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Gefahrstoff

Gefahrstoffe im Sinne der Gefahrstoffverordnung sind

  1. gefährliche Stoffe und Gemische nach § 3 Gefahrstoffverordnung,
  2. Stoffe, Gemische und Erzeugnisse, die explosionsfähig sind,
  3. Stoffe, Gemische und Erzeugnisse, aus denen bei der Herstellung oder Verwendung gefährliche Stoffe entstehen oder freigesetzt werden,
  4. Stoffe und Gemische, die die Kriterien für eine Einstufung nicht erfüllen, aber auf Grund ihrer physikalisch-chemischen, chemischen oder toxischen Eigenschaften und der Art und Weise, wie sie am Arbeitsplatz vorhanden sind oder verwendet werden, die Gesundheit und die Sicherheit der Beschäftigten gefährden können,
  5. alle Stoffe, denen ein Arbeitsplatzgrenzwert zugewiesen worden ist.

Laut des Gefahrgutbeförderungsgesetzes besitzt die Beförderung von Gefahrstoff innerhalb einer oder mehrerer verbundener Betriebsgeländen, Herstellung, Bearbeitung, Verarbeitung, Aufarbeitung, Lagerung, Verwendung oder Entsorgung, soweit sie in abgeschlossenem Gelände stattfindet keine Anwendung. Man spricht dann auch nicht mehr von Gefahrgut, sondern von Gefahrstoff. Die Beförderung umfasst nicht nur die Ortsveränderung, sondern auch die Übernahme, Ablieferung sowie zeitweilige Aufenthalte, die im Verlauf dessen stattfinden. Die Vorbereitungs- und Abschlusshandlungen zur Beförderung der gefährlichen Güter wie das Verpacken, Auspacken, Be- und Entladen von Güter, Herstellen, Einführen und Inverkehrbringen von Verpackungen Beförderungsmitteln und Fahrzeugen, müssen nicht zwangsläufig vom Beförderer ausgehen. Über einen zeitweiligen Aufenthalt spricht man bei einem Wechsel der Beförderungsart (Kombiverkehr), Wechsel des Beförderungsmittels (Umschlag) oder sonstigen Gründen.

Es gibt vier verschiedene Möglichkeiten, wie Gefahrstoffe in den Körper gelangen können:

  1. Inhalativ, durch Einatmen von Gasen, Dämpfe, Stäube, Aerosole werden sie durch die Nase in den Körper aufgenommen
  2. Oral, Flüssigkeiten und Stäube gelangen durch den Mund in den Körper
  3. Dermal, die Haut nimmt durch Resorption Flüssigkeiten, Dämpfe und Stäube auf
  4. Subkutan, durch Eindringen eines Fremdkörpers unter die Haut (z. B. mit Nadel versehentlich in die Hand gestochen)
  1. Giftige Stoffe können nach Einatmen, Verschlucken oder nach Berührung mit der Haut erhebliche Gesundheitsschäden oder den Tod verursachen. (Beispiele für giftige Stoffe sind Chlor, Anilin, gewisse Schädlingsbekämpfungsmittel.)
  2. Schwach giftig sind Stoffe, die geringere, aber doch zu beachtende Gesundheitsschäden hervorrufen. (Beispiele für schwach giftige Stoffe sind Methylenchlorid, Bariumcarbonat.)
  3. Ansteckungsgefährliche Stoffe enthalten lebensfähige Mikroorganismen, von denen bekannt ist, dass sie Krankheiten bei Menschen und Tieren verursachen können. (Beispiele für ansteckungsgefährliche Stoffe sind Kulturen von infektiösen Microorganismen, bestimmte infizierte Proben.)
  4. Radioaktive Stoffe zerfallen spontan und setzen Strahlung frei.
  5. Ätzende Stoffe zerstören lebendes Gewebe (z. B. Haut) und greifen auch feste Stoffe (z. B. Metalle) an. (Beispiele für ätzende Stoffe sind Schwefelsäure, Salzsäure und Natronlauge).

Als gefährlicher Stoff oder als gefährliches Gemisch eingestufte Chemikalien werden beim Inverkehrbringen mit einer Kennzeichnung versehen. Entsprechenden Regelungen enthält die Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP). Anhand der in der nachstehenden Übersicht dargestellten Gefahrenpiktogramme können Gefahrstoffe identifiziert werden.

Einstufung und Kennzeichnung in die jeweiligen GHS-Piktogramme

Explosive Stoffe und Gemische Explosive Stoffe und Gemische sind Stoffe, die durch eine chemische Reaktion Gase aus Temperatur, Druck oder Geschwindigkeit ausbreiten und Zerstörungen herbeiführen. Ebenfalls zählt man die Pyrotechnischen Stoffe auch dazu obwohl sie kein Gas entwickeln.

