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Haut

Das altgermanische Wort mhd., ahd. hūt („Haut, Integument, Epidermis, häutiges Gebilde, Hirnhaut, Fell“) gehört zu der mit t erweiterten idg. Wurzel [s]keu- „bedecken, umhüllen“ und bedeutet demnach „Hülle“.

Die Dicke der menschlichen Haut beträgt 1 bis 2 mm, je nach Körperregion. Die Körperoberfläche (Hautfläche) erwachsener Menschen beträgt durchschnittlich 1,73 m². Die Haut wiegt 4 bis 5 kg, zusammen mit dem Unterhautfettgewebe wiegt sie bis zu 16 kg.

Die menschliche Haut zeigt nach Schichtdicke, Rezeptoren und Hautanhangsgebilden regionale Unterschiede – beispielsweise unbehaarte Leistenhaut der Fingerbeere gegenüber behaarter Felderhaut des Handrückens

Schichten/Bestandteile der Haut

Die äußere Haut gliedert sich in drei wesentliche Schichten: Epidermis (Oberhaut), Dermis (Lederhaut, lat. corium) und Subcutis (Unterhaut). Dabei bilden Epidermis und Dermis zusammen die Cutis (oder Kutis).

Epidermis (Oberhaut)

Die Epidermis gehört zu den Epithelgeweben. Es handelt sich um ein mehrschichtiges verhornendes Plattenepithel, das üblicherweise zwischen 0,03 und 0,05 Millimeter dick ist. An den Handinnenflächen und den Fußsohlen ist die Hornschicht bis zu mehrere Millimeter dick und wird umgangssprachlich „Hornhaut“ genannt (siehe auch Hornschwiele).

Von außen nach innen werden folgende Schichten unterschieden:

  • Hornschicht (Stratum corneum)
  • Glanzschicht (Stratum lucidum) (ist nur an der Leistenhaut der Hand- und Fußinnenseiten vorhanden)
  • Körnerzellenschicht (Stratum granulosum)
  • Stachelzellschicht (Stratum spinosum)
  • Basalschicht (Stratum basale)

Stachelzellschicht und Basalzellschicht bilden zusammen die Keimschicht (Stratum germinativum).

Dermis (Lederhaut, Corium)

Die Dermis besteht vorwiegend aus Bindegewebsfasern und dient der Ernährung und Verankerung der Epidermis. Hier versorgt das fein kapillarisierte Blutgefäßsystem die Grenzzone zur Epidermis. Die untere Lederhaut enthält die für die Temperaturregelung wichtige glatte Muskulatur und Blutgefäße.

Die Dermis wird in ein Stratum papillare (Papillenschicht, Zapfenschicht, Papillarkörper) und ein Stratum reticulare (Netzschicht) unterteilt.

Hautanhangsgebilde

Zu den Hautanhangsgebilden werden verschiedene Gebilde gezählt, so die Schuppen von Reptilien, die Federn von Vögeln, die Haare von Säugetieren und weitere aus der Haut hervorgehende Bildungen wie Hörner, Nägel, Klauen und Hufe, deren Substanz ebenfalls wesentlich aus Keratinen besteht.

Neben diesen Gebilden zählen auch Hautdrüsen dazu, die an der Oberhaut (Epidermis) münden und in der Lederhaut (Dermis) verankert sind. Hierzu gehören beim Menschen Talgdrüsen, ekkrine Schweißdrüsen und Duftdrüsen; die Milchdrüse ist eine spezialisierte Hautdrüse. Auch der ein Haar aufrichtende Haarbalgmuskel, Musculus arrector pili, ist ein Anhangsgebilde der Haut; Kontraktionen der Haarbalgmuskeln führen beim Menschen zur Gänsehaut, bei Stacheligeln machen sie ihr Haarkleid zur wirksamen Verteidigungswaffe.

Subcutis (Unterhaut)

Die Subcutis (oder Subkutis) bildet die Unterlage für die darüberliegenden Hautschichten und enthält die größeren Blutgefäße und Nerven für die oberen Hautschichten sowie das subkutane Fett und lockeres Bindegewebe. In der Unterhaut liegen Sinneszellen für starke Druckreize, zum Beispiel die Lamellenkörperchen.

Oberflächenstruktur der Haut

Betrachtet man die Haut genauer oder mit einer Lupe, so wird ein feines Relief sichtbar. Nach diesem wird die Haut in zwei Typen unterschieden.

Leistenhaut

Leistenhaut tritt an den Fingern, der Handinnenseite (palmar) und der Fußsohle (plantar) auf. Die Epidermis zeigt hier feine Papillarlinien (Hautleisten), die dadurch entstehen, dass sich die Lederhautpapillen in Längsreihen anordnen. Dabei ist jede Hautleiste von zwei Papillarkörperreihen unterlagert. Die Hautleisten bilden ein individuelles Muster aus verschiedenen geometrischen Figuren (Wirbel, Bogen, Schleife, Doppelschleife). Diese Muster werden bei der Daktyloskopie (Fingerabdruckerkennung) kriminaltechnisch als eine Form der biometrischen Daten genutzt. Die Leistenhaut enthält, außer vielen Schweißdrüsen, keine Hautanhangsgebilde.

Felderhaut

Felderhaut bedeckt die übrigen Hautbereiche. Hier zeigt die Oberfläche durch feine Furchen abgegrenzte rhombische Felder (Areolae cutaneae). Die Furchen entstehen an den papillenfreien Epidermisbereichen und verstreichen bei stärkerer Hautspannung. Sie dienen als Reservefalten, da die Oberhaut weniger dehnungsfähig ist als die Lederhaut. Die Größe der Hautfelder variiert je nach Körperregion. Die Felderhaut enthält die Hautanhangsgebilde und ist weniger als 0,1 mm dick. Am dünnsten ist sie im Bereich des Auges und der Geschlechtsorgane.

Die Haut ist das funktionell vielseitigste Organ. Unter anderem schützt sie vor Wärmeverlust und äußeren Einflüssen und dient der Aufnahme von Sinnesreizen.

Funktionen von Bestandteilen der Haut

Die einzelnen Bestandteile der Haut erfüllen spezialisierte Funktionen.

Hautanhänge und Schichten:

Weitere Bestandteile:

Sinnesrezeptoren:

Die Haut als Grenzorgan

Die Haut schützt den Organismus vor dem Eindringen von Krankheitserregern und gasförmigen, flüssigen oder festen Fremdsubstanzen im weitesten Sinn, vor mechanischen bzw. physikalischen Verletzungen (z. B. Strahlenschäden), aber auch vor Flüssigkeits-, Elektrolyt- und Proteinverlusten, die bei großflächigen Hautschäden, wie z. B. schwere Verbrennungen, lebensbedrohliche Ausmaße annehmen. Besiedelt wird sie von Bakterien und Pilzen, der sogenannten residenten Hautflora; aber auch Milben können sich auf der Haut oder den Hautanhangsgebilden befinden. Als antigenpräsentierende Zellen fungieren in der Haut die Langerhanszellen.

Hautsubstanz geht durch Abschilferung/Schuppung, mechanische Abnutzung sowie chemische Korrosion – etwa durch starke Laugen – oberflächlich verloren und wird durch Nachwachsen an der Untergrenze der Oberhaut neu gebildet. Ist die Oberhaut weitgehend abgenutzt, werden die Nervenzellen in der Haut extrem empfindsam. Bei dauerhaft mäßiger Beanspruchung wird die Hornhaut durch lokale Schwielenbildung verstärkt. Wird die Haut lokal verletzt, versucht der Körper durch Fibrin die Wunde zu verkleben. Krusten auf der Haut trocknen ein, ziehen sich und damit die Wundränder zusammen. Durch übermäßige Dehnung durch Körperfetteinlagerung oder Schwangerschaft kann Bindegewebe unter der Haut wiederholt quer zur Dehnungsrichtung reißen, was nach Verringern des Körpervolumens als Schwangerschaftsstreifen sichtbar bleiben kann.

