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Lebensmittelzusatzstoff

Lebensmittelzusatzstoffe sind Verbindungen, die Lebensmitteln zur Erzielung chemischer, physikalischer oder auch physiologischer Effekte zugegeben werden. Sie werden eingesetzt, um Struktur, Geschmack, Geruch, Farbe und chemische und mikrobiologische Haltbarkeit verarbeiteter Lebensmittel, also ihren Gebrauchs- und Nährwert zu regulieren bzw. zu stabilisieren sowie die störungsfreie Produktion der Lebensmittel sicherzustellen. Es können sowohl synthetische Stoffe sein, teils sind es auch natürliche Stoffe, die als Wirkstoff zugesetzt werden. Im Gegensatz zu Verarbeitungshilfsstoffen werden Lebensmittelzusatzstoffe im fertigen Produkt nicht nur toleriert, sondern ihre Anwesenheit ist ausdrücklich erforderlich, um die gewünschten Eigenschaften zu erzielen.

Inhaltsverzeichnis

Definitionen

Im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum wird die Verwendung von Lebensmittelzusatzstoffen durch die Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 geregelt. Sie definiert einen Lebensmittelzusatzstoff als:

„ein Stoff mit oder ohne Nährwert, der in der Regel weder selbst als Lebensmittel verzehrt noch als charakteristische Lebensmittelzutat verwendet wird und einem Lebensmittel aus technologischen Gründen bei der Herstellung, Verarbeitung, Zubereitung, Behandlung, Verpackung, Beförderung oder Lagerung zugesetzt wird, wodurch er selbst oder seine Nebenprodukte mittelbar oder unmittelbar zu einem Bestandteil des Lebensmittels werden oder werden können;“

EUR-Lex

Für sich genommen werden Zusatzstoffe nicht als Lebensmittel verzehrt und sind auch keine charakteristischen Zutaten. Es handelt sich also um Verbindungen, die dem Lebensmittel zur Erzielung chemischer, physikalischer oder auch physiologischer Effekte zugemischt werden. Zusatzstoffe werden etwa benötigt, um Struktur, Geschmack, Farbe, chemische und mikrobiologische Haltbarkeit verarbeiteter Lebensmittel, also ihren Gebrauchs- und Nährwert zu regulieren bzw. zu stabilisieren, sowie um die störungsfreie Produktion der Lebensmittel sicherzustellen. Typische technologische Eigenschaften sind der Erhalt oder die Verbesserung von Backfähigkeit (z. B. Backpulver), Streichfähigkeit, Rieselfähigkeit (z. B. Rieselhilfen) oder Maschinentauglichkeit (z. B. modifizierte Stärken), des Weiteren die Hemmung mikrobiellen Wachstums (Verderb, auch Bildung von Giftstoffen etwa durch Schimmel oder Botulin) oder der Oxidation von Stoffen (zum Beispiel Ranzigkeit bei Fetten).

Bei Verbrauchern sind Lebensmittelzusatzstoffe, die nicht als typische Inhaltsstoffe traditioneller Lebensmittel identifiziert werden, insbesondere Geschmacksverstärker und künstlich hergestellte Zusatzstoffe, eher unbeliebt.

Abgrenzung

Nach dem Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB) sind den Lebensmittelzusatzstoffen gleichgestellt:

  • Stoffe, die nicht selbst als Lebensmittel verzehrt werden und auch keine charakteristische Zutat eines Lebensmittels sind und die einem Lebensmittel aus anderen als technologischen Gründen zugesetzt werden,
  • Mineralstoffe und Spurenelemente sowie deren Verbindungen, außer Kochsalz,
  • Aminosäuren und deren Derivate,
  • die Vitamine A und D sowie deren Derivate.

Nicht zu den Lebensmittelzusatzstoffen gezählt und diesen auch nicht gleichgestellt werden:

  • Stoffe, die natürlicher Herkunft oder den natürlichen Stoffen chemisch gleich sind und die überwiegend wegen ihres Nährwerts, Geruchs oder Geschmacks (Aromastoffe) zugesetzt werden

Ebenfalls nicht zu den Zusatzstoffen gezählt werden:

Enzyme sind meist keine Zusatzstoffe, sondern Verarbeitungshilfsstoffe und müssen nicht deklariert werden, sofern sie keine Wirkung mehr im Endprodukt haben oder vorher entfernt werden. Sind Enzyme noch im Endprodukt vorhanden und üben sie eine technologische Wirkung aus, sind sie Zusatzstoffe.

Geschichte

Mit der Industrialisierung wurden auch bei der Lebensmittelherstellung vermehrt chemische Verbindungen eingesetzt, die die Erzeugung und Haltbarmachung der Lebensmittel unterstützen. Bezeichnete man solche Verbindungen im deutschen Lebensmittelgesetz (LMG) von 1936 noch als „fremde Stoffe“, da sie in natürlichen Lebensmitteln oder ihren Rohstoffen nicht vorkommen, so wurde mit dem Lebensmittel- und Bedarfsgegenstände-Gesetz vom 15. August 1974 (LMBG) der Begriff der „Zusatzstoffe“ eingeführt. 1989 gab es mit der Aufzählung der Zusatzmittelklassen in der die erste Harmonisierung von Zusatzstoffen für den europäischen Binnenmarkt. Durch die Zusatzstoff-Zulassungsverordnung vom 29. Januar 1998 wurden die deutschen lebensmittelrechtlichen Zulassungen an mehrere für den gemeinsamen Markt entwickelten Zusatzstoff-Richtlinien der EG angepasst. Aber erst durch das Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB) vom 1. September 2005 wurde dieser Begriff an die internationale Definition der food additives angeglichen.

Zum 20. Januar 2009 trat die Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2008 über Lebensmittelzusatzstoffe in Kraft. Als EU-Verordnung gilt diese Verordnung unmittelbar in allen Mitgliedsstaaten der EU, die Umsetzung in nationales Recht ist nicht nötig. Nationale Regelungen die dieser Regelung entgegenstehen sind nicht länger gültig. Nur Bereiche, die nicht durch die entsprechende EU-Rechtsvorschrift abgedeckt sind, können noch national geregelt werden. Daher gilt die deutsche Zusatzstoff-Zulassungsverordnung nur noch in Teilen. Seit Inkrafttreten wurde die Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 inzwischen fast einhundert Mal angepasst und ergänzt, z. B. um mehr Sicherheit und Transparenz bei der Verwendung von Lebensmittelzusatzstoffen zu gewährleisten und klarzustellen, welche konkreten Zusatzstoffe in welcher Dosierung in einzelnen Lebensmittelkategorien erlaubt sind.

