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Griechenland

Die Griechen der Neuzeit nennen sich selbst Hellenen (griechischΈλληνες, Ellines), jedoch hatten sie im Laufe der Geschichte zahlreiche unterschiedliche Bezeichnungen. Homer (8. Jahrhundert v. Chr.) verwendete den Begriff „Hellene“ nicht in seinen Epen. Auch in der klassischen Antike legten die Hellenen kaum Wert darauf, sich als eine einheitliche Nation darzustellen. Die eigene Heimat, sei es eine Polis oder ein Königreich, stand stattdessen bis auf nur wenige Ausnahmen im Vordergrund. So wurden z. B. die bei den Thermopylen gefallenen Soldaten Hellenen genannt. Auch wurden die Teilnehmer an den Olympischen Spielen als Hellenen zusammengefasst. Vielleicht deshalb war gerade diese Bezeichnung später in den ersten Jahrhunderten des Christentums ein Synonym für Heidentum. Von der Spätantike bis zum Ende des Mittelalters (1453) nannten die Griechen sich Rhōmaioi (altgriechischῬωμαῖοι ‚Römer‘). Unterschiedlichste geschichtliche Entwicklungen beeinflussten ihre Selbstbezeichnung. Diese variierenden Namen waren entweder völlig neu oder bereits früher benutzt worden und in Vergessenheit geraten. Sie waren zu jeweils ihrer Zeit signifikant und können heute als austauschbar betrachtet werden, was bedeutet, dass für das Volk der Griechen die Vielnamigkeit gilt.

In den meisten europäischen Sprachen und jenen Sprachen, die deren Bezeichnungen übernommen haben, beginnt der Name für Griechenland mit den Buchstaben GR (Grece, Grèce, Grecia, Griekenland etc.); der Ursprung all dieser Bezeichnungen liegt im lateinischen Begriff Graecus, der seinerseits im griechischen Graikos (Γραικός) seinen Ursprung hat, dem Namen eines böotischen Stammes, der sich im 8. Jahrhundert v. Chr. in Italien ansiedelte und unter dessen Namen die Hellenen im Westen bekannt wurden. Homer erwähnt in der Ilias die böotische Stadt Graia (Γραῖα); Pausanias zufolge war dies der alte Name von Tanagra. Kyme, eine Stadt südlich von Rom und nordwestlich von Neapel, wurde von Griechen aus den Städten Chalkis und Graia gegründet. Durch den Kontakt letzterer mit den Römern könnte der Begriff Graeci als Sammelbezeichnung für alle Hellenen entstanden sein.

Hingegen gehen die persische und türkische Bezeichnung der Griechen Yunan ebenso wie die der meisten anderen nahöstlichen Sprachen ursprünglich auf altpersisches Yauna zurück, welches wiederum dem griechischen Íōnes (Ἴωνες) entlehnt ist. Namensgeber war hier der griechische Stamm der Ionier, deren Städte im sechsten Jahrhundert v. Chr. von den Persern erobert wurden und deren Name, ähnlich wie der Name der Graeci im Westen, auf die Gesamtheit der Hellenen bezogen wurde.

Griechenland liegt am östlichen Mittelmeer in Südeuropa und setzt sich geographisch aus dem griechischen Festland am südlichen Ende des Balkans, der Halbinsel Peloponnes, die jedoch durch den Bau des Kanals von Korinth (eingeweiht 1893) vom Festland getrennt wurde, sowie zahlreichen Inseln zusammen, die hauptsächlich in der Ägäis, im Ionischen, aber auch im Libyschen Meer liegen. Die politische Grenze nach Norden bilden die Staaten Albanien (282 km), Nordmazedonien (228 km) und Bulgarien (494 km) sowie im Osten die Türkei (206 km). Eine natürliche Grenze bildet das Ionische Meer im Westen des Landes mit der italienischen Halbinsel und Sizilien sowie das Libysche Meer im äußersten Süden mit dem afrikanischen Kontinent. Die Insel Gavdos im Libyschen Meer ist der südlichste Punkt des Landes und gilt zudem geographisch als südlichster Punkt Europas.

Regionale Gliederung Griechenlands

Das Land hat eine Gesamtfläche von 131.957 km²: 106.915 km² entfallen auf das Festland, 25.042 km² (knapp 19 %) verteilen sich auf 3.054 Inseln, von denen 87 bewohnt sind. Auf Grund des Inselreichtums erzielt Griechenland eine bemerkenswerte Küstenlänge von 13.676 km, wovon etwa 4.000 km auf das griechische Festland entfallen. Die zum Teil recht großen Distanzen innerhalb des Landes stellen im Verhältnis zu seiner relativ kleinen Gesamtfläche ein weiteres geographisches Merkmal dar. So beträgt die Luftlinie zwischen der Insel Othoni bei Korfu und der Insel Kastelorizo im äußersten Südosten Griechenlands 983 km. Die kleinste geographische Ausdehnung – mit unter 550 km Luftlinie – besitzt das Land in ostwestlicher Richtung.

Der Olymp

Griechenland hat trotz seines stark maritimen Charakters einen Gebirgsanteil von 77,9 % und wird daher als Gebirgsland eingestuft. Zentrale Gebirge und Gebirgszüge des Landes sind das Pindos-Gebirge, der Olymp-Ossa-Pilion-Gebirgszug sowie das Rhodope-Gebirge auf dem griechischen Festland, das Taygetos-Gebirge auf der Halbinsel von Peloponnes und darüber hinaus das Ida- bzw. Psiloritis-Gebirge auf der Insel Kreta. Höchste Erhebung des Landes ist der Mytikas (2917 m) im Gebirgsstock des Olymp. Größere wirtschaftlich verwertbare Ebenen sind nur spärlich vorhanden und befinden sich hauptsächlich in den Regionen Thessalien, Makedonien und Thrakien.

Gewässer

Der Marathon-See mit der 1926 errichteten Staumauer

Größere Flüsse, die ganzjährig Wasser führen, gibt es überwiegend im Norden des griechischen Festlandes, die dort zur Bewässerung der fruchtbaren Täler und zum geringen Anteil der Energiegewinnung genutzt werden. Darunter der Pinios, Axios, Strymonas, Nestos und Evros. Im Süden Griechenlands führen die meisten Flüsse nur saisonal Wasser, können sich aber in der Regenzeit zu reißenden Strömen wandeln. Durch Attika fließt der Kifisos. Für die Binnenschifffahrt wurde einst der heutige Grenzfluss Evros genutzt. Der Norden Griechenlands liegt im Blauen Herzen Europas.

Die griechische Seenlandschaft ist wenig bekannt und besteht etwa zur Hälfte aus natürlichen Seen und aus Stauseen jüngerer Zeit. Der Trichonida-See in Ätolien-Akarnanien hat eine Oberfläche von 96 km² und eine Tiefe von 57 m und ist somit einer der drei größten natürlichen Seen in Griechenland. Die umgebenden Eukalyptus- und Olivenhaine sind Lebensraum für über 140 Vogelarten, der See selbst für einige seltene Fischarten. Ebenfalls in Ätolien-Akarnanien befindet sich der 92 km² große Kremasta-Stausee, der hauptsächlich vom Acheloos gespeist wird.

Klima

Ein See in Epirus, in den Bergen über der Baumgrenze
Mediterrane Landschaft auf Lefkada

Griechenland hat überwiegend ein mediterranes Klima mit feucht-milden Wintern und trocken-heißen Sommern. An der Küste ist es im Winter sehr mild und es regnet häufig; Schnee fällt nur selten. Die Sommer sind relativ heiß und es gibt nur gelegentlich Sommergewitter. Mit 48° wurde 1977 in Griechenland der kontinentaleuropäische Hitzerekord gemessen.

Im Landesinneren ist es vor allem im Winter deutlich kühler und es gibt häufig Nachtfrost, manchmal auch starke Schneefälle. Der Frühling ist kurz, verwöhnt aber „mit einem Feuerwerk aus Lavendel und Anemonen, Klatschmohn und Kamille“. Im Sommer ist es ähnlich wie an der Küste heiß und trocken. Die jährlichen Niederschläge schwanken zwischen 350 und 1500 mm. Die Niederschläge nehmen von West nach Ost ab und von Nord nach Süd. Trotzdem erhalten auch die Gebirge auf Kreta und dem Peloponnes Niederschläge über 1000 mm. Die Inseln im Osten der Ägais sind deutlich feuchter als die Inseln in der Mitte der Ägais. Am trockensten sind die Gebiete rund um Athen, aber auch Korinth und die südlichen Sporaden mit Niederschlägen von 350-450 mm. Auffallend ist, das im Norden Griechenlands auch in den Sommermonaten Juni bis August regelmäßiger mit geringen Niederschlägen zu rechnen ist. Die Verdunstung ist übers Jahr deutlich höher als der Niederschlag. Die vielen Inseln und die hohen Gebirge bedingen eine weite Varianz in Niederschlag und Temperatur. Kymi auf der Ostseite der Insel Euböa liegt auf der Luvseite und erhält doppelt so viel Niederschlag wie Chalkida auf der Leeseite. Da Griechenland sehr gebirgig ist, ist Wintersport durchaus möglich, es existieren 19 Wintersportgebiete unterschiedlicher Größe. Ein kleiner Teil im Nordwesten des Festlandes liegt in der gemäßigten Klimazone.

Flora und Fauna

Flughahn (Dactylopterus volitans) im Mittelmeer vor Ostkreta, ca. 3–5 m Tiefe.
Ein Mittelmeer-Steinschmätzer an einem Kloster auf Lesbos

Flora und Fauna sind kulturell eng mit antiken Mythen verbunden, seltener jedoch mit den Hauptgottheiten. Chloris war die Göttin der Blumen, die für Hera die Pflanzen sprießen ließ, Nymphen waren für das Leben der Pflanzen verantwortlich. Der Hirtengott Pan galt auch als Gott des Waldes und der Natur. Häufig nehmen in der griechischen Mythologie Götter die Gestalt von Naturerscheinungen oder von Tieren an. Die Vorsilbe Bio- geht auf das griechische Wort Bios für Leben zurück.

Bereits in der Antike wurden Wälder gerodet. Das Holz wurde zum Kochen, zum Heizen, als Bauholz oder zum Schiffbau verwendet; die gerodeten Flächen wurden als Ackerland oder Weideland genutzt. 2005 gab es 3.752.000 Hektar Forst und 2.780.000 Hektar andere bewaldete Gebiete. Circa 80 % Forst ist in Staatseigentum. Wo heute keine Landwirtschaft mehr stattfindet, wachsen Hartlaubgewächse (Erica, Erdbeerbaum, Echter Lorbeer, Johannisbrotbaum), aufgrund der gebirgigen Struktur wurden zahlreiche Hänge durch Bodenerosion kahl. Trotzdem ist Griechenland eines der artenreichsten Länder Europas und bezüglich der Vielfalt von medizinisch verwendbaren Pflanzen wird es weltweit nur von Madagaskar übertroffen. Ursache sind die zahlreichen Inseln und abgelegenen Täler. Insgesamt zählt Natura 2000 '241 Lebensräume mit Wichtigkeit für die Gemeinschaft' (SCI) und 202 spezielle Schutzzonen (SPA) auf. Von den 5500–6000 Pflanzenarten und Unterarten in Griechenland sind 20 % endemisch, die hohe Anzahl an Arten beinhaltet auch einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Heilpflanzen. Sie bildeten einst die Grundlage für eine ausgeprägte Volksmedizin, aber auch für die Asklepiaden. Den Großteil der Vegetation machen immergrüne Pflanzen (breitblättrig, sclerophyllus (hartblättrig)) aus.

Olivenhain bei Alexandroupolis

An Bäumen wachsen der kulturell und wirtschaftlich bedeutende Ölbaum, weiterhin Pinien, Aleppokiefern, Zypressen, Obstbäume sowie an Küstenregionen Palmen. Ab einer Höhe von 1000 m kommen Kastanien, Ulmen und Eichen vor, bis 2000 m Schwarzkiefern und Apollotannen, über der Baumgrenze auch alpine Matten. Zu den endemischen Bäumen gehört die kefalonische Tanne.

Auch aufgrund großer klimatischer Unterschiede zwischen dem Gebirge und den Küsten sowie dem milden Klima ist das Land so artenreich. Ein Großteil der sehr kleinteiligen Lebensräume ist nur schwer zugänglich und daher vor menschlichen Einflüssen wie Besiedelung oder dem Tourismus geschützt. Es finden sich über 900 Tierarten, darunter Geckos, Eidechsen (z. B. Smaragdeidechse), die griechische Landschildkröte, im Gebirge auch Rehe, Wildschweine und Füchse, vereinzelt auch Wölfe und Bären. Die Fauna der Inseln unterscheidet sich wesentlich von der des Festlandes. Regional finden sich dort z. B. die Unechte Karettschildkröte auf Zakynthos sowie als eine der endemischen Arten die Kretische Wildziege auf Kreta. Im Schmetterlingstal auf Rhodos ist die seltene Schmetterlingsart Russischer Bär zu finden. Lagunen- und Feuchtgebiete führen zu einem Reichtum an Vogelarten. Es kommen 36 der 38 europäischen Arten vor; davon brüten 23 im Gebiet.

Die einheimische Tier- und Pflanzenwelt steht in zehn Nationalparks und zwei Meeresnationalparks unter Schutz. Griechenland hat Anteile am Grünen Band Europas.

Der griechische Begriff für Jäger (Kynigós) leitet sich aus dem altgriechischen Wort Kyôn (Gen. Kynós) für Hund ab, bereits in der Antike gab es in Griechenland eine große Vielzahl an Hunden. Von Xenophon ist die Schrift Kynegetikós (Buch über die Jägerei) überliefert, die Fähigkeiten und Nutzen des Hundes insbesondere für die Jagd beschreibt. Es gibt nur wenige griechische Hunderassen, zum Beispiel den Hellinikos Ichnilatis und den Kritikos Lagonikos.

Siehe auch: Griechen
Griechenlands Geburtenrate nach Region (2014)
  • 1.5 - 1.7
  • 1.4 - 1.5
  • 1.3 - 1.4
  • < 1.3
  • Bevölkerungspyramide Griechenland 2016

    Als Seefahrtsnation und Land mit großer Küstenlinie ist Griechenland seit je sowohl Auswanderungsland als auch Ziel von Immigranten. Neben der christlich-orthodoxen, griechischsprachigen Mehrheitsbevölkerung existieren einige religiöse und sprachliche Minderheiten sowie Zuwanderergruppen. Da Griechenland solche Bevölkerungsgruppen statistisch nicht erfasst, beruhen alle Angaben zur Anzahl ihrer Mitglieder auf Schätzungen und können je nach politischem Standpunkt stark variieren. Eine vor allem wirtschaftlich bedeutsame Minderheit bilden die rund 500.000 Albaner, deren Zahl seit Anfang der Finanzkrise deutlich zurückgegangen ist, da viele albanische Arbeitsmigranten nach Albanien zurückkehren. Zu unterscheiden sind die neu zugewanderten Albaner von den ebenfalls albanischstämmigen Arvaniten, die schon vor Jahrhunderten nach Griechenland kamen oder deren Siedlungsgebiete in den neugriechischen Staat integriert wurden, heute weitgehend assimiliert. Es wird geschätzt, dass bis zu 1,6 Millionen Griechen arvanitische Vorfahren haben, was aber stark umstritten und nicht belegbar ist. Die Geburtenrate war im Zeitraum von 2010 bis 2015 mit 1,3 Kindern pro Frau eine der niedrigsten der Welt. Die Lebenserwartung betrug 80,7 Jahre (Männer: 78,0, Frauen 83,3). Die griechische Bevölkerung ist bereits eine der ältesten weltweit und wird weiter altern.

    Entwicklung der Bevölkerung

    Jahr Bevölkerung Jahr Bevölkerung
    1950 7.669.000 1990 10.249.000
    1955 8.011.000 1995 10.789.000
    1960 8.272.000 2000 11.142.000
    1965 8.451.000 2005 11.301.000
    1970 8.660.000 2010 11.446.000
    1975 9.010.000 2015 11.218.000
    1980 9.635.000 2019 10.724.599
    1985 9.975.000 2020 10.718.565

    Sprachen und Ethnien

    97,4 % der griechischen Bevölkerung sprechen die neugriechische Sprache. Da der griechische Staat alle Staatsbürger als Griechen betrachtet, werden keine Informationen zu sprachlichen Minderheiten erhoben, stammen die folgenden Zahlen aus Angaben des griechischen Staates gegenüber den europäischen Institutionen oder deren eigenen Schätzungen. Schätzungen verschiedener Minderheitsorganisationen sind oft weit höher; wie aktiv die jeweilige Sprache noch gesprochen wird, ist nur unzureichend erforscht.

    Sprachliche Minderheiten in Griechenland
    Volksgruppe Angehörige Quote abweichende Schätzungen Sprache(n)
    Griechen 10.508.690 97,4 % Neugriechisch
    Türken 59.000 0,5 % Türkisch
    Mazedonier 40.000 0,4 % 120.000–150.000 Mazedonisch, Ägäis-Mazedonisch
    Aromunen 40.000 0,4 % 80.000–120.000 Aromunisch
    Pomaken 39.000 0,4 % Bulgarisch
    Armenier 30.000 0,3 % Armenisch
    Çamen und Arvaniten 23.000 0,2 % 150.000–200.000 Albanisch, Arvanitika
    Roma 22.000 0,2 % 120.000–300.000 Romani
    Meglenorumänen 10.000 0,1 % Meglenorumänisch
    Sarakatsanen 10.000 0,1 % Neugriechisch: Sarakatsanisch
    Juden 6.000 Ladino (auch Griechisch)
    Summe der Minderheiten 279.000 2,6 %

    Die Dialekte des Türkischen auf dem Balkan (dem früheren rumelischen Teil des Osmanischen Reiches) teilen sich in das Westrumelische, das in Makedonien und den heutigen Nachfolgestaaten Jugoslawiens gesprochen wurde, und das Ostrumelische Ostthrakiens. Die Mundart der meisten Türken im heute griechischen Westthrakien nimmt eine Sonderstellung zwischen beiden ein.

    Die letzte staatliche Zahl zur Verbreitung des Mazedonischen veröffentlichte Griechenland nach der Volkszählung 1951, die 41.017 „slawophone Griechen“ auswies. Aufgrund der starken Repressionen gegen das Mazedonische in der Öffentlichkeit gilt diese Zahl jedoch als viel zu niedrig. Sprachlich besteht ein Dialektkontinuum zwischen den mazedonischen und bulgarischen Mundarten. Für die Sprache der Minderheit werden Begriffe wie Slawomakedonisch, Slawisch, Entopia (letzteres bedeutet so viel wie ‚lokale Mundart‘) und vor dem beigelegten Streit um den Namen Mazedonien auch Makedonitisch gebraucht. Im Gebiet Griechenlands werden (vorwiegend in Westmakedonien, namentlich in der Präfektur Florina) mazedonische Mundarten gesprochen. Die Mundarten in Griechenland gehören überwiegend der zentralen und der südöstlichen Dialektgruppe an, aus den Dialekten letzterer bildete sich im 19. Jahrhundert eine als Ägäis-Mazedonisch bezeichnete Schriftsprache aus, die mit dem griechischen Alphabet geschrieben wurde.

    Aromunisch ist eine dem Rumänischen nahe verwandte Sprache. Sie wird hauptsächlich im Gebiet der Verwaltungsregion Thessalien in Zentralgriechenland von der Gruppe der Aromunen (im Griechischen meist als Wlachen bezeichnet) gesprochen. Ihre Anzahl wurde auf bis zu ca. 100.000 aktive und 300.000 passive Sprecher geschätzt. Die Zahl der Sprecher nimmt ständig ab, vor allem unter Kindern.

    Die Sprache der Pomaken wird in Griechenland vor allem in den Präfekturen Xanthi, Rodopi und Evros gesprochen. Die Pomaken sprechen die jeweiligen bulgarischen Dialekte des Gebiets, in dem sie wohnen; die Pomaken Westthrakiens werden als thrakische Gruppe der östlichen Rhodopen-Dialekte eingeordnet. Im Gegensatz zu den rund 250.000 Pomaken in Bulgarien ist die Bindung an die bulgarische Schriftsprache in Griechenland verhältnismäßig gering, ein eigenes Schrifttum hat sich nicht ausgebildet.

    Das Westarmenische drang zur Zeit des Osmanischen Reiches von Anatolien aus nach Griechenland, die einstige Präsenz der Armenier in Griechenland ist heute noch in zahlreichen Ortsnamen (z. B. Armeni Αρμένι) gegenwärtig. Größere armenische Gemeinden gibt es in Athen und Thessaloniki. Die Armenier erhielten 1968 die griechische Staatsbürgerschaft.

    Albanisch oder Arvanitisch ist seit spätbyzantinischer Zeit im Gebiet des heutigen Griechenland vertreten. Die erste und hauptsächliche Einwanderungswelle fand auf Einladung der örtlichen Herrscher ab dem 13. und dann v. a. im 14. und bis in das 15. Jahrhundert statt. Seit damals siedeln die Arvaniten in etwa 300 Orten in Südgriechenland. So in Böotien, im östlich daran angrenzenden Attika (dem Umland von Athen), auf einigen Ägäisinseln (u. a. Euböa, Hydra) und auf der Peloponnes. Die albanischsprachigen Bevölkerungsteile in Griechenland sind nach Geschichte, Sprache und Bewusstsein keine einheitliche Gruppe. Insofern ist ihre auf Griechisch übliche Bezeichnung als „Arvaniten“ irreführend. Die internationale Wissenschaft bezeichnet als „Arvaniten“ deshalb nur die Angehörigen der Nachfahren von Zuwanderern aus dem südalbanischen Bereich. Als Eigenbezeichnung verwenden sie teils ein früher gesamtalbanisches Ethnonym, arbërorë. Die Sprache heißt dann entsprechend arbërisht. Der Großteil hat inzwischen aber auch im eigenen Sprachgebrauch die griechischen Bezeichnungen αρβανίτικα (arvanítika ,Arvanitisch‘) übernommen.

    Albanisch wird hauptsächlich im Gebiet des Verwaltungsbezirks Epirus in Nordwestgriechenland sowie von vereinzelten Bevölkerungsgruppen im Rest des Landes gesprochen. Man unterscheidet zwischen den Standardalbanisch sprechenden Çamen, die vorwiegend in Epirus siedelten und 1945 als „Kollaborateure“ mit den Besatzungsmächten fast vollständig nach Albanien vertrieben wurden und den über ganz Mittel- und Südgriechenland verstreuten, griechisch-orthodoxen Arvaniten. Das Arvanitische hat gewisse archaische Züge des Albanischen bewahrt und ist im Wortschatz vom Neugriechischen so stark beeinflusst, dass es für Sprecher des Standard-Albanischen von Albanien nicht mehr verständlich ist. Während der Pflege vlachischer und arvanitischer Traditionen und Folklore weiterhin hohe Aufmerksamkeit geschenkt wird, nimmt die Anzahl der aktiven Sprecher der entsprechenden Dialekte generationsbedingt ständig ab. Die Zahl der Arvaniten wird nach den Kriterien von Sprachgebrauch oder Bewusstsein heute oft auf 150.000 – 200.000 geschätzt.

    Die in Griechenland ansässigen Roma sprechen einen auf dem gesamten Balkan verbreiteten Dialekt des Romani. Neben den muslimischen Roma sind in ganz Griechenland auch zahlreiche christliche Roma (bezeichnet als αθίγγανοι, athíngani, oder τσιγγάνοι, tsingáni) ansässig, die zu Teilen von der Mehrheitsbevölkerung assimiliert sind, zu Teilen jedoch auch unter Bedingungen extremer sozialer Abgrenzung leben, die in der Regel mit dem Grad ihrer Erkennbarkeit als Roma einhergeht.

    Meglenorumänisch, gesprochen von der Gruppe der Meglenorumänen (im Griechischen meist als Wlachoi (Wlachen) bezeichnet), hauptsächlich im Grenzgebiet zur Republik Nordmazedonien, im Meglen-Tal. Es sind wenige Tausend Sprecher. Die Zahl der meglenorumänisch sprechenden Bevölkerung nimmt rasch ab.

    Ladino, die Sprache der Juden auf der Iberischen Halbinsel, gelangte mit Flüchtlingen ab dem 15. Jahrhundert ins Osmanische Reich und wurde in vielen Städten des heutigen Griechenland gesprochen. Es ist heute nur noch in geringen Resten in Griechenland vorhanden.

    Russisch, gesprochen von Rückkehrern aus dem Gebiet der ehemaligen UdSSR, deren Hintergrund in mancher Hinsicht mit dem der in Deutschland als Russlanddeutsche bezeichneten Bevölkerungsgruppe vergleichbar ist.

    Eine Nachbildung der traditionellen Behausungen der Karakatschanen (Sarakatsani); Gyftokambos, Präfektur Ioannina, Epirus.

    Migration

    Seit den 1990er-Jahren hat sich Griechenland von einem Auswanderungs- zu einem Einwanderungsland entwickelt. Die Zuwanderer kommen aus Ländern mit griechischer Diaspora (wie z. B. den ehemaligen GUS-Staaten), aus südosteuropäischen Nationen (vor allem den Nachbarländern) sowie aus Nordafrika und Asien.

    Die größten in Griechenland ansässigen Zuwanderergruppen waren laut Daten der Volkszählung von 2001 (nicht erfasst werden griechische und eingebürgerte Zuwanderer):

    Daneben leben schätzungsweise 300.000 illegale Einwanderer im Land, darunter Menschen aus Afghanistan, Irak und dem Maghreb; im Dezember 2010 wurde bekannt, dass Griechenland an jenen Teil der Grenze zur Türkei, der nicht durch den Fluss oder das Meer begrenzt wird, eine Art Grenzzaun errichten will, um weitere illegale Grenzübertritte zu begrenzen. 2015 erhöhten sich die Zahlen illegaler Einwanderung per Boot; betroffen ist u. a. die nur neun Kilometer vor der türkischen Westgrenze gelegene Insel Lesbos.

    Religionen

    Orthodoxe Kirche in Nafplio

    Ähnlich wie in Irland, Polen oder Kroatien spielte die religiöse Zugehörigkeit eine erhebliche Rolle als Identifikationsmerkmal bei der Bildung der griechischen Nation. Nachdrückliches Bekenntnis zu religiösen Riten ist daher weit verbreitet unter der orthodoxen Bevölkerung. Griechenland ist religiös recht einheitlich. Das Orthodoxe Christentum ist laut Verfassung Staatsreligion (wörtlich: vorherrschende Religion); Griechenland ist der einzige Staat der Welt, der diese Konfession des Christentums zur Staatsreligion erklärt hat. Gemäß Eurobarometer von 2018 bekennen sich rund 96 Prozent der Bevölkerung zum orthodoxen Glauben und 1,2 % betrachten sich als Atheisten und 1,7 % als konfessionslos oder Agnostiker.

    Die meisten Griechen gehören zum autokephalen orthodoxen Erzbistum von Griechenland mit Sitz in Athen. Gläubige auf Kreta, dem Dodekanes sowie in den meisten Klöstern der autonomen Mönchsrepublik Athos am Ostzipfel der Halbinsel von Chalkidiki gehören zum Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel mit Sitz in Istanbul. Die sogenannten „Neuen Länder“ (nach 1913 erworbene Gebiete in Nordgriechenland und in der Ägäis) unterstehen gemäß Patriarchatsakt von 1928 der Verwaltung der Kirche von Griechenland, in geistlicher Hinsicht aber unterstehen sie Konstantinopel.

    Weiteren christlichen Konfessionen gehören die ca. 121.000 katholischen Christen des griechischen und des lateinischen Ritus an, des Weiteren etwa 50.000 Zeugen Jehovas und ca. 30.000 protestantische (meist evangelikale) Christen verschiedener Richtungen.

    Moschee in Xanthi

    Die muslimische Bevölkerung Griechenlands setzt sich zum einen aus Türken, Pomaken und Roma als Staatsbürgern Griechenlands zusammen sowie zum größeren Teil aus Einwanderern, beispielsweise aus Albanien und Pakistan. Nach dem Bevölkerungstausch von 1923 war die Zahl der Muslime auf unter 100.000 gefallen. Heute wird die Zahl der vor allem in Thrakien lebenden autochthonen Muslime in Griechenland auf 140.000 bis 150.000 geschätzt. Für die Zahl der muslimischen Immigranten gibt es keine verlässlichen offiziellen Angaben, Schätzungen von Nichtregierungsorganisationen geben die Zahl mit 500.000 bis 700.000 an. Als griechische Muslime im engeren Sinne werden zum einen jene Nachfahren der zum Islam konvertierten Griechen im Osmanischen Reich bezeichnet, die im Zuge des Vertrags von Lausanne praktisch komplett in die Türkei ausgesiedelt wurden und zum anderen auch die ethnischen Griechen, die in der Neuzeit zum Islam konvertiert sind.

    Das Judentum kann in Griechenland auf eine Kontinuität bis auf das 3. Jahrhundert v. Chr. zurückblicken. Die vermutlich älteste Ruine eines Synagogengebäudes wurde auf Delos ausgegraben und auf 150 bis 200 v. Chr. datiert. Die älteste Synagoge in Betrieb ist die Kahal Shalom Synagoge von 1577 auf Rhodos. 1920 gab es 24 jüdische Gemeinden, allein Thessaloniki hatte 40 Synagogen. Von den 77.000 Juden, die 1940 in Griechenland lebten, wohnten 55.000 in Thessaloniki (Sephardim), daher haben trotz spektakulärer Rettungsaktionen wie der des Erzbischofs Damaskinos oder der der Bürger von Zakynthos nur 14 % den Holocaust überlebt. Heute leben rund 5000 Juden in Griechenland. Viele griechische Juden heiraten Christen, was zur Schrumpfung des Judentums beiträgt.

    Laut einer repräsentativen Umfrage des Eurobarometers glaubten von 2005 81 % der Menschen in Griechenland an Gott, 16 % glaubten an eine andere spirituelle Kraft. 3 % Prozent der Befragten glaubten weder an einen Gott noch an eine andere spirituelle Kraft.

    Von der Antike bis zur Griechischen Revolution

    Die griechische Kolonisation

    Das antike Griechenland, das über das Gebiet des heutigen Staates hinaus bis nach Kleinasien reichte, wird als Wiege Europas bezeichnet, insbesondere aufgrund zivilisatorischer Leistungen auf Gebieten der Philosophie, Naturwissenschaften, Architektur und Bildhauerei, Geschichtsschreibung und Literatur. 146 v. Chr. wurde das Gebiet des heutigen Griechenland römische Provinz, nach der Reichsteilung 395 war es Bestandteil des Oströmischen Reichs, aus dem das von griechischer Sprache und Kultur dominierte Byzantinische Reich hervorging.

    Nach der Eroberung Konstantinopels durch Kreuzfahrer im Vierten Kreuzzug (1204) war die Macht des byzantinischen Staates gebrochen, das Gebiet zerfiel in Nachfolgestaaten wie das Königreich Thessaloniki, das Fürstentum Achaia und einige weitere sowie in mehrere byzantinisch geprägte griechische Staaten, darunter das Despotat Epirus in Europa und das Kaiserreich Nikaia in Kleinasien. Einige Gebiete wurden Kolonien der Republik Venedig, später auch Genuas und des Johanniterordens.

    Mit der Rückeroberung Konstantinopels durch den nikaiischen Kaiser Michael VIII. 1261 gründete die Dynastie der Palaiologen das Byzantinische Reich erneut, konnte aber nur einen Teil Griechenlands erobern und verlor einige Gebiete an das Serbische Reich, das unter Stefan Uroš IV. Dušan um 1350 seine größte Ausdehnung erreichte, sowie ganz Kleinasien.

    Schlacht von Navarino, gemalt von Carneray

    Begünstigt durch die Schwäche des Byzantinischen Reiches konnten Truppen des Osmanischen Reichs zwischen 1359 und 1451 den größten Teil Griechenlands erobern. Mit dem Fall Mistras 1460 war die letzte unabhängige griechische Herrschaft im heutigen Griechenland von den Osmanen erobert. In den folgenden Jahrhunderten dehnten die Osmanen ihren Staat auf das gesamte griechische Gebiet mit Ausnahme der Ionischen Inseln aus.

    1821 kam es zur sogenannten Griechischen Revolution, deren intellektueller Wegbereiter eine Gruppe um Rigas Velestinlis und die Filiki Eteria waren. In der Schlacht von Navarino gelang es einer europäischen Seestreitmacht 1827, über die osmanische Flotte die Oberhand zu gewinnen. 1827 bildete sich eine erste griechische Regierung, die die Inselstadt Ägina zu ihrer Hauptstadt machte. 1829 zog die Regierung nach Nafplio auf dem Peloponnes um. Durch das Londoner Protokoll vom 3. Februar 1830, vom Osmanischen Reich am 24. April anerkannt, wurden Zentralgriechenland, der Peloponnes und die Kykladen zum selbstständigen Staat Griechenland erklärt.

    Von der Unabhängigkeit bis zum Zweiten Weltkrieg

    Hauptartikel: Königreich Griechenland
    Flagge Griechenlands von 1822 bis 1978

    Ioannis Kapodistrias war 1828 das erste Staatsoberhaupt des durch den griechischen Unabhängigkeitskrieg vom Osmanischen Reich befreiten Griechenlands. Um zu verhindern, dass sich der Funke des Republikanismus in Europa verbreitet, etablierten die europäischen Großmächte in Griechenland von außen eine Monarchie. England, Frankreich und Russland hatten dies zur Zahlungskondition für Kredite von 472.000 britischen Pfund und 60 Millionen Drachmen an das seit 1826 völlig überschuldete Land gemacht. 1832 wurde der bayerische Prinz Otto, Sohn König Ludwigs I. von Bayern, als Otto I. erster König Griechenlands. Dieses umfasste allerdings nur den kleineren Teil des heutigen Staatsgebiets. Ottos Herrschaft wurde 1862 durch einen unblutigen Aufstand beendet. Zu seinem Nachfolger wurde am 30. März 1863 von der griechischen Nationalversammlung mit Zustimmung der Großmächte Georg I. gewählt. 1864 schlossen sich die Ionischen Inseln dem griechischen Staat an, 1881 musste das osmanische Reich gemäß den Beschlüssen des Berliner Kongresses von 1881 Thessalien an Griechenland abtreten, und Kreta erklärte 1908 die Union mit Griechenland, was aber erst im Oktober 1912 von Griechenland und 1913 nach den Balkankriegen von den Großmächten anerkannt wurde. Die meisten Inseln sowie Epirus im Norden und Makedonien (mit Thessaloniki) im Nordosten gingen erst als Ergebnis der beiden Balkankriege 1912 und 1913 an Griechenland. Das geschwächte Osmanische Reich hatte sich dort nicht mehr gegen die mit Serbien und zeitweise Bulgarien verbündeten Griechen behaupten können. 1913 wurde Konstantin I. nach der Ermordung seines Vaters König.

    Im Ersten Weltkrieg blieb Griechenland zunächst neutral. Es trat nach der von den Alliierten erzwungenen Abdankung von König Konstantin I. 1917 in den Krieg gegen die Mittelmächte und deren Verbündete, insbesondere Bulgarien und das Osmanische Reich, ein. Nach dem Krieg wurde versucht, mit Billigung der Siegermächte die Niederlage des Osmanischen Reiches zu nutzen, um außer dem von Bulgarien gewonnenen Westthrakien auch Ostthrakien und das mehrheitlich von Griechen bewohnte Gebiet um Smyrna (das heutige Izmir) unter griechische Kontrolle zu bringen. Ziel war die Umsetzung der Megali Idea (der „Großen Idee“), welche vom damaligen Ministerpräsidenten Eleftherios Venizelos mit dem Ausdruck „Griechenland der zwei Kontinente und fünf Meere“ (gemeint sind die Ägäis, das eigentliche Mittelmeer, Marmarameer, Schwarzes Meer, Ionisches Meer) – also der Wiedererrichtung des Byzantinischen Reiches mit Konstantinopel als Hauptstadt – als außenpolitisches Ziel konkretisiert wurde. 1922 endete der Griechisch-Türkische Krieg aber mit einer deutlichen griechischen Niederlage („Kleinasiatische Katastrophe“). Im Vertrag von Lausanne 1923 wurde ein Bevölkerungsaustausch vereinbart: Alle noch in großen Teilen der Türkei verstreut lebenden Griechen (mit Ausnahme der Konstantinopler Griechen und einiger Inselgriechen) wurden nach Griechenland vertrieben (etwa 1,5 Millionen Personen), im Gegenzug mussten an die 500.000 meist türkischen Muslime Griechenland verlassen, mit Ausnahme der Muslime in Thrakien. Die Bevölkerung Athens vervielfachte sich in kürzester Zeit.

    Territoriale Expansion Griechenlands 1832–1947
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    Mehrfach erfolgten seit 1922 militärische Umsturzaktionen, die in einer Revolte gegen König Konstantin I. ihren Anfang genommen hatten. Die Aufstände führten letztlich zu einer inneren Destabilisierung des Landes. 1924 wurde in einer Volksabstimmung die Abschaffung der Monarchie beschlossen. Von 1925 bis 1926 regierte General Theodoros Pangalos diktatorisch.

    Im Zweiten Weltkrieg lehnte Griechenland unter dem Diktator General Metaxas am 28. Oktober 1940 ein italienisches Ultimatum zur Kapitulation ab (der Tag der Ablehnung, der „Nein-Tag“, wird heute neben dem an die Griechische Revolution erinnernden 25. März als Nationalfeiertag begangen, da Metaxas ein Telegramm lediglich mit dem WortΌχι, also Nein, an Italien gesendet haben soll). Daraufhin wurde Griechenland von Italien angegriffen, konnte aber die zahlenmäßig überlegenen italienischen Truppen schlagen und bis weit hinter die albanische Grenze zurückdrängen. Erst durch das militärische Eingreifen der deutschen Wehrmacht im April und Mai 1941 über Jugoslawien und Bulgarien wurde der griechische Widerstand gebrochen. Italien, Deutschland und Bulgarien errichteten ein hartes Besatzungsregime. So wurde durch die erzwungene Ausfuhr fast der gesamten griechischen Produktion noch eine positive Handelsbilanz zum Deutschen Reich in Höhe von 71 Mio. Reichsmark festgestellt, die dann mit extremen Besatzungskosten (auf Wunsch von Hitler in „Aufbaukosten“ umbenannt) verrechnet wurden. Griechenland hatte von allen besetzten Ländern pro Kopf die höchsten Besatzungskosten zu zahlen. Um von der Bevölkerung mehr Sachwerte abzuziehen, wurde der Banknotenumlauf gesteigert. Der wirtschaftliche Zusammenbruch war abzusehen und wurde in Kauf genommen. Besonders der Mangel an Lebensmitteln führte zu einer Hungerkatastrophe und einer Säuglingssterblichkeit von 80 %. Von 300 im Oktober 1944 in Athen untersuchten Kindern waren 290 an Tuberkulose erkrankt.

    Besatzungszonen (1941–1944)

    Gegen die bald erstarkende Partisanenbewegung griffen die Besatzungsmächte mehrfach kriegsverbrecherisch auf brutale Weise durch: In verschiedenen Orten, unter anderem in Kalavrita und Distomo, wurde als „Vergeltung“ für Partisanenüberfälle die jeweils gesamte Dorfbevölkerung von der Wehrmacht oder „Sondereinheiten“ ermordet. Die Frage nach einer Entschädigung von deutscher Seite für diese Aktionen ist bis heute immer wieder Gegenstand politischer Diskussion. Für Juden wurde 1942 von den Besatzungsmächten die Zwangsarbeit eingeführt, ab Anfang 1943 wurden sie ghettoisiert, enteignet und vorwiegend nach Auschwitz und Treblinka deportiert, wo sie sofort ermordet wurden. Etwa 80.000 Menschen fielen der „Endlösung“ zum Opfer.

    Der bewaffnete Widerstand ging hauptsächlich von der kommunistisch beeinflussten Volksbefreiungsarmee ELAS aus. Ebenfalls gab es die rivalisierenden republikanischen, später royalistischen Partisanen der EDES, die im Kampf gegen die ELAS ab Ende 1943 mit der Wehrmacht kollaborierte (Bezug von Waffen und Geräten), in der Schlacht um Athen aber durch Großbritannien unterstützt wurde. Ende 1944 löste sich die EDES nach schweren Verlusten informell auf. Nach militärischer Intervention Großbritanniens am 5. Dezember 1944 wurde die ELAS entsprechend dem Abkommen von Varkiza vom 12. Februar 1945 entwaffnet und demobilisiert.

    Insgesamt wurden etwa 70.000 bis 80.000 Griechen im Partisanenkrieg oder bei Vergeltungsaktionen von deutschen, italienischen und bulgarischen Truppen getötet. Zählt man den Zweiten Weltkrieg und den Bürgerkrieg als dessen Folge zusammen, so verlor Griechenland nahezu 10 % seiner Bevölkerung.