Stoffaustausch

Der Stoffaustausch der Haut erfolgt mittels Mikrozirkulation: Die Lederhaut wird durch den Blutstrom mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Von dort gelangen die Stoffe aus den Blutkapillaren über das Gewebewasser in die nicht durchblutete Epidermis. Stoffwechselprodukte werden mit dem Gewebewasser zurück in die Lederhaut und die dort befindlichen Lymph- sowie Blutkapillaren transportiert, die jeweils in Lymphgefäßen und Venolen münden.

Daneben findet eine ständige, aber nicht wahrnehmbare Verdunstung von Wasser (Perspiratio insensibilis) statt, das durch die Haut diffundiert. Beim wahrnehmbaren Schwitzen (Transpiration, Perspiratio sensibilis) werden über die Schweißdrüsen Wasser und darin gelöste Salze und andere Stoffwechselprodukte an die Oberfläche gespült. Beides ergibt zusammen den Transepidermalen Wasserverlust.

Zwei der drei Transportwege durch das Stratum corneum

Penetration von Wirkstoffen

Bei der äußerlichen dermatologischen bzw. kosmetischen Behandlung der Haut müssen die Wirkstoffe die Barrierezone der Hornschicht (das Stratum corneum) durchdringen, damit sie die unteren Hautschichten erreichen können. Dies gelingt z. B. gut löslichen Wirkstoffen mit niedriger Molmasse, moderater Lipophilie und einem Schmelzpunkt unter 200 °C. Hitze, Okklusion und Lösungsmittel fördern die Penetration. Lösungsmittel greifen in die Hautstruktur ein, in dem sie unter anderem Fette aus der Hornschicht lösen, die Keratinstruktur in den Hornzellen lockern oder die oberen Hornzellschichten ablösen. Letzteres kann z. B. durch ein chemisches Peeling bewirkt werden. Penetrationsbeschleunigende Substanzen oder Verfahren können die Hautstruktur schädigen, was einen erhöhten transepidermalen Wasserverlust nach sich zieht, und – je nach Intensität – Irritationen der Haut auslösen.

Es gibt drei verschiedene Transportwege durch die Hornhaut:

  • Der Diffusionsweg über Drüsenöffnungen und Haarfollikel. Neuere Studien schreiben diesem Weg im Zusammenhang mit Nanopartikeln sowie einigen mittelgroßen und sehr großen Molekülen eine wesentliche Bedeutung zu, obwohl der Flächenanteil dieser Hautanhangsgebilde zur Gesamtfläche der Haut relativ klein ist.
  • Der transzelluläre Transportweg durch die Korneozyten. Diesem Weg wird aufgrund der dichten Molekularstruktur in den Korneozyten keine tragende Rolle beigemessen.
  • Der interzelluläre Weg durch die Lipidmatrix zwischen den Korneozyten gilt als der wichtigste Transportweg für kleine Moleküle mit lipophilem Charakter.

Wärmehaushalt

Über die Haut kann der Körper seinen Wärmehaushalt regulieren. Einer Überhitzung wirkt die Haut mit den Schweißdrüsen entgegen. Durch die Schweißproduktion und die dadurch mögliche Verdunstung wird Wärme von den dicht unter der Haut verlaufenden Kapillargefäßen, die dazu weit geöffnet sind, abgeführt (siehe Schwitzen). Mit Hilfe des Unterhautfettgewebes und in geringerem Maße der Behaarung wird Wärme zurückgehalten. Bei Kälte werden die Haut und das Unterhautfettgewebe nur noch gering durchblutet; beide wirken dadurch als Isolatorschicht. Die Haare können aufgrund des geringen Haarkleides des Menschen nur noch geringe Isolationsfunktion übernehmen. Dennoch kann man das Wirkprinzip eines Fellkleides noch gut beobachten. Bei der bei Kälte auftretenden Gänsehaut richtet der Musculus arrector pili das Haar auf. Eine geschlossene Behaarung ermöglicht hier einen wesentlich besseren Schutz vor Unterkühlung.

Schutz vor UV-Strahlung

Die Stärke der einfallenden UV-Strahlung auf der Erdoberfläche hängt von der Tageszeit, der geographischen Lage, der Jahreszeit, der Seehöhe, der jeweiligen Dicke der Ozonschicht, der Bewölkung und von vielen anderen örtlichen Parametern ab. Gegen die schädlichen Wirkungen der UV-Strahlung auf die Haut und der darunterliegenden Gewebe existieren folgende Schutzmechanismen:

  • Während das Haarkleid (Fell) der Säugetiere oder das Federkleid der Vögel sehr effektiv gegen nachteilige Folgen der UV-Strahlung schützt, da es den größten Anteil der UV-Strahlung absorbiert oder reflektiert, ist der unbekleidete Mensch weitgehend ungeschützt.
  • Die Hornschicht (stratum corneum) der menschlichen Haut absorbiert und reflektiert normalerweise etwa 10 % der UVB- und die Hälfte der UVA-Strahlung. Auf beständige erhöhte UV-Belastung reagiert die Haut zunächst mit einer Verdickung der Hornschicht. Als „Lichtschwiele“ ist diese besonders stark nach Sonnenbränden ausgebildet.
  • Der Schutz der Haut durch Pigmentierung beruht auf der physikalischen Absorption von UV-Strahlen durch Pigmente. Viele Tiere besitzen eine Pigmentierung der Haut. Die veränderliche Pigmentierung der menschlichen Haut stellt im Tierreich jedoch eine einzigartige Anpassungs- und Schutzmöglichkeit gegen UV-Strahlung dar. Es gibt kaum Tiere, deren Haut in der Lage ist, die Pigmentierung so stark zu verändern wie der Mensch.
    • Als so genannte „Sofortbräunung“ (englischimmediate pigment darkening) bezeichnet man eine kurzfristige, nur wenige Stunden anhaltende Bräunung der Haut nach einer UV-Belastung. Die Sofortbräunung beruht sowohl auf einer Änderung der chemischen Konformation der Melaninmoleküle als auch auf einer Umverteilung der Pigmentkörperchen in der Epidermis; sie besitzt fast keine Schutzwirkung gegen UV-Strahlung.
    • Die (verzögerte) UV-Bräunung setzt erst ca. 72 Stunden nach der UV-Belastung ein. Die Melanozyten der Haut reagieren auf UV-Einstrahlung mit der verstärkten Produktion und Abgabe von Eumelanin (oder Phäomelanin bei Menschen des Hauttyps 1), das der Haut einen braunen (Phäomelanin: rötlichen) Farbton gibt, und UV in hohem Maße absorbiert, wobei Phäomelanin wesentlich weniger UV absorbiert. Die ethnisch verschiedenen Hautfarben der Menschen resultieren aus den jeweiligen Hauttypen.
  • Der Schweiß des menschlichen Körpers enthält UVA-Strahlung absorbierende Urocaninsäure.

Die ersten Hominiden hatten möglicherweise eine nur schwach pigmentierte Haut, die von dunklen Haaren bedeckt war, ähnlich wie bei heutigen Schimpansen. Relativ bald in der Hominidenevolution dürfte sich eine nackte, dunkel pigmentierte Haut entwickelt haben, die als UV-Schutz diente. Mit der Ausbreitung in den sonnenärmeren Norden konnte sich die Pigmentierung verringern, vermutlich um besser Vitamin D generieren zu können. Insbesondere während der Schwangerschaft und während des Stillens könnten sich hieraus Überlebensvorteile ergeben haben.

Die Haut als Kontakt- und Sinnesorgan

Die Haut stellt den sichtbaren Teil des menschlichen Körpers dar. Als solcher erfüllt die Haut eine Reihe kommunikativer Funktionen. Zur Reizaufnahme und damit zur Oberflächensensibilität ist die Haut mit unterschiedlichen Typen von Rezeptoren ausgestattet:

Die psychogalvanische Hautreaktion gibt Rückschlüsse auf emotionale Vorgänge.

Siehe auch: Lügendetektor
Siehe auch: Erröten und Erythrophobie
Siehe auch: Streicheln und Erotik

Die Haut als Stammzellreservoir

Die Haut enthält adulte Stammzellen die durch vier zusätzlich durch Retroviren eingeschleuste Gene in pluripotente Stammzellen umgewandelt werden können. Damit könnte die Haut als Quelle für Therapien der regenerativen Medizin dienen.

