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Geographische Koordinaten

Die geographischen Koordinaten sind Kugelkoordinaten, mit denen sich die Lage eines Punktes auf der Erdoberfläche beschreiben lässt. Die geographische Breite wird vom Äquator aus nach Norden (0° bis 90° Nord am Nordpol) und Süden (0° bis 90° Süd am Südpol) gemessen, die geographische Länge vom Nullmeridian aus von 0° bis 180° gegen Osten und von 0° bis 180° gegen Westen. Breitenkreise (Linien konstanter Breite) verlaufen parallel zum Äquator, Längenkreise (Linien konstanter Länge) durch Nord- und Südpol.

Links: Breitengrade (Latitude), rechts: die Längengrade (Longitude).
Geographische Koordinaten auf der Kugel

Das Gradnetz der Erde ist ein gedachtes Koordinatensystem auf der Erdoberfläche mit sich rechtwinklig schneidenden Längen- und Breitenkreisen. Es dient zur geographischen Ortsbestimmung, das heißt zur Festlegung eines Standorts. Die Breitengrade werden dabei vom Äquator aus gezählt, die Pole liegen bei 90° Nord und Süd, die Längengrade werden von einem willkürlich festgelegten Nullmeridian nach Osten und Westen bis jeweils 180° gezählt. Die Festlegung der Winkel ist dem in der Mathematik üblichen Kugelkoordinatensystem entgegengesetzt.

Bis zum 20. Jahrhundert waren neben dem heute verwendeten Meridian von Greenwich unterschiedliche Nullmeridiane in verschiedenen Ländern gebräuchlich, z. B. der Ferro-Meridian und der Meridian von Paris.

Bei Koordinatenangaben ist zu beachten, dass die Erde keine Kugel ist, sondern einem Ellipsoid ähnelt. Dies bewirkt eine Verschiebung bis zu 20 km. Aufgrund fortschreitender Erkenntnis zur Erdform und zum Schwerefeld (Geoid) wurden national unterschiedliche Referenzen angewendet. Koordinaten haben daher immer ein bestimmtes Bezugssystem. International wird heute meist das World Geodetic System 1984 (WGS84) benutzt.

Koordinaten auf einer Flugkarte (Standard Terminal Arrival Route)
GPS: Einstellung des Formates der geographischen Koordinaten auf
hddd° mm’ ss.s”

Geografische Koordinaten können in drei Zahlenformaten dargestellt werden:

  • Traditionell werden sie im Sexagesimalformat angegeben, d. h. 1 Grad ist unterteilt in 60 Minuten, 1 Minute wiederum in 60 Sekunden (Beispiel: 46°14′06.70″N 8°0′55.60″O). Typographisch werden dabei die Minuten und Sekunden durch eine Prime bzw. Doppelprime bezeichnet.
  • In der zweiten Darstellung werden die Minuten in dezimaler Form geschrieben, die Angabe von Sekunden erübrigt sich. 0,1′ entsprechen hier 6,0″.
  • In der dritten Darstellung werden die Grade in dezimaler Form dargestellt. 0,1° entsprechen hier 6,0′. Über beliebig viele Nachkommastellen kann die gewünschte Genauigkeit erreicht werden.
  • Darüber hinaus gibt es Methoden, Gradnetzkoordinaten ohne Präzisionsverlust in kürzere Darstellungen umzurechnen, etwa QTH-Locator oder Open Location Code.

Der Wertebereich der Breitengrade geht von 90°S bis 90°N und die Werte der Längengrade liegen zwischen 180°W und 180°O. Um Missverständnissen vorzubeugen, werden in der Luftfahrt durch vorangestellte Nullen die Breitengrade immer zweistellig und die Längengrade immer dreistellig angegeben. Gleiches gilt für die Angabe der Winkelminuten und ggf. der Winkelsekunden. So ist in der nebenstehenden Karte für einen Anflug nach Zürich der Wegpunkt AMIKI mit 47°34.4′N 009°02.3′O angegeben.

