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Karl von Ditmar

Karl von Ditmar (* 27. Augustjul. /8. September 1822greg. in Vana-Vändra; † 13. Apriljul. /25. April 1892greg. in Tartu) war ein deutschbaltischer Entdecker und Naturforscher. Er gilt als einer der wichtigsten Erforscher Kamtschatkas im 19. Jahrhundert.

Karl Woldemar Bernhard Ferdinand von Ditmar stammte aus dem alt eingesessenen Adelsgeschlecht von Ditmar. Seine Vorfahren gehörten zum Familienzweig Livland und Estland. Sein Vater war der Gutsherr Woldemar Friedrich von Ditmar (1794 – 1826), der Privatdozent für römisches Recht und livländisches Strafrecht an der Universität Dorpat war, seine Mutter war Charlotte Juliane von Stackelberg (1804 – 1880). Karl Woldemar heiratete Anna Wilhelmine (Minna) Elisabeth Freiin von Stackelberg (1837 – 1929), ihre Nachkommen waren:

  • Caroline Wilhelmine Anna von Ditmar (* 1858), verheiratet mit Alexander Konstantin von Renteln (* 1857)
  • Martha Charlotte von Ditmar (* 1860, † 1952 in Brüssel), verheiratet mit Baron Woldemar Karl Heinrich Alexander von Uexküll (1860 – 1952)
  • Anna Elisabeth Maria von Ditmar (* 1862)
  • Minna Jeanette von Ditmar (1864 – 1882)

Karl von Ditmar wurde als Sohn des Gutsherren von Vana-Vändra (deutsch Alt-Fennern) im heutigen Kreis Pärnu geboren. Der Vater, Woldemar Friedrich Karl von Ditmar (1794–1826). Karl Woldemar besuchte von 1832 bis 1840 ein Privatgymnasium in Võru. Danach studierte er von 1841 bis 1846 an der Universität Tartu, zunächst Wirtschaftswissenschaft, danach Geologie. Von 1846 bis 1850 war er Gasthörer an der Universität Leipzig, an der Bergakademie Freiberg und an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin bei Gustav Rose (1798–1873).

1850 erhielt von Ditmar eine Einladung des Generalgouverneurs von Ost-Sibirien, Nikolai Murawjow (1809–1881), und des dortigen Militärgouverneurs, eine geologische Bergexpedition nach Kamtschatka zu unternehmen. Von Ditmar wurde bei seiner Bewerbung von dem bekannten Petersburger Sibirien-Forscher Alexander Theodor von Middendorff (1815–1894) unterstützt.

Auf dem Weg von Westeuropa nach Sibirien nahm von Ditmar unter anderem Tiefenforschungen in Jakutsk vor und untersuchte weiter westlich Eismulden in der sibirischen Landschaft. Vor dem Einbruch des Winters 1851 erreichte von Ditmar mit zwei begleitenden Soldaten erstmals Kamtschatka. Dort erschwerten das raue Klima und die unwirtliche Landschaft die Arbeit der Expedition. Sie bewegte sich hauptsächlich auf Flüssen fort. Außerdem musste der Sredinny-Höhenrücken überwunden werden. Zwischen 1851 und 1854 unternahm von Ditmar dennoch neun größere und kleinere Forschungsreisen nach Kamtschatka, während derer er sich mit dem geologischen Aufbau Kamtschatkas und seiner Bodenschätze vertraut machte. Außerdem sammelte er in großem Umfang botanisches und ethnographisches Material. In ausführlichen Tagebüchern hielt er seine Eindrücke fest. 1856 veröffentlichte er die erste geologische Karte Kamtschatkas.

Von Ditmars besonderes Interesse galt dem Vulkanismus Kamtschatkas. Er war der Ansicht, dass die Vulkane miteinander durch Tunnel in Verbindung stünden. Von Ditmar benannte auch siebzehn Vulkane, die bisher unentdeckt geblieben waren. Ausführlich beschrieb er den Ausbruch des Vulkans Awatscha am 27. Mai 1855.