Die Haut als Repräsentationsorgan

Da die Haut stark das Erscheinungsbild des Menschen prägt, ist sie Hauptobjekt der Kosmetik. Natürliche Erscheinungen sind Sommersprossen, Leberflecken und Altersflecken. Künstlich verändert wird das Aussehen der Haut durch UV-Bestrahlung im Solarium, Tätowierungen, die Skarifizierung, Brandnarben, die Körperbemalung oder die Hautaufhellung. Außerdem ist die Haut Träger aller Arten von Körperschmuck und von Kleidung.

Nach Untersuchungen von Wissenschaftlern der Jacobs-Universität in Bremen wirken Menschen mit glatter Haut glaubwürdig und seriös.

Sonstiges

Aus Amerika wird historisch das kriegerische Ritual des Skalpierens, als Abziehen der Kopfhaut samt darunterliegender Schwarte, berichtet.

Die Verwendung von menschlicher gegerbter Haut – etwa von Hingerichteten – als Material für Bucheinbände ist im 19. Jahrhundert nachweisbar.

Bei Säugetieren

Die Haut ist überwiegend von Fell bedeckt und kann daher relativ dünn sein. Bei den meisten Hunderassen ist sie fast weiß.

In der leicht rosafarbigen Haut des Hausschweins sitzen wenige doch im Vergleich zu anderen Fellhaaren dicke Borsten. Die von ihnen gebildeten Poren sind charakteristisches Merkmal von Schweinsleder.

Haut von Eisbären ist an der Schnauze und unter dem Fell sehr dunkel bis schwarz. Im Zusammenspiel mit den weißen Haaren gelingt es, Sonnenstrahlung thermisch gut zu absorbieren und Verluste an die Umgebungsluft durch Wind und Konvektion gering zu halten.

Am Kopf und Gesäß der Affenart Mandrill treten arttypisch hellblaue und rote Hauttöne auf.

Die Haut der Wale, insbesondere den schnellschwimmenden Delfinen, weist ein feines Relief auf, das zusammen mit der Wirbeldämpfung durch die Verformung darunterliegenden Fetts und vermuteter Muskelreaktion in der Haut den Strömungswiderstand herabsetzt und so schnelleres Schwimmen ermöglicht.

Amphibienhaut

Haut eines Krokodils

Die Haut der Amphibien ist dünn, nackt und feucht. Ihre Oberflächenbeschaffenheit ist bei Fröschen und Salamandern glatt oder bei Kröten und Unken warzig. Die Haut von Amphibien zeigt eine hohe Farbenvielfalt. Manche Arten, wie der einheimische Laubfrosch, besitzen sogar die Fähigkeit zum Farbwechsel ähnlich wie Chamäleons. Verantwortlich für diese Eigenschaft sind spezielle Pigmentzellen unterhalb der Oberhaut, die unterschiedliche Farbstoffe speichern, so Melanin (braun bis schwarz), Pteridin (gelb) und Carotinoide (orange bis rot).

Von Zeit zu Zeit wird die Oberhaut der Amphibien erneuert (Häutung). Die alte Haut wird bei Froschlurchen dabei abgesprengt, bei Schwanzlurchen (speziell Molche) jedoch als Ganzes abgestreift. Manche Hautpartien von Amphibien sind besonders dehnbar und ermöglichen die Ausbildung von Schallblasen zur Lauterzeugung.

Diese Hauteigenschaften bringen Vor- und Nachteile mit sich. Vorteile sind:

  • Die dünne Haut ermöglicht die Sauerstoffaufnahme direkt über die Körperoberfläche (Hautatmung), ebenso die Wasseraufnahme.
  • Eine glatte Haut hat einen geringeren Strömungswiderstand und ermöglicht so schnelleres Schwimmen.
  • Bei vielen Amphibien, vor allem bei Fröschen, wird die Haut mit einer glitschigen Schleimschicht befeuchtet, die die Flucht vor Feinden unterstützt.
  • Die Hautdrüsen der Amphibien sind in der Lage, Hautgifte abzusondern; diese stellen einen wirksamen Fraßschutz dar. Vor allem schützen sie die feuchte Haut vor Pilz- und Bakterieninfektion – selbst für die extrem starken Gifte der Pfeilgiftfröschen soll dies der Hauptgrund sein.

Nachteile sind:

  • Die dünne Haut ist leichter verletzbar.
  • Erhöhte Austrocknungsgefahr bei warmem Sonnenschein durch die Hautfeuchtigkeit der meisten Amphibien. Das führt zu ihrer verstärkten Nachtaktivität.
  • Die Wasseraufnahmefähigkeit dünner Haut erleichtert auch die Aufnahme von Giften. Auf Äckern eingesetzte Spritzmittel, Kunstdünger, aber auch Jauche und saurer Regen führen während der Laichwanderung rasch zum Tod.

Stoffaustausch bei Tieren

Über die Körperoberfläche verschiedener Tiere werden in unterschiedlichem Maße Stoffe aus der Umgebung aufgenommen und abgegeben. Diese können gasförmig, flüssig oder fest (in wässrigem Medium gelöst) sein. Der Stoffaustausch kann aktiv (unter Energieaufwand) oder passiv (in Richtung eines osmotischen Gefälles) verlaufen.

Bei den Gasen kann es sich um die Aufnahme von Sauerstoff und die Abgabe von Kohlendioxid (Hautatmung) handeln, aber auch um Stickstoff und Inertgase. Wasser kann aufgenommen oder abgegeben werden zur Wasserregulation und als Transportmedium für gelöste gasförmige oder feste Stoffe dienen. Gelöste Stoffe können Salze sein (Aufnahme oder Abgabe), Stoffwechselprodukte, aber auch toxische Stoffe aus der Umwelt (wie organische Bleiverbindungen).

Fischhaut und umgebendes Wasser

In Süßwasser befindliche Fische, deren Gewebe gelöstes Salz enthält, nehmen beständig durch Osmose über ihre semipermeable Haut Wasser auf, das sie über ihr Organsystem wieder ausscheiden müssen, um den Salzgehalt in ihrem Körper zu stabilisieren und keinen osmotischem Überdruck zu erleiden. Umgekehrt verlieren Fische im stärker salzigen Meerwasser laufend die beweglicheren Wassermoleküle durch denselben Prozess. Diese Fische müssen unter Energieaufwand Süßwasser gewinnen und Salz aktiv ausscheiden. Lachse leben abwechselnd und längere Zeit in Süß- und Salzwasser, diese benötigen daher beide Organfähigkeiten.

Kulturelle und wirtschaftliche Nutzung von Tierhaut

Die Haut von Tieren wird vom Menschen in unterschiedlicher Art genutzt. So wird sowohl Leder als auch Pergament aus Tierhaut gewonnen. Die Tiere dienen hier als Nebenproduktlieferanten. Pergament findet insbesondere als Beschreibstoff Verwendung, Leder dient z. B. der Schuhherstellung, wird in der Bekleidungs- und Polstermöbelherstellung, in der Innenraumgestaltung von Automobilen und Gebäuden und für praktische / technische Zwecke (z. B. Riemen, Gurte, Gürtel) verwendet. Bei manchen Tieren, die als Nahrungslieferant dienen, wird die Haut auch mitverzehrt.

Es gibt zahlreiche Hautkrankheiten, die auf einer direkten Schädigung der Haut, etwa durch Infektion, beruhen, aber auch solche, die durch andere Organ- oder Allgemeinerkrankungen entstehen. Hautveränderungen bezeichnet man in der Dermatologie – dem medizinischen Fachgebiet der Hautkrankheiten – als Effloreszenzen.

Hautkrankheiten oder Hautanomalien können in unterschiedlichen Bereichen der Haut entstehen:


Weitere Schädigungen der Haut können durch Infektionen im Rahmen eines Diabetes mellitus (Dekubitus, diabetisches Fußsyndrom), Bissverletzungen, Brandwunden, Schuss- und Stichverletzungen, Infektionen nach Verletzungen im Meerwasser, Infektionen durch seltene Erreger oder Schäden durch Pflanzeninhaltsstoffe sein. Sehr selten gibt es auch angeborene Erkrankungen der Haut wie z. B. die Aplasia cutis congenita.

