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Friedrich Adolf Sauer

Friedrich Adolf Sauer, auch Friedrich Adolph Sauer (* 1. Januar 1765 in Barge; † 14. Februar 1839 in Arnsberg) war ein deutscher römisch-katholischer Pfarrer, Pädagoge und Schulreformer.

Friedrich Adolf Sauer
Grabstein
Erinnerungstafel in Barge

Sauer wurde nach dem Studium in Bonn mit 25 Jahren Pfarrer in Rüthen im damaligen Herzogtum Westfalen. Hier traf er mit dem rührigen Pastor und Schulreformer Melchior Ludolf Herold von Hoinkhausen zusammen, der bald sein väterlicher Freund wurde. Seit Jahren unternahmen Kurfürst Maximilian Franz von Österreich und der von der Aufklärung beeinflusste Minister Franz Wilhelm von Spiegel erhebliche Anstrengungen zur Verbesserung des Schulwesens im zum Kurfürstentum Köln gehörenden Herzogtum. In diesen Rahmen fiel das Wirken Sauers, der vor allem die Ausbildung der bislang nur unzulänglich gebildeten Lehrkräfte an den Elementarschulen im Blick hatte. Während in Bonn, der Hauptstadt des kurkölnischen Staates, bereits eine "Normal-Lehrerbildungsanstalt" bestand, fehlte eine solche Einrichtung im entfernten Herzogtum. Sauer erhielt vom Kurfürsten die Aufgabe, eine entsprechende Lehrerbildungsanstalt einzurichten, nachdem er dem Kurfürsten durch den amtierenden Schulkommissar Max von Weichs als "einzig fähiger Mann" für diese Aufgabe vorgeschlagen worden war. Sauer unternahm zur Vorbereitung auf seine neue Aufgabe Reisen zu damaligen schulischen Mustereinrichtungen – unter anderem zu den sogenannten Industrieschulen bei Würzburg, die neben theoretischen Kenntnissen auch praktische Fertigkeiten vermittelten – um so ein möglichst modernes Schulkonzept für die neue Einrichtung zu entwickeln.

Ohne Gehalt und einen Schulfonds gründete er 1795 in Rüthen die erste Normalschule für Lehrerinnen und Lehrer im Herzogtum Westfalen. "In seiner Methode setzte er auf den natürlichen Wissensdrang, der jedem Menschen angeboren ist. Im mechanischen Lernen unverstandener Dinge sah er den verhängnisvollsten Fehler.", konstatiert Ulrich Grun. Nach dem Vorbild der Würzburger Schulen wurde den Mädchen außer Lesen und Schreiben auch Nähen, Stricken und Spinnen beigebracht. Die Jungen lernten Fertigkeiten der „lokalen Industrien“ (z. B. Herstellung von Holzwaren) und im Schulgarten Gartenbau, Obstbau und Bienenzucht.

Das Schulkonzept war mithin nicht nur auf Bildung ausgerichtet, sondern war der Versuch einer Art Wirtschaftsförderung in einer ökonomisch in weiten Teilen zurückgebliebenen und armen Region. Grundsatz des Schulprogramms war: „Der Armut zurvorzukommen ist verdienstlicher, als sie durch Almosen zu lindern.“ Daneben ging es Sauer um eine „Schärfung der Sinne für das richtige Verhältnis der Dinge zueinander, für Ebenmaß und Schönheit.“ Nach diesem Konzept entstanden zahlreiche Schulen in den Gemeinden des Herzogtums. Insgesamt gab es 1802 255 Elementarschulen und 38 Industrieschulen für Jungen sowie 18 für Mädchen. Der Verkauf der in den Schulen hergestellten Produkte hatte zwischen 1797 und 1810 immerhin einen Wert von 100.000 Reichstalern.

Nach dem Ende des Kurstaates verlegte Sauer seine Lehrerbildungsanstalt 1803 nach Arnsberg in das nunmehr leerstehende Haus der Jesuiten. Er wurde zudem Präfekt des säkularisierten Gymnasium Laurentianum und 1804 hessischer und nach dem Wechsel des Landesherrn 1816 preußischer Schul- und Konsistorialrat.

Begraben ist Sauer auf dem Eichholzfriedhof in Arnsberg.

Nach Friedrich Adolf Sauer ist seit dem 8. Januar 1929 die Adolf-Sauer-Schule in Arnsberg benannt.