    Nachkriegszeit: Bürgerkrieg und Westintegration

    Guerillakämpfer der ELAS

    Der Zweite Weltkrieg ging in Griechenland nach dem in den Bergen geführten Kampf zwischen EDES und ELAS und der Schlacht um Athen fast direkt in den Griechischen Bürgerkrieg über. Die griechische Rechte brach den Vertrag von Varkiza zur Entwaffnung der Partisanen. In einigen Teilen Griechenlands entwickelte sich unter Duldung der republikanisch-gemäßigten Kräfte ein sogenannter weißer Terror der griechischen Rechten, welcher die überwiegend (aber nicht ausschließlich) kommunistischen Mitglieder der EAM und ELAS zum Ziel hatte. Die kommunistischen Partisanen, welche die Hauptlast des Partisanenkampfes gegen das Besatzungsregime der deutschen Wehrmacht getragen hatten, gingen erneut in die Guerilla. Hauptsächlicher Unterstützer war dabei Jugoslawien, in geringerem Umfang Albanien – die Sowjetunion beschränkte sich im Wesentlichen darauf, durch ihr Veto eine UN-Intervention zu blockieren. Die royalistische Gegenwehr wurde vor allem von den Regierungen in Großbritannien und den USA unterstützt. Im von Regierungsseite mit äußerster Härte, auch gegenüber der Zivilbevölkerung (unter anderem unter Einsatz von Napalm), geführten Bürgerkrieg wurden die kommunistischen Verbände, die vom Guerillakrieg zum offenen Frontenkrieg übergegangen waren, nach längeren Kämpfen zum Rückzug nach Nordwesten gedrängt. Zuvor brachten sie aus den umkämpften Gebieten zahlreiche Kinder heraus, wovon die DDR etwa 1300 aufnahm. Das Ende der Unterstützung durch Jugoslawien 1949 besiegelte schließlich das Ende ihrer militärischen Macht.

    Grund für die spärliche Unterstützung durch die realsozialistischen „Bruderstaaten“ war ein entsprechendes Abkommen, das Stalin mit Churchill in Moskau Anfang Oktober 1944 geschlossen hatte über die Aufteilung der russisch-britischen Interessensphären auf dem Balkan, wo die Amerikaner militärisch nicht, wohl aber die Briten, vor allem in Griechenland, bereits vertreten waren. Churchill und Stalin hatten dort ein Einflussverhältnis von „90 % West zu 10 % Ost“ für Griechenland vereinbart; dies wurde später von vielen griechischen Kommunisten als „sowjetischer Verrat“ empfunden, da man lediglich ein Bauernopfer Stalins gewesen sei.

    1930 formulierte ein Staatsrat (council of states), dass auf lokaler und kommunaler Ebene ein aktives und passives Frauenwahlrecht gelten sollte. Im April 1949 wurde ein Gesetz verabschiedet, das dieses Frauenwahlrecht umsetzte. Die neue Verfassung vom 1. Januar 1952 betonte ausdrücklich das Recht von Frauen, auf nationaler Ebene zu wählen und gewählt zu werden. Das Gesetz Nummer 2159, das diese Rechte garantierte, wurde im Mai 1952 vom Parlament verabschiedet. Bei den Wahlen vom November 1952 durften Frauen jedoch nicht wählen, obwohl sie das Stimmrecht kurz vorher erhalten hatten: Die liberale Regierung argumentierte, dass es schwierig sei, mehr als eine Million Wählerinnen in den Wahlregistern zu verzeichnen, und dass entweder alle Frauen oder keine wählen sollten. So wurde in das Wahlgesetz eine Klausel eingefügt, die das Frauenwahlrecht bis Ende 1952 blockierte. Das allgemeine Wahlrecht für Männer galt schon seit 1864.

    Bis in die 1960er Jahre blieben viele Bürgerrechte und Freiheiten eingeschränkt. 1952 trat Griechenland der NATO bei, 1954 dem Balkanpakt. Mit Hilfe des Marshallplans und der hohen Einnahmen von ausländischen Touristen kam es ab den 1950er Jahren zu einer langsamen Erholung der Wirtschaft des Landes.

    Nach den vor allem gegen die griechische Minderheit in Istanbul, Izmir und in Ankara gerichteten türkischen Pogromen 1955 flohen rund 100.000 in der Türkei lebende Griechen nach Griechenland und in weitere Länder. Während 1945 fast 125.000 orthodoxe Griechen als Minderheit in Istanbul lebten, sank ihre Zahl als Folge des Pogroms von 1955 dramatisch. 1999 lebten noch 2500 Griechen in der Türkei.

    Am 21. April 1967 ergriff in Reaktion auf den erwarteten Wahlsieg der sozialistischen Eniea Dimokratiki Aristera (griechischΕνιαία Δημοκρατική Αριστερά ΕΔΑ, Vereinigung der Demokratischen Linken EDA), in der sich auch zahlreiche Mitglieder der illegalen KKE wiederfanden, eine Gruppe rechtsextremer Offiziere unter Georgios Papadopoulos durch den sog. Obristenputsch die Macht und errichtete eine Militärdiktatur. Unter der Militärdiktatur spaltete sich von der KKE ein eurokommunistischer Flügel unter dem Namen „KKE-Inland“ ab, was suggerieren sollte, dass die Rumpf-KKE, somit „KKE-Ausland“, von Moskau gesteuert sei. Heute gibt es in dieser Form nur noch die KKE, die sich weiterhin als marxistisch-leninistische Partei versteht, während in der Nachfolge des Eurokommunismus der SY.RIZ.A als Bündnis linker Kleinparteien im Parlament vertreten ist. Nach Massenverhaftungen wurden zahlreiche vor allem linksgerichtete Oppositionelle eingesperrt, gefoltert, ermordet oder ins Exil getrieben, darunter der Komponist Mikis Theodorakis. Eine entscheidende Schwächung erfuhr die Junta am 17. November 1973 durch den Aufstand der Studenten im Athener Polytechnikum, der unter Einsatz von Panzern brutal niedergeschlagen wurde und das Regime innerlich und äußerlich diskreditierte. Das Scheitern der von der Junta angestrebten Vereinigung mit der Republik Zypern und der dortige Einmarsch türkischer Truppen führte 1974 endgültig zum Zusammenbruch der Militärdiktatur und zur Rückkehr zur Demokratie unter Konstantin Karamanlis. Die Staatsform der Republik wurde in einer Volksabstimmung klar der Wiedereinführung der Monarchie vorgezogen. Im Juni 1975 wurde die neue Verfassung des Landes verabschiedet. Trotz außenpolitischer Westorientierung war Griechenland von 1974 bis 1980 aus der militärischen Organisation der NATO herausgelöst.

    Griechenland seit dem Beitritt zur EWG

    Bereits seit 1961 bestand ein Assoziierungsabkommen mit der EWG, aufgrund der zwischenzeitlichen Junta begannen die eigentlichen Beitrittsverhandlungen erst am 27. Juli 1976, so dass Griechenland zum 1. Januar 1981 als 10. Mitglied in die EWG aufgenommen wurde. Das Land profitierte von Wirtschafts- und Strukturhilfen, musste im Gegenzug auch hohe Importzölle fallen lassen, die bisher heimische Produzenten vor ausländischem Wettbewerb schützten.

    Der Zerfall Jugoslawiens hatte auch ökonomische Folgen für Griechenland, zumal bis dahin die Transit-Strecke durch den Balkan („Autoput“) für Waren- und Personenverkehr die Nabelschnur des Landes zum restlichen Europa darstellte. Folglich stellte sich Griechenland gegen eine frühzeitige Anerkennung der nach Unabhängigkeit strebenden Republiken, konnte sich mit seiner Haltung jedoch nicht durchsetzen. Weiterhin fürchtete man einen Flächenbrand politischer und militärischer Auseinandersetzungen, die auch Folgen für Griechenland, etwa Flüchtlingsströme, hätten. Weiterhin zeichnete sich ein Namensstreit mit der angrenzenden jugoslawischen Teilrepublik ab, die Anspruch auf den Namen Mazedonien erhob. Das Nachkriegsjugoslawien hatte 1945 die mehrheitlich von slawischen Mazedoniern bewohnten Gebiete Südserbiens zur Volksrepublik Mazedonien (später: Sozialistische Republik Mazedonien) deklariert. Die Unabhängigkeit dieses Bundesstaates unter dem Namen Mazedonien wurde von Griechenland als Provokation aufgefasst, da es territoriale Ansprüche auf die gleichnamige griechische Provinz befürchtete. Griechenland verhängte ein Handelsembargo gegen das Land, das später aufgehoben wurde. Am 12. Februar 2019 vollzog Mazedonien die Namensänderung in Nordmazedonien. Griechenland ist heute der mit Abstand wichtigste Investor in der Republik Nordmazedonien.

    Der kurzen Amtsperiode der Nea Dimokratia unter Konstantinos Mitsotakis folgte erneut eine Regierung der PASOK unter Andreas Papandreou, die auch wegen dessen angeschlagenem Gesundheitszustand in Stillstand gekommen war. Der Jurist Kostas Simitis übernahm den Parteivorsitz und das Amt des Ministerpräsidenten und leitete eine Abkehr von der traditionell sozialistischen Politik seines Vorgängers ein. Die Außenpolitik war nun nicht mehr von einer Sonderrolle Griechenlands geprägt, sondern von einer starken europäischen Ausprägung. Innenpolitisch wurden zahlreiche Reformen durchgeführt:

    • der Kapodistrias-Plan ordnete das Gemeindewesen neu und stärkte die Bedeutung der Regionen,
    • staatlich geführte Großunternehmen wurden privatisiert.
    • Investitionen in die Infrastruktur des Landes

    Die Politik der europäischen Orientierung wurde im Wesentlichen auch von der Regierung der Nea Dimokratia unter Kostas Karamanlis weitergeführt, setzte jedoch keine eigenen Impulse. Nach zwei Wahlperioden erfolgte ein Regierungswechsel. Unter dem neuen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou von der PASOK wurde die Überschuldung des Landes offenbar und führte zu einem rapiden Verlust an Kreditwürdigkeit auf den internationalen Märkten, in dessen Folge das Land in Zahlungsschwierigkeiten geriet.

    Zur Bewältigung wurde der EU-Finanzexperte Loukas Papadimos zum Ministerpräsidenten bestimmt. Aus den Neuwahlen ging Antonis Samaras von der Nea Dimokratia als Sieger hervor und bildete mit der PASOK eine Koalitionsregierung, jedoch gewann auch die linke Opposition an Stimmen.

    Bei den Parlamentswahlen vom 25. Januar 2015 errang die Linkspartei SYRIZA 149 von 300 Mandaten. Alexis Tsipras wurde am 26. Januar 2015 als Ministerpräsident Griechenlands vereidigt. Nach dem Sieg bei den vorgezogenen Parlamentswahlen im September 2015 konnte Alexis Tsipras erneut eine Regierung bilden.

    Die Rechtsprechung in Griechenland erfolgt durch unabhängige Gerichte und setzt sich dabei aus drei verschiedenen Arten von Gerichtshöfen zusammen, die jeweils für die zivilrechtliche, die strafrechtliche sowie die verwaltungsrechtliche Rechtsprechung zuständig sind. Es handelt sich dabei um das System der sogenannten getrennten Gerichtsbarkeiten. Zusätzlich existieren besondere Instanzen der Finanzkontrolle und der Verfassungsgerichtsbarkeit.

    Die gerichtliche Organisation

    Die Zivilgerichte werden in Friedensgerichte, Landgerichte sowie Oberlandesgerichte eingeteilt und sind für alle privaten Streitigkeiten und die ihnen gesetzlich zugewiesenen Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit zuständig. Die Strafgerichte folgen demselben institutionellen Aufbau und beinhalten darüber hinaus auch besondere Strafgerichte wie zum Beispiel die Jugend- oder Schwurgerichte. Gegen das Urteil der Zivil- und Strafgerichtshöfe kann bei einem Appellationsgericht Berufung und schließlich beim Areopag (griech. Άρειος Πάγος/Ários Págos) Revision eingelegt werden. Der Areopag ist der oberste Gerichtshof und die höchste Instanz für zivil- und strafrechtliche Fragen. Die oberste Instanz in der Verwaltungsgerichtsbarkeit ist der Staatsrat (griech. Συμβούλιο της Επικρατείας/Symvoúlio tis Epikratías). Ihm unterstehen z. B. die einzelnen Verwaltungs- und Oberverwaltungsgerichte, welche für die Verhandlung von Verwaltungsstreitigkeiten zuständig sind.

    Für Verfassungsfragen stellt das sogenannte Oberste Tribunal (griech. Ανώτατο Ειδικό Δικαστήριο/Anótato Idikó Dikastírio) die letzte Entscheidungsinstanz dar. Das Oberste Tribunal ist für die Überprüfung der Verfassungskonformität von Gesetzen zuständig, die durch das Parlament verabschiedet werden und arbeitet zugleich als Prüfungsgericht von Volksabstimmungen und Wahlen. Dem Rechnungshof (griech. Ελεγκτικό Συvέδριo/Elengtikó Synédrio) unterliegt die Finanzkontrolle und ist als oberster Gerichtshof für die Klärung strittiger Finanzangelegenheiten verantwortlich.

    Menschenrechte

    Minderheitenrechte

    Amnesty International und der griechische Ombudsmann für Menschenrechte weisen regelmäßig auf Defizite beim Menschenrechtsschutz hin. Vor allem die Behandlung von Migranten und Roma-Familien ist ungenügend. Über eine Verletzung von Minderheitenrechten beklagt sich regelmäßig die in Westthrakien lebende muslimische Minderheit. Aus griechischer Sicht darf sie nicht „türkische Minderheit“ genannt werden, da der Friedensvertrag von Lausanne, der 1923 den griechisch-türkischen Bevölkerungsaustausch regelte, die Minderheiten religiös definierte. Die kleine Zahl slawischsprachiger Bürger wird nicht als Minderheit anerkannt.

    Asylpolitik und Flüchtlingssituation

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    In der Flüchtlings- und Asylpolitik wird Griechenland immer wieder von NGOs kritisiert. Vor allem der große Zustrom von Flüchtlingen aus afrikanischen Ländern macht dem Land zu schaffen, die Griechenland nur unzureichend bewältigen kann. 2011 kamen 55.000 Flüchtlinge alleine über die griechisch-türkische Landgrenze am Fluss Evros in die EU. Die griechischen Behörden sind dafür organisiert, Neuankömmlinge entweder zu versorgen oder öffentlichkeitsfern abzuschieben, so dass sich viele in illegalen Zeltlagern in Großstädten niederlassen, von wo sie Arbeit suchen. Die Versorgung durch Bürgerinitiativen und Kirchengemeinden deckt bei weitem nicht den Bedarf.

    2010 wurde ein Nationaler Aktionsplan für die Asylreform und das Migrationsmanagement beschlossen, der neben dem Aufbau von Behörden zur Erstaufnahme und Asylverfahrensdurchführung auch den Auf- und Ausbau von Auffangeinrichtungen für Migranten vorsieht. Daneben erhofft sich die griechische Regierung vom baldigen Beitritt Bulgariens und Rumäniens zum Schengenraum Entlastung für die eigenen Außengrenzen. Im März 2012 waren nur elf Personen in der staatlichen Behörde für die Asylbewerber zuständig. Rassismus und Gewalt gegen Einwanderer kommt, auch im Zusammenhang mit der schwierigen wirtschaftlichen Lage im Land, in den letzten Jahren häufig vor.

    Die griechische Regierung forderte wiederholt die Unterstützung durch die EU bei der Sicherung seiner Außengrenzen, etwa durch die Stärkung von Frontex und die Aushandlung von Rücknahmeabkommen zwischen der EU und den Herkunfts- und Transitstaaten. Das Interesse von Seiten nicht betroffener EU-Staaten, sich der europäischen Flüchtlingsproblematik zu stellen, ist jedoch de facto gering; aus diesen Ländern ist auch häufig die Kritik zu hören, Griechenland versorge die Flüchtlinge nicht ausreichend.

    Im April 2014 wurde Griechenland von Amnesty International erneut kritisiert.

    Die aktuelle Verfassung Griechenlands trat am 11. Juni 1975 in Kraft; sie wurde 1986, 2001 und 2008 überarbeitet. Sie definiert Griechenland als parlamentarische Republik nach sozialen und rechtsstaatlichen Prinzipien.

    Staatspräsident

    Der zwischen 2015 und 2020 amtierende Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos

    Der griechische Staatspräsident (griech. Πρόεδρος της Δημοκρατίας/Próedros tis Dimokratías) ist das Staatsoberhaupt des Landes und bildet zusammen mit der Regierung die Exekutive. Er wird alle fünf Jahre durch das Parlament gewählt und hat im politischen Alltag vor allem eine repräsentative Funktion inne. Zu seinen Aufgaben gehört die Vereidigung des Ministerpräsidenten und der von diesem vorgeschlagenen Minister. Der griechische Staatspräsident besitzt zusätzlich auch ein generelles Vetorecht im Parlament, dieses kann mit der absoluten Mehrheit der Abgeordneten überstimmt werden. Unter besonderen Umständen gestattet die Verfassung ihm, das Parlament aufzulösen und Neuwahlen anzusetzen. Der Staatspräsident kann die Regierung auflösen, wenn diese einen Antrag darauf stellt oder das Parlament ein erfolgreiches Misstrauensvotum durchgeführt hat. Der insgesamt relativ eingeschränkte Handlungsspielraum des Staatsoberhauptes wird auch daran deutlich, dass fast alle seine hoheitlichen Handlungen durch den zuständigen Minister gegengezeichnet werden müssen. Erweiterte Befugnisse erhält der Staatspräsident lediglich im Notstandsfall. Er kann dann auf Vorschlag der Regierung gesetzgeberisch tätig werden. Der griechische Staatspräsident ist ebenfalls Oberbefehlshaber der griechischen Streitkräfte, die Verfassung untersagt es ihm jedoch, den Verteidigungsfall auszurufen sowie Bündnisse und Verträge zu schließen.

    Das Amt des Staatspräsidenten genießt in Griechenland ein sehr hohes Ansehen in der Bevölkerung; dieses nahm seit 2009 (Beginn der Staatsschuldenkrise) noch zu, wohingegen das Vertrauen in Politik und Parteien sank. Die amtierende Staatspräsidentin Griechenlands ist seit Januar 2020 Katerina Sakellaropoulou. Sie ist die erste Frau Griechenlands, die dieses Amt bekleidet.

    Der Amtssitz des Präsidenten ist das (von Ernst Ziller erbaute) Präsidialpalais in der Herodes Atticus Straße in Athen. Direkt gegenüber befindet sich der Nationalgarten mit dem Gebäude des griechischen Parlaments.

    Parlament

    Das Gebäude des griechischen Parlaments am Syntagma-Platz

    Das griechische Parlament (griech. Βουλή των Ελλήνων/Voulí ton Ellínon) besteht aus einer Kammer mit 300 Sitzen und wird alle vier Jahre in geheimer, allgemeiner, freier, gleicher und unmittelbarer Wahl besetzt. Dabei werden 288 Abgeordnete in den 56 Wahlkreisen des Landes sowie 12 Abgeordnete über landesweite Parteilisten gewählt. Eine Besonderheit des griechischen Wahlsystems ist das verstärkte Verhältniswahlrecht: Die Partei mit dem größten Stimmenanteil erhält 50 zusätzliche Mandate im Parlament.

    Das Parlament besitzt neben der Gesetzgebung das Recht, der Regierung oder einzelnen Mitgliedern das Vertrauen über ein Misstrauensvotum mit absoluter Mehrheit zu entziehen und den Staatspräsidenten oder Regierungsmitglieder mit einer Zweidrittelmehrheit anzuklagen. Das Initiativrecht der einzelnen Parlamentarier ist beschränkt, da die Regierung legislative Kompetenzen des Parlaments über Rechtsverordnungen der Regierung oder untergeordneten Organen übertragen kann. Zu den besonderen Charakteristiken des griechischen Parlaments und seiner Konstituierung zählt, dass die quantitative Stärke einer Partei im griechischen Parlament darüber entscheidet, welcher Parteivorsitzende vom Staatspräsidenten als erster mit der Regierungsbildung beauftragt wird. Gelingt ihm dies nicht, erhält der Vorsitzende der nächstkleineren Partei den Auftrag. In Bezug auf die Opposition besteht – wie innerhalb der Europäischen Union sonst nur in Österreich, Deutschland und Portugal – das Recht, Untersuchungsausschüsse einzusetzen (Minderheitenquorum).

    Regierung

    Der am 8. Juli 2019 vereidigte Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis

    Die Regierung Griechenlands wird als Ministerrat (griech. Υπουργικό Συμβούλιο/Ypourgikó Symvoúlio) bezeichnet und besteht aus dem Ministerpräsident (Πρωθυπουργός/Prothypourgós) und den Ministern (Υπουργοί/Ypourgí). Nach einer Parlamentswahl beginnt die Regierungsbildung, wobei traditionell der Parteichef der größten Fraktion den Ministerpräsident stellt. Dieser entscheidet über die Zusammensetzung seines Kabinetts und der Staatssekretäre und hat nach der Ernennung durch den Staatspräsidenten und erfolgreich verlaufener Vertrauensfrage im Parlament die Richtlinienkompetenz innerhalb der Regierung. Die Rechte des Ministerpräsidenten wurden in der Verfassungsreform 1986 deutlich ausgeweitet, mit dem Ergebnis, dass die „vollziehende Funktion“ klar beim Regierungschef liegt, der trotz der Kollegialität des Ministerrates auch verfassungsrechtlich der Mittelpunkt der politischen Macht in Griechenland ist. Die Minister können zwar selbstständig ihr Ressort verwalten, müssen aber politische Interventionen des Ministerpräsidenten akzeptieren, da bei ihm die Richtlinienkompetenz und das Vorschlagsrecht zur Ernennung und Entlassung der Minister liegt. Die Regierung kann nur auf eigenen Antrag hin oder nach einem erfolgreichen Misstrauensvotum des Parlaments entlassen werden.

    Aus der wegen der Wirtschaftskrise vorgezogenen Parlamentswahl am 4. Oktober 2009 ging die PASOK als stärkste Partei hervor. Ihr Spitzenkandidat Giorgos Papandreou wurde mit der Regierungsbildung beauftragt und am 6. Oktober 2009 als Ministerpräsident vereidigt. Am 9. November 2011 erklärte er offiziell seinen Rücktritt. Am 11. November 2011 wurde Loukas Papadimos vereidigt. Das Kabinett Papadimos war vom 10. November 2011 bis zum 16. Mai 2012 im Amt. Nach der Parlamentswahl am 6. Mai 2012 kam keine Regierung zustande; am 17. Juni 2012 fand eine weitere Parlamentswahl statt. Dabei wurde die ND mit 29,7 % erneut stärkste Kraft; sie erhielt 10,8 Prozentpunkte mehr Stimmen als bei der Wahl vom 6. Mai 2012. Die Partei SYRIZA von Alexis Tsipras, die im Wahlkampf ein Ende der Sparmaßnahmen gefordert hatte, wurde mit 26,9 Prozent wieder zweitstärkste Kraft. Dennoch erreichten mit ND und PASOK die beiden Parteien eine parlamentarische Mehrheit (162 zu 138 Sitze), die an dem eingeschlagenen Sparkurs und der Umsetzung von Reformen festhalten wollen. Nachdem sich ND und PASOK mit der Demokratischen Linken auf die Bildung einer Regierung (Kabinett Samaras) einigen konnten, wurde Samaras am 20. Juni 2012 zum griechischen Ministerpräsidenten vereidigt. Ab dem 27. Januar 2015, zwei Tage nach den griechischen Parlamentswahlen, war die neu gewählte Regierung aus SYRIZA und ANEL unter der Leitung von Ministerpräsident Alexis Tsipras (Kabinett Tsipras) im Amt. Diese wurde 2019 durch das Kabinett Kyriakos Mitsotakis abgelöst.

    Griechische Ministerpräsidenten 1990 bis heute
    Konstantinos Mitsotakis (ND) Andreas Papandreou (PASOK) Konstantinos Simitis (PASOK) Kostas Karamanlis (ND) Giorgos Andrea Papandreou (PASOK) Loukas Papadimos Panagiotis Pikrammenos Andonis Samaras (ND) Alexis Tsipras (SYRIZA) | Kyriakos Mitsotakis (ND)
    11. April 1990 bis 13. Oktober 1993 13. Oktober 1993 bis 22. Januar 1996 22. Januar 1996 bis 10. März 2004 10. März 2004 bis 6. Oktober 2009 6. Oktober 2009 bis 10. November 2011 10. November 2011 bis 16. Mai 2012 16. Mai 2012 bis 20. Juni 2012 20. Juni 2012 bis 25. Januar 2015 26. Januar 2015 8. Juli 2019

    bis heute

    Politische Indizes

    Von Nichtregierungsorganisationen herausgegebene politische Indizes
    Name des Index Indexwert Weltweiter Rang Interpretationshilfe Jahr
    Fragile States Index 52,1 von 120 127 von 178 Stabilität des Landes: stabil
    0 = sehr nachhaltig / 120 = sehr alarmierend
    2020
    Demokratieindex 7,39 von 10 37 von 167 Unvollständige Demokratie
    0 = autoritäres Regime / 10 = vollständige Demokratie
    2020
    Freedom in the World Index 88 von 100 Freiheitsstatus: frei
    0 = unfrei / 100 = frei
    2020
    Rangliste der Pressefreiheit 29,01 von 100 70 von 180 Erkennbare Probleme für die Pressefreiheit
    0 = gute Lage / 100 = sehr ernste Lage
    2021
    Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) 50 von 100 59 von 180 0 = sehr korrupt / 100 = sehr sauber 2020

    Innenpolitik

    Zentrale Themen der griechischen Innenpolitik sind die Konsolidierung des Staatshaushaltes, die Bekämpfung der hohen Arbeitslosigkeit, die Deregulierung sowie die Privatisierung des öffentlichen Sektors, die Förderung der griechischen Wirtschaft, die notwendige Umstrukturierung des überschuldeten staatlichen Rentenversicherungssystems (Griechenland gibt fast 14 Prozent des Staatshaushaltes für Renten aus und damit mehr als jedes andere Land), die Reformierung des Gesundheits- und Bildungssystems sowie die Bekämpfung der illegalen Einwanderung. Nach dem Tod eines Jugendlichen, der von der Kugel eines Polizisten getroffen worden war, kam es 2008 zu landesweiten Ausschreitungen.

    Nach dem Regierungswechsel 2009 kam es zu Protesten gegen den Sparhaushalt, mit der die neue Regierung das Staatsdefizit senken möchte, was aufgrund der von allen bisherigen Regierungen gleichermaßen hochgeschraubten Staatsausgaben und der verbreiteten Korruption als schwierige Aufgabe gilt.

    Religionspolitik

    Die orthodoxe Kirche übt wesentlichen Einfluss auf das griechische Bildungswesen aus, wobei die besondere Stellung der griechisch-orthodoxen Konfession als „vorherrschender Religion“ in der griechischen Verfassung festgelegt ist. In der Regierung ist traditionell das Bildungsministerium auch zuständig für religiöse Angelegenheiten. Obwohl der orthodoxen Kirche in der Verfassung nicht ausdrücklich der Status einer Staatskirche zuerkannt wird, wird Griechenland aufgrund der engen institutionellen Verflechtung von Staat und Orthodoxer Kirche im konstitutionellen Recht, ebenso wie z. B. Großbritannien und Dänemark, der Kategorie von Staaten mit einer Staatskirche zugeordnet. So untersteht die orthodoxe Kirche auch teilweise dem Staat, zum Beispiel müssen alle Bischöfe vom Parlament bestätigt bzw. neu gewählte Regierungen vom orthodoxen Erzbischof vereidigt werden. Das Gehalt der griechischen Priester wird vom Staat gezahlt.

    1982 wurde das Familienrecht dahingehend geändert, dass standesamtliche Trauungen möglich wurden. Bis dahin fanden Ehebündnisse, welche nicht nach dem griechisch-orthodoxen, jüdischen, muslimischen oder römisch-katholischen Ritus geschlossen wurden, keine staatliche Anerkennung. So galten Kinder aus Ehen von Protestanten oder Zeugen Jehovas vor dem Gesetz als unehelich. Außerdem wurde die Pflicht zur kirchlichen Trauung aufgehoben und die standesamtliche Ehe als gleichwertig anerkannt. Ende der 1990er-Jahre wurde der Religionseintrag in den Personalausweisen abgeschafft. Im August 2008 wurde die Verpflichtung zum orthodoxen Religionsunterricht aufgehoben. Jeder Schüler, der nicht am Religionsunterricht teilnehmen will, kann während dieser Zeit nun Nachhilfe in Fächern seiner Wahl erhalten. Die griechisch-orthodoxe Kirche bezeichnete diese Regelung als „falsch und verfassungswidrig“ und hätte allenfalls die Aufhebung der Religionsunterrichtspflicht für Schüler aus anderen Staaten gutgeheißen.

    2008 sprach sich das Oberhaupt der Kirche von Griechenland, Erzbischof Hieronymos, bei seiner Wahl für eine Überprüfung des Kirchenstatuts aus. 2012 plante die Regierung eine Änderung bei der Bezahlung der Geistlichen. Durch stärkere Beteiligung der Kirchen an den Gehältern sollte die Staatskasse jährlich um rund 100 Millionen Euro entlastet werden. Für die rund 20.000 Priester werden im Jahr über 200 Millionen Euro bezahlt.

    Minderheitenpolitik

    Die muslimischen Türken, Pomaken und Roma Westthrakiens werden auf der Grundlage des Lausanner Friedensvertrags von 1923 zusammen als muslimische Minderheit anerkannt und genießen einige Sonderrechte, wie Schulunterricht in türkischer Sprache, Verwendung von Schulbüchern aus der Türkei (gem. bilateraler Abkommen), Koranschulen, Autonomie in Angelegenheiten des Familienrechts gemäß der Scharia etc. In den letzten Jahrzehnten fand zunehmend eine Assimilation der ca. 30.000 den als Pomakisch bekannten Rhodope-Dialekt des Bulgarischen sprechenden muslimischen Pomaken an die Gruppe der Türken statt. Diese grenzen sich scharf von der sehr heterogenen Gruppe der romani- und türkischsprachigen muslimischen Roma ab.

    Bis zum Bevölkerungsaustausch mit den Nachbarstaaten Türkei und Bulgarien von 1920 bis 1925 als Folge der Verträge von Neuilly (1919) und Lausanne (1923) war Griechenland faktisch ein Vielvölkerstaat. Der 1925 noch etwa 15 % betragende Anteil nicht-griechischer Muttersprachler nahm in den folgenden Jahrzehnten kontinuierlich ab; besonders während der Besetzung durch die Achsenmächte (1941–1944) und des griechischen Bürgerkriegs (1946–1949) wurden Angehörige von Minderheiten verfolgt oder vertrieben, ihre Quote fiel allmählich unter fünf Prozent.

    Die muslimische Minderheit bildete Anfang der 1990er-Jahre Parteiformationen. Diese waren zeitweise durch zwei Abgeordnete (die Türken Sadık Ahmet und İbrahim Şerif) im Parlament vertreten, was jedoch nach der Erhöhung der Ein-Prozent- auf eine Drei-Prozent-Hürde nicht mehr gelang. Aktuell stammt ein Abgeordneter der konservativen Volkspartei Nea Dimokratia aus der muslimischen Minderheit (der Türke İlhan Ahmet). Konfliktpunkte mit dem griechischen Staat bestehen in der aktuell untersagten Benennung von Vereinen unter Verwendung des Adjektivs „türkisch“ und dem Anliegen, die führenden islamischen Rechtsgelehrten (Muftis), die zurzeit als öffentliche Angestellte vom Staat ernannt werden, durch Wahlen zu bestimmen.

    Vor 1990 lebten bis auf die erwähnten Minderheiten nur wenige Ausländer in Griechenland. Aufgrund einer wenig restriktiven Politik gegen Einwanderer ist Griechenland prozentual zum EU-Land mit den meisten Ausländern geworden. Der griechische Staat ist um eine Assimilation der Neuangekommenen bemüht, der Erwerb der Staatsbürgerschaft für Einwanderer wurde mehrmals vereinfacht. Gegenwärtig ist ein Aufenthalt von fünf Jahren in Griechenland notwendig. Seit 2010 wird die Staatsbürgerschaft bei Geburt in Griechenland oder den Besuch der ersten drei Grundschuljahre oder sechs Schuljahren in Griechenland automatisch erteilt, eine Beantragung ist nicht notwendig.

    Außenpolitik

    Griechenland ist 1952 der NATO beigetreten und ist seit 1981 Mitglied in der Europäischen Union. Darüber hinaus bestehen Mitgliedschaften bei zahlreichen internationalen Organisationen und Foren wie zum Beispiel den Vereinten Nationen, der OECD, der Weltbank, dem Europarat, dem Internationalen Währungsfonds, der UNESCO oder auf regionaler Ebene der BSEC und der SEECP.

    Auf technologischem sowie wissenschaftlichem Gebiet unterstützt oder beteiligt sich Griechenland an verschiedenen internationalen Projekten wie z. B. dem Large Hadron Collider (CERN) oder der Bibliotheca Alexandrina und ist unter anderem Mitglied bei der Europäischen Raumfahrtorganisation (ESA). Von 2005 bis 2007 war das Land als nichtständiges Mitglied im Weltsicherheitsrat vertreten. Friedenspolitisch engagiert sich das Land bei mehreren internationalen Auslandsmissionen und Entwicklungsprojekten unter anderem in Afghanistan (ISAF), im Sudan (UNMIS), in Georgien (UNOMIG), in Bosnien-Herzegowina (EUFOR), im Kosovo (KFOR) oder in Albanien (NHQT).

    Außenminister ist Nikos Dendias.

    Griechenland in der Europäischen Union

    Der Weg Griechenlands in das westeuropäische Gefüge ist eng mit dem Namen Konstantinos Karamanlis verknüpft und begann am 8. Juni 1959 mit dem Antrag des national-radikalen Regierungschefs (1955–1963) auf Assoziierung mit der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und den darauf folgenden Assoziierungsverhandlungen. Die Unterzeichnung des Vertrages zur Assoziierung des Landes erfolgte am 9. Juli 1961 und führte am 1. November 1962 zur Assoziierung Griechenlands mit der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft. Nach den politischen Wirren in den 1960er Jahren, der darauf folgenden Zeit der Militärdiktatur und der damit verbundenen Aussetzung des Assoziationsabkommens von 1967 bis 1974 reichte der wiedereingesetzte (und 1975 gewählte) Ministerpräsident Konstantinos Karamanlis mit seiner neu gegründeten Nea Dimokratia (ND) am 12. Juni 1975 den offiziellen Antrag zur Aufnahme des Landes in die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft ein. Nach Beginn der Beitrittsverhandlungen am 27. Juli 1976 und Unterzeichnung der Beitrittsakte am 28. Mai 1979 trat Griechenland am 1. Januar 1981 gegen den Wunsch seiner Bevölkerung als zehnter Staat der EWG bei, was zugleich auch den Beginn der Süderweiterung der Gemeinschaft darstellte. Später, während Karamanlis’ Amtszeit als Staatspräsident, trat Griechenland ebenfalls unter einer ND-Regierung am 6. November 1992 dem Schengener Abkommen und am 1. Januar 1993 dem EG-Binnenmarkt (Vertrag von Maastricht) bei. Damit war die Integration des Landes in die nunmehr sog. Europäische Gemeinschaft vollzogen.

    Bedenken der EWG- und NATO-kritischen linken Parteien, der wieder zugelassenen KKE und der 1974 neu gegründeten PASOK, wegen eines möglichen Verlusts politischer Autonomien und der Wettbewerbsfähigkeit lokaler Unternehmen zugunsten ausländischer Konzerne, wurden als ideologisch motiviert beiseitegeschoben. Die Befürchtungen der weitgehend selbstständig beschäftigten Bevölkerung sollten sich aber noch im EWG-Beitrittsjahr 1981 in der erdrutschartigen Wahl der sozialistischen PASOK (48 %) unter Andreas Papandreou und der kommunistischen KKE (11 %) widerspiegeln. Die Politik des neuen Ministerpräsidenten Papandreou schien auch in der Folge oft im Gegensatz zur Politik anderer EWG-Staaten zu stehen, trotzdem aber missachtete er damals das Wählervotum und verblieb wider Erwarten in NATO und EWG. Dadurch, so fürchteten die Griechen, würde die geopolitische Kluft zwischen West- und Osteuropa in der Region weiter verschärft und Griechenland von seinen Nachbarn noch stärker isoliert.

    Das Land hat mit der Bildung der Europäischen Gemeinschaft 1993 eher eine Destabilisierung der nationalen Wirtschaft erfahren. Die Europabegeisterung in der Bevölkerung hielt sich deshalb weiterhin in Grenzen. Der Grund hierfür lag vor allem an der Tatsache, dass sich trotz subventionierter Projekte aus den EG-Strukturfonds positive Auswirkungen der Mitgliedschaft schleppend sowie für breite Teile der (selbständigen) Bevölkerung eher unsichtbar einstellten. Außer für ganz wenige Großunternehmen, hatte sich die Erschließung des offenen Binnenmarktes für sie als wenig ergiebig erwiesen. Stattdessen wurden die eigenen Märkte mit Waren und Dienstleistungen ausländischer Konzerne überschwemmt, gegen deren Preisdumping der klassische griechische Kleinbetrieb kaum ankämpfen konnte. Sodass von einst 52 % bei EWG-Beitritt (OECD-Statistik: „self-employment“), heute die Selbständigkeit 2015 nurmehr bei gut 30 % der Erwerbstätigen liegt – zwar immer noch EU-Rekord, so wird aber die Selbständigkeit bis heute nicht ausreichend mit lohnabhängiger Arbeit ersetzt.

    In der euphorischen Erwartung der Jahrtausendwende und wegen der 1997 erteilten Ehre der Ausrichtung der Olympischen Spiele 2004 schlug die Skepsis seit Mitte der 1990er Jahre allmählich in eine zunächst zögerliche Integrationsfreudigkeit der griechischen Bevölkerung um. Abermalige Bedenken der griechischen Selbständigen wegen der Einführung einer gemeinsamen Währung wurden zwar intensiv diskutiert, hatten jedoch – bis zum Ausbruch der Finanzkrise 2008 – die Mitgliedschaft in der EU nicht mehr ernsthaft in Frage gestellt. Griechenland setzte sich damals innerhalb der Europäischen Union für ein offenes Europa ein. Die geopolitische Lage ist zudem für alle größeren politischen Parteien mit Ausnahme der KKE eine Motivation, die europäische Integration weiter voranzutreiben und begründet das Interesse, den Balkan an die EU anzubinden sowie die Befürwortung eines EU-Beitritts der Türkei. Weitere Schwerpunkte der griechischen Politik in der Europäischen Union sind beispielsweise eine gemeinsame Immigrations- und Asylpolitik oder eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik, die ein stärkeres Gegengewicht zur NATO bzw. den USA einnehmen soll.

    Griechenland hatte im ersten Halbjahr 2003 die EU-Ratspräsidentschaft unter dem sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Konstantinos Simitis inne. Sie stand im Zeichen der Osterweiterung der Europäischen Union, der Ausarbeitung eines Verfassungsvertrages durch den Reformkonvent sowie des Irak-Krieges und seiner Auswirkungen auf die Europäische Union. Als historischer Höhepunkt gilt dabei die Unterzeichnung der Beitrittsverträge mit den zehn neuen EU-Mitgliedstaaten am 16. April 2003 in Athen als der Geburtsstätte der Demokratie, was als symbolische Weichenstellung für die Zukunft Europas betrachtet wurde. Nach 1983, 1988, 1994 und 2003 hatte Griechenland 2014 – vom 1. Januar bis 30. Juni 2014 – zum fünften Mal die EU-Ratspräsidentschaft inne.

    Internationale Beziehungen

    Griechenland verfolgte ab 1996 unter Ministerpräsident Konstantinos Simitis und Außenminister Giorgos Papandreou verstärkt eine Politik der europäischen Integration. Im Zentrum standen dabei einerseits eine stärkere Abstimmung der griechischen Europapolitik zur Politik der Europäischen Union, andererseits aber v. a. der Ausbau der bilateralen Zusammenarbeit mit den Staaten Südosteuropas und die Annäherung an die Türkei.

    Dies führte zu einer Reihe vertrauensbildender Abkommen mit der Türkei sowie zu einer Vielzahl bi- und multilateraler Projekte zwischen Griechenland und den Staaten des Balkans. 2002 ratifizierte das griechische Parlament ein Hilfsprogramm in Höhe von 550 Millionen Euro für Südosteuropa, mit dem Ziel, die Stabilität und den wirtschaftlichen Wiederaufbau in der Region zu unterstützen.

    Die Beziehungen des Landes zu Deutschland finden seit dem 19. Jahrhundert fast ausschließlich auf staatlicher Ebene statt. Seit der Revolution gegen den osmanischen Sultan, waren alle „Könige der Hellenen“ ausschließlich Mitglieder deutscher Königshäuser. Allgemeine Beziehungen bestanden dagegen schon seit Anfang des 16. Jahrhunderts durch die damals zahlreich werdenden, aus Byzanz ausgewanderten Auslandsgriechen und ihren engen kulturellen aber auch wirtschaftlichen Beziehungen zur alten Heimat. Mit der Integration dieser Einwanderungswelle entwickelte sich auch in Deutschland eine Epoche, die man später in der Kunst mit Renaissance und in den Wissenschaften mit Aufklärung bezeichnete und die einher ging mit dem Aufkommen eines ausgeprägten Philhellenismus (z. B. Gründung der griechischen Gemeinde Leipzig um 1700). Dieser steigerte sich bis in die Romantik hinein so weit, dass er einer paneuropäischen Unterstützung der Bildungseliten für den Befreiungskampf der Hellenen den entscheidenden Impuls gab. Als herausragendes deutsches Beispiel sei hier der Münchner Prof. Friedrich Thiersch genannt, der durch sein enormes Engagement selbst finanzielle Mittel aufbrachte, um in die Sklaverei verkaufte Griechen im damals noch osmanischen Alexandrien frei zu kaufen.

    Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges besteht eine Kontinuität auf verschiedenen Ebenen. 1953 unterzeichnete Griechenland das Londoner Schuldenabkommen, verzichtete damit auf die Begleichung von Vorkriegsschulden durch Deutschland und trug damit zur Wiederherstellung der Kreditfähigkeit Deutschlands bei. Griechenland war nach 1945 das erste Land, das einen deutschen Bundespräsidenten einlud, während sich die Weltgemeinschaft zurückhielt. Die Einladung wurde von Ernst August von Hannover im Auftrag des griechischen Königs Paul überreicht und Theodor Heuss machte seinen ersten Staatsbesuch nach Griechenland. Tausende Athener gingen zum Bahnhof, wo das Begrüßungszeremoniell stattfand. Bei seiner Rückkehr in Deutschland bezeichnete Heuss die Reise als Rückwanderung in die eigene geistige Heimat. Der Außenminister Heinrich von Brentano nahm die euphorische Stimmung zum Anlass, bilaterale Abkommen im Bereich Kultur und Erziehung abzuschließen. Ausländische Botschafter blieben dem offiziellen Empfang demonstrativ fern.

    Die Beziehungen Griechenlands zu den Ländern Südosteuropas können heute weitgehend als ausgeglichen betrachtet werden. Die schrittweise Aussöhnung und die immer besser werdenden Beziehungen zum ehemaligen „Erzfeind“ Türkei in den letzten Jahren gelten hierbei als ein richtungsweisender Schritt. Unter Ausklammerung einiger politischer Fragen hat eine wirtschaftliche und kulturelle Annäherung der beiden Staaten stattgefunden. Von öffentlicher Seite wurde beispielsweise die Bahnverbindung Thessaloniki–Istanbul aufgewertet und Grenzformalitäten vereinfacht. Griechenland gilt mittlerweile als einer der größten Befürworter eines EU-Beitritts der Türkei. Aktuelle kritische Fragen sind die häufigen Verletzungen des griechischen Luftraums durch Tiefflüge türkischer Kampfjets über griechische Inseln der Ägäis, sowie das Flüchtlingsproblem, da die meisten illegalen Einwanderer über die Türkei eingeschleust werden.

    Das Verhältnis zu Albanien, mit dem der faktische Kriegszustand erst 1987 beendet wurde, wird heute von einer engen Zusammenarbeit geprägt. Die Beziehungen zu Albanien wurden in der Vergangenheit und seit dem Fall des Eisernen Vorhangs immer wieder durch eine starke und unkontrollierte Migrationsbewegung albanischer Wirtschaftsflüchtlinge belastet. Die Kontakte zu Bulgarien, Rumänien sowie Serbien – das als historischer Verbündeter gilt – sind sehr gut. Mit Bulgarien wurde die Eröffnung neuer Grenzübergänge vereinbart und es wurden verschiedene Infrastrukturprojekte in Angriff genommen. Die diplomatischen Beziehungen zum nördlichen Nachbarn Republik Nordmazedonien befinden sich im Ausbau und der Ausblick ist positiv. In den vergangenen Jahren haben sich die nachbarschaftlichen Beziehungen sowie die wirtschaftliche Kooperation beider Staaten in einem besonderen Maße entwickelt.

    Auf der Ebene der Politik sind die transatlantischen Beziehungen zwischen Griechenland und den Vereinigten Staaten zwar traditionell gut, es herrschen jedoch in weiten Teilen der Bevölkerung historisch bedingte Vorbehalte gegenüber der US-Außenpolitik. Die Verfolgungen linker Aktivisten gleich nach der Vertreibung der deutschen Besatzer wird den englischen und später amerikanischen Befreiern zur Last gelegt. Auch die passive Haltung der NATO zur 7-jährigen Militärdiktatur und zur türkischen Besetzung Zyperns begründeten den fehlenden Konsens zwischen Staat und Volk und führten bei den Parlamentswahlen 1981 zur erdrutschartigen Wahl linker Parteien und der ersten sozialistischen PASOK-Regierung. Es ist aber der Person ihres Vorsitzenden Andreas Papandreou zu verdanken, der als erster amerikanischer Ministerpräsident Griechenlands die Beziehungen der beiden Staaten auch gegen seine Parteibasis vorsichtig zu harmonisieren begann. Noch konsequenter verfolgte nur Kostas Simitis diese Annäherung zu den NATO-Partnern während seiner Amtszeit als Ministerpräsident 1996–2004, übrigens gemeinsam mit seinem Außenminister Giorgos Papandreou. Zwar belasteten später die ablehnende Haltung der Griechen gegenüber dem völkerrechtlich umstrittenen Einsatz in Serbien im Rahmen der NATO 1999 sowie die Ablehnung einer Teilnahme an dem von den Vereinigten Staaten angeführten Militäreinsatz im Irak von 2003 immer noch das Verhältnis beider Staaten. Spätestens aber mit der Wahl des zweiten Amerikaners Giorgos Papandreou zum Ministerpräsidenten Griechenlands kurz nach dessen Treffen mit dem US-Präsidenten Barack Obama am 9. März 2009 in Washington, D.C. waren die bilateralen Beziehungen auf einem Höhepunkt angelangt.

    Alexis Tsipras mit Wladimir Putin

    Griechenland pflegt aufgrund seiner geographischen Lage im Allgemeinen relativ gute Kontakte zu mehreren Staaten des Nahen Ostens und unternahm in der Vergangenheit verschiedene Versuche, in den einzelnen Krisenregionen zu vermitteln. In den letzten Jahren wurden diese Beziehungen zur Stärkung der von den USA geführten Antiterrorkoalition eingebracht. Zum Beispiel unterhielt Griechenland traditionell auch gute Kontakte zu den Palästinensern. Während des zweiten Libanonkrieges zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah von 2006 gehörte Griechenland zu den Staaten, die sich für einen sofortigen Waffenstillstand einsetzten. Zu Israel hatte Griechenland lange Zeit keine besonderen politischen Beziehungen, dies änderte sich nach dem Regierungswechsel Ende 2009. Seitdem wurde auch mit Unterstützung der Opposition die Beziehungen zu Israel intensiviert.

    Verteidigungspolitik und Militär

    Griechenland ist Mitglied der NATO und unterhält eine Wehrpflichtarmee, die sich in die Teilstreitkräfte Heer, Luftstreitkräfte und Marine untergliedert. Griechenland gab 2017 knapp 2,5 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 5,1 Milliarden Dollar für seine Streitkräfte aus.

    In Griechenland gilt eine allgemeine Wehrpflicht für Männer zwischen 18 und 45 Jahren, die Wehrdienstdauer für Wehrpflichtige beträgt zurzeit (2008) zwölf Monate. Verwitwete Väter bzw. ältere Brüder mit der Sorgepflicht für einen oder mehrere Minderjährige sind von der Wehrpflicht befreit. Für Auslandsgriechen, die auch im Ausland geboren sind, beträgt die Wehrdienstdauer nur drei Monate. Andere Auslandsgriechen, Einwanderer mit griechischem Pass und Geschwister einer Familie mit sechs oder mehr Kindern haben das Recht auf eine auf sechs Monate reduzierte Wehrdienstdauer. Für den ältesten Bruder dreier Geschwister, für die zwei ältesten Brüder vierer Geschwister, und für Väter beträgt sie neun Monate. Für Frauen gilt keine Wehrpflicht, sie können jedoch ohne Einschränkungen dem Militär beitreten.

    Das Militär spielte immer eine besondere Rolle, so schon im griechischen Freiheitskampf, der mit der militärischen Unterstützung der Großmächte geführt wurde. Es übernahm im 20. Jahrhundert zwei Mal die Macht.

    Die Verwaltungsgliederung Griechenlands

    Mit dem Kallikratis-Gesetz von 2010 wurden öffentliche Zuständigkeiten dezentralisiert und die Gliederung stark vereinfacht. 13 Regionen (Sg. περιφέρεια periferia) bilden seit 2011 die regionale Ebene. Sie werden durch ein eigenes Parlament und durch einen Regionspräsidenten verwaltet. Die Regionen untergliedern sich weiter in insgesamt 325 Gemeinden (Sg. δήμος dimos), die die kommunale Ebene bilden, in ländlichen Gebieten jedoch eher deutschen Landkreisen vergleichbar sind. Damit wurde die seit der Gründung des modernen Griechenland praktisch unverändert geltende Gliederung in zuletzt 54 Präfekturen (Sg. νομός nomos) aufgehoben; die Regionen, die zuvor direkt durch den Zentralstaat regiert worden waren, erhielten deutlich mehr Kompetenzen. Die Zahl der bis 1997 knapp 6000 Gemeinden, die bereits 1997 durch das Kapodistrias-Programm auf 1033 (2010: 1034) reduziert wurde, hat sich erneut auf 325 verringert.

    Die Mönchsrepublik Athos auf der Halbinsel Chalkidiki wird weitgehend autonom verwaltet und gehört auch nicht zum Steuergebiet der EU.

    Allgemeines

    Griechenland ist Teil des Europäischen Binnenmarkts. Zusammen mit 18 anderen EU-Mitgliedstaaten (blau) bildet es eine Währungsunion, die Eurozone.
    Alle Erdölexplorationen in Griechenland
    Griechische Regionen nach BIP pro Kopf (2009)

    Die Wirtschaft Griechenlands ist eine marktorientierte Wirtschaft mit einer beschränkten staatlichen Intervention.

    Auch nach der Aufnahme Griechenlands in die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft 1981 war ein Rückgang der selbstständigen Beschäftigung zu verzeichnen. Bis zur Einführung des Euro, der die griechische Drachme ablöste, fiel sie von ursprünglich 52 % (1981) auf 35 % (seit 2008) der Beschäftigten. Da nicht im gleichen Maße lohnabhängige Arbeit geschaffen wurde, profitierten von der Anbindung des Landes an das Wirtschaftsgeschehen der europäischen Industrienationen und den neu eingerichteten Kohäsionsfonds große Konzerne, die als Importeure mit westeuropäischen Partnern kooperierten. So führte der Beitritt Griechenlands 2001 in die Eurozone zu einer Reihe extensiver Infrastrukturmaßnahmen. Verschiedene Großereignisse, wie die Olympischen Spiele von 2004, führten zu einer vorübergehenden Stimulierung der griechischen Wirtschaft und einem wirtschaftlichen Aufschwung, der hauptsächlich auf Staatsaufträgen beruhte. Mit der Finanzkrise ab 2007 und der folgenden griechischen Staatsschuldenkrise sind BIP und Löhne gesunken und die Arbeitslosenzahlen massiv gestiegen. Die Beschäftigung ist auf etwa 33 % der Bevölkerung gefallen und liegt damit innerhalb der EU auf einer der letzten Stellen.

    Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Kaufkraftparität (PPP, Marktpreise) pro Kopf betrug 2008 rund 21.600 Euro und 2017 rund 27.800 $ = rund 25.000 Euro.
    Das verfügbare Einkommen ist von 2008 bis 2013 um knapp 40 % (inflationsbereinigt) gesunken.

    Der Tertiärsektor ist der größte und wichtigste Wirtschaftssektor in Griechenland. Er erwirtschaftete 2004 insgesamt 71,4 % und 2017 rund 80 % der griechischen Wirtschaftsleistung, wobei der Tourismus als Wachstumsmarkt eine größere Bedeutung (2017: Einnahmen 16,4 Mrd. $ bei 177,7 Mrd. $ BIP) hat.
    2017 betrug die Arbeitslosenquote 21,5 % (Euroraums bei 10,0 %). Besonders stark angestiegen ist die Jugendarbeitslosigkeit (bis 24 Jahre) von 25 % im Mai 2008 auf 48,1 % (2016). Der stagnierende Binnenmarkt (weniger Privatkonsum und Staatsinvestitionen) und gesunkene Produktionskosten führten zu einer stärkeren Exportorientierung.

    Aufgrund seiner geographischen Lage besitzt Griechenland ein hohes Potential für die Nutzung sowohl von Solar- und Windenergie. Der Anteil der erneuerbaren Energien ist in der Energieversorgung Griechenlands derzeit gering, jedoch wächst ihr Anteil unter anderem aufgrund der staatlichen Förderung stetig. Bis 2020 will Griechenland 20 % der Primärenergie mit erneuerbaren Energien decken.

    Griechenland verfügt außerdem über nennenswerte Gas- und Erdölvorkommen, von denen bisher nur das Erdöl und Erdgas in der Nordägäis erschlossen wurden. Drei neue Konzessionen wurden 2012 vergeben, um weitere Felder zu erschließen, die vornehmlich im Ionischen Meer liegen. Erwartet werden dadurch Einnahmen in Höhe von 11 bis 15 Mrd. Euro in einem Zeitraum von 15 bis 25 Jahren. Es wird jedoch auch von erheblich größeren Vorräten berichtet, die Einnahmen von 300 Mrd. bis 465 Mrd. Euro annehmen lassen.

    Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes misst, belegt Griechenland Platz 87 von 137 Ländern (Stand 2017–2018). Im Index für wirtschaftliche Freiheit belegt das Land 2017 Platz 127 von 180 Ländern.

    Agrarsektor

    Olivenbäume auf Kreta

    Der Primärsektor (Agrar) in Griechenland verlor in der Vergangenheit immer stärker an Bedeutung. Der Anteil der Aktivitäten des primären Sektors an der Wirtschaftsleistung des Landes belief sich 2004 auf 6,4 % und 2017 auf 4 %, wobei 12 % der Beschäftigten 2017 in der Landwirtschaft tätig waren. Angebaut werden vorzugsweise für den Export bestimmte Produkte wie Wein (→ Weinbau in Griechenland), Tabak und Oliven. Die wichtigsten Anbaugebiete für Weizen sind die Regionen Thessalien, West-Thrakien, Böotien und Makedonien. Die Nutztierhaltung in Griechenland beschäftigt sich überwiegend mit der Züchtung von Schafen und Ziegen. Die zwischenzeitlich neu gesteckten Ziele, die Viehzucht zu erweitern, führten zu einem verstärkten Anbau von Gerste, Mais und anderen Futterpflanzen. Für den Anbau von Obst und Gemüse ist der Boden Griechenlands geeignet; so gedeihen Grapefruit, Soja, Avocado und auch Spargel. Infolge der topographischen Verhältnisse wurde lange Zeit auf den Einsatz von landwirtschaftlichen Maschinen verzichtet. Dies änderte sich mit der Intensivierung der Landwirtschaft. Dagegen steht immer noch die sehr kleine durchschnittliche Anbaufläche pro Betrieb. Aufgrund des maritimen Charakters des Landes wird dem Fischfang und der Fischzucht in Griechenland eine besondere Rolle zugewiesen. Der Beitrag des Agrarsektors am Export Griechenlands liegt bei 22 %. Seit der Wirtschaftskrise ist die Zahl der Landwirte innerhalb von zwei Jahren um 40.000 gestiegen, die meisten Neubauern betreiben Bio-Landwirtschaft oder spezialisieren sich, beispielsweise auf die Schneckenzucht oder die Gewinnung von Trüffeln.

    Industriesektor

    Ein Aluminiumwerk in Böotien

    Der Sekundärsektor des Landes befand sich seit Mitte der 1990er-Jahre in stetigem Wachstum. Sein Anteil an der Wirtschaftsleistung Griechenlands betrug 2004 22,2 % und 2017 noch 16 %. Der Industriesektor in Griechenland wird durch eine hohe Anzahl von kleinen und mittelständischen Unternehmen geprägt. Wichtigste Wirtschaftszweige sind die verarbeitende Industrie und die Bauindustrie. Produziert werden traditionell Nahrungsmittel, Textilprodukte, Metallprodukte, Erdöl- und Kohleprodukte, Chemikalien, Glas und Zement, Maschinen und darüber hinaus in neuerer Zeit auch zunehmend Technologie- und Telekommunikationsprodukte. Der Industriesektor trug 2004 zu 59 % zum Exportvolumen des Landes bei. Abnehmerländer griechischer Industrieprodukte sind unter anderem Deutschland, Italien, Großbritannien oder die Türkei. Seit 2008 ist verbunden mit der allgemeinen wirtschaftlichen Rezession im Land die Wertschöpfung im Industriesektor deutlich gesunken (Stand: 2015). Das verarbeitende Gewerbe nahm 2015 einen Anteil von 15 % an der Wertschöpfung ein.

    Dienstleistungssektor

    Traditionell ist die Handelsschifffahrt
    Tourismus: Santorin, bekanntes Urlaubsziel

    Der Anteil im Dienstleistungssektor umfasste 2006 75,9 % und 2017 80 % der Wirtschaft mit 65 % aller Beschäftigten. Wichtige Branchen im Dienstleistungssektor sind der Tourismus, der Handel, der Schiffsverkehr sowie die Finanzdienstleistungen. Während der Handel, die Tourismusindustrie sowie die Schifffahrtsunternehmen schon immer eine besondere Position in der griechischen Wirtschaft eingenommen haben, entwickelten sich die Finanzdienstleistungen erst mit der Liberalisierung des Bankenwesens in Griechenland und spielen heute eine wichtige Rolle bei Investitionen sowohl in Griechenland als auch im südöstlichen Europa. Die griechische Schifffahrt hat international einen sehr hohen Stellenwert und bedient mit 3.618 griechisch kontrollierten Schiffen (über 1000 Bruttoregistertonnen) 18,6 % des weltweiten Schiffsverkehrs. Sie weist auch bei Konsumkrisen stabile Wachstumsraten auf, griechische Reedereien haben eine der größten Eignerflotten, die zumeist jedoch auf Billigflaggen ausgeflaggt sind.

    Der Tourismus hatte 2008 einen Anteil von 10 % am Bruttoinlandsprodukt. Seine Bedeutung hat zugenommen, in den vergangenen Jahren stieg der Anteil auf 18 %. 2014 war gemessen an der Zahl der Gäste ein starker Aufschwung im internationalen Tourismusgeschäft mit einer Zuwachsrate von 15 % zu verzeichnen. Hierzu haben auch die Kreuzfahrten beigetragen. Mit über 24 Millionen Touristen stand Griechenland 2016 auf Platz 14 der meistbesuchten Länder der Welt. Die Tourismuseinnahmen beliefen sich im selben Jahr auf 14,6 Mrd. US-Dollar.

    Energieversorgung

    relative Beiträge zum Primärenergieverbrauch (TPES) in Griechenland
    Energieträger 1973
    (%)
    1990
    (%)
    2000
    (%)
    2006
    (%)
    2007
    (%)
    2008
    (%)
    2009
    (%)
    2010E
    (%)
    2016
    (%)
    Mineralöl 76,7 56,3 54,9 55,9 52,6 53,9 53,6 51,8 50,0
    Steinkohle 17,8 37,6 33,4 27,9 29,2 27,4 28,6 27,0 19,0
    Erdgas 0,6 6,3 9,1 11,1 11,5 10,1 11,8 15,2
    Biomasse & Müll 3,8 4,2 3,7 3,4 3,9 3,4 3,3 3,8 6,1
    Wasserkraft 1,6 0,7 1,2 1,7 0,7 0,9 1,6 2,1 2,1
    Solarenergie 0,3 0,4 0,4 0,5 0,6 0,6 0,8 2,3
    Windenergie 0,1 0,5 0,5 0,6 0,7 0,7 1,3
    Geothermie 0,1 0,1 0,1
    Stromhandel 0,3 1,2 1,2 1,6 1,3 1,9 3,3
    2010E sind Schätzungen
    Windkraftanlagen in Griechenland
    Der Thissavros-Stausee

    Bislang hängt die Energieversorgung Griechenlands stark an Erdöl-, Kohle- und Gasimporten aus Russland, dem Iran und Saudi-Arabien. Erneuerbare Energien als Kernelement der Energiewende sind bisher kaum ausgeschöpft. Einer der Gründe ist die nicht funktionierende Fremdfinanzierung. Erschwert wird dies noch dadurch, dass die griechische Regierung nun über zwei Jahre rückwirkende Besteuerung von Vergütungseinnahmen beschlossen hat, die viele Wind- und Solarunternehmen zusätzlich in finanzielle Nöte bringt.

    Der Primärenergieverbrauch Griechenlands betrug 2010 gemäß IEA schätzungsweise 27 Mtoe (314 TWh). Davon wurden 9,2 Mtoe im Inland generiert, was einem Anteil von 34 % vom Gesamtverbrauch entspricht. Der Rest wurde importiert. Damit fällt Griechenlands Energiehandelsbilanz negativ aus (Energieimport). Hauptanteile des Energieimports entfielen 2010 mit über 96 % auf Mineralöl, Erdgas und Steinkohle. Aufgrund der Wirtschaftskrise ab 2009 sank der Energiebedarf zwischen 2006 und 2016 um 24 %; er betrug 2016 nach vorläufigen Daten von 2017 etwa 22.9 Mtoe.

    Griechenlands Photovoltaikleistung wurde im Zeitraum von 2010 bis 2013 deutlich ausgebaut, von 47 MW 2009 auf 2.579 MW 2013. Griechenland nahm 2012 weltweit den dritten Platz auf der Rangliste der pro Kopf installierten Photovoltaikleistung ein, direkt hinter Deutschland und Italien. Dieser Ausbau ging in allen drei Ländern auf einen Einspeisetarif für Photovoltaikanlagen zurück. 2014 bis 2018 fand fast kein weiterer Ausbau mehr statt, Ende 2018 war die Gesamtleistung bei 2.665 MW angelangt. Photovoltaikanlagen lieferten 2018 8,2 % und 2019 8,3 % des erzeugten Stromes. Die installierte Gesamtleistung der griechischen Windkraftwerke, die Ende 2014 bei 1,98 GW lag, betrug Ende 2019 3,58 GW und Ende 2020 über 4,11 GW. Wind lieferte 2019 12 % und 2020 15 % des Strombedarfs des Landes.

    Es gibt mehrere Wasserkraftwerke, von denen das am Kremasta-Stausee mit 437 MW das größte ist. Die Thissavros-Talsperre dient als Pumpspeicherwerk und hat eine Leistung von 384 MW.

    Wirtschaftsdaten

    Veränderung des Bruttoinlandsprodukts (BIP), real
    in % gegenüber dem Vorjahr
    Jahr 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019
    Veränderung 0,6 5,7 3,3 -0,3 -4,3 -5,5 -9,1 -7,3 -3,2 0,7 -0,4 -0,2 1,5 1,9 1,9
    Quelle: Internetseiten von Eurostat
    Entwicklung des BIP (nominal)
    absolut (in Mrd. Euro)
    Jahr 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017
    BIP 199 218 233 242 238 226 207 191 180 178 176 174 177
    je Einwohner (in Tsd. Euro)
    Jahr 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017
    BIP 18,1 19,8 21,1 21,8 21,4 20,3 18,6 17,3 16,5 16,3 16,3 16,2 16,6
    Quelle: Internetseiten von Eurostat, Tabelle Bruttoinlandsprodukt zu Marktpreisen (2011–2017 vorläufig)
    Entwicklung der Inflationsrate
    in % gegenüber dem Vorjahr
    Jahr 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015
    Inflationsrate 3,4 3,0 3,5 3,3 3,0 4,2 1,3 4,7 3,1 1,0 −0,9 −1,4 −1,1
    Quelle: Internetseiten von Eurostat; Tabelle Harmonisierter Verbraucherpreisindex, jährliche Veränderungsrate des Jahresdurchschnitts. Zuletzt abgerufen am 2. April 2016

    Von 2013 bis 2015 war die Inflationsrate negativ (deflationär).

    Öffentliche Schulden Griechenlands verglichen mit der Eurozone
    Entwicklung des Außenhandels (GTAI)
    in Mrd. Euro und seine Veränderung gegenüber dem Vorjahr in Prozent
    2014 2015 2016
    Mrd. € % gg. Vj. Mrd. € % gg. Vj. Mrd. € % gg.Vj.
    Einfuhr 48,3 +2,8 43,6 −9,8 44,0 +1,0
    Ausfuhr 27,1 −0,6 25,9 −4,5 25,4 −1,8
    Saldo −21,2 −17,7 −18,6
    Haupthandelspartner (2016)
    Ausfuhr (in %) nach Einfuhr (in %) von
    Italien Italien 11,2 Deutschland Deutschland 11,1
    Deutschland Deutschland 7,7 Italien Italien 8,8
    Zypern Republik Republik Zypern 6,4 China Volksrepublik Volksrepublik China 6,6
    Turkei Türkei 5,3 Russland Russland 6,4
    Bulgarien Bulgarien 5,2 Niederlande Niederlande 5,5
    Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 4,3 Irak Irak 5,3
    Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich 4,2 Frankreich Frankreich 4,4
    Vereinte Nationen sonstige Staaten 55,7 Vereinte Nationen sonstige Staaten 51,9
    Quelle: GTAI

    Staatshaushalt

    2013 verbuchte Griechenland rund 81,5 Milliarden Euro an Staatseinnahmen. Dem gegenüber standen Staatsausgaben in Höhe von etwa 86,2 Milliarden Euro. Das Staatsdefizit belief sich auf etwa 4,7 Milliarden Euro beziehungsweise 2,6 % des BIP. Der Schuldenstand des Staates beläuft sich per Ende 2019 auf 180,92 % des BIP.

    Infolge der internationalen Finanzkrise, die 2007 ihren Ausgang genommen hat, stieg die Verschuldung des griechischen öffentlichen Haushalts massiv an. Die damalige griechische Regierung gab umfangreiche Garantien für die Banken und unterstützte die Geldhäuser mit neuem Eigenkapital. Diese Rettungspakete machten die Bank-Risiken zu Staatsrisiken, dies führte nach einer EZB-Studie bei den Staatsanleihen zu höheren Risikoprämien.

    Ein allgemeines Problem in Griechenland, wie auch in den meisten Staaten der EU, ist die seit den 1980er Jahren aufgebaute verzweigte Klientelpolitik und Korruption, laut Bonner Parlament angeheizt im Wesentlichen durch den Korruptions-Wettbewerb aus Industriestaaten, insbesondere französischer und deutscher Unternehmen, welche über ihre Athener Lobbys die Ausgaben des Staates ungünstig beeinflussten, der dadurch oftmals von Ineffizienz betroffen war bzw. noch immer ist.

    Aktuelle gesamtwirtschaftliche Entwicklung

    Des Weiteren besteht in Griechenland eine unerwartet große Schattenwirtschaft. Sie ist mit jährlich 3900 Euro pro Kopf der Bevölkerung knapp über dem EU-Durchschnitt von 3700 Euro (Deutschland: 4400 Euro Schattenwirtschaft pro Kopf und Jahr). Die vorhandene Steuerhinterziehung ist verbreitet. Wegen deren großen Anzahl jedoch – ein Drittel aller Erwerbstätigen in Griechenland sind selbständig – ist die Steuerhinterziehung pro Selbständiger im EU-Vergleich nur gering. Andererseits ist die Zahl der Finanzbediensteten weit unter dem OECD-Durchschnitt, sodass deshalb nur eine geringe Kontrolle der Unternehmen möglich ist. Griechenland verfügt EU-weit über die kleinste öffentliche Verwaltung (OECD 2011)

    2007 lagen die effektiven Steuern auf Einkommen aus Gewinnen und Vermögen in Griechenland bei 15,9 %. In Deutschland lag der Satz bei 24,4 %, den Höchstwert in der EU gab es zu dem Zeitpunkt im Vereinigten Königreich mit 42,7 %. Außerdem ist der Anteil der Militärausgaben am BIP mit ca. 4 % (= 9,5 Milliarden Euro) deutlich höher als der anderer europäischer Staaten. Dagegen entsprechen 2009 die pro Kopf Militärausgaben Griechenlands mit 860 Euro dem Mittelwert in der EURO-Zone.

    Griechenland ist, gemessen an der Gesamtverschuldung im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt, das am höchsten verschuldete Mitgliedsland der Europäischen Union.

    Jahr 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011
    Staatsverschuldung 101,7 % 97,4 % 98,6 % 100,0 % 106,1 % 107,4 % 112,9 % 129,7 % 148,3 % 170,3 %
    Haushaltssaldo − 4,8 % − 5,6 % − 7,5 % − 5,2 % − 5,7 % − 6,5 % − 9,8 % − 15,7 % − 10,9 % − 9,6 %
    Jahr 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021
    Staatsverschuldung 157,2 % 175,1 % 177,1 % 176,8 % 180,8 %
    Haushaltssaldo − 8,9 % − 13,2 % − 3,5 % − 5,7 % + 0,5 % + 0,7 % + 1,0 % + 1,5 %
    Quelle: Eurostat, Tabelle Öffentlicher Bruttoschuldenstand, Eurostat, Tabelle Defizit/Überschuss des Staates

    Entwicklung seit 2009

    Finanzierungssaldo des Staates in % des Bruttoinlandsprodukts (nach Ameco-Daten)

    2009 und 2010

    Die Regierung Papandreou musste Ende November 2009 ein drohendes Staatsdefizit von 12,7 % (nach 7,7 % 2008) des Bruttoinlandsproduktes feststellen. Darüber hinaus drohte im Haushaltsjahr 2010 ein Schuldenstand von 121 % des Bruttoinlandsproduktes (nach den EU-Konvergenzkriterien sind maximal 60 % erlaubt, was allerdings unter dem Einfluss der Finanzkrise ab 2007 damals nur wenige Länder der EU schafften). Bei Ländern wie Griechenland kommt erschwerend hinzu, dass die Wirtschaft hoch im Ausland verschuldet ist. Per Saldo (Vermögen abzüglich Schulden) war die griechische Wirtschaft 2008 mit rund 76 % des Bruttoinlandsprodukts im Ausland verschuldet (nach Portugal mit 99 % und Spanien mit 81 %).

    Der Vorsitzende des EU-Finanzministerrates Anders Borg schätzte bereits zum Jahreswechsel 2009/2010 die Finanzlage in Griechenland als dramatisch ein. Am 3. Februar 2010 beschloss die EU-Kommission, den griechischen Haushalt unter EU-Kontrolle zu stellen. Die Regierung in Athen erhielt die Auflage, alle zwei bis drei Monate in Brüssel über ihre Einsparungserfolge Bericht zu erstatten. Jean-Paul Fitoussi, Ökonom und Wirtschaftsberater des französischen Staatspräsidenten, verwies hingegen darauf, dass Griechenland nur 3 % der Eurozone ausmache.

    Nach einem Bericht der New York Times vom Februar 2010 haben US-Banken wie Goldman Sachs und JP Morgan Griechenland in den letzten zehn Jahren dabei geholfen, das Ausmaß seiner Staatsverschuldung zu verschleiern. So seien neu aufgenommene Kredite als Währungsgeschäfte verbucht worden. Im Gegenzug seien künftig zu erwartende Einnahmen, zum Beispiel aus Flughafengebühren und Lotteriegewinnen, abgetreten worden. Es stellte sich im Nachhinein heraus, dass der Beitritt Griechenlands zur Eurozone 2001 auf der Basis geschönter Angaben der Regierung, insbesondere unter Verschleierung des hohen Staatsdefizits, erfolgt war.

    Am 11. April 2010 einigen sich die Finanzminister der Eurogruppe auf Einzelheiten eines dreijährigen Hilfspaketes: Es soll im ersten Jahr ein Volumen von 45 Milliarden Euro haben, zwei Drittel übernehmen die Euromitglieder. Der deutsche Beitrag für 2010 wird von der Bundesregierung auf 8,4 Milliarden Euro beziffert. Das Problem der griechischen Finanzkrise verschärfte sich im April 2010 wegen eines erheblichen Kursanstieges im Handel von Credit Default Swaps (durch einen Massenaufkauf von mehreren Großbanken), die als Versicherung gegen den Ausfall von griechischen Staatsanleihen dienen. Die Ratingagentur Standard & Poor’s bewertete die Bonität Griechenlands mit BB+/B, Moody’s mit A3 und Fitch Ratings mit BBB- (Stand 27. April 2010). Am 14. Juni 2010 senkte auch Moody’s das Rating für griechische Staatsanleihen auf Ba1 und somit auf „Ramschniveau“.

    Nachdem die Zinsen für zehnjährige Staatsanleihen im April 2010 auf über 8,5 % angestiegen waren, musste die griechische Regierung am 23. April 2010 vor dem Druck der Finanzmärkte kapitulieren und um ausländische Finanzhilfen mit dem Ziel ersuchen, eine Insolvenz abzuwenden. In der Nacht zum 10. Mai 2010 einigten sich die EU und der IWF auf Kredite in Höhe von 110 Mrd. Euro zur Stützung der besonders betroffenen europäischen PIIGS-Staaten, zu denen auch Griechenland gezählt wird. Die Sinnhaftigkeit dieser Maßnahmen wird unter Fachleuten kontrovers diskutiert. EZB und andere EU-Staaten kauften außerdem griechische Staatsschulden von Banken und Fonds im Umfang von rund 100 Milliarden Euro (bis Juli 2011) auf.

    Maßnahmen 2010 und die Entwicklung bis 2015

    Am 3. März 2010 wurde eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 21 % beschlossen, die am 15. März 2010 in Kraft gesetzt wurde. Gleichzeitig wurden alle Gehälter der öffentlichen Angestellten gekürzt. Dadurch sollen jährlich 4,8 Milliarden Euro eingespart werden. Am 2. Mai 2010 beschloss die griechische Regierung ein mit IWF und EU ausgehandeltes Maßnahmenpaket. Bis 2013 sollen unter anderem durch Abbau von Verwaltungen und Gehaltssenkungen etwa 30 Milliarden Euro gekürzt werden: Tags danach starben bei gewaltsamen Protesten in der Athener Innenstadt 3 Menschen. Am 12. Mai 2010 erhält Griechenland vom IWF die ersten 5,5 Milliarden Euro aus dem Rettungspaket. Die großen Gewerkschaften kündigen einen weiteren Generalstreik an. Am 1. Juli 2010 trat eine erneute Mehrwertsteuererhöhung auf 23 % in Kraft, welche bis heute gilt.

    Insgesamt wurden mit der griechischen Austeritätspolitik die Staatsausgaben zunächst um zehn Prozent zurückgefahren und das staatliche Haushaltsdefizit nahm bis August 2010 zunächst ab. Im Gegenzug nahmen jedoch die Haushaltsdefizite bzw. Insolvenzen im privaten Bereich wie auch die Anzahl der Arbeitslosen zu. Die Investitionen, das BIP und somit auch die darauf beruhenden Steuereinnahmen sind zurückgegangen. Die Renditen und Risikoaufschläge auf griechische Staatsanleihen stiegen auf dem Finanzmarkt wieder an, erreichten (je nach Anlage) Ende 2010/Anfang 2011 wieder das Niveau der Krise im Mai und stiegen seitdem weiter an (siehe Grafik). Da unter anderem einerseits durch die hohe Arbeitslosigkeit die Staatseinnahmen gesunken sind, zugleich der Staat erhöhte Ausgaben zur Arbeitslosenabsicherung tätigen muss, steigt die Staatsverschuldung noch deutlicher an.

    Am 7. März 2011 stufte die Ratingagentur Moody’s die Bonität Griechenlands weiter um drei Noten von „Ba1“ auf „B1“ zurück. Am 30. März 2011 senkte auch Standard & Poor’s erneut die Bonitätsnote von BB+ auf BB-. Am 20. Mai 2011 folgte die Senkung des Fitch-Ratings von BB+ auf B+

    Das griechische Parlament stimmte auf Forderung von EU und IWF dem dritten Kürzungspaket der Regierung am 29. Juni 2011 zu. Bis 2015 will die griechische Regierung damit weiter rund 78 Milliarden Euro Ausgaben kürzen bzw. zusätzlich einnehmen (rund 28 Milliarden Euro durch Leistungskürzungen und Steuererhöhungen, 50 Milliarden durch Privatisierungen und Verkauf staatlicher Immobilien). 2010 und 2011 wurden Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen im Volumen von 20 Prozent der Wirtschaftsleistung vorgenommen. Von 2009 bis 2013 wurden die Sozialleistungen um 26 Prozent gesenkt. Fitch kritisierte jedoch die Maßnahmen der Europäischen Union (EU) sowie des Internationalen Währungsfonds (IWF) als unglaubwürdig und stufte am 13. Juli 2011 die Kreditwürdigkeit von B+ auf CCC ab. Die beiden anderen Ratingagenturen Standard & Poor’s ('CCC') und Moody’s (Caa1) hatten schon im Vorfeld ihre Note auf ein vergleichbares Niveau reduziert. Der absolute Tiefpunkt wurde am 22. Februar 2012 erreicht: „Das Emittentenausfallrating wurde auf C von CCC gesenkt, worin die Einschätzung zum Ausdruck kommt, dass ein Zahlungsausfall in naher Zukunft sehr wahrscheinlich ist“, teilte Fitch mit. Bis 2014 verbesserten sich die Bewertungen auf B (S&P und Fitch) bzw. Caa1 (Moody's). Schon im Vorfeld der Parlamentswahl im Januar 2015 wurde Griechenland allerdings wieder herabgestuft, bis am 29. Juni nach monatelangen Konflikten zwischen dem frisch gewählten linkspopulistischen Ministerpräsident Alexis Tsipras und den internationalen Geldgebern ein neues Negativum erreicht wurde (S&P 'CCC–', Moody's 'Caa2', Fitch 'CCC'). Nach Verhandlungen um ein drittes Hilfspaket und angekündigten weiteren Sparmaßnahmen wurde Griechenland wieder heraufgestuft.

    Im zweiten Quartal 2014 wuchs die griechische Wirtschaft erstmals seit 2008 wieder. Dies lag vor allem am starken touristischen Sektor.

    Am 1. Juli 2015 führte Ministerpräsident Tsipras Kapitalverkehrskontrollen mit Limits zur Auslandsüberweisung und zum Abheben von Bargeld ein um Kapitalflucht zu verhindern.

    Am 3. Juli wurde Griechenland von der Europäischen Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) nach Zahlungsausfällen für insolvent erklärt.

    Am 14. August stimmte das griechische Parlament einem dritten Hilfspaket mit einem Volumen von 84 Mrd. Euro zu.

    Auslaufen der Kreditprogramme und weitere Entwicklung nach 2018

    Am 20. August 2018 lief das letzte der drei internationalen Hilfsprogramme für Griechenland aus. Die Staatsverschuldung war bei 180 % des Bruttoinlandsprodukts jedoch noch immer sehr hoch.

    Im Januar 2019 gab Griechenland erstmals seit Ende der Hilfsprogramme wieder fünfjährige Staatsanleihen aus, die mit einem Zinssatz von 3,6 % auf dem niedrigsten Wert seit über zwölf Jahren lagen; im März erstmals seit 2010 wieder langfristige zehnjährige.

    Nach der Wahl des konservativ-liberalen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis lag der Indikator der wirtschaftlichen Einschätzung (IFE) im Juli 2019 trotz einer weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Situation mit geringen Wachstumsaussichten erstmals über dem Durchschnittswert der 19 Euro-Staaten und auf dem höchsten Stand seit 2008. Mitsotakis hatte angekündigt, das Land innerhalb von 18 Monaten auf das Niveau eines investitionswürdigen Schuldners zu führen. Ferner kündigte er Steuersenkungen und eine Verwaltungsreform an. Die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen fiel indes zum ersten Mal seit Einführung des Euros auf unter 2 %.

    Am 26. August schaffte Mitsotakis die 2015 eingeführten Kapitalverkehrskontrollen wieder ab.

    Goldreserven

    Griechenland verfügte im 3. Quartal 2020 über 113,84 Tonnen Goldreserven. Bei einem Preis von 1516 Euro je Feinunze (Stand 12. Januar 2021) entsprechen diese einem Wert von ca. 5,553 Milliarden Euro.

    Personenschifffahrt

    Katamaran-Schnellfähre bei Santorin

    Neben der traditionell großen Bedeutung der Handelsschifffahrt für die Wirtschaft Griechenlands, kommt aufgrund der langen Küstenlinie und dem Inselreichtum auch der Personenschifffahrt eine besondere Bedeutung zu.

    Aufgrund seiner Nähe zu Athen ist der wichtigste Hafen für Inlandsverbindungen nach wie vor Piräus, jedoch nimmt die Bedeutung des Hafens Rafina zu, der auch über Ausbaumöglichkeiten verfügt. Fährschiffe verkehren zu allen größeren Inseln und von dort zu benachbarten kleineren. Für die Fernverbindungen nach Italien sind die Häfen Igoumenitsa (für den Westen und Norden des Landes) sowie Patras auf dem Peloponnes (für den Süden des Landes) von Bedeutung.

