauptsachliche Funktion Trotzdem kommt ihr vor der Geburt eine wichtige Rolle zu Die Lunge produziert taglich bis zu 15 ml Amnionflussigkeit je kg Korpergewicht Die Entwicklung der Lunge beginnt etwa am 30 Tag mit der Ausbildung der Lungenknospe aus dem ventralen bauchseitigen Teil des Vorderdarms Wie bei diesem ist das Epithel das die Lunge und ihren luftleitenden Apparat Kehlkopf Luftrohre Bronchien auskleidet entodermalen Ursprungs Im Gegensatz dazu entstammt das Muskel und Knorpelgewebe dem Mesoderm das das Darmrohr umgibt Die Lungenknospe teilt sich dann weiter in eine rechte und eine linke Aufzweigung die spateren Hauptbronchien Weiter teilt sich die rechte Aufzweigung in drei weitere Aufzweigungen die linke in zwei Jede dieser funf weiteren Aufzweigungen bildet spater einen Lungenlappen Lobus pulmonis Von der 5 bis zur etwa 17 Woche wird der gesamte spater luftleitende Teil der Lungen angelegt also die weiteren Verzweigungen der Bronchien bis hin zu den Bronchioli terminales Vorerst ist dieser nur von hochprismatischem Epithel ausgekleidet ab der 13 Schwangerschaftswoche finden sich jedoch erste Flimmerepithelzellen Zellen des Epithels beginnen Amnionflussigkeit zu produzieren In der 16 bis zur 26 Woche bilden sich aus den Enden der Bronchioli terminales die Canaliculi aus denen das Lungenparenchym hervorgeht Letzteres ist das Funktionsgewebe der Lunge in dem nach der Geburt der Gasaustausch vonstattengeht Eine fur das Lungenparenchym typische Zellsorte sind Pneumozyten Typ II die Surfactant ausscheiden Einige Pneumozyten Typ II differenzieren sich zu Pneumozyten Typ I und Kapillaren dringen in das entstehende Lungenparenchym ein Die Wand der Kapillaren und die Membran der Pneumozyten Typ I bilden spater die Blut Luft Schranke wenn ab der 28 SSW Surfactant Lungenreifung gebildet wird Im letzten Trimester der Schwangerschaft bilden sich die Canaliculi zu weiteren Aufzweigungen um die letztlich als Sacculi blind enden Alle diese Aufzweigungen des Lungenparenchyms sind mit Pneumozyten vom Typ I und Typ II ausgekleidet Die Wande der Sacculi und teilweise der vorgeschalteten Aufzweigungen stulpen sich zu halbkugeligen Alveoli aus Wie die vorherigen Vorgange vergrossert dies die von Parenchym bedeckte Oberflache erheblich Storungen dieser Entwicklung konnen zu einer Lungenfehlbildung fuhren Ein Neugeborenes hat weit weniger Alveoli als ein Erwachsener Die Bildung der Alveoli wird erst im Kindesalter abgeschlossen Bis kurz nach der Geburt enthalten die Lungen Fruchtwasser dann vergrossert der Muskelapparat an den Rippen und des Zwerchfells das Volumens des Brustkorbs und infolge des grosseren Luftdrucks aussen stromt Luft in die Bronchien und dringt in die Lungenblaschen ein Das Surfactant reduziert die Oberflachenspannung des Wassers und verhindert so das Atemnotsyndrom des Neugeborenen Die vorhandene Flussigkeit wird eher absorbiert und via Blut abtransportiert als ausgestossen oder abgehustet Ein erster Schrei bestatigt die Luftfullung der Lunge des Neugeborenen Die Umgehungskreislaufe schliessen sich Siehe auch Atemantrieb Physiologie der Ein und Ausatmung Bearbeiten Ausdehnung der Lunge bei Ein blau und Ausatmung rosa Hauptartikel Lungenventilation Das Atmen beginnt beim Einatmen Inspiration in der Regel mit der Interkostalmuskulatur bzw dem Zwerchfell Das Zwerchfell ist der starkste