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Gallenblase

Die Gallenblase (Vesica fellea bzw. Vesica biliaris; von lateinisch vesica „Blase“ und fel bzw. bilis „Galle“) ist ein Hohlorgan der Wirbeltiere. In ihr wird die Galle, die von der Leber für die Verdauung von Fetten im Darm produziert wird, eingedickt und gespeichert. Umgangssprachlich wird auch die Gallenblase selbst oft als „Galle“ bezeichnet. Häufige Erkrankungen sind von Gallensteinen verursachte Behinderungen des Zu- und/oder Abflusses der Gallenblase (Cholecystolithiasis und Choledocholithiasis) und durch Gallensteine ausgelöste Entzündungen der Gallenblase (Cholezystitis). Die Gallenblase muss (beim Menschen) dann oft chirurgisch entfernt werden (Cholezystektomie). Das verbreitetste Untersuchungsverfahren zur Beurteilung der Gallenblase ist die Sonografie.

Eine Gallenblase ist bei den meisten Wirbeltieren ausgebildet, erstmals tritt sie als Merkmal bei der Evolution der Wirbeltiere auf. Innerhalb der Wirbeltierklassen gibt es Taxa, bei denen keine Gallenblase ausgebildet ist. So findet sie sich beispielsweise bei Neunaugen nur in Jungtieren, in Adulten wird sie im Laufe der Ontogenese reduziert. Außerdem besitzt eine Reihe von Knorpelfischen keine Gallenblase. Von den Säugetieren haben Faultiere, Giraffen, Tapire, Pferde, Ratten und Hirsche keine Gallenblase. Innerhalb der Vögel fehlt sie bei den meisten Taubenvögeln und Papageien sowie dem Nandu und dem Afrikanischen Strauß, bei Perlhühnern ist sie nicht immer vorhanden. Bei den Tierarten ohne Gallenblase mündet der Leberausführungsgang direkt in den Darm (bei Säugetieren in das Duodenum).

1. Gallenwegssystem: 2. intrahepatische Gallenwege 3. Linker und rechter Lebergang 4. Ductus hepaticus communis, 5. Ductus cysticus, 6. Ductus choledochus (Hauptgallengang), 8. Papilla duodeni major
9. Gallenblase, 10–11. Linker und rechter Leberlappen. 12. Milz.
13. Speiseröhre. 14. Magen. 15. Bauchspeicheldrüse: 17. Ductus pancreaticus.
18. Dünndarm: 19. Zwölffingerdarm, 20. Jejunum
21–22: Nieren
Gallenblase bei einer Laparoskopie

Die menschliche Gallenblase ist normalerweise 8 bis 12 cm lang und 4 bis 5 cm breit. Ihre Form wird oft als „birnenförmig“ beschrieben. Die Gallenblase liegt in der Gallenblasengrube (Fossa vesicae biliaris) der Unterseite der Leber zwischen deren Lobus quadratum (quadratischer Lappen) und Lobus dexter (rechter Lappen) an, kann aber auch vom Gewebe der Leber umschlossen sein. Nach kaudal steht das Organ in Beziehung zur Flexura coli dextra, der rechten Biegung des Dickdarms (Colon), was bei Entzündungen zu Verwachsungen zwischen den beiden Organen führen kann, oder auch zu Verbindungen zwischen den jeweiligen Hohlräumen (biliodigestive Fistel). Dorsal (rückenwärts) befindet sich die Gallenblase nach medial in unmittelbarer Nähe der Pars superior des Zwölffingerdarms (Duodenum). Bei den Schlangen liegt die Gallenblase hinter der Leber und relativ weit von dieser entfernt.

Das Organ kann in einen Fundus vesicae biliaris (Gallenblasenboden), Corpus vesicae biliaris (Gallenblasenkörper) und Collum vesicae biliaris (Gallenblasenhals) gegliedert werden. Der Hals der Gallenblase, wo das Organ in den Ductus cysticus (Gallenblasengang) übergeht, besitzt eine spiralförmige Schleimhautfalte (Plica spiralis, auch Heister-Klappe), die eine Verschlussfunktion vor allem bei der Erhöhung des intraabdominalen Drucks (z. B. beim Stuhlgang) wahrnimmt. Der Ductus cysticus vereint sich mit dem Ductus hepaticus communis zum Ductus choledochus, der im Ligamentum hepatoduodenale verläuft und in den Zwölffingerdarm mündet.

Die gesamte Gallenblase ist, mit Ausnahme der Stellen, die der Leber anliegen, mit Bauchfell (Peritoneum) überzogen, das vom rechten Nervus phrenicus (Zwerchfellnerv) sensibel innerviert wird. Die Nervenfasern entstammen den Rückenmarksegmenten C3–C5. Von den Segmenten C3 und C4 entspringen auf dieser Seite auch die Fasern der Nervi supraclaviculares, welche Teile der rechten Schulter innervieren. Bei einer Reizung des Peritoneums der Gallenblase durch pathologische Prozesse, etwa einer Entzündung, kann es aufgrund dieses gemeinsamen Ursprungs zum Phänomen des „Übertragenen Schmerzes“ in der Schulter kommen. Daneben wird die Gallenblase vegetativ von Fasern des Plexus coeliacus innerviert.

3D-Druck der Gallenblase und des Gallengangsystems

Die Arteria cystica (Blasenarterie), meist ein Gefäß aus dem rechten Ast der Arteria hepatica propria (Leberarterie), versorgt die Gallenblase mit Blut. Abführende Gefäße sind die Venae cysticae, die in die Pfortader (Vena portae) münden.

Bei einer Varietät, die als „Phrygische Mütze“ bezeichnet wird, handelt es sich um eine Aussackung des Organs, deren Form jener Mütze ähnlich sein kann.

