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Etrusker

Die Etrusker (lateinischEtrusci,Tusci „Tusker“;altgriechischΤυρσηνοίTyrsenoiTyrsener“,ΤυρρηνοίTyrrhenoi „Tyrrhener“), veraltet auch Etrurier, waren ein antikes Volk in Etrurien, das im nördlichen Mittelitalien im Raum der heutigen Regionen Toskana, Umbrien und Latium lebte und laut Dionysios von Halikarnassos sich selbst Rasenna nannte.

Völker auf der Italienischen Halbinsel zu Beginn der Eisenzeit
  • Ligurer
  • Veneter
  • Etrusker
  • Picener
  • Umbrer
  • Latiner
  • Osker
  • Messapier
  • Griechen
  • Die etruskische Kultur ist in diesem Gebiet zwischen 800 v. Chr. und der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts v. Chr. nachweisbar. Nach der Eroberung durch die Römer (300 bis 90 v. Chr.) gingen die Etrusker weitgehend in der Kultur des Römischen Reichs auf. Doch berichtet noch Prokop im 6. Jahrhundert n. Chr. von Etruskern unter seinen Zeitgenossen. Mit der Erforschung der etruskischen Geschichte, Sprache und Kultur beschäftigt sich die Etruskologie.

    Inhaltsverzeichnis

    Urne und Fibeln der Villanova-Kultur,
    Museo Etrusco Guarnacci, Volterra

    Seit etwa 1000 v. Chr. blühte im Raum um Bologna die eisenzeitliche Villanova-Kultur, die vor allem durch ihre Friedhöfe bekannt ist. Die Menschen, die ihr angehörten, verbrannten ihre Toten und bestatteten die Asche in hohen Urnen, die oftmals einen helmartigen Deckel hatten. Die Urnen waren mit geometrischen Motiven dekoriert, daneben gab es Hausurnen, die Wohnbauten kopierten. Typische Grabbeigaben waren Fibeln und Waffen. Im Laufe der Zeit griff diese Kultur auch in den Raum der Toskana über. Zu beobachten sind starke Veränderungen ab etwa 750 v. Chr.: Es gab immer mehr Nekropolen, was auf Bevölkerungswachstum schließen lässt. In den Gräbern dieser Zeit finden sich vermehrt Importe, vor allem auch aus Griechenland; außerdem wurden die Gräber zunehmend reicher ausgestattet, was auf wachsenden Wohlstand hindeutet. Eine weitere bemerkenswerte Veränderung war die Einführung der Körperbestattung, die die Urnen verdrängte. Mit diesen Veränderungen entstand die Kultur der Etrusker, wobei ihre Herkunft in der Forschung heftig diskutiert wird.

    Etruskerin, Terrakottafigur
    Ehegatten-Sarkophag, Banditaccia-Nekropole (heute in der Villa Giulia Rom)
    Herrschaftsgebiet der Etrusker

    Die etruskische Kultur hat sich wohl erst auf dem Boden Etruriens entwickelt. Jedoch ist unklar, ob die Bevölkerungsmehrheit erst unmittelbar vor Entstehen dieser Kultur eingewandert ist. Ebenso wenig konnte sicher geklärt werden, woher die etruskische Sprache stammt. Schon im Altertum wurden zu diesen Fragen zwei Hypothesen vertreten.

    Einwanderungstheorie

    Der Einwanderungstheorie nach stammten die Etrusker aus dem kleinasiatischen Lydien (Herodot) und waren nach 1000 v. Chr. in das Gebiet der heutigen Toskana eingewandert. Für dieses Szenario spricht eine offensichtliche Verwandtschaft zwischen dem Etruskischen und einer auf Lemnos gefundenen, dem Frühetruskischen sprachlich nahestehenden Inschrift in lemnischer Sprache sowie gewisse Parallelen zum Lydischen. Auch die künstlerische Entwicklung im frühen ersten Jahrtausend im orientalisierenden Stil zeigt erstaunliche Parallelen zum lydischen Raum. Eine Studie des Erbguts toskanischer Rinder zeigte, dass sie einst aus Kleinasien eingeführt wurden.

    Neuere Genforschungen der Universität Turin liefern weitere Hinweise darauf, dass die Etrusker Siedler aus dem antiken Lydien gewesen sein könnten (Piazza et alii, 2007). Nach Barbujani sollen die vergleichenden Untersuchungen des Erbgutes ergeben haben, dass ein Drittel der mitochondrialen Allele denen der anatolischen Bevölkerung entspreche und nicht der italischen. Weiterhin zeige die Untersuchung ein homogenes Kontinuum der Gene innerhalb der etruskischen Bevölkerung sowohl in geografischer Verteilung als auch im zeitlichen Verlauf zwischen dem 7. und 2. Jahrhundert v. Chr. Dieses sei zudem einheitlicher als das der heutigen italienischen oder europäischen Bevölkerung, was bedeute, dass es – zumindest, was die soziale Oberschicht betrifft – nicht zu Vermischungen gekommen sei.