Voraussetzungen für die Verwendung

Für Lebensmittelzusatzstoffe besteht ein Verbot mit Erlaubnisvorbehalt – das bedeutet, alle Stoffe sind automatisch verboten, wenn sie nicht ausdrücklich erlaubt sind. Für die Europäische Union ist mit Wirksamwerden der Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 zum 20. Januar 2010 ausdrücklich geregelt, dass in den Mitgliedsstaaten niemand einen nicht zugelassenen Lebensmittelzusatzstoff verwenden oder einen solchen Stoff oder ein Lebensmittel, in dem ein Lebensmittelzusatzstoff vorhanden ist, in Verkehr bringen darf, wenn diese Verwendung nicht mit der Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 in Einklang steht, also dieser Stoff nicht dort gelistet ist oder er dortigen Beschränkungen zuwider eingesetzt ist. Die Positivliste erlaubter Stoffe aus der Zusatzstoff-Zulassungsverordnung (ZZulV) wird außer Kraft gesetzt und durch den Anhang I, Teil B der Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 ersetzt. Die Verwendungsbedingungen, einschließlich der Dosiermengen, für Lebensmittelzusatzstoffe werden nach Lebensmittelkategorien geordnet im Anhang II, Teil E der Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 angegeben und gelten einheitlich in der gesamten EU. Nationale Einschränkungen für traditionelle Erzeugnisse, wie das deutsche Reinheitsgebot für Bier, müssen explizit im Anhang IV der Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 aufgeführt werden.

Weitere Verordnungen regeln die Verwendung von anderen Stoffen, die Lebensmitteln zugesetzt werden dürfen aber nicht unter die Definitionen für Lebensmittelzusatzstoffe fallen. In der EU sind dies, u. a.

In der Schweiz regelt die Schweizer Zusatzstoffverordnung (ZuV) dies sinngemäß; der Anhang 1a enthält die Liste der zugelassenen Zusatzstoffe.

In Deutschland regelt das LFGB die Bestrafung bei Verstößen. Für die fachliche Bewertungen sind zuständig:

Dosierung und Kennzeichnung

Hauptartikel: E-Nummer

Die meisten Zusatzstoffe sind nur für bestimmte Lebensmittel und nur in begrenzter Menge zulässig. Ist die Höchstmenge nicht numerisch vorgeschrieben, gilt die Beschränkung nach den Regeln der guten Herstellungspraxis (Good Manufacturing Practice, GMP): „So viel wie nötig, so wenig wie möglich“ (quantum satis.) Dabei ist der Zusatz dieser Stoffe nur erlaubt, soweit er:

  • nach dem aktuellen wissenschaftlichen Stand gesundheitlich unbedenklich ist,
  • technisch notwendig ist und
  • den Verbraucher nicht täuscht.

Lebensmittelzusatzstoffe müssen für den Endverbraucher in der Zutatenliste angegeben werden (Verbraucherschutz). Das Lebensmittel muss also so gekennzeichnet sein – entweder mit ihrem wissenschaftlichen Namen oder mit dem Trivialnamen oder mit der E-Nummer. Weitere Bestimmungen für Deutschland enthielt die Zusatzstoff-Verkehrsverordnung (ZVerkV), die zum 9. Juni 2021 durch die Lebenmsmittelzusatzstoff-Durchführungsverordnung ersetzt wurde.

INS-Nummern

Außerhalb der EU wird die Systematik der E-Nummern auch in Australien und Neuseeland sowie von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) verwendet. Bei der FAO werden die Nummern als INS-Nummern bezeichnet (INS = International Numbering System). Im INS-System werden für die Zusatzstoffe jeweils die gleichen Nummern verwendet wie in der Europäischen Union, allerdings ohne das führende „E“.

Bereits die 1989 in Kraft getretene führt in ihrem Anhang für Lebensmittelzusatzstoffe 25 Kategorien auf, die mit den aktuellen Funktionsklassen der EU weitgehend identisch sind. Aktuell sind die Lebensmittelzusatzstoffe in der EU gemäß Anhang I der Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 (Stand Dezember 2020) sowie in der Schweiz nach Anhang 1 der Zusatzstoffverordnung (ZuV) (Stand: Juli 2020) in 27 Funktionsklassen unterteilt. Die FAO unterteilt die Lebensmittelzusatzstoffe ebenfalls in 27 – teilweise unterschiedliche – Funktionsklassen.

Die in diesem Bereich nicht mehr gültige deutsche Zusatzstoff-Zulassungsverordnung unterteilte die Zusatzstoffe in Farbstoffe und Süßungsmittel und andere Zusatzstoffe, letztere wurden dann im Anhang 7 in 25 technologische Zwecke unterteilt.

