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Lateinisches Alphabet

Das moderne lateinische Alphabet umfasst die folgenden 26 Buchstaben:

Großbuchstaben A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Kleinbuchstaben a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z

Die Reihenfolge folgt weitgehend der des griechischen Alphabets und geht somit auf die Reihenfolge des phönizischen Alphabets zurück.

Die Namen der Buchstaben wurden größtenteils nicht aus dem griechischen Alphabet übernommen. Stattdessen folgten sie diesem Schema:

  • Vokale bezeichnen sich selber (a, e, i, o, u)
  • Plosive fügen ein e an (be, ce, de usw.)
  • Dauerlaute – Frikative und Sonorante – bekommen ein e vorangestellt (ef, el, em usw.)

Einige Buchstaben wichen von diesem Schema ab: K und Q bilden den Namen mit dem für sie typischen Vokal: ka, qu (zur Verdeutlichung des Unterschiedes zu ce für C). X wurde ex genannt, Z wurde mit dem griechischen Namen zeta bezeichnet. Für Y gab es verschiedene Namen, darunter i Graeca („griechisches i“).

Die Buchstabennamen sind bei der Übertragung des lateinischen Alphabets auf andere Sprachen weitgehend beibehalten worden.

Die Buchstaben des lateinischen Alphabets lassen sich hinsichtlich ihrer graphischen Umsetzung sowie unter weiterführenden Zusammenhängen einordnen (bezogen auf prototypische Formen).

Eigenschaft Majuskeln Minuskeln
Gleiche Groß- und Kleinschreibung C, O, (P,) S, U, V, W, X, Z c, o, (p,) s, u, v, w, x, z
Bögen und Geraden B, D, G, J, P, Q, R, U a, b, d, e, f, g, h, j, m, n, p, q, r, t, u, y
Keine Bögen A, E, F, H, I, K, L, M, N, T, V, W, X, Y, Z i, k, l, v, w, x, z
Keine Geraden C, O, S c, o, s
Diagonale A, K, M, N, R, V, W, X, Y, Z k, v, w, x, y, z
Mit umschlossenen Flächen A, B, D, O, P, Q, R a, b, d, e, g, (k), o, p, q
Keine umschlossenen Flächen C, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, S, T, U, V, W, X, Y, Z c, f, h, i, j, k, l, m, n, r, s, t, u, v, w, x, y, z
Horizontale und vertikale Symmetrie H, I, O, X (i), l, o, x
Nur horizontale Symmetrie B, C, D, E, K c
Nur vertikale Symmetrie A, M, T, U, V, W, Y i, v, w
Drehsymmetrie (Ambigraph) H, I, N, O, S, X, Z (l), o, s, x, z
Vertikale Achse links B, D, E, F, K, L, P, R b, f, h, k, l, n, p, r, t
Vertikale Achse rechts J d, g, j, q, u, y
Vertikale Achse zentral oder doppelt H, I, M, N, T, Y i, l, m
Unterlänge (J), (Q) (f), g, (h), j, p, q, y, (z)
Oberlänge A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, X, Y, Z b, d, f, h, (i), k, l, (s), t
geteiltes Mittelband a, e, (g), k, s, x, z
Keine Ober- und Unterlänge a, c, e, (i), m, n, o, r, s, u, v, w, x, z
Römische Zahlschrift C, D, I, L, M, V, X c, d, i, j, l, m, v, x
Siehe auch: Alphabet 26

Archaisches lateinisches Alphabet

Erkenntnisse zur Geschichte des lateinischen Alphabets sind der lateinischen Paläografie zu verdanken, die sich mit alten lateinischen Schriften befasst. Demnach geht das lateinische Alphabet auf die etruskische Schrift zurück. Die Etrusker wiederum haben ihre Schrift aus dem auf die phönizische Schrift zurückgehenden westgriechischen Alphabet entlehnt. Frühe erhaltene Zeugnisse in lateinischer Schrift sind der Lapis Niger (um 600 v. Chr.) und die Duenos-Inschrift (erste Hälfte des 6. Jahrhunderts v. Chr.). Das archaische lateinische Alphabet bestand aus 21 Buchstaben:

