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Lokant

Lokanten dienen in der chemischen Nomenklatur zur genauen Beschreibung bestimmter Positionen von Atomen oder Bindungen innerhalb eines Moleküls. Sie werden beispielsweise genutzt, um innerhalb einer Verbindung die Verzweigungsstellen in einer Kohlenstoffkette zu kennzeichnen oder um die Positionen von Heteroatomen, Doppelbindungen oder Dreifachbindungen zu benennen. Die Menge der Lokanten in einer Verbindung heißt deren Lokantensatz.

Gerüststruktur eines Kohlenwasserstoffs mit explizit dargestellten, unterschiedlichen Lokanten: Dieroten arabischen Zahlen kennzeichnen die Nummerierung der Positionen im Kohlenstoff-Gerüst; dieblauen Großbuchstaben stehen für die Ring-Nomenklatur der Steroide

Für verschiedene Einsatzbereiche werden unterschiedliche Lokantentypen benutzt.

Inhaltsverzeichnis

Aliphatische Verbindungen

Kohlenwasserstoffs mit teilweise verzweigten Seitenketten. Explizit dargestellt sind unterschiedlichen Lokanten: Dieroten arabischen Zahlen kennzeichnen die Nummerierung der Positionen im Kohlenstoff-Gerüst der Hauptkette (= längste Kohlenstoffkette) diegrünen Ziffern sind Lokanten der Seitenketten.

Der am häufigsten gebrauchte Lokantentyp in der chemischen Nomenklatur sind arabische Zahlen. So ist beispielsweise jedem Kohlenstoffatom in einem organischen Molekül eine Nummer zugewiesen, wobei bei gesättigten aliphatischen Kohlenwasserstoffen die längste Kohlenstoffkette das Stammsystem kennzeichnet; alle kürzeren Verzweigungen gelten als Seitenketten. Die Stammkette wird so nummeriert, dass die Lokanten der Verzweigungsstellen möglichst klein sind. Die Seitenketten werden ebenfalls durchnummeriert, wobei hier immer das Verknüpfungsatom mit der Stammkette die Nummer 1 erhält. In Alkylresten erhält also die „yl“-Stelle (Kohlenstoffatom mit der freien Valenz) bei der Bezifferung der Kette den Lokanten 1.

Cyclische Verbindungen

Chemischen Verbindungen, die auch Ringe im Atomgerüst enthalten (cyclische Verbindungen) werden ebenfalls mit arabischen Ziffern als Lokanten versehen. Liegen mehrkernige Ringsysteme (Polycyclen) vor oder sind Heteroatome in den cyclischen Teilen des Moleküls enthalten (Heterocyclen), sind vielfach Trivialnamen weit verbreitet, für die genaue Regeln für die Lokantenpositionierung festgelegt sind. Oft helfen übersichtliche Zusammenstellungen für die Zuordnung der gültigen Positionsnummerierung einkerniger und einfacher mehrkerniger Ringsysteme.

Kursiv gesetzte lateinische Großbuchstaben werden benutzt, um im Molekül vorhandene Heteroatome als Positionsmarkierungen zu verwenden. Tatsächlich handelt es sich hierbei um die kursiv gesetzten Elementsymbole, daher ist auch eine Kombination aus Groß- und Kleinbuchstaben möglich.

Beispielsweise trägt die Verbindung N,2-Dimethylanilin zwei Methylreste am Anilingrundkörper, deren Positionen am Stickstoff-Atom der Aminofunktion (bezeichnet durch das kursive „N“) und am C-2-Kohlenstoffatom des Aromaten (gekennzeichnet durch die arabische Zahl 2) eindeutig zugeordnet werden. Sind zwei (oder mehr) gleichartige Heteroatome im Molekül vorhanden, werden diese mit hochgestellten Strichen unterschieden wie beispielsweise bei N,N′-Dimethylharnstoff. Ist hiermit keine eindeutige Zuordnung zu erzielen, werden die kursiv gesetzten Heteroatomsymbole durch hochgestellte Lokantenziffern ergänzt, wie im N4,N4-Dimethylcytidin; so wird erkennbar, an welches Stickstoff-Atom die beiden Methylgruppen gebunden sind.

