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Gustav Oelsner

Gustav Oelsner (* 23. Februar 1879 in Posen; † 26. April 1956 in Hamburg) war ein deutscher Architekt, Stadtplaner, Baubeamter und während seines Exils auch Hochschullehrer.

Oelsner wurde als Sohn deutscher Juden in Posen geboren und konvertierte bereits in seiner Jugend zum evangelischen Glauben. Nach Beendigung seines Studiums an der Technischen Hochschule (Berlin-)Charlottenburg im Jahr 1900 praktizierte er bei Paul Wallot in Berlin und dem Architekten Max Hasak, unter dem er an der Bauleitung beim Bau des Bode-Museums mitarbeitete. 1907 wurde er Stadtbauinspektor in Breslau (unter Stadtbaurat Richard Plüddemann) wo er unter anderem den Bau der Technischen Hochschule verantwortete. Zum Stadtbaurat in Kattowitz wurde er 1911 bestellt, ein Amt, das er bis 1922 ausübte bis Oberschlesien der zweiten Polnischen Republik zugesprochen wurde. Hier errichtete er einen Neubau für die Fürstlich-Plessische Bergwerksdirektion sowie mehrere Schulen. In dieser Zeit beschäftigte er sich mit den Leitbildern der Gartenstadtbewegung und begann eine Bekanntschaft mit Bruno Taut, der in Kattowitz eine Gartenstadtsiedlung auf einem ehemaligen Bergwerksgelände entworfen hatte. Taut wurde 1921 Stadtbaurat in Magdeburg, ein Amt um das sich Oelsner ebenfalls beworben hatte.

Der Stadtplaner

Seine Arbeit für Altona begann 1923 mit dem Auftrag, für das preußische Volkswohlfahrtministerium einen Generalbebauungsplan für die Hamburg umgebenden preußischen Städte Altona, Wandsbek und Harburg zu erstellen. Aus dieser Aufgabe unter der Leitung des Stadtplaners Joseph Brix entstand der Generalsiedlungsplan und ein Grüngürtelplan für Altona.

Aufgrund der Planungen konnte eine Parzellierung von Grundstücken am Elbhang verhindert werden, so wurden mehrere Grundstücke von der Stadt erworben oder gepachtet. Diese sind heute als öffentliche Parks zugänglich. Mit Ferdinand Tutenberg gestaltete er die Elbparks der Stadt und schuf den Elbuferwanderweg.

Im März 1924 wurde er parteiloser Bausenator unter dem sozialdemokratischen Bürgermeister Max Brauer, später Stadtbaurat in Altona, ein Amt, das er bis 1933 innehatte.

In den ersten Jahren seiner Amtszeit vergrößerte sich das Gebiet Altonas als Folge des Groß-Altona-Gesetzes durch die Eingemeindung der Elbvororte von 2.200 Hektar auf 9.084 Hektar um Platz für eine Neustrukturierung des Geländes für Neubauvorhaben zu erreichen.

Wenige Tage nach der Berufung Oelsners gratulierte ihm Fritz Schumacher in einem Brief. Es begann eine Freundschaft, die bis zum Tod Schumachers bestand und über den beruflichen Alltag hinausging und zu zahlreichen gegenseitigen Besuchen führte. Oelsner lebte ebenso wie Schumacher unverheiratet und tauschte sich mit ihm über Kunst und Literatur aus. Schumacher, der wesentlich mehr publizierte, würdigte häufig die Leistungen Oelsners.

Die Notwendigkeit, die städteplanerischen Entwicklungen zwischen den beiden unmittelbar aneinander grenzenden Städte Hamburg und Altona und natürlich auch Harburg aufeinander abzustimmen, führte im Dezember 1928 zur Einsetzung eines hamburgisch-preußischen Landesplanungsausschusses, der das Wirtschaftsgebiet an der Unterelbe in einem Umkreis von dreißig Kilometern um die Hamburger Börse weiterentwickeln sollte. Neben der Hafenentwicklung wurde auch der Straßenbau, der Ausbau des Eisenbahnnetzes sowie die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung einbezogen.

Der Baustil

Oelsner war ein Vertreter des Neuen Bauens in seiner strengen kubischen Form. Er verzichtete meist auf zusätzlichen keramischen Bauschmuck und nutzte die Möglichkeiten, mit der Anordnung der Klinker gestalterische Akzente zu setzen. Im Helmholtzblock und am Lunapark wurden die Dachgeschosse durch dunklere Backsteine mit starker horizontaler Gliederung ein akzentuierter Abschluss geschaffen. Hier bringen Eckfenster eine zusätzliche Belichtung in die Wohnung.

Er übernahm, was in England und von den Architekten der Amsterdamer Schule praktiziert wurde: farbige, vor allem gelbe Ziegel und setzte sich damit von den Hamburger rotbraunen Klinkern ab. Durch wechselnde Anordnung der Steine erzielte er horizontale Gliederungsbänder. Flachdächer hatte er ebenfalls bei seinen Besuchen niederländischer Architekten (Michel de Klerk, Jacobus Johannes Pieter Oud) und dem Städtebaukongress 1924 in Amsterdam sowie in der Auseinandersetzung mit den Arbeiten der Gruppe De Stijl kennengelernt.

Im »Haus der Jugend« und bei der »Arbeitsvermittlung« werden die tragenden Betonteile betont.

Während der nationalsozialistischen Herrschaft wurde der Charakter etlicher Gebäude durch die Umwandlung der Dachböden in Vollgeschosse und in dem Zusammenhang aufgesetzten Steil- oder Walmdächer dem ideologisch erwünschtem Stil Rechnung getragen. Energetische Sanierungsmaßnahmen in den letzten Jahren haben ebenfalls zu erheblichen Veränderungen im Erscheinungsbild geführt.

Kommunalbauten

Er schuf das Altonaer Stadtbild prägende Bauten für die kommunalen Zwecke in einem eigenen Stil.

