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Hausziege

Die Hausziege (Capra aegagrus hircus; früher Capra hircus) ist nach dem Hund und zusammen mit dem Schaf vermutlich eines der ersten wirtschaftlich genutzten Haustiere. Hausziegen gehören zur Gattung der Ziegen in der Familie der Hornträger.

Hausziege

Hausziege (Capra aegagrus hircus)

Systematik
ohne Rang: Stirnwaffenträger (Pecora)
Familie: Hornträger (Bovidae)
Unterfamilie: Antilopinae
Gattung: Ziegen (Capra)
Art: Wildziege (Capra aegagrus)
Unterart: Hausziege
Wissenschaftlicher Name
Capra aegagrus hircus
Linnaeus, 1758

Inhaltsverzeichnis

Das weibliche Tier von Capra aegagrus hircus (synonym: Capra hircus Linné) wird neben Ziege (von althochdeutschziga) auch Geiß (von mittelhochdeutsch geiz; vergleiche auch niederländisch/isländisch/norwegisch/dänischgeit), Hippe, Zicke oder Zibbe genannt, das männliche Tier Bock (Ziegenbock), das kastrierte männliche Mönch und das Ziegenjunge Ziegenkitz, Zicklein, Ziegenlamm, Geißlein oder Kitzlein, in der Schweiz Gitzi genannt.

In den oberdeutschen Dialekten sowie den rheinfränkischen Dialekten stehen Gaiß/Goiß/Goaß bzw. Gääß/Gaaß/Gååß allgemein für die weibliche Ziege (vergleicheenglischgoat,schwedischget) und Geißbock für das Männchen. Durch Luthers Bibelübersetzung hat sich Ziege in der Hochsprache durchgesetzt.

Ziegenbock einer Herde halbwilder Hausziegen auf Mallorca

Die Hausziege stammt von der Bezoarziege ab. Die Domestizierung erfolgte wahrscheinlich vor dem 11. Jahrtausend v. Chr. im vorderen Orient, vermutlich in der südlichen Levante (das Gebiet von Israel und Jordanien) oder im Zagrosgebirge (das Gebiet im Iran). Neueste Studien gehen von einer etwa zeitgleichen aber unabhängig voneinander erfolgten Domestikation an verschiedenen Stellen des Vorderen Orients aus. Danach erfolgte schnell eine Vermischung der Populationen durch den menschlichen Nomadismus. Gewöhnlich wird angenommen, dass mit der Domestikation rasch morphologische Änderungen am Skelett eintreten, besonders die Form des Hornzapfens, außerdem eine Größenabnahme. Auch das Geschlechter- und Altersverhältnis in Tierknochen von archäologischen Fundstellen wird herangezogen, um domestizierte und gejagte Populationen zu unterscheiden.

Fundorte, die eine frühe Domestikation der Ziege belegen, sind zum Beispiel:

  • Ganj Dareh, Irak, 9000–7500 v. Chr. Hier wurde die Alterszusammensetzung als Beleg der Domestikation angeführt (es wurden bevorzugt männliche Jungtiere getötet), außerdem waren die Tiere durchschnittlich kleiner als heutige Wildtiere.
  • Ali Kosch, Irak, 7500–5500 v. Chr. Hier wird das Überwiegen junger Tiere als Beleg der Domestikation angeführt, zusammen mit Veränderungen im Querschnitt des Hornzapfens.

Mit der Neolithisierung des europäischen Festlandes wurden Ziegen als Nutztiere importiert, wie zum Beispiel bei der Neolithisierung der Mittelmeerinseln Zypern und Kreta. In der Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas ist die Ziege erstmals in der Körös-Kultur (6200 bis 5600 v. Chr.) als Nutztier nachgewiesen, da es neben Knochenfunden auch Tongefäße mit eingeritzten Ziegenköpfen gibt. Ziegen und Schafe sind ebenfalls feste Bestandteile der ältesten bäuerlichen Kultur auf deutschem Boden, der Bandkeramik. Die Knochen beider Arten sind nach klassisch-anatomischer Bestimmung oft schwer unterscheidbar, daher ist der tatsächliche Anteil der Ziege in der Vorgeschichte bislang schlecht erforscht.

Pferch für Ziegen in Makedonien

Ziegen liefern Fleisch, Leder, Milch (mehr als Schafe) und mitunter auch Wolle. Sie fressen, wenn alle Pflanzenarten vorkommen, zu 60 % Blätter und Baumbewuchs, zu 20 % Kräuter und nur zu 20 % Gras. Sie sind sehr genügsam, da sie über ein sehr effektives Verdauungssystem verfügen. Sie werden auch als die Kuh des kleinen Mannes bezeichnet, da sie einfacher zu ernähren und zu halten sind, wenn man über wenig Platz und Futter verfügt. Sie wurden und werden heute insbesondere in bergigen Landschaften (z. B. Alpen, Norwegen) gehalten und können aufgrund ihrer Kletterfähigkeiten auch dort gehalten werden, wo die Haltung von Rindern nicht mehr möglich ist. Ziegen können den Bewuchs ganzer Landschaften zerstören und so zur Wüstenbildung beitragen, da sie fast alle Pflanzen abfressen. Die Beweidung durch Ziegen unterlag daher in vielen Gegenden strengen Vorschriften.

Wirtschaftlich genutzt werden:

Landwirtschaftlich von Bedeutung war die Hausziege schon im antiken Rom; sie ist es bis heute in Kleinasien, Zentralasien und der Mongolei.

Die Nutzung der Ziege als Zugtier war bis Anfang des 20. Jahrhunderts auch in Europa weit verbreitet. Die erstaunlich kräftigen, genügsamen und robusten Ziegen wurden vor Kutschen und Wagen gespannt und, falls keine größeren Tiere verfügbar waren, auch zum Pflügen verwendet. In bergigem Gelände dienten Ziegen als Lasttiere.

Ziegenherde zur Landschaftspflege an einem Steilhang der deutschen A 59.

In Deutschland werden Ziegen auch in der Landschaftspflege eingesetzt. Hier eignen sie sich insbesondere zur Eindämmung der Verbuschung an Steilhängen, bei denen eine manuelle Gehölzbeseitigung personalintensiv und daher teuer wäre. In Nordrhein-Westfalen werden von der Straßenbauverwaltung im Rahmen von Modellversuchen Ziegen auch zur Pflege von Hanglagen an Autobahnen eingesetzt. Dabei sind sie durch ihre Fähigkeit, sich auf die Hinterbeine zu stellen, in der Lage auch größere Gehölze abzuschälen und so absterben zu lassen. Dies ist häufig bei der Zurückdrängung von Neophyten erwünscht, wie etwa der Robinie. In den abgefressenen Gebieten ist nach Standortwechsel der Tiere meist eine Zunahme seltener bzw. lebensraumtypischer Arten festzustellen.

Im Alpenraum werden (nur noch selten) Ziegen herdenweise zusammen mit Schafen in Transhumanz gehalten. Schaf und Ziege sind keine Nahrungskonkurrenten, denn die Schafe halten sich überwiegend an das stets ausreichend vorhandene Gras.

Zu Pferden, die einzeln im Stall oder auf der Weide gehalten werden, führt man nicht selten eine oder mehrere Ziegen, um Aggression oder Depression beim Herdentier Pferd zu verhindern. Eine Ziege in derartiger Funktion nennt man Beistellziege.

Verwilderte Ziegen auf dem An Teallach, Schottland

Hausziegen sind heute außer in extrem kalten Regionen weltweit verbreitet. Darüber hinaus wurden Hausziegen als Proviant für vorbeifahrende Schiffe auf vielen Inseln ausgesetzt, wo sie verwilderten. Sie hatten dort, etwa auf den Galápagos-Inseln, eine verheerende Wirkung auf die einheimische Flora und Fauna. Deshalb hat man Ziegen auf vielen Inseln bewusst ausgerottet. Verwilderte Hausziegen in großer Zahl gibt es auch in Australien.

Rove-Bock in der Provence
Ziegen haben durch ihre rechteckigen horizontalen Pupillen ein breites Sichtfeld, um Gefahren rundum erkennen zu können.

