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Griechische Sprache

Übersicht:Griechische Sprache
(siehe auch: Griechisches Alphabet)
Urgriechisch (ca. 2000 v. Chr.)
Mykenisch (ca. 1600–1100 v. Chr.)
Altgriechisch (ca. 800–300 v. Chr.)
Dialekte:
Äolisch, Arkadisch-Kyprisch,
Attisch, Dorisch, Ionisch
Koine (ca. 300 v. Chr. – 300 n. Chr.)
Variante: Neutestamentliches Griechisch
Spätantikes Griechisch (ca. 300–600)
Mittelgriechisch (ca. 600–1500)
Neugriechisch (seit ca. 1500)
Heutige Amtssprache
Volkssprache: Dimotiki
Bildungssprache: Katharevousa
Dialekte:
Griko, Jevanisch, Kappadokisch,
Pontisch, Tsakonisch, Zypriotisch

Die griechische Sprache (neugriechischελληνική γλώσσαellinikí glóssa [?/i],altgriechischἑλληνικὴ γλῶσσα hellēnikḕ glō̂ssa bzw. attischἑλληνικὴ γλῶττα hellēnikḕ glō̂tta) ist eine indogermanische Sprache mit einer Schrifttradition, die sich über einen Zeitraum von 3400 Jahren erstreckt. Das in der Antike verwendete und heute an den Schulen gelehrte Altgriechische und das heute in Griechenland gesprochene Neugriechische sind verschiedene Stufen der griechischen Sprache.

Die abendländische Kultur ist maßgeblich durch die Sprache und Kultur des antiken Griechenlands geprägt. In griechischer Sprache beginnt die europäische Literatur, Philosophie und Wissenschaft. Bedeutende Werke der Weltliteratur wie die homerischen Epen, die großen Dramen von Aischylos, Sophokles und Euripides, die philosophischen Schriften von Platon und Aristoteles oder das Neue Testament sind auf Griechisch verfasst. In zahlreichen Lehn- und Fremdwörtern (Gräzismen) ist Griechisch in vielen modernen Sprachen lebendig.

Inhaltsverzeichnis

Die griechische Sprache gehört zu den indogermanischen Sprachen und stellt einen eigenen Zweig dieser Sprachfamilie dar. Die antike makedonische Sprache ist nahe mit dem Griechischen verwandt. Linguisten bezeichnen diese Sprachgruppe als Hellenische Sprachen. Die meisten Linguisten vermuten, dass beide Sprachen eine gleichwertige Abspaltung der hellenischen Ursprache seien, manch andere wiederum behaupten, dass das Makedonisch ein Dialekt des Griechischen sei.

Als nächste Verwandte kommen das Armenische und das Albanische in Frage. Diese Balkanindogermanisch-Hypothese wird durch quantitative Methoden gestützt.

Ursprünge

Die griechische Sprache ist einer der Hauptzweige der indogermanischen Sprachfamilie. Sie ist (möglicherweise über eine oder mehrere Zwischenstufen, z. B. das Balkanindogermanische) aus der indogermanischen Ursprache hervorgegangen. Für den Zeitraum der Entstehung des Griechischen, die mit der Einwanderung von Indoeuropäern auf die Balkanhalbinsel während der frühen Bronzezeit zusammenfallen dürfte, gibt es eine ganze Reihe von Hypothesen. Diese reichen von 3600 v. Chr. (Gimbutas) bis 2000 v. Chr. (Schuler). Die einwandernden Indoeuropäer trafen auf eine kulturell hochstehende, von den Griechen später Pelasger (Πελασγοί) genannte Urbevölkerung. Deren Sprache ist nicht überliefert, sondern nur als Substrat im Griechischen erschlossen. Dazu gehören z. B. Lehnwörter wieθάλασσα, thálassa (‚Meer‘) undνῆσος, nēsos (‚Insel‘) sowie zahlreiche Ortsnamen wieΚόρινθος (Korinth) undΠαρνασσός (Parnass). Die pelasgische Sprache (oder Sprachen) war wohl nicht indogermanisch; über einen Zusammenhang mit der minoischen Sprache Kretas wird spekuliert. Das Griechische wurde wohl auch von einer unbekannten indogermanischen Sprache, die eventuell dem ausgestorbenen Illyrischen nahestand, beeinflusst.