  • Das Arbeitsamt Kieler Straße wurde 1926–1927 errichtet, die Bauleitung lag bei Rudolf Lodders, der für drei Jahre im Altonaer Bauamt tätig war. Der kubische Stahlbetonbau hat eine sichtbare Skelettfassade, die Wandflächen sind mit Keramikplatten verkleidet. Der Baukomplex hat einen Innenhof. Ursprünglich gab es sechzehn Eingänge, die in die verschiedenen Vermittlungsstellen führten. Das Gebäude wurde 1953–1956 von Wolfgang Rudhard umgebaut und um einen Anbau erweitert. Nach einem Leerstand wurde das Haus erneut umgebaut (1995–2000) und wird seit 2001 wieder als Arbeitsamt genutzt.
  • Das Berufsschulzentrum »Haus der Jugend« am Platz der Republik entstand 1928–1930 in direkter Sichtbeziehung zum wilhelminischen Altonaer Rathaus. Es ist ein besonders massenreiches Bauwerk, das durch geschickte Terrassenbildung der verschiedenen Bauteile fast filigran wirkt. Die tragende Rasterkonstruktion wird betont, die wenigen Wandteile unter den großen Fenstern sind mit Kupferblech verkleidet. Lange sieht darin einen angemessenen Ausdruck des Sparzwangs der späten Weimarer Republik. Der für eine Stadthallennutzung konzipierte Saal wird seit 1950 vom Altonaer Theater genutzt.
  • Er baute in der Nähe seiner Wohnanlagen Schulen, die überwiegend abgerissen wurden. Besonders hervorzuheben ist die von ihm entworfene Pestalozzi-Schule von 1927 in der Kleinen Freiheit in Altona. Die Großzügigkeit und solide Eleganz der hellen und breiten Treppenhäuser mit den kindgerecht flachen Stufen lassen die Schülerorientierung des Baues im Sinne von Johann Heinrich Pestalozzi schon beim Betreten erkennen. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz und wurde mittlerweile unter Erhalt der historischen Turnhalle zur Wohnnutzung durch eine Baugemeinschaft umgebaut.
  • Das Altonaer Stadion im Volkspark, am 11. September 1925 eingeweiht und nach seiner weitgehenden Kriegszerstörung 1953 durch das Volksparkstadion ersetzt wurde. In seiner Nachbarschaft war auch ein Schwimmstadion gebaut worden, das 1989 abgerissen worden ist.
  • Am Neumühlener Kai wurden die Kaischuppen E (1926) und F (1928) gebaut, die 1989 abgerissen wurden.

Sozialer Wohnungsbau in Altona

Nach dem Ersten Weltkrieg hatte sich die wirtschaftliche Situation in Altona, der nominell größten Stadt Schleswig-Holsteins, erheblich verschlechtert, nachdem Altona bis Ende des 19. Jahrhunderts als Industriestandort prosperiert hatte. Die Bevölkerungsstruktur war überwiegend proletarisch mit einer quantitativ und qualitativ schlechten Wohnraumversorgung. Die Hauszinssteuer gab der Stadt den finanziellen Spielraum die Wohnsituation nachhaltig zu verbessern.

Unter dem Magistrat Max Brauers wurden in den Jahren 1923 bis 1932 3800 Wohnungen im Auftrag und auf Rechnung der Kommune erstellt, die allesamt von der Siedlungsaktiengesellschaft Altona (SAGA) verwaltet wurden, die selbst nicht als Bauträger in Erscheinung trat. Insgesamt wurden in dieser Zeit 10.395 Wohnungen errichtet. An diesen Bauten hatte die Stadt neben gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschaften einen wesentlichen Anteil. Oelsner hat als Architekt viele dieser kommunalen Neubauten selbst entworfen und erstellt. Seine licht- und sonnendurchfluteten kommunalen Wohnungsbauten an der Helmholtzstraße in Hamburg-Ottensen sowie an der Luruper Chaussee in Bahrenfeld galten dank ihrer klaren Architektur als revolutionär. Die übliche Blockrandbebauung wurde zugunsten einer Zeilenbebauung mit Spielplätzen und Freiflächen mit kleinen Parkanlagen aufgegeben. Karl Schneider und Friedrich Richard Ostermeyer arbeiteten eng mit Oelsner zusammen und entwarfen genossenschaftliche Wohnanlagen. Ostermeyer blieb bei der konventionellen Blockrandbebauung, beispielsweise beim Bau des Friedrich–Ebert–Hofes in Ottensen (1928–1929 mit 738 Wohnungen).

Neben den eher innerstädtisch geprägten Wohnanlagen konnte Oelsner in der dritten Bauphase (1925–1926) der Steenkampsiedlung seine bisherigen theoretischen Erwägungen zum idealen Wohnen im Grünen aus der Kattowitzer Zeit in die Praxis umsetzen. Die Steenkampsiedlung gilt als eine der wichtigen Gartenstadtgründungen der 1920er Jahre. Sie umfasst 1050 Wohnungseinheiten auf einer Fläche von 33,17 Hektar. An den Planungen der ersten beiden Phasen waren Fritz Neugebauer, Kurt F. Schmidt und F. Ostermeyer beteiligt. Das Gelände, am westlichen Ende Bahrenfelds war verkehrsmäßig gut erschlossen. Die Gestaltung der Bauten der letzten Phase war durch eine sparsame Sachlichkeit geprägt.

Auf dem Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise entstanden zwei vorstädtische Kleinsiedlungen in Lurup und Osdorf, die Elbkampsiedlung („Fischkistendörfer“), in denen sich Arbeitslose und kinderreiche Arbeiterfamilien auf städtischem Grund von Oelsner entworfene eingeschossige Doppelhäuser mit eigenem Nutzgarten in Selbsthilfe errichteten (1932/1933), hiermit wurde dem entstandenen Wildwuchs an Behelfsheimen eine gewisse Ordnung gegeben. Der Altonaer Senator August Kirch, der die sozialen Belange bei den Neubauvorhaben der Stadt im Auge hatte, hatte dies angeregt.

Exil und Rückkehr

Als Mitglied des von den Nationalsozialisten abgesetzten sozialdemokratischen Magistrats verlor Oelsner 1933 sein Amt. Ein von den Nationalsozialisten angestrengter Prozess wegen Amtsmissbrauchs und der Verschwendung öffentlicher Gelder wurde Ende 1934 ergebnislos eingestellt. Ab 1937 war Oelsner aufgrund seiner deutsch-jüdischen Herkunft gezwungen, den Vornamen „Israel“ zu führen. Im Prozess hatten seine jüdischen Wurzeln noch keine Rolle gespielt. Im selben Jahr erhielt er die Erlaubnis, zu einem Städtebaukongress nach Cleveland zu reisen, wo er den Emigranten Max Brauer traf, der ihm von einer Rückkehr nach Deutschland abriet.