Es gibt eine große Anzahl regionaler Rassen von Hausziegen. Je nach Züchtungsziel und Hauptverwertungsart werden sie in Fleischziegen, Milchziegen und Fellziegen unterteilt. Zu diesen zählen unter anderem:

Siehe auch: Liste von Ziegenrassen

Östliches Mittelmeer

Griechenland

Chimära, Mischwesen mit Löwenkopf und Ziegenkopf auf einer apulischen rotfigurigen Schale, 350–340 v. Chr. (Louvre, Paris)

Der griechische Hirtengott Pan ist ein Mischwesen aus einer Menschengestalt mit den Füßen, den Hörnern und dem Bart eines Ziegenbocks. Pan ist der schreckerregende Gott des Waldes, bösartig, wenn er um die Mittagszeit gestört wird, und als phallischer Gott in zahlreiche Liebschaften verwickelt. Den Hirtenjüngling Daphnis unterweist er in männlicher Sexualität. Daphnis gehörte selbst als Kind zu den Ziegen. Er wurde im Wald von einer Ziege gesäugt, bis ihn der Ziegenhirte Lamon fand und bei sich aufnahm. Dies und das Verhältnis mit der zur Männlichkeit Daphnis’ hingezogenen Chloe, die als Säugling von einem Schaf genährt worden war, erzählt Longos im 3. Jahrhundert in seinem Liebesroman Daphnis und Chloe. Die jahreszeitlich bedingten Verhaltensweisen der Ziegen in der Herde prägen analog die enger werdende Beziehung der Protagonisten des Romans. Der Kampf um die Vorherrschaft unter Ziegenböcken im Frühjahr wird als männlich-sexuelle Aggression gezeigt.

Die Chimära, ein weiteres Mischwesen der griechischen Mythologie, wird mit einem Ziegenkopf und Ziegenleib in der Mitte sowie einem Löwenkopf und als Schwanz einem Schlangenkopf beschrieben (altgriechischχίμαιραchímaira bedeutet „Ziege“). Durch die Hilfe von Pegasos, einem anderen Mischwesen, konnte der Held Bellerophon das dreiköpfige Wundertier, das Feuer spie, aus der Luft erschießen.

Ein Ziegenhirte zur Zeit des mythischen Königs Oineus sah einen seiner Ziegenböcke am Weinstock fressen und entdeckte so die Trauben, aus denen Oineus den ersten Wein kelterte. Dem griechischen Gott des Weines, Dionysos, wurden bei den Dionysos-Festspielen Zicklein dargebracht. Laut einem Mythos vom Tod und der Auferstehung des Dionysos stieg dieser durch den „alkyonischen See“ bei Lerna in den Hades hinunter, um seine Mutter Semele von den Toten zu erretten. Seine Rückkehr aus dem grundlosen See an einer Stelle, an der nach dem Mythos ein Phallus auf einem Grabhügel stand, feierten die lokalen Griechen jedes Jahr mit einem Fest, das vermutlich ein Frühlingsfest war, indem sie mit Trompetenblasen den Gott aus dem Wasser riefen und dem Totenwärter als Opfer ein Lamm in den See warfen.

Die griechische Liebesgöttin Aphrodite wurde auf einem Bock oder einer Ziege reitend dargestellt. Im 2. Jahrhundert n. Chr. beschreibt der griechische Schriftsteller Pausanias ein Standbild dieses Typs der Aphrodite mit dem Beinamen Epitragia („auf oder bei einem Bock“) als Werk des Bildhauers Skopas aus der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts v. Chr. Epitragia genannte Figuren sollten wohl speziell die für die Sexualität der männlichen Jugendlichen verantwortliche Göttin zeigen, weil junge Männer in diesem Zusammenhang tragoi („Böcke“, Sg. tragos) genannt wurden. Hierzu passt auch, dass Aristoteles sich mehrmals zu Gemeinsamkeiten der Sexualität bei Ziegenböcken und bei jungen Männern äußerte.

Die Nymphe Amaltheia, Mutter des Pan, zog den jungen Zeus mit der Milch einer Ziege auf; nach anderen Erzählungen war Amaltheia selbst die säugende Ziege. Diesen Überfluss verkörpert Amaltheia auch mit ihrem Füllhorn (latein. cornu copiae, „Horn der Fülle“).

Judentum

Asasel, ein ziegengestaltiger Dämon, auch der Name eines Berges in der Judäischen Wüste, an dem das Opfer des „Sündenbocks“ lokalisiert wird.

In der jüdischen Bibel (Tanach) werden Ziegenböcke im Zusammenhang mit dem Versöhnungstag erwähnt (hebräisch Jom Kippur, Lev 13,3–10 EU). Jom Kippur ist bis heute der höchste jüdische Feiertag. Über dem per Los ermittelten Ziegenbock für den Wüstendämon Asasel wurden alle Sünden des Volkes Israel vom Hohepriester öffentlich bekannt. Anschließend wurde das Tier „für Asasel“ getötet, indem es über den Rand der Bergklippen in der Judäischen Wüste geschickt wurde. Der Eigenname Asasel geht auf semitische Wurzeln zurück: El (al), für „Gott“, und es, hebräisch für „Ziegenbock“.

Das Buch Daniel im Tanach, der hebräischen Bibel, erzählt die endzeitliche Vision des Sehers Daniel. Dan 8 enthält den Traum vom Widder und vom Ziegenbock und dessen Hörnern: Ein Ziegenbock mit einem großen Horn besiegt einen Widder mit zwei Hörnern und wirft ihn zu Boden. Danach wird der Ziegenbock sehr groß, bis schließlich das große Horn zerbricht und an seiner Stelle vier kleinere Hörner in den vier Haupthimmelsrichtungen wachsen. Der Ziegenbock steht für den König von Griechenland, die beiden Hörner symbolisieren die Könige von Medien und Persien. Gegen Ende – so die Deutung der Vision – werden aus dem siegreichen griechischen Reich vier kleinere, weniger mächtige Reiche entstehen. Rembrandt malte um 1650 ein Ölbild mit der Danielvision.

Christentum

Der Sündenbock wird in die Wüste geschickt. Illustration von William James Webbe, vor 1904

Vor allem auf ihre sexuellen Triebe reduzierte Ziegenböcke gelten in biblischen Texten des Christentums – konträr zur heidnischen Vorstellung – als sprichwörtlich schlecht und teuflisch, im Gegensatz zu Schafen, denen positive Eigenschaften zugemessen werden, da auch Christus Lamm Gottes (altgriechisch Ἀμνὸς τοῦ Θεοῦ [Amnòs toû Theoû]) genannt wird. Entsprechend heißt es im Neuen Testament, im Jüngsten Gericht in Matthäus 25,31 EU, dass Christus die Völker zu sich kommen lasse und sie wie der Hirte seine Schafe und Böcke in Gute und Schlechte unterscheide. Der Hirte versammele die guten Schafe zu seiner Rechten und die Böcke zu seiner Linken. Christus segne mit der rechten Hand diejenigen, die in den Himmel auffahren werden, während zu seiner Linken die zur Hölle Verdammten sitzen. Mit der Lutherübersetzung der christlichen Bibel ins Deutsche, wurde der Begriff Sündenbock zu einem geflügelten Wort. Die traditionelle christliche Sühnopfertheologie und das christliche Verständnis von Sühneopfer weicht von dem jüdischen Verständnis der Begriffe „Opfer“ und „Sühne“ ab, so auch die Deutung der Version der Geschichte Lev 13,3–10 EU im Alten Testament. Hier werden dem Bock alle Sünden des Volkes in einer Symbolhandlung aufgeladen, der „Bock für Asasel“ wird zum stellvertretenden „Sündenbock“ umgedeutet.