Mykenische Zeit

Hauptartikel: Mykenisches Griechisch

Die ältesten schriftlichen Zeugnisse der Sprache sind in Linearschrift B geschrieben. Sie erscheinen ab dem 14. Jahrhundert v. Chr. – also in mykenischer Zeit – als sehr kurze Texte auf Transportamphoren, wo sie den Inhalt bezeichnen. Längere Texte auf zahlreichen Tontäfelchen, ebenfalls rein praktischer Natur, wurden in den Archiven einiger mykenischer Paläste gefunden. Sie stammen aus dem Beginn des 12. Jahrhunderts v. Chr. Nach Zerstörung der meisten bisher bekannten mykenischen Paläste im 12. Jahrhundert ging die Kenntnis der Linearschrift B verloren. Die strukturell ähnliche Kyprische Silbenschrift auf Zypern blieb jedoch bis ins 3. Jahrhundert v. Chr. in Gebrauch.

Klassische Zeit

Hauptartikel: Altgriechische Sprache
Anfang der Ilias

Gegen Ende der „dunklen Jahrhunderte“, vermutlich um 800 v. Chr., übernahmen die Griechen das phönizische Schriftsystem und wandelten es durch die Einführung von Vokalzeichen ab. Eines der bekanntesten frühen Beispiele der neuen alphabetischen Schrift zeigt der sog. Nestor-Becher. In klassischer Zeit ist eine Vielzahl von Dialekten feststellbar, zu den wichtigsten zählen das (noch heute in den Schulen als Altgriechisch gelehrte) Attische, das Ionische, das Dorisch-Nordwestgriechische, von dem das heutige Tsakonisch abstammt, das Aiolische und das Arkadisch-Kyprische.

Die am Anfang der schriftlichen Überlieferung stehenden homerischen Epen, die Ilias und die Odyssee, sind zum Beispiel in einer künstlerischen Sprachform verfasst, die Wörter aus verschiedenen Dialekten benutzte, oft nach den Anforderungen des Metrums, im ganzen jedoch Ionisch mit zahlreichen aiolischen Elementen und Archaismen.

Hellenistische Zeit

Hauptartikel: Koine

Die politische, wirtschaftliche und kulturelle Vormachtstellung Athens im 5. Jahrhundert v. Chr. machte den dort gesprochenen attischen Dialekt zur Grundlage einer überregionalen Gemeinsprache (Koinē, griechischκοινή, ‚die Gemeinsame‘ oder ‚Allgemeine‘), die durch die Eroberungen Alexanders des Großen im 4. Jahrhundert v. Chr. zur Weltsprache und lingua franca aufstieg. In dieser Sprache wurde unter anderem das Neue Testament verfasst.

Imperium Romanum

Auch im Römischen Reich blieb Griechisch neben Latein die Amtssprache der östlichen Provinzen und wurde auch im Westen bei den gebildeten Ständen vorausgesetzt, dies auch aufgrund der kulturellen Abhängigkeit der Römer von den Griechen. In der Osthälfte des Reiches war Griechisch bereits seit dem Hellenismus die dominierende Sprache. Unter dem Einfluss fremder Sprachen und der fortbestehenden Dialekte erfolgten gegenüber dem Attischen einige Vereinfachungen in der Grammatik und dem Lautbestand. Dies führte seit dem späten 1. Jahrhundert v. Chr. immer wieder, insbesondere im 2. Jahrhundert, zu Bemühungen um eine „Reinigung“ der griechischen Sprache unter Rückgriff auf das klassische Attisch (Attizismus). Diese Sprachform, die das um 400 v. Chr. in Athen gesprochene Griechisch künstlich zur Norm erhob und von Autoren wie Dionysios von Halikarnassos vehement propagiert wurde, wurde nun zur Sprache der Literatur und der gebildeten Oberschicht, während sich die Umgangssprache immer weiter von dieser erstarrten Form entfernte. Es kam so zu einer ausgeprägten Diglossie, die für das Griechische über Jahrhunderte typisch sein sollte.