Emulgator E322 – Lecithin-Formulierungen
EU/CH
FAO
Klassenname Beschreibung
1 26 Süßungsmittel Stoffe, welche im Lebensmittel zum Süßen oder auch in Tafelsüßen verwendet werden. In der EU zugelassene Süßungsmittel sind im Anhang II, Teil B, Nr. 2 der Verordnung (EG) Nr. 1333/2008, in der Schweiz zugelassene Süßungsmittel im Anhang, 1a Abschnitt b. der Zusatzstoffverordnung aufgeführt.
2 9 Farbstoffe Stoffe, die einem Lebensmittel zugegeben werden, um die Farbe wiederherzustellen oder Farbe zu geben. Dies können natürliche Bestandteile von Lebensmitteln oder natürliche Ausgangsstoffe, die normalerweise nicht als Lebensmittel verzehrt oder als Lebensmittelzutat verwendet werden, sein. In der EU zugelassene Farbstoffe sind im Anhang II, Teil B, Nr. 1 der Verordnung (EG) Nr. 1333/2008, in der Schweiz zugelassene Farbstoffe im Anhang 1a, Abschnitt a. der Zusatzstoffverordnung aufgeführt.
3 21 Konservierungsstoffe Stoffe, die die das Wachstum pathogener Mikroorganismen und/oder die Auswirkungen von Mikroorganismen verringern und dadurch die Haltbarkeit von Lebensmitteln verlängern.
4 4 Antioxidationsmittel Stoffe, die vor den schädlichen Auswirkungen der Oxidation, wie das Ranzigwerden von Fett und/oder Farbveränderungen schützen und damit die Haltbarkeit von Lebensmitteln verlängern.
5 8 Trägerstoffe Stoffe, die selbst keine technologische Wirkung haben und verwendet werden, um Lebensmittelzusatzstoffe (aber auch -aromen oder -enzyme, Nährstoffe und/oder sonstige Stoffe), zu lösen, zu verdünnen, zu dispergieren oder auf andere Weise physikalisch zu modifizieren, ohne deren Funktion zu verändern. Sie werden einzig dazu verwendet, um die Handhabung, Einsatz oder Verwendung der Zusatzstoffe zu vereinfachen. In der EU zugelassene Trägerstoffe sind im Anhang III der Verordnung (EG) Nr. 1333/2008, in der Schweiz zugelassene Trägerstoffe im Anhang 5 der Zusatzstoffverordnung aufgeführt.
6 n. d. Säuerungsmittel (Säure) Stoffe, die ein Lebensmittel ansäuern und/oder diesem einen sauren Geschmack verleihen. Bei der FAO in der Funktionsklasse Säureregulator enthalten.
7 1 Säureregulatoren Stoffe, die zugegeben werden, um den pH-Wert eines Lebensmittels einzustellen. Anders als Säuerungsmitteln werden diese auch benutzt, um den pH-Wert zu erhöhen und damit den Säuregrad zu verringern.
8 2 Trennmittel Stoffe, die zugegeben werden um die Tendenz der einzelnen Partikel eines Lebensmittels, aneinander haftenzubleiben, herabsetzen.
9 3 Schaumverhüter Stoffe, die zugegeben werden, um eine Schaumbildung zu verhindern oder zu verringern.
10 6 Füllstoffe Stoffe, die das Volumen eines Lebensmittels erhöhen, aber keinen nennenswerten Beitrag zu dessen verwertbaren Energiegehalt beizutragen.
11 11 Emulgatoren Stoffe, die verwendet werden, um aus die zwei oder mehreren nicht mischbarer Phasen (Bsp. Öl und Wasser) eine einheitliche Dispersion herzustellen und/oder aufrechtzuerhalten.
12 12 Schmelzsalze Stoffe, die Käse zugeben werden um die enthaltene Proteine zu dispergieren und damit eine homogene Verteilung von Fett und anderen Bestandteilen herbeiführen.
13 13 Festigungsmittel Stoffe, die Obst und Gemüse zugegeben werden um deren Zellgewebe Festigkeit und Frische zu verleihen oder erhalten oder welche in Kombination mit einem Geliermittel ein Gel erzeugen oder festigen.
14 14 Geschmacksverstärker Stoffe, die zur Verstärkung des Geschmacks oder Geruchs eines Lebensmittels zugesetzt werden.
15 16 Schaummittel Stoffe, die zur Bildung einer einheitlichen Dispersion einer gasförmigen Phase in einem flüssigen oder festen Lebensmittel zugegeben werden.
16 17 Geliermittel Stoffe, die zugesetzt werden, um Lebensmitteln eine festere Konsistenz durch Gelbildung zu geben.
17 18 Überzugsmittel (einschließlich Gleitmittel) Stoffe, die auf die Oberfläche eines Lebensmittels aufgebracht werden, um dieser ein glänzendes Aussehen zu verleihen oder dort einen Schutzüberzug bilden.
18 19 Feuchthaltemittel Stoffe, die dem Lebensmittel zugegeben werden, um das Austrocknen zu verringern oder verhindern. Sie gleichen die Auswirkungen einer Atmosphäre mit geringem Feuchtigkeitsgehalt aus oder fördern die Auflösung eines Pulvers in einem wässrigen Medium.
19 n. d. Modifizierte Stärken Stoffe, die durch eine chemische Behandlung von essbaren Stärken hergestellt werden.
20 20 Packgase (Schutzgas) alle Gase außer Luft, die zusammen mit dem Lebensmittel in das Behältnis abgefüllt werden.
21 22 Treibgase alle Gase, die in das Behältnis gegeben werden, um das Lebensmittel aus dem Behältnis herauspressen.
22 23 Backtriebmittel Stoffe oder Kombinationen von Stoffen, die das Volumen eines Teigs vergrößern, indem sie Gase freisetzen.
23 24 Komplexbildner Stoffe, die zugegeben werden, um Metallionen durch Komplexierung zu binden.
24 25 Stabilisatoren Stoffe, die zugesetzt werden, um den physikalisch-chemischen Zustand eines Lebensmittels aufrechtzuerhalten. Dies kann der Stabilisierung einer Dispersion, der Farbe oder der Bindung von Lebensmittelstücken in rekonstituierten Lebensmitteln dienen. Bei der FAO sind Farbstabilisierer in einer separaten Funktionsklasse zusammengefasst.
25 27 Verdickungsmittel Stoffe, die zugegeben werden, um die Viskosität zu erhöhen.
26 15 Mehlbehandlungsmittel Stoffe, außer Emulgatoren, die dem Mehl oder dem Teig zugefügt werden können, um die Backfähigkeit zu verbessern.
27 n. d. Kontrastverstärker Stoffe, die auf der Oberfläche von Obst und Gemüse aufgebracht werden, um an zuvor (z. B. durch Laserbehandlung) depigmentierten Stellen dazu beizutragen, dass sich diese Stellen von der verbleibenden Fläche abheben. Dies ergibt sich aus einer Farbreaktion mit bestimmten Komponenten der Epidermis.
n. d. 5 Bleichmittel Stoffe, die dazu verwendet werden, um Lebensmittel zu entfärben.
n. d. 7 Carbonisierungsmittel Stoffe, die für die Carbonisierung von Lebensmitteln verwendet werden.
n. d. 10 Farbstabilisatoren Stoffe, die dazu verwendet werden, die Farbe von Lebensmitteln zu stabilisieren, erhalten oder intensivieren. In der EU und der Schweiz in der Funktionsklasse Stabilisierer enthalten.

Anmerkungen (A.)

  1. n. d. = Diese Funktionsklasse ist in dem entsprechenden Standard nicht definiert.

Die enthält die Spezifikationen für die im Anhang I der Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 aufgeführten Lebensmittelzusatzstoffe.

Eine Zulassung als Lebensmittelzusatzstoff kommt nur in Betracht, wenn die toxikologische Unbedenklichkeit begründet und bewiesen ist. Es wird die Menge bestimmt, in der in keinem Versuch ein messbarer Effekt auftritt (NOEL). Dieser Wert wird durch einen Sicherheitsfaktor (in der Regel 100) dividiert und so die erlaubte Tagesdosis (ADI) bestimmt. Haben die Zusatzstoffe keinen ADI-Wert, so wurde bei langer Anwendung kein Gesundheitsrisiko festgestellt. Die ADI-Werte werden regelmäßig anhand neuester Testmethoden überprüft. Gesetzliche Höchstwerte werden so festgelegt, dass ein Verbraucher bei üblicher Verzehrmenge die ADI-Werte nicht überschreiten kann.

Erstmals kam im Jahr 2007 eine wissenschaftliche Studie, die das britische Medizinjournal The Lancet veröffentlichte, zu dem Schluss, dass einige Zusatzstoffe bei einer durchschnittlichen, repräsentativen Gruppe an Kindern zu Symptomen der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) führen. Das betrifft die Farbstoffe Chinolingelb (E 104), Gelborange S (E 110), Azorubin (E 122) und Allurarot AC (E 129) sowie den Konservierungsstoff Natriumbenzoat (E 211). Nach Behördenangaben prüfte die EFSA alle Lebensmittelfarben auf ihre Verträglichkeit. Das Bundesinstitut für Risikobewertung schätzte die beobachteten Effekte als gering ein. Eine Analyse der Studie zeige keine eindeutigen Beweis für Zusammenhänge zwischen der Zusatzstoffaufnahme und Hyperaktivität. Nach weiterer Prüfung müssen ab dem 20. Juli 2010 Zusatzstoffe E 102 (Tartrazin), E 104 (Chinolingelb), E 110 (Gelborange S), E 122 (Azorubin), E 124 (Cochenillerot A) und E 129 (Allurarot AC) den Hinweis auf dem Etikett tragen: „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen“.