Südarabien

Im vorislamischen Südarabien verkörperte der Steinbock eine männliche Gottheit, der in einer rituellen Jagd nachgestellt wurde, während die Oryxantilope mit einer weiblichen Gottheit in Verbindung stand. Auf der zum Jemen gehörenden Inselgruppe Sokotra vor der Küste Somalilands haben sich einige Mythen und Bräuche im Zusammenhang mit Ziegen erhalten, die mit der Rolle des Ziegenbocks in den nahöstlichen Opferkulten zu tun haben. Die Mythen enthalten die Vorstellung von Ziegen als Lebensrettern, wenn etwa eine Ziege einen Jungen vor seinen Feinden versteckt und ihn mit Milch nährt oder ein Junge mit Hilfe der magischen Fähigkeiten der Ziege siegreich aus einem Kampf hervorgeht. Letzteres wird in der „Geschichte von Makon“ geschildert. Hierin kommt auch das verbreitete Motiv der Zwillinge vor. Um eine Ziege mit magischen Fähigkeiten zu besitzen, besorgt sich der Großvater des Jungen zwei trächtige Ziegen. Als beide ihren Nachwuchs bekommen haben, tötet der Großvater eines der Zicklein, damit das andere von zwei Müttern gesäugt wird und so die magischen Kräfte erhält. Das Zwillingsmotiv steht mit den für die ugaritische Religion wesentlichen Fruchtbarkeitsmythen in Verbindung. Dort wird ein Ritual beschrieben, bei dem gleichzeitig ein weibliches Ziegenkitz in Milch und ein junger Ziegenbock in Öl gekocht wird.

Zentraleuropa

Die Ziege Heidrun im Baum Lärad. Zeichnung von 1895 in einem Werk des dänischen Schriftstellers Karl Gjellerup.

Weibliche Ziegen kommen bei den Germanen häufig wie Amaltheia als großzügig austeilende Ammen vor. In der nordischen Mythologie ist es die Ziege Heidrun, die von den Blättern des Baums Lärad frisst und aus deren Eutern Met fließt. In Walhall spendet die Himmelsziege Heidrun den Met, den die Helden trinken.

Der Ziegenbock ist für die Germanen ein edles Tier, welches dem Donnergott Thor geopfert wird. Der Ase Thor erscheint in Abbildungen und in der Snorra-Edda auf seinem Streitwagen, den zwei Ziegenböcke ziehen, die Tanngnjostr („Zähneknisterer“) und Tanngrisnir („Zähneknirscher“) heißen. Wenn der Wagen über die Himmelsbahn durch die Wetterwolken rumpelt, donnert es. Thors Böcke können darüber hinaus wiederholt geschlachtet und verspeist werden. Nach jeder Mahlzeit werden sie aus Haut und Knochen wieder zum Leben erweckt. An die germanischen Böcke erinnert in Skandinavien der als Weihnachtsschmuck verwendete Julbock, der auf einen Fruchtbarkeitskult zurückgeht. Eine entsprechende Figur ist im Alpenraum die Habergeiß, die ursprünglich wohl ebenso für Fruchtbarkeit stand und unter dem Einfluss des Christentums zu einem Dämon in Ziegen- und Vogelgestalt herabsank.

In der keltischen Mythologie von Wales genießen Ziegen wegen ihrer magischen Fähigkeiten und ihrer Nähe zu den koboldartigen Wesen namens Tylwyth Teg ein hohes Ansehen. Ferner stehen sie mit den Gwyllion, nachtaktiven und unguten Geistern, in Beziehung.

In der frühchristlichen Kunst taucht die Ziege eher dekorativ (wie in den Domitilla-Katakomben in Rom) und weniger als Symboltier auf. Das bekannteste Beispiel für eine symbolische Funktion im Mittelalter liefert die Darstellung der Wollust (latein. luxuria), eine der sieben Todsünden in der mittelalterlichen christlichen Bildsprache. Sie erscheint in der Vorhalle des Freiburger Münsters als nackte Jungfrau, die nur um die Schultern das Fell eines Ziegenbocks trägt, neben einem die Sünde verkörpernden Mann in schöner Kleidung, aber mit einer von üblem Getier bedeckten rechten Körperseite. Auf Reliefs des 13. Jahrhunderts sitzt die Wollust im deutschen Raum als nackte junge Frau auf einem Ziegenbock (Ernstkapelle des Magdeburger Doms), im 14. Jahrhundert ist diese auf die griechische Aphrodite zurückgehende Darstellung in Frankreich weit verbreitet, etwa an einer Konsole im südlichen Querschiff in der Kathedrale von Auxerre. Bis ins 15. Jahrhundert kommen Zeichnungen der auf einem Ziegenbock reitenden Wollust in Stundenbüchern vor.

Der mittelalterliche Teufel macht sich durch seinen scharfen Geruch bemerkbar und vereint ansonsten – in seiner äußeren Erscheinung mit schwarzen Haaren und einem Ziegenfuß in der Nachfolge des Pan – die negativen Eigenschaften des Ziegenbocks. Ähnlich dämonisierte das mittelalterliche Christentum das Pferd, etwa wenn der Teufel alternativ mit einem Pferdefuß dargestellt wird.

Als gemeine Figur kommen Ziegenbock und Ziege als Wappentier in der Heraldik vor. In Sagen und Ortschroniken haben es einzelne Ziegen zu einer gewissen Berühmtheit gebracht. An ein bestimmtes Tier erinnert die jährliche Geißbockversteigerung in der vorderpfälzischen Stadt Deidesheim. Angeschafft als Glücksbringer 1950 hat sich der Geißbock Hennes zwischenzeitlich als Maskottchen des 1. FC Köln eingerichtet.

Jedes Jahr am 10. August wird in der irischen Kleinstadt Killorglin beim Puck Fair ein Ziegenbock zum König erklärt. Das dreitägige Volksfest geht der Legende nach etwa auf das 10. Jahrhundert zurück, als Grænlendingar, dänische Siedler auf Grönland, Raubzüge in Irland durchführten, die Einwohner massakrierten und ausplünderten. Einmal geschah es, dass die Eindringlinge, als sie landeinwärts marschierten, auf einem Hügel einen Ziegenbock sahen und dermaßen erschraken, dass sie zu ihren Schiffen zurückrannten und sich nie wieder blicken ließen.

Iranisches Hochland und Zentralasien

Im Avesta, der heiligen Schrift des iranischen Zoroastrismus findet sich die Ziege (buz) in der Liste der zu opfernden Tiere, und im Bundahischn, einem anderen mittelpersischen religiösen Werk werden fünf Ziegenartige unterschieden. In zentralasiatischen Palästen (etwa in Samarkand und in Hulbuk im Süden Tadschikistans) des 11. und 12. Jahrhunderts kommen innerhalb von geometrischen und floralen Ornamenten der islamischen Kunst unter anderem Abbildungen von Adlern, Fischen, Widdern, Ziegen, Pferden und Greifen vor, die in der vorislamischen Zeit Gottheiten verkörperten.

Die berühmteste Ziege der mittelpersischen Literatur kommt in dem Gedicht „Der babylonische Baum“ (darakht i asürik) vor. Es handelt sich um eine Streitfabel eines unbekannten Dichters, die mündlich überliefert und zuerst in parthischer Sprache festgehalten wurde. Eine Ziege tritt mit einer Dattelpalme in einen argumentativen Wettstreit, wer von beiden die meisten Vorteile habe und am nützlichsten sei. Abschließend erklärt der Dichter die Ziege, die über Bergweiden davonlaufen kann, während die Palme am Ort festgewurzelt bleibt, zum Sieger.

In Kirgisien gibt es eine Marionettenaufführung namens tak-teke („die springende Ziege“), die von einer meist weiblichen Person gezeigt wird, die zugleich die Maultrommel temir-komuz spielt. Die Darstellerin hält, während sie Maultrommel spielt, einen Faden in einer Hand, mit dem sie die vor sich auf einem Tisch aufgestellte Marionettenfigur einer Ziege im Rhythmus zur Musik tanzen lässt. Ein ähnliches Spiel ist aus Turkmenistan bekannt, wo ein männlicher Akteur vor sich einen Kasten positioniert hat, auf dem sich zwei Ziegenfiguren gegenüberstehen, die er mit zwei Schnüren in einer Hand zum Tanzen bringt, während er eine Langhalslaute (dotar) spielt. Im Norden Afghanistans heißt die ähnliche Aufführung eines dambura-Spielers buz bazi („Ziegen-Spiel“). Der afghanische Musiker lässt eine Ziege mittels eines Fadens auf- und abhüpfen.