    Im Bereich des Wassersports gelten aufgrund der EU-Außengrenze zwischen Griechenland und der Türkei besondere Rahmenbedingungen für den Verkehr zwischen den Ländergrenzen beider Staaten. Werden Boote privat verwendet (Tourismus), um in das jeweils andere Land zu verkehren, muss dort eine Einklarierung in einem Port of Entry erfolgen. Eine Besonderheit besteht für Boote unter griechischer Flagge, da diese nach Einklarierung in einem türkischen Hafen sowohl die maritime Infrastruktur des Landes wie auch das küstennahe Gebiet wieder verlassen müssen. Auf der anderen Seite stehen einige Häfen Griechenlands zudem aufgrund der Problematik des Menschenschmuggels nach Italien unter besonderer behördlicher Beobachtung.

    Straßenverkehr

    Karte mit eingezeichneter Infrastruktur

    Nationalstraßen sind in blau ausgeschildert und in der Schriftart Transport, Autobahnen sind grün ausgeschildert und vornehmlich in der Schriftart DIN 1451. Der Autobahnbau in Griechenland wird über Mautgebühren finanziert, einige wurden privat finanziert und werden erst nach einigen Jahrzehnten in Staatseigentum übergehen.

    Während seit den 1960er-Jahren vor allem die Nationalstraßen ausgebaut (und teilweise neu geführt) wurden, entschloss man sich ab den späten 1980er-Jahren aufgrund der fortschreitenden Motorisierung die griechischen Autobahnen auszubauen (bis dahin waren nur einige Nationalstraßen als Autobahn ausgebaut ohne separat ausgeschildert zu werden). Damals waren die öffentlichen und genossenschaftlichen Verkehrsmittel mit ca. 70 % am Gesamtverkehr beteiligt. Die Magistrale Korinth-Athen-Thessaloniki wurde sechsspurig ausgebaut und bei Athen mit der Spange Attiki Odos umfahren. 2010 wurde die Egnatia Odos (A2) fertig gestellt. Gegenwärtig entstehen die Lückenschließung der Autobahn Patras-Korinth (Olympia Odos) als PPP-Projekt sowie die Ionia Odos (A5) im Westen des Landes.

    Die regionalen KTEL-Genossenschaften betreiben ein Netz aus Fernverbindungen mit Überlandbussen, ebenso den Nahverkehr in kleinen Städten und auf dem Land.

    Eisenbahnverkehr

    Proastiakos-Triebwagen in Piräus

    Das Eisenbahnnetz der Griechischen Eisenbahngesellschaft OSE hat aufgrund der Topografie (Gebirge und viele Inseln) eine weitaus geringere Bedeutung als beispielsweise in Mitteleuropa. Es besteht aus einem regelspurigen Hauptnetz, einem meterspurigen Netz auf dem Peloponnes, der Zahnradbahn von Diakopto nach Kalavrita mit einer Spurweite von 750 mm und der Pilionbahn mit einer Spurweite von 600 mm, auf der in zwei Abschnitten Museumsbetrieb stattfindet.

    Es ist in großen Abschnitten eingleisig und in den vergangenen Jahrzehnten stark vernachlässigt worden. In den 1990er-Jahren wurde mit Modernisierungsarbeiten begonnen, insbesondere auf der Bahnstrecke Piräus–Thessaloniki, unter anderem die Modernisierung des Bahnhofs Athen, und 2004 wurde die Athener S-Bahn (Proastiakos) eröffnet. Dies führte zu einem beträchtlichen Anstieg der Beförderungszahlen. Auf der Strecke Athen–Thessaloniki ist die Bahn mittlerweile das schnellste Landverkehrsmittel.

    Das schmalspurige Netz auf dem Peloponnes befindet sich in einem schlechten Zustand und wird etappenweise durch ein regelspuriges mit neuer Trassenführung ersetzt. Der Anschluss von Athen bis Kiato ist fertiggestellt, der Bau der Verlängerung nach Rododafni soll Ende 2016 abgeschlossen werden. Die restlichen Teile sind derzeit außer Betrieb.

    Internationale Direktverbindungen bestanden bis zum Zeitpunkt ihrer allgemeinen Einstellung im Februar 2011 zwischen Thessaloniki und folgenden Städten: Belgrad, Budapest, Bukarest, Istanbul, Ljubljana, Skopje, Sofia, Svilengrad und Zagreb. Seit Mai 2014 wurden wieder die internationalen Direktverbindungen von Thessaloniki nach Sofia einerseits und andererseits via Skopje nach Belgrad (dort Anschluss nach Budapest) aufgenommen. Das nordwestliche Landesinnere ist nicht vom Eisenbahnnetz erschlossen.

    Aktuell sind folgende Inlandstrecken in Betrieb:

    Fernverkehr:

    Nahverkehr:

    • Proastiakos (S-Bahn Athen: Piräus-Ano Liosia, Flughafen-Kiato; S-Bahn Thessaloniki: Thessaloniki-Larisa)
    • Vorortbahn Patras: Agios Vasileios-Patras-Agios Andreas
    • Metro Athen (Piräus-Kifisia, Agios Antonios-Agios Dimitrios, Egaleo-Flughafen)
    • Straßenbahn Athen (Syntagma-Stadio Irinis & Filias, Syntagma-Kolymvitirio, Stadio Irinis & Filias-Kolymvitirio)

    Museumsbetrieb:

    • Anavros-Agria
    • Ano Lechonia-Milies, siehe Pilionbahn

    Luftverkehr

    Von den etwa 40 griechischen zivilen Flughäfen bieten etwa 15 internationale Flugverbindungen an. Größter und wichtigster Flughafen ist der Flughafen Athen-Eleftherios Venizelos. Neben dem Flughafen Thessaloniki-Makedonia haben die vor allem dem Tourismus dienenden Flughäfen Iraklio, Rhodos, Kos, Korfu, Chania und Flughafen Zakynthos erhebliche Bedeutung. Die griechischen Fluggesellschaften Olympic Air und Aegean Airlines sowie zahlreiche ausländische Fluggesellschaften bedienen von Athen und Thessaloniki aus ein dichtes Netz an Verbindungen innerhalb Griechenlands und fliegen darüber hinaus zahlreiche europäische Metropolen wie beispielsweise London, Madrid, Paris, Rom und Wien an.

    Im griechischen Gesundheitssystem genießen, ähnlich wie in Großbritannien, alle griechischen und ausländischen Bürger, die in Griechenland tätig sind, einen staatlichen Versicherungsschutz. Der Arzt kann wählen zwischen dem Dienst im öffentlichen Bereich oder einer Privatpraxis; beide Varianten zusammen sind nicht möglich. Die Versorgung kann in zwei Kategorien eingeteilt werden:

    Die primäre Versorgung der staatlichen Versicherung, wobei hier ungleiche Verhältnisse bei den ärztlichen Dienstleistungen in Städten, städtischen Randgebieten und ländlichen Bezirken bestehen. In den städtischen Zentren ist die primäre staatliche ärztliche Versorgung deutlich besser als auf dem Land, weil es gut organisierte Ärztehäuser gibt, die von den Versicherten aller Bereiche zwecks ihrer Behandlung aufgesucht werden. Die sekundäre private Versorgung, wie man sie gewöhnlich in Privatpraxen sowie den Hauptstädten der Regierungsbezirke und in den Städten der größeren Inseln findet. Die von zahlreichen Touristen in Anspruch genommene ärztliche Versorgung der Inseln wird hauptsächlich von einzelnen, frei praktizierenden Ärzten, von privaten Gesundheitszentren mit meist sehr guter Facharztausstattung sowie von Landärzten wahrgenommen.

    Teilweise ist sogar in Notfällen kein Vorzeigen des persönlichen Krankenheftes notwendig, wenn der Patient nicht stationär behandelt wird. Dies gilt für alle Personen, die sich in Griechenland aufhalten. Aufgrund der Sparmaßnahmen sind die Griechen nach zwei Jahren Arbeitslosigkeit ohne Krankenversicherung.

    Neben der staatlich organisierten Feuerwehr gibt es die Vereinigung der Volontäre (ESEPA) vergleichbar mit der Freiwilligen Feuerwehr in Deutschland. Die geringe Bevölkerungsdichte und die vielen Inseln wirken sich fatal bei Waldbränden im Sommer aus, die oft mit grob fahrlässigem Abflämmen der abgeernteten Felder begünstigt durch die heißen Wüstenwinde aus der Sahelzone ausgelöst werden. Die griechischen Luftstreitkräfte verfügen über die größte Flotte von Feuerlöschflugzeugen in der Europäischen Union.

    Sprache

    Die griechische Sprache hat ein eigenes Alphabet, welches dem lateinischen und dem kyrillischen Alphabet als Vorbild diente.

    Die griechische Sprache ist die älteste heute gesprochene Sprache, die durch eine Schrift (zunächst die Silbenschrift Linear B und später das vollständige Alphabet) aufgezeichnet wurde. Die neugriechische Sprache ist mit Abstand die wichtigste gesprochene Sprache in Griechenland und wird in der Version der Dimotiki gesprochen und gelehrt. Von Bedeutung ist ferner das Altgriechische, welches Pflichtfach an Schulen ist, und (in einer jüngeren Form, der Koine) noch im Gottesdienst der griechisch-orthodoxen Kirche benutzt wird. Regional werden von Minderheiten Türkisch oder slawische Dialekte gesprochen. Englisch und Französisch sind die beliebtesten Fremdsprachen, seit 2004 ist Griechenland auch Mitglied der Frankophonie. Seit den 1990er-Jahren ist Griechenland ein beliebtes Emigrationsziel und somit sind auch Sprecher weiterer Sprachen zahlreich vorhanden, wie Albanisch, Bulgarisch oder Russisch.

    Literatur

    Hauptartikel: Griechische Literatur

    Musik

    Hauptartikel: Musik Griechenlands

    Film

    Zwischen 1955 und 1970 hatte Griechenland die höchste Filmproduktion weltweit gemessen an der Einwohnerzahl, diese lag im Durchschnitt bei über 100 im Jahr. Die wichtigste Filmgesellschaft war Finos Film, deren Komödien und Tragödien dokumentieren auf heitere Weise ein Leben in Armut und erinnern an den italienischen Film jener Zeit. Bis heute haben diese Filme ein großes Ansehen und werden im Fernsehen meist im Vorabendprogramm gezeigt.

    Die ersten zwei Filme, die internationales Aufsehen erregten, waren 1955 Stella unter der Regie von Michael Cacoyannis und 1956 The Ogre of Athens, unter der Regie von Nikos Koundouros. Ab den 1960er-Jahren entstanden zunehmend Produktionen des Neue Griechischen Films, einer experimentellen Richtung. Nach dem Zusammenbruch der Junta-Diktatur 1974 blühte das „Neue Griechische Kino“ auf. Viele dieser Richtung zugehörige Filme wurden bereits ganz oder teilweise während der Diktatur illegal gedreht, es waren zumeist politische Filme, die ins Ausland geschmuggelt wurden, wie beispielsweise der 1973 entstandene Film Megara von Maniatis und Tsemperopoulos, der als Thema den Widerstand der Bauern in Megara gegen die Enteignung ihres Landes durch einen Großbankier verdeutlicht. Weitere wichtige Filme des „Neuen Griechischen Kinos“ sind der 1974 gedrehte Aus unwichtigem Anlass, sowie 1975 Die Wanderschauspieler von Theo Angelopoulos. Letzterer ist zudem der erste Film des „Neuen Griechischen Films“, der ein kommerzieller Erfolg wurde.

    Der 1964 gedrehte Film Alexis Sorbas spielte eine wichtige Rolle in der Rezeption des Landes in den 1960er-Jahren. Politische Bedeutung hatte der griechisch-französische Film Z von Constantin Costa-Gavras (1969), der die Junta kritisierte. Ebenfalls französisch inspiriert ist das Werk des Regisseurs Theodoros Angelopoulos. Die Thematik der griechischen Diaspora thematisierten in einigen Filmen der Regisseur George Pan Cosmatos, der Schauspieler Telly Savalas, aber vor allem die Regisseurin Nia Vardalos (My Big Fat Greek Wedding). Als bedeutendster griechischer Filmkünstler des 21. Jahrhunderts gilt Giorgos Lanthimos.

    Das Internationale Filmfestival Thessaloniki findet seit 1960 statt und ist das bedeutendste des Landes. Verbände der Regisseure und Kinofachleute organisierten 1977 aus Protest gegenüber einer Reihe von Veränderungen, die das zuständige Ministerium vornahm, wie beispielsweise die Auswahlkriterien für das Kritikerkomitee, ein Gegenfestival. Dieses „unabhängige Festival“ konnte sich jedoch auf Dauer nicht durchsetzen.

    Küche

    Hauptartikel: Griechische Küche

    Kunst

    Als Griechische Kunst wird vornehmlich die Bildhauerei der Antike verstanden, mitunter auch die Vasenmalerei. Kunstwerke wie der frühklassische Wagenlenker von Delphi, die Nike von Samothrake, nochmehr aber die hellenistischen Venus von Milo, Laokoon-Gruppe und die Gruppe von Aphrodite, Pan und Eros haben archetypischen Symbolcharakter erlangt. Die antike Kunst wurde durch die Byzantinische abgelöst, aus der sakralen Kunst der Kretischen Schule stammte der Maler El Greco (1541–1614). Das 19. Jahrhundert ist durch akademische Kunst geprägt und steht in Wechselwirkung zur Münchner Schule. Berühmte griechische Bildhauer des 20. Jahrhunderts sind u. a. Jannis Kounellis, Joannis Avramidis, Aris Kalaizis und Christos Kapralos. Auf der Insel Andros haben zahlreiche griechische Künstler ihre Ateliers, besonders der Sommer auf der ist durch zahlreiche Ausstellungen gekennzeichnet. Kunstmäzene sind häufig Reeder, wie früher Stavros Niarchos oder heute George Economou. Der Kunstsammler Dakis Joannou und seine Stiftung DESTE gelten als wichtigste Förderer des Werks von Jeff Koons, George Costakis hatte unter schwierigen Umständen eine große Sammlung des russischen Konstruktivismus angelegt. Iris Clert, Tériade und Christian Zervos förderten die Pariser Kunstszene.

    Architektur

    Hauptartikel: Griechische Architektur

    In Griechenland finden sich viele Zeugnisse klassischer Architektur. Gebäude wie der Parthenon oder das Theater von Epidauros geben einen guten Eindruck von der Qualität antiken Bauens. Diese wurden zum Vorbild des Klassizismus im 19. Jahrhundert, der in Griechenland von großer Bedeutung war. Architekten wie Theophil Hansen oder Ernst Ziller prägten die Städte mit großen öffentlichen Bauten, allem voran die Architektur Athens. Ausnahme ist der Bau der Athener Augenklinik von Theophil Hansen, der einer byzantinischen Formensprache folgt und damit den Auftakt für deren teilweise Wiederbelebung bildete. Vor allem Thessaloniki, der Athos und andere Klöster, die Peloponnes (Mystras), aber auch Athen und Umgebung (z. B. Kloster Dafni, Kapnikarea-Kirche in Athen) liefern zahlreiche herausragende Beispiele der mittelalterlichen griechischen Bautradition.

    Hauptstraße in Sinarades auf Korfu

    Die griechische Moderne gilt als eine der frühesten in Europa. Als Patroklos Karantinos, Schüler Auguste Perrets, den CIAM Kongress 1933 in Athen organisierte, konnte Griechenland über eine bedeutende Anzahl an Zeugnissen der funktionalistischen Moderne aufweisen. Die hier verabschiedete Charta von Athen wurde zum Fanal der Moderne. In den späten 1930er-Jahren gibt es auch restaurative Tendenzen (z. B. Bau der Bank von Griechenland und das Kronprinzenpalais), die jedoch keine Vorbildfunktion entwickeln.

    Blick über Athen aufs Meer

    Während Walter Gropius Bau der amerikanischen Botschaft und Eero Saarinens Westterminal des alten Athener Flughafens subtil auf Proportionen der Antike zurückgreifen, so stehen die Hotelbauten wie das Hilton in Athen von Spyros Staikos, 1963 und das Porto Carras auf der Halbinsel Chalkidiki von Walter Gropius (posthum, 1973 fertiggestellt) eindeutig unter dem Einfluss des International Style. Eine Ausnahme sind die zahlreichen touristische Bauten des staatlichen Bauprogramms Xenia der 1960er-Jahre unter der Federführung des griechischen Architekten Aris Konstantinidis. Diese modernen Bauten sind in der Landschaft eingebettet und kombinieren das industrialisierte Bauen mit lokalem Baumaterialien und -traditionen. Sie gelten als frühes Beispiel des kritischen Regionalismus.

    Einen städtebaulichen Impuls in Athen und Attika brachten die Olympischen Spiele 2004, allem voran die Sportstätten und Brücken des Architekten Santiago Calatrava.

    Die Architektur der Kykladen ist durch kubische Formen geprägt, deren blau-weiße, verschachtelte Wohnhäuser und Kirchen zum Markenzeichen Griechenlands wurden. Regional von Bedeutung sind ferner fränkisch, spätbyzantinisch oder osmanisch geprägte Altstädte. Die Ionischen Inseln sind venezianisch geprägt, auf Kreta stellt das Kamara-Haus eine traditionelle Bauform dar. Bedeutende gotische Bauten finden sich nur auf dem Dodekanes, allem voran die Altstadt von Rhodos.

    Sport

    Unter dem Kontext der Olympischen Spiele der Antike hat die olympische Bewegung von Anfang an in Griechenland viele Anhänger gefunden, so dass Athen 1896 erster Austragungsort wurde, zehn Jahre später folgten die Olympischen Zwischenspiele als Jubiläumsveranstaltung. Seit 1936 wird die olympische Flamme in Olympia entzündet und in einem Fackellauf zum Austragungsort gebracht. 2004 wurden zum dritten Mal Olympische Sommerspiele in Athen ausgetragen.

    Neben dem Marathonlauf der im 19. Jahrhundert gemäß der Marathonlegende auf den Boten Pheidippides zurückgeht, und viele Marathonläufe initiierte, gibt es auch den weitaus weniger bekannten Spartathlon, der auch auf einen antiken Lauf von Pheidippides zurückgeht. Dieser findet seit 1983 regelmäßig statt und wird auf den 245,3 Kilometern von Athen nach Sparta abgehalten.

    Beliebte Publikumssportarten in Griechenland sind Basketball und Fußball. Zweiterer hat seine Rolle durch den Gewinn der EM 2004 gestärkt. Weitere beliebte Sportarten sind Volleyball und Wasserball.

    Im Motorsport gehört die Akropolis-Rallye zum jährlichen WM-Kalender der Rallye-Weltmeisterschaft.

    Da Griechenland ein Gebirgsland ist gibt es auch Wintersport. Es gibt 24 Skigebiete in Griechenland, die insgesamt 197 Pistenkilometer aufweisen und von 122 Skiliften erschlossen sind. Eisbahnen hingegen gibt es nur durch nur private Finanzierungen und haben ausnahmslos keine olympische Größe, auf diesen wird Eiskunstlauf und Eishockey ausgeübt. Das Stadion des Friedens und der Freundschaft in Piräus wurde für die Mischnutzung auch mit Eisfläche konzipiert, diese Funktion wurde jedoch seit 1991 nicht mehr genutzt.

    Feiertage

    Datum Deutsche Bezeichnung Griechischer Name Anmerkung
    1. Januar Neujahrstag Πρωτοχρονιά Protochroniá
    6. Januar Drei Könige Θεοφάνεια Theofánia („Erscheinung des Herrn“),
    Φώτα oder των Φώτων Fóta, ton Fóton („Lichterfest“)
    Beweglicher Feiertag (Fastnachtsdatum) Rosenmontag Καθαρά Δευτέρα Kathara Deftera („Reiner Montag“) Entspricht dem katholischen Aschermittwoch; Beginn der Fastenzeit
    25. März Nationalfeiertag Ευαγγελισμού Evangelismoú („Mariä Verkündigung“) Unabhängigkeitstag (1821: Beginn der Griechischen Revolution)
    Beweglicher Feiertag
    (Freitag vor dem orthodoxen Ostersonntag)
    Karfreitag Μεγάλη Παρασκευή Megáli Paraskeví
    („Großer Freitag“)
    Beweglicher Feiertag
    (Orthodoxes Osterdatum)
    Ostersonntag Πάσχα Pás-cha Höchster kirchlicher Feiertag im Jahreskreis
    Beweglicher Feiertag
    (Montag nach dem orthodoxen Ostersonntag)
    Ostermontag Δευτέρα του Πάσχα Deftéra tou Pás-cha
    1. Mai Tag der Arbeit Πρωτομαγιά Protomagiá („Erster Mai“)
    15. August Mariä Himmelfahrt Κοίμηση της Θεοτόκου Kímisi tis Theotókou („Entschlafung der Gottesmutter“)
    28. Oktober Nationalfeiertag Επέτειος του Όχι Epétios tou Ochi
    Ochi-Tag („Jahrestag des Nein“)
    Nationalfeiertag (1940); siehe όχι-Tag
    25. Dezember 1. Weihnachtstag Χριστούγεννα Christoúgenna („Christi Geburt“)
    26. Dezember 2. Weihnachtstag Σύναξις Θεοτόκου Synaxis Theotokou
    („Versammlung zu Ehren der Gottesmutter“)

    Adel

    Laut Artikel 4 Absatz 7 der griechischen Verfassung werden „griechischen Staatsbürgern (…) Adelstitel oder Rangbezeichnungen weder verliehen noch anerkannt“. Jedoch werden Adelstitel im Zusammenhang mit historischen Personen und Personen aus dem Ausland weiterhin genannt.

    Massenmedien

    Im Jahr 2019 nutzten 76 Prozent der Einwohner Griechenlands das Internet. Bereits 2004 erzielten Zeitschriften brutto erstmals höhere Werbeeinnahmen als Fernsehsender – inzwischen sind es rund 42 Prozent aller Werbeetats (978 Millionen Euro), deutlich mehr als TV und Zeitungen. Die hoch verschuldete Verlagsbranche wird von ausländischen Investoren konsolidiert.

    Bildungswesen

    Das griechische Bildungssystem untergliedert sich grob wie vergleichbare Bildungssysteme in europäischen und nordamerikanischen Staaten in Vorschul-, Schul-, Berufs- und Hochschulbildung. 2015 betrug die Alphabetisierungsrate in Griechenland 97,3 %. Im PISA-Ranking von 2015 erreichen griechische Schüler Platz 44 von 72 Ländern in Mathematik, Platz 44 in Naturwissenschaften und Platz 41 beim Leseverständnis. Griechenlands Werte gehören damit zu den schlechtesten unter den OECD-Staaten.

    Vorschulbildung

    In Griechenland stehen für die Vorschulbildung (Alter bis 6 Jahre) Kindergärten und Horte zur Verfügung: 1991 besuchten 135.014 Kinder 5.529 Horte und 8.377 Kindergärten. 2001 besuchten 143.401 Kinder 5.715 Horte und 11.461 Kindergärten. Ein Besuch dieser Einrichtungen ist freiwillig.

    Schulbildung

    Artikel 16 Absatz 3 der griechischen Verfassung von 1975 legt eine neunjährige Schulpflicht, beginnend mit dem fünften Lebensjahr, fest. Die Schulausbildung muss kostenlos sein. Während der griechischen Militärdiktatur von 1967 bis 1974 hielt die Junta-Regierung eine sechsjährige Schulpflicht für ausreichend.

    Das gegenwärtige griechische Schulsystem unterscheidet drei Formen von Schulen: das Dimotiko Scholio (Klassen 1–6), das Gymnasio (Klassen 7–9) und das Lykio (Klassen 10–12). Im Gegensatz zum deutschen Schulsystem existieren keine parallelen Schulformen, alle Kinder besuchen die gleiche Schulform. Das Dimotiko Scholio – kurz Dimotiko – umfasst die Klassen 1 bis 6 für die sechs- bis zwölfjährigen Kinder. Das Dimotiko entspricht im Vergleich zum deutschen Schulsystem der Primarstufe plus der ersten beiden Jahre der Sekundarstufe I. Dem Dimotiko folgt für alle Schüler das Gymnasio, eine dreijährige Schulform (Klassen 7–9), die für alle Kinder entsprechend der neunjährigen Schulpflicht obligatorisch ist. Das griechische Bildungssystem fasst Dimotiko und Gymnasio als Grundausbildung zusammen. 1991 gab es 7.526 Schulen der Grundausbildung (Dimotiko und Gymnasio) mit 784.707 Schülern und 42.991 Lehrern. 2001 gab es 5.753 Schulen mit 639.865 Schülern und 58.376 Lehrern.

    Nach Abschluss des Gymnasio mit der neunten Klasse kann die Schullaufbahn freiwillig fortgesetzt werden: die nachfolgende Schule ist das Lykio, welches über drei Jahre läuft (Klassen 10–12). Das Lykio entspricht der Sekundarstufe II bzw. der gymnasialen Oberstufe des deutschen Schulsystems. Die zeitweilig seit den 1980er-Jahren vorhandenen technischen Ausrichtungen des Lykio sind 1998 wieder abgeschafft worden: das Lykio ist seitdem wieder eine einheitliche Schulform. In der dritten Klasse des Lykio wählen die Schüler einen von fünf Wahlpflichtbereichen aus, der mehrere Fächer beinhaltet. Die Wahlpflichtfachkombinationen führen dabei jeweils zu unterschiedlichen Hochschulausbildungen: der erste zu einer Technischen Hochschule und/oder Universität, der zweite zu einer Medizinischen Hochschule bzw. Fakultät, der dritte zu einer philosophischen oder juristischen Hochschulbildung, der vierte zur sozialwissenschaftlichen Hochschulausbildung und der fünfte führt zu einer technischen Hochschule (entsprechend deutscher Fachhochschule). 1991 besuchten 870.235 Schüler 3.604 Schulen des Typs Lykio, 2001 besuchten 693.323 Schüler 3.968 Schulen des Typs Lykio.

    Hochschulbildung

    Blick auf den Zografou Campus der Nationalen Technischen Universität Athens

    Griechenland verfügt über Universitäten (Panepistimio) und Technische Hochschulen (TEI, am ehesten mit einer deutschen Fachhochschule vergleichbar). Die Hochschulen sind dabei ausnahmslos in staatlicher Hand unter Verwaltung des Bildungsministeriums in Athen. Private Universitäten sind nach Artikel 16 Absatz 8 der griechischen Verfassung von 1975 verboten. Die Ausbildung an einer griechischen Hochschule ist kostenfrei; Bedürftige haben Anspruch auf staatliche Unterstützung.

    Der Zugang zur Hochschulbildung ist ausschließlich über eine griechenlandweit abgehaltene zentrale Eingangsprüfung möglich. Voraussetzung für die Teilnahme an dieser Prüfung ist der erfolgreiche Abschluss der Sekundarstufe II des griechischen Primärbildungssystems, des Lykion (Lyzeum). Diese jährlich im späten Frühjahr und Anfang des Sommers stattfindende zentrale Zulassungsprüfung ist jedes Jahr dominierendes Thema in der griechischen Öffentlichkeit, einschließlich Politik und Massenmedien. Die Veröffentlichung von Listen der Zugelassenen pro Studiengang und Ort in überregionalen Tageszeitungen ist die Regel, Sondersendungen im Radio und Fernsehen ebenfalls. In weiten Teilen der griechischen Gesellschaft gilt die Zukunft des Kindes als ungesichert wenn nicht sogar ruiniert, wenn die Eingangsprüfung zur Hochschulbildung nicht bestanden wird. Lediglich 18 % der Prüflinge bestehen die Universitätseingangsprüfung, bezieht man die Prüflinge ein, die einen Platz für einen dreijährigen Studiengang an einer technischen Hochschule (TEI) erhalten, steigt der Anteil der erfolgreichen Absolventen auf ca. 35 %. Die Anzahl der Studienplätze pro Studiengang und Ort wird vom griechischen Bildungsministerium für alle Hochschulen in Griechenland festgelegt. Die hieraus resultierenden Prüfungsanforderungen werden somit mittelbar (oder unmittelbar) ebenfalls vom Bildungsministerium griechenlandweit festgelegt. Analog dem deutschen ZVS-Zulassungsverfahren in seiner bundesweiten Ausführung werden ausschließlich nach Prüfungsergebnis Studiengang und Studienort festgelegt. In den 1980er-Jahren wurden die Anforderungen der Prüfungen vermindert: beispielsweise wurde auch die Bedingung des erfolgreichen Bestehens des Lyzeums abgeschafft. Diese Abschaffung erfolgte in der Absicht, die Zugangschancen zur Hochschulbildung zu verbessern. Folge dieser Maßnahme war, dass Ende der 1980er-Jahre lediglich 50 % der Prüfungskandidaten erfolgreich das Lyzeum (Sekundarstufe II) abgeschlossen hatten und damit der Stellenwert der „griechischen Sekundarstufe II“ weiter gesenkt wurde.

    Die regionale Verteilung der Hochschuleinrichtungen ist inhomogen und entspricht annähernd der Bevölkerungsdichte. Der Ballungsraum Athen-Piräus verfügt über acht universitäre Einrichtungen und zwei technische Hochschulen (TEI). Jede weitere Verwaltungsregion Griechenlands hat eine universitäre Einrichtung. Der Ballungsraum Thessaloniki und Zentralmakedonien verfügen über zwei Universitäten, darunter die größte in Griechenland (Aristoteles-Universität Thessaloniki), Kreta hat mehrere universitäre Einrichtungen, die Universität Kreta und die Technische Universität Kreta. Die Verwaltungsregion Peloponnes hat keine Universität: für die Studenten auf der Peloponnes ist Patras die nächstgelegene universitäre Bildungseinrichtung. Die TEI sind mit einer Einrichtung pro Verwaltungsregion vertreten; im Gegensatz zu den Universitäten ist die Standortverteilung durch Filialenbildung in der Fläche besser. In einem Einzelfall wurde die Auslagerung von Fakultäten und Instituten auch auf universitärem Niveau betrieben: die pädagogische Fakultät der Aristoteles-Universität Thessaloniki ist in Teilen nach Florina ausgelagert. Im Ballungsraum Athen-Piräus ist das Universitätssystem in unterschiedliche Schwerpunktuniversitäten differenziert: Nationale und Technische Universität, Panteion Universität für Soziale und Politische Wissenschaften, Harokopio Universität für Nationale Wirtschaft sind Beispiele hierfür. In anderen Regionen Griechenlands fehlt diese Differenzierung. 2005 verfügte Griechenland über insgesamt 21 universitäre Hochschulen mit 171.967 Studenten und 11.575 Personen im Lehrpersonal (ohne weitere Aufschlüsselung). 1991 waren 115.464 Studenten und 9.124 Personen im Lehrpersonal an universitären Bildungseinrichtungen tätig. 75 Einrichtungen konnten 2005 den TEI zugerechnet werden: sie hatten 147.715 Studenten und 12.021 Lehrkräfte (ohne Differenzierung). 1991 gab es 77 Einrichtungen der TEI mit 55.559 Studenten und 5.693 Lehrkräften (ohne weitere Differenzierung).

    Die Studierendenzahlen sind in etwa analog der Bevölkerungsdichte verteilt: In Athen einschl. Piräus studierten 1991–1992 über 54.000 Studenten an acht Universitäten und über 30.000 Studenten an TEI (Fachhochschulen). In Thessaloniki inkl. des TEI in Serres studierten über 53.000 Studenten an zwei Universitäten und knapp 16.000 Studenten an TEI. Im Vergleich hierzu studierten beispielsweise nur knapp 7.900 Studenten an einer Universität in Westgriechenland (Patras), ca. 5.800 Studenten an einer Universität in Epirus (Ioannina) und etwas mehr als 5.000 Studenten an der Universität für Ostmakedonien-Thrakien in Alexandroupolis. Die Universität der Ionischen Inseln hatte 1991–1992 lediglich 419 Studenten, die Universität in Thessalien (Larisa) 705 Studenten. Die Gesamtzahl der an Universitäten studierenden Personen in Griechenland betrug für den gleichen Zeitraum 117.980; an TEI studierten 79.974 Personen. 2001 studierten an den Universitäten 148.772 Menschen, an den TEI 87.797 Menschen; 63.000 Menschen studierten im Ausland.

    Die TEI wurden erst Anfang der 1980er-Jahre per Gesetz 1404/1983 unter der Regierung Andreas Papandreou eingeführt. Die zuvor bestehenden technischen Bildungseinrichtungen KATEE wurden durch die TEI abgelöst. Die KATEE, als Bildungseinrichtungen mit nur bedingtem Hochschulcharakter, fanden in der griechischen Bevölkerung mit ihrer Bevorzugung einer universitären Hochschulbildung keine Akzeptanz. Die Einführung der TEI hatte bezogen auf die zukünftigen Arbeitsmarktchancen ihrer Absolventen nicht die erhoffte oder beobachtete Wirkungen wie beispielsweise die Einführung der Fachhochschulen in der Bundesrepublik Deutschland: in Griechenland stieg die Arbeitslosenquote der Hochschulabsolventen in den 1980er-Jahren an.

    Das Missverhältnis zwischen Angebot von Studienplätzen und der erheblich höheren Nachfrage wird von ökonomischer Seite auf die Bestimmungen des Artikel 16 der griechischen Verfassung zurückgeführt, welcher eine kostenlose Universitätsbildung und ein Verbot privater Hochschulen vorschreibt. Nach Psacharopoulos führe die Verstaatlichung des Bildungssystems zu einem Mangel an Wettbewerb. Außerdem müssen die kostenlosen Studiumsleistungen im Rahmen der Volkswirtschaft erwirtschaftet werden. Der gleiche Kritiker weist aber auch darauf hin, dass Griechenland nur die Hälfte an Finanzmitteln pro Studierenden im Vergleich zum OECD-Durchschnitt ausgibt (in kaufkraftkonstanten Preisen bemessen). Diese „relative Unterfinanzierung“ besteht auch im Vergleich zum Durchschnitt der EU-Staaten. Nach einer OECD-Statistik von 2001 wendet Griechenland pro Student 4.157 USD auf (zum Vergleich: Schweden 13.224 USD, Niederlande 10.757 USD, Deutschland 9.481 USD, EU-Durchschnitt 9.063 USD). Bemerkenswert ist die Arbeitslosigkeit bei Menschen mit Hochschulbildung unter 24 Jahren (nach Daten von Eurostat, 2000): 28,8 % in Griechenland gegenüber 12,8 % im EU-Durchschnitt. Hierbei ist allerdings nicht eindeutig geklärt, ob diese Personen das Studium abgeschlossen haben und ob die staatliche Planung der Studienplätze und Studiengänge dafür verantwortlich ist. Ein Hinweis auf eine „Fehlplanung“ ergibt sich am Beispiel des Studiengangs Informatik: 2001 richtete das Bildungsministerium 125 Studienplätze in diesem Studiengang bei 20.824 Bewerbern ein. Indikativ für eine Fehlsteuerung durch die hochrestriktive Vergabe von Studienplätzen und Studienorten ist dabei die Beobachtung, dass lediglich 15 % der Studenten im Studiengang Informatik dies auch studieren wollten. Auffallend ist auch, dass Griechenland, gemessen an seiner Bevölkerung, den höchsten Anteil an Studierenden im Ausland hat: 5.257 im Ausland Studierende pro eine Million Einwohner gibt es in Griechenland (zum Vergleich: Deutschland 637, Japan 499, Indien 47, Malaysia 1777, Frankreich 827; Daten nach OECD 2002). Dabei wird als besonders negativ gewertet, dass viele der im Ausland Studierenden nicht nach Griechenland zurückkehren, wenn sie ihr Studium erfolgreich abgeschlossen haben.

    Wissenschaft

    Die Akademie von Athen ist die zentrale wissenschaftliche Einrichtung in Griechenland

    Neben den großen Universitäten entstanden 1958 die National Hellenic Research Foundation und ein Jahr später das NCSR Demokritos, das bis vor 10 Jahren einen Forschungsreaktor betrieb. Es forscht auf vielen naturwissenschaftlichen Gebieten, musste aber im Laufe der Krise sich thematisch weitgehend einschränken, weil sein Jahresetat von ursprünglich 25 auf nunmehr 12 Mio. € gekürzt wurde. Weitere bedeutende Forschungseinrichtung des Landes sind die 1983 gegründete Foundation for Research & Technology - Hellas und das CERTH – The Centre for Research & Technology, Hellas mit Sitz in Thessaloniki.

    Mit einem Anteil von 4,4 % haben Arbeitnehmer in Forschung und Wissenschaft einen relativ geringen Anteil an den Arbeitnehmern, wenngleich die Zahlen um 3,7 % jährlich ansteigen (2001–2007). Die Akademikerarbeitslosigkeit ist mit 5,7 % jedoch hoch (OECD Durchschnitt: 3,2 %). Gemessen an der Bevölkerungszahl wird relativ viel wissenschaftlich publiziert, insgesamt 0,6 % der weltweiten Publikationen. Innovationen sind häufig mit ausländischen Partnern, 14 % der Unternehmen haben ausländische Partner, 28,5 % der Patente erwähnen ausländische Miterfinder. Die Wirtschaftskrise hat die Regierung zu zahlreichen Programmen der Förderung der Wissenschaft motiviert, besonders unkonventionelle Ansätze werden stärker gefördert als zuvor. Staatliche Programme werden durch das General Secretariat for Research and Technology of the Ministry of Development (GSRT) koordiniert. In Anbetracht der kleinen Größe des Landes und der Griechischen Diaspora besteht bei den meisten Forschungseinrichtungen eine starke Orientierung zum Ausland hin, auch Startups werden häufig mit Sitz in größeren Ländern gegründet, wenngleich die meisten Aktivitäten in Griechenland sind.