Im Sommer 1858 hielt sich von Ditmar in Berlin auf, um seine Thesen und Anschauungen mit den führenden Geologen und Mineralogen der Zeit zu diskutieren. Seine Kollektion erregte großes Aufsehen. Von Ditmar lieh die offiziell dem Mineralogiemuseum in Sankt Petersburg unterstehende petrologische Sammlung mit dem vollständigen Katalog Alexander von Humboldt (1769–1859) aus. Nach Humboldts Tod galt sie tragischerweise als verschollen. Erst sehr viel später wurde sie in Berlin wieder aufgefunden.

Von besonderem Interesse sind auch die ethnographischen Forschungsarbeiten von Ditmars. Er beschrieb die Sitten und Gebräuche der Ureinwohner Kamtschatkas, vor allem der Itelmenen und Korjaken, die von Ditmar bereits als stark russifiziert bezeichnet wurden, sowie der Tschuktschen. Er wies als erster die Sprachverwandtschaft zwischen dem Tschuktschischen und dem Korjakischen nach.

1851 erwarb von Ditmars Mutter für ihren Sohn den Gutshof Käru im Kirchspiel Vändra. Dorthin zog sich von Ditmar nach seiner Rückkehr aus Kamtschatka zurück. Er gründete dort den ersten Kindergarten Livlands. Seit 1880 war er Schulrevident und Ordnungsrichter in Dorpat und Werro, dem Ordnungsgerichtskreis Dorpat. Von 1857 bis 1887 veröffentlichte er nur wenige Artikel über seine Reisen nach Kamtschatka, hielt einige Vorträge und befasste sich fast vollständig mit seinem Gut. Erst 1887 zog er nach Dorpat, um sich wieder der Wissenschaft zu widmen. Im Februar 1890 wurde seine Monographie über die Entdeckungsreisen fertiggestellt. Darin zeigt er sich als Meister der genauen Landschafts- und Naturbeschreibungen und als guter Zeichner.

1892 starb Karl von Ditmar. Er liegt heute in Tartu begraben. Der zweite Teil seiner Monographie erschien erst im Jahre 1900 postum. Nach von Ditmar ist heute ein 1301 m hoher Vulkan (Lage53.859722222222159.532777777781301) auf Kamtschatka benannt. Eine von ihm beschriebene Waldhyazinthe trägt den Namen Plathantera ditmariana.

  • Beiträge zur Kenntniss des Russischen Reiches und der angränzenden Länder Asiens. Folge 3. Hrsg. von Leopold von Schrenck und Carl Johann Maximowicz. Band 8. Reisen und Aufenthalt im Kamtschatka in den Jahren 1851 - 1855 / Karl von Ditmar. Theil 2. Allgemeines über Kamtschatka. Abth. 1. Sankt Petersburg: Kaiserliche Akademie der Wissenschaften 1900 (postum)

Nachdruck beider Bände 1970

  • Erki Tammiksaar: "Carl von Ditmar, 1822-92: a geologist in Kamchatka" In: Polar Record 2003, S. 248–250
Normdaten (Person): GND:(, ) | LCCN: | VIAF: |Wikipedia-Personensuche
Personendaten
NAME Ditmar, Karl von
KURZBESCHREIBUNG deutschbaltischer Entdecker und Naturforscher
GEBURTSDATUM 8. September 1822
GEBURTSORT Vana-Vändra
STERBEDATUM 25. April 1892
STERBEORT Tartu

