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Leininger Sporn

Der Leininger Sporn ist ein stark herausgehobener, bis516,5 m ü. NHN (Rahnfels) aufsteigender Gebirgsvorsprung im Nordosten des Pfälzerwaldes. Der Gebirgssporn, der in erster Linie durch die Gesteinsformationen des Mittleren und Oberen Buntsandsteins aufgebaut wird, bildet zwischen Grünstadt im Norden und Leistadt, einem Ortsteil von Bad Dürkheim, im Südosten die westliche Begrenzung der Oberrheinischen Tiefebene.

Leininger Sporn
Fläche 44,8 km²
Systematik nach Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands
Großregion 1. Ordnung 07–23 →
Schichtstufenland beiderseits des Oberrheingrabens
Großregion 2. Ordnung 17–19, 26 →
Pfälzisch-Saarländisches Schichtstufenland
Großregion 3. Ordnung 17 →
Pfälzerwald
Region 4. Ordnung
(Haupteinheit)

Mittlerer Pfälzerwald
Region 5. Ordnung Leininger Sporn
Naturraumcharakteristik
Landschaftyp Mittelgebirgsanteil (Buntsandstein) einer Schichtstufenlandschaft; Bergsporn
Höchster Gipfel Rahnfels (516,5 m)
Geographische Lage
Koordinaten 49° 29′ 36″ N,8° 7′ 8″ O49.4933858.118811Koordinaten:49° 29′ 36″ N,8° 7′ 8″ O
Lage Leininger Sporn
Kreis Bad Dürkheim
Bundesland Rheinland-Pfalz
Staat Deutschland

Inhaltsverzeichnis

Lage

Der Leininger Sporn liegt zwischen den Tälern der Isenach im Süden und des Eckbachs im Norden und hat eine Fläche von ungefähr 44,8 km². Seine Länge beträgt von Nord nach Süd etwa 10 km, seine Breite von West nach Ost etwa 4–5 und im nördlichen Zipfel nur noch 2–3 km.

Die Außengrenze des Gebirgssporns verläuft von Kleinkarlbach im Nordosten entlang des Rheingrabenrandes nach Süden, um dann bei Leistadt nach Südwesten abzubiegen. Hier folgt sie der Lambrechter Verwerfung, einer Störungslinie, die zwischen Peterskopf und Teufelsstein bei Hausen das Isenachtal quert und den Gebirgszug der Haardt vom Leininger Sporn und dem sich südwestlich anschließenden Limburg-Dürkheimer Wald trennt. Ab der Alten Schmelz wendet sie sich nach Norden und erreicht über den Rahnfels (517 m ü. NHN) das Tal des Höninger Baches mit dem Ort Höningen. Hier geht der Naturraum im Westen fließend in die Ausläufer des Inneren Pfälzerwaldes und im Nordwesten in den Stumpfwald und die Rodungsflächen des Eisenberger Beckens über. Von Altleiningen folgt die Begrenzung dann bis Kleinkarlbach dem Tal des Eckbachs in nordöstlicher Richtung.

Naturräumliche Zuordnung

Die Bezeichnung „Leininger Sporn“ wurde erstmals im Jahr 1964 vom Geographen Harald Uhlig verwendet, der in den Folgearbeiten 1:200.000 zum Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands auf Blatt 150 Mainz den äußersten Norden des Pfälzerwaldes naturräumlich zu gliedern hatte. 1969 verwendete auch sein Kollege Adalbert Pemöller diesen Namen in den Arbeiten zum südlich anschließenden Blatt 160 Landau und grenzte die Landschaft nach Süden ab.

Uhlig wies den Sporn der Einheit Unterer Pfälzerwald als Untereinheit zu, was auch Pemöller so übernahm. Der Untere Pfälzerwald bestand ansonsten in der Hauptsache aus dem Stumpfwald im mittleren Norden, dem Otterberger Wald im Nordwesten sowie der unbewaldeten Landschaft um Sembach dazwischen – alles Landschaften, die gegenüber dem Mittleren Pfälzerwald durch eine merkliche Höhenstufe abfallen und nur Höhen unter400 m ü. NHN erreichen. Das unmittelbar östlich von Kaiserslautern und (auf Pemöllers Blattbereich) um den Queitersberg liegende Waldgebiet war dabei überhaupt nicht dem Pfälzerwald zugeordnet worden, obwohl es in Geologie, Relief und Höhenlage stark dem Stumpf- und dem Otterberger Wald ähnelt – während der Leininger Sporn die typischen Höhenlagen des Mittleren Pfälzerwaldes in die Gegend nördlich des Tals der Isenach und, am Ostrand, die Steilhänge der Haardt nach Nordwesten fortsetzt.