Wand der Gallenblase, Hämatoxylin-Eosin-gefärbt

Die etwa 0,4 cm dicke Wand des Hohlorgans ist histologisch dreischichtig gegliedert. Von innen (Lumen) nach außen unterscheidet man eine Tunica mucosa, bestehend aus Epithel und einer Lamina propria, eine Tunica muscularis und eine Tunica serosa.

Die Tunica mucosa (Schleimhaut) besteht aus einer lumenwärts gelegenen Schicht Oberflächenepithel und einer darunterliegenden Bindegewebsschicht mit Blutgefäßen, der Lamina propria. Bedingt durch die Farbe der Galle ist die Schleimhaut grün gefärbt. Sie ist zu Falten aufgeworfen, die bei zunehmender Füllung geglättet werden. Die Aneinanderlagerung von Falten führt zu so genannten „Schleimhautbrücken“, die charakteristisch für das histologische Präparat einer Gallenblase sind. Gelegentlich vorkommende Krypten werden Rokitansky-Aschoff-Krypten genannt. Das Oberflächenepithel besteht aus so genannten Hauptzellen, ist einschichtig und zeichnet sich durch eine große Anzahl von Mikrovilli aus. Die Zellen sind durch Nexus, Desmosomen und Schlussleisten miteinander verbunden. Funktion der Hauptzellen ist der Entzug von Wasser zur Konzentrierung der Galle und die Produktion von Schleim zum Schutz des Organs vor Gallenbestandteilen. Bei einigen Säugetieren (Fleischfressern, Paarhufern) besitzt die Schleimhaut im Bereich des Gallenblasenhalses muköse Drüsen, die Muzine synthetisieren. Bei chronischen Entzündungen kann die Anzahl dieser Drüsen erhöht sein.

Die mittlere der drei Schichten, die dünne Tunica muscularis, besteht aus glatter Muskulatur in scherengitterartiger Anordnung und vereinzelten bindegewebigen Anteilen. Die Schicht ist für die Entleerung des Organs notwendig.

Die außen liegende Tunica serosa besteht, außer an der der Leber anliegenden Stelle, wo eine Tunica adventitia ausgebildet ist, aus dem Epithel des Peritoneums und darunter liegendem Bindegewebe. Diese Schicht führt neben Nervenfasern auch Blutgefäße.

Die Gallenblase geht in der Ontogenese, der Entwicklung des einzelnen Lebewesens, aus einem primitiven Darmrohr hervor, das sich in der vierten Entwicklungswoche aus dem Entoderm, dem inneren Keimblatt des Embryoblasten, bildet. Der kranial (zum Schädel hin) gelegene Anteil dieses Rohres wird als Vorderdarm bezeichnet und ist unter anderem Ausgangspunkt für die Entwicklung von Leber und Gallenblase. Letztere geht aus dem Diverticulum cysticum hervor, einer Aussackung des Vorderdarms, die kranial der Anlage der Bauchspeicheldrüse und kaudal (schwanzwärts) der Leberanlage (Diverticulum hepaticum) liegt. Aus dem Diverticulum cysticum entwickelt sich sowohl die Gallenblase als auch der Ductus cysticus (Gallengang).

Sowohl das Fehlen (Aplasie), die Unterentwicklung (Hypoplasie) als auch die doppelte Anlage des Organs gehören zu einer Vielzahl seltener Fehlbildungen, die beim Menschen möglich sind. Auch die Ausbildung direkter Gänge von der Leber zur Gallenblase ist möglich.

Im Rahmen seltener Syndrome kann die Gallenblase mit beteiligt sein, etwa beim Mitchell-Riley-Syndrom.

Schema des Wasserentzugs durch Hauptzellen der Galle

Die von der Leber produzierte Galle dient der Verdauung von Fetten im Darm. Über den Ductus choledochus wird die Galle über die Papilla duodeni major in den Zwölffingerdarm abgegeben. Die Schließmuskeln (M. sphincter ampullae und M. sphincter ductus choledochi) im Bereich dieser Mündung können durch ihre Kontraktion das Abfließen der Galle verhindern, so dass diese sich in die über den Ductus cysticus zwischengeschaltete Gallenblase zurückstaut. Diese Speicherung erfolgt vor allem zwischen den Mahlzeiten (interdigestiv) und betrifft ungefähr die Hälfte der von der Leber sezernierten Galle. Das Organ fasst etwa 50 ml Gallenflüssigkeit, deren Konzentration aber durch den aktiven Entzug von Wasser stark erhöht werden kann. Die Galle kann so auf bis zu zehn Prozent des ursprünglichen Volumens angereichert („eingedickt“) werden. Teilweise wird in diesem Zusammenhang die ursprüngliche „Lebergalle“ von der modifizierten „Blasengalle“ unterschieden. Letztere zeichnet sich vor allem durch eine erhöhte Konzentration von Gallensäuren, Lecithin, Gallenfarbstoffen und Cholesterol aus. Die Eindickung erfolgt durch die Verschiebung von Natrium- und Chlorid-Ionen unter Verwendung eines Na+/H+- sowie eines Cl/HCO3-Antiport-Transportsystems in der apikalen (luminalen) Membran der Hauptzelle. Diese Verschiebung ist elektroneutral, das heißt, es werden dabei netto keine Ladungen verschoben. Das in der Galle enthaltene Wasser folgt diesen resorbierten Ionen aufgrund deren osmotischer Wirksamkeit. In der basolateralen Membran der Zelle befindet sich eine Na+/K+-ATPase, welche die intrazelluläre Natrium-Konzentration konstant hält. Das resorbierte Wasser wird in den Blutgefäßen der Lamina propria abtransportiert.