Grabmal Althamburgischer Gedächtnisfriedhof Ohlsdorf

Durch Vermittlung Schumachers übernahm Oelsner im Juli 1939 eine Beratungsaufgabe für Stadtbaufragen beim türkischen Ministerium für öffentliche Arbeiten in Ankara. Hier baute er eine Organisation für die Planungen in der sich modernisierenden Türkei auf. Ab 1940 teilte sich seine Tätigkeit zwischen Ankara und Istanbul auf, wo er den Aufbau eines Lehrstuhls für Städtebau an der Technischen Universität vorantrieb; außerdem lehrte an der Akademie der schönen Künste in Istanbul und war schließlich vom 1. März 1943 bis zum 31. Dezember 1949 Professor für Städtebau an der Akademie. Zu seinen Schülern gehörte auch Kemal Ahmet Arû.

Nach dem Krieg holte ihn Max Brauer 1949 nach Hamburg zurück, wo er im Rahmen der Wiederaufbauplanung als Referent unter dem Bausenator Paul Nevermann an der Gestaltung der Ost-West-Straße und an der Binnenalsterbauordnung mitarbeitete. 1950 war er Gründungsmitglied der Freien Akademie der Künste in Hamburg und erhielt von der Universität Hamburg den Fritz-Schumacher-Preis. Er zog sich dreiundsiebzigjährig 1952 aus dem aktiven Berufsleben zurück. Die Technische Universität Istanbul verlieh ihm 1955 die Ehrendoktorwürde.

Gustav Oelsner starb am 26. April 1956 in Hamburg und wurde neben Fritz Schumacher auf dem Friedhof Ohlsdorf im Bereich des Althamburgischen Gedächtnisfriedhofs beigesetzt, die Gedenkrede hielt Werner Hebebrand. Nach Oelsner wurde der Oelsnerring in Hamburg-Osdorf benannt.

Die nachfolgende Aufstellung enthält nur eine Auswahl der Bauten, im Wesentlichen stützt sie sich auf die Liste der denkmalgeschützten Bauten.

Foto Baujahr Objekt Erläuterung
1924–1925 Siedlungsbau
Moltkeblock

Griegstraße, Am Rathenaupark 1–15, Bernadottestraße 70–72, Bleickenallee
(53.54959.9104)

Zur Bauzeit hieß die Bernadottestraße noch Moltkestraße. Anlage mit 176 Wohnungen mit jeweils drei bis vier Zimmern mit 15 bis 20 m² Wohnfläche, Küche und Bad.


Hamburger Denkmalliste²°¹³ 16009 u. a.

1924
Mehrfamilienhaus

Arnkielstraße 14–18 / Langenfelder Straße 50–58
(53.5646388888899.9536111111111)

Hamburger Denkmalliste²°¹³ 15175f
1925
Wartehäuschen

Stadionstraße (ehemals Roehl Str.)
(53.5831111111119.8916111111111)

Hamburger Denkmalliste²°¹³ 11764
1925–1927
Siedlungsbau

Leverkusenstraße 20–26 / Schützenstraße 53–69 Stresemannstraße 30
(53.5648694444449.9292083333333)

Hamburger Denkmalliste²°¹³ 17264
1926
Transformatorenhäuschen

Max-Schmeling-Straße 9

Hamburger Denkmalliste²°¹³ 16972
1926–1927
Siedlungsbauensemble

Arnisstraße / Augustenburger Straße / Düppelstraße / Gefionstraße / Kieler Straße 12–18 / Koldingstraße 2–15
(53.5646944444449.9475277777778)

Hamburger Denkmalliste²°¹³ 15527
1926–1927
Siedlungsbau

Borselstraße 19–29, Bunsenstraße 3–13, 2-2, Helmholtzstraße, Ohmstraße
(53.5582361111119.9236388888889)

Hier versuchte Oelsner die dichte konventionelle Bebauung mit 339 typisierten 2- 2 ½ Zimmerwohnungen durch eine Zeilenbauweise aufzulockern.

Die Bauten wurden 1934/35 aufgestockt, das Flachdach durch Steildächer gem. der NS-Doktrin ersetzt.
Hamburger Denkmalliste²°¹³ 16044 f

1926–1927 im ehemaligen Altonaer Krankenhaus
Schwesternheim

Max-Brauer-Allee 136
(53.55759.9469)

Hamburger Denkmalliste²°¹³ 15620
Hier hatte Oelsner seinen gestalterischen Ansatz konsequent verfolgt

und die bereits von der Verwaltung angeschafften Möbel für 50 Schwesternzimmer zurückgewiesen. Dies war 1934 auch Gegenstand in seinem Prozess wegen Verschwendung öffentlicher Mittel.

1927 Erweiterungsbau der
Fachschule für Frauenberufe

heute: Gymnasium Altona Bleickenallee 5
(53.5507916666679.9214277777778)

Hamburger Denkmalliste²°¹³ 17799
1927
Arbeitsamt Altona

Kieler Straße 39
(53.5657638888899.943775)

Erweiterungen 1953–56 von Wolfgang Rudhard
Hamburger Denkmalliste²°¹³ 29368
1927–1928
Mehrfamilienhaus

Bahrenfelder Steindamm 37–49 / Thomasstraße 1–9
(53.5602083333339.9267472222222)

Das Gebäude wurde durch Dachausbau und Aufstockung mit einem Walmdach in der NS-Zeit erheblich verändert.
Hamburger Denkmalliste²°¹³ 17810 f
1927–1928
Kiosk

Bleickenallee 26a
(53.5512583333339.9182083333333)

Hamburger Denkmalliste²°¹³ 16051
eines der letzten Beispiele vergleichbarer Pavillons; 2003 zum Atelier für Stipendiaten der Hochschule für Bildende Künste umgebaut.
1927–1930
Staatliche Handelsschule / Jugendhaus und Altonaer Theater