Im Falle von Thiophosphorsäureestern dienen die kursiv vor den systematischen Namen gestellten Elementsymbole der Heteroatome der Zuordnung, über welches Atom die Estergruppen gebunden sind. Deutlich wird dies an den Regioisomeren Demeton-O (O,O-Diethyl-O-(2-ethylthioethyl)thiophosphat) und Demeton-S (O,O-Diethyl-S-(2-ethylthioethyl)thiophosphat). In der folgenden Galerie sind die Lokanten in den Strukturformeln und den systematischen Namenrot gekennzeichnet:

Sterangerüst mit Bezeichnung der Ringe und Lokanten

Verbindungen, deren Struktur sich vom Kohlenstoffgerüst des Sterans ableitet, werden Steroide genannt und mit Hilfe der Steroid-Nomenklatur beschrieben. Die Ringe des Steran-Gerüsts, das systematisch auch als cyclopentylsubstituiertes Perhydrophenanthren aufgefasst werden kann, werden dabei so mit normal gesetzten lateinischen Großbuchstaben versehen, dass die drei verknüpften Sechsringe mit „A“, „B“ und „C“ und der anschließende Fünfring mit „D“ bezeichnet werden.

Verwendung griechischer Kleinbuchstaben zur Kennzeichnung des Abstands der einzelnen Kohlenstoffatome von der Carbonsäuregruppe

Relative Abstände von funktionellen Gruppen wurden früher gelegentlich durch griechische Kleinbuchstaben gekennzeichnet. Heute gilt diese Nomenklaturvariante als halbsystematisch, ist aber vor allem im Bereich der ungesättigten Fettsäuren noch verbreitet. Dem der funktionellen Gruppe direkt benachbarten Atom wird dabei ein „α“ zugewiesen, dem folgenden „β“ usw. bis zum entferntesten, das unabhängig vom absoluten Abstand immer mit „ω“ beschrieben wird.

Das Akronym „Amphetamine“ ist ein Beispiel für diesen Typus von Lokanten: Der halbsystematische Name dieser Gruppe von Verbindungen lautet α-Methylphenylethylamine; das „α“ kennzeichnet somit die direkte Nachbarschaft zur Aminogruppe im Molekül. Bei der γ-Aminobuttersäure wird die Position der Aminogruppe relativ zur Carboxygruppe betont. Ähnlich werden die Ringgrößen cyclischer Amide (Lactame) und cyclischer Ester (Lactone) benannt.

Auch die Lage von Doppelbindungen relativ zu einer benachbarten funktionellen Gruppe wird häufig durch griechische Kleinbuchstaben angegeben. Beispielsweise wird 2-Cyclohexenon auch als α,β-ungesättigtes Keton bezeichnet.

Siehe auch: Ständigkeit

Spiroverbindungen

Spiroverbindungen sind gekennzeichnet durch mindestens zwei oder mehr Ringe, die jeweils nur durch ein gemeinsames Brückenkopfatom, das sogenannte Spiroatom, verbunden sind. Bei Monospiroverbindungen (nur ein Spiroatom) wird bei der Bildung des systematischen Namens hinter der Bezeichnung spiro in eckigen Klammern die Ringgrößen der beteiligten Ringe gesetzt, wobei das Spiro-Atom jeweils nicht mitgezählt wird. Die beiden resultierenden Zahlen werden durch einen Punkt getrennt. Der Klammerausdruck wird auch nach der Von-Baeyer-Nomenklatur als Von-Baeyer-Deskriptor bezeichnet.