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      Griechenland
    griechenland, staat, südosteuropa, sprache, beobachten, bearbeiten, dieser, artikel, behandelt, staat, weiteren, bedeutungen, siehe, begriffsklärung, griechisch, Ελλάδα, ɛˈlaða, elláda, formell, Ελλάς, ellás, hellas, amtliche, vollform, Ελληνική, Δημοκρατία, e. Griechenland Staat in Sudosteuropa Sprache Beobachten Bearbeiten Dieser Artikel behandelt den Staat Zu weiteren Bedeutungen siehe Griechenland Begriffsklarung Griechenland griechisch Ellada ɛˈlada Ellada formell Ellas Ellas Hellas amtliche Vollform Ellhnikh Dhmokratia Elliniki Dimokratia Hellenische Republik 5 ist ein Staat in Sudosteuropa und ein Mittelmeeranrainerstaat Das griechische Staatsgebiet grenzt an Albanien Nordmazedonien Bulgarien und die Turkei Griechenland ist eine parlamentarische Republik mit prasidialen Elementen die Exekutive liegt bei der Regierung zum kleineren Teil auch beim Staatsprasidenten Die Hauptstadt des Landes ist Athen Weitere bedeutende grosse Stadte sind Thessaloniki Patras Iraklio und Piraus Ellhnikh DhmokratiaElliniki DimokratiaHellenische RepublikFlagge WappenWahlspruch Eley8eria h 8anatos Eleftheria i thanatos Freiheit oder Tod Amtssprache GriechischHauptstadt AthenStaats und Regierungsform parlamentarische RepublikStaatsoberhaupt Staatsprasidentin Katerina SakellaropoulouRegierungschef Ministerprasident Kyriakos MitsotakisFlache 131 957 1 km Einwohnerzahl 10 718 565 Jan 2020 2 Bevolkerungsdichte 84 6 Einwohner pro km Bevolkerungs entwicklung 0 06 2020 2 Bruttoinlandsprodukt Total nominal Total KKP BIP Einw nom BIP Einw KKP 2020 3 189 3 Milliarden USD 52 307 9 Milliarden USD 54 17 670 USD 44 28 748 USD 51 Index der menschlichen Entwicklung 0 888 32 2019 4 Wahrung Euro EUR Unabhangigkeit Beginn des Aufstandes gegen das Osmanische Reich 1821 Bestatigung der Souveranitat durch das Londoner Protokoll am 3 Februar 1830National hymne Ymnos is tin Eleftherian source source track track track track track track track track Nationalfeiertag 25 Marz 1821 Beginn der Griechischen Revolution 28 Oktober 1940 Ochi Tag Zeitzone UTC 2 OEZ UTC 3 OESZ Marz Oktober Kfz Kennzeichen GRISO 3166 GR GRC 300Internet TLD grTelefonvorwahl 30Vorlage Infobox Staat Wartung TRANSKRIPTIONVorlage Infobox Staat Wartung NAME DEUTSCH Athen Ioannina Korfu Iraklio Lamia Mytilini Komotini Tripoli Ermoupoli Larisa Patras Kozani Thessaloniki Kastelorizo Olymp Athos TURKEI ALBANIEN NORD MAZEDONIEN BULGARIEN MITTELMEER AGAISCHES MEER Golf von Korinth Thermaischer Golf Kreta Rhodos Lesbos Naxos Chios Kefalonia Zakynthos Korfu Limnos Euboa Peloponnes Das antike Griechenland ist als fruhe europaische Hochkultur bekannt die wichtige Errungenschaften wie die attische Demokratie und Philosophie fruhe Naturwissenschaften und die klassische griechische Architektur und Literatur Epik Poesie Dramatik hervorbrachte die in den folgenden Epochen bis in die Neuzeit hinein als vorbildlich galten Nach dem Aufgehen in verschiedenen Grossreichen wie dem Romischen Reich in der Antike dem christlich griechisch gepragten Byzantinischen Reich und dem muslimisch turkisch dominierten Vielvolkerstaat des Osmanischen Reiches konnte erst im 19 Jahrhundert im Zuge der griechischen Revolution und der folgenden Unabhangigkeit von den Osmanen wieder ein griechischer Staat gebildet werden Die heutige parlamentarische Prasidialdemokratie geht zuruck auf das Referendum im Dezember 1974 zur Abschaffung der Monarchie und fur die Einfuhrung der Republik Griechenland ist Mitglied der Vereinten Nationen der OECD der NATO seit 1952 der OSZE und des Europarates 1981 wurde Griechenland in die Europaische Gemeinschaft aufgenommen Zum 1 Januar 2001 trat Griechenland der Eurozone bei Gemessen am Index der menschlichen Entwicklung HDI zahlt Griechenland zu den sehr hoch entwickelten Staaten 6 Wirtschaftlich bedeutend sind insbesondere die Branchen Tourismus und Handel Das verarbeitende Gewerbe hat Stand 2015 im Vergleich zu anderen hochentwickelten Staaten geringe Bedeutung Einen wesentlichen Anteil im Industriesektor haben das Ernahrungsgewerbe und die Metallverarbeitung Nach einer langen Rezession oder Stagnation der Wirtschaft seit 2008 erholt sich die Wirtschaft seit 2017 wieder die Arbeitslosenquote Griechenlands ist die hochste in der Europaischen Union Inhaltsverzeichnis 1 Begriff und Bezeichnung 2 Geographie 2 1 Gewasser 2 2 Klima 2 3 Flora und Fauna 3 Bevolkerung 3 1 Sprachen und Ethnien 3 2 Migration 3 3 Religionen 4 Geschichte 4 1 Von der Antike bis zur Griechischen Revolution 4 2 Von der Unabhangigkeit bis zum Zweiten Weltkrieg 4 3 Nachkriegszeit Burgerkrieg und Westintegration 4 4 Griechenland seit dem Beitritt zur EWG 5 Recht 5 1 Menschenrechte 5 1 1 Minderheitenrechte 5 1 2 Asylpolitik und Fluchtlingssituation 6 Politik 6 1 Staatsprasident 6 2 Parlament 6 3 Regierung 6 4 Politische Indizes 6 5 Innenpolitik 6 5 1 Religionspolitik 6 5 2 Minderheitenpolitik 6 6 Aussenpolitik 6 6 1 Griechenland in der Europaischen Union 6 6 2 Internationale Beziehungen 6 6 3 Verteidigungspolitik und Militar 7 Politische Gliederung 8 Wirtschaft 8 1 Allgemeines 8 2 Agrarsektor 8 3 Industriesektor 8 4 Dienstleistungssektor 8 5 Energieversorgung 8 6 Wirtschaftsdaten 8 7 Staatshaushalt 8 8 Aktuelle gesamtwirtschaftliche Entwicklung 8 8 1 Entwicklung seit 2009 8 8 2 2009 und 2010 8 8 3 Massnahmen 2010 und die Entwicklung bis 2015 8 8 4 Auslaufen der Kreditprogramme und weitere Entwicklung nach 2018 8 8 5 Goldreserven 9 Verkehr 9 1 Personenschifffahrt 9 2 Strassenverkehr 9 3 Eisenbahnverkehr 9 4 Luftverkehr 10 Gesundheitswesen und Katastrophenschutz 11 Kultur und Gesellschaft 11 1 Sprache 11 2 Literatur 11 3 Musik 11 4 Film 11 5 Kuche 11 6 Kunst 11 7 Architektur 11 8 Sport 11 9 Feiertage 11 10 Adel 11 11 Massenmedien 12 Bildung und Wissenschaft 12 1 Bildungswesen 12 1 1 Vorschulbildung 12 1 2 Schulbildung 12 1 3 Hochschulbildung 12 2 Wissenschaft 13 Siehe auch 14 Literatur 15 Weblinks 16 EinzelnachweiseBegriff und Bezeichnung Bearbeiten Hauptartikel Bezeichnungen fur die Griechen Die Griechen der Neuzeit nennen sich selbst Hellenen griechisch Ellhnes Ellines jedoch hatten sie im Laufe der Geschichte zahlreiche unterschiedliche Bezeichnungen Homer 8 Jahrhundert v Chr verwendete den Begriff Hellene nicht in seinen Epen Auch in der klassischen Antike legten die Hellenen kaum Wert darauf sich als eine einheitliche Nation darzustellen Die eigene Heimat sei es eine Polis oder ein Konigreich stand stattdessen bis auf nur wenige Ausnahmen im Vordergrund So wurden z B die bei den Thermopylen gefallenen Soldaten Hellenen genannt Auch wurden die Teilnehmer an den Olympischen Spielen als Hellenen zusammengefasst Vielleicht deshalb war gerade diese Bezeichnung spater in den ersten Jahrhunderten des Christentums ein Synonym fur Heidentum Von der Spatantike bis zum Ende des Mittelalters 1453 nannten die Griechen sich Rhōmaioi altgriechisch Ῥwmaῖoi Romer Unterschiedlichste geschichtliche Entwicklungen beeinflussten ihre Selbstbezeichnung Diese variierenden Namen waren entweder vollig neu oder bereits fruher benutzt worden und in Vergessenheit geraten Sie waren zu jeweils ihrer Zeit signifikant und konnen heute als austauschbar betrachtet werden was bedeutet dass fur das Volk der Griechen die Vielnamigkeit gilt In den meisten europaischen Sprachen und jenen Sprachen die deren Bezeichnungen ubernommen haben beginnt der Name fur Griechenland mit den Buchstaben GR Grece Grece Grecia Griekenland etc der Ursprung all dieser Bezeichnungen liegt im lateinischen Begriff Graecus der seinerseits im griechischen Graikos Graikos seinen Ursprung hat dem Namen eines bootischen Stammes der sich im 8 Jahrhundert v Chr in Italien ansiedelte und unter dessen Namen die Hellenen im Westen bekannt wurden Homer erwahnt in der Ilias die bootische Stadt Graia Graῖa 7 Pausanias zufolge war dies der alte Name von Tanagra 8 Kyme eine Stadt sudlich von Rom und nordwestlich von Neapel wurde von Griechen aus den Stadten Chalkis und Graia gegrundet Durch den Kontakt letzterer mit den Romern konnte der Begriff Graeci als Sammelbezeichnung fur alle Hellenen entstanden sein Hingegen gehen die persische und turkische Bezeichnung der Griechen Yunan ebenso wie die der meisten anderen nahostlichen Sprachen ursprunglich auf altpersisches Yauna zuruck welches wiederum dem griechischen Iōnes Ἴwnes entlehnt ist Namensgeber war hier der griechische Stamm der Ionier deren Stadte im sechsten Jahrhundert v Chr von den Persern erobert wurden und deren Name ahnlich wie der Name der Graeci im Westen auf die Gesamtheit der Hellenen bezogen wurde 9 Geographie BearbeitenGriechenland liegt am ostlichen Mittelmeer in Sudeuropa und setzt sich geographisch aus dem griechischen Festland am sudlichen Ende des Balkans der Halbinsel Peloponnes die jedoch durch den Bau des Kanals von Korinth eingeweiht 1893 vom Festland getrennt wurde sowie zahlreichen Inseln zusammen die hauptsachlich in der Agais im Ionischen aber auch im Libyschen Meer liegen Die politische Grenze nach Norden bilden die Staaten Albanien 282 km Nordmazedonien 228 km und Bulgarien 494 km sowie im Osten die Turkei 206 km 10 Eine naturliche Grenze bildet das Ionische Meer im Westen des Landes mit der italienischen Halbinsel und Sizilien sowie das Libysche Meer im aussersten Suden mit dem afrikanischen Kontinent Die Insel Gavdos im Libyschen Meer ist der sudlichste Punkt des Landes und gilt zudem geographisch als sudlichster Punkt Europas Regionale Gliederung Griechenlands Das Land hat eine Gesamtflache von 131 957 km 106 915 km entfallen auf das Festland 25 042 km knapp 19 verteilen sich auf 3 054 Inseln von denen 87 bewohnt sind 11 Auf Grund des Inselreichtums erzielt Griechenland eine bemerkenswerte Kustenlange von 13 676 km 12 wovon etwa 4 000 km auf das griechische Festland entfallen Die zum Teil recht grossen Distanzen innerhalb des Landes stellen im Verhaltnis zu seiner relativ kleinen Gesamtflache ein weiteres geographisches Merkmal dar So betragt die Luftlinie zwischen der Insel Othoni bei Korfu und der Insel Kastelorizo im aussersten Sudosten Griechenlands 983 km Die kleinste geographische Ausdehnung mit unter 550 km Luftlinie besitzt das Land in ostwestlicher Richtung Der Olymp Griechenland hat trotz seines stark maritimen Charakters einen Gebirgsanteil von 77 9 und wird daher als Gebirgsland eingestuft Zentrale Gebirge und Gebirgszuge des Landes sind das Pindos Gebirge der Olymp Ossa Pilion Gebirgszug sowie das Rhodope Gebirge auf dem griechischen Festland das Taygetos Gebirge auf der Halbinsel von Peloponnes und daruber hinaus das Ida bzw Psiloritis Gebirge auf der Insel Kreta Hochste Erhebung des Landes ist der Mytikas 2917 m im Gebirgsstock des Olymp Grossere wirtschaftlich verwertbare Ebenen sind nur sparlich vorhanden und befinden sich hauptsachlich in den Regionen Thessalien Makedonien und Thrakien Siehe auch Liste griechischer Inseln und Liste von Bergen in Griechenland Gewasser Bearbeiten Der Marathon See mit der 1926 errichteten Staumauer Grossere Flusse die ganzjahrig Wasser fuhren gibt es uberwiegend im Norden des griechischen Festlandes die dort zur Bewasserung der fruchtbaren Taler und zum geringen Anteil der Energiegewinnung genutzt werden Darunter der Pinios Axios Strymonas Nestos und Evros Im Suden Griechenlands fuhren die meisten Flusse nur saisonal Wasser konnen sich aber in der Regenzeit zu reissenden Stromen wandeln Durch Attika fliesst der Kifisos Fur die Binnenschifffahrt wurde einst der heutige Grenzfluss Evros genutzt Der Norden Griechenlands liegt im Blauen Herzen Europas 13 Die griechische Seenlandschaft ist wenig bekannt und besteht etwa zur Halfte aus naturlichen Seen und aus Stauseen jungerer Zeit Der Trichonida See in Atolien Akarnanien hat eine Oberflache von 96 km und eine Tiefe von 57 m und ist somit einer der drei grossten naturlichen Seen in Griechenland Die umgebenden Eukalyptus und Olivenhaine sind Lebensraum fur uber 140 Vogelarten der See selbst fur einige seltene Fischarten Ebenfalls in Atolien Akarnanien befindet sich der 92 km grosse Kremasta Stausee der hauptsachlich vom Acheloos gespeist wird 14 Klima Bearbeiten Ein See in Epirus in den Bergen uber der Baumgrenze Mediterrane Landschaft auf Lefkada Griechenland hat uberwiegend ein mediterranes Klima mit feucht milden Wintern und trocken heissen Sommern An der Kuste ist es im Winter sehr mild und es regnet haufig Schnee fallt nur selten Die Sommer sind relativ heiss und es gibt nur gelegentlich Sommergewitter Mit 48 wurde 1977 in Griechenland der kontinentaleuropaische Hitzerekord gemessen 15 Im Landesinneren ist es vor allem im Winter deutlich kuhler und es gibt haufig Nachtfrost manchmal auch starke Schneefalle Der Fruhling ist kurz verwohnt aber mit einem Feuerwerk aus Lavendel und Anemonen Klatschmohn und Kamille 16 Im Sommer ist es ahnlich wie an der Kuste heiss und trocken Die jahrlichen Niederschlage schwanken zwischen 350 und 1500 mm Die Niederschlage nehmen von West nach Ost ab und von Nord nach Sud Trotzdem erhalten auch die Gebirge auf Kreta und dem Peloponnes Niederschlage uber 1000 mm Die Inseln im Osten der Agais sind deutlich feuchter als die Inseln in der Mitte der Agais Am trockensten sind die Gebiete rund um Athen aber auch Korinth und die sudlichen Sporaden mit Niederschlagen von 350 450 mm Auffallend ist das im Norden Griechenlands auch in den Sommermonaten Juni bis August regelmassiger mit geringen Niederschlagen zu rechnen ist Die Verdunstung ist ubers Jahr deutlich hoher als der Niederschlag Die vielen Inseln und die hohen Gebirge bedingen eine weite Varianz in Niederschlag und Temperatur Kymi auf der Ostseite der Insel Euboa liegt auf der Luvseite und erhalt doppelt so viel Niederschlag wie Chalkida auf der Leeseite Da Griechenland sehr gebirgig ist ist Wintersport durchaus moglich es existieren 19 Wintersportgebiete unterschiedlicher Grosse 17 Ein kleiner Teil im Nordwesten des Festlandes liegt in der gemassigten Klimazone Flora und Fauna Bearbeiten Flughahn Dactylopterus volitans im Mittelmeer vor Ostkreta ca 3 5 m Tiefe Ein Mittelmeer Steinschmatzer an einem Kloster auf Lesbos Flora und Fauna sind kulturell eng mit antiken Mythen verbunden seltener jedoch mit den Hauptgottheiten Chloris war die Gottin der Blumen die fur Hera die Pflanzen spriessen liess 18 Nymphen waren fur das Leben der Pflanzen verantwortlich Der Hirtengott Pan galt auch als Gott des Waldes und der Natur Haufig nehmen in der griechischen Mythologie Gotter die Gestalt von Naturerscheinungen oder von Tieren an 19 Die Vorsilbe Bio geht auf das griechische Wort Bios fur Leben zuruck Bereits in der Antike wurden Walder gerodet Das Holz wurde zum Kochen zum Heizen als Bauholz oder zum Schiffbau verwendet die gerodeten Flachen wurden als Ackerland oder Weideland genutzt 2005 gab es 3 752 000 Hektar Forst und 2 780 000 Hektar andere bewaldete Gebiete Circa 80 Forst ist in Staatseigentum 20 Wo heute keine Landwirtschaft mehr stattfindet wachsen Hartlaubgewachse Erica Erdbeerbaum Echter Lorbeer Johannisbrotbaum aufgrund der gebirgigen Struktur wurden zahlreiche Hange durch Bodenerosion kahl 21 Trotzdem ist Griechenland eines der artenreichsten Lander Europas und bezuglich der Vielfalt von medizinisch verwendbaren Pflanzen wird es weltweit nur von Madagaskar ubertroffen 22 Ursache sind die zahlreichen Inseln und abgelegenen Taler Insgesamt zahlt Natura 2000 241 Lebensraume mit Wichtigkeit fur die Gemeinschaft SCI und 202 spezielle Schutzzonen SPA auf Von den 5500 6000 Pflanzenarten 23 und Unterarten in Griechenland sind 20 endemisch die hohe Anzahl an Arten beinhaltet auch einen uberdurchschnittlich hohen Anteil an Heilpflanzen Sie bildeten einst die Grundlage fur eine ausgepragte Volksmedizin 24 aber auch fur die Asklepiaden Den Grossteil der Vegetation machen immergrune Pflanzen breitblattrig sclerophyllus hartblattrig aus Olivenhain bei Alexandroupolis An Baumen wachsen der kulturell und wirtschaftlich bedeutende Olbaum weiterhin Pinien Aleppokiefern Zypressen Obstbaume sowie an Kustenregionen Palmen Ab einer Hohe von 1000 m kommen Kastanien Ulmen und Eichen vor bis 2000 m Schwarzkiefern und Apollotannen uber der Baumgrenze auch alpine Matten 21 Zu den endemischen Baumen gehort die kefalonische Tanne Auch aufgrund grosser klimatischer Unterschiede zwischen dem Gebirge und den Kusten sowie dem milden Klima ist das Land so artenreich Ein Grossteil der sehr kleinteiligen Lebensraume ist nur schwer zuganglich und daher vor menschlichen Einflussen wie Besiedelung oder dem Tourismus geschutzt 19 Es finden sich uber 900 Tierarten darunter Geckos Eidechsen z B Smaragdeidechse die griechische Landschildkrote im Gebirge auch Rehe Wildschweine und Fuchse vereinzelt auch Wolfe und Baren Die Fauna der Inseln unterscheidet sich wesentlich von der des Festlandes Regional finden sich dort z B die Unechte Karettschildkrote auf Zakynthos sowie als eine der endemischen Arten die Kretische Wildziege auf Kreta 25 Im Schmetterlingstal auf Rhodos ist die seltene Schmetterlingsart Russischer Bar zu finden Lagunen und Feuchtgebiete fuhren zu einem Reichtum an Vogelarten Es kommen 36 der 38 europaischen Arten vor davon bruten 23 im Gebiet 26 Die einheimische Tier und Pflanzenwelt steht in zehn Nationalparks und zwei Meeresnationalparks unter Schutz Griechenland hat Anteile am Grunen Band Europas 27 Der griechische Begriff fur Jager Kynigos leitet sich aus dem altgriechischen Wort Kyon Gen Kynos fur Hund ab bereits in der Antike gab es in Griechenland eine grosse Vielzahl an Hunden Von Xenophon ist die Schrift Kynegetikos Buch uber die Jagerei 28 uberliefert die Fahigkeiten und Nutzen des Hundes insbesondere fur die Jagd 29 beschreibt 30 Es gibt nur wenige griechische Hunderassen zum Beispiel den Hellinikos Ichnilatis und den Kritikos Lagonikos Bevolkerung BearbeitenSiehe auch Griechen Griechenlands Geburtenrate nach Region 2014 1 5 1 7 1 4 1 5 1 3 1 4 lt 1 3 Bevolkerungspyramide Griechenland 2016 Als Seefahrtsnation und Land mit grosser Kustenlinie ist Griechenland seit je sowohl Auswanderungsland als auch Ziel von Immigranten Neben der christlich orthodoxen griechischsprachigen Mehrheitsbevolkerung existieren einige religiose und sprachliche Minderheiten sowie Zuwanderergruppen Da Griechenland solche Bevolkerungsgruppen statistisch nicht erfasst beruhen alle Angaben zur Anzahl ihrer Mitglieder auf Schatzungen und konnen je nach politischem Standpunkt stark variieren Eine vor allem wirtschaftlich bedeutsame Minderheit bilden die rund 500 000 Albaner deren Zahl seit Anfang der Finanzkrise deutlich zuruckgegangen ist da viele albanische Arbeitsmigranten nach Albanien zuruckkehren 31 Zu unterscheiden sind die neu zugewanderten Albaner von den ebenfalls albanischstammigen Arvaniten die schon vor Jahrhunderten nach Griechenland kamen oder deren Siedlungsgebiete in den neugriechischen Staat integriert wurden heute weitgehend assimiliert Es wird geschatzt dass bis zu 1 6 Millionen Griechen arvanitische Vorfahren haben was aber stark umstritten und nicht belegbar ist 32 Die Geburtenrate war im Zeitraum von 2010 bis 2015 mit 1 3 Kindern pro Frau eine der niedrigsten der Welt Die Lebenserwartung betrug 80 7 Jahre Manner 78 0 Frauen 83 3 Die griechische Bevolkerung ist bereits eine der altesten weltweit und wird weiter altern Entwicklung der Bevolkerung 33 2 Jahr Bevolkerung Jahr Bevolkerung1950 7 669 000 1990 10 249 0001955 8 011 000 1995 10 789 0001960 8 272 000 2000 11 142 0001965 8 451 000 2005 11 301 0001970 8 660 000 2010 11 446 0001975 9 010 000 2015 11 218 0001980 9 635 000 2019 10 724 5991985 9 975 000 2020 10 718 565Sprachen und Ethnien Bearbeiten 97 4 der griechischen Bevolkerung sprechen die neugriechische Sprache Da der griechische Staat alle Staatsburger als Griechen betrachtet werden keine Informationen zu sprachlichen Minderheiten erhoben stammen die folgenden Zahlen aus Angaben des griechischen Staates gegenuber den europaischen Institutionen oder deren eigenen Schatzungen Schatzungen verschiedener Minderheitsorganisationen sind oft weit hoher wie aktiv die jeweilige Sprache noch gesprochen wird ist nur unzureichend erforscht 34 Sprachliche Minderheiten in Griechenland Volksgruppe Angehorige Quote abweichende Schatzungen Sprache n Griechen 10 508 690 97 4 NeugriechischTurken 59 000 0 5 TurkischMazedonier 40 000 0 4 120 000 150 000 Mazedonisch Agais MazedonischAromunen 40 000 0 4 80 000 120 000 AromunischPomaken 39 000 0 4 BulgarischArmenier 30 000 0 3 ArmenischCamen und Arvaniten 23 000 0 2 150 000 200 000 Albanisch ArvanitikaRoma 22 000 0 2 120 000 300 000 RomaniMeglenorumanen 10 000 0 1 MeglenorumanischSarakatsanen 10 000 0 1 Neugriechisch SarakatsanischJuden 6 000 Ladino auch Griechisch Summe der Minderheiten 279 000 2 6 Die Dialekte des Turkischen auf dem Balkan dem fruheren rumelischen Teil des Osmanischen Reiches teilen sich in das Westrumelische das in Makedonien und den heutigen Nachfolgestaaten Jugoslawiens gesprochen wurde und das Ostrumelische Ostthrakiens Die Mundart der meisten Turken im heute griechischen Westthrakien nimmt eine Sonderstellung zwischen beiden ein 35 Die letzte staatliche Zahl zur Verbreitung des Mazedonischen veroffentlichte Griechenland nach der Volkszahlung 1951 die 41 017 slawophone Griechen auswies Aufgrund der starken Repressionen gegen das Mazedonische in der Offentlichkeit gilt diese Zahl jedoch als viel zu niedrig Sprachlich besteht ein Dialektkontinuum zwischen den mazedonischen und bulgarischen Mundarten Fur die Sprache der Minderheit werden Begriffe wie Slawomakedonisch Slawisch Entopia letzteres bedeutet so viel wie lokale Mundart und vor dem beigelegten Streit um den Namen Mazedonien auch Makedonitisch gebraucht Im Gebiet Griechenlands werden vorwiegend in Westmakedonien namentlich in der Prafektur Florina mazedonische Mundarten gesprochen 36 Die Mundarten in Griechenland gehoren uberwiegend der zentralen und der sudostlichen Dialektgruppe an aus den Dialekten letzterer bildete sich im 19 Jahrhundert eine als Agais Mazedonisch bezeichnete Schriftsprache aus die mit dem griechischen Alphabet geschrieben wurde 37 Aromunisch ist eine dem Rumanischen nahe verwandte Sprache Sie wird hauptsachlich im Gebiet der Verwaltungsregion Thessalien in Zentralgriechenland von der Gruppe der Aromunen im Griechischen meist als Wlachen bezeichnet gesprochen Ihre Anzahl wurde auf bis zu ca 100 000 aktive und 300 000 passive Sprecher geschatzt Die Zahl der Sprecher nimmt standig ab vor allem unter Kindern Die Sprache der Pomaken wird in Griechenland vor allem in den Prafekturen Xanthi Rodopi und Evros gesprochen Die Pomaken sprechen die jeweiligen bulgarischen Dialekte des Gebiets in dem sie wohnen die Pomaken Westthrakiens werden als thrakische Gruppe der ostlichen Rhodopen Dialekte eingeordnet Im Gegensatz zu den rund 250 000 Pomaken in Bulgarien ist die Bindung an die bulgarische Schriftsprache in Griechenland verhaltnismassig gering ein eigenes Schrifttum hat sich nicht ausgebildet 38 Das Westarmenische drang zur Zeit des Osmanischen Reiches von Anatolien aus nach Griechenland die einstige Prasenz der Armenier in Griechenland ist heute noch in zahlreichen Ortsnamen z B Armeni Armeni gegenwartig Grossere armenische Gemeinden gibt es in Athen und Thessaloniki Die Armenier erhielten 1968 die griechische Staatsburgerschaft 39 Albanisch oder Arvanitisch ist seit spatbyzantinischer Zeit im Gebiet des heutigen Griechenland vertreten Die erste und hauptsachliche Einwanderungswelle fand auf Einladung der ortlichen Herrscher ab dem 13 und dann v a im 14 und bis in das 15 Jahrhundert statt Seit damals siedeln die Arvaniten in etwa 300 Orten in Sudgriechenland So in Bootien im ostlich daran angrenzenden Attika dem Umland von Athen auf einigen Agaisinseln u a Euboa Hydra und auf der Peloponnes Die albanischsprachigen Bevolkerungsteile in Griechenland sind nach Geschichte Sprache und Bewusstsein keine einheitliche Gruppe Insofern ist ihre auf Griechisch ubliche Bezeichnung als Arvaniten irrefuhrend Die internationale Wissenschaft bezeichnet als Arvaniten deshalb nur die Angehorigen der Nachfahren von Zuwanderern aus dem sudalbanischen Bereich Als Eigenbezeichnung verwenden sie teils ein fruher gesamtalbanisches Ethnonym arberore Die Sprache heisst dann entsprechend arberisht Der Grossteil hat inzwischen aber auch im eigenen Sprachgebrauch die griechischen Bezeichnungen arbanitika arvanitika Arvanitisch ubernommen Albanisch wird hauptsachlich im Gebiet des Verwaltungsbezirks Epirus in Nordwestgriechenland sowie von vereinzelten Bevolkerungsgruppen im Rest des Landes gesprochen Man unterscheidet zwischen den Standardalbanisch sprechenden Camen die vorwiegend in Epirus siedelten und 1945 als Kollaborateure mit den Besatzungsmachten fast vollstandig nach Albanien vertrieben wurden und den uber ganz Mittel und Sudgriechenland verstreuten griechisch orthodoxen Arvaniten Das Arvanitische hat gewisse archaische Zuge des Albanischen bewahrt und ist im Wortschatz vom Neugriechischen so stark beeinflusst dass es fur Sprecher des Standard Albanischen von Albanien nicht mehr verstandlich ist Wahrend der Pflege vlachischer und arvanitischer Traditionen und Folklore weiterhin hohe Aufmerksamkeit geschenkt wird nimmt die Anzahl der aktiven Sprecher der entsprechenden Dialekte generationsbedingt standig ab 40 Die Zahl der Arvaniten wird nach den Kriterien von Sprachgebrauch oder Bewusstsein heute oft auf 150 000 200 000 geschatzt Die in Griechenland ansassigen Roma sprechen einen auf dem gesamten Balkan verbreiteten Dialekt des Romani 41 Neben den muslimischen Roma sind in ganz Griechenland auch zahlreiche christliche Roma bezeichnet als a8igganoi athingani oder tsigganoi tsingani ansassig die zu Teilen von der Mehrheitsbevolkerung assimiliert sind zu Teilen jedoch auch unter Bedingungen extremer sozialer Abgrenzung leben die in der Regel mit dem Grad ihrer Erkennbarkeit als Roma einhergeht Meglenorumanisch gesprochen von der Gruppe der Meglenorumanen im Griechischen meist als Wlachoi Wlachen bezeichnet hauptsachlich im Grenzgebiet zur Republik Nordmazedonien im Meglen Tal Es sind wenige Tausend Sprecher Die Zahl der meglenorumanisch sprechenden Bevolkerung nimmt rasch ab Ladino die Sprache der Juden auf der Iberischen Halbinsel gelangte mit Fluchtlingen ab dem 15 Jahrhundert ins Osmanische Reich und wurde in vielen Stadten des heutigen Griechenland gesprochen Es ist heute nur noch in geringen Resten in Griechenland vorhanden 42 Russisch gesprochen von Ruckkehrern aus dem Gebiet der ehemaligen UdSSR deren Hintergrund in mancher Hinsicht mit dem der in Deutschland als Russlanddeutsche bezeichneten Bevolkerungsgruppe vergleichbar ist Eine Nachbildung der traditionellen Behausungen der Karakatschanen Sarakatsani Gyftokambos Prafektur Ioannina Epirus Migration Bearbeiten Hauptartikel Einwanderung von Fluchtlingen nach Griechenland Seit den 1990er Jahren hat sich Griechenland von einem Auswanderungs zu einem Einwanderungsland entwickelt Die Zuwanderer kommen aus Landern mit griechischer Diaspora wie z B den ehemaligen GUS Staaten aus sudosteuropaischen Nationen vor allem den Nachbarlandern sowie aus Nordafrika und Asien Die grossten in Griechenland ansassigen Zuwanderergruppen waren laut Daten der Volkszahlung von 2001 nicht erfasst werden griechische und eingeburgerte Zuwanderer 43 Albaner 438 036 Bulgaren 35 104 Georgier 22 875 Rumanen 21 994 US Amerikaner 18 140 Russen 17 535 Zyprer 17 426 Ukrainer 13 616 Briten 13 196 Polen 12 831 Deutsche 11 806 Pakistaner 11 130 Chinesen 10 000 44 Daneben leben schatzungsweise 300 000 illegale Einwanderer im Land darunter Menschen aus Afghanistan Irak und dem Maghreb im Dezember 2010 wurde bekannt dass Griechenland an jenen Teil der Grenze zur Turkei der nicht durch den Fluss oder das Meer begrenzt wird eine Art Grenzzaun errichten will um weitere illegale Grenzubertritte zu begrenzen 45 2015 erhohten sich die Zahlen illegaler Einwanderung per Boot betroffen ist u a die nur neun Kilometer vor der turkischen Westgrenze gelegene Insel Lesbos 46 Religionen Bearbeiten Orthodoxe Kirche in Nafplio Ahnlich wie in Irland Polen oder Kroatien spielte die religiose Zugehorigkeit eine erhebliche Rolle als Identifikationsmerkmal bei der Bildung der griechischen Nation Nachdruckliches Bekenntnis zu religiosen Riten ist daher weit verbreitet unter der orthodoxen Bevolkerung Griechenland ist religios recht einheitlich Das Orthodoxe Christentum ist laut Verfassung Staatsreligion wortlich vorherrschende Religion 47 Griechenland ist der einzige Staat der Welt der diese Konfession des Christentums zur Staatsreligion erklart hat Gemass Eurobarometer von 2018 bekennen sich rund 96 Prozent der Bevolkerung zum orthodoxen Glauben und 1 2 betrachten sich als Atheisten und 1 7 als konfessionslos oder Agnostiker 48 Die meisten Griechen gehoren zum autokephalen orthodoxen Erzbistum von Griechenland mit Sitz in Athen Glaubige auf Kreta dem Dodekanes sowie in den meisten Klostern der autonomen Monchsrepublik Athos am Ostzipfel der Halbinsel von Chalkidiki gehoren zum Okumenischen Patriarchat von Konstantinopel mit Sitz in Istanbul Die sogenannten Neuen Lander nach 1913 erworbene Gebiete in Nordgriechenland und in der Agais unterstehen gemass Patriarchatsakt von 1928 der Verwaltung der Kirche von Griechenland in geistlicher Hinsicht aber unterstehen sie Konstantinopel Weiteren christlichen Konfessionen gehoren die ca 121 000 katholischen Christen des griechischen und des lateinischen Ritus an des Weiteren etwa 50 000 Zeugen Jehovas und ca 30 000 protestantische meist evangelikale Christen verschiedener Richtungen Moschee in Xanthi Die muslimische Bevolkerung Griechenlands setzt sich zum einen aus Turken Pomaken und Roma als Staatsburgern Griechenlands zusammen sowie zum grosseren Teil aus Einwanderern beispielsweise aus Albanien und Pakistan Nach dem Bevolkerungstausch von 1923 war die Zahl der Muslime auf unter 100 000 gefallen 49 Heute wird die Zahl der vor allem in Thrakien lebenden autochthonen Muslime in Griechenland auf 140 000 bis 150 000 geschatzt 50 Fur die Zahl der muslimischen Immigranten gibt es keine verlasslichen offiziellen Angaben Schatzungen von Nichtregierungsorganisationen geben die Zahl mit 500 000 bis 700 000 an 51 Als griechische Muslime im engeren Sinne werden zum einen jene Nachfahren der zum Islam konvertierten Griechen im Osmanischen Reich bezeichnet die im Zuge des Vertrags von Lausanne praktisch komplett in die Turkei ausgesiedelt wurden und zum anderen auch die ethnischen Griechen die in der Neuzeit zum Islam konvertiert sind Das Judentum kann in Griechenland auf eine Kontinuitat bis auf das 3 Jahrhundert v Chr zuruckblicken Die vermutlich alteste Ruine eines Synagogengebaudes wurde auf Delos ausgegraben und auf 150 bis 200 v Chr datiert 52 Die alteste Synagoge in Betrieb ist die Kahal Shalom Synagoge von 1577 auf Rhodos 1920 gab es 24 judische Gemeinden allein Thessaloniki hatte 40 Synagogen Von den 77 000 Juden die 1940 in Griechenland lebten wohnten 55 000 in Thessaloniki 53 Sephardim daher haben trotz spektakularer Rettungsaktionen wie der des Erzbischofs Damaskinos oder der der Burger von Zakynthos nur 14 den Holocaust uberlebt Heute leben rund 5000 Juden in Griechenland Viele griechische Juden heiraten Christen was zur Schrumpfung des Judentums beitragt 54 Laut einer reprasentativen Umfrage des Eurobarometers glaubten von 2005 81 der Menschen in Griechenland an Gott 16 glaubten an eine andere spirituelle Kraft 3 Prozent der Befragten glaubten weder an einen Gott noch an eine andere spirituelle Kraft 55 56 Geschichte Bearbeiten Hauptartikel Geschichte Griechenlands und Magna Graecia Von der Antike bis zur Griechischen Revolution Bearbeiten Der Parthenon Die griechische Kolonisation Das antike Griechenland das uber das Gebiet des heutigen Staates hinaus bis nach Kleinasien reichte wird als Wiege Europas bezeichnet insbesondere aufgrund zivilisatorischer Leistungen auf Gebieten der Philosophie Naturwissenschaften Architektur und Bildhauerei Geschichtsschreibung und Literatur 146 v Chr wurde das Gebiet des heutigen Griechenland romische Provinz nach der Reichsteilung 395 war es Bestandteil des Ostromischen Reichs aus dem das von griechischer Sprache und Kultur dominierte Byzantinische Reich hervorging Das Byzantinische Reich 600 Nach der Eroberung Konstantinopels durch Kreuzfahrer im Vierten Kreuzzug 1204 war die Macht des byzantinischen Staates gebrochen das Gebiet zerfiel in Nachfolgestaaten wie das Konigreich Thessaloniki das Furstentum Achaia und einige weitere sowie in mehrere byzantinisch gepragte griechische Staaten darunter das Despotat Epirus in Europa und das Kaiserreich Nikaia in Kleinasien Einige Gebiete wurden Kolonien der Republik Venedig spater auch Genuas und des Johanniterordens Mit der Ruckeroberung Konstantinopels durch den nikaiischen Kaiser Michael VIII 1261 grundete die Dynastie der Palaiologen das Byzantinische Reich erneut konnte aber nur einen Teil Griechenlands erobern und verlor einige Gebiete an das Serbische Reich das unter Stefan Uros IV Dusan um 1350 seine grosste Ausdehnung erreichte sowie ganz Kleinasien Schlacht von Navarino gemalt von Carneray Begunstigt durch die Schwache des Byzantinischen Reiches konnten Truppen des Osmanischen Reichs zwischen 1359 und 1451 den grossten Teil Griechenlands erobern Mit dem Fall Mistras 1460 war die letzte unabhangige griechische Herrschaft im heutigen Griechenland von den Osmanen erobert In den folgenden Jahrhunderten dehnten die Osmanen ihren Staat auf das gesamte griechische Gebiet mit Ausnahme der Ionischen Inseln aus 1821 kam es zur sogenannten Griechischen Revolution deren intellektueller Wegbereiter eine Gruppe um Rigas Velestinlis und die Filiki Eteria waren In der Schlacht von Navarino gelang es einer europaischen Seestreitmacht 1827 uber die osmanische Flotte die Oberhand zu gewinnen 1827 bildete sich eine erste griechische Regierung die die Inselstadt Agina zu ihrer Hauptstadt machte 1829 zog die Regierung nach Nafplio auf dem Peloponnes um Durch das Londoner Protokoll vom 3 Februar 1830 vom Osmanischen Reich am 24 April anerkannt wurden Zentralgriechenland der Peloponnes und die Kykladen zum selbststandigen Staat Griechenland erklart Von der Unabhangigkeit bis zum Zweiten Weltkrieg Bearbeiten Hauptartikel Konigreich Griechenland Flagge Griechenlands von 1822 bis 1978 Ioannis Kapodistrias war 1828 das erste Staatsoberhaupt des durch den griechischen Unabhangigkeitskrieg vom Osmanischen Reich befreiten Griechenlands Um zu verhindern dass sich der Funke des Republikanismus in Europa verbreitet etablierten die europaischen Grossmachte in Griechenland von aussen eine Monarchie 57 England Frankreich und Russland hatten dies zur Zahlungskondition fur Kredite von 472 000 britischen Pfund und 60 Millionen Drachmen an das seit 1826 58 vollig uberschuldete Land gemacht 1832 wurde der bayerische Prinz Otto Sohn Konig Ludwigs I von Bayern als Otto I erster Konig Griechenlands Dieses umfasste allerdings nur den kleineren Teil des heutigen Staatsgebiets Ottos Herrschaft wurde 1862 durch einen unblutigen Aufstand beendet Zu seinem Nachfolger wurde am 30 Marz 1863 von der griechischen Nationalversammlung mit Zustimmung der Grossmachte Georg I gewahlt 1864 schlossen sich die Ionischen Inseln dem griechischen Staat an 1881 musste das osmanische Reich gemass den Beschlussen des Berliner Kongresses von 1881 Thessalien an Griechenland abtreten und Kreta erklarte 1908 die Union mit Griechenland was aber erst im Oktober 1912 von Griechenland und 1913 nach den Balkankriegen von den Grossmachten anerkannt wurde Die meisten Inseln sowie Epirus im Norden und Makedonien mit Thessaloniki im Nordosten gingen erst als Ergebnis der beiden Balkankriege 1912 und 1913 an Griechenland Das geschwachte Osmanische Reich hatte sich dort nicht mehr gegen die mit Serbien und zeitweise Bulgarien verbundeten Griechen behaupten konnen 1913 wurde Konstantin I nach der Ermordung seines Vaters Konig Eleftherios Venizelos Im Ersten Weltkrieg blieb Griechenland zunachst neutral Es trat nach der von den Alliierten erzwungenen Abdankung von Konig Konstantin I 1917 in den Krieg gegen die Mittelmachte und deren Verbundete insbesondere Bulgarien und das Osmanische Reich ein Nach dem Krieg wurde versucht mit Billigung der Siegermachte die Niederlage des Osmanischen Reiches zu nutzen um ausser dem von Bulgarien gewonnenen Westthrakien auch Ostthrakien und das mehrheitlich von Griechen bewohnte Gebiet um Smyrna das heutige Izmir unter griechische Kontrolle zu bringen Ziel war die Umsetzung der Megali Idea der Grossen Idee welche vom damaligen Ministerprasidenten Eleftherios Venizelos mit dem Ausdruck Griechenland der zwei Kontinente und funf Meere gemeint sind die Agais das