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Karakol

Karakol hat aufgrund seiner strategisch wichtigen Lage an einem der Pässe, wo die Seidenstraße über den Tianshan führt, eine lange Geschichte als Handelsplatz.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts dehnte sich das Khanat Kokand bis zum Yssykköl aus. Die kirgisischen Stammesführer konnten dem militärisch stärkeren Khanat keinen Widerstand leisten und suchten deshalb Hilfe bei den kasachischen Stämmen, den Russen und den Chinesen. Das russische Militär konnte bei der Expansion des Zarenreiches in Zentralasien die Region um den Yssykköl erst spät unter ihre Kontrolle bringen. Im Jahre 1869 wurde Karakol zu einem russischen Verwaltungszentrum mit Stützpunkt der Kosaken. Die Stadt selbst wurde am 1. Juli 1869 gegründet und entwickelte sich, als Forschungsreisende in die Gegend kamen, um die Gebirgsregion zwischen China und Kirgisistan zu erforschen. Nach 1877 wuchs die Stadt schnell, vor allem, weil chinesische Muslime (Dunganen) auf der Flucht vor religiöser Verfolgung aus der naheliegenden chinesischen Region Sinkiang in die Stadt kamen. Hier errichteten sie eine Moschee ganz aus Holz, angeblich ohne einen Nagel zu verwenden.

Dunganen-Moschee, errichtet 1907–1910

1888, als der russische Militär und Geograph Nikolai Prschewalski während der Vorbereitungen zu einer Forschungsreise nach Tibet in Karakol an Typhus gestorben und dort begraben worden war, wurde die Stadt zu seiner Ehre in Prschewalsk umbenannt. Nach örtlichen Protesten wurde sie 1920 wieder in Karakol umbenannt, dann aber bereits 1939 wiederum in Prschewalsk. Erst 1991, nach der Unabhängigkeit Kirgisistans, erhielt die Stadt den ursprünglichen Namen Karakol zurück.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam es zu einem Zustrom russischer Siedler, erste Schulen und andere öffentliche Gebäude wurden eröffnet. Nach der Gründung der Sowjetunion dauerte es wiederum lange, bis die sowjetische Kontrolle über die Region hergestellt werden konnte, danach wurden zahlreiche Investitionen in die wirtschaftliche Entwicklung getätigt, unter anderen wurde 1934 der Flughafen Karakol gebaut. Im Jahre 1939 wurde das Gebiet Yssykköl eingerichtet, Karakol wurde zu dessen Zentrum erhoben, Grenztruppen wurden stationiert. Im Jahre 1940 wurde die Staatliche Yssykköl-Universität gegründet.

Die Bevölkerungszählung von 1979 ergab 50.800 Einwohner, die Zählung 1999 ergab 65.400 Einwohner. In Karakol leben vor allem Kirgisen und kleinere Gruppen von Russen, Ukrainern und Dunganen.

Heute lebt Karakol vor allem von Handel, Leichtindustrie, der Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte und dem Tourismus. Seit 1991 entwickelt sich der Tourismus aufgrund von Reisenden, die die Seidenstraße von Turpan in Richtung Bischkek fahren. Im Jahre 1996 wurde eine Freie Wirtschaftszone eingerichtet.

Russisch-orthodoxe Kirche, errichtet 1895

Prschewalskis Grab und das Prschewalski-Museum befinden sich etwa 12 km nordwestlich von Karakol in Pristan-Prschewalski, in einem Gedenkpark am Ufer eines Arms des Yssykköl-Sees, wo die sowjetische Marine ihre geheimen Torpedotests durchführte und die russische Marine heute eine Testbasis zur U-Boot-Jagd betreibt. Sven Hedin besuchte das Grab im Jahr 1891.

An Sehenswürdigkeiten bietet die Stadt eine hölzerne Moschee, die von chinesischen Facharbeitern und ortsansässigen Dunganen zwischen 1907 und 1910 für die örtlichen Dunganen vollständig ohne metallene Nägel errichtet wurde, und eine ebenfalls hölzerne orthodoxe Kirche von 1895, die während der Sowjetzeit als Klub und Warenlager benutzt und danach restauriert wurde und heute wieder in Gebrauch ist.

Touristisch ist Karakol als Ausgangspunkt für Trekkingtouren und für Bergsteiger von Interesse, die die Berge des Tianshan zum Ziel haben. In der Nähe der Stadt verläuft der „Kyrgyzstan Trail“, ein 2007 neu konzipierter Fernwanderweg, der die Gebirgsketten der Yssykköl-Region in Kirgisistan erschließt und miteinander verbindet.

Auch der Viehmarkt von Karakol hat neben seiner ökonomischen Bedeutung für die Stadt inzwischen auch eine touristische Relevanz als beliebte Station für Reisende in der Region.