Byzanz

Hauptartikel: Mittelgriechische Sprache

Die „bereinigte“ Form des attischen Altgriechischen blieb auch nach der Teilung des Römischen Reiches im Jahr 395 die Literatursprache des spätantiken Oströmischen Reiches. Nach dem Verlust der lateinisch sprechenden Gebiete auf der Balkanhalbinsel wurde um 630 die lateinische Amtssprache schnell aufgegeben, und Ostrom wurde endgültig von einem römischen zum Byzantinischen Reich. Die Aussprache des Alltagsgriechischen hatte sich zu dieser Zeit bereits sehr stark verändert, besonders was die Vokale und Diphthonge angeht (die Unterscheidung zwischen Lang- und Kurzvokalen verschwand, und mehrere Vokale wurden als langes i (​[⁠i⁠]​) ausgesprochen, eine Erscheinung, die als Itazismus bezeichnet wird). Das Beta wurde nun durchgängig als ​[⁠v⁠]​ ausgesprochen. Spätestens um 700 ähnelte die Aussprache bereits sehr stark der des heutigen Griechisch, seit dem 10. Jahrhundert ist sie mit ihr praktisch identisch.

Nach etwa 640 erlebte Ostrom/Byzanz eine schwere Krisenphase; dies führte dazu, dass für etwa 150 Jahre kaum noch klassizistische Literatur entstand. Zudem verschwand gemeinsam mit den meisten Poleis auch der Grammatikunterricht, ebenso wie die lokalen Eliten, die sich jahrhundertelang über ihre Bildung (paideia) definiert hatten. Als im späten 8. Jahrhundert wieder eine nennenswerte literarische Produktion einsetzte, war die Sprache dieser Texte daher in der Regel wieder sehr viel näher am gesprochenen Griechisch dieser Zeit, als es in der Spätantike der Fall gewesen war. Die Veränderung der Aussprache führte in der alltäglichen Sprache zu starken Vereinfachungen bei Flexionsbildung und Grammatik, die auch die literarische Sprache beeinflussten. Doch sind die meisten literarischen Werke der byzantinischen Zeit in einer dem Altgriechischen zumindest angenäherten Sprachform verfasst, bei der der Grad der Abweichung von der „klassischen“ Sprachform sehr unterschiedlich ausfallen kann.

In Syrien und Ägypten blieb Griechisch nach der arabischen Eroberung zunächst noch für einige Jahrzehnte Amtssprache, bevor es diese Funktion ab etwa 700 an das Arabische verlor.

Neuzeit

Die Haltung des Osmanischen Reichs zur griechischen Sprache war im Allgemeinen tolerant: Schulunterricht in griechischer Sprache war nicht verboten, auch wenn das bis heute gerne behauptet wird, und viele Griechen kamen wegen ihrer Sprachkenntnisse in den Staatsdienst. Die erste Zeitung in Konstantinopel war auf Griechisch geschrieben. Außerdem war das Griechische (vor allem die Koine) Kirchensprache. Die Benutzung der Sprache war jedem freigestellt, eine offene Repression fand nicht statt. Der Verlust des Status als Staatssprache führte aber dazu, dass das Griechische in Folge erneut einem Wandel unterworfen wurde, vor allem geprägt von der Tendenz zur Vereinfachung der klassischen, komplexen grammatischen Struktur.

Nach der Gründung des modernen Staates 1829/30 wurde die sogenannte Katharévousa (griechisch καθαρεύουσα, ‚reine [Sprache]‘; die Grundlagen wurden von Adamantios Korais geschaffen) offizielle Unterrichts- und Amtssprache, eine künstlich geschaffene Hochsprache, die zunächst als Mittelweg zwischen stark antikisierenden und vulgaristischen Modellen für die neue Staatssprache konzipiert war, sich jedoch ab den 1830er-Jahren hinsichtlich Wortschatz und Grammatik zunehmend am klassischen Attisch orientierte. Die jahrhundertelange Koexistenz (Diglossie) dieser Hochsprache und der Volkssprache (Dimotiki, griechisch δημοτική) zog große Probleme im Bildungsbereich nach sich, da Kinder in ihrer natürlichen Sprachentwicklung massiv beeinträchtigt und daran gehindert wurden, sich frei in ihrer Muttersprache auszudrücken. Nach zahlreichen legislativen Initiativen im Lauf des 20. Jahrhunderts zur Etablierung der Volkssprache und ebenso zahlreichen Rückschritten und Archaisierungstendenzen (analog zur je amtierenden Regierung) wurde erst 1976 die Volkssprache endgültig zur Sprache der staatlichen Verwaltung und der Wissenschaft – in der neugriechischen Literatur war die Entscheidung für die Volkssprache allerdings schon im 19. Jahrhundert (Lyrik) bzw. zu Beginn des 20. Jahrhunderts (Prosa) gefallen. Viele Wörter und grammatikalische Strukturen sind aus der Katharevousa in die moderne Volkssprache übernommen worden, weswegen diese auch als Synthese aus Katharevousa und Dimotiki betrachtet wird und „Neugriechische Koine“ (νεοελληνική κοινή, Standard Modern Greek) heißt. Die orthodoxe Kirche und einige sprachpuristische Kreise halten für den schriftlichen Gebrauch weiterhin an der Katharévousa fest.