eigentliche Mittelmeer Marmarameer Schwarzes Meer Ionisches Meer also der Wiedererrichtung des Byzantinischen Reiches mit Konstantinopel als Hauptstadt als aussenpolitisches Ziel konkretisiert wurde 1922 endete der Griechisch Turkische Krieg aber mit einer deutlichen griechischen Niederlage Kleinasiatische Katastrophe Im Vertrag von Lausanne 1923 wurde ein Bevolkerungsaustausch vereinbart Alle noch in grossen Teilen der Turkei verstreut lebenden Griechen mit Ausnahme der Konstantinopler Griechen und einiger Inselgriechen wurden nach Griechenland vertrieben etwa 1 5 Millionen Personen im Gegenzug mussten an die 500 000 meist turkischen Muslime Griechenland verlassen mit Ausnahme der Muslime in Thrakien Die Bevolkerung Athens vervielfachte sich in kurzester Zeit Territoriale Expansion Griechenlands 1832 1947 Bitte die zeitliche Reihenfolge prufen es gibt eine Lucke 1926 1940 bedarf einer Uberarbeitung Naheres sollte auf der Diskussionsseite angegeben sein Bitte hilf mit ihn zu verbessern und entferne anschliessend diese Markierung Mehrfach erfolgten seit 1922 militarische Umsturzaktionen die in einer Revolte gegen Konig Konstantin I ihren Anfang genommen hatten Die Aufstande fuhrten letztlich zu einer inneren Destabilisierung des Landes 59 1924 wurde in einer Volksabstimmung die Abschaffung der Monarchie beschlossen Von 1925 bis 1926 regierte General Theodoros Pangalos diktatorisch Im Zweiten Weltkrieg lehnte Griechenland unter dem Diktator General Metaxas am 28 Oktober 1940 ein italienisches Ultimatum zur Kapitulation ab der Tag der Ablehnung der Nein Tag wird heute neben dem an die Griechische Revolution erinnernden 25 Marz als Nationalfeiertag begangen da Metaxas ein Telegramm lediglich mit dem Wort Oxi also Nein an Italien gesendet haben soll Daraufhin wurde Griechenland von Italien angegriffen konnte aber die zahlenmassig uberlegenen italienischen Truppen schlagen und bis weit hinter die albanische Grenze zuruckdrangen Erst durch das militarische Eingreifen der deutschen Wehrmacht im April und Mai 1941 uber Jugoslawien und Bulgarien wurde der griechische Widerstand gebrochen Italien Deutschland und Bulgarien errichteten ein hartes Besatzungsregime So wurde durch die erzwungene Ausfuhr fast der gesamten griechischen Produktion noch eine positive Handelsbilanz zum Deutschen Reich in Hohe von 71 Mio Reichsmark festgestellt die dann mit extremen Besatzungskosten auf Wunsch von Hitler in Aufbaukosten umbenannt verrechnet wurden Griechenland hatte von allen besetzten Landern pro Kopf die hochsten Besatzungskosten zu zahlen Um von der Bevolkerung mehr Sachwerte abzuziehen wurde der Banknotenumlauf gesteigert Der wirtschaftliche Zusammenbruch war abzusehen und wurde in Kauf genommen Besonders der Mangel an Lebensmitteln fuhrte zu einer Hungerkatastrophe und einer Sauglingssterblichkeit von 80 Von 300 im Oktober 1944 in Athen untersuchten Kindern waren 290 an Tuberkulose erkrankt 60 Besatzungszonen 1941 1944 Gegen die bald erstarkende Partisanenbewegung griffen die Besatzungsmachte mehrfach kriegsverbrecherisch auf brutale Weise durch In verschiedenen Orten unter anderem in Kalavrita und Distomo 61 wurde als Vergeltung fur Partisanenuberfalle die jeweils gesamte Dorfbevolkerung von der Wehrmacht oder Sondereinheiten ermordet Die Frage nach einer Entschadigung von deutscher Seite fur diese Aktionen ist bis heute immer wieder Gegenstand politischer Diskussion 62 Fur Juden wurde 1942 von den Besatzungsmachten die Zwangsarbeit eingefuhrt ab Anfang 1943 wurden sie ghettoisiert enteignet und vorwiegend nach Auschwitz und Treblinka deportiert wo sie sofort ermordet wurden Etwa 80 000 Menschen fielen der Endlosung zum Opfer 63 Der bewaffnete Widerstand ging hauptsachlich von der kommunistisch beeinflussten Volksbefreiungsarmee ELAS aus Ebenfalls gab es die rivalisierenden republikanischen spater royalistischen Partisanen der EDES die im Kampf gegen die ELAS ab Ende 1943 mit der Wehrmacht kollaborierte Bezug von Waffen und Geraten in der Schlacht um Athen aber durch Grossbritannien unterstutzt wurde Ende 1944 loste sich die EDES nach schweren Verlusten informell auf Nach militarischer Intervention Grossbritanniens am 5 Dezember 1944 wurde die ELAS entsprechend dem Abkommen von Varkiza vom 12 Februar 1945 entwaffnet und demobilisiert Insgesamt wurden etwa 70 000 bis 80 000 Griechen im Partisanenkrieg oder bei Vergeltungsaktionen von deutschen italienischen und bulgarischen Truppen getotet 64 Zahlt man den Zweiten Weltkrieg und den Burgerkrieg als dessen Folge zusammen so verlor Griechenland nahezu 10 seiner Bevolkerung 65 Nachkriegszeit Burgerkrieg und Westintegration Bearbeiten Hauptartikel Griechischer Burgerkrieg und Griechische Militardiktatur Guerillakampfer der ELAS Der Zweite Weltkrieg ging in Griechenland nach dem in den Bergen gefuhrten Kampf zwischen EDES und ELAS und der Schlacht um Athen fast direkt in den Griechischen Burgerkrieg uber Die griechische Rechte brach den Vertrag von Varkiza zur Entwaffnung der Partisanen In einigen Teilen Griechenlands entwickelte sich unter Duldung der republikanisch gemassigten Krafte ein sogenannter weisser Terror der griechischen Rechten welcher die uberwiegend aber nicht ausschliesslich kommunistischen Mitglieder der EAM und ELAS zum Ziel hatte Die kommunistischen Partisanen welche die Hauptlast des Partisanenkampfes gegen das Besatzungsregime der deutschen Wehrmacht getragen hatten gingen erneut in die Guerilla Hauptsachlicher Unterstutzer war dabei Jugoslawien in geringerem Umfang Albanien die Sowjetunion beschrankte sich im Wesentlichen darauf durch ihr Veto eine UN Intervention zu blockieren Die royalistische Gegenwehr wurde vor allem von den Regierungen in Grossbritannien und den USA unterstutzt Im von Regierungsseite mit ausserster Harte auch gegenuber der Zivilbevolkerung unter anderem unter Einsatz von Napalm gefuhrten Burgerkrieg wurden die kommunistischen Verbande die vom Guerillakrieg zum offenen Frontenkrieg ubergegangen waren nach langeren Kampfen zum Ruckzug nach Nordwesten gedrangt Zuvor brachten sie aus den umkampften Gebieten zahlreiche Kinder heraus wovon die DDR etwa 1300 aufnahm 66 Das Ende der Unterstutzung durch Jugoslawien 1949 besiegelte schliesslich das Ende ihrer militarischen Macht Grund fur die sparliche Unterstutzung durch die realsozialistischen Bruderstaaten war ein entsprechendes Abkommen das Stalin mit Churchill in Moskau Anfang Oktober 1944 geschlossen hatte uber die Aufteilung der russisch britischen Interessenspharen auf dem Balkan wo die Amerikaner militarisch nicht wohl aber die Briten vor allem in Griechenland bereits vertreten waren Churchill und Stalin hatten dort ein Einflussverhaltnis von 90 West zu 10 Ost fur Griechenland vereinbart dies wurde spater von vielen griechischen Kommunisten als sowjetischer Verrat empfunden da man lediglich ein Bauernopfer Stalins gewesen sei 1930 formulierte ein Staatsrat council of states dass auf lokaler und kommunaler Ebene ein aktives und passives Frauenwahlrecht gelten sollte Im April 1949 wurde ein Gesetz verabschiedet das dieses Frauenwahlrecht umsetzte Die neue Verfassung vom 1 Januar 1952 betonte ausdrucklich das Recht von Frauen auf nationaler Ebene zu wahlen und gewahlt zu werden 67 Das Gesetz Nummer 2159 das diese Rechte garantierte wurde im Mai 1952 vom Parlament verabschiedet Bei den Wahlen vom November 1952 durften Frauen jedoch nicht wahlen obwohl sie das Stimmrecht kurz vorher erhalten hatten Die liberale Regierung argumentierte dass es schwierig sei mehr als eine Million Wahlerinnen in den Wahlregistern zu verzeichnen und dass entweder alle Frauen oder keine wahlen sollten So wurde in das Wahlgesetz eine Klausel eingefugt die das Frauenwahlrecht bis Ende 1952 blockierte 68 Das allgemeine Wahlrecht fur Manner galt schon seit 1864 69 Bis in die 1960er Jahre blieben viele Burgerrechte und Freiheiten eingeschrankt 1952 trat Griechenland der NATO bei 1954 dem Balkanpakt Mit Hilfe des Marshallplans und der hohen Einnahmen von auslandischen Touristen kam es ab den 1950er Jahren zu einer langsamen Erholung der Wirtschaft des Landes Nach den vor allem gegen die griechische Minderheit in Istanbul Izmir und in Ankara gerichteten turkischen Pogromen 1955 flohen rund 100 000 70 in der Turkei lebende Griechen nach Griechenland und in weitere Lander Wahrend 1945 fast 125 000 orthodoxe Griechen als Minderheit in Istanbul lebten 71 sank ihre Zahl als Folge des Pogroms von 1955 dramatisch 1999 lebten noch 2500 Griechen in der Turkei 72 Am 21 April 1967 ergriff in Reaktion auf den erwarteten Wahlsieg der sozialistischen Eniea Dimokratiki Aristera griechisch Eniaia Dhmokratikh Aristera EDA Vereinigung der Demokratischen Linken EDA in der sich auch zahlreiche Mitglieder der illegalen KKE wiederfanden eine Gruppe rechtsextremer Offiziere unter Georgios Papadopoulos durch den sog Obristenputsch die Macht und errichtete eine Militardiktatur Unter der Militardiktatur spaltete sich von der KKE ein eurokommunistischer Flugel unter dem Namen KKE Inland ab was suggerieren sollte dass die Rumpf KKE somit KKE Ausland von Moskau gesteuert sei Heute gibt es in dieser Form nur noch die KKE die sich weiterhin als marxistisch leninistische Partei versteht wahrend in der Nachfolge des Eurokommunismus der SY RIZ A als Bundnis linker Kleinparteien im Parlament vertreten ist Nach Massenverhaftungen wurden zahlreiche vor allem linksgerichtete Oppositionelle eingesperrt gefoltert ermordet oder ins Exil getrieben darunter der Komponist Mikis Theodorakis Eine entscheidende Schwachung erfuhr die Junta am 17 November 1973 durch den Aufstand der Studenten im Athener Polytechnikum der unter Einsatz von Panzern brutal niedergeschlagen wurde und das Regime innerlich und ausserlich diskreditierte Das Scheitern der von der Junta angestrebten Vereinigung mit der Republik Zypern und der dortige Einmarsch turkischer Truppen fuhrte 1974 endgultig zum Zusammenbruch der Militardiktatur und zur Ruckkehr zur Demokratie unter Konstantin Karamanlis Die Staatsform der Republik wurde in einer Volksabstimmung klar der Wiedereinfuhrung der Monarchie vorgezogen Im Juni 1975 wurde die neue Verfassung des Landes verabschiedet Trotz aussenpolitischer Westorientierung war Griechenland von 1974 bis 1980 aus der militarischen Organisation der NATO herausgelost Griechenland seit dem Beitritt zur EWG Bearbeiten Bereits seit 1961 bestand ein Assoziierungsabkommen mit der EWG aufgrund der zwischenzeitlichen Junta begannen die eigentlichen Beitrittsverhandlungen erst am 27 Juli 1976 so dass Griechenland zum 1 Januar 1981 als 10 Mitglied in die EWG aufgenommen wurde 73 Das Land profitierte von Wirtschafts und Strukturhilfen musste im Gegenzug auch hohe Importzolle fallen lassen die bisher heimische Produzenten vor auslandischem Wettbewerb schutzten Der Zerfall Jugoslawiens hatte auch okonomische Folgen fur Griechenland zumal bis dahin die Transit Strecke durch den Balkan Autoput fur Waren und Personenverkehr die Nabelschnur des Landes zum restlichen Europa darstellte Folglich stellte sich Griechenland gegen eine fruhzeitige Anerkennung der nach Unabhangigkeit strebenden Republiken konnte sich mit seiner Haltung jedoch nicht durchsetzen Weiterhin furchtete man einen Flachenbrand politischer und militarischer Auseinandersetzungen die auch Folgen fur Griechenland etwa Fluchtlingsstrome hatten Weiterhin zeichnete sich ein Namensstreit mit der angrenzenden jugoslawischen Teilrepublik ab die Anspruch auf den Namen Mazedonien erhob Das Nachkriegsjugoslawien hatte 1945 die mehrheitlich von slawischen Mazedoniern bewohnten Gebiete Sudserbiens zur Volksrepublik Mazedonien spater Sozialistische Republik Mazedonien deklariert Die Unabhangigkeit dieses Bundesstaates unter dem Namen Mazedonien wurde von Griechenland als Provokation aufgefasst da es territoriale Anspruche auf die gleichnamige griechische Provinz befurchtete Griechenland verhangte ein Handelsembargo gegen das Land das spater aufgehoben wurde Am 12 Februar 2019 vollzog Mazedonien die Namensanderung in Nordmazedonien Griechenland ist heute der mit Abstand wichtigste Investor in der Republik Nordmazedonien Der kurzen Amtsperiode der Nea Dimokratia unter Konstantinos Mitsotakis folgte erneut eine Regierung der PASOK unter Andreas Papandreou die auch wegen dessen angeschlagenem Gesundheitszustand in Stillstand gekommen war Der Jurist Kostas Simitis ubernahm den Parteivorsitz und das Amt des Ministerprasidenten und leitete eine Abkehr von der traditionell sozialistischen Politik seines Vorgangers ein Die Aussenpolitik war nun nicht mehr von einer Sonderrolle Griechenlands gepragt sondern von einer starken europaischen Auspragung Innenpolitisch wurden zahlreiche Reformen durchgefuhrt der Kapodistrias Plan ordnete das Gemeindewesen neu und starkte die Bedeutung der Regionen staatlich gefuhrte Grossunternehmen wurden privatisiert Investitionen in die Infrastruktur des Landes Proteste in Griechenland 2010 2012 Die Politik der europaischen Orientierung wurde im Wesentlichen auch von der Regierung der Nea Dimokratia unter Kostas Karamanlis weitergefuhrt setzte jedoch keine eigenen Impulse Nach zwei Wahlperioden erfolgte ein Regierungswechsel Unter dem neuen Ministerprasidenten Giorgos Papandreou von der PASOK wurde die Uberschuldung des Landes offenbar und fuhrte zu einem rapiden Verlust an Kreditwurdigkeit auf den internationalen Markten in dessen Folge das Land in Zahlungsschwierigkeiten geriet Hauptartikel Griechische Staatsschuldenkrise Zur Bewaltigung wurde der EU Finanzexperte Loukas Papadimos zum Ministerprasidenten bestimmt Aus den Neuwahlen ging Antonis Samaras von der Nea Dimokratia als Sieger hervor und bildete mit der PASOK eine Koalitionsregierung jedoch gewann auch die linke Opposition an Stimmen Bei den Parlamentswahlen vom 25 Januar 2015 errang die Linkspartei SYRIZA 149 von 300 Mandaten Alexis Tsipras wurde am 26 Januar 2015 als Ministerprasident Griechenlands vereidigt Nach dem Sieg bei den vorgezogenen Parlamentswahlen im September 2015 konnte Alexis Tsipras erneut eine Regierung bilden Recht BearbeitenDie Rechtsprechung in Griechenland erfolgt durch unabhangige Gerichte und setzt sich dabei aus drei verschiedenen Arten von Gerichtshofen zusammen die jeweils fur die zivilrechtliche die strafrechtliche sowie die verwaltungsrechtliche Rechtsprechung zustandig sind Es handelt sich dabei um das System der sogenannten getrennten Gerichtsbarkeiten Zusatzlich existieren besondere Instanzen der Finanzkontrolle und der Verfassungsgerichtsbarkeit Die gerichtliche Organisation Die Zivilgerichte werden in Friedensgerichte Landgerichte sowie Oberlandesgerichte eingeteilt und sind fur alle privaten Streitigkeiten und die ihnen gesetzlich zugewiesenen Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit zustandig Die Strafgerichte folgen demselben institutionellen Aufbau und beinhalten daruber hinaus auch besondere Strafgerichte wie zum Beispiel die Jugend oder Schwurgerichte Gegen das Urteil der Zivil und Strafgerichtshofe kann bei einem Appellationsgericht Berufung und schliesslich beim Areopag griech Areios Pagos Arios Pagos Revision eingelegt werden Der Areopag ist der oberste Gerichtshof und die hochste Instanz fur zivil und strafrechtliche Fragen Die oberste Instanz in der Verwaltungsgerichtsbarkeit ist der Staatsrat griech Symboylio ths Epikrateias Symvoulio tis Epikratias Ihm unterstehen z B die einzelnen Verwaltungs und Oberverwaltungsgerichte welche fur die Verhandlung von Verwaltungsstreitigkeiten zustandig sind Fur Verfassungsfragen stellt das sogenannte Oberste Tribunal griech Anwtato Eidiko Dikasthrio Anotato Idiko Dikastirio die letzte Entscheidungsinstanz dar Das Oberste Tribunal ist fur die Uberprufung der Verfassungskonformitat von Gesetzen zustandig die durch das Parlament verabschiedet werden und arbeitet zugleich als Prufungsgericht von Volksabstimmungen und Wahlen Dem Rechnungshof griech Elegktiko Syvedrio Elengtiko Synedrio unterliegt die Finanzkontrolle und ist als oberster Gerichtshof fur die Klarung strittiger Finanzangelegenheiten verantwortlich Menschenrechte Bearbeiten Minderheitenrechte Bearbeiten Amnesty International und der griechische Ombudsmann fur Menschenrechte weisen regelmassig auf Defizite beim Menschenrechtsschutz hin Vor allem die Behandlung von Migranten und Roma Familien ist ungenugend Uber eine Verletzung von Minderheitenrechten beklagt sich regelmassig die in Westthrakien lebende muslimische Minderheit Aus griechischer Sicht darf sie nicht turkische Minderheit genannt werden da der Friedensvertrag von Lausanne der 1923 den griechisch turkischen Bevolkerungsaustausch regelte die Minderheiten religios definierte Die kleine Zahl slawischsprachiger Burger wird nicht als Minderheit anerkannt Asylpolitik und Fluchtlingssituation Bearbeiten Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen beispielsweise Einzelnachweisen ausgestattet Angaben ohne ausreichenden Beleg konnten demnachst entfernt werden Bitte hilf Wikipedia indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfugst In der Fluchtlings und Asylpolitik wird Griechenland immer wieder von NGOs kritisiert Vor allem der grosse Zustrom von Fluchtlingen aus afrikanischen Landern macht dem Land zu schaffen die Griechenland nur unzureichend bewaltigen kann 2011 kamen 55 000 Fluchtlinge alleine uber die griechisch turkische Landgrenze am Fluss Evros in die EU Die griechischen Behorden sind dafur organisiert Neuankommlinge entweder zu versorgen oder offentlichkeitsfern abzuschieben so dass sich viele in illegalen Zeltlagern in Grossstadten niederlassen von wo sie Arbeit suchen Die Versorgung durch Burgerinitiativen und Kirchengemeinden deckt bei weitem nicht den Bedarf 2010 wurde ein Nationaler Aktionsplan fur die Asylreform und das Migrationsmanagement beschlossen der neben dem Aufbau von Behorden zur Erstaufnahme und Asylverfahrensdurchfuhrung auch den Auf und Ausbau von Auffangeinrichtungen fur Migranten vorsieht Daneben erhofft sich die griechische Regierung vom baldigen Beitritt Bulgariens und Rumaniens zum Schengenraum Entlastung fur die eigenen Aussengrenzen Im Marz 2012 waren nur elf Personen in der staatlichen Behorde fur die Asylbewerber zustandig 74 Rassismus und Gewalt gegen Einwanderer kommt auch im Zusammenhang mit der schwierigen wirtschaftlichen Lage im Land in den letzten Jahren haufig vor Die griechische Regierung forderte wiederholt die Unterstutzung durch die EU bei der Sicherung seiner Aussengrenzen etwa durch die Starkung von Frontex und die Aushandlung von Rucknahmeabkommen zwischen der EU und den Herkunfts und Transitstaaten Das Interesse von Seiten nicht betroffener EU Staaten sich der europaischen Fluchtlingsproblematik zu stellen ist jedoch de facto gering aus diesen Landern ist auch haufig die Kritik zu horen Griechenland versorge die Fluchtlinge nicht ausreichend Im April 2014 wurde Griechenland von Amnesty International erneut kritisiert 75 76 Politik BearbeitenDie aktuelle Verfassung Griechenlands trat am 11 Juni 1975 in Kraft sie wurde 1986 2001 und 2008 uberarbeitet Sie definiert Griechenland als parlamentarische Republik nach sozialen und rechtsstaatlichen Prinzipien Staatsprasident Bearbeiten Der zwischen 2015 und 2020 amtierende Staatsprasident Prokopis Pavlopoulos Der griechische Staatsprasident griech Proedros ths Dhmokratias Proedros tis Dimokratias ist das Staatsoberhaupt des Landes und bildet zusammen mit der Regierung die Exekutive Er wird alle funf Jahre durch das Parlament gewahlt und hat im politischen Alltag vor allem eine reprasentative Funktion inne Zu seinen Aufgaben gehort die Vereidigung des Ministerprasidenten und der von diesem vorgeschlagenen Minister Der griechische Staatsprasident besitzt zusatzlich auch ein generelles Vetorecht im Parlament dieses kann mit der absoluten Mehrheit der Abgeordneten uberstimmt werden 77 Unter besonderen Umstanden gestattet die Verfassung ihm das Parlament aufzulosen und Neuwahlen anzusetzen Der Staatsprasident kann die Regierung auflosen wenn diese einen Antrag darauf stellt oder das Parlament ein erfolgreiches Misstrauensvotum durchgefuhrt hat Der insgesamt relativ eingeschrankte Handlungsspielraum des Staatsoberhauptes wird auch daran deutlich dass fast alle seine hoheitlichen Handlungen durch den zustandigen Minister gegengezeichnet werden mussen Erweiterte Befugnisse erhalt der Staatsprasident lediglich im Notstandsfall Er kann dann auf Vorschlag der Regierung gesetzgeberisch tatig werden Der griechische Staatsprasident ist ebenfalls Oberbefehlshaber der griechischen Streitkrafte die Verfassung untersagt es ihm jedoch den Verteidigungsfall auszurufen sowie Bundnisse und Vertrage zu schliessen Das Amt des Staatsprasidenten geniesst in Griechenland ein sehr hohes Ansehen in der Bevolkerung dieses nahm seit 2009 Beginn der Staatsschuldenkrise noch zu wohingegen das Vertrauen in Politik und Parteien sank Die amtierende Staatsprasidentin Griechenlands ist seit Januar 2020 Katerina Sakellaropoulou Sie ist die erste Frau Griechenlands die dieses Amt bekleidet Der Amtssitz des Prasidenten ist das von Ernst Ziller erbaute Prasidialpalais in der Herodes Atticus Strasse in Athen Direkt gegenuber befindet sich der Nationalgarten mit dem Gebaude des griechischen Parlaments Parlament Bearbeiten Das Gebaude des griechischen Parlaments am Syntagma Platz Das griechische Parlament griech Boylh twn Ellhnwn Vouli ton Ellinon besteht aus einer Kammer mit 300 Sitzen und wird alle vier Jahre 78 in geheimer allgemeiner freier gleicher und unmittelbarer Wahl besetzt Dabei werden 288 Abgeordnete in den 56 Wahlkreisen des Landes sowie 12 Abgeordnete uber landesweite Parteilisten gewahlt Eine Besonderheit des griechischen Wahlsystems ist das verstarkte Verhaltniswahlrecht Die Partei mit dem grossten Stimmenanteil erhalt 50 zusatzliche Mandate im Parlament Das Parlament besitzt neben der Gesetzgebung das Recht der Regierung oder einzelnen Mitgliedern das Vertrauen uber ein Misstrauensvotum mit absoluter Mehrheit zu entziehen 79 und den Staatsprasidenten oder Regierungsmitglieder mit einer Zweidrittelmehrheit anzuklagen 80 Das Initiativrecht der einzelnen Parlamentarier ist beschrankt da die Regierung legislative Kompetenzen des Parlaments uber Rechtsverordnungen der Regierung oder untergeordneten Organen ubertragen kann Zu den besonderen Charakteristiken des griechischen Parlaments und seiner Konstituierung zahlt dass die quantitative Starke einer Partei im griechischen Parlament daruber entscheidet welcher Parteivorsitzende vom Staatsprasidenten als erster mit der Regierungsbildung beauftragt wird Gelingt ihm dies nicht erhalt der Vorsitzende der nachstkleineren Partei den Auftrag In Bezug auf die Opposition besteht wie innerhalb der Europaischen Union sonst nur in Osterreich Deutschland und Portugal das Recht Untersuchungsausschusse einzusetzen Minderheitenquorum Regierung Bearbeiten Der am 8 Juli 2019 vereidigte Ministerprasident Kyriakos Mitsotakis Die Regierung Griechenlands wird als Ministerrat griech Ypoyrgiko Symboylio Ypourgiko Symvoulio bezeichnet und besteht aus dem Ministerprasident Prw8ypoyrgos Prothypourgos und den Ministern Ypoyrgoi Ypourgi Nach einer Parlamentswahl beginnt die Regierungsbildung wobei traditionell der Parteichef der grossten Fraktion den Ministerprasident stellt Dieser entscheidet uber die Zusammensetzung seines Kabinetts und der Staatssekretare und hat nach der Ernennung durch den Staatsprasidenten und erfolgreich verlaufener Vertrauensfrage im Parlament die Richtlinienkompetenz innerhalb der Regierung Die Rechte des Ministerprasidenten wurden in der Verfassungsreform 1986 deutlich ausgeweitet mit dem Ergebnis dass die vollziehende Funktion klar beim Regierungschef liegt der trotz der Kollegialitat des Ministerrates auch verfassungsrechtlich der Mittelpunkt der politischen Macht in Griechenland ist Die Minister konnen zwar selbststandig ihr Ressort verwalten mussen aber politische Interventionen des Ministerprasidenten akzeptieren da bei ihm die Richtlinienkompetenz und das Vorschlagsrecht zur Ernennung und Entlassung der Minister liegt Die Regierung kann nur auf eigenen Antrag hin oder nach einem erfolgreichen Misstrauensvotum des Parlaments entlassen werden Aus der wegen der Wirtschaftskrise vorgezogenen 81 Parlamentswahl am 4 Oktober 2009 ging die PASOK als starkste Partei hervor Ihr Spitzenkandidat Giorgos Papandreou wurde mit der Regierungsbildung beauftragt und am 6 Oktober 2009 als Ministerprasident vereidigt Am 9 November 2011 erklarte er offiziell seinen Rucktritt 82 Am 11 November 2011 wurde Loukas Papadimos vereidigt Das Kabinett Papadimos war vom 10 November 2011 bis zum 16 Mai 2012 im Amt Nach der Parlamentswahl am 6 Mai 2012 kam keine Regierung zustande am 17 Juni 2012 fand eine weitere Parlamentswahl statt Dabei wurde die ND mit 29 7 erneut starkste Kraft sie erhielt 10 8 Prozentpunkte mehr Stimmen als bei der Wahl vom 6 Mai 2012 Die Partei SYRIZA von Alexis Tsipras die im Wahlkampf ein Ende der Sparmassnahmen gefordert hatte wurde mit 26 9 Prozent wieder zweitstarkste Kraft Dennoch erreichten mit ND und PASOK die beiden Parteien eine parlamentarische Mehrheit 162 zu 138 Sitze die an dem eingeschlagenen Sparkurs und der Umsetzung von Reformen festhalten wollen 83 Nachdem sich ND und PASOK mit der Demokratischen Linken auf die Bildung einer Regierung Kabinett Samaras einigen konnten wurde Samaras am 20 Juni 2012 zum griechischen Ministerprasidenten vereidigt 84 85 86 Ab dem 27 Januar 2015 zwei Tage nach den griechischen Parlamentswahlen war die neu gewahlte Regierung aus SYRIZA und ANEL unter der Leitung von Ministerprasident Alexis Tsipras Kabinett Tsipras im Amt Diese wurde 2019 durch das Kabinett Kyriakos Mitsotakis abgelost Griechische Ministerprasidenten 1990 bis heuteKonstantinos Mitsotakis ND Andreas Papandreou PASOK Konstantinos Simitis PASOK Kostas Karamanlis ND Giorgos Andrea Papandreou PASOK Loukas Papadimos Panagiotis Pikrammenos Andonis Samaras ND Alexis Tsipras SYRIZA Kyriakos Mitsotakis ND 11 April 1990 bis 13 Oktober 1993 13 Oktober 1993 bis 22 Januar 1996 22 Januar 1996 bis 10 Marz 2004 10 Marz 2004 bis 6 Oktober 2009 6 Oktober 2009 bis 10 November 2011 10 November 2011 bis 16 Mai 2012 16 Mai 2012 bis 20 Juni 2012 87 20 Juni 2012 bis 25 Januar 2015 26 Januar 2015 8 Juli 2019 bis heutePolitische Indizes Bearbeiten Von Nichtregierungsorganisationen herausgegebene politische Indizes Name des Index Indexwert Weltweiter Rang Interpretationshilfe JahrFragile States Index 52 1 von 120 127 von 178 Stabilitat des Landes stabil 0 sehr nachhaltig 120 sehr alarmierend 2020 88 Demokratieindex 7 39 von 10 37 von 167 Unvollstandige Demokratie 0 autoritares Regime 10 vollstandige Demokratie 2020 89 Freedom in the World Index 88 von 100 Freiheitsstatus frei 0 unfrei 100 frei 2020 90 Rangliste der Pressefreiheit 29 01 von 100 70 von 180 Erkennbare Probleme fur die Pressefreiheit 0 gute Lage 100 sehr ernste Lage 2021 91 Korruptionswahrnehmungsindex CPI 50 von 100 59 von 180 0 sehr korrupt 100 sehr sauber 2020 92 Innenpolitik Bearbeiten Zentrale Themen der griechischen Innenpolitik sind die Konsolidierung des Staatshaushaltes die Bekampfung der hohen Arbeitslosigkeit die Deregulierung sowie die Privatisierung des offentlichen Sektors die Forderung der griechischen Wirtschaft die notwendige Umstrukturierung des uberschuldeten staatlichen Rentenversicherungssystems Griechenland gibt fast 14 Prozent des Staatshaushaltes fur Renten aus und damit mehr als jedes andere Land 93 die Reformierung des Gesundheits und Bildungssystems sowie die Bekampfung der illegalen Einwanderung Nach dem Tod eines Jugendlichen der von der Kugel eines Polizisten getroffen worden war kam es 2008 zu landesweiten Ausschreitungen Nach dem Regierungswechsel 2009 kam es zu Protesten gegen den Sparhaushalt mit der die neue Regierung das Staatsdefizit senken mochte was aufgrund der von allen bisherigen Regierungen gleichermassen hochgeschraubten Staatsausgaben und der verbreiteten Korruption als schwierige Aufgabe gilt 94 Religionspolitik Bearbeiten Flagge der griechisch orthodoxen Kirche Meteora Die orthodoxe Kirche ubt wesentlichen Einfluss auf das griechische Bildungswesen aus wobei die besondere Stellung der griechisch orthodoxen Konfession als vorherrschender Religion in der griechischen Verfassung festgelegt ist In der Regierung ist traditionell das Bildungsministerium auch zustandig fur religiose Angelegenheiten Obwohl der orthodoxen Kirche in der Verfassung nicht ausdrucklich der Status einer Staatskirche zuerkannt wird wird Griechenland aufgrund der engen institutionellen Verflechtung von Staat und Orthodoxer Kirche im konstitutionellen Recht ebenso wie z B Grossbritannien und Danemark der Kategorie von Staaten mit einer Staatskirche zugeordnet So untersteht die orthodoxe Kirche auch teilweise dem Staat zum Beispiel mussen alle Bischofe vom Parlament bestatigt bzw neu gewahlte Regierungen vom orthodoxen Erzbischof vereidigt werden Das Gehalt der griechischen Priester wird vom Staat gezahlt 1982 wurde das Familienrecht dahingehend geandert dass standesamtliche Trauungen moglich wurden Bis dahin fanden Ehebundnisse welche nicht nach dem griechisch orthodoxen judischen muslimischen oder romisch katholischen Ritus geschlossen wurden keine staatliche Anerkennung So galten Kinder aus Ehen von Protestanten oder Zeugen Jehovas vor dem Gesetz als unehelich 95 Ausserdem wurde die Pflicht zur kirchlichen Trauung aufgehoben und die standesamtliche Ehe als gleichwertig anerkannt Ende der 1990er Jahre wurde der Religionseintrag in den Personalausweisen abgeschafft Im August 2008 wurde die Verpflichtung zum orthodoxen Religionsunterricht aufgehoben Jeder Schuler der nicht am Religionsunterricht teilnehmen will kann wahrend dieser Zeit nun Nachhilfe in Fachern seiner Wahl erhalten Die griechisch orthodoxe Kirche bezeichnete diese Regelung als falsch und verfassungswidrig und hatte allenfalls die Aufhebung der Religionsunterrichtspflicht fur Schuler aus anderen Staaten gutgeheissen 96 2008 sprach sich das Oberhaupt der Kirche von Griechenland Erzbischof Hieronymos bei seiner Wahl fur eine Uberprufung des Kirchenstatuts aus 2012 plante die Regierung eine Anderung bei der Bezahlung der Geistlichen Durch starkere Beteiligung der Kirchen an den Gehaltern sollte die Staatskasse jahrlich um rund 100 Millionen Euro entlastet werden Fur die rund 20 000 Priester werden im Jahr uber 200 Millionen Euro bezahlt 97 Minderheitenpolitik Bearbeiten Die muslimischen Turken Pomaken und Roma Westthrakiens werden auf der Grundlage des Lausanner Friedensvertrags von 1923 zusammen als muslimische Minderheit anerkannt und geniessen einige Sonderrechte wie Schulunterricht in turkischer Sprache Verwendung von Schulbuchern aus der Turkei gem bilateraler Abkommen Koranschulen Autonomie in Angelegenheiten des Familienrechts gemass der Scharia etc In den letzten Jahrzehnten fand zunehmend eine Assimilation der ca 30 000 den als Pomakisch bekannten Rhodope Dialekt des Bulgarischen sprechenden muslimischen Pomaken an die Gruppe der Turken statt Diese grenzen sich scharf von der sehr heterogenen Gruppe der romani und turkischsprachigen muslimischen Roma ab Bis zum Bevolkerungsaustausch mit den Nachbarstaaten Turkei und Bulgarien von 1920 bis 1925 als Folge der Vertrage von Neuilly 1919 und Lausanne 1923 war Griechenland faktisch ein Vielvolkerstaat Der 1925 noch etwa 15 betragende Anteil nicht griechischer Muttersprachler nahm in den folgenden Jahrzehnten kontinuierlich ab besonders wahrend der Besetzung durch die Achsenmachte 1941 1944 und des griechischen Burgerkriegs 1946 1949 wurden Angehorige von Minderheiten verfolgt oder vertrieben ihre Quote fiel allmahlich unter funf Prozent Die muslimische Minderheit bildete Anfang der 1990er Jahre Parteiformationen Diese waren zeitweise durch zwei Abgeordnete die Turken Sadik Ahmet und Ibrahim Serif im Parlament vertreten was jedoch nach der Erhohung der Ein Prozent auf eine Drei Prozent Hurde nicht mehr gelang Aktuell stammt ein Abgeordneter der konservativen Volkspartei Nea Dimokratia aus der muslimischen Minderheit der Turke Ilhan Ahmet Konfliktpunkte mit dem griechischen Staat bestehen in der aktuell untersagten Benennung von Vereinen unter Verwendung des Adjektivs turkisch und dem Anliegen die fuhrenden islamischen Rechtsgelehrten Muftis die zurzeit als offentliche Angestellte vom Staat ernannt werden durch Wahlen zu bestimmen Vor 1990 lebten bis auf die erwahnten Minderheiten nur wenige Auslander in Griechenland Aufgrund einer wenig restriktiven Politik gegen Einwanderer ist Griechenland prozentual zum EU Land mit den meisten Auslandern geworden Der griechische Staat ist um eine Assimilation der Neuangekommenen bemuht der Erwerb der Staatsburgerschaft fur Einwanderer wurde mehrmals vereinfacht Gegenwartig ist ein Aufenthalt von funf Jahren in Griechenland notwendig Seit 2010 wird die Staatsburgerschaft bei Geburt in Griechenland oder den Besuch der ersten drei Grundschuljahre oder sechs Schuljahren in Griechenland automatisch erteilt eine Beantragung ist nicht notwendig 98 Aussenpolitik Bearbeiten Griechenland ist 1952 der NATO beigetreten und ist seit 1981 Mitglied in der Europaischen Union Daruber hinaus bestehen Mitgliedschaften bei zahlreichen internationalen Organisationen und Foren wie zum Beispiel den Vereinten Nationen der OECD der Weltbank dem Europarat dem Internationalen Wahrungsfonds der UNESCO oder auf regionaler Ebene der BSEC und der SEECP Auf technologischem sowie wissenschaftlichem Gebiet unterstutzt oder beteiligt sich Griechenland an verschiedenen internationalen Projekten wie z B dem Large Hadron Collider CERN oder der Bibliotheca Alexandrina und ist unter anderem Mitglied bei der Europaischen Raumfahrtorganisation ESA Von 2005 bis 2007 war das Land als nichtstandiges Mitglied im Weltsicherheitsrat vertreten Friedenspolitisch engagiert sich das Land bei mehreren internationalen Auslandsmissionen und Entwicklungsprojekten unter anderem in Afghanistan ISAF im Sudan UNMIS in Georgien UNOMIG in Bosnien Herzegowina EUFOR im Kosovo KFOR oder in Albanien NHQT Aussenminister ist Nikos Dendias 99 Siehe auch Liste der Aussenminister Griechenlands Griechenland in der Europaischen Union Bearbeiten Der Weg Griechenlands in das westeuropaische Gefuge ist eng mit dem Namen Konstantinos Karamanlis verknupft und begann am 8 Juni 1959 mit dem Antrag des national radikalen Regierungschefs 1955 1963 auf Assoziierung mit der Europaischen Wirtschaftsgemeinschaft EWG und den darauf folgenden Assoziierungsverhandlungen Die Unterzeichnung des Vertrages zur Assoziierung des Landes erfolgte am 9 Juli 1961 und fuhrte am 1 November 1962 zur Assoziierung Griechenlands mit der Europaischen Wirtschaftsgemeinschaft Nach den politischen Wirren in den 1960er Jahren der darauf folgenden Zeit der Militardiktatur und der damit verbundenen Aussetzung des Assoziationsabkommens von 1967 bis 1974 reichte der wiedereingesetzte und 1975 gewahlte Ministerprasident Konstantinos Karamanlis mit seiner neu gegrundeten Nea Dimokratia ND am 12 Juni 1975 den offiziellen Antrag zur Aufnahme des Landes in die Europaische Wirtschaftsgemeinschaft ein Nach Beginn der Beitrittsverhandlungen am 27 Juli 1976 und Unterzeichnung der Beitrittsakte am 28 Mai 1979 trat Griechenland am 1 Januar 1981 gegen den Wunsch seiner Bevolkerung als zehnter Staat der EWG bei was zugleich auch den Beginn der Suderweiterung der Gemeinschaft darstellte Spater wahrend Karamanlis Amtszeit als Staatsprasident trat Griechenland ebenfalls unter einer ND Regierung am 6 November 1992 dem Schengener Abkommen und am 1 Januar 1993 dem EG Binnenmarkt Vertrag von Maastricht bei Damit war die Integration des Landes in die nunmehr sog Europaische Gemeinschaft vollzogen Bedenken der EWG und NATO kritischen linken Parteien der wieder zugelassenen KKE und der 1974 neu gegrundeten PASOK wegen eines moglichen Verlusts politischer Autonomien und der Wettbewerbsfahigkeit lokaler Unternehmen zugunsten auslandischer Konzerne wurden als ideologisch motiviert beiseitegeschoben Die Befurchtungen der weitgehend selbststandig beschaftigten Bevolkerung sollten sich aber noch im EWG Beitrittsjahr 1981 in der erdrutschartigen Wahl der sozialistischen PASOK 48 unter Andreas Papandreou und der kommunistischen KKE 11 widerspiegeln Die Politik des neuen Ministerprasidenten Papandreou schien auch in der Folge oft im Gegensatz zur Politik anderer EWG Staaten zu stehen trotzdem aber missachtete er damals das Wahlervotum und verblieb wider Erwarten in NATO und EWG Dadurch so furchteten die Griechen wurde die geopolitische Kluft zwischen West und Osteuropa in der Region weiter verscharft und Griechenland von seinen Nachbarn noch starker isoliert Alexis Tsipras mit Jean Claude Juncker Das Land