Inspirationsmuskel bei seiner Kontraktion flacht es sich ab und druckt die Bauch und Beckeneingeweide nach kaudal steissbeinwarts wodurch sich das Thoraxvolumen vergrossert Bei der Brustatmung kontrahieren sich die Musculi intercostales externi aussere Zwischenrippenmuskeln Dabei wird der Brustkorb angehoben und erweitert wodurch die Lunge die selbst von der Pleura visceralis oder pulmonalis uberzogen uber den Pleuraspalt Cavitas pleuralis mit der Pleura parietalis des Brustkorbs in Verbindung steht mitgedehnt wird Dadurch sinkt der Druck in der Lunge Nach grosseren Anstrengungen konnen zur erleichterten Atmung weitere Atemhilfsmuskeln beigezogen werden z B der kleine und grosse Brustmuskel Dies machen sich Sportler nach einem intensiven Rennen zu Nutze indem sie sich mit den Armen zum Beispiel an einer Mauer aufstutzen ihre Arme sind dann fixiert Punctum fixum und somit ziehen die Brustmuskeln nicht die Arme zum Brustkorb sondern umgekehrt den Brustkorb zu den Armen die Rippen werden angehoben und die Lunge fullt sich mit Luft Nach der Druck Volumen Beziehung Boyle Mariottesches Gesetz muss aber nun bei Anderungen des Drucks sofern die Nasenlocher bzw der Mund offen sind und mit der Aussenwelt in Verbindung stehen das Volumen isobar d h bei gleichem Druck zunehmen Die Lunge fullt sich die Inspiration ist beendet Bei der Zwerchfellatmung senkt sich das Zwerchfell lediglich durch Kontraktion das Zwerchfell besteht aus Muskulatur und bewirkt somit eine Dehnung der Lungenflugel nach unten Die Ausatmung Exspiration geht zumeist passiv vonstatten denn nach der Inspiration ist die Lunge samt Brustkorb so weit gedehnt dass darin elastische Verformungsarbeit gespeichert ist ahnlich einer Feder die zunachst gespannt und dann losgelassen wird die der Lunge die verbrauchte Luft austreibt Erfolgt die Exspiration mit Beteiligung der exspiratorischen Atemhilfsmuskulatur so spricht man von forcierter Exspiration Dabei kontrahieren sich zunachst die Mm intercostales interni es konnen aber auch diverse andere Atemhilfsmuskeln zum Zuge kommen Eine besondere Rolle im Zusammenhang mit der forcierten Exspiration spielt vor allem der Musculus latissimus dorsi Hustenmuskel Siehe auch Lungenvolumen und Lungenfunktion Erkrankungen Bearbeiten Siehe auch Pneumologie und Liste der Krankheiten des Atmungssystems nach ICD 10 Lungenembolie Bei der Lungenembolie verstopft ein Embolus eines der zufuhrenden Blutgefasse Vene und bewirkt dadurch dass ein Lungenabschnitt nicht mehr durchblutet wird Diese Erkrankung ist mit einem Herzinfarkt zu vergleichen Obstruktive Lungenerkrankungen Bei den chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen von englisch Chronic obstructive pulmonary disease COPD behindert eine Einengung der Atemwege den Luftstrom Dies fuhrt haufig zu Atemnot Dyspnoe Wichtigster Risikofaktor ist das Rauchen aber auch Umweltverschmutzung ein geringes Geburtsgewicht und genetische Faktoren werden dafur verantwortlich gemacht Zu den COPD gehoren die Chronische Bronchitis und das Lungenemphysem Ein Lungenemphysem kann sich auch aus einer erblich bedingten Stoffwechselstorung dem Alpha 1 Antitrypsin Mangel entwickeln Restriktive Lungenerkrankung Im Gegensatz dazu ist bei den restriktiven Lungenerkrankungen die Flexibilitat der Lunge eingeschrankt im Sinne von Einschrankung der Lungenbeweglichkeit