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Gefingerter Lerchensporn

Der Gefingerte Lerchensporn (Corydalis solida, Syn.: Corydalis bulbosa), auch Finger-Lerchensporn, Vollwurz-Lerchensporn oder Fester Lerchensporn genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Lerchensporne (Corydalis) in der Unterfamilie der Erdrauchgewächse (Fumarioideae) innerhalb der Familie der Mohngewächse (Papaveraceae). Sie ist in Eurasien verbreitet.

Gefingerter Lerchensporn

Gefingerter Lerchensporn (Corydalis solida)

Systematik
Eudikotyledonen
Ordnung: Hahnenfußartige (Ranunculales)
Familie: Mohngewächse (Papaveraceae)
Unterfamilie: Erdrauchgewächse (Fumarioideae)
Gattung: Lerchensporne (Corydalis)
Art: Gefingerter Lerchensporn
Wissenschaftlicher Name
Corydalis solida
(L.) Clairv.

Inhaltsverzeichnis

Unterirdische Pflanzenteile
Illustration
Früchte
Habitus des Gefingerten Lerchensporns
Vergleich der Blütenstände von Gefingertem (links) und Hohlem Lerchensporn; man beachte insbesondere die Tragblätter, die bei Corydalis solida fingerförmig sind, bei Corydalis cava oval und ganzrandig

Erscheinungsbild und Blatt

Der Gefingerte Lerchensporn wächst als horstbildende, ausdauernde, krautige Pflanze. Der kahle, aufrechte, nicht verzweigte Stängel erreicht Wuchshöhen von 10 bis zu 20, selten auch 30 Zentimetern. Dieser vorsommergrüne Geophyt besitzt eine braune, feste kugelige Wurzelknolle; darauf verweist das Artepitheton solida (lat. für fest). Am Grund der Stängel sitzt ein schuppiges Niederblatt, in dessen Achsel oft ein steriler Ast sitzt.

Die blaugrünen Laubblätter bestehen aus drei tief eingeschnittenen Teilblättchen.

Blütenstand und Blüte

Die Blütezeit reicht von März bis Anfang Mai. Der endständige, traubige Blütenstand enthält bis zu fünfzehn gedrängt sitzende Blüten, die im Alter leicht überhängen. Die Tragblätter der Blüten sind eiförmig-lanzettlich und durch mehrere tiefe Einschnitte in fingerförmige Zipfel unterteilt (daher der deutsche Name Gefingerter Lerchensporn).

Die zwittrigen Blüten sind bei einer Länge von 10 und 20 Millimetern zygomorph. Kelchblätter fehlen. Die Farbe der Blütenkronblätter variiert von hellblau über blasslila bis zu stumpfem Purpurrot, selten sind sie auch weiß oder hellrot. Die Oberlippe der Blüte ist breit ausgerandet und besitzt einen flachen Saum. Die inneren Kronblätter sind auf dem Rücken flügelig gekielt und besitzen einen über die Spitze hinausgehenden Flügel. Der Sporn ist gerade und etwa so lang wie die restliche Blüte.

Frucht und Samen

Die Frucht ist eine etwa 1,5 bis 2 Zentimeter lange hängende scheidewandlose, zweiklappige Schote, die mehrere schwarze, nierenförmige Samen enthält.

Chromosomensatz

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.

Gefingerte Lerchensporn handelt es sich um einen vorsommergrünen, hygromorphen Geophyten.

Bis der Gefingerte Lerchensporn das erste Mal blüht, vergehen in der Regel mehrere Jahre. In der Sonne duftet der Gefingerte Lerchensporn stark. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten. Dabei haben aber nur langrüsselige Insekten eine Chance, an den im Sporn des oberen Kronblattes verborgenen Nektar zu gelangen. Die kurzrüssligen Hummeln wählen daher oft eine Abkürzung und beißen den Sporn von außen auf.

Die Samen werden durch Ameisen ausgebreitet (Myrmechorie). Dies wird durch Samenanhängsel (sogenannte Ölkörper) bewirkt, welche den Ameisen als Nahrung dienen. Die Ameisen schleppen die Samen in ihren Bau und nach dem der Ölkörper verzehrt ist, werden die Reste aus dem Bau entfernt. Nun können die Samen bei günstigen Bedingungen keimen.

Der Gefingerte Lerchensporn ist Nektarlieferant für den Zitronenfalter und Futterpflanze für die Raupe des Schwarzen Apollofalters.

