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Japan

Der Landesname setzt sich aus den Zeichen (Aussprache ni, „Tag, Sonne“) und (Aussprache hon, „Ursprung, Wurzel, Beginn“) zusammen. Japan ist deshalb auch als das „Land der aufgehenden Sonne“ bekannt. Der zusammengesetzte Begriff kann sowohl Nippon (にっぽん) als auch Nihon (にほん) ausgesprochen werden: Während Nippon eher in der formalen Sprache, auf japanischem Geld und Briefmarken sowie bei internationalen Veranstaltungen verwendet wird, kommt in der Alltags- und Umgangssprache Nihon häufiger vor.

Die Nomenklatur des Landesnamens stammt von der offiziellen Korrespondenz der japanischen Herrscher mit der chinesischen Sui-Dynastie (6.–7. Jahrhundert) und bezieht sich auf die von China aus gesehen östliche Lage des Landes. Die rein japanische Lesung anstelle des sinojapanischen Nihon oder Nippon ist Hi no Moto (no Kuni) (日[の]本([の]国)). Zuvor war das Land als Wakoku (倭国, „Land der Wa“) bekannt, wobei Wa () erst ein Demonym war und dann auch für das Land als Ganzes verwendet wurde. Da das von den Chinesen verwendete Schriftzeichen als „Zwerg“ verstanden werden kann, wurde dieses später in Japan durch das homophone „Harmonie“ ersetzt. Beide Schriftzeichen wurden üblicherweise auch mit dem Präfix „groß“ verwendet, um die historische Bezeichnung Yamato zu schreiben, welches im engeren Sinne die Provinz Yamato, die Keimzelle des japanischen Kaiserreichs, bedeutet und damit als pars pro toto im weiteren Sinne auch das ganze Land. Eventuell ist Yamato identisch mit dem Wa-Land Yamatai, das in chinesischen Quellen aus dem 3. Jahrhundert beschrieben wird.

Der Name „Japan“ ist ein Exonym, das sich vermutlich von einer Mandarin- oder Wu-Aussprache der Schriftzeichen ableitet. So gab etwa Marco Polo den chinesischen Begriff für Japan (chinesisch日本國 /日本国, Pinyin rìběnguó) als Cipangu wieder. Das ältere malaiische Wort für Japan, Jepang (heute Jepun), wurde ebenfalls einem vermutlich südchinesischen Dialekt entlehnt. Portugiesische Händler, die im 16. Jahrhundert in Malakka auf den Begriff Jepang stießen, brachten ihn dann mit nach Europa. Im Englischen findet sich der Landesname in der Schreibweise „Giapan“ zum ersten Mal in einem Brief aus dem Jahr 1565.

Mythologische Namen sind Toyo-ashi-hara no chi-aki no naga-i-ho-aki no mizu-ho no kuni (豐葦原之千秋長五百秋之水穗國, dt. „Land der üppigen Schilfgefilde, 1000 Herbste, langen 500 Herbste und der fruchtbaren Reisähren“) im Kojiki, Toyo-ashi-hara no chi-i-ho-aki no mizu-ho no kuni (豐葦原千五百秋瑞穂之地, dt. „Land der üppigen Schilfgefilde, der 1500 Herbste und der fruchtbaren Reisähren“) im Nihonshoki, kurz auch Toyoashihara no kuni (豊葦原国) und Mizuho no kuni (瑞穂国), Ashihara no naka-tsu-kuni (in Kojiki und Nihon Shoki:葦原中國, dt. „Land der Mitte [zwischen dem Himmel Takamanohara und der Unterwelt Yomi no kuni] der Schilfgefilde“) sowie Ōyashima no Kuni (Kojiki:大八嶋國, Nihon Shoki:大八洲國, dt. „Land der großen acht Inseln“), kurz auch Yashima.

Der zweite Bestandteil koku („Land, Staat“) im offiziellen Landesnamen Nihon-koku, aus dem sich der vollständige Name „Staat Japan“ oder „Japanischer Staat“ ergibt, wird in europäischen Sprachen oft nicht übersetzt. Dort wird der amtliche Landesname meist nur als „Japan“ ohne Zusatz wiedergegeben.

Satellitenaufnahme Japans 1999
Hauptartikel: Geographie Japans

Japan ist ein Inselstaat und besteht im Wesentlichen aus einer Inselkette, die sich entlang der Ostküste Asiens erstreckt. Japan hat insgesamt 6.852 Inseln, die sich entlang der Pazifikküste erstrecken. Es ist über 3000 Kilometer lang vom Ochotskischen Meer bis zur Philippinensee im Pazifischen Ozean. Japan ist das viertgrößte Inselland der Welt und das größte Ostasiens. Das Gesamtgebiet beträgt 377.975,24 km² (2019). Die vier großen Hauptinseln sind Hokkaidō im Norden, die zentrale und größte Insel Honshū sowie daran nach Süden anschließend die Inseln Shikoku und Kyūshū. In einigen Quellen wird zusätzlich als fünfte Hauptinsel das deutlich kleinere und noch weiter südlich gelegene Okinawa gezählt. Dazu kommen 6847 kleinere Inseln (von min. 100 m Umfang bei Hochwasser), die sich vor allem in der Seto-Inlandsee, in der Kette der Ryūkyū-Inseln und Nampō-shotō konzentrieren. Honshū ist etwas größer als Großbritannien. Insgesamt hat Japan eine Küstenlänge von 33.574 km, was zum Vergleich etwa 84 % des Erdumfangs entspricht. Wegen seiner vielen abgelegenen Inseln hat Japan die achtgrößte Ausschließliche Wirtschaftszone in der Welt mit einer Fläche von 4.470.000 km². Japan hat keine Landgrenzen zu anderen Staaten. Benachbarte Staaten sind Russland, Nordkorea, Südkorea, China und Taiwan.

Über den gesamten Archipel verläuft eine Gebirgskette, die mehr als zwei Drittel der Landmasse Japans ausmacht. Der höchste Berg Japans ist der Fujisan auf der Hauptinsel Honshū mit 3776 m über dem Meeresspiegel. Landwirtschaft, Industrie und Besiedlung sind auf rund 20 % der Landfläche beschränkt. In den großen Ebenen haben sich die Hauptballungsgebiete entwickelt: Kantō (mit Tokio und Yokohama in der Kantō-Ebene), Kansai bzw. Keihanshin (mit Osaka, Kyōto und Kōbe in der Osaka-Ebene), Chūkyō (mit Nagoya in der Nōbi-Ebene) und Kitakyūshū-Fukuoka in der Tsukushi-Ebene. Aufgrund des Mangels an Flachland werden Berghänge durch Terrassenfeldbau kultiviert.

Geologie

In Japan treffen vier tektonische Platten aufeinander:

  1. die Nordamerikanische Platte im Norden
  2. die Eurasische Platte im Westen,
  3. die Philippinische Platte im Süden
  4. die Pazifische Platte im Osten,

die sich mit einigen Zentimetern pro Jahr gegeneinander bewegen. Teile der Pazifischen Platte schieben sich dort unter die Kontinentalplatte Eurasiens, was zu Vulkanismus und häufigen Erdbeben führt. Die anhaltende Bewegung (Subduktion) der Krustenteile, die zu einer langsamen Verkleinerung des Pazifiks führt, lässt deren großräumige Verschweißung nicht zu, im Gegensatz etwa zu Indien und den sog. Terraneen anderer Kontinentalränder.

Von den etwa 240 Vulkanen des pazifischen Feuerringes sind 40 aktiv. In der gesamten Region gibt es nahezu täglich leichtere Erdbeben, in größeren Abständen auch schwere (z. B. Großes Kantō-Erdbeben 1923, Erdbeben von Kōbe 1995 oder das Tōhoku-Erdbeben 2011). Jedes Jahr findet zum Jahrestag des Kanto-Erdbebens im September eine Übung zum Katastrophenschutz statt. Besonders Tokio ist einem hohen Erdbebenrisiko ausgesetzt (siehe Erdbeben in Tokio).

Am 11. März 2011 erschütterte ein heftiges Erdbeben den ganzen Staat. Das Tōhoku-Erdbeben war das stärkste Erdbeben in der japanischen Geschichte mit einer Stärke von 9,0 MW. Durch das Beben wurden ein Tsunami sowie eine Serie katastrophaler Unfälle im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi ausgelöst.

In den letzten tausend Jahren starben in Japan über 160.000 Menschen durch Tsunamis. Das Land verfügt heutzutage durch Messbojen im Pazifischen Ozean über ein effektives Tsunami-Frühwarnsystem. Für die Bevölkerung finden regelmäßig Trainingsprogramme statt, viele japanische Küstenstädte schützen sich durch das Errichten hoher Deiche. Diese Wälle aus Stahlbeton sind teilweise 10 Meter hoch, bis zu 25 Meter tief und mit stabilen Metalltoren ausgestattet.

Klima

Die japanische Inselkette erstreckt sich in einem langen Bogen von Norden (45. Breitengrad, Hokkaidō) nach Süden (20. Breitengrad, Okinotorishima). Daher ist das Klima in Japan sehr unterschiedlich ausgeprägt; von der kalt-gemäßigten Klimazone in Hokkaidō mit kalten und schneereichen Wintern bis in die Subtropen in der Präfektur Okinawa. Dazu kommt der Einfluss von Winden – im Winter vom asiatischen Kontinent zum Meer und im Sommer vom Meer zum Kontinent. Im späten Juni und frühen Juli fällt im Süden ein Großteil des Jahresniederschlages als monsunartige Regenfront (梅雨前線, baiu zensen).

Im Frühsommer beginnt die Taifun-Saison, bei der vor allem der Süden und der Südwesten Japans von über dem Pazifischen Ozean entstehenden Wirbelstürmen betroffen sind (z. B. von Taifun Tokage und Taifun Conson im Jahr 2004). Statistisch gesehen erreichen Japan die meisten Taifune im September, obwohl sie im Pazifikraum im August am häufigsten sind. Der stärkste je aufgezeichnete Taifun Japans war der Ise-wan-Taifun von 1959. Seine Auswirkungen waren verheerend: Über 5000 Menschen kamen ums Leben. Die Winde tragen auch dazu bei, dass Japan verstärkt von transnationaler Umweltverschmutzung betroffen ist.

Japan kann wegen seiner breit gefächerten geographischen Verhältnisse in sechs Hauptklimaregionen eingeteilt werden:

  • Hokkaidō: nicht sonderlich starke Niederschläge, während der langen kalten Winter größere Schneeverwehungen
  • Japanisches Meer: Der Nordwestwind im Winter bringt starken Schneefall. Im Sommer ist diese Region kühler als die pazifische Region, jedoch gibt es hier öfter Föhn.
  • Zentrales Hochland: starke Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter sowie Tag und Nacht, geringe Niederschläge
  • Seto-Inlandsee: Die Berge der Region Chūgoku und Shikoku halten den Wind auf und führen zu einem ganzjährig milden Klima.
  • Pazifikregion: kalte Winter mit geringem Schneefall und heiße trockene Sommer
  • Nansei-Inseln (Ryūkyū-Inseln): subtropisches Klima mit warmen Wintern und heißen Sommern. Starke Niederschläge vor allem während der Regenzeit, regelmäßig auftretende Taifune.

Flora und Fauna

Kirschblüten des Yoshino-yama waren Gegenstand vieler Theaterstücke und Waka-Gedichte
Japanmakaken in einer heißen Quelle im Jigokudani-Affenpark
Hauptartikel: Flora und Fauna Japans

Japan ist zu großen Teilen (66,8 %) von Bergwäldern bedeckt. Im Inland Japans finden sich eine Reihe von Gebirgsketten, die die Waldgrenze überschreiten. Durch die Position als vorgelagerte Inselkette hat sich eine zwar mit „Kontinentalasien“ verwandte, aber dennoch vielfach eigenständige Flora und Fauna entwickelt. Die Ogasawara-Inseln (auch: Bonin-Inseln), 1000 km südöstlich von Tokio, werden wegen ihrer endemischen Spezies oft mit den Galapagosinseln verglichen.

Japan hat neun Ökoregionen, die das Klima und die Geographie der Inseln widerspiegeln. Sie reichen von subtropischen feuchten Laubwäldern auf den Ryūkyū- und Ogasawara-Inseln über gemäßigte Laub- und Mischwälder in den milden Klimaregionen der Hauptinseln bis hin zu gemäßigten Nadelwäldern in den kalten, winterlichen Teilen der Nordinseln. In Japan gibt es über 90.000 Tierarten, darunter der Braunbär, der Japanmakak, der japanische Waschbärhund, die große japanische Feldmaus und der Japanische Riesensalamander. Die Hauptinseln und die nahegelegenen Nachbarinseln sind Teil der Paläarktischen Florenregion. Die Ryūkyū-Inseln sind Teil der Indomalaiischen Region, während die Ogasawara-Inseln zu Ozeanien gerechnet werden.

Ein großes Netzwerk von Nationalparks wurde eingerichtet, um wichtige Bereiche der Flora und Fauna sowie 37 Feuchtgebiete von Ramsar zu schützen. Vier Welterbe sind aufgrund ihres außergewöhnlichen natürlichen Wertes in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen worden.

Säugetiere
An Großsäugetieren gibt es unter anderem den Braunbären auf Hokkaidō, auf Honshū den asiatischen Schwarzbären, den Sikahirsch und den japanischen Serau (eine Ziegenantilope). Unter den einheimischen Arten findet sich der Japanmakak auf den drei Hauptinseln Honshū, Shikoku und Kyūshū, sowie auf etlichen vorgelagerten Inseln. Mit einer Verbreitung bis zur Shimokita-Halbinsel in der Präfektur Aomori bildet er damit – abgesehen vom Menschen – die nördlichste Affenpopulation der Welt.
Die starke Besiedlung an den Küsten und in den japanischen Ebenen hat dazu geführt, dass einige Säugetierarten ausgestorben sind, so der Honshū-Wolf (Canis lupus hodophilax), der Japanische Seelöwe (Zalophus japonicus), der Seeotter und der Fischotter. Hunde und Katzen gibt es in Japan in einer breiten Auswahl an Rassen. Als typisch japanische Hunderasse wird der Shiba Inu angesehen.
Vögel
In Japan sind über 500 verschiedene Vogelarten gesichtet worden. Da die Inselgruppe in jeder Richtung von Meer umgeben ist, gehört eine Vielzahl davon zum Wassergeflügel. Japan ist eine wichtige Zwischenstation für Zugvögel. In Sibirien brütende Vögel finden hier ihr Winterquartier, während die in Japan brütenden Vögel im Winter in Richtung Südostasien ziehen. Auf diese Weise findet eine Vielzahl von Vogelarten ihren Weg nach Japan. In den Städten finden sich Krähen (besonders die Aaskrähe), Spatzen, Tauben und Rauchschwalben. Nationalvogel ist der Buntfasan. Der Nipponibis ist in Japan in freier Wildbahn ausgestorben. Allerdings leben immer noch einige hundert in einem Schutz- und Aufzuchtszentrum auf Sado sowie in freier Wildbahn in der Shaanxi-Provinz in China.
Meeresbewohner
Die japanischen Küstengewässer sind von kalten und warmen Meeresströmungen durchzogen, die an ihren Berührungslinien gute Wachstumsbedingungen für Plankton bieten. Das Land liegt an einer Belastungskante der Lithosphäre, durch deren Verschiebungen sich eine zerklüftete Küstenlinie gebildet hat. Dadurch bietet sich ein guter Lebensraum für eine Vielzahl von Fischarten. Die Gewässer vor der Sanriku-Küste (Präfekturen Miyagi und Iwate) und die nördlich anschließenden Meeresgebiete bis zu den Kurilen sind einer der drei reichsten Fischgründe in der Welt. In den Flüssen gibt es eine reichhaltige Zahl von Fischarten, begünstigt durch das regenreiche Klima. In den Brackwassergebieten der Flussmündungen gibt es eine Vielzahl von Muscheln. Problematisch ist die Gewässerverschmutzung und die Betonierung der Flussbetten, die zu einem Aussterben zahlreicher Arten geführt hat. In den 1970er Jahren gab es eine starke Umweltbewegung, die erste Erfolge dagegen verbuchen konnte. Wegen seiner Politik, den Walfang mit Beharrlichkeit gegen Tierschutz-Organisationen zu verteidigen, gerät Japan immer wieder in die Kritik.
Kulturpflanzen
Wichtigste Kulturpflanze in Japan ist der aus Korea eingeführte Reis, genau genommen Oryza sativa japonica (Kurzkornreis). Das Stroh wird für die Herstellung von Tatami verwendet. Historisches Arme-Leute-Essen ist die Hirse, da der Reis als Steuer entrichtet werden musste. Ebenfalls angebaut werden verschiedene Bohnensorten, unter anderem die Adzukibohne, und eine Reihe von Gemüsen, darunter Ingwer, Rettich und Spinat. Heimisch sind außerdem verschiedene Zitruspflanzen wie die Amanatsu, darüber hinaus wurde eine Reihe von Obst- und Gemüsesorten eingeführt. Zur traditionellen japanischen Küche gehören außerdem Seetang (beispielsweise Nori) und Meeresalgen (Wakame). Traditionelle japanische Häuser werden unter anderem aus dem Holz der Sicheltanne gebaut. Von nationaler Bedeutung sind die Teepflanze und verschiedene Binsenarten zur Herstellung der Tatami-Matten (Flatterbinse und Dochtbinse).
  • Der Shiba-Inu, eine beliebte Hunderasse

  • Wälder bedecken 66 % der Landesfläche

  • Die Koi werden in Japan als Zierfische gezüchtet

  • Die Japanische Rotkiefer ist der am weitesten verbreitete Nadelbaum Japans

Schutzgebiete

Hauptartikel: Nationalparks in Japan

66,8 % des japanischen Territoriums sind von Wäldern bedeckt. Die Schutzgebiete in Japan sind unterteilt in Nationalparks, die vom Umweltministerium kontrolliert und verwaltet werden, und kleinere und weniger bekannte seminationale Parks, die direkt von den Präfekturen verwaltet werden und immer unter der Aufsicht des Ministeriums stehen. Zum 31. März 2017 gab es in Japan mit der Ausweisung des Amamiguntō-Nationalparks 34 Nationalparks und 56 Quasi-Nationalparks. Die Fläche der ersteren umfasst 21.949 km² (5,8 % der Landesfläche), während die letztere 13.614 km² (3,6 % der Gesamtfläche) umfasst. Darüber hinaus verteilen sich die 309 Präfekturparks auf eine Fläche von 19.608 km² (5,2 % der Gesamtfläche).

Verwaltungsgliederung

Die 20 „Großstädte per Regierungserlass“

Japan ist ein unitärer Staat, der lediglich klar umrissene Aufgaben an die untergeordneten Gebietskörperschaften weitergibt. Über die Frage, wie zentralistisch Japan in der Nachkriegszeit ist, diskutierte die Forschung. Besonders die finanzielle Abhängigkeit der Gebietskörperschaften war lange extrem groß („30 %-Autonomie“), in den letzten Jahrzehnten gab es einige Reformversuche zur fiskalischen Dezentralisierung.

Japan gliedert sich flächendeckend in drei Verwaltungsebenen, die Zentralregierung in Tokio, die 47 Präfekturen (todōfuken) und die kommunale Ebene (shikuchōson): Kreisfreie Städte (shi), Kleinstädte (chō oder machi), Dörfer (mura oder son) sowie in der Präfektur Tokio die 23 „[Sonder-]Bezirke“ ([tokubetsu-]ku).

Eine Grobunterteilung Japans bilden die acht Regionen, die aus einer oder mehreren Präfekturen bestehen. Sie sind keine Gebietskörperschaften, werden aber von der Verwaltung für bestimmte Zuständigkeitsbereiche (Außenstellen der Zentralregierung, regionale Gouverneurskonferenzen, Gerichtsbezirke) genutzt. Verschiedene Reformpläne für ein Dōshūsei sehen eine stärkere Rolle für die Regionen – in bestehender oder leicht veränderter Aufteilung – vor, um die Handlungsfähigkeit lokaler Regierungen zu erhöhen.

Historisch existierten bis in die 1920er Jahre die Landkreise (gun) als Verwaltungsebene zwischen Präfekturen und ländlichen Gemeinden (machi und mura). Sie waren im 19. Jahrhundert aus vormodernen Bezirken (kōri) hervorgegangen und werden bis heute für Ortsangaben zum Beispiel in Postadressen genutzt.

Ebene Verwaltung Führung der Exekutive Parlament
[Zentral-]Staat
(kuni)
Zentralregierung
(chūō-seifu)
Premierminister, Kabinett
(naikakusōridaijin, naikaku)
Parlament
(kokkai)
Präfekturen
(to-dō-fu-ken)
Präfekturregierung
(kenchō, fuchō, tochō, dōchō)
Gouverneur
(chiji)
Präfekturparlament
(kengikai, fugikai, togikai, dōgikai)
Gemeinden
(shi-[ku-]chō-son)
Stadt-/Gemeindeverwaltung
(shiyakusho, kuyakusho, machiyakuba, murayakuba)
Bürgermeister
(shichō, kuchō, chōchō, sonchō)
Stadt-/Gemeinderat
(shi[gi]kai, kugikai, chōgikai, songikai)

Präfekturen

Hauptartikel: Präfektur (Japan)

Die Präfekturen sind innerhalb der ihnen zustehenden Aufgaben relativ autonom und üben gemäß Kapitel acht der Verfassung lokale Selbstverwaltung aus. Finanziell sind sie stark auf die Zuweisungen der Zentralregierung angewiesen.

Die Präfekturen sind in Größe und Bevölkerungsdichte sehr unterschiedlich. Die meisten entfallen auf die Hauptinsel Honshū, während beispielsweise die zweitgrößte Insel Hokkaidō nur eine einzige Präfektur hat. Innerhalb der präfekturalen und der kommunalen Ebene gibt es – im Gegensatz zum nationalen Parlamentarismus – ein präsidentielles System, innerhalb dessen einerseits die Regierungs- und Verwaltungschefs und andererseits die Gemeindeversammlungen und Präfekturparlamente autonom gewählt werden.

Gemeinden

Hauptartikel: Gemeinde (Japan)

Die kommunale Selbstverwaltung wurde bereits im Kaiserreich Ende der 1880er Jahre nach preußischem Vorbild gestaltet und nach dem Pazifikkrieg unter US-geführter alliierter Besatzung in die heutige Form gebracht, als das Recht auf Selbstverwaltung auch auf die Präfekturen ausgedehnt wurde.

Einen Sonderstatus unter den Gemeinden haben die 20 „Großstädte per Regierungserlass“ (seirei shitei toshi). Voraussetzung für die Ernennung sind unter anderem eine Mindestbevölkerung von 500.000 Einwohnern sowie die Zustimmung von Stadtrat und Präfekturparlament. Die seirei shitei toshi sind in [Stadt-]Bezirke (Ku) unterteilt und übernehmen verschiedene Verwaltungsaufgaben, die sonst den Präfekturen zustehen. Die Städte sind absteigend nach Bevölkerungszahl: Yokohama, Osaka, Nagoya, Sapporo, Kōbe, Fukuoka, Kyōto, Kawasaki, Saitama, Hiroshima, Sendai, Kitakyūshū, Chiba, Sakai, Niigata, Hamamatsu, Kumamoto, Sagamihara, Shizuoka und Okayama. Obwohl einige Bezirke der Präfektur Tokio die nötige Bevölkerungszahl überschreiten, können sie sich als „Sonderbezirke“ nicht um diesen Status bewerben.

Bevölkerungsentwicklung (Mio.)
Hauptartikel: Demografie Japans und Japaner
Japan ist die älteste Gesellschaft weltweit

Die letzte Volkszählung aus dem Jahr 2010 weist eine Gesamtbevölkerung Japans von 128.056.026 Menschen aus. Die Einwohnerzahlen sind aber seit Jahren rückläufig, so gab das Ministerium für Innere Angelegenheiten und Kommunikation am 31. März 2012 eine Gesamtbevölkerung von 126.659.683 an. 2050 soll die Einwohnerzahl noch 107 Millionen betragen, womit Japan bis Mitte des Jahrhunderts 20 Millionen Einwohner verlieren würde.

Die japanische Gesellschaft ist ethnisch und linguistisch weitgehend homogen. Der Anteil der Ausländer an der Bevölkerung lag 2014 bei 2 Prozent.

Die durchschnittliche Lebenserwartung der japanischen Bevölkerung betrug im Zeitraum von 2010 bis 2015 83,3 Jahre (Männer: 80,0 Jahre, Frauen: 86,4 Jahre). Nur Hongkong hatte eine höhere Lebenserwartung. Japan ist damit der unabhängige Staat mit der weltweit höchsten Lebenserwartung.

Aktuelle Probleme der japanischen Gesellschaft sind Überalterung, Jugendarbeitslosigkeit und ein Rückgang der Geburtenziffer. Politisch und gesellschaftlich scheint es unmöglich, eine verstärkte Immigration zuzulassen. Das Median-Alter betrug 2015 in Japan 46,3 Jahre, womit es die älteste Gesellschaft der Welt war.

Die zehn größten Städte nach Einwohnern

Rang Name Präfektur Region Einwohner (2020) Metropolregion
(nach MIC-Def.)
Erweiterte
Metropolregion (2015)
01 Tokio Tokio Kantō 9.744.534 Kantō/Tokio 37.273.866
02 Yokohama Kanagawa Kantō 3.778.318 Kantō/Tokio 37.273.866
03 Osaka Osaka Kinki 2.754.742 Kinki/Keihanshin 19.302.746
04 Nagoya Aichi Chūbu/Tōkai 2.333.406 Chūkyō 9.363.221
05 Sapporo Hokkaidō Hokkaidō 1.975.065 Sapporo 2.636.254
06 Fukuoka Fukuoka Kyūshū 1.613.361 Kitakyūshū-Fukuoka 5.538.142
07 Kawasaki Kanagawa Kantō 1.539.081 Kantō/Tokio 37.273.866
08 Kōbe Hyōgo Kinki 1.527.022 Kinki/Keihanshin 19.302.746
09 Kyōto Kyōto Kinki 1.464.890 Kinki/Keihanshin 19.302.746
10 Saitama Saitama Kantō 1.324.591 Kantō/Tokio 37.273.866

Volkszählungen 2020 und 2015

Minderheiten

Sprache und Schrift

Die Landessprache ist Japanisch und wird von nahezu der gesamten Bevölkerung und den meisten Minderheiten gesprochen. Es existieren zahlreiche regionale Dialekte. In der Schule wird als Fremdsprache am häufigsten Englisch gelehrt, es wird jedoch häufig kritisiert, dass sich der japanische Englischunterricht zu sehr auf das Bestehen des TOEIC-Tests konzentriere und nur unzureichende Kommunikationsfähigkeiten vermittele. Die zweithäufigste Fremdsprache ist Chinesisch.

Die japanische Sprache verwendet neben den chinesischen Schriftzeichen (Kanji) zwei eigene Silbenschriftsysteme (Hiragana und Katakana), die von chinesischen Schriftzeichen abgeleitet sind. Ortsnamen auf Straßenschildern, Bahnhöfe und Ähnliches sind meist in Kanji und in lateinischer Umschrift (Rōmaji) beschildert.

Minderheitensprachen autochthoner Völker in Japan sind das nicht mit dem Japanischen verwandte Ainu im Nordteil der Insel Hokkaido und die mit dem Japanischen verwandten, aber eine eigenständige Gruppe bildenden Ryūkyū-Sprachen auf den gleichnamigen Inseln.

Religion

Hauptartikel: Religion in Japan

In Japan haben immer mehrere religiöse Glaubensformen nebeneinander bestanden. Die wichtigsten sind der Shintō, der sich von der japanischen Urreligion herleitet, und der Buddhismus, der Japan im 5. oder 6. Jahrhundert erreichte. Heute gehören über 80 % der Japaner beiden Hauptreligionen gleichzeitig an, daher wird die religiöse Grundeinstellung in Japan als synkretistisch bezeichnet.

Shintō (dt. Weg der Kami) – oft auch als Shintoismus bezeichnet – ist der Glaube an die einheimischen Götter Japans, die Naturkräfte, aber auch vergöttlichte Ahnen verkörpern können. Shintō ist eine polytheistische Religion ohne Gründer und ohne festgelegte Lehren und beruht daher auf einem anderen Religionskonzept als die monotheistischen Schriftreligionen. Auch Jenseits- und Moralvorstellungen sind nicht deutlich herausgearbeitet und stark vom Buddhismus oder von chinesischen Konzepten beeinflusst. Im Grunde ist der Shintō ein Nebeneinander lokaler Traditionen mit einem gemeinsamen rituellen Kern. Viele Richtungen des Shintō berufen sich allerdings auf die Mythen des Altertums. In deren Mittelpunkt steht die Sonnengöttin Amaterasu, von der sich die Familiendynastie der japanischen Tennō herleitet.

Der japanische Buddhismus ist in viele verschiedene Sekten (Schulen, Richtungen) gegliedert, die fast alle dem Mahayana-Buddhismus angehören. Zu den bekanntesten buddhistischen Richtungen in Japan zählen der Zen-Buddhismus, der Amitabha-Buddhismus und der Nichiren-Buddhismus. In der Religion Japans gibt es darüber hinaus chinesische Einflüsse durch Daoismus und Konfuzianismus, die von Shintō und Buddhismus aufgenommen und integriert wurden.

Das Christentum spielte in der Geschichte Japans vor allem im 16. und 17. Jahrhundert eine gewisse Rolle, nimmt aber heute nur noch eine Randstellung ein.

Ein wichtiges Element stellen die „Neuen Religionen“ dar, die sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts immer stärker ausbreiten und oft eine eigenwillige Mischung aus Shintō, Buddhismus und anderen Weltreligionen propagieren. Seit dem Zweiten Weltkrieg herrscht gegenüber diesen Richtungen eine besonders große religiöse Toleranz, sodass gegenwärtig rund 300 solcher Glaubensgemeinschaften amtlich gelistet sind.

Gesundheit

Als Begründer der modernen westlichen Medizin in Japan gelten Erwin Bälz und Julius Scriba.

Japan gehört zu den Ländern, die universelle Gesundheitsvorsorge für ihre Staatsbürger zur Verfügung stellen. In Japan muss gesetzlich jeder Bewohner versichert sein. Gesundheitliche Dienstleistungen werden entweder durch regionale oder nationale öffentliche Krankenhäuser oder durch private Krankenhäuser und Kliniken erbracht. Patienten haben universellen Zugang zu jeder Einrichtung, obwohl Krankenhäuser für Personen ohne eine Überweisung tendenziell höhere Gebühren erheben. Öffentliche Krankenversicherungen decken die Kosten für die meisten Bürger ab und zahlen 70 % oder mehr für jede Pflege und jedes verschriebene Medikament. Für den Rest sind die Patienten selbst verantwortlich. Der Anteil, der privat gezahlt wird, orientiert sich am verfügbaren Einkommen der Person und kann maximal 30 % betragen. Die private Krankenzusatzversicherung ist nur zur Deckung der Zuzahlungen oder nicht gedeckten Kosten verfügbar und leistet in der Regel eine feste Vergütung pro Tag im Krankenhaus. Viele Krankenversicherungen laufen in Japan über den Arbeitgeber. 2015 gab Japan 10,9 % seiner Wirtschaftsleistung für das Gesundheitssystem aus, wovon 84,1 % staatlich finanziert wurden. Als größtes Problem des japanischen Gesundheitswesens gilt die zukünftige Finanzierung, da aufgrund der fortschreitenden Alterung der Gesellschaft mit stark wachsenden Kosten gerechnet werden muss.