Abseits von wissenschaftlich untersuchten Wirkungen existieren Listen von Zusatzstoffen mit unbelegten Angaben wie „bedenklich“, „gefährlich“ oder „krebserregend“, welche bei Verbrauchern zu Verunsicherungen führen können. Als Verfasser wird dabei oft das Villejuifer Krankenhaus-Forschungszentrum in Frankreich genannt, das sich von diesen Listen klar distanziert hat. Der Hoax kursiert in dieser oder ähnlicher Form seit Ende der 1970er-Jahre.

Wiktionary: E-Nummer – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  • Die Verbraucher Initiative e.V.
  1. Art. 3 (2)
  2. Werner Baltes, Reinhard Matissek: Lebensmittelchemie. Springer DE, 2011, ISBN 3-642-16539-7,S.154, 214 ( in der Google-Buchsuche).
  3. .
  4. Begriffsbestimmungen Abs. 3 LFGB.
  5. Verordnung zur Neuordnung lebensmittelrechtlicher Vorschriften über Zusatzstoffe vom 29. Januar 1998, in
  6. In: bvl.bund.de. Abgerufen am 21. Dezember 2020.
  7. .
  8. Werner Baltes: Lebensmittelchemie, 6. Auflage, Springer, 2007, doi:
  9. Artikel 4 und 5 der Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2008 über Lebensmittelzusatzstoffe; Art. 35 zum Inkrafttreten
  10. Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI), 1. Juli 2020, abgerufen am 20. Dezember 2020.
  11. Abs. 1 a) und Abs. 3 LFGB in der bis 9. August 2021 geltenden, auf bis dahin begangene Taten gemäß § 75 Abs. 4 LFGB n.F. weiterhin anwendbaren Fassung mit Verweis auf die VO (EG) 1333/2008. Straftatbestände in Abs. 1 Ziff. 1 bis 3 und Abs. 2 Ziff. 5 LFGB a.F., seit 10. August 2021 Abs. 5
  12. BfR: ; so die Mindestvoraussetzungen für die Zulassung nach Art. 6 Abs. 1 Verordnung(EG) Nr. 1333/2008
  13. (Zusatzstoff-Verkehrsverordnung – ZVerkV), aufgehoben durch Art. 8 der vom 2. Juni 2021; mit § 5 zu Kennzeichnungen
  14. In: Codex Alimentarius. FAO, 2019, abgerufen am 25. Dezember 2020.
  15. In: eur-lex.europa.eu. 16. Dezember 2008, abgerufen am 20. Dezember 2020.
  16. In: gesetze-im-internet.de. Abgerufen am 23. Dezember 2020.
  17. Donna McCann, Angelina Barrett, Alison Cooper, Debbie Crumpler, Lindy Dalen: Food additives and hyperactive behaviour in 3-year-old and 8/9-year-old children in the community. A randomised, double-blinded, placebo-controlled trial. In: The Lancet.Band370,Nr.9598, 3. November 2007, ISSN ,S.1560–1567, doi: (englisch, [abgerufen am 4. Juli 2017]).
  18. (Memento vom 8. September 2007 im Internet Archive) vom 6. September 2007.
  19. (PDF; 106 kB) Stellungnahme Nr. 040/2007 des BfR vom 13. September 2007.
  20. , Anhang 5, S. 18. Liste der Lebensmittelfarbstoffe, für die ab dem 20. Januar 2010 zusätzliche Angaben gemacht werden müssen.
  21. Bundesinstitut für Risikobewertung: 10. März 1997.
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Normdaten (Sachbegriff): GND:(, )

