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Global harmonisiertes System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien

Das global harmonisierte System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien (GHS,englischGlobally Harmonized System of Classification, Labelling and Packaging of Chemicals) der Vereinten Nationen ist ein weltweit einheitliches System zur Einstufung von Chemikalien sowie deren Kennzeichnung auf Verpackungen und in Sicherheitsdatenblättern. Es wird regelmäßig aktualisiert, so dass bei jedem Bezug auf das GHS der aktuelle Stand zu Rate gezogen werden muss.

Auf der Basis dieses Kennzeichnungssystems wurde nach intensiver Vorbereitung für Europa eine eigene, leicht abgeänderte Umsetzung der UN-Modellvorschriften erarbeitet: Die Verordnung (EG) Nr. 1272/2008, auch CLP-Verordnung genannt, trat am 20. Januar 2009 in Kraft und übernahm die Stofflisten zur Einstufung und Kennzeichnung nach der Richtlinie 67/548/EWG. Seit dem 1. Dezember 2010 konnten Stoffe nach CLP-Verordnung eingestuft und gekennzeichnet werden. Seit dem 1. Dezember 2012 ist dies für Stoffe obligatorisch. Restbestände mit Kennzeichnung nach Richtlinie 67/548/EWG durften bis 1. Dezember 2012 abverkauft werden. Gemische, bislang „Zubereitungen“ genannt, durften ebenfalls seit dem 1. Dezember 2010 nach dem neuen System eingestuft und gekennzeichnet werden, müssen dies aber erst seit dem 1. Juni 2015. Gemische, die noch nach Richtlinie 1999/45/EG gekennzeichnet waren, durften noch bis zum 1. Juni 2017 abverkauft werden.

Inhaltsverzeichnis

Durch eine global gültige Einstufungsmethode mit einheitlichen Gefahren-Piktogrammen und Texten sollen die Gefahren für die menschliche Gesundheit und die Umwelt bei Herstellung, Transport und Verwendung von Chemikalien bzw. Gefahrstoffen weltweit minimiert werden.

Die bisher in der EU geltenden Kennzeichnungsmethoden für Gefahrstoffe werden ersetzt; im GHS treten an die Stelle der

  • Gefahrensymbole mit ihren Gefahrenbezeichnungen die Gefahrenpiktogramme; gegebenenfalls mit einem gemeinsamen Signalwort („Achtung“ oder „Gefahr“),
  • R-Sätze die H-Sätze (Hazard Statements) sowie zusätzliche EUH-Sätze (besondere Gefährdungen),
  • S-Sätze die P-Sätze (Precautionary Statements),

Die Texte sind mit dreistelligen Nummern kodiert. Die Buchstaben stehen für die Art des Hinweises und bei den H- und P-Sätzen geben nach Art der Gefährdung beziehungsweise Typ der Sicherheitsmaßnahme die ersten Stellen der Zahl eine Gruppierung.

Siehe H- und P-Sätze mit der vollständigen Liste.

Änderungen gegenüber der bisherigen Gefahrstoffkennzeichnung

Bei den Gefahrenpiktogrammen werden teilweise die im Anhang II der Richtlinie 67/548/EWG verwendeten Gefahrensymbole genutzt. Alle bisherigen Symbole wurden grafisch abgeändert und heben sich durch die rot umrandete Raute mit weißem Hintergrund von den bisherigen quadratischen Symbolen mit orangem Hintergrund ab. Neu hinzugekommen sind der „Gaszylinder“ für komprimierte Substanzen, das „dicke Ausrufezeichensymbol“ und das Symbol für die Gesundheitsgefahr für Gefahren für die Gesundheit, außer Toxizität (giftig) und Augen- und Hautreizung (Ätzwirkung). Das „Andreaskreuz“ (Symbol mit dem Kennbuchstaben Xn oder Xi) wird zukünftig nicht mehr verwendet und durch die Gefahrenpiktogramme „Ätzwirkung“, „Gesundheitsgefahr“ oder „dickes Ausrufezeichensymbol“ ersetzt.

Da es sich beim GHS um ein zum bisherigen EU-Recht unterschiedliches Konzept handelt, ist eine Einbindung in bestehende Systeme oder direkte Übertragung nicht möglich. Die Stoffe werden zum Teil auch nach anderen Regeln gekennzeichnet; so unterliegt z. B. die Einstufung als „giftig“ anderen Kriterien als im bisherigen EU-Recht.

