fbpx
Wikipedia

Islamische Geschichtsschreibung

Islamische Geschichtsschreibung bezeichnet die traditionelle oder klassische Geschichtsschreibung früher muslimischer Autoren, mit der sich die moderne Forschung, speziell die Islamwissenschaft, auseinandersetzt. Für Geschichte bzw. Geschichtsschreibung steht im Arabischen der Begriff arabisch تأريخ ta'rich, DMG taʾrīḫ. Er ist als Verbalsubstantiv aus dem Verb arracha أرخ / arraḫa /‚datieren, etw. mit einem Datum versehen‘ abgeleitet. Die Etymologie des Wortes in dieser Bedeutung ist nicht geklärt. Franz Rosenthal geht von einem möglichen südarabischen Ursprung des Begriffes aus: w-r-ḫ (Mond, Monat) und tawrīḫ in der Bedeutung von Bestimmung der Zeit – Datierung – aufgrund der Beobachtung des Mondes. Die arabische Lexikographie verzeichnet neben der obigen Form taʾrīḫ auch die archaische Variante von tawrīḫ. Das Wort ist erst seit 8. Jahrhundert im Sinne „Geschichte“ nachweisbar und wird im arabischen Schrifttum in der Bedeutung der historischen Chronologie (taʾrīḫ ʿalā s-sinīn, wörtlich: Geschichte nach Jahren angeordnet, Annalistik) verwendet. Als Wissenschaftsdisziplin verwendet man im arabischen Schrifttum auch den Begriff ’ilm at-ta’rich علم التأريخ / ʿilm at-taʾrīḫ /‚Geschichtswissenschaft‘. In diesem Sinne wird der Begriff auch im Persischen und Türkischen benutzt.

Inhaltsverzeichnis

Studien beschäftigen sich seit über hundert Jahren mit den Anfängen der islamischen Geschichtsschreibung, dennoch liegen ihre Anfänge bei den Arabern immer noch im Dunkeln. In der Forschung geht man von einer ursprünglich oralen Überlieferung historischer Ereignisse achbar / أخبار / aḫbār /‚Nachrichten, Berichte‘ aus. Entsprechend bezeichnet man die Geschichtsschreiber im arabischen Schrifttum als achbari, Pl. achbariyyun / أخباريون , أخباريّ / aḫbārī, Pl. aḫbāriyyūn /‚Vermittler von Nachrichten, Berichten‘. Auch die Nachrichten über das Leben Mohammeds pflegte man als „achbar“ zu bezeichnen und verband den Begriff mit hadith. Allerdings ist die Wissenschaftsdisziplin der Geschichtsschreiber von der der Ashāb al-hadīth zu unterscheiden. Die Anfänge der schriftlichen Fixierung historischer Berichte erfolgte – wie im Falle des Hadith – wahrscheinlich im ausgehenden 7. und frühen 8. Jahrhundert; inwieweit die ersten schriftlichen Aufzeichnungen als authentisch betrachtet werden können, ist eine der Grundfragen der islamischen Geschichtsforschung.

„… auch Augen- und Ohrenzeugenberichte weisen die Tendenz auf, bestimmte traditionelle Motive und Erwartungsmomente dem Erlebten überzustülpen, d.h. die realen Vorgänge im Sinne oraler Traditionen zu überformen und damit auch zu verfälschen… Unser Gedächtnis enthält mehr, als wir jeweils erinnern können, aber es seligiert und verändert die Erinnerungsinhalte. Wir behalten in der Regel nur, was uns erstens bekannt und zweitens sinnvoll vorkommt; das Befremdliche verwandeln wir, bis es uns vertraut ist. Unabsichtlich, unbemerkt werden die Geschichten im Einklang mit den Interessen, Kenntnissen, Vorlieben, Abneigungen und Gemütsverfassungen der Nacherzähler umfrisiert. So werden die Geschichten den Erzählern immer ähnlicher.“

Der genaue Zeitpunkt des Übergangs von oraler Tradition zur konsequent durchgeführten schriftlichen Fixierung historischer Ereignisse ist unbekannt.

Franz Rosenthal, einer der besten Kenner der klassischen islamischen Historiographie, vertritt die Ansicht, dass Geschichtsschreibung in den islamischen Wissenschaften der ersten Jahrhunderte keine „akademisch“ anerkannte Position hatte. In der Tat sind die ersten Schriften über Geschichtstheorie erst in den bahnbrechenden Darstellungen von Ibn Chaldun zu beobachten.

Die Sira- und Maghazi-Literatur

Die Sira- und Maghazi-Literatur stellt die älteste Gattung der Historiographie dar und beschränkt sich auf das Leben Mohammeds, auf seine Feldzüge bis zur Eroberung Mekkas und auf seinen Tod. In der zeitgenössischen Forschung wird angenommen, dass die Sendschreiben Mohammeds an die arabischen Stämme, ferner die sog. Gemeindeordnung von Medina aus der Frühzeit stammen, obwohl sie nicht in Originalen, aber in mehr oder weniger gleichlautenden Überlieferungen erhalten sind. Die älteste Quelle für diese Berichte über das Leben Mohammeds bildet die Prophetenbiographie von Ibn Ishāq, der auf ein reichhaltiges, sowohl schriftliches als auch mündlich überliefertes Material zurückgreifen konnte. Eine der wichtigsten Quellen dieses Werkes ist 'Urwa ibn az-Zubair. Seine Berichte über das Leben des Propheten sind zum Teil in der literarischen Form von Briefen überliefert, die er an den Kalifen Abd al-Malik ibn Marwan richtete und die in großen Auszügen in at-Tabaris annalistischem Geschichtswerk (siehe unten) erhalten sind. Der österreichische Orientalist Aloys Sprenger hat diese Briefe bereits 1861 ins Deutsche übertragen. Der britische Orientalist William Montgomery Watt hat sie kurz analysiert und ihre Bedeutung als Quelle für die historische Forschung hervorgehoben. Mohammeds Feldzüge hat der in Bagdad wirkende al-Waqidi (gest. 823) in chronologischer Reihenfolge zusammengefasst.

An die Prophetenbiographie schließen sich thematisch die Nachrichten über die Wahl des ersten Nachfolgers Mohammeds Abū Bakr an, die sowohl bei Ibn Ishaq als auch in späteren Kompilationen, oder in eigenständigen Monographien als „Die Nachrichten über den Säulengang der Bani Sa’ida“, wo die erste Kalifenwahl in Medina stattgefunden hat, abgehandelt werden.

Die Nachrichten über die Ridda-Kriege

Diese Berichte behandeln die von den medinensischen Muslimen geführten Kriege gegen die arabischen Stämme auf der Arabischen Halbinsel, die entweder nach ihrer Bekehrung vom Islam abgefallen und anderen, sog. „falschen“ Propheten – wie Musailima – gefolgt sind, oder von Mohammed und der medinensischen Gemeinschaft weitgehend oder völlig unabhängig gewesen waren. Die ersten Monographien unter dem Titel „Kitab ar-ridda“ (Das Buch über die Ridda-Kriege) sind in der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts entstanden. Sie sind nur in Kompilationen der Folgegenerationen erhalten. Das von at-Tabari benutzte Kitab ar-ridda von al-Waqidi ist ebenfalls nicht erhalten; denn eine Handschrift, die in der Forschung als sein Ridda-Buch galt, ist ein Teil aus dem Werk des irakischen Historikers Ibn A’tham al-Kufi (siehe unten). Der Genealoge und Historiker Ibn al-Kalbī (gest. 819), der Verfasser des „Götzenbuches“ hat den Kampf gegen Musailima in einer monographischen Abhandlung „Das Buch über den Lügner Musailama“ zusammengefasst.

Die Nachrichten über die islamischen Eroberungskriege

Die Geschichtsbücher über die Eroberungskriege (futuh) der Araber haben in der Darstellung der Geschichte der ersten Kalifen, der Umayyaden und der Abbasiden eine zentrale Bedeutung. Diese Bücher nannte man „Die Eroberung der Länder“ (futuh al-buldan). Es wird angenommen, dass die Berichte über die Eroberung einzelner Gebiete und Provinzen früher entstanden sind, als die umfassenden Kompilationen über die Eroberungen schlechthin. So betitelte man diese Werke wie „Die Eroberung von Syrien“, „Die Eroberung Ägyptens“ , „Die Eroberung von Mesopotamien“ usw. Die bekanntesten Werke auf diesem Gebiet haben al-Waqidi und al-Baladhuri im späten 8. und frühen 9. Jahrhundert geschaffen. Das umfassendste Werk unter dem Titel Kitab al-futuh geht auf den oben genannten irakischen Historiker Ibn A'tham al-Kufi (gest. gegen 926) zurück, in dem der Verfasser die Eroberungen von ʿUthmān ibn ʿAffān bis Hārūn ar-Raschīd schildert. Eines der ältesten futuh-Bücher, das erhalten ist, verfasste der ägyptische Historiker und Rechtsgelehrte Ibn 'Abd al-Hakam (gest. 871 in Fustat), der die historischen Ereignisse der Eroberungskriege in Ägypten, Nubien und in Nordafrika mit lokalspezifischen Traditionen erweiterte. Der irakische Historiker Saif ibn Umar (gest. spätestens 809), der als eine der wichtigsten Quellen für at-Tabari gilt, verband die Eroberungszüge mit den Nachrichten über die Ridda der Araberstämme; sein Werk benutzte noch Ibn Hadschar al-ʿAsqalānī unter dem Titel: Kitab al-futuh al-kabir wa-r-ridda (Das große Buch über die Eroberungen und die Ridda). Ibn ʿAsākir wiederum wertete die Berichte eines gewissen Abdallah b. Mohammed b. Rabi’a al-Qudami (lebte in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts) mit Wirkungskreis al-Massisa über die Eroberung von Syrien in seiner Damaszener Gelehrtenbiographie aus.

Über die Eroberung von al-Andalus schrieb Ibn al-Qūṭiya (†977), der Sohn einer Gotin, ein spezielles Werk unter dem Titel Taʾrīḫ iftitāḥ al-Andalus; Geschichte der Eroberung von al-Andalus.

Die Ermordung des dritten Kalifen Uthman ibn Affan

al-Waqidi gilt als Verfasser eines über die Ridda-Kriege, verbunden mit den Ereignissen über die Ermordung Kitāb al-ridda wa-d-dār, in dem er zwei thematisch unabhängige Ereignisse zusammenfasste: die Nachrichten über die Kriege gegen die Araberstämme (siehe oben) und die Ermordung des dritten Kalifen ʿUthmān ibn ʿAffān in seinem Haus (dār). Letzteres Ereignis wird in den Quellen als Kapitelüberschrift oft als „(Kampf)Tag des Hauses“ (yaumu d-dār) bezeichnet. Einem seiner jüngeren Zeitgenossen, dem in Basra wirkenden al-Mada'ini (gest. gegen 850) wird eine Monographie unter dem Titel „Die Ermordung von Uthman“ (Maqtal Uthman) zugeschrieben. Beide Schriften, die heute nicht mehr vorliegen, haben at-Tabari und vor allem al-Baladhuri in seinem „Ansāb al-ašrāf“ ausgewertet.

Eine frühe Autorität auf den Gebieten des Hadith und der Geschichtsschreibung Asch-Scha’bi (gest. 721) war Verfassers eines Buches über die Wahl Uthmans und seine Ermordung (Kitab asch-schura wa-maqtal Uthman). Auch diese Schrift ist nur in einer späteren Rezension bei den genannten großen Kompilatoren at-Tabari und al-Baladhuri fragmentarisch erhalten.