Der Gefingerte Lerchensporn ist ein europäisches Florenelement. Der Gefingerte Lerchensporn ist in Mittel- und Nordeuropa sowie in Westasien verbreitet. Sein Areal erstreckt sich im Westen bis zu den Pyrenäen; nordwärts bis zum südöstlichen Schweden, südlichen Finnland und bis ins nördliche Russland; die Ostgrenze liegt im Wolga-Gebiet; im Süden kommt sie nur in den europäischen Gebirgen vor (algerischer Atlas, Taurus und Libanon).

Er fehlt im mitteleuropäischen Tiefland, in den Mittelgebirgen mit Kalkgestein und im östlichen Teil Süddeutschlands in großen Gebieten, ebenso in den Nördlichen Kalkalpen und in den Zentralalpen; sonst ist er in Mitteleuropa sehr selten, er bildet dort aber an seinen Standorten meist individuenreiche Bestände.

Der Gefingerte Lerchensporn gedeiht am besten auf etwas feuchten, leichten, lockeren, mullreichen, aber kalkarmen Lehmböden. Der Gefingerte Lerchensporn gedeiht in Niederungen und in Höhenlagen bis zu maximal 2000 Metern. Er gedeiht in Mitteleuropa vor allem in lichten Laubmischwäldern, Waldrändern, Gebüschen und auch in warmen Auwäldern. Er bevorzugt halbschattige Standorte, wo er oft in größeren Gruppen auftritt, die aber selten bestandsbildend sind. Er gedeiht in Mitteleuropa besonders in Gesellschaften der Verbände Carpinion, Fagion, Alliarion oder der Ordnung Prunetalia, aber auch im Geranio-Allietum des Verbands Fumario-Euphorbion kommt er vor.

Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern.

Der Gefingerte Lerchensporn ist wesentlich seltener als der Hohle Lerchensporn. In Deutschland wird er in den Bundesländern Sachsen und Niedersachsen in der Roten Liste der bedrohten Pflanzenarten als „gefährdet“ eingestuft. Insgesamt gilt er in Deutschland aber als ungefährdet.

Entsprechend den ökologischen Zeigerwerten nach Ellenberg weist diese Schattenpflanze auf warmgemäßigtes See-/Kontinentales-Übergangsklima und gleichmäßig feuchte Gebiete hin. Das Vorkommen des Gefingerten Lerchensporns lässt auf nicht-saure, stickstoffreiche Böden schließen.

Der Gefingerte Lerchensporn enthält, vor allem in der Knolle, giftige Alkaloide. Es handelt sich um etwa 20 verschiedene Isochinolin-Alkaloide, die mittel bis stark giftig sind. Das toxikologisch bedeutsamste Alkaloid ist das (S)-Bulbocapnin.

Der Gefingerte Lerchensporn (Corydalis solida) ist in der Literatur auch unter den Synonymen Corydalis bulbosa, Fumaria bulbosa und Fumaria bulbosa var. solida zu finden.

Es werden etwa sieben Unterarten des Gefingerten Lerchensporns (Corydalis solida) unterscheiden:

  • Corydalis solida subsp. solida
  • Corydalis solida subsp. laxa(Fries) Nordstedt, mit vorwiegender Verbreitung in Schweden, wird aber auch als Hybride von Corydalis pumila × Corydalis solida angesehen.
  • Corydalis solida subsp. densiflora (C. Presl) Hayek, kommt nur in Süditalien, in Sizilien und in Algerien vor.
  • Corydalis solida subsp. incisa Lidén, kommt in den Gebirgen der Balkanhalbinsel in Griechenland im früheren Jugoslawien und in Albanien vor. Sie hat die Chromosomenzahl 2n = 16.
  • Corydalis solida subsp. oligantha (Trinajstić) Greuter & Burdet, kommt nur auf der Insel Brač in Dalmatien vor.
  • Corydalis solida subsp. slivenensis (Velen.) Hayek, kommt in Bulgarien, im früheren Jugoslawien, in Griechenland und im europäischen Teil der Türkei vor.
  • Corydalis solida subsp. subremota Popov ex Lidén & Zetterlund, kommt in Sibirien (Krasnojarsk) vor.

In der chinesischen Medizin wird der Gefingerte Lerchensporn seit mehr als 1000 Jahren als Schmerzmittel eingesetzt. Die Wirkstoffe der Knolle werden in der Naturheilkunde als antibakteriell, beruhigend, nervenstärkend, krampflösend und halluzinogen angegeben.

Gelegentlich wird der Gefingerte Lerchensporn auch als Zierpflanze in Gärten und in Parks genutzt. Er erobert auch schwierige Flächen schnell. Er benötigt nährstoffreiche Humusböden mit milder Feuchte.