Die Art der Gefahr wird durch die Gefahrenklassen wiedergegeben. Die Abstufung der Gefahr innerhalb einer Gefahrenklasse erfolgt durch die Unterteilung in Gefahrenkategorien (hazard category). So werden beispielsweise entzündbare Flüssigkeiten in Abhängigkeit vom Flammpunkt in drei Gefahrenkategorien unterteilt. Für jede Gefahrenklasse samt Kategorie, die auf einen Stoff zutrifft, werden ihm ein oder mehrere Gefahrenhinweise (H-Sätze, Hazard Statements) zugeordnet, die ein bestimmtes Gefahrenpiktogramm und gegebenenfalls auch ein Signalwort – entweder Gefahr (danger) oder Achtung (warning) – zur Folge haben sowie eine Reihe von Sicherheitsmaßnahmen (P-Sätze, Precautionary Statements).

Übersicht: EU-Gefahrensymbole, UN/GHS-Gefahrenpiktogramme, UN/ADR-Gefahrensymbole

Hauptartikel: Gefahrenklasse
EU-Kennzeichnung
(Richtlinie 67/548/EWG)
GHS-Kennzeichnung / CLP-Verordnung UN Rec.Tr. / ADR(G)
Gefahren­symbol Gefah­ren­bezeichnung Kenn­buch­stabe Pikto­gramm Beschrei­bung Kodie­rung Signal­wort Gefahren­klasse(G) Gefahr­gut­klasse(G)
Explo­sions­gefähr­lich E Explodierende Bombe GHS01 Gefahr(1)(2) Instabile explosive Stoffe, Gemische und Erzeugnisse mit Explosiv­stoff(en), selbstzersetzliche Stoffe und Gemische, Organische Peroxide(1)(3) Klasse 1
Klasse 5.2
Hoch­ent­zünd­lich F+ Flamme GHS02 Gefahr / Achtung(1)(2) Entzündbar, selbsterhitzungsfähig, selbstzersetzlich, pyrophor, wasserreaktiv, Organische Peroxide(1)(3) Klasse 2.1
Klasse 3
Klasse 4.1
Klasse 4.2
Klasse 4.3
Klasse 5.2
Leicht-
entzündlich
F
Entzündlich
Brandfördernd O Flamme über einem Kreis(1)(3) GHS03 Gefahr(1)(2) Entzündend (oxidierend) wirkend Klasse 5.1
keine Entsprechung Gasflasche GHS04 Achtung Gase unter Druck, verdichtete, verflüssigte, tiefgekühlt verfl., gelöste Gase Klasse 2.2
ätzend(5) C Ätzwirkung GHS05 Gefahr / Achtung(5) Auf Metalle korrosiv wirkend, hautätzend, schwere Augenschädigung(5) Klasse 8
Sehr giftig(7) T+ Totenkopf mit gekreuzten Knochen GHS06 Gefahr Akute Toxizität(7) Klasse 6.1
Klasse 2.3
Giftig(7) T
Reizend(5) Xi dickes Ausrufe-
zeichensymbol(8)
GHS07 (8)(4)(5) (8) keine direkte Entsprechung
Gesundheits­schädlich(4) Xn Gesund­heits­gefahr GHS08 Gefahr / Achtung div. Gesundheitsgefahren
Umwelt­gefähr­lich N Umwelt(1)(9) GHS09 Achtung / Gefahr(1)(9) Gewässergefährdend(9) Kenn­zeichen für umwelt­gefähr­dende Stoffe
keine direkte Entsprechung Klasse 6.2
Klasse 7
Hot
Quelle: UNECE, Leitfaden zur Anwendung der GHS-Verordnung Umweltbundesamt 2007, ADR
(G) Die Gefahrenklassen (Piktogramm) und zusätzlichen Gefahrenkategorien entsprechen ausdrücklich weitestgehend den Gefahrgutklassen 1–9 der UN Recommodations und ADR (wie auch RID, IMDG, DGR, ADN u. a.) – es ist ein wesentliches Ziel des GHS, die bisher getrennten Gefahrstoff- und transportspezifische Gefahrgutkennzeichnungen auf einheitlicher Rechtsgrundlage zu harmonisieren. In Einzelfällen können sich Abweichungen in Einstufung nach UN-GHS und UN-Rec.Transp./IMO/ICAO-IATA/EU-GG ergeben. Auch Systeme wie US NFPA 704 und CA WHMIS werden angeglichen bzw. ersetzt.
(1) teilweise Gefahrenkategorien ohne Piktogramm und/oder ohne Signalwort
(2) Signalwort Achtung für mindere Gefahrenkategorien
(3) „Flamme“ entfällt im Allgemeinen bei Explosionsgefahr, aber auch zwei Piktogramme für Kategorien besonderer Gefahren (organische Peroxide Typ B, selbstzersetzliche Stoffe und Gemische Typ B)
(4) die als gesundheitsschädlich (früher als mindergiftig) eingestuften Gefahrenkategorien nur mit dickem Ausrufezeichensymbol
(5) ätzend/reizend für Haut und Augen und auf Metalle korrosiv wirkend werden konsequent unterschiedlich gekennzeichnet: ersteres mit Doppelkennzeichnung als „Ätzwirkung“ und „dickes Ausrufezeichensymbol“, Signalwort Gefahr, letzteres nur dieses Piktogramm mit dem Signalwort Achtung
(7) die Kennzeichnung der Unterscheidung sehr giftig/giftig bzw. tödlich (akute Toxizität Kategorie 1/2)/giftig (Kategorie 3) wurde prinzipiell aufgegeben
(8) Das „dicke Ausrufezeichensymbol“ dient der alleinigen oder zusätzlichen Kennzeichnung diverser Kategorien, entfällt auch unter Umständen, Signalwort je nach Zusammenhang
(9) Gewässergefährdend mit Signalwort Achtung, Schädigung der Ozonschicht ohne Piktogramm und mit Signalwort Gefahr