  • Spiro[3.3]hepta-1,5-dien mit Positionsangaben

  • Spiro[3.3]hepta-1,5-dien mit Angabe der Anzahl (#) der zwei Brückenglieder

  • Spiro[4.5]decan mit Angabe der Anzahl (#) der zwei Brückenglieder

  • Spiro[3.5]nonan mit Angabe der Anzahl (#) der zwei Brückenglieder

  • Spiro[4.4]nonatetraen mit Angabe der Anzahl (#) der zwei Brückenglieder

Sind mehrere Spiroatome im Molekül enthalten, wird die Vorsilbe „spiro“ mit einem der Anzahl der Spiroatome entsprechenden Vorsatz versehen (dispiro, trispiro etc.). Der Von-Baeyer-Deskriptor wird gebildet, indem zunächst an einem der Ringe mit nur einem Spiroatom begonnen und die Anzahl dessen Ringglieder genannt wird. Im Folgenden wird das Molekül umrundet und durch Punkte getrennt jeweils die Anzahl der zwischen den Spiroatomen liegenden Atome genannt, bis der anfängliche Ring wieder erreicht ist. Immer dann, wenn ein Spiroatom zum zweiten Mal berührt wird, wird die Verknüpfung des gerade genannten Ringglieds durch die hochgestellte Lokantenziffer des Spiroatoms, an die Brücke gebunden ist, gekennzeichnet. Bei unsymmetrischen Molekülen wird der Name so gebildet, dass die kleinsten möglichen Lokantenziffern für die Spiroatome gewählt werden.

  • Dispiro[2.1.5.2]dodecan mit Angabe der Anzahl (#) der vier Brückenglieder

Bicyclische und verbrückte Verbindungen

Zur systematischen Benennung von bicyclischen Systemen wird die Anzahl der Ringglieder (ohne Brückenkopfatome) in absteigender Reihenfolge nach dem Terminus bicyclo in eckigen Klammern gesetzt. So liegt beispielsweise beim 1,8-Diazabicyclo[5.4.0]undec-7-en (DBU) eine bicyclische Verbindung mit zwei Stickstoff-Heteroatomen vor, die aus einem 7- einem 6- und einem 2-Ring (d. h. ohne Brückenkopfatome 0, also direkte Verbindung) besteht.

Bei zusätzlich verbrückten Systemen gilt die Aufreihung der um 2 verminderten Anzahl der Ringglieder in eckigen Klammern analog, allerdings müssen hier noch ab dem vierten Ring Lokanten genannt werden, die die Verknüpfungsstellen eindeutig kennzeichnen. Sie werden hochgestellt und mit Komma getrennt angefügt. So lautet der systematische Name für Dicyclopentadien Tricyclo[5.2.1.02,6]deca-3,8-dien, es besteht zusätzlich zum Bicyclischen System mit einem 7-, einem 4- und einem 3-Ring (Ringgröße ohne Brückenkopfatome: 5,2,1) eine direkte Verknüpfung (Ringgröße 0) zwischen den Atomen 2 und 6. Analog wird der systematische Name für Quadricyclan, Tetracyclo[2.2.1.02,6.03,5]heptan, gebildet.

  • 1,8-Diazabicyclo[5.4.0]- undec-7-en
    Nummerierung der Atome bzw. Position der Doppelbindung

  • 1,8-Diazabicyclo[5.4.0]- undec-7-en
    Anzahl (#) der drei Brückenglieder im Bicyclus

  • Tricyclo[5.2.1.02,6]- deca-3,8-dien

  • Tetracyclo[2.2.1.02,6.03,5]- heptan

Verknüpfte polycyclische Kohlenwasserstoffe

Zur Kennzeichnung der Verknüpfungsposition mehrkerniger Ringsysteme bei polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen wird ein sogenannter Fusion Descriptor verwendet, beispielsweise im Indeno[1,2,3-cd]pyren. Dieser setzt sich zusammen aus den Lokantenziffern, die im einen Molekülteil die Verknüpfungsstelle beschreiben und den mit kursiven lateinischen Kleinbuchstaben bezeichneten Bindungen, die die Verknüpfungsstelle im anderen Molekülteil beschreiben. Liegen Molekülteile mit hoher Symmetrie vor (beispielsweise Benzol und Pyren) kann sich der Fusionsdeskriptor stark vereinfachen, hier zu Benzo[a]pyren.