Nach Höhenlage und Geomorphologie ist der Leininger Sporn letztlich eher dem Mittleren Pfälzerwald zuzurechnen. Dieser taucht zwar in Pemöllers Gliederung nicht als Einheit auf, bezeichnet jedoch in der verbreiteten Gliederung nach Beeger, Geiger und Reh den Mittelteil des Mittelgebirges und ist namentlich deutlich bekannter als die einzelnen von Pemöller innerhalb des Mittelteils eingeführten, weithin unbekannten Landschaftsnamen. Näheres ergibt sich aus dem integrierenden Gliederungskonzept des Mittelgebirges.

Name

Der Name dieser naturräumlichen Einheit orientiert sich am historischen Namen Leiningerland, das seinerseits nach dem früher bedeutendsten Adelsgeschlecht der Region, den Leiningern, benannt ist. Geographisch gesehen hat das Leiningerland neben der Mittelgebirgslandschaft des Leininger Sporns auch Anteil an der Weinstraßenregion bzw. der Vorhügelzone des Gebirgsrandes und der Oberrheinischen Tiefebene.

Landschaftscharakter

Blick vom Naturschutzgebiet Felsenberg-Berntal nach Südwesten über Leistadt zum Peterskopf
Relief des Pfälzerwaldes. Rechts die Haardt (aufgehellt) und darüber (nördlich) der Leininger Sporn

Das Relief des Naturraums ist durch einen prägnanten Höhenrücken mit steilen Bergflanken gekennzeichnet, der sich von der Pickelhaube (360,7 m ü. NHN) im Norden bis zum Rahn- und Heidenfels (496,0 m ü. NHN) im Süden erstreckt und Richtung Eckbachtal und Oberrheinischer Tiefebene, vor allem aber zum Isenachtal um 250 bis 300 Höhenmeter steil abfällt. Kleinere und größere Fließgewässer haben sich tief in das Buntsandsteinpaket eingeschnitten, so dass eine vielgestaltige Oberflächenstruktur mit Kerbtälern, Felsbildungen und Steilhängen entstanden ist. Größere Täler sind u. a. das Langental im Nordwesten des Sporns und das Krumbachtal, das am Ungeheuersee beginnt und sich in nordöstlicher Richtung bis nach Kleinkarlbach erstreckt. Im Süden erfolgt die Entwässerung des Gebirgszuges dagegen nur durch einige kleinere Bäche, die in engen Kerbtälern zur Isenach fließen.

Das Landschaftsbild des Leininger Sporns ist vor allem durch dichte Bewaldung geprägt, wobei im Osten hauptsächlich Nadelhölzer, vor allem reine Kiefern-Monokulturen oder Mischbestände aus Kiefern und untergemischten Buchen dominieren, deren Bodenflora sich häufig aus Heidekraut, einfachen Gräsern und Heidelbeersträuchern zusammensetzt. Diese Kiefernwälder entstanden im 19. und 20. Jahrhundert durch gezielte Aufforstung von Flächen, die über lange Zeiträume hinweg durch intensive bäuerliche Nutzung – zum Beispiel zur Gewinnung von Holzstangen für den Weinbau – übernutzt und verwüstet wurden. Außer diesen typischen Haardtwäldern sind in wärmebegünstigten Lagen am Ostfuß des Gebirges auch Edelkastanien anzutreffen, die häufig in größeren Beständen auftreten. Wein- und Obstanbau belegen ebenfalls die Klimagunst der Weinstraßenregion und schaffen im Wechsel mit Ausläufern des Haardtwaldes ein abwechslungsreiches Landschaftsbild.

Die Waldflächen im Westen des Naturraums sind dagegen etwas anders zusammengesetzt. Hier finden sich – unter anderem im Gebiet des Rahn- und Heidenfels – größere Mischwaldbestände mit stärkerem Laubholzanteil und ausgewogenerer Altersstruktur, so dass diese Gebiete in Waldbedeckung und -zusammensetzung weitgehend mit den übrigen Landschaftsräumen des Mittleren Pfälzerwald übereinstimmen.

