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Lubert Stryer

Lubert Stryer (* 2. März 1938 in Tianjin, China) ist ein US-amerikanischer Biochemiker und Molekularbiologe.

Stryer ist der Sohn deutsch-russischer Eltern, die vor dem Zweiten Weltkrieg nach China emigrierten. Die Familie kam 1948 in die USA.

Stryer studierte an der University of Chicago mit dem Bachelorabschluss 1957 und an der Harvard Medical School mit dem M.D. Abschluss 1961. Als Post-Doktorand war er bis 1963 Helen Hay Whitney Research Fellow an der Harvard University und am Labor für Molekularbiologie des Medical Research Council in Cambridge bei John Kendrew (mit Francis Crick und Max Perutz als Kollegen). 1963 wurde er Assistant Professor und später Associate Professor für Biochemie an der Stanford University, wo er unter den Einfluss von Arthur Kornberg, Paul Berg und Robert Baldwin kam. Ab 1969 war er Professor für molekulare Biophysik und Biochemie an der Yale University. 1967 bis 1971 war er Berater der National Institutes of Health. Ab 1976 war er George A. Winzer Professor für Zellbiologie und Leiter der neu gegründeten Abteilung für Strukturelle Biologie an der Stanford University.

Seine Forschung konzentriert sich auf die Wechselwirkung von Licht und Biomolekülen.

In den 1960er Jahren untersuchte er den Energietransfer in lichtempfindlichen biologischen Makromolekülen (Chromophore) mit Fluoreszenzspektroskopie, insbesondere eine Theorie kurzreichweitigen (kleiner als die jeweilige Lichtwellenlänge) Energietransfers nach Theodor Förster (Förster-Resonanzenergietransfer, FRET). Insbesondere zeigte er 1967 mit Dick Haugland, dass der FRET mit der sechsten Potenz der Entfernung von Donor und Rezeptor abnimmt wie von Förster vorhergesagt. Er fand auch, dass FRET für die Messung des Abstands zweier Stellen auf einem Protein-Makromolekül genutzt werden kann. Die Methode eines spektroskopischen Maßstabs (Spectroscopic Rulers) wird heute von zahlreichen Labors weltweit genutzt.

In den 1970er und 1980er Jahren erforschte er die molekularen Mechanismen der ersten Stadien der visuellen Wahrnehmung und den beteiligten Verstärkungsmechanismen, zum Beispiel die cGMP-Kaskade nach Photoanregung des Sehmoleküls Rhodopsin. Sie entdeckten das Molekül Transducin und erklärten mit ihren Forschungen die hohe Sensitivität von Sehzellen für Licht. Sein Labor erforschte auch die Rolle von Kalzium bei Rückkoppelungsprozessen im primären Sehvorgang.

In den 1990er Jahren entwickelte er mit Stephen Fodor und anderen Licht-aktivierte kombinatorische Synthese von Bibliotheken von Proteinen und Oligonukleotiden auf Chips. Diese Techniken wurden von der Pharma-Firma Affymetrix in Santa Clara kommerziell angewandt, deren Berater Stryer ist. Ihren Microarray-Gene-Chip entwickelte er bei Affymax (dem Vorläufer von Affymetrix) 1989 mit, während er sich zeitweise von Stanford beurlauben ließ, um die Firma mit zu gründen. Er war ein Jahr deren Präsident. Mit Kollegen in Berkeley entwickelte er auch vielfarbige Fluoreszenz-Marker für die Fluoreszenzmikroskopie und Durchflusszytometrie.

Bekannt ist er auch für sein weit verbreitetes Lehrbuch der Biochemie, das zuerst 1975 erschien.

2006 erhielt Stryer die National Medal of Science. Er ist Mitglied der National Academy of Sciences (1984), der American Association for the Advancement of Science, der American Academy of Arts and Sciences (1975) und der American Philosophical Society (2006). 1992 wurde er Ehrendoktor der Universität Chicago.

Stryer ist seit 1958 mit Andrea Stern verheiratet und hat zwei Söhne. Privat beschäftigt er sich mit Photographie und reiste auf Suche nach Motiven in entlegene Orte wie die Antarktis, Arktis, die Galapagos-Inseln und in Afrika.