Japan schneidet im internationalen Vergleich bei verschiedenen Gesundheitsindikatoren hervorragend ab. Im Durchschnitt hatten Japaner im Jahr 2016 eine Lebenserwartung von 84,0 Jahren. Frauen hatten eine Lebenserwartung von 87,1 Jahren und Männer hatten eine Lebenserwartung von 81,0 Jahren. Seit dem Jahre 1960 konnte die durchschnittliche Lebenserwartung um mehr als 16 Jahre gesteigert werden (Universelle Krankenversicherung existiert seit 1961). Japan hatte einen der niedrigsten Anteile von übergewichtigen Personen unter den Industrieländern. Die Kinder- und Müttersterblichkeit ist im internationalen Vergleich sehr niedrig und weniger als 0,1 % der Bevölkerung sind HIV-Positiv. Als weniger leistungsfähig dagegen gilt das japanische Gesundheitswesen im Hinblick auf psychische Erkrankungen. Das Land hat eine der höchsten Suizidraten weltweit und trotz eingeleiteter Reformen wenden japanische Psychiatrien und psychiatrische Einrichtungen veraltete Methoden im Umgang mit Patienten an.

Zeitraum Lebenserwartung in
Jahren
Zeitraum Lebenserwartung in
Jahren
1950–1955 62,8 1985–1990 78,5
1955–1960 66,4 1990–1995 79,4
1960–1965 69,2 1995–2000 80,5
1965–1970 71,4 2000–2005 81,8
1970–1975 73,3 2005–2010 82,7
1975–1980 75,4 2010–2015 83,3
1980–1985 77,0 2015–2020 84,4

Quelle: UN

Jōmon-Periode
In der Zeit von 10.000 v. Chr. bis etwa 300 v. Chr. wanderten Menschen (vermutlich) aus Zentralasien, Sibirien und dem südpazifischen Raum in das Gebiet des heutigen Japan ein.
Yayoi-Periode
Erste bestätigte Kontakte mit dem chinesischen Reich gab es von etwa 300 v. Chr. bis etwa 300 n. Chr.
Kofun-Periode
Hōryū-ji (Baujahr 607)
stammen aus der Kofun-Periode von etwa 300 bis 710 n. Chr. Es gab einen engen politischen Kontakt mit dem Nachbarland Korea und Einwanderung von Korea nach Japan. Ab dem 5. Jahrhundert fand die Übernahme der Chinesischen Schrift statt.
Nara-Epoche (710–794)
In der Nara-Periode wurde der Buddhismus stark gefördert. Die Staatsform lehnte sich an das chinesische Vorbild an.
Heian-Epoche (794–1185)
Aufschwung der höfischen Kultur in Heian-kyō (Kyōto), vor allem Dichtung und Literatur. Die Macht des Kaisers wurde allmählich geschwächt und Kriegerfamilien etablierten sich. Zum Ende der Heian-Periode begründete die Minamoto-Familie das erste Shōgunat.
Kamakura-Epoche (1192–1333)
Während der Kamakura-Periode unternahm Kublai Khan zwei Invasionsversuche in Japan, die jedoch durch später als göttlich interpretierte Taifune (Kamikaze, Götterwind) verhindert wurden.
Muromachi-Epoche (1333–1573)
Die mächtigen unabhängigen Daimyō unterhielten ihre eigenen Armeen mit samurai. Das Shōgunat verlor die Kontrolle, und die „Zeit der streitenden Reiche(sengoku jidai) begann.
Sengoku-Epoche (1477–1600)
Japan im Jahre 1570 (Sengoku-Zeit)
Die drei Reichseiniger (Oda Nobunaga, Toyotomi Hideyoshi, Tokugawa Ieyasu) beendeten in der Azuchi-Momoyama-Epoche (1568 bis 1603) den über 100-jährigen Bürgerkrieg. Vor der folgenden Abschließung Japans liegt die Epoche des Namban-Handels, des Handels mit Portugiesen, Spaniern und Niederländern von 1543 bis 1639.
Edo-Ära (1603–1867)
Während der Abschließung Japans in der Edo-Zeit waren Aus- und Einreise für Japaner und Ausländer verboten. Mit Ausnahme von beschränktem Austausch mit China und den Niederlanden, denen 1639 als einzigen Europäern der Aufenthalt in Japan auf der künstlichen Insel Dejima vor Nagasaki gestattet wurde, bestand kaum Kontakt zu anderen Staaten. Die Tokugawa-Familie behielt für über 250 Jahre die Kontrolle über die anderen Daimyō. Diese Periode war von großem Wohlstand für das japanische Volk geprägt. Die Bevölkerung wuchs stetig. Das heutige Tokio wuchs in dieser Zeit zur größten Metropolregion der Welt. 1854 segelte US-Kommodore Matthew Perry mit seiner Flotte von vier Kriegsschiffen unbehelligt in den Hafen des heutigen Tokio, um einen Brief des US-Präsidenten Millard Fillmore zu übergeben, in dem dieser die Tokugawa-Regierung zum offenen Handel mit den Vereinigten Staaten auffordert. Die Leichtigkeit, mit der Perry in den Hafen einlaufen konnte, offenbarte die Schwäche des Tokugawa-Regimes. Dies führte zu einem Aufstand regionaler Herrscher und mündete letztlich in eine Wiedereinsetzung des Kaisers, dem nur wenig reale politische Macht verliehen wurde.
Meiji-Ära (1868–1912)
Kaiser Meiji (1868–1912), in seinem Namen war die Meiji-Restauration am Ende des Tokugawa-Shogunats mit Kaiserlicher Herrschaft hergestellt
Die Reform des Kaiserhauses unter dem Meiji-Tennō ab 1868 (Meiji-Restauration und Moderne) beendete die Zeit des Kriegeradels und läutete die Moderne ein. Das Land erhielt eine moderne Verfassung und ein Parlament, so dass Japan eine konstitutionelle Monarchie wurde. Korea wurde 1910 von Japan kolonialisiert, wodurch die Beziehungen noch heute belastet werden.
Taishō-Ära (1912–1926)
Im Ersten Weltkrieg (1914 bis 1918) stand Japan auf Seiten der Entente und übernahm nach Kriegsende deutsche Territorien. Die Taishō-Ära war durch kulturelle Dynamik und wirtschaftlichen Aufschwung gekennzeichnet. Es war eine Zeit der demokratischen Experimente mit einem parlamentarischen System. Letztendlich scheiterte die Demokratie durch Instabilität, ganz ähnlich wie Deutschland während der Weimarer Republik. Das Militär übernahm mehr und mehr die faktische Kontrolle.
Shōwa-Ära Teil 1 (1926–1945)
1931 besetzte Japan den Nordosten Chinas und gründete 1932 den abhängigen Staat Mandschukuo (Mandschurei). 1937 eroberte Japan weitere Territorien von China. Japan vertrieb mit Unterstützung Siams und diverser Einheimischer die europäischen Kolonialmächte aus den südostasiatischen Ländern, um sein eigenes Kolonialreich auszubauen. Die USA sahen ihre Interessen in Asien (vor allem ihre Kolonien wie die Philippinen) gefährdet und reagierten mit zahlreichen Sanktionen, einem Embargo und dem Einfrieren japanischen Vermögens im Ausland. Im Dezember 1941 griffen daraufhin japanische Truppen den US-Stützpunkt Pearl Harbor auf Hawaii an. Damit weitete sich der Zweite Weltkrieg auf den Pazifischen Ozean aus. Nicht nur in China, sondern auch in den anderen japanischen Territorien Südostasiens verübte Japan Kriegsverbrechen, z. B. Zwangsprostitution, das Massaker von Nanking und Experimente an Menschen durch die Einheit 731. Bis 1945 gelang es alliierten Truppen Gebiete nahe den japanischen Inseln zu erobern, doch besonders auf kleineren Inseln – auch fernab des japanischen Kernlandes – tobten noch heftige Kämpfe. Der Kaiser sowie der Premierminister und seine Anhänger wollten Friedensverhandlungen aufnehmen, doch das Militär hatte mehr Macht. Am 6. August 1945 warfen die US-Amerikaner eine Atombombe über der Stadt Hiroshima und am 9. August eine weitere über Nagasaki ab. Noch heutzutage leiden viele Menschen und ihre Nachkommen unter den Folgen der Strahlenkrankheit (Hibakusha). Nach den Atombombenabwürfen und dem Kriegseintritt der Sowjetunion am 8. August 1945 kapitulierte Japan am 15. August 1945 bedingungslos, der Kaiser verlas um 12.00 Uhr mittags den „kaiserlichen Erlass zur Beendigung des Krieges“, der im Radio übertragen wurde.
Shōwa-Ära Teil 2 (1945–1989)
Nach der Kapitulation begann der Wiederaufbau, zunächst unter der Alliierten Besatzung, die 1952 offiziell beendet wurde. Vom ehemaligen Kriegsgegner Vereinigte Staaten wurde Japan als Vorposten gegen den Kommunismus in das westliche Bündnissystem integriert. Obwohl nicht in den Marshallplan eingebunden, erhielt Japan unter anderem durch das GARIOA-Programm wirtschaftliche Aufbauhilfe von den Vereinigten Staaten. Es setzte vor allem mit Beginn des Koreakrieges eine rasante wirtschaftliche Entwicklung ein, in der japanische Firmen Schritt für Schritt Marktanteile in allen wichtigen Schlüsselindustrien erobern konnten. Japan erwies sich als stabile, friedliche Demokratie.
Heisei-Ära (1989 bis 2019)
Faule Bankenkredite und überbewertete Immobilien ließen Anfang der 1990er Jahre die Bubble Economy platzen, und Japan rutschte in eine Phase von Deflation und hoher Staatsverschuldung, die wirtschaftliche Stagnation auf hohem Niveau bedeutete. Unternehmen und Banken wurden behutsam saniert, und allmählich kommt es wieder zu einem wirtschaftlichen Aufschwung.
Reiwa-Ära (2019 bis heute)
Hauptartikel: Politisches System Japans

Japan ist gemäß der Verfassung von 1947 eine parlamentarische Demokratie mit dem japanischen Kaiser (Tennō) als „Symbol des Staates und der Einheit des Volkes“ mit den zeremoniellen Aufgaben eines Staatsoberhaupts; seine Stellung im Staat „leitet sich vom Willen des Volkes ab, bei dem die souveräne Macht ruht“. Die Legislative besteht aus einem Zweikammerparlament; das bedeutendere Unterhaus wird spätestens alle vier Jahre neu gewählt. Die Exekutive wird vom Kabinett unter Leitung des Premierministers gebildet, der von beiden Kammern des Parlaments, im Konfliktfall vom Unterhaus, bestimmt wird. An der Spitze der Judikative steht der Oberste Gerichtshof, dessen Richter vom Kabinett ernannt und vom Volk bestätigt werden. Das Parteiensystem Japans wurde ab den späten 1990er Jahren von zwei großen Parteien, der Liberaldemokratischen Partei und der Demokratischen Partei, bestimmt, wobei letztere seit ihrer Regierungszeit bei einigen Wahlen nur noch knapp oder nicht mehr zweitstärkste Kraft war; und seit 2017 nach Parteispaltungen und -vereinigungen u. a. mit der nationalkonservativ-wirtschaftsliberalen Ishin no Tō zur Demokratischen Fortschrittspartei in die linksliberalere Konstitutionell-Demokratische Partei, die konservativere Demokratische Volkspartei und die nationalkonservativ-wirtschaftsliberale Partei der Hoffnung zersplittert war. Seit 2020 hat sich die Mehrheit der Mitglieder der ehemaligen Demokratischen Fortschrittspartei in der Konstitutionell-Demokratischen Partei konsolidiert. Daneben existieren mehrere kleinere Parteien auf nationaler Ebene, die größten darunter sind die mit den Liberaldemokraten regierende Kōmeitō, die Kommunistische Partei Japans und die nationalkonservativ-regionalistische Nippon Ishin no Kai.

Tennō (Kaiser)

Hauptartikel: Tennō und Japanisches Kaiserhaus
Kaiser Naruhito (2018)

„Symbol des Staates und der Einheit des Japanischen Volkes“ ist Naruhito, der 126. Tennō (dt.: Kaiser, wörtlich „vom Himmel (gesandter) Herrscher“). Rechtlich gilt er nicht als Staatsoberhaupt und die souveräne Macht liegt allein beim Volk. Sein Großvater Hirohito, der Shōwa-Tennō, hat 1945 bei der Kapitulation Japans die Göttlichkeit (Arahitogami) der japanischen Kaiser zurückgewiesen. Die Verfassung von 1946 gibt dem Kaiser keine politische Entscheidungsgewalt; im modernen Japan ist sein Amt zeremonieller Natur. Er ernennt formell den von beiden Parlamenten gewählten Ministerpräsidenten und den Präsidenten des obersten Gerichtshofes, er verkündet die Gesetze und beruft das Parlament ein. Außerdem ist er oberster Priester des Shintō.

Exekutive

Die Exekutive des japanischen Zentralstaates, auch Zentralregierung (中央政府, chūō seifu) genannt, besteht aus dem Japanischen Kabinett unter Führung des Premierministers und den unterstellten Ministerien und zugeordneten Behörden. Den Posten des Premierministers hat seit September 2020 Yoshihide Suga inne.

Das Kabinett ist dem Parlament gegenüber verantwortlich. Der Chef der Exekutive, der Premierminister, wird von Oberhaus und Unterhaus gewählt und dann vom Tennō ernannt. Bei einem Konflikt gilt das Votum des Unterhauses. Nur Abgeordnete des Ober- oder des Unterhauses können zum Premierminister gewählt werden. Der Premierminister ernennt (und entlässt) die Minister seines Kabinetts, die in der Mehrheit ebenfalls Abgeordnete des Ober- oder Unterhauses sein müssen. Nach den Erfahrungen mit dem japanischen Militarismus ist in der Verfassung außerdem festgeschrieben, dass der Premierminister und alle seine Minister Zivilisten sein müssen.

Weitere Regeln sind nicht in der Verfassung festgeschrieben, entsprechen aber der politischen Tradition. So galt in der LDP das Senioritätsprinzip, Ministerposten werden nicht nur nach Kompetenz vergeben, sondern dienen dazu, langjährige verdiente Abgeordnete zu belohnen. Die Vergabe regeln die Chefs der Faktionen hinter den Kulissen. Faktionen sind Gruppen von Abgeordneten, in deren Zentrum ein altgedienter und einflussreicher Abgeordneter steht. Die Faktionen unterstützen ihre Mitglieder mit dem dringend für den Wahlkampf benötigten Finanzmitteln, im Gegenzug kann der Vorsitzende der Faktion bei Abstimmungen im Parlament und innerhalb der LDP-Fraktion auf die Stimmen seiner Faktion setzen.

Den Posten des Premierministers nimmt traditionell der Chef der stärksten Partei im Unterhaus ein. Da dies über Jahrzehnte die LDP war, entscheidet seit 1955 de facto also die Wahl des LDP-Vorsitzenden über die Nachfolge; einzelne Unterbrechungen waren die Jahre 1993 bis 1996 und 2009 bis 2012, als die LDP nicht den Regierungschef stellte.

Legislative

Plenarsaal des Abgeordnetenhauses

Das japanische Parlament (Kokkai, „Nationalversammlung“) ist das höchste Organ der Staatsgewalt und die einzige gesetzgebende Körperschaft Japans. Es ist zweigeteilt in den Senat (Sangiin, „Rätekammer“) als Oberhaus und das Abgeordnetenhaus (Shūgiin, etwa „Massenberatungskammer“, auch Repräsentantenhaus) als Unterhaus. Beide Kammern werden direkt gewählt. Bei der Wahl des Premierministers, beim Haushalt und der Ratifizierung internationaler Verträge hat der Wille des Unterhauses grundsätzlich Vorrang, in der Gesetzgebung ist die Zustimmung beider Kammern oder eine Zweidrittelmehrheit im Unterhaus erforderlich, insbesondere Personalnominierungen der Regierung und Verfassungsänderungsvorschläge bedürfen in jedem Fall der Zustimmung beider Parlamentskammern.

Im Parlament sitzen seit Reformen aus den Jahren 2017 und 2018 nur noch 710 Abgeordnete: 465 im Unterhaus und 245 im Oberhaus. Von den 465 Sitzen des Abgeordnetenhauses werden 289 in Einmandatswahlkreisen nach dem Mehrheitswahlrecht und 176 in 11 regionalen Mehrmandatwahlkreisen (regionalen „Blöcken“) nach dem Verhältniswahlrecht gewählt, von den 245 Sitzen im Senat 146 nach nicht übertragbarer Einzelstimmgebung in 45 Ein- und Mehrmandatswahlkreisen, von denen 43 deckungsgleich mit Präfekturen sind und zwei jeweils zwei Präfekturen umfassen, 96 nach Verhältniswahlrecht mit Vorzugsstimme in einem landesweiten Wahlkreis. Passives Wahlrecht für das Abgeordnetenhaus erhalten alle Männer und Frauen mit dem vollendeten 25. Lebensjahr, im Oberhaus muss das 30. Lebensjahr vollendet sein. Aktiv wahlberechtigt sind seit 2016 alle japanischen Männer und Frauen mit vollendetem 18. Lebensjahr. Das Frauenwahlrecht wurde auf nationaler Ebene im Jahr 1945 eingeführt. Im Kaiserreich war die Bewegung für ein Frauenwahlrecht am Reichstag gescheitert: nach mehreren erfolglosen Gesetzesinitiativen ohne Regierungsunterstützung brachte nach kontroversen Diskussionen der bürgerlichen Parteien das Kabinett Hamaguchi 1931 einen Gesetzentwurf für ein erstes Frauenwahlrecht auf subnationaler Ebene ein, der auch vom Abgeordnetenhaus verabschiedet, aber schließlich vom Herrenhaus blockiert wurde. Erst nach der Niederlage Japans und der Besatzung durch die Vereinigten Staaten 1945 wurden frühere politische Beschränkungen für Frauen aufgehoben und das aktive und passive Frauenwahlrecht wurde eingeführt: Am 12. Dezember 1945 für das Unterhaus, am 24. Februar 1947 für das Oberhaus. Somit war das allgemeine Wahlrecht Teil der demokratischen Verfassung, die auf die Besatzung zurückgeht. 67 Prozent der Frauen gingen am 10. April 1946 zur Wahl und 39 Frauen wurden gewählt. Bis 1952 lagen zwar die rechtlichen Grundlagen für die Gleichstellung von Frauen in politischer, sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht vor, aber bei der Infragestellung männlicher Vorrechte in der Regierung wurde seither nur wenig Fortschritt erzielt.

Die Wahlperioden der beiden Kammern sind nicht automatisch synchronisiert: Das Unterhaus hat eine maximale Wahlperiode von vier Jahren, die es aber in der Nachkriegsgeschichte bisher nur einmal vollendete; in der Regel finden Unterhauswahlen vorher statt, wenn das Kabinett die Kammer auflöst, wozu es nach vorherrschender Verfassungsinterpretation jederzeit berechtigt ist oder nach einem Misstrauensvotum des Unterhauses gegen das Kabinett gezwungen ist, wenn es nicht zurücktreten will. Das Oberhaus hat eine feste Wahlperiode und kann nicht aufgelöst werden: alle drei Jahre wird gestaffelt eine Hälfte der Abgeordneten für eine sechsjährige Amtszeit gewählt.

Nach der Meiji-Verfassung von 1889 wurde der Reichstag nach britischem und preußischem Vorbild geschaffen. Er bestand neben dem Abgeordnetenhaus als Unterhaus aus dem Herrenhaus (Kizokuin) als Oberhaus und trat erstmals am 29. November 1890 zusammen. Dem Herrenhaus gehörten Mitglieder des Adels (Kazoku) und vom Tennō ernannte Mitglieder an. Die beiden Parlamentskammern waren in den meisten Angelegenheiten absolut gleichberechtigt, jede konnte einen Gesetzentwurf blockieren. In der Verfassung von 1947 wurde das Herrenhaus abgeschafft und durch das gewählte Sangiin ersetzt; aus dem Reichstag wurde die heutige Nationalversammlung mit einem Primat des Abgeordnetenhauses (Shūgiin no yūetsu,衆議院の優越) in entscheidenden Punkten. Der Premierminister wird seitdem vom Parlament gewählt und muss diesem angehören. Die meisten Premierminister des Kaiserreichs gehörten dem Herrenhaus oder gar nicht dem Parlament an, nur drei waren Mitglieder des Abgeordnetenhauses. Dagegen kamen bisher alle Premierminister seit 1947 aus dem Unterhaus.

Die fortgesetzte Unterteilung in Ober- und Unterhaus war eine der wenigen wesentlichen Abweichungen der beschlossenen Verfassung von der Vorgabe der Besatzungsbehörden, der SCAP-Verfassungsentwurf hatte ein Einkammerparlament vorgesehen.

Judikative

Gebäude des Obersten Gerichtshofs in Chiyoda

Die Gerichte sind nach dem Prinzip der Gewaltenteilung von den anderen beiden Zweigen der Staatsgewalt unabhängig.

An der Spitze der Gerichtsorganisation steht der Oberste Gerichtshof (saikō-saibansho). Ihm gehören der Oberste Richter und die 14 weiteren Höchst-Richtern an. Die Mitglieder werden vom Kabinett ausgewählt. Der Oberste Richter wird – als einziger staatlicher Amtsträger neben dem Premierminister – formell vom Tennō ernannt, die anderen Richter vom Kabinett. Die Richter werden zeitgleich mit der ersten Wahl zum Unterhaus nach ihrer Ernennung und danach alle zehn Jahre mit der folgenden Wahl zum Unterhaus dem Volk zur "Überprüfung" vorgelegt. Da Enthaltungen mitgezählt werden, kommt eine mehrheitliche Ablehnung zuungunsten des Richters praktisch nicht vor. Bei erreichen der gesetzlichen Altersgrenze von 70 Jahren treten die Richter in den Ruhestand. Das Oberste Gericht hat das Recht zur Revision von Urteilen der unteren Instanzen und zur letztverbindlichen Entscheidung über die Verfassungsmäßigkeit von Gesetzen. Es bestimmt unter anderem die Prozessordnung und stellt die Listen auf, aus denen das Kabinett die Richter der unteren Gerichte auswählt.

In Japan besteht ein einheitliches System von Gerichten; es existieren also beispielsweise keine separaten Verwaltungs- oder Arbeitsgerichte wie in Deutschland. Die Gerichte gliedern sich unterhalb des Obersten Gerichtshofes in acht Ober- (kōtō-), 50 Bezirks- (chihō-) und über 400 einfache Gerichte (kan’i-saibansho), daneben existieren 50 Familiengerichte (katei-saibansho).

Parteien

Japan besitzt in der Nachkriegszeit ein pluralistisches Mehrparteiensystem mit einer dominanten Partei, der seit ihrer Gründung 1955 mit bisher nur zwei Unterbrechungen (1993–1994 und 2009–2012) dauerregierenden Liberaldemokratischen Partei (LDP).

In den 1990er Jahren wurde das Parteiensystem umgewälzt, als einerseits viele LDP-Mitglieder die Partei verließen und neue Parteien gründeten und andererseits die bis dahin noch größte Oppositionspartei, die Sozialistische Partei Japans (SPJ), weiter an Boden verlor und dann während einer (anfangs noch Großen) Koalition mit der LDP zur Kleinpartei schrumpfte. Nach zahlreichen Parteiumbildungen wurde die Demokratische Partei zum Sammelbecken der Opposition. 2009 gelang es ihr schließlich, die Unterhausmehrheit und die Regierungsführung zu übernehmen, sie verlor aber rasch an Popularität und schon 2010 die Oberhausmehrheit. 2012 wurde sie in einem Erdrutsch wieder abgewählt. Schon während und nach ihrer Regierungszeit verließen zahlreiche Abgeordnete die Partei, später folgten Parteispaltungen und -vereinigungen.

Die größte Oppositionspartei ist (Stand: September 2020) die linksliberale Konstitutionell-Demokratische Partei und die konservativere Demokratische Volkspartei. Weitere während des Zerfalls der Demokratischen Partei entstandene Oppositionsparteien sind die konservativere Demokratische Volkspartei, die wirtschaftsliberalere Kibō no Tō („Partei der Hoffnung“) und die nationalkonservativ-regionalistische Nippon Ishin no Kai, in denen ehemalige Demokraten und Liberaldemokraten versammelt sind. Daneben existierte von 2012 bis 2019 Ichirō Ozawas Liberale Partei (ehemals Nippon Mirai no Tō und Seikatsu no Tō), die mit den Sozialdemokraten kooperierte. Daneben existieren drei einigermaßen kontinuierlich existierende Parteien, zwei größere, die Kommunistische Partei Japans (KPJ), die durchgehend in Opposition war, und die Kōmeitō, der politische Arm der buddhistischen Organisation Sōka Gakkai, der seit 1999 zur Regierungskoalition der LDP gehört, sowie die inzwischen sehr kleine Sozialdemokratische Partei (SDP), der Nachfolger der SPJ.

Die gegenwärtig im Parlament vertretenen Parteien sind:

Die staatliche Parteienfinanzierung in Japan gehört zu den höchsten der Welt. Nach dem Gesetz zur Parteienfinanzierung von 1994 erhalten die Parteien staatliche Zuschüsse in Höhe von 250 Yen pro Einwohner (nach der jeweils aktuellen Volkszählung) unabhängig von der Wahlbeteiligung. Die Verteilung richtet sich nach der Anzahl ihrer Abgeordneten im Parlament, geteilt durch die Gesamtzahl in beiden Häusern zusammen, und nach ihren Stimmenanteilen bei Unterhaus- und Oberhauswahlen. Letztere werden nach folgendem Schlüssel gewichtet:

  • die Direktwahlstimmen der letzten Unterhauswahlen zu einem Viertel,
  • die Verhältniswahlstimmen der letzten Unterhauswahlen zu einem Viertel,
  • die Direktwahlstimmen der letzten beiden Oberhauswahlen zu je einem Achtel,
  • die Verhältniswahlstimmen der letzten beiden Oberhauswahlen zu je einem Achtel.

Jährlich werden vom Staat insgesamt etwa 32 Milliarden Yen (2010 rund 280 Millionen Euro) an die Parteien ausgezahlt. Stichtag für die Bemessung der jährlichen Parteienfinanzierung ist in der Regel der 1. Januar.

Verfassung

Die geltende japanische Verfassung wurde am 3. November 1946 verkündet und trat am 3. Mai 1947 in Kraft. In ihr verpflichtet sich das japanische Volk den Idealen des Friedens und der demokratischen Ordnung. Die Verfassung wurde von der damaligen amerikanischen Besatzungsregierung unter General Douglas MacArthur entworfen und vom japanischen Parlament beraten und angenommen. Sie ist seitdem nicht geändert worden. Eine Änderung würde die Zustimmung von zwei Dritteln der Abgeordneten in beiden Kammern des Parlaments und die Zustimmung der Mehrheit der Wahlberechtigten (nicht der Wähler!) in einem Referendum voraussetzen.

In der Verfassung wird in Artikel 9 Absatz 1 Krieg als souveränes Recht abgelehnt, auch die Androhung militärischer Gewalt als Mittel zur internationalen Konfliktlösung ist verboten. Absatz 2 besitzt besondere Brisanz, da er Japan untersagt, ein Militär zu unterhalten. Die japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte und insbesondere deren Auslandseinsätze im Irak und im Indischen Ozean zur Unterstützung der NATO-Operationen in Afghanistan sind daher sehr umstritten.

Ein Verfassungsänderungsentwurf der LDP sieht eine Änderung von Artikel 9 vor. Es wird ausdrücklich betont, dass das Militär weiterhin nur der Selbstverteidigung dienen soll, aber auch der Sicherung internationalen Friedens und Sicherheit. Außerdem erklärt der Entwurf den Tennō zum Staatsoberhaupt. Weiterhin wird die Unverletzlichkeit der Menschenrechte betont. Der Entwurf der Neufassung enthält noch einige weitere, bisher nicht aufgeführte individuelle Rechte u. a. der respektvolle Umgang mit Behinderten und Opfern von Straftaten sowie Schutz persönlicher Daten.

Politische Indizes

Von Nichtregierungsorganisationen herausgegebene politische Indizes
Name des Index Indexwert Weltweiter Rang Interpretationshilfe Jahr
Fragile States Index 32,3 von 120 158 von 178 Stabilität des Landes: sehr Stabil
0 = sehr nachhaltig / 120 = sehr alarmierend
2020
Demokratieindex 8,13 von 10 21 von 167 Vollständige Demokratie
0 = autoritäres Regime / 10 = vollständige Demokratie
2020
Freedom in the World Index 96 von 100 Freiheitsstatus: frei
0 = unfrei / 100 = frei
2020
Rangliste der Pressefreiheit 28,88 von 100 67 von 180 Erkennbare Probleme für die Pressefreiheit
0 = gute Lage / 100 = sehr ernste Lage
2021
Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) 74 von 100 19 von 180 0 = sehr korrupt / 100 = sehr sauber 2020

Innenpolitik

Seit 2012 stellen Liberaldemokratische Partei (LDP) und Kōmeitō die Regierung. Im zuletzt im Oktober 2017 neu gewählten Unterhaus verfügen sie seit 2012 über eine Zweidrittelmehrheit, seit der Wahl 2013 auch über eine Mehrheit im Oberhaus. Dem amtierenden Kabinett gehören neben Premierminister Yoshihide Suga unter anderem Tarō Asō als Vizepremier- und Finanzminister, Toshimitsu Motegi als Außenminister und Katsunobu Katō als Chefkabinettssekretär an. Seit der Sangiin-Wahl 2019 verfügt die LDP nicht mehr eine absolute Mehrheit in beiden Kammern des Nationalparlaments, ist also bezüglich der Gesetzgebung rechnerisch wieder auf einen Koalitionspartner angewiesen.

Sugas Regierung will Shinzō Abes Wirtschaftspolitik einer expansiven Geldpolitik, erhöhten staatlichen Investitionen und der Ankündigung von Strukturreformen (die „drei Pfeile“ der „Abenomics“) weiterführen. Sicherheitspolitisch stärkte Abes Regierung 2014 den Sicherheitsrat nach US-Vorbild, lockerte die bisherigen, restriktiven Richtlinien für militärische Exporte und hat eine beschlossene Ausweitung der Interpretation von Artikel 9 der Verfassung auf kollektive Verteidigung gesetzlich verankert.

Im September 2018 fand turnusgemäß die Wahl des LDP-Vorsitzenden statt, bei der sich Amtsinhaber Shinzō Abe deutlich gegen den ehemaligen Verteidigungsminister Shigeru Ishiba durchsetzen konnte. 2019 fanden zahlreiche Präfektur- und Kommunalwahlen statt, viele bei den einheitlichen Regionalwahlen im April. Im gleichen Jahr fand mit der Oberhauswahl im Sommer 2019 eine nationale Parlamentswahl statt. Bei der infolge von Abes Rücktritt abgehaltenen Wahl des LDP-Vorsitzenden im September 2020 setzte sich der damalige Chefkabinettssrekretär Yoshihide Suga gegen Fumio Kishida und Shigeru Ishiba durch.

Die größte Oppositionspartei auf Nationalebene ist nach der mehrfachen Spaltung der Demokratischen Partei und ihrer Nachfolger derzeit die Konstitutionell-Demokratische Partei von Yukio Edano.

Außenpolitik

Länder, die Botschaften aus Japan haben
Hauptartikel: Außenpolitik Japans
Länder, die Botschaften in Japan haben

Die Hauptpunkte von Japans Außenpolitik nach dem Zweiten Weltkrieg sind eine feste Bindung an die Vereinigten Staaten, Scheckbuchdiplomatie und ein in der Verfassung festgeschriebener Verzicht auf militärische Aggression.