Bei Entspannung (Relaxation) der Schließmuskeln kommt es zum Ausströmen des Inhalts der Gallenblase; unterstützt wird diese Entleerung durch die Kontraktion der glatten Muskulatur der Gallenblasenwand. Die Kontraktion erfolgt unter dem Einfluss von Cholezystokinin (CCK), dessen Bildung im Zwölffingerdarm und oberen Jejunum (Leerdarm) unter anderem durch Fett im Nahrungsbrei angeregt wird, und der parasympathischen Wirkung des Nervus vagus über den Neurotransmitter Acetylcholin.

Gallensteine sind Ausfallprodukte aus der Gallenflüssigkeit. Bei etwa 12 % der deutschen Bevölkerung treten diese Konkremente auf, werden aber nur bei ungefähr der Hälfte der Betroffenen symptomatisch. Die Ursachen können zum Beispiel in einem Ungleichgewicht der Gallenbestandteile Gallensäure und Cholesterin liegen. Geht Gallensäure aufgrund unzureichender Resorption dem enterohepatischen Kreislauf verstärkt verloren, wie zum Beispiel bei Morbus Crohn, oder wird unzureichend gebildet, so nimmt der Cholesterinanteil relativ zu. Dies gilt auch für einen erhöhten Cholesterinspiegel im Blut (Hypercholesterinämie). An den Kristallisationskern lagern sich nachfolgend weitere Substanzen an, was zur Cholelithiasis (Gallensteinleiden) führen kann. Besonders wenn sehr junge Menschen stark betroffen sind, kann die Ursache auch in einer Aufbaustörung des roten Blutfarbstoffs (Porphyrie) liegen, dessen Vorläuferprodukte die Gallenkanalzellen schädigen.

Steinleiden gehen oftmals mit Schmerzen im Bauchraum, Koliken und Gelbsucht einher. Therapiemöglichkeiten sind die Entfernung der Gallenblase (Cholezystektomie) oder die Entfernung mit oder ohne Zertrümmerung der Steine im Rahmen einer endoskopisch retrograden Cholangiopankreatikographie. Eine Stauungsgallenblase (Gallenblasenhydrops) entsteht durch die Verlegung der ableitenden Gallenwege durch Gallensteine, Stenosen oder Tumoren bei gleichzeitig anhaltender Produktion von Muzinen.

Eine häufige Komplikation des Gallensteinleidens ist die Entzündung der Gallenblase (Cholezystitis). Sie ist eine bakterielle Infektion, die in 90 % der Fälle durch eine vorübergehende Verlegung des Gallenblasenausgangs begünstigt wird. Sie kann in einer Ansammlung von Eiter im Hohlorgan resultieren (Gallenblasenempyem). In der Regel muss bei einer Gallenblasenentzündung das Organ operativ entfernt werden (meistens als laparoskopische Cholezystektomie). Wiederkehrende oder chronische Entzündungen der Gallenblase können zu einer sogenannten „Porzellangallenblase“ führen, deren Wand durch Einlagerung von Calcium verkalkt und so verhärtet, oder zu einer vernarbten „Schrumpfgallenblase“. Insbesondere die Porzellangallenblase kann den Boden für das Gallenblasenkarzinom bereiten, eine eher seltene Krebserkrankung mit schlechter Prognose.

Als Gallenblasenperforation beziehungsweise Gallenblasenruptur wird der Durchbruch der Gallenblasenwand bezeichnet. Dies kann sowohl die Folge einer Cholezystitis als auch einer mechanischen Belastung durch einen Gallenstein sein.

Rund 5 % der Bevölkerung haben Gallenblasenpolypen. Diese sind in den allermeisten Fällen asymptomatisch und gutartig, nur selten verbirgt sich eine Krebserkrankung dahinter.

Verschiedene als Leberegel bezeichnete Saugwürmer befallen das Gallengangssystem und die Gallenblase.

Mittels einer biliodigestiven Anastomose kann eine künstliche Verbindung zwischen der Gallenblase oder dem Gallengangsystem und Teilen des Darmtraktes hergestellt werden.

Endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikographie (ERCP): Unauffälliger Gallen- und Pankreasgang, mehrere unterschiedlich große Gallensteine in der Gallenblase und im Gallenblasengang
Sonografische Darstellung einer Gallenblase, mit pathologischem Befund (Gallenstein)

Eine gesunde Gallenblase ist nicht tastbar und nicht druckschmerzhaft. Im Rahmen von Entzündungen kann sie bei eventuell damit einhergehender Vergrößerung vom ventralen Leberrand abgrenzbar sein, dann liegt im Bereich des Rippenbogens auch meist eine Druckempfindlichkeit bei der Einatmung vor (Murphy-Zeichen). Auch bei praller Füllung im Rahmen von Abflussstörungen in Kombination mit einer Gelbsucht ist das Organ tastbar (Courvoisier-Zeichen). Dies tritt typischerweise auf, wenn der Ausführungsgang in den Dünndarm beispielsweise durch einen Pankreastumor verlegt ist.

Zur apparativen Untersuchung der Gallenblase und der Gallenwege sowie eventueller krankhafter Erscheinungen steht eine Vielzahl von Verfahren zur Verfügung. Von diesen ist die Sonografie die verbreitetste, da sie einfach durchzuführen und für den Patienten risikofrei ist. Somit ist die Sonografie das erste Verfahren zur Beurteilung der Gallenblase, an das sich gegebenenfalls weitere Untersuchungen anschließen. Die Untersuchung wird üblicherweise am nüchternen Patienten durchgeführt, da dann die Gallenblase gefüllt und am besten zu beurteilen ist.