Archaisches lateinisches Alphabet
Alt-italische Form 𐌀 𐌁 𐌂 𐌃 𐌄 𐌅 𐌆 𐌇 𐌉 𐌊 𐌋 𐌌 𐌍 𐌏 𐌐 𐌒 𐌓 𐌔 𐌕 𐌖 𐌗
Klassische Form A B C D E F Z H I K L M N O P Q R S T V X

Das Zeichen für den griechischen Laut [dz] wurde an siebter Stelle des Alphabets tradiert, obwohl es für diese und ähnliche Lautkombinationen im Latein keine Verwendung gab. Die Abschaffung dieses Zeichens soll auf Spurius Carvilius Ruga zurückgehen, einen freigelassenen Sklaven, der die erste Schule mit zahlungspflichtigem Unterricht eröffnete.

C wurde für den stimmlosen velaren Plosiv [k] und den stimmhaften velaren Plosiv [ɡ] verwendet. Das zeigen noch die Abkürzungen C. für Gaius und Cn. für Gnaeus und inschriftliche Formen wie CRATIA.

Klassisches lateinisches Alphabet

Inschrift an der Trajanssäule in Rom, 112/113 n. Chr. In diesem Text kommt der Buchstabe G dreimal vor.

Das klassische lateinische Alphabet unterscheidet sich vom archaischen lateinischen Alphabet durch die zusätzlichen Buchstaben G, Y und Z. Spurius Carvilius Ruga soll es gewesen sein, der durch Hinzusetzen eines diakritischen Striches zum C den Unterschied von C = [k] und G = [ɡ] einführte. Das neue G wurde an der Stelle des entfallenen Z in das Alphabet eingereiht. Im Ergebnis bestand das lateinische Alphabet aus diesen 21 Buchstaben:

A B C D E F G H I K L M N O P Q R S T V X

Weitere Veränderungen ergaben sich, nachdem das griechische Mutterland 146 v. Chr. unterworfen und dem Staatsgebiet der Römischen Republik eingegliedert worden war und verstärkter Bedarf entstand, griechische Namen und Fremdwörter in lateinischer Schrift wiederzugeben. Das griechische Ypsilon war in der etruskischen Schreibform V schon in archaischer Zeit in das lateinische Alphabet übernommen worden. Mit diesem V wurde der Vokal [u] geschrieben (gemäß dem Lautwert auch im archaischen Griechisch, vgl. lat. burrus < griechisch πυρρός „rot“), aber auch der Halbkonsonant [w]. In klassischer Zeit wurde das griechische Y noch einmal übernommen, diesmal direkt aus dem Griechischen, in der Schreibform Y und mit dem auch im klassischen Griechisch mittlerweile gegebenen Lautwert [y]. Das Y blieb im Lateinischen aber als ein Fremdzeichen für die Schreibung griechischer Namen und Fremdwörter reserviert, zum Beispiel cyclus für griechisch κύκλος „Kreis, Zyklus“. Zum gleichen Zweck wurde als ein weiteres Fremdzeichen erneut Z für /dz/ entlehnt (Beispiel: ζώνη zona „Gürtel, Zone“) und diesmal ans Ende des Alphabets gestellt, wie es heute noch üblich ist. Kaiser Claudius versuchte, wohl im Jahr 47, das lateinische Alphabet auf 24 Buchstaben zu erweitern und damit dem als vollendet angesehenen griechischen Alphabet anzugleichen. Erfolg war dieser Reform nach dem Tode des Claudius nicht beschieden. Die Position der neu eingeführten Buchstaben ist unbekannt.

In der spätantiken Grammatik konsolidierte sich die Zählung und Unterscheidung der lateinischen Buchstaben dann auf 23:

A B C D E F G H I K L M N O P Q R S T V X Y Z

Das lateinische Mittelalter legte auf diese Zahl auch darum besonderen Wert, weil sie zwischen den Buchstabenzahlen des hebräischen (22) und des griechischen (24) Alphabets liegt und das lateinische Christentum sich dadurch in seiner Stellung als Erbe beider Kulturen bestätigt sah.