In der Tabelle sind als Beispiel die Koordinaten eines historischen Gebäudes im WGS84-Bezug aufgeführt. Die vier Beispiele beschreiben in den unterschiedlichen Schreibweisen den gleichen Punkt. In der Darstellung ist der Buchstabe h ein Platzhalter für die Angaben der Himmelsrichtung N-S, W-O. Oft wird auch in deutschen Texten anstelle des O für Osten ein E für “East” geschrieben. Die Angabe der Himmelsrichtung kann vor oder nach den Ziffern stehen. Die Buchstaben d, m und s stehen für Grad (Degrees), Minuten und Sekunden.

In der vierten (dezimalen) Schreibweise liegt der Wertebereich der Breitengrade zwischen −90° und +90°, der Wertebereich der Längengrade zwischen −180° und +180°. Die Himmelsrichtungen N-S und E-W werden hier weggelassen. Nördliche Breiten werden positiv und südliche Breiten negativ angegeben. Östliche Längen sind positiv und westliche Längen sind negativ. Um die Breiten und Längen nicht zu verwechseln, müssen sie mit „Breite (Latitude, Lat)“ und „Länge (Longitude, Long)“ bezeichnet werden. Diese Schreibweise ist in der aufgeführten Tabelle in der vierten Zeile dargestellt.

Darstellung Beispiel Beschreibung
hddd° mm′ ss.ss″ N46°14′06.70″E008°00′55.60″46.2351978.015445 Angabe in Graden(°), Minuten(′), Sekunden(″) und Dezimalsekunden
hddd° mm.mmm′ N46°14.111667′E008°00.92670′46.2351978.015445 Angabe in Graden(°), Minuten(′) und Dezimalminuten
hddd.ddddd° N46.235197°E008.015445°46.2351978.015445 Angabe in Graden(°) und Dezimalgraden
±ddd.ddddd° Lat=46.235197°Long=008.015445°46.2351978.015445 Angabe in ±Graden(°) und Dezimalgraden

Das Format der Anzeige der geographischen Koordinaten kann in den meisten GNSS-Geräten frei gewählt werden. Im historischen Schweizerischen Bezugssystem CH1903 hat das gleiche Gebäude die Koordinaten y = 644496, x = 120581.

Im 18. und 19. Jahrhundert glichen die Geodäten größere regionale Abweichungen der Erdfigur vom idealen Ellipsoid dadurch aus, dass sie im betreffenden Gebiet ein bestanschließendes Ellipsoid berechneten, das sich der Erdoberfläche im betreffenden Gebiet gut „anschmiegte“. Der Mittelpunkt eines solchen Ellipsoids fiel nicht mit dem Massenmittelpunkt der Erde zusammen, die Umdrehungsachse war aber parallel zur Erdachse. Das Koordinatensystem ist gegenüber anderen derartigen Ellipsoiden „verschoben“ und „verbogen“. So entstanden Dutzende geodätische Systeme (Bezugssysteme für Karten). Mit der Entwicklung der Satellitennavigation musste ein weltweit einheitliches System geschaffen werden, das jetzige WGS84.

In Land- oder Seekarten, die fast immer auf früheren Systemen beruhen, könnte eine Angabe in einem falschen Bezugssystem (etwa das Eintragen einer GPS-Position) einen Fehler von etlichen Hundert Metern verursachen, wenn das Referenzellipsoid (auch Kartendatum, Bezugssystem) der Angabe nicht dasselbe ist wie das der Karte. Daher soll bei genauen Koordinatenangaben (Faustregel: falls eine Genauigkeit besser als 1 km oder besser als 1 Bogenminute gewünscht wird) das Bezugssystem mit angegeben werden.

Koordinaten können mit Hilfe geeigneter Transformations-Software von einem System zu einem anderen umgerechnet werden. Solche Software muss die Parameter beinhalten, die die Abweichung der Bezugssysteme voneinander bzw. vom WGS84 mit möglichst hoher Genauigkeit definieren.

Luftfahrt und Nautik

Genauere Positionsangaben sind in der Luftfahrt und der Nautik erforderlich. Hier werden geographische Breite und Länge in Grad und Minuten angegeben, z. B. Zugspitze Lat = 47° 25′ N oder Nord, Lon = 010° 59′ E oder Ost.