Andere bildgebende Verfahren zur Beurteilung der Gallenblase, die auf der Röntgendarstellung des Gallengangsystems und der Gallenblase nach Verabreichung eines Kontrastmittels beruhen, werden zusammenfassend als Cholangiographie bezeichnet. Heute ist es üblich, das Kontrastmittel, welches das Organ darstellbar macht, im Rahmen einer endoskopisch retrograden Cholangiopankreatikographie (ERCP) mittels Endoskop direkt in die Papilla duodeni major, die Mündung des Gallengangsystems in den Zwölffingerdarm, zu spritzen. Dieses Vorgehen ermöglicht nicht nur die Diagnostik krankhafter Veränderungen wie Gallensteinen oder Stenosen, sondern auch den Versuch einer therapeutischen Intervention über das Endoskop. Ist eine ERCP nicht möglich, stellt die perkutane transhepatische Cholangiographie (PTC) eine weitere Möglichkeit dar, bei der das Kontrastmittel perkutan, das heißt durch die Haut, mittels einer Punktion in die Leber eingebracht wird. Wegen der Vorteile der ERCP sind Cholangiographien, bei denen ein mit der Galle durch die Leber ausgeschiedenes Kontrastmittel als Tablette (orale Cholezystographie) oder intravenös (intravenöse Cholezystographie) verabreicht wird, heute unüblich geworden oder auf spezielle Indikationen beschränkt.

Die Computertomographie kommt bei unklarem Sonografie-Befund, zur Ausbreitungsdiagnostik bei Tumoren und zur Bestimmung des Kalkgehaltes von Gallenblasensteinen zum Einsatz. Eine Alternative dazu ist die Magnetresonanztomografie, die zusätzlich eine Rekonstruktion der flüssigkeitsgefüllten Gallenwege, Gallenblase und des Pankreasgangs zulässt (Magnet-Resonanz-Cholangiopankreatikografie, MRCP). Sie ist von der Aussagekraft mit der ERCP vergleichbar und kommt in Frage, wenn eine therapeutische Intervention nicht von vornherein geplant ist.

Konventionelles Röntgen hat durch die Entwicklung der anderen diagnostischen Verfahren seinen Stellenwert in der Diagnostik von Erkrankungen der Gallenblase verloren. Im Röntgen lassen sich Anzahl und Größe von Gallensteinen abschätzen und eine Porzellangallenblase erkennen.