Zu den Infektionen der Haut gehören unter anderem Bulla rodens (Bulla repens staphylogenes), Erysipel, Follikulitis, Furunkel, Karbunkel, Pyodermie, Impetigo contagiosa, Paronychie, Panaritium und Phlegmone.

  • Bernd Kardorff: Gesunde Haut – Lexikon von A bis Z. Springer Verlag, Berlin/ Heidelberg 2004, ISBN 3-540-20565-9.
  • Gerhard Deutschmann: Die Haut und ihre Anhangsgebilde. Springer, Wien 2005, ISBN 3-211-83670-5.
  • Ernst G. Jung (Hrsg.): Kleine Kulturgeschichte der Haut. Steinkopff Verlag, Darmstadt 2007, ISBN 978-3-7985-1757-8.
  • Marianne Abele-Horn: Antimikrobielle Therapie. Entscheidungshilfen zur Behandlung und Prophylaxe von Infektionskrankheiten. Unter Mitarbeit von Werner Heinz, Hartwig Klinker, Johann Schurz und August Stich, 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Peter Wiehl, Marburg 2009, ISBN 978-3-927219-14-4, S. 148–160 (Infektionen der Haut und Weichgewebe).
Commons: Haut – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Haut – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wikiquote: Haut – Zitate
  • Dr. Jastrows EM-Atlas
  • www.haut.de
  • (englisch)
  • Maßnahme der DGUV (2007/2008)
  1. Vgl. etwa Jürgen Martin: Die ‚Ulmer Wundarznei‘. Einleitung – Text – Glossar zu einem Denkmal deutscher Fachprosa des 15. Jahrhunderts. Königshausen & Neumann, Würzburg 1991 (= Würzburger medizinhistorische Forschungen. Band 52), ISBN 3-88479-801-4 (zugleich Medizinische Dissertation Würzburg 1990), S. 140.
  2. Das Herkunftswörterbuch (= Der Duden in zwölf Bänden.Band7). 5. Auflage. Dudenverlag, Berlin 2014 (). Siehe auch In: Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache. Abgerufen am 30. August 2019 und Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 7. Auflage. Trübner, Straßburg 1910 ().
  3. (Memento vom 26. Dezember 2016 im Internet Archive)
  4. Jens Waschke, Tobias M. Böckers, Friedrich Paulsen: Sobotta Lehrbuch Anatomie. Elsevier Health Sciences, 2019, ISBN 978-3-437-09905-2,S.15ff.
  5. Carola Berking: .
  6. Physiotop: .
  7. Rolf Daniels: Penetration kosmetischer Wirkstoffe. In: Wolfgang Raab, Ursula Kindl: Pflegekosmetik: Ein Leitfaden. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2012, S. 16.
  8. Wolfgang Raab: Die Hautdrüsen. In: Wolfgang Raab, Ursula Kindl: Pflegekosmetik: Ein Leitfaden. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2012, S. 17 f. ISBN 978-3-8047-2761-8.
  9. A. Kästner: Quarzkristall-Untersuchungen zum Sorptionsverhalten biologischer Membranen. Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, 2010; nach einer Abbildung von L. Landmann: Pharmazie in unserer Zeit. VHC Verlag, Weinheim 4, 1991, S. 155–163 und B. Barry: Mode of action of penetration enhancers in human skin. In: J Control Release. 6, 1987, S. 85–97.
  10. Rolf Daniels: Penetration kosmetischer Wirkstoffe. In: Wolfgang Raab, Ursula Kindl: Pflegekosmetik: Ein Leitfaden. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2012, S. 66, ISBN 9783804727618
  11. Rolf Daniels: Penetration kosmetischer Wirkstoffe. 2012, S. 68.
  12. B. Illel, H. Schaefer, J. Wepierre, O. Doucet: Follicles play an important role in percutaneous absorption. In: J Pharm Sci. 80, 1991, S. 424–427.
  13. Y. Grams, J. Bouwstra: Penetration and distribution of three lipophilic probes in vitro in human skin focusing on the hair follicle. In: J Control Release. 83, 2002, S. 253–262.
  14. P. Elias: Epidermal lipids, membranes, and keratinization. In: International Journal of Dermatology. 20, 1981, S. 1–19
  15. B. Barry: Mode of action of penetration enhancers in human skin. In: J Control Release. 6, 1987, S. 85–97.
  16. O. Simonetti, A. Hoogstraate u. a.: Visualization of diffusion pathways across the stratum corneum of native and in-vitro-reconstructed epidermis by confocal laser scanning microscopy. In: Archives of Dermatological Research. 287, 1995, S. 465–473.
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  27. Marianne Abele-Horn (2009), S. 148–152.
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Haut
haut, organ, säugetiere, größtes, organ, menschen, sprache, beobachten, bearbeiten, titel, dieses, artikels, mehrdeutig, weitere, bedeutungen, sind, unter, begriffsklärung, aufgeführt, dieser, artikel, beschreibt, äußere, hüllorgan, schutzschicht, körperinnere. Haut Organ der Saugetiere und grosstes Organ des Menschen Sprache Beobachten Bearbeiten Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig Weitere Bedeutungen sind unter Haut Begriffsklarung aufgefuhrt Dieser Artikel beschreibt das aussere Hullorgan Zur Schutzschicht im Korperinneren siehe Schleimhaut Die Haut altgriechisch derma derma lateinisch cutis deutsche Fachbegriffe Kutis auch Cutis geschrieben und Derma ist funktionell das vielseitigste Organ eines menschlichen oder tierischen Organismus Als aussere Korperhulle wird die Haut mitsamt ihren Sonderbildungen und Drusen auch Korperdecke oder Integument lat Integumentum commune genannt Aufbau menschlicher Haut Sie dient als Hullorgan der Abgrenzung von Innen und Aussen dem Schutz vor Umwelteinflussen und der Wahrung einer Homoostase inneres Gleichgewicht Des Weiteren ubernimmt die Haut wesentliche Funktionen im Bereich des Stoffwechsels der Warmeregulation und der Immunantwort sie verfugt uber vielfaltige Anpassungs und Abwehrmechanismen Nahaufnahme menschlicher Haut hier Felderhaut Daruber hinaus stellt die Haut das flachenmassig grosste Organ sinnlicher Wahrnehmung dar das der Oberflachensensibilitat Zu den Mechanorezeptoren der Haut gehoren zahlreiche verschiedene Sinneszellen fur Beruhrung Druck oder Vibration als Qualitaten des Tastsinnes Thermorezeptoren vermitteln Empfindungen von Warme oder von Kalte Nozizeptoren die Empfindung von Schmerzen Hautkontakte im Korperkontakt sind nicht nur fur junge Saugetiere lebenswichtig und tragen tatsachliche soziale Bindungen Daneben konnen Blasse oder Rotung und Schwellung bestimmter Hautpartien durch veranderte Hautdurchblutung in der innerartlichen Kommunikation besondere Signale darstellen Davon zu unterscheiden sind beim Menschen willkurlich hervorgebrachte Hautveranderungen unterschiedlicher Art sie konnen als Zeichen sozialer Zugehorigkeit oder Abgrenzung eingesetzt werden und einer Selbstdarstellung dienen Die Haut wird damit zu einer reprasentativ gestalteten Oberflache fur eigene oder fremde Blicke Von der Haut ausgehende Erkrankungen oder auf die Haut bezogene Symptome bezeichnet man als dermatogen Inhaltsverzeichnis 1 Etymologie 2 Aufbau der menschlichen Haut 2 1 Schichten Bestandteile der Haut 2 1 1 Epidermis Oberhaut 2 1 2 Dermis Lederhaut Corium 2 1 2 1 Hautanhangsgebilde 2 1 3 Subcutis Unterhaut 2 2 Oberflachenstruktur der Haut 2 2 1 Leistenhaut 2 2 2 Felderhaut 3 Funktionen der Haut 3 1 Funktionen von Bestandteilen der Haut 3 2 Die Haut als Grenzorgan 3 3 Stoffaustausch 3 3 1 Penetration von