Die nördlich von Japan liegenden Kurilen und der südliche Teil der Insel Sachalin (die ehemalige Präfektur (-chō) Karafuto) gehören de facto seit 1945 zur Sowjetunion (ab 1991 dem Nachfolgestaat Russland), nachdem Japan im Friedensvertrag von San Francisco auf die Gebiete verzichtet hatte, auch wenn die Sowjetunion den Vertrag nicht unterzeichnet hat. Die der Insel Hokkaidō am nächsten vorgelagerten Südkurilen werden jedoch von Japan nicht als Teil der abgetretenen Kurilen betrachtet und als „Nördliche Territorien“ als Teil der Präfektur (-dō) Hokkai[dō] beansprucht. Dieser Kurilenkonflikt ist ein andauerndes Problem in den japanisch-russischen Beziehungen und ein Hindernis für einen Friedensvertrag.

Die kleine Inselgruppe Takeshima (kor. Dokdo) wird von Südkorea verwaltet und von Japan beansprucht, nachdem sie während der Zeit des japanischen Imperialismus etwa 40 Jahre lang zu Japan gehörten. Im Frühling 2005 hat die Einführung eines Takeshima-Tages in der Präfektur (-ken) Shimane erneut Zorn in der südkoreanischen Bevölkerung hervorgerufen.

Besitzansprüche hat Japan neben der Republik China und der Volksrepublik China auch auf die Senkaku-Inseln (chin. Diaoyu). In der Nähe der Inseln werden Rohstoffe vermutet.

Die Beziehungen zu vielen asiatischen Staaten – insbesondere zur Volksrepublik China, Südkorea und Nordkorea – sind vor allem wegen einer verpassten Aufarbeitung der imperialistischen Geschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts weiterhin angespannt. Die enge ökonomische Verflechtung und das Weltinteresse an einem Frieden in der Region machen kriegerische Konflikte jedoch unwahrscheinlich; stattdessen flammen immer wieder politische Krisen auf.

Gemäß der Verfassung hielt sich Japan lange Zeit aus sämtlichen internationalen bewaffneten Konflikten heraus und forcierte stattdessen eine auf Freihandel ausgerichtete multilaterale Handelspolitik. Erste militärische Auslandseinsätze führte Japan in den frühen 1990er Jahren mit Minenräumern im Persischen Golf für die Koalition im Zweiten Golfkrieg und durch die Teilnahme an UN-Missionen beginnend mit UNTAC in Kambodscha. 1992 verabschiedete das Parlament als Grundlage für die Teilnahme an friedenserhaltenden Missionen (PKO) das PKO-Kooperationsgesetz (PKO協力法, pī-kei-ō-kyōryoku-hō), das angesichts der damaligen Oppositionsmehrheit im Senat (Nejire Kokkai, in diesem Zusammenhang auch PKO Kokkai,PKO国会) zwischen den regierenden Liberaldemokraten und Teilen der Opposition (insbesondere Demokratische Sozialisten und Kōmeitō), aber gegen den entschiedenen Widerstand der Sozialisten, damals größte Oppositionspartei, und der Kommunisten verhandelt wurde. In der Folge des Kambodscha-Einsatzes hat sich die grundsätzliche Haltung der japanischen Öffentlichkeit zu Auslandseinsätzen verschoben, so ist die Teilnahme an friedenserhaltenden UN-Missionen inzwischen weitgehend akzeptiert, und wurde später auch von der Mehrheit der Sozialisten mitgetragen, als diese ab 1993 an mehreren Regierungen beteiligt waren.

Gesellschaftlich umstritten bleibt dagegen die Beteiligung an Einsätzen in aktiven Konfliktgebieten, etwa im Rahmen des Bündnisses: Im Januar 2004 beschloss das Kabinett aufgrund des 2001 vom Parlament verabschiedeten Antiterrorismusgesetzes und des 2003 verabschiedeten Irak-Wiederaufbaugesetzes die Entsendung japanischer Soldaten in einen de facto aktiven Konflikt, nämlich als Teil der Koalition der Willigen nach dem Dritten Golfkrieg in den Irak, allerdings nach Regierungsinterpretation ausdrücklich in „kein Kampfgebiet“ (hi-sentō chiiki,非戦闘地域); einen Einsatz in einem Kampfgebiet verbietet das Gesetz. Während der damalige liberaldemokratische Ministerpräsident Jun’ichirō Koizumi darin einen Beweis für die engen freundschaftlichen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten sah, betrachten viele Japaner das als Verfassungsbruch. Allerdings waren diese Soldaten verfassungsgemäß unbewaffnet und wurden nur für den Wiederaufbau der Infrastruktur eingesetzt. Im Juni 2006 erklärte Koizumi den Einsatz für abgeschlossen, daraufhin begannen die Truppen am 25. Juni ihren Abzug aus dem Irak.

An der Operation Enduring Freedom beteiligte sich Japan ab 2001 indirekt mit einer Betankungsmission im Indischen Ozean, die erstmals 2007 für einige Monate unterbrochen werden musste, als die oppositionelle Senatsmehrheit unter Führung der Demokratischen Partei eine rechtzeitige Verlängerung des Antiterrorismusgesetzes verhinderte, dann aber auf Grundlage eines neuen Antiterrorismusgesetzes zunächst wieder aufgenommen wurde. Im Januar 2010 wurde die Mission unter der von den Demokraten geführten Regierung beendet, als auch die zeitlich befristete Neuauflage des Antiterrorismusgesetzes auslief.

Die Beziehung zwischen der Europäischen Union und Japan basiert auf einer politischen Erklärung von 1991, die Prinzipien und Ziele der Zusammenarbeit benennt. Die Erklärung wurde durch einen „EU-Japan Aktionsplan“ im Jahr 2001 erweitert. Er formt die Basis für eine verstärkte Kooperation in Bereichen der Außenpolitik, der Wirtschaft, des monetären und finanziellen Systems, der Entwicklungshilfe sowie der Kommunikationstechnologie.

Die EU und Japan sind wichtige Handelspartner füreinander. Gemeinsam generieren sie 40 Prozent des weltweiten Bruttonationaleinkommens. Am 6. Juli 2017 einigten sich EU-Ratspräsident Donald Tusk und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe, mit JEFTA das geplante bisher größte bilaterale Freihandels- und Investitionsschutzabkommen der EU abschließen.

Zwischen Japan und der EU herrscht eine große Übereinstimmung bei Hauptthemen wie dem Klimaschutz und der Sicherheitspolitik. Neben der Terrorismusbekämpfung ist die Nichtverbreitung von Massenvernichtungswaffen ein wichtiges Thema. Gemeinsam appellieren sie an Nordkorea sein Atomprogramm einzustellen. Im Bereich des Klimaschutzes wollen Japan und die EU eine Vorreiterrolle bei der Ausarbeitung eines Nachfolgekonzepts für das Kyoto-Protokoll einnehmen und die CO2-Emissionen bis Mitte des Jahrhunderts um 50 Prozent reduzieren.

Seit 2014 hat das Land zudem Beobachterstatus in der Gemeinschaft der Portugiesischsprachigen Länder (CPLP). Hintergrund sind die historischen japanisch-portugiesischen Beziehungen und die Brasilianisch-japanischen Beziehungen, insbesondere die gegenseitige brasilianisch-japanische Auswanderung.

Japan steht seit 1989 auf der Liste der Major non-NATO ally und gehört damit zu den engsten diplomatischen, militärischen und strategischen Partnern der USA außerhalb der NATO.

Mitgliedschaften in internationalen Organisationen (Auswahl)
UN-System Globale Organisationen Regionale Organisationen
Organisation Beitrittsjahr Organisation Beitrittsjahr Organisation Beitrittsjahr
Vereinte Nationen 1956 Welthandelsorganisation 1995 APEC 1989
Weltbank/IBRD (7,86 % Anteil) 1952 OECD 1964 Europarat (Beobachter) 1996
Internationaler Währungsfonds (6,12 % Anteil) 1952 Gruppe der Sieben 1975 Asiatische Entwicklungsbank 1966
UNESCO 1951 Interpol 1952 Afrikanische Entwicklungsbank (Nicht-regional) 1983
Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation 1951 Internationaler Strafgerichtshof 2007 ASEAN Plus Three/East Asia Summit 1997/2005
Internationale Seeschifffahrts-Organisation 1958 Internationale Organisation für Migration 1993 Asia Cooperation Dialogue 2002

Militär

Flagge der Selbstverteidigungsstreitkräfte
Schiffe der JMSDF: Ein U-Jagdzerstörer der Takanami-Klasse (links) mit dem Hubschrauberträger Izumo

Im Artikel 9 der japanischen Verfassung verzichtet Japan auf das Recht souveräner Staaten zur Kriegsführung, auch einer defensiven. Diese Klausel ist in der Welt einmalig, sie wurde nach der Niederlage Japans im Zweiten Weltkrieg aufgenommen, um eine erneute militaristische Aggression zu verhindern. Die Interpretation von Artikel 9 wurde dabei jedoch schrittweise ausgeweitet: in den 1950er Jahren für die Wiederbewaffnung, in den 1990er Jahren auf die Teilnahme an Auslandseinsätzen, im 21. Jahrhundert auf den Erwerb bestimmter militärischer Ausrüstung (etwa Hubschrauberträger), die als Offensivwaffen – und damit als Verstoß gegen das von Artikel 9 formulierte Verbot von Kriegspotential (senryoku) – betrachtet werden könnten, und Teilaspekte von kollektiver Verteidigung, wobei das Legislativbüro des Kabinetts bereits 2001 feststellte, dass die kollektive Verteidigung als solche nicht durch die Verfassung gedeckt ist. Bereits seit der Verabschiedung der japanischen Verfassung wurden verschiedene Änderungen diskutiert, insbesondere von Artikel 9. Vor dem Hintergrund der wachsenden militärischen Macht der Volksrepublik China beschloss die rechtskonservative Regierung unter Premierminister Shinzō Abe im Juli 2014 eine Neuinterpretation der Verfassung und damit die Einführung einer neuen Militärdoktrin. Nach einer erfolgreichen Parlamentsabstimmung im September 2015 darf Japan fortan das Recht zur „kollektiven Selbstverteidigung“ anwenden und in Konflikten an der Seite von Verbündeten kämpfen, selbst wenn es nicht direkt angegriffen wird. Die Änderung war trotz heftiger Proteste in der Bevölkerung und gegen massiven Widerstand der Opposition zustande gekommen.

Während der Besatzungszeit wurde eine Polizeireserve gebildet, als in der ehemaligen Kolonie der Koreakrieg ausbrach und viele der in Japan stationierten US-Truppen dorthin abzogen. Mit der Souveränität 1953 wurde aus dieser Polizeireserve ein Jahr später die Japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte (JSDF; englisch für jieitai, „Selbstverteidigungskräfte“) gegründet, aufgeteilt in Land-, See- und Lufttruppen. Es wird dabei in der Bezeichnung grundsätzlich auf das Wort gun (, „Armee“, „Streitkräfte“; explizit von Artikel 9 untersagt) verzichtet – im Gegensatz zu rikugun („Landstreitkräfte“=Heer/Armee) und kaigun („Meeresstreitkräfte“=Marine) des Kaiserreichs. Gleichzeitig mit dem Friedensvertrag wurde eine militärische Allianz mit dem ehemaligen Kriegsgegner, den Vereinigten Staaten geschlossen, die 1960 trotz einer Protestwelle von linken Parteien, Studenten und Gewerkschaften in Form des Vertrags über gegenseitige Kooperation und Sicherheit neu aufgelegt wurde und sich seither automatisch verlängert, solange sie nicht gekündigt wird. 2007 unterzeichnete Japan mit Australien als zweitem Land überhaupt ein Sicherheitsabkommen. Beide Länder wollen ihre Zusammenarbeit bei der Grenzkontrolle, beim Kampf gegen den Terrorismus und bei der Katastrophenhilfe intensivieren. Auch gemeinsame Militärmanöver und nachrichtendienstliche Zusammenarbeit sind geplant. Eine von Washington erwünschte direkte Sicherheitszusammenarbeit mit dem neben Japan wichtigsten US-Verbündeten in Ostasien, der Republik Korea, scheiterte bisher am mangelnden Verantwortungsbewusstsein Japans für die eigene Geschichte, dem Territorialstreit und den dadurch angefachten nationalistischen Gefühlen in Korea: So verhinderte öffentlicher Protest in Korea 2012 die Unterzeichnung eines ersten bilateralen Sicherheitsabkommens zum Informationsaustausch. Eine zum Jahreswechsel 2014/15 tatsächlich geschlossene Vereinbarung über den Austausch von nachrichtendienstlichen Informationen über die Demokratische Volksrepublik Korea sieht erneut keine direkte bilaterale Zusammenarbeit vor, nur den indirekten Austausch über US-Dienste. An der regelmäßigen US-japanischen Übung Keen Sword nahmen die Streitkräfte der Republik Korea 2010 erstmals als Beobachter teil.

In Japan herrscht keine Wehrpflicht. Japan gab 2017 knapp 0,9 % seiner Wirtschaftsleistung oder 45,4 Mrd. Dollar für seine Streitkräfte aus und lag damit weltweit auf Platz 8. Auf 1 % der Wirtschaftsleistung wurden der maximale Anteil der Militärausgaben 1976 per Kabinettsbeschluss festgelegt; diese Obergrenze wurde bereits nach dem Ende der Koalitionsregierung 1986 unter Yasuhiro Nakasone formal abgeschafft, aber auch dann nur symbolisch um einen Bruchteil (zunächst auf 1,007 %) und nie wesentlich überschritten. 2017 erklärte Shinzō Abe die 1-%-Begrenzung (abermals) für aufgegeben. An der militärischen Präsenz der Vereinigten Staaten beteiligt sich Japan daneben auf Grundlage des SOFA von 1960 mit dem Omoiyari Yosan (思いやり予算; „Sympathiehaushalt“) von zurzeit jährlich über 200 Mrd. Yen (entspricht ca. 1,4 Mrd. Euro).

Japan lag 2018 auf Platz 111 von 155 Ländern im Globalen Militarisierungsindex (GMI). Gemäß dem Ranking von Global Firepower (2018) besitzt das Land die achtstärkste militärische Kapazität weltweit und die viertstärkste in Asien.

Bisherige Auslandseinsätze der Selbstverteidigungskräfte waren und sind:

  • unterstützende Missionen
    • 1991 mit Minenräumern im Persischen Golf für die Koalition im Golfkrieg
    • 2001–2007 und 2008–2010 mit Betankungsschiffen im Indischen Ozean für die Operation Enduring Freedom in Afghanistan
    • 2004–2008 mit Luft- und Bodenkräften vor allem für den Wiederaufbau im Süden des Irak für die Koalition im Golfkrieg
  • zum Schutz gegen Piraterie zur See
    • seit 2009 vor Somalia
  • im Rahmen von friedenserhaltenden Missionen der Vereinten Nationen
    • 1992–1993 UNTAC in Kambodscha
    • 1993–1995 ONUMUZ in Mosambik
    • 1996–2013 UNDOF auf den Golan-Höhen (Syrien/Israel)
    • 2002–2004 UNTAET/UNMISET in Osttimor
    • 2007–2011 UNMIN in Nepal
    • 2008–2011 UNMIS im Sudan
    • 2010–2012 UNMIT in Osttimor
    • 2010–2013 MINUSTAH in Haiti
    • seit 2011 UNMISS im Südsudan
  • mehrere kurzfristige Einsätze zur Katastrophen- und Flüchtlingshilfe

Von Seiten der Volksrepublik China wird häufig der Vorwurf hervorgebracht, dass in Japan ein neuer Militarismus im Entstehen begriffen ist. Historisch sind diese Ängste dadurch begründet, dass China im Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieg großes Leid (geschätzte 18 Millionen zivile Opfer) zu beklagen hatte. Japan hat jedoch seit dem Zweiten Weltkrieg keine militärische Aggression gezeigt und ist ein aktiver Fürsprecher der atomaren Abrüstung, während China mehrere Konflikte mit seinen Nachbarn verursacht hat (im Zuge des Tibetaufstand 1959, Indisch-Chinesischer Grenzkrieg 1962, Zwischenfall am Ussuri 1969, Chinesisch-Vietnamesischer Krieg 1979).

  • Tatsächlich sehen militärische Bedrohungsszenarien in Japan in erster Linie eine Landung chinesischer Truppen an der Küste. Im Jahr 2005 wurde ein weiteres Konfliktgebiet deutlich, als Japan zum ersten Mal den Schutz Taiwans als Teil seiner Interessen definierte.
  • Ein zweites Bedrohungsszenario bietet Nordkorea, das bereits mehrfach Raketen über japanisches Territorium gefeuert hat und die Weltöffentlichkeit im Jahr 2005 mit der Behauptung überrascht hat, Atomwaffen zu besitzen. Im Oktober 2006 versuchte die nordkoreanische Regierung, diese Behauptung mit einem Atombombentest zu belegen. Ob es sich bei der registrierten Erschütterung wirklich um die Explosion einer Atomwaffe handelte, ist jedoch unklar. Aufgrund dieser Bedrohung arbeitet Japan eng mit den Vereinigten Staaten an der Entwicklung eines gemeinsamen Raketenabwehrschilds.
  • Das dritte Bedrohungsszenario ist ein terroristischer Anschlag, wie der Anschlag auf die Tokioter U-Bahn durch die Ōmu-Shinrikyō-Sekte im Jahr 1995 gezeigt hat. Durch das Engagement im Irak bestehen Befürchtungen, dass Japan auch Ziel islamistischer Gruppierungen werden könnte, entsprechende Hinweise hat es bereits gegeben.

Japans damaliger Ministerpräsident Koizumi bekräftigte am 6. August 2006, dass sein Land die Anti-Atom-Politik fortsetzen werde. Mit Gebeten, Kranzniederlegungen und Aufrufen zu einer nuklearwaffenfreien Welt haben in Hiroshima Menschen der Opfer des ersten Atombombenabwurfs 61 Jahre zuvor gedacht.

Die japanische Rechtsgeschichte lässt sich im Wesentlichen in zwei Rezeptionsphasen einteilen. Im 7. Jahrhundert n. Chr. übernahm Japan mit dem Ritsuryō die Rechtsordnung Chinas auf den Gebieten des Staats- und Verwaltungsrechts. Diese Ordnung war durch mündliche Rechtssätze gekennzeichnet, in der es aber keine Gerichte und juristische Berufe im heutigen Sinne gab. Nachdem Japan zur Aufgabe seiner Abschottung gezwungen wurde, übernahm der Staat 1898 große Teile des ersten Entwurfes des deutschen Bürgerlichen Gesetzbuchs. Das galt vor allem für das Schuldrecht und das Sachenrecht, während im Familienrecht und Erbrecht stärker japanische Eigenheiten Einfluss fanden. Dem japanischen BGB wurde, dem deutschen BGB entsprechend, das Pandektensystem zugrunde gelegt. Allerdings wurden auch Anleihen beim französischen Recht, insbesondere durch die Beratungen durch Gustave Boissonade, gemacht. Die Einführung einer westlichen Rechtsordnung stellte einen enormen Bruch mit der bisherigen Rechtstradition in Japan dar. Wie tief der Bruch war, zeigt sich z. B. darin, dass eine Vorstellung von persönlichen Rechten und Rechtsansprüchen bisher der japanischen Gesellschaft fremd war. Nach dem Zweiten Weltkrieg übte auch das US-amerikanische Recht einen Einfluss aus.

In Japan ist die Todesstrafe eine im Strafrecht vorgesehene Strafe. Umfragen belegen, dass es eine überwältigende Befürwortung der Todesstrafe unter der japanischen Gesellschaft gibt. Laut einer Studie von 1999 sprachen sich 79,3 % für die Todesstrafe aus; sie erfährt aber auch Kritik. Im Dezember 2006 wurden mindestens vier Gefangene durch den Strang hingerichtet. Die Hinrichtungen erfolgen heimlich, unabhängige Beobachter sind dabei nicht zugelassen. Auch Angehörige und Anwälte werden vor der Hinrichtung nicht informiert. Berufungsprozesse dauern zwischen 10 und 16 Jahren; es gibt jedoch auch Gefangene, die seit den 1960er Jahren auf die Vollstreckung ihrer Todesstrafe warten. Laut Amnesty International saßen im Juli 2006 mindestens 87 zum Tode verurteilte Gefangene in japanischen Gefängnissen ein. Seit 2009 werden Strafprozesse, bei denen in Japan auch die Todesstrafe verhängt werden kann, bei bestimmten schweren Verbrechen als Schöffenprozesse geführt.

Die Tokioter Börse ist die größte Börse Asiens
Hauptsitz der Bank of Japan in Chūō-ku, Tokio
Hauptartikel: Wirtschaft Japans

Japan ist eine hoch industrialisierte, freie Marktwirtschaft mit einigen Elementen einer gelenkten Wirtschaft. In den Jahren des Wiederaufbaus nach dem Krieg versuchte die Regierung vor allem über das MITI gezielt in einzelne Bereiche der Wirtschaft einzugreifen. In den letzten Jahren wurde zunehmend dereguliert und privatisiert. Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes misst, belegt Japan Platz 9 von 137 Ländern (Stand 2017–2018). Im Index für wirtschaftliche Freiheit belegte es im selben Jahr Platz 20.

Der Export im Jahr 2018 betrug 917 Milliarden US-Dollar. Damit liegt Japan auf Platz 4 der exportstärksten Länder hinter der Volksrepublik China auf Platz 1, den Vereinigten Staaten auf Platz 2 und Deutschland auf Platz 3.

Eine enge Zusammenarbeit zwischen Staat und Industrie, eine traditionell ausgeprägte Arbeitsdisziplin, die Beherrschung von Spitzentechnologie, ein großes Augenmerk des Staates auf Ausbildung und eine Steigerung der Produktivität durch Automatisierung, haben Japan geholfen, binnen kurzer Zeit hinter den Vereinigten Staaten, EU und der Volksrepublik China die viertgrößte Wirtschaftsmacht der Welt zu werden. Über drei Jahrzehnte hinweg hatte Japan ein rasantes Wirtschaftswachstum zu verzeichnen: ein Durchschnitt von 10 % in den 1960er Jahren, durchschnittlich 5 % in den 1970er Jahren, und 4 % Wirtschaftswachstum in den 1980er Jahren. In den 1990er Jahren brach das Wachstum nach dem Platzen der Bubble Economy ein, Japan geriet in eine Deflationsspirale. Staatliche Versuche zur Wiederbelebung des Wirtschaftswachstums hatten zunächst keinen Erfolg und wurden später während der Jahre 2000 und 2001 durch eine Verlangsamung der amerikanischen und asiatischen Märkte gehemmt.

Die Bürger Japans verfügten laut der Schweizer Bank Credit Suisse 2016 über ein Gesamtvermögen von 24 Billionen Dollar, womit Japan hinter den USA das zweitgrößte nationale Gesamtvermögen besitzt. Sowohl die Einkommens- als auch die Vermögensungleichheit war in Japan weniger ausgeprägt als in den meisten anderen Industriestaaten. In Relation zur Größe der Wirtschaft gibt es in Japan verhältnismäßig wenige Milliardäre und der Gini-Koeffizient Japans ist einer der niedrigsten weltweit.

Das Kabinett von Jun’ichirō Koizumi hat Gesetze zur Privatisierung und Deregulierung erlassen (teilweise vergeblich) und versucht, die schwächelnde japanische Wirtschaft anzuregen. Ein seit den 1990er Jahren zunehmendes Problem Japans ist die Arbeitslosigkeit. Offizielle Statistiken geben sie 2017 mit rund drei Prozent an, was immer noch eine verhältnismäßig niedrige Rate ist. 2015 arbeiteten 2,9 % aller Arbeitskräfte in der Landwirtschaft, 70,9 % im Dienstleistungssektor und 26,2 % in der Industrie. Die Gesamtzahl der Beschäftigten wird für 2017 auf 65 Millionen geschätzt. 51 % der Arbeitskräfte sind weiblich.

2012 wurde Shinzo Abe zum neuen Premierminister Japans gewählt. Abe versprach die japanische Wirtschaft mit radikalen Reformen aus ihrer zwei Jahrzehnte andauernden Stagnation zu befreien. Die Abenomics genannte Strategie bestand aus Deregulierung, Konjunkturprogrammen, die ein hohes Defizit in Kauf nehmen, sowie billigem Geld (Der Leitzins der japanischen Zentralbank ist negativ). Zudem wurde der vorher vernachlässigte Tourismus gefördert und das Land für ausländische Investitionen geöffnet. Das Wachstum sollte auf über 3 % gesteigert werden. Die Strategie verbesserte zwar die Stimmung in der japanischen Wirtschaft, konnte das Wachstum bisher jedoch nicht nachhaltig steigern und trieb Japans Staatsverschuldung weiter in die Höhe. Zudem hat Japan seit der Fukushima-Katastrophe eine negative Handelsbilanz sowie höhere Haushaltsdefizite, da es seine Energie jetzt importieren muss, was die Lage weiter verkompliziert. 2017 hatte es wieder eine positive Handelsbilanz. Mitte 2018 lag die Arbeitslosenquote bei 2,2 % und war damit auf dem niedrigsten Stand seit den frühen 1990er Jahren.

Wirtschaftskennzahlen

Die wichtigen Wirtschaftskennzahlen Bruttoinlandsprodukt, Inflation, Haushaltssaldo, Außenhandel und Arbeitslosigkeit entwickelten sich in den letzten Kalenderjahren folgendermaßen (Werte mit Fragezeichen sind Schätzungen bzw. Prognosen):

Veränderung des Bruttoinlandsprodukts (BIP), real in % gegenüber dem Vorjahr
2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019
Veränderung in % gg. Vj. 0,4 0,1 1,5 2,2 1,7 1,4 1,7 −1,1 −5,4 4,2 −0,1 1,5 2,0 0,4 1,2 0,5 2,2 0,3 0,7
Entwicklung des BIP (nominal)
2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019
BIP in Mrd. US$ 5.038 5.231 5.700 6.157 6.203 5.156 4.850 4.389 4.923 4.867 4.955 5.082
BIP je Einw.
(in US$)
35.275 39.339 44.507 48.167 48.603 40.454 38.096 34.474 38.894 38.428 39.286
Inflationsrate, Haushaltssaldo und Arbeitslosigkeit
2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019
Inflationsrate in % gegenüber dem Vorjahr 0,0 1,4 −1,4 −0,7 −0,3 −0,1 0,3 2,8 0,8 −0,1 0,5 1,0 0,5
Haushaltssaldo in % des BIP („minus“ = Defizit im Staatshaushalt) −3,2 −4,5 −10,2 −9,5 −9,4 −8,6 −7,9 −5,6 −3,8 −3,7 −4,2 −3,2
Arbeitslosigkeit in % der Arbeitskräfte 3,8 4,0 5,1 5,1 4,9 4,3 4,0 3,6 3,4 3,1 2,9 2,4 3,3
Entwicklung des Außenhandels in Mrd. US$ und seine Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %
2014 2015 2016 2017 2018
in Mrd.
US$
% gg.
Vj.
in Mrd.
US$
% gg.
Vj.
in Mrd.
US$
% gg.
Vj.
in Mrd.
US$
% gg.
Vj.
in Mrd.
US$
% gg.
Vj.
Einfuhr 812,2 −2,5 625,6 −23,0 607,0 −6,4 671,0 10,5 748,1 11,5
Ausfuhr 690,2 −3,5 624,9 −9,5 644,6 3,1 697,2 8,2 737,8 5,8
Saldo −122,0 −0,7 37,6 26,3 −10,3
Haupthandelspartner (2018)
Ausfuhr (in %) nach Einfuhr (in %) von
China Volksrepublik Volksrepublik China 19,5 China Volksrepublik Volksrepublik China 23,2
Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 19,0 Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 10,9
Korea Sud Südkorea 7,1 Australien Australien 6,1
Taiwan Taiwan 5,7 Saudi-Arabien Saudi-Arabien 4,5
Hongkong Hongkong 4,7 Korea Sud Südkorea 4,3
Thailand Thailand 4,4 Taiwan Taiwan 3,6
Singapur Singapur 3,2 Deutschland Deutschland 3,5
Vereinte Nationen sonstige Staaten 36,4 Vereinte Nationen sonstige Staaten 43,9
Hauptprodukte des Außenhandels (2016)
Ausfuhrgüter (Anteil in %) Einfuhrgüter (Anteil in %)
Kfz und -Teile 20,7 Elektronik 12,8
Maschinen 19,0 Chemische Erzeugnisse 10,0
Chemische Erzeugnisse 10,2 Erdöl 9,5
Elektronik 9,0 Nahrungsmittel 8,2
Elektrotechnik 7,5 Maschinen 6,6
Sonstige 33,6 Sonstige 52,9

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 1.931 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 1.696 Mrd. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 4,7 % des BIP. Die Staatsverschuldung betrug 2016 11,8 Bio. US-Dollar oder 239,2 % des BIP.

2009 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

Die Staatsverschuldung, heute eine der höchsten der Welt, ist vor allem auf die Japankrise zurückzuführen. 1989 lag die Staatsverschuldung noch bei 68 % des BIP. Im Gegensatz zu anderen hochverschuldeten Ländern ist Japan jedoch in der eigenen Währung verschuldet und die meisten Anleihen des japanischen Staates befinden sich im Besitz von japanischen Staatsbürgern oder der japanischen Zentralbank. Von der Ratingagentur Standard & Poor’s werden die Staatsanleihen des Landes mit der Note A+ bewertet (Stand November 2018). Das Land zählt damit, trotz der hohen Staatsverschuldung, als ein guter Schuldner. Gegenüber dem Ausland ist Japan ein Nettogläubiger und das Land hält Devisenreserven in Höhe von 1,2 Billionen US-Dollar.

Energie

Hauptartikel: Stromerzeugung in Japan

Mit einem Primärenergieverbrauch von 445,3 Millionen Tonnen Öleinheiten im Jahre 2016 ist Japan das Land mit dem fünft-höchsten Energieverbrauch hinter China, den USA, Indien und Russland. Das Land ist zudem der fünft-größte Kohlenstoffdioxidemittent. Japan gehört zu den Unterzeichnern des Pariser Klimaabkommens.

Japan verbraucht so viel verflüssigtes Erdgas (LNG) wie kein anderes Land, ist der zweitgrößte Importeur von Kohle und der drittgrößte von Erdöl.

Bei der Stromerzeugung dominieren Gas- und Kohlekraftwerke. 2015 betrug die Stromerzeugung 1041 Terawattstunden. Hiervon entfielen auf Gaskraftwerke 39 %, Kohlekraftwerke 33,4 %, Ölkraftwerke 9,8 %, Wasserkraftwerke 8,8 %, Photovoltaik 3,4 %, Biomasseheizkraftwerke 3,3 % und sonstige Stromerzeugung 2,3 %.

Nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima wurden bis 2013 sämtliche Kernkraftwerke abgeschaltet, die 2010 noch einen Anteil von 25 % an der Stromerzeugung hatten. Im August 2015 wurde die Nutzung der Kernenergie wieder aufgenommen. Bis November 2017 sind fünf von 42 Reaktoren wieder in Betrieb genommen worden. Angestrebt wird vom Kabinett Abe ein Anteil von Strom aus Kernenergie von knapp 20 %.

Neben der Solarenergie werden Windenergie, Geothermie, Wasserkraft, Biogas und Biomasse gefördert.

Japan verfügt über eine moderne und leistungsfähige Infrastruktur. Im Logistics Performance Index, der von der Weltbank erstellt wird, belegte Japan 2018 den fünften Platz unter 160 Ländern. Besonders gut schnitten die Parameter für Transportinfrastruktur und der logistischen Kompetenz ab.

Verkehrswesen

Typischer Straßenmast in einem Vorort von Tokio.