Siedlungsaktivitäten beschränken sich auf die Randbereiche des Leininger Sporns, das Bergland selbst ist dagegen nicht besiedelt. Besonders ins Auge springt dabei die auf einer Rodungsinsel im nordöstlichen Randbereich des Sporns in einer Höhe von etwa 300 m ü. NHN gelegene Gemeinde Battenberg mit Burg Battenberg. Auf dieser Rodungsfläche wird hauptsächlich Ackerbau betrieben, da die hier vorherrschenden lehmig-tonigen Verwitterungsböden des Oberen Buntsandsteins nährstoffreicher sind und deshalb im Gegensatz zu anderen Regionen des Mittleren Pfälzerwaldes höhere Erträge ermöglichen. Dagegen ist der früher ebenfalls verbreitete Weinbau im Rückgang begriffen, was anhand ehemaliger Weinbergterrassen im Norden des Gemeindegebietes deutlich wird; zusätzlich finden sich an den Hängen der Battenberger Gemarkung Streuobstwiesen und Brachflächen. Eine geologische Besonderheit und als Naturdenkmal eingestuft sind die Blitzröhren unterhalb der Burg Battenberg. Es handelt sich hierbei um röhrenförmige Eisenschwarten, die eine mehrere Meter hohe ockerfarbene Sandsteinwand durchziehen und durch Ausfällung und Sinterbildung von Eisenlösungen entstanden sind.

Weitere Siedlungen befinden sich in den nordwestlichen Randbereichen des Leininger Sporns. Im Eckbachtal liegen Dorf und Burg Altleiningen und im Tal des Höninger Baches das Dorf Höningen mit den Ruinen des ehemaligen Klosters.

Westwärts konzentriert sich die Besiedlung – durch frühere Eisenwerke verstärkt – auf die Täler des Eckbachs mit Dorf und Burg Altleiningen sowie des Höninger Bachs mit dem Dörfchen Höningen und den Ruinen des ehemaligen Klosters. Vereinzelt gewinnbares (paläozoisches?) Eisenerz hängt geologisch mit Verwerfungen am Rand des Leininger Sporns zusammen.

Das Eckbachtal war in die historische Eisenverarbeitung der Region eingebunden, was beispielsweise ein großes Werk unterhalb von Altleiningen namens Dradura zeigt. Der Bach wurde zu Speicherseen für die Eisenwerke aufgestaut und trieb auch einige Sägemühlen. Flussaufwärts hat es den Charakter eines Wiesentals.