Wirkstoffen 3 4 Warmehaushalt 3 5 Schutz vor UV Strahlung 3 6 Die Haut als Kontakt und Sinnesorgan 3 7 Die Haut als Stammzellreservoir 3 8 Die Haut als Reprasentationsorgan 3 9 Sonstiges 4 Die Haut von Tieren 4 1 Bei Saugetieren 4 2 Amphibienhaut 4 3 Stoffaustausch bei Tieren 4 3 1 Fischhaut und umgebendes Wasser 4 4 Kulturelle und wirtschaftliche Nutzung von Tierhaut 5 Hautkrankheiten 6 Siehe auch 7 Literatur 8 Rezeption 9 Weblinks 10 EinzelnachweiseEtymologie BearbeitenDas altgermanische Wort mhd ahd hut Haut Integument Epidermis hautiges Gebilde Hirnhaut Fell 1 gehort zu der mit t erweiterten idg Wurzel s keu bedecken umhullen und bedeutet demnach Hulle 2 Aufbau der menschlichen Haut BearbeitenDie Dicke der menschlichen Haut betragt 1 bis 2 mm je nach Korperregion 3 Die Korperoberflache Hautflache erwachsener Menschen betragt durchschnittlich 1 73 m Die Haut wiegt 4 bis 5 kg zusammen mit dem Unterhautfettgewebe wiegt sie bis zu 16 kg 4 5 Die menschliche Haut zeigt nach Schichtdicke Rezeptoren und Hautanhangsgebilden regionale Unterschiede beispielsweise unbehaarte Leistenhaut der Fingerbeere gegenuber behaarter Felderhaut des Handruckens Schichten Bestandteile der Haut Bearbeiten Die aussere Haut gliedert sich in drei wesentliche Schichten Epidermis Oberhaut Dermis Lederhaut lat corium und Subcutis Unterhaut Dabei bilden Epidermis und Dermis zusammen die Cutis oder Kutis Epidermis Oberhaut Bearbeiten Die Epidermis gehort zu den Epithelgeweben Es handelt sich um ein mehrschichtiges verhornendes Plattenepithel das ublicherweise zwischen 0 03 und 0 05 Millimeter dick ist An den Handinnenflachen und den Fusssohlen ist die Hornschicht bis zu mehrere Millimeter dick und wird umgangssprachlich Hornhaut genannt siehe auch Hornschwiele Von aussen nach innen werden folgende Schichten unterschieden Hornschicht Stratum corneum Glanzschicht Stratum lucidum ist nur an der Leistenhaut der Hand und Fussinnenseiten vorhanden Kornerzellenschicht Stratum granulosum Stachelzellschicht Stratum spinosum Basalschicht Stratum basale Stachelzellschicht und Basalzellschicht bilden zusammen die Keimschicht Stratum germinativum Dermis Lederhaut Corium Bearbeiten Die Dermis besteht vorwiegend aus Bindegewebsfasern und dient der Ernahrung und Verankerung der Epidermis Hier versorgt das fein kapillarisierte Blutgefasssystem die Grenzzone zur Epidermis Die untere Lederhaut enthalt die fur die Temperaturregelung wichtige glatte Muskulatur und Blutgefasse Die Dermis wird in ein Stratum papillare Papillenschicht Zapfenschicht Papillarkorper und ein Stratum reticulare Netzschicht unterteilt Optische Koharenztomografie der Fingerspitze Leistenhaut in vivo mit Schweissdrusenausfuhrungsgangen Hautanhangsgebilde Bearbeiten Zu den Hautanhangsgebilden werden verschiedene Gebilde gezahlt so die Schuppen von Reptilien die Federn von Vogeln die Haare von Saugetieren und weitere aus der Haut hervorgehende Bildungen wie Horner Nagel Klauen und Hufe deren Substanz ebenfalls wesentlich aus Keratinen besteht Neben diesen Gebilden zahlen auch Hautdrusen dazu die an der Oberhaut Epidermis munden und in der Lederhaut Dermis verankert sind Hierzu gehoren beim Menschen Talgdrusen ekkrine Schweissdrusen und Duftdrusen die Milchdruse ist eine spezialisierte Hautdruse Auch der ein Haar aufrichtende Haarbalgmuskel Musculus arrector pili ist ein Anhangsgebilde der Haut Kontraktionen der Haarbalgmuskeln fuhren beim Menschen zur Gansehaut bei Stacheligeln machen sie ihr Haarkleid zur wirksamen Verteidigungswaffe Subcutis Unterhaut Bearbeiten Die Subcutis oder Subkutis bildet die Unterlage fur die daruberliegenden Hautschichten und enthalt die grosseren Blutgefasse und Nerven fur die oberen Hautschichten sowie das subkutane Fett und lockeres Bindegewebe In der Unterhaut liegen Sinneszellen fur starke Druckreize zum Beispiel die Lamellenkorperchen Oberflachenstruktur der Haut Bearbeiten Betrachtet man die Haut genauer oder mit einer Lupe so wird ein feines Relief sichtbar Nach diesem wird die Haut in zwei Typen unterschieden Leistenhaut Bearbeiten Leistenhaut tritt an den Fingern der Handinnenseite palmar und der Fusssohle plantar auf Die Epidermis zeigt hier feine Papillarlinien Hautleisten die dadurch entstehen dass sich die Lederhautpapillen in Langsreihen anordnen Dabei ist jede Hautleiste von zwei Papillarkorperreihen unterlagert Die Hautleisten bilden ein individuelles Muster aus verschiedenen geometrischen Figuren Wirbel Bogen Schleife Doppelschleife Diese Muster werden bei der Daktyloskopie Fingerabdruckerkennung kriminaltechnisch als eine Form der biometrischen Daten genutzt Die Leistenhaut enthalt ausser vielen Schweissdrusen keine Hautanhangsgebilde Felderhaut Bearbeiten Felderhaut bedeckt die ubrigen Hautbereiche Hier zeigt die Oberflache durch feine Furchen abgegrenzte rhombische Felder Areolae cutaneae Die Furchen entstehen an den papillenfreien Epidermisbereichen und verstreichen bei starkerer Hautspannung Sie dienen als Reservefalten da die Oberhaut weniger dehnungsfahig ist als die Lederhaut Die Grosse der Hautfelder variiert je nach Korperregion Die Felderhaut enthalt die Hautanhangsgebilde und ist weniger als 0 1 mm dick Am dunnsten ist sie im Bereich des Auges und der Geschlechtsorgane Funktionen der Haut BearbeitenDie Haut ist das funktionell vielseitigste Organ 6 7 Unter anderem schutzt sie vor Warmeverlust und ausseren Einflussen und dient der Aufnahme von Sinnesreizen Funktionen von Bestandteilen der Haut Bearbeiten Die einzelnen Bestandteile der Haut erfullen spezialisierte Funktionen Hautanhange und Schichten Haare Schutz vor Warmeverlust Sonnenstrahlen Nasse Kommunikations und Tarnfunktionen durch Pigmentierung Federn dieselben Funktionen wie Haare zusatzlich Unterstutzung der Flugfahigkeit Hornschicht Schutz vor Verletzungen und Austrocknung Fettgewebe in der Unterhaut Schutz vor Druck und Unterkuhlung Keimschicht Nachbilden von Hautzellen Weitere Bestandteile Schweissdrusen Produktion von Schweiss Schutz vor Uberhitzung durch Verdunstung Talgdrusen Produktion von Talg Fett Haarbalgmuskel Aufrichten der Vellushaare Melanozyten Schutz der genetischen Information im Zellkern vor UV Strahlung Blutgefasse Temperaturregulation und Versorgung der Hautzellen mit Nahrstoffen und Sauerstoff Sinnesrezeptoren Kalterezeptoren Aufnahme von Temperaturreizen kalt Warmerezeptoren Aufnahme von Temperaturreizen warm freie Nervenendigungen Aufnahme von Beruhrungsreizen und Schmerzempfindung Tastkorperchen Aufnahme von Beruhrungsreizen Lamellenkorperchen Aufnahme von DruckreizenDie Haut als Grenzorgan Bearbeiten Die Haut schutzt den Organismus vor dem Eindringen von Krankheitserregern und gasformigen flussigen oder festen Fremdsubstanzen im weitesten Sinn vor mechanischen bzw physikalischen Verletzungen z B Strahlenschaden aber auch vor Flussigkeits Elektrolyt und Proteinverlusten