Die Nachrichten über den ersten Bürgerkrieg

Im islamischen Schrifttum versteht man unter „Buch über die Fitan“ (Pl. von Fitna) Hadithsammlungen eschatologischen Inhalts; die kanonischen Traditionssammlungen widmen der Schilderung der Ereignisse am Tag der Auferstehung, dem Untergang der Dynastien und chiliastischen Erwartungen im Islam usw. eigene Kapitel.

In der Historiographie beschreiben die „Fitna-Bücher“ indes die innermuslimischen Kriege im Frühislam, die mit der Ermordung des Kalifen Uthman ihren Anfang nahmen. Es handelt sich dabei nicht um umfassende Darstellungen aller Ereignisse in ihrer historischen Kausalität und Chronologie, sondern um kleinere thematisch abgegrenzte Monographien aus der Feder von Autoren aus dem 8. Jahrhundert. Auf diesem Gebiet machte sich vor allem der irakische Historiker Abū Michnaf (gest. 774) einen Namen; er soll rund vierzig Monographien über die Schlachten im ersten Bürgerkrieg, die in Werke seiner Nachfolger Eingang gefunden haben, verfasst haben. Diese Schriften, die in den Originalen heute nicht mehr vorliegen, sondern nur durch die Werke von Historiographen der Folgegeneration zugänglich sind, behandelten die Schlacht von Siffin – wie Nasr b. Muzahim († 827) unter dem Titel Waqʿat Ṣiffīn وقعة صفين / Waqʿat Ṣiffīn – und die Kamelschlacht – wie der oben genannte Saif ibn Umar bei at-Tabari besonders ausführlich.

Die sogenannten „Klassenbücher“

Eine eigenständige Gattung innerhalb der islamischen Geschichtswerken stellen die كتب الطبقات / kutub aṭ-ṭabaqāt /‚Klassenbücher‘ dar. Die ersten wahrscheinlich schon im frühen 8. Jahrhundert schriftlich überlieferten Aufzeichnungen als Vorläufer dieser Gattung waren die Namenslisten derjenigen Personen, die an den Feldzügen Mohammeds teilgenommen haben. Die älteste Liste derjenigen Gefährten Mohammeds, die an der Schlacht von Badr teilgenommen haben, ist in einem Papyrusfragment aus dem frühen 8. Jahrhundert erhalten. Andere Listen aus demselben Zeitraum enthielten die Namen der sog. Frühmuslime, die während Mohammeds Aufenthalt im Haus von Arqam ibn Abi 'l-Arqam in Mekka zum Islam übergetreten sind. Im Mittelpunkt des Interesses dieser Gattung standen also die ältesten Mitglieder der medinensischen Gemeinde in ihrer „Rangordnung“ gemäß ihrer Bekehrung zum Islam. Diese Listen waren die Primärquellen für die Verfassung von Geschichtsbüchern über die Gestalter der frühislamischen Geschichte. „Man hat daher von Seiten der Fachtraditionisten wohl nie daran gedacht, die Ṭabaqāt als das, was sie eigentlich sein sollten, ein Hülfsbuch zur Überlieferungskritik zu adoptieren“. Denn die Gefährten Mohammeds erscheinen in diesen Schriften nicht als Überlieferer des Hadith, der Aussagen und Taten des Propheten, sondern als Gestalter der frühislamischen Geschichte. Das bis heute wichtigste Werk in dieser Gattung hat der irakische Historiker Muhammad ibn Saʿd (gest. 845) verfasst; eine Gruppe deutscher Orientalisten unter der Leitung von Eduard Sachau und Carl Brockelmann haben dieses Werk zwischen 1904 und 1917 in acht Bänden herausgegeben und jeder Biographie eine Zusammenfassung in deutscher Sprache beigefügt.

Universalgeschichte

Der in Bagdad wirkende at-Tabari (geb. 839; gest. 923) gilt mit seinem Ta’rīch /Achbār ar-rusul wal-mulūk (Geschichte /Nachrichten der Gesandten und Könige) als der bekannteste Autor auf dem Gebiet der Universal- bzw. Reichsgeschichte. Der annalistische Aufbau des Werkes geht möglicherweise auf Vorgänger aus dem 8. Jahrhundert, wie al-Haitham ibn ’Adi (gest. 822) zurück. at-Tabaris Werk beginnt mit der Weltschöpfung und führt über die Prophetengeschichten zur Darstellung der Geschichte der Perser und Araber zur Zeit der Sassaniden. Die Annalistik beginnt erst mit der islamischen Geschichte – gemäß der islamischen Zeitrechnung – mit der Zusammenfassung der Prophetenbiographie und Beschreibung des Kalifats. Die letzten Eintragungen beziehen sich auf die Ereignis im Jahre 915.

at-Tabari stützt sich in seinem Werk auf zahlreiche schriftliche Quellen seiner Vorgänger, die heute nicht mehr erhalten und somit nur durch seine Bearbeitung rekonstruierbar sind: die Bücher von al-Waqidi, Abu Michnaf und dem oft zitierten Saif ibn ’Umar († spätestens 809) und anderen. Der kompilatorische Charakter des Gesamtwerkes bringt mit sich, dass at-Tabari seine Quellen oft mit Isnāden, mit der Angabe der Überlieferungswege einleitet, um dadurch seinen Zugang zu den älteren Geschichtswerken darzustellen. Zwar ist die Anwendung der Isnade nicht so konsequent und genau wie in seinem Korankommentar, dennoch ist sie für die Erforschung früher Stadien der islamischen Historiographie eine unentbehrliche Quelle.

Nach seinem Selbstverständnis erfüllt at-Tabari die Rolle des Überlieferers, der sich, dargestellt in der Einleitung seines Werkes, jeglicher rationalen Reflexion enthalten sollte:

…Denn das Wissen über die Ereignisse vergangener Völker und über die Nachrichten der Gegenwart erreicht denjenigen, der kein Zeitgenosse ist oder solche Ereignisse nicht miterlebt, ausschließlich durch die Berichte von Historikern und die Vermittlung von Überlieferern. Diese [Historiker] greifen weder auf rationale Schlussfolgerungen noch auf eigene Erläuterungen zurück. Wenn in meinem Buch sich ein Bericht findet, […] den der Leser mißbilligt oder den der Hörer als verwerflich betrachtet, weil er weder dessen Richtigkeit noch dessen eigentlichen Sinn begreifen kann, soll er wissen, dass dieser Bericht nicht von uns stammt […] Vielmehr haben wir (alles) genauso mitgeteilt, wie es uns mitgeteilt worden ist.

at-Tabarī: Ta’rīch ar-rusul wal-mulūk, Bd. 1, S. 6–7. Ed. M. J. de Goeje et alii. Leiden 1879

In der nachklassischen Periode der islamischen Geschichtsschreibung entstand al-Kāmil fī t-taʾrīch, „Das vollständige in der Geschichte“ von Ibn al-Athīr (gest. 1233). Der Verfasser stellt in diesem ebenfalls annalistischen Werk die Ereignisse von den Schlachttagen der alten Araber in der Dschāhiliyya bis zum Jahr 1231 zusammen. Er stützt sich dabei auch auf at-Tabaris Werk, das er bis zu den Ereignissen des Jahres 922 konsequent auswertet, die von seinem Vorgänger stets angeführten Quellenangaben allerdings weglässt. Das Buch ist in zwölf Bänden erstmals zwischen 1851 und 1876 im Druck zugänglich gemacht worden. Eine weitere Ausgabe, heute von Sammelwert, ist in der Munīrīya-Druckerei, Kairo, 1929 erschienen.

In dieser Gattung der islamischen Historiographie nimmt al-Mas'udi (gest. 956 oder 946 in Fustat) mit seinem Murūǧ aḏ-ḏahab „Die Goldwiesen“ eine Sonderstellung ein. Das nicht chronologisch angeordnete Werk beginnt mit der Erschaffung der Welt und endet mit dem Beginn der Regierungszeit des Kalifen al-Mutīʿ li-ʾllāh (regiert zwischen 946 und 974). Der Verfasser verarbeitet in diesem Werk seine Erfahrungen, die er auf seinen Reisen über Persien hinaus nach Indien, Ceylon, China bis nach Sansibar, Oman, Ägypten und Syrien gemacht hatte. Das Werk ist nicht nur eine wichtige topographisch-historische Quelle, sondern enthält auch zahlreiche kulturhistorische und politische Informationen aus dem frühen 10. Jahrhundert.

Lokal- und Stadtgeschichte

Die Anfänge der Lokal- und Stadtgeschichte sind mit dem Schrifttum der islamischen Eroberungen eng verknüpft. Das frühe Interesse für diese literarhistorischen Gattung wird in einem Bericht von al-Mas'udi mit dem Namen des zweiten Kalifen ʿUmar ibn al-Chattāb verbunden, der an einen zeitgenössischen Gelehrten geschrieben haben soll:

„Gott hat uns, den Arabern, die Eroberung der Länder ermöglicht. Wir wollen uns auf der Erde niederlassen und in den Städten wohnen. Beschreibe mir die Städte, ihr Klima, ihre Häuser, die Auswirkungen der Erde und des Klimas auf die Einwohner“.

Inhalt und Struktur dieser Gattung unterscheiden sich von der Komposition der umfassenden Universalgeschichte. Neben der oft legendenhaften Entstehung von Siedlungen und Städten stehen Berichte über die Vorzüge (faḍāʾil) der betreffenden Region und ihrer Bewohner im Vordergrund. Diese sog. Fadā'il-Bücher – oder nur regional und mündlich überlieferten Berichte – standen allem Anschein nach „in enger Verbindung mit der hier behandelten historisch-geographischen Gattung“. Das oben genannte Werk des Ägypters Ibn ʿAbd al-Hakam enthält zahlreiche lokalspezifische Überlieferungen über die Vorzüge Ägyptens, die man sogar als Prophetensprüche nach Mohammed als Hadith einzusetzen vermochte. Viele dieser Bücher sind heute nur fragmentarisch in den großen Kompilationen der islamischen Geschichtsschreibung erhalten.

Wertvolle Werke dieser Gattung sind auch im Druck zugänglich:

Die Geschichte von Mekka von Abu l-Walid al-Azraqī (gest. 837) in der Bearbeitung seines Enkels al-Azraqi, (gest. 865) ist erstmals mit einer zusammenfassenden Übersetzung von Ferdinand Wüstenfeld unter Berücksichtigung anderer Verfasser und ihrer Werke über die Stadt herausgegeben worden. Ibn ad-Diya’ († 1450) kombinierte die Geschichte der Stadt Mekka seiner Vorgänger mit der von Medina. al-Chwarizmi, Muhammad ibn Ishaq, der gegen 1375 schrieb, vereinigte die Geschichte der beiden heiligen Stätte, Mekka und Medina, mit der von Jerusalem und Hebron.

Die Geschichte von Medina von Umar ibn Schabba (gest. 877), ist erstmals 1976 in vier Bänden in Mekka erschienen. Sie umfasst neben der Biographie des Propheten die in Medina ansässigen Stämme und die Topographie der Stadt und ihrer Umgebung.

Die Geschichte von Mosul (nur Teil 2) von Abu Zakariya al-Azdi (gest. 946) liegt seit 1967 im Druck vor. Dieser Teil umfasst die mit der Stadt Mosul und ihrer Umgebung zusammenhängende Ereignisse zwischen 719 und 837 in Form der Annalistik. Das Werk wurzelt in der hamdanidischen Tradition der dynastischen Geschichtsschreibung und wird als das früheste Erzeugnis dieser Gattung angesehen.