Die gut ausgebauten Bahntrassen Japans haben eine Gesamtlänge von 27.311 km, wovon 20.534 km elektrifiziert sind. Die Ost-West-Verbindung des Shinkansen ist die Lebensader des Landes. Zu den Olympischen Spielen in Tokio wurde 1964 die erste Strecke von Tokio nach Osaka eröffnet. Durch Linien der sieben Nachfolgegesellschaften der privatisierten Staatsbahn JNR, durch Privatbahnen, Überlandbusse und Fähren sind die meisten Dörfer und Inseln an das Netz angeschlossen. Jede größere Stadt ist durch ein ausgeprägtes Nahverkehrsnetz mit dem Umland verbunden. Neun Metropolen haben ein U-Bahn-Netz, jede größere Stadt besitzt eine Vielzahl an Buslinien. Moderne Einschienenbahnen wurden in mehreren Städten gebaut, des Weiteren gibt es Straßenbahnen, in Nischen werden auch Peoplemover eingesetzt.

Bahn- sowie Nahverkehrsbeförderungsgebühren schwanken stark nach Region und Betreibergesellschaft. Einzelfahrten sind vor allem in Großstädten sehr günstig, können aufgrund der fehlenden Verkehrsverbünde und fehlender staatlicher Subventionierung aber auch relativ hoch liegen. Im Fernverkehr machen die Zuschläge die Fahrten oft teuer.

Ein Auto besitzen in Japan in erster Linie Menschen, die auf dem Land oder in kleineren Städten leben. Da die Städte sehr dicht bebaut sind, ist zur Zulassung eines Kraftfahrzeugs ein Parkplatznachweis (Shakoshōmei) nötig. Es sind rund 60 Millionen Pkw im Land zugelassen. In Wohngegenden sind die Straßen sehr eng und haben keine Bürgersteige. Deshalb gibt es im innerstädtischen Straßenbild auch kaum LKW, da nur die schmalen Kei-Trucks diese engen Straßen befahren können.

Das gesamte Straßennetz umfasste 2015 etwa 1.218.772 km, wovon 992.835 km asphaltiert sind. Das japanische mautpflichtige Autobahnnetz umfasst rund 7000 Kilometer, weitere 2000 sind in Planung. Das Netz ist in staatlicher Hand, die Betreibergesellschaften wurden jedoch im Jahr 2005 in private Gesellschaften in öffentlichem Besitz umgewandelt und sollen eventuell verkauft werden. In Japan herrscht Linksverkehr. Im Straßenverkehr gehört das Land zu den sichersten der Welt. 2013 kamen im Japan insgesamt 4,7 Verkehrstote auf 100.000 Einwohner. Zum Vergleich: In Deutschland waren es im selben Jahr 4,3 Tote. Insgesamt kamen damit 6130 Personen im Straßenverkehr ums Leben. Das Land hat eine im weltweiten Vergleich hohe Motorisierungsrate. 2017 kamen im Land 590 Kraftfahrzeuge auf 1000 Einwohner (in Deutschland waren es 610 Fahrzeuge).

Der Bau des Straßen- und Bahnnetzes gestaltet sich aufgrund des bergigen Inlands und der vielen Inseln sehr schwierig und ressourcenintensiv, da viele Tunnel und Brücken nötig sind. Darüber hinaus ist die Infrastruktur ständig durch Erdbeben, Taifune und Vulkanausbrüche gefährdet. Strom- und Telefonleitungen sind in Japan überwiegend oberirdisch geführt, bei neueren Städtebauprojekten unterirdisch. Aufgrund des Brandrisikos bei Erdbeben erfordern die in allen Stadtgebieten unterirdisch verlegten Gasleitungen besondere Aufmerksamkeit und werden oft gewartet. Gasherde und Gasboiler zur Warmwasserversorgung sind in Japan die Norm. Zur japanischen Infrastruktur gehört ein dichtes Netz an Katastrophenwarnsystemen und Rettungsinseln.

In Japan gibt es eine große Anzahl von Häfen und Flughäfen. Aufgrund seiner isolierten Lage wird über diese sämtlicher internationaler Warenhandel abgewickelt. Wegen der schlechten Erreichbarkeit vieler Orte innerhalb Japans werden sie aber auch zum Reisen und für inländischen Warentransport genutzt. Die größten Flughäfen sind Tokio-Haneda, Tokio-Narita, Kansai und der zur EXPO Aichi 2005 neu eröffnete Flughafen Chūbu. Da in Japan nur wenig ebenes Land zur Verfügung steht, wurden sowohl die o. g. Flughäfen Kansai und Aichi, als auch die Flughäfen Kitakyūshū und Kōbe auf künstlichen Inseln im Meer errichtet.

Telekommunikation

Siehe auch: Internet in Japan

Ebenfalls gut ausgebaut ist das Telefonnetz, Breitbandinternetzugänge sind flächendeckend verfügbar und fast jeder Japaner besitzt ein Mobiltelefon. In Japan wurde der Mobilfunkstandard Personal Digital Cellular eingesetzt, welcher nicht zum global weit verbreiteten GSM-Standard kompatibel ist. Mittlerweile ist jedoch auch das UMTS-Netz in Japan hervorragend ausgebaut. Die meisten 3G-Mobiltelefone aus Europa funktionieren heutzutage auch in Japan problemlos.

Im Jahr 2018 nutzten 91 Prozent der Einwohner Japans das Internet.

Kare-san-sui-Garten im Ryōan-ji, Kyōto
Maiko bereitet Teetassen für die Teezeremonie vor
Hauptartikel: Kultur Japans

In der modernen japanischen Kultur gehen viele Elemente auf die ganz eigene Tradition des Landes zurück, wodurch Japan im Kreis der Industrienationen seinen individuellen Charakter bewahrt hat.

In der Archäologie sind die ersten Zeugnisse der kulturellen Frühgeschichte Keramiken der Jōmon- und Yayoi-Periode. Ab dem 4. Jahrhundert kamen dann viele Elemente der chinesischen Kultur nach Japan, zuerst Landwirtschaftstechniken wie der Reisanbau und Handwerkstechniken wie Bronzeschmiedekunst und der Bau von Hügelgräbern, dann ab dem 7. Jahrhundert auch die Schriftkultur und die Fünf Klassiker, der Konfuzianismus und der Buddhismus.

In der Heian-Zeit kam es zu einer ersten Blüte, als der Hofadel aus dem chinesischen Erbe eine eigenständige japanische Dichtung und Literatur entwickelte.

In den darauf folgenden Epochen wurde das Land immer wieder von Bürgerkriegen verwüstet, wodurch der Schwertadel, die Bushi (später als Samurai bezeichnet), zur wichtigsten Schicht aufstieg. Neben der Kriegskunst und der Schwertschmiedekunst bildete sich auch eine neue Form des Buddhismus, der Zen, heraus, der den Kriegern zusprach.

Erst in der Edo-Zeit im 17. Jahrhundert, unter den Tokugawa, kam das Land wieder zur Ruhe. Die Samurai wurden zu einer Beamtenschicht, die ihre Kriegertugenden in den Kampfkünsten (bujutsu) bewahrte. Der Einfluss des Zen spiegelte sich nun auch in Dichtung, Gartenkunst, Malerei (Sumi-e) und Musik wider. Durch Frieden und wirtschaftlichen Aufschwung kam in dieser Zeit auch die vierte Schicht, die Händler, zu Reichtum. Da ihnen der soziale Aufstieg verwehrt war, suchten die Händler in der Kunst einen Weg, die Samurai zu übertrumpfen. Sie förderten Teehäuser, in denen die Geishas die Teezeremonie, Blumensteckkunst, Musik und Tanz praktizierten. Sie förderten auch das Kabuki-Theater. In den Städten bildeten sich besondere Vergnügungsbezirke, besonders in Edo, wo die Daimyō das halbe Jahr unter der direkten Kontrolle des Shōgun verbringen mussten.

Eine dritte Blütezeit der Kultur erlebt Japan jetzt in der Nachkriegszeit, in der Japan eine lebhafte Popkultur hervorgebracht hat, die westliche Einflüsse und japanische Tradition verbindet. Anime und Manga, japanische Filme und Popmusik sind auch in Übersee beliebt.

Wissenschaft und Bildung

Bildung hat in Japan, wie in allen konfuzianisch geprägten Ländern Asiens, einen hohen Stellenwert. Im Jahr 2012 lagen die öffentlichen Ausgaben für Bildung im Primär- bis Tertiärbereich bei 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Das Land steht damit zusammen mit der Slowakei an letzter Stelle unter den 36 Teilnehmerstaaten des Indicators of Education Systems Programms der OECD. Viele Japaner sind der Ansicht, dass man es im Leben nur mit einer guten Ausbildung zu etwas bringt. Schon im Kindergarten lernen die Kleinen deswegen die ersten Buchstaben, nämlich das Hiragana-Alphabet. Vor jedem weiteren Schritt im japanischen Bildungssystem steht dann eine Aufnahmeprüfung (Mittelschule (zum Teil), Oberschule, Uni). Viele japanische Mütter sind Hausfrauen und sehen ihre Aufgabe vor allem darin, ihren Kindern eine gute Ausbildung zu sichern. Aus der Generation der Töchter möchten jedoch viele mit ihrer guten Ausbildung Karriere machen, so dass hier ein gesellschaftlicher Wandel im Begriff ist. In einem Kōminkan wird künstlerische und sportliche Bildung angeboten.

Schulsystem

Ein typisches Klassenzimmer einer japanischen Schule.
Hauptartikel: Bildungssystem in Japan

Die schulische Bildung beginnt bereits im Kindergarten, der aber nicht Teil der Schulpflicht ist. Da in Japan allgemein viel Wert auf das gemeinsame Lernen und Zusammenleben gelegt wird, findet im Kindergarten und in der Grundschule viel Gruppenarbeit statt. Das Schulsystem ist eingeteilt in Grundschule (sechs Jahre), Mittelschule (drei Jahre) und Oberschule (drei Jahre), die Schulpflicht beträgt neun Jahre. Das Schuljahr in Japan beginnt stets am 1. April. Die Schulferien sind im ganzen Land einheitlich: Zwei Wochen an Neujahr, zwei Wochen im März/April, sechs Wochen im Juli/August. Öffentliche Schulen haben eine Fünftagewoche, private Schulen oft eine Sechstagewoche. Während der Schulpflicht gibt es kein „Sitzenbleiben“, jeder Schüler wird automatisch versetzt. Schuluniformen sind an vielen Schulen Pflicht. Jede dieser Schulen hat ihre eigene charakteristische Uniform.

Im PISA-Ranking von 2015 erreichen Japans Schüler Platz 5 von 72 Ländern in Mathematik, Platz 3 in Naturwissenschaften und Platz 8 beim Leseverständnis. Japanische Schüler gehörten damit zu den besten unter allen teilnehmenden Ländern. Der Leistungsdruck an japanischen Schulen gilt als sehr hoch.

Forschung

Nach dem Zweiten Weltkrieg konzentrierte sich die Forschung ganz auf die Entwicklung neuer Produkte für die Industrie. Hierbei fand eine sehr enge Kooperation zwischen den Entwicklungsabteilungen der großen Firmen und den Universitäten statt. Erst durch Reformen in den 1980er Jahren wird auch verstärkt Grundlagenforschung gefördert. Momentanes großes Thema ist die Entwicklung von Robotern, wie die Expo 2005 gezeigt hat. Das Hauptthema der Sozialwissenschaften der 1980er Jahre war Nihonjinron, der japanische Versuch der Identitätsfindungen nach den rasanten Wandlungen der letzten anderthalb Jahrhunderte.

Japan zählt zu den innovativsten Ländern der Welt. Im Global Innovation Index 2017, welcher die Innovationsfähigkeit einzelner Länder misst, belegt Japan Platz 14 von 130 Volkswirtschaften.

Nobelpreisträger

Medien

Siehe auch: Fernsehen in Japan

Im japanischen Mediensystem gibt es die Besonderheit der Kisha Clubs (auch Reporterclubs genannt), zu denen nur die Journalisten der großen Medien aus Tokyo Zutritt erhalten. Diese befinden sich in den Räumen der Verwaltung oder der Unternehmen und dienen als Ort für Pressekonferenzen, Briefings und Hintergrundgespräche. In Japan gibt es zwei zentrale Nachrichtenagenturen. Dies sind Kyōdō Tsūshinsha und Jiji Tsūshinsha. Zeitungen erfreuen sich in Japan nach wie vor einer großen Beliebtheit. Insgesamt gibt es über 100 verschiedene, täglich erscheinende Zeitungen. Es gibt fünf Zeitungen, die landesweit erscheinen, drei Blockzeitungen, 45 Präfekturzeitungen und 200 Zeitungen unterhalb der Ebene der Präfektur. Die beiden größten Zeitungen der Welt nach täglicher Auflage kommen aus Japan (Stand 2015): Yomiuri Shimbun (Aufl. 9,03 Mio.) und Asahi Shimbun (6,62 Mio.). Daneben erscheinen die Mainichi Shimbun (Aufl. 3,16 Mio.), die Nihon Keizai Shimbun (Aufl. 2,73 Mio.) und die Sankei Shimbun (Aufl. 1,57 Mio.), welche ebenfalls hohe Auflagen erreichen. Es gibt im Land sechs japanweit sendende Fernsehnetzwerke: NHK (Öffentlich-rechtlich), Nippon Television (NTV), Tokyo Broadcasting System (TBS), Fuji Network System (FNS), TV Asahi (EX) und TV Tokyo Network (TXN). Der Rundfunk in Japan ist dual organisiert. Es gibt öffentlich-rechtlich und privat finanzierte Sender, die 1951 durch das Rundfunkgesetz gestartet werden konnten. Die drei meist genutzten Onlinenachrichtenportale sind (Stand 2015) Yahoo News (wöchentliche Reichweite: 53 Prozent), NHK news online (wöchentliche Reichweite: 23 Prozent) und Nippon TV (wöchentliche Reichweite: 15 Prozent). Als soziales Netzwerk wird Youtube am häufigsten genutzt.

Küche

Hauptartikel: Japanische Küche
Ein Teller mit nigiri-zushi

Die japanische Küche basiert auf der Kombination von Grundnahrungsmitteln, typischerweise japanischer Reis oder Nudeln, mit einer Suppe und Okazu (Gerichten aus Fisch, Gemüse, Tofu und dergleichen), um dem Grundnahrungsmittel Geschmack zu verleihen. In der frühen Neuzeit wurden Zutaten wie rotes Fleisch eingeführt, die zuvor in Japan nicht weit verbreitet waren.

Die japanische Küche ist bekannt für ihre Betonung der Saisonalen Lebensmittel, der Qualität der Zutaten und der Präsentation. Die japanische Küche bietet eine große Auswahl an regionalen Spezialitäten, bei denen traditionelle Rezepte und lokale Zutaten verwendet werden. Der Ausdruck ichijū-sansai (一汁三菜|| one soup, three sides) bezieht sich auf die Zusammensetzung einer typischen Mahlzeit, hat jedoch Wurzeln in der klassischen Kaiseki, Honzen und Yūsoku Küche. Der Begriff wird auch verwendet, um den ersten Gang zu beschreiben, der heutzutage in der Standard-Kaiseki-Küche serviert wird. Karē ist seit seiner Einführung in Japan aus Britisch-Indien so weit verbreitet, dass es als Nationalgericht bezeichnet werden kann.

Traditionelle japanische Süßigkeiten sind als Wagashi bekannt. Zutaten wie rote Bohnenpaste und Mochi werden verwendet. Zu den moderneren Geschmacksrichtungen gehört grünes Teeeis, ein sehr beliebtes Aroma. Kakigōri ist ein rasiertes Eisdessert, das mit Sirup oder Kondensmilch gewürzt ist. Es wird normalerweise auf Sommerfestivals verkauft und gegessen. Beliebte japanische Getränke wie Sake, ein gebrautes Reisgetränk, das typischerweise 14 bis 17 % Alkohol enthält und durch mehrfache Fermentation von Reis hergestellt wird. Bier wird in Japan seit dem späten 19. Jahrhundert gebraut und in vielen Regionen von Unternehmen wie den Asahi Beer, der Kirin Beer und der Sapporo Beer hergestellt. Sie behaupten, die älteste bekannte Biermarke in Japan zu sein.

Walfang

Walfleisch im Takashimaya-Warenhaus (Osaka)

Japan ist einer der größten Fischereination und betreibt Walfang, vorgeblich mit wissenschaftlichem Hintergrund über das Institute of Cetacean Research. Die Tötung von Walen soll die Untersuchung des Mageninhaltes der Tiere ermöglichen. Die Internationale Walfangkommission kritisierte die schwachen wissenschaftlichen Argumente Japans stark und wies darauf hin, dass die erwünschten Daten nicht dem Management der Walbestände dienen und auch mit für die Wale schonenden Mitteln (z. B. Kot- und Hautproben) gesammelt werden könnten. Die japanische Walfanglobby argumentiert, dass Wale zu viele Fische fräßen und somit Nahrungskonkurrent des Menschen seien.

Im Dezember 2007 verkündete die japanische Regierung nach internationalem Druck, die Jagd auf die gefährdeten Buckelwale einzustellen. Die Jagd auf Zwergwale und Finnwale werde aber fortgesetzt. Dabei betrug das Jagdergebnis der Flotte um die Nisshin Maru in der Antarktis in der Saison 2007/2008 551 Exemplare der nicht gefährdeten Zwergwale, 2008/2009 679 Zwergwale und einen Finnwal und 2009/2010 506 Zwergwale und einen Finnwal.

Der Verzehr von Walfleisch ist in Japan seit Jahren rückläufig, so dass sich z. B. die Lagerbestände an eingelagertem Walfleisch ständig erhöhen: von 1453 t im Jahr 1999 auf 5093 t im Dezember 2010. Daneben ist Japan auch der wichtigste Absatzmarkt für isländisches Walfleisch.

Sport

Sumōringer nehmen um den Schiedsrichter herum Aufstellung während einer Eröffnungszeremonie.
Hauptartikel: Sport in Japan

Sport ist in Japan bereits in der Asuka-Zeit (7. Jahrhundert) nachgewiesen, als eine Gesandtschaft aus Korea am Hof der Kaiserin Kōgyoku durch einen Sumōkampf unterhalten wurde. Die Bushi, der erstarkende Kriegerstand zum Ende der Heian-Zeit (11. Jahrhundert), betrieben ebenfalls Sport als Vorbereitung auf den Kampf, in erster Linie Schwertkampf (kenjutsu), Reiten (bajutsu), Bogenschießen (kyūjutsu) und Schwimmen. In der Edo-Zeit, einer friedlichen Periode, verfeinerten die zu Verwaltungsbeamten gewordenen Samurai diese Techniken zur Kampfkunst (bujutsu), die durch den Einfluss des Zen-Buddhismus auch eine spirituelle Komponente erhielten.

Im Rahmen der Meiji-Restauration (zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts) kam auch der westliche Sport nach Japan, darunter athletische Sportarten und Mannschaftssportarten wie Baseball, heute der beliebteste Sport (siehe Baseball in Japan). Anfang des 20. Jahrhunderts wurden aus den klassischen Bujutsu-Künsten die heutigen Kampfkünste und Kampfsportarten entwickelt, darunter Judo, Aikidō und Kendō. Das Karate entwickelte sich in der Präfektur Okinawa.

Heutzutage wird eine breite Vielfalt von Sportarten in Japan betrieben, in erster Linie in Clubs an Schulen und Universitäten. Die Insellage hat Windsurfen und Tauchen sehr beliebt gemacht. Als Sport der Salarymen gilt Golf. Eine Mitgliedschaft in einem Golfclub können sich allerdings nur die wirklich gut Verdienenden leisten. Überall in Japan finden sich hoch umzäunte Anlagen, auf denen der Abschlag geübt werden kann. Hokkaidō und die Präfektur Nagano sind Zentren des Wintersports.

Aber auch Rugby und Fußball erfreuen sich zunehmender Beliebtheit in Japan. In der Top League, der höchsten Spielklasse des japanischen Rugby, spielen teilweise die bestbezahlten Spieler der Welt und die Rugbynationalmannschaft Japans vertritt das Land regelmäßig bei der Rugbyweltmeisterschaft, deren Ausrichter Japan 2019 war. Die J1 League, die höchste Spielklasse im japanischen Fußball, gilt wiederum als eine der bedeutendsten Fußballligen der Welt und auch die Fußballnationalmannschaft Japans erreicht regelmäßig die Teilnahme an der Fußballweltmeisterschaft, deren Mitausrichter Japan 2002 war. Viele japanische Fußballer wie etwa Hidetoshi Nakata, Shunsuke Nakamura, Naohiro Takahara, Shinji Okazaki, Makoto Hasebe, Keisuke Honda, Yūto Nagatomo, Shinji Kagawa, Atsuto Uchida, Maya Yoshida, Hiroki Sakai, Gōtoku Sakai, Yūya Ōsako oder Genki Haraguchi konnten sich bereits in den Topligen des europäischen Fußballs (insbesondere in der deutschen Bundesliga) etablieren.

Die Olympischen Sommerspiele sollten 2020 in Japan stattfinden, wurden wegen der COVID-19-Pandemie jedoch auf das Jahr 2021 verschoben.

Feiertage

Hauptartikel: Feiertage in Japan

In Japan gibt es sechzehn gesetzliche Feiertage (jap.祝日, shukujitsu) pro Jahr, die im Staatlichen Gesetz zu den Feiertagen des Volkes (国民の祝日に関する法律, kokumin no shukujitsu ni kansuru hōritsu) vom 20. Juli 1948 festgelegt sind. Wie auch in Deutschland sind einige dieser Feiertage bewegliche Feiertage (移動祝日, idō shukujitsu), die meisten Feiertage sind jedoch an ein unveränderliches Datum geknüpft.

Wenn ein Feiertag auf einen Sonntag fällt, ist der darauf folgende Montag ein arbeitsfreier Tag (振(り)替(え)休日, furikae kyūjitsu , dt. „verschobener Feiertag“). Jeder einzelne Tag, der zwischen zwei Feiertage fällt, ist ebenfalls ein arbeitsfreier Tag (国民の休日, kokumin no kyūjitsu, dt. „Ruhetag der Bürger“).

Neben den gesetzlichen Feiertagen gibt es auch in Japan eine große Zahl regionaler Gedenk- und Festtage. Bevor die gesetzlichen Feiertage durch das japanische Recht geregelt wurden, unterschied man zwischen shukujitsu (祝日), allgemein für Feiertag, und saijitsu (祭日), dem kirchlichen (religiösen) Feiertag bzw. regionalen Sitten folgenden Festtagen (祭り, Matsuri).

Festivals

Gion-Matsuri ist ein jährliches Festival in Kyoto.

Es gibt viele Festivals (matsuri) in Japan, die jährlich gefeiert werden. Es gibt keine spezifischen Festivaltage für ganz Japan. Die Zeiten variieren von Gebiet zu Gebiet und sogar innerhalb eines bestimmten Gebiets. Die Festivaltage konzentrieren sich jedoch in der Regel auf traditionelle Feiertage wie Setsubun oder Obon. Festivals finden oft im Rahmen einer Zeremonie statt, mit Essensständen, Unterhaltung und Karnevalspielen, um die Menschen zu unterhalten. Es wird normalerweise von einem örtlichen Schrein oder Tempel gesponsert, obwohl sie weltlich sein können.

Bemerkenswerte Festivals bieten oft Prozessionen an, die aufwändige Festwagen beinhalten können. Die Vorbereitung für diese Prozessionen erfolgt in der Regel auf der Ebene der Stadtteile oder machi. Davor werden die lokalen Kami möglicherweise rituell in Mikoshi installiert und durch die Straßen geführt, beispielsweise Gion in Kyoto und Hadaka in Okayama.

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Politische Gliederung Asiens

Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen
Afghanistan | Ägypten1 | Armenien | Aserbaidschan | Bahrain | Bangladesch | Bhutan | Brunei | China, Volksrepublik | Georgien | Indien | Indonesien2 | Irak | Iran | Israel | Japan | Jemen | Jordanien | Kambodscha | Kasachstan3 | Katar | Kirgisistan | Kuwait | Laos | Libanon | Malaysia | Malediven | Mongolei | Myanmar | Nepal | Nordkorea | Oman | Osttimor | Pakistan | Philippinen | Russland3 | Saudi-Arabien | Singapur | Sri Lanka | Südkorea | Syrien | Tadschikistan | Thailand | Türkei3 | Turkmenistan | Usbekistan | Vereinigte Arabische Emirate | Vietnam | Zypern

Abhängige Gebiete
Akrotiri und Dekelia | Britisches Territorium im Indischen Ozean | Hongkong | Kokosinseln | Macau | Weihnachtsinsel

Umstrittene Gebiete
Abchasien | Arzach, Republik | China, Republik (Taiwan) | Südossetien | Palästina | Palästinensische Autonomiegebiete | Türkische Republik Nordzypern

1 Liegt größtenteils in Afrika. 2 Liegt zum Teil auch in Ozeanien. 3 Liegt zum Teil auch in Europa.

G6: Deutschland | Frankreich | Vereinigtes Königreich | Italien | Japan | Vereinigte Staaten

G7: Kanada | (G8: Russland – Mitgliedschaft suspendiert)

Teilnehmerstaaten:
Albanien | Andorra | Armenien | Aserbaidschan | Belgien | Bosnien und Herzegowina | Bulgarien | Dänemark | Deutschland | Estland | Finnland | Frankreich | Georgien | Griechenland | Irland | Island | Italien | Kanada | Kasachstan | Kirgisistan | Kroatien | Lettland | Liechtenstein | Litauen | Luxemburg | Malta | Moldau | Monaco | Mongolei | Montenegro | Niederlande | Nordmazedonien | Norwegen | Österreich | Polen | Portugal | Rumänien | Russland | San Marino | Schweden | Schweiz | Serbien | Slowakei | Slowenien | Spanien | Tadschikistan | Tschechien | Türkei | Turkmenistan | Ukraine | Ungarn | Usbekistan | Vatikanstadt | Vereinigtes Königreich | Vereinigte Staaten | Weißrussland | Zypern

Partnerstaaten:
Afghanistan | Australien | Ägypten | Algerien | Israel | Japan | Jordanien | Marokko | Tunesien | Südkorea | Thailand

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35.156111111111136.06Koordinaten:35° N,136° O