Blick auf den Viehmarkt von Karakol
  • Inneres der Dunganenmoschee

  • Traditionelle Musiker in Karakol

  • Nikolai M. Prschewalski, 1888 in Karakol verstorben

  • (russisch)
  1. Rafis Abazov: Historical dictionary of Kyrgyzstan. Scarecrow Press, Lanham MD 2004, ISBN 0-8108-4868-6,S.156–158.
  2. Kay Tschersich: Kirgistan, Terskej-Alatau-Traverse von Kyzyl Suu nach Ak Suu, Trekking im Tienschan (OutdoorHandbuch, Band 151). Conrad Stein Verlag, Welver 2005, ISBN 3-89392-551-1, S. 84.
  3. RIA Novosti, 6. April 2009: (Memento vom 10. April 2009 im Internet Archive)
Normdaten (Geografikum): GND:(, ) | VIAF:

Karakol
karakol, stadt, kirgisistan, sprache, beobachten, bearbeiten, titel, dieses, artikels, mehrdeutig, weitere, bedeutungen, sind, unter, begriffsklärung, aufgeführt, Караколbasisdatenstaat, kirgisistan, kirgisistangebiet, yssykkölkoordinaten, 483333333333, 1780, . Karakol Stadt in Kirgisistan Sprache Beobachten Bearbeiten Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig Weitere Bedeutungen sind unter Karakol Begriffsklarung aufgefuhrt Karakol KarakolKarakolBasisdatenStaat Kirgisistan KirgisistanGebiet YssykkolKoordinaten 42 29 N 78 24 O 42 483333333333 78 4 1780 Koordinaten 42 29 0 N 78 24 0 OHohe 1780 mFlache 48 05 km Einwohner 68 800 2010 Bevolkerungsdichte 1 432 Einwohner je km Telefonvorwahl 996 3922Postleitzahl 722200Struktur und VerwaltungGemeindeart Stadt Karakol russisch kirgisisch Karakol mit der Bedeutung schwarzer See Beleg fehlt schwarze Hand 1 1889 1920 und 1939 1991 Prschewalsk 1 ist eine Stadt von etwa 68 800 Einwohnern in Kirgisistan Sie liegt ungefahr 386 km ostlich von Bischkek 5 km sudlich des ostlichen Endes des Yssykkol Sees sowie etwa 150 km von der heutigen chinesischen Grenze entfernt auf einer Seehohe zwischen 1690 und 1825 m 1 Sie ist administrative Hauptstadt des Gebiets Yssykkol Karakol ist nicht zu verwechseln mit der weitaus kleineren Stadt Karakol im Gebiet Dschalalabat Durch die Stadt fliesst der gleichnamige Fluss Karakol Inhaltsverzeichnis 1 Geschichte 2 Sehenswurdigkeiten 3 Sohne und Tochter der Stadt 4 Galerie 5 Siehe auch 6 Weblinks 7 EinzelnachweiseGeschichte BearbeitenKarakol hat aufgrund seiner strategisch wichtigen Lage an einem der Passe wo die Seidenstrasse uber den Tianshan fuhrt eine lange Geschichte als Handelsplatz 1 Zu Beginn des 19 Jahrhunderts dehnte sich das Khanat Kokand bis zum Yssykkol aus Die kirgisischen Stammesfuhrer konnten dem militarisch starkeren Khanat keinen Widerstand leisten und suchten deshalb Hilfe bei den kasachischen Stammen den Russen und den Chinesen Das russische Militar konnte bei der Expansion des Zarenreiches in Zentralasien die Region um den Yssykkol erst spat unter ihre Kontrolle bringen Im Jahre 1869 wurde Karakol zu einem russischen Verwaltungszentrum mit Stutzpunkt der Kosaken 1 Die Stadt selbst wurde am 1 Juli 1869 gegrundet und entwickelte sich als Forschungsreisende in die Gegend kamen um die Gebirgsregion zwischen China und Kirgisistan zu erforschen Nach 1877 wuchs die Stadt schnell vor allem weil chinesische Muslime Dunganen auf der Flucht vor religioser Verfolgung aus der naheliegenden chinesischen Region Sinkiang in die Stadt kamen Hier errichteten sie eine Moschee ganz aus Holz angeblich ohne einen Nagel zu verwenden 2 Dunganen Moschee errichtet 1907 1910 1888 als der russische Militar und Geograph Nikolai Prschewalski wahrend der Vorbereitungen zu einer Forschungsreise nach Tibet in Karakol an Typhus gestorben und dort begraben worden war wurde die Stadt zu seiner Ehre in Prschewalsk umbenannt Nach ortlichen Protesten wurde sie 1920 wieder in Karakol umbenannt dann aber bereits 1939 wiederum in Prschewalsk Erst 1991 nach der Unabhangigkeit Kirgisistans erhielt die Stadt den