Aufbau des GHS-Kennzeichnungsetiketts

Folgendes Muster gibt die Anforderungen an ein Kennzeichnungsetikett nach GHS wieder:

Die Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung (UNCED) hat mit der 1992 verabschiedeten Agenda 21 den Anstoß für die Entwicklung des GHS gegeben. Im Kapitel 19 der Agenda 21 wird u. a. eine Harmonisierung der Einstufung und Kennzeichnung von Stoffen gefordert. Der auf der Nachfolgekonferenz Rio+10 in Johannesburg, Südafrika, im September 2002 verabschiedete Durchführungsplan fordert die Länder auf, das GHS bis zum Jahr 2008 anzuwenden.

Im Dezember 2002 wurde das GHS von einer UN-Kommission inhaltlich verabschiedet.

Am 3. September 2008 hat die EU-Kommission beschlossen, GHS in weiten Teilen zu übernehmen und den Entwurf dem Europäischen Rat zur Verabschiedung zugeleitet. Dieser hat am 16. Dezember 2008 die Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates (CLP-Verordnung) erlassen und am 31. Dezember 2008 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht, so dass die Verordnung am 20. Januar 2009, nämlich 20 Tage nach Veröffentlichung, in Kraft trat. Sie ist infolge ihrer Veröffentlichung als Verordnung zum unmittelbar geltenden EU-Recht geworden und bedarf keiner Umsetzung in nationales Recht.

GHS ist mit Stand Ende 2018 in 72 Staaten implementiert.

Die Einstufung und Kennzeichnung für Stoffe und Gemische wirken sich auch auf Belange des Arbeitsschutzes aus. Betroffen davon sind u. a. Gefährdungsbeurteilungen, Gefahrstoffverzeichnisse, Etiketten, Sicherheitsdatenblätter, Verpackungen, Betriebsanweisungen, Unterweisungen, innerbetriebliche Kennzeichnungen und die Lagerung von Chemikalien.

Laut Gefahrstoffverordnung sollen Betriebe statt Gefahrstoffen möglichst Ersatzstoffe mit einem geringeren gesundheitlichen Risiko einsetzen. Als Hilfe bei der Beurteilung, welcher Ersatzstoff geeignet ist, hat das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) das GHS-Spaltenmodell entwickelt. Anhand weniger Informationen über die fraglichen Produkte lassen sich mithilfe dieser Tabelle die Ersatzstoffe beurteilen.