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Japan
japan, inselstaat, ostasien, sprache, beobachten, bearbeiten, dieser, artikel, behandelt, staat, gleichnamigen, band, siehe, band, japanisch, 日本, ausgesprochen, nihon, oder, nippon, anhören, 6852, inseln, umfassender, ostasiatischer, staat, pazifik, indirekt, . Japan Inselstaat in Ostasien Sprache Beobachten Bearbeiten Dieser Artikel behandelt den Staat Japan Zur gleichnamigen Band siehe Japan Band Japan japanisch 日本 ausgesprochen als Nihon oder Nippon anhoren i ist ein 6852 Inseln umfassender ostasiatischer Staat im Pazifik der indirekt im Norden und Nordwesten an Russland im Westen an Nord und Sudkorea und im Sudwesten an Taiwan und China grenzt und flachenmassig der viertgrosste Inselstaat der Welt ist De facto Hauptstadt und grosste urbane Siedlung ist das als politische Einheit im Zweiten Weltkrieg abgeschaffte Tokio de jure existiert ein Hauptstadtgebiet aus acht Prafekturen inklusive Tokio 日本国Nihon koku Nippon kokuStaat JapanFlagge SiegelAmtssprache JapanischHauptstadt Tokio de facto Tokio 7 weitere Prafekturen Hauptstadtgebiet de jure Staats und Regierungsform parlamentarische MonarchieStaatsoberhaupt Amt nicht vorhanden de jure Kaiser Naruhito de facto Regierungschef Premierminister Yoshihide SugaFlache 377 975 1 61 km Einwohnerzahl 125 708 382 2020 2 11 Bevolkerungsdichte 335 8 26 Einwohner pro km Bevolkerungs entwicklung 0 2 Schatzung fur das Jahr 2019 3 Bruttoinlandsprodukt Total nominal Total KKP BIP Einw nom BIP Einw KKP 2020 4 5 0 Billionen USD 3 5 3 Billionen USD 4 40 146 USD 25 42 248 USD 33 Index der menschlichen Entwicklung 0 919 19 2019 5 Wahrung Yen JPY Grundung 11 Februar 660 v Chr mythologisch und gesetzlich 3 Mai 1947 Inkrafttreten der Nachkriegsverfassung Unabhangigkeit 28 April 1952 Ende der Besatzungszeit und volle Souveranitat National hymne Kimi Ga Yo dt Herrschaft seiner Majestat source source track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track track Nationalfeiertag 23 Februar Geburtstag des Kaisers Zeitzone UTC 9 JST Kfz Kennzeichen JISO 3166 JP JPN 392Internet TLD jpTelefonvorwahl 81Vorlage Infobox Staat Wartung TRANSKRIPTIONVorlage Infobox Staat Wartung NAME DEUTSCH Tokio Osaka Sendai Akita Sapporo Nagoya Hiroshima Fukuoka Naha Fuji Hokkaidō Kyushu Honshu Shikoku Kurilen Ryukyu Inseln Liancourt Felsen RUSSLAND CHINA NORD KOREA Die Bildung des japanischen Staatswesens begann im 5 Jahrhundert unter kulturellem Einfluss des chinesischen Kaiserreichs Seit dem 16 Jahrhundert stand Japan im Kontakt mit dem Westen und stieg seit dem 19 Jahrhundert zur Grossmacht auf erwarb Kolonien wie Korea und Taiwan nahm an beiden Weltkriegen teil und beherrschte kurzzeitig grosse Teile Sudost und Ostasiens Das Japanische Kaiserreich war bis 1947 eine nach dem monarchischen Prinzip ausgerichtete zum Teil an preussisches Vorbild angelehnte konstitutionelle Monarchie mit dem japanischen Kaiser als Staatsoberhaupt Seine aggressive Expansionspolitik in der Republik China im Vorfeld und wahrend des Zweiten Weltkrieges Pazifikkrieg fuhrte schliesslich zur Niederlage an der Seite der Achsenmachte im August 1945 Im unter Douglas MacArthurs Besatzungsregierung gestalteten japanischen Staat seit 1947 ist der Souveran das Volk hochstes Organ der Staatsgewalt das Parlament dessen Kammern seither beide direkt vom Volk gewahlt werden Das Kaisertum wurde nicht abgeschafft aber der Kaiser als Symbol des Staates auf zeremonielle Aufgaben ohne eigenstandige Autoritat in Staatsangelegenheiten reduziert Ausser Japan gibt es weltweit keinen Staat mehr dessen Staatsoberhaupt ein Kaiser ist Japan wird zu den dichter besiedelten Landern Asiens gezahlt und liegt mit circa 126 Millionen Einwohnern auf Platz elf der bevolkerungsreichsten Lander der Erde Die meisten Einwohner sind Anhanger des Shintoismus und Buddhismus Als historisch erste Industrienation Asiens hat Japan heute eine sehr hoch entwickelte Volkswirtschaft und war viele Jahre lang die weltweit zweitgrosste Wirtschaftskraft hinter den Vereinigten Staaten mit denen es militarisch seit 1952 verbundet ist Japan ist als Mitglied der Gruppe der Sieben eine der grossten Industrienationen der Erde und Teil der OECD Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen zahlt Japan zu den Landern mit sehr hoher menschlicher Entwicklung 5 Mit der Erforschung und Lehre der Sprache und Kultur Japans in der geschichtlichen Entwicklung beschaftigt sich die Japanologie Inhaltsverzeichnis 1 Landesbezeichnung 2 Geographie 2 1 Geologie 2 2 Klima 2 3 Flora und Fauna 2 4 Schutzgebiete 2 5 Verwaltungsgliederung 2 5 1 Prafekturen 2 5 2 Gemeinden 3 Bevolkerung 3 1 Die zehn grossten Stadte nach Einwohnern 3 2 Minderheiten 3 3 Sprache und Schrift 3 4 Religion 3 5 Gesundheit 4 Geschichte 5 Politik 5 1 Tennō Kaiser 5 2 Exekutive 5 3 Legislative 5 4 Judikative 5 5 Parteien 5 6 Verfassung 5 7 Politische Indizes 5 8 Innenpolitik 5 9 Aussenpolitik 5 10 Militar 6 Recht 7 Wirtschaft 7 1 Wirtschaftskennzahlen 7 2 Staatshaushalt 7 3 Energie 8 Infrastruktur 8 1 Verkehrswesen 8 2 Telekommunikation 9 Kultur 9 1 Wissenschaft und Bildung 9 2 Schulsystem 9 3 Forschung 9 4 Medien 9 5 Kuche 9 6 Walfang 9 7 Sport 9 8 Feiertage 9 9 Festivals 10 Siehe auch 11 Literatur 12 Weblinks 13 EinzelnachweiseLandesbezeichnungDer Landesname setzt sich aus den Zeichen 日 Aussprache ni Tag Sonne und 本 Aussprache hon Ursprung Wurzel Beginn zusammen Japan ist deshalb auch als das Land der aufgehenden Sonne bekannt Der zusammengesetzte Begriff kann sowohl Nippon にっぽん als auch Nihon にほん ausgesprochen werden Wahrend Nippon eher in der formalen Sprache auf japanischem Geld und Briefmarken sowie bei internationalen Veranstaltungen verwendet wird kommt in der Alltags und Umgangssprache Nihon haufiger vor Die Nomenklatur des Landesnamens stammt von der offiziellen Korrespondenz der japanischen Herrscher mit der chinesischen Sui Dynastie 6 7 Jahrhundert und bezieht sich auf die von China aus gesehen ostliche Lage des Landes Die rein japanische Lesung anstelle des sinojapanischen Nihon oder Nippon ist Hi no Moto no Kuni 日 の 本 の 国 Zuvor war das Land als Wakoku 倭国 Land der Wa bekannt wobei Wa 倭 erst ein Demonym war und dann auch fur das Land als Ganzes verwendet wurde Da das von den Chinesen verwendete Schriftzeichen 倭 als Zwerg verstanden werden kann wurde dieses spater in Japan durch das homophone 和 Harmonie ersetzt Beide Schriftzeichen wurden ublicherweise auch mit dem Prafix 大 gross verwendet um die historische Bezeichnung Yamato zu schreiben welches im engeren Sinne die Provinz Yamato die Keimzelle des japanischen Kaiserreichs bedeutet und damit als pars pro toto im weiteren Sinne auch das ganze Land Eventuell ist Yamato identisch mit dem Wa Land Yamatai das in chinesischen Quellen aus dem 3 Jahrhundert beschrieben wird Der Name Japan ist ein Exonym das sich vermutlich von einer Mandarin oder Wu Aussprache der Schriftzeichen ableitet So gab etwa Marco Polo den chinesischen Begriff fur Japan chinesisch 日本國 日本国 Pinyin ribenguo als Cipangu wieder Das altere malaiische Wort fur Japan Jepang heute Jepun wurde ebenfalls einem vermutlich sudchinesischen Dialekt entlehnt Portugiesische Handler die im 16 Jahrhundert in Malakka auf den Begriff Jepang stiessen brachten ihn dann mit nach Europa Im Englischen findet sich der Landesname in der Schreibweise Giapan zum ersten Mal in einem Brief aus dem Jahr 1565 Mythologische Namen sind Toyo ashi hara no chi aki no naga i ho aki no mizu ho no kuni 豐葦原之千秋長五百秋之水穗國 dt Land der uppigen Schilfgefilde 1000 Herbste langen 500 Herbste und der fruchtbaren Reisahren im Kojiki Toyo ashi hara no chi i ho aki no mizu ho no kuni 豐葦原千五百秋瑞穂之地 dt Land der uppigen Schilfgefilde der 1500 Herbste und der fruchtbaren Reisahren im Nihonshoki kurz auch Toyoashihara no kuni 豊葦原国 und Mizuho no kuni 瑞穂国 Ashihara no naka tsu kuni in Kojiki und Nihon Shoki 葦原中國 dt Land der Mitte zwischen dem Himmel Takamanohara und der Unterwelt Yomi no kuni der Schilfgefilde sowie Ōyashima no Kuni Kojiki 大八嶋國 Nihon Shoki 大八洲國 dt Land der grossen acht Inseln kurz auch Yashima Der zweite Bestandteil koku Land Staat im offiziellen Landesnamen Nihon koku aus dem sich der vollstandige Name Staat Japan oder Japanischer Staat ergibt wird in europaischen Sprachen oft nicht ubersetzt Dort wird der amtliche Landesname meist nur als Japan ohne Zusatz wiedergegeben Geographie Satellitenaufnahme Japans 1999 Hauptartikel Geographie Japans Siehe auch Liste japanischer Inseln Japan ist ein Inselstaat und besteht im Wesentlichen aus einer Inselkette die sich entlang der Ostkuste Asiens erstreckt Japan hat insgesamt 6 852 Inseln die sich entlang der Pazifikkuste erstrecken Es ist uber 3000 Kilometer lang vom Ochotskischen Meer bis zur Philippinensee im Pazifischen Ozean Japan ist das viertgrosste Inselland der Welt und das grosste Ostasiens Das Gesamtgebiet betragt 377 975 24 km 2019 1 Die vier grossen Hauptinseln sind Hokkaidō im Norden die zentrale und grosste Insel Honshu sowie daran nach Suden anschliessend die Inseln Shikoku und Kyushu In einigen Quellen wird zusatzlich als funfte Hauptinsel das deutlich kleinere und noch weiter sudlich gelegene Okinawa gezahlt Dazu kommen 6847 kleinere Inseln von min 100 m Umfang bei Hochwasser 6 die sich vor allem in der Seto Inlandsee in der Kette der Ryukyu Inseln und Nampō shotō konzentrieren Honshu ist etwas grosser als Grossbritannien Insgesamt hat Japan eine Kustenlange von 33 574 km was zum Vergleich etwa 84 des Erdumfangs entspricht 7 Wegen seiner vielen abgelegenen Inseln hat Japan die achtgrosste Ausschliessliche Wirtschaftszone in der Welt mit einer Flache von 4 470 000 km 8 Japan hat keine Landgrenzen zu anderen Staaten Benachbarte Staaten sind Russland Nordkorea Sudkorea China und Taiwan Uber den gesamten Archipel verlauft eine Gebirgskette die mehr als zwei Drittel der Landmasse Japans ausmacht Der hochste Berg Japans ist der Fujisan auf der Hauptinsel Honshu mit 3776 m uber dem Meeresspiegel Landwirtschaft Industrie und Besiedlung sind auf rund 20 der Landflache beschrankt In den grossen Ebenen haben sich die Hauptballungsgebiete entwickelt Kantō mit Tokio und Yokohama in der Kantō Ebene Kansai bzw Keihanshin mit Osaka Kyōto und Kōbe in der Osaka Ebene Chukyō mit Nagoya in der Nōbi Ebene und Kitakyushu Fukuoka in der Tsukushi Ebene Aufgrund des Mangels an Flachland werden Berghange durch Terrassenfeldbau kultiviert Geologie In Japan treffen vier tektonische Platten aufeinander die Nordamerikanische Platte im Norden die Eurasische Platte im Westen die Philippinische Platte im Suden die Pazifische Platte im Osten die sich mit einigen Zentimetern pro Jahr gegeneinander bewegen Teile der Pazifischen Platte schieben sich dort unter die Kontinentalplatte Eurasiens was zu Vulkanismus und haufigen Erdbeben fuhrt Die anhaltende Bewegung Subduktion der Krustenteile die zu einer langsamen Verkleinerung des Pazifiks fuhrt lasst deren grossraumige Verschweissung nicht zu im Gegensatz etwa zu Indien und den sog Terraneen anderer Kontinentalrander Von den etwa 240 Vulkanen des pazifischen Feuerringes sind 40 aktiv In der gesamten Region gibt es nahezu taglich leichtere Erdbeben in grosseren Abstanden auch schwere z B Grosses Kantō Erdbeben 1923 Erdbeben von Kōbe 1995 oder das Tōhoku Erdbeben 2011 Jedes Jahr findet zum Jahrestag des Kanto Erdbebens im September eine Ubung zum Katastrophenschutz statt Besonders Tokio ist einem hohen Erdbebenrisiko ausgesetzt siehe Erdbeben in Tokio Am 11 Marz 2011 erschutterte ein heftiges Erdbeben den ganzen Staat Das Tōhoku Erdbeben war das starkste Erdbeben in der japanischen Geschichte mit einer Starke von 9 0 MW 9 Durch das Beben wurden ein Tsunami sowie eine Serie katastrophaler Unfalle im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi ausgelost In den letzten tausend Jahren starben in Japan uber 160 000 Menschen durch Tsunamis Das Land verfugt heutzutage durch Messbojen im Pazifischen Ozean uber ein effektives Tsunami Fruhwarnsystem Fur die Bevolkerung finden regelmassig Trainingsprogramme statt viele japanische Kustenstadte schutzen sich durch das Errichten hoher Deiche Diese Walle aus Stahlbeton sind teilweise 10 Meter hoch bis zu 25 Meter tief und mit stabilen Metalltoren ausgestattet Klima Die japanische Inselkette erstreckt sich in einem langen Bogen von Norden 45 Breitengrad Hokkaidō nach Suden 20 Breitengrad Okinotorishima Daher ist das Klima in Japan sehr unterschiedlich ausgepragt von der kalt gemassigten Klimazone in Hokkaidō mit kalten und schneereichen Wintern bis in die Subtropen in der Prafektur Okinawa Dazu kommt der Einfluss von Winden im Winter vom asiatischen Kontinent zum Meer und im Sommer vom Meer zum Kontinent Im spaten Juni und fruhen Juli fallt im Suden ein Grossteil des Jahresniederschlages als monsunartige Regenfront 梅雨前線 baiu zensen Im Fruhsommer beginnt die Taifun Saison bei der vor allem der Suden und der Sudwesten Japans von uber dem Pazifischen Ozean entstehenden Wirbelsturmen betroffen sind z B von Taifun Tokage und Taifun Conson im Jahr 2004 Statistisch gesehen erreichen Japan die meisten Taifune im September obwohl sie im Pazifikraum im August am haufigsten sind Der starkste je aufgezeichnete Taifun Japans war der Ise wan Taifun von 1959 Seine Auswirkungen waren verheerend Uber 5000 Menschen kamen ums Leben Die Winde tragen auch dazu bei dass Japan verstarkt von transnationaler Umweltverschmutzung betroffen ist Japan kann wegen seiner breit gefacherten geographischen Verhaltnisse in sechs Hauptklimaregionen eingeteilt werden Hokkaidō nicht sonderlich starke Niederschlage wahrend der langen kalten Winter grossere Schneeverwehungen Japanisches Meer Der Nordwestwind im Winter bringt starken Schneefall Im Sommer ist diese Region kuhler als die pazifische Region jedoch gibt es hier ofter Fohn Zentrales Hochland starke Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter sowie Tag und Nacht geringe Niederschlage Seto Inlandsee Die Berge der Region Chugoku und Shikoku halten den Wind auf und fuhren zu einem ganzjahrig milden Klima Pazifikregion kalte Winter mit geringem Schneefall und heisse trockene Sommer Nansei Inseln Ryukyu Inseln subtropisches Klima mit warmen Wintern und heissen Sommern Starke Niederschlage vor allem wahrend der Regenzeit regelmassig auftretende Taifune Klimadiagramm Wakkanai Hokkaidō Klimadiagramm Tokio Honshu Klimadiagramm Kagoshima Kyushu Flora und Fauna Kirschbluten des Yoshino yama waren Gegenstand vieler Theaterstucke und Waka Gedichte Japanmakaken in einer heissen Quelle im Jigokudani Affenpark Hauptartikel Flora und Fauna Japans Japan ist zu grossen Teilen 66 8 von Bergwaldern bedeckt Im Inland Japans finden sich eine Reihe von Gebirgsketten die die Waldgrenze uberschreiten Durch die Position als vorgelagerte Inselkette hat sich eine zwar mit Kontinentalasien verwandte aber dennoch vielfach eigenstandige Flora und Fauna entwickelt Die Ogasawara Inseln auch Bonin Inseln 1000 km sudostlich von Tokio werden wegen ihrer endemischen Spezies oft mit den Galapagosinseln verglichen Japan hat neun Okoregionen die das Klima und die Geographie der Inseln widerspiegeln Sie reichen von subtropischen feuchten Laubwaldern auf den Ryukyu und Ogasawara Inseln uber gemassigte Laub und Mischwalder in den milden Klimaregionen der Hauptinseln bis hin zu gemassigten Nadelwaldern in den kalten winterlichen Teilen der Nordinseln 10 In Japan gibt es uber 90 000 Tierarten darunter der Braunbar der Japanmakak der japanische Waschbarhund die grosse japanische Feldmaus und der Japanische Riesensalamander 11 Die Hauptinseln und die nahegelegenen Nachbarinseln sind Teil der Palaarktischen Florenregion Die Ryukyu Inseln sind Teil der Indomalaiischen Region wahrend die Ogasawara Inseln zu Ozeanien gerechnet werden Ein grosses Netzwerk von Nationalparks wurde eingerichtet um wichtige Bereiche der Flora und Fauna sowie 37 Feuchtgebiete von Ramsar zu schutzen 12 13 Vier Welterbe sind aufgrund ihres aussergewohnlichen naturlichen Wertes in die UNESCO Welterbeliste aufgenommen worden 14 Saugetiere An Grosssaugetieren gibt es unter anderem den Braunbaren auf Hokkaidō auf Honshu den asiatischen Schwarzbaren den Sikahirsch und den japanischen Serau eine Ziegenantilope Unter den einheimischen Arten findet sich der Japanmakak auf den drei Hauptinseln Honshu Shikoku und Kyushu sowie auf etlichen vorgelagerten Inseln Mit einer Verbreitung bis zur Shimokita Halbinsel in der Prafektur Aomori bildet er damit abgesehen vom Menschen die nordlichste Affenpopulation der Welt Die starke Besiedlung an den Kusten und in den japanischen Ebenen hat dazu gefuhrt dass einige Saugetierarten ausgestorben sind so der Honshu Wolf Canis lupus hodophilax der Japanische Seelowe Zalophus japonicus der Seeotter und der Fischotter Hunde und Katzen gibt es in Japan in einer breiten Auswahl an Rassen Als typisch japanische Hunderasse wird der Shiba Inu angesehen Vogel In Japan sind uber 500 verschiedene Vogelarten gesichtet worden Da die Inselgruppe in jeder Richtung von Meer umgeben ist gehort eine Vielzahl davon zum Wassergeflugel Japan ist eine wichtige Zwischenstation fur Zugvogel In Sibirien brutende Vogel finden hier ihr Winterquartier wahrend die in Japan brutenden Vogel im Winter in Richtung Sudostasien ziehen Auf diese Weise findet eine Vielzahl von Vogelarten ihren Weg nach Japan In den Stadten finden sich Krahen besonders die Aaskrahe Spatzen Tauben und Rauchschwalben Nationalvogel ist der Buntfasan Der Nipponibis ist in Japan in freier Wildbahn ausgestorben Allerdings leben immer noch einige hundert in einem Schutz und Aufzuchtszentrum auf Sado sowie in freier Wildbahn in der Shaanxi Provinz in China Meeresbewohner Die japanischen Kustengewasser sind von kalten und warmen Meeresstromungen durchzogen die an ihren Beruhrungslinien gute Wachstumsbedingungen fur Plankton bieten Das Land liegt an einer Belastungskante der Lithosphare durch deren Verschiebungen sich eine zerkluftete Kustenlinie gebildet hat Dadurch bietet sich ein guter Lebensraum fur eine Vielzahl von Fischarten Die Gewasser vor der Sanriku Kuste Prafekturen Miyagi und Iwate und die nordlich anschliessenden Meeresgebiete bis zu den Kurilen sind einer der drei reichsten Fischgrunde in der Welt In den Flussen gibt es eine reichhaltige Zahl von Fischarten begunstigt durch das regenreiche Klima In den Brackwassergebieten der Flussmundungen gibt es eine Vielzahl von Muscheln Problematisch ist die Gewasserverschmutzung und die Betonierung der Flussbetten die zu einem Aussterben zahlreicher Arten gefuhrt hat In den 1970er Jahren gab es eine starke Umweltbewegung die erste Erfolge dagegen verbuchen konnte Wegen seiner Politik den Walfang mit Beharrlichkeit gegen Tierschutz Organisationen zu verteidigen gerat Japan immer wieder in die Kritik 15 Kulturpflanzen Wichtigste Kulturpflanze in Japan ist der aus Korea eingefuhrte Reis genau genommen Oryza sativa japonica Kurzkornreis Das Stroh wird fur die Herstellung von Tatami verwendet Historisches Arme Leute Essen ist die Hirse da der Reis als Steuer entrichtet werden musste Ebenfalls angebaut werden verschiedene Bohnensorten unter anderem die Adzukibohne und eine Reihe von Gemusen darunter Ingwer Rettich und Spinat Heimisch sind ausserdem verschiedene Zitruspflanzen wie die Amanatsu daruber hinaus wurde eine Reihe von Obst und Gemusesorten eingefuhrt Zur traditionellen japanischen Kuche gehoren ausserdem Seetang beispielsweise Nori und Meeresalgen Wakame Traditionelle japanische Hauser werden unter anderem aus dem Holz der Sicheltanne gebaut Von nationaler Bedeutung sind die Teepflanze und verschiedene Binsenarten zur Herstellung der Tatami Matten Flatterbinse und Dochtbinse Der Shiba Inu eine beliebte Hunderasse Walder bedecken 66 der Landesflache Die Koi werden in Japan als Zierfische gezuchtet Die Japanische Rotkiefer ist der am weitesten verbreitete Nadelbaum JapansSchutzgebiete Hauptartikel Nationalparks in Japan 66 8 des japanischen Territoriums sind von Waldern bedeckt 16 Die Schutzgebiete in Japan sind unterteilt in Nationalparks die vom Umweltministerium kontrolliert und verwaltet werden und kleinere und weniger bekannte seminationale Parks die direkt von den Prafekturen verwaltet werden und immer unter der Aufsicht des Ministeriums stehen 17 Zum 31 Marz 2017 gab es in Japan mit der Ausweisung des Amamiguntō Nationalparks 34 Nationalparks 18 und 56 Quasi Nationalparks Die Flache der ersteren umfasst 21 949 km 5 8 der Landesflache 19 wahrend die letztere 13 614 km 3 6 der Gesamtflache umfasst Daruber hinaus verteilen sich die 309 Prafekturparks auf eine Flache von 19 608 km 5 2 der Gesamtflache 20 Nikkō Nationalpark Iriomote Ishigaki Nationalpark Setonaikai Nationalpark Shiretoko NationalparkVerwaltungsgliederung Die 20 Grossstadte per Regierungserlass Japan ist ein unitarer Staat der lediglich klar umrissene Aufgaben an die untergeordneten Gebietskorperschaften weitergibt Uber die Frage wie zentralistisch Japan in der Nachkriegszeit ist diskutierte die Forschung Besonders die finanzielle Abhangigkeit der Gebietskorperschaften war lange extrem gross 30 Autonomie in den letzten Jahrzehnten gab es einige Reformversuche zur fiskalischen Dezentralisierung Japan gliedert sich flachendeckend in drei Verwaltungsebenen die Zentralregierung in Tokio die 47 Prafekturen todōfuken und die kommunale Ebene shikuchōson Kreisfreie Stadte shi Kleinstadte chō oder machi Dorfer mura oder son sowie in der Prafektur Tokio die 23 Sonder Bezirke tokubetsu ku Eine Grobunterteilung Japans bilden die acht Regionen die aus einer oder mehreren Prafekturen bestehen Sie sind keine Gebietskorperschaften werden aber von der Verwaltung fur bestimmte Zustandigkeitsbereiche Aussenstellen der Zentralregierung regionale Gouverneurskonferenzen Gerichtsbezirke genutzt Verschiedene Reformplane fur ein Dōshusei sehen eine starkere Rolle fur die Regionen in bestehender oder leicht veranderter Aufteilung vor um die Handlungsfahigkeit lokaler Regierungen zu erhohen Historisch existierten bis in die 1920er Jahre die Landkreise gun als Verwaltungsebene zwischen Prafekturen und landlichen Gemeinden machi und mura Sie waren im 19 Jahrhundert aus vormodernen Bezirken kōri hervorgegangen und werden bis heute fur Ortsangaben zum Beispiel in Postadressen genutzt Ebene Verwaltung Fuhrung der Exekutive Parlament Zentral Staat kuni Zentralregierung chuō seifu Premierminister Kabinett naikakusōridaijin naikaku Parlament kokkai Prafekturen to dō fu ken Prafekturregierung kenchō fuchō tochō dōchō Gouverneur chiji Prafekturparlament kengikai fugikai togikai dōgikai Gemeinden shi ku chō son Stadt Gemeindeverwaltung shiyakusho kuyakusho machiyakuba murayakuba Burgermeister shichō kuchō chōchō sonchō Stadt Gemeinderat shi gi kai kugikai chōgikai songikai Prafekturen Hauptartikel Prafektur Japan Die Prafekturen sind innerhalb der ihnen zustehenden Aufgaben relativ autonom und uben gemass Kapitel acht der Verfassung lokale Selbstverwaltung aus Finanziell sind sie stark auf die Zuweisungen der Zentralregierung angewiesen Die Prafekturen sind in Grosse und Bevolkerungsdichte sehr unterschiedlich Die meisten entfallen auf die Hauptinsel Honshu wahrend beispielsweise die zweitgrosste Insel Hokkaidō nur eine einzige Prafektur hat Innerhalb der prafekturalen und der kommunalen Ebene gibt es im Gegensatz zum nationalen Parlamentarismus ein prasidentielles System innerhalb dessen einerseits die Regierungs und Verwaltungschefs und andererseits die Gemeindeversammlungen und Prafekturparlamente autonom gewahlt werden Gemeinden Hauptartikel Gemeinde Japan Die kommunale Selbstverwaltung wurde bereits im Kaiserreich Ende der 1880er Jahre nach preussischem Vorbild gestaltet und nach dem Pazifikkrieg unter US gefuhrter alliierter Besatzung in die heutige Form gebracht als das Recht auf Selbstverwaltung auch auf die Prafekturen ausgedehnt wurde Einen Sonderstatus unter den Gemeinden haben die 20 Grossstadte per Regierungserlass seirei shitei toshi Voraussetzung fur die Ernennung sind unter anderem eine Mindestbevolkerung von 500 000 Einwohnern sowie die Zustimmung von Stadtrat und Prafekturparlament Die seirei shitei toshi sind in Stadt Bezirke Ku unterteilt und ubernehmen verschiedene Verwaltungsaufgaben die sonst den Prafekturen zustehen Die Stadte sind absteigend nach Bevolkerungszahl Yokohama Osaka Nagoya Sapporo Kōbe Fukuoka Kyōto Kawasaki Saitama Hiroshima Sendai Kitakyushu Chiba Sakai Niigata Hamamatsu Kumamoto Sagamihara Shizuoka und Okayama Obwohl einige Bezirke der Prafektur Tokio die notige Bevolkerungszahl uberschreiten konnen sie sich als Sonderbezirke nicht um diesen Status bewerben Bevolkerung Bevolkerungsentwicklung Mio Hauptartikel Demografie Japans und Japaner Siehe auch Gesellschaft Japans Frauen in Japan und Soziales Verhalten in Japan Japan ist die alteste Gesellschaft weltweit Die letzte Volkszahlung aus dem Jahr 2010 weist eine Gesamtbevolkerung Japans von 128 056 026 Menschen aus 2 Die Einwohnerzahlen sind aber seit Jahren rucklaufig so gab das Ministerium fur Innere Angelegenheiten und Kommunikation am 31 Marz 2012 eine Gesamtbevolkerung von 126 659 683 an 21 22 2050 soll die Einwohnerzahl noch 107 Millionen betragen womit Japan bis Mitte des Jahrhunderts 20 Millionen Einwohner verlieren wurde 23 Die japanische Gesellschaft ist ethnisch und linguistisch weitgehend homogen Der Anteil der Auslander an der Bevolkerung lag 2014 bei 2 Prozent 24 Die durchschnittliche Lebenserwartung der japanischen Bevolkerung betrug im Zeitraum von 2010 bis 2015 83 3 Jahre Manner 80 0 Jahre Frauen 86 4 Jahre 25 Nur Hongkong hatte eine hohere Lebenserwartung Japan ist damit der unabhangige Staat mit der weltweit hochsten Lebenserwartung Aktuelle Probleme der japanischen Gesellschaft sind Uberalterung Jugendarbeitslosigkeit und ein Ruckgang der Geburtenziffer 26 Politisch und gesellschaftlich scheint es unmoglich eine verstarkte Immigration zuzulassen 27 Das Median Alter betrug 2015 in Japan 46 3 Jahre womit es die alteste Gesellschaft der Welt war 23 Die zehn grossten Stadte nach Einwohnern Die Metropolregion Tokio ist die bevolkerungsreichste Metropolregion der Welt Rang Name Prafektur Region Einwohner 2020 Metropolregion nach MIC Def Erweiterte Metropolregion 2015 0 1 Tokio Tokio Kantō 9 744 534 Kantō Tokio 37 273 8660 2 Yokohama Kanagawa Kantō 3 778 318 Kantō Tokio 37 273 8660 3 Osaka Osaka Kinki 2 754 742 Kinki Keihanshin 19 302 7460 4 Nagoya Aichi Chubu Tōkai 2 333 406 Chukyō 9 363 2210 5 Sapporo Hokkaidō Hokkaidō 1 975 065 Sapporo 2 636 2540 6 Fukuoka Fukuoka Kyushu 1 613 361 Kitakyushu Fukuoka 5 538 1420 7 Kawasaki Kanagawa Kantō 1 539 081 Kantō Tokio 37 273 8660 8 Kōbe Hyōgo Kinki 1 527 022 Kinki Keihanshin 19 302 7460 9 Kyōto Kyōto Kinki 1 464 890 Kinki Keihanshin 19 302 74610 Saitama Saitama Kantō 1 324 591 Kantō Tokio 37 273 866 Volkszahlungen 2020 und 2015 Siehe auch Liste der Stadte in Japan Minderheiten Chinesische Einwanderer und in Japan lebende Koreaner Die indigene Minderheit der Ainu auf der nordlichen Insel Hokkaidō stellt heute nur noch einige zehntausend Angehorige Die Buraku auch Burakumin sind ethnische Japaner deren Vorfahren nach shintoistischer und buddhistischer Auffassung unreine Berufe ausubten und die daher noch heute sozial ausgegrenzt werden Die Ryukyu Volker zahlenmassig grosste Minderheit Japans die historisch ein eigenstandiges Reich mit eigener Kultur und Sprache bildeten Eine weitere Minderheit sind die Dekasegi japanischstammige Sudamerikaner meist japanische Brasilianer die wieder in das Land ihrer Vorfahren eingewandert sind Weiter leben in Japan zahlreiche Gastarbeiter aus den Mitgliedstaaten der Arabischen Liga Indien und Landern Sudostasiens Sprache und Schrift Hauptartikel Japanische Sprache und Japanische Schrift Die Landessprache ist Japanisch und wird von nahezu der gesamten Bevolkerung und den meisten Minderheiten gesprochen Es existieren zahlreiche regionale Dialekte In der Schule wird als Fremdsprache am haufigsten Englisch gelehrt es wird jedoch haufig kritisiert dass sich der japanische Englischunterricht zu sehr auf das Bestehen des TOEIC Tests konzentriere und nur unzureichende Kommunikationsfahigkeiten vermittele Die zweithaufigste Fremdsprache ist Chinesisch Die japanische Sprache verwendet neben den chinesischen Schriftzeichen Kanji zwei eigene Silbenschriftsysteme Hiragana und Katakana die von chinesischen Schriftzeichen abgeleitet sind Ortsnamen auf Strassenschildern