  • Benzo[a]pyren

  • Indeno[1,2,3-cd]pyren

  1. IUPAC: Rule R-0.2.4.2: Lowest set of locants
  2. Philipp Fresenius und Klaus Görlitzer: Organisch-chemische Nomenklatur, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 1991, 3. Auflage, S. 28, ISBN 3-8047-1167-7.
  3. IUPAC: Rule A-22: Fused Polycyclic Hydrocarbons – Numbering
  4. maybridge.com: Numbering of Multiple Ring Systems
  5. G. P. Moss: Nomenclature of steroids (Recommendations 1989). In: Pure and Applied Chemistry. 61, 1989, S. 1783–1822, doi:10.1351/pac198961101783.
  6. IUPAC: Extension and Revision of the Nomenclature for Spiro Compounds, Recommendations 1999.
  7. IUPAC-Regel A-31.2
  8. IUPAC: Rule R-2.4.1: Fusion nomenclature

Lokant
lokant, fachbegriff, chemie, sprache, beobachten, bearbeiten, dienen, chemischen, nomenklatur, genauen, beschreibung, bestimmter, positionen, atomen, oder, bindungen, innerhalb, eines, moleküls, werden, beispielsweise, genutzt, innerhalb, einer, verbindung, ve. Lokant Fachbegriff aus der Chemie Sprache Beobachten Bearbeiten Lokanten dienen in der chemischen Nomenklatur zur genauen Beschreibung bestimmter Positionen von Atomen oder Bindungen innerhalb eines Molekuls Sie werden beispielsweise genutzt um innerhalb einer Verbindung die Verzweigungsstellen in einer Kohlenstoffkette zu kennzeichnen oder um die Positionen von Heteroatomen Doppelbindungen oder Dreifachbindungen zu benennen Die Menge der Lokanten in einer Verbindung heisst deren Lokantensatz Geruststruktur eines Kohlenwasserstoffs mit explizit dargestellten unterschiedlichen Lokanten Die roten arabischen Zahlen kennzeichnen die Nummerierung der Positionen im Kohlenstoff Gerust die blauen Grossbuchstaben stehen fur die Ring Nomenklatur der Steroide Fur verschiedene Einsatzbereiche werden unterschiedliche Lokantentypen benutzt Inhaltsverzeichnis 1 Arabische Zahlen 1 1 Aliphatische Verbindungen 1 2 Cyclische Verbindungen 2 Kursiv gesetzte lateinische Grossbuchstaben 3 Normal gesetzte lateinische Grossbuchstaben 4 Griechische Kleinbuchstaben 5 Lokanten in eckigen Klammern 5 1 Spiroverbindungen 5 2 Bicyclische und verbruckte Verbindungen 5 3 Verknupfte polycyclische Kohlenwasserstoffe 6 Literatur 7 EinzelnachweiseArabische Zahlen BearbeitenAliphatische Verbindungen Bearbeiten Kohlenwasserstoffs mit teilweise verzweigten Seitenketten Explizit dargestellt sind unterschiedlichen Lokanten Die roten arabischen Zahlen kennzeichnen die Nummerierung der Positionen im Kohlenstoff Gerust der Hauptkette langste Kohlenstoffkette die grunen Ziffern sind Lokanten der Seitenketten Der am haufigsten gebrauchte Lokantentyp in der chemischen Nomenklatur sind arabische Zahlen So ist beispielsweise jedem Kohlenstoffatom in einem organischen Molekul eine Nummer zugewiesen wobei bei gesattigten aliphatischen Kohlenwasserstoffen die langste Kohlenstoffkette das Stammsystem kennzeichnet alle kurzeren Verzweigungen gelten als Seitenketten Die Stammkette wird so nummeriert dass die Lokanten der Verzweigungsstellen moglichst klein sind 1 Die Seitenketten werden ebenfalls durchnummeriert wobei hier immer