Die Lokal- und Stadtgeschichte war zunächst mit der Eroberungsgeschichte (futūḥ) eng verknüpft und damit thematisch verwandt. Daraus entwickelte sich in der Mitte des 9. Jahrhunderts allerdings eine weitere Gattung im islamischen Schrifttums: die Gelehrtenbiographien. Ihr Thema beschränkte sich auf die Darstellung der Vita von Gelehrten, Richtern und anderen Würdenträgern, die in einer bestimmten Stadt oder Region gewirkt hatten. Zu dieser Gattung zählt das Kitāb al-wulāt wa-kitāb al-quḍāt (Das Buch der Statthalter und Richter) des Ägypters Abū 'Umar al-Kindī († 914), in dem der Verfasser die Geschichte Ägyptens durch die Schilderung der Aktivitäten der Richter und der umayyadischen bzw. abbasidischen Statthalter und ihrer Politik schildert.

Wesentlich umfassender ist die Stadt- und Gelehrtengeschichte zweier Zentren im islamischen Osten: Damaskus und Bagdad. Im 11. Jahrhundert entstand das monumentale Werk Taʾrīḫ Baġdād madīnat as-salām, Die Geschichte Bagdads, der Stadt des Friedens von al-Chatib al-Baghdadi (gest. 1071). In der Einleitung steht eine detaillierte historisch-topographische Beschreibung der Stadt; im biographischen Teil werden rund 8000 Biographien von Theologen, Dichtern, Juristen und Literaten geboten, die in Bagdad lebten oder sich dort kurz aufhielten. Der letzte Band ist im Gelehrtenleben bedeutender Frauen gewidmet. Der Verfasser war bestrebt, Bagdad trotz dessen politischen Niedergangs als das nach wie vor wichtige kulturelle und religiöse Zentrum der islamischen Welt vorzustellen.

Die Stadtgeschichte von Damaskus, Taʾrīḫ madīnat Dimašq von Ibn ʿAsākir (gest. 1176) ist ähnlich aufgebaut. Die ersten vier Bände sind der Lebensbeschreibung des Propheten und der Geschichte der Stadt gewidmet. In den folgenden 66 Bänden werden die Biographien von Gelehrten aus allen Wissenschaftsdisziplinen vorgestellt, die in Damaskus wirkten.

Die stadtgeschichtliche und topographische Beschreibung Ägyptens erreicht mit dem monumentalen Werk von al-Maqrizi (gest. 1442), einem Schüler von Ibn Chaldūn, ihren Höhepunkt. Sein al-Mawāʿiz wal-iʿtibār fī dhikr al-chiṭaṭ wal-āthār, Paränesen und Betrachtungen über die (ägyptischen) Landschaften und Denkmäler ist eine historische Landeskunde Ägyptens von der Eroberungszeit bis in die Zeit des Verfassers, mit zwei Hauptteilen über Kairo und Alexandria. Um dieselbe Zeit entstand auch das stark biographisch orientierte Werk von Ibn Taghribirdi (gest. 1469): an-Nudschūm aẓ-ẓāhira fī muluk Miṣr wal-Qāhira, Die leuchtenden Sterne über die Herrscher in Ägypten und Kairo, in dem der Verfasser neben den Herrschergeschichten, der Darstellung der Kadi-Ämter auch die Biographien der in Ägypten wirkenden Gelehrten zwischen 641 und 1467 mit Berücksichtigung der Geschichte der Nachbarstaaten abhandelt. Beide Werke sind im Orient mehrfach gedruckt worden.

Genealogie

Die Beschäftigung der Araber mit der alten vorislamischen Geschichte und der Genealogie (nasab) ihrer Vorfahren ist bereits im frühen 8. Jahrhundert nachweisbar. Ihre Wurzeln reichen in die vorislamische Zeit zurück, ihre Bedeutung bei der Darstellung der Abstammung von Stämmen und Sippen samt ihren „Nachrichten“ (achbar) und Schlachttagen – d. i. die Kämpfe arabischer Stämme gegeneinander in der vorislamischen Zeit (ayyam) – ist Teil der islamischen Gelehrsamkeit geblieben. Ibn an-Nadim zählt zahlreiche Schriften dieser Gattung auf, einschließlich Gedichtsammlungen von arabischen Stämmen, die in seiner Zeit – im 10. Jahrhundert – in Bearbeitungen bekannt waren. Die Kenntnisse über die Genealogien der Araber hatte auch in der islamischen Zeit besondere Bedeutung; ihre Verfasser nannte man genauso Gelehrte (ʿālim), wie diejenigen Autoritäten, die sich auf Gebieten der theologischen Wissenschaften des Islam einen Namen gemacht haben.

Gegen die Bedeutung der Abstammung und der Stammeszugehörigkeit spricht sich Mohammed im Koran, Sure 49, Vers 13 aus:

„Ihr Menschen! Wir haben euch geschaffen (indem wir euch) von einem männlichen und einem weiblichen Wesen (abstammen ließen), und wir haben euch zu Verbänden und Stämmen gemacht, damit ihr euch (auf Grund der genealogischen Verhältnisse) kennt (Bildet euch aber auf eure vornehme Abstammung nicht viel zu viel ein!) Als der Vornehmste gilt bei Gott derjenige von euch, der am frömmsten ist.“

Wie stark die Stammesbindungen und die altarabische Rangordnung dennoch geblieben sind, zeigt nicht nur die Schilderung der Auseinandersetzungen zwischen Mekkanern und Medinensern bei der Wahl von Abu Bakr, sondern auch die Verteilung der Dotationen unter ʿUmar ibn al-Chattāb.

Die Bücher über die Nasab, Pl. Ansab نسب , أنساب / nasab, ansāb /‚Abstammung, Herkunft, Verwandtschaft‘ in der islamischen Historiographie enthalten allerdings nicht nur genealogische und biographische Informationen, sondern behandeln die gesamte islamische Geschichte – eingebunden in die Geschichte von Einzelpersonen, Gruppen und Stämmen, ferner die Darstellung von religiösen Sekten und politischen Gruppen. Das reichhaltigste Material in dieser Gattung hat al-Baladhuri in seinem Ansab al-Aschraf أنساب الأشراف / Ansāb al-ašrāf /‚Die Genealogie der Adligen‘ nach älteren Quellen – wie Abu Michnaf, Muhammad ibn Sa’d, al-Waqidi u. a. – zusammengefasst. Sein Werk umfasst die Geschichte der Umayyaden bis in die Zeit des Abbasiden-Herrschers al-Mansur. Es ist zum großen Teil eine Sammlung von Monographien früherer Autoritäten, ausgestattet mit Gedichten, die in der arabischen Poesie an anderer Stelle oft nicht nachweisbar sind. Als Vorbild und mehrfach zitierte Quelle für dieses Werk galt „Die große Genealogie“ Dschamharat an-nasab / جمهرة النسب / Ǧamharat an-nasab von Hischam ibn Muhammad ibn as-Sa’ib, bekannt als Ibn al-Kalbi (gest. 819–821), dem Verfasser des Götzenbuches, herausgegeben vom deutschen Orientalisten Werner Caskel. Ibn al-Kalbi bearbeitete in diesem Werk verschiedene Themen des Altertums und wertete für die Geschichte der Lachmiden sogar Inschriften in den Kirchen von al-Hira aus. Er gilt als Begründer der Wissenschaft von der Verwandtschaftsverhältnisse der Araber.