  • Bogenminuten werden dezimal weiter unterteilt.
  • Gemäß DIN 13312, gültig für Luft- und Seefahrt, wird die geographische Breite mit Lat oder älter auch φ abgekürzt, die geographische Länge mit Lon oder λ. B und L sind nicht normgemäß.
  • Eine Breitenminute entspricht auf der Erdoberfläche einer Strecke von ca. 1852 m und definiert die Länge einer Seemeile.
  • Die Strecke, die einer Längenminute entspricht, beträgt am Äquator ebenfalls 1852 m, nimmt aber zum Pol hin mit dem Kosinus der geographischen Breite bis auf Null ab. Sie ist also breitenabhängig. Innerhalb Europas liegt die Strecke zwischen 1,0 km und 1,5 km (siehe auch Abweitung).

Vermessungswesen

Im Vermessungswesen sind cm-Genauigkeiten gefragt – daher genügt die Angabe von Bogensekunden nicht, da eine Bogensekunde (1″) etwa 31 m (Breitenangabe) bzw. 20 m (Längenangabe in Europa) entspricht. Daher hat sich international die Dezimalschreibweise durchgesetzt. In Deutschland konnte die Lage der Festpunkte auf Millimeter genau als Gauß-Krüger-Koordinate, bezogen auf das Bessel-Ellipsoid, beziehungsweise im Gebiet der DDR ab den 1950er Jahren, bezogen auf das Krassowski-Ellipsoid, angegeben werden. Seit den 1990er Jahren erfolgt in Deutschland eine Umstellung auf UTM-Koordinaten im ETRS89-System, bezogen auf das GRS80-Ellipsoid.

Die natürlichen Koordinaten (astronomische Breite φ und astronomische Länge λ) können durch astronomische Ortsbestimmung ermittelt werden. Sie beziehen sich auf die tatsächliche Lotrichtung am Messpunkt. Die ellipsoidischen Koordinaten (B, L – auch geodätische Koordinaten genannt) beziehen sich hingegen auf die Normalen­richtung des verwendeten Referenzellipsoids. Die Differenz von Lotrichtung und Ellipsoidnormale ist üblicherweise kleiner als 10″ und wird als Lotabweichung bezeichnet. In der Regel verlaufen weder Lotrichtung noch Ellipsoidnormale durch den Erdmittelpunkt.

Bei geringen Genauigkeitsansprüchen, z. B. bei Kartendarstellungen in sehr kleinen Maßstäben, wird der Erdkörper zur Vereinfachung durch eine Kugel angenähert. In diesem Fall entsprechen geographische Breite und Länge sphärischen Koordinaten. Nur dann ist die Breite gleich dem Winkel im Erdmittelpunkt zwischen dem Äquator und dem gesuchten Punkt.

Die Gradeinteilung als die Einteilung des Vollwinkels des Kreises in 360° geht auf die Astronomen Hypsikles von Alexandria („Anaphorikos“, 170 v. Chr.) und Hipparch von Nikaia (190–120 v. Chr.) zurück.

Schon Claudius Ptolemäus verwandte in seiner Geographike Hyphegesis um 150 nach Chr. ein Gradnetz mit Längen- und Breitengraden. Sein Null-Meridian war der bis ins 19. Jahrhundert überwiegend verwendete Ferro-Meridian durch den westlichsten damals bekannten Landpunkt. Wegen seiner viel zu kleinen Kalkulation des Erdumfanges (etwa 30.000 km statt 40.000 km) weichen seine Angaben zur geographischen Länge dadurch nicht um 18°3′, sondern in Mitteleuropa um gut 24° von den auf Greenwich bezogenen ab. Seine Breitenangaben liegen aus nicht klar ersichtlichen Gründen über den korrekten. Einerseits passt das zu Ptolemäus’ zu geringem Erddurchmesser, andererseits hätte bei seinem zu gering angesetzten Abstand zwischen Sonne und Erde von nur 1210 Erdradien aus dem Sonnenstand auf einen zu geringen Gradabstand vom Äquator geschlossen werden müssen.

Nach der Wiederentdeckung der Geographike Hyphegesis und ihrer Übersetzung ins Lateinische im frühen 15. Jahrhundert setzte sich das Ptolemäische Gradsystem schnell durch.

Duarte Pacheco Pereira (1469–1533) verbesserte die antiken Messverfahren für die in den Azoren verankerte, globale Navigation. Mit der Einteilung des Erdballs in eine spanische und eine portugiesische Hemisphäre im Vertrag von Tordesillas von 1494 gewann das wieder etablierte Gradnetz politische Bedeutung.