In Afghanistan und den nördlich benachbarten Ländern Zentralasiens ist das Reiterspiel Buzkaschi ein leidenschaftlich betriebener Nationalsport an Feiertagen. Mehrere Reiter kämpfen darum, eine tote Ziege auf dem Spielfeld aufzugreifen, mitzunehmen und sie an einem Zielpunkt abzulegen. Es kommt zu heftigen Gerangel zwischen den galoppierenden Rivalen und der Sieger genießt hohes Ansehen bei den Zuschauern.

Südasien

Dem aus der vedischen Religion stammenden Feuergott Agni ist als Reittier ein Widder oder eine Ziege beigesellt. Ziegen kommen ansonsten in der indischen Mythologie kaum vor. Ziegen, Widder und Pferde waren die hauptsächlichen Opfertiere der vedischen Zeit in Südasien. Im heutigen Hinduismus sind Tieropfer weitgehend tabu und werden nur noch bei einigen volksreligiösen Praktiken zur Verehrung von Lokalgottheiten praktiziert. Eine Ausnahme bildet die Verehrung der furchtbaren schwarzen Göttin Kali. Ihre bekannteste Erscheinungsform ist die Dakshina Kali, die mit vier Armen, einer Halskette aus Schädeln und das Blut ihrer Besiegten trinkend auf dem am Boden liegenden Shiva steht. Kali erhält täglich oder zumindest regelmäßig Ziegenopfer (Hindi pathabali), eine Form hinduistischer Tieropfer (pashubali), an mehreren Tempeln in Westbengalen, besonders an ihrem Haupttempel Kalighat in Kalkutta und im Nepal am Dakshinkali-Tempel nahe Kathmandu. Am Kalighat-Tempel leitet ein Brahmanen-Priester die Zeremonie, während Angehörige einer niedrigen Kaste im Auftrag des Opferers das Tier zerteilen, um es nach Hause mitzunehmen, wo es verspeist wird. Die tägliche Opfernahrung Kalis (bhog) beinhaltet gekochtes Ziegenfleisch, das von Brahmanen dargeboten wird.

Afrika

Ziege, auf der drei Vögel sitzen. Bronzefigur der westafrikanischen Akan

In der afrikanischen Kosmogonie kommen Ziegen nur gelegentlich als Ersatz für andere Tiere, etwa Ameisenbären und Chamäleons vor. Ein Mythos der westafrikanischen Aschanti erklärt, wie die frühen Menschen das Paradies verloren haben. Üblicherweise überbringt das Chamäleon im Wettstreit mit der Eidechse die Botschaft, dass die Menschen von nun an sterblich sein werden. Einmal werden stattdessen eine Ziege und ein Schaf losgeschickt. Die Ziege soll mitteilen, dass die Menschen zwar sterben, aber später im Himmel leben werden. Weil die Ziege unterwegs stehenbleibt und Gras frisst, schickt der Schöpfergott das Schaf mit derselben Botschaft los. Das Schaf kann sich die Botschaft nicht richtig merken und erzählt den Menschen, dass der Tod ihr Ende sein wird. Als später die Ziege eintrifft und vom jenseitigen Leben erzählt, haben sich die Menschen bereits mit ihrer Sterblichkeit abgefunden.

In den meisten afrikanischen Ursprungsmythen ist die Welt bereits entstanden und muss nur noch in weiteren Mythen alltagstauglich eingerichtet werden. In einer Volkserzählung der westafrikanischen Yoruba suchten ein Leopard, eine Ziege und ein Ziegenbock nach Land, um darauf ein Haus zu bauen. Als der Ziegenbock als erster einen geeigneten Platz erreichte, befreite er ihn vom Gehölz und kehrte abends heim. Am nächsten Tag fand der Leopard den freien Platz vor, fragte sich, wer wohl vor ihm dagewesen sein mag, vermengte Wasser mit Erde zu Lehm und ging heim. Als der Ziegenbock am nächsten Morgen erstaunt den Lehm vorfand, mauerte er damit die erste Lage der Wände und ging heim. So arbeiteten beide abwechselnd und nichts vom anderen wissend, bis das Dach des Hauses fertiggestellt war. Erst als am nächsten Tag beide in das Haus einziehen wollten, weil sie es für das ihre hielten, kam es zum Streit. Die Ziege schlug vor, sich zu vertragen und zu dritt einzuziehen. Zu einer späteren Zeit brachte der Leopard zuerst den getöteten Vater und dann die Mutter des Ziegenbocks als Nahrung nach Hause. Der entsetzte Ziegenbock bat daraufhin einen Jäger, einen Leoparden für ihn zu erlegen. Als der Ziegenbock den toten Leoparden auf der Straße heimwärts schleppte, sah dies der Leopard, war fassungslos, weil der Ziegenbock zu so einer Tat fähig gewesen war und rannte für immer in den Wald. Seither wohnt das Ziegenpaar friedlich allein in dem Haus. Die Erzählung erklärt, weshalb Ziegen als Haustiere im Dorf und Leoparden draußen im Wald leben.

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Commons: Hausziege – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
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Normdaten (Sachbegriff): GND:4128660-1(OGND, AKS)