Pyrotechnische Stoffe und Gemische: Pyrotechnische Stoffe oder Gemische treten mit der Reaktion in Form von Gas, Wärme, Licht, Schall, Rauch, Nebel oder einer Verknüpfung, die als Serie von nicht detonativer, exothermer chemischen Reaktion erreicht werden soll.

Instabile explosive Stoffe und Gemische: Instabile explosive Stoffe oder Gemische sind für die entsprechende Benutzung, Beförderung und Verwendung sehr empfindlich und auch thermisch nicht stabil genug. Erzeugnisse mit Explosivstoff können ein oder mehrere explosive Stoffe oder Gemische aufweisen.

Pyrotechnische Erzeugnisse: Pyrotechnische Erzeugnisse beinhalten ein oder mehrere pyrotechnische Stoffe bzw. Gemische. Stoffe, Gemische oder Erzeugnisse die lediglich zur Absicht einer explosiven Wirkung oder auch pyrotechnischen Wirkung erstellt werden.

Übersicht

GHS-Kennzeichnung / CLP-Verordnung
Pikto­gramm Beschrei­bung Kodie­rung Signal­wort Beispiele für gefährliche Eigenschaften
Explodierende Bombe GHS01 Gefahr instabile explosive Stoffe, Gemische und Erzeugnisse mit Explosiv­stoff(en), selbstzersetzliche Stoffe und Gemische, organische Peroxide
Flamme GHS02 Gefahr / Achtung entzündbar, selbsterhitzungsfähig, selbstzersetzlich, pyrophor, wasserreaktiv, organische Peroxide
Flamme über einem Kreis GHS03 Gefahr entzündend (oxidierend) wirkend
Gasflasche GHS04 Achtung Gase unter Druck, verdichtete, verflüssigte, tiefgekühlt verflüssigt, gelöste Gase
Ätzwirkung GHS05 Gefahr / Achtung Auf Metalle korrosiv wirkend, hautätzend, schwere Augenschädigung
Totenkopf mit gekreuzten Knochen GHS06 Gefahr akute Toxizität
dickes Ausrufe-
zeichensymbol
GHS07 Achtung hautreizend, augenreizend
Gesund­heits­gefahr GHS08 Gefahr / Achtung diverse Gesundheitsgefahren
Umwelt GHS09 Achtung gewässergefährdend

Wenn Gefahrstoffe auf öffentlichen Verkehrswegen transportiert werden, spricht man von Gefahrgut – die beiden Begriffe Gefahrstoff und Gefahrgut sind nicht identisch: Die Gefahrstoffkennzeichnung soll über Gefahren bei Tätigkeiten mit den eingestuften Gefahrstoffen informieren, die Gefahrgutkennzeichnung ist auf die Transportgefahren abgestellt (z. B. mit Informationen für die Feuerwehr). So unterliegen auch nicht alle Stoffe jeweils beiden Bestimmungen. Die Kriterien für die Einstufung von Gefahrstoffen bzw. die Klassifizierung von Gefahrgütern basieren teilweise auf dem weltweit gültigen GHS. Details sind in separaten Verordnungen geregelt. Darüber hinaus umfasst der Begriff Gefahrgut neben Chemikalien auch Biostoffe und Produkte (z. B. Batterien, Geräte, Bauteile).

CMR-Stoffe

Die Kennzeichnung krebserzeugender, mutagener oder reproduktionstoxischer Stoffe, die CMR-Stoffe (von Carcinogenic, Mutagenic and toxic to Reproduction), hängt von der Einstufung dieser Substanzen ab. Es gibt hierbei 2 Kategorien, wobei das Wissen über die Gefährlichkeit von 1 nach 2 abnimmt:

  • Kategorie 1A: aus Erfahrung beim Menschen nachgewiesen
  • Kategorie 1B: bei Tieren nachgewiesen, wird beim Menschen vermutet
  • Kategorie 2: es wird angenommen, dass es beim Menschen so ist

Eine Einstufung in die Kategorien 1A, 1B oder 2 sagt nicht unbedingt etwas über die Potenz der CMR-Wirkung aus, da das EU-Einstufungssystem hierzu keinerlei Aussagen bereithält. So könnte es durchaus sein, dass ein CMR-Verdachtsstoff (Kategorie 2) eine hochpotente Wirkung besitzt, mangels ausreichend valider Daten aber eine Einstufung in Kategorie 1A oder 1B nicht möglich ist. In der Regel handelt es sich bei CMR-Verdachtsstoffen um Substanzen, deren Wirkung sich in Studien bisher nicht mit der statistisch erforderlichen Genauigkeit belegen lässt.