1634 wurde auf El Hierro als der westlichsten Kanarischen Insel ein Nullmeridian durch den Faro de Orchilla fixiert und erst seit 1884 setzte sich der seit 1738 in England gebräuchliche Meridian von Greenwich gegen andere nationale Nullmeridiane durch.

Die auf die Messungen von Jacques Cassini und Jean Dominique Comte de Cassini aus der Zeit vor 1793 zurückgehende Nouvelle Triangulation de la France fanden im Zuge der Metrification (der Umstellung aller relevanten Maße auf den Meter als Standard) statt. Der Nullmeridian geht durch Paris, sodass das in Neugrad angegebene „Old Royal Observatory“ in Greenwich bei 2° 20′ 14,025″ W (NTF) liegt. Das umfasste auch die dezimale Einteilung des Gradmaßes in Neugrad, grades (nouvelle), heute gesetzlich als Gon (1 Vollwinkel = 400 Neugrad).

Während der Greenwich-Meridian sich aber durchgesetzt hat, wurde das Winkelmaß Gon und die 400°-Teilung geodätischer Standard in Mitteleuropa. Die Kreiseinteilung in 360° wird im Sinne der Metrifikation heute oft nur eingeschränkt als terrestrische Gradeinteilung (Gradnetz) verstanden.

  1. Claudios Ptolemaios: Geographike Hyphegesis, Kap. 10. Germania Magna (Vergleiche die Gradangaben mit denen heutiger Karten)
  2. An alternative route to mapping history (Memento vom 17. Juli 2012 im Webarchiv archive.today)
Normdaten (Sachbegriff): GND:4270106-5(OGND, AKS)