Bahnhofe und Ahnliches sind meist in Kanji und in lateinischer Umschrift Rōmaji beschildert Minderheitensprachen autochthoner Volker in Japan sind das nicht mit dem Japanischen verwandte Ainu im Nordteil der Insel Hokkaido und die mit dem Japanischen verwandten aber eine eigenstandige Gruppe bildenden Ryukyu Sprachen auf den gleichnamigen Inseln Religion Tor zum Nishi Honganji Kyōto Hauptartikel Religion in Japan In Japan haben immer mehrere religiose Glaubensformen nebeneinander bestanden Die wichtigsten sind der Shintō der sich von der japanischen Urreligion herleitet und der Buddhismus der Japan im 5 oder 6 Jahrhundert erreichte Heute gehoren uber 80 der Japaner beiden Hauptreligionen gleichzeitig an daher wird die religiose Grundeinstellung in Japan als synkretistisch bezeichnet Shintō dt Weg der Kami oft auch als Shintoismus bezeichnet ist der Glaube an die einheimischen Gotter Japans die Naturkrafte aber auch vergottlichte Ahnen verkorpern konnen Shintō ist eine polytheistische Religion ohne Grunder und ohne festgelegte Lehren und beruht daher auf einem anderen Religionskonzept als die monotheistischen Schriftreligionen Auch Jenseits und Moralvorstellungen sind nicht deutlich herausgearbeitet und stark vom Buddhismus oder von chinesischen Konzepten beeinflusst Im Grunde ist der Shintō ein Nebeneinander lokaler Traditionen mit einem gemeinsamen rituellen Kern Viele Richtungen des Shintō berufen sich allerdings auf die Mythen des Altertums In deren Mittelpunkt steht die Sonnengottin Amaterasu von der sich die Familiendynastie der japanischen Tennō herleitet Der japanische Buddhismus ist in viele verschiedene Sekten Schulen Richtungen gegliedert die fast alle dem Mahayana Buddhismus angehoren Zu den bekanntesten buddhistischen Richtungen in Japan zahlen der Zen Buddhismus der Amitabha Buddhismus und der Nichiren Buddhismus In der Religion Japans gibt es daruber hinaus chinesische Einflusse durch Daoismus und Konfuzianismus die von Shintō und Buddhismus aufgenommen und integriert wurden Das Christentum spielte in der Geschichte Japans vor allem im 16 und 17 Jahrhundert eine gewisse Rolle nimmt aber heute nur noch eine Randstellung ein Ein wichtiges Element stellen die Neuen Religionen dar die sich seit Mitte des 19 Jahrhunderts immer starker ausbreiten und oft eine eigenwillige Mischung aus Shintō Buddhismus und anderen Weltreligionen propagieren Seit dem Zweiten Weltkrieg herrscht gegenuber diesen Richtungen eine besonders grosse religiose Toleranz sodass gegenwartig rund 300 solcher Glaubensgemeinschaften amtlich gelistet sind Gesundheit Als Begrunder der modernen westlichen Medizin in Japan gelten Erwin Balz und Julius Scriba Japan gehort zu den Landern die universelle Gesundheitsvorsorge fur ihre Staatsburger zur Verfugung stellen In Japan muss gesetzlich jeder Bewohner versichert sein Gesundheitliche Dienstleistungen werden entweder durch regionale oder nationale offentliche Krankenhauser oder durch private Krankenhauser und Kliniken erbracht Patienten haben universellen Zugang zu jeder Einrichtung obwohl Krankenhauser fur Personen ohne eine Uberweisung tendenziell hohere Gebuhren erheben Offentliche Krankenversicherungen decken die Kosten fur die meisten Burger ab und zahlen 70 oder mehr fur jede Pflege und jedes verschriebene Medikament Fur den Rest sind die Patienten selbst verantwortlich Der Anteil der privat gezahlt wird orientiert sich am verfugbaren Einkommen der Person und kann maximal 30 betragen Die private Krankenzusatzversicherung ist nur zur Deckung der Zuzahlungen oder nicht gedeckten Kosten verfugbar und leistet in der Regel eine feste Vergutung pro Tag im Krankenhaus Viele Krankenversicherungen laufen in Japan uber den Arbeitgeber 2015 gab Japan 10 9 seiner Wirtschaftsleistung fur das Gesundheitssystem aus wovon 84 1 staatlich finanziert wurden Als grosstes Problem des japanischen Gesundheitswesens gilt die zukunftige Finanzierung da aufgrund der fortschreitenden Alterung der Gesellschaft mit stark wachsenden Kosten gerechnet werden muss 28 29 Japan schneidet im internationalen Vergleich bei verschiedenen Gesundheitsindikatoren hervorragend ab Im Durchschnitt hatten Japaner im Jahr 2016 eine Lebenserwartung von 84 0 Jahren Frauen hatten eine Lebenserwartung von 87 1 Jahren und Manner hatten eine Lebenserwartung von 81 0 Jahren Seit dem Jahre 1960 konnte die durchschnittliche Lebenserwartung um mehr als 16 Jahre gesteigert werden Universelle Krankenversicherung existiert seit 1961 Japan hatte einen der niedrigsten Anteile von ubergewichtigen Personen unter den Industrielandern Die Kinder und Muttersterblichkeit ist im internationalen Vergleich sehr niedrig und weniger als 0 1 der Bevolkerung sind HIV Positiv Als weniger leistungsfahig dagegen gilt das japanische Gesundheitswesen im Hinblick auf psychische Erkrankungen Das Land hat eine der hochsten Suizidraten weltweit und trotz eingeleiteter Reformen wenden japanische Psychiatrien und psychiatrische Einrichtungen veraltete Methoden im Umgang mit Patienten an 30 31 Zeitraum Lebenserwartung in Jahren Zeitraum Lebenserwartung in Jahren1950 1955 62 8 1985 1990 78 51955 1960 66 4 1990 1995 79 41960 1965 69 2 1995 2000 80 51965 1970 71 4 2000 2005 81 81970 1975 73 3 2005 2010 82 71975 1980 75 4 2010 2015 83 31980 1985 77 0 2015 2020 84 4 Quelle UN 32 Geschichte Hauptartikel Geschichte Japans und Periodisierung der japanischen Geschichte Jōmon Periode In der Zeit von 10 000 v Chr bis etwa 300 v Chr wanderten Menschen vermutlich aus Zentralasien Sibirien und dem sudpazifischen Raum in das Gebiet des heutigen Japan ein Yayoi Periode Erste bestatigte Kontakte mit dem chinesischen Reich gab es von etwa 300 v Chr bis etwa 300 n Chr Kofun Periode Hōryu ji Baujahr 607 stammen aus der Kofun Periode von etwa 300 bis 710 n Chr Es gab einen engen politischen Kontakt mit dem Nachbarland Korea und Einwanderung von Korea nach Japan Ab dem 5 Jahrhundert fand die Ubernahme der Chinesischen Schrift statt Nara Epoche 710 794 In der Nara Periode wurde der Buddhismus stark gefordert Die Staatsform lehnte sich an das chinesische Vorbild an Heian Epoche 794 1185 Aufschwung der hofischen Kultur in Heian kyō Kyōto vor allem Dichtung und Literatur Die Macht des Kaisers wurde allmahlich geschwacht und Kriegerfamilien etablierten sich Zum Ende der Heian Periode begrundete die Minamoto Familie das erste Shōgunat Kamakura Epoche 1192 1333 Wahrend der Kamakura Periode unternahm Kublai Khan zwei Invasionsversuche in Japan die jedoch durch spater als gottlich interpretierte Taifune Kamikaze Gotterwind verhindert wurden Samurai Foto von Felice Beato Muromachi Epoche 1333 1573 Die machtigen unabhangigen Daimyō unterhielten ihre eigenen Armeen mit samurai Das Shōgunat verlor die Kontrolle und die Zeit der streitenden Reiche sengoku jidai begann Sengoku Epoche 1477 1600 Japan im Jahre 1570 Sengoku Zeit Die drei Reichseiniger Oda Nobunaga Toyotomi Hideyoshi Tokugawa Ieyasu beendeten in der Azuchi Momoyama Epoche 1568 bis 1603 den uber 100 jahrigen Burgerkrieg Vor der folgenden Abschliessung Japans liegt die Epoche des Namban Handels des Handels mit Portugiesen Spaniern und Niederlandern von 1543 bis 1639 Edo Ara 1603 1867 Wahrend der Abschliessung Japans in der Edo Zeit waren Aus und Einreise fur Japaner und Auslander verboten Mit Ausnahme von beschranktem Austausch mit China und den Niederlanden denen 1639 als einzigen Europaern der Aufenthalt in Japan auf der kunstlichen Insel Dejima vor Nagasaki gestattet wurde bestand kaum Kontakt zu anderen Staaten Die Tokugawa Familie behielt fur uber 250 Jahre die Kontrolle uber die anderen Daimyō Diese Periode war von grossem Wohlstand fur das japanische Volk gepragt Die Bevolkerung wuchs stetig Das heutige Tokio wuchs in dieser Zeit zur grossten Metropolregion der Welt 1854 segelte US Kommodore Matthew Perry mit seiner Flotte von vier Kriegsschiffen unbehelligt in den Hafen des heutigen Tokio um einen Brief des US Prasidenten Millard Fillmore zu ubergeben in dem dieser die Tokugawa Regierung zum offenen Handel mit den Vereinigten Staaten auffordert Die Leichtigkeit mit der Perry in den Hafen einlaufen konnte offenbarte die Schwache des Tokugawa Regimes Dies fuhrte zu einem Aufstand regionaler Herrscher und mundete letztlich in eine Wiedereinsetzung des Kaisers dem nur wenig reale politische Macht verliehen wurde Meiji Ara 1868 1912 Kaiser Meiji 1868 1912 in seinem Namen war die Meiji Restauration am Ende des Tokugawa Shogunats mit Kaiserlicher Herrschaft hergestellt Die Reform des Kaiserhauses unter dem Meiji Tennō ab 1868 Meiji Restauration und Moderne beendete die Zeit des Kriegeradels und lautete die Moderne ein Das Land erhielt eine moderne Verfassung und ein Parlament so dass Japan eine konstitutionelle Monarchie wurde Korea wurde 1910 von Japan kolonialisiert wodurch die Beziehungen noch heute belastet werden Taishō Ara 1912 1926 Im Ersten Weltkrieg 1914 bis 1918 stand Japan auf Seiten der Entente und ubernahm nach Kriegsende deutsche Territorien Die Taishō Ara war durch kulturelle Dynamik und wirtschaftlichen Aufschwung gekennzeichnet Es war eine Zeit der demokratischen Experimente mit einem parlamentarischen System Letztendlich scheiterte die Demokratie durch Instabilitat ganz ahnlich wie Deutschland wahrend der Weimarer Republik Das Militar ubernahm mehr und mehr die faktische Kontrolle Shōwa Ara Teil 1 1926 1945 Japanisches Kaiserreich 1939 1931 besetzte Japan den Nordosten Chinas und grundete 1932 den abhangigen Staat Mandschukuo Mandschurei 1937 eroberte Japan weitere Territorien von China Japan vertrieb mit Unterstutzung Siams und diverser Einheimischer die europaischen Kolonialmachte aus den sudostasiatischen Landern um sein eigenes Kolonialreich auszubauen Die USA sahen ihre Interessen in Asien vor allem ihre Kolonien wie die Philippinen gefahrdet und reagierten mit zahlreichen Sanktionen einem Embargo und dem Einfrieren japanischen Vermogens im Ausland Im Dezember 1941 griffen daraufhin japanische Truppen den US Stutzpunkt Pearl Harbor auf Hawaii an Damit weitete sich der Zweite Weltkrieg auf den Pazifischen Ozean aus Nicht nur in China sondern auch in den anderen japanischen Territorien Sudostasiens verubte Japan Kriegsverbrechen z B Zwangsprostitution das Massaker von Nanking und Experimente an Menschen durch die Einheit 731 Bis 1945 gelang es alliierten Truppen Gebiete nahe den japanischen Inseln zu erobern doch besonders auf kleineren Inseln auch fernab des japanischen Kernlandes tobten noch heftige Kampfe Der Kaiser sowie der Premierminister und seine Anhanger wollten Friedensverhandlungen aufnehmen doch das Militar hatte mehr Macht Am 6 August 1945 warfen die US Amerikaner eine Atombombe uber der Stadt Hiroshima und am 9 August eine weitere uber Nagasaki ab Noch heutzutage leiden viele Menschen und ihre Nachkommen unter den Folgen der Strahlenkrankheit Hibakusha Nach den Atombombenabwurfen und dem Kriegseintritt der Sowjetunion am 8 August 1945 kapitulierte Japan am 15 August 1945 bedingungslos der Kaiser verlas um 12 00 Uhr mittags den kaiserlichen Erlass zur Beendigung des Krieges der im Radio ubertragen wurde Shōwa Ara Teil 2 1945 1989 Nach der Kapitulation begann der Wiederaufbau zunachst unter der Alliierten Besatzung die 1952 offiziell beendet wurde Vom ehemaligen Kriegsgegner Vereinigte Staaten wurde Japan als Vorposten gegen den Kommunismus in das westliche Bundnissystem integriert Obwohl nicht in den Marshallplan eingebunden erhielt Japan unter anderem durch das GARIOA Programm wirtschaftliche Aufbauhilfe von den Vereinigten Staaten Es setzte vor allem mit Beginn des Koreakrieges eine rasante wirtschaftliche Entwicklung ein in der japanische Firmen Schritt fur Schritt Marktanteile in allen wichtigen Schlusselindustrien erobern konnten Japan erwies sich als stabile friedliche Demokratie Heisei Ara 1989 bis 2019 Faule Bankenkredite und uberbewertete Immobilien liessen Anfang der 1990er Jahre die Bubble Economy platzen und Japan rutschte in eine Phase von Deflation und hoher Staatsverschuldung die wirtschaftliche Stagnation auf hohem Niveau bedeutete Unternehmen und Banken wurden behutsam saniert und allmahlich kommt es wieder zu einem wirtschaftlichen Aufschwung Reiwa Ara 2019 bis heute Politik Premierminister Yoshihide Suga Hauptartikel Politisches System Japans Japan ist gemass der Verfassung von 1947 eine parlamentarische Demokratie mit dem japanischen Kaiser Tennō als Symbol des Staates und der Einheit des Volkes 33 mit den zeremoniellen Aufgaben eines Staatsoberhaupts seine Stellung im Staat leitet sich vom Willen des Volkes ab bei dem die souverane Macht ruht 33 Die Legislative besteht aus einem Zweikammerparlament das bedeutendere Unterhaus wird spatestens alle vier Jahre neu gewahlt Die Exekutive wird vom Kabinett unter Leitung des Premierministers gebildet der von beiden Kammern des Parlaments im Konfliktfall vom Unterhaus bestimmt wird An der Spitze der Judikative steht der Oberste Gerichtshof dessen Richter vom Kabinett ernannt und vom Volk bestatigt werden Das Parteiensystem Japans wurde ab den spaten 1990er Jahren von zwei grossen Parteien der Liberaldemokratischen Partei und der Demokratischen Partei bestimmt wobei letztere seit ihrer Regierungszeit bei einigen Wahlen nur noch knapp oder nicht mehr zweitstarkste Kraft war und seit 2017 nach Parteispaltungen und vereinigungen u a mit der nationalkonservativ wirtschaftsliberalen Ishin no Tō zur Demokratischen Fortschrittspartei in die linksliberalere Konstitutionell Demokratische Partei die konservativere Demokratische Volkspartei und die nationalkonservativ wirtschaftsliberale Partei der Hoffnung zersplittert war Seit 2020 hat sich die Mehrheit der Mitglieder der ehemaligen Demokratischen Fortschrittspartei in der Konstitutionell Demokratischen Partei konsolidiert Daneben existieren mehrere kleinere Parteien auf nationaler Ebene die grossten darunter sind die mit den Liberaldemokraten regierende Kōmeitō die Kommunistische Partei Japans und die nationalkonservativ regionalistische Nippon Ishin no Kai Tennō Kaiser Hauptartikel Tennō und Japanisches Kaiserhaus Kaiser Naruhito 2018 Symbol des Staates und der Einheit des Japanischen Volkes ist Naruhito der 126 Tennō dt Kaiser wortlich vom Himmel gesandter Herrscher Rechtlich gilt er nicht als Staatsoberhaupt und die souverane Macht liegt allein beim Volk Sein Grossvater Hirohito der Shōwa Tennō hat 1945 bei der Kapitulation Japans die Gottlichkeit Arahitogami der japanischen Kaiser zuruckgewiesen Die Verfassung von 1946 gibt dem Kaiser keine politische Entscheidungsgewalt 34 im modernen Japan ist sein Amt zeremonieller Natur Er ernennt formell den von beiden Parlamenten gewahlten Ministerprasidenten und den Prasidenten des obersten Gerichtshofes er verkundet die Gesetze und beruft das Parlament ein 35 Ausserdem ist er oberster Priester des Shintō Exekutive Die Exekutive des japanischen Zentralstaates auch Zentralregierung 中央政府 chuō seifu genannt besteht aus dem Japanischen Kabinett unter Fuhrung des Premierministers und den unterstellten Ministerien und zugeordneten Behorden Den Posten des Premierministers hat seit September 2020 Yoshihide Suga inne Das Kabinett ist dem Parlament gegenuber verantwortlich Der Chef der Exekutive der Premierminister wird von Oberhaus und Unterhaus gewahlt und dann vom Tennō ernannt Bei einem Konflikt gilt das Votum des Unterhauses Nur Abgeordnete des Ober oder des Unterhauses konnen zum Premierminister gewahlt werden Der Premierminister ernennt und entlasst die Minister seines Kabinetts die in der Mehrheit ebenfalls Abgeordnete des Ober oder Unterhauses sein mussen Nach den Erfahrungen mit dem japanischen Militarismus ist in der Verfassung ausserdem festgeschrieben dass der Premierminister und alle seine Minister Zivilisten sein mussen 36 Weitere Regeln sind nicht in der Verfassung festgeschrieben entsprechen aber der politischen Tradition So galt in der LDP das Senioritatsprinzip Ministerposten werden nicht nur nach Kompetenz vergeben sondern dienen dazu langjahrige verdiente Abgeordnete zu belohnen Die Vergabe regeln die Chefs der Faktionen hinter den Kulissen Faktionen sind Gruppen von Abgeordneten in deren Zentrum ein altgedienter und einflussreicher Abgeordneter steht Die Faktionen unterstutzen ihre Mitglieder mit dem dringend fur den Wahlkampf benotigten Finanzmitteln im Gegenzug kann der Vorsitzende der Faktion bei Abstimmungen im Parlament und innerhalb der LDP Fraktion auf die Stimmen seiner Faktion setzen Den Posten des Premierministers nimmt traditionell der Chef der starksten Partei im Unterhaus ein Da dies uber Jahrzehnte die LDP war entscheidet seit 1955 de facto also die Wahl des LDP Vorsitzenden uber die Nachfolge einzelne Unterbrechungen waren die Jahre 1993 bis 1996 und 2009 bis 2012 als die LDP nicht den Regierungschef stellte Siehe auch Liste der Premierminister Japans Legislative Das japanische Parlamentsgebaude in Nagatachō Chiyoda Prafektur Tokio Plenarsaal des Abgeordnetenhauses Das japanische Parlament Kokkai Nationalversammlung ist das hochste Organ der Staatsgewalt und die einzige gesetzgebende Korperschaft Japans Es ist zweigeteilt in den Senat Sangiin Ratekammer als Oberhaus und das Abgeordnetenhaus Shugiin etwa Massenberatungskammer auch Reprasentantenhaus als Unterhaus Beide Kammern werden direkt gewahlt Bei der Wahl des Premierministers beim Haushalt und der Ratifizierung internationaler Vertrage hat der Wille des Unterhauses grundsatzlich Vorrang in der Gesetzgebung ist die Zustimmung beider Kammern oder eine Zweidrittelmehrheit im Unterhaus erforderlich insbesondere Personalnominierungen der Regierung und Verfassungsanderungsvorschlage 37 bedurfen in jedem Fall der Zustimmung beider Parlamentskammern 38 Im Parlament sitzen seit Reformen aus den Jahren 2017 und 2018 nur noch 710 Abgeordnete 465 im Unterhaus und 245 im Oberhaus Von den 465 Sitzen des Abgeordnetenhauses werden 289 in Einmandatswahlkreisen nach dem Mehrheitswahlrecht und 176 in 11 regionalen Mehrmandatwahlkreisen regionalen Blocken nach dem Verhaltniswahlrecht gewahlt von den 245 Sitzen im Senat 146 nach nicht ubertragbarer Einzelstimmgebung in 45 Ein und Mehrmandatswahlkreisen von denen 43 deckungsgleich mit Prafekturen sind und zwei jeweils zwei Prafekturen umfassen 96 nach Verhaltniswahlrecht mit Vorzugsstimme in einem landesweiten Wahlkreis Passives Wahlrecht fur das Abgeordnetenhaus erhalten alle Manner und Frauen mit dem vollendeten 25 Lebensjahr im Oberhaus muss das 30 Lebensjahr vollendet sein Aktiv wahlberechtigt sind seit 2016 alle japanischen Manner und Frauen mit vollendetem 18 Lebensjahr Das Frauenwahlrecht wurde auf nationaler Ebene im Jahr 1945 eingefuhrt 39 Im Kaiserreich war die Bewegung fur ein Frauenwahlrecht am Reichstag gescheitert nach mehreren erfolglosen Gesetzesinitiativen ohne Regierungsunterstutzung brachte nach kontroversen Diskussionen der burgerlichen Parteien das Kabinett Hamaguchi 1931 einen Gesetzentwurf fur ein erstes Frauenwahlrecht auf subnationaler Ebene ein der auch vom Abgeordnetenhaus verabschiedet aber schliesslich vom Herrenhaus blockiert wurde 40 Erst nach der Niederlage Japans und der Besatzung durch die Vereinigten Staaten 1945 wurden fruhere politische Beschrankungen fur Frauen aufgehoben und das aktive und passive Frauenwahlrecht wurde eingefuhrt 41 Am 12 Dezember 1945 fur das Unterhaus am 24 Februar 1947 fur das Oberhaus 42 Somit war das allgemeine Wahlrecht Teil der demokratischen Verfassung die auf die Besatzung zuruckgeht 43 67 Prozent der Frauen gingen am 10 April 1946 zur Wahl und 39 Frauen wurden gewahlt 44 Bis 1952 lagen zwar die rechtlichen Grundlagen fur die Gleichstellung von Frauen in politischer sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht vor aber bei der Infragestellung mannlicher Vorrechte in der Regierung wurde seither nur wenig Fortschritt erzielt 44 Die Wahlperioden der beiden Kammern sind nicht automatisch synchronisiert Das Unterhaus hat eine maximale Wahlperiode von vier Jahren die es aber in der Nachkriegsgeschichte bisher nur einmal vollendete in der Regel finden Unterhauswahlen vorher statt wenn das Kabinett die Kammer auflost wozu es nach vorherrschender Verfassungsinterpretation jederzeit berechtigt ist oder nach einem Misstrauensvotum des Unterhauses gegen das Kabinett gezwungen ist wenn es nicht zurucktreten will Das Oberhaus hat eine feste Wahlperiode und kann nicht aufgelost werden alle drei Jahre wird gestaffelt eine Halfte der Abgeordneten fur eine sechsjahrige Amtszeit gewahlt Nach der Meiji Verfassung von 1889 wurde der Reichstag nach britischem und preussischem Vorbild geschaffen Er bestand neben dem Abgeordnetenhaus als Unterhaus aus dem Herrenhaus Kizokuin als Oberhaus und trat erstmals am 29 November 1890 zusammen Dem Herrenhaus gehorten Mitglieder des Adels Kazoku und vom Tennō ernannte Mitglieder an Die beiden Parlamentskammern waren in den meisten Angelegenheiten absolut gleichberechtigt jede konnte einen Gesetzentwurf blockieren In der Verfassung von 1947 wurde das Herrenhaus abgeschafft und durch das gewahlte Sangiin ersetzt aus dem Reichstag wurde die heutige Nationalversammlung mit einem Primat des Abgeordnetenhauses Shugiin no yuetsu 衆議院の優越 in entscheidenden Punkten Der Premierminister wird seitdem vom Parlament gewahlt und muss diesem angehoren Die meisten Premierminister des Kaiserreichs gehorten dem Herrenhaus oder gar nicht dem Parlament an nur drei waren Mitglieder des Abgeordnetenhauses Dagegen kamen bisher alle Premierminister seit 1947 aus dem Unterhaus Die fortgesetzte Unterteilung in Ober und Unterhaus war eine der wenigen wesentlichen Abweichungen der beschlossenen Verfassung von der Vorgabe der Besatzungsbehorden der SCAP Verfassungsentwurf hatte ein Einkammerparlament vorgesehen Judikative Gebaude des Obersten Gerichtshofs in Chiyoda Die Gerichte sind nach dem Prinzip der Gewaltenteilung von den anderen beiden Zweigen der Staatsgewalt unabhangig An der Spitze der Gerichtsorganisation steht der Oberste Gerichtshof saikō saibansho Ihm gehoren der Oberste Richter und die 14 weiteren Hochst Richtern an Die Mitglieder werden vom Kabinett ausgewahlt Der Oberste Richter wird als einziger staatlicher Amtstrager neben dem Premierminister formell vom Tennō ernannt 45 die anderen Richter vom Kabinett 46 Die Richter werden zeitgleich mit der ersten Wahl zum Unterhaus nach ihrer Ernennung und danach alle zehn Jahre mit der folgenden Wahl zum Unterhaus dem Volk zur Uberprufung vorgelegt 46 Da Enthaltungen mitgezahlt werden 47 kommt eine mehrheitliche Ablehnung zuungunsten des Richters praktisch nicht vor Bei erreichen der gesetzlichen Altersgrenze von 70 Jahren treten die Richter in den Ruhestand Das Oberste Gericht hat das Recht zur Revision von Urteilen der unteren Instanzen und zur letztverbindlichen Entscheidung uber die Verfassungsmassigkeit von Gesetzen 48 Es bestimmt unter anderem die Prozessordnung 49 und stellt die Listen auf aus denen das Kabinett die Richter der unteren Gerichte auswahlt 50 In Japan besteht ein einheitliches System von Gerichten es existieren also beispielsweise keine separaten Verwaltungs oder Arbeitsgerichte wie in Deutschland Die Gerichte gliedern sich unterhalb des Obersten Gerichtshofes in acht Ober kōtō 50 Bezirks chihō und uber 400 einfache Gerichte kan i saibansho daneben existieren 50 Familiengerichte katei saibansho Parteien Japan besitzt in der Nachkriegszeit ein pluralistisches Mehrparteiensystem mit einer dominanten Partei der seit ihrer Grundung 1955 mit bisher nur zwei Unterbrechungen 1993 1994 und 2009 2012 dauerregierenden Liberaldemokratischen Partei LDP In den 1990er Jahren wurde das Parteiensystem umgewalzt als einerseits viele LDP Mitglieder die Partei verliessen und neue Parteien grundeten und andererseits die bis dahin noch grosste Oppositionspartei die Sozialistische Partei Japans SPJ weiter an Boden verlor und dann wahrend einer anfangs noch Grossen Koalition mit der LDP zur Kleinpartei schrumpfte Nach zahlreichen Parteiumbildungen wurde die Demokratische Partei zum Sammelbecken der Opposition 2009 gelang es ihr schliesslich die Unterhausmehrheit und die Regierungsfuhrung zu ubernehmen sie verlor aber rasch an Popularitat und schon 2010 die Oberhausmehrheit 2012 wurde sie in einem Erdrutsch wieder abgewahlt Schon wahrend und nach ihrer Regierungszeit verliessen zahlreiche Abgeordnete die Partei spater folgten Parteispaltungen und vereinigungen Die grosste Oppositionspartei ist Stand September 2020 die linksliberale Konstitutionell Demokratische Partei und die konservativere Demokratische Volkspartei Weitere wahrend des Zerfalls der Demokratischen Partei entstandene Oppositionsparteien sind die konservativere Demokratische Volkspartei die wirtschaftsliberalere Kibō no Tō Partei der Hoffnung und die nationalkonservativ regionalistische Nippon Ishin no Kai in denen ehemalige Demokraten und Liberaldemokraten versammelt sind Daneben existierte von 2012 bis 2019 Ichirō Ozawas Liberale Partei ehemals Nippon Mirai no Tō und Seikatsu no Tō die mit den Sozialdemokraten kooperierte Daneben existieren drei einigermassen kontinuierlich existierende Parteien zwei grossere die Kommunistische Partei Japans KPJ die durchgehend in Opposition war und die Kōmeitō der politische Arm der buddhistischen Organisation Sōka Gakkai der seit 1999 zur Regierungskoalition der LDP gehort sowie die inzwischen sehr kleine Sozialdemokratische Partei SDP der Nachfolger der SPJ Die gegenwartig im Parlament vertretenen Parteien sind die Liberaldemokratische Partei 自由民主党 Jiyu Minshutō LDP die Konstitutionell Demokratische Partei 立憲民主党 Rikken Minshutō KDP engl The Constitutional Democratic Party of Japan CDP die Kōmeitō 公明党 Kōmeitō Gerechtigkeitspartei die Kommunistische Partei Japans 日本共産党 Nihon Kyōsantō KPJ die Nippon Ishin no Kai 日本維新の会 Versammlung fur die Erneuerung Restauration Japans die Demokratische Volkspartei 国民民主党 Kokumin Minshutō DVP engl Democratic Party For the People DPFP die Sozialdemokratische Partei 社会民主党 Shakai Minshutō SDP die Reiwa Shinsengumi れいわ新選組 die NHK kara Kokumin o Mamoru Tō NHKから国民を守る党 Partei zum Schutz der Burger vor der NHK die Partei der Hoffnung 希望の党 Kibō no Tō die Okinawa Shakai Taishutō 沖縄社会大衆党 Sozialistische Massenpartei Okinawa das Team Shiga チーム滋賀 Die staatliche Parteienfinanzierung in Japan gehort zu den hochsten der Welt Nach dem Gesetz zur Parteienfinanzierung von 1994 erhalten die Parteien staatliche Zuschusse in Hohe von 250 Yen pro Einwohner nach der jeweils aktuellen Volkszahlung unabhangig von der Wahlbeteiligung Die Verteilung richtet sich nach der Anzahl ihrer Abgeordneten im Parlament geteilt durch die Gesamtzahl in beiden Hausern zusammen und nach ihren Stimmenanteilen bei Unterhaus und Oberhauswahlen Letztere werden nach folgendem Schlussel gewichtet die Direktwahlstimmen der letzten Unterhauswahlen zu einem Viertel die Verhaltniswahlstimmen der letzten Unterhauswahlen zu einem Viertel die Direktwahlstimmen der letzten beiden Oberhauswahlen zu je einem Achtel die Verhaltniswahlstimmen der letzten beiden Oberhauswahlen zu je einem Achtel 51 Jahrlich werden vom Staat insgesamt etwa 32 Milliarden Yen 2010 rund 280 Millionen Euro an die Parteien ausgezahlt Stichtag fur die Bemessung der jahrlichen Parteienfinanzierung ist in der Regel der 1 Januar Verfassung Hauptartikel Verfassung des Staates Japan Die geltende japanische Verfassung wurde am 3 November 1946 verkundet und trat am 3 Mai 1947 in Kraft In ihr verpflichtet sich das japanische Volk den Idealen des Friedens und der demokratischen Ordnung Die Verfassung wurde von der damaligen amerikanischen Besatzungsregierung unter General Douglas MacArthur entworfen und vom japanischen Parlament beraten und angenommen Sie ist seitdem nicht geandert worden Eine Anderung wurde die Zustimmung von zwei Dritteln der Abgeordneten in beiden Kammern des Parlaments und die Zustimmung der Mehrheit der Wahlberechtigten nicht der Wahler in einem Referendum voraussetzen 52 In der Verfassung wird in Artikel 9 Absatz 1 Krieg als souveranes Recht abgelehnt auch die Androhung militarischer Gewalt als Mittel zur internationalen Konfliktlosung ist verboten Absatz 2 besitzt besondere Brisanz da er Japan untersagt ein Militar zu unterhalten Die japanischen Selbstverteidigungsstreitkrafte und insbesondere deren Auslandseinsatze im Irak und im Indischen Ozean zur Unterstutzung der NATO Operationen in Afghanistan sind daher sehr umstritten