    Autochthone Theorie

    Die autochthone Theorie demgegenüber nimmt an, dass sich die etruskische Kultur in Mittelitalien aus der Villanova-Kultur entwickelt hat. Die etruskische Sprache sei eine vorindogermanische Sprache, die durch die recht späte Einwanderung der indogermanischen Stämme der Italiker in die italienische Halbinsel isoliert worden sei. Die kulturelle und künstlerische Blüte der Etrusker erkläre sich durch die Einbindung der Toskana in den erblühenden Handel im Mittelmeerraum durch Phönizier und Griechen im frühen 8. Jahrhundert v. Chr. Die Nutzung der reichen Erzvorkommen habe die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung beschleunigt. Diese Theorie wird durch den nahtlosen Übergang der Villanova-Kultur in die etruskische Kultur vor allem im Norden zum Beispiel in Felsina (heute Bologna) unterstützt. Um die Zeitenwende vertrat Dionysios von Halikarnassos diese Theorie.

    Synthese

    Die heutige Etruskologie fragt nicht mehr nach der Herkunft der Etrusker, sondern nach deren Entstehung als Volk. Dabei geht man von einer altmediterranen Volksschicht aus, die bis um 1000 v. Chr. eine sesshafte Bauernkultur entwickelte und in die fremde Volkselemente sowohl aus dem Osten (phönizische Seefahrer) als auch aus dem Norden (indogermanische Italiker) eindrangen. Auf diese Weise entstand die Villanova-Kultur. Diese Bevölkerung wurde durch eine sehr dünne Schicht von Einwanderern aus Kleinasien (Tyrrhener) überlagert. Aus der Vermischung mit der lokalen Bevölkerung entwickelte sich das etruskische Volk.

    Etruskische Nekropole in Norchia

    Überblick

    Die ersten Grabfunde stammen aus dem 9. Jahrhundert v. Chr. Es sind steinerne Urnenbehälter in Pozzo-Gräbern (kleinen Erdeintiefungen), die belegen, dass die Protoetrusker ursprünglich die Feuerbestattung pflegten. Ab dem 8. Jahrhundert entstand das sogenannte Fossagrab, eine Mulde, in die der intakte Körper gelegt und die mit einer Platte verschlossen wurde. Um 750 v. Chr. entwickelte sich die etruskische Seeherrschaft über das Tyrrhenische Meer. Dabei ging die Entwicklung vor allem von den Städten im südlichen Etrurien aus. Um 600 v. Chr. waren die Etrusker auf der Höhe ihrer Macht angelangt. Sie beherrschten zusammen mit den verbündeten Karthagern das westliche Mittelmeer und expandierten sowohl nach Süden bis in die Gegend des heutigen Kampanien (Salerno) wie nach Norden in die Poebene (Bologna).

    Die Städte waren in einem losen Städtebund (Zwölfstädtebund) zusammengeschlossen, der vor allem religiösen, weniger aber politischen Charakter hatte. Religiöses Zentrum war das bei Orvieto oder Bolsena gelegene Fanum Voltumnae. Einen etruskischen Zentralstaat gab es nicht. Die Etrusker beherrschten auch Rom (der Name Roma ist vermutlich von einem etruskischen Geschlecht, den Rumlna, latinisiert Romilii, abgeleitet). Die Herrschaftsform in den Städten war monarchisch. In lateinischer Umschrift bezeichnete lucumo den etruskischen König einer Stadt. Ansonsten ist nur wenig über die inneren Verhältnisse bekannt, auch wenn viele etruskische Elemente von den Römern übernommen wurden. Dazu zählen unter anderem die Purpurtunika und der Purpurmantel, die Rutenbündel mit Beil (fasces) und die Vorzeichenschau (vor allem aus der Vogelschau). Wahrscheinlich lebte der Großteil der Bevölkerung in einem starken Abhängigkeitsverhältnis zum Adel. Außergewöhnlich war die Stellung der Frau, der ein recht hohes Maß an Prestige zukam.

    In Küstennähe und im Süden Etruriens waren die wichtigsten Zentren der etruskischen Kultur: Pupluna (Populonia) mit der Verhüttung des Eisenerzes der Insel Elba, Tarquinia mit der Bronzeverarbeitung, Caere (Cerveteri), das die Kupfer-, Eisen- und Bleigruben der Tolfaberge ausnutzte, Vulci und schließlich Veji im südlichen Landesinneren. Im Norden und im Landesinneren entwickelten sich Cortona, Arezzo, Perugia, Chiusi und Volterra zu wichtigen Zentren. Dabei waren hier vor allem die Metallverarbeitung, die Keramikproduktion und wohl auch die Produktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse vorherrschend. In kultureller Hinsicht gab es trotz verschiedener militärischer Konflikte auch einen sehr fruchtbaren Austausch mit der griechischen Welt. So war die etruskische Kunst von der griechischen beeinflusst.