Geographische Koordinaten
geographische, koordinaten, system, bestimmung, lage, eines, punktes, erde, nach, geographische, breite, geographische, länge, sprache, beobachten, bearbeiten, geographischen, koordinaten, sind, kugelkoordinaten, denen, sich, lage, eines, punktes, erdoberfläch. Geographische Koordinaten System zu Bestimmung der Lage eines Punktes auf der Erde nach geographische Breite und geographische Lange Sprache Beobachten Bearbeiten Die geographischen Koordinaten sind Kugelkoordinaten mit denen sich die Lage eines Punktes auf der Erdoberflache beschreiben lasst Die geographische Breite wird vom Aquator aus nach Norden 0 bis 90 Nord am Nordpol und Suden 0 bis 90 Sud am Sudpol gemessen die geographische Lange vom Nullmeridian aus von 0 bis 180 gegen Osten und von 0 bis 180 gegen Westen Breitenkreise Linien konstanter Breite verlaufen parallel zum Aquator Langenkreise Linien konstanter Lange durch Nord und Sudpol Weltkarte mit Linien fur geographische Breiten und Langen in Robinson Projektion Inhaltsverzeichnis 1 Koordinatensystem 2 Darstellung von geographischen Koordinaten 3 Karten 3 1 Luftfahrt und Nautik 3 2 Vermessungswesen 4 Naturliche astronomische ellipsoidische geodatische Koordinaten 5 Geschichte 6 Siehe auch 7 Weblinks 8 EinzelnachweiseKoordinatensystem Bearbeiten Links Breitengrade Latitude rechts die Langengrade Longitude Geographische Koordinaten auf der Kugel Das Gradnetz der Erde ist ein gedachtes Koordinatensystem auf der Erdoberflache mit sich rechtwinklig schneidenden Langen und Breitenkreisen Es dient zur geographischen Ortsbestimmung das heisst zur Festlegung eines Standorts Die Breitengrade werden dabei vom Aquator aus gezahlt die Pole liegen bei 90 Nord und Sud die Langengrade werden von einem willkurlich festgelegten Nullmeridian nach Osten und Westen bis jeweils 180 gezahlt Die Festlegung der Winkel ist dem in der Mathematik ublichen Kugelkoordinatensystem entgegengesetzt Bis zum 20 Jahrhundert waren neben dem heute verwendeten Meridian von Greenwich unterschiedliche Nullmeridiane in verschiedenen Landern gebrauchlich z B der Ferro Meridian und der Meridian von Paris Bei Koordinatenangaben ist zu beachten dass die Erde keine Kugel ist sondern einem Ellipsoid ahnelt Dies bewirkt eine Verschiebung bis zu 20 km Aufgrund fortschreitender Erkenntnis zur Erdform und zum Schwerefeld Geoid wurden national unterschiedliche Referenzen angewendet Koordinaten haben daher immer ein bestimmtes Bezugssystem International wird heute meist das World Geodetic System 1984 WGS84 benutzt Darstellung von geographischen Koordinaten Bearbeiten Koordinaten auf einer Flugkarte Standard Terminal Arrival Route GPS Einstellung des Formates der geographischen Koordinaten auf hddd mm ss s Geografische Koordinaten konnen in drei Zahlenformaten dargestellt werden Traditionell werden sie im Sexagesimalformat angegeben d h 1 Grad ist unterteilt in 60 Minuten 1 Minute wiederum in 60 Sekunden Beispiel 46 14 06 70 N 8 0 55 60 O Typographisch werden dabei die Minuten und Sekunden durch eine Prime bzw Doppelprime bezeichnet In der zweiten Darstellung werden die Minuten in dezimaler Form geschrieben die Angabe von Sekunden erubrigt sich 0 1 entsprechen hier 6 0 In der dritten Darstellung werden die Grade in dezimaler Form dargestellt 0 1 entsprechen hier 6 0 Uber beliebig viele Nachkommastellen kann die gewunschte Genauigkeit erreicht werden Daruber hinaus gibt es Methoden Gradnetzkoordinaten ohne Prazisionsverlust in kurzere Darstellungen umzurechnen etwa QTH Locator oder Open Location Code Der Wertebereich der Breitengrade geht von 90 S bis 90 N und die Werte der Langengrade liegen zwischen 180 W und 180 O Um Missverstandnissen vorzubeugen werden in der Luftfahrt durch vorangestellte Nullen die Breitengrade immer zweistellig und die Langengrade immer dreistellig angegeben Gleiches gilt fur die Angabe der Winkelminuten und ggf der Winkelsekunden So ist in der nebenstehenden Karte fur einen Anflug nach Zurich der Wegpunkt AMIKI mit 47 34 4 N 009 02 3 O angegeben In der Tabelle sind als Beispiel die Koordinaten eines historischen Gebaudes im WGS84 Bezug aufgefuhrt Die vier Beispiele beschreiben in den unterschiedlichen Schreibweisen den gleichen Punkt In der Darstellung ist der Buchstabe h ein Platzhalter fur die Angaben der Himmelsrichtung N S W O Oft wird auch in deutschen Texten anstelle