Lebensmittelzusatzstoff
lebensmittelzusatzstoff, verbindungen, lebensmitteln, erzielung, chemischer, physikalischer, oder, auch, physiologischer, effekte, zugegeben, werden, sprache, beobachten, bearbeiten, sind, verbindungen, lebensmitteln, erzielung, chemischer, physikalischer, ode. Lebensmittelzusatzstoff Verbindungen die Lebensmitteln zur Erzielung chemischer physikalischer oder auch physiologischer Effekte zugegeben werden Sprache Beobachten Bearbeiten Lebensmittelzusatzstoffe sind Verbindungen die Lebensmitteln zur Erzielung chemischer physikalischer oder auch physiologischer Effekte zugegeben werden Sie werden eingesetzt um Struktur Geschmack Geruch Farbe und chemische und mikrobiologische Haltbarkeit verarbeiteter Lebensmittel also ihren Gebrauchs und Nahrwert zu regulieren bzw zu stabilisieren sowie die storungsfreie Produktion der Lebensmittel sicherzustellen Es konnen sowohl synthetische Stoffe sein teils sind es auch naturliche Stoffe die als Wirkstoff zugesetzt werden Im Gegensatz zu Verarbeitungshilfsstoffen werden Lebensmittelzusatzstoffe im fertigen Produkt nicht nur toleriert sondern ihre Anwesenheit ist ausdrucklich erforderlich um die gewunschten Eigenschaften zu erzielen Inhaltsverzeichnis 1 Allgemeines 1 1 Definitionen 1 2 Abgrenzung 2 Rechtlicher Rahmen 2 1 Geschichte 2 2 Voraussetzungen fur die Verwendung 2 3 Dosierung und Kennzeichnung 2 3 1 INS Nummern 3 Einteilung Funktionsklassen 4 Gesundheitliche Bewertung 5 Siehe auch 6 Literatur 7 Weblinks 8 EinzelnachweiseAllgemeines Bearbeiten Hauptartikel Liste der Lebensmittelzusatzstoffe Definitionen Bearbeiten Im gesamten Europaischen Wirtschaftsraum wird die Verwendung von Lebensmittelzusatzstoffen durch die Verordnung EG Nr 1333 2008 geregelt Sie definiert einen Lebensmittelzusatzstoff als ein Stoff mit oder ohne Nahrwert der in der Regel weder selbst als Lebensmittel verzehrt noch als charakteristische Lebensmittelzutat verwendet wird und einem Lebensmittel aus technologischen Grunden bei der Herstellung Verarbeitung Zubereitung Behandlung Verpackung Beforderung oder Lagerung zugesetzt wird wodurch er selbst oder seine Nebenprodukte mittelbar oder unmittelbar zu einem Bestandteil des Lebensmittels werden oder werden konnen EUR Lex 1 Fur sich genommen werden Zusatzstoffe nicht als Lebensmittel verzehrt und sind auch keine charakteristischen Zutaten Es handelt sich also um Verbindungen die dem Lebensmittel zur Erzielung chemischer physikalischer oder auch physiologischer Effekte zugemischt werden Zusatzstoffe werden etwa benotigt um Struktur Geschmack Farbe chemische und mikrobiologische Haltbarkeit verarbeiteter Lebensmittel also ihren Gebrauchs und Nahrwert zu regulieren bzw zu stabilisieren sowie um die storungsfreie Produktion der Lebensmittel sicherzustellen 2 Typische technologische Eigenschaften sind der Erhalt oder die Verbesserung von Backfahigkeit z B Backpulver Streichfahigkeit Rieselfahigkeit z B Rieselhilfen oder Maschinentauglichkeit z B modifizierte Starken des Weiteren die Hemmung mikrobiellen Wachstums Verderb auch Bildung von Giftstoffen etwa durch Schimmel oder Botulin oder der Oxidation von Stoffen zum Beispiel Ranzigkeit bei Fetten Bei Verbrauchern sind Lebensmittelzusatzstoffe die nicht als typische Inhaltsstoffe traditioneller Lebensmittel identifiziert werden insbesondere Geschmacksverstarker und kunstlich hergestellte Zusatzstoffe eher unbeliebt 3 Abgrenzung Bearbeiten Nach dem Lebensmittel und Futtermittelgesetzbuch LFGB sind den Lebensmittelzusatzstoffen gleichgestellt 4 Stoffe die nicht selbst als Lebensmittel verzehrt werden und auch keine charakteristische Zutat eines Lebensmittels sind und die einem Lebensmittel aus anderen als technologischen Grunden zugesetzt werden Mineralstoffe und Spurenelemente sowie deren Verbindungen ausser Kochsalz Aminosauren und deren Derivate die Vitamine A und D sowie deren Derivate Nicht zu den Lebensmittelzusatzstoffen gezahlt und diesen auch nicht gleichgestellt werden Stoffe die naturlicher Herkunft oder den naturlichen Stoffen chemisch gleich sind und die uberwiegend wegen ihres Nahrwerts Geruchs oder Geschmacks Aromastoffe zugesetzt werden Ebenfalls nicht zu den Zusatzstoffen gezahlt werden Genussmittel Pflanzenschutzmittel gesundheitlich unbedenkliche Ruckstande von Verarbeitungshilfsstoffen Enzyme sind meist keine Zusatzstoffe sondern Verarbeitungshilfsstoffe und mussen nicht deklariert werden sofern sie keine Wirkung mehr im Endprodukt haben oder vorher entfernt werden Sind Enzyme noch im Endprodukt vorhanden und uben sie eine technologische Wirkung aus sind sie Zusatzstoffe Rechtlicher Rahmen BearbeitenGeschichte Bearbeiten Mit der Industrialisierung wurden auch bei der Lebensmittelherstellung vermehrt chemische Verbindungen eingesetzt die die Erzeugung und Haltbarmachung der Lebensmittel unterstutzen Bezeichnete man solche Verbindungen im deutschen Lebensmittelgesetz LMG von 1936 noch als fremde Stoffe da sie in naturlichen Lebensmitteln oder ihren Rohstoffen nicht vorkommen so wurde mit dem Lebensmittel und Bedarfsgegenstande Gesetz vom 15 August 1974 LMBG der Begriff der Zusatzstoffe eingefuhrt 1989 gab es mit der Aufzahlung der Zusatzmittelklassen in der Richtlinie 89 107 EWG die erste Harmonisierung von Zusatzstoffen fur den europaischen Binnenmarkt Durch die Zusatzstoff Zulassungsverordnung vom 29 Januar 1998 wurden die deutschen lebensmittelrechtlichen Zulassungen an mehrere fur den gemeinsamen Markt entwickelten Zusatzstoff Richtlinien der EG angepasst 5 Aber erst durch das Lebensmittel Bedarfsgegenstande und Futtermittelgesetzbuch LFGB vom 1 September 2005 wurde dieser Begriff an die internationale Definition der food additives angeglichen 2 Zum 20 Januar 2009 trat die Verordnung EG Nr 1333 2008 des Europaischen Parlaments und des Rates vom 16 Dezember 2008 uber Lebensmittelzusatzstoffe in Kraft Als EU Verordnung gilt diese Verordnung unmittelbar in allen Mitgliedsstaaten der EU die Umsetzung in nationales Recht ist nicht notig Nationale Regelungen die dieser Regelung entgegenstehen sind nicht langer gultig Nur Bereiche die nicht durch die entsprechende EU Rechtsvorschrift abgedeckt sind konnen noch national geregelt werden Daher gilt die deutsche Zusatzstoff Zulassungsverordnung nur noch in Teilen 6 Seit Inkrafttreten