  • Hans-Günther Bracht: Rüthen als Standort der Lehrerausbildung. In: Wolfgang Bockhorst (Hrsg.): Geschichte der Stadt Rüthen. Bonifatius, Paderborn 2000. S. 741–762 (Studien und Quellen zur westfälischen Geschichte, 37).
  • Josef Freusberg (Landrat des Kreises Arnsberg): Trauerrede bei der Beerdigung des Hochw. Herrn Friedrich Adolf Sauer. Arnsberg, 1839.
  • Grun, Ulrich : Der "einzig fähige Mann: Der Pastor von Rüthen", in: Kreis Soest (Hrsg.): Kalender des Kreises Soest, Soest 1990, ZDB-ID 619151-4, S. 109–110
  • Wilhelm Schulte: Westfälische Köpfe. Münster 1977. S. 245f. ISBN 3-402-05700-X
  • Steffen, Franz: Die Normalschule zu Rüthen, Düsseldorf 1913
  • Stadt Menden (Hrsg.): Der Reformer des sauerländischen Schulwesens : Friedrich Adolf Sauer (1765–1839). Menden, 1990.
  1. Ulrich Grun: Der "einzig fähige Mann: Der Pastor von Rüthen". In: Kreis Soest (Hrsg.): Kalender des Kreises Soest. Soest 1990,S.109.
  2. Ulrich Grun: Der "einzig fähige Mann: Der Pastor von Rüthen". In: Kreis Soest (Hrsg.): Kalender des Kreises Soest. Soest 1990,S.109.
  3. Ulrich Grun: Der "einzig fähige Mann: Der Pastor von Rüthen". In: Kreis Soest (Hrsg.): Kalender des Kreises Soest. Soest 1990,S.110.
Personendaten
NAME Sauer, Friedrich Adolf
ALTERNATIVNAMEN Sauer, Friedrich Adolph
KURZBESCHREIBUNG deutscher römisch-katholischer Pfarrer, Pädagoge und Schulreformer
GEBURTSDATUM 1. Januar 1765
GEBURTSORT Barge
STERBEDATUM 14. Februar 1839
STERBEORT Arnsberg