Aufsätze
  • The Encyclopaedia of Islam. New Edition. Brill, Leiden
    • Band 10: S. 276–325 Art. Ta’rikh. II. Historical Writing;
    • Band 7: S. 967 (Nasab)
  • Heribert Busse: Arabische Historiographie und Geographie. In: Helmut Gätje (Hrsg.): Grundriß der Arabischen Philologie, Band. 2: Literaturwissenschaft. Reichert Verlag, Wiesbaden 1987, ISBN 3-88226-145-5, S. 264–297.
  • Fuat Sezgin: Geschichte des arabischen Schrifttums. Brill, Leiden 1967.
    • Band 1: Qu'ranwissenschaften, Hadit, Geschichte, Figh, Dogmatik, Mystik. 1967. S. 135–364.
    • Band 2: Poesie. 1975. ISBN 90-04-04376-4. Seite 36ff.
  • Ella Landau-Tessaron: Sayf Ibn ʿUmar in Medieval and Modern Scholarship. In: Der Islam, Band 67 (1990), S. 1–26,ISSN
Bücher
  • Carl Brockelmann: Geschichte der arabischen Litteratur. Zweite den Supplementbänden angepasste Auflage. Brill, Leiden
    • Band 1. 1943.
    • Band 2. 1949.
    • Erster Supplementband. 1937.
    • Zweiter Supplementband. 1938.
    • Dritter Supplementband. 1942.
  • Kurt Franz: Kompilationen in arabischen Chroniken. Die Überlieferung vom Aufstand der Zang zwischen Geschichtlichkeit undIntertextualität vom 9. bisins 15. Jahrhundert (= Studien zur Geschichte und Kultur des islamischen Orients/N.F.; 15). De Gruyter, Berlin 2004, ISBN 3-11-018211-4 (Dissertation, Universität Hamburg 2002)
  • Albrecht Noth: Quellenkritische Studien zu Themen, Formen und Tendenzen frühislamischer Geschichtsüberlieferung (= Bonner orientalistische Studien/N.S.; 25). Orientalisches Seminar/Universität, Bonn 1973.
    • Teil I: Themen und Formen.
    • Teil II: (nicht erschienen).
    • Englisch: The Early Arabic Historical Tradition. A Source Critical Study (= Studies in late and antiquity and early Islam; 3). 2. Aufl. Darwin Press, Princeton, N.J. 1994, ISBN 0-87850-082-0 (in Zusammenarbeit mit Lawrence I. Conrad; übersetzt von Michael Bonner)
  • Chase F. Robinson: Islamic Historiography (= Themes in islamic history). CUP, Cambridge 2003, ISBN 0-521-62936-5.
  • Franz Rosenthal: A History of Muslim Historiography. 2. Auflage. Brill, Leiden 1968 (EA Leiden 1952).
  • Nagendra K. Singh, Abida Samiuddin (Hrsg.): Encyclopaedic Historiography of the Muslim World. Global Vision Publ, Delhi 2003 (3 Bände, Englisch)
  • Gregor Schoeler: Charakter und Authentie der muslimischen Überlieferung über das Leben Mohammeds (= Studien zur Sprache, Geschichte und Kultur des islamischen Orients; N.S.; 14). De Gruyter. Berlin, 1996. ISBN 3-11-014862-5.
  • Otfried Weintritt: Arabische Geschichtsschreibung in den arabischen Provinzen des Osmanischen Reiches (16.–18. Jahrhundert) (= Bonner Islamstudien; 14). EB-Verlag, Hamburg 2008. ISBN 3-936912-74-2 (Habilitation; Universität Bonn 2007)
  • Otfried Weintritt: Formen spätmittelalterlicher islamischer Geschichtsdarstellung (= Beiruter Texte und Studien; 45) F. Steiner Verlag, Stuttgart 1992. ISBN 3-515-05587-8 (Dissertation, Universität Freiburg/B. 1988)
  • Ferdinand Wüstenfeld: Die Geschichtsschreiber der Araber und ihre Werke (= Burt Franklin Research and Source WorksSeries; 50). Franklin Books, New York 1963 (unveränderter Nachdruck d. Ausg. Göttingen 1882)
Portal: Islam – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Islam
  1. Franz Rosenthal (1968), S. 11–17; The Encyclopaedia of Islam. New Edition. Bd. 10, S. 257f; „Historical Writing“; Adam Gacek: The Arabic Manuscript Tradition. A Glossary of Technical Terms & Bibliography.Handbook of Oriental Studies (Handbuch der Orientalistik). Section One. Vol. 58. Brill, Leiden 2001, S. 5
  2. A. J. Wensinck, J. H. Kramers: Handwörterbuch des Islam. Brill, Leiden 1941. S. 734: „Das Wort taʾrīkh bedeutet eigentlich 'Datierung' und hat auch die Bedeutung 'Chronik, Geschichtswerk, Geschichte' angenommen…“
  3. Siehe die Arbeit von A. A. Dūrī: Baḥṯ fī našʾat ʿilm at-taʾrīḫ ʿinda al-ʿarab (Untersuchung über die Entstehung der Geschichtswissenschaft bei den Arabern; die englische Übersetzung des Buches hat den Titel: The rise of historical writing among the Arabs. Princeton 1983); abgekürzt zitiert bei Fuat Sezgin (1967), S. 311 und passim; Ella Landau-Tessaron (1990), S. 4
  4. Ignaz Goldziher: Muhammedanische Studien. Halle a. S. 1890. Bd. 2, S. 4. Anm. 1.
  5. Gregor Schoeler: Charakter und Authentie der muslimischen Überlieferung über das Leben Mohammeds. Walter de Gruyter. Berlin, New York 1996, S. 4. Aus dem Vorwort: „Wahrheit und historische Überlieferung: Drei Zitate zur Einführung in die Thematik“: Zitat von L. Röhrich: Orale Traditionen als historische Quelle. Einige Gedanken zur deutschsprachigen mündlichen Volkserzählung. In: J. von Ungern-Sternberg und H. Reinau (Hrsg.): Vergangenheit in mündlicher Überlieferung. (Colloquium Rauricum. Bd. 1), Stuttgart 1988. S. 90.
  6. Fuat Sezgin (1967), S. 237ff.
  7. F. Rosenthal (1968), S. 31: „never achieved the position of an academic subject“; Ella Landau-Tessaron: Sayf ibn ’Umar in Medieval and Modern Scholarship. In: Der Islam 67 (1990), S. 11.
  8. W.Montgomery Watt: Muhammad at Medina. Oxford 1972, S. 345–347 (Excursus).
  9. R. B. Serjeant: The Sunnah Jami’ah, Pacts with the Yathrib Jews, and the Taḥrīm of Yathrib. Analysis and Translation of the Documents Comprised in the So-Called "Constitution of Medina". In: Bulletin of the School of Oriental and African Studies (BSOAS), 41 (1978, S. 1–42).
  10. Josef Horovitz: The Earliest Biographies of the Prophet and their Authors. In: Islamic Culture, 1 (1927), S. 535–559; 2 (1928), S. 22–50; 164–182; 495–526; Fuat Sezgin: Geschichte des arabischen Schrifttums. Brill, Leiden. Bd. 1, S. 250–251.
  11. Aloys Sprenger: Das Leben und die Lehre des Mohammad nach bisher grösstentheils unbenutzten Quellen. Nicolai’sche Verlagsbuchhandlung. Berlin 1861.
  12. W. Montgomery Watt: Muhammad at Mecca. Oxford 199. S. 180–182 (Excurus).
  13. Fuat Sezgin (1967), S. 294–297.
  14. Herausgegeben von Marsden Jones: The Kitāb al-Maghāzī of al-Wāqidī. London.Oxford University Press 1965. 3. Bände. Nachdruck: ʿĀlam al-kitāb. 3. Auflage. Beirut 1984. Teiledition von Julius Wellhausen (Hrsg.): Mohammed in Medina. Das ist Vakidi’s Kitab al-Maghazi in verkürzter deutscher Wiedergabe. Reimer, Berlin 1882.
  15. Albrecht Noth: Quellenkritische Studien zu Themen, Formen und Tendenzen frühislamischer Geschichtsüberlieferung. Teil I: Themen und Formen. Bonn 1973. S. 30–31.
  16. Wilhelm Hoenerbach: Waṯīma’s K. ar-Ridda aus Ibn Ḥaǧars Iṣāba. Ein Beitrag zur Geschichte des Abfalls der Araberstämme nach Muḥammads Tod. Mainz 1951.
  17. Fuat Sezgin (1967), S. 295–296. Nr. 3.
  18. Miklós Murányi: Ein neuer Bericht über die Wahl des ersten Kalifen Abu Bakr. In: Arabica 25 (1978), S. 233–260; bes. 236–238.
  19. A. Noth (1973), S. 31.
  20. Albrecht Noth (1973), S. 33.
  21. Fuat Sezgin (1967), S. 329; H. Massé: La chronique d’Ibn Atham et la conquête de l’Afriqiya. In: Mélanges Gaudefroy-Demombynes. Cairo 1935-1945.
  22. Heribert Busse (1987), S. 267
  23. Fuat Sezgin (1967), S. 355–356; The Encyclopaedia of Islam. New Edition. Brill, Leiden. Bd. 3, S. 674. Nr. 4. Herausgegeben von Ch. C. Torrey. New Haven 1922.
  24. Fuat Sezgin (1967), S. 311–312.
  25. Michael Lecker: The Futūḥ al-Shām of ʿAbdallāh b. Muḥammad b. Rabīʿ al-Qudāmī. In: Bulletin of the School of Oriental and African Studies (BSOAS), 57 (1994), S. 356–360
  26. Fuat Sezgin (1967), S. 363–364; Heribert Busse (1987), S. 267. Das Werk ist 1958 in Beirut im Druck erschienen
  27. A. Noth (1973), S. 31 und dort Anm. 14.
  28. Fuat Sezgin (1967), S. 314–315.
  29. The Ansāb al-Ashrāf of al-Balādhurī. Vol. 5. Ed. S .D. F. Goitein. Jerusalem 1936
  30. Fuat Sezgin (1967), S. 277, wo die Angabe maqtal Husain zu korrigieren ist. Siehe ebd. S. 910: Indices (Büchertitel).
  31. The Encyclopaedia of Islam. New Edition. Brill, Leiden. Bd. 2, S. 930; A. Noth: (1973) 34–36.
  32. Fuat Sezgin (1967), S. 308.
  33. Fuat Sezgin (1967), S. 313
  34. Gedruckt in Kairo 1962
  35. Fuat Sezgin (1967), S. 312. Nr. 2
  36. Adolf Grohmann: Arabic Papyri from Ḫirber al-Mird. Louvain 1963. (Bibliothèque du Museéon, S. 82–84.
  37. Franz Rosenthal (1953), S. 93ff; The Encyclopaedia of Islam. New Edition. Brill, Leiden. Bd. 3, S. 922–923; über die „Klassenbücher“ siehe: M. Muranyi: Die Prophetengenossen in der frühislamischen Geschichte. Bonn 1973. S. 141ff.
  38. Joseph Horovitz: The earliest biographies of the Prophet and their authors. In: Islamic Culture, 2 (1928)), S. 166.
  39. Otto Loth: Ursprung und Bedeutung der Ṭabaqāt, vornehmlich der des Ibn Sa’d. In: Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft (ZDMG), 23 (1869), S. 609.
  40. Fuat Sezgin (1967), S. 300–301.
  41. Fuat Sezgin (1967), S. 272.
  42. Übersetzt von Theodor Nöldeke. Leiden 1879.
  43. Fuat Sezgin (1967), Bd. 1, S. 311–312.
  44. Ibn-el-Athiri: Chronicon, quod perfectissimum inscribitur. Ed. C. J. Tornberg. Leiden 1851–1876; Carl Brockelmann: Geschichte der arabischen Litteratur. Brill, Leiden 1943. Bd. 1, S. 422–423.
  45. Macoudi: Les prairies d’or. Herausgegeben und übersetzt von Charles Barbier de Meynard und Pavet de Courteille. 9 Bände. Paris 1861–1877. Überarbeitet und neu herausgegeben von Charles Pellat (Beirut 1966) in 7 Bänden mit einem sehr detaillierten Registerband
  46. Carl Brockelmann: Geschichte der arabischen Litteratur. Bd. 1, S. 150–151; Fuat Sezgin (1967), S. 332–333
  47. Fuat Sezgin (1967), S. 339 – Übersetzung: Fuat Sezgin.
  48. Fuat Sezgin (1967), S. 340–341.
  49. J. W. Fück: Der Ahn des Azraqī. In: Studi Orientalistici in onore di Giorgio Levi Della Vida. Roma. Instituto per l’Oriente 1956. Bd. 1, S. 336–340.
  50. Die Chroniken der Stadt Mekka. Bd. I: Die Geschichte und Beschreibung der Stadt Mekka von al-Azraqī. Leipzig 1858; Fuat Sezgin (1967), S. 344.
  51. Carl Brockelmann: Geschichte der arabischen Litteratur. Supplementband II. S. 222
  52. Carl Brockelmann: Geschichte der arabischen Litteratur. Supplementband II. S. 38. Siehe: Heribert Busse (1987), S. 291
  53. Fuat Sezgin (1967), S. 345; Franz Rosenthal: A History of Muslim Historiography. Brill. Leiden 1953. S. 386.
  54. Fuat Sezgin (1967), S. 350; Franz Rosenthal (1953), S. 133; 405.
  55. The Encyclopaedia of Islam. New Edition. Bd. 1, S. 813; Heribert Busse (1987), S. 274
  56. Fuat Sezgin (1967), S. 357–358; 360; 363.
  57. Fuat Sezgin (1967), S. 358.
  58. The Governors and judges of Egypt. Edited by Rhuvon Guest. Brill, Leiden 1912
  59. Carl Brockelmann: Geschichte der arabischen Litteratur. Zweite den Supplementbänden angepasste Auflage. Bd. 1, S. 400–401. Brill, Leiden 1943; The Encyclopaedia of Islam. New Edition. Bd. 4, S. 1111–1112. Brill, Leiden
  60. Gedruckt in Kairo im Jahre 1931 in 14 Bänden und in Beirut im Jahr 2001 in 17 Bänden auf rund 12.000 Seiten
  61. Heribert Busse (1987), S. 275
  62. Carl Brockelmann: Geschichte der arabischen Litteratur. Zweite den Supplementbänden angepasste Auflage. Bd. I. 403–404. Brill, Leiden 1943. Erster Supplementband, S. 566, Brill, Leiden 1937; The Encyclopaedia of Islam. New Edition. III. 713. Brill, Leiden. Gedruckt in Beirut im Jahre 1995 in 70 Bänden
  63. Carl Brockelmann: Geschichte der arabischen Litteratur. Bd. 2, S. 38.
  64. Carl Brockelmann: Geschichte der arabischen Litteratur. Supplementband II. S. 41. Ins Englische Übersetzt von W.Popper: History of Egypt 1382–1469. 7. Bände. Berkeley 1954-1960; Heribert Busse (1987), S. 280–281
  65. Ignaz Goldziher: Muhammedanische Studien, Bd. 1, S. 186; Fuat Sezgin (1967), S. 247
  66. Franz Rosenthal (1968), S. 95–100
  67. Fuat Sezgin, (1967), S. 249; (1975), S. 38ff.
  68. Gerd-Rüdiger Puin: Der Dīwān von ʿUmar ibn al-Ḫaṭṭāb. Ein Beitrag zur frühislamischen Verwaltungsgeschichte. Bonn 1970. S. 73–74 und 100–102
  69. S. D. F. Goitein: Introduction zu: The Ansāb al-Ashrāf of al-Balādhurī. Bd. 5. Jerusalem 1936, S. 14–21
  70. S. D. F. Goitein: Introduction, S. 16; 20
  71. S. D. F. Goitein: Introduction, S. 14
  72. Ǧamharat an-nasab. Das genealogische Werk des Hišām ibn Muḥammad al-Kalbī. Bd. I. Einleitung, Tafeln. Bd. II. Erläuterungen, Register. In Zusammenarbeit mit G. Strenziok. Leiden 1966
  73. F. Sezgin (1967), S. 269
  74. M. J. Kister and M. Plessner: Notes on Caskel’s Ǧamharat an-nasab. In: Oriens, Bd. 25–26 (Sonderdruck), S. 48–68; hier: S. 48–49