die bei grossflachigen Hautschaden wie z B schwere Verbrennungen lebensbedrohliche Ausmasse annehmen Besiedelt wird sie von Bakterien und Pilzen der sogenannten residenten Hautflora aber auch Milben konnen sich auf der Haut oder den Hautanhangsgebilden befinden Als antigenprasentierende Zellen fungieren in der Haut die Langerhanszellen Hautsubstanz geht durch Abschilferung Schuppung mechanische Abnutzung sowie chemische Korrosion etwa durch starke Laugen oberflachlich verloren und wird durch Nachwachsen an der Untergrenze der Oberhaut neu gebildet Ist die Oberhaut weitgehend abgenutzt werden die Nervenzellen in der Haut extrem empfindsam Bei dauerhaft massiger Beanspruchung wird die Hornhaut durch lokale Schwielenbildung verstarkt Wird die Haut lokal verletzt versucht der Korper durch Fibrin die Wunde zu verkleben Krusten auf der Haut trocknen ein ziehen sich und damit die Wundrander zusammen Durch ubermassige Dehnung durch Korperfetteinlagerung oder Schwangerschaft kann Bindegewebe unter der Haut wiederholt quer zur Dehnungsrichtung reissen was nach Verringern des Korpervolumens als Schwangerschaftsstreifen sichtbar bleiben kann Stoffaustausch Bearbeiten Der Stoffaustausch der Haut erfolgt mittels Mikrozirkulation Die Lederhaut wird durch den Blutstrom mit Sauerstoff und Nahrstoffen versorgt Von dort gelangen die Stoffe aus den Blutkapillaren uber das Gewebewasser in die nicht durchblutete Epidermis Stoffwechselprodukte werden mit dem Gewebewasser zuruck in die Lederhaut und die dort befindlichen Lymph sowie Blutkapillaren transportiert die jeweils in Lymphgefassen und Venolen munden 8 Daneben findet eine standige aber nicht wahrnehmbare Verdunstung von Wasser Perspiratio insensibilis statt das durch die Haut diffundiert Beim wahrnehmbaren Schwitzen Transpiration Perspiratio sensibilis werden uber die Schweissdrusen Wasser und darin geloste Salze und andere Stoffwechselprodukte an die Oberflache gespult 9 Beides ergibt zusammen den Transepidermalen Wasserverlust Zwei der drei Transportwege durch das Stratum corneum 10 Penetration von Wirkstoffen Bearbeiten Bei der ausserlichen dermatologischen bzw kosmetischen Behandlung der Haut mussen die Wirkstoffe die Barrierezone der Hornschicht das Stratum corneum durchdringen damit sie die unteren Hautschichten erreichen konnen Dies gelingt z B gut loslichen Wirkstoffen mit niedriger Molmasse moderater Lipophilie und einem Schmelzpunkt unter 200 C Hitze Okklusion und Losungsmittel fordern die Penetration 11 Losungsmittel greifen in die Hautstruktur ein in dem sie unter anderem Fette aus der Hornschicht losen die Keratinstruktur in den Hornzellen lockern oder die oberen Hornzellschichten ablosen 12 Letzteres kann z B durch ein chemisches Peeling bewirkt werden Penetrationsbeschleunigende Substanzen oder Verfahren konnen die Hautstruktur schadigen was einen erhohten transepidermalen Wasserverlust nach sich zieht und je nach Intensitat Irritationen der Haut auslosen 12 Es gibt drei verschiedene Transportwege durch die Hornhaut Der Diffusionsweg uber Drusenoffnungen und Haarfollikel Neuere Studien schreiben diesem Weg im Zusammenhang mit Nanopartikeln sowie einigen mittelgrossen und sehr grossen Molekulen eine wesentliche Bedeutung zu obwohl der Flachenanteil dieser Hautanhangsgebilde zur Gesamtflache der Haut relativ klein ist 13 14 Der transzellulare Transportweg durch die Korneozyten Diesem Weg wird aufgrund der dichten Molekularstruktur in den Korneozyten keine tragende Rolle beigemessen 15 16 Der interzellulare Weg durch die Lipidmatrix zwischen den Korneozyten gilt als der wichtigste Transportweg fur kleine Molekule mit lipophilem Charakter 17 Warmehaushalt Bearbeiten Uber die Haut kann der Korper seinen Warmehaushalt regulieren Einer Uberhitzung wirkt die Haut mit den Schweissdrusen entgegen Durch die Schweissproduktion und die dadurch mogliche Verdunstung wird Warme von den dicht unter der Haut verlaufenden Kapillargefassen die dazu weit geoffnet sind abgefuhrt siehe Schwitzen Mit Hilfe des Unterhautfettgewebes und in geringerem Masse der Behaarung wird Warme zuruckgehalten Bei Kalte werden die Haut und das Unterhautfettgewebe nur noch gering durchblutet beide wirken dadurch als Isolatorschicht Die Haare konnen aufgrund des geringen Haarkleides des Menschen nur noch geringe Isolationsfunktion ubernehmen Dennoch kann man das Wirkprinzip eines Fellkleides noch gut beobachten Bei der bei Kalte auftretenden Gansehaut richtet der Musculus arrector pili das Haar auf Eine geschlossene Behaarung ermoglicht hier einen wesentlich besseren Schutz vor Unterkuhlung Schutz vor UV Strahlung Bearbeiten Die Starke der einfallenden UV Strahlung auf der Erdoberflache hangt von der Tageszeit der geographischen Lage der Jahreszeit der Seehohe der jeweiligen Dicke der Ozonschicht der Bewolkung und von vielen anderen ortlichen Parametern ab Gegen die schadlichen Wirkungen der UV Strahlung auf die Haut und der darunterliegenden Gewebe existieren folgende Schutzmechanismen Wahrend das Haarkleid Fell der Saugetiere oder das Federkleid der Vogel sehr effektiv gegen nachteilige Folgen der UV Strahlung schutzt da es den grossten Anteil der UV Strahlung absorbiert oder reflektiert ist der unbekleidete Mensch weitgehend ungeschutzt Die Hornschicht stratum corneum der menschlichen Haut absorbiert und reflektiert normalerweise etwa 10 der UVB und die Halfte der UVA Strahlung Auf bestandige erhohte UV Belastung reagiert die Haut zunachst mit einer Verdickung der Hornschicht Als Lichtschwiele ist diese besonders stark nach Sonnenbranden ausgebildet 18 Der Schutz der Haut durch Pigmentierung beruht auf der physikalischen Absorption von UV Strahlen durch Pigmente Viele Tiere besitzen eine Pigmentierung der Haut Die veranderliche Pigmentierung der menschlichen Haut stellt im Tierreich jedoch eine einzigartige Anpassungs und Schutzmoglichkeit gegen UV Strahlung dar Es gibt kaum Tiere deren Haut in der Lage ist die Pigmentierung so stark zu verandern wie der Mensch 18 Als so genannte Sofortbraunung englisch immediate pigment darkening bezeichnet man eine kurzfristige nur wenige Stunden anhaltende Braunung der Haut nach einer UV Belastung Die Sofortbraunung beruht sowohl auf einer Anderung der chemischen Konformation der Melaninmolekule als auch auf einer Umverteilung der Pigmentkorperchen in der Epidermis sie besitzt fast keine Schutzwirkung gegen UV Strahlung 18 Die verzogerte UV Braunung setzt erst ca 72 Stunden nach der UV Belastung ein Die Melanozyten der Haut reagieren auf UV Einstrahlung mit der verstarkten Produktion und Abgabe von Eumelanin oder Phaomelanin bei Menschen des Hauttyps 1 das der Haut einen braunen Phaomelanin rotlichen Farbton gibt und UV in hohem Masse absorbiert wobei Phaomelanin wesentlich weniger UV absorbiert Die ethnisch verschiedenen Hautfarben der Menschen resultieren aus den