Commons: GHS-Piktogramme – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  1. https://www.unece.org/trans/danger/publi/ghs/ghs_welcome_e.html
  2. Urfassung derVerordnung (EG) Nr. 1272/2008 vom 16. Dezember 2008 über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen …, abgerufen am 29. August 2015. In: ABl. L 353 vom 31. Dezember 2008, S. 1, 1.355 Seiten; aktuelle konsolidierte Fassung mit allen bisherigen Änderungen, siehe unter Literatur.
  3. BAG: Chemische Produkte nach GHS richtig kennzeichnen (PDF; 1,7 MB). April 2012, S. 2.
  4. Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin: Anhang II der Richtlinie 67/548/EWG (pdf).
  5. Lit. UBA Leitfaden, 2.2 Kennzeichnung S. 19.
  6. Comparison between EU and GHS Criteria Human Health and EnvironmentS. (PDF) (Nicht mehr online verfügbar.) DG ENTR G1 REACH, 8. Juni 2005, archiviert vomOriginal am21. Juni 2006; abgerufen am 10. April 2009 (englisch, Vergleich der Konzepte EU/GH; Entwurf: “The comparison is based on the GHS ST/SG/AC.10/30, 2003 as amended by ST/SG/AC.10/32/Add.3, 9 March 2005”).
  7. Art. 2 Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 Begriffsbestimmungen 4., siehe Lit. UBA Leitfaden, S. 20.
  8. GHS Gefahrenpiktogramme in verschiedenen Formaten, unece.org
  9. Lit. UBA Leitfaden, 2.2 Kennzeichnung S. 18ff.
  10. The Globally Harmonized System for Hazard Communication. In: Hazard Communication. Occupational Safety & Health Administration, United States Department of Labor, 10. Juni 2009, abgerufen am 15. Oktober 2009 (englisch).
  11. Le SIMDUT. In: Système d'Information sur les Matières Dangereuses Utilisées au Travail. Commission de la santé et de la sécurité du travail Québec, abgerufen am 15. Oktober 2009 (französisch).
  12. Art. 27 Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 Rangfolgeregelung für Gefahrenhinweise, siehe Lit. UBA Leitfaden, Tabelle 2.5, S. 20.
  13. Muster nach Lit. UBA Leitfaden, S. 66; in Bezug auf GHS 1.4.10.5.2 Information required on a GHS label und Annex 6 Examples of arrangements of the GHS label elements (pdf, UNECE); Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 TITEL III Gefahrenkommunikation durch Kennzeichnung Kap. 1 Inhalt des Kennzeichnungsetiketts Art. 17 ff.
  14. UNECE: GHS implementation, abgerufen am 7. Januar 2019.
  15. Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e. V. (DGUV): DGUV Information 213-034 – GHS-Global Harmonisiertes System zur Einstufung und Kennzeichnung von Gefahrstoffen. Abgerufen am 25. Februar 2020.
  16. Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA): GHS-Spaltenmodell zur Suche nach Ersatzstoffen. Abgerufen am 25. Februar 2020.