das Verknupfungsatom mit der Stammkette die Nummer 1 erhalt In Alkylresten erhalt also die yl Stelle Kohlenstoffatom mit der freien Valenz bei der Bezifferung der Kette den Lokanten 1 2 Cyclische Verbindungen Bearbeiten Chemischen Verbindungen die auch Ringe im Atomgerust enthalten cyclische Verbindungen werden ebenfalls mit arabischen Ziffern als Lokanten versehen Liegen mehrkernige Ringsysteme Polycyclen vor oder sind Heteroatome in den cyclischen Teilen des Molekuls enthalten Heterocyclen sind vielfach Trivialnamen weit verbreitet fur die genaue Regeln fur die Lokantenpositionierung festgelegt sind 3 Oft helfen ubersichtliche Zusammenstellungen fur die Zuordnung der gultigen Positionsnummerierung einkerniger und einfacher mehrkerniger Ringsysteme 4 Kursiv gesetzte lateinische Grossbuchstaben BearbeitenKursiv gesetzte lateinische Grossbuchstaben werden benutzt um im Molekul vorhandene Heteroatome als Positionsmarkierungen zu verwenden Tatsachlich handelt es sich hierbei um die kursiv gesetzten Elementsymbole daher ist auch eine Kombination aus Gross und Kleinbuchstaben moglich Beispielsweise tragt die Verbindung N 2 Dimethylanilin zwei Methylreste am Anilingrundkorper deren Positionen am Stickstoff Atom der Aminofunktion bezeichnet durch das kursive N und am C 2 Kohlenstoffatom des Aromaten gekennzeichnet durch die arabische Zahl 2 eindeutig zugeordnet werden Sind zwei oder mehr gleichartige Heteroatome im Molekul vorhanden werden diese mit hochgestellten Strichen unterschieden wie beispielsweise bei N N Dimethylharnstoff Ist hiermit keine eindeutige Zuordnung zu erzielen werden die kursiv gesetzten Heteroatomsymbole durch hochgestellte Lokantenziffern erganzt wie im N4 N4 Dimethylcytidin so wird erkennbar an welches Stickstoff Atom die beiden Methylgruppen gebunden sind Im Falle von Thiophosphorsaureestern dienen die kursiv vor den systematischen Namen gestellten Elementsymbole der Heteroatome der Zuordnung uber welches Atom die Estergruppen gebunden sind Deutlich wird dies an den Regioisomeren Demeton O O O Diethyl O 2 ethylthioethyl thiophosphat und Demeton S O O Diethyl S 2 ethylthioethyl thiophosphat In der folgenden Galerie sind die Lokanten in den Strukturformeln und den systematischen Namen rot gekennzeichnet N 2 Dimethylanilin N N Dimethylharnstoff N4 N4 Dimethylcytidin Demeton O systematisch O O Diethyl O 2 ethylthioethyl thiophosphat Demeton S systematisch O O Diethyl S 2 ethylthioethyl thiophosphat Se Methylselenocystein 4H 1 2 4 TriazolNormal gesetzte lateinische Grossbuchstaben Bearbeiten Sterangerust mit Bezeichnung der Ringe und Lokanten Verbindungen deren Struktur sich vom Kohlenstoffgerust des Sterans ableitet werden Steroide genannt und mit Hilfe der Steroid Nomenklatur beschrieben 5 Die Ringe des Steran Gerusts das systematisch auch als cyclopentylsubstituiertes Perhydrophenanthren aufgefasst werden kann werden dabei so mit normal gesetzten lateinischen Grossbuchstaben versehen dass die drei verknupften Sechsringe mit A B und C und der anschliessende Funfring mit D bezeichnet werden Griechische Kleinbuchstaben