hat mit der Bildung der Europaischen Gemeinschaft 1993 eher eine Destabilisierung der nationalen Wirtschaft erfahren Die Europabegeisterung in der Bevolkerung hielt sich deshalb weiterhin in Grenzen Der Grund hierfur lag vor allem an der Tatsache dass sich trotz subventionierter Projekte aus den EG Strukturfonds positive Auswirkungen der Mitgliedschaft schleppend sowie fur breite Teile der selbstandigen Bevolkerung eher unsichtbar einstellten Ausser fur ganz wenige Grossunternehmen hatte sich die Erschliessung des offenen Binnenmarktes fur sie als wenig ergiebig erwiesen Stattdessen wurden die eigenen Markte mit Waren und Dienstleistungen auslandischer Konzerne uberschwemmt gegen deren Preisdumping der klassische griechische Kleinbetrieb kaum ankampfen konnte Sodass von einst 52 bei EWG Beitritt OECD Statistik self employment heute die Selbstandigkeit 2015 nurmehr bei gut 30 der Erwerbstatigen liegt zwar immer noch EU Rekord so wird aber die Selbstandigkeit bis heute nicht ausreichend mit lohnabhangiger Arbeit ersetzt 100 In der euphorischen Erwartung der Jahrtausendwende und wegen der 1997 erteilten Ehre der Ausrichtung der Olympischen Spiele 2004 schlug die Skepsis seit Mitte der 1990er Jahre allmahlich in eine zunachst zogerliche Integrationsfreudigkeit der griechischen Bevolkerung um Abermalige Bedenken der griechischen Selbstandigen wegen der Einfuhrung einer gemeinsamen Wahrung wurden zwar intensiv diskutiert hatten jedoch bis zum Ausbruch der Finanzkrise 2008 die Mitgliedschaft in der EU nicht mehr ernsthaft in Frage gestellt Griechenland setzte sich damals innerhalb der Europaischen Union fur ein offenes Europa ein Die geopolitische Lage ist zudem fur alle grosseren politischen Parteien mit Ausnahme der KKE eine Motivation die europaische Integration weiter voranzutreiben und begrundet das Interesse den Balkan an die EU anzubinden sowie die Befurwortung eines EU Beitritts der Turkei Weitere Schwerpunkte der griechischen Politik in der Europaischen Union sind beispielsweise eine gemeinsame Immigrations und Asylpolitik oder eine gemeinsame Aussen und Sicherheitspolitik die ein starkeres Gegengewicht zur NATO bzw den USA einnehmen soll Griechenland hatte im ersten Halbjahr 2003 die EU Ratsprasidentschaft unter dem sozialdemokratischen Ministerprasidenten Konstantinos Simitis inne Sie stand im Zeichen der Osterweiterung der Europaischen Union der Ausarbeitung eines Verfassungsvertrages durch den Reformkonvent sowie des Irak Krieges und seiner Auswirkungen auf die Europaische Union Als historischer Hohepunkt gilt dabei die Unterzeichnung der Beitrittsvertrage mit den zehn neuen EU Mitgliedstaaten am 16 April 2003 in Athen als der Geburtsstatte der Demokratie was als symbolische Weichenstellung fur die Zukunft Europas betrachtet wurde Nach 1983 1988 1994 und 2003 hatte Griechenland 2014 vom 1 Januar bis 30 Juni 2014 zum funften Mal die EU Ratsprasidentschaft inne Siehe auch Griechische EU Ratsprasidentschaft 2014 Internationale Beziehungen Bearbeiten Griechenland verfolgte ab 1996 unter Ministerprasident Konstantinos Simitis und Aussenminister Giorgos Papandreou verstarkt eine Politik der europaischen Integration Im Zentrum standen dabei einerseits eine starkere Abstimmung der griechischen Europapolitik zur Politik der Europaischen Union andererseits aber v a der Ausbau der bilateralen Zusammenarbeit mit den Staaten Sudosteuropas und die Annaherung an die Turkei Dies fuhrte zu einer Reihe vertrauensbildender Abkommen mit der Turkei sowie zu einer Vielzahl bi und multilateraler Projekte zwischen Griechenland und den Staaten des Balkans 2002 ratifizierte das griechische Parlament ein Hilfsprogramm in Hohe von 550 Millionen Euro fur Sudosteuropa mit dem Ziel die Stabilitat und den wirtschaftlichen Wiederaufbau in der Region zu unterstutzen Die Beziehungen des Landes zu Deutschland finden seit dem 19 Jahrhundert fast ausschliesslich auf staatlicher Ebene statt Seit der Revolution gegen den osmanischen Sultan waren alle Konige der Hellenen ausschliesslich Mitglieder deutscher Konigshauser Allgemeine Beziehungen bestanden dagegen schon seit Anfang des 16 Jahrhunderts durch die damals zahlreich werdenden aus Byzanz ausgewanderten Auslandsgriechen und ihren engen kulturellen aber auch wirtschaftlichen Beziehungen zur alten Heimat Mit der Integration dieser Einwanderungswelle entwickelte sich auch in Deutschland eine Epoche die man spater in der Kunst mit Renaissance und in den Wissenschaften mit Aufklarung bezeichnete und die einher ging mit dem Aufkommen eines ausgepragten Philhellenismus z B Grundung der griechischen Gemeinde Leipzig um 1700 Dieser steigerte sich bis in die Romantik hinein so weit dass er einer paneuropaischen Unterstutzung der Bildungseliten fur den Befreiungskampf der Hellenen den entscheidenden Impuls gab Als herausragendes deutsches Beispiel sei hier der Munchner Prof Friedrich Thiersch genannt der durch sein enormes Engagement selbst finanzielle Mittel aufbrachte um in die Sklaverei verkaufte Griechen im damals noch osmanischen Alexandrien frei zu kaufen Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges besteht eine Kontinuitat auf verschiedenen Ebenen 1953 unterzeichnete Griechenland das Londoner Schuldenabkommen verzichtete damit auf die Begleichung von Vorkriegsschulden durch Deutschland und trug damit zur Wiederherstellung der Kreditfahigkeit Deutschlands bei 101 Griechenland war nach 1945 das erste Land das einen deutschen Bundesprasidenten einlud wahrend sich die Weltgemeinschaft zuruckhielt Die Einladung wurde von Ernst August von Hannover im Auftrag des griechischen Konigs Paul uberreicht und Theodor Heuss machte seinen ersten Staatsbesuch nach Griechenland Tausende Athener gingen zum Bahnhof wo das Begrussungszeremoniell stattfand Bei seiner Ruckkehr in Deutschland bezeichnete Heuss die Reise als Ruckwanderung in die eigene geistige Heimat 102 Der Aussenminister Heinrich von Brentano nahm die euphorische Stimmung zum Anlass bilaterale Abkommen im Bereich Kultur und Erziehung abzuschliessen Auslandische Botschafter blieben dem offiziellen Empfang demonstrativ fern Die Beziehungen Griechenlands zu den Landern Sudosteuropas konnen heute weitgehend als ausgeglichen betrachtet werden Die schrittweise Aussohnung und die immer besser werdenden Beziehungen zum ehemaligen Erzfeind Turkei in den letzten Jahren gelten hierbei als ein richtungsweisender Schritt Unter Ausklammerung einiger politischer Fragen hat eine wirtschaftliche und kulturelle Annaherung der beiden Staaten stattgefunden Von offentlicher Seite wurde beispielsweise die Bahnverbindung Thessaloniki Istanbul aufgewertet und Grenzformalitaten vereinfacht Griechenland gilt mittlerweile als einer der grossten Befurworter eines EU Beitritts der Turkei Aktuelle kritische Fragen sind die haufigen Verletzungen des griechischen Luftraums durch Tieffluge turkischer Kampfjets uber griechische Inseln der Agais 103 sowie das Fluchtlingsproblem da die meisten illegalen Einwanderer uber die Turkei eingeschleust werden Das Verhaltnis zu Albanien mit dem der faktische Kriegszustand erst 1987 beendet wurde wird heute von einer engen Zusammenarbeit gepragt Die Beziehungen zu Albanien wurden in der Vergangenheit und seit dem Fall des Eisernen Vorhangs immer wieder durch eine starke und unkontrollierte Migrationsbewegung albanischer Wirtschaftsfluchtlinge belastet Die Kontakte zu Bulgarien Rumanien sowie Serbien das als historischer Verbundeter gilt sind sehr gut Mit Bulgarien wurde die Eroffnung neuer Grenzubergange vereinbart und es wurden verschiedene Infrastrukturprojekte in Angriff genommen Die diplomatischen Beziehungen zum nordlichen Nachbarn Republik Nordmazedonien befinden sich im Ausbau und der Ausblick ist positiv In den vergangenen Jahren haben sich die nachbarschaftlichen Beziehungen sowie die wirtschaftliche Kooperation beider Staaten in einem besonderen Masse entwickelt Auf der Ebene der Politik sind die transatlantischen Beziehungen zwischen Griechenland und den Vereinigten Staaten zwar traditionell gut es herrschen jedoch in weiten Teilen der Bevolkerung historisch bedingte Vorbehalte gegenuber der US Aussenpolitik Die Verfolgungen linker Aktivisten gleich nach der Vertreibung der deutschen Besatzer wird den englischen und spater amerikanischen Befreiern zur Last gelegt Auch die passive Haltung der NATO zur 7 jahrigen Militardiktatur und zur turkischen Besetzung Zyperns begrundeten den fehlenden Konsens zwischen Staat und Volk und fuhrten bei den Parlamentswahlen 1981 zur erdrutschartigen Wahl linker Parteien und der ersten sozialistischen PASOK Regierung Es ist aber der Person ihres Vorsitzenden Andreas Papandreou zu verdanken der als erster amerikanischer 104 Ministerprasident Griechenlands die Beziehungen der beiden Staaten auch gegen seine Parteibasis vorsichtig zu harmonisieren begann Noch konsequenter verfolgte nur Kostas Simitis diese Annaherung zu den NATO Partnern wahrend seiner Amtszeit als Ministerprasident 1996 2004 ubrigens gemeinsam mit seinem Aussenminister Giorgos Papandreou Zwar belasteten spater die ablehnende Haltung der Griechen gegenuber dem volkerrechtlich umstrittenen Einsatz in Serbien im Rahmen der NATO 1999 sowie die Ablehnung einer Teilnahme an dem von den Vereinigten Staaten angefuhrten Militareinsatz im Irak von 2003 immer noch das Verhaltnis beider Staaten Spatestens aber mit der Wahl des zweiten Amerikaners Giorgos Papandreou zum Ministerprasidenten Griechenlands kurz nach dessen Treffen mit dem US Prasidenten Barack Obama am 9 Marz 2009 in Washington D C waren die bilateralen Beziehungen auf einem Hohepunkt angelangt Alexis Tsipras mit Wladimir Putin Griechenland pflegt aufgrund seiner geographischen Lage im Allgemeinen relativ gute Kontakte zu mehreren Staaten des Nahen Ostens und unternahm in der Vergangenheit verschiedene Versuche in den einzelnen Krisenregionen zu vermitteln In den letzten Jahren wurden diese Beziehungen zur Starkung der von den USA gefuhrten Antiterrorkoalition eingebracht Zum Beispiel unterhielt Griechenland traditionell auch gute Kontakte zu den Palastinensern Wahrend des zweiten Libanonkrieges zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah von 2006 gehorte Griechenland zu den Staaten die sich fur einen sofortigen Waffenstillstand einsetzten Zu Israel hatte Griechenland lange Zeit keine besonderen politischen Beziehungen dies anderte sich nach dem Regierungswechsel Ende 2009 Seitdem wurde auch mit Unterstutzung der Opposition die Beziehungen zu Israel intensiviert Siehe auch Europaische Sicherheitsstrategie Verteidigungspolitik und Militar Bearbeiten Griechenland ist Mitglied der NATO und unterhalt eine Wehrpflichtarmee die sich in die Teilstreitkrafte Heer Luftstreitkrafte und Marine untergliedert Griechenland gab 2017 knapp 2 5 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 5 1 Milliarden Dollar fur seine Streitkrafte aus 105 In Griechenland gilt eine allgemeine Wehrpflicht fur Manner zwischen 18 und 45 Jahren die Wehrdienstdauer fur Wehrpflichtige betragt zurzeit 2008 zwolf Monate Verwitwete Vater bzw altere Bruder mit der Sorgepflicht fur einen oder mehrere Minderjahrige sind von der Wehrpflicht befreit Fur Auslandsgriechen die auch im Ausland geboren sind betragt die Wehrdienstdauer nur drei Monate Andere Auslandsgriechen Einwanderer mit griechischem Pass und Geschwister einer Familie mit sechs oder mehr Kindern haben das Recht auf eine auf sechs Monate reduzierte Wehrdienstdauer Fur den altesten Bruder dreier Geschwister fur die zwei altesten Bruder vierer Geschwister und fur Vater betragt sie neun Monate Fur Frauen gilt keine Wehrpflicht sie konnen jedoch ohne Einschrankungen dem Militar beitreten Das Militar spielte immer eine besondere Rolle so schon im griechischen Freiheitskampf der mit der militarischen Unterstutzung der Grossmachte gefuhrt wurde 106 Es ubernahm im 20 Jahrhundert zwei Mal die Macht Siehe auch Griechische StreitkraftePolitische Gliederung Bearbeiten Hauptartikel Politische Gliederung Griechenlands Die Verwaltungsgliederung Griechenlands Mit dem Kallikratis Gesetz von 2010 wurden offentliche Zustandigkeiten dezentralisiert und die Gliederung stark vereinfacht 13 Regionen Sg perifereia periferia bilden seit 2011 die regionale Ebene Sie werden durch ein eigenes Parlament und durch einen Regionsprasidenten verwaltet Die Regionen untergliedern sich weiter in insgesamt 325 Gemeinden Sg dhmos dimos die die kommunale Ebene bilden in landlichen Gebieten jedoch eher deutschen Landkreisen vergleichbar sind Damit wurde die seit der Grundung des modernen Griechenland praktisch unverandert geltende Gliederung in zuletzt 54 Prafekturen Sg nomos nomos aufgehoben die Regionen die zuvor direkt durch den Zentralstaat regiert worden waren erhielten deutlich mehr Kompetenzen Die Zahl der bis 1997 knapp 6000 Gemeinden die bereits 1997 durch das Kapodistrias Programm auf 1033 2010 1034 reduziert wurde hat sich erneut auf 325 verringert Die Monchsrepublik Athos auf der Halbinsel Chalkidiki wird weitgehend autonom verwaltet und gehort auch nicht zum Steuergebiet der EU Siehe auch Liste der Regionen Griechenlands Liste der Gemeinden Griechenlands und Regionalwahlen in Griechenland 2010Wirtschaft BearbeitenAllgemeines Bearbeiten Griechenland ist Teil des Europaischen Binnenmarkts Zusammen mit 18 anderen EU Mitgliedstaaten blau bildet es eine Wahrungsunion die Eurozone Alle Erdolexplorationen in Griechenland Griechische Regionen nach BIP pro Kopf 2009 Die Wirtschaft Griechenlands ist eine marktorientierte Wirtschaft mit einer beschrankten staatlichen Intervention Auch nach der Aufnahme Griechenlands in die Europaische Wirtschaftsgemeinschaft 1981 war ein Ruckgang der selbststandigen Beschaftigung zu verzeichnen Bis zur Einfuhrung des Euro der die griechische Drachme abloste fiel sie von ursprunglich 52 1981 auf 35 seit 2008 der Beschaftigten 107 Da nicht im gleichen Masse lohnabhangige Arbeit geschaffen wurde profitierten von der Anbindung des Landes an das Wirtschaftsgeschehen der europaischen Industrienationen und den neu eingerichteten Kohasionsfonds grosse Konzerne die als Importeure mit westeuropaischen Partnern kooperierten So fuhrte der Beitritt Griechenlands 2001 in die Eurozone 108 zu einer Reihe extensiver Infrastrukturmassnahmen Verschiedene Grossereignisse wie die Olympischen Spiele von 2004 fuhrten zu einer vorubergehenden Stimulierung der griechischen Wirtschaft und einem wirtschaftlichen Aufschwung der hauptsachlich auf Staatsauftragen beruhte Mit der Finanzkrise ab 2007 und der folgenden griechischen Staatsschuldenkrise sind BIP und Lohne gesunken und die Arbeitslosenzahlen massiv gestiegen Die Beschaftigung ist auf etwa 33 109 der Bevolkerung gefallen und liegt damit innerhalb der EU auf einer der letzten Stellen Das Bruttoinlandsprodukt BIP in Kaufkraftparitat PPP Marktpreise pro Kopf betrug 2008 rund 21 600 Euro 110 und 2017 rund 27 800 111 rund 25 000 Euro Das verfugbare Einkommen ist von 2008 bis 2013 um knapp 40 inflationsbereinigt gesunken 112 Der Tertiarsektor ist der grosste und wichtigste Wirtschaftssektor in Griechenland Er erwirtschaftete 2004 insgesamt 71 4 und 2017 rund 80 der griechischen Wirtschaftsleistung wobei der Tourismus als Wachstumsmarkt eine grossere Bedeutung 2017 Einnahmen 16 4 Mrd bei 177 7 Mrd BIP hat 113 2017 betrug die Arbeitslosenquote 21 5 Euroraums bei 10 0 114 115 Besonders stark angestiegen ist die Jugendarbeitslosigkeit bis 24 Jahre von 25 im Mai 2008 auf 48 1 2016 116 117 Der stagnierende Binnenmarkt weniger Privatkonsum und Staatsinvestitionen und gesunkene Produktionskosten fuhrten zu einer starkeren Exportorientierung Aufgrund seiner geographischen Lage besitzt Griechenland ein hohes Potential fur die Nutzung sowohl von Solar und Windenergie Der Anteil der erneuerbaren Energien ist in der Energieversorgung Griechenlands derzeit gering jedoch wachst ihr Anteil unter anderem aufgrund der staatlichen Forderung stetig Bis 2020 will Griechenland 20 der Primarenergie mit erneuerbaren Energien decken 118 Griechenland verfugt ausserdem uber nennenswerte Gas und Erdolvorkommen von denen bisher nur das Erdol und Erdgas in der Nordagais erschlossen wurden Drei neue Konzessionen wurden 2012 vergeben um weitere Felder zu erschliessen die vornehmlich im Ionischen Meer liegen Erwartet werden dadurch Einnahmen in Hohe von 11 bis 15 Mrd Euro in einem Zeitraum von 15 bis 25 Jahren 119 Es wird jedoch auch von erheblich grosseren Vorraten berichtet die Einnahmen von 300 Mrd bis 465 Mrd Euro annehmen lassen 120 121 Im Global Competitiveness Index der die Wettbewerbsfahigkeit eines Landes misst belegt Griechenland Platz 87 von 137 Landern Stand 2017 2018 122 Im Index fur wirtschaftliche Freiheit belegt das Land 2017 Platz 127 von 180 Landern 123 Agrarsektor Bearbeiten Olivenbaume auf Kreta Der Primarsektor Agrar in Griechenland verlor in der Vergangenheit immer starker an Bedeutung Der Anteil der Aktivitaten des primaren Sektors an der Wirtschaftsleistung des Landes belief sich 2004 auf 6 4 und 2017 auf 4 wobei 12 der Beschaftigten 2017 in der Landwirtschaft tatig waren Angebaut werden vorzugsweise fur den Export bestimmte Produkte wie Wein Weinbau in Griechenland Tabak und Oliven Die wichtigsten Anbaugebiete fur Weizen sind die Regionen Thessalien West Thrakien Bootien und Makedonien Die Nutztierhaltung in Griechenland beschaftigt sich uberwiegend mit der Zuchtung von Schafen und Ziegen Die zwischenzeitlich neu gesteckten Ziele die Viehzucht zu erweitern fuhrten zu einem verstarkten Anbau von Gerste Mais und anderen Futterpflanzen Fur den Anbau von Obst und Gemuse ist der Boden Griechenlands geeignet so gedeihen Grapefruit Soja Avocado und auch Spargel Infolge der topographischen Verhaltnisse wurde lange Zeit auf den Einsatz von landwirtschaftlichen Maschinen verzichtet Dies anderte sich mit der Intensivierung der Landwirtschaft Dagegen steht immer noch die sehr kleine durchschnittliche Anbauflache pro Betrieb Aufgrund des maritimen Charakters des Landes wird dem Fischfang und der Fischzucht in Griechenland eine besondere Rolle zugewiesen 124 Der Beitrag des Agrarsektors am Export Griechenlands liegt bei 22 125 Seit der Wirtschaftskrise ist die Zahl der Landwirte innerhalb von zwei Jahren um 40 000 gestiegen die meisten Neubauern betreiben Bio Landwirtschaft oder spezialisieren sich beispielsweise auf die Schneckenzucht oder die Gewinnung von Truffeln 126 Industriesektor Bearbeiten Ein Aluminiumwerk in Bootien Der Sekundarsektor des Landes befand sich seit Mitte der 1990er Jahre in stetigem Wachstum Sein Anteil an der Wirtschaftsleistung Griechenlands betrug 2004 22 2 und 2017 noch 16 Der Industriesektor in Griechenland wird durch eine hohe Anzahl von kleinen und mittelstandischen Unternehmen gepragt Wichtigste Wirtschaftszweige sind die verarbeitende Industrie und die Bauindustrie Produziert werden traditionell Nahrungsmittel Textilprodukte Metallprodukte Erdol und Kohleprodukte Chemikalien Glas und Zement Maschinen und daruber hinaus in neuerer Zeit auch zunehmend Technologie und Telekommunikationsprodukte Der Industriesektor trug 2004 zu 59 125 zum Exportvolumen des Landes bei Abnehmerlander griechischer Industrieprodukte sind unter anderem Deutschland Italien Grossbritannien oder die Turkei Seit 2008 ist verbunden mit der allgemeinen wirtschaftlichen Rezession im Land die Wertschopfung im Industriesektor deutlich gesunken Stand 2015 127 Das verarbeitende Gewerbe nahm 2015 einen Anteil von 15 an der Wertschopfung ein 128 Dienstleistungssektor Bearbeiten Traditionell ist die Handelsschifffahrt Tourismus Santorin bekanntes Urlaubsziel Der Anteil im Dienstleistungssektor umfasste 2006 75 9 und 2017 80 der Wirtschaft mit 65 aller Beschaftigten Wichtige Branchen im Dienstleistungssektor sind der Tourismus der Handel der Schiffsverkehr sowie die Finanzdienstleistungen Wahrend der Handel die Tourismusindustrie sowie die Schifffahrtsunternehmen schon immer eine besondere Position in der griechischen Wirtschaft eingenommen haben entwickelten sich die Finanzdienstleistungen erst mit der Liberalisierung des Bankenwesens in Griechenland und spielen heute eine wichtige Rolle bei Investitionen sowohl in Griechenland als auch im sudostlichen Europa Die griechische Schifffahrt hat international einen sehr hohen Stellenwert und bedient mit 3 618 griechisch kontrollierten Schiffen uber 1000 Bruttoregistertonnen 18 6 125 des weltweiten Schiffsverkehrs Sie weist auch bei Konsumkrisen stabile Wachstumsraten auf griechische Reedereien haben eine der grossten Eignerflotten die zumeist jedoch auf Billigflaggen ausgeflaggt sind Der Tourismus hatte 2008 einen Anteil von 10 125 am Bruttoinlandsprodukt Seine Bedeutung hat zugenommen in den vergangenen Jahren stieg der Anteil auf 18 129 2014 war gemessen an der Zahl der Gaste ein starker Aufschwung im internationalen Tourismusgeschaft mit einer Zuwachsrate von 15 zu verzeichnen Hierzu haben auch die Kreuzfahrten beigetragen 130 Mit uber 24 Millionen Touristen stand Griechenland 2016 auf Platz 14 der meistbesuchten Lander der Welt Die Tourismuseinnahmen beliefen sich im selben Jahr auf 14 6 Mrd US Dollar 131 Energieversorgung Bearbeiten relative Beitrage zum Primarenergieverbrauch TPES in Griechenland 132 133 Energietrager 1973 1990 2000 2006 2007 2008 2009 2010E 2016 Mineralol 76 7 56 3 54 9 55 9 52 6 53 9 53 6 51 8 50 0Steinkohle 17 8 37 6 33 4 27 9 29 2 27 4 28 6 27 0 19 0Erdgas 0 6 6 3 9 1 11 1 11 5 10 1 11 8 15 2Biomasse amp Mull 3 8 4 2 3 7 3 4 3 9 3 4 3 3 3 8 6 1Wasserkraft 1 6 0 7 1 2 1 7 0 7 0 9 1 6 2 1 2 1Solarenergie 0 3 0 4 0 4 0 5 0 6 0 6 0 8 2 3Windenergie 0 1 0 5 0 5 0 6 0 7 0 7 1 3Geothermie 0 1 0 1 0 1 Stromhandel 0 3 1 2 1 2 1 6 1 3 1 9 3 32010E sind Schatzungen Windkraftanlagen in Griechenland Der Thissavros Stausee Bislang hangt die Energieversorgung Griechenlands stark an Erdol Kohle und Gasimporten aus Russland dem Iran und Saudi Arabien Erneuerbare Energien als Kernelement der Energiewende sind bisher kaum ausgeschopft Einer der Grunde ist die nicht funktionierende Fremdfinanzierung Erschwert wird dies noch dadurch dass die griechische Regierung nun uber zwei Jahre ruckwirkende Besteuerung von Vergutungseinnahmen beschlossen hat die viele Wind und Solarunternehmen zusatzlich in finanzielle Note bringt 134 Der Primarenergieverbrauch Griechenlands betrug 2010 gemass IEA schatzungsweise 27 Mtoe 314 TWh Davon wurden 9 2 Mtoe im Inland generiert was einem Anteil von 34 vom Gesamtverbrauch entspricht Der Rest wurde importiert Damit fallt Griechenlands Energiehandelsbilanz negativ aus Energieimport Hauptanteile des Energieimports entfielen 2010 mit uber 96 auf Mineralol Erdgas und Steinkohle 132 Aufgrund der Wirtschaftskrise ab 2009 sank der Energiebedarf zwischen 2006 und 2016 um 24 er betrug 2016 nach vorlaufigen Daten von 2017 etwa 22 9 Mtoe 133 Griechenlands Photovoltaikleistung wurde im Zeitraum von 2010 bis 2013 deutlich ausgebaut von 47 MW 2009 auf 2 579 MW 2013 135 Griechenland nahm 2012 weltweit den dritten Platz auf der Rangliste der pro Kopf installierten Photovoltaikleistung ein direkt hinter Deutschland und Italien Dieser Ausbau ging in allen drei Landern auf einen Einspeisetarif fur Photovoltaikanlagen zuruck 136 2014 bis 2018 fand fast kein weiterer Ausbau mehr statt Ende 2018 war die Gesamtleistung bei 2 665 MW angelangt 137 Photovoltaikanlagen lieferten 2018 8 2 138 und 2019 8 3 139 des erzeugten Stromes Die installierte Gesamtleistung der griechischen Windkraftwerke die Ende 2014 bei 1 98 GW lag 140 betrug Ende 2019 3 58 GW 141 und Ende 2020 uber 4 11 GW 142 Wind lieferte 2019 12 141 und 2020 15 142 des Strombedarfs des Landes Es gibt mehrere Wasserkraftwerke von denen das am Kremasta Stausee mit 437 MW das grosste ist Die Thissavros Talsperre dient als Pumpspeicherwerk und hat eine Leistung von 384 MW Wirtschaftsdaten Bearbeiten Veranderung des Bruttoinlandsprodukts BIP realin gegenuber dem VorjahrJahr 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019Veranderung 0 6 5 7 3 3 0 3 4 3 5 5 9 1 7 3 3 2 0 7 0 4 0 2 1 5 1 9 1 9Quelle Internetseiten von Eurostat 143 Entwicklung des BIP nominal absolut in Mrd Euro Jahr 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017BIP 199 218 233 242 238 226 207 191 180 178 176 174 177je Einwohner in Tsd Euro Jahr 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017BIP 18 1 19 8 21 1 21 8 21 4 20 3 18 6 17 3 16 5 16 3 16 3 16 2 16 6Quelle Internetseiten von Eurostat Tabelle Bruttoinlandsprodukt zu Marktpreisen 2011 2017 vorlaufig Entwicklung der Inflationsratein gegenuber dem VorjahrJahr 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015Inflationsrate 3 4 3 0 3 5 3 3 3 0 4 2 1 3 4 7 3 1 1 0 0 9 1 4 1 1Quelle Internetseiten von Eurostat Tabelle Harmonisierter Verbraucherpreisindex jahrliche Veranderungsrate des Jahresdurchschnitts Zuletzt abgerufen am 2 April 2016 Von 2013 bis 2015 war die Inflationsrate negativ deflationar 144 Offentliche Schulden Griechenlands verglichen mit der Eurozone Entwicklung des Aussenhandels GTAI 145 in Mrd Euro und seine Veranderung gegenuber dem Vorjahr in Prozent2014 2015 2016Mrd gg Vj Mrd gg Vj Mrd gg Vj Einfuhr 48 3 2 8 43 6 9 8 44 0 1 0Ausfuhr 27 1 0 6 25 9 4 5 25 4 1 8Saldo 21 2 17 7 18 6Haupthandelspartner 2016 Ausfuhr in nach Einfuhr in vonItalien Italien 11 2 Deutschland Deutschland 11 1Deutschland Deutschland 7 7 Italien Italien 8 8Zypern Republik Republik Zypern 6 4 China Volksrepublik Volksrepublik China 6 6Turkei Turkei 5 3 Russland Russland 6 4Bulgarien Bulgarien 5 2 Niederlande Niederlande 5 5Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 4 3 Irak Irak 5 3Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Konigreich 4 2 Frankreich Frankreich 4 4Vereinte Nationen sonstige Staaten 55 7 Vereinte Nationen sonstige Staaten 51 9Quelle GTAI 146 Staatshaushalt Bearbeiten 2013 verbuchte Griechenland rund 81 5 Milliarden Euro an Staatseinnahmen Dem gegenuber standen Staatsausgaben in Hohe von etwa 86 2 Milliarden Euro Das Staatsdefizit belief sich auf etwa 4 7 Milliarden Euro beziehungsweise 2 6 des BIP Der Schuldenstand des Staates belauft sich per Ende 2019 auf 180 92 des BIP 147 Infolge der internationalen Finanzkrise die 2007 ihren Ausgang genommen hat stieg die Verschuldung des griechischen offentlichen Haushalts massiv an Die damalige griechische Regierung gab umfangreiche Garantien fur die Banken und unterstutzte die Geldhauser mit neuem Eigenkapital Diese Rettungspakete machten die Bank Risiken zu Staatsrisiken dies fuhrte nach einer EZB Studie bei den Staatsanleihen zu hoheren Risikopramien 148 Ein allgemeines Problem in Griechenland wie auch in den meisten Staaten der EU ist die seit den 1980er Jahren aufgebaute verzweigte Klientelpolitik und Korruption laut Bonner Parlament angeheizt im Wesentlichen durch den Korruptions Wettbewerb aus Industriestaaten insbesondere franzosischer und deutscher Unternehmen 149 150 welche uber ihre Athener Lobbys die Ausgaben des Staates ungunstig beeinflussten der dadurch oftmals von Ineffizienz betroffen war bzw noch immer ist Aktuelle gesamtwirtschaftliche Entwicklung Bearbeiten Des Weiteren besteht in Griechenland eine unerwartet grosse Schattenwirtschaft Sie ist mit jahrlich 3900 Euro pro Kopf der Bevolkerung knapp uber dem EU Durchschnitt von 3700 Euro Deutschland 4400 Euro Schattenwirtschaft pro Kopf und Jahr 151 152 Die vorhandene Steuerhinterziehung ist verbreitet Wegen deren grossen Anzahl jedoch ein Drittel aller Erwerbstatigen in Griechenland sind selbstandig ist die Steuerhinterziehung pro Selbstandiger im EU Vergleich nur gering Andererseits ist die Zahl der Finanzbediensteten weit unter dem OECD Durchschnitt sodass deshalb nur eine geringe Kontrolle der Unternehmen moglich ist Griechenland verfugt EU weit uber die kleinste offentliche Verwaltung OECD 2011 153 2007 lagen die effektiven Steuern auf Einkommen aus Gewinnen und Vermogen in Griechenland bei 15 9 In Deutschland lag der Satz bei 24 4 den Hochstwert in der EU gab es zu dem Zeitpunkt im Vereinigten Konigreich mit 42 7 154 Ausserdem ist der Anteil der Militarausgaben am BIP mit ca 4 9 5 Milliarden Euro deutlich hoher als der anderer europaischer Staaten 155 Dagegen entsprechen 2009 die pro Kopf Militarausgaben Griechenlands mit 860 Euro dem Mittelwert in der EURO Zone Griechenland ist gemessen an der Gesamtverschuldung im Verhaltnis zum Bruttoinlandsprodukt das am hochsten verschuldete Mitgliedsland der Europaischen Union Jahr 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011Staatsverschuldung 101 7 97 4 98 6 100 0 106 1 107 4 112 9 129 7 148 3 170 3 Haushaltssaldo 4 8 5 6 7 5 5 2 5 7 6 5 9 8 15 7 10 9 9 6 Jahr 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021Staatsverschuldung 157 2 175 1 177 1 176 8 180 8 Haushaltssaldo 8 9 13 2 3 5 5 7 0 5 0 7 1 0 1 5 Quelle Eurostat Tabelle Offentlicher Bruttoschuldenstand 156 Eurostat Tabelle Defizit Uberschuss des Staates 157 Entwicklung seit 2009 Bearbeiten Hauptartikel Eurokrise und Griechische Staatsschuldenkrise Finanzierungssaldo des Staates in des Bruttoinlandsprodukts nach Ameco Daten 2009 und 2010 Bearbeiten Die Regierung Papandreou musste Ende November 2009 ein drohendes Staatsdefizit von 12 7 nach 7 7 2008 158 des Bruttoinlandsproduktes feststellen Daruber hinaus drohte im Haushaltsjahr 2010 ein Schuldenstand von 121 des Bruttoinlandsproduktes nach den EU Konvergenzkriterien sind maximal 60 erlaubt was allerdings unter dem Einfluss der Finanzkrise ab 2007 damals nur wenige Lander der EU schafften Bei Landern wie Griechenland kommt erschwerend hinzu dass die Wirtschaft hoch im Ausland verschuldet ist Per Saldo Vermogen abzuglich Schulden war die griechische Wirtschaft 2008 mit rund 76 des Bruttoinlandsprodukts im Ausland verschuldet nach Portugal mit 99 und Spanien mit 81 159 Der Vorsitzende des EU Finanzministerrates Anders Borg schatzte bereits zum Jahreswechsel 2009 2010 die Finanzlage in Griechenland als dramatisch ein 94 160 161 Am 3 Februar 2010 beschloss die EU Kommission den griechischen Haushalt unter EU Kontrolle zu stellen Die Regierung in Athen erhielt die Auflage alle zwei bis drei Monate in Brussel uber ihre Einsparungserfolge Bericht zu erstatten 162 Jean Paul Fitoussi Okonom und Wirtschaftsberater des franzosischen Staatsprasidenten verwies hingegen darauf dass Griechenland nur 3 der Eurozone ausmache 163 Nach einem Bericht der New York Times vom Februar 2010 164 haben US Banken wie Goldman Sachs und JP Morgan Griechenland in den letzten zehn Jahren dabei geholfen das Ausmass seiner Staatsverschuldung zu verschleiern So seien neu aufgenommene Kredite als Wahrungsgeschafte verbucht worden Im Gegenzug seien kunftig zu erwartende Einnahmen zum Beispiel aus Flughafengebuhren und Lotteriegewinnen abgetreten worden 165 Es stellte sich im Nachhinein heraus dass der Beitritt Griechenlands zur Eurozone 2001 auf der Basis geschonter Angaben der Regierung insbesondere unter Verschleierung des hohen Staatsdefizits erfolgt war 166 Am 11 April 2010 einigen sich die Finanzminister der Eurogruppe auf Einzelheiten eines dreijahrigen Hilfspaketes 167 Es soll im ersten Jahr ein Volumen von 45 Milliarden Euro haben zwei Drittel ubernehmen die Euromitglieder Der deutsche Beitrag fur 2010 wird von der Bundesregierung auf 8 4 Milliarden Euro beziffert Das Problem der griechischen Finanzkrise verscharfte sich im April 2010 wegen eines erheblichen Kursanstieges im Handel von Credit Default Swaps durch einen Massenaufkauf von mehreren Grossbanken 168 die als Versicherung gegen den Ausfall von griechischen Staatsanleihen dienen 169 Die Ratingagentur Standard amp Poor s bewertete die Bonitat Griechenlands mit BB B Moody s mit A3 und Fitch Ratings mit BBB Stand 27 April 2010 170 Am 14 Juni 2010 senkte auch Moody s das Rating fur griechische Staatsanleihen auf Ba1 und somit auf Ramschniveau 171 Nachdem die Zinsen fur zehnjahrige Staatsanleihen im April 2010 auf uber 8 5 angestiegen waren musste die griechische Regierung am 23 April 2010 vor dem Druck der Finanzmarkte kapitulieren und um auslandische Finanzhilfen mit dem Ziel ersuchen eine Insolvenz abzuwenden 172 In der Nacht zum 10 Mai 2010 einigten sich die EU und der IWF auf Kredite in Hohe von 110 Mrd Euro zur Stutzung der besonders betroffenen europaischen PIIGS Staaten zu denen auch Griechenland gezahlt wird Die Sinnhaftigkeit dieser Massnahmen wird unter Fachleuten kontrovers diskutiert 173 EZB und andere EU Staaten kauften ausserdem griechische Staatsschulden von Banken und Fonds im Umfang von rund 100 Milliarden Euro bis Juli 2011 auf 174 Massnahmen 2010 und die Entwicklung bis 2015 Bearbeiten Am 3 Marz 2010 wurde eine Erhohung der Mehrwertsteuer auf 21 beschlossen die am 15 Marz 2010 in Kraft gesetzt wurde 175 Gleichzeitig wurden alle Gehalter der offentlichen Angestellten gekurzt Dadurch sollen jahrlich 4 8 Milliarden Euro eingespart werden 176 Am 2 Mai 2010 beschloss die griechische Regierung ein mit IWF und EU ausgehandeltes Massnahmenpaket Bis 2013 sollen unter anderem durch Abbau von Verwaltungen und Gehaltssenkungen etwa 30 Milliarden Euro gekurzt werden 177 Tags danach starben bei gewaltsamen Protesten in der Athener Innenstadt 3 Menschen 178 Am 12 Mai 2010 erhalt Griechenland vom IWF die ersten 5 5 Milliarden Euro aus dem Rettungspaket 179 Die grossen Gewerkschaften kundigen einen weiteren Generalstreik an Am 1 Juli 2010 trat eine erneute Mehrwertsteuererhohung auf 23 in Kraft welche bis heute gilt 180 Insgesamt wurden mit der griechischen Austeritatspolitik die Staatsausgaben zunachst um zehn Prozent zuruckgefahren und das staatliche Haushaltsdefizit nahm bis August 2010 zunachst ab Im Gegenzug nahmen jedoch die Haushaltsdefizite bzw Insolvenzen im privaten Bereich wie auch die Anzahl der Arbeitslosen zu Die Investitionen das BIP und somit auch die darauf beruhenden Steuereinnahmen sind zuruckgegangen 181 Die Renditen und Risikoaufschlage auf griechische Staatsanleihen stiegen auf dem Finanzmarkt wieder an 182 erreichten je nach Anlage Ende 2010 Anfang 2011 wieder das Niveau der Krise im Mai und stiegen seitdem weiter an siehe Grafik Da unter anderem einerseits durch die hohe Arbeitslosigkeit die Staatseinnahmen gesunken sind zugleich der Staat erhohte Ausgaben zur Arbeitslosenabsicherung tatigen muss 183 steigt die Staatsverschuldung noch deutlicher an Am 7 Marz 2011 stufte die Ratingagentur Moody s die Bonitat Griechenlands weiter um drei Noten von Ba1 auf B1 zuruck 184 Am 30 Marz 2011 senkte auch Standard amp Poor s erneut die Bonitatsnote von BB auf BB 185 Am 20 Mai 2011 folgte die Senkung des Fitch Ratings von BB auf B 186 Das griechische Parlament stimmte auf Forderung von EU und IWF dem dritten Kurzungspaket der Regierung am 29 Juni 2011 zu Bis 2015 will die griechische Regierung damit weiter rund 78 Milliarden Euro Ausgaben kurzen bzw zusatzlich einnehmen rund 28 Milliarden Euro durch Leistungskurzungen und Steuererhohungen 50 Milliarden durch Privatisierungen und Verkauf staatlicher Immobilien 187 2010 und 2011 wurden Steuererhohungen und Ausgabenkurzungen im Volumen von 20 Prozent der Wirtschaftsleistung vorgenommen 188 189 Von 2009 bis 2013 wurden die Sozialleistungen um 26 Prozent gesenkt 112 Fitch kritisierte jedoch die Massnahmen der Europaischen Union EU sowie des Internationalen Wahrungsfonds IWF als unglaubwurdig und stufte am 13 Juli 2011 die Kreditwurdigkeit von B auf CCC ab 190 Die beiden anderen Ratingagenturen Standard amp Poor s CCC und Moody s Caa1 hatten schon im Vorfeld ihre Note auf ein vergleichbares Niveau reduziert Der absolute Tiefpunkt wurde am 22 Februar 2012 erreicht Das Emittentenausfallrating wurde auf C von CCC gesenkt worin die Einschatzung zum Ausdruck kommt dass ein Zahlungsausfall in naher Zukunft sehr wahrscheinlich ist teilte Fitch mit 191 Bis 2014 verbesserten sich die Bewertungen auf B S amp P und Fitch bzw Caa1 Moody s Schon im Vorfeld der Parlamentswahl im Januar 2015 wurde Griechenland allerdings wieder herabgestuft 192 bis am 29 Juni nach monatelangen Konflikten zwischen dem frisch gewahlten linkspopulistischen Ministerprasident Alexis Tsipras und den internationalen Geldgebern ein neues Negativum erreicht wurde S amp P CCC Moody s Caa2 Fitch CCC 193 194 Nach Verhandlungen um ein drittes Hilfspaket und angekundigten weiteren Sparmassnahmen wurde Griechenland wieder heraufgestuft 195 Im zweiten Quartal 2014 wuchs die griechische Wirtschaft erstmals seit 2008 wieder Dies lag vor allem am starken touristischen Sektor 196 Am 1 Juli 2015 fuhrte Ministerprasident Tsipras Kapitalverkehrskontrollen mit Limits zur Auslandsuberweisung und zum Abheben von Bargeld ein um Kapitalflucht zu verhindern 197 Am 3 Juli wurde Griechenland von der Europaischen Finanzstabilisierungsfazilitat EFSF nach Zahlungsausfallen fur insolvent erklart 198 Am 14 August