Die KMR-Liste enthält CMR-Stoffe, die gemäß Tabelle 3 des Anhangs VI der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP-Verordnung) bis einschließlich des Anhangs VI Verordnung (EU) Nr. 2017/776 als karzinogen, keimzellmutagen oder reproduktionstoxisch eingestuft sind oder in der TRGS 905 oder 906 verzeichnet sind. Die KMR-Liste wird vom Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) erstellt und für Arbeitsschutzzwecke und zur Informationsgewinnung zur Verfügung gestellt. Es wird keine Haftung übernommen.

Das Gefahrstoffrecht regelt Tätigkeiten mit Gefahrstoffen. Eine Tätigkeit ist jede Arbeit mit Stoffen, Gemischen oder Erzeugnissen, einschließlich Herstellung, Mischung, Ge- und Verbrauch, Lagerung, Aufbewahrung, Be- und Verarbeitung, Ab- und Umfüllung, Entfernung, Entsorgung und Vernichtung. Zu den Tätigkeiten zählen auch das innerbetriebliche Befördern sowie Bedien- und Überwachungsarbeiten.

In Deutschland ist die Gefahrstoffverordnung die gesetzliche Grundlage. Sie regelt umfassend die Schutzmaßnahmen für Beschäftigte bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen. Als Hilfestellung für die Umsetzung der Gefahrstoffverordnung in Klein- und Mittelbetrieben wurden modellhafte Schutzleitfäden für die Gestaltung von Tätigkeiten mit Gefahrstoffen entwickelt.

Innerhalb der EU-Mitgliedstaaten gibt es europäische Gefahrstoffrichtlinien, die von den Mitgliedern in nationales Recht umgesetzt werden.

In Österreich ist das österreichische Chemikaliengesetz (ChemG) maßgeblich. Daneben gibt es weitere Gesetze und Verordnungen etwa im Umfeld von Immissionsschutzrecht, Naturschutzrecht und Abfallrecht.

Der Gesetzgeber fasst alle Arbeiten mit Gefahrstoffen unter dem Begriff Tätigkeiten mit Gefahrstoffen zusammen. Informationen für den sicheren Umgang mit Gefahrstoffen und anderen chemischen Stoffen am Arbeitsplatz gibt die GESTIS-Stoffdatenbank. Als Hilfestellung für die Umsetzung der Gefahrstoffverordnung in Klein- und Mittelunternehmen wurden modellhafte Schutzleitfäden für die Gestaltung von Tätigkeiten mit Gefahrstoffen entwickelt. Für diese Unternehmen bietet auch der GESTIS-Stoffenmanager Unterstützung bei der Prioritätensetzung zur Verminderung der Gefährdungen.

Allgemein gilt

  • Vermeiden (Substitutionsgebot)
  • Gefährdungen durch organisatorische oder technische Maßnahmen minimieren.
  • ggf. durch persönliche Schutzausrüstung schützen

Möglichst auf ungefährliche Stoffe umsteigen (Substitutionsprinzip). Gefahrstoffe so wenig wie möglich verwenden, gegebenenfalls Arbeitsbereiche abtrennen und/oder spezielle Filter in den Absauganlagen verwenden. Wenn das nicht reicht, muss den Mitarbeitern persönliche Schutzausrüstung kostenfrei zur Verfügung gestellt werden.