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Wiktionary: Gallenblase – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  • Gerhard Aumüller, Jürgen Engele, Joachim Kirsch, Siegfried Mense; Markus Voll und Karl Wesker (Illustrationen): Anatomie, Lernprogramm zum Präpkurs online. 3. Auflage. Thieme, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-13-136043-4.
  • A. Benninghoff, D. Drenckhahn: Zellen- und Gewebelehre, Entwicklungslehre, Skelett- und Muskelsystem, Atemsystem, Verdauungssystem, Harn- und Genitalsystem. 16. Auflage. Urban und Fischer, München 2003, ISBN 3-437-42340-1 (Anatomie, Band 1).
  • Renate Lüllmann-Rauch: Taschenlehrbuch Histologie. 4. Auflage. Thieme, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-13-129244-5.
  • Thomas W. Sadler: Medizinische Embryologie. Aus dem Englischen von Ulrich Drews. 11. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2008. ISBN 978-3-13-446611-9.
  • G. Skibbe: Gallenblase und Gallengänge. In: Chirurgie historisch gesehen: Anfang – Entwicklung – Differenzierung. Hrsg. von F. X. Sailer und F. W. Gierhake, Dustri-Verlag, Deisenhofen bei München 1973, ISBN 3-87185-021-7, S. 72–88
  1. W. Westheide, R. Rieger: Wirbel- oder Schädeltiere. Spektrum, Heidelberg 2003, ISBN 3-8274-0900-4 (Spezielle Zoologie, Teil 2).
  2. Gerhard Aumüller et al.: Anatomie. 3. Auflage. Thieme, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-13-136043-4, S. 667.
  3. Gerhard Aumüller et al.: Anatomie. 3. Auflage. Thieme, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-13-136043-4, S. 665.
  4. Gerhard Aumüller et al.: Anatomie. 3. Auflage. Thieme, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-13-136043-4, S. 668.
  5. Renate Lüllmann-Rauch: Taschenlehrbuch Histologie. 4. Auflage. Thieme, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-13-129244-5, S. 427 f.
  6. Thomas W. Sadler: Medizinische Embryologie. Aus dem Englischen von Ulrich Drews. 11. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2008. ISBN 978-3-13-446611-9, S. 287.
  7. Michael Gekle: Ernährung, Energiehaushalt und Verdauung. In: Michael Gekle u. a.: Physiologie. Thieme-Verlag, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-13-144981-8, S. 461–463.
  8. Gerd Herold und Mitarbeiter: Innere Medizin 2018. Eigenverlag, Köln 2018, ISBN 978-3-9814660-7-2, S. 556 f.
  9. Gerd Herold und Mitarbeiter: Innere Medizin 2018. Eigenverlag, Köln 2018, ISBN 978-3-9814660-7-2, S. 570.
  10. Maximilian Reiser, Fritz-Peter Kuhn, Jürgen Debus: Radiologie. 3. Auflage, Stuttgart 2011. S. 491.
  11. Maximilian Reiser, Fritz-Peter Kuhn, Jürgen Debus: Radiologie. 3. Auflage, Stuttgart 2011. S. 492 f.
  12. Maximilian Reiser, Fritz-Peter Kuhn, Jürgen Debus: Radiologie. 3. Auflage, Stuttgart 2011. S. 490.
  13. Maximilian Reiser, Fritz-Peter Kuhn, Jürgen Debus: Radiologie. 3. Auflage, Stuttgart 2011. S. 493 f.
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Gallenblase
gallenblase, speicherorgan, für, gallenflüssigkeit, sprache, beobachten, bearbeiten, vesica, fellea, vesica, biliaris, lateinisch, vesica, blase, bilis, galle, hohlorgan, wirbeltiere, wird, galle, leber, für, verdauung, fetten, darm, produziert, wird, eingedic. Gallenblase Speicherorgan fur Gallenflussigkeit Sprache Beobachten Bearbeiten Die Gallenblase Vesica fellea bzw Vesica biliaris von lateinisch vesica Blase und fel bzw bilis Galle ist ein Hohlorgan der Wirbeltiere In ihr wird die Galle die von der Leber fur die Verdauung von Fetten im Darm produziert wird eingedickt und gespeichert Umgangssprachlich wird auch die Gallenblase selbst oft als Galle bezeichnet Haufige Erkrankungen sind von Gallensteinen verursachte Behinderungen des Zu und oder Abflusses der Gallenblase Cholecystolithiasis und Choledocholithiasis und durch Gallensteine ausgeloste Entzundungen der Gallenblase Cholezystitis Die Gallenblase muss beim Menschen dann oft chirurgisch entfernt werden Cholezystektomie Das verbreitetste Untersuchungsverfahren zur Beurteilung der Gallenblase ist die Sonografie Die Gallenblase Inhaltsverzeichnis 1 Vorkommen 2 Anatomischer Aufbau 3 Feinbau 4 Ontogenetische Entwicklung 5 Physiologie 6 Erkrankungen der Gallenblase Cholezystopathien 7 Untersuchungsverfahren 8 Weblinks 9 Literatur 10 EinzelnachweiseVorkommen BearbeitenEine Gallenblase ist bei den meisten Wirbeltieren ausgebildet erstmals tritt sie als Merkmal bei der Evolution der Wirbeltiere auf 1 Innerhalb der Wirbeltierklassen gibt es Taxa bei denen keine Gallenblase ausgebildet ist So findet sie sich beispielsweise bei Neunaugen nur in Jungtieren in Adulten wird sie im Laufe der Ontogenese reduziert Ausserdem besitzt eine Reihe von Knorpelfischen keine Gallenblase Von den Saugetieren haben Faultiere Giraffen Tapire Pferde Ratten und Hirsche keine Gallenblase Innerhalb der Vogel fehlt sie bei den meisten Taubenvogeln und Papageien sowie dem Nandu und dem Afrikanischen Strauss bei Perlhuhnern ist sie nicht immer vorhanden Bei den Tierarten ohne Gallenblase mundet der Leberausfuhrungsgang direkt in den Darm bei Saugetieren in das Duodenum Anatomischer Aufbau Bearbeiten 1 Gallenwegssystem 2 intrahepatische Gallenwege 3 Linker und rechter Lebergang 4 Ductus hepaticus communis 5 Ductus cysticus 6 Ductus choledochus Hauptgallengang 8 Papilla duodeni major 9 Gallenblase 10 11 Linker und rechter Leberlappen 12 Milz 13 Speiserohre 14 Magen 15 Bauchspeicheldruse 17 Ductus pancreaticus 18 Dunndarm 19 Zwolffingerdarm 20 Jejunum 21 22 Nieren Gallenblase bei einer Laparoskopie Die menschliche Gallenblase ist normalerweise 8 bis 12 cm lang und 4 bis 5 cm breit Ihre Form wird oft als birnenformig beschrieben Die Gallenblase