Museumsstraße 15, 17, 19, Ottensener Marktplatz
(53.5486277777789.9345027777778)

Hamburger Denkmalliste²°¹³ 29232 f
1928
Pestalozzischule

Kleine Freiheit 68
(53.5523027777789.9568166666667)

Hamburger Denkmalliste²°¹³ 13284
1929
Siedlungsbau

Kleine Freiheit 60,62, 64; Große Freiheit 60–64
(53.5520444444449.9565666666667)

1951 wieder aufgebaut
Hamburger Denkmalliste²°¹³ 13283
1929–1930
Wohnquartier Luruper Chaussee


(53.57159.8959)

in Zeilenbauweise errichtete verputzte Gebäude, 1935 aufgestockt und mit Walmdächern versehen
1929–1930
Siedlungsbau Lunapark

Kieler Straße 55 / Lunapark / Memellandallee / Waidmannstraße
(53.5673305555569.9433138888889)

Bei diesem Objekt ging Oelsner von den bis dahin üblichen Wohnküchen ab und installierte Kleinküchen mit eingebauter Einrichtung.

Hamburger Denkmalliste²°¹³ 16206

1930–1931
Uhrmacherschule

Braunschweiger Straße 6
(53.5493583333339.9333333333333)

Integriert im Bau des Altonaer Museums
Hamburger Denkmalliste²°¹³ 16041
  • Paul Theodor Hoffmann: Neues Altona. Zehn Jahre Aufbau einer Großstadt 1919–1929. 2 Bände, Jena 1929.
  • Christoph Timm: Gustav Oelsner und das Neue Altona. Kommunale Architektur und Stadtplanung in der Weimarer Republik. Ernst Kabel, Hamburg 1984, ISBN 3-921909-27-9.
  • Olaf Bartels: Altonaer Architekten. Eine Stadtbaugeschichte in Biographien. Junius, Hamburg 1997, ISBN 3-88506-269-0.
  • Christoph Timm: In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 19, Duncker & Humblot, Berlin 1999, ISBN 3-428-00200-8, S. 441 f. ().
  • Gustav-Oelsner-Gesellschaft für Architektur und Städtebau e.V. (Hrsg.): Gustav Oelsner. Altonaer Bausenator 1924–1933: ein architektonischer Stadtrundgang. Dölling und Gallitz, Hamburg 2006, ISBN 978-3-937904-42-9.
  • Burcu Dogramaci (Hrsg.): Gustav Oelsner. Stadtplaner und Architekt der Moderne. Junius, Hamburg 2008, ISBN 978-3-88506-594-4.
  • Peter Michelis (Hrsg.): Der Architekt Gustav Oelsner. Licht, Luft und Farbe für Altona an der Elbe. Dölling und Gallitz, München 2008, ISBN 978-3-937904-56-6.
Commons: Gustav Oelsner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Hans Harms/Dirk Schubert: Wohnen in Hamburg – ein Stadtführer. Hamburg 1989, ISBN 3-7672-1079-7. referenziert als »Harms/Schubert«
  • Ralf Lange: Architektur in Hamburg Der große Architekturführer. Hamburg 2008, ISBN 978-3-88506-586-9. referenziert als »Lange«
  • Hamburger Denkmalliste²°¹³ von Hamburg veröffentlicht unter vom 1. Mai 2013
  1. Christoph Timm: Gustav Oelsner und das Neue Altona, Seite 9
  2. Klaus Bocklitz: Die Entwicklung und Organisation der Hamburger Bauverwaltung bis 1933 in: Dieter Schädel, Herausgeber: Wie das Kunstwerk Hamburg entstand, Hamburg 2006, ISBN 978-3-937904-35-1, S. 130
  3. Wolfgang Voigt: Zwei Städte, zwei Stadtarchitekten, zwei Junggesellen: Gustav Oelsner und Fritz Schumacher in Altona und Hamburg in Burcu Dogramaci: Gustav Oelsner, o. J., S. 69.
  4. vgl. Lange 2008, C65.
  5. vgl. Lange 2008, C 52.
  6. , abgerufen am 20. Mai 2013
  7. , abgerufen am 16. Juli 2019
  8. vgl. Harms/Schubert 1989, S. 36.
  9. Hildegard Kösters: Von der Wohnung zur Stadt – Kommunale Wohnungspolitik in der Weimarer Republik. Das Beispiel der preußischen Stadt Altona, in Burcu Dogramaci: Gustav Oelsner, o. J., S. 33 f
  10. vgl. Harms/Schubert 1989, S. 143ff.
  11. Christoph Timm: Gustav Oelsner und das Neue Altona
  12. B. Dogramaci, Einleitung im Sammelband, S. 15
  13. Burcu Dogramaci: Gustav Oelsner im türkischen Exil in Burcu Dogramaci: Gustav Oelsner, o. J., S. 119ff.
  14. Burcu Dogramaci: Gustav Oelsner, o. J., S. 179 ff.
  15. vgl. Harms/Schubert 1989, S. 134 f.
  16. vgl. Lange 2008, J 19.
  17. vgl. Lange 2008, C 57.1
  18. vgl. Lange 2008, J 24.
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Personendaten
NAME Oelsner, Gustav
KURZBESCHREIBUNG deutscher Architekt, Stadtplaner und Baubeamter
GEBURTSDATUM 23. Februar 1879
GEBURTSORT Posen
STERBEDATUM 26. April 1956
STERBEORT Hamburg