Islamische Geschichtsschreibung
islamische, geschichtsschreibung, sprache, beobachten, bearbeiten, bezeichnet, traditionelle, oder, klassische, geschichtsschreibung, früher, muslimischer, autoren, sich, moderne, forschung, speziell, islamwissenschaft, auseinandersetzt, für, geschichte, gesch. Islamische Geschichtsschreibung Sprache Beobachten Bearbeiten Islamische Geschichtsschreibung bezeichnet die traditionelle oder klassische Geschichtsschreibung fruher muslimischer Autoren mit der sich die moderne Forschung speziell die Islamwissenschaft auseinandersetzt Fur Geschichte bzw Geschichtsschreibung steht im Arabischen der Begriff arabisch تأريخ ta rich DMG taʾriḫ Er ist als Verbalsubstantiv aus dem Verb arracha أرخ arraḫa datieren etw mit einem Datum versehen abgeleitet Die Etymologie des Wortes in dieser Bedeutung ist nicht geklart Franz Rosenthal geht von einem moglichen sudarabischen Ursprung des Begriffes aus w r ḫ Mond Monat und tawriḫ in der Bedeutung von Bestimmung der Zeit Datierung aufgrund der Beobachtung des Mondes Die arabische Lexikographie verzeichnet neben der obigen Form taʾriḫ auch die archaische Variante von tawriḫ 1 Das Wort ist erst seit 8 Jahrhundert im Sinne Geschichte nachweisbar und wird im arabischen Schrifttum in der Bedeutung der historischen Chronologie taʾriḫ ʿala s sinin wortlich Geschichte nach Jahren angeordnet Annalistik verwendet 2 Als Wissenschaftsdisziplin verwendet man im arabischen Schrifttum auch den Begriff ilm at ta rich علم التأريخ ʿilm at taʾriḫ Geschichtswissenschaft 3 In diesem Sinne wird der Begriff auch im Persischen und Turkischen benutzt Inhaltsverzeichnis 1 Die Anfange der islamischen Geschichtsschreibung 2 Die Themen islamischer Geschichtsschreibung 2 1 Die Sira und Maghazi Literatur 2 2 Die Nachrichten uber die Ridda Kriege 2 3 Die Nachrichten uber die islamischen Eroberungskriege 2 4 Die Ermordung des dritten Kalifen Uthman ibn Affan 2 5 Die Nachrichten uber den ersten Burgerkrieg 3 Die Gattungen islamischer Geschichtsschreibung 3 1 Die sogenannten Klassenbucher 3 2 Universalgeschichte 3 3 Lokal und Stadtgeschichte 3 4 Genealogie 4 Literatur 5 Weblinks 6 EinzelnachweiseDie Anfange der islamischen Geschichtsschreibung BearbeitenStudien beschaftigen sich seit uber hundert Jahren mit den Anfangen der islamischen Geschichtsschreibung dennoch liegen ihre Anfange bei den Arabern immer noch im Dunkeln In der Forschung geht man von einer ursprunglich oralen Uberlieferung historischer Ereignisse achbar أخبار aḫbar Nachrichten Berichte aus Entsprechend bezeichnet man die Geschichtsschreiber im arabischen Schrifttum als achbari Pl achbariyyun أخباريون أخباري aḫbari Pl aḫbariyyun Vermittler von Nachrichten Berichten Auch die Nachrichten uber das Leben Mohammeds pflegte man als achbar zu bezeichnen und verband den Begriff mit hadith 4 Allerdings ist die Wissenschaftsdisziplin der Geschichtsschreiber von der der Ashab al hadith zu unterscheiden Die Anfange der schriftlichen Fixierung historischer Berichte erfolgte wie im Falle des Hadith wahrscheinlich im ausgehenden 7 und fruhen 8 Jahrhundert inwieweit die ersten schriftlichen Aufzeichnungen als authentisch betrachtet werden konnen ist eine der Grundfragen der islamischen Geschichtsforschung auch Augen und Ohrenzeugenberichte weisen die Tendenz auf bestimmte traditionelle Motive und Erwartungsmomente dem Erlebten uberzustulpen d h die realen Vorgange im Sinne oraler Traditionen zu uberformen und damit auch zu verfalschen Unser Gedachtnis enthalt mehr als wir jeweils erinnern konnen aber es seligiert und verandert die Erinnerungsinhalte Wir behalten in der Regel nur was uns erstens bekannt und zweitens sinnvoll vorkommt das Befremdliche verwandeln wir bis es uns vertraut ist Unabsichtlich unbemerkt werden die Geschichten im Einklang mit den Interessen Kenntnissen Vorlieben Abneigungen und Gemutsverfassungen der Nacherzahler umfrisiert So werden die Geschichten den Erzahlern immer ahnlicher 5 Der genaue Zeitpunkt des Ubergangs von oraler Tradition zur konsequent durchgefuhrten schriftlichen Fixierung historischer Ereignisse ist unbekannt 6 Franz Rosenthal einer der besten Kenner der klassischen islamischen Historiographie vertritt die Ansicht dass Geschichtsschreibung in den islamischen Wissenschaften der ersten Jahrhunderte keine akademisch anerkannte Position hatte In der Tat sind die ersten Schriften uber Geschichtstheorie erst in den bahnbrechenden Darstellungen von Ibn Chaldun zu beobachten 7 Die Themen islamischer Geschichtsschreibung BearbeitenDie Sira und Maghazi Literatur Bearbeiten Die Sira und Maghazi Literatur stellt die alteste Gattung der Historiographie dar und beschrankt sich auf das Leben Mohammeds auf seine Feldzuge bis zur Eroberung Mekkas und auf seinen Tod In der zeitgenossischen Forschung wird angenommen dass die Sendschreiben Mohammeds an die arabischen Stamme 8 ferner die sog Gemeindeordnung von Medina 9 aus der Fruhzeit stammen obwohl sie nicht in Originalen aber in mehr oder weniger gleichlautenden Uberlieferungen erhalten sind Die alteste Quelle fur diese Berichte uber das Leben Mohammeds bildet die Prophetenbiographie von Ibn Ishaq der auf ein reichhaltiges sowohl schriftliches als auch mundlich uberliefertes Material zuruckgreifen konnte 10 Eine der wichtigsten Quellen dieses Werkes ist Urwa ibn az Zubair Seine Berichte uber das Leben des Propheten sind zum Teil in der literarischen Form von Briefen uberliefert die er an den Kalifen Abd al Malik ibn Marwan richtete und die in grossen Auszugen in at Tabaris annalistischem Geschichtswerk siehe unten erhalten sind Der osterreichische Orientalist Aloys Sprenger hat diese Briefe bereits 1861 ins Deutsche ubertragen 11 Der britische Orientalist William Montgomery Watt hat sie kurz analysiert und ihre Bedeutung als Quelle fur die historische Forschung hervorgehoben 12 Mohammeds Feldzuge hat der in Bagdad wirkende al Waqidi gest 823 13 in chronologischer Reihenfolge zusammengefasst 14 An die Prophetenbiographie schliessen sich thematisch die Nachrichten uber die Wahl des ersten Nachfolgers Mohammeds Abu Bakr an die sowohl bei Ibn Ishaq als auch in spateren Kompilationen oder in eigenstandigen Monographien als Die Nachrichten uber den Saulengang der Bani Sa ida wo die erste Kalifenwahl in Medina stattgefunden hat abgehandelt werden Die Nachrichten uber die Ridda Kriege Bearbeiten Diese Berichte behandeln die von den medinensischen Muslimen gefuhrten Kriege gegen die arabischen Stamme auf der Arabischen Halbinsel die entweder nach ihrer Bekehrung vom Islam abgefallen und anderen sog falschen Propheten wie Musailima gefolgt sind oder von Mohammed und der medinensischen Gemeinschaft weitgehend oder vollig unabhangig gewesen waren 15 Die ersten Monographien unter dem Titel Kitab ar ridda Das Buch uber die Ridda Kriege sind in der ersten Halfte des 8 Jahrhunderts entstanden Sie sind nur in Kompilationen der Folgegenerationen erhalten 16 Das von at Tabari benutzte Kitab ar ridda von al Waqidi ist ebenfalls nicht erhalten denn eine Handschrift die in der Forschung als sein Ridda Buch galt 17 ist ein Teil aus dem Werk des irakischen Historikers Ibn A tham al Kufi siehe unten 18 Der Genealoge und Historiker Ibn al Kalbi gest 819 der Verfasser des Gotzenbuches hat den Kampf gegen Musailima in einer monographischen Abhandlung Das Buch uber den Lugner Musailama zusammengefasst 19 Die Nachrichten uber die islamischen Eroberungskriege Bearbeiten Die Geschichtsbucher uber die Eroberungskriege futuh der Araber haben in der Darstellung der Geschichte der ersten Kalifen der Umayyaden und der Abbasiden eine zentrale Bedeutung Diese Bucher nannte man Die Eroberung der Lander futuh al buldan Es wird angenommen dass die Berichte uber die Eroberung einzelner Gebiete und Provinzen fruher entstanden sind als die umfassenden Kompilationen uber die Eroberungen schlechthin 20 So betitelte man diese Werke wie Die Eroberung von Syrien Die Eroberung Agyptens Die Eroberung von Mesopotamien usw Die bekanntesten Werke auf diesem Gebiet haben al Waqidi und al Baladhuri im spaten 8 und fruhen 9 Jahrhundert geschaffen Das umfassendste Werk unter dem Titel Kitab al futuh geht auf den oben genannten irakischen Historiker Ibn A tham al Kufi gest gegen 926 zuruck 21 in dem der Verfasser die Eroberungen von ʿUthman ibn ʿAffan bis Harun ar Raschid schildert 22 Eines der altesten futuh Bucher das erhalten ist verfasste der agyptische Historiker und Rechtsgelehrte Ibn Abd al Hakam gest 871 in Fustat der die historischen Ereignisse der Eroberungskriege in Agypten Nubien und in Nordafrika mit lokalspezifischen Traditionen erweiterte 23 Der irakische Historiker Saif ibn Umar gest spatestens 809 der als eine der wichtigsten Quellen fur at Tabari gilt verband die Eroberungszuge mit den Nachrichten uber die Ridda der Araberstamme sein Werk benutzte noch Ibn Hadschar al ʿAsqalani unter dem Titel Kitab al futuh al kabir wa r ridda Das grosse Buch uber die Eroberungen und die Ridda 24 Ibn ʿAsakir wiederum wertete die Berichte eines gewissen Abdallah b Mohammed b Rabi a al Qudami lebte in der zweiten Halfte des 8 Jahrhunderts mit Wirkungskreis al Massisa uber die Eroberung von Syrien in seiner Damaszener Gelehrtenbiographie aus 25 Uber die Eroberung von al Andalus schrieb Ibn al Quṭiya 977 der Sohn einer Gotin ein spezielles Werk unter dem Titel Taʾriḫ iftitaḥ al Andalus Geschichte