Bearbeiten Verwendung griechischer Kleinbuchstaben zur Kennzeichnung des Abstands der einzelnen Kohlenstoffatome von der Carbonsauregruppe Relative Abstande von funktionellen Gruppen wurden fruher gelegentlich durch griechische Kleinbuchstaben gekennzeichnet Heute gilt diese Nomenklaturvariante als halbsystematisch ist aber vor allem im Bereich der ungesattigten Fettsauren noch verbreitet Dem der funktionellen Gruppe direkt benachbarten Atom wird dabei ein a zugewiesen dem folgenden b usw bis zum entferntesten das unabhangig vom absoluten Abstand immer mit w beschrieben wird Das Akronym Amphetamine ist ein Beispiel fur diesen Typus von Lokanten Der halbsystematische Name dieser Gruppe von Verbindungen lautet a Methylphenylethylamine das a kennzeichnet somit die direkte Nachbarschaft zur Aminogruppe im Molekul Bei der g Aminobuttersaure wird die Position der Aminogruppe relativ zur Carboxygruppe betont Ahnlich werden die Ringgrossen cyclischer Amide Lactame und cyclischer Ester Lactone benannt Auch die Lage von Doppelbindungen relativ zu einer benachbarten funktionellen Gruppe wird haufig durch griechische Kleinbuchstaben angegeben Beispielsweise wird 2 Cyclohexenon auch als a b ungesattigtes Keton bezeichnet Amphetamin g Aminobuttersaure g Butyrolacton 2 Cyclohexenon ein a b ungesattigtes KetonSiehe auch StandigkeitLokanten in eckigen Klammern BearbeitenSpiroverbindungen Bearbeiten Spiroverbindungen sind gekennzeichnet durch mindestens zwei oder mehr Ringe die jeweils nur durch ein gemeinsames Bruckenkopfatom das sogenannte Spiroatom verbunden sind Bei Monospiroverbindungen nur ein Spiroatom wird bei der Bildung des systematischen Namens hinter der Bezeichnung spiro in eckigen Klammern die Ringgrossen der beteiligten Ringe gesetzt wobei das Spiro Atom jeweils nicht mitgezahlt wird Die beiden resultierenden Zahlen werden durch einen Punkt getrennt Der Klammerausdruck wird auch nach der Von Baeyer Nomenklatur als Von Baeyer Deskriptor bezeichnet Spiro 3 3 hepta 1 5 dien mit Positionsangaben Spiro 3 3 hepta 1 5 dien mit Angabe der Anzahl der zwei Bruckenglieder Spiro 4 5 decan mit Angabe der Anzahl der zwei Bruckenglieder Spiro 3 5 nonan mit Angabe der Anzahl der zwei Bruckenglieder Spiro 4 4 nonatetraen mit Angabe der Anzahl der zwei Bruckenglieder Sind mehrere Spiroatome im Molekul enthalten wird die Vorsilbe spiro mit einem der Anzahl der Spiroatome entsprechenden Vorsatz versehen dispiro trispiro etc Der Von Baeyer Deskriptor wird gebildet indem zunachst an einem der Ringe mit nur einem Spiroatom begonnen und die Anzahl dessen Ringglieder genannt wird Im Folgenden wird das Molekul umrundet und durch Punkte getrennt jeweils die Anzahl der zwischen den Spiroatomen liegenden Atome genannt bis der anfangliche Ring wieder erreicht ist Immer dann wenn ein Spiroatom zum zweiten Mal beruhrt wird wird die Verknupfung des gerade genannten Ringglieds durch die hochgestellte Lokantenziffer des Spiroatoms an die Brucke gebunden ist gekennzeichnet Bei unsymmetrischen Molekulen wird der Name so gebildet dass die kleinsten moglichen Lokantenziffern