    Seit dem 7. Jahrhundert v. Chr. gab es Bestrebungen von Seiten der Etrusker, sich nach Norden und Süden auszubreiten. Im Norden überquerten sie seit dem Ende des 7. Jahrhunderts den Apennin und gründeten in der Poebene eigene Städte. Vor allem zwischen den Jahren 550 bis 520 v. Chr. begann eine starke Etruskisierung. Die vorher auch hier verbreitete Villanova-Kultur verschwand fast völlig. Wegen des Fehlens direkter schriftlicher Quellen sind die Vorgänge im Einzelnen jedoch unsicher. Zunächst kam es vermehrt zu Importen aus Griechenland, was auf die Errichtung eines Handelsnetzes deutet. Man hat auch etruskische Inschriften aus der Zeit um 500 v. Chr. gefunden, und es gab die ersten Stadtgründungen.

    Karthago und die Etrusker bezwangen als Verbündete der Perser zu Beginn der Perserkriege in der Seeschlacht vor Alalia 540 v. Chr. in einer gemeinsamen Aktion griechische Siedler aus Phokaia und konnten damit die phokaische Kolonie Massilia (das heutige Marseille) durch eine Blockade der Meerenge zwischen Korsika und Elba von ihrer Verbindung zur phokaischen Kolonie Elea abschneiden. Wohl nicht im Jahre 510 v. Chr. (wie die Sage berichtet), sondern erst einige Zeit später begann mit der Vertreibung der Tarquinier aus Rom der langsame, aber stetige Niedergang der Etrusker. Die Niederlage gegen eine griechische Flotte in der Schlacht von Kyme im Jahr 474 v. Chr. schwächte die Seeherrschaft Etruriens nachhaltig. In Kampanien brach einige Zeit später die etruskische Herrschaft infolge von Kriegszügen der Samniten zusammen. Um 396 v. Chr. wurde Veji von Rom erobert und zerstört. Wenig später überrannten die Gallier das etruskische Gebiet im Norden; wenngleich sie es auch nicht dauerhaft besetzten, trug dies zusätzlich zur Schwächung der Etrusker bei. Bis 265 v. Chr. wurde das südliche Etrurien Zug um Zug von Rom erobert. Die Städte im Norden (Arezzo, Volterra, Perugia, Cortona) schlossen Bündnisverträge mit Rom ab und erreichten damit eine weniger dramatisch verlaufende Assimilation ins Römische Reich. Mit der Gewährung der uneingeschränkten römischen Bürgerrechte wurde sie im Jahr 90 v. Chr. auch formal abgeschlossen.

    Versinnbildlicht wird das Aufgehen der etruskischen Kultur im Römischen Reich etwa durch die Person des Maecenas, der aus einer altadligen etruskischen Familie stammte und ein Vertrauter des ersten römischen Kaisers Augustus war. Noch in der Mitte des 3. nachchristlichen Jahrhunderts wurde auf Münzen der Ehefrau des römischen Kaisers Trajanus Decius (regierte von 249 bis 251) mit der Nennung der Namen der Kaiserin Herennia Etruscilla und des gemeinsamen Sohnes Herennius Etruscus auf die Abstammung aus einer alten etruskischen Familie Bezug genommen.

    Einer der letzten römischen Kenner der etruskischen Kultur und Sprache war Kaiser Claudius. Vor seinem von ihm nie beabsichtigten Regierungsantritt verfasste er, seinen antiquarischen Interessen folgend, eine 20 Bücher umfassende Geschichte der Etrusker. Der Untergang dieses seines Hauptwerks gehört zu den besonders beklagenswerten Verlusten der Überlieferung.

    Zeittafel

    Bronzenes Pferd, Grabbeilage, 600 v. Chr. (Replik)
    Wandmalerei, Tomba dei Leopardi, Tarquinia
    Etruskische Reiter, 540–520 vor Christus, Castel San Marino
    • um 800 v. Chr.: Anfänge der etruskischen Kultur und Städtebildung in Etrurien
    • um 750 v. Chr.: Aufstieg zur Seemacht
    • um 700 v. Chr.: Tumulus-Gräber und Grab­malerei; reiche Grabbeigaben
    • um 600 v. Chr.: Bronze­kunst im orientalisierenden Stil, Produktion von Bucchero-Keramik
    • 550 v. Chr.: Etrurisch-karthagische Koalition gegen Griechenland
    • 540 v. Chr.: Seesieg bei Alalia
    • 524 v. Chr.: Niederlage bei Kyme gegen die Griechen
    • um 500 v. Chr.: Blüte des etruskischen Capua
    • um 500 v. Chr.: Sturz der etruskischen Königsherrschaft des Lucius Tarquinius Superbus in Rom, der Sage nach im Jahre 510 v. Chr.
    • 482 v. Chr.: Beginn der