Dadurch verringern sich das Lungenvolumen und die Compliance also die Dehnbarkeit relativ zum Druck Hierzu gehoren Sarkoidose Pneumokoniose Staublunge und andere Erkrankungen die eine Fibrose des Lungengewebes zur Folge haben aber auch aussere Einflusse wie Missbildungen des Brustkorbs Kyphose Skoliose Lungenodem Lungenodem bezeichnet die Ansammlung von Flussigkeit im Lungengewebe Dabei wird zwischen Permeabilitatsodemen ARDS toxisches Lungenodem bei denen die Durchlassigkeit der Kapillaren erhoht ist und hydrostatischen Lungenodemen kardiales Odem Hohenodem bei dem der Druck in den Kapillaren den Druck in den Alveoli so sehr ubersteigt dass die Flussigkeit aus den Kapillaren hinaus gepresst wird unterschieden Atelektase Bei der Atelektase ist ein Lungenabschnitt kollabiert und die Alveoli enthalten keine oder nur noch sehr wenig Luft Pneumothorax Gewinnt der Pleuraspalt von innen oder aussen Anschluss an die Luft bricht der Unterdruck im Pleuraspalt zusammen und der entsprechende Lungenflugel kollabiert Anders als ein ganzlich fehlender Lungenflugel bedeutet ein Pneumothorax einen funktionellen Rechts links Shunt da uber den betroffenen Lungenflugel Blut aus dem Korperkreislauf ohne wesentliche Oxygenierung wieder in den Korperkreislauf gelangt sodass die volle Sattigung nicht erreicht werden kann Tuberkulose Tuberkulose eine Infektionskrankheit deren Erreger Mycobacterium tuberculosis ist wird durch Tropfcheninfektion ubertragen und manifestiert sich zuerst in der Lunge Auf dem Rontgenbild zeigen sich charakteristische mottenfrassartige Lasionen welche der Erkrankung auch den Beinamen die Motten einbrachten Entzundungen Entzundungen in der Lunge werden unterschieden in Pneumonien Lungenentzundungen bei denen das Lungengewebe betroffen ist Bronchitis als Entzundung der Bronchien und Bronchiolitis die Entzundung der kleinen Bronchien Neubildungen Krebserkrankungen der Lunge werden als Bronchialkarzinom bezeichnet da sie als bosartige Neubildungen entarteter Zellen der Bronchien oder Bronchiolen entstehen Es ist eine der haufigsten bosartigen Erkrankungen des Menschen Laut Weltgesundheitsorganisation werden anhand der Histologie verschiedene Subtypen unterschieden Plattenepithelkarzinome Adenokarzinome klein und grosszellige Karzinome und weitere selten auftretende Typen Ausserdem finden sich in der Lunge durch ihre Filterfunktion haufig Metastasen anderer Tumore Bei Atemstillstand kann die Lunge pulsierend durch Fullen mittels gering dosiertem Luftuberdruck via Bronchien beatmet werden was im Notfall oder bei Narkose der Lebenserhaltung dient Vogellunge Bearbeiten Hauptartikel Luftsack Vogel Im Gegensatz zur Saugetierlunge sind die Lungen der Vogel unbeweglich im Brustraum Sie liegen dorsal einer Bindegewebsmembran Septum horizontale Das Brustfell wird zwar embryonal angelegt bildet sich aber wieder zuruck Die Vogellunge ist nicht gelappt und vollzieht wahrend der Atmung keine Volumenanderungen sondern wird durch Luftsacke beluftet An der Gabelung der Luftrohre Trachea teilt sich das luftleitende System in die beiden Stammbronchien Hier liegt auch das Stimmorgan der Vogel die Syrinx Von den Stammbronchien gehen vier Gruppen von Sekundarbronchien medioventrale mediodorsale lateroventrale und laterodorsale Die weiteren Aufzweigungen der laterodorsalen Bronchien bezeichnet man als Neopulmo