Hausziege
hausziege, domestiziert, landwirtschaftliches, nutztier, sprache, beobachten, bearbeiten, capra, aegagrus, hircus, früher, capra, hircus, nach, hund, zusammen, schaf, vermutlich, eines, ersten, wirtschaftlich, genutzten, haustiere, gehören, gattung, ziegen, fa. Hausziege domestiziert landwirtschaftliches Nutztier Sprache Beobachten Bearbeiten Die Hausziege Capra aegagrus hircus fruher Capra hircus ist nach dem Hund und zusammen mit dem Schaf vermutlich eines der ersten wirtschaftlich genutzten Haustiere Hausziegen gehoren zur Gattung der Ziegen in der Familie der Horntrager HausziegeHausziege Capra aegagrus hircus Systematikohne Rang Stirnwaffentrager Pecora Familie Horntrager Bovidae Unterfamilie AntilopinaeGattung Ziegen Capra Art Wildziege Capra aegagrus Unterart HausziegeWissenschaftlicher NameCapra aegagrus hircusLinnaeus 1758 Inhaltsverzeichnis 1 Benennung 2 Domestikation 3 Wirtschaftliche Bedeutung 4 Verbreitung 5 Hausziegenrassen 6 Krankheiten der Hausziege 7 Ziegen in Mythologie Religion und Brauchtum 7 1 Ostliches Mittelmeer 7 1 1 Griechenland 7 1 2 Judentum 7 1 3 Christentum 7 1 4 Sudarabien 7 2 Zentraleuropa 7 3 Iranisches Hochland und Zentralasien 7 4 Sudasien 7 5 Afrika 8 Siehe auch 9 Literatur 10 Weblinks 11 EinzelnachweiseBenennung BearbeitenDas weibliche Tier von Capra aegagrus hircus synonym Capra hircus Linne wird neben Ziege von althochdeutsch ziga 1 auch Geiss von mittelhochdeutsch geiz vergleiche auch niederlandisch islandisch norwegisch danisch geit Hippe 2 Zicke oder Zibbe genannt das mannliche Tier Bock Ziegenbock das kastrierte mannliche Monch und das Ziegenjunge Ziegenkitz Zicklein Ziegenlamm Geisslein oder Kitzlein in der Schweiz Gitzi genannt In den oberdeutschen Dialekten sowie den rheinfrankischen Dialekten stehen Gaiss Goiss Goass bzw Gaass Gaass Gaass allgemein fur die weibliche Ziege vergleiche englisch goat schwedisch get und Geissbock fur das Mannchen Durch Luthers Bibelubersetzung hat sich Ziege in der Hochsprache durchgesetzt 3 Domestikation Bearbeiten Ziegenbock einer Herde halbwilder Hausziegen auf Mallorca Die Hausziege stammt von der Bezoarziege ab Die Domestizierung erfolgte wahrscheinlich vor dem 11 Jahrtausend v Chr im vorderen Orient vermutlich in der sudlichen Levante das Gebiet von Israel und Jordanien oder im Zagrosgebirge das Gebiet im Iran Neueste Studien gehen von einer etwa zeitgleichen aber unabhangig voneinander erfolgten Domestikation an verschiedenen Stellen des Vorderen Orients aus Danach erfolgte schnell eine Vermischung der Populationen durch den menschlichen Nomadismus 4 Gewohnlich wird angenommen dass mit der Domestikation rasch morphologische Anderungen am Skelett eintreten besonders die Form des Hornzapfens ausserdem eine Grossenabnahme Auch das Geschlechter und Altersverhaltnis in Tierknochen von archaologischen Fundstellen wird herangezogen um domestizierte und gejagte Populationen zu unterscheiden Fundorte die eine fruhe Domestikation der Ziege belegen sind zum Beispiel Ganj Dareh Irak 9000 7500 v Chr Hier wurde die Alterszusammensetzung als Beleg der Domestikation angefuhrt es wurden bevorzugt mannliche Jungtiere getotet ausserdem waren die Tiere durchschnittlich kleiner als heutige Wildtiere Ali Kosch Irak 7500 5500 v Chr Hier wird das Uberwiegen junger Tiere als Beleg der Domestikation angefuhrt zusammen mit Veranderungen im Querschnitt des Hornzapfens Mit der Neolithisierung des europaischen Festlandes wurden Ziegen als Nutztiere importiert wie zum Beispiel bei der Neolithisierung der Mittelmeerinseln Zypern und Kreta 5 In der Ur und Fruhgeschichte Mitteleuropas ist die Ziege erstmals in der Koros Kultur 6200 bis 5600 v Chr als Nutztier nachgewiesen da es neben Knochenfunden auch Tongefasse mit eingeritzten Ziegenkopfen gibt Ziegen und Schafe sind ebenfalls feste Bestandteile der altesten bauerlichen Kultur auf deutschem Boden der Bandkeramik Die Knochen beider Arten sind nach klassisch anatomischer Bestimmung oft schwer unterscheidbar daher ist der tatsachliche Anteil der Ziege in der Vorgeschichte bislang schlecht erforscht Wirtschaftliche Bedeutung Bearbeiten Pferch fur Ziegen in Makedonien Ziegen liefern Fleisch Leder Milch mehr als Schafe und mitunter auch Wolle Sie fressen wenn alle Pflanzenarten vorkommen zu 60 Blatter und Baumbewuchs zu 20 Krauter und nur zu 20 Gras 6 Sie sind sehr genugsam da sie uber ein sehr effektives Verdauungssystem verfugen Sie werden auch als die Kuh des kleinen Mannes bezeichnet da sie einfacher zu ernahren und zu halten sind wenn man uber wenig Platz und Futter verfugt Sie wurden und werden heute insbesondere in bergigen Landschaften z B Alpen Norwegen gehalten und konnen aufgrund ihrer Kletterfahigkeiten auch dort gehalten werden wo die Haltung von Rindern nicht mehr moglich ist Ziegen konnen den Bewuchs ganzer Landschaften zerstoren und so zur Wustenbildung beitragen da sie fast alle Pflanzen abfressen Die Beweidung durch Ziegen unterlag daher in vielen Gegenden strengen Vorschriften Wirtschaftlich genutzt werden Ziegenmilch Ziegenfleisch Ziegenleder Chevreau Leder und Zickelleder insbesondere fur Handschuhe sowie Ziegenfelle vor allem Zickelfelle Ziegenhaar Angoraziege Kaschmirziege Landwirtschaftlich von Bedeutung war die Hausziege schon im antiken Rom sie ist es bis heute in Kleinasien Zentralasien und der Mongolei Die Nutzung der Ziege als Zugtier war bis Anfang des 20 Jahrhunderts auch in Europa weit verbreitet Die erstaunlich kraftigen genugsamen und robusten Ziegen wurden vor Kutschen und Wagen gespannt und falls keine grosseren Tiere verfugbar waren auch zum Pflugen verwendet In bergigem Gelande dienten Ziegen als Lasttiere Ziegenherde zur Landschaftspflege an einem Steilhang der deutschen A 59 In Deutschland werden Ziegen auch in der Landschaftspflege eingesetzt Hier eignen sie sich insbesondere zur Eindammung der Verbuschung an Steilhangen bei denen eine manuelle Geholzbeseitigung personalintensiv und daher teuer ware 7 In Nordrhein Westfalen werden von der Strassenbauverwaltung im Rahmen von Modellversuchen Ziegen auch zur Pflege von Hanglagen an Autobahnen eingesetzt Dabei sind sie durch ihre Fahigkeit sich auf die Hinterbeine zu stellen in der Lage auch grossere Geholze abzuschalen und so absterben zu lassen 8 Dies ist haufig bei der Zuruckdrangung von Neophyten erwunscht wie etwa der Robinie In den abgefressenen Gebieten ist nach Standortwechsel der Tiere meist eine Zunahme seltener bzw lebensraumtypischer Arten festzustellen 9 Im Alpenraum werden nur noch selten Ziegen herdenweise zusammen mit Schafen in Transhumanz gehalten Schaf und Ziege sind keine Nahrungskonkurrenten denn die Schafe halten sich uberwiegend an das stets ausreichend vorhandene Gras Zu Pferden die einzeln im Stall oder auf der Weide gehalten werden fuhrt man nicht selten eine oder mehrere Ziegen um Aggression oder Depression beim Herdentier Pferd zu verhindern Eine Ziege in derartiger Funktion nennt man Beistellziege Verbreitung Bearbeiten Verwilderte Ziegen auf dem An Teallach Schottland Hausziegen sind heute ausser in extrem kalten Regionen weltweit verbreitet Daruber hinaus wurden Hausziegen als Proviant fur vorbeifahrende Schiffe auf vielen Inseln ausgesetzt wo sie verwilderten Sie hatten dort etwa auf den Galapagos Inseln eine verheerende Wirkung auf die einheimische Flora und Fauna Deshalb hat man Ziegen auf vielen Inseln bewusst ausgerottet Verwilderte Hausziegen in grosser Zahl gibt es auch in Australien Hausziegenrassen Bearbeiten Rove Bock in der Provence Ziegen haben durch ihre rechteckigen horizontalen Pupillen ein breites Sichtfeld um Gefahren rundum