ursprunglichen Namen Karakol zuruck 1 Zu Beginn des 20 Jahrhunderts kam es zu einem Zustrom russischer Siedler erste Schulen und andere offentliche Gebaude wurden eroffnet Nach der Grundung der Sowjetunion dauerte es wiederum lange bis die sowjetische Kontrolle uber die Region hergestellt werden konnte danach wurden zahlreiche Investitionen in die wirtschaftliche Entwicklung getatigt unter anderen wurde 1934 der Flughafen Karakol gebaut Im Jahre 1939 wurde das Gebiet Yssykkol eingerichtet Karakol wurde zu dessen Zentrum erhoben Grenztruppen wurden stationiert Im Jahre 1940 wurde die Staatliche Yssykkol Universitat gegrundet 1 Die Bevolkerungszahlung von 1979 ergab 50 800 Einwohner die Zahlung 1999 ergab 65 400 Einwohner In Karakol leben vor allem Kirgisen und kleinere Gruppen von Russen Ukrainern und Dunganen 1 Heute lebt Karakol vor allem von Handel Leichtindustrie der Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte und dem Tourismus Seit 1991 entwickelt sich der Tourismus aufgrund von Reisenden die die Seidenstrasse von Turpan in Richtung Bischkek fahren Im Jahre 1996 wurde eine Freie Wirtschaftszone eingerichtet 1 Sehenswurdigkeiten Bearbeiten Russisch orthodoxe Kirche errichtet 1895 Prschewalskis Grab und das Prschewalski Museum befinden sich etwa 12 km nordwestlich von Karakol in Pristan Prschewalski in einem Gedenkpark am Ufer eines Arms des Yssykkol Sees wo die sowjetische Marine ihre geheimen Torpedotests durchfuhrte und die russische Marine heute eine Testbasis zur U Boot Jagd betreibt 3 Sven Hedin besuchte das Grab im Jahr 1891 An Sehenswurdigkeiten bietet die Stadt eine holzerne Moschee die von chinesischen Facharbeitern und ortsansassigen Dunganen zwischen 1907 und 1910 fur die ortlichen Dunganen vollstandig ohne metallene Nagel errichtet wurde und eine ebenfalls holzerne orthodoxe Kirche von 1895 die wahrend der Sowjetzeit als Klub und Warenlager benutzt und danach restauriert wurde und heute wieder in Gebrauch ist Touristisch ist Karakol als Ausgangspunkt fur Trekkingtouren und fur Bergsteiger von Interesse die die Berge des Tianshan zum Ziel haben In der Nahe der Stadt verlauft der Kyrgyzstan Trail ein 2007 neu konzipierter Fernwanderweg der die Gebirgsketten der Yssykkol Region in Kirgisistan erschliesst und miteinander verbindet Auch der Viehmarkt von Karakol hat neben seiner okonomischen Bedeutung fur die Stadt inzwischen auch eine touristische Relevanz als beliebte Station fur Reisende in der Region Blick auf den Viehmarkt von KarakolSohne und Tochter der Stadt BearbeitenMarlen Spindler 1931 2003 russischer Nonkonformist Rosa Utschkempirowa 1943 Wirtschaftswissenschaftlerin und Politikberaterin Jelena Proskurakowa 1985 Judoka Atai Omursakow 1990 Tanzer und Grunder der Robo Dance Gruppe Tumar KR welche bei verschiedenen Talent Shows erfolgreich war Darja Maslowa 1995 LeichtathletinGalerie Bearbeiten Inneres der Dunganenmoschee Traditionelle Musiker in Karakol Nikolai M Prschewalski 1888 in Karakol verstorbenSiehe auch BearbeitenListe der Stadte in KirgisistanWeblinks BearbeitenKarakol russisch Einzelnachweise Bearbeiten a b c d e f g h i Rafis Abazov Historical dictionary of Kyrgyzstan Scarecrow Press Lanham MD 2004 ISBN 0 8108 4868 6 S 156 158 Kay Tschersich Kirgistan Terskej Alatau Traverse von Kyzyl Suu nach Ak Suu Trekking im Tienschan OutdoorHandbuch Band 151 Conrad Stein Verlag Welver 2005 ISBN 3 89392 551 1 S 84 RIA Novosti 6 April 2009 Russland zahlt mit Waffen fur Militarprasenz in Kirgisien Memento vom 10 April 2009 im Internet Archive Normdaten Geografikum GND 4231000 3 OGND AKS VIAF 246168663Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Karakol amp oldid 213482920, wikipedia, wiki, deutsches

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