Die Römer verwendeten die Buchstaben I und V für die Schreibung sowohl für den Vokal als auch für den entsprechenden Halbvokal: I wurde gleichermaßen für vokalisches [i] und den Halbvokal [j] genutzt, ebenso V für vokalisches [u] und den Halbvokal [w]. In der Spätantike begann man die Halbvokale stärker von den entsprechenden Vokalen zu unterscheiden: Das [j] wurde zu einem [dʒ], das [w] zu einem [v].

Das klassische lateinische Alphabet war nicht bikameral, das heißt, es kannte keine Unterscheidung von Groß- und Kleinbuchstaben. Ebenso gab es in der Antike keinen Wortzwischenraum. Stattdessen wurden in der scriptio continua alle Zeichen aneinander geschrieben.

Mittelalter und Neuzeit

Alphabet mit 23 Buchstaben in einer Darstellung von 1541
Tabelle des Alphabets mit 26 Buchstaben in einem englischen Buch von 1740

Seit spätantiker Zeit existierte neben I auch die Schreibform J und neben V auch die gerundete Schreibform U. Diese Schreibvarianten dienten jedoch nicht zur Markierung des lautlichen Unterschieds von vokalischem gegenüber (halb)konsonantischem Lautwert. I und J sowie U und V galten als derselbe Buchstabe mit demselben Namen „I“ beziehungsweise „U“, hergeleitet von der vokalischen Verwendung. Entsprechend wurden J und V auch nicht als separate Buchstaben gezählt.

Erst in der Folge humanistischer Reformprojekte der Renaissance – durch Leon Battista Alberti und Gian Giorgio Trissino in Italien sowie Geoffroy Tory und Louis Meigret in Frankreich – wurden die Unterschiede der Schreibformen dann auch zur Repräsentation der lautlichen Differenz eingesetzt: Durch die Unterscheidung von I = [i] gegenüber J = [j] und von U = [u] gegenüber V = [v] ergaben sich zwei weitere Buchstaben des Alphabets: J und U.

Ebenfalls nachmittelalterlich in der Bewertung als eigener Buchstabe ist der aus einer Ligatur von zwei V entstandene Buchstabe W (daher sein englischer Name double u, französisch double v [ve] oder italienisch doppia v [vu]).

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Damit war das Alphabet, das man heute unter dem Begriff lateinisches Alphabet versteht, komplett.

In der heutigen Schreibung des Latein, beispielsweise im Kirchenlatein, werden die Buchstaben U und V unterschieden. Auch in gängigen Wörterbüchern werden die lateinischen Einträge getrennt nach U und V sortiert.

Abbreviaturen in mittelalterlichen Handschriften

In der Antike wurden insbesondere bei Inschriften an öffentlichen Bauwerken viele Abkürzungen verwendet. Von Marcus Tullius Tiro stammt eine antike Stenografie, die tironischen Noten.

Mittelalterliche Handschriften verwenden zahlreiche Abbreviaturen, spezielle Zeichen zur Abkürzung von häufigen Präfixen, Suffixen und auch Wortstämmen. Anstelle der ausgesparten Buchstaben wurden an den verbliebenen Buchstaben spezielle Striche oder Linien angebracht (teilweise diakritischen Zeichen ähnlich, jedoch nicht als solche aufzufassen). Diese Praxis hat nur in einigen wenigen Fällen das Aufkommen des Buchdrucks überdauert.

Commons: Lateinisches Alphabet – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  1. Roland Papke: Des Kaisers neue Buchstaben. Claudius in Tac. ann. 11,14 und Sen. apocol. 3,4. In: Würzburger Jahrbücher für die Altertumswissenschaft. Neue Folge Band 12, 1986, S. 183–196; siehe auch Jürgen Malitz: Claudius (FGrHist 276) – der Prinzeps als Gelehrter. In: Volker Michael Strocka (Hrsg.): Die Regierungszeit des Kaisers Claudius (41-54 n.Chr.). Umbruch oder Episode ? Internationales interdisziplinäres Symposion aus Anlaß des hundertjährigen Jubiläums des Archäologischen Instituts der Universität Freiburg i. Br. 16.–18. Februar 1991. Philipp von Zabern, Mainz 1994, S. 133–141, hier S. 140 f.
  2. Beispiel:Papst Franziskus: Laudato si’. Heiliger Stuhl, 24. Mai 2015, abgerufen am 21. Oktober 2015 (Latein).
  3. Beispiel: Michael Petschenig: Der kleine Stowasser. Lateinisch-deutsches Schulwörterbuch. München 1968, S. 510 („U.“), S. 517 („V.“).
  4. Wallace Martin Lindsay: Notae Latinae: An Account of Abbreviation in Latin Mss. Of the Early Minuscule Period (C. 700-850). Cambridge University Press, Cambridge 1915.