Global harmonisiertes System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien
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Global harmonisiertes System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien weltweit einheitliches System zur Einstufung von Chemikalien Sprache Beobachten Bearbeiten Das global harmonisierte System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien GHS englisch Globally Harmonized System of Classification Labelling and Packaging of Chemicals der Vereinten Nationen ist ein weltweit einheitliches System zur Einstufung von Chemikalien sowie deren Kennzeichnung auf Verpackungen und in Sicherheitsdatenblattern Es wird regelmassig aktualisiert 1 so dass bei jedem Bezug auf das GHS der aktuelle Stand zu Rate gezogen werden muss Auf der Basis dieses Kennzeichnungssystems wurde nach intensiver Vorbereitung fur Europa eine eigene leicht abgeanderte Umsetzung der UN Modellvorschriften erarbeitet Die Verordnung EG Nr 1272 2008 2 auch CLP Verordnung genannt trat am 20 Januar 2009 in Kraft und ubernahm die Stofflisten zur Einstufung und Kennzeichnung nach der Richtlinie 67 548 EWG Seit dem 1 Dezember 2010 konnten Stoffe nach CLP Verordnung eingestuft und gekennzeichnet werden Seit dem 1 Dezember 2012 ist dies fur Stoffe obligatorisch Restbestande mit Kennzeichnung nach Richtlinie 67 548 EWG durften bis 1 Dezember 2012 abverkauft werden Gemische bislang Zubereitungen genannt durften ebenfalls seit dem 1 Dezember 2010 nach dem neuen System eingestuft und gekennzeichnet werden mussen dies aber erst seit dem 1 Juni 2015 3 Gemische die noch nach Richtlinie 1999 45 EG gekennzeichnet waren durften noch bis zum 1 Juni 2017 abverkauft werden Inhaltsverzeichnis 1 Grundlagen 1 1 Anderungen gegenuber der bisherigen Gefahrstoffkennzeichnung 2 Struktur des GHS 2 1 Ubersicht EU Gefahrensymbole UN GHS Gefahrenpiktogramme UN ADR Gefahrensymbole 2 2 Aufbau des GHS Kennzeichnungsetiketts 3 Entwicklung des GHS 4 GHS und Arbeitsschutz 5 Siehe auch 6 Literatur 7 Weblinks 8 EinzelnachweiseGrundlagen BearbeitenDurch eine global gultige Einstufungsmethode mit einheitlichen Gefahren Piktogrammen und Texten sollen die Gefahren fur die menschliche Gesundheit und die Umwelt bei Herstellung Transport und Verwendung von Chemikalien bzw Gefahrstoffen weltweit minimiert werden Die bisher in der EU geltenden Kennzeichnungsmethoden fur Gefahrstoffe werden ersetzt im GHS treten an die Stelle der Gefahrensymbole mit ihren Gefahrenbezeichnungen die Gefahrenpiktogramme gegebenenfalls mit einem gemeinsamen Signalwort Achtung oder Gefahr R Satze die H Satze Hazard Statements sowie zusatzliche EUH Satze besondere Gefahrdungen S Satze die P Satze Precautionary Statements Die Texte sind mit dreistelligen Nummern kodiert Die Buchstaben stehen fur die Art des Hinweises und bei den H und P Satzen geben nach Art der Gefahrdung beziehungsweise Typ der Sicherheitsmassnahme die ersten Stellen der Zahl eine Gruppierung Siehe H und P Satze mit der vollstandigen Liste Anderungen gegenuber der bisherigen Gefahrstoffkennzeichnung Bearbeiten Bei den Gefahrenpiktogrammen werden teilweise die im Anhang II der Richtlinie 67 548 EWG 4 verwendeten Gefahrensymbole genutzt Alle bisherigen Symbole wurden grafisch abgeandert und heben sich durch die rot umrandete Raute mit weissem Hintergrund von den bisherigen quadratischen Symbolen mit orangem Hintergrund ab Neu hinzugekommen sind der Gaszylinder fur komprimierte Substanzen das dicke Ausrufezeichensymbol und das Symbol fur die Gesundheitsgefahr fur Gefahren fur die Gesundheit ausser Toxizitat giftig und Augen und Hautreizung Atzwirkung Das Andreaskreuz Symbol mit dem Kennbuchstaben Xn oder Xi wird zukunftig nicht mehr verwendet und durch die Gefahrenpiktogramme Atzwirkung Gesundheitsgefahr oder dickes Ausrufezeichensymbol ersetzt 5 Da