der Eroberung von al Andalus 26 Die Ermordung des dritten Kalifen Uthman ibn Affan Bearbeiten al Waqidi gilt als Verfasser eines uber die Ridda Kriege verbunden mit den Ereignissen uber die Ermordung Kitab al ridda wa d dar in dem er zwei thematisch unabhangige Ereignisse zusammenfasste die Nachrichten uber die Kriege gegen die Araberstamme siehe oben und die Ermordung des dritten Kalifen ʿUthman ibn ʿAffan in seinem Haus dar Letzteres Ereignis wird in den Quellen als Kapiteluberschrift oft als Kampf Tag des Hauses yaumu d dar bezeichnet 27 Einem seiner jungeren Zeitgenossen dem in Basra wirkenden al Mada ini gest gegen 850 wird eine Monographie unter dem Titel Die Ermordung von Uthman Maqtal Uthman zugeschrieben 28 Beide Schriften die heute nicht mehr vorliegen haben at Tabari und vor allem al Baladhuri in seinem Ansab al asraf ausgewertet 29 Eine fruhe Autoritat auf den Gebieten des Hadith und der Geschichtsschreibung Asch Scha bi gest 721 war Verfassers eines Buches uber die Wahl Uthmans und seine Ermordung Kitab asch schura wa maqtal Uthman 30 Auch diese Schrift ist nur in einer spateren Rezension bei den genannten grossen Kompilatoren at Tabari und al Baladhuri fragmentarisch erhalten Die Nachrichten uber den ersten Burgerkrieg Bearbeiten Im islamischen Schrifttum versteht man unter Buch uber die Fitan Pl von Fitna Hadithsammlungen eschatologischen Inhalts die kanonischen Traditionssammlungen widmen der Schilderung der Ereignisse am Tag der Auferstehung dem Untergang der Dynastien und chiliastischen Erwartungen im Islam usw eigene Kapitel In der Historiographie beschreiben die Fitna Bucher indes die innermuslimischen Kriege im Fruhislam die mit der Ermordung des Kalifen Uthman ihren Anfang nahmen Es handelt sich dabei nicht um umfassende Darstellungen aller Ereignisse in ihrer historischen Kausalitat und Chronologie sondern um kleinere thematisch abgegrenzte Monographien aus der Feder von Autoren aus dem 8 Jahrhundert 31 Auf diesem Gebiet machte sich vor allem der irakische Historiker Abu Michnaf gest 774 einen Namen er soll rund vierzig Monographien uber die Schlachten im ersten Burgerkrieg die in Werke seiner Nachfolger Eingang gefunden haben verfasst haben 32 Diese Schriften die in den Originalen heute nicht mehr vorliegen sondern nur durch die Werke von Historiographen der Folgegeneration zuganglich sind behandelten die Schlacht von Siffin wie Nasr b Muzahim 827 33 unter dem Titel Waqʿat Ṣiffin وقعة صفين Waqʿat Ṣiffin 34 und die Kamelschlacht wie der oben genannte Saif ibn Umar bei at Tabari 35 besonders ausfuhrlich Die Gattungen islamischer Geschichtsschreibung BearbeitenDie sogenannten Klassenbucher Bearbeiten Eine eigenstandige Gattung innerhalb der islamischen Geschichtswerken stellen die كتب الطبقات kutub aṭ ṭabaqat Klassenbucher dar Die ersten wahrscheinlich schon im fruhen 8 Jahrhundert schriftlich uberlieferten Aufzeichnungen als Vorlaufer dieser Gattung waren die Namenslisten derjenigen Personen die an den Feldzugen Mohammeds teilgenommen haben Die alteste Liste derjenigen Gefahrten Mohammeds die an der Schlacht von Badr teilgenommen haben ist in einem Papyrusfragment aus dem fruhen 8 Jahrhundert erhalten 36 Andere Listen aus demselben Zeitraum enthielten die Namen der sog Fruhmuslime die wahrend Mohammeds Aufenthalt im Haus von Arqam ibn Abi l Arqam in Mekka zum Islam ubergetreten sind 37 Im Mittelpunkt des Interesses dieser Gattung standen also die altesten Mitglieder der medinensischen Gemeinde in ihrer Rangordnung gemass ihrer Bekehrung zum Islam Diese Listen waren die Primarquellen fur die Verfassung von Geschichtsbuchern uber die Gestalter der fruhislamischen Geschichte 38 Man hat daher von Seiten der Fachtraditionisten wohl nie daran gedacht die Ṭabaqat als das was sie eigentlich sein sollten ein Hulfsbuch zur Uberlieferungskritik zu adoptieren 39 Denn die Gefahrten Mohammeds erscheinen in diesen Schriften nicht als Uberlieferer des Hadith der Aussagen und Taten des Propheten sondern als Gestalter der fruhislamischen Geschichte Das bis heute wichtigste Werk in dieser Gattung hat der irakische Historiker Muhammad ibn Saʿd gest 845 40 verfasst eine Gruppe deutscher Orientalisten unter der Leitung von Eduard Sachau und Carl Brockelmann haben dieses Werk zwischen 1904 und 1917 in acht Banden herausgegeben und jeder Biographie eine Zusammenfassung in deutscher Sprache beigefugt Universalgeschichte Bearbeiten Der in Bagdad wirkende at Tabari geb 839 gest 923 gilt mit seinem Ta rich Achbar ar rusul wal muluk Geschichte Nachrichten der Gesandten und Konige als der bekannteste Autor auf dem Gebiet der Universal bzw Reichsgeschichte Der annalistische Aufbau des Werkes geht moglicherweise auf Vorganger aus dem 8 Jahrhundert wie al Haitham ibn Adi gest 822 41 zuruck at Tabaris Werk beginnt mit der Weltschopfung und fuhrt uber die Prophetengeschichten zur Darstellung der Geschichte der Perser und Araber zur Zeit der Sassaniden 42 Die Annalistik beginnt erst mit der islamischen Geschichte gemass der islamischen Zeitrechnung mit der Zusammenfassung der Prophetenbiographie und Beschreibung des Kalifats Die letzten Eintragungen beziehen sich auf die Ereignis im Jahre 915 at Tabari stutzt sich in seinem Werk auf zahlreiche schriftliche Quellen seiner Vorganger die heute nicht mehr erhalten und somit nur durch seine Bearbeitung rekonstruierbar sind die Bucher von al Waqidi Abu Michnaf und dem oft zitierten Saif ibn Umar spatestens 809 43 und anderen Der kompilatorische Charakter des Gesamtwerkes bringt mit sich dass at Tabari seine Quellen oft mit Isnaden mit der Angabe der Uberlieferungswege einleitet um dadurch seinen Zugang zu den alteren Geschichtswerken darzustellen Zwar ist die Anwendung der Isnade nicht so konsequent und genau wie in seinem Korankommentar dennoch ist sie fur die Erforschung fruher Stadien der islamischen Historiographie eine unentbehrliche Quelle Nach seinem Selbstverstandnis erfullt at Tabari die Rolle des Uberlieferers der sich dargestellt in der Einleitung seines Werkes jeglicher rationalen Reflexion enthalten sollte Denn das Wissen uber die Ereignisse vergangener Volker und uber die Nachrichten der Gegenwart erreicht denjenigen der kein Zeitgenosse ist oder solche Ereignisse nicht miterlebt ausschliesslich durch die Berichte von Historikern und die Vermittlung von Uberlieferern Diese Historiker greifen weder auf rationale Schlussfolgerungen noch auf eigene Erlauterungen zuruck Wenn in meinem Buch sich ein Bericht findet den der Leser missbilligt oder den der Horer als verwerflich betrachtet weil er weder dessen Richtigkeit noch dessen eigentlichen Sinn begreifen kann soll er wissen dass dieser Bericht nicht von uns stammt Vielmehr haben wir alles genauso mitgeteilt wie es uns mitgeteilt worden ist at Tabari Ta rich ar rusul wal muluk Bd 1 S 6 7 Ed M J de Goeje et alii Leiden 1879 In der nachklassischen Periode der islamischen Geschichtsschreibung entstand al Kamil fi t taʾrich Das vollstandige in der Geschichte von Ibn al Athir gest 1233 Der Verfasser stellt in diesem ebenfalls annalistischen Werk die Ereignisse von den Schlachttagen der alten Araber in der Dschahiliyya bis zum Jahr 1231 zusammen Er stutzt sich dabei auch auf at Tabaris Werk das er bis zu den Ereignissen des Jahres 922 konsequent auswertet die von seinem Vorganger stets angefuhrten Quellenangaben allerdings weglasst Das Buch ist in zwolf Banden erstmals zwischen 1851 und 1876 im Druck zuganglich gemacht worden 44 Eine weitere Ausgabe heute von Sammelwert ist in der Muniriya Druckerei Kairo 1929 erschienen In dieser Gattung der islamischen Historiographie nimmt al Mas udi gest 956 oder 946 in Fustat mit seinem Muruǧ aḏ ḏahab Die Goldwiesen 45 eine Sonderstellung ein Das nicht chronologisch angeordnete Werk beginnt mit der Erschaffung der Welt und endet mit dem Beginn der Regierungszeit des Kalifen al Mutiʿ li ʾllah regiert zwischen 946 und 974 Der Verfasser verarbeitet in diesem Werk seine Erfahrungen die er auf seinen Reisen uber Persien hinaus nach Indien Ceylon China bis nach Sansibar Oman Agypten und Syrien gemacht hatte Das Werk ist nicht nur eine wichtige topographisch historische Quelle sondern enthalt auch zahlreiche kulturhistorische und politische Informationen aus dem fruhen 10 Jahrhundert 46 Lokal und Stadtgeschichte Bearbeiten Die Anfange der Lokal und Stadtgeschichte sind mit dem Schrifttum der islamischen Eroberungen eng verknupft Das fruhe Interesse fur diese literarhistorischen Gattung wird in einem Bericht von al Mas udi mit dem Namen des zweiten Kalifen ʿUmar ibn al Chattab verbunden der an einen zeitgenossischen Gelehrten geschrieben haben soll Gott hat uns den Arabern die Eroberung der Lander ermoglicht Wir wollen uns auf der Erde niederlassen und in den Stadten wohnen Beschreibe mir die Stadte ihr Klima ihre Hauser die Auswirkungen der Erde und des Klimas auf die Einwohner 47 dd Inhalt und Struktur dieser Gattung unterscheiden sich von der Komposition der umfassenden Universalgeschichte Neben der oft legendenhaften Entstehung von Siedlungen und Stadten stehen Berichte uber die Vorzuge faḍaʾil der betreffenden Region und ihrer Bewohner im Vordergrund Diese sog Fada il Bucher oder nur regional und mundlich uberlieferten Berichte standen allem Anschein nach in enger Verbindung mit der hier behandelten historisch geographischen Gattung 48 Das oben genannte Werk