Gustav Oelsner
gustav, oelsner, deutscher, architekt, stadtplaner, baubeamter, sprache, beobachten, bearbeiten, februar, 1879, posen, april, 1956, hamburg, deutscher, architekt, stadtplaner, baubeamter, während, seines, exils, auch, hochschullehrer, typische, oelsner, sche, . Gustav Oelsner deutscher Architekt Stadtplaner und Baubeamter Sprache Beobachten Bearbeiten Gustav Oelsner 23 Februar 1879 in Posen 26 April 1956 in Hamburg war ein deutscher Architekt Stadtplaner Baubeamter und wahrend seines Exils auch Hochschullehrer Typische Oelsner sche Klinkerstruktur Inhaltsverzeichnis 1 Leben 1 1 Der Stadtplaner 1 2 Der Baustil 1 3 Kommunalbauten 1 4 Sozialer Wohnungsbau in Altona 1 5 Exil und Ruckkehr 2 Erhaltene Bauten 3 Literatur 4 Weblinks 5 EinzelnachweiseLeben BearbeitenOelsner wurde als Sohn deutscher Juden in Posen geboren und konvertierte bereits in seiner Jugend zum evangelischen Glauben Nach Beendigung seines Studiums an der Technischen Hochschule Berlin Charlottenburg im Jahr 1900 praktizierte er bei Paul Wallot in Berlin 1 und dem Architekten Max Hasak unter dem er an der Bauleitung beim Bau des Bode Museums mitarbeitete 1907 wurde er Stadtbauinspektor in Breslau unter Stadtbaurat Richard Pluddemann wo er unter anderem den Bau der Technischen Hochschule verantwortete Zum Stadtbaurat in Kattowitz wurde er 1911 bestellt ein Amt das er bis 1922 ausubte bis Oberschlesien der zweiten Polnischen Republik zugesprochen wurde Hier errichtete er einen Neubau fur die Furstlich Plessische Bergwerksdirektion sowie mehrere Schulen In dieser Zeit beschaftigte er sich mit den Leitbildern der Gartenstadtbewegung und begann eine Bekanntschaft mit Bruno Taut der in Kattowitz eine Gartenstadtsiedlung auf einem ehemaligen Bergwerksgelande entworfen hatte Taut wurde 1921 Stadtbaurat in Magdeburg ein Amt um das sich Oelsner ebenfalls beworben hatte Der Stadtplaner Bearbeiten Seine Arbeit fur Altona begann 1923 mit dem Auftrag fur das preussische Volkswohlfahrtministerium einen Generalbebauungsplan fur die Hamburg umgebenden preussischen Stadte Altona Wandsbek und Harburg zu erstellen Aus dieser Aufgabe unter der Leitung des Stadtplaners Joseph Brix entstand der Generalsiedlungsplan und ein Grungurtelplan fur Altona Aufgrund der Planungen konnte eine Parzellierung von Grundstucken am Elbhang verhindert werden so wurden mehrere Grundstucke von der Stadt erworben oder gepachtet Diese sind heute als offentliche Parks zuganglich Mit Ferdinand Tutenberg gestaltete er die Elbparks der Stadt und schuf den Elbuferwanderweg Im Marz 1924 wurde er parteiloser Bausenator unter dem sozialdemokratischen Burgermeister Max Brauer spater Stadtbaurat in Altona ein Amt das er bis 1933 innehatte In den ersten Jahren seiner Amtszeit vergrosserte sich das Gebiet Altonas als Folge des Gross Altona Gesetzes durch die Eingemeindung der Elbvororte von 2 200 Hektar auf 9 084 Hektar um Platz fur eine Neustrukturierung des Gelandes fur Neubauvorhaben zu erreichen Wenige Tage nach der Berufung Oelsners gratulierte ihm Fritz Schumacher in einem Brief Es begann eine Freundschaft die bis zum Tod Schumachers bestand und uber den beruflichen Alltag hinausging und zu zahlreichen gegenseitigen Besuchen fuhrte Oelsner lebte ebenso wie Schumacher unverheiratet und tauschte sich mit ihm uber Kunst und Literatur aus Schumacher der wesentlich mehr publizierte wurdigte haufig die Leistungen Oelsners Die Notwendigkeit die stadteplanerischen Entwicklungen zwischen den beiden unmittelbar aneinander grenzenden Stadte Hamburg und Altona und naturlich auch Harburg aufeinander abzustimmen fuhrte im Dezember 1928 zur Einsetzung eines hamburgisch preussischen Landesplanungsausschusses der das Wirtschaftsgebiet an der Unterelbe in einem Umkreis von dreissig Kilometern um die Hamburger Borse weiterentwickeln sollte Neben der Hafenentwicklung wurde auch der Strassenbau der Ausbau des Eisenbahnnetzes sowie die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung einbezogen 2 Der Baustil Bearbeiten Oelsner war ein Vertreter des Neuen Bauens in seiner strengen kubischen Form Er verzichtete meist auf zusatzlichen keramischen Bauschmuck und nutzte die Moglichkeiten mit der Anordnung der Klinker gestalterische Akzente zu setzen Im Helmholtzblock und am Lunapark wurden die Dachgeschosse durch dunklere Backsteine mit starker horizontaler Gliederung ein akzentuierter Abschluss geschaffen Hier bringen Eckfenster eine zusatzliche Belichtung in die Wohnung Er ubernahm was in England und von den Architekten der Amsterdamer Schule praktiziert wurde farbige vor allem gelbe Ziegel und setzte sich damit von den Hamburger rotbraunen Klinkern ab Durch wechselnde Anordnung der Steine erzielte er horizontale Gliederungsbander Flachdacher hatte er ebenfalls bei seinen Besuchen niederlandischer Architekten Michel de Klerk Jacobus Johannes Pieter Oud und dem Stadtebaukongress 1924 in Amsterdam sowie in der Auseinandersetzung mit den Arbeiten der Gruppe De Stijl kennengelernt 3 Im Haus der Jugend und bei der Arbeitsvermittlung werden