erkennen zu konnen Es gibt eine grosse Anzahl regionaler Rassen von Hausziegen Je nach Zuchtungsziel und Hauptverwertungsart werden sie in Fleischziegen Milchziegen und Fellziegen unterteilt Zu diesen zahlen unter anderem Anglo Nubische Ziege Angoraziege Appenzellerziege Bagot Ziege Bunte Deutsche Edelziege Bunte Hollandische Ziege Burenziege eine Fleischziege Bundner Strahlenziege Erzgebirgsziege Gallaziege auch Somali Ziege genannt Gemsfarbige Gebirgsziege Girgentana Ziege Graue Bergziege Capra Grigia Kaschmirziege Nera Verzasca Ostafrikanische Zwergziege Pfauenziege Poitevine Roveziege Saanenziege Schami Serpentina Stiefelgeiss Tauernscheckenziege Thuringer Waldziege Toggenburgerziege Walliser Schwarzhalsziege siehe auch Kupferhalsziege Weisse Deutsche Edelziege Westafrikanische Zwergziege Siehe auch Liste von ZiegenrassenKrankheiten der Hausziege BearbeitenDie Schaf und Ziegenbrucellose ist eine Deckseuche von Schafen und Ziegen die vom Bakterium Brucella melitensis aus der Gattung Brucella verursacht wird Die Paratuberkulose wird durch Mycobacterium avium ssp paratuberculosis ausgelost Ziegen in Mythologie Religion und Brauchtum BearbeitenOstliches Mittelmeer Bearbeiten Griechenland Bearbeiten Chimara Mischwesen mit Lowenkopf und Ziegenkopf auf einer apulischen rotfigurigen Schale 350 340 v Chr Louvre Paris Der griechische Hirtengott Pan ist ein Mischwesen aus einer Menschengestalt mit den Fussen den Hornern und dem Bart eines Ziegenbocks Pan ist der schreckerregende Gott des Waldes bosartig wenn er um die Mittagszeit gestort wird und als phallischer Gott in zahlreiche Liebschaften verwickelt Den Hirtenjungling Daphnis unterweist er in mannlicher Sexualitat Daphnis gehorte selbst als Kind zu den Ziegen Er wurde im Wald von einer Ziege gesaugt bis ihn der Ziegenhirte Lamon fand und bei sich aufnahm Dies und das Verhaltnis mit der zur Mannlichkeit Daphnis hingezogenen Chloe die als Saugling von einem Schaf genahrt worden war erzahlt Longos im 3 Jahrhundert in seinem Liebesroman Daphnis und Chloe Die jahreszeitlich bedingten Verhaltensweisen der Ziegen in der Herde pragen analog die enger werdende Beziehung der Protagonisten des Romans Der Kampf um die Vorherrschaft unter Ziegenbocken im Fruhjahr wird als mannlich sexuelle Aggression gezeigt 10 Die Chimara ein weiteres Mischwesen der griechischen Mythologie wird mit einem Ziegenkopf und Ziegenleib in der Mitte sowie einem Lowenkopf und als Schwanz einem Schlangenkopf beschrieben altgriechisch ximaira chimaira bedeutet Ziege Durch die Hilfe von Pegasos einem anderen Mischwesen konnte der Held Bellerophon das dreikopfige Wundertier das Feuer spie aus der Luft erschiessen Ein Ziegenhirte zur Zeit des mythischen Konigs Oineus sah einen seiner Ziegenbocke am Weinstock fressen und entdeckte so die Trauben aus denen Oineus den ersten Wein kelterte Dem griechischen Gott des Weines Dionysos wurden bei den Dionysos Festspielen Zicklein dargebracht 11 Laut einem Mythos vom Tod und der Auferstehung des Dionysos stieg dieser durch den alkyonischen See bei Lerna in den Hades hinunter um seine Mutter Semele von den Toten zu erretten Seine Ruckkehr aus dem grundlosen See an einer Stelle an der nach dem Mythos ein Phallus auf einem Grabhugel stand feierten die lokalen Griechen jedes Jahr mit einem Fest das vermutlich ein Fruhlingsfest war indem sie mit Trompetenblasen den Gott aus dem Wasser riefen und dem Totenwarter als Opfer ein Lamm in den See warfen 12 Die griechische Liebesgottin Aphrodite wurde auf einem Bock oder einer Ziege reitend dargestellt Im 2 Jahrhundert n Chr beschreibt der griechische Schriftsteller Pausanias ein Standbild dieses Typs der Aphrodite mit dem Beinamen Epitragia auf oder bei einem Bock als Werk des Bildhauers Skopas aus der ersten Halfte des 4 Jahrhunderts v Chr Epitragia genannte Figuren sollten wohl speziell die fur die Sexualitat der mannlichen Jugendlichen verantwortliche Gottin zeigen weil junge Manner in diesem Zusammenhang tragoi Bocke Sg tragos genannt wurden Hierzu passt auch dass Aristoteles sich mehrmals zu Gemeinsamkeiten der Sexualitat bei Ziegenbocken und bei jungen Mannern ausserte 13 Die Nymphe Amaltheia Mutter des Pan zog den jungen Zeus mit der Milch einer Ziege auf nach anderen Erzahlungen war Amaltheia selbst die saugende Ziege Diesen Uberfluss verkorpert Amaltheia auch mit ihrem Fullhorn latein cornu copiae Horn der Fulle Judentum Bearbeiten Asasel ein ziegengestaltiger Damon auch der Name eines Berges in der Judaischen Wuste an dem das Opfer des Sundenbocks lokalisiert wird In der judischen Bibel Tanach werden Ziegenbocke im Zusammenhang mit dem Versohnungstag erwahnt hebraisch Jom Kippur Lev 13 3 10 EU Jom Kippur ist bis heute der hochste judische Feiertag Uber dem per Los ermittelten Ziegenbock fur den Wustendamon Asasel wurden alle Sunden des Volkes Israel vom Hohepriester offentlich bekannt 14 Anschliessend wurde das Tier fur Asasel getotet indem es uber den Rand der Bergklippen in der Judaischen Wuste geschickt wurde Der Eigenname Asasel geht auf semitische Wurzeln zuruck El al fur Gott und es hebraisch fur Ziegenbock 15 Das Buch Daniel im Tanach der hebraischen Bibel erzahlt die endzeitliche Vision des Sehers Daniel Dan 8 enthalt den Traum vom Widder und vom Ziegenbock und dessen Hornern Ein Ziegenbock mit einem grossen Horn besiegt einen Widder mit zwei Hornern und wirft ihn zu Boden Danach wird der Ziegenbock sehr gross bis schliesslich das grosse Horn zerbricht und an seiner Stelle vier kleinere Horner in den vier Haupthimmelsrichtungen wachsen Der Ziegenbock steht fur den Konig von Griechenland die beiden Horner symbolisieren die Konige von Medien und Persien Gegen Ende so die Deutung der Vision werden aus dem siegreichen griechischen Reich vier kleinere weniger machtige Reiche entstehen 16 Rembrandt malte um 1650 ein Olbild mit der Danielvision 17 Christentum Bearbeiten Der Sundenbock wird in die Wuste geschickt Illustration von William James Webbe vor 1904 Vor allem auf ihre sexuellen Triebe reduzierte Ziegenbocke gelten in biblischen Texten des Christentums kontrar zur heidnischen Vorstellung als sprichwortlich schlecht und teuflisch im Gegensatz zu Schafen denen positive Eigenschaften zugemessen werden da auch Christus Lamm Gottes altgriechisch Ἀmnὸs toῦ 8eoῦ Amnos tou Theou genannt wird Entsprechend heisst es im Neuen Testament im Jungsten Gericht in Matthaus 25 31 EU dass Christus die Volker zu sich kommen lasse und sie wie der Hirte seine Schafe und Bocke in Gute und Schlechte unterscheide Der Hirte versammele die guten Schafe zu seiner Rechten und die Bocke zu seiner Linken Christus segne mit der rechten Hand diejenigen die in den Himmel auffahren werden wahrend zu seiner Linken die zur Holle Verdammten sitzen Mit der Lutherubersetzung der christlichen Bibel ins Deutsche wurde der Begriff Sundenbock zu einem geflugelten Wort Die traditionelle christliche Suhnopfertheologie und das christliche Verstandnis von Suhneopfer weicht von dem judischen Verstandnis der Begriffe Opfer und Suhne ab so auch die Deutung der Version der Geschichte Lev 13 3 10 EU im Alten Testament Hier werden dem Bock alle Sunden des Volkes in einer Symbolhandlung aufgeladen der Bock fur Asasel wird zum stellvertretenden Sundenbock umgedeutet Sudarabien Bearbeiten Im vorislamischen Sudarabien verkorperte der Steinbock eine mannliche Gottheit der in einer rituellen Jagd nachgestellt wurde wahrend die Oryxantilope mit einer weiblichen Gottheit in Verbindung stand Auf der zum Jemen gehorenden Inselgruppe Sokotra vor der Kuste Somalilands haben sich einige Mythen und Brauche im Zusammenhang mit