Lateinisches Alphabet
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Lateinisches Alphabet Schrift zur lateinischen Sprache Sprache Beobachten Bearbeiten Dieser Artikel behandelt das lateinische Alphabet Zu den davon abgeleiteten lateinischen Alphabeten siehe Lateinisches Schriftsystem Das lateinische Alphabet ist ursprunglich das zur Schreibung der lateinischen Sprache verwendete Alphabet es wird in diesem Zusammenhang auch romisches Alphabet genannt Es umfasst 26 Buchstaben und bildet die Grundlage vieler heutiger Alphabete Zusammen bilden diese lateinischen Alphabete das lateinische Schriftsystem das am weitesten verbreitete Schriftsystem der Welt Einige Sprachen wie beispielsweise das Englische benutzen das Alphabet ohne Veranderungen Das deutsche Alphabet umfasst neben allen 26 lateinischen Buchstaben vier weitere Lateinisches AlphabetSchrifttyp AlphabetSprachen siehe ListeVerwendungszeit seit ca 700 v Chr Abstammung Phonizische Schrift Griechisches Alphabet Etruskische Schrift Lateinisches AlphabetAbgeleitete siehe ListeVerwandte Kyrillisches Alphabet Koptische Schrift Armenisches AlphabetUnicodeblock U 0000 U 007FISO 15924 Latin 215 Das lateinische Alphabet stammt vom altitalischen Alphabet der Etrusker ab von denen die Romer zunachst 21 Buchstaben ubernahmen Zur Zeit des klassischen Lateins und in der Spatantike bestand das Alphabet aus 23 Buchstaben Die Zahl von 26 Buchstaben wurde erst in der Renaissance erreicht Inhaltsverzeichnis 1 Die Buchstaben des Alphabets 2 Namen der Buchstaben 3 Eigenschaften lateinischer Buchstaben 4 Geschichte 4 1 Archaisches lateinisches Alphabet 4 2 Klassisches lateinisches Alphabet 4 3 Mittelalter und Neuzeit 5 Abbreviaturen 6 Verwendung in heutigen Sprachen 7 Siehe auch 8 Literatur 9 Weblinks 10 EinzelnachweiseDie Buchstaben des Alphabets BearbeitenDas moderne lateinische Alphabet umfasst die folgenden 26 Buchstaben Grossbuchstaben A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y ZKleinbuchstaben a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z Die Reihenfolge folgt weitgehend der des griechischen Alphabets und geht somit auf die Reihenfolge des phonizischen Alphabets zuruck Namen der Buchstaben BearbeitenDie Namen der Buchstaben wurden grosstenteils nicht aus dem griechischen Alphabet ubernommen Stattdessen folgten sie diesem Schema Vokale bezeichnen sich selber a e i o u Plosive fugen ein e an be ce de usw Dauerlaute Frikative und Sonorante bekommen ein e vorangestellt ef el em usw Einige Buchstaben wichen von diesem Schema ab K und Q bilden den Namen mit dem fur sie typischen Vokal ka qu zur Verdeutlichung des Unterschiedes zu ce fur C X wurde ex genannt Z wurde mit dem griechischen Namen zeta bezeichnet Fur Y gab es verschiedene Namen darunter i Graeca griechisches i Die Buchstabennamen sind bei der Ubertragung des lateinischen Alphabets auf andere Sprachen weitgehend beibehalten worden Eigenschaften lateinischer Buchstaben BearbeitenDie Buchstaben des lateinischen Alphabets lassen sich hinsichtlich ihrer graphischen Umsetzung sowie unter weiterfuhrenden Zusammenhangen einordnen bezogen auf prototypische Formen Eigenschaft Majuskeln MinuskelnGleiche Gross und Kleinschreibung C O P S U V W X Z c o p s u v w x zBogen und Geraden B D G J P Q R U a b d e f g h j m n p q r t u yKeine Bogen A E F H I K L M N T V W X Y Z i k l v w x