liegt in der Gallenblasengrube Fossa vesicae biliaris der Unterseite der Leber zwischen deren Lobus quadratum quadratischer Lappen und Lobus dexter rechter Lappen an kann aber auch vom Gewebe der Leber umschlossen sein Nach kaudal steht das Organ in Beziehung zur Flexura coli dextra der rechten Biegung des Dickdarms Colon was bei Entzundungen zu Verwachsungen zwischen den beiden Organen fuhren kann oder auch zu Verbindungen zwischen den jeweiligen Hohlraumen biliodigestive Fistel Dorsal ruckenwarts befindet sich die Gallenblase nach medial in unmittelbarer Nahe der Pars superior des Zwolffingerdarms Duodenum 2 Bei den Schlangen liegt die Gallenblase hinter der Leber und relativ weit von dieser entfernt Das Organ kann in einen Fundus vesicae biliaris Gallenblasenboden Corpus vesicae biliaris Gallenblasenkorper und Collum vesicae biliaris Gallenblasenhals gegliedert werden 2 Der Hals der Gallenblase wo das Organ in den Ductus cysticus Gallenblasengang ubergeht besitzt eine spiralformige Schleimhautfalte Plica spiralis auch Heister Klappe die eine Verschlussfunktion vor allem bei der Erhohung des intraabdominalen Drucks z B beim Stuhlgang wahrnimmt Der Ductus cysticus vereint sich mit dem Ductus hepaticus communis zum Ductus choledochus der im Ligamentum hepatoduodenale verlauft und in den Zwolffingerdarm mundet 3 Die gesamte Gallenblase ist mit Ausnahme der Stellen die der Leber anliegen mit Bauchfell Peritoneum uberzogen das vom rechten Nervus phrenicus Zwerchfellnerv sensibel innerviert wird Die Nervenfasern entstammen den Ruckenmarksegmenten C3 C5 Von den Segmenten C3 und C4 entspringen auf dieser Seite auch die Fasern der Nervi supraclaviculares welche Teile der rechten Schulter innervieren Bei einer Reizung des Peritoneums der Gallenblase durch pathologische Prozesse etwa einer Entzundung kann es aufgrund dieses gemeinsamen Ursprungs zum Phanomen des Ubertragenen Schmerzes in der Schulter kommen Daneben wird die Gallenblase vegetativ von Fasern des Plexus coeliacus innerviert 4 3D Druck der Gallenblase und des Gallengangsystems Die Arteria cystica Blasenarterie meist ein Gefass aus dem rechten Ast der Arteria hepatica propria Leberarterie versorgt die Gallenblase mit Blut Abfuhrende Gefasse sind die Venae cysticae die in die Pfortader Vena portae munden 4 Bei einer Varietat die als Phrygische Mutze bezeichnet wird handelt es sich um eine Aussackung des Organs deren Form jener Mutze ahnlich sein kann Feinbau Bearbeiten Wand der Gallenblase Hamatoxylin Eosin gefarbt Die etwa 0 4 cm dicke Wand des Hohlorgans ist histologisch dreischichtig gegliedert Von innen Lumen nach aussen unterscheidet man eine Tunica mucosa bestehend aus Epithel und einer Lamina propria eine Tunica muscularis und eine Tunica serosa Die Tunica mucosa Schleimhaut besteht aus einer lumenwarts gelegenen Schicht Oberflachenepithel und einer darunterliegenden Bindegewebsschicht mit Blutgefassen der Lamina propria Bedingt durch die Farbe der Galle ist die Schleimhaut grun gefarbt Sie ist zu Falten aufgeworfen die bei zunehmender Fullung geglattet werden Die Aneinanderlagerung von Falten fuhrt zu so genannten Schleimhautbrucken die charakteristisch fur das histologische Praparat einer Gallenblase sind Gelegentlich vorkommende Krypten werden Rokitansky Aschoff Krypten genannt Das Oberflachenepithel besteht aus so genannten Hauptzellen ist einschichtig und zeichnet sich durch eine grosse Anzahl von Mikrovilli aus Die Zellen sind durch Nexus Desmosomen und Schlussleisten miteinander verbunden Funktion der Hauptzellen ist der Entzug von Wasser zur Konzentrierung der Galle und die Produktion von Schleim zum Schutz des Organs vor Gallenbestandteilen Bei einigen Saugetieren Fleischfressern Paarhufern besitzt die Schleimhaut im Bereich des Gallenblasenhalses mukose Drusen die Muzine synthetisieren 5 Bei chronischen Entzundungen kann die Anzahl dieser Drusen erhoht sein Die mittlere der drei Schichten die dunne Tunica muscularis besteht aus glatter Muskulatur in scherengitterartiger Anordnung und vereinzelten bindegewebigen Anteilen Die Schicht ist fur die Entleerung des Organs notwendig 5 Die aussen liegende Tunica serosa besteht ausser an der der Leber anliegenden Stelle wo eine Tunica adventitia ausgebildet ist aus dem Epithel des Peritoneums und darunter liegendem Bindegewebe Diese Schicht fuhrt neben Nervenfasern auch Blutgefasse Ontogenetische Entwicklung BearbeitenDie Gallenblase geht in der Ontogenese der Entwicklung des einzelnen Lebewesens aus einem primitiven Darmrohr hervor das sich in der vierten Entwicklungswoche aus dem Entoderm dem inneren Keimblatt des Embryoblasten bildet Der kranial zum Schadel hin gelegene Anteil dieses Rohres wird als Vorderdarm bezeichnet und ist unter anderem Ausgangspunkt fur die Entwicklung von Leber und Gallenblase Letztere geht aus dem Diverticulum cysticum hervor einer Aussackung des Vorderdarms die kranial der Anlage der Bauchspeicheldruse und kaudal schwanzwarts der Leberanlage Diverticulum hepaticum liegt Aus dem Diverticulum cysticum entwickelt sich sowohl die Gallenblase als auch der Ductus cysticus Gallengang 6 Sowohl das Fehlen Aplasie die Unterentwicklung Hypoplasie als auch die doppelte Anlage des Organs gehoren zu einer Vielzahl seltener Fehlbildungen die beim Menschen moglich sind Auch die Ausbildung direkter Gange von der Leber zur Gallenblase ist moglich Im Rahmen seltener Syndrome kann die Gallenblase mit beteiligt sein etwa beim Mitchell Riley Syndrom Physiologie Bearbeiten Schema des Wasserentzugs durch Hauptzellen der Galle Die von der Leber produzierte Galle dient der Verdauung von Fetten im Darm Uber den Ductus choledochus wird