  • L. Stryer: Biochemie. Spektrum Akademischer Verlag, 6. Auflage 2007, ISBN 978-3-8274-1800-5
    Englisches Original: Biochemistry. 7. Auflage, Freeman, San Francisco 2012 (mit Jeremy M. Berg, John L. Tymoczko, unter Mitwirkung von Gregory J. Gatto, Jr.)
  • L. Stryer, John L. Tymoczko, Jeremy M. Berg: Biochemistry. A short course. Freeman, San Francisco 2011
  • L. Stryer: Molecular design of life. Freeman, San Francisco 1989
  • John Dowling, L. Stryer, Torsten Wiesel (Herausgeber): Colloquium on vision: from photon to perception, National Academy of Science, Washington DC 2000
Commons: Lubert Stryer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  1. Lebens- und Karrieredaten nach Pamela Kalte u. a. American Men and Women of Science, Thomson Gale 2004
  2. Stryer, Haugland Energy transfer: a spectroscopic ruler, Proc. Natl. Acad. Sci. USA, Band 58, 1967, S. 719–725
  3. B. Fung, J. B. Hurley, L. Stryer Flow of information in the light-triggered cyclic nucleotide cascade of vision, Proc. National Acad. Sci. USA, Band 78, 1981, S. 152–156
  4. K.-W. Koch, L. Stryer Highly cooperative feedback control of retinal rod guanylate cyclase by calcium ion, Nature, Band 334, 1988, S. 64–66
  5. S. P. A. Fodor, J. L. Read, M. C. Pirrung, L. Stryer, A. T. Lu, D. Solas Light-directed, spatially addressable parallel chemical synthesis, Science, Band 251, 1991, S. 767–773
Normdaten (Person): GND:(, ) | LCCN: | NDL: | VIAF: |Wikipedia-Personensuche
Personendaten
NAME Stryer, Lubert
KURZBESCHREIBUNG US-amerikanischer Biochemiker
GEBURTSDATUM 2. März 1938
GEBURTSORT Tianjin, China