zKeine Geraden C O S c o sDiagonale A K M N R V W X Y Z k v w x y zMit umschlossenen Flachen A B D O P Q R a b d e g k o p qKeine umschlossenen Flachen C E F G H I J K L M N S T U V W X Y Z c f h i j k l m n r s t u v w x y zHorizontale und vertikale Symmetrie H I O X i l o xNur horizontale Symmetrie B C D E K cNur vertikale Symmetrie A M T U V W Y i v wDrehsymmetrie Ambigraph H I N O S X Z l o s x zVertikale Achse links B D E F K L P R b f h k l n p r tVertikale Achse rechts J d g j q u yVertikale Achse zentral oder doppelt H I M N T Y i l mUnterlange J Q f g h j p q y z Oberlange A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z b d f h i k l s tgeteiltes Mittelband a e g k s x zKeine Ober und Unterlange a c e i m n o r s u v w x zRomische Zahlschrift C D I L M V X c d i j l m v xSiehe auch Alphabet 26Geschichte BearbeitenArchaisches lateinisches Alphabet Bearbeiten Erkenntnisse zur Geschichte des lateinischen Alphabets sind der lateinischen Palaografie zu verdanken die sich mit alten lateinischen Schriften befasst Demnach geht das lateinische Alphabet auf die etruskische Schrift zuruck Die Etrusker wiederum haben ihre Schrift aus dem auf die phonizische Schrift zuruckgehenden westgriechischen Alphabet entlehnt Fruhe erhaltene Zeugnisse in lateinischer Schrift sind der Lapis Niger um 600 v Chr und die Duenos Inschrift erste Halfte des 6 Jahrhunderts v Chr Das archaische lateinische Alphabet bestand aus 21 Buchstaben Archaisches lateinisches Alphabet Alt italische Form 𐌀 𐌁 𐌂 𐌃 𐌄 𐌅 𐌆 𐌇 𐌉 𐌊 𐌋 𐌌 𐌍 𐌏 𐌐 𐌒 𐌓 𐌔 𐌕 𐌖 𐌗Klassische Form A B C D E F Z H I K L M N O P Q R S T V X Das Zeichen fur den griechischen Laut dz wurde an siebter Stelle des Alphabets tradiert obwohl es fur diese und ahnliche Lautkombinationen im Latein keine Verwendung gab Die Abschaffung dieses Zeichens soll auf Spurius Carvilius Ruga zuruckgehen einen freigelassenen Sklaven der die erste Schule mit zahlungspflichtigem Unterricht eroffnete C wurde fur den stimmlosen velaren Plosiv k und den stimmhaften velaren Plosiv ɡ verwendet Das zeigen noch die Abkurzungen C fur Gaius und Cn fur Gnaeus und inschriftliche Formen wie CRATIA Klassisches lateinisches Alphabet Bearbeiten Inschrift an der Trajanssaule in Rom 112 113 n Chr In diesem Text kommt der Buchstabe G dreimal vor Das klassische lateinische Alphabet unterscheidet sich vom archaischen lateinischen Alphabet durch die zusatzlichen Buchstaben G Y und Z Spurius Carvilius Ruga soll es gewesen sein der durch Hinzusetzen eines diakritischen Striches zum C den Unterschied von C k und G ɡ einfuhrte Das neue G wurde an der Stelle des entfallenen Z in das Alphabet eingereiht Im Ergebnis bestand das lateinische Alphabet aus diesen 21 Buchstaben A B C D E F G H I K L M N O P Q R S T V X Weitere Veranderungen ergaben sich nachdem das griechische Mutterland 146 v Chr unterworfen und dem Staatsgebiet der Romischen Republik eingegliedert worden war und verstarkter Bedarf entstand griechische Namen und Fremdworter in lateinischer Schrift wiederzugeben Das griechische Ypsilon war in der etruskischen Schreibform V schon in archaischer Zeit in das lateinische Alphabet ubernommen worden Mit diesem V wurde der Vokal u geschrieben gemass dem Lautwert auch im archaischen Griechisch vgl lat burrus lt griechisch pyrros rot aber auch der Halbkonsonant w In klassischer Zeit wurde das griechische Y