  • August Becker: Die Pfalz und die Pfälzer. 7. Auflage, Pfälzische Verlagsanstalt, Landau/Pfalz 2005 (1. Auflage 1857), S. 138–154, ISBN 3898571939
  • Michael Geiger: Haardt und Weinstraße im geographischen Überblick. In: Michael Geiger (Hrsg.): Haardt und Weinstraße – Beiträge zur Landeskunde. Verlag der Pfälzischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, Speyer 1996, S. 6–35 ISBN 3-932155-14-9
  • Michael Geiger: Die Landschaften der Pfalz.In: Michael Geiger (Hrsg.): Geographie der Pfalz. Verlag Pfälzische Landeskunde, Landau/Pfalz 2010, S. 92–113 ISBN 9783981297409
  • Daniel Häberle: Der Pfälzerwald. Ein Beitrag zur Landeskunde der Rheinpfalz. Georg Westermann Verlag, Braunschweig und Berlin 1913
  • Karl Heinz: Pfalz mit Weinstraße. Landschaft, Geschichte, Kultur, Kunst, Volkstum. Glock und Lutz Verlag, Heroldsberg 1976, S. 375–381
  • Klaus Meyer: Die Wälder der Haardt: gestern – heute – morgen. In: Michael Geiger (Hrsg.): Haardt und Weinstraße – Beiträge zur Landeskunde. Verlag der Pfälzischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, Speyer 1996 ISBN 3-932155-14-9, S. 248–249
  • Adalbert Pemöller: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 160 Landau i. d. Pfalz. Geographische Landesaufnahme 1:200.000 Naturräumliche Gliederung Deutschlands. Selbstverlag der Bundesforschungsanstalt für Landeskunde und Raumordnung, Bad Godesberg 1969
  • Heinz Wittner: Großer Pfalzführer. Deutscher Wanderverlag Dr. Mair & Schnabel & Co., Stuttgart 1981 S. 307–312, ISBN 3813401065
  • (PDF; 253 kB)
  1. des Landesamtes für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht Rheinland-Pfalz (PDF; 250 kB)
  2. Das Gliederungskonzept des Handbuchs wurde für den Binnenbereich des Pfälzerwaldes modifiziert
  3. des Landschaftsinformationssystems der Naturschutzverwaltung Rheinland-Pfalz (Hinweise) Leininger Sporn
  4. Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Topographische Karte 1:25.000 Bad Dürkheim und Umgebung. Eigenverlag des Landesamtes, 6. Auflage, Koblenz 2003.
  5. Harald Uhlig: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 150 Mainz. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1964. → (PDF; 4,7 MB)
  6. Adalbert Pemöller: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 160 Landau i. d. Pfalz. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1969. → (PDF; 4,2 MB)
  7. Michael Geiger u. a. (Hrsg.): Der Pfälzerwald im geographischen Überblick. In: Der Pfälzerwald, ein Porträt einer Landschaft. Verlag Pfälzische Landeskunde, Landau/Pf. 1987, S. 19.
  8. Klaus Meyer: Die Wälder der Haardt: gestern – heute – morgen. S. 250–251.
  9. Edmund Mainberger: Der Wald. In: Michael Geiger u. a. (Hrsg.): Der Pfälzerwald, Porträt einer Landschaft. Verlag Pfälzische Landeskunde, Landau/Pf. 1987, S. 101–126.