Für den Arbeitgeber gilt

  • Der Arbeitgeber hat anhand der Gefährdungsbeurteilung zu ermitteln, ob Gefahrstoffe am Arbeitsplatz vorhanden sind und ob eine Gefährdung besteht.
  • Bei eingestuften Gefahrstoffen besteht Kennzeichnungspflicht.
  • Das entsprechende Sicherheitsdatenblatt muss vorhanden sein.
  • Warnzeichen müssen angebracht werden.
  • Beschäftigte, die Tätigkeiten mit Gefahrstoffen ausüben, müssen anhand von Betriebsanweisungen unterwiesen werden.
  • Je nach Tätigkeit und Exposition ist regelmäßige Vorsorge gemäß Verordnung über arbeitsmedizinische Vorsorge erforderlich.
  • Der Arbeitgeber kann die kostenlose Zentrale Expositionsdatenbank (ZED) nutzen, um Daten zur Exposition von Beschäftigten gegenüber krebserzeugenden Stoffen dauerhaft zu speichern und zu verwalten.
  • Für den Umgang oder den Handel mit einigen Gefahrstoffen ist der Nachweis der Sachkunde (Sachkundeprüfung Gefahrstoffe, früher „Giftprüfung“) erforderlich. Näheres ist in der „Verordnung über Verbote und Beschränkungen des Inverkehrbringens und über die Abgabe bestimmter Stoffe, Gemische und Erzeugnisse nach dem Chemikaliengesetz“ (Chemikalien-Verbotsverordnung – ChemVerbotsV) geregelt.
  • Herbert F. Bender: Sicherer Umgang mit Gefahrstoffen, 4. Auflage, Wiley-VCH, 2011, ISBN 978-3-527-32927-4.
  • Dietmar Breuer, Maria Quintana, Alan Howe, Martine Demange, Carina Lützenkirchen, Silvia Springer, Begoña Uribe, André Ensminger, Niels Haunso, Hajo-Hennig Fricke, Bruno Janis, Göran Lidén, Miklos Naray, Mike Wright: (PDF; 348 kB) – Ergebnisse des EU-Projektes „Analytical Methods for Chemical Agents“ zur Bewertung von Verfahren zur Messung von Gefahrstoffen in Arbeitsbereichen. 65(10), S. 407–414 (2005),ISSN .
  • Informationsdienst Gefahrstoffe aktuell, Safetyxperts, ein Unternehmensbereich des VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, Bonn,ISSN .
  • Stefan Gabriel, Ulrike Koch, Dorothea Koppisch, Roger Stamm, Marco Steinhausen: Neue Herausforderungen an die Ermittlung, Dokumentation und Auswertung von Expositionsdaten zu Gefahrstoffen. In: Gefahrstoffe – Reinhaltung der Luft, Bd. 72, Heft 1/2 (2012), S. 12–20,ISSN .
  1. Firma ASECOS: Gesetze und Vorschriften; Gefahrstofflagerung und -handling. März 2017.
  2. Abgerufen am 1. Juni 2018.
  3. baua, abgerufen am 5. Juni 2018.
  4. (PDF) LZK, abgerufen am 5. Juni 2018.
  5. Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur: Die Beförderung gefährlicher Güter. 1. Januar 2015.
  6. Art. 2 Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 Begriffsbestimmungen 4., siehe Lit. UBA Leitfaden, S. 20.
  7. Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV): Abgerufen am 6. November 2018.
  8. Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA): Abgerufen am 6. November 2018.
  9. (Österreich)
  10. – Institut für Umweltrecht, Johannes Kepler-Universität Linz (gibt einen guten Überblick über die rechtliche Situation).
  11. im ris.bka, Gefahrstoffrecht ist Bundesrecht (Österreich)
Normdaten (Sachbegriff): GND:(, )