noch einmal ubernommen diesmal direkt aus dem Griechischen in der Schreibform Y und mit dem auch im klassischen Griechisch mittlerweile gegebenen Lautwert y Das Y blieb im Lateinischen aber als ein Fremdzeichen fur die Schreibung griechischer Namen und Fremdworter reserviert zum Beispiel cyclus fur griechisch kyklos Kreis Zyklus Zum gleichen Zweck wurde als ein weiteres Fremdzeichen erneut Z fur dz entlehnt Beispiel zwnh zona Gurtel Zone und diesmal ans Ende des Alphabets gestellt wie es heute noch ublich ist Kaiser Claudius versuchte wohl im Jahr 47 das lateinische Alphabet auf 24 Buchstaben zu erweitern und damit dem als vollendet angesehenen griechischen Alphabet anzugleichen Erfolg war dieser Reform nach dem Tode des Claudius nicht beschieden Die Position der neu eingefuhrten Buchstaben ist unbekannt 1 In der spatantiken Grammatik konsolidierte sich die Zahlung und Unterscheidung der lateinischen Buchstaben dann auf 23 A B C D E F G H I K L M N O P Q R S T V X Y Z Das lateinische Mittelalter legte auf diese Zahl auch darum besonderen Wert weil sie zwischen den Buchstabenzahlen des hebraischen 22 und des griechischen 24 Alphabets liegt und das lateinische Christentum sich dadurch in seiner Stellung als Erbe beider Kulturen bestatigt sah Die Romer verwendeten die Buchstaben I und V fur die Schreibung sowohl fur den Vokal als auch fur den entsprechenden Halbvokal I wurde gleichermassen fur vokalisches i und den Halbvokal j genutzt ebenso V fur vokalisches u und den Halbvokal w In der Spatantike begann man die Halbvokale starker von den entsprechenden Vokalen zu unterscheiden Das j wurde zu einem dʒ das w zu einem v Das klassische lateinische Alphabet war nicht bikameral das heisst es kannte keine Unterscheidung von Gross und Kleinbuchstaben Ebenso gab es in der Antike keinen Wortzwischenraum Stattdessen wurden in der scriptio continua alle Zeichen aneinander geschrieben Mittelalter und Neuzeit Bearbeiten Alphabet mit 23 Buchstaben in einer Darstellung von 1541 Tabelle des Alphabets mit 26 Buchstaben in einem englischen Buch von 1740 Seit spatantiker Zeit existierte neben I auch die Schreibform J und neben V auch die gerundete Schreibform U Diese Schreibvarianten dienten jedoch nicht zur Markierung des lautlichen Unterschieds von vokalischem gegenuber halb konsonantischem Lautwert I und J sowie U und V galten als derselbe Buchstabe mit demselben Namen I beziehungsweise U hergeleitet von der vokalischen Verwendung Entsprechend wurden J und V auch nicht als separate Buchstaben gezahlt Erst in der Folge humanistischer Reformprojekte der Renaissance durch Leon Battista Alberti und Gian Giorgio Trissino in Italien sowie Geoffroy Tory und Louis Meigret in Frankreich wurden die Unterschiede der Schreibformen dann auch zur Reprasentation der lautlichen Differenz eingesetzt Durch die Unterscheidung von I i gegenuber J j und von U u gegenuber V v ergaben sich zwei weitere Buchstaben des Alphabets J und U Ebenfalls nachmittelalterlich in der Bewertung als eigener Buchstabe ist der aus einer Ligatur von zwei V entstandene Buchstabe W daher sein englischer Name double u franzosisch double v ve oder italienisch doppia v vu A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z Damit war das Alphabet das man heute unter dem Begriff lateinisches Alphabet versteht komplett In der heutigen Schreibung des