jeweiligen Hauttypen Der Schweiss des menschlichen Korpers enthalt UVA Strahlung absorbierende Urocaninsaure Die ersten Hominiden hatten moglicherweise eine nur schwach pigmentierte Haut die von dunklen Haaren bedeckt war ahnlich wie bei heutigen Schimpansen Relativ bald in der Hominidenevolution durfte sich eine nackte dunkel pigmentierte Haut entwickelt haben die als UV Schutz diente Mit der Ausbreitung in den sonnenarmeren Norden konnte sich die Pigmentierung verringern vermutlich um besser Vitamin D generieren zu konnen Insbesondere wahrend der Schwangerschaft und wahrend des Stillens konnten sich hieraus Uberlebensvorteile ergeben haben 19 Die Haut als Kontakt und Sinnesorgan Bearbeiten Die Haut stellt den sichtbaren Teil des menschlichen Korpers dar Als solcher erfullt die Haut eine Reihe kommunikativer Funktionen Zur Reizaufnahme und damit zur Oberflachensensibilitat ist die Haut mit unterschiedlichen Typen von Rezeptoren ausgestattet Schmerzrezeptoren Sie liegen in der Lederhaut und Oberhaut Ihre Dichte variiert je nach Korperregion bis zu 200 cm Haut Druckrezeptoren Vater Pacini Korperchen Sie dienen der Wahrnehmung von Druckempfindungen und liegen in der Unterhaut Ihre Dichte betragt bis zu 100 cm Thermorezeptoren freie Nervenendigungen Sie sind besonders dicht an Kinn Nase Ohrmuschel Ohrlappchen 9 bis 12 cm und Lippen gt 15 cm Insgesamt besitzt die menschliche Haut ca 250 000 Kalterezeptoren Die Anzahl der Warmerezeptoren betragt nur etwa 1 10 davon sie arbeiten zudem deutlich langsamer als Kalterezeptoren Dehnungsrezeptoren Ruffini Korperchen Sie registrieren den Dehnungszustand der Haut und liegen in der Lederhaut Stratum reticulare Ihre Dichte betragt bis zu 2 cm Haut Tastrezeptoren Meissner Korperchen und Merkel Zellen Tastrezeptoren kommen in der unbehaarten Haut vor Besonders dicht Abstand 1 bis 5 mm sind sie in den Fingerspitzen den Lippen der Zunge den Brustwarzen den ausseren Geschlechtsorganen und der Afterregion verteilt Haarfollikelrezeptoren Sie registrieren die Haarstellung siehe auch Vibrisse Die psychogalvanische Hautreaktion gibt Ruckschlusse auf emotionale Vorgange Siehe auch Lugendetektor Siehe auch Erroten und Erythrophobie Siehe auch Streicheln und Erotik Die Haut als Stammzellreservoir Bearbeiten Die Haut enthalt adulte Stammzellen die durch vier zusatzlich durch Retroviren eingeschleuste Gene in pluripotente Stammzellen umgewandelt werden konnen Damit konnte die Haut als Quelle fur Therapien der regenerativen Medizin dienen 20 21 Die Haut als Reprasentationsorgan Bearbeiten Da die Haut stark das Erscheinungsbild des Menschen pragt ist sie Hauptobjekt der Kosmetik Naturliche Erscheinungen sind Sommersprossen Leberflecken und Altersflecken Kunstlich verandert wird das Aussehen der Haut durch UV Bestrahlung im Solarium Tatowierungen die Skarifizierung Brandnarben die Korperbemalung oder die Hautaufhellung Ausserdem ist die Haut Trager aller Arten von Korperschmuck und von Kleidung Nach Untersuchungen von Wissenschaftlern der Jacobs Universitat in Bremen wirken Menschen mit glatter Haut glaubwurdig und serios 22 Sonstiges Bearbeiten Aus Amerika wird historisch das kriegerische Ritual des Skalpierens als Abziehen der Kopfhaut samt darunterliegender Schwarte berichtet Die Verwendung von menschlicher gegerbter Haut etwa von Hingerichteten als Material fur Bucheinbande ist im 19 Jahrhundert nachweisbar 23 24 Die Haut von Tieren BearbeitenBei Saugetieren Bearbeiten Die Haut ist uberwiegend von Fell bedeckt und kann daher relativ dunn sein Bei den meisten Hunderassen ist sie fast weiss In der leicht rosafarbigen Haut des Hausschweins sitzen wenige doch im Vergleich zu anderen Fellhaaren dicke Borsten Die von ihnen gebildeten Poren sind charakteristisches Merkmal von Schweinsleder Haut von Eisbaren ist an der Schnauze und unter dem Fell sehr dunkel bis schwarz Im Zusammenspiel mit den weissen Haaren gelingt es Sonnenstrahlung thermisch gut zu absorbieren und Verluste an die Umgebungsluft durch Wind und Konvektion gering zu halten Am Kopf und Gesass der Affenart Mandrill treten arttypisch hellblaue und rote Hauttone auf Die Haut der Wale insbesondere den schnellschwimmenden Delfinen weist ein feines Relief auf das zusammen mit der Wirbeldampfung durch die Verformung darunterliegenden Fetts und vermuteter Muskelreaktion in der Haut den Stromungswiderstand herabsetzt und so schnelleres Schwimmen ermoglicht Amphibienhaut Bearbeiten Haut eines Krokodils Die Haut der Amphibien ist dunn nackt und feucht Ihre Oberflachenbeschaffenheit ist bei Froschen und Salamandern glatt oder bei Kroten und Unken warzig Die Haut von Amphibien zeigt eine hohe Farbenvielfalt Manche Arten wie der einheimische Laubfrosch besitzen sogar die Fahigkeit zum Farbwechsel ahnlich wie Chamaleons Verantwortlich fur diese Eigenschaft sind spezielle Pigmentzellen unterhalb der Oberhaut die unterschiedliche Farbstoffe speichern so Melanin braun bis schwarz Pteridin gelb und Carotinoide orange bis rot Von Zeit zu Zeit wird die Oberhaut der Amphibien erneuert Hautung Die alte Haut wird bei Froschlurchen dabei abgesprengt bei Schwanzlurchen speziell Molche jedoch als Ganzes abgestreift Manche Hautpartien von Amphibien sind besonders dehnbar und ermoglichen die Ausbildung von Schallblasen zur Lauterzeugung Diese Hauteigenschaften bringen Vor und Nachteile mit sich Vorteile sind Die dunne Haut ermoglicht die Sauerstoffaufnahme direkt uber die Korperoberflache Hautatmung ebenso die Wasseraufnahme Eine glatte Haut hat einen geringeren Stromungswiderstand und ermoglicht so schnelleres Schwimmen Bei vielen Amphibien vor allem bei Froschen wird die Haut mit einer glitschigen Schleimschicht befeuchtet die die Flucht vor Feinden unterstutzt Die Hautdrusen der Amphibien sind in der Lage Hautgifte abzusondern diese stellen einen wirksamen Frassschutz dar Vor allem schutzen sie die feuchte Haut vor Pilz und Bakterieninfektion selbst fur die extrem starken Gifte der Pfeilgiftfroschen soll dies der Hauptgrund sein Nachteile sind Die dunne Haut ist leichter verletzbar Erhohte Austrocknungsgefahr bei warmem Sonnenschein durch die Hautfeuchtigkeit der meisten Amphibien Das fuhrt zu ihrer verstarkten Nachtaktivitat Die Wasseraufnahmefahigkeit dunner Haut erleichtert auch die Aufnahme von Giften Auf Ackern eingesetzte Spritzmittel Kunstdunger aber auch Jauche und saurer Regen fuhren wahrend der Laichwanderung rasch zum Tod Stoffaustausch bei Tieren Bearbeiten Uber die Korperoberflache verschiedener Tiere werden in unterschiedlichem Masse Stoffe aus der Umgebung aufgenommen und abgegeben Diese konnen gasformig flussig oder fest in wassrigem Medium gelost sein Der Stoffaustausch kann aktiv unter Energieaufwand oder passiv in Richtung eines osmotischen Gefalles verlaufen Bei den Gasen kann es sich um die Aufnahme von Sauerstoff und die Abgabe von Kohlendioxid