Gefahrstoff
gefahrstoff, substanz, toxischem, chemischem, oder, physikalischem, gefährdungspotential, sprache, beobachten, bearbeiten, dieser, artikel, erläutert, chemischen, stoffe, gemische, für, gleichnamige, zeitschrift, siehe, reinhaltung, luft, dieser, artikel, beda. Gefahrstoff Substanz mit toxischem chemischem oder physikalischem Gefahrdungspotential Sprache Beobachten Bearbeiten Dieser Artikel erlautert die chemischen Stoffe bzw Gemische fur die gleichnamige Zeitschrift siehe Gefahrstoffe Reinhaltung der Luft Dieser Artikel bedarf einer Uberarbeitung fehlerhafte Einzelnachweise Bitte hilf mit ihn zu verbessern und entferne anschliessend diese Markierung Gefahrstoffe sind Stoffe oder Gemische die bei der Herstellung oder Verwendung eine schadigende Wirkung fur Mensch und Umwelt darstellen konnen Ebenso zahlt man auch die Stoffe dazu denen man einen Grenzwert zuweist Stoffe Gemische und weitere bestimmte Erzeugnisse die in der Verordnung EG Nr 1272 2008 CLP stehen und den angelegten Kriterien entsprechen gehoren zu den Gefahrstoffen Entsprechen Stoffe oder Gemische nicht den Kriterien fur die Einstufung gemass der Verordnung EG Nr 1272 2008 CLP ist darauf klar hinzuweisen 1 2 3 Alle Angaben in diesem Artikel beziehen sich auf das europaische Gefahrstoffrecht Am 31 Dezember 2008 wurde im Amtsblatt der Europaischen Union die Verordnung EG Nr 1272 2008 CLP verkundet Diese Verordnung fuhrte das weltweit gultige GHS Global harmonisiertes System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien auf europaischer Ebene ein Auf der Basis ihrer gefahrlichen Eigenschaften werden Gefahrstoffe entsprechend eingestuft und gekennzeichnet Inhaltsverzeichnis 1 Begriffsklarung 2 Abgrenzung zu Gefahrgut 3 Aufnahmewege 4 Gefahrstoffart 5 Physikalische und toxikologische Gefahren 5 1 Einstufung und Kennzeichnung in die jeweiligen GHS Piktogramme 5 2 Ubersicht 5 3 CMR Stoffe 6 Gesetzliche Regelungen 7 Tatigkeiten mit Gefahrstoffen 7 1 Allgemein gilt 7 2 Fur den Arbeitgeber gilt 8 Siehe auch 9 Literatur 10 Weblinks 11 EinzelnachweiseBegriffsklarung BearbeitenGefahrstoffe im Sinne der Gefahrstoffverordnung sind gefahrliche Stoffe und Gemische nach 3 Gefahrstoffverordnung Stoffe Gemische und Erzeugnisse die explosionsfahig sind Stoffe Gemische und Erzeugnisse aus denen bei der Herstellung oder Verwendung gefahrliche Stoffe entstehen oder freigesetzt werden Stoffe und Gemische die die Kriterien fur eine Einstufung nicht erfullen aber auf Grund ihrer physikalisch chemischen chemischen oder toxischen Eigenschaften und der Art und Weise wie sie am Arbeitsplatz vorhanden sind oder verwendet werden die Gesundheit und die Sicherheit der Beschaftigten gefahrden konnen alle Stoffe denen ein Arbeitsplatzgrenzwert zugewiesen worden ist Abgrenzung zu Gefahrgut BearbeitenLaut 1 des Gefahrgutbeforderungsgesetzes besitzt die Beforderung von Gefahrstoff innerhalb einer oder mehrerer verbundener Betriebsgelanden Herstellung Bearbeitung Verarbeitung Aufarbeitung Lagerung Verwendung oder Entsorgung soweit sie in abgeschlossenem Gelande stattfindet keine Anwendung Man spricht dann auch nicht mehr von Gefahrgut sondern von Gefahrstoff Die Beforderung umfasst nicht nur die Ortsveranderung sondern auch die Ubernahme Ablieferung sowie zeitweilige Aufenthalte die im Verlauf dessen stattfinden Die Vorbereitungs und Abschlusshandlungen zur Beforderung der gefahrlichen Guter wie das Verpacken Auspacken Be und Entladen von Guter Herstellen Einfuhren und Inverkehrbringen von Verpackungen Beforderungsmitteln und Fahrzeugen mussen nicht zwangslaufig vom Beforderer ausgehen Uber einen zeitweiligen Aufenthalt spricht man bei einem Wechsel der Beforderungsart Kombiverkehr Wechsel des Beforderungsmittels Umschlag oder sonstigen Grunden Aufnahmewege BearbeitenEs gibt vier verschiedene Moglichkeiten wie Gefahrstoffe in den Korper gelangen konnen 4 Inhalativ durch Einatmen von Gasen Dampfe Staube Aerosole werden sie durch die Nase in den Korper aufgenommen Oral Flussigkeiten und Staube gelangen durch den Mund in den Korper Dermal die Haut nimmt