des Agypters Ibn ʿAbd al Hakam enthalt zahlreiche lokalspezifische Uberlieferungen uber die Vorzuge Agyptens die man sogar als Prophetenspruche nach Mohammed als Hadith einzusetzen vermochte Viele dieser Bucher sind heute nur fragmentarisch in den grossen Kompilationen der islamischen Geschichtsschreibung erhalten Wertvolle Werke dieser Gattung sind auch im Druck zuganglich Die Geschichte von Mekka von Abu l Walid al Azraqi gest 837 in der Bearbeitung seines Enkels al Azraqi gest 865 49 ist erstmals mit einer zusammenfassenden Ubersetzung von Ferdinand Wustenfeld unter Berucksichtigung anderer Verfasser und ihrer Werke uber die Stadt herausgegeben worden 50 Ibn ad Diya 1450 kombinierte die Geschichte der Stadt Mekka seiner Vorganger mit der von Medina 51 al Chwarizmi Muhammad ibn Ishaq der gegen 1375 schrieb vereinigte die Geschichte der beiden heiligen Statte Mekka und Medina mit der von Jerusalem und Hebron 52 Die Geschichte von Medina von Umar ibn Schabba gest 877 53 ist erstmals 1976 in vier Banden in Mekka erschienen Sie umfasst neben der Biographie des Propheten die in Medina ansassigen Stamme und die Topographie der Stadt und ihrer Umgebung Die Geschichte von Mosul nur Teil 2 von Abu Zakariya al Azdi gest 946 54 liegt seit 1967 im Druck vor Dieser Teil umfasst die mit der Stadt Mosul und ihrer Umgebung zusammenhangende Ereignisse zwischen 719 und 837 in Form der Annalistik Das Werk wurzelt in der hamdanidischen Tradition der dynastischen Geschichtsschreibung und wird als das fruheste Erzeugnis dieser Gattung angesehen 55 Die Lokal und Stadtgeschichte war zunachst mit der Eroberungsgeschichte futuḥ eng verknupft und damit thematisch verwandt Daraus entwickelte sich in der Mitte des 9 Jahrhunderts allerdings eine weitere Gattung im islamischen Schrifttums die Gelehrtenbiographien Ihr Thema beschrankte sich auf die Darstellung der Vita von Gelehrten Richtern und anderen Wurdentragern die in einer bestimmten Stadt oder Region gewirkt hatten 56 Zu dieser Gattung zahlt das Kitab al wulat wa kitab al quḍat Das Buch der Statthalter und Richter des Agypters Abu Umar al Kindi 914 57 in dem der Verfasser die Geschichte Agyptens durch die Schilderung der Aktivitaten der Richter und der umayyadischen bzw abbasidischen Statthalter und ihrer Politik schildert 58 Wesentlich umfassender ist die Stadt und Gelehrtengeschichte zweier Zentren im islamischen Osten Damaskus und Bagdad Im 11 Jahrhundert entstand das monumentale Werk Taʾriḫ Baġdad madinat as salam Die Geschichte Bagdads der Stadt des Friedens von al Chatib al Baghdadi gest 1071 59 In der Einleitung steht eine detaillierte historisch topographische Beschreibung der Stadt im biographischen Teil werden rund 8000 Biographien von Theologen Dichtern Juristen und Literaten geboten die in Bagdad lebten oder sich dort kurz aufhielten Der letzte Band ist im Gelehrtenleben bedeutender Frauen gewidmet 60 Der Verfasser war bestrebt Bagdad trotz dessen politischen Niedergangs als das nach wie vor wichtige kulturelle und religiose Zentrum der islamischen Welt vorzustellen 61 Die Stadtgeschichte von Damaskus Taʾriḫ madinat Dimasq von Ibn ʿAsakir gest 1176 ist ahnlich aufgebaut Die ersten vier Bande sind der Lebensbeschreibung des Propheten und der Geschichte der Stadt gewidmet In den folgenden 66 Banden werden die Biographien von Gelehrten aus allen Wissenschaftsdisziplinen vorgestellt die in Damaskus wirkten 62 Die stadtgeschichtliche und topographische Beschreibung Agyptens erreicht mit dem monumentalen Werk von al Maqrizi gest 1442 einem Schuler von Ibn Chaldun ihren Hohepunkt Sein al Mawaʿiz wal iʿtibar fi dhikr al chiṭaṭ wal athar Paranesen und Betrachtungen uber die agyptischen Landschaften und Denkmaler ist eine historische Landeskunde Agyptens von der Eroberungszeit bis in die Zeit des Verfassers mit zwei Hauptteilen uber Kairo und Alexandria 63 Um dieselbe Zeit entstand auch das stark biographisch orientierte Werk von Ibn Taghribirdi gest 1469 an Nudschum aẓ ẓahira fi muluk Miṣr wal Qahira Die leuchtenden Sterne uber die Herrscher in Agypten und Kairo in dem der Verfasser neben den Herrschergeschichten der Darstellung der Kadi Amter auch die Biographien der in Agypten wirkenden Gelehrten zwischen 641 und 1467 mit Berucksichtigung der Geschichte der Nachbarstaaten abhandelt 64 Beide Werke sind im Orient mehrfach gedruckt worden Genealogie Bearbeiten Die Beschaftigung der Araber mit der alten vorislamischen Geschichte und der Genealogie nasab ihrer Vorfahren ist bereits im fruhen 8 Jahrhundert nachweisbar 65 Ihre Wurzeln reichen in die vorislamische Zeit zuruck ihre Bedeutung bei der Darstellung der Abstammung von Stammen und Sippen samt ihren Nachrichten achbar und Schlachttagen d i die Kampfe arabischer Stamme gegeneinander in der vorislamischen Zeit ayyam ist Teil der islamischen Gelehrsamkeit geblieben 66 Ibn an Nadim zahlt zahlreiche Schriften dieser Gattung auf einschliesslich Gedichtsammlungen von arabischen Stammen die in seiner Zeit im 10 Jahrhundert in Bearbeitungen bekannt waren 67 Die Kenntnisse uber die Genealogien der Araber hatte auch in der islamischen Zeit besondere Bedeutung ihre Verfasser nannte man genauso Gelehrte ʿalim wie diejenigen Autoritaten die sich auf Gebieten der theologischen Wissenschaften des Islam einen Namen gemacht haben Gegen die Bedeutung der Abstammung und der Stammeszugehorigkeit spricht sich Mohammed im Koran Sure 49 Vers 13 aus Ihr Menschen Wir haben euch geschaffen indem wir euch von einem mannlichen und einem weiblichen Wesen abstammen liessen und wir haben euch zu Verbanden und Stammen gemacht damit ihr euch auf Grund der genealogischen Verhaltnisse kennt Bildet euch aber auf eure vornehme Abstammung nicht viel zu viel ein Als der Vornehmste gilt bei Gott derjenige von euch der am frommsten ist dd dd Wie stark die Stammesbindungen und die altarabische Rangordnung dennoch geblieben sind zeigt nicht nur die Schilderung der Auseinandersetzungen zwischen Mekkanern und Medinensern bei der Wahl von Abu Bakr sondern auch die Verteilung der Dotationen unter ʿUmar ibn al Chattab 68 Die Bucher uber die Nasab Pl Ansab نسب أنساب nasab ansab Abstammung Herkunft Verwandtschaft in der islamischen Historiographie enthalten allerdings nicht nur genealogische und biographische Informationen sondern behandeln die gesamte islamische Geschichte eingebunden in die Geschichte von Einzelpersonen Gruppen und Stammen ferner die Darstellung von religiosen Sekten und politischen Gruppen 69 Das reichhaltigste Material in dieser Gattung hat al Baladhuri in seinem Ansab al Aschraf أنساب الأشراف Ansab al asraf Die Genealogie der Adligen nach alteren Quellen wie Abu Michnaf Muhammad ibn Sa d al Waqidi u a zusammengefasst Sein Werk umfasst die Geschichte der Umayyaden bis in die Zeit des Abbasiden Herrschers al Mansur Es ist zum grossen Teil eine Sammlung von Monographien fruherer Autoritaten ausgestattet mit Gedichten die in der arabischen Poesie an anderer Stelle oft nicht nachweisbar sind 70 Als Vorbild und mehrfach zitierte Quelle 71 fur dieses Werk galt Die grosse Genealogie Dschamharat an nasab جمهرة النسب Ǧamharat an nasab von Hischam ibn Muhammad ibn as Sa ib bekannt als Ibn al Kalbi gest 819 821 dem Verfasser des Gotzenbuches herausgegeben vom deutschen Orientalisten Werner Caskel 72 Ibn al Kalbi bearbeitete in diesem Werk verschiedene Themen des Altertums und wertete fur die Geschichte der Lachmiden sogar Inschriften in den Kirchen von al Hira aus 73 Er gilt als Begrunder der Wissenschaft von der Verwandtschaftsverhaltnisse der Araber 74 Literatur BearbeitenAufsatzeThe Encyclopaedia of Islam New Edition Brill Leiden Band 10 S 276 325 Art Ta rikh II Historical Writing Band 7 S 967 Nasab Heribert Busse Arabische Historiographie und Geographie In Helmut Gatje Hrsg Grundriss der Arabischen Philologie Band 2 Literaturwissenschaft Reichert Verlag Wiesbaden 1987 ISBN 3 88226 145 5 S 264 297 Fuat Sezgin Geschichte des arabischen Schrifttums Brill Leiden 1967 Band 1 Qu ranwissenschaften Hadit Geschichte Figh Dogmatik Mystik 1967 S 135 364 Band 2 Poesie 1975 ISBN 90 04 04376 4 Seite 36ff Ella Landau Tessaron Sayf Ibn ʿUmar in Medieval and Modern Scholarship In Der Islam Band 67 1990 S 1 26 ISSN 0021 1818BucherCarl Brockelmann Geschichte der arabischen Litteratur Zweite den Supplementbanden angepasste Auflage Brill Leiden Band 1 1943 Band 2 1949 Erster Supplementband 1937 Zweiter Supplementband 1938 Dritter Supplementband 1942 Kurt Franz Kompilationen in arabischen Chroniken Die Uberlieferung vom Aufstand der Zang zwischen Geschichtlichkeit undIntertextualitat vom 9 bisins 15 Jahrhundert Studien zur Geschichte und Kultur des islamischen Orients N F 15 De Gruyter Berlin 2004 ISBN 3 11 018211 4 Dissertation Universitat Hamburg 2002 Albrecht Noth Quellenkritische Studien zu Themen Formen und Tendenzen fruhislamischer Geschichtsuberlieferung Bonner orientalistische Studien N S 25 Orientalisches Seminar Universitat Bonn 1973 Teil I Themen und Formen Teil II nicht erschienen Englisch The Early Arabic Historical Tradition A Source Critical Study Studies in late and antiquity and early Islam 3 2 Aufl Darwin Press Princeton N J 1994 ISBN 0 87850 082 0 in Zusammenarbeit mit Lawrence I Conrad ubersetzt von Michael Bonner Chase F Robinson Islamic Historiography Themes in islamic history CUP Cambridge 2003 ISBN 0 521 62936 5 Franz Rosenthal