Leininger Sporn
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Leininger Sporn Gebirgsvorsprung im Nordosten des Pfalzerwaldes Sprache Beobachten Bearbeiten Der Leininger Sporn ist ein stark herausgehobener bis 516 5 m u NHN Rahnfels aufsteigender Gebirgsvorsprung im Nordosten des Pfalzerwaldes Der Gebirgssporn der in erster Linie durch die Gesteinsformationen des Mittleren und Oberen Buntsandsteins aufgebaut wird bildet zwischen Grunstadt im Norden und Leistadt einem Ortsteil von Bad Durkheim im Sudosten die westliche Begrenzung der Oberrheinischen Tiefebene 3 Leininger SpornFlache 44 8 km 1 Systematik nach Handbuch der naturraumlichen Gliederung DeutschlandsGrossregion 1 Ordnung 07 23 Schichtstufenland beiderseits des OberrheingrabensGrossregion 2 Ordnung 17 19 26 Pfalzisch Saarlandisches SchichtstufenlandGrossregion 3 Ordnung 17 PfalzerwaldRegion 4 Ordnung Haupteinheit 2 Mittlerer PfalzerwaldRegion 5 Ordnung Leininger SpornNaturraumcharakteristikLandschaftyp Mittelgebirgsanteil Buntsandstein einer Schichtstufenlandschaft BergspornHochster Gipfel Rahnfels 516 5 m Geographische LageKoordinaten 49 29 36 N 8 7 8 O 49 493385 8 118811 Koordinaten 49 29 36 N 8 7 8 OLage Leininger SpornKreis Bad DurkheimBundesland Rheinland PfalzStaat Deutschland Inhaltsverzeichnis 1 Geographie 1 1 Lage 1 2 Naturraumliche Zuordnung 1 3 Name 1 4 Landschaftscharakter 2 Historische Eisenregion 3 Literatur 4 Weblinks 5 EinzelnachweiseGeographie BearbeitenLage Bearbeiten Der Leininger Sporn liegt zwischen den Talern der Isenach im Suden und des Eckbachs im Norden und hat eine Flache von ungefahr 44 8 km 1 Seine Lange betragt von Nord nach Sud etwa 10 km seine Breite von West nach Ost etwa 4 5 und im nordlichen Zipfel nur noch 2 3 km Die Aussengrenze des Gebirgssporns verlauft von Kleinkarlbach im Nordosten entlang des Rheingrabenrandes nach Suden um dann bei Leistadt nach Sudwesten abzubiegen Hier folgt sie der Lambrechter Verwerfung einer Storungslinie die zwischen Peterskopf und Teufelsstein bei Hausen das Isenachtal quert und den Gebirgszug der Haardt vom Leininger Sporn und dem sich sudwestlich anschliessenden Limburg Durkheimer Wald trennt Ab der Alten Schmelz wendet sie sich nach Norden und erreicht uber den Rahnfels 517 m u NHN das Tal des Honinger Baches mit dem Ort Honingen Hier geht der Naturraum im Westen fliessend in die Auslaufer des Inneren Pfalzerwaldes und im Nordwesten in den Stumpfwald und die Rodungsflachen des Eisenberger Beckens uber Von Altleiningen folgt die Begrenzung dann bis Kleinkarlbach dem Tal des Eckbachs in nordostlicher Richtung 4 Naturraumliche Zuordnung Bearbeiten Die Bezeichnung Leininger Sporn wurde erstmals im Jahr 1964 vom Geographen Harald Uhlig verwendet der in den Folgearbeiten 1 200 000 zum Handbuch der naturraumlichen Gliederung Deutschlands auf Blatt 150 Mainz den aussersten Norden des Pfalzerwaldes naturraumlich zu gliedern hatte 5 1969 verwendete auch sein Kollege Adalbert Pemoller diesen Namen in den Arbeiten zum sudlich anschliessenden Blatt 160 Landau und grenzte die Landschaft nach Suden ab 6 Uhlig wies den Sporn der Einheit Unterer Pfalzerwald als Untereinheit zu was auch Pemoller so ubernahm Der Untere Pfalzerwald bestand ansonsten in der Hauptsache aus dem Stumpfwald im mittleren Norden dem Otterberger Wald im Nordwesten sowie der unbewaldeten Landschaft um Sembach dazwischen alles Landschaften die gegenuber dem Mittleren Pfalzerwald durch eine merkliche Hohenstufe abfallen und nur Hohen unter 400 m u NHN erreichen Das unmittelbar ostlich von Kaiserslautern und auf Pemollers Blattbereich um den Queitersberg liegende Waldgebiet war dabei uberhaupt nicht dem Pfalzerwald zugeordnet worden obwohl es in Geologie Relief und Hohenlage stark dem Stumpf und dem Otterberger Wald ahnelt wahrend der Leininger Sporn die typischen Hohenlagen des Mittleren Pfalzerwaldes in die Gegend nordlich des Tals der Isenach und am Ostrand die Steilhange der Haardt nach Nordwesten fortsetzt Nach Hohenlage und Geomorphologie ist der Leininger Sporn letztlich eher dem Mittleren Pfalzerwald zuzurechnen Dieser taucht zwar in Pemollers Gliederung nicht als Einheit auf