durch Resorption Flussigkeiten Dampfe und Staube auf Subkutan durch Eindringen eines Fremdkorpers unter die Haut z B mit Nadel versehentlich in die Hand gestochen Gefahrstoffart BearbeitenGiftige Stoffe konnen nach Einatmen Verschlucken oder nach Beruhrung mit der Haut erhebliche Gesundheitsschaden oder den Tod verursachen Beispiele fur giftige Stoffe sind Chlor Anilin gewisse Schadlingsbekampfungsmittel Schwach giftig sind Stoffe die geringere aber doch zu beachtende Gesundheitsschaden hervorrufen Beispiele fur schwach giftige Stoffe sind Methylenchlorid Bariumcarbonat Ansteckungsgefahrliche Stoffe enthalten lebensfahige Mikroorganismen von denen bekannt ist dass sie Krankheiten bei Menschen und Tieren verursachen konnen Beispiele fur ansteckungsgefahrliche Stoffe sind Kulturen von infektiosen Microorganismen bestimmte infizierte Proben Radioaktive Stoffe zerfallen spontan und setzen Strahlung frei Atzende Stoffe zerstoren lebendes Gewebe z B Haut und greifen auch feste Stoffe z B Metalle an Beispiele fur atzende Stoffe sind Schwefelsaure Salzsaure und Natronlauge 5 Als gefahrlicher Stoff oder als gefahrliches Gemisch eingestufte Chemikalien werden beim Inverkehrbringen mit einer Kennzeichnung versehen Entsprechenden Regelungen enthalt die Verordnung EG Nr 1272 2008 CLP Anhand der in der nachstehenden Ubersicht dargestellten Gefahrenpiktogramme konnen Gefahrstoffe identifiziert werden Physikalische und toxikologische Gefahren BearbeitenEinstufung und Kennzeichnung in die jeweiligen GHS Piktogramme Bearbeiten Explosive Stoffe und Gemische Explosive Stoffe und Gemische sind Stoffe die durch eine chemische Reaktion Gase aus Temperatur Druck oder Geschwindigkeit ausbreiten und Zerstorungen herbeifuhren Ebenfalls zahlt man die Pyrotechnischen Stoffe auch dazu obwohl sie kein Gas entwickeln Pyrotechnische Stoffe und Gemische Pyrotechnische Stoffe oder Gemische treten mit der Reaktion in Form von Gas Warme Licht Schall Rauch Nebel oder einer Verknupfung die als Serie von nicht detonativer exothermer chemischen Reaktion erreicht werden soll Instabile explosive Stoffe und Gemische Instabile explosive Stoffe oder Gemische sind fur die entsprechende Benutzung Beforderung und Verwendung sehr empfindlich und auch thermisch nicht stabil genug Erzeugnisse mit Explosivstoff konnen ein oder mehrere explosive Stoffe oder Gemische aufweisen Pyrotechnische Erzeugnisse Pyrotechnische Erzeugnisse beinhalten ein oder mehrere pyrotechnische Stoffe bzw Gemische Stoffe Gemische oder Erzeugnisse die lediglich zur Absicht einer explosiven Wirkung oder auch pyrotechnischen Wirkung erstellt werden 1 Ubersicht Bearbeiten GHS Kennzeichnung CLP VerordnungPikto gramm Beschrei bung Kodie rung Signal wort 6 Beispiele fur gefahrliche Eigenschaften Explodierende Bombe GHS01 Gefahr instabile explosive Stoffe Gemische und Erzeugnisse mit Explosiv stoff en selbstzersetzliche Stoffe und Gemische organische Peroxide Flamme GHS02 Gefahr Achtung entzundbar selbsterhitzungsfahig selbstzersetzlich pyrophor wasserreaktiv organische Peroxide Flamme uber einem Kreis GHS03 Gefahr entzundend oxidierend wirkend Gasflasche GHS04 Achtung Gase unter Druck verdichtete verflussigte tiefgekuhlt verflussigt geloste Gase Atzwirkung GHS05 Gefahr Achtung Auf Metalle korrosiv wirkend hautatzend schwere Augenschadigung Totenkopf mit gekreuzten Knochen GHS06 Gefahr akute Toxizitat dickes Ausrufe zeichensymbol GHS07 Achtung hautreizend augenreizend Gesund heits gefahr GHS08 Gefahr Achtung diverse Gesundheitsgefahren Umwelt GHS09 Achtung gewassergefahrdend Wenn Gefahrstoffe auf offentlichen Verkehrswegen transportiert werden spricht man von Gefahrgut die beiden Begriffe Gefahrstoff und Gefahrgut sind nicht identisch Die Gefahrstoffkennzeichnung soll uber Gefahren bei Tatigkeiten mit den eingestuften Gefahrstoffen informieren die Gefahrgutkennzeichnung ist auf die Transportgefahren abgestellt z B mit Informationen fur die Feuerwehr So unterliegen auch nicht alle Stoffe jeweils beiden Bestimmungen Die Kriterien fur die Einstufung von Gefahrstoffen bzw die