Vor der Erfindung und Einführung der heute noch gebräuchlichen griechischen Schrift etwa ab dem 9. Jh. v. Chr. wurde das mykenische Griechisch in der sogenannten Linear-B-Schrift festgehalten, die jedoch mit dem Untergang der mykenischen Kultur außer Gebrauch kam. Deren Vorläuferin, die Linear-A-Schrift, wurde vermutlich nicht für die griechische Sprache verwendet.

Obwohl sich die Aussprache des Griechischen im Verlauf der Jahrtausende vielfach geändert hat, blieb die Orthographie dank vielerlei Bemühungen um eine Reinhaltung der Sprache weitgehend konstant. Die in hellenistischer Zeit in die griechische Schriftsprache eingeführten Akzente (Akut, Gravis und Zirkumflex) und Symbole für Hauchlaute (Spiritus asper und Spiritus lenis) wurden noch bis vor kurzem verwendet. Durch Erlass Nr. 297 des griechischen Präsidenten vom 29. April 1982 wurden die Hauchzeichen abgeschafft und die Akzente durch ein einziges Zeichen (Tonos) ersetzt, das die betonte Silbe anzeigt. Der Tonos sieht aus wie ein Akut, ist jedoch nicht mit ihm identisch (in Unicode werden Tonos und Akut durch verschiedene Codes dargestellt). Insbesondere literarische Texte werden jedoch bis heute oft noch mit Hauchzeichen und Akzenten gedruckt – egal, ob es sich um die neugriechische Volkssprache Dimotikí oder die Staats- und Bildungssprache Katharévousa handelt.

Die griechische Sprache und Schrift hatte auf die Entwicklung Europas immensen Einfluss: Sowohl das lateinische als auch das kyrillische Alphabet wurden auf der Basis des griechischen Alphabets entwickelt.

Das Neue Testament wurde in hellenistischem Griechisch verfasst und wird in Griechenland bis heute im Original gelesen (siehe Bibelgriechisch). Sie wurde das erste Mal von Erasmus von Rotterdam gedruckt.

Eine der Hauptquellen der Renaissance und des Humanismus war die Rückbesinnung auf das im Westen fast vergessene Griechisch, ausgelöst unter anderem durch die Flucht vieler Byzantiner in den Westen nach dem Fall Konstantinopels 1453.

Noch heute werden wissenschaftliche Fachbegriffe international gerne unter Rückgriff auf griechische (und lateinische) Wörter geprägt. In der griechischen Sprache selbst werden hierfür fast nur griechische Wörter verwendet, viele lateinischstämmige Fachbegriffe, die in fast allen anderen modernen Sprachen üblich sind, lauten daher im Neugriechischen anders.