wurde die Verordnung EG Nr 1333 2008 inzwischen fast einhundert Mal angepasst und erganzt z B um mehr Sicherheit und Transparenz bei der Verwendung von Lebensmittelzusatzstoffen zu gewahrleisten und klarzustellen welche konkreten Zusatzstoffe in welcher Dosierung in einzelnen Lebensmittelkategorien erlaubt sind 7 Voraussetzungen fur die Verwendung Bearbeiten Hauptartikel Verordnung EG Nr 1333 2008 Fur Lebensmittelzusatzstoffe besteht ein Verbot mit Erlaubnisvorbehalt das bedeutet alle Stoffe sind automatisch verboten wenn sie nicht ausdrucklich erlaubt sind 8 Fur die Europaische Union ist mit Wirksamwerden der Verordnung EG Nr 1333 2008 zum 20 Januar 2010 ausdrucklich geregelt dass in den Mitgliedsstaaten niemand einen nicht zugelassenen Lebensmittelzusatzstoff verwenden oder einen solchen Stoff oder ein Lebensmittel in dem ein Lebensmittelzusatzstoff vorhanden ist in Verkehr bringen darf wenn diese Verwendung nicht mit der Verordnung EG Nr 1333 2008 in Einklang steht 9 also dieser Stoff nicht dort gelistet ist oder er dortigen Beschrankungen zuwider eingesetzt ist Die Positivliste erlaubter Stoffe aus der Zusatzstoff Zulassungsverordnung ZZulV wird ausser Kraft gesetzt und durch den Anhang I Teil B der Verordnung EG Nr 1333 2008 ersetzt Die Verwendungsbedingungen einschliesslich der Dosiermengen fur Lebensmittelzusatzstoffe werden nach Lebensmittelkategorien geordnet im Anhang II Teil E der Verordnung EG Nr 1333 2008 angegeben und gelten einheitlich in der gesamten EU Nationale Einschrankungen fur traditionelle Erzeugnisse wie das deutsche Reinheitsgebot fur Bier mussen explizit im Anhang IV der Verordnung EG Nr 1333 2008 aufgefuhrt werden Weitere Verordnungen regeln die Verwendung von anderen Stoffen die Lebensmitteln zugesetzt werden durfen aber nicht unter die Definitionen fur Lebensmittelzusatzstoffe fallen In der EU sind dies u a die Verordnung EG Nr 1332 2008 uber Lebensmittelenzyme die Verordnung EG Nr 1334 2008 uber Aromen und bestimmte Lebensmittelzutaten mit Aromaeigenschaften die Verordnung EG Nr 1925 2006 Anreicherungsverordnung fur Vitamine und Mineralstoffe die Verordnung EU 2019 934 fur Zusatzstoffe im Wein In der Schweiz regelt die Schweizer Zusatzstoffverordnung ZuV dies sinngemass der Anhang 1a enthalt die Liste der zugelassenen Zusatzstoffe 10 In Deutschland regelt das LFGB die Bestrafung bei Verstossen 11 Fur die fachliche Bewertungen sind zustandig in der EU die European Food Safety Authority EFSA die 2003 den Wissenschaftlichen Lebensmittelausschuss SCF darin abgelost hat In Deutschland ist das Bundesinstitut fur Risikobewertung BfR beteiligt Fur andere Lander Gremium aus Experten der Ernahrungs und Landwirtschaftsorganisation FAO und der Weltgesundheitsorganisation WHO als Gemeinsamer FAO WHO Sachverstandigenausschuss fur Lebensmittelzusatzstoffe JECFA Dosierung und Kennzeichnung Bearbeiten Hauptartikel E Nummer Die meisten Zusatzstoffe sind nur fur bestimmte Lebensmittel und nur in begrenzter Menge zulassig Ist die Hochstmenge nicht numerisch vorgeschrieben gilt die Beschrankung nach den Regeln der guten Herstellungspraxis Good Manufacturing Practice GMP So viel wie notig so wenig wie moglich quantum satis Dabei ist der Zusatz dieser Stoffe nur erlaubt soweit er 12 nach dem aktuellen wissenschaftlichen Stand gesundheitlich unbedenklich ist technisch notwendig ist und den Verbraucher nicht tauscht Lebensmittelzusatzstoffe mussen fur den Endverbraucher in der Zutatenliste angegeben werden Verbraucherschutz Das Lebensmittel muss also so gekennzeichnet sein entweder mit ihrem wissenschaftlichen Namen oder mit dem Trivialnamen oder mit der E Nummer Weitere Bestimmungen fur Deutschland enthielt die Zusatzstoff Verkehrsverordnung ZVerkV die zum 9 Juni 2021 durch die Lebenmsmittelzusatzstoff Durchfuhrungsverordnung ersetzt wurde 13 INS Nummern Bearbeiten Ausserhalb der EU wird die Systematik der E Nummern auch in Australien und Neuseeland sowie von der Ernahrungs und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen FAO verwendet Bei der FAO werden die Nummern als INS Nummern bezeichnet INS International Numbering System 14 Im INS System werden fur die Zusatzstoffe jeweils die gleichen Nummern verwendet wie in der Europaischen Union allerdings ohne das fuhrende E Einteilung Funktionsklassen BearbeitenBereits die 1989 in Kraft getretene Richtlinie 89 107 EWG fuhrt in ihrem Anhang fur Lebensmittelzusatzstoffe 25 Kategorien auf die mit den aktuellen Funktionsklassen der EU weitgehend identisch sind Aktuell sind die Lebensmittelzusatzstoffe in der EU gemass Anhang I der Verordnung EG Nr 1333 2008 Stand Dezember 2020 sowie in der Schweiz nach Anhang 1 der Zusatzstoffverordnung ZuV Stand Juli 2020 in 27 Funktionsklassen unterteilt 15 10 Die FAO unterteilt die Lebensmittelzusatzstoffe ebenfalls in 27 teilweise unterschiedliche Funktionsklassen 14 Die in diesem Bereich nicht mehr gultige deutsche Zusatzstoff Zulassungsverordnung unterteilte die Zusatzstoffe in Farbstoffe und Sussungsmittel und andere Zusatzstoffe letztere wurden dann im Anhang 7 in 25 technologische Zwecke unterteilt 16 Emulgator E322 Lecithin Formulierungen EU CH A 1 FAO A 1 Klassenname Beschreibung1 26 Sussungsmittel Stoffe welche im Lebensmittel zum Sussen oder auch in Tafelsussen verwendet werden In der EU zugelassene Sussungsmittel sind im Anhang II Teil B Nr 2 der Verordnung EG Nr 1333 2008 in der Schweiz zugelassene Sussungsmittel im Anhang 1a Abschnitt b der Zusatzstoffverordnung aufgefuhrt 2 9 Farbstoffe Stoffe die einem Lebensmittel zugegeben werden um die Farbe wiederherzustellen oder Farbe zu geben Dies konnen naturliche Bestandteile von Lebensmitteln oder naturliche Ausgangsstoffe die normalerweise nicht als Lebensmittel verzehrt oder als Lebensmittelzutat verwendet werden sein In der EU zugelassene Farbstoffe sind im Anhang II Teil B Nr 1 der Verordnung EG Nr 1333 2008 in der Schweiz zugelassene Farbstoffe im Anhang 1a Abschnitt a der Zusatzstoffverordnung aufgefuhrt 3 21 Konservierungsstoffe Stoffe die die das Wachstum pathogener Mikroorganismen und oder die Auswirkungen von Mikroorganismen verringern und dadurch die Haltbarkeit von Lebensmitteln verlangern 4 4 Antioxidationsmittel Stoffe die vor den schadlichen Auswirkungen der Oxidation wie das Ranzigwerden von Fett