Klassifizierung von Gefahrgutern basieren teilweise auf dem weltweit gultigen GHS Details sind in separaten Verordnungen geregelt Daruber hinaus umfasst der Begriff Gefahrgut neben Chemikalien auch Biostoffe und Produkte z B Batterien Gerate Bauteile CMR Stoffe Bearbeiten Die Kennzeichnung krebserzeugender mutagener oder reproduktionstoxischer Stoffe die CMR Stoffe von Carcinogenic Mutagenic and toxic toReproduction hangt von der Einstufung dieser Substanzen ab Es gibt hierbei 2 Kategorien wobei das Wissen uber die Gefahrlichkeit von 1 nach 2 abnimmt Kategorie 1A aus Erfahrung beim Menschen nachgewiesen Kategorie 1B bei Tieren nachgewiesen wird beim Menschen vermutet Kategorie 2 es wird angenommen dass es beim Menschen so ist Eine Einstufung in die Kategorien 1A 1B oder 2 sagt nicht unbedingt etwas uber die Potenz der CMR Wirkung aus da das EU Einstufungssystem hierzu keinerlei Aussagen bereithalt So konnte es durchaus sein dass ein CMR Verdachtsstoff Kategorie 2 eine hochpotente Wirkung besitzt mangels ausreichend valider Daten aber eine Einstufung in Kategorie 1A oder 1B nicht moglich ist In der Regel handelt es sich bei CMR Verdachtsstoffen um Substanzen deren Wirkung sich in Studien bisher nicht mit der statistisch erforderlichen Genauigkeit belegen lasst Die KMR Liste 7 enthalt CMR Stoffe die gemass Tabelle 3 des Anhangs VI der Verordnung EG Nr 1272 2008 CLP Verordnung bis einschliesslich des Anhangs VI Verordnung EU Nr 2017 776 als karzinogen keimzellmutagen oder reproduktionstoxisch eingestuft sind oder in der TRGS 905 oder 906 verzeichnet sind Die KMR Liste wird vom Institut fur Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung IFA erstellt und fur Arbeitsschutzzwecke und zur Informationsgewinnung zur Verfugung gestellt Es wird keine Haftung ubernommen 8 Gesetzliche Regelungen BearbeitenDas Gefahrstoffrecht regelt Tatigkeiten mit Gefahrstoffen Eine Tatigkeit ist jede Arbeit mit Stoffen Gemischen oder Erzeugnissen einschliesslich Herstellung Mischung Ge und Verbrauch Lagerung Aufbewahrung Be und Verarbeitung Ab und Umfullung Entfernung Entsorgung und Vernichtung Zu den Tatigkeiten zahlen auch das innerbetriebliche Befordern sowie Bedien und Uberwachungsarbeiten In Deutschland ist die Gefahrstoffverordnung die gesetzliche Grundlage Sie regelt umfassend die Schutzmassnahmen fur Beschaftigte bei Tatigkeiten mit Gefahrstoffen Als Hilfestellung fur die Umsetzung der Gefahrstoffverordnung in Klein und Mittelbetrieben wurden modellhafte Schutzleitfaden 9 fur die Gestaltung von Tatigkeiten mit Gefahrstoffen entwickelt Innerhalb der EU Mitgliedstaaten gibt es europaische Gefahrstoffrichtlinien die von den Mitgliedern in nationales Recht umgesetzt werden In Osterreich ist das osterreichische Chemikaliengesetz ChemG 10 massgeblich Daneben gibt es weitere Gesetze und Verordnungen etwa im Umfeld von Immissionsschutzrecht Naturschutzrecht und Abfallrecht 11 12 Tatigkeiten mit Gefahrstoffen BearbeitenDer Gesetzgeber fasst alle Arbeiten mit Gefahrstoffen unter dem Begriff Tatigkeiten mit Gefahrstoffen zusammen Informationen fur den sicheren Umgang mit Gefahrstoffen und anderen chemischen Stoffen am Arbeitsplatz gibt die GESTIS Stoffdatenbank Als Hilfestellung fur die Umsetzung der Gefahrstoffverordnung in Klein und Mittelunternehmen wurden modellhafte Schutzleitfaden 13 fur die Gestaltung von Tatigkeiten mit Gefahrstoffen entwickelt Fur diese Unternehmen bietet auch der GESTIS Stoffenmanager Unterstutzung bei der Prioritatensetzung zur Verminderung der Gefahrdungen Allgemein gilt Bearbeiten Vermeiden Substitutionsgebot Gefahrdungen durch organisatorische oder technische Massnahmen minimieren ggf durch personliche Schutzausrustung schutzen Moglichst auf ungefahrliche Stoffe umsteigen Substitutionsprinzip Gefahrstoffe so wenig wie moglich verwenden gegebenenfalls Arbeitsbereiche abtrennen und oder spezielle Filter in den Absauganlagen verwenden Wenn das nicht reicht muss den Mitarbeitern personliche Schutzausrustung kostenfrei zur Verfugung gestellt werden Fur den Arbeitgeber gilt Bearbeiten Der Arbeitgeber