Siehe auch: Philhellenismus
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Wikibooks: Wikijunior Sprachen/ Griechisch – Lern- und Lehrmaterialien
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  3. MultiTree: A Digital Library of Language Relationships (http://multitree.org/codes/xmk)
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Griechische Sprache
griechische, sprache, indogermanische, sprache, sprache, beobachten, bearbeiten, übersicht, siehe, auch, griechisches, alphabet, urgriechisch, 2000, mykenisch, 1600, 1100, altgriechisch, dialekte, Äolisch, arkadisch, kyprisch, attisch, dorisch, ionischkoine, v. Griechische Sprache indogermanische Sprache Sprache Beobachten Bearbeiten Ubersicht Griechische Sprache siehe auch Griechisches Alphabet Urgriechisch ca 2000 v Chr Mykenisch ca 1600 1100 v Chr Altgriechisch ca 800 300 v Chr Dialekte Aolisch Arkadisch Kyprisch Attisch Dorisch IonischKoine ca 300 v Chr 300 n Chr Variante Neutestamentliches GriechischSpatantikes Griechisch ca 300 600 Mittelgriechisch ca 600 1500 Neugriechisch seit ca 1500 Heutige Amtssprache Volkssprache Dimotiki Bildungssprache Katharevousa Dialekte Griko Jevanisch Kappadokisch Pontisch Tsakonisch Zypriotisch Die griechische Sprache neugriechisch ellhnikh glwssa elliniki glossa anhoren i altgriechisch ἑllhnikὴ glῶssa hellenikḕ glō ssa bzw attisch ἑllhnikὴ glῶtta hellenikḕ glō tta ist eine indogermanische Sprache mit einer Schrifttradition die sich uber einen Zeitraum von 3400 Jahren erstreckt 1 Das in der Antike verwendete und heute an den Schulen gelehrte Altgriechische und das heute in Griechenland gesprochene Neugriechische sind verschiedene Stufen der griechischen Sprache Die abendlandische Kultur ist massgeblich durch die Sprache und Kultur des antiken Griechenlands gepragt In griechischer Sprache beginnt die europaische Literatur Philosophie und Wissenschaft Bedeutende Werke der Weltliteratur wie die homerischen Epen die grossen Dramen von Aischylos Sophokles und Euripides die philosophischen Schriften von Platon und Aristoteles oder das Neue Testament sind auf Griechisch verfasst In zahlreichen Lehn und Fremdwortern Grazismen ist Griechisch in vielen modernen Sprachen lebendig Inhaltsverzeichnis 1 Sprachverwandtschaft 2 Geschichte 2 1 Ursprunge 2 2 Mykenische Zeit 2 3 Klassische Zeit 2 4 Hellenistische Zeit 2 5 Imperium Romanum 2 6 Byzanz 2 7 Neuzeit 3 Schrift 4 Bedeutung 5 Literatur 6 Weblinks 7 EinzelnachweiseSprachverwandtschaft BearbeitenDie griechische Sprache gehort zu den indogermanischen Sprachen und stellt einen eigenen Zweig dieser Sprachfamilie dar Die antike makedonische Sprache ist nahe mit dem Griechischen verwandt Linguisten bezeichnen diese Sprachgruppe als Hellenische Sprachen 2 Die meisten Linguisten vermuten dass beide Sprachen eine gleichwertige Abspaltung der hellenischen Ursprache seien manch andere wiederum behaupten dass das Makedonisch ein Dialekt des Griechischen sei 3 Als nachste Verwandte kommen das Armenische und das Albanische in Frage Diese Balkanindogermanisch Hypothese wird durch quantitative Methoden gestutzt 4 Geschichte BearbeitenUrsprunge Bearbeiten Die griechische Sprache ist einer der Hauptzweige der indogermanischen Sprachfamilie Sie ist moglicherweise uber eine oder mehrere Zwischenstufen z B das Balkanindogermanische aus der indogermanischen Ursprache hervorgegangen Fur den Zeitraum der Entstehung des Griechischen die mit der Einwanderung von Indoeuropaern auf die Balkanhalbinsel wahrend der fruhen Bronzezeit zusammenfallen durfte gibt es eine ganze Reihe von Hypothesen Diese reichen von 3600 v Chr Gimbutas bis 2000 v Chr Schuler Die einwandernden Indoeuropaer trafen auf eine kulturell hochstehende von den Griechen spater Pelasger Pelasgoi genannte Urbevolkerung Deren Sprache ist nicht uberliefert sondern nur als Substrat im Griechischen erschlossen Dazu gehoren z B Lehnworter wie 8alassa thalassa Meer und nῆsos nesos Insel sowie zahlreiche Ortsnamen wie Korin8os Korinth und Parnassos Parnass Die pelasgische Sprache oder Sprachen war wohl nicht indogermanisch uber einen Zusammenhang mit der minoischen Sprache Kretas wird spekuliert Das Griechische