fur die Spiroatome gewahlt werden 6 Dispiro 2 1 5 2 dodecan mit Angabe der Anzahl der vier BruckengliederBicyclische und verbruckte Verbindungen Bearbeiten Zur systematischen Benennung von bicyclischen Systemen wird die Anzahl der Ringglieder ohne Bruckenkopfatome in absteigender Reihenfolge nach dem Terminus bicyclo in eckigen Klammern gesetzt 7 So liegt beispielsweise beim 1 8 Diazabicyclo 5 4 0 undec 7 en DBU eine bicyclische Verbindung mit zwei Stickstoff Heteroatomen vor die aus einem 7 einem 6 und einem 2 Ring d h ohne Bruckenkopfatome 0 also direkte Verbindung besteht Bei zusatzlich verbruckten Systemen gilt die Aufreihung der um 2 verminderten Anzahl der Ringglieder in eckigen Klammern analog allerdings mussen hier noch ab dem vierten Ring Lokanten genannt werden die die Verknupfungsstellen eindeutig kennzeichnen Sie werden hochgestellt und mit Komma getrennt angefugt So lautet der systematische Name fur Dicyclopentadien Tricyclo 5 2 1 02 6 deca 3 8 dien es besteht zusatzlich zum Bicyclischen System mit einem 7 einem 4 und einem 3 Ring Ringgrosse ohne Bruckenkopfatome 5 2 1 eine direkte Verknupfung Ringgrosse 0 zwischen den Atomen 2 und 6 Analog wird der systematische Name fur Quadricyclan Tetracyclo 2 2 1 02 6 03 5 heptan gebildet 1 8 Diazabicyclo 5 4 0 undec 7 en Nummerierung der Atome bzw Position der Doppelbindung 1 8 Diazabicyclo 5 4 0 undec 7 en Anzahl der drei Bruckenglieder im Bicyclus Tricyclo 5 2 1 02 6 deca 3 8 dien Tetracyclo 2 2 1 02 6 03 5 heptanVerknupfte polycyclische Kohlenwasserstoffe Bearbeiten Zur Kennzeichnung der Verknupfungsposition mehrkerniger Ringsysteme bei polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen wird ein sogenannter Fusion Descriptor verwendet beispielsweise im Indeno 1 2 3 cd pyren Dieser setzt sich zusammen aus den Lokantenziffern die im einen Molekulteil die Verknupfungsstelle beschreiben und den mit kursiven lateinischen Kleinbuchstaben bezeichneten Bindungen die die Verknupfungsstelle im anderen Molekulteil beschreiben 8 Liegen Molekulteile mit hoher Symmetrie vor beispielsweise Benzol und Pyren kann sich der Fusionsdeskriptor stark vereinfachen hier zu Benzo a pyren Benzo a pyren Indeno 1 2 3 cd pyrenLiteratur BearbeitenIUPAC Preferred IUPAC Names Chapter P 1 Nomenclature of Organic Compounds S 26 40 Einzelnachweise Bearbeiten IUPAC Rule R 0 2 4 2 Lowest set of locants Philipp Fresenius und Klaus Gorlitzer Organisch chemische Nomenklatur Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart 1991 3 Auflage S 28 ISBN 3 8047 1167 7 IUPAC Rule A 22 Fused Polycyclic Hydrocarbons Numbering maybridge com Numbering of Multiple Ring Systems G P Moss Nomenclature of steroids Recommendations 1989 In Pure and Applied Chemistry 61 1989 S 1783 1822 doi 10 1351 pac198961101783 IUPAC Extension and Revision of the Nomenclature for Spiro Compounds Recommendations 1999 IUPAC Regel A 31 2 IUPAC Rule R 2 4 1 Fusion nomenclatureAbgerufen von https de wikipedia org w index php title Lokant amp oldid 195432608, wikipedia, wiki, deutsches

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