Friedrich Adolf Sauer
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Friedrich Adolf Sauer deutscher Padagoge Sprache Beobachten Bearbeiten Friedrich Adolf Sauer auch Friedrich Adolph Sauer 1 Januar 1765 in Barge 14 Februar 1839 in Arnsberg war ein deutscher romisch katholischer Pfarrer Padagoge und Schulreformer Friedrich Adolf Sauer Grabstein Erinnerungstafel in BargeLeben und Wirken BearbeitenSauer wurde nach dem Studium in Bonn mit 25 Jahren Pfarrer in Ruthen im damaligen Herzogtum Westfalen Hier traf er mit dem ruhrigen Pastor und Schulreformer Melchior Ludolf Herold von Hoinkhausen zusammen der bald sein vaterlicher Freund wurde 1 Seit Jahren unternahmen Kurfurst Maximilian Franz von Osterreich und der von der Aufklarung beeinflusste Minister Franz Wilhelm von Spiegel erhebliche Anstrengungen zur Verbesserung des Schulwesens im zum Kurfurstentum Koln gehorenden Herzogtum In diesen Rahmen fiel das Wirken Sauers der vor allem die Ausbildung der bislang nur unzulanglich gebildeten Lehrkrafte an den Elementarschulen im Blick hatte Wahrend in Bonn der Hauptstadt des kurkolnischen Staates bereits eine Normal Lehrerbildungsanstalt bestand fehlte eine solche Einrichtung im entfernten Herzogtum Sauer erhielt vom Kurfursten die Aufgabe eine entsprechende Lehrerbildungsanstalt einzurichten nachdem er dem Kurfursten durch den amtierenden Schulkommissar Max von Weichs als einzig fahiger Mann fur diese Aufgabe vorgeschlagen worden war 2 Sauer unternahm zur Vorbereitung auf seine neue Aufgabe Reisen zu damaligen schulischen Mustereinrichtungen unter anderem zu den sogenannten Industrieschulen bei Wurzburg die neben theoretischen Kenntnissen auch praktische Fertigkeiten vermittelten um so ein moglichst modernes Schulkonzept fur die neue Einrichtung zu entwickeln Ohne Gehalt und einen Schulfonds grundete er 1795 in Ruthen die erste Normalschule fur Lehrerinnen und Lehrer im Herzogtum Westfalen In seiner Methode setzte er auf den naturlichen Wissensdrang der jedem Menschen angeboren ist Im mechanischen Lernen unverstandener Dinge sah er den verhangnisvollsten Fehler konstatiert Ulrich Grun 3 Nach dem Vorbild der Wurzburger Schulen wurde den Madchen ausser Lesen und Schreiben auch Nahen Stricken und Spinnen beigebracht Die Jungen lernten Fertigkeiten der lokalen Industrien z B Herstellung von Holzwaren und im Schulgarten Gartenbau Obstbau und Bienenzucht Das Schulkonzept war mithin nicht nur auf Bildung ausgerichtet sondern war der Versuch einer Art Wirtschaftsforderung in einer okonomisch in weiten Teilen zuruckgebliebenen und armen Region Grundsatz des Schulprogramms war Der Armut zurvorzukommen ist verdienstlicher als sie durch Almosen zu lindern Daneben ging es Sauer um eine Scharfung der Sinne fur das richtige Verhaltnis der Dinge zueinander fur Ebenmass und Schonheit Nach diesem Konzept entstanden zahlreiche Schulen in den Gemeinden des Herzogtums Insgesamt gab es 1802 255 Elementarschulen und 38 Industrieschulen fur Jungen sowie 18 fur Madchen Der Verkauf der in den Schulen hergestellten Produkte hatte zwischen 1797 und 1810 immerhin einen Wert von 100 000 Reichstalern Nach dem Ende des Kurstaates verlegte Sauer seine Lehrerbildungsanstalt 1803 nach Arnsberg in das nunmehr leerstehende Haus der Jesuiten Er wurde zudem Prafekt des sakularisierten Gymnasium Laurentianum und 1804 hessischer und nach dem Wechsel des Landesherrn 1816 preussischer Schul und Konsistorialrat Begraben ist Sauer auf dem Eichholzfriedhof in Arnsberg Nach Friedrich Adolf Sauer ist seit dem 8 Januar 1929 die Adolf Sauer Schule in Arnsberg benannt Literatur BearbeitenHans Gunther Bracht Ruthen als Standort der Lehrerausbildung In Wolfgang Bockhorst Hrsg Geschichte der Stadt Ruthen Bonifatius Paderborn 2000 S 741 762 Studien und Quellen zur westfalischen Geschichte 37 Josef Freusberg Landrat des Kreises Arnsberg Trauerrede bei der Beerdigung des Hochw Herrn Friedrich Adolf Sauer Arnsberg 1839 Grun Ulrich Der einzig fahige Mann Der Pastor von Ruthen in Kreis Soest Hrsg Kalender des Kreises Soest Soest 1990 ZDB ID 619151 4 S 109 110 Wilhelm Schulte Westfalische Kopfe Munster 1977 S 245f ISBN 3 402 05700 X Steffen Franz Die Normalschule zu Ruthen Dusseldorf 1913 Stadt Menden Hrsg Der Reformer des sauerlandischen Schulwesens Friedrich Adolf Sauer 1765 1839 Menden 1990 Einzelnachweise Bearbeiten Ulrich Grun Der einzig fahige Mann Der Pastor von Ruthen In Kreis Soest Hrsg Kalender des Kreises Soest Soest 1990 S 109 Ulrich Grun Der einzig fahige Mann Der Pastor von Ruthen In Kreis Soest Hrsg Kalender des Kreises Soest Soest 1990 S 109 Ulrich Grun Der einzig fahige Mann Der Pastor von Ruthen In Kreis Soest Hrsg Kalender des Kreises Soest Soest 1990 S 110 Normdaten Person GND 119026066 OGND AKS VIAF 35257380 Wikipedia Personensuche PersonendatenNAME Sauer Friedrich AdolfALTERNATIVNAMEN Sauer Friedrich AdolphKURZBESCHREIBUNG deutscher romisch katholischer Pfarrer Padagoge und SchulreformerGEBURTSDATUM 1 Januar 1765GEBURTSORT BargeSTERBEDATUM 14 Februar 1839STERBEORT ArnsbergAbgerufen von https de wikipedia org w index php title Friedrich Adolf Sauer amp oldid 205234884, wikipedia, wiki, deutsches

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