wurde wohl auch von einer unbekannten indogermanischen Sprache die eventuell dem ausgestorbenen Illyrischen nahestand beeinflusst Mykenische Zeit Bearbeiten Hauptartikel Mykenisches Griechisch Die altesten schriftlichen Zeugnisse der Sprache sind in Linearschrift B geschrieben Sie erscheinen ab dem 14 Jahrhundert v Chr also in mykenischer Zeit als sehr kurze Texte auf Transportamphoren wo sie den Inhalt bezeichnen Langere Texte auf zahlreichen Tontafelchen ebenfalls rein praktischer Natur wurden in den Archiven einiger mykenischer Palaste gefunden Sie stammen aus dem Beginn des 12 Jahrhunderts v Chr Nach Zerstorung der meisten bisher bekannten mykenischen Palaste im 12 Jahrhundert ging die Kenntnis der Linearschrift B verloren Die strukturell ahnliche Kyprische Silbenschrift auf Zypern blieb jedoch bis ins 3 Jahrhundert v Chr in Gebrauch Klassische Zeit Bearbeiten Hauptartikel Altgriechische Sprache Anfang der Ilias Gegen Ende der dunklen Jahrhunderte vermutlich um 800 v Chr ubernahmen die Griechen das phonizische Schriftsystem und wandelten es durch die Einfuhrung von Vokalzeichen ab Eines der bekanntesten fruhen Beispiele der neuen alphabetischen Schrift zeigt der sog Nestor Becher In klassischer Zeit ist eine Vielzahl von Dialekten feststellbar zu den wichtigsten zahlen das noch heute in den Schulen als Altgriechisch gelehrte Attische das Ionische das Dorisch Nordwestgriechische von dem das heutige Tsakonisch abstammt das Aiolische und das Arkadisch Kyprische Die am Anfang der schriftlichen Uberlieferung stehenden homerischen Epen die Ilias und die Odyssee sind zum Beispiel in einer kunstlerischen Sprachform verfasst die Worter aus verschiedenen Dialekten benutzte oft nach den Anforderungen des Metrums im ganzen jedoch Ionisch mit zahlreichen aiolischen Elementen und Archaismen Hellenistische Zeit Bearbeiten Hauptartikel Koine Die politische wirtschaftliche und kulturelle Vormachtstellung Athens im 5 Jahrhundert v Chr machte den dort gesprochenen attischen Dialekt zur Grundlage einer uberregionalen Gemeinsprache Koine griechisch koinh die Gemeinsame oder Allgemeine die durch die Eroberungen Alexanders des Grossen im 4 Jahrhundert v Chr zur Weltsprache und lingua franca aufstieg In dieser Sprache wurde unter anderem das Neue Testament verfasst Imperium Romanum Bearbeiten Auch im Romischen Reich blieb Griechisch neben Latein die Amtssprache der ostlichen Provinzen und wurde auch im Westen bei den gebildeten Standen vorausgesetzt dies auch aufgrund der kulturellen Abhangigkeit der Romer von den Griechen In der Osthalfte des Reiches war Griechisch bereits seit dem Hellenismus die dominierende Sprache Unter dem Einfluss fremder Sprachen und der fortbestehenden Dialekte erfolgten gegenuber dem Attischen einige Vereinfachungen in der Grammatik und dem Lautbestand Dies fuhrte seit dem spaten 1 Jahrhundert v Chr immer wieder insbesondere im 2 Jahrhundert zu Bemuhungen um eine Reinigung der griechischen Sprache unter Ruckgriff auf das klassische Attisch Attizismus Diese Sprachform die das um 400 v Chr in Athen gesprochene Griechisch kunstlich zur Norm erhob und von Autoren wie Dionysios von Halikarnassos vehement propagiert wurde wurde nun zur Sprache der Literatur und der gebildeten Oberschicht wahrend sich die Umgangssprache immer weiter von dieser erstarrten Form entfernte Es kam so zu einer ausgepragten Diglossie die fur das Griechische uber Jahrhunderte typisch sein sollte Byzanz Bearbeiten Hauptartikel Mittelgriechische Sprache Die bereinigte Form des attischen Altgriechischen blieb auch nach der Teilung des Romischen Reiches im Jahr 395 die Literatursprache des spatantiken Ostromischen Reiches Nach dem Verlust der lateinisch sprechenden Gebiete auf der Balkanhalbinsel wurde um 630 die lateinische Amtssprache schnell aufgegeben und Ostrom wurde endgultig von einem romischen zum Byzantinischen Reich Die Aussprache des Alltagsgriechischen hatte sich zu dieser Zeit bereits sehr stark verandert besonders was die Vokale und Diphthonge angeht die Unterscheidung zwischen Lang und Kurzvokalen verschwand und mehrere Vokale wurden als langes i i ausgesprochen eine Erscheinung die als Itazismus