  • Dietmar Aichele, Marianne Golte-Bechtle: Was blüht denn da? Wildwachsende Blütenpflanzen Mitteleuropas. 52. Auflage. Franckh-Kosmos, Stuttgart 1989, ISBN 3-440-05615-5.

Einzelnachweise

  1. Corydalis solida (L.) Clairv., Finger-Lerchensporn. FloraWeb.de
  2. Corydalis solida bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. Louis.
  3. Oskar Sebald, Siegmund Seybold, Georg Philippi (Hrsg.): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. Band 1: Allgemeiner Teil, Spezieller Teil (Pteridophyta, Spermatophyta): Lycopodiaceae bis Plumbaginaceae. 2., ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart 1993, ISBN 3-8001-3322-9.
  4. Dietmar Aichele, Heinz-Werner Schwegler: Die Blütenpflanzen Mitteleuropas. Band 2: Eibengewächse bis Schmetterlingsblütengewächse. Franckh-Kosmos, Stuttgart 1994, ISBN 3-440-06192-2.
  5. Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5,S.428.
  6. B. Bös: Das GIFTPFLANZEN.COMpendium, Zugriff Februar 2008.
  7. Jaakko Jalas, Juha Suominen (Hrsg.): Atlas Florae Europaeae. Distribution of Vascular Plants in Europe. 9. Paeoniaceae to Capparaceae. Akateeminen Kirjakauppa, The Committee for Mapping the Flora of Europe & Societas Biologica Fennica Vanamo, Helsinki 1991, ISBN 951-9108-08-4, S. 74–77.
  8. Werner Greuter, Hervé-Maurice Burdet, Gilbert Long (Hrsg.): Med-Checklist. A critical inventory of vascular plants of the circum-mediterranean countries. Vol. 4: Dicotyledones (Lauraceae – Rhamnaceae). Conservatoire et Jardin Botanique, Genève 1989, ISBN 2-8277-0154-5,S.272–273. online.
  9. Corydalis solida bei Plants For A Future, abgerufen am 16. Mai 2018.
  10. Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven:@1@2Vorlage:Toter Link/www2.tu-berlin.de Landschaftsökologie an der TU-Berlin, S. 6.