des O fur Osten ein E fur East geschrieben Die Angabe der Himmelsrichtung kann vor oder nach den Ziffern stehen Die Buchstaben d m und s stehen fur Grad Degrees Minuten und Sekunden In der vierten dezimalen Schreibweise liegt der Wertebereich der Breitengrade zwischen 90 und 90 der Wertebereich der Langengrade zwischen 180 und 180 Die Himmelsrichtungen N S und E W werden hier weggelassen Nordliche Breiten werden positiv und sudliche Breiten negativ angegeben Ostliche Langen sind positiv und westliche Langen sind negativ Um die Breiten und Langen nicht zu verwechseln mussen sie mit Breite Latitude Lat und Lange Longitude Long bezeichnet werden Diese Schreibweise ist in der aufgefuhrten Tabelle in der vierten Zeile dargestellt Darstellung Beispiel Beschreibunghddd mm ss ss N46 14 06 70 E008 00 55 60 46 235197 8 015445 Angabe in Graden Minuten Sekunden und Dezimalsekundenhddd mm mmm N46 14 111667 E008 00 92670 46 235197 8 015445 Angabe in Graden Minuten und Dezimalminutenhddd ddddd N46 235197 E008 015445 46 235197 8 015445 Angabe in Graden und Dezimalgraden ddd ddddd Lat 46 235197 Long 008 015445 46 235197 8 015445 Angabe in Graden und Dezimalgraden Das Format der Anzeige der geographischen Koordinaten kann in den meisten GNSS Geraten frei gewahlt werden Im historischen Schweizerischen Bezugssystem CH1903 hat das gleiche Gebaude die Koordinaten y 644496 x 120581 Karten BearbeitenIm 18 und 19 Jahrhundert glichen die Geodaten grossere regionale Abweichungen der Erdfigur vom idealen Ellipsoid dadurch aus dass sie im betreffenden Gebiet ein bestanschliessendes Ellipsoid berechneten das sich der Erdoberflache im betreffenden Gebiet gut anschmiegte Der Mittelpunkt eines solchen Ellipsoids fiel nicht mit dem Massenmittelpunkt der Erde zusammen die Umdrehungsachse war aber parallel zur Erdachse Das Koordinatensystem ist gegenuber anderen derartigen Ellipsoiden verschoben und verbogen So entstanden Dutzende geodatische Systeme Bezugssysteme fur Karten Mit der Entwicklung der Satellitennavigation musste ein weltweit einheitliches System geschaffen werden das jetzige WGS84 In Land oder Seekarten die fast immer auf fruheren Systemen beruhen konnte eine Angabe in einem falschen Bezugssystem etwa das Eintragen einer GPS Position einen Fehler von etlichen Hundert Metern verursachen wenn das Referenzellipsoid auch Kartendatum Bezugssystem der Angabe nicht dasselbe ist wie das der Karte Daher soll bei genauen Koordinatenangaben Faustregel falls eine Genauigkeit besser als 1 km oder besser als 1 Bogenminute gewunscht wird das Bezugssystem mit angegeben werden Koordinaten konnen mit Hilfe geeigneter Transformations Software von einem System zu einem anderen umgerechnet werden Solche Software muss die Parameter beinhalten die die Abweichung der Bezugssysteme voneinander bzw vom WGS84 mit moglichst hoher Genauigkeit definieren Luftfahrt und Nautik Bearbeiten Genauere Positionsangaben sind in der Luftfahrt und der Nautik erforderlich Hier werden geographische Breite und Lange in Grad und Minuten angegeben z B Zugspitze Lat 47 25 N oder Nord Lon 010 59 E oder Ost Bogenminuten werden dezimal weiter unterteilt Gemass DIN 13312 gultig fur Luft und Seefahrt wird die geographische Breite mit Lat oder alter auch f abgekurzt die geographische Lange mit Lon oder l B und L sind nicht normgemass Eine Breitenminute entspricht auf der Erdoberflache einer Strecke von ca 1852 m und definiert die Lange einer Seemeile Die Strecke die einer Langenminute entspricht betragt am Aquator ebenfalls 1852 m nimmt aber zum Pol hin mit dem Kosinus der geographischen Breite bis auf Null ab Sie ist also breitenabhangig Innerhalb Europas liegt die Strecke zwischen 1 0 km und 1 5 km siehe auch Abweitung Vermessungswesen Bearbeiten Im Vermessungswesen sind cm Genauigkeiten gefragt daher genugt die Angabe von Bogensekunden nicht da eine Bogensekunde 1 etwa 31 m Breitenangabe bzw 20 m Langenangabe in Europa entspricht Daher hat sich international die Dezimalschreibweise durchgesetzt In Deutschland konnte die Lage der Festpunkte auf Millimeter genau als Gauss Kruger Koordinate bezogen auf das Bessel Ellipsoid beziehungsweise im Gebiet der DDR ab den 1950er Jahren bezogen auf das Krassowski Ellipsoid angegeben werden Seit den 1990er Jahren erfolgt in Deutschland eine Umstellung auf UTM Koordinaten im ETRS89 System bezogen auf das GRS80 Ellipsoid