bezeichnet wird Das Beta wurde nun durchgangig als v ausgesprochen Spatestens um 700 ahnelte die Aussprache bereits sehr stark der des heutigen Griechisch seit dem 10 Jahrhundert ist sie mit ihr praktisch identisch Nach etwa 640 erlebte Ostrom Byzanz eine schwere Krisenphase dies fuhrte dazu dass fur etwa 150 Jahre kaum noch klassizistische Literatur entstand Zudem verschwand gemeinsam mit den meisten Poleis auch der Grammatikunterricht ebenso wie die lokalen Eliten die sich jahrhundertelang uber ihre Bildung paideia definiert hatten Als im spaten 8 Jahrhundert wieder eine nennenswerte literarische Produktion einsetzte war die Sprache dieser Texte daher in der Regel wieder sehr viel naher am gesprochenen Griechisch dieser Zeit als es in der Spatantike der Fall gewesen war Die Veranderung der Aussprache fuhrte in der alltaglichen Sprache zu starken Vereinfachungen bei Flexionsbildung und Grammatik die auch die literarische Sprache beeinflussten Doch sind die meisten literarischen Werke der byzantinischen Zeit in einer dem Altgriechischen zumindest angenaherten Sprachform verfasst bei der der Grad der Abweichung von der klassischen Sprachform sehr unterschiedlich ausfallen kann In Syrien und Agypten blieb Griechisch nach der arabischen Eroberung zunachst noch fur einige Jahrzehnte Amtssprache bevor es diese Funktion ab etwa 700 an das Arabische verlor Neuzeit Bearbeiten Hauptartikel Neugriechische Sprache und Griechische Sprachfrage Die Haltung des Osmanischen Reichs zur griechischen Sprache war im Allgemeinen tolerant Schulunterricht in griechischer Sprache war nicht verboten auch wenn das bis heute gerne behauptet wird und viele Griechen kamen wegen ihrer Sprachkenntnisse in den Staatsdienst Die erste Zeitung in Konstantinopel war auf Griechisch geschrieben Ausserdem war das Griechische vor allem die Koine Kirchensprache Die Benutzung der Sprache war jedem freigestellt eine offene Repression fand nicht statt Der Verlust des Status als Staatssprache fuhrte aber dazu dass das Griechische in Folge erneut einem Wandel unterworfen wurde vor allem gepragt von der Tendenz zur Vereinfachung der klassischen komplexen grammatischen Struktur Nach der Grundung des modernen Staates 1829 30 wurde die sogenannte Katharevousa griechisch ka8areyoysa reine Sprache die Grundlagen wurden von Adamantios Korais geschaffen offizielle Unterrichts und Amtssprache eine kunstlich geschaffene Hochsprache die zunachst als Mittelweg zwischen stark antikisierenden und vulgaristischen Modellen fur die neue Staatssprache konzipiert war sich jedoch ab den 1830er Jahren hinsichtlich Wortschatz und Grammatik zunehmend am klassischen Attisch orientierte Die jahrhundertelange Koexistenz Diglossie dieser Hochsprache und der Volkssprache Dimotiki griechisch dhmotikh zog grosse Probleme im Bildungsbereich nach sich da Kinder in ihrer naturlichen Sprachentwicklung massiv beeintrachtigt und daran gehindert wurden sich frei in ihrer Muttersprache auszudrucken Nach zahlreichen legislativen Initiativen im Lauf des 20 Jahrhunderts zur Etablierung der Volkssprache und ebenso zahlreichen Ruckschritten und Archaisierungstendenzen analog zur je amtierenden Regierung wurde erst 1976 die Volkssprache endgultig zur Sprache der staatlichen Verwaltung und der Wissenschaft in der neugriechischen Literatur war die Entscheidung fur die Volkssprache allerdings schon im 19 Jahrhundert Lyrik bzw zu Beginn des 20 Jahrhunderts Prosa gefallen Viele Worter und grammatikalische Strukturen sind aus der Katharevousa in die moderne Volkssprache ubernommen worden weswegen diese auch als Synthese aus Katharevousa und Dimotiki betrachtet wird und Neugriechische Koine neoellhnikh koinh Standard Modern Greek heisst Die orthodoxe Kirche und einige sprachpuristische Kreise halten fur den schriftlichen Gebrauch weiterhin an der Katharevousa fest Schrift Bearbeiten Hauptartikel Griechisches Alphabet Linearschrift B und Linearschrift A Vor der Erfindung und Einfuhrung der heute noch gebrauchlichen griechischen Schrift etwa ab dem 9 Jh v Chr wurde das mykenische Griechisch in der sogenannten Linear B Schrift festgehalten die jedoch mit dem Untergang der mykenischen