Ziegen erhalten die mit der Rolle des Ziegenbocks in den nahostlichen Opferkulten zu tun haben Die Mythen enthalten die Vorstellung von Ziegen als Lebensrettern wenn etwa eine Ziege einen Jungen vor seinen Feinden versteckt und ihn mit Milch nahrt oder ein Junge mit Hilfe der magischen Fahigkeiten der Ziege siegreich aus einem Kampf hervorgeht Letzteres wird in der Geschichte von Makon geschildert Hierin kommt auch das verbreitete Motiv der Zwillinge vor Um eine Ziege mit magischen Fahigkeiten zu besitzen besorgt sich der Grossvater des Jungen zwei trachtige Ziegen Als beide ihren Nachwuchs bekommen haben totet der Grossvater eines der Zicklein damit das andere von zwei Muttern gesaugt wird und so die magischen Krafte erhalt Das Zwillingsmotiv steht mit den fur die ugaritische Religion wesentlichen Fruchtbarkeitsmythen in Verbindung Dort wird ein Ritual beschrieben bei dem gleichzeitig ein weibliches Ziegenkitz in Milch und ein junger Ziegenbock in Ol gekocht wird Zentraleuropa Bearbeiten Die Ziege Heidrun im Baum Larad Zeichnung von 1895 in einem Werk des danischen Schriftstellers Karl Gjellerup Weibliche Ziegen kommen bei den Germanen haufig wie Amaltheia als grosszugig austeilende Ammen vor In der nordischen Mythologie ist es die Ziege Heidrun die von den Blattern des Baums Larad frisst und aus deren Eutern Met fliesst In Walhall spendet die Himmelsziege Heidrun den Met den die Helden trinken Der Ziegenbock ist fur die Germanen ein edles Tier welches dem Donnergott Thor geopfert wird Der Ase Thor erscheint in Abbildungen und in der Snorra Edda auf seinem Streitwagen den zwei Ziegenbocke ziehen die Tanngnjostr Zahneknisterer und Tanngrisnir Zahneknirscher heissen Wenn der Wagen uber die Himmelsbahn durch die Wetterwolken rumpelt donnert es Thors Bocke konnen daruber hinaus wiederholt geschlachtet und verspeist werden Nach jeder Mahlzeit werden sie aus Haut und Knochen wieder zum Leben erweckt An die germanischen Bocke erinnert in Skandinavien der als Weihnachtsschmuck verwendete Julbock der auf einen Fruchtbarkeitskult zuruckgeht Eine entsprechende Figur ist im Alpenraum die Habergeiss die ursprunglich wohl ebenso fur Fruchtbarkeit stand und unter dem Einfluss des Christentums zu einem Damon in Ziegen und Vogelgestalt herabsank In der keltischen Mythologie von Wales geniessen Ziegen wegen ihrer magischen Fahigkeiten und ihrer Nahe zu den koboldartigen Wesen namens Tylwyth Teg ein hohes Ansehen Ferner stehen sie mit den Gwyllion nachtaktiven und unguten Geistern in Beziehung 18 In der fruhchristlichen Kunst taucht die Ziege eher dekorativ wie in den Domitilla Katakomben in Rom und weniger als Symboltier auf Das bekannteste Beispiel fur eine symbolische Funktion im Mittelalter liefert die Darstellung der Wollust latein luxuria eine der sieben Todsunden in der mittelalterlichen christlichen Bildsprache Sie erscheint in der Vorhalle des Freiburger Munsters als nackte Jungfrau die nur um die Schultern das Fell eines Ziegenbocks tragt neben einem die Sunde verkorpernden Mann in schoner Kleidung aber mit einer von ublem Getier bedeckten rechten Korperseite 19 Auf Reliefs des 13 Jahrhunderts sitzt die Wollust im deutschen Raum als nackte junge Frau auf einem Ziegenbock Ernstkapelle des Magdeburger Doms im 14 Jahrhundert ist diese auf die griechische Aphrodite zuruckgehende Darstellung in Frankreich weit verbreitet etwa an einer Konsole im sudlichen Querschiff in der Kathedrale von Auxerre Bis ins 15 Jahrhundert kommen Zeichnungen der auf einem Ziegenbock reitenden Wollust in Stundenbuchern vor 20 Der mittelalterliche Teufel macht sich durch seinen scharfen Geruch bemerkbar und vereint ansonsten in seiner ausseren Erscheinung mit schwarzen Haaren und einem Ziegenfuss in der Nachfolge des Pan die negativen Eigenschaften des Ziegenbocks Ahnlich damonisierte das mittelalterliche Christentum das Pferd etwa wenn der Teufel alternativ mit einem Pferdefuss dargestellt wird 21 Als gemeine Figur kommen Ziegenbock und Ziege als Wappentier in der Heraldik vor In Sagen und Ortschroniken haben es einzelne Ziegen zu einer gewissen Beruhmtheit gebracht An ein bestimmtes Tier erinnert die jahrliche Geissbockversteigerung in der vorderpfalzischen Stadt Deidesheim Angeschafft als Glucksbringer 1950 hat sich der Geissbock Hennes zwischenzeitlich als Maskottchen des 1 FC Koln eingerichtet Jedes Jahr am 10 August wird in der irischen Kleinstadt Killorglin beim Puck Fair ein Ziegenbock zum Konig erklart Das dreitagige Volksfest geht der Legende nach etwa auf das 10 Jahrhundert zuruck als Graenlendingar danische Siedler auf Gronland Raubzuge in Irland durchfuhrten die Einwohner massakrierten und ausplunderten Einmal geschah es dass die Eindringlinge als sie landeinwarts marschierten auf einem Hugel einen Ziegenbock sahen und dermassen erschraken dass sie zu ihren Schiffen zuruckrannten und sich nie wieder blicken liessen 22 Iranisches Hochland und Zentralasien Bearbeiten Im Avesta der heiligen Schrift des iranischen Zoroastrismus findet sich die Ziege buz in der Liste der zu opfernden Tiere und im Bundahischn einem anderen mittelpersischen religiosen Werk werden funf Ziegenartige unterschieden In zentralasiatischen Palasten etwa in Samarkand und in Hulbuk im Suden Tadschikistans des 11 und 12 Jahrhunderts kommen innerhalb von geometrischen und floralen Ornamenten der islamischen Kunst unter anderem Abbildungen von Adlern Fischen Widdern Ziegen Pferden und Greifen vor die in der vorislamischen Zeit Gottheiten verkorperten 23 Die beruhmteste Ziege der mittelpersischen Literatur kommt in dem Gedicht Der babylonische Baum darakht i asurik vor Es handelt sich um eine Streitfabel eines unbekannten Dichters die mundlich uberliefert und zuerst in parthischer Sprache festgehalten wurde 24 Eine Ziege tritt mit einer Dattelpalme in einen argumentativen Wettstreit wer von beiden die meisten Vorteile habe und am nutzlichsten sei 25 Abschliessend erklart der Dichter die Ziege die uber Bergweiden davonlaufen kann wahrend die Palme am Ort festgewurzelt bleibt zum Sieger 26 In Kirgisien gibt es eine Marionettenauffuhrung namens tak teke die springende Ziege die von einer meist weiblichen Person gezeigt wird die zugleich die Maultrommel temir komuz spielt Die Darstellerin halt wahrend sie Maultrommel spielt einen Faden in einer Hand mit dem sie die vor sich auf einem Tisch aufgestellte Marionettenfigur einer Ziege im Rhythmus zur Musik tanzen lasst 27 Ein ahnliches Spiel ist aus Turkmenistan bekannt wo ein mannlicher Akteur vor sich einen Kasten positioniert hat auf dem sich zwei Ziegenfiguren gegenuberstehen die er mit zwei Schnuren in einer Hand zum Tanzen bringt wahrend er eine Langhalslaute dotar spielt Im Norden Afghanistans heisst die ahnliche Auffuhrung eines dambura Spielers buz bazi Ziegen Spiel Der afghanische Musiker lasst eine Ziege mittels eines Fadens auf und abhupfen 28 In Afghanistan und den nordlich benachbarten Landern Zentralasiens ist das Reiterspiel Buzkaschi ein leidenschaftlich betriebener Nationalsport an Feiertagen Mehrere Reiter kampfen darum eine tote Ziege auf dem Spielfeld aufzugreifen mitzunehmen und sie an einem Zielpunkt abzulegen Es kommt zu heftigen Gerangel zwischen den galoppierenden Rivalen und der Sieger geniesst hohes Ansehen bei den Zuschauern Sudasien Bearbeiten Dem aus der vedischen Religion stammenden Feuergott Agni ist als Reittier ein Widder oder eine Ziege beigesellt Ziegen kommen ansonsten in der indischen Mythologie kaum vor Ziegen Widder und Pferde waren die hauptsachlichen Opfertiere der vedischen Zeit in Sudasien Im heutigen Hinduismus sind Tieropfer weitgehend