und oder Farbveranderungen schutzen und damit die Haltbarkeit von Lebensmitteln verlangern 5 8 Tragerstoffe Stoffe die selbst keine technologische Wirkung haben und verwendet werden um Lebensmittelzusatzstoffe aber auch aromen oder enzyme Nahrstoffe und oder sonstige Stoffe zu losen zu verdunnen zu dispergieren oder auf andere Weise physikalisch zu modifizieren ohne deren Funktion zu verandern Sie werden einzig dazu verwendet um die Handhabung Einsatz oder Verwendung der Zusatzstoffe zu vereinfachen In der EU zugelassene Tragerstoffe sind im Anhang III der Verordnung EG Nr 1333 2008 in der Schweiz zugelassene Tragerstoffe im Anhang 5 der Zusatzstoffverordnung aufgefuhrt 6 n d Sauerungsmittel Saure Stoffe die ein Lebensmittel ansauern und oder diesem einen sauren Geschmack verleihen Bei der FAO in der Funktionsklasse Saureregulator enthalten 7 1 Saureregulatoren Stoffe die zugegeben werden um den pH Wert eines Lebensmittels einzustellen Anders als Sauerungsmitteln werden diese auch benutzt um den pH Wert zu erhohen und damit den Sauregrad zu verringern 8 2 Trennmittel Stoffe die zugegeben werden um die Tendenz der einzelnen Partikel eines Lebensmittels aneinander haftenzubleiben herabsetzen 9 3 Schaumverhuter Stoffe die zugegeben werden um eine Schaumbildung zu verhindern oder zu verringern 10 6 Fullstoffe Stoffe die das Volumen eines Lebensmittels erhohen aber keinen nennenswerten Beitrag zu dessen verwertbaren Energiegehalt beizutragen 11 11 Emulgatoren Stoffe die verwendet werden um aus die zwei oder mehreren nicht mischbarer Phasen Bsp Ol und Wasser eine einheitliche Dispersion herzustellen und oder aufrechtzuerhalten 12 12 Schmelzsalze Stoffe die Kase zugeben werden um die enthaltene Proteine zu dispergieren und damit eine homogene Verteilung von Fett und anderen Bestandteilen herbeifuhren 13 13 Festigungsmittel Stoffe die Obst und Gemuse zugegeben werden um deren Zellgewebe Festigkeit und Frische zu verleihen oder erhalten oder welche in Kombination mit einem Geliermittel ein Gel erzeugen oder festigen 14 14 Geschmacksverstarker Stoffe die zur Verstarkung des Geschmacks oder Geruchs eines Lebensmittels zugesetzt werden 15 16 Schaummittel Stoffe die zur Bildung einer einheitlichen Dispersion einer gasformigen Phase in einem flussigen oder festen Lebensmittel zugegeben werden 16 17 Geliermittel Stoffe die zugesetzt werden um Lebensmitteln eine festere Konsistenz durch Gelbildung zu geben 17 18 Uberzugsmittel einschliesslich Gleitmittel Stoffe die auf die Oberflache eines Lebensmittels aufgebracht werden um dieser ein glanzendes Aussehen zu verleihen oder dort einen Schutzuberzug bilden 18 19 Feuchthaltemittel Stoffe die dem Lebensmittel zugegeben werden um das Austrocknen zu verringern oder verhindern Sie gleichen die Auswirkungen einer Atmosphare mit geringem Feuchtigkeitsgehalt aus oder fordern die Auflosung eines Pulvers in einem wassrigen Medium 19 n d Modifizierte Starken Stoffe die durch eine chemische Behandlung von essbaren Starken hergestellt werden 20 20 Packgase Schutzgas alle Gase ausser Luft die zusammen mit dem Lebensmittel in das Behaltnis abgefullt werden 21 22 Treibgase alle Gase die in das Behaltnis gegeben werden um das Lebensmittel aus dem Behaltnis herauspressen 22 23 Backtriebmittel Stoffe oder Kombinationen von Stoffen die das Volumen eines Teigs vergrossern indem sie Gase freisetzen 23 24 Komplexbildner Stoffe die zugegeben werden um Metallionen durch Komplexierung zu binden 24 25 Stabilisatoren Stoffe die zugesetzt werden um den physikalisch chemischen Zustand eines Lebensmittels aufrechtzuerhalten Dies kann der Stabilisierung einer Dispersion der Farbe oder der Bindung von Lebensmittelstucken in rekonstituierten Lebensmitteln dienen Bei der FAO sind Farbstabilisierer in einer separaten Funktionsklasse zusammengefasst 25 27 Verdickungsmittel Stoffe die zugegeben werden um die Viskositat zu erhohen 26 15 Mehlbehandlungsmittel Stoffe ausser Emulgatoren die dem Mehl oder dem Teig zugefugt werden konnen um die Backfahigkeit zu verbessern 27 n d Kontrastverstarker Stoffe die auf der Oberflache von Obst und Gemuse aufgebracht werden um an zuvor z B durch Laserbehandlung depigmentierten Stellen dazu beizutragen dass sich diese Stellen von der verbleibenden Flache abheben Dies ergibt sich aus einer Farbreaktion mit bestimmten Komponenten der Epidermis n d 5 Bleichmittel Stoffe die dazu verwendet werden um Lebensmittel zu entfarben n d 7 Carbonisierungsmittel Stoffe die fur die Carbonisierung von Lebensmitteln verwendet werden n d 10 Farbstabilisatoren Stoffe die dazu verwendet werden die Farbe von Lebensmitteln zu stabilisieren erhalten oder intensivieren In der EU und der Schweiz in der Funktionsklasse Stabilisierer enthalten Anmerkungen A a b n d Diese Funktionsklasse ist in dem entsprechenden Standard nicht definiert Die Verordnung EU Nr 231 2012 enthalt die Spezifikationen fur die im Anhang I der Verordnung EG Nr 1333 2008 aufgefuhrten Lebensmittelzusatzstoffe Gesundheitliche Bewertung BearbeitenEine Zulassung als Lebensmittelzusatzstoff kommt nur in Betracht wenn die toxikologische Unbedenklichkeit begrundet und bewiesen ist Es wird die Menge bestimmt in der in keinem Versuch ein messbarer Effekt auftritt NOEL Dieser Wert wird durch einen Sicherheitsfaktor in der Regel 100 dividiert und so die erlaubte Tagesdosis ADI bestimmt Haben die Zusatzstoffe keinen ADI Wert so wurde bei langer Anwendung kein Gesundheitsrisiko festgestellt Die ADI Werte werden regelmassig anhand neuester Testmethoden uberpruft Gesetzliche Hochstwerte werden so festgelegt dass ein Verbraucher bei ublicher Verzehrmenge die ADI Werte nicht uberschreiten kann 8 Erstmals kam im Jahr 2007 eine wissenschaftliche Studie die das britische Medizinjournal The Lancet veroffentlichte zu dem Schluss dass einige Zusatzstoffe bei einer durchschnittlichen reprasentativen Gruppe an Kindern zu Symptomen der Aufmerksamkeitsdefizit Hyperaktivitatsstorung ADHS fuhren 17 Das betrifft die Farbstoffe Chinolingelb E 104 Gelborange S E 110 Azorubin E 122 und Allurarot AC E 129 sowie den Konservierungsstoff Natriumbenzoat E 211 Nach Behordenangaben prufte die EFSA alle Lebensmittelfarben auf ihre Vertraglichkeit 18 Das Bundesinstitut fur Risikobewertung schatzte die beobachteten Effekte als gering