es sich beim GHS um ein zum bisherigen EU Recht unterschiedliches Konzept 6 handelt ist eine Einbindung in bestehende Systeme oder direkte Ubertragung nicht moglich Die Stoffe werden zum Teil auch nach anderen Regeln gekennzeichnet so unterliegt z B die Einstufung als giftig anderen Kriterien als im bisherigen EU Recht Struktur des GHS BearbeitenDie Art der Gefahr wird durch die Gefahrenklassen wiedergegeben Die Abstufung der Gefahr innerhalb einer Gefahrenklasse erfolgt durch die Unterteilung in Gefahrenkategorien hazard category So werden beispielsweise entzundbare Flussigkeiten in Abhangigkeit vom Flammpunkt in drei Gefahrenkategorien unterteilt Fur jede Gefahrenklasse samt Kategorie die auf einen Stoff zutrifft werden ihm ein oder mehrere Gefahrenhinweise H Satze Hazard Statements zugeordnet die ein bestimmtes Gefahrenpiktogramm und gegebenenfalls auch ein Signalwort entweder Gefahr danger oder Achtung warning zur Folge haben sowie eine Reihe von Sicherheitsmassnahmen P Satze Precautionary Statements Ubersicht EU Gefahrensymbole UN GHS Gefahrenpiktogramme UN ADR Gefahrensymbole Bearbeiten Hauptartikel Gefahrenklasse EU Kennzeichnung Richtlinie 67 548 EWG GHS Kennzeichnung CLP Verordnung UN Rec Tr ADR G Gefahren symbol Gefah ren bezeichnung Kenn buch stabe Pikto gramm Beschrei bung Kodie rung Signal wort 7 Gefahren klasse G Gefahr gut klasse G Explo sions gefahr lich E Explodierende Bombe GHS01 Gefahr 1 2 Instabile explosive Stoffe Gemische und Erzeugnisse mit Explosiv stoff en selbstzersetzliche Stoffe und Gemische Organische Peroxide 1 3 Klasse 1 Klasse 5 2 Hoch ent zund lich F Flamme GHS02 Gefahr Achtung 1 2 Entzundbar selbsterhitzungsfahig selbstzersetzlich pyrophor wasserreaktiv Organische Peroxide 1 3 Klasse 2 1 Klasse 3 Klasse 4 1 Klasse 4 2 Klasse 4 3 Klasse 5 2 Leicht entzundlich FEntzundlich Brandfordernd O Flamme uber einem Kreis 1 3 GHS03 Gefahr 1 2 Entzundend oxidierend wirkend Klasse 5 1keine Entsprechung Gasflasche GHS04 Achtung Gase unter Druck verdichtete verflussigte tiefgekuhlt verfl geloste Gase Klasse 2 2 atzend 5 C Atzwirkung GHS05 Gefahr Achtung 5 Auf Metalle korrosiv wirkend hautatzend schwere Augenschadigung 5 Klasse 8 Sehr giftig 7 T Totenkopf mit gekreuzten Knochen GHS06 Gefahr Akute Toxizitat 7 Klasse 6 1 Klasse 2 3 Giftig 7 T Reizend 5 Xi dickes Ausrufe zeichensymbol 8 GHS07 8 4 5 8 keine direkte Entsprechung Gesundheits schadlich 4 Xn Gesund heits gefahr GHS08 Gefahr Achtung div Gesundheitsgefahren Umwelt gefahr lich N Umwelt 1 9 GHS09 Achtung Gefahr 1 9 Gewassergefahrdend 9 Kenn zeichen fur umwelt gefahr dende Stoffekeine direkte Entsprechung Klasse 6 2 Klasse 7 HotQuelle UNECE 8 Leitfaden zur Anwendung der GHS Verordnung Umweltbundesamt 2007 9 ADR G Die Gefahrenklassen Piktogramm und zusatzlichen Gefahrenkategorien entsprechen ausdrucklich weitestgehend den Gefahrgutklassen 1 9 der UN Recommodations und ADR wie auch RID IMDG DGR ADN u a es ist ein wesentliches Ziel des GHS die bisher getrennten Gefahrstoff und transportspezifische Gefahrgutkennzeichnungen auf einheitlicher Rechtsgrundlage zu harmonisieren In Einzelfallen konnen sich Abweichungen in Einstufung nach UN GHS und UN Rec Transp IMO ICAO IATA EU GG ergeben Auch Systeme wie US NFPA 704 10 und CA WHMIS 11 werden angeglichen bzw ersetzt 1 teilweise Gefahrenkategorien ohne Piktogramm und oder ohne Signalwort 2 Signalwort Achtung fur mindere Gefahrenkategorien 3 Flamme entfallt im Allgemeinen bei Explosionsgefahr 12 aber auch zwei Piktogramme fur Kategorien besonderer Gefahren organische Peroxide Typ B selbstzersetzliche Stoffe und Gemische Typ B 4 die als gesundheitsschadlich fruher als mindergiftig eingestuften Gefahrenkategorien nur mit dickem Ausrufezeichensymbol 5 atzend reizend fur Haut und Augen und auf Metalle korrosiv wirkend werden konsequent unterschiedlich