Karl von Ditmar
karl, ditmar, deutsch, baltischer, erforscher, kamtschatkas, sprache, beobachten, bearbeiten, augustjul, september, 1822greg, vana, vändra, apriljul, april, 1892greg, tartu, deutschbaltischer, entdecker, naturforscher, gilt, einer, wichtigsten, erforscher, kam. Karl von Ditmar deutsch baltischer Erforscher Kamtschatkas Sprache Beobachten Bearbeiten Karl von Ditmar 27 Augustjul 8 September 1822greg in Vana Vandra 13 Apriljul 25 April 1892greg in Tartu war ein deutschbaltischer Entdecker und Naturforscher Er gilt als einer der wichtigsten Erforscher Kamtschatkas im 19 Jahrhundert Karl von Ditmar Wappen der Adelsfamilie von Ditmar Inhaltsverzeichnis 1 Herkunft und Familie 2 Ausbildung 3 Reise nach Kamtschatka 4 Forschungsarbeiten 5 Ruckkehr nach Livland 6 Werke 7 Literatur 8 WeblinksHerkunft und Familie BearbeitenKarl Woldemar Bernhard Ferdinand von Ditmar stammte aus dem alt eingesessenen Adelsgeschlecht von Ditmar Seine Vorfahren gehorten zum Familienzweig Livland und Estland Sein Vater war der Gutsherr Woldemar Friedrich von Ditmar 1794 1826 der Privatdozent fur romisches Recht und livlandisches Strafrecht an der Universitat Dorpat war seine Mutter war Charlotte Juliane von Stackelberg 1804 1880 Karl Woldemar heiratete Anna Wilhelmine Minna Elisabeth Freiin von Stackelberg 1837 1929 ihre Nachkommen waren Caroline Wilhelmine Anna von Ditmar 1858 verheiratet mit Alexander Konstantin von Renteln 1857 Martha Charlotte von Ditmar 1860 1952 in Brussel verheiratet mit Baron Woldemar Karl Heinrich Alexander von Uexkull 1860 1952 Anna Elisabeth Maria von Ditmar 1862 Minna Jeanette von Ditmar 1864 1882 Ausbildung BearbeitenKarl von Ditmar wurde als Sohn des Gutsherren von Vana Vandra deutsch Alt Fennern im heutigen Kreis Parnu geboren Der Vater Woldemar Friedrich Karl von Ditmar 1794 1826 Karl Woldemar besuchte von 1832 bis 1840 ein Privatgymnasium in Voru Danach studierte er von 1841 bis 1846 an der Universitat Tartu zunachst Wirtschaftswissenschaft danach Geologie Von 1846 bis 1850 war er Gasthorer an der Universitat Leipzig an der Bergakademie Freiberg und an der Friedrich Wilhelms Universitat in Berlin bei Gustav Rose 1798 1873 Reise nach Kamtschatka Bearbeiten1850 erhielt von Ditmar eine Einladung des Generalgouverneurs von Ost Sibirien Nikolai Murawjow 1809 1881 und des dortigen Militargouverneurs eine geologische Bergexpedition nach Kamtschatka zu unternehmen Von Ditmar wurde bei seiner Bewerbung von dem bekannten Petersburger Sibirien Forscher Alexander Theodor von Middendorff 1815 1894 unterstutzt Auf dem Weg von Westeuropa nach Sibirien nahm von Ditmar unter anderem Tiefenforschungen in Jakutsk vor und untersuchte weiter westlich Eismulden in der sibirischen Landschaft Vor dem Einbruch des Winters 1851 erreichte von Ditmar mit zwei begleitenden Soldaten erstmals Kamtschatka Dort erschwerten das raue Klima und die unwirtliche Landschaft die Arbeit der Expedition Sie bewegte sich hauptsachlich auf Flussen fort Ausserdem musste der Sredinny Hohenrucken uberwunden werden Zwischen 1851 und 1854 unternahm von Ditmar dennoch neun grossere und kleinere Forschungsreisen nach Kamtschatka wahrend derer er sich mit dem geologischen Aufbau Kamtschatkas und seiner Bodenschatze vertraut machte Ausserdem sammelte er in grossem Umfang botanisches und ethnographisches Material In ausfuhrlichen Tagebuchern hielt er seine Eindrucke fest 1856 veroffentlichte er die erste geologische Karte Kamtschatkas Forschungsarbeiten BearbeitenVon Ditmars besonderes Interesse galt dem Vulkanismus Kamtschatkas Er war der Ansicht dass die Vulkane miteinander durch Tunnel in Verbindung stunden Von Ditmar benannte auch siebzehn Vulkane die bisher unentdeckt geblieben waren Ausfuhrlich