A History of Muslim Historiography 2 Auflage Brill Leiden 1968 EA Leiden 1952 Nagendra K Singh Abida Samiuddin Hrsg Encyclopaedic Historiography of the Muslim World Global Vision Publ Delhi 2003 3 Bande Englisch Gregor Schoeler Charakter und Authentie der muslimischen Uberlieferung uber das Leben Mohammeds Studien zur Sprache Geschichte und Kultur des islamischen Orients N S 14 De Gruyter Berlin 1996 ISBN 3 11 014862 5 Otfried Weintritt Arabische Geschichtsschreibung in den arabischen Provinzen des Osmanischen Reiches 16 18 Jahrhundert Bonner Islamstudien 14 EB Verlag Hamburg 2008 ISBN 3 936912 74 2 Habilitation Universitat Bonn 2007 Otfried Weintritt Formen spatmittelalterlicher islamischer Geschichtsdarstellung Beiruter Texte und Studien 45 F Steiner Verlag Stuttgart 1992 ISBN 3 515 05587 8 Dissertation Universitat Freiburg B 1988 Ferdinand Wustenfeld Die Geschichtsschreiber der Araber und ihre Werke Burt Franklin Research and Source WorksSeries 50 Franklin Books New York 1963 unveranderter Nachdruck d Ausg Gottingen 1882 Weblinks Bearbeiten Portal Islam Ubersicht zu Wikipedia Inhalten zum Thema IslamEinzelnachweise Bearbeiten Franz Rosenthal 1968 S 11 17 The Encyclopaedia of Islam New Edition Bd 10 S 257f Historical Writing Adam Gacek The Arabic Manuscript Tradition A Glossary of Technical Terms amp Bibliography Handbook of Oriental Studies Handbuch der Orientalistik Section One Vol 58 Brill Leiden 2001 S 5 A J Wensinck J H Kramers Handworterbuch des Islam Brill Leiden 1941 S 734 Das Wort taʾrikh bedeutet eigentlich Datierung und hat auch die Bedeutung Chronik Geschichtswerk Geschichte angenommen Siehe die Arbeit von A A Duri Baḥṯ fi nasʾat ʿilm at taʾriḫ ʿinda al ʿarab Untersuchung uber die Entstehung der Geschichtswissenschaft bei den Arabern die englische Ubersetzung des Buches hat den Titel The rise of historical writing among the Arabs Princeton 1983 abgekurzt zitiert bei Fuat Sezgin 1967 S 311 und passim Ella Landau Tessaron 1990 S 4 Ignaz Goldziher Muhammedanische Studien Halle a S 1890 Bd 2 S 4 Anm 1 Gregor Schoeler Charakter und Authentie der muslimischen Uberlieferung uber das Leben Mohammeds Walter de Gruyter Berlin New York 1996 S 4 Aus dem Vorwort Wahrheit und historische Uberlieferung Drei Zitate zur Einfuhrung in die Thematik Zitat von L Rohrich Orale Traditionen als historische Quelle Einige Gedanken zur deutschsprachigen mundlichen Volkserzahlung In J von Ungern Sternberg und H Reinau Hrsg Vergangenheit in mundlicher Uberlieferung Colloquium Rauricum Bd 1 Stuttgart 1988 S 90 Fuat Sezgin 1967 S 237ff F Rosenthal 1968 S 31 never achieved the position of an academic subject Ella Landau Tessaron Sayf ibn Umar in Medieval and Modern Scholarship In Der Islam 67 1990 S 11 W Montgomery Watt Muhammad at Medina Oxford 1972 S 345 347 Excursus R B Serjeant The Sunnah Jami ah Pacts with the Yathrib Jews and the Taḥrim of Yathrib Analysis and Translation of the Documents Comprised in the So Called Constitution of Medina In Bulletin of the School of Oriental and African Studies BSOAS 41 1978 S 1 42 Josef Horovitz The Earliest Biographies of the Prophet and their Authors In Islamic Culture 1 1927 S 535 559 2 1928 S 22 50 164 182 495 526 Fuat Sezgin Geschichte des arabischen Schrifttums Brill Leiden Bd 1 S 250 251 Aloys Sprenger Das Leben und die Lehre des Mohammad nach bisher grosstentheils unbenutzten Quellen Nicolai sche Verlagsbuchhandlung Berlin 1861 W Montgomery Watt Muhammad at Mecca Oxford 199 S 180 182 Excurus Fuat Sezgin 1967 S 294 297 Herausgegeben von Marsden Jones The Kitab al Maghazi of al Waqidi London Oxford University Press 1965 3 Bande Nachdruck ʿAlam al kitab 3 Auflage Beirut 1984 Teiledition von Julius Wellhausen Hrsg Mohammed in Medina Das ist Vakidi s Kitab al Maghazi in verkurzter deutscher Wiedergabe Reimer Berlin 1882 Albrecht Noth Quellenkritische Studien zu Themen Formen und Tendenzen fruhislamischer Geschichtsuberlieferung Teil I Themen und Formen Bonn 1973 S 30 31 Wilhelm Hoenerbach Waṯima s K ar Ridda aus Ibn Ḥaǧars Iṣaba Ein Beitrag zur Geschichte des Abfalls der Araberstamme nach Muḥammads Tod Mainz 1951 Fuat Sezgin 1967 S 295 296 Nr 3 Miklos Muranyi Ein neuer Bericht uber die Wahl des ersten Kalifen Abu Bakr In Arabica 25 1978 S 233 260 bes 236 238 A Noth 1973 S 31 Albrecht Noth 1973 S 33 Fuat Sezgin 1967 S 329 H Masse La chronique d Ibn Atham et la conquete de l Afriqiya In Melanges Gaudefroy Demombynes Cairo 1935 1945 Heribert Busse 1987 S 267 Fuat Sezgin 1967 S 355 356 The Encyclopaedia of Islam New Edition Brill Leiden Bd 3 S 674 Nr 4 Herausgegeben von Ch C Torrey New Haven 1922 Fuat Sezgin 1967 S 311 312 Michael Lecker The Futuḥ al Sham of ʿAbdallah b Muḥammad b Rabiʿ al Qudami In Bulletin of the School of Oriental and African Studies BSOAS 57 1994 S 356 360 Fuat Sezgin 1967 S 363 364 Heribert Busse 1987 S 267 Das Werk ist 1958 in Beirut im Druck erschienen A Noth 1973 S 31 und dort Anm 14 Fuat Sezgin 1967 S 314 315 The Ansab al Ashraf of al Baladhuri Vol 5 Ed S D F Goitein Jerusalem 1936 Fuat Sezgin 1967 S 277 wo die Angabe maqtal Husain zu korrigieren ist Siehe ebd S 910 Indices Buchertitel The Encyclopaedia of Islam New Edition Brill Leiden Bd 2 S 930 A Noth 1973 34 36 Fuat Sezgin 1967 S 308 Fuat Sezgin 1967 S 313 Gedruckt in Kairo 1962 Fuat Sezgin 1967 S 312 Nr 2 Adolf Grohmann Arabic Papyri from Ḫirber al Mird Louvain 1963 Bibliotheque du Museeon S 82 84 Franz Rosenthal 1953 S 93ff The Encyclopaedia of Islam New Edition Brill Leiden Bd 3 S 922 923 uber die Klassenbucher siehe M Muranyi Die Prophetengenossen in der fruhislamischen Geschichte Bonn 1973 S 141ff Joseph Horovitz The earliest biographies of the Prophet and their authors In Islamic Culture 2 1928 S 166 Otto Loth Ursprung und Bedeutung der Ṭabaqat vornehmlich der des Ibn Sa d In Zeitschrift der Deutschen Morgenlandischen Gesellschaft ZDMG 23 1869 S 609 Fuat Sezgin 1967 S 300 301 Fuat Sezgin 1967 S 272 Ubersetzt von Theodor Noldeke Leiden 1879 Fuat Sezgin 1967 Bd 1 S 311 312 Ibn el Athiri Chronicon quod perfectissimum inscribitur Ed C J Tornberg Leiden 1851 1876 Carl Brockelmann Geschichte der arabischen Litteratur Brill Leiden 1943 Bd 1 S 422 423 Macoudi Les prairies d or Herausgegeben und ubersetzt von Charles Barbier de Meynard und Pavet de Courteille 9 Bande Paris 1861 1877 Uberarbeitet und neu herausgegeben von Charles Pellat Beirut 1966 in 7 Banden mit einem sehr detaillierten Registerband Carl Brockelmann Geschichte der arabischen Litteratur Bd 1 S 150 151 Fuat Sezgin 1967 S 332 333 Fuat Sezgin 1967 S 339 Ubersetzung Fuat Sezgin Fuat Sezgin 1967 S 340 341 J W Fuck Der Ahn des Azraqi In Studi Orientalistici in onore di Giorgio Levi Della Vida Roma Instituto per l Oriente 1956 Bd 1 S 336 340 Die Chroniken der Stadt Mekka Bd I Die Geschichte und Beschreibung der Stadt Mekka von al Azraqi Leipzig 1858 Fuat Sezgin 1967 S 344 Carl Brockelmann Geschichte der arabischen Litteratur Supplementband II S 222 Carl Brockelmann Geschichte der arabischen Litteratur Supplementband II S 38 Siehe Heribert Busse 1987 S 291 Fuat Sezgin 1967 S 345 Franz Rosenthal A History of Muslim Historiography Brill Leiden 1953 S 386 Fuat Sezgin 1967 S 350 Franz Rosenthal 1953 S 133 405 The Encyclopaedia of Islam New Edition Bd 1 S 813 Heribert Busse 1987 S 274 Fuat Sezgin 1967 S 357 358 360 363 Fuat Sezgin 1967 S 358 The Governors and judges of Egypt Edited by Rhuvon Guest Brill Leiden 1912 Carl Brockelmann Geschichte der arabischen Litteratur Zweite den Supplementbanden angepasste Auflage Bd 1 S 400 401 Brill Leiden 1943 The Encyclopaedia of Islam New Edition Bd 4 S 1111 1112 Brill Leiden Gedruckt in Kairo im Jahre 1931 in 14 Banden und in Beirut im Jahr 2001 in 17 Banden auf rund 12 000 Seiten Heribert Busse 1987 S 275 Carl Brockelmann Geschichte der arabischen Litteratur Zweite den Supplementbanden angepasste Auflage Bd I 403 404 Brill Leiden 1943 Erster Supplementband S 566 Brill Leiden 1937 The Encyclopaedia of Islam New Edition III 713 Brill Leiden Gedruckt in Beirut im Jahre 1995 in 70 Banden Carl Brockelmann Geschichte der arabischen Litteratur Bd 2 S 38 Carl Brockelmann Geschichte der arabischen Litteratur Supplementband II S 41 Ins Englische Ubersetzt von W Popper History of Egypt 1382 1469 7 Bande Berkeley 1954 1960 Heribert Busse 1987 S 280 281 Ignaz Goldziher Muhammedanische Studien Bd 1 S 186 Fuat Sezgin 1967 S 247 Franz Rosenthal 1968 S 95 100 Fuat Sezgin 1967 S 249 1975 S 38ff Gerd Rudiger Puin Der Diwan von ʿUmar ibn al Ḫaṭṭab Ein Beitrag zur fruhislamischen Verwaltungsgeschichte Bonn 1970 S 73 74 und 100 102 S D F Goitein Introduction zu The Ansab al Ashraf of al Baladhuri Bd 5 Jerusalem 1936 S 14 21 S D F Goitein Introduction S 16 20 S D F Goitein Introduction S 14 Ǧamharat an nasab Das genealogische Werk des Hisam ibn Muḥammad al Kalbi Bd I Einleitung Tafeln Bd II Erlauterungen Register In Zusammenarbeit mit G Strenziok Leiden 1966 F Sezgin 1967 S 269 M J Kister and M Plessner Notes on Caskel s Ǧamharat an nasab In Oriens Bd 25 26 Sonderdruck S 48 68 hier S 48 49Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Islamische Geschichtsschreibung amp oldid 209992142, wikipedia, wiki, deutsches

deutschland

buch, bücher, bibliothek

artikel

lesen, herunterladen

kostenlos

kostenloser herunterladen, MP3, Video, MP4, 3GP, JPG, JPEG, GIF, PNG, Bild, Musik, Lied, Film, Buch, Spiel, Spiele