Weblinks

Commons: Gefingerter Lerchensporn (Corydalis solida) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
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Gefingerter Lerchensporn
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Gefingerter Lerchensporn Art der Gattung Lerchensporne Corydalis Sprache Beobachten Bearbeiten Der Gefingerte Lerchensporn Corydalis solida Syn Corydalis bulbosa auch Finger Lerchensporn 1 Vollwurz Lerchensporn oder Fester Lerchensporn genannt ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Lerchensporne Corydalis in der Unterfamilie der Erdrauchgewachse Fumarioideae innerhalb der Familie der Mohngewachse Papaveraceae Sie ist in Eurasien verbreitet Gefingerter LerchenspornGefingerter Lerchensporn Corydalis solida SystematikEudikotyledonenOrdnung Hahnenfussartige Ranunculales Familie Mohngewachse Papaveraceae Unterfamilie Erdrauchgewachse Fumarioideae Gattung Lerchensporne Corydalis Art Gefingerter LerchenspornWissenschaftlicher NameCorydalis solida L Clairv Inhaltsverzeichnis 1 Beschreibung 1 1 Erscheinungsbild und Blatt 1 2 Blutenstand und Blute 1 3 Frucht und Samen 1 4 Chromosomensatz 2 Okologie 3 Vorkommen und Gefahrdung 4 Toxikologie 5 Systematik und Unterarten 6 Verwendung 7 Quellen 7 1 Einzelnachweise 7 2 WeblinksBeschreibung Bearbeiten Unterirdische Pflanzenteile Illustration Fruchte Habitus des Gefingerten Lerchensporns Vergleich der Blutenstande von Gefingertem links und Hohlem Lerchensporn man beachte insbesondere die Tragblatter die bei Corydalis solida fingerformig sind bei Corydalis cava oval und ganzrandig Erscheinungsbild und Blatt Bearbeiten Der Gefingerte Lerchensporn wachst als horstbildende ausdauernde krautige Pflanze Der kahle aufrechte nicht verzweigte Stangel erreicht Wuchshohen von 10 bis zu 20 selten auch 30 Zentimetern 1 Dieser vorsommergrune Geophyt besitzt eine braune feste kugelige Wurzelknolle 1 darauf verweist das Artepitheton solida lat fur fest Am Grund der Stangel sitzt ein schuppiges Niederblatt in dessen Achsel oft ein steriler Ast sitzt Die blaugrunen Laubblatter bestehen aus drei tief eingeschnittenen Teilblattchen Blutenstand und Blute Bearbeiten Die Blutezeit reicht von Marz bis Anfang Mai Der endstandige traubige Blutenstand enthalt bis zu funfzehn gedrangt sitzende Bluten die im Alter leicht uberhangen Die Tragblatter der Bluten sind eiformig lanzettlich und durch mehrere tiefe Einschnitte in fingerformige Zipfel unterteilt daher der deutsche Name Gefingerter Lerchensporn Die zwittrigen Bluten sind bei einer Lange von 10 und 20 Millimetern zygomorph Kelchblatter fehlen Die Farbe der Blutenkronblatter variiert von hellblau uber blasslila bis zu stumpfem Purpurrot selten sind sie auch weiss oder hellrot Die Oberlippe der Blute ist breit ausgerandet und besitzt einen flachen Saum Die inneren Kronblatter sind auf dem Rucken flugelig gekielt und besitzen einen uber die Spitze hinausgehenden Flugel Der Sporn ist gerade und etwa so lang wie die restliche Blute Frucht und Samen Bearbeiten Die Frucht ist eine etwa 1 5 bis 2 Zentimeter lange hangende scheidewandlose zweiklappige Schote die mehrere schwarze nierenformige Samen enthalt Chromosomensatz Bearbeiten Die Chromosomenzahl betragt 2n 16 2 Okologie BearbeitenGefingerte Lerchensporn handelt es sich um einen vorsommergrunen hygromorphen Geophyten 1 Bis der Gefingerte Lerchensporn das erste Mal bluht vergehen in der Regel mehrere Jahre In der Sonne duftet der Gefingerte Lerchensporn stark Die Bestaubung erfolgt durch Insekten 1 Dabei haben aber nur langrusselige Insekten eine Chance an den im Sporn des oberen Kronblattes verborgenen Nektar zu gelangen Die kurzrussligen Hummeln wahlen daher oft eine Abkurzung und beissen den Sporn von aussen auf Die Samen werden durch Ameisen ausgebreitet Myrmechorie 1 Dies wird durch Samenanhangsel sogenannte Olkorper bewirkt welche den Ameisen als Nahrung dienen Die Ameisen schleppen die Samen in ihren Bau und nach dem der Olkorper verzehrt ist werden die Reste aus dem Bau entfernt Nun konnen die Samen bei gunstigen Bedingungen keimen Der Gefingerte Lerchensporn ist Nektarlieferant fur den Zitronenfalter und Futterpflanze fur die Raupe des Schwarzen Apollofalters 1 Vorkommen und Gefahrdung BearbeitenDer Gefingerte Lerchensporn ist ein europaisches Florenelement Der Gefingerte Lerchensporn ist in Mittel und Nordeuropa sowie in Westasien verbreitet Sein Areal erstreckt sich im Westen bis zu den Pyrenaen nordwarts bis zum sudostlichen Schweden sudlichen Finnland und bis ins nordliche Russland die Ostgrenze liegt im Wolga Gebiet im Suden kommt sie nur in den europaischen Gebirgen vor algerischer Atlas Taurus und Libanon 