die tragenden Betonteile betont Wahrend der nationalsozialistischen Herrschaft wurde der Charakter etlicher Gebaude durch die Umwandlung der Dachboden in Vollgeschosse und in dem Zusammenhang aufgesetzten Steil oder Walmdacher dem ideologisch erwunschtem Stil Rechnung getragen Energetische Sanierungsmassnahmen in den letzten Jahren haben ebenfalls zu erheblichen Veranderungen im Erscheinungsbild gefuhrt Kommunalbauten Bearbeiten Er schuf das Altonaer Stadtbild pragende Bauten fur die kommunalen Zwecke in einem eigenen Stil Das Arbeitsamt Kieler Strasse wurde 1926 1927 errichtet die Bauleitung lag bei Rudolf Lodders der fur drei Jahre im Altonaer Bauamt tatig war Der kubische Stahlbetonbau hat eine sichtbare Skelettfassade die Wandflachen sind mit Keramikplatten verkleidet Der Baukomplex hat einen Innenhof Ursprunglich gab es sechzehn Eingange die in die verschiedenen Vermittlungsstellen fuhrten Das Gebaude wurde 1953 1956 von Wolfgang Rudhard umgebaut und um einen Anbau erweitert 4 Nach einem Leerstand wurde das Haus erneut umgebaut 1995 2000 und wird seit 2001 wieder als Arbeitsamt genutzt Das Berufsschulzentrum Haus der Jugend am Platz der Republik entstand 1928 1930 in direkter Sichtbeziehung zum wilhelminischen Altonaer Rathaus Es ist ein besonders massenreiches Bauwerk das durch geschickte Terrassenbildung der verschiedenen Bauteile fast filigran wirkt Die tragende Rasterkonstruktion wird betont die wenigen Wandteile unter den grossen Fenstern sind mit Kupferblech verkleidet Lange sieht darin einen angemessenen Ausdruck des Sparzwangs der spaten Weimarer Republik 5 Der fur eine Stadthallennutzung konzipierte Saal wird seit 1950 vom Altonaer Theater genutzt Er baute in der Nahe seiner Wohnanlagen Schulen die uberwiegend abgerissen wurden Besonders hervorzuheben ist die von ihm entworfene Pestalozzi Schule von 1927 in der Kleinen Freiheit in Altona Die Grosszugigkeit und solide Eleganz der hellen und breiten Treppenhauser mit den kindgerecht flachen Stufen lassen die Schulerorientierung des Baues im Sinne von Johann Heinrich Pestalozzi schon beim Betreten erkennen Das Gebaude steht unter Denkmalschutz und wurde mittlerweile unter Erhalt der historischen Turnhalle zur Wohnnutzung durch eine Baugemeinschaft umgebaut 6 7 Das Altonaer Stadion im Volkspark am 11 September 1925 eingeweiht und nach seiner weitgehenden Kriegszerstorung 1953 durch das Volksparkstadion ersetzt wurde In seiner Nachbarschaft war auch ein Schwimmstadion gebaut worden das 1989 abgerissen worden ist Am Neumuhlener Kai wurden die Kaischuppen E 1926 und F 1928 gebaut die 1989 abgerissen wurden Sozialer Wohnungsbau in Altona Bearbeiten Nach dem Ersten Weltkrieg hatte sich die wirtschaftliche Situation in Altona der nominell grossten Stadt Schleswig Holsteins erheblich verschlechtert nachdem Altona bis Ende des 19 Jahrhunderts als Industriestandort prosperiert hatte Die Bevolkerungsstruktur war uberwiegend proletarisch mit einer quantitativ und qualitativ schlechten Wohnraumversorgung 8 Die Hauszinssteuer gab der Stadt den finanziellen Spielraum die Wohnsituation nachhaltig zu verbessern Unter dem Magistrat Max Brauers wurden in den Jahren 1923 bis 1932 3800 Wohnungen im Auftrag und auf Rechnung der Kommune erstellt die allesamt von der Siedlungsaktiengesellschaft Altona SAGA verwaltet wurden die selbst nicht als Bautrager in Erscheinung trat Insgesamt wurden in dieser Zeit 10 395 Wohnungen errichtet An diesen Bauten hatte die Stadt neben gemeinnutzigen Wohnungsbaugenossenschaften einen wesentlichen Anteil 9 Oelsner hat als Architekt viele dieser kommunalen Neubauten selbst entworfen und erstellt Seine licht und sonnendurchfluteten kommunalen Wohnungsbauten an der Helmholtzstrasse in Hamburg Ottensen sowie an der Luruper Chaussee in Bahrenfeld galten dank ihrer klaren Architektur als revolutionar Die ubliche Blockrandbebauung wurde zugunsten einer Zeilenbebauung mit Spielplatzen und Freiflachen mit kleinen Parkanlagen aufgegeben Karl Schneider und Friedrich Richard Ostermeyer arbeiteten eng mit Oelsner zusammen und entwarfen genossenschaftliche Wohnanlagen Ostermeyer blieb bei der konventionellen Blockrandbebauung beispielsweise beim Bau des Friedrich Ebert Hofes in Ottensen 1928 1929 mit 738 Wohnungen Neben den eher innerstadtisch gepragten Wohnanlagen konnte Oelsner in der dritten Bauphase 1925 1926 der Steenkampsiedlung seine bisherigen theoretischen Erwagungen zum idealen Wohnen im Grunen aus der Kattowitzer Zeit in die Praxis umsetzen Die Steenkampsiedlung gilt als eine der wichtigen Gartenstadtgrundungen der 1920er Jahre Sie umfasst 1050 Wohnungseinheiten auf einer Flache von 33 17 Hektar An den Planungen der ersten beiden Phasen waren Fritz Neugebauer Kurt F Schmidt und F Ostermeyer beteiligt Das Gelande am westlichen Ende Bahrenfelds war verkehrsmassig gut erschlossen Die Gestaltung der Bauten der letzten Phase war durch eine sparsame Sachlichkeit gepragt 10 Auf dem Hohepunkt der Weltwirtschaftskrise entstanden zwei vorstadtische Kleinsiedlungen in Lurup und Osdorf die