tabu und werden nur noch bei einigen volksreligiosen Praktiken zur Verehrung von Lokalgottheiten praktiziert Eine Ausnahme bildet die Verehrung der furchtbaren schwarzen Gottin Kali Ihre bekannteste Erscheinungsform ist die Dakshina Kali die mit vier Armen einer Halskette aus Schadeln und das Blut ihrer Besiegten trinkend auf dem am Boden liegenden Shiva steht Kali erhalt taglich oder zumindest regelmassig Ziegenopfer Hindi pathabali eine Form hinduistischer Tieropfer pashubali an mehreren Tempeln in Westbengalen besonders an ihrem Haupttempel Kalighat in Kalkutta und im Nepal am Dakshinkali Tempel nahe Kathmandu Am Kalighat Tempel leitet ein Brahmanen Priester die Zeremonie wahrend Angehorige einer niedrigen Kaste im Auftrag des Opferers das Tier zerteilen um es nach Hause mitzunehmen wo es verspeist wird Die tagliche Opfernahrung Kalis bhog beinhaltet gekochtes Ziegenfleisch das von Brahmanen dargeboten wird 29 Afrika Bearbeiten Ziege auf der drei Vogel sitzen Bronzefigur der westafrikanischen Akan In der afrikanischen Kosmogonie kommen Ziegen nur gelegentlich als Ersatz fur andere Tiere etwa Ameisenbaren und Chamaleons vor Ein Mythos der westafrikanischen Aschanti erklart wie die fruhen Menschen das Paradies verloren haben Ublicherweise uberbringt das Chamaleon im Wettstreit mit der Eidechse die Botschaft dass die Menschen von nun an sterblich sein werden Einmal werden stattdessen eine Ziege und ein Schaf losgeschickt Die Ziege soll mitteilen dass die Menschen zwar sterben aber spater im Himmel leben werden Weil die Ziege unterwegs stehenbleibt und Gras frisst schickt der Schopfergott das Schaf mit derselben Botschaft los Das Schaf kann sich die Botschaft nicht richtig merken und erzahlt den Menschen dass der Tod ihr Ende sein wird Als spater die Ziege eintrifft und vom jenseitigen Leben erzahlt haben sich die Menschen bereits mit ihrer Sterblichkeit abgefunden In den meisten afrikanischen Ursprungsmythen ist die Welt bereits entstanden und muss nur noch in weiteren Mythen alltagstauglich eingerichtet werden In einer Volkserzahlung der westafrikanischen Yoruba suchten ein Leopard eine Ziege und ein Ziegenbock nach Land um darauf ein Haus zu bauen Als der Ziegenbock als erster einen geeigneten Platz erreichte befreite er ihn vom Geholz und kehrte abends heim Am nachsten Tag fand der Leopard den freien Platz vor fragte sich wer wohl vor ihm dagewesen sein mag vermengte Wasser mit Erde zu Lehm und ging heim Als der Ziegenbock am nachsten Morgen erstaunt den Lehm vorfand mauerte er damit die erste Lage der Wande und ging heim So arbeiteten beide abwechselnd und nichts vom anderen wissend bis das Dach des Hauses fertiggestellt war Erst als am nachsten Tag beide in das Haus einziehen wollten weil sie es fur das ihre hielten kam es zum Streit Die Ziege schlug vor sich zu vertragen und zu dritt einzuziehen Zu einer spateren Zeit brachte der Leopard zuerst den getoteten Vater und dann die Mutter des Ziegenbocks als Nahrung nach Hause Der entsetzte Ziegenbock bat daraufhin einen Jager einen Leoparden fur ihn zu erlegen Als der Ziegenbock den toten Leoparden auf der Strasse heimwarts schleppte sah dies der Leopard war fassungslos weil der Ziegenbock zu so einer Tat fahig gewesen war und rannte fur immer in den Wald Seither wohnt das Ziegenpaar friedlich allein in dem Haus Die Erzahlung erklart weshalb Ziegen als Haustiere im Dorf und Leoparden draussen im Wald leben 30 Siehe auch BearbeitenZiegenrennenLiteratur BearbeitenD E Wilson D M Reeder Mammal Species of the World 2 Auflage Smithsonian Washington 1993 S 405 M A Zeder B Hesse The Initial Domestication of Goats Capra hircus in the Zagros Mountains 10 000 Years Ago In Science 287 Marz 2000 S 2254 2257 D Zohary Eitan Tchernov L Kolska Horwitz The role of unconscious selection in the domestication of sheep and goats 1998 Annette Arnold Rene Reibetanz Alles fur die Ziege Handbuch fur die artgerechte Haltung pala verlag Darmstadt 2008 ISBN 978 3 89566 235 5 C Naaktgeboren The Mysterious Goat Images and Impressions BBPress Eindhoven 2006 Zur Kulturgeschichte der Ziege international Illustrationen Auszuge im Web bbpress nl Wolfgang Beck Jan Ulrich Buttner Hans Reichstein Ziege In Reallexikon der Germanischen Altertumskunde Nr 34 De Gruyter Berlin New York 2007 ISBN 978 3 11 018389 4 S 526 532 Ch Hunemorder D Hagermann Ziege In Lexikon 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Ziegenhof Stumpf abgerufen am 12 Mai 2013 PDF 51 kB Stephen Epstein The Education of Daphnis Goats Gods the Birds and the Bees In Phoenix Band 56 Nr 1 2 Fruhjahr Sommer 2002 S 25 39 hier S 29 Karl Kerenyi Die Mythologie der Griechen Band 2 Die Heroen Geschichten Deutscher Taschenbuch Verlag Munchen 1966 S 95 f und 239 James George Frazer Der goldene Zweig Eine Studie uber Magie und Religion Band 2 Ullstein Frankfurt am Main 1977 S 568 Katharina Waldner Geburt und Hochzeit des Kriegers Geschlechterdifferenz und Initiation in Mythos und Ritual der griechischen Polis Religionsgeschichtliche Versuche und Vorarbeiten Band 46 Walter de Gruyter Berlin New York 2000 S 201 um namlich die Sunden der Kinder Jisraels darauf zu bekennen W Gunther Hrsg Plaut Annette Bearb Ubers Bockler Walter Einleit Homolka Wajikra Ṿa yiḳra Levitikus 3 Aufl 1 Aufl der Sonderausg Auflage Gutersloher Verlagshaus Gutersloh 2008 ISBN 9783579054940 S 158 W Gunther Hrsg Plaut Annette Bearb Ubers Bockler Walter Einleit Homolka Wajikra Ṿa yiḳra Levitikus 3 Aufl 1 Aufl der Sonderausg Auflage Gutersloher Verlagshaus Gutersloh 2008 ISBN 9783579054940 S 151 ff Daniel 8 1 EU Daniel s Vision Art and the Bible Wirt Sikes British Goblins Welsh Folk lore Fairy Mythology Legends and Traditions Memento vom 19 Oktober 2013 im Internet Archive S Low Marston Searle amp Rivington London 1880 Wilhelm Molsdorf Christliche Symbolik der mittelalterlichen Kunst Akademische Druck und Verlagsanstalt Graz 1984 S 221 Susanne Blocker Studien zur Ikonographie der Sieben Todsunden in der niederlandischen und deutschen Malerei und Graphik von 1450 1560 Lit Munster 1993 S 123f Kristina Jennbert Sheeps and goats in Norse paganism In Barbro Santillo Frizell Hrsg Pecus Man and Animal in Antiquity Proceedings of the conference at the Swedish Institute in Rome September 9 12 2002 2004 S 160 166 hier S 164 M A Murray The Puck Fair of Killorglin In Folklore Band 64 Nr 2 Juni 1953 S 351 354 R Suleimanov On Relicts of Ancient Culture and Ideology of Islam in Central Asia In Oriente Moderno Nuova serie Anno 87 Nr 1 Studies on Central Asia 2007 S 203 223 hier S 210 Christopher J Brunner The Fable of the Babylonian Tree Part I Introduction In Journal of Near Eastern Studies Band 39 Nr 3 Juli 1980 S 191 202 The verbal contest between a goat and a Babylonian date palm Umschrift und englische Ubersetzung des Gedichts DRAXT i ASuRiG In Encyclopaedia Iranica Svein Westad Tak teke Svein Vestad Vargan i kukly Youtube Video Mark Slobin Buz Baz A Musical Marionette of Northern Afghanistan In Asian Music Band 6 Nr 1 2 Perspectives on Asian Music Essays in Honor of Dr Laurence E R Picken 1975 S 217 224 hier S 219 Suchitra Samanta The Self Animal and Divine Digestion Goat Sacrifice to the Goddess Kali in Bengal In The Journal of Asian Studies Band 53 Nr 3 August 1994 S 779 803 hier S 783 William R Bascom The Relationship of Yoruba Folklore to Divining In The Journal of American Folklore Band 56 Nr 220 April Juni 1943 S 127 131 Normdaten Sachbegriff GND 4128660 1 OGND AKS Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Hausziege amp oldid 214144576, wikipedia, wiki, deutsches

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