bezeichnet jedoch in der verbreiteten Gliederung nach Beeger Geiger und Reh den Mittelteil des Mittelgebirges und ist namentlich deutlich bekannter als die einzelnen von Pemoller innerhalb des Mittelteils eingefuhrten weithin unbekannten Landschaftsnamen Naheres ergibt sich aus dem integrierenden Gliederungskonzept des Mittelgebirges Name Bearbeiten Der Name dieser naturraumlichen Einheit orientiert sich am historischen Namen Leiningerland das seinerseits nach dem fruher bedeutendsten Adelsgeschlecht der Region den Leiningern benannt ist Geographisch gesehen hat das Leiningerland neben der Mittelgebirgslandschaft des Leininger Sporns auch Anteil an der Weinstrassenregion bzw der Vorhugelzone des Gebirgsrandes und der Oberrheinischen Tiefebene Landschaftscharakter Bearbeiten Blick vom Naturschutzgebiet Felsenberg Berntal nach Sudwesten uber Leistadt zum Peterskopf Relief des Pfalzerwaldes Rechts die Haardt aufgehellt und daruber nordlich der Leininger Sporn Das Relief des Naturraums ist durch einen pragnanten Hohenrucken mit steilen Bergflanken gekennzeichnet der sich von der Pickelhaube 360 7 m u NHN im Norden bis zum Rahn und Heidenfels 496 0 m u NHN im Suden erstreckt und Richtung Eckbachtal und Oberrheinischer Tiefebene vor allem aber zum Isenachtal um 250 bis 300 Hohenmeter steil abfallt Kleinere und grossere Fliessgewasser haben sich tief in das Buntsandsteinpaket eingeschnitten so dass eine vielgestaltige Oberflachenstruktur mit Kerbtalern Felsbildungen und Steilhangen entstanden ist Grossere Taler sind u a das Langental im Nordwesten des Sporns und das Krumbachtal das am Ungeheuersee beginnt und sich in nordostlicher Richtung bis nach Kleinkarlbach erstreckt Im Suden erfolgt die Entwasserung des Gebirgszuges dagegen nur durch einige kleinere Bache die in engen Kerbtalern zur Isenach fliessen 4 Das Landschaftsbild des Leininger Sporns ist vor allem durch dichte Bewaldung gepragt wobei im Osten hauptsachlich Nadelholzer vor allem reine Kiefern Monokulturen oder Mischbestande aus Kiefern und untergemischten Buchen dominieren deren Bodenflora sich haufig aus Heidekraut einfachen Grasern und Heidelbeerstrauchern zusammensetzt Diese Kiefernwalder entstanden im 19 und 20 Jahrhundert durch gezielte Aufforstung von Flachen die uber lange Zeitraume hinweg durch intensive bauerliche Nutzung zum Beispiel zur Gewinnung von Holzstangen fur den Weinbau ubernutzt und verwustet wurden 7 Ausser diesen typischen Haardtwaldern sind in warmebegunstigten Lagen am Ostfuss des Gebirges auch Edelkastanien anzutreffen die haufig in grosseren Bestanden auftreten 8 Wein und Obstanbau belegen ebenfalls die Klimagunst der Weinstrassenregion und schaffen im Wechsel mit Auslaufern des Haardtwaldes ein abwechslungsreiches Landschaftsbild Die Waldflachen im Westen des Naturraums sind dagegen etwas anders zusammengesetzt Hier finden sich unter anderem im Gebiet des Rahn und Heidenfels grossere Mischwaldbestande mit starkerem Laubholzanteil und ausgewogenerer Altersstruktur so dass diese Gebiete in Waldbedeckung und zusammensetzung weitgehend mit den ubrigen Landschaftsraumen des Mittleren Pfalzerwald ubereinstimmen 9 Siedlungsaktivitaten beschranken sich auf die Randbereiche des Leininger Sporns das Bergland selbst ist dagegen nicht besiedelt Besonders ins Auge springt dabei die auf einer Rodungsinsel im nordostlichen Randbereich des Sporns in einer Hohe von etwa 300 m u NHN gelegene Gemeinde Battenberg mit Burg Battenberg Auf dieser Rodungsflache wird hauptsachlich Ackerbau betrieben da die hier vorherrschenden lehmig tonigen Verwitterungsboden des Oberen Buntsandsteins nahrstoffreicher sind und deshalb im Gegensatz zu anderen Regionen des Mittleren Pfalzerwaldes hohere Ertrage ermoglichen Dagegen ist der fruher ebenfalls verbreitete Weinbau im Ruckgang begriffen was anhand ehemaliger Weinbergterrassen im Norden des Gemeindegebietes deutlich wird zusatzlich finden sich an den Hangen der Battenberger Gemarkung Streuobstwiesen und Brachflachen 3 Eine geologische Besonderheit und als Naturdenkmal eingestuft sind die Blitzrohren unterhalb der Burg Battenberg Es handelt sich hierbei um rohrenformige