Von den Sekundarbronchien gehen Parabronchien Lungenpfeifen aus Sie sind 0 5 2 mm dick In ihrer Wand gibt es kleine trichterformige Offnungen die in die Luftkapillaren Pneumocapillares fuhren Die Luftkapillaren bilden ein Netzwerk meist untereinander kommunizierender Rohren und sind das eigentliche Austauschgewebe um das dichte Blutkapillarnetze ausgebildet sind Im Gegensatz zu den Saugetieren handelt es sich nicht um ein blind endendes System sondern um ein offenes Rohrensystem Nach Durchstromen der Lunge gelangt die Luft in die Luftsacke die wie Blasebalge fur die Ventilation den Luftstrom sorgen Siehe auch BearbeitenBuchlunge Spinnen Herz Lungen Maschine Kieme Lunge Lebensmittel Lungensimulator Pneumologie Pneumokoniose Staublunge eine meldepflichtige BerufskrankheitListe aller Wikipedia Artikel deren Titel mit Lunge beginnt Liste aller Wikipedia Artikel deren Titel Lunge enthaltLiteratur BearbeitenGerhard Thews Anatomie Physiologie Pathophysiologie des Menschen Wissenschaftliche Verlags Gesellschaft Stuttgart 2007 ISBN 978 3 8047 2342 9 Franz Viktor Salomon Atmungsapparat In Salomon u a Hrsg Anatomie fur die Tiermedizin 2 erw Auflage Enke Stuttgart 2008 ISBN 978 3 8304 1075 1 S 324 367 Theodor Heinrich Schiebler W Schmidt Hrsg Lehrbuch der gesamten Anatomie des Menschen Cytologie Histologie Entwicklungsgeschichte Makroskopische und Mikroskopische Anatomie 3 Auflage Springer Verlag Berlin Heidelberg New York Tokyo 1983 ISBN 3 540 12400 4 S 423 429 G M Hughes E R Weibel Morphometry of fish lungs In Respiration of Amphibious Vertebrates Academic Press London 1976 ISBN 0 12 360750 7 Handbuch der inneren Medizin 5 Auflage Springer Verlag 4 Band Erkrankungen der Atmungsorgane Teil 1 Pneumokoniosen Hrsg Wolfgang T Ulmer G Reichel 1976 Teil 2 Bronchitis Asthma Emphysem Hrsg Wolfgang T Ulmer 1979 Teil 3 Lungentuberkulose Heinrich Jentgens 1981 Teil 4 Tumore der Atmungsorgane und des Mediastinums Friedrich Trendelenburg u a 1985 A Allgemeiner Teil XVI 429 Seiten ISBN 978 3 540 15018 3 B Spezieller Teil XVIII 678 Seiten ISBN 978 3 540 15099 2 Weblinks Bearbeiten Commons Lunge Sammlung von Bildern Videos und Audiodateien Wiktionary Lunge Bedeutungserklarungen Wortherkunft Synonyme Ubersetzungen Wikibooks Lunge Lern und Lehrmaterialien Elektronenmikroskopische OriginalabbildungenEinzelnachweise Bearbeiten T H Schiebler W Schmidt Hrsg Lehrbuch der gesamten Anatomie des Menschen Cytologie Histologie Entwicklungsgeschichte Makroskopische und Mikroskopische Anatomie 1983 S 424 Lungen des Erwachsenen Lunge In Digitales Worterbuch der deutschen Sprache Abgerufen am 29 Juli 2019 Lunge die In Duden abgerufen am 29 Juli 2019 Klaus Holldack Klaus Gahl Auskultation und Perkussion Inspektion und Palpation Thieme Stuttgart 1955 10 neubearbeitete Auflage ebenda 1986 ISBN 3 13 352410 0 S 71 f Ernst Kern Sehen Denken Handeln eines Chirurgen im 20 Jahrhundert ecomed Landsberg am Lech 2000 ISBN 3 609 20149 5 S 164 a b Hans Frick Helmut Leonhardt Dietrich Starck Spezielle Anatomie Taschenlehrbuch der gesamten Anatomie Band 2 4 uberarb Auflage Band 2 Georg Thieme Verlag Stuttgart 1992 ISBN 3 13 356904 X S 68 Normdaten Sachbegriff GND 4036651 0 OGND AKS Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Lunge amp oldid 212805235, wikipedia, wiki, deutsches

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