ein Eine Analyse der Studie zeige keine eindeutigen Beweis fur Zusammenhange zwischen der Zusatzstoffaufnahme und Hyperaktivitat 19 Nach weiterer Prufung mussen ab dem 20 Juli 2010 Zusatzstoffe E 102 Tartrazin E 104 Chinolingelb E 110 Gelborange S E 122 Azorubin E 124 Cochenillerot A und E 129 Allurarot AC den Hinweis auf dem Etikett tragen Kann Aktivitat und Aufmerksamkeit bei Kindern beeintrachtigen 20 21 Abseits von wissenschaftlich untersuchten Wirkungen existieren Listen von Zusatzstoffen mit unbelegten Angaben wie bedenklich gefahrlich oder krebserregend welche bei Verbrauchern zu Verunsicherungen fuhren konnen Als Verfasser wird dabei oft das Villejuifer Krankenhaus Forschungszentrum in Frankreich genannt das sich von diesen Listen klar distanziert hat Der Hoax kursiert in dieser oder ahnlicher Form seit Ende der 1970er Jahre 22 Siehe auch BearbeitenListe der Lebensmittelzusatzstoffe Aroma Functional Food Nahrungserganzungsmittel LebensmittelkonservierungLiteratur BearbeitenKate Glandorf Peter Kuhnert Erich Luck Handbuch der Lebensmittelzusatzstoffe Behrs Hamburg 1991 ISBN 978 3 925673 89 4 Unvollstandige Online Version Google Books Peter Kuhnert Erich Luck Lexikon Lebensmittelzusatzstoffe Behrs Hamburg 2010 ISBN 978 3 89947 533 3 Erich Luck Peter Kuhnert Kate K Glandorf Hans Herbert Dorfner Bettina Muremann Uwe Jens Salzer Handbuch Lebensmittelzusatzstoffe Loseblattsammlung Behrs Hamburg 1991ff ISBN 978 3 925673 89 4 O Pauli Hrsg Bewertung von Lebensmittelzusatz und inhaltsstoffen Sammlung d Beschlusse d fachl zustandigen Senatskomm d Dt Forschungsgemeinschaft aus d Jahren 1954 1984 neu bearb von M Castelli u K J Netter Deutsche Forschungsgemeinschaft VCH Verlagsgesellschaft Weinheim 1985 ISBN 978 3 527 27504 5 Udo Pollmer Zusatzstoffe von A bis Z was Etiketten verschweigen Deutsches Zusatzstoffmuseum Eule Radebeul 2014 ISBN 978 3 9806226 4 6 Klaus Roth Erich Luck Die E Klasse In Chemie in unserer Zeit 43 4 S 232 248 2009 doi 10 1002 ciuz 200900505 Kurt Dietrich Rathke Die Verordnung EG 1333 2008 uber Lebensmittelzusatzstoffe Zeitschrift fur das gesamte Lebensmittelrecht ZLR 02 2010 163 Weblinks Bearbeiten Wiktionary E Nummer Bedeutungserklarungen Wortherkunft Synonyme Ubersetzungen Wikisource Bekanntmachung betreffend gesundheitsschadliche und tauschende Zusatze zu Fleisch und dessen Zubereitungen Deutschland 1902 Quellen und Volltexte Datenbank Lebensmittelzusatzstoffe der Europaischen Kommission engl Informationen zu Lebensmittelzusatzstoffen Die Verbraucher Initiative e V Schweizerische Lebensmittelverordnung Liste der zugelassenen Zusatzstoffe Deutsches ZusatzstoffmuseumEinzelnachweise Bearbeiten Art 3 2 Verordnung EG Nr 1333 2008 a b Werner Baltes Reinhard Matissek Lebensmittelchemie Springer DE 2011 ISBN 3 642 16539 7 S 154 214 eingeschrankte Vorschau in der Google Buchsuche Ohne kunstliche Zusatzstoffe wichtiger als Bio Ipsos untersucht Ernahrungstrend in Deutschland 2 Begriffsbestimmungen Abs 3 LFGB Verordnung zur Neuordnung lebensmittelrechtlicher Vorschriften uber Zusatzstoffe vom 29 Januar 1998 in BGBl 1998 I S 230 BVL Zulassung von Zusatzstoffen In bvl bund de Abgerufen am 21 Dezember 2020 Verordnung EU Nr 1129 2011 vom 11 November 2011 zu Lebensmittelzusatzstoffen a b Werner Baltes Lebensmittelchemie 6 Auflage Springer 2007 doi 10 1007 978 3 540 38183 9 10 Artikel 4 und 5 der Verordnung EG Nr 1333 2008 des Europaischen Parlaments und des Rates vom 16 Dezember 2008 uber Lebensmittelzusatzstoffe Art 35 zum Inkrafttreten a b Verordnung des EDI uber die zulassigen Zusatzstoffe in Lebensmitteln Das Eidgenossische Departement des Innern EDI 1 Juli 2020 abgerufen am 20 Dezember 2020 6 Abs 1 a und Abs 3 LFGB in der bis 9 August 2021 geltenden auf bis dahin begangene Taten gemass 75 Abs 4 LFGB n F weiterhin anwendbaren Fassung mit Verweis auf die VO EG 1333 2008 Straftatbestande in 59 Abs 1 Ziff 1 bis 3 und Abs 2 Ziff 5 LFGB a F seit 10 August 2021 Abs 5 BfR Lebensmittelzusatzstoffe so die Mindestvoraussetzungen fur die Zulassung nach Art 6 Abs 1 Verordnung EG Nr 1333 2008 Verordnung uber Anforderungen an Zusatzstoffe und das Inverkehrbringen von Zusatzstoffen fur technologische Zwecke Zusatzstoff Verkehrsverordnung ZVerkV aufgehoben durch Art 8 der Verordnung zur Neuordnung lebensmittelrechtlicher Vorschriften uber Lebensmittelzusatzstoffe vom 2 Juni 2021 Text der LMZDV mit 5 zu Kennzeichnungen a b CLASS NAMES AND THE INTERNATIONAL NUMBERING SYSTEM FOR FOOD ADDITIVES CXG36 1989 In Codex Alimentarius FAO 2019 abgerufen am 25 Dezember 2020 Konsolidierter Text Verordnung EG Nr 1333 2008 des Europaischen Parlaments und des Rates vom 16 Dezember 2008 uber Lebensmittelzusatzstoffe EUR Lex In eur lex europa eu 16 Dezember 2008 abgerufen am 20 Dezember 2020 Anlage 7 ZZulV In gesetze im internet de Abgerufen am 23 Dezember 2020 Donna McCann Angelina Barrett Alison Cooper Debbie Crumpler Lindy Dalen Food additives and hyperactive behaviour in 3 year old and 8 9 year old children in the community A randomised double blinded placebo controlled trial In The Lancet Band 370 Nr 9598 3 November 2007 ISSN 0140 6736 S 1560 1567 doi 10 1016 s0140 6736 07 61306 3 englisch elsevier com abgerufen am 4 Juli 2017 Netzeitung Lebensmittelfarbe fordert Hyperaktivitat Memento vom 8 September 2007 im Internet Archive vom 6 September 2007 Hyperaktivitat und Zusatzstoffe gibt es einen Zusammenhang PDF 106 kB Stellungnahme Nr 040 2007 des BfR vom 13 September 2007 Verordnung EG Nr 1333 2008 Anhang 5 S 18 Liste der Lebensmittelfarbstoffe fur die ab dem 20 Januar 2010 zusatzliche Angaben gemacht werden mussen Verordnung EU Nr 238 2010 der Kommission vom 22 Marz 2010 zur Anderung von Anhang V der Verordnung EG Nr 1333 2008 des Europaischen Parlaments und des Rates hinsichtlich der Kennzeichnungsanforderungen fur Getranke die mehr als 1 2 Alkohol Volumenkonzentration und bestimmte Lebensmittelfarbstoffe enthalten Bundesinstitut fur Risikobewertung 06 1997 Lebensmittelzusatzstoffe sind gesundheitlich unbedenklich 10 Marz 1997 Bitte den Hinweis zu Rechtsthemen beachten Normdaten Sachbegriff GND 4117735 6 OGND AKS Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Lebensmittelzusatzstoff amp oldid 217770992, wikipedia, wiki, deutsches

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