die Galle uber die Papilla duodeni major in den Zwolffingerdarm abgegeben Die Schliessmuskeln M sphincter ampullae und M sphincter ductus choledochi im Bereich dieser Mundung konnen durch ihre Kontraktion das Abfliessen der Galle verhindern so dass diese sich in die uber den Ductus cysticus zwischengeschaltete Gallenblase zuruckstaut Diese Speicherung erfolgt vor allem zwischen den Mahlzeiten interdigestiv und betrifft ungefahr die Halfte der von der Leber sezernierten Galle Das Organ fasst etwa 50 ml Gallenflussigkeit deren Konzentration aber durch den aktiven Entzug von Wasser stark erhoht werden kann Die Galle kann so auf bis zu zehn Prozent des ursprunglichen Volumens angereichert eingedickt werden Teilweise wird in diesem Zusammenhang die ursprungliche Lebergalle von der modifizierten Blasengalle unterschieden Letztere zeichnet sich vor allem durch eine erhohte Konzentration von Gallensauren Lecithin Gallenfarbstoffen und Cholesterol aus Die Eindickung erfolgt durch die Verschiebung von Natrium und Chlorid Ionen unter Verwendung eines Na H sowie eines Cl HCO3 Antiport Transportsystems in der apikalen luminalen Membran der Hauptzelle Diese Verschiebung ist elektroneutral das heisst es werden dabei netto keine Ladungen verschoben Das in der Galle enthaltene Wasser folgt diesen resorbierten Ionen aufgrund deren osmotischer Wirksamkeit In der basolateralen Membran der Zelle befindet sich eine Na K ATPase welche die intrazellulare Natrium Konzentration konstant halt Das resorbierte Wasser wird in den Blutgefassen der Lamina propria abtransportiert 7 Bei Entspannung Relaxation der Schliessmuskeln kommt es zum Ausstromen des Inhalts der Gallenblase unterstutzt wird diese Entleerung durch die Kontraktion der glatten Muskulatur der Gallenblasenwand Die Kontraktion erfolgt unter dem Einfluss von Cholezystokinin CCK 7 dessen Bildung im Zwolffingerdarm und oberen Jejunum Leerdarm unter anderem durch Fett im Nahrungsbrei angeregt wird und der parasympathischen Wirkung des Nervus vagus uber den Neurotransmitter Acetylcholin Erkrankungen der Gallenblase Cholezystopathien BearbeitenGallensteine sind Ausfallprodukte aus der Gallenflussigkeit Bei etwa 12 der deutschen Bevolkerung treten diese Konkremente auf werden aber nur bei ungefahr der Halfte der Betroffenen symptomatisch Die Ursachen konnen zum Beispiel in einem Ungleichgewicht der Gallenbestandteile Gallensaure und Cholesterin liegen Geht Gallensaure aufgrund unzureichender Resorption dem enterohepatischen Kreislauf verstarkt verloren wie zum Beispiel bei Morbus Crohn oder wird unzureichend gebildet so nimmt der Cholesterinanteil relativ zu Dies gilt auch fur einen erhohten Cholesterinspiegel im Blut Hypercholesterinamie An den Kristallisationskern lagern sich nachfolgend weitere Substanzen an was zur Cholelithiasis Gallensteinleiden fuhren kann Besonders wenn sehr junge Menschen stark betroffen sind kann die Ursache auch in einer Aufbaustorung des roten Blutfarbstoffs Porphyrie liegen dessen Vorlauferprodukte die Gallenkanalzellen schadigen Steinleiden gehen oftmals mit Schmerzen im Bauchraum Koliken und Gelbsucht einher Therapiemoglichkeiten sind die Entfernung der Gallenblase Cholezystektomie oder die Entfernung mit oder ohne Zertrummerung der Steine im Rahmen einer endoskopisch retrograden Cholangiopankreatikographie Eine Stauungsgallenblase Gallenblasenhydrops entsteht durch die Verlegung der ableitenden Gallenwege durch Gallensteine Stenosen oder Tumoren bei gleichzeitig anhaltender Produktion von Muzinen Eine haufige Komplikation des Gallensteinleidens ist die Entzundung der Gallenblase Cholezystitis Sie ist eine bakterielle Infektion die in 90 der Falle durch eine vorubergehende Verlegung des Gallenblasenausgangs begunstigt wird Sie kann in einer Ansammlung von Eiter im Hohlorgan resultieren Gallenblasenempyem In der Regel muss bei einer Gallenblasenentzundung das Organ operativ entfernt werden meistens als laparoskopische Cholezystektomie Wiederkehrende oder chronische Entzundungen der Gallenblase konnen zu einer sogenannten Porzellangallenblase fuhren deren Wand durch Einlagerung von Calcium verkalkt und so verhartet oder zu einer vernarbten Schrumpfgallenblase Insbesondere die Porzellangallenblase kann den Boden fur das Gallenblasenkarzinom bereiten eine eher seltene Krebserkrankung mit schlechter Prognose 8 Als Gallenblasenperforation beziehungsweise Gallenblasenruptur wird der Durchbruch der Gallenblasenwand bezeichnet Dies kann sowohl die Folge einer Cholezystitis als auch einer mechanischen Belastung durch einen Gallenstein sein Rund 5 der Bevolkerung haben Gallenblasenpolypen Diese sind in den allermeisten Fallen asymptomatisch und gutartig nur selten verbirgt sich eine Krebserkrankung dahinter 9 Verschiedene als Leberegel bezeichnete Saugwurmer befallen das Gallengangssystem und die Gallenblase Mittels einer biliodigestiven Anastomose kann eine kunstliche Verbindung zwischen der Gallenblase oder dem Gallengangsystem und Teilen des Darmtraktes hergestellt werden Untersuchungsverfahren Bearbeiten Endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikographie ERCP Unauffalliger Gallen und Pankreasgang mehrere unterschiedlich grosse Gallensteine in der Gallenblase und im Gallenblasengang Sonografische Darstellung einer Gallenblase mit pathologischem Befund Gallenstein Eine gesunde Gallenblase ist nicht tastbar und nicht druckschmerzhaft Im Rahmen von Entzundungen kann sie bei eventuell damit einhergehender Vergrosserung vom ventralen Leberrand abgrenzbar sein dann liegt im Bereich des Rippenbogens auch meist eine Druckempfindlichkeit bei der Einatmung vor Murphy Zeichen Auch bei praller