Ein Verfassungsanderungsentwurf der LDP sieht eine Anderung von Artikel 9 vor Es wird ausdrucklich betont dass das Militar weiterhin nur der Selbstverteidigung dienen soll aber auch der Sicherung internationalen Friedens und Sicherheit Ausserdem erklart der Entwurf den Tennō zum Staatsoberhaupt Weiterhin wird die Unverletzlichkeit der Menschenrechte betont Der Entwurf der Neufassung enthalt noch einige weitere bisher nicht aufgefuhrte individuelle Rechte u a der respektvolle Umgang mit Behinderten und Opfern von Straftaten sowie Schutz personlicher Daten Politische Indizes Von Nichtregierungsorganisationen herausgegebene politische Indizes Name des Index Indexwert Weltweiter Rang Interpretationshilfe JahrFragile States Index 32 3 von 120 158 von 178 Stabilitat des Landes sehr Stabil 0 sehr nachhaltig 120 sehr alarmierend 2020 53 Demokratieindex 8 13 von 10 21 von 167 Vollstandige Demokratie 0 autoritares Regime 10 vollstandige Demokratie 2020 54 Freedom in the World Index 96 von 100 Freiheitsstatus frei 0 unfrei 100 frei 2020 55 Rangliste der Pressefreiheit 28 88 von 100 67 von 180 Erkennbare Probleme fur die Pressefreiheit 0 gute Lage 100 sehr ernste Lage 2021 56 Korruptionswahrnehmungsindex CPI 74 von 100 19 von 180 0 sehr korrupt 100 sehr sauber 2020 57 Innenpolitik Seit 2012 stellen Liberaldemokratische Partei LDP und Kōmeitō die Regierung Im zuletzt im Oktober 2017 neu gewahlten Unterhaus verfugen sie seit 2012 uber eine Zweidrittelmehrheit seit der Wahl 2013 auch uber eine Mehrheit im Oberhaus Dem amtierenden Kabinett gehoren neben Premierminister Yoshihide Suga unter anderem Tarō Asō als Vizepremier und Finanzminister Toshimitsu Motegi als Aussenminister und Katsunobu Katō als Chefkabinettssekretar an Seit der Sangiin Wahl 2019 verfugt die LDP nicht mehr eine absolute Mehrheit in beiden Kammern des Nationalparlaments ist also bezuglich der Gesetzgebung rechnerisch wieder auf einen Koalitionspartner angewiesen Sugas Regierung will Shinzō Abes Wirtschaftspolitik einer expansiven Geldpolitik erhohten staatlichen Investitionen und der Ankundigung von Strukturreformen die drei Pfeile der Abenomics weiterfuhren Sicherheitspolitisch starkte Abes Regierung 2014 den Sicherheitsrat nach US Vorbild lockerte die bisherigen restriktiven Richtlinien fur militarische Exporte und hat eine beschlossene Ausweitung der Interpretation von Artikel 9 der Verfassung auf kollektive Verteidigung gesetzlich verankert Im September 2018 fand turnusgemass die Wahl des LDP Vorsitzenden statt bei der sich Amtsinhaber Shinzō Abe deutlich gegen den ehemaligen Verteidigungsminister Shigeru Ishiba durchsetzen konnte 2019 fanden zahlreiche Prafektur und Kommunalwahlen statt viele bei den einheitlichen Regionalwahlen im April Im gleichen Jahr fand mit der Oberhauswahl im Sommer 2019 eine nationale Parlamentswahl statt Bei der infolge von Abes Rucktritt abgehaltenen Wahl des LDP Vorsitzenden im September 2020 setzte sich der damalige Chefkabinettssrekretar Yoshihide Suga gegen Fumio Kishida und Shigeru Ishiba durch Die grosste Oppositionspartei auf Nationalebene ist nach der mehrfachen Spaltung der Demokratischen Partei und ihrer Nachfolger derzeit die Konstitutionell Demokratische Partei von Yukio Edano Aussenpolitik Lander die Botschaften aus Japan haben Hauptartikel Aussenpolitik Japans Lander die Botschaften in Japan haben Die Hauptpunkte von Japans Aussenpolitik nach dem Zweiten Weltkrieg sind eine feste Bindung an die Vereinigten Staaten Scheckbuchdiplomatie und ein in der Verfassung festgeschriebener Verzicht auf militarische Aggression Die nordlich von Japan liegenden Kurilen und der sudliche Teil der Insel Sachalin die ehemalige Prafektur chō Karafuto gehoren de facto seit 1945 zur Sowjetunion ab 1991 dem Nachfolgestaat Russland nachdem Japan im Friedensvertrag von San Francisco auf die Gebiete verzichtet hatte auch wenn die Sowjetunion den Vertrag nicht unterzeichnet hat Die der Insel Hokkaidō am nachsten vorgelagerten Sudkurilen werden jedoch von Japan nicht als Teil der abgetretenen Kurilen betrachtet und als Nordliche Territorien als Teil der Prafektur dō Hokkai dō beansprucht Dieser Kurilenkonflikt ist ein andauerndes Problem in den japanisch russischen Beziehungen und ein Hindernis fur einen Friedensvertrag Die kleine Inselgruppe Takeshima kor Dokdo wird von Sudkorea verwaltet und von Japan beansprucht nachdem sie wahrend der Zeit des japanischen Imperialismus etwa 40 Jahre lang zu Japan gehorten Im Fruhling 2005 hat die Einfuhrung eines Takeshima Tages in der Prafektur ken Shimane erneut Zorn in der sudkoreanischen Bevolkerung hervorgerufen Besitzanspruche hat Japan neben der Republik China und der Volksrepublik China auch auf die Senkaku Inseln chin Diaoyu In der Nahe der Inseln werden Rohstoffe vermutet Die Beziehungen zu vielen asiatischen Staaten insbesondere zur Volksrepublik China Sudkorea und Nordkorea sind vor allem wegen einer verpassten Aufarbeitung der imperialistischen Geschichte in der ersten Halfte des 20 Jahrhunderts weiterhin angespannt Die enge okonomische Verflechtung und das Weltinteresse an einem Frieden in der Region machen kriegerische Konflikte jedoch unwahrscheinlich stattdessen flammen immer wieder politische Krisen auf Gemass der Verfassung hielt sich Japan lange Zeit aus samtlichen internationalen bewaffneten Konflikten heraus und forcierte stattdessen eine auf Freihandel ausgerichtete multilaterale Handelspolitik Erste militarische Auslandseinsatze fuhrte Japan in den fruhen 1990er Jahren mit Minenraumern im Persischen Golf fur die Koalition im Zweiten Golfkrieg und durch die Teilnahme an UN Missionen beginnend mit UNTAC in Kambodscha 1992 verabschiedete das Parlament als Grundlage fur die Teilnahme an friedenserhaltenden Missionen PKO das PKO Kooperationsgesetz PKO協力法 pi kei ō kyōryoku hō das angesichts der damaligen Oppositionsmehrheit im Senat Nejire Kokkai in diesem Zusammenhang auch PKO Kokkai PKO国会 zwischen den regierenden Liberaldemokraten und Teilen der Opposition insbesondere Demokratische Sozialisten und Kōmeitō aber gegen den entschiedenen Widerstand der Sozialisten damals grosste Oppositionspartei und der Kommunisten verhandelt wurde In der Folge des Kambodscha Einsatzes hat sich die grundsatzliche Haltung der japanischen Offentlichkeit zu Auslandseinsatzen verschoben so ist die Teilnahme an friedenserhaltenden UN Missionen inzwischen weitgehend akzeptiert und wurde spater auch von der Mehrheit der Sozialisten mitgetragen als diese ab 1993 an mehreren Regierungen beteiligt waren Gesellschaftlich umstritten bleibt dagegen die Beteiligung an Einsatzen in aktiven Konfliktgebieten etwa im Rahmen des Bundnisses Im Januar 2004 beschloss das Kabinett aufgrund des 2001 vom Parlament verabschiedeten Antiterrorismusgesetzes und des 2003 verabschiedeten Irak Wiederaufbaugesetzes die Entsendung japanischer Soldaten in einen de facto aktiven Konflikt namlich als Teil der Koalition der Willigen nach dem Dritten Golfkrieg in den Irak allerdings nach Regierungsinterpretation ausdrucklich in kein Kampfgebiet hi sentō chiiki 非戦闘地域 einen Einsatz in einem Kampfgebiet verbietet das Gesetz Wahrend der damalige liberaldemokratische Ministerprasident Jun ichirō Koizumi darin einen Beweis fur die engen freundschaftlichen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten sah betrachten viele Japaner das als Verfassungsbruch Allerdings waren diese Soldaten verfassungsgemass unbewaffnet und wurden nur fur den Wiederaufbau der Infrastruktur eingesetzt Im Juni 2006 erklarte Koizumi den Einsatz fur abgeschlossen daraufhin begannen die Truppen am 25 Juni ihren Abzug aus dem Irak An der Operation Enduring Freedom beteiligte sich Japan ab 2001 indirekt mit einer Betankungsmission im Indischen Ozean die erstmals 2007 fur einige Monate unterbrochen werden musste als die oppositionelle Senatsmehrheit unter Fuhrung der Demokratischen Partei eine rechtzeitige Verlangerung des Antiterrorismusgesetzes verhinderte dann aber auf Grundlage eines neuen Antiterrorismusgesetzes zunachst wieder aufgenommen wurde Im Januar 2010 wurde die Mission unter der von den Demokraten gefuhrten Regierung beendet als auch die zeitlich befristete Neuauflage des Antiterrorismusgesetzes auslief Die Beziehung zwischen der Europaischen Union und Japan basiert auf einer politischen Erklarung von 1991 die Prinzipien und Ziele der Zusammenarbeit benennt Die Erklarung wurde durch einen EU Japan Aktionsplan im Jahr 2001 erweitert Er formt die Basis fur eine verstarkte Kooperation in Bereichen der Aussenpolitik der Wirtschaft des monetaren und finanziellen Systems der Entwicklungshilfe sowie der Kommunikationstechnologie Die EU und Japan sind wichtige Handelspartner fureinander Gemeinsam generieren sie 40 Prozent des weltweiten Bruttonationaleinkommens Am 6 Juli 2017 einigten sich EU Ratsprasident Donald Tusk und EU Kommissionsprasident Jean Claude Juncker mit dem japanischen Ministerprasidenten Shinzo Abe mit JEFTA das geplante bisher grosste bilaterale Freihandels und Investitionsschutzabkommen der EU abschliessen Zwischen Japan und der EU herrscht eine grosse Ubereinstimmung bei Hauptthemen wie dem Klimaschutz und der Sicherheitspolitik Neben der Terrorismusbekampfung ist die Nichtverbreitung von Massenvernichtungswaffen ein wichtiges Thema Gemeinsam appellieren sie an Nordkorea sein Atomprogramm einzustellen Im Bereich des Klimaschutzes wollen Japan und die EU eine Vorreiterrolle bei der Ausarbeitung eines Nachfolgekonzepts fur das Kyoto Protokoll einnehmen und die CO2 Emissionen bis Mitte des Jahrhunderts um 50 Prozent reduzieren Seit 2014 hat das Land zudem Beobachterstatus in der Gemeinschaft der Portugiesischsprachigen Lander CPLP Hintergrund sind die historischen japanisch portugiesischen Beziehungen und die Brasilianisch japanischen Beziehungen insbesondere die gegenseitige brasilianisch japanische Auswanderung 58 Japan steht seit 1989 auf der Liste der Major non NATO ally und gehort damit zu den engsten diplomatischen militarischen und strategischen Partnern der USA ausserhalb der NATO Mitgliedschaften in internationalen Organisationen Auswahl UN System Globale Organisationen Regionale OrganisationenOrganisation Beitrittsjahr Organisation Beitrittsjahr Organisation BeitrittsjahrVereinte Nationen 1956 Welthandelsorganisation 1995 APEC 1989Weltbank IBRD 7 86 Anteil 1952 OECD 1964 Europarat Beobachter 1996Internationaler Wahrungsfonds 6 12 Anteil 1952 Gruppe der Sieben 1975 Asiatische Entwicklungsbank 1966UNESCO 1951 Interpol 1952 Afrikanische Entwicklungsbank Nicht regional 1983Ernahrungs und Landwirtschaftsorganisation 1951 Internationaler Strafgerichtshof 2007 ASEAN Plus Three East Asia Summit 1997 2005Internationale Seeschifffahrts Organisation 1958 Internationale Organisation fur Migration 1993 Asia Cooperation Dialogue 2002Militar Flagge der Selbstverteidigungsstreitkrafte Schiffe der JMSDF Ein U Jagdzerstorer der Takanami Klasse links mit dem Hubschraubertrager Izumo Hauptartikel Selbstverteidigungsstreitkrafte Im Artikel 9 der japanischen Verfassung verzichtet Japan auf das Recht souveraner Staaten zur Kriegsfuhrung auch einer defensiven Diese Klausel ist in der Welt einmalig sie wurde nach der Niederlage Japans im Zweiten Weltkrieg aufgenommen um eine erneute militaristische Aggression zu verhindern Die Interpretation von Artikel 9 wurde dabei jedoch schrittweise ausgeweitet in den 1950er Jahren fur die Wiederbewaffnung in den 1990er Jahren auf die Teilnahme an Auslandseinsatzen im 21 Jahrhundert auf den Erwerb bestimmter militarischer Ausrustung etwa Hubschraubertrager die als Offensivwaffen und damit als Verstoss gegen das von Artikel 9 formulierte Verbot von Kriegspotential senryoku betrachtet werden konnten und Teilaspekte von kollektiver Verteidigung wobei das Legislativburo des Kabinetts bereits 2001 feststellte dass die kollektive Verteidigung als solche nicht durch die Verfassung gedeckt ist Bereits seit der Verabschiedung der japanischen Verfassung wurden verschiedene Anderungen diskutiert insbesondere von Artikel 9 Vor dem Hintergrund der wachsenden militarischen Macht der Volksrepublik China beschloss die rechtskonservative Regierung unter Premierminister Shinzō Abe im Juli 2014 eine Neuinterpretation der Verfassung und damit die Einfuhrung einer neuen Militardoktrin Nach einer erfolgreichen Parlamentsabstimmung im September 2015 darf Japan fortan das Recht zur kollektiven Selbstverteidigung anwenden und in Konflikten an der Seite von Verbundeten kampfen selbst wenn es nicht direkt angegriffen wird Die Anderung war trotz heftiger Proteste in der Bevolkerung und gegen massiven Widerstand der Opposition zustande gekommen 59 Wahrend der Besatzungszeit wurde eine Polizeireserve gebildet als in der ehemaligen Kolonie der Koreakrieg ausbrach und viele der in Japan stationierten US Truppen dorthin abzogen Mit der Souveranitat 1953 wurde aus dieser Polizeireserve ein Jahr spater die Japanischen Selbstverteidigungsstreitkrafte JSDF englisch fur jieitai Selbstverteidigungskrafte gegrundet aufgeteilt in Land See und Lufttruppen Es wird dabei in der Bezeichnung grundsatzlich auf das Wort gun 軍 Armee Streitkrafte explizit von Artikel 9 untersagt verzichtet im Gegensatz zu rikugun Landstreitkrafte Heer Armee und kaigun Meeresstreitkrafte Marine des Kaiserreichs Gleichzeitig mit dem Friedensvertrag wurde eine militarische Allianz mit dem ehemaligen Kriegsgegner den Vereinigten Staaten geschlossen die 1960 trotz einer Protestwelle von linken Parteien Studenten und Gewerkschaften in Form des Vertrags uber gegenseitige Kooperation und Sicherheit neu aufgelegt wurde und sich seither automatisch verlangert solange sie nicht gekundigt wird 2007 unterzeichnete Japan mit Australien als zweitem Land uberhaupt ein Sicherheitsabkommen Beide Lander wollen ihre Zusammenarbeit bei der Grenzkontrolle beim Kampf gegen den Terrorismus und bei der Katastrophenhilfe intensivieren Auch gemeinsame Militarmanover und nachrichtendienstliche Zusammenarbeit sind geplant Eine von Washington erwunschte direkte Sicherheitszusammenarbeit mit dem neben Japan wichtigsten US Verbundeten in Ostasien der Republik Korea scheiterte bisher am mangelnden Verantwortungsbewusstsein Japans fur die eigene Geschichte dem Territorialstreit und den dadurch angefachten nationalistischen Gefuhlen in Korea So verhinderte offentlicher Protest in Korea 2012 die Unterzeichnung eines ersten bilateralen Sicherheitsabkommens zum Informationsaustausch Eine zum Jahreswechsel 2014 15 tatsachlich geschlossene Vereinbarung uber den Austausch von nachrichtendienstlichen Informationen uber die Demokratische Volksrepublik Korea sieht erneut keine direkte bilaterale Zusammenarbeit vor nur den indirekten Austausch uber US Dienste An der regelmassigen US japanischen Ubung Keen Sword nahmen die Streitkrafte der Republik Korea 2010 erstmals als Beobachter teil In Japan herrscht keine Wehrpflicht Japan gab 2017 knapp 0 9 seiner Wirtschaftsleistung oder 45 4 Mrd Dollar fur seine Streitkrafte aus und lag damit weltweit auf Platz 8 60 Auf 1 der Wirtschaftsleistung wurden der maximale Anteil der Militarausgaben 1976 per Kabinettsbeschluss festgelegt diese Obergrenze wurde bereits nach dem Ende der Koalitionsregierung 1986 unter Yasuhiro Nakasone formal abgeschafft aber auch dann nur symbolisch um einen Bruchteil zunachst auf 1 007 und nie wesentlich uberschritten 61 2017 erklarte Shinzō Abe die 1 Begrenzung abermals fur aufgegeben 62 An der militarischen Prasenz der Vereinigten Staaten beteiligt sich Japan daneben auf Grundlage des SOFA von 1960 mit dem Omoiyari Yosan 思いやり予算 Sympathiehaushalt von zurzeit jahrlich uber 200 Mrd Yen entspricht ca 1 4 Mrd Euro 63 Japan lag 2018 auf Platz 111 von 155 Landern im Globalen Militarisierungsindex GMI 64 Gemass dem Ranking von Global Firepower 2018 65 besitzt das Land die achtstarkste militarische Kapazitat weltweit und die viertstarkste in Asien Bisherige Auslandseinsatze der Selbstverteidigungskrafte waren und sind unterstutzende Missionen 1991 mit Minenraumern im Persischen Golf fur die Koalition im Golfkrieg 2001 2007 und 2008 2010 mit Betankungsschiffen im Indischen Ozean fur die Operation Enduring Freedom in Afghanistan 2004 2008 mit Luft und Bodenkraften vor allem fur den Wiederaufbau im Suden des Irak fur die Koalition im Golfkrieg zum Schutz gegen Piraterie zur See seit 2009 vor Somalia im Rahmen von friedenserhaltenden Missionen der Vereinten Nationen 1992 1993 UNTAC in Kambodscha 1993 1995 ONUMUZ in Mosambik 1996 2013 UNDOF auf den Golan Hohen Syrien Israel 2002 2004 UNTAET UNMISET in Osttimor 2007 2011 UNMIN in Nepal 2008 2011 UNMIS im Sudan 2010 2012 UNMIT in Osttimor 2010 2013 MINUSTAH in Haiti seit 2011 UNMISS im Sudsudan mehrere kurzfristige Einsatze zur Katastrophen und Fluchtlingshilfe Von Seiten der Volksrepublik China wird haufig der Vorwurf hervorgebracht dass in Japan ein neuer Militarismus im Entstehen begriffen ist Historisch sind diese Angste dadurch begrundet dass China im Zweiten Japanisch Chinesischen Krieg grosses Leid geschatzte 18 Millionen zivile Opfer zu beklagen hatte Japan hat jedoch seit dem Zweiten Weltkrieg keine militarische Aggression gezeigt und ist ein aktiver Fursprecher der atomaren Abrustung wahrend China mehrere Konflikte mit seinen Nachbarn verursacht hat im Zuge des Tibetaufstand 1959 Indisch Chinesischer Grenzkrieg 1962 Zwischenfall am Ussuri 1969 Chinesisch Vietnamesischer Krieg 1979 Tatsachlich sehen militarische Bedrohungsszenarien in Japan in erster Linie eine Landung chinesischer Truppen an der Kuste Im Jahr 2005 wurde ein weiteres Konfliktgebiet deutlich als Japan zum ersten Mal den Schutz Taiwans als Teil seiner Interessen definierte Ein zweites Bedrohungsszenario bietet Nordkorea das bereits mehrfach Raketen uber japanisches Territorium gefeuert hat und die Weltoffentlichkeit im Jahr 2005 mit der Behauptung uberrascht hat Atomwaffen zu besitzen Im Oktober 2006 versuchte die nordkoreanische Regierung diese Behauptung mit einem Atombombentest zu belegen Ob es sich bei der registrierten Erschutterung wirklich um die Explosion einer Atomwaffe handelte ist jedoch unklar Aufgrund dieser Bedrohung arbeitet Japan eng mit den Vereinigten Staaten an der Entwicklung eines gemeinsamen Raketenabwehrschilds Das dritte Bedrohungsszenario ist ein terroristischer Anschlag wie der Anschlag auf die Tokioter U Bahn durch die Ōmu Shinrikyō Sekte im Jahr 1995 gezeigt hat Durch das Engagement im Irak bestehen Befurchtungen dass Japan auch Ziel islamistischer Gruppierungen werden konnte entsprechende Hinweise hat es bereits gegeben Japans damaliger Ministerprasident Koizumi bekraftigte am 6 August 2006 dass sein Land die Anti Atom Politik fortsetzen werde Mit Gebeten Kranzniederlegungen und Aufrufen zu einer nuklearwaffenfreien Welt haben in Hiroshima Menschen der Opfer des ersten Atombombenabwurfs 61 Jahre zuvor gedacht 66 RechtDie japanische Rechtsgeschichte lasst sich im Wesentlichen in zwei Rezeptionsphasen einteilen Im 7 Jahrhundert n Chr ubernahm Japan mit dem Ritsuryō die Rechtsordnung Chinas auf den Gebieten des Staats und Verwaltungsrechts Diese Ordnung war durch mundliche Rechtssatze gekennzeichnet in der es aber keine Gerichte und juristische Berufe im heutigen Sinne gab Nachdem Japan zur Aufgabe seiner Abschottung gezwungen wurde ubernahm der Staat 1898 grosse Teile des ersten Entwurfes des deutschen Burgerlichen Gesetzbuchs Das galt vor allem fur das Schuldrecht und das Sachenrecht wahrend im Familienrecht und Erbrecht starker japanische Eigenheiten Einfluss fanden Dem japanischen BGB wurde dem deutschen BGB entsprechend das Pandektensystem zugrunde gelegt Allerdings wurden auch Anleihen beim franzosischen Recht insbesondere durch die Beratungen durch Gustave Boissonade gemacht Die Einfuhrung einer westlichen Rechtsordnung stellte einen enormen Bruch mit der bisherigen Rechtstradition in Japan dar Wie tief der Bruch war zeigt sich z B darin dass eine Vorstellung von personlichen Rechten und Rechtsanspruchen bisher der japanischen Gesellschaft fremd war Nach dem Zweiten Weltkrieg ubte auch das US amerikanische Recht einen Einfluss aus In Japan ist die Todesstrafe eine im Strafrecht vorgesehene Strafe Umfragen belegen dass es eine uberwaltigende Befurwortung der Todesstrafe unter der japanischen Gesellschaft gibt Laut einer Studie von 1999 sprachen sich 79 3 fur die Todesstrafe aus sie erfahrt aber auch Kritik 67 Im Dezember 2006 wurden mindestens vier Gefangene durch den Strang hingerichtet Die Hinrichtungen erfolgen heimlich unabhangige Beobachter sind dabei nicht zugelassen Auch Angehorige und Anwalte werden vor der Hinrichtung nicht informiert 68 Berufungsprozesse dauern zwischen 10 und 16 Jahren es gibt jedoch auch Gefangene die seit den 1960er Jahren auf die Vollstreckung ihrer Todesstrafe warten Laut Amnesty International sassen im Juli 2006 mindestens 87 zum Tode verurteilte Gefangene in japanischen Gefangnissen ein 69 Seit 2009 werden Strafprozesse bei denen in Japan auch die Todesstrafe verhangt werden kann bei bestimmten schweren Verbrechen als Schoffenprozesse gefuhrt Wirtschaft Die Tokioter Borse ist die grosste Borse Asiens 70 Hauptsitz der Bank of Japan in Chuō ku Tokio Hauptartikel Wirtschaft Japans Japan ist eine hoch industrialisierte freie Marktwirtschaft mit einigen Elementen einer gelenkten Wirtschaft In den Jahren des Wiederaufbaus nach dem Krieg versuchte die Regierung vor allem uber das MITI gezielt in einzelne Bereiche der Wirtschaft einzugreifen In den letzten Jahren wurde zunehmend dereguliert und privatisiert Im Global Competitiveness Index der die Wettbewerbsfahigkeit eines Landes misst belegt Japan Platz 9 von 137 Landern Stand 2017 2018 71 Im Index fur wirtschaftliche Freiheit belegte es im selben Jahr Platz 20 Der Export im Jahr 2018 betrug 917 Milliarden US Dollar Damit liegt Japan auf Platz 4 der exportstarksten Lander hinter der Volksrepublik China auf Platz 1 den Vereinigten Staaten auf Platz 2 und Deutschland auf Platz 3 72 Eine enge Zusammenarbeit zwischen Staat und Industrie eine traditionell ausgepragte Arbeitsdisziplin die Beherrschung von Spitzentechnologie ein grosses Augenmerk des Staates auf Ausbildung und eine Steigerung der Produktivitat durch Automatisierung haben Japan geholfen binnen kurzer Zeit hinter den Vereinigten Staaten EU und der Volksrepublik China die viertgrosste Wirtschaftsmacht der Welt zu werden Uber drei Jahrzehnte hinweg hatte Japan ein rasantes Wirtschaftswachstum zu verzeichnen ein Durchschnitt von 10 in den 1960er Jahren durchschnittlich 5 in den 1970er Jahren und 4 Wirtschaftswachstum in den 1980er Jahren In den 1990er Jahren brach das Wachstum nach dem Platzen der Bubble Economy ein Japan geriet in eine Deflationsspirale Staatliche Versuche zur Wiederbelebung des Wirtschaftswachstums hatten zunachst keinen Erfolg und wurden spater wahrend der Jahre 2000 und 2001 durch eine Verlangsamung der amerikanischen und asiatischen Markte gehemmt Die Burger Japans verfugten laut der Schweizer Bank Credit Suisse 2016 uber ein Gesamtvermogen von 24 Billionen Dollar womit Japan hinter den USA das zweitgrosste nationale Gesamtvermogen besitzt 73 Sowohl die Einkommens als auch die Vermogensungleichheit war in Japan weniger ausgepragt als in den meisten anderen Industriestaaten In Relation zur Grosse der Wirtschaft gibt es in Japan verhaltnismassig wenige Milliardare und der Gini Koeffizient Japans ist einer der niedrigsten weltweit 74 Das Kabinett von Jun ichirō Koizumi hat Gesetze zur Privatisierung und Deregulierung erlassen teilweise vergeblich und versucht die schwachelnde japanische Wirtschaft anzuregen Ein seit den 1990er Jahren zunehmendes Problem Japans ist die Arbeitslosigkeit Offizielle Statistiken geben sie 2017 mit rund drei Prozent an was immer noch eine verhaltnismassig niedrige Rate ist 2015 arbeiteten 2 9 aller Arbeitskrafte in der Landwirtschaft 70 9 im Dienstleistungssektor und 26 2 in der Industrie Die Gesamtzahl der Beschaftigten wird fur 2017 auf 65 Millionen geschatzt 51 der Arbeitskrafte sind weiblich 75 2012 wurde Shinzo Abe zum neuen Premierminister Japans gewahlt Abe versprach die japanische Wirtschaft mit radikalen Reformen aus ihrer zwei Jahrzehnte andauernden Stagnation zu befreien Die Abenomics genannte Strategie bestand aus Deregulierung Konjunkturprogrammen die ein hohes Defizit in Kauf nehmen sowie billigem Geld Der Leitzins der japanischen Zentralbank ist negativ Zudem wurde der vorher vernachlassigte Tourismus gefordert und das Land fur auslandische Investitionen geoffnet Das Wachstum sollte auf uber 3 gesteigert werden Die Strategie verbesserte zwar die Stimmung in der japanischen Wirtschaft konnte das Wachstum bisher jedoch nicht nachhaltig steigern und trieb Japans Staatsverschuldung weiter in die Hohe Zudem hat Japan seit der Fukushima Katastrophe eine negative Handelsbilanz sowie hohere Haushaltsdefizite da es seine Energie jetzt importieren muss was die Lage weiter verkompliziert 76 2017 hatte es wieder eine positive Handelsbilanz Mitte 2018 lag die Arbeitslosenquote bei 2 2 und war damit auf dem niedrigsten Stand seit den fruhen 1990er Jahren 77 Wirtschaftskennzahlen Die wichtigen Wirtschaftskennzahlen Bruttoinlandsprodukt Inflation Haushaltssaldo Aussenhandel und Arbeitslosigkeit entwickelten sich in den letzten Kalenderjahren folgendermassen Werte mit Fragezeichen sind Schatzungen bzw Prognosen Veranderung des Bruttoinlandsprodukts BIP real in gegenuber dem Vorjahr 78 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019Veranderung in gg Vj 0 4 0 1 1 5 2 2 1 7 1 4 1 7 1 1 5 4 4 2 0 1 1 5 2 0 0 4 1 2 0 5 2 2 0 3 0 7Entwicklung des BIP nominal 79 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019BIP in Mrd US 5 038 5 231 5 700 6 157 6 203 5 156 4 850 4 389 4 923 4 867 4 955 5 082BIP je Einw in US 35 275 39 339 44 507 48 167 48 603 40 454 38 096 34 474 38 894 38 428 39 286Inflationsrate Haushaltssaldo und Arbeitslosigkeit 80 81 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019Inflationsrate in gegenuber dem Vorjahr 0 0 1 4 1 4 0 7 0 3 0 1 0 3 2 8 0 8 0 1 0 5 1 0 0 5Haushaltssaldo in des BIP minus Defizit im Staatshaushalt 3 2 4 5 10 2 9 5 9 4 8 6 7 9 5 6 3 8 3 7 4 2 3 2Arbeitslosigkeit in der Arbeitskrafte 3 8 4 0 5 1 5 1 4 9 4 3 4 0 3 6 3 4 3 1 2 9 2 4 3 3Entwicklung des Aussenhandels in Mrd US und seine Veranderung gegenuber dem Vorjahr in 82 2014 2015 2016 2017 2018in Mrd US gg Vj in Mrd US gg Vj in Mrd US gg Vj in Mrd US gg Vj in Mrd US gg Vj Einfuhr 812 2 2 5 625 6 23 0 607 0 6 4 671 0 10 5 748 1 11 5Ausfuhr 690 2 3 5 624 9 9 5 644 6 3 1 697 2 8 2 737 8 5 8Saldo 122 0 0 7 37 6 26 3 10 3Haupthandelspartner 2018 83 Ausfuhr in nach Einfuhr in vonChina Volksrepublik Volksrepublik China 19 5 China Volksrepublik Volksrepublik China 23 2Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 19 0 Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 10 9Korea Sud Sudkorea 7 1 Australien Australien 6 1Taiwan Taiwan 5 7 Saudi Arabien Saudi Arabien 4 5Hongkong Hongkong 4 7 Korea Sud Sudkorea 4 3Thailand Thailand 4 4 Taiwan Taiwan 3 6Singapur Singapur 3 2 Deutschland Deutschland 3 5Vereinte Nationen sonstige Staaten 36 4 Vereinte Nationen sonstige Staaten 43 9Hauptprodukte des Aussenhandels 2016 84 Ausfuhrguter Anteil in Einfuhrguter Anteil in Kfz und Teile 20 7 Elektronik 12 8Maschinen 19 0 Chemische Erzeugnisse 10 0Chemische Erzeugnisse 10 2 Erdol 9 5Elektronik 9 0 Nahrungsmittel 8 2Elektrotechnik 7 5 Maschinen 6 6Sonstige 33 6 Sonstige 52 9Staatshaushalt Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 1 931 Mrd US Dollar dem standen Einnahmen von umgerechnet 1 696 Mrd US Dollar gegenuber Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Hohe von 4 7 des BIP 85 Die Staatsverschuldung betrug 2016 11 8 Bio US Dollar oder 239 2 des BIP 86 2009 betrug der Anteil der Staatsausgaben in des BIP folgender Bereiche Gesundheit 85 9 3 Bildung 85 3 5 2007 Militar 85 0 8 2006 Die Staatsverschuldung heute eine der hochsten der Welt ist vor allem auf die Japankrise zuruckzufuhren 1989 lag die Staatsverschuldung noch bei 68 des BIP 87 Im Gegensatz zu anderen hochverschuldeten Landern ist Japan jedoch in der eigenen Wahrung verschuldet und die meisten Anleihen des japanischen Staates befinden sich im Besitz von japanischen Staatsburgern oder der japanischen Zentralbank Von der Ratingagentur Standard amp Poor s werden die Staatsanleihen des Landes mit der Note A bewertet Stand November 2018 