Hautatmung handeln aber auch um Stickstoff und Inertgase Wasser kann aufgenommen oder abgegeben werden zur Wasserregulation und als Transportmedium fur geloste gasformige oder feste Stoffe dienen Geloste Stoffe konnen Salze sein Aufnahme oder Abgabe Stoffwechselprodukte aber auch toxische Stoffe aus der Umwelt wie organische Bleiverbindungen Fischhaut und umgebendes Wasser Bearbeiten In Susswasser befindliche Fische deren Gewebe gelostes Salz enthalt nehmen bestandig durch Osmose uber ihre semipermeable Haut Wasser auf das sie uber ihr Organsystem wieder ausscheiden mussen um den Salzgehalt in ihrem Korper zu stabilisieren und keinen osmotischem Uberdruck zu erleiden Umgekehrt verlieren Fische im starker salzigen Meerwasser laufend die beweglicheren Wassermolekule durch denselben Prozess Diese Fische mussen unter Energieaufwand Susswasser gewinnen und Salz aktiv ausscheiden Lachse leben abwechselnd und langere Zeit in Suss und Salzwasser diese benotigen daher beide Organfahigkeiten Kulturelle und wirtschaftliche Nutzung von Tierhaut Bearbeiten Die Haut von Tieren wird vom Menschen in unterschiedlicher Art genutzt So wird sowohl Leder als auch Pergament aus Tierhaut gewonnen Die Tiere dienen hier als Nebenproduktlieferanten Pergament findet insbesondere als Beschreibstoff Verwendung Leder dient z B der Schuhherstellung wird in der Bekleidungs und Polstermobelherstellung in der Innenraumgestaltung von Automobilen und Gebauden und fur praktische technische Zwecke z B Riemen Gurte Gurtel verwendet Bei manchen Tieren die als Nahrungslieferant dienen wird die Haut auch mitverzehrt Hautkrankheiten BearbeitenEs gibt zahlreiche Hautkrankheiten die auf einer direkten Schadigung der Haut etwa durch Infektion beruhen aber auch solche die durch andere Organ oder Allgemeinerkrankungen entstehen Hautveranderungen bezeichnet man in der Dermatologie dem medizinischen Fachgebiet der Hautkrankheiten als Effloreszenzen Hautkrankheiten oder Hautanomalien konnen in unterschiedlichen Bereichen der Haut entstehen 25 Huhneraugen sind Verhornungsanomalien der Haut Unter Verhornungsanomalien lassen sich Storungen des Verhornungsprozesses der Oberhaut verstehen Dazu zahlen 25 Hautgriess Milien Huhneraugen Warzen Alterswarzen seborrhoische Warzen Feuermale sind Veranderungen der Blutgefasse Veranderungen der Blutgefasse in der Lederhaut nennen sich Blutgefassanomalien Dazu zahlen 25 Feuermale Aderchenzeichnung Teleangiektasie Hamangiom Blutschwamm Rosazea entzundliche gefassweitende Pusteln Pigmentanomalien sind unregelmassige Pigmentierungen und entstehen durch Veranderungen der Melaninproduktion Dazu zahlen 25 Leberflecken Muttermale Sommersprossen Weissflecken Vitiligo Hautkrebs Durch Veranderungen der Talgdrusen konnen Talgdrusenanomalien entstehen Dazu zahlen 25 Offene und geschlossene Komedonen Mitesser Akne Grutzbeutel Atherom Weitere Schadigungen der Haut konnen durch Infektionen im Rahmen eines Diabetes mellitus Dekubitus diabetisches Fusssyndrom Bissverletzungen Brandwunden Schuss und Stichverletzungen Infektionen nach Verletzungen im Meerwasser Infektionen durch seltene Erreger 26 oder Schaden durch Pflanzeninhaltsstoffe 27 sein Sehr selten gibt es auch angeborene Erkrankungen der Haut wie z B die Aplasia cutis congenita Zu den Infektionen der Haut gehoren unter anderem Bulla rodens Bulla repens staphylogenes Erysipel Follikulitis Furunkel Karbunkel Pyodermie Impetigo contagiosa Paronychie Panaritium und Phlegmone 28 Siehe auch BearbeitenPergamenthaut Schwimmhaut Flughaut TrommelfellLiteratur BearbeitenBernd Kardorff Gesunde Haut Lexikon von A bis Z Springer Verlag Berlin Heidelberg 2004 ISBN 3 540 20565 9 Gerhard Deutschmann Die Haut und ihre Anhangsgebilde Springer Wien 2005 ISBN 3 211 83670 5 Ernst G Jung Hrsg Kleine Kulturgeschichte der Haut Steinkopff Verlag Darmstadt 2007 ISBN 978 3 7985 1757 8 Marianne Abele Horn Antimikrobielle Therapie Entscheidungshilfen zur Behandlung und Prophylaxe von Infektionskrankheiten Unter Mitarbeit von Werner Heinz Hartwig Klinker Johann Schurz und August Stich 2 uberarbeitete und erweiterte Auflage Peter Wiehl Marburg 2009 ISBN 978 3 927219 14 4 S 148 160 Infektionen der Haut und Weichgewebe Rezeption BearbeitenAndra Joeckle deutschlandradiokultur de Am tiefsten ist die Haut Schrecken und Schonheit einer Oberflache Deutschlandradio Kultur 2012 7 Januar 2015Weblinks Bearbeiten Commons Haut Album mit Bildern Videos und Audiodateien Wiktionary Haut Bedeutungserklarungen Wortherkunft Synonyme Ubersetzungen Wikiquote Haut Zitate Elektronenmikroskopische Originalabbildungen Dr Jastrows EM Atlas Informationsportal zum Thema Haut und Korperpflege www haut de Rezeptoren der Haut englisch Praventionskampagne Haut Massnahme der DGUV 2007 2008 Einzelnachweise Bearbeiten Vgl etwa Jurgen Martin Die Ulmer Wundarznei Einleitung Text Glossar zu einem Denkmal deutscher Fachprosa des 15 Jahrhunderts Konigshausen amp Neumann Wurzburg 1991 Wurzburger medizinhistorische Forschungen Band 52 ISBN 3 88479 801 4 zugleich Medizinische Dissertation Wurzburg 1990 S 140 Das Herkunftsworterbuch Der Duden in zwolf Banden Band 7 5 Auflage Dudenverlag Berlin 2014 S 371 Siehe auch Haut In Digitales Worterbuch der deutschen Sprache Abgerufen am 30 August 2019 und Friedrich Kluge Etymologisches Worterbuch der deutschen Sprache 7 Auflage Trubner Strassburg 1910 S 197 Dicke der menschlichen Haut hamm chemie de Memento vom 26 Dezember 2016 im Internet Archive Jens Waschke Tobias M Bockers Friedrich Paulsen Sobotta Lehrbuch Anatomie Elsevier Health Sciences 2019 ISBN 978 3 437 09905 2 S 15 ff Carola Berking Hautklinik des Universitatsklinikums Erlangen Physiotop Die Haut ein Organ mit vielfaltigen Aufgaben Rolf Daniels Penetration kosmetischer Wirkstoffe In Wolfgang Raab Ursula Kindl Pflegekosmetik Ein Leitfaden Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart 2012 S 16 Wolfgang Raab Die Hautdrusen In Wolfgang Raab Ursula Kindl Pflegekosmetik Ein Leitfaden Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart 2012 S 17 f ISBN 978 3 8047 2761 8 A Kastner Quarzkristall Untersuchungen zum Sorptionsverhalten biologischer Membranen Otto von Guericke Universitat Magdeburg 2010 nach einer Abbildung von L Landmann Pharmazie in unserer Zeit VHC Verlag Weinheim 4 1991 S 155 163 und B Barry Mode of action of penetration enhancers in human skin In J Control Release 6 1987 S 85 97 Rolf Daniels Penetration kosmetischer Wirkstoffe In Wolfgang Raab Ursula Kindl Pflegekosmetik Ein Leitfaden Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart 2012 S 66 ISBN 9783804727618 a b Rolf Daniels Penetration kosmetischer Wirkstoffe 2012 S 68 B Illel H Schaefer J Wepierre O Doucet Follicles play an important role in percutaneous absorption In J Pharm Sci 80 1991 S 424 427 Y Grams J Bouwstra Penetration 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