Naturliche astronomische ellipsoidische geodatische Koordinaten BearbeitenDie naturlichen Koordinaten astronomische Breite f und astronomische Lange l konnen durch astronomische Ortsbestimmung ermittelt werden Sie beziehen sich auf die tatsachliche Lotrichtung am Messpunkt Die ellipsoidischen Koordinaten B L auch geodatische Koordinaten genannt beziehen sich hingegen auf die Normalen richtung des verwendeten Referenzellipsoids Die Differenz von Lotrichtung und Ellipsoidnormale ist ublicherweise kleiner als 10 und wird als Lotabweichung bezeichnet In der Regel verlaufen weder Lotrichtung noch Ellipsoidnormale durch den Erdmittelpunkt Bei geringen Genauigkeitsanspruchen z B bei Kartendarstellungen in sehr kleinen Massstaben wird der Erdkorper zur Vereinfachung durch eine Kugel angenahert In diesem Fall entsprechen geographische Breite und Lange spharischen Koordinaten Nur dann ist die Breite gleich dem Winkel im Erdmittelpunkt zwischen dem Aquator und dem gesuchten Punkt Geschichte BearbeitenDie Gradeinteilung als die Einteilung des Vollwinkels des Kreises in 360 geht auf die Astronomen Hypsikles von Alexandria Anaphorikos 170 v Chr und Hipparch von Nikaia 190 120 v Chr zuruck Schon Claudius Ptolemaus verwandte in seiner Geographike Hyphegesis um 150 nach Chr ein Gradnetz mit Langen und Breitengraden Sein Null Meridian war der bis ins 19 Jahrhundert uberwiegend verwendete Ferro Meridian durch den westlichsten damals bekannten Landpunkt Wegen seiner viel zu kleinen Kalkulation des Erdumfanges etwa 30 000 km statt 40 000 km weichen seine Angaben zur geographischen Lange dadurch nicht um 18 3 sondern in Mitteleuropa um gut 24 von den auf Greenwich bezogenen ab Seine Breitenangaben liegen aus nicht klar ersichtlichen Grunden uber den korrekten 1 Einerseits passt das zu Ptolemaus zu geringem Erddurchmesser andererseits hatte bei seinem zu gering angesetzten Abstand zwischen Sonne und Erde von nur 1210 Erdradien aus dem Sonnenstand auf einen zu geringen Gradabstand vom Aquator geschlossen werden mussen Nach der Wiederentdeckung der Geographike Hyphegesis und ihrer Ubersetzung ins Lateinische im fruhen 15 Jahrhundert setzte sich das Ptolemaische Gradsystem schnell durch 2 Duarte Pacheco Pereira 1469 1533 verbesserte die antiken Messverfahren fur die in den Azoren verankerte globale Navigation Mit der Einteilung des Erdballs in eine spanische und eine portugiesische Hemisphare im Vertrag von Tordesillas von 1494 gewann das wieder etablierte Gradnetz politische Bedeutung 1634 wurde auf El Hierro als der westlichsten Kanarischen Insel ein Nullmeridian durch den Faro de Orchilla fixiert und erst seit 1884 setzte sich der seit 1738 in England gebrauchliche Meridian von Greenwich gegen andere nationale Nullmeridiane durch Die auf die Messungen von Jacques Cassini und Jean Dominique Comte de Cassini aus der Zeit vor 1793 zuruckgehende Nouvelle Triangulation de la France fanden im Zuge der Metrification der Umstellung aller relevanten Masse auf den Meter als Standard statt Der Nullmeridian geht durch Paris sodass das in Neugrad angegebene Old Royal Observatory in Greenwich bei 2 20 14 025 W NTF liegt Das umfasste auch die dezimale Einteilung des Gradmasses in Neugrad grades nouvelle heute gesetzlich als Gon 1 Vollwinkel 400 Neugrad Wahrend der Greenwich Meridian sich aber durchgesetzt hat wurde das Winkelmass Gon und die 400 Teilung geodatischer Standard in Mitteleuropa Die Kreiseinteilung in 360 wird im Sinne der Metrifikation heute oft nur eingeschrankt als terrestrische Gradeinteilung Gradnetz verstanden Siehe auch BearbeitenGeschichte der Astronomie Koordinatenreferenzsystem Polarkoordinaten Schweizer Landeskoordinaten Orthodrome Loxodrome Georeferenzierung Kartennetzentwurf Kartenprojektion zum Erzeugen von Landkarten Weblinks BearbeitenLangen und Breitengrad von Orten und eigener Position ermitteln Geografische Koordinaten ermitteln und umrechnenEinzelnachweise Bearbeiten Claudios Ptolemaios Geographike Hyphegesis Kap 10 Germania Magna Vergleiche die Gradangaben mit denen heutiger Karten An alternative route to mapping history Memento vom 17 Juli 2012 im Webarchiv archive today Normdaten Sachbegriff GND 4270106 5 OGND AKS Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Geographische Koordinaten amp oldid 213587082, wikipedia, wiki, deutsches

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