Das Land zahlt damit trotz der hohen Staatsverschuldung als ein guter Schuldner Gegenuber dem Ausland ist Japan ein Nettoglaubiger und das Land halt Devisenreserven in Hohe von 1 2 Billionen US Dollar 88 Energie Hauptartikel Stromerzeugung in Japan Siehe auch Japan im Artikel Energiewende nach Staaten Zerstortes Kernkraftwerk Fukushima Daiichi Mit einem Primarenergieverbrauch von 445 3 Millionen Tonnen Oleinheiten im Jahre 2016 ist Japan das Land mit dem funft hochsten Energieverbrauch hinter China den USA Indien und Russland Das Land ist zudem der funft grosste Kohlenstoffdioxidemittent Japan gehort zu den Unterzeichnern des Pariser Klimaabkommens 89 Windkraftanlagen in Japan Japan verbraucht so viel verflussigtes Erdgas LNG wie kein anderes Land ist der zweitgrosste Importeur von Kohle und der drittgrosste von Erdol Bei der Stromerzeugung dominieren Gas und Kohlekraftwerke 2015 betrug die Stromerzeugung 1041 Terawattstunden Hiervon entfielen auf Gaskraftwerke 39 Kohlekraftwerke 33 4 Olkraftwerke 9 8 Wasserkraftwerke 8 8 Photovoltaik 3 4 Biomasseheizkraftwerke 3 3 und sonstige Stromerzeugung 2 3 90 Nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima wurden bis 2013 samtliche Kernkraftwerke abgeschaltet die 2010 noch einen Anteil von 25 an der Stromerzeugung hatten Im August 2015 wurde die Nutzung der Kernenergie wieder aufgenommen Bis November 2017 sind funf von 42 Reaktoren wieder in Betrieb genommen worden 91 Angestrebt wird vom Kabinett Abe ein Anteil von Strom aus Kernenergie von knapp 20 92 Neben der Solarenergie werden Windenergie Geothermie Wasserkraft Biogas und Biomasse gefordert 93 InfrastrukturJapan verfugt uber eine moderne und leistungsfahige Infrastruktur Im Logistics Performance Index der von der Weltbank erstellt wird belegte Japan 2018 den funften Platz unter 160 Landern Besonders gut schnitten die Parameter fur Transportinfrastruktur und der logistischen Kompetenz ab 94 Verkehrswesen Shinkansen Typischer Strassenmast in einem Vorort von Tokio Flughafen Kansai Hauptartikel Verkehr in Japan und Schienenverkehr in Japan Die gut ausgebauten Bahntrassen Japans haben eine Gesamtlange von 27 311 km wovon 20 534 km elektrifiziert sind 95 Die Ost West Verbindung des Shinkansen ist die Lebensader des Landes Zu den Olympischen Spielen in Tokio wurde 1964 die erste Strecke von Tokio nach Osaka eroffnet Durch Linien der sieben Nachfolgegesellschaften der privatisierten Staatsbahn JNR durch Privatbahnen Uberlandbusse und Fahren sind die meisten Dorfer und Inseln an das Netz angeschlossen Jede grossere Stadt ist durch ein ausgepragtes Nahverkehrsnetz mit dem Umland verbunden Neun Metropolen haben ein U Bahn Netz jede grossere Stadt besitzt eine Vielzahl an Buslinien Moderne Einschienenbahnen wurden in mehreren Stadten gebaut des Weiteren gibt es Strassenbahnen in Nischen werden auch Peoplemover eingesetzt Bahn sowie Nahverkehrsbeforderungsgebuhren schwanken stark nach Region und Betreibergesellschaft Einzelfahrten sind vor allem in Grossstadten sehr gunstig konnen aufgrund der fehlenden Verkehrsverbunde und fehlender staatlicher Subventionierung aber auch relativ hoch liegen Im Fernverkehr machen die Zuschlage die Fahrten oft teuer 96 Ein Auto besitzen in Japan in erster Linie Menschen die auf dem Land oder in kleineren Stadten leben Da die Stadte sehr dicht bebaut sind ist zur Zulassung eines Kraftfahrzeugs ein Parkplatznachweis Shakoshōmei notig Es sind rund 60 Millionen Pkw im Land zugelassen 97 In Wohngegenden sind die Strassen sehr eng und haben keine Burgersteige Deshalb gibt es im innerstadtischen Strassenbild auch kaum LKW da nur die schmalen Kei Trucks diese engen Strassen befahren konnen Das gesamte Strassennetz umfasste 2015 etwa 1 218 772 km wovon 992 835 km asphaltiert sind 98 Das japanische mautpflichtige Autobahnnetz umfasst rund 7000 Kilometer weitere 2000 sind in Planung Das Netz ist in staatlicher Hand die Betreibergesellschaften wurden jedoch im Jahr 2005 in private Gesellschaften in offentlichem Besitz umgewandelt und sollen eventuell verkauft werden In Japan herrscht Linksverkehr Im Strassenverkehr gehort das Land zu den sichersten der Welt 2013 kamen im Japan insgesamt 4 7 Verkehrstote auf 100 000 Einwohner Zum Vergleich In Deutschland waren es im selben Jahr 4 3 Tote Insgesamt kamen damit 6130 Personen im Strassenverkehr ums Leben Das Land hat eine im weltweiten Vergleich hohe Motorisierungsrate 2017 kamen im Land 590 Kraftfahrzeuge auf 1000 Einwohner in Deutschland waren es 610 Fahrzeuge 99 Der Bau des Strassen und Bahnnetzes gestaltet sich aufgrund des bergigen Inlands und der vielen Inseln sehr schwierig und ressourcenintensiv da viele Tunnel und Brucken notig sind Daruber hinaus ist die Infrastruktur standig durch Erdbeben Taifune und Vulkanausbruche gefahrdet Strom und Telefonleitungen sind in Japan uberwiegend oberirdisch gefuhrt bei neueren Stadtebauprojekten unterirdisch Aufgrund des Brandrisikos bei Erdbeben erfordern die in allen Stadtgebieten unterirdisch verlegten Gasleitungen besondere Aufmerksamkeit und werden oft gewartet Gasherde und Gasboiler zur Warmwasserversorgung sind in Japan die Norm Zur japanischen Infrastruktur gehort ein dichtes Netz an Katastrophenwarnsystemen und Rettungsinseln In Japan gibt es eine grosse Anzahl von Hafen und Flughafen Aufgrund seiner isolierten Lage wird uber diese samtlicher internationaler Warenhandel abgewickelt Wegen der schlechten Erreichbarkeit vieler Orte innerhalb Japans werden sie aber auch zum Reisen und fur inlandischen Warentransport genutzt Die grossten Flughafen sind Tokio Haneda Tokio Narita Kansai und der zur EXPO Aichi 2005 neu eroffnete Flughafen Chubu Da in Japan nur wenig ebenes Land zur Verfugung steht wurden sowohl die o g Flughafen Kansai und Aichi als auch die Flughafen Kitakyushu und Kōbe auf kunstlichen Inseln im Meer errichtet Telekommunikation Siehe auch Internet in Japan Ebenfalls gut ausgebaut ist das Telefonnetz Breitbandinternetzugange sind flachendeckend verfugbar und fast jeder Japaner besitzt ein Mobiltelefon In Japan wurde der Mobilfunkstandard Personal Digital Cellular eingesetzt welcher nicht zum global weit verbreiteten GSM Standard kompatibel ist Mittlerweile ist jedoch auch das UMTS Netz in Japan hervorragend ausgebaut Die meisten 3G Mobiltelefone aus Europa funktionieren heutzutage auch in Japan problemlos Im Jahr 2018 nutzten 91 Prozent der Einwohner Japans das Internet 100 Kultur Kare san sui Garten im Ryōan ji Kyōto Maiko bereitet Teetassen fur die Teezeremonie vor Hauptartikel Kultur Japans In der modernen japanischen Kultur gehen viele Elemente auf die ganz eigene Tradition des Landes zuruck wodurch Japan im Kreis der Industrienationen seinen individuellen Charakter bewahrt hat In der Archaologie sind die ersten Zeugnisse der kulturellen Fruhgeschichte Keramiken der Jōmon und Yayoi Periode Ab dem 4 Jahrhundert kamen dann viele Elemente der chinesischen Kultur nach Japan zuerst Landwirtschaftstechniken wie der Reisanbau und Handwerkstechniken wie Bronzeschmiedekunst und der Bau von Hugelgrabern dann ab dem 7 Jahrhundert auch die Schriftkultur und die Funf Klassiker der Konfuzianismus und der Buddhismus In der Heian Zeit kam es zu einer ersten Blute als der Hofadel aus dem chinesischen Erbe eine eigenstandige japanische Dichtung und Literatur entwickelte In den darauf folgenden Epochen wurde das Land immer wieder von Burgerkriegen verwustet wodurch der Schwertadel die Bushi spater als Samurai bezeichnet zur wichtigsten Schicht aufstieg Neben der Kriegskunst und der Schwertschmiedekunst bildete sich auch eine neue Form des Buddhismus der Zen heraus der den Kriegern zusprach Erst in der Edo Zeit im 17 Jahrhundert unter den Tokugawa kam das Land wieder zur Ruhe Die Samurai wurden zu einer Beamtenschicht die ihre Kriegertugenden in den Kampfkunsten bujutsu bewahrte Der Einfluss des Zen spiegelte sich nun auch in Dichtung Gartenkunst Malerei Sumi e und Musik wider Durch Frieden und wirtschaftlichen Aufschwung kam in dieser Zeit auch die vierte Schicht die Handler zu Reichtum Da ihnen der soziale Aufstieg verwehrt war suchten die Handler in der Kunst einen Weg die Samurai zu ubertrumpfen Sie forderten Teehauser in denen die Geishas die Teezeremonie Blumensteckkunst Musik und Tanz praktizierten Sie forderten auch das Kabuki Theater In den Stadten bildeten sich besondere Vergnugungsbezirke besonders in Edo wo die Daimyō das halbe Jahr unter der direkten Kontrolle des Shōgun verbringen mussten Eine dritte Blutezeit der Kultur erlebt Japan jetzt in der Nachkriegszeit in der Japan eine lebhafte Popkultur hervorgebracht hat die westliche Einflusse und japanische Tradition verbindet Anime und Manga japanische Filme und Popmusik sind auch in Ubersee beliebt Wissenschaft und Bildung Hauptartikel Bildungssystem in Japan Liste der Universitaten und Hochschulen in Japan und Japanisches Bibliothekswesen Bildung hat in Japan wie in allen konfuzianisch gepragten Landern Asiens einen hohen Stellenwert Im Jahr 2012 lagen die offentlichen Ausgaben fur Bildung im Primar bis Tertiarbereich bei 3 5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts Das Land steht damit zusammen mit der Slowakei an letzter Stelle unter den 36 Teilnehmerstaaten des Indicators of Education Systems Programms der OECD 101 Viele Japaner sind der Ansicht dass man es im Leben nur mit einer guten Ausbildung zu etwas bringt Schon im Kindergarten lernen die Kleinen deswegen die ersten Buchstaben namlich das Hiragana Alphabet Vor jedem weiteren Schritt im japanischen Bildungssystem steht dann eine Aufnahmeprufung Mittelschule zum Teil Oberschule Uni Viele japanische Mutter sind Hausfrauen und sehen ihre Aufgabe vor allem darin ihren Kindern eine gute Ausbildung zu sichern Aus der Generation der Tochter mochten jedoch viele mit ihrer guten Ausbildung Karriere machen so dass hier ein gesellschaftlicher Wandel im Begriff ist In einem Kōminkan wird kunstlerische und sportliche Bildung angeboten Schulsystem Ein typisches Klassenzimmer einer japanischen Schule Hauptartikel Bildungssystem in Japan Die schulische Bildung beginnt bereits im Kindergarten der aber nicht Teil der Schulpflicht ist Da in Japan allgemein viel Wert auf das gemeinsame Lernen und Zusammenleben gelegt wird findet im Kindergarten und in der Grundschule viel Gruppenarbeit statt Das Schulsystem ist eingeteilt in Grundschule sechs Jahre Mittelschule drei Jahre und Oberschule drei Jahre die Schulpflicht betragt neun Jahre Das Schuljahr in Japan beginnt stets am 1 April Die Schulferien sind im ganzen Land einheitlich Zwei Wochen an Neujahr zwei Wochen im Marz April sechs Wochen im Juli August Offentliche Schulen haben eine Funftagewoche private Schulen oft eine Sechstagewoche Wahrend der Schulpflicht gibt es kein Sitzenbleiben jeder Schuler wird automatisch versetzt Schuluniformen sind an vielen Schulen Pflicht Jede dieser Schulen hat ihre eigene charakteristische Uniform Im PISA Ranking von 2015 erreichen Japans Schuler Platz 5 von 72 Landern in Mathematik Platz 3 in Naturwissenschaften und Platz 8 beim Leseverstandnis Japanische Schuler gehorten damit zu den besten unter allen teilnehmenden Landern 102 Der Leistungsdruck an japanischen Schulen gilt als sehr hoch Forschung Nach dem Zweiten Weltkrieg konzentrierte sich die Forschung ganz auf die Entwicklung neuer Produkte fur die Industrie Hierbei fand eine sehr enge Kooperation zwischen den Entwicklungsabteilungen der grossen Firmen und den Universitaten statt Erst durch Reformen in den 1980er Jahren wird auch verstarkt Grundlagenforschung gefordert Momentanes grosses Thema ist die Entwicklung von Robotern wie die Expo 2005 gezeigt hat Das Hauptthema der Sozialwissenschaften der 1980er Jahre war Nihonjinron der japanische Versuch der Identitatsfindungen nach den rasanten Wandlungen der letzten anderthalb Jahrhunderte Japan zahlt zu den innovativsten Landern der Welt Im Global Innovation Index 2017 welcher die Innovationsfahigkeit einzelner Lander misst belegt Japan Platz 14 von 130 Volkswirtschaften 103 Nobelpreistrager Chemie Ken ichi Fukui 1981 Hideki Shirakawa 2000 Ryōji Noyori 2001 Kōichi Tanaka 2002 Ei ichi Negishi 2010 Akira Suzuki 2010 Frieden Satō Eisaku 1974 Literatur Kawabata Yasunari 1968 Ōe Kenzaburō 1994 Medizin Tonegawa Susumu 1987 Shin ya Yamanaka 2012 Satoshi Ōmura 2015 Yoshinori Ōsumi 2016 Tasuku Honjo 2018 Physik Yukawa Hideki 1949 Shin ichirō Tomonaga 1965 Leo Esaki 1973 Masatoshi Koshiba 2002 Makoto Kobayashi 2008 Toshihide Masukawa 2008 Isamu Akasaki 2014 Hiroshi Amano 2014 Shuji Nakamura 2014 Takaaki Kajita 2015 Medien Siehe auch Fernsehen in Japan Siehe auch Pressefreiheit Japan Siehe auch Liste der Nachrichtenagenturen Im japanischen Mediensystem gibt es die Besonderheit der Kisha Clubs auch Reporterclubs genannt zu denen nur die Journalisten der grossen Medien aus Tokyo Zutritt erhalten Diese befinden sich in den Raumen der Verwaltung oder der Unternehmen und dienen als Ort fur Pressekonferenzen Briefings und Hintergrundgesprache 104 In Japan gibt es zwei zentrale Nachrichtenagenturen Dies sind Kyōdō Tsushinsha und Jiji Tsushinsha 105 Zeitungen erfreuen sich in Japan nach wie vor einer grossen Beliebtheit Insgesamt gibt es uber 100 verschiedene taglich erscheinende Zeitungen Es gibt funf Zeitungen die landesweit erscheinen drei Blockzeitungen 45 Prafekturzeitungen und 200 Zeitungen unterhalb der Ebene der Prafektur Die beiden grossten Zeitungen der Welt nach taglicher Auflage kommen aus Japan Stand 2015 Yomiuri Shimbun Aufl 9 03 Mio und Asahi Shimbun 6 62 Mio Daneben erscheinen die Mainichi Shimbun Aufl 3 16 Mio die Nihon Keizai Shimbun Aufl 2 73 Mio und die Sankei Shimbun Aufl 1 57 Mio welche ebenfalls hohe Auflagen erreichen 106 Es gibt im Land sechs japanweit sendende Fernsehnetzwerke NHK Offentlich rechtlich Nippon Television NTV Tokyo Broadcasting System TBS Fuji Network System FNS TV Asahi EX und TV Tokyo Network TXN Der Rundfunk in Japan ist dual organisiert Es gibt offentlich rechtlich und privat finanzierte Sender die 1951 durch das Rundfunkgesetz gestartet werden konnten 107 Die drei meist genutzten Onlinenachrichtenportale sind Stand 2015 Yahoo News wochentliche Reichweite 53 Prozent NHK news online wochentliche Reichweite 23 Prozent und Nippon TV wochentliche Reichweite 15 Prozent Als soziales Netzwerk wird Youtube am haufigsten genutzt 108 Kuche Hauptartikel Japanische Kuche Ein Teller mit nigiri zushi Die japanische Kuche basiert auf der Kombination von Grundnahrungsmitteln typischerweise japanischer Reis oder Nudeln mit einer Suppe und Okazu Gerichten aus Fisch Gemuse Tofu und dergleichen um dem Grundnahrungsmittel Geschmack zu verleihen 109 In der fruhen Neuzeit wurden Zutaten wie rotes Fleisch eingefuhrt die zuvor in Japan nicht weit verbreitet waren Die japanische Kuche ist bekannt fur ihre Betonung der Saisonalen Lebensmittel 110 der Qualitat der Zutaten und der Prasentation Die japanische Kuche bietet eine grosse Auswahl an regionalen Spezialitaten bei denen traditionelle Rezepte und lokale Zutaten verwendet werden Der Ausdruck ichiju sansai 一汁三菜 one soup three sides bezieht sich auf die Zusammensetzung einer typischen Mahlzeit hat jedoch Wurzeln in der klassischen Kaiseki Honzen und Yusoku Kuche Der Begriff wird auch verwendet um den ersten Gang zu beschreiben der heutzutage in der Standard Kaiseki Kuche serviert wird 111 Kare ist seit seiner Einfuhrung in Japan aus Britisch Indien so weit verbreitet dass es als Nationalgericht bezeichnet werden kann 112 Traditionelle japanische Sussigkeiten sind als Wagashi bekannt 113 Zutaten wie rote Bohnenpaste und Mochi werden verwendet Zu den moderneren Geschmacksrichtungen gehort grunes Teeeis ein sehr beliebtes Aroma 114 Kakigōri ist ein rasiertes Eisdessert das mit Sirup oder Kondensmilch gewurzt ist Es wird normalerweise auf Sommerfestivals verkauft und gegessen Beliebte japanische Getranke wie Sake ein gebrautes Reisgetrank das typischerweise 14 bis 17 Alkohol enthalt und durch mehrfache Fermentation von Reis hergestellt wird 115 Bier wird in Japan seit dem spaten 19 Jahrhundert gebraut 116 und in vielen Regionen von Unternehmen wie den Asahi Beer der Kirin Beer und der Sapporo Beer hergestellt Sie behaupten die alteste bekannte Biermarke in Japan zu sein 117 Walfang Walfleisch im Takashimaya Warenhaus Osaka Japan ist einer der grossten Fischereination und betreibt Walfang vorgeblich mit wissenschaftlichem Hintergrund uber das Institute of Cetacean Research Die Totung von Walen soll die Untersuchung des Mageninhaltes der Tiere ermoglichen Die Internationale Walfangkommission kritisierte die schwachen wissenschaftlichen Argumente Japans stark und wies darauf hin dass die erwunschten Daten nicht dem Management der Walbestande dienen und auch mit fur die Wale schonenden Mitteln z B Kot und Hautproben gesammelt werden konnten Die japanische Walfanglobby argumentiert dass Wale zu viele Fische frassen und somit Nahrungskonkurrent des Menschen seien Im Dezember 2007 verkundete die japanische Regierung nach internationalem Druck die Jagd auf die gefahrdeten Buckelwale einzustellen Die Jagd auf Zwergwale und Finnwale werde aber fortgesetzt 118 Dabei betrug das Jagdergebnis der Flotte um die Nisshin Maru in der Antarktis in der Saison 2007 2008 551 Exemplare der nicht gefahrdeten Zwergwale 2008 2009 679 Zwergwale und einen Finnwal und 2009 2010 506 Zwergwale und einen Finnwal 119 Der Verzehr von Walfleisch ist in Japan seit Jahren rucklaufig so dass sich z B die Lagerbestande an eingelagertem Walfleisch standig erhohen von 1453 t im Jahr 1999 auf 5093 t im Dezember 2010 119 Daneben ist Japan auch der wichtigste Absatzmarkt fur islandisches Walfleisch Sport Sumōringer nehmen um den Schiedsrichter herum Aufstellung wahrend einer Eroffnungszeremonie Hauptartikel Sport in Japan Sport ist in Japan bereits in der Asuka Zeit 7 Jahrhundert nachgewiesen als eine Gesandtschaft aus Korea am Hof der Kaiserin Kōgyoku durch einen Sumōkampf unterhalten wurde Die Bushi der erstarkende Kriegerstand zum Ende der Heian Zeit 11 Jahrhundert betrieben ebenfalls Sport als Vorbereitung auf den Kampf in erster Linie Schwertkampf kenjutsu Reiten bajutsu Bogenschiessen kyujutsu und Schwimmen In der Edo Zeit einer friedlichen Periode verfeinerten die zu Verwaltungsbeamten gewordenen Samurai diese Techniken zur Kampfkunst bujutsu die durch den Einfluss des Zen Buddhismus auch eine spirituelle Komponente erhielten Im Rahmen der Meiji Restauration zweite Halfte des 19 Jahrhunderts kam auch der westliche Sport nach Japan darunter athletische Sportarten und Mannschaftssportarten wie Baseball heute der beliebteste Sport siehe Baseball in Japan Anfang des 20 Jahrhunderts wurden aus den klassischen Bujutsu Kunsten die heutigen Kampfkunste und Kampfsportarten entwickelt darunter Judo Aikidō und Kendō Das Karate entwickelte sich in der Prafektur Okinawa Heutzutage wird eine breite Vielfalt von Sportarten in Japan betrieben in erster Linie in Clubs an Schulen und Universitaten Die Insellage hat Windsurfen und Tauchen sehr beliebt gemacht Als Sport der Salarymen gilt Golf Eine Mitgliedschaft in einem Golfclub konnen sich allerdings nur die wirklich gut Verdienenden leisten Uberall in Japan finden sich hoch umzaunte Anlagen auf denen der Abschlag geubt werden kann Hokkaidō und die Prafektur Nagano sind Zentren des Wintersports Aber auch Rugby und Fussball erfreuen sich zunehmender Beliebtheit in Japan In der Top League der hochsten Spielklasse des japanischen Rugby spielen teilweise die bestbezahlten Spieler der Welt und die Rugbynationalmannschaft Japans vertritt das Land regelmassig bei der Rugbyweltmeisterschaft deren Ausrichter Japan 2019 war Die J1 League die hochste Spielklasse im japanischen Fussball gilt wiederum als eine der bedeutendsten Fussballligen der Welt und auch die Fussballnationalmannschaft Japans erreicht regelmassig die Teilnahme an der Fussballweltmeisterschaft deren Mitausrichter Japan 2002 war Viele japanische Fussballer wie etwa Hidetoshi Nakata Shunsuke Nakamura Naohiro Takahara Shinji Okazaki Makoto Hasebe Keisuke Honda Yuto Nagatomo Shinji Kagawa Atsuto Uchida Maya Yoshida Hiroki Sakai Gōtoku Sakai Yuya Ōsako oder Genki Haraguchi konnten sich bereits in den Topligen des europaischen Fussballs insbesondere in der deutschen Bundesliga etablieren Die Olympischen Sommerspiele sollten 2020 in Japan stattfinden wurden wegen der COVID 19 Pandemie jedoch auf das Jahr 2021 verschoben Feiertage Hauptartikel Feiertage in Japan In Japan gibt es sechzehn gesetzliche Feiertage jap 祝日 shukujitsu pro Jahr die im Staatlichen Gesetz zu den Feiertagen des Volkes 国民の祝日に関する法律 kokumin no shukujitsu ni kansuru hōritsu vom 20 Juli 1948 festgelegt sind Wie auch in Deutschland sind einige dieser Feiertage bewegliche Feiertage 移動祝日 idō shukujitsu die meisten Feiertage sind jedoch an ein unveranderliches Datum geknupft Wenn ein Feiertag auf einen Sonntag fallt ist der darauf folgende Montag ein arbeitsfreier Tag 振 り 替 え 休日 furikae kyujitsu dt verschobener Feiertag Jeder einzelne Tag der zwischen zwei Feiertage fallt ist ebenfalls ein arbeitsfreier Tag 国民の休日 kokumin no kyujitsu dt Ruhetag der Burger Neben den gesetzlichen Feiertagen gibt es auch in Japan eine grosse Zahl regionaler Gedenk und Festtage Bevor die gesetzlichen Feiertage durch das japanische Recht geregelt wurden unterschied man zwischen shukujitsu 祝日 allgemein fur Feiertag und saijitsu 祭日 dem kirchlichen religiosen Feiertag bzw regionalen Sitten folgenden Festtagen 祭り Matsuri Festivals Gion Matsuri ist ein jahrliches Festival in Kyoto Es gibt viele Festivals matsuri 祭 in Japan die jahrlich gefeiert werden Es gibt keine spezifischen Festivaltage fur ganz Japan Die Zeiten variieren von Gebiet zu Gebiet und sogar innerhalb eines bestimmten Gebiets Die Festivaltage konzentrieren sich jedoch in der Regel auf traditionelle Feiertage wie Setsubun oder Obon Festivals finden oft im Rahmen einer Zeremonie statt mit Essensstanden Unterhaltung und Karnevalspielen um die Menschen zu unterhalten Es wird normalerweise von einem ortlichen Schrein oder Tempel gesponsert obwohl sie weltlich sein konnen 120 Bemerkenswerte Festivals bieten oft Prozessionen an die aufwandige Festwagen beinhalten konnen Die Vorbereitung fur diese Prozessionen erfolgt in der Regel auf der Ebene der Stadtteile oder machi 祭 Davor werden die lokalen Kami moglicherweise rituell in Mikoshi installiert und durch die Strassen gefuhrt beispielsweise Gion in Kyoto und Hadaka in Okayama 120 Siehe auch Portal Japan Ubersicht zu Wikipedia Inhalten zum Thema Japan Soziales Verhalten in Japan Japanische Medien Nationalschatze Japans Tourismus in JapanLiteraturJosef Kreiner Hrsg Geschichte Japans 7 Auflage Reclam Verlag Ditzingen 2020 ISBN 978 3 15 019574 1 Manfred Pohl Geschichte Japans 5 Auflage C H Beck Munchen 2014 ISBN 978 3 406 66440 3 Weblinks Wiktionary Japan Bedeutungserklarungen Wortherkunft Synonyme Ubersetzungen Commons Japan Sammlung von Bildern Videos und Audiodateien Wikiquote Japan Zitate Wikinews Japan in den Nachrichten Wikimedia Atlas Japan geographische und historische Karten Wikisource Japan Quellen und Volltexte Wikivoyage Japan Reisefuhrer Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen politischen und wirtschaftlichen Situation in Japan Landerinformationen des Auswartigen Amtes zu Japan Botschaften Japans in Deutschland Osterreich und der Schweiz Landerprofil des Statistischen Bundesamtes Japanische Fremdenverkehrszentrale Japanisches Statistikburo jap engl US Library of Congress Japan Country Studies umfangreiches Hintergrundmaterial englisch Public Domain Offizielle Site der japanischen Regierung Web Japan Informationsportal uber Japan des japanischen Aussenministeriums Englisch einzelne Teile in anderen Sprachen Erdbebenmessungen des Meteorologischen Amtes Japan englisch Einzelnachweise a b 令和元年全国都道府県市区町村別面積調 10月1日時点 ja Geospatial Information Authority of Japan 26 Dezember 2019 Abgerufen am 2 Januar 2020 a b 人口推計 令和3年3月報 PDF Population growth annual In World Economic Outlook Database World Bank 2020 abgerufen am 15 Februar 2021 englisch World Economic Outlook Database April 2021 In World Economic Outlook Database Internationaler Wahrungsfonds 2021 abgerufen am 9 Mai 2021 englisch a b Table Human Development Index and its components In Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen Hrsg Human Development Report 2020 United Nations Development Programme New York S 343 undp org PDF 離島とは 島の基礎知識 what is a remote island 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nicht begangen hatte Akahori kam schliesslich frei Amnesty International Japan The Death Penalty Summary of Concerns Memento vom 22 August 2003 im Internet Archive Amnesty International Will this day be my last The death penalty in Japan Memento vom 11 Juli 2006 im Internet Archive 7 Juli 2006 englisch Japan s Tokyo Stock Exchange is the second largest stock market with a market value of 3 8 trillion In The Economic Times 19 Juni 2010 Country Economy Profiles In Global Competitiveness Index 2017 2018 weforum org abgerufen am 29 November 2017 Weltbank Exports of goods and services current US Publikationen Abgerufen am 19 Juli 2017 Justin McCurry Equality in Japan is this vision of a fairer society too good to be true In The Guardian 25 April 2017 ISSN 0261 3077 theguardian com abgerufen am 19 Juli 2017 Labor force participation rate female Abgerufen am 17 Mai 2020 englisch Carsten Germis Abenomics Japans Spiel mit dem Feuer In Frankfurter Allgemeine Zeitung 1 Marz 2013 ISSN 0174 4909 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Kambodscha Kasachstan3 Katar Kirgisistan Kuwait Laos Libanon Malaysia Malediven Mongolei Myanmar Nepal Nordkorea Oman Osttimor Pakistan Philippinen Russland3 Saudi Arabien Singapur Sri Lanka Sudkorea Syrien Tadschikistan Thailand Turkei3 Turkmenistan Usbekistan Vereinigte Arabische Emirate Vietnam Zypern Abhangige Gebiete Akrotiri und Dekelia Britisches Territorium im Indischen Ozean Hongkong Kokosinseln Macau Weihnachtsinsel Umstrittene Gebiete Abchasien Arzach Republik China Republik Taiwan Sudossetien Palastina Palastinensische Autonomiegebiete Turkische Republik Nordzypern 1 Liegt grosstenteils in Afrika 2 Liegt zum Teil auch in Ozeanien 3 Liegt zum Teil auch in Europa G7 Staaten G6 Deutschland Frankreich Vereinigtes Konigreich Italien Japan Vereinigte Staaten G7 Kanada G8 Russland Mitgliedschaft suspendiert Mitgliedstaaten der Organisation fur wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Australien Belgien Chile Costa Rica Danemark Deutschland Estland Finnland Frankreich Griechenland Irland Island Israel Italien Japan Kanada Kolumbien Lettland Litauen Luxemburg Mexiko Neuseeland Niederlande Norwegen Osterreich Polen Portugal Schweden Schweiz Sudkorea Slowakei Slowenien Spanien Tschechien Turkei Ungarn Vereinigte Staaten Vereinigtes KonigreichTeilnehmerstaaten der Organisation fur Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa Teilnehmerstaaten Albanien Andorra Armenien Aserbaidschan Belgien Bosnien und Herzegowina Bulgarien Danemark Deutschland Estland Finnland Frankreich Georgien Griechenland Irland Island Italien Kanada Kasachstan Kirgisistan Kroatien Lettland Liechtenstein Litauen Luxemburg Malta Moldau Monaco Mongolei Montenegro Niederlande Nordmazedonien Norwegen Osterreich Polen Portugal Rumanien Russland San Marino Schweden Schweiz Serbien Slowakei Slowenien Spanien Tadschikistan Tschechien Turkei Turkmenistan Ukraine Ungarn Usbekistan Vatikanstadt Vereinigtes Konigreich Vereinigte Staaten Weissrussland Zypern Partnerstaaten Afghanistan Australien Agypten Algerien Israel Japan Jordanien Marokko Tunesien Sudkorea ThailandMitgliedstaaten der Gemeinschaft der Portugiesischsprachigen Lander Mitglieder Angola Aquatorialguinea Brasilien Guinea Bissau Kap Verde Mosambik Osttimor Portugal Sao Tome und Principe Beobachter Andorra Argentinien Chile Frankreich Georgien Italien Japan Luxemburg Macau Kandidat Mauritius Namibia Senegal Serbien Slowakei Tschechien Turkei Ungarn Uruguay Vereinigtes Konigreich Dieser Artikel wurde am 20 Dezember 2005 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen 35 156111111111 136 06 Koordinaten 35 N 136 O Normdaten Geografikum GND 4028495 5 OGND AKS LCCN n78089021 NDL 00568158 VIAF 159367111Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Japan amp oldid 214456124, wikipedia, wiki, deutsches

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