gekennzeichnet ersteres mit Doppelkennzeichnung als Atzwirkung und dickes Ausrufezeichensymbol Signalwort Gefahr letzteres nur dieses Piktogramm mit dem Signalwort Achtung 7 die Kennzeichnung der Unterscheidung sehr giftig giftig bzw todlich akute Toxizitat Kategorie 1 2 giftig Kategorie 3 wurde prinzipiell aufgegeben 8 Das dicke Ausrufezeichensymbol dient der alleinigen oder zusatzlichen Kennzeichnung diverser Kategorien entfallt auch unter Umstanden 12 Signalwort je nach Zusammenhang 9 Gewassergefahrdend mit Signalwort Achtung Schadigung der Ozonschicht ohne Piktogramm und mit Signalwort GefahrAufbau des GHS Kennzeichnungsetiketts Bearbeiten Folgendes Muster gibt die Anforderungen an ein Kennzeichnungsetikett nach GHS wieder 13 Entwicklung des GHS BearbeitenDie Konferenz der Vereinten Nationen uber Umwelt und Entwicklung UNCED hat mit der 1992 verabschiedeten Agenda 21 den Anstoss fur die Entwicklung des GHS gegeben Im Kapitel 19 der Agenda 21 wird u a eine Harmonisierung der Einstufung und Kennzeichnung von Stoffen gefordert Der auf der Nachfolgekonferenz Rio 10 in Johannesburg Sudafrika im September 2002 verabschiedete Durchfuhrungsplan fordert die Lander auf das GHS bis zum Jahr 2008 anzuwenden Im Dezember 2002 wurde das GHS von einer UN Kommission inhaltlich verabschiedet Am 3 September 2008 hat die EU Kommission beschlossen GHS in weiten Teilen zu ubernehmen und den Entwurf dem Europaischen Rat zur Verabschiedung zugeleitet Dieser hat am 16 Dezember 2008 die Verordnung EG Nr 1272 2008 des Europaischen Parlaments und des Rates CLP Verordnung erlassen und am 31 Dezember 2008 im Amtsblatt der Europaischen Union veroffentlicht so dass die Verordnung am 20 Januar 2009 namlich 20 Tage nach Veroffentlichung in Kraft trat Sie ist infolge ihrer Veroffentlichung als Verordnung zum unmittelbar geltenden EU Recht geworden und bedarf keiner Umsetzung in nationales Recht GHS ist mit Stand Ende 2018 in 72 Staaten implementiert 14 GHS und Arbeitsschutz BearbeitenDie Einstufung und Kennzeichnung fur Stoffe und Gemische wirken sich auch auf Belange des Arbeitsschutzes aus Betroffen davon sind u a Gefahrdungsbeurteilungen Gefahrstoffverzeichnisse Etiketten Sicherheitsdatenblatter Verpackungen Betriebsanweisungen Unterweisungen innerbetriebliche Kennzeichnungen und die Lagerung von Chemikalien 15 Laut Gefahrstoffverordnung sollen Betriebe statt Gefahrstoffen moglichst Ersatzstoffe mit einem geringeren gesundheitlichen Risiko einsetzen Als Hilfe bei der Beurteilung welcher Ersatzstoff geeignet ist hat das Institut fur Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung IFA das GHS Spaltenmodell entwickelt Anhand weniger Informationen uber die fraglichen Produkte lassen sich mithilfe dieser Tabelle die Ersatzstoffe beurteilen 16 Siehe auch BearbeitenGefahrgut Gefahrgutklasse Gefahrendiamant REACH Verordnung EG Nr 1907 2006 Uberblick uber alle Gefahrenklassen und Gefahrenkategorien unter GHS CLPLiteratur BearbeitenVerordnung EG Nr 1272 2008 des Europaischen Parlaments und des Rates vom 16 Dezember 2008 uber die Einstufung Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen zur Anderung und Aufhebung der Richtlinien 67 548 EWG und 1999 45 EG und zur Anderung der Verordnung EG Nr 1907 2006 in der konsolidierten Fassung vom 1 Juni 2015 PDF 14 8 MB 2 023 Seiten abgerufen am 29 August 2015 In ABl L 353 vom 31 Dezember 2008 S 1 Agenda 21 Konferenz der Vereinten Nationen fur Umwelt und Entwicklung im Juni 1992 in Rio de Janeiro Agenda 21 Kapitel 19 UNECE Transport Division Hrsg Globally Harmonized System of Classification and Labelling of Chemicals GHS aktuelle 2019 Auflage englisch Weblink auf PDF Originaltext des GHS der UN offizielle Fassung Das GHS System in der Praxis Ein Leitfaden zur Einstufung und Kennzeichnung in der EU PDF Das GHS System in der EU Neue Regelung fur die Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien PDF Kai P Purnhagen Die neuen Einstufungs und Kennzeichnungsvorschriften im Chemikalienrecht Europarechtlicher Kosmos und Deutsches Chaos Europaische Zeitschrift fur Wirtschaftsrecht 2009 S 523 Umweltbundesamt Hrsg Das neue Einstufungs und Kennzeichnungssystem fur Chemikalien nach GHS kurz erklart Leitfaden zur Anwendung der GHS Verordnung 2009 pdf uba de BAuA Hrsg CLP die neue Einstufung Kennzeichnung und Verpackung von Chemikalien in der EU 1 Auflage Dortmund 2012 Webdokument PDF abgerufen am 9 Oktober 2013 Gabriele Janssen Gefahrstoff Kennzeichnung nach GHS CLP Wandtafel im Format 70 0 100 cm ecomed Sicherheit Landsberg 3 Auflage 2012 ISBN 978 3 609 65617 5 Weblinks Bearbeiten Commons GHS Piktogramme Sammlung von Bildern Videos und Audiodateien Kostenloses Tool der BG RCI und BGHM zur Konvertierung der bisherigen Einstufung in die neue GHS Einstufung Informationen des Umweltbundesamtes zu GHS Informationen der ECHA zu CLP REACH CLP Biozid Helpdesk der Bundesbehorden CLP GHS Einstufung Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen ChemInfo Kampagne der Schweizer Bundesbehorden Animationsfilm mit Erklarungen zu GHS fur KonsumentenEinzelnachweise Bearbeiten https www unece org trans danger publi ghs ghs welcome e html Urfassung der Verordnung EG Nr 1272 2008 vom 16 Dezember 2008 uber die Einstufung Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen abgerufen am 29 August 2015 In ABl L 353 vom 31 Dezember 2008 S 1 1 355 Seiten aktuelle konsolidierte Fassung mit allen bisherigen Anderungen siehe unter Literatur BAG Chemische Produkte nach GHS richtig kennzeichnen PDF 1 7 MB April 2012 S 2 Bundesanstalt fur Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin Anhang II der Richtlinie 67 548 EWG pdf Lit UBA Leitfaden 2 2 Kennzeichnung S 19 Comparison between EU and GHS Criteria Human Health and EnvironmentS PDF Nicht mehr online verfugbar DG ENTR G1 REACH 8 Juni 2005 archiviert vom Original am 21 Juni 2006 abgerufen am 10 April 2009 englisch Vergleich der Konzepte EU GH Entwurf The comparison is based on the GHS ST SG AC 10 30 2003 as amended by ST SG AC 10 32 Add 3 9 March 2005 Art 2 Verordnung EG Nr 1272 2008 Begriffsbestimmungen 4 siehe Lit UBA Leitfaden S 20 GHS Gefahrenpiktogramme in verschiedenen Formaten unece org Lit UBA Leitfaden 2 2 Kennzeichnung S 18ff The Globally Harmonized System for Hazard Communication In Hazard Communication Occupational Safety amp Health Administration United States Department of Labor 10 Juni 2009 abgerufen am 15 Oktober 2009 englisch Le SIMDUT In Systeme d Information sur les Matieres Dangereuses Utilisees au Travail Commission de la sante et de la securite du travail Quebec abgerufen am 15 Oktober 2009 franzosisch a b Art 27 Verordnung EG Nr 1272 2008 Rangfolgeregelung fur Gefahrenhinweise siehe Lit UBA Leitfaden Tabelle 2 5 S 20 Muster nach Lit UBA Leitfaden S 66 in Bezug auf GHS 1 4 10 5 2 Information required on a GHS label und Annex 6 Examples of arrangements of the GHS label elements pdf UNECE Verordnung EG Nr 1272 2008 TITEL III Gefahrenkommunikation durch Kennzeichnung Kap 1 Inhalt des Kennzeichnungsetiketts Art 17 ff UNECE GHS implementation abgerufen am 7 Januar 2019 Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e V DGUV DGUV Information 213 034 GHS Global Harmonisiertes System zur Einstufung und Kennzeichnung von Gefahrstoffen Abgerufen am 25 Februar 2020 Institut fur Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung IFA GHS Spaltenmodell zur Suche nach Ersatzstoffen Abgerufen am 25 Februar 2020 Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Global harmonisiertes System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien amp oldid 210985885, wikipedia, wiki, deutsches

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