3 Er fehlt im mitteleuropaischen Tiefland in den Mittelgebirgen mit Kalkgestein und im ostlichen Teil Suddeutschlands in grossen Gebieten ebenso in den Nordlichen Kalkalpen und in den Zentralalpen sonst ist er in Mitteleuropa sehr selten er bildet dort aber an seinen Standorten meist individuenreiche Bestande 4 Der Gefingerte Lerchensporn gedeiht am besten auf etwas feuchten leichten lockeren mullreichen aber kalkarmen Lehmboden 4 Der Gefingerte Lerchensporn gedeiht in Niederungen und in Hohenlagen bis zu maximal 2000 Metern Er gedeiht in Mitteleuropa vor 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Gefingerten Lerchensporns lasst auf nicht saure stickstoffreiche Boden schliessen Toxikologie BearbeitenDer Gefingerte Lerchensporn enthalt vor allem in der Knolle giftige Alkaloide 4 Es handelt sich um etwa 20 verschiedene Isochinolin Alkaloide die mittel bis stark giftig sind Das toxikologisch bedeutsamste Alkaloid ist das S Bulbocapnin 6 Systematik und Unterarten BearbeitenDer Gefingerte Lerchensporn Corydalis solida ist in der Literatur auch unter den Synonymen Corydalis bulbosa Fumaria bulbosa und Fumaria bulbosa var solida zu finden Es werden etwa sieben Unterarten des Gefingerten Lerchensporns Corydalis solida unterscheiden Corydalis solida subsp solida Corydalis solida subsp laxa Fries Nordstedt mit vorwiegender Verbreitung in Schweden wird aber auch als Hybride von Corydalis pumila Corydalis solida angesehen 7 Corydalis solida subsp densiflora C Presl Hayek kommt nur in Suditalien in Sizilien und in Algerien vor 8 Corydalis solida subsp incisa Liden kommt in den Gebirgen der Balkanhalbinsel in Griechenland im fruheren Jugoslawien und in Albanien vor 8 Sie hat die Chromosomenzahl 2n 16 2 Corydalis solida subsp oligantha Trinajstic Greuter amp Burdet kommt nur auf der Insel Brac in Dalmatien vor 7 Corydalis solida subsp slivenensis Velen Hayek kommt in Bulgarien im fruheren Jugoslawien in Griechenland und im europaischen Teil der Turkei vor 8 Corydalis solida subsp subremota Popov ex Liden amp Zetterlund kommt in Sibirien Krasnojarsk vor Verwendung BearbeitenIn der chinesischen Medizin wird der Gefingerte Lerchensporn seit mehr als 1000 Jahren als Schmerzmittel eingesetzt Die Wirkstoffe der Knolle werden in der Naturheilkunde als antibakteriell beruhigend nervenstarkend krampflosend und halluzinogen angegeben 9 Gelegentlich wird der Gefingerte Lerchensporn auch als Zierpflanze in Garten und in Parks genutzt Er erobert auch schwierige Flachen schnell Er benotigt nahrstoffreiche Humusboden mit milder Feuchte 10 Quellen BearbeitenDietmar Aichele Marianne Golte Bechtle Was bluht denn da Wildwachsende Blutenpflanzen Mitteleuropas 52 Auflage Franckh Kosmos Stuttgart 1989 ISBN 3 440 05615 5 Einzelnachweise Bearbeiten a b c d e f g h Corydalis solida L Clairv Finger Lerchensporn FloraWeb de a b Corydalis solida bei Tropicos org In IPCN Chromosome Reports Missouri Botanical Garden St Louis Oskar Sebald Siegmund Seybold Georg Philippi Hrsg Die Farn und Blutenpflanzen Baden Wurttembergs Band 1 Allgemeiner Teil Spezieller Teil Pteridophyta Spermatophyta Lycopodiaceae bis Plumbaginaceae 2 erganzte Auflage Eugen Ulmer Stuttgart 1993 ISBN 3 8001 3322 9 a b c d Dietmar Aichele Heinz Werner Schwegler Die Blutenpflanzen Mitteleuropas Band 2 Eibengewachse bis Schmetterlingsblutengewachse Franckh Kosmos Stuttgart 1994 ISBN 3 440 06192 2 Erich Oberdorfer Pflanzensoziologische Exkursionsflora fur Deutschland und angrenzende Gebiete Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Muller 8 stark uberarbeitete und erganzte Auflage Eugen Ulmer Stuttgart Hohenheim 2001 ISBN 3 8001 3131 5 S 428 B Bos Das GIFTPFLANZEN COMpendium Zugriff Februar 2008 a b Jaakko Jalas Juha Suominen Hrsg Atlas Florae Europaeae Distribution of Vascular Plants in Europe 9 Paeoniaceae to Capparaceae Akateeminen Kirjakauppa The Committee for Mapping the Flora of Europe amp Societas Biologica Fennica Vanamo Helsinki 1991 ISBN 951 9108 08 4 S 74 77 a b c Werner Greuter Herve Maurice Burdet Gilbert Long Hrsg Med Checklist A critical inventory of vascular plants of the circum mediterranean countries Vol 4 Dicotyledones Lauraceae Rhamnaceae Conservatoire et Jardin Botanique Geneve 1989 ISBN 2 8277 0154 5 S 272 273 online Corydalis solida bei Plants For A Future abgerufen am 16 Mai 2018 Seite nicht mehr abrufbar Suche in Webarchiven 1 2 Vorlage Toter Link www2 tu berlin de Landschaftsokologie an der TU Berlin S 6 Weblinks Bearbeiten Commons Gefingerter Lerchensporn Corydalis solida Album mit Bildern Videos und Audiodateien Gefingerter Lerchensporn In BiolFlor der Datenbank 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