Eisenschwarten die eine mehrere Meter hohe ockerfarbene Sandsteinwand durchziehen und durch Ausfallung und Sinterbildung von Eisenlosungen entstanden sind Weitere Siedlungen befinden sich in den nordwestlichen Randbereichen des Leininger Sporns Im Eckbachtal liegen Dorf und Burg Altleiningen und im Tal des Honinger Baches das Dorf Honingen mit den Ruinen des ehemaligen Klosters 4 Historische Eisenregion BearbeitenWestwarts konzentriert sich die Besiedlung durch fruhere Eisenwerke verstarkt auf die Taler des Eckbachs mit Dorf und Burg Altleiningen sowie des Honinger Bachs mit dem Dorfchen Honingen und den Ruinen des ehemaligen Klosters Vereinzelt gewinnbares palaozoisches Eisenerz hangt geologisch mit Verwerfungen am Rand des Leininger Sporns zusammen Das Eckbachtal war in die historische Eisenverarbeitung der Region eingebunden was beispielsweise ein grosses Werk unterhalb von Altleiningen namens Dradura zeigt Der Bach wurde zu Speicherseen fur die Eisenwerke aufgestaut und trieb auch einige Sagemuhlen Flussaufwarts hat es den Charakter eines Wiesentals Literatur BearbeitenAugust Becker Die Pfalz und die Pfalzer 7 Auflage Pfalzische Verlagsanstalt Landau Pfalz 2005 1 Auflage 1857 S 138 154 ISBN 3898571939 Michael Geiger Haardt und Weinstrasse im geographischen Uberblick In Michael Geiger Hrsg Haardt und Weinstrasse Beitrage zur Landeskunde Verlag der Pfalzischen Gesellschaft zur Forderung der Wissenschaften Speyer 1996 S 6 35 ISBN 3 932155 14 9 Michael Geiger Die Landschaften der Pfalz In Michael Geiger Hrsg Geographie der Pfalz Verlag Pfalzische Landeskunde Landau Pfalz 2010 S 92 113 ISBN 9783981297409 Daniel Haberle Der Pfalzerwald Ein Beitrag zur Landeskunde der Rheinpfalz Georg Westermann Verlag Braunschweig und Berlin 1913 Karl Heinz Pfalz mit Weinstrasse Landschaft Geschichte Kultur Kunst Volkstum Glock und Lutz Verlag Heroldsberg 1976 S 375 381 Klaus Meyer Die Walder der Haardt gestern heute morgen In Michael Geiger Hrsg Haardt und Weinstrasse Beitrage zur Landeskunde Verlag der Pfalzischen Gesellschaft zur Forderung der Wissenschaften Speyer 1996 ISBN 3 932155 14 9 S 248 249 Adalbert Pemoller Die naturraumlichen Einheiten auf Blatt 160 Landau i d Pfalz Geographische Landesaufnahme 1 200 000 Naturraumliche Gliederung Deutschlands Selbstverlag der Bundesforschungsanstalt fur Landeskunde und Raumordnung Bad Godesberg 1969 Heinz Wittner Grosser Pfalzfuhrer Deutscher Wanderverlag Dr Mair amp Schnabel amp Co Stuttgart 1981 S 307 312 ISBN 3813401065Weblinks BearbeitenLandschaftsraume in Rheinland Pfalz Leininger Sporn Naturraumliche Gliederung von Rheinland Pfalz 17 Pfalzer Wald PDF 253 kB Einzelnachweise Bearbeiten a b Naturraumtabelle mit Flachenangaben des Landesamtes fur Umwelt Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht Rheinland Pfalz PDF 250 kB Das Gliederungskonzept des Handbuchs wurde fur den Binnenbereich des Pfalzerwaldes modifiziert a b Landschaftssteckbrief des Landschaftsraums 170 03 des Landschaftsinformationssystems der Naturschutzverwaltung Rheinland Pfalz Hinweise Leininger Sporn a b c Landesamt fur Vermessung und Geobasisinformation Rheinland Pfalz Hrsg Topographische Karte 1 25 000 Bad Durkheim und Umgebung Eigenverlag des Landesamtes 6 Auflage Koblenz 2003 Harald Uhlig Geographische Landesaufnahme Die naturraumlichen Einheiten auf Blatt 150 Mainz Bundesanstalt fur Landeskunde Bad Godesberg 1964 Online Karte PDF 4 7 MB Adalbert Pemoller Geographische Landesaufnahme Die naturraumlichen Einheiten auf Blatt 160 Landau i d Pfalz Bundesanstalt fur Landeskunde Bad Godesberg 1969 Online Karte PDF 4 2 MB Michael Geiger u a Hrsg Der Pfalzerwald im geographischen Uberblick In Der Pfalzerwald ein Portrat einer Landschaft Verlag Pfalzische Landeskunde Landau Pf 1987 S 19 Klaus Meyer Die Walder der Haardt gestern heute morgen S 250 251 Edmund Mainberger Der Wald In Michael Geiger u a Hrsg Der Pfalzerwald Portrat einer Landschaft Verlag Pfalzische Landeskunde Landau Pf 1987 S 101 126 Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Leininger Sporn amp oldid 208803982, wikipedia, wiki, deutsches

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