Kultur ausser Gebrauch kam Deren Vorlauferin die Linear A Schrift wurde vermutlich nicht fur die griechische Sprache verwendet Obwohl sich die Aussprache des Griechischen im Verlauf der Jahrtausende vielfach geandert hat blieb die Orthographie dank vielerlei Bemuhungen um eine Reinhaltung der Sprache weitgehend konstant Die in hellenistischer Zeit in die griechische Schriftsprache eingefuhrten Akzente Akut Gravis und Zirkumflex und Symbole fur Hauchlaute Spiritus asper und Spiritus lenis wurden noch bis vor kurzem verwendet Durch Erlass Nr 297 des griechischen Prasidenten vom 29 April 1982 wurden die Hauchzeichen abgeschafft und die Akzente durch ein einziges Zeichen Tonos ersetzt das die betonte Silbe anzeigt Der Tonos sieht aus wie ein Akut ist jedoch nicht mit ihm identisch in Unicode werden Tonos und Akut durch verschiedene Codes dargestellt Insbesondere literarische Texte werden jedoch bis heute oft noch mit Hauchzeichen und Akzenten gedruckt egal ob es sich um die neugriechische Volkssprache Dimotiki oder die Staats und Bildungssprache Katharevousa handelt Bedeutung BearbeitenDie griechische Sprache und Schrift hatte auf die Entwicklung Europas immensen Einfluss Sowohl das lateinische als auch das kyrillische Alphabet wurden auf der Basis des griechischen Alphabets entwickelt Das Neue Testament wurde in hellenistischem Griechisch verfasst und wird in Griechenland bis heute im Original gelesen siehe Bibelgriechisch Sie wurde das erste Mal von Erasmus von Rotterdam gedruckt Eine der Hauptquellen der Renaissance und des Humanismus war die Ruckbesinnung auf das im Westen fast vergessene Griechisch ausgelost unter anderem durch die Flucht vieler Byzantiner in den Westen nach dem Fall Konstantinopels 1453 Noch heute werden wissenschaftliche Fachbegriffe international gerne unter Ruckgriff auf griechische und lateinische Worter gepragt In der griechischen Sprache selbst werden hierfur fast nur griechische Worter verwendet viele lateinischstammige Fachbegriffe die in fast allen anderen modernen Sprachen ublich sind lauten daher im Neugriechischen anders Siehe auch PhilhellenismusLiteratur BearbeitenGeoffrey Horrocks Greek A History of the Language and Its Speakers Chichester u a Wiley Blackwell 2010 ISBN 978 1 4051 3415 6 Francisco R Adrados Geschichte der griechischen Sprache Von den Anfangen bis heute Ubers Hansbert Bertsch A Francke Verlag Tubingen Basel 2002 ISBN 3 8252 2317 5 Hans Eideneier Von Rhapsodie zu Rap Gunther Narr Verlag Tubingen 1999 ISBN 3 8233 5202 4 Leonard Robert Palmer The Greek language Humanities Press Atlantic Highlands 1980 Nachdruck The Bristol Classical Press London 1996 The Great languages ISBN 0 391 01203 7 Rez von Jon Christian Billigmeier in The American Journal of Philology 104 1983 303 306 online Deutsche Ubersetzung Die griechische Sprache Grundzuge der Sprachgeschichte und der historisch vergleichenden Grammatik Institut fur Sprachwissenschaft der Universitat Innsbruck Innsbruck 1986 Innsbrucker Beitrage zur Sprachwissenschaft Bd 50 Eduard Schwyzer Griechische Grammatik C H Beck Munchen Band 1 Allgemeiner Teil Lautlehre Wortbildung Flexion 1934 1939 6 Aufl 1990 Band 2 Syntax und syntaktische Stilistik 1950 5 Aufl 1988 Band 3 Register 1953 2 Nachdr der 2 Aufl 1980 Band 4 Stellenregister 1971 3 Aufl 2005 Handbuch der Altertumswissenschaft 2 Antonios N Jannaris An Historical Greek Grammar Macmillan and Co Limited London 1897 Weblinks Bearbeiten Wikibooks Wikijunior Sprachen Griechisch Lern und Lehrmaterialien Literatur von und uber Griechische Sprache im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek Eintrag zur zu den griechischen Sprache n in der Enzyklopadie des Europaischen Ostens PDF Datei 977 kB klaphil unibas ch Kurzbibliographie zur Geschichte der griechischen Sprache PDF 126 kB Chronologische Aufstellung der griechischen Sprachstufen mit SchriftbeispielenEinzelnachweise Bearbeiten Greek language in Encyclopaedia Britannica englisch B Joseph 2001 Ancient Greek In J Garry et al Hrsg Facts about the World s Major Languages An Encyclopedia of the World s Major Languages Past and Present 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