Elbkampsiedlung Fischkistendorfer in denen sich Arbeitslose und kinderreiche Arbeiterfamilien auf stadtischem Grund von Oelsner entworfene eingeschossige Doppelhauser mit eigenem Nutzgarten in Selbsthilfe errichteten 1932 1933 hiermit wurde dem entstandenen Wildwuchs an Behelfsheimen eine gewisse Ordnung gegeben Der Altonaer Senator August Kirch der die sozialen Belange bei den Neubauvorhaben der Stadt im Auge hatte hatte dies angeregt Exil und Ruckkehr Bearbeiten Als Mitglied des von den Nationalsozialisten abgesetzten sozialdemokratischen Magistrats verlor Oelsner 1933 sein Amt 11 Ein von den Nationalsozialisten angestrengter Prozess wegen Amtsmissbrauchs und der Verschwendung offentlicher Gelder wurde Ende 1934 ergebnislos eingestellt Ab 1937 war Oelsner aufgrund seiner deutsch judischen Herkunft gezwungen den Vornamen Israel zu fuhren Im Prozess hatten seine judischen Wurzeln noch keine Rolle gespielt Im selben Jahr erhielt er die Erlaubnis zu einem Stadtebaukongress nach Cleveland zu reisen wo er den Emigranten Max Brauer traf der ihm von einer Ruckkehr nach Deutschland abriet 12 Grabmal Althamburgischer Gedachtnisfriedhof Ohlsdorf Durch Vermittlung Schumachers ubernahm Oelsner im Juli 1939 eine Beratungsaufgabe fur Stadtbaufragen beim turkischen Ministerium fur offentliche Arbeiten in Ankara Hier baute er eine Organisation fur die Planungen in der sich modernisierenden Turkei auf Ab 1940 teilte sich seine Tatigkeit zwischen Ankara und Istanbul auf wo er den Aufbau eines Lehrstuhls fur Stadtebau an der Technischen Universitat vorantrieb ausserdem lehrte an der Akademie der schonen Kunste in Istanbul und war schliesslich vom 1 Marz 1943 bis zum 31 Dezember 1949 Professor fur Stadtebau an der Akademie Zu seinen Schulern gehorte auch Kemal Ahmet Aru Nach dem Krieg holte ihn Max Brauer 1949 nach Hamburg zuruck wo er im Rahmen der Wiederaufbauplanung als Referent unter dem Bausenator Paul Nevermann an der Gestaltung der Ost West Strasse und an der Binnenalsterbauordnung mitarbeitete 13 1950 war er Grundungsmitglied der Freien Akademie der Kunste in Hamburg und erhielt von der Universitat Hamburg den Fritz Schumacher Preis Er zog sich dreiundsiebzigjahrig 1952 aus dem aktiven Berufsleben zuruck Die Technische Universitat Istanbul verlieh ihm 1955 die Ehrendoktorwurde Gustav Oelsner starb am 26 April 1956 in Hamburg und wurde neben Fritz Schumacher auf dem Friedhof Ohlsdorf im Bereich des Althamburgischen Gedachtnisfriedhofs beigesetzt die Gedenkrede hielt Werner Hebebrand 14 Nach Oelsner wurde der Oelsnerring in Hamburg Osdorf benannt Erhaltene Bauten BearbeitenDie nachfolgende Aufstellung enthalt nur eine Auswahl der Bauten im Wesentlichen stutzt sie sich auf die Liste der denkmalgeschutzten Bauten Foto Baujahr Objekt Erlauterung 1924 1925 Siedlungsbau Moltkeblock Griegstrasse Am Rathenaupark 1 15 Bernadottestrasse 70 72 Bleickenallee Lage 53 5495 9 9104 Zur Bauzeit hiess die Bernadottestrasse noch Moltkestrasse Anlage mit 176 Wohnungen mit jeweils drei bis vier Zimmern mit 15 bis 20 m Wohnflache Kuche und Bad 15 Hamburger Denkmalliste 16009 u a 1924 Mehrfamilienhaus Arnkielstrasse 14 18 Langenfelder Strasse 50 58 Lage 53 564638888889 9 9536111111111 Hamburger Denkmalliste 15175f 1925 Wartehauschen Stadionstrasse ehemals Roehl Str Lage 53 583111111111 9 8916111111111 Hamburger Denkmalliste 117641925 1927 Siedlungsbau Leverkusenstrasse 20 26 Schutzenstrasse 53 69 Stresemannstrasse 30 Lage 53 564869444444 9 9292083333333 Hamburger Denkmalliste 17264 1926 Transformatorenhauschen Max Schmeling Strasse 9 Hamburger Denkmalliste 16972 1926 1927 Siedlungsbauensemble Arnisstrasse Augustenburger Strasse Duppelstrasse Gefionstrasse Kieler Strasse 12 18 Koldingstrasse 2 15 Lage 53 564694444444 9 9475277777778 Hamburger Denkmalliste 15527 1926 1927 Siedlungsbau Borselstrasse 19 29 Bunsenstrasse 3 13 2 2 Helmholtzstrasse Ohmstrasse Lage 53 558236111111 9 9236388888889 Hier versuchte Oelsner die dichte konventionelle Bebauung mit 339 typisierten 2 2 Zimmerwohnungen durch eine Zeilenbauweise aufzulockern Die Bauten wurden 1934 35 aufgestockt das Flachdach durch Steildacher gem der NS Doktrin ersetzt 16 Hamburger Denkmalliste 16044 f 1926 1927 im ehemaligen Altonaer Krankenhaus Schwesternheim Max Brauer Allee 136 Lage 53 5575 9 9469 Hamburger Denkmalliste 15620 Hier hatte Oelsner seinen gestalterischen Ansatz konsequent verfolgt und die bereits von der Verwaltung angeschafften Mobel fur 50 Schwesternzimmer zuruckgewiesen Dies war 1934 auch Gegenstand in seinem Prozess wegen Verschwendung offentlicher Mittel 17 1927 Erweiterungsbau der Fachschule fur Frauenberufe heute Gymnasium Altona Bleickenallee 5 Lage 53 550791666667 9 9214277777778 Hamburger Denkmalliste 17799 1927 Arbeitsamt Altona Kieler Strasse 39 Lage 53 565763888889 9 943775 Erweiterungen 1953 56 von Wolfgang Rudhard Hamburger Denkmalliste 29368 1927 1928 Mehrfamilienhaus Bahrenfelder Steindamm 37 49 Thomasstrasse 1 9 Lage 53 560208333333 9 9267472222222 Das Gebaude wurde durch Dachausbau und Aufstockung