Lubert Stryer
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Lubert Stryer US amerikanischer Biochemiker Sprache Beobachten Bearbeiten Lubert Stryer 2 Marz 1938 in Tianjin China 1 ist ein US amerikanischer Biochemiker und Molekularbiologe Lubert Stryer Inhaltsverzeichnis 1 Leben 2 Werk 3 Ehrungen und Mitgliedschaften 4 Privates 5 Schriften 6 Weblinks 7 EinzelnachweiseLeben BearbeitenStryer ist der Sohn deutsch russischer Eltern die vor dem Zweiten Weltkrieg nach China emigrierten Die Familie kam 1948 in die USA Stryer studierte an der University of Chicago mit dem Bachelorabschluss 1957 und an der Harvard Medical School mit dem M D Abschluss 1961 Als Post Doktorand war er bis 1963 Helen Hay Whitney Research Fellow an der Harvard University und am Labor fur Molekularbiologie des Medical Research Council in Cambridge bei John Kendrew mit Francis Crick und Max Perutz als Kollegen 1963 wurde er Assistant Professor und spater Associate Professor fur Biochemie an der Stanford University wo er unter den Einfluss von Arthur Kornberg Paul Berg und Robert Baldwin kam Ab 1969 war er Professor fur molekulare Biophysik und Biochemie an der Yale University 1967 bis 1971 war er Berater der National Institutes of Health Ab 1976 war er George A Winzer Professor fur Zellbiologie und Leiter der neu gegrundeten Abteilung fur Strukturelle Biologie an der Stanford University Werk BearbeitenSeine Forschung konzentriert sich auf die Wechselwirkung von Licht und Biomolekulen In den 1960er Jahren untersuchte er den Energietransfer in lichtempfindlichen biologischen Makromolekulen Chromophore mit Fluoreszenzspektroskopie insbesondere eine Theorie kurzreichweitigen kleiner als die jeweilige Lichtwellenlange Energietransfers nach Theodor Forster Forster Resonanzenergietransfer FRET Insbesondere zeigte er 1967 mit Dick Haugland dass der FRET mit der sechsten Potenz der Entfernung von Donor und Rezeptor abnimmt wie von Forster vorhergesagt 2 Er fand auch dass FRET fur die Messung des Abstands zweier Stellen auf einem Protein Makromolekul genutzt werden kann Die Methode eines spektroskopischen Massstabs Spectroscopic Rulers wird heute von zahlreichen Labors weltweit genutzt In den 1970er und 1980er Jahren erforschte er die molekularen Mechanismen der ersten Stadien der visuellen Wahrnehmung und den beteiligten Verstarkungsmechanismen zum Beispiel die cGMP Kaskade nach Photoanregung des Sehmolekuls Rhodopsin 3 Sie entdeckten das Molekul Transducin und erklarten mit ihren Forschungen die hohe Sensitivitat von Sehzellen fur Licht Sein Labor erforschte auch die Rolle von Kalzium bei Ruckkoppelungsprozessen im primaren Sehvorgang 4 In den 1990er Jahren entwickelte er mit Stephen Fodor und anderen Licht aktivierte kombinatorische Synthese von Bibliotheken von Proteinen und Oligonukleotiden auf Chips 5 Diese Techniken wurden von der Pharma Firma Affymetrix in Santa Clara kommerziell angewandt deren Berater Stryer ist Ihren Microarray Gene Chip entwickelte er bei Affymax dem Vorlaufer von Affymetrix 1989 mit wahrend er sich zeitweise von Stanford beurlauben liess um die Firma mit zu grunden Er war ein Jahr deren Prasident Mit Kollegen in Berkeley entwickelte er auch vielfarbige Fluoreszenz Marker fur die Fluoreszenzmikroskopie und Durchflusszytometrie Bekannt ist er auch fur sein weit verbreitetes Lehrbuch der Biochemie das zuerst 1975 erschien Ehrungen und Mitgliedschaften Bearbeiten2006 erhielt Stryer die National Medal of Science Er ist Mitglied der National Academy of Sciences 1984 der American Association for the Advancement of Science der American Academy of Arts and Sciences 1975 und der American Philosophical Society 2006 1992 wurde er Ehrendoktor der Universitat Chicago Privates BearbeitenStryer ist seit 1958 mit Andrea Stern verheiratet und hat zwei Sohne Privat beschaftigt er sich mit Photographie und reiste auf Suche nach Motiven in entlegene Orte wie die Antarktis Arktis die Galapagos Inseln und in Afrika Schriften BearbeitenL Stryer Biochemie Spektrum Akademischer Verlag 6 Auflage 2007 ISBN 978 3 8274 1800 5 Englisches Original Biochemistry 7 Auflage Freeman San Francisco 2012 mit Jeremy M Berg John L Tymoczko unter Mitwirkung von Gregory J Gatto Jr L Stryer John L Tymoczko Jeremy M Berg Biochemistry A short course Freeman San Francisco 2011 L Stryer Molecular design of life Freeman San Francisco 1989 John Dowling L Stryer Torsten Wiesel Herausgeber Colloquium on vision from photon to perception National Academy of Science Washington DC 2000Weblinks Bearbeiten Commons Lubert Stryer Sammlung von Bildern Videos und Audiodateien P C McCartney Everything is illuminated Reflections on light and life by Lubert Stryer ASBMB Journal Oktober 2012 National Medal of Science fur StryerEinzelnachweise Bearbeiten Lebens und Karrieredaten nach Pamela Kalte u a American Men and Women of Science Thomson Gale 2004 Stryer Haugland Energy transfer a spectroscopic ruler Proc Natl Acad Sci USA Band 58 1967 S 719 725 B Fung J B Hurley L Stryer Flow of information in the light triggered cyclic nucleotide cascade of vision Proc National Acad Sci USA Band 78 1981 S 152 156 K W Koch L Stryer Highly cooperative feedback control of retinal rod guanylate cyclase by calcium ion Nature Band 334 1988 S 64 66 S P A Fodor J L Read M C Pirrung L Stryer A T Lu D Solas Light directed spatially addressable parallel chemical synthesis Science Band 251 1991 S 767 773Normdaten Person GND 124601197 OGND AKS LCCN n80120789 NDL 00457979 VIAF 27127145 Wikipedia Personensuche PersonendatenNAME Stryer LubertKURZBESCHREIBUNG US amerikanischer BiochemikerGEBURTSDATUM 2 Marz 1938GEBURTSORT Tianjin ChinaAbgerufen von https de wikipedia org w index php title Lubert Stryer amp oldid 200553126, wikipedia, wiki, deutsches

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