Latein beispielsweise im Kirchenlatein werden die Buchstaben U und V unterschieden 2 Auch in gangigen Worterbuchern werden die lateinischen Eintrage getrennt nach U und V sortiert 3 Abbreviaturen Bearbeiten Abbreviaturen in mittelalterlichen Handschriften In der Antike wurden insbesondere bei Inschriften an offentlichen Bauwerken viele Abkurzungen verwendet Von Marcus Tullius Tiro stammt eine antike Stenografie die tironischen Noten Mittelalterliche Handschriften verwenden zahlreiche Abbreviaturen spezielle Zeichen zur Abkurzung von haufigen Prafixen Suffixen und auch Wortstammen 4 Anstelle der ausgesparten Buchstaben wurden an den verbliebenen Buchstaben spezielle Striche oder Linien angebracht teilweise diakritischen Zeichen ahnlich jedoch nicht als solche aufzufassen Diese Praxis hat nur in einigen wenigen Fallen das Aufkommen des Buchdrucks uberdauert Verwendung in heutigen Sprachen Bearbeiten Hauptartikel Lateinisches SchriftsystemSiehe auch BearbeitenAbleitung der lateinischen und kyrillischen aus griechischen BuchstabenLiteratur BearbeitenJohannes Bergerhausen Siri Poarangan decodeunicode Die Schriftzeichen der Welt Hermann Schmidt Mainz 2011 ISBN 978 3 87439 813 8 Carl Faulmann Das Buch der Schrift enthaltend die Schriftzeichen und Alphabete aller Zeiten und aller Volker des Erdkreises 1878 aktuell in Nachdrucken erhaltlich Harald Haarmann Geschichte der Schrift Beck Munchen 2002 ISBN 3 406 47998 7 Harald Haarmann Universalgeschichte der Schrift Campus Frankfurt am Main New York NY 1990 ISBN 3 593 34346 0 Hans Jensen Die Schrift in Vergangenheit und Gegenwart 1987 Reprint ISBN 3 326 00232 7 Albert Kapr Schriftkunst Geschichte Anatomie und Schonheit der lateinischen Buchstaben Verlag der Kunst Dresden 1971 ISBN 3 364 00624 5 Rudolf Wachter Altlateinische Inschriften Lang Bern 1987 ISBN 978 3 261 03722 0 S 324 33 Die Erfindung des Buchstabens G Weblinks Bearbeiten Commons Lateinisches Alphabet Sammlung von Bildern Videos und Audiodateien Unicode Code Charts Basic Latin PDF Datei 160 kB Einzelnachweise Bearbeiten Roland Papke Des Kaisers neue Buchstaben Claudius in Tac ann 11 14 und Sen apocol 3 4 In Wurzburger Jahrbucher fur die Altertumswissenschaft Neue Folge Band 12 1986 S 183 196 siehe auch Jurgen Malitz Claudius FGrHist 276 der Prinzeps als Gelehrter In Volker Michael Strocka Hrsg Die Regierungszeit des Kaisers Claudius 41 54 n Chr Umbruch oder Episode Internationales interdisziplinares Symposion aus Anlass des hundertjahrigen Jubilaums des Archaologischen Instituts der Universitat Freiburg i Br 16 18 Februar 1991 Philipp von Zabern Mainz 1994 S 133 141 hier S 140 f Beispiel Papst Franziskus Laudato si Heiliger Stuhl 24 Mai 2015 abgerufen am 21 Oktober 2015 Latein Beispiel Michael Petschenig Der kleine Stowasser Lateinisch deutsches Schulworterbuch Munchen 1968 S 510 U S 517 V Wallace Martin Lindsay Notae Latinae An Account of Abbreviation in Latin Mss Of the Early Minuscule Period C 700 850 Cambridge University Press Cambridge 1915 Lateinisches Grundalphabet Aa Bb Cc Dd Ee Ff Gg Hh Ii Jj Kk Ll Mm Nn Oo Pp Qq Rr Ss Tt Uu Vv Ww Xx Yy Zz Siehe auch Lateinisches Schriftsystem und Liste lateinischer AlphabeteAbgerufen von https de wikipedia org w index php title Lateinisches Alphabet amp oldid 214510475, wikipedia, wiki, deutsches

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