mit einem Walmdach in der NS Zeit erheblich verandert Hamburger Denkmalliste 17810 f 1927 1928 Kiosk Bleickenallee 26a Lage 53 551258333333 9 9182083333333 Hamburger Denkmalliste 16051 eines der letzten Beispiele vergleichbarer Pavillons 2003 zum Atelier fur Stipendiaten der Hochschule fur Bildende Kunste umgebaut 18 1927 1930 Staatliche Handelsschule Jugendhaus und Altonaer Theater Museumsstrasse 15 17 19 Ottensener Marktplatz Lage 53 548627777778 9 9345027777778 Hamburger Denkmalliste 29232 f 1928 Pestalozzischule Kleine Freiheit 68 Lage 53 552302777778 9 9568166666667 Hamburger Denkmalliste 132841929 Siedlungsbau Kleine Freiheit 60 62 64 Grosse Freiheit 60 64 Lage 53 552044444444 9 9565666666667 1951 wieder aufgebaut Hamburger Denkmalliste 132831929 1930 Wohnquartier Luruper Chaussee Lage 53 5715 9 8959 in Zeilenbauweise errichtete verputzte Gebaude 1935 aufgestockt und mit Walmdachern versehen 1929 1930 Siedlungsbau Lunapark Kieler Strasse 55 Lunapark Memellandallee Waidmannstrasse Lage 53 567330555556 9 9433138888889 Bei diesem Objekt ging Oelsner von den bis dahin ublichen Wohnkuchen ab und installierte Kleinkuchen mit eingebauter Einrichtung Hamburger Denkmalliste 16206 1930 1931 Uhrmacherschule Braunschweiger Strasse 6 Lage 53 549358333333 9 9333333333333 Integriert im Bau des Altonaer Museums Hamburger Denkmalliste 16041Literatur BearbeitenPaul Theodor Hoffmann Neues Altona Zehn Jahre Aufbau einer Grossstadt 1919 1929 2 Bande Jena 1929 Christoph Timm Gustav Oelsner und das Neue Altona Kommunale Architektur und Stadtplanung in der Weimarer Republik Ernst Kabel Hamburg 1984 ISBN 3 921909 27 9 Olaf Bartels Altonaer Architekten Eine Stadtbaugeschichte in Biographien Junius Hamburg 1997 ISBN 3 88506 269 0 Christoph Timm Oelsner Gustav In Neue Deutsche Biographie NDB Band 19 Duncker amp Humblot Berlin 1999 ISBN 3 428 00200 8 S 441 f Digitalisat Gustav Oelsner Gesellschaft fur Architektur und Stadtebau e V Hrsg Gustav Oelsner Altonaer Bausenator 1924 1933 ein architektonischer Stadtrundgang Dolling und Gallitz Hamburg 2006 ISBN 978 3 937904 42 9 Burcu Dogramaci Hrsg Gustav Oelsner Stadtplaner und Architekt der Moderne Junius Hamburg 2008 ISBN 978 3 88506 594 4 Peter Michelis Hrsg Der Architekt Gustav Oelsner Licht Luft und Farbe fur Altona an der Elbe Dolling und Gallitz Munchen 2008 ISBN 978 3 937904 56 6 Weblinks Bearbeiten Commons Gustav Oelsner Sammlung von Bildern Videos und Audiodateien Literatur von und uber Gustav Oelsner im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek Website der Gustav Oelsner Gesellschaft Jan Lubitz Gustav Oelsner auf architekten portrait deutsche Architekten des 20 Jahrhunderts Gustav Oelsner In archINFORM Deutschsprachige Architekten im Exil 1933 1945 Gustav Oelsner Fachgebiet Kunstgeschichte des KIT Aus dem Nachlass von Gustav Oesler Digitalisierte Bestande bei der Universitatsbibliothek Hamburg Gustav Oelsner Altonas vergessener Baumeister in abendblatt de 14 Marz 2019 Einzelnachweise BearbeitenHans Harms Dirk Schubert Wohnen in Hamburg ein Stadtfuhrer Hamburg 1989 ISBN 3 7672 1079 7 referenziert als Harms Schubert Ralf Lange Architektur in Hamburg Der grosse Architekturfuhrer Hamburg 2008 ISBN 978 3 88506 586 9 referenziert als Lange Hamburger Denkmalliste von Hamburg veroffentlicht unter Denkmalliste Hamburg vom 1 Mai 2013 Christoph Timm Gustav Oelsner und das Neue Altona Seite 9 Klaus Bocklitz Die Entwicklung und Organisation der Hamburger Bauverwaltung bis 1933 in Dieter Schadel Herausgeber Wie das Kunstwerk Hamburg entstand Hamburg 2006 ISBN 978 3 937904 35 1 S 130 Wolfgang Voigt Zwei Stadte zwei Stadtarchitekten zwei Junggesellen Gustav Oelsner und Fritz Schumacher in Altona und Hamburg in Burcu Dogramaci Gustav Oelsner o J S 69 vgl Lange 2008 C65 vgl Lange 2008 C 52 Pressemitteilung der Finanzbehorde Hamburg Oelsner Bau geht an Baugemeinschaft Wohnschule vom 4 Mai 2012 abgerufen am 20 Mai 2013 Programmheft Tag der Architektur 2019 S 18 abgerufen am 16 Juli 2019 vgl Harms Schubert 1989 S 36 Hildegard Kosters Von der Wohnung zur Stadt Kommunale Wohnungspolitik in der Weimarer Republik Das Beispiel der preussischen Stadt Altona in Burcu Dogramaci Gustav Oelsner o J S 33 f vgl Harms Schubert 1989 S 143ff Christoph Timm Gustav Oelsner und das Neue Altona B Dogramaci Einleitung im Sammelband S 15 Burcu Dogramaci Gustav Oelsner im turkischen Exil in Burcu Dogramaci Gustav Oelsner o J S 119ff Burcu Dogramaci Gustav Oelsner o J S 179 ff vgl Harms Schubert 1989 S 134 f vgl Lange 2008 J 19 vgl Lange 2008 C 57 1 vgl Lange 2008 J 24 Karte mit allen Koordinaten OSM WikiMap Normdaten Person GND 118736000 OGND AKS LCCN n85327591 VIAF 45097362 Wikipedia Personensuche PersonendatenNAME Oelsner GustavKURZBESCHREIBUNG deutscher Architekt Stadtplaner und BaubeamterGEBURTSDATUM 23 Februar 1879GEBURTSORT PosenSTERBEDATUM 26 April 1956STERBEORT HamburgAbgerufen von https de wikipedia org w index php title Gustav Oelsner amp oldid 213882460, wikipedia, wiki, deutsches

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