hat anhand der Gefahrdungsbeurteilung zu ermitteln ob Gefahrstoffe am Arbeitsplatz vorhanden sind und ob eine Gefahrdung besteht Bei eingestuften Gefahrstoffen besteht Kennzeichnungspflicht Das entsprechende Sicherheitsdatenblatt muss vorhanden sein Warnzeichen mussen angebracht werden Beschaftigte die Tatigkeiten mit Gefahrstoffen ausuben mussen anhand von Betriebsanweisungen unterwiesen werden Je nach Tatigkeit und Exposition ist regelmassige Vorsorge gemass Verordnung uber arbeitsmedizinische Vorsorge erforderlich Der Arbeitgeber kann die kostenlose Zentrale Expositionsdatenbank ZED nutzen um Daten zur Exposition von Beschaftigten gegenuber krebserzeugenden Stoffen dauerhaft zu speichern und zu verwalten Fur den Umgang oder den Handel mit einigen Gefahrstoffen ist der Nachweis der Sachkunde Sachkundeprufung Gefahrstoffe fruher Giftprufung erforderlich Naheres ist in der Verordnung uber Verbote und Beschrankungen des Inverkehrbringens und uber die Abgabe bestimmter Stoffe Gemische und Erzeugnisse nach dem Chemikaliengesetz Chemikalien Verbotsverordnung ChemVerbotsV geregelt Siehe auch BearbeitenGefahrstofflager Gefahrenhinweise Sicherheitshinweise Gefahrenpiktogramme Gefahrstoffmessstelle Nord UN NummerLiteratur BearbeitenHerbert F Bender Sicherer Umgang mit Gefahrstoffen 4 Auflage Wiley VCH 2011 ISBN 978 3 527 32927 4 Dietmar Breuer Maria Quintana Alan Howe Martine Demange Carina Lutzenkirchen Silvia Springer Begona Uribe Andre Ensminger Niels Haunso Hajo Hennig Fricke Bruno Janis Goran Liden Miklos Naray Mike Wright Analytische Methoden fur chemische Stoffe PDF 348 kB Ergebnisse des EU Projektes Analytical Methods for Chemical Agents zur Bewertung von Verfahren zur Messung von Gefahrstoffen in Arbeitsbereichen Gefahrstoffe Reinhaltung Luft 65 10 S 407 414 2005 ISSN 0949 8036 Informationsdienst Gefahrstoffe aktuell Safetyxperts ein Unternehmensbereich des VNR Verlag fur die Deutsche Wirtschaft AG Bonn ISSN 1865 231X Stefan Gabriel Ulrike Koch Dorothea Koppisch Roger Stamm Marco Steinhausen Neue Herausforderungen an die Ermittlung Dokumentation und Auswertung von Expositionsdaten zu Gefahrstoffen In Gefahrstoffe Reinhaltung der Luft Bd 72 Heft 1 2 2012 S 12 20 ISSN 0949 8036 Weblinks BearbeitenKMU Gefahrstoffportal Gefahrstoffe im Griff Gefahrstoffinformationen der BAuA GESTIS Stoffdatenbank GisChem Gefahrstoffinformationssystem der Berufsgenossenschaft der chemischen Industrie Online Werkzeuge fur Tatigkeiten mit Arbeits und Gefahrstoffen Alles zum Thema Tatigkeiten mit Gefahrstoffen von der Berufsgenossenschaft der chemischen Industrie STARS Stoffdatenbank fur bodenschutz und umweltrelevante Stoffe GISBAU Informationen uber Gefahrstoffe beim Bauen Renovieren und ReinigenEinzelnachweise Bearbeiten a b Firma ASECOS Gesetze und Vorschriften Gefahrstofflagerung und handling Marz 2017 Die Arbeit mit Gefahrstoffen sicher gestalten Abgerufen am 1 Juni 2018 Gefahrstoffe baua abgerufen am 5 Juni 2018 Unterweisungsmodul Gefahrstoffe PDF LZK abgerufen am 5 Juni 2018 Bundesministerium fur Verkehr und digitale Infrastruktur Die Beforderung gefahrlicher Guter 1 Januar 2015 Art 2 Verordnung EG Nr 1272 2008 Begriffsbestimmungen 4 siehe Lit UBA Leitfaden S 20 Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e V DGUV Liste der krebserzeugenden keimzellmutagenen und reproduktionstoxischen Stoffe KMR Stoffe Abgerufen am 6 November 2018 Institut fur Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung IFA Liste der krebserzeugenden keimzellmutagenen und reproduktionstoxischen Stoffe KMR Liste Abgerufen am 6 November 2018 Schutzleitfaden Chemikaliengesetz 1996 Osterreich Lehrveranstaltungen Institut fur Umweltrecht Johannes Kepler Universitat Linz gibt einen guten Uberblick uber die rechtliche Situation Suchmaske fur osterreichische Gesetze im ris bka Gefahrstoffrecht ist Bundesrecht Osterreich SchutzleitfadenNormdaten Sachbegriff GND 4122160 6 OGND AKS Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Gefahrstoff amp oldid 214029242, wikipedia, 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