Fullung im Rahmen von Abflussstorungen in Kombination mit einer Gelbsucht ist das Organ tastbar Courvoisier Zeichen Dies tritt typischerweise auf wenn der Ausfuhrungsgang in den Dunndarm beispielsweise durch einen Pankreastumor verlegt ist Zur apparativen Untersuchung der Gallenblase und der Gallenwege sowie eventueller krankhafter Erscheinungen steht eine Vielzahl von Verfahren zur Verfugung Von diesen ist die Sonografie die verbreitetste da sie einfach durchzufuhren und fur den Patienten risikofrei ist Somit ist die Sonografie das erste Verfahren zur Beurteilung der Gallenblase an das sich gegebenenfalls weitere Untersuchungen anschliessen Die Untersuchung wird ublicherweise am nuchternen Patienten durchgefuhrt da dann die Gallenblase gefullt und am besten zu beurteilen ist 10 Andere bildgebende Verfahren zur Beurteilung der Gallenblase die auf der Rontgendarstellung des Gallengangsystems und der Gallenblase nach Verabreichung eines Kontrastmittels beruhen werden zusammenfassend als Cholangiographie bezeichnet Heute ist es ublich das Kontrastmittel welches das Organ darstellbar macht im Rahmen einer endoskopisch retrograden Cholangiopankreatikographie ERCP mittels Endoskop direkt in die Papilla duodeni major die Mundung des Gallengangsystems in den Zwolffingerdarm zu spritzen Dieses Vorgehen ermoglicht nicht nur die Diagnostik krankhafter Veranderungen wie Gallensteinen oder Stenosen sondern auch den Versuch einer therapeutischen Intervention uber das Endoskop Ist eine ERCP nicht moglich stellt die perkutane transhepatische Cholangiographie PTC eine weitere Moglichkeit dar bei der das Kontrastmittel perkutan das heisst durch die Haut mittels einer Punktion in die Leber eingebracht wird 11 Wegen der Vorteile der ERCP sind Cholangiographien bei denen ein mit der Galle durch die Leber ausgeschiedenes Kontrastmittel als Tablette orale Cholezystographie oder intravenos intravenose Cholezystographie verabreicht wird heute unublich geworden oder auf spezielle Indikationen beschrankt 12 Die Computertomographie kommt bei unklarem Sonografie Befund zur Ausbreitungsdiagnostik bei Tumoren und zur Bestimmung des Kalkgehaltes von Gallenblasensteinen zum Einsatz Eine Alternative dazu ist die Magnetresonanztomografie die zusatzlich eine Rekonstruktion der flussigkeitsgefullten Gallenwege Gallenblase und des Pankreasgangs zulasst Magnet Resonanz Cholangiopankreatikografie MRCP Sie ist von der Aussagekraft mit der ERCP vergleichbar und kommt in Frage wenn eine therapeutische Intervention nicht von vornherein geplant ist 13 Konventionelles Rontgen hat durch die Entwicklung der anderen diagnostischen Verfahren seinen Stellenwert in der Diagnostik von Erkrankungen der Gallenblase verloren Im Rontgen lassen sich Anzahl und Grosse von Gallensteinen abschatzen und eine Porzellangallenblase erkennen 12 Weblinks Bearbeiten Commons Gallenblase Sammlung von Bildern Videos und Audiodateien Wiktionary Gallenblase Bedeutungserklarungen Wortherkunft Synonyme Ubersetzungen Sonografie Bilder der GallenblaseLiteratur BearbeitenGerhard Aumuller Jurgen Engele Joachim Kirsch Siegfried Mense Markus Voll und Karl Wesker Illustrationen Anatomie Lernprogramm zum Prapkurs online 3 Auflage Thieme Stuttgart 2014 ISBN 978 3 13 136043 4 A Benninghoff D Drenckhahn Zellen und Gewebelehre Entwicklungslehre Skelett und Muskelsystem Atemsystem Verdauungssystem Harn und Genitalsystem 16 Auflage Urban und Fischer Munchen 2003 ISBN 3 437 42340 1 Anatomie Band 1 Renate Lullmann Rauch Taschenlehrbuch Histologie 4 Auflage Thieme Stuttgart 2012 ISBN 978 3 13 129244 5 Thomas W Sadler Medizinische Embryologie Aus dem Englischen von Ulrich Drews 11 Auflage Georg Thieme Verlag Stuttgart 2008 ISBN 978 3 13 446611 9 G Skibbe Gallenblase und Gallengange In Chirurgie historisch gesehen Anfang Entwicklung Differenzierung Hrsg von F X Sailer und F W Gierhake Dustri Verlag Deisenhofen bei Munchen 1973 ISBN 3 87185 021 7 S 72 88Einzelnachweise Bearbeiten W Westheide R Rieger Wirbel oder Schadeltiere Spektrum Heidelberg 2003 ISBN 3 8274 0900 4 Spezielle Zoologie Teil 2 a b Gerhard Aumuller et al Anatomie 3 Auflage Thieme Stuttgart 2014 ISBN 978 3 13 136043 4 S 667 Gerhard Aumuller et al Anatomie 3 Auflage Thieme Stuttgart 2014 ISBN 978 3 13 136043 4 S 665 a b Gerhard Aumuller et al Anatomie 3 Auflage Thieme Stuttgart 2014 ISBN 978 3 13 136043 4 S 668 a b Renate Lullmann Rauch Taschenlehrbuch Histologie 4 Auflage Thieme Stuttgart 2012 ISBN 978 3 13 129244 5 S 427 f Thomas W Sadler Medizinische Embryologie Aus dem Englischen von Ulrich Drews 11 Auflage Georg Thieme Verlag Stuttgart 2008 ISBN 978 3 13 446611 9 S 287 a b Michael Gekle Ernahrung Energiehaushalt und Verdauung In Michael Gekle u a Physiologie Thieme Verlag Stuttgart 2010 ISBN 978 3 13 144981 8 S 461 463 Gerd Herold und Mitarbeiter Innere Medizin 2018 Eigenverlag Koln 2018 ISBN 978 3 9814660 7 2 S 556 f Gerd Herold und Mitarbeiter Innere Medizin 2018 Eigenverlag Koln 2018 ISBN 978 3 9814660 7 2 S 570 Maximilian Reiser Fritz Peter Kuhn Jurgen Debus Radiologie 3 Auflage Stuttgart 2011 S 491 Maximilian Reiser Fritz Peter Kuhn Jurgen Debus Radiologie 3 Auflage Stuttgart 2011 S 492 f a b Maximilian Reiser Fritz Peter Kuhn Jurgen Debus Radiologie 3 Auflage Stuttgart 2011 S 490 Maximilian Reiser Fritz Peter Kuhn Jurgen Debus Radiologie 3 Auflage Stuttgart 2011 S 493 f Dieser Artikel wurde am 12 August 2006 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen Normdaten Sachbegriff GND 4071544 9 OGND AKS Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Gallenblase amp oldid 214965108, wikipedia, wiki, deutsches

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