stimmte das griechische Parlament einem dritten Hilfspaket mit einem Volumen von 84 Mrd Euro zu 199 Auslaufen der Kreditprogramme und weitere Entwicklung nach 2018 Bearbeiten Am 20 August 2018 lief das letzte der drei internationalen Hilfsprogramme fur Griechenland aus Die Staatsverschuldung war bei 180 des Bruttoinlandsprodukts jedoch noch immer sehr hoch 200 Im Januar 2019 gab Griechenland erstmals seit Ende der Hilfsprogramme wieder funfjahrige Staatsanleihen aus die mit einem Zinssatz von 3 6 auf dem niedrigsten Wert seit uber zwolf Jahren lagen im Marz erstmals seit 2010 wieder langfristige zehnjahrige 201 Nach der Wahl des konservativ liberalen Ministerprasidenten Kyriakos Mitsotakis lag der Indikator der wirtschaftlichen Einschatzung IFE im Juli 2019 trotz einer weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Situation mit geringen Wachstumsaussichten erstmals uber dem Durchschnittswert der 19 Euro Staaten und auf dem hochsten Stand seit 2008 Mitsotakis hatte angekundigt das Land innerhalb von 18 Monaten auf das Niveau eines investitionswurdigen Schuldners zu fuhren Ferner kundigte er Steuersenkungen und eine Verwaltungsreform an Die Rendite der zehnjahrigen Staatsanleihen fiel indes zum ersten Mal seit Einfuhrung des Euros auf unter 2 202 Am 26 August schaffte Mitsotakis die 2015 eingefuhrten Kapitalverkehrskontrollen wieder ab 197 Goldreserven Bearbeiten Griechenland verfugte im 3 Quartal 2020 uber 113 84 Tonnen Goldreserven 203 Bei einem Preis von 1516 Euro je Feinunze Stand 12 Januar 2021 204 entsprechen diese einem Wert von ca 5 553 Milliarden Euro Verkehr BearbeitenPersonenschifffahrt Bearbeiten Katamaran Schnellfahre bei Santorin Neben der traditionell grossen Bedeutung der Handelsschifffahrt fur die Wirtschaft Griechenlands kommt aufgrund der langen Kustenlinie und dem Inselreichtum auch der Personenschifffahrt eine besondere Bedeutung zu Aufgrund seiner Nahe zu Athen ist der wichtigste Hafen fur Inlandsverbindungen nach wie vor Piraus jedoch nimmt die Bedeutung des Hafens Rafina zu der auch uber Ausbaumoglichkeiten verfugt Fahrschiffe verkehren zu allen grosseren Inseln und von dort zu benachbarten kleineren Fur die Fernverbindungen nach Italien sind die Hafen Igoumenitsa fur den Westen und Norden des Landes sowie Patras auf dem Peloponnes fur den Suden des Landes von Bedeutung Im Bereich des Wassersports gelten aufgrund der EU Aussengrenze zwischen Griechenland und der Turkei besondere Rahmenbedingungen fur den Verkehr zwischen den Landergrenzen beider Staaten Werden Boote privat verwendet Tourismus um in das jeweils andere Land zu verkehren muss dort eine Einklarierung in einem Port of Entry erfolgen 205 Eine Besonderheit besteht fur Boote unter griechischer Flagge da diese nach Einklarierung in einem turkischen Hafen sowohl die maritime Infrastruktur des Landes wie auch das kustennahe Gebiet wieder verlassen mussen Auf der anderen Seite stehen einige Hafen Griechenlands zudem aufgrund der Problematik des Menschenschmuggels nach Italien unter besonderer behordlicher Beobachtung 206 Strassenverkehr Bearbeiten Karte mit eingezeichneter Infrastruktur Nationalstrassen sind in blau ausgeschildert und in der Schriftart Transport Autobahnen sind grun ausgeschildert und vornehmlich in der Schriftart DIN 1451 Der Autobahnbau in Griechenland wird uber Mautgebuhren finanziert einige wurden privat finanziert und werden erst nach einigen Jahrzehnten in Staatseigentum ubergehen Wahrend seit den 1960er Jahren vor allem die Nationalstrassen ausgebaut und teilweise neu gefuhrt wurden entschloss man sich ab den spaten 1980er Jahren aufgrund der fortschreitenden Motorisierung die griechischen Autobahnen auszubauen bis dahin waren nur einige Nationalstrassen als Autobahn ausgebaut ohne separat ausgeschildert zu werden Damals waren die offentlichen und genossenschaftlichen Verkehrsmittel mit ca 70 am Gesamtverkehr beteiligt Die Magistrale Korinth Athen Thessaloniki wurde sechsspurig ausgebaut und bei Athen mit der Spange Attiki Odos umfahren 2010 wurde die Egnatia Odos A2 fertig gestellt Gegenwartig entstehen die Luckenschliessung der Autobahn Patras Korinth Olympia Odos als PPP Projekt sowie die Ionia Odos A5 im Westen des Landes Die regionalen KTEL Genossenschaften betreiben ein Netz aus Fernverbindungen mit Uberlandbussen ebenso den Nahverkehr in kleinen Stadten und auf dem Land Eisenbahnverkehr Bearbeiten Proastiakos Triebwagen in Piraus Das Eisenbahnnetz der Griechischen Eisenbahngesellschaft OSE hat aufgrund der Topografie Gebirge und viele Inseln eine weitaus geringere Bedeutung als beispielsweise in Mitteleuropa Es besteht aus einem regelspurigen Hauptnetz einem meterspurigen Netz auf dem Peloponnes der Zahnradbahn von Diakopto nach Kalavrita mit einer Spurweite von 750 mm und der Pilionbahn mit einer Spurweite von 600 mm auf der in zwei Abschnitten Museumsbetrieb stattfindet Es ist in grossen Abschnitten eingleisig und in den vergangenen Jahrzehnten stark vernachlassigt worden In den 1990er Jahren wurde mit Modernisierungsarbeiten begonnen insbesondere auf der Bahnstrecke Piraus Thessaloniki unter anderem die Modernisierung des Bahnhofs Athen und 2004 wurde die Athener S Bahn Proastiakos eroffnet Dies fuhrte zu einem betrachtlichen Anstieg der Beforderungszahlen Auf der Strecke Athen Thessaloniki ist die Bahn mittlerweile das schnellste Landverkehrsmittel Das schmalspurige Netz auf dem Peloponnes befindet sich in einem schlechten Zustand und wird etappenweise durch ein regelspuriges mit neuer Trassenfuhrung ersetzt Der Anschluss von Athen bis Kiato ist fertiggestellt der Bau der Verlangerung nach Rododafni soll Ende 2016 abgeschlossen werden Die restlichen Teile sind derzeit ausser Betrieb Internationale Direktverbindungen bestanden bis zum Zeitpunkt ihrer allgemeinen Einstellung im Februar 2011 zwischen Thessaloniki und folgenden Stadten Belgrad Budapest Bukarest Istanbul Ljubljana Skopje Sofia Svilengrad und Zagreb Seit Mai 2014 wurden wieder die internationalen Direktverbindungen von Thessaloniki nach Sofia einerseits und andererseits via Skopje nach Belgrad dort Anschluss nach Budapest aufgenommen 207 Das nordwestliche Landesinnere ist nicht vom Eisenbahnnetz erschlossen Aktuell sind folgende Inlandstrecken in Betrieb Fernverkehr Athen Larisa Platy Thessaloniki Thessaloniki Serres Drama Alexandroupoli Volos Larisa Paleofarsalos Karditsa Trikala Kalambaka Athen Inoi Chalkida Thessaloniki Amyntaio Florina Olymbia Pyrgos Katakolo Nahverkehr Proastiakos S Bahn Athen Piraus Ano Liosia Flughafen Kiato S Bahn Thessaloniki Thessaloniki Larisa Vorortbahn Patras Agios Vasileios Patras Agios Andreas Metro Athen Piraus Kifisia Agios Antonios Agios Dimitrios Egaleo Flughafen Strassenbahn Athen Syntagma Stadio Irinis amp Filias Syntagma Kolymvitirio Stadio Irinis amp Filias Kolymvitirio Museumsbetrieb Anavros Agria Ano Lechonia Milies siehe PilionbahnLuftverkehr Bearbeiten Ein Airbus A320 von Aegean Airlines Von den etwa 40 griechischen zivilen Flughafen bieten etwa 15 internationale Flugverbindungen an Grosster und wichtigster Flughafen ist der Flughafen Athen Eleftherios Venizelos Neben dem Flughafen Thessaloniki Makedonia haben die vor allem dem Tourismus dienenden Flughafen Iraklio Rhodos Kos Korfu Chania und Flughafen Zakynthos erhebliche Bedeutung Die griechischen Fluggesellschaften Olympic Air und Aegean Airlines sowie zahlreiche auslandische Fluggesellschaften bedienen von Athen und Thessaloniki aus ein dichtes Netz an Verbindungen innerhalb Griechenlands und fliegen daruber hinaus zahlreiche europaische Metropolen wie beispielsweise London Madrid Paris Rom und Wien an Siehe auch Liste der Flughafen und Flugplatze in GriechenlandGesundheitswesen und Katastrophenschutz BearbeitenIm griechischen Gesundheitssystem geniessen ahnlich wie in Grossbritannien alle griechischen und auslandischen Burger die in Griechenland tatig sind einen staatlichen Versicherungsschutz Der Arzt kann wahlen zwischen dem Dienst im offentlichen Bereich oder einer Privatpraxis beide Varianten zusammen sind nicht moglich Die Versorgung kann in zwei Kategorien eingeteilt werden Die primare Versorgung der staatlichen Versicherung wobei hier ungleiche Verhaltnisse bei den arztlichen Dienstleistungen in Stadten stadtischen Randgebieten und landlichen Bezirken bestehen In den stadtischen Zentren ist die primare staatliche arztliche Versorgung deutlich besser als auf dem Land weil es gut organisierte Arztehauser gibt die von den Versicherten aller Bereiche zwecks ihrer Behandlung aufgesucht werden Die sekundare private Versorgung wie man sie gewohnlich in Privatpraxen sowie den Hauptstadten der Regierungsbezirke und in den Stadten der grosseren Inseln findet Die von zahlreichen Touristen in Anspruch genommene arztliche Versorgung der Inseln wird hauptsachlich von einzelnen frei praktizierenden Arzten von privaten Gesundheitszentren mit meist sehr guter Facharztausstattung sowie von Landarzten wahrgenommen Teilweise ist sogar in Notfallen kein Vorzeigen des personlichen Krankenheftes notwendig wenn der Patient nicht stationar behandelt wird Dies gilt fur alle Personen die sich in Griechenland aufhalten Aufgrund der Sparmassnahmen sind die Griechen nach zwei Jahren Arbeitslosigkeit ohne Krankenversicherung Neben der staatlich organisierten Feuerwehr gibt es die Vereinigung der Volontare ESEPA vergleichbar mit der Freiwilligen Feuerwehr in Deutschland Die geringe Bevolkerungsdichte und die vielen Inseln wirken sich fatal bei Waldbranden im Sommer aus die oft mit grob fahrlassigem Abflammen der abgeernteten Felder begunstigt durch die heissen Wustenwinde aus der Sahelzone ausgelost werden Die griechischen Luftstreitkrafte verfugen uber die grosste Flotte von Feuerloschflugzeugen in der Europaischen Union Kultur und Gesellschaft BearbeitenSprache Bearbeiten Die griechische Sprache hat ein eigenes Alphabet welches dem lateinischen und dem kyrillischen Alphabet als Vorbild diente Die griechische Sprache ist die alteste heute gesprochene Sprache die durch eine Schrift zunachst die Silbenschrift Linear B und spater das vollstandige Alphabet aufgezeichnet wurde 208 Die neugriechische Sprache ist mit Abstand die wichtigste gesprochene Sprache in Griechenland und wird in der Version der Dimotiki gesprochen und gelehrt Von Bedeutung ist ferner das Altgriechische welches Pflichtfach an Schulen ist und in einer jungeren Form der Koine noch im Gottesdienst der griechisch orthodoxen Kirche benutzt wird Regional werden von Minderheiten Turkisch oder slawische Dialekte gesprochen Englisch und Franzosisch sind die beliebtesten Fremdsprachen seit 2004 ist Griechenland auch Mitglied der Frankophonie Seit den 1990er Jahren ist Griechenland ein beliebtes Emigrationsziel und somit sind auch Sprecher weiterer Sprachen zahlreich vorhanden wie Albanisch Bulgarisch oder Russisch Literatur Bearbeiten Hauptartikel Griechische Literatur Musik Bearbeiten Hauptartikel Musik Griechenlands Film Bearbeiten Zwischen 1955 und 1970 hatte Griechenland die hochste Filmproduktion weltweit gemessen an der Einwohnerzahl diese lag im Durchschnitt bei uber 100 im Jahr Die wichtigste Filmgesellschaft war Finos Film deren Komodien und Tragodien dokumentieren auf heitere Weise ein Leben in Armut und erinnern an den italienischen Film jener Zeit Bis heute haben diese Filme ein grosses Ansehen und werden im Fernsehen meist im Vorabendprogramm gezeigt Die ersten zwei Filme die internationales Aufsehen erregten waren 1955 Stella unter der Regie von Michael Cacoyannis und 1956 The Ogre of Athens unter der Regie von Nikos Koundouros Ab den 1960er Jahren entstanden zunehmend Produktionen des Neue Griechischen Films einer experimentellen Richtung Nach dem Zusammenbruch der Junta Diktatur 1974 bluhte das Neue Griechische Kino auf Viele dieser Richtung zugehorige Filme wurden bereits ganz oder teilweise wahrend der Diktatur illegal gedreht es waren zumeist politische Filme die ins Ausland geschmuggelt wurden wie beispielsweise der 1973 entstandene Film Megara von Maniatis und Tsemperopoulos der als Thema den Widerstand der Bauern in Megara gegen die Enteignung ihres Landes durch einen Grossbankier verdeutlicht Weitere wichtige Filme des Neuen Griechischen Kinos sind der 1974 gedrehte Aus unwichtigem Anlass sowie 1975 Die Wanderschauspieler von Theo Angelopoulos Letzterer ist zudem der erste Film des Neuen Griechischen Films der ein kommerzieller Erfolg wurde 209 Der 1964 gedrehte Film Alexis Sorbas spielte eine wichtige Rolle in der Rezeption des Landes in den 1960er Jahren Politische Bedeutung hatte der griechisch franzosische Film Z von Constantin Costa Gavras 1969 der die Junta kritisierte Ebenfalls franzosisch inspiriert ist das Werk des Regisseurs Theodoros Angelopoulos Die Thematik der griechischen Diaspora thematisierten in einigen Filmen der Regisseur George Pan Cosmatos der Schauspieler Telly Savalas aber vor allem die Regisseurin Nia Vardalos My Big Fat Greek Wedding Als bedeutendster griechischer Filmkunstler des 21 Jahrhunderts gilt Giorgos Lanthimos Das Internationale Filmfestival Thessaloniki findet seit 1960 statt und ist das bedeutendste des Landes Verbande der Regisseure und Kinofachleute organisierten 1977 aus Protest gegenuber einer Reihe von Veranderungen die das zustandige Ministerium vornahm wie beispielsweise die Auswahlkriterien fur das Kritikerkomitee ein Gegenfestival Dieses unabhangige Festival konnte sich jedoch auf Dauer nicht durchsetzen Kuche Bearbeiten Hauptartikel Griechische Kuche Kunst Bearbeiten Venus von Milo Als Griechische Kunst wird vornehmlich die Bildhauerei der Antike verstanden mitunter auch die Vasenmalerei Kunstwerke wie der fruhklassische Wagenlenker von Delphi die Nike von Samothrake nochmehr aber die hellenistischen Venus von Milo Laokoon Gruppe und die Gruppe von Aphrodite Pan und Eros haben archetypischen Symbolcharakter erlangt Die antike Kunst wurde durch die Byzantinische abgelost aus der sakralen Kunst der Kretischen Schule stammte der Maler El Greco 1541 1614 Das 19 Jahrhundert ist durch akademische Kunst gepragt und steht in Wechselwirkung zur Munchner Schule Beruhmte griechische Bildhauer des 20 Jahrhunderts sind u a Jannis Kounellis Joannis Avramidis Aris Kalaizis und Christos Kapralos Auf der Insel Andros haben zahlreiche griechische Kunstler ihre Ateliers besonders der Sommer auf der ist durch zahlreiche Ausstellungen gekennzeichnet Kunstmazene sind haufig Reeder wie fruher Stavros Niarchos oder heute George Economou Der Kunstsammler Dakis Joannou und seine Stiftung DESTE gelten als wichtigste Forderer des Werks von Jeff Koons George Costakis hatte unter schwierigen Umstanden eine grosse Sammlung des russischen Konstruktivismus angelegt Iris Clert Teriade und Christian Zervos forderten die Pariser Kunstszene Architektur Bearbeiten Hauptartikel Griechische Architektur Das Erechtheion auf der Akropolis In Griechenland finden sich viele Zeugnisse klassischer Architektur Gebaude wie der Parthenon oder das Theater von Epidauros geben einen guten Eindruck von der Qualitat antiken Bauens Diese wurden zum Vorbild des Klassizismus im 19 Jahrhundert der in Griechenland von grosser Bedeutung war Architekten wie Theophil Hansen oder Ernst Ziller pragten die Stadte mit grossen offentlichen Bauten allem voran die Architektur Athens Ausnahme ist der Bau der Athener Augenklinik von Theophil Hansen der einer byzantinischen Formensprache folgt und damit den Auftakt fur deren teilweise Wiederbelebung bildete Vor allem Thessaloniki der Athos und andere Kloster die Peloponnes Mystras aber auch Athen und Umgebung z B Kloster Dafni Kapnikarea Kirche in Athen liefern zahlreiche herausragende Beispiele der mittelalterlichen griechischen Bautradition Hauptstrasse in Sinarades auf Korfu Die griechische Moderne gilt als eine der fruhesten in Europa Als Patroklos Karantinos Schuler Auguste Perrets den CIAM Kongress 1933 in Athen organisierte konnte Griechenland uber eine bedeutende Anzahl an Zeugnissen der funktionalistischen Moderne aufweisen Die hier verabschiedete Charta von Athen wurde zum Fanal der Moderne In den spaten 1930er Jahren gibt es auch restaurative Tendenzen z B Bau der Bank von Griechenland und das Kronprinzenpalais die jedoch keine Vorbildfunktion entwickeln Blick uber Athen aufs Meer Wahrend Walter Gropius Bau der amerikanischen Botschaft und Eero Saarinens Westterminal des alten Athener Flughafens subtil auf Proportionen der Antike zuruckgreifen so stehen die Hotelbauten wie das Hilton in Athen von Spyros Staikos 1963 und das Porto Carras auf der Halbinsel Chalkidiki von Walter Gropius posthum 1973 fertiggestellt eindeutig unter dem Einfluss des International Style Eine Ausnahme sind die zahlreichen touristische Bauten des staatlichen Bauprogramms Xenia der 1960er Jahre unter der Federfuhrung des griechischen Architekten Aris Konstantinidis Diese modernen Bauten sind in der Landschaft eingebettet und kombinieren das industrialisierte Bauen mit lokalem Baumaterialien und traditionen Sie gelten als fruhes Beispiel des kritischen Regionalismus Einen stadtebaulichen Impuls in Athen und Attika brachten die Olympischen Spiele 2004 allem voran die Sportstatten und Brucken des Architekten Santiago Calatrava Die Architektur der Kykladen ist durch kubische Formen gepragt deren blau weisse verschachtelte Wohnhauser und Kirchen zum Markenzeichen Griechenlands wurden Regional von Bedeutung sind ferner frankisch spatbyzantinisch oder osmanisch gepragte Altstadte Die Ionischen Inseln sind venezianisch gepragt auf Kreta stellt das Kamara Haus eine traditionelle Bauform dar Bedeutende gotische Bauten finden sich nur auf dem Dodekanes allem voran die Altstadt von Rhodos Sport Bearbeiten Unter dem Kontext der Olympischen Spiele der Antike hat die olympische Bewegung von Anfang an in Griechenland viele Anhanger gefunden so dass Athen 1896 erster Austragungsort wurde zehn Jahre spater folgten die Olympischen Zwischenspiele als Jubilaumsveranstaltung Seit 1936 wird die olympische Flamme in Olympia entzundet und in einem Fackellauf zum Austragungsort gebracht 2004 wurden zum dritten Mal Olympische Sommerspiele in Athen ausgetragen Neben dem Marathonlauf der im 19 Jahrhundert gemass der Marathonlegende auf den Boten Pheidippides zuruckgeht und viele Marathonlaufe initiierte gibt es auch den weitaus weniger bekannten Spartathlon der auch auf einen antiken Lauf von Pheidippides zuruckgeht Dieser findet seit 1983 regelmassig statt und wird auf den 245 3 Kilometern von Athen nach Sparta abgehalten 210 Beliebte Publikumssportarten in Griechenland sind Basketball und Fussball Zweiterer hat seine Rolle durch den Gewinn der EM 2004 gestarkt Weitere beliebte Sportarten sind Volleyball und Wasserball Im Motorsport gehort die Akropolis Rallye zum jahrlichen WM Kalender der Rallye Weltmeisterschaft Da Griechenland ein Gebirgsland ist gibt es auch Wintersport Es gibt 24 Skigebiete in Griechenland die insgesamt 197 Pistenkilometer aufweisen und von 122 Skiliften erschlossen sind Eisbahnen hingegen gibt es nur durch nur private Finanzierungen und haben ausnahmslos keine olympische Grosse auf diesen wird Eiskunstlauf und Eishockey ausgeubt Das Stadion des Friedens und der Freundschaft in Piraus wurde fur die Mischnutzung auch mit Eisflache konzipiert diese Funktion wurde jedoch seit 1991 nicht mehr genutzt Feiertage Bearbeiten Datum Deutsche Bezeichnung Griechischer Name Anmerkung1 Januar Neujahrstag Prwtoxronia Protochronia6 Januar Drei Konige 8eofaneia Theofania Erscheinung des Herrn Fwta oder twn Fwtwn Fota ton Foton Lichterfest Beweglicher Feiertag Fastnachtsdatum Rosenmontag Ka8ara Deytera Kathara Deftera Reiner Montag Entspricht dem katholischen Aschermittwoch Beginn der Fastenzeit25 Marz Nationalfeiertag Eyaggelismoy Evangelismou Maria Verkundigung Unabhangigkeitstag 1821 Beginn der Griechischen Revolution Beweglicher Feiertag Freitag vor dem orthodoxen Ostersonntag Karfreitag Megalh Paraskeyh Megali Paraskevi Grosser Freitag Beweglicher Feiertag Orthodoxes Osterdatum Ostersonntag Pasxa Pas cha Hochster kirchlicher Feiertag im JahreskreisBeweglicher Feiertag Montag nach dem orthodoxen Ostersonntag Ostermontag Deytera toy Pasxa Deftera tou Pas cha1 Mai Tag der Arbeit Prwtomagia Protomagia Erster Mai 15 August Maria Himmelfahrt Koimhsh ths 8eotokoy Kimisi tis Theotokou Entschlafung der Gottesmutter 28 Oktober Nationalfeiertag Epeteios toy Oxi Epetios tou Ochi Ochi Tag Jahrestag des Nein Nationalfeiertag 1940 siehe oxi Tag25 Dezember 1 Weihnachtstag Xristoygenna Christougenna Christi Geburt 26 Dezember 2 Weihnachtstag Syna3is 8eotokoy Synaxis Theotokou Versammlung zu Ehren der Gottesmutter Adel Bearbeiten Laut Artikel 4 Absatz 7 der griechischen Verfassung werden griechischen Staatsburgern Adelstitel oder Rangbezeichnungen weder verliehen noch anerkannt Jedoch werden Adelstitel im Zusammenhang mit historischen Personen und Personen aus dem Ausland weiterhin genannt Massenmedien Bearbeiten Im Jahr 2019 nutzten 76 Prozent der Einwohner Griechenlands das Internet 211 Bereits 2004 erzielten Zeitschriften brutto erstmals hohere Werbeeinnahmen als Fernsehsender inzwischen sind es rund 42 Prozent aller Werbeetats 978 Millionen Euro deutlich mehr als TV und Zeitungen Die hoch verschuldete Verlagsbranche wird von auslandischen Investoren konsolidiert Bildung und Wissenschaft BearbeitenBildungswesen Bearbeiten Das griechische Bildungssystem untergliedert sich grob wie vergleichbare Bildungssysteme in europaischen und nordamerikanischen Staaten in Vorschul Schul Berufs und Hochschulbildung 2015 betrug die Alphabetisierungsrate in Griechenland 97 3 Im PISA Ranking von 2015 erreichen griechische Schuler Platz 44 von 72 Landern in Mathematik Platz 44 in Naturwissenschaften und Platz 41 beim Leseverstandnis Griechenlands Werte gehoren damit zu den schlechtesten unter den OECD Staaten 212 Vorschulbildung Bearbeiten In Griechenland stehen fur die Vorschulbildung Alter bis 6 Jahre Kindergarten und Horte zur Verfugung 1991 besuchten 135 014 Kinder 5 529 Horte und 8 377 Kindergarten 213 2001 besuchten 143 401 Kinder 5 715 Horte und 11 461 Kindergarten 213 Ein Besuch dieser Einrichtungen ist freiwillig Schulbildung Bearbeiten Artikel 16 Absatz 3 der griechischen Verfassung von 1975 legt eine neunjahrige Schulpflicht beginnend mit dem funften Lebensjahr fest 214 Die Schulausbildung muss kostenlos sein 214 Wahrend der griechischen Militardiktatur von 1967 bis 1974 hielt die Junta Regierung eine sechsjahrige Schulpflicht fur ausreichend 215 Das gegenwartige griechische Schulsystem unterscheidet drei Formen von Schulen das Dimotiko Scholio Klassen 1 6 das Gymnasio Klassen 7 9 und das Lykio Klassen 10 12 216 Im Gegensatz zum deutschen Schulsystem existieren keine parallelen Schulformen alle Kinder besuchen die gleiche Schulform 215 Das Dimotiko Scholio kurz Dimotiko umfasst die Klassen 1 bis 6 fur die sechs bis zwolfjahrigen Kinder Das Dimotiko entspricht im Vergleich zum deutschen Schulsystem der Primarstufe plus der ersten beiden Jahre der Sekundarstufe I 215 Dem Dimotiko folgt fur alle Schuler das Gymnasio 215 eine dreijahrige Schulform Klassen 7 9 die fur alle Kinder entsprechend der neunjahrigen Schulpflicht obligatorisch ist 215 Das griechische Bildungssystem fasst Dimotiko und Gymnasio als Grundausbildung zusammen 1991 gab es 7 526 Schulen der Grundausbildung Dimotiko und Gymnasio mit 784 707 Schulern und 42 991 Lehrern 213 2001 gab es 5 753 Schulen mit 639 865 Schulern und 58 376 Lehrern 213 Nach Abschluss des Gymnasio mit der neunten Klasse kann die Schullaufbahn freiwillig fortgesetzt werden die nachfolgende Schule ist das Lykio welches uber drei Jahre lauft Klassen 10 12 215 Das Lykio entspricht der Sekundarstufe II bzw der gymnasialen Oberstufe des deutschen Schulsystems Die zeitweilig seit den 1980er Jahren vorhandenen technischen Ausrichtungen des Lykio sind 1998 wieder abgeschafft worden das Lykio ist seitdem wieder eine einheitliche Schulform 213 In der dritten Klasse des Lykio wahlen die Schuler einen von funf Wahlpflichtbereichen aus der mehrere Facher beinhaltet 217 Die Wahlpflichtfachkombinationen fuhren dabei jeweils zu unterschiedlichen Hochschulausbildungen der erste zu einer Technischen Hochschule und oder Universitat der zweite zu einer Medizinischen Hochschule bzw Fakultat der dritte zu einer philosophischen oder juristischen Hochschulbildung der vierte zur sozialwissenschaftlichen Hochschulausbildung und der funfte fuhrt zu einer technischen Hochschule entsprechend deutscher Fachhochschule 217 1991 besuchten 870 235 Schuler 3 604 Schulen des Typs Lykio 2001 besuchten 693 323 Schuler 3 968 Schulen des Typs Lykio 213 Hochschulbildung Bearbeiten Blick auf den Zografou Campus der Nationalen Technischen Universitat Athens Griechenland verfugt uber Universitaten Panepistimio und Technische Hochschulen TEI am ehesten mit einer deutschen Fachhochschule vergleichbar Die Hochschulen sind dabei ausnahmslos in staatlicher Hand unter Verwaltung des Bildungsministeriums in Athen Private Universitaten sind nach Artikel 16 Absatz 8 der griechischen Verfassung von 1975 verboten 218 Die Ausbildung an einer griechischen Hochschule ist kostenfrei Bedurftige haben Anspruch auf staatliche Unterstutzung 214 Der Zugang zur Hochschulbildung ist ausschliesslich uber eine griechenlandweit abgehaltene zentrale Eingangsprufung moglich 219 Voraussetzung fur die Teilnahme an dieser Prufung ist der erfolgreiche Abschluss der Sekundarstufe II des griechischen Primarbildungssystems des Lykion Lyzeum 220 Diese jahrlich im spaten Fruhjahr und Anfang des Sommers stattfindende zentrale Zulassungsprufung ist jedes Jahr dominierendes Thema in der griechischen Offentlichkeit einschliesslich Politik und Massenmedien 219 Die Veroffentlichung von Listen der Zugelassenen pro Studiengang und Ort in uberregionalen Tageszeitungen ist die Regel Sondersendungen im Radio und Fernsehen ebenfalls In weiten Teilen der griechischen Gesellschaft gilt die Zukunft des Kindes als ungesichert wenn nicht sogar ruiniert wenn die Eingangsprufung zur Hochschulbildung nicht bestanden wird 221 Lediglich 18 der Pruflinge bestehen die Universitatseingangsprufung bezieht man die Pruflinge ein die einen Platz fur einen dreijahrigen Studiengang an einer technischen Hochschule TEI erhalten steigt der Anteil der erfolgreichen Absolventen auf ca 35 222 Die Anzahl der Studienplatze pro Studiengang und Ort wird vom griechischen Bildungsministerium fur alle Hochschulen in Griechenland festgelegt 223 Die hieraus resultierenden Prufungsanforderungen werden somit mittelbar oder unmittelbar ebenfalls vom Bildungsministerium griechenlandweit festgelegt 223 Analog dem deutschen ZVS Zulassungsverfahren in seiner bundesweiten Ausfuhrung werden ausschliesslich nach Prufungsergebnis Studiengang und Studienort festgelegt 223 In den 1980er Jahren wurden die Anforderungen der Prufungen vermindert beispielsweise wurde auch die Bedingung des erfolgreichen Bestehens des Lyzeums abgeschafft 220 Diese Abschaffung erfolgte in der Absicht die Zugangschancen zur Hochschulbildung zu verbessern 220 Folge dieser Massnahme war dass Ende der 1980er Jahre lediglich 50 der Prufungskandidaten erfolgreich das Lyzeum Sekundarstufe II abgeschlossen hatten und damit der Stellenwert der griechischen Sekundarstufe II weiter gesenkt wurde 220 Die regionale Verteilung der Hochschuleinrichtungen ist inhomogen und entspricht annahernd der Bevolkerungsdichte Der Ballungsraum Athen Piraus verfugt uber acht universitare Einrichtungen und zwei technische Hochschulen TEI 224 Jede weitere Verwaltungsregion Griechenlands hat eine universitare Einrichtung Der Ballungsraum Thessaloniki und Zentralmakedonien verfugen uber zwei Universitaten darunter die grosste in Griechenland Aristoteles Universitat Thessaloniki Kreta hat mehrere universitare Einrichtungen die Universitat Kreta und die Technische Universitat Kreta Die Verwaltungsregion Peloponnes hat keine Universitat fur die Studenten auf der Peloponnes ist Patras die nachstgelegene universitare Bildungseinrichtung Die TEI sind mit einer Einrichtung pro Verwaltungsregion vertreten im Gegensatz zu den Universitaten ist die Standortverteilung durch Filialenbildung in der Flache besser 224 In einem Einzelfall wurde die Auslagerung von Fakultaten und Instituten auch auf universitarem Niveau betrieben die padagogische Fakultat der Aristoteles Universitat Thessaloniki ist in Teilen nach Florina ausgelagert 224 Im Ballungsraum Athen Piraus ist das Universitatssystem in unterschiedliche Schwerpunktuniversitaten differenziert Nationale und Technische Universitat Panteion Universitat fur Soziale und Politische Wissenschaften Harokopio Universitat fur Nationale Wirtschaft sind Beispiele hierfur 224 In anderen Regionen Griechenlands fehlt diese Differenzierung 224 2005 verfugte Griechenland uber insgesamt 21 universitare Hochschulen mit 171 967 Studenten und 11 575 Personen im Lehrpersonal ohne weitere Aufschlusselung 213 1991 waren 115 464 Studenten und 9 124 Personen im Lehrpersonal an universitaren Bildungseinrichtungen tatig 213 75 Einrichtungen konnten 2005 den TEI zugerechnet werden sie hatten 147 715 Studenten und 12 021 Lehrkrafte ohne Differenzierung 213 1991 gab es 77 Einrichtungen der TEI mit 55 559 Studenten und 5 693 Lehrkraften ohne weitere Differenzierung 213 Die Studierendenzahlen sind in etwa analog der Bevolkerungsdichte verteilt In Athen einschl Piraus studierten 1991 1992 uber 54 000 Studenten an acht Universitaten und uber 30 000 Studenten an TEI Fachhochschulen 225 In Thessaloniki inkl des TEI in Serres studierten uber 53 000 Studenten an zwei Universitaten und knapp 16 000 Studenten an TEI 225 Im Vergleich hierzu studierten beispielsweise nur knapp 7 900 Studenten an einer Universitat in Westgriechenland Patras ca 5 800 Studenten an einer Universitat in Epirus Ioannina und etwas mehr als 5 000 Studenten an der Universitat fur Ostmakedonien Thrakien in Alexandroupolis 225 Die Universitat der Ionischen Inseln hatte 1991 1992 lediglich 419 Studenten die Universitat in Thessalien Larisa 705 Studenten 225 Die Gesamtzahl der an Universitaten studierenden Personen in Griechenland betrug fur den gleichen Zeitraum 117 980 an TEI studierten 79 974 Personen 225 2001 studierten an den Universitaten 148 772 Menschen an den TEI 87 797 Menschen 63 000 Menschen studierten im Ausland 226 Die TEI wurden erst Anfang der 1980er Jahre per Gesetz 1404 1983 unter der Regierung Andreas Papandreou eingefuhrt 227 Die zuvor bestehenden technischen Bildungseinrichtungen KATEE wurden durch die TEI abgelost 227 Die KATEE als Bildungseinrichtungen mit nur bedingtem Hochschulcharakter fanden in der griechischen Bevolkerung mit ihrer Bevorzugung einer universitaren Hochschulbildung keine Akzeptanz 228 Die Einfuhrung der TEI hatte bezogen auf die zukunftigen Arbeitsmarktchancen ihrer Absolventen nicht die erhoffte oder beobachtete Wirkungen wie beispielsweise die Einfuhrung der Fachhochschulen in der Bundesrepublik Deutschland 229 in Griechenland stieg die Arbeitslosenquote der Hochschulabsolventen in den 1980er Jahren an 229 Das Missverhaltnis zwischen Angebot von Studienplatzen und der erheblich hoheren Nachfrage wird von okonomischer Seite auf die Bestimmungen des Artikel 16 der griechischen Verfassung zuruckgefuhrt welcher eine kostenlose Universitatsbildung und ein Verbot privater Hochschulen vorschreibt 230 Nach Psacharopoulos fuhre die Verstaatlichung des Bildungssystems zu einem Mangel an Wettbewerb 231 Ausserdem mussen die kostenlosen Studiumsleistungen im Rahmen der Volkswirtschaft erwirtschaftet werden 231 Der gleiche Kritiker weist aber auch darauf hin dass Griechenland nur die Halfte an Finanzmitteln pro Studierenden im Vergleich zum OECD Durchschnitt ausgibt in kaufkraftkonstanten Preisen bemessen 231 Diese relative Unterfinanzierung besteht auch im Vergleich zum Durchschnitt der EU Staaten 231 Nach einer OECD Statistik von 2001 wendet Griechenland pro Student 4 157 USD auf zum Vergleich Schweden 13 224 USD Niederlande 10 757 USD Deutschland 9 481 USD EU Durchschnitt 9 063 USD 231 Bemerkenswert ist die Arbeitslosigkeit bei Menschen mit Hochschulbildung unter 24 Jahren nach Daten von Eurostat 2000 28 8 in Griechenland gegenuber 12 8 im EU Durchschnitt 232 Hierbei ist allerdings nicht eindeutig geklart ob diese Personen das Studium abgeschlossen haben und ob die staatliche Planung der Studienplatze und Studiengange dafur verantwortlich ist Ein Hinweis auf eine Fehlplanung ergibt sich am Beispiel des Studiengangs Informatik 2001 richtete das Bildungsministerium 125 Studienplatze in diesem Studiengang bei 20 824 Bewerbern ein 232 Indikativ fur eine Fehlsteuerung durch die hochrestriktive Vergabe von Studienplatzen und Studienorten ist dabei die Beobachtung dass lediglich 15 der Studenten im Studiengang Informatik dies auch studieren wollten 232 Auffallend ist auch dass Griechenland gemessen an seiner Bevolkerung den hochsten Anteil an Studierenden im Ausland hat 5 257 im Ausland Studierende pro eine Million Einwohner gibt es in Griechenland zum Vergleich Deutschland 637 Japan 499 Indien 47 Malaysia 1777 Frankreich 827 Daten nach OECD 2002 233 Dabei wird als besonders negativ gewertet dass viele der im Ausland Studierenden nicht nach Griechenland zuruckkehren wenn sie ihr Studium erfolgreich abgeschlossen haben 234 Wissenschaft Bearbeiten Die Akademie von Athen ist die zentrale wissenschaftliche Einrichtung in Griechenland Neben den grossen Universitaten entstanden 1958 die National Hellenic Research Foundation und ein Jahr spater das NCSR Demokritos das bis vor 10 Jahren einen Forschungsreaktor betrieb Es forscht auf vielen naturwissenschaftlichen Gebieten musste aber im Laufe der Krise sich thematisch weitgehend einschranken weil sein Jahresetat von ursprunglich 25 auf nunmehr 12 Mio gekurzt wurde Weitere bedeutende Forschungseinrichtung des Landes sind die 1983 gegrundete Foundation for Research amp Technology Hellas und das CERTH The Centre for Research amp Technology Hellas mit Sitz in Thessaloniki Mit einem Anteil von 4 4 haben Arbeitnehmer in Forschung und Wissenschaft einen relativ geringen Anteil an den Arbeitnehmern wenngleich die Zahlen um 3 7 jahrlich ansteigen 2001 2007 Die Akademikerarbeitslosigkeit ist mit 5 7 jedoch hoch OECD Durchschnitt 3 2 Gemessen an der Bevolkerungszahl wird relativ viel wissenschaftlich publiziert insgesamt 0 6 der weltweiten Publikationen Innovationen sind haufig mit auslandischen Partnern 14 der Unternehmen haben auslandische Partner 28 5 der Patente erwahnen auslandische Miterfinder Die Wirtschaftskrise hat die Regierung zu zahlreichen Programmen der Forderung der Wissenschaft motiviert besonders unkonventionelle Ansatze werden starker gefordert als zuvor 235 Staatliche Programme werden durch das General Secretariat for Research and Technology of the Ministry of Development GSRT koordiniert 236 In Anbetracht der kleinen Grosse des Landes und der Griechischen Diaspora besteht bei den meisten Forschungseinrichtungen eine starke Orientierung zum Ausland hin auch Startups werden haufig mit Sitz in grosseren Landern gegrundet wenngleich die meisten Aktivitaten in Griechenland sind Siehe auch Bearbeiten Portal Griechenland Ubersicht zu Wikipedia Inhalten zum Thema GriechenlandLiteratur BearbeitenKlaus Botig Griechenland Festland und Peloponnes DuMont Koln 1996 ISBN 3 7701 3456 7 Wolfgang Josing Griechenland Festland Nelles Verlag Munchen 2004 2005 ISBN 3 88618 342 4 Cay Lienau Griechenland Geographie eines Staates der europaischen Sudperipherie Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1989 ISBN 3 534 02859 7 Wissenschaftliche Landerkunden Band 32 Heinz A Richter 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Griechenland Informationsseite uber das griechische Militar griechisch Linkkatalog zum Thema Open Directory Project Griechenland bei curlie org ehemals DMOZ Einzelnachweise Bearbeiten Griechische Botschaft de zur Geographie Griechenlands Memento vom 11 Juni 2009 im Internet Archive a b c Press Release Estimated Population 1 1 2020 and Migration Flows 2019 In Statistics ELSTAT gt Statistics gt Population and Social Conditions gt Demography gt Estimated population Hellenic Statistical Authority ELSTAT Ellhnikh Statistikh Arxh 30 Dezember 2020 abgerufen am 11 April 2021 englisch World Economic Outlook Database April 2021 In World Economic Outlook Database Internationaler Wahrungsfonds 2021 abgerufen am 30 Mai 2021 englisch Table Human Development Index and its components In Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen Hrsg Human Development Report 2020 United Nations Development Programme New York S 343 undp org PDF Verzeichnis der Staatennamen PDF Auswartiges Amt 18 Februar 2019 abgerufen 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