beschrieb er den Ausbruch des Vulkans Awatscha am 27 Mai 1855 Im Sommer 1858 hielt sich von Ditmar in Berlin auf um seine Thesen und Anschauungen mit den fuhrenden Geologen und Mineralogen der Zeit zu diskutieren Seine Kollektion erregte grosses Aufsehen Von Ditmar lieh die offiziell dem Mineralogiemuseum in Sankt Petersburg unterstehende petrologische Sammlung mit dem vollstandigen Katalog Alexander von Humboldt 1769 1859 aus Nach Humboldts Tod galt sie tragischerweise als verschollen Erst sehr viel spater wurde sie in Berlin wieder aufgefunden Von besonderem Interesse sind auch die ethnographischen Forschungsarbeiten von Ditmars Er beschrieb die Sitten und Gebrauche der Ureinwohner Kamtschatkas vor allem der Itelmenen und Korjaken die von Ditmar bereits als stark russifiziert bezeichnet wurden sowie der Tschuktschen Er wies als erster die Sprachverwandtschaft zwischen dem Tschuktschischen und dem Korjakischen nach Ruckkehr nach Livland Bearbeiten1851 erwarb von Ditmars Mutter fur ihren Sohn den Gutshof Karu im Kirchspiel Vandra Dorthin zog sich von Ditmar nach seiner Ruckkehr aus Kamtschatka zuruck Er grundete dort den ersten Kindergarten Livlands Seit 1880 war er Schulrevident und Ordnungsrichter in Dorpat und Werro dem Ordnungsgerichtskreis Dorpat Von 1857 bis 1887 veroffentlichte er nur wenige Artikel uber seine Reisen nach Kamtschatka hielt einige Vortrage und befasste sich fast vollstandig mit seinem Gut Erst 1887 zog er nach Dorpat um sich wieder der Wissenschaft zu widmen Im Februar 1890 wurde seine Monographie uber die Entdeckungsreisen fertiggestellt Darin zeigt er sich als Meister der genauen Landschafts und Naturbeschreibungen und als guter Zeichner 1892 starb Karl von Ditmar Er liegt heute in Tartu begraben Der zweite Teil seiner Monographie erschien erst im Jahre 1900 postum Nach von Ditmar ist heute ein 1301 m hoher Vulkan Lage 53 859722222222 159 53277777778 1301 auf Kamtschatka benannt Eine von ihm beschriebene Waldhyazinthe tragt den Namen Plathantera ditmariana Werke BearbeitenBeitrage zur Kenntniss des Russischen Reiches und der angranzenden Lander Asiens Folge 3 Hrsg von Leopold von Schrenck und Carl Johann Maximowicz Band 7 Reisen und Aufenthalt in Kamtschatka in den Jahren 1851 1855 Karl von Ditmar Theil 1 Historischer Bericht nach den Tagebuchern Sankt Peterburg Kaiserliche Akademie der Wissenschaften 1890 Beitrage zur Kenntniss des Russischen Reiches und der angranzenden Lander Asiens Folge 3 Hrsg von Leopold von Schrenck und Carl Johann Maximowicz Band 8 Reisen und Aufenthalt im Kamtschatka in den Jahren 1851 1855 Karl von Ditmar Theil 2 Allgemeines uber Kamtschatka Abth 1 Sankt Petersburg Kaiserliche Akademie der Wissenschaften 1900 postum Nachdruck beider Bande 1970Literatur BearbeitenErki Tammiksaar Carl von Ditmar 1822 92 a geologist in Kamchatka In Polar Record 2003 S 248 250Weblinks BearbeitenLiteratur von und uber Karl von Ditmar im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek Baltische Historische Kommission Hrsg Eintrag zu Karl von Ditmar In BBLD Baltisches biografisches Lexikon digital Tammiksaar Erki Carl von Ditmar unustusse vajunud maadeuurija 1822 1892 estnisch PDF Datei 133 kB Biographie russisch Album academicum der Kaiserlichen Universitat Dorpat Dorpat 1889Normdaten Person GND 116142871 OGND AKS LCCN n84130727 VIAF 77059642 Wikipedia Personensuche PersonendatenNAME Ditmar Karl vonKURZBESCHREIBUNG deutschbaltischer Entdecker und NaturforscherGEBURTSDATUM 8 September 1822GEBURTSORT Vana VandraSTERBEDATUM 25 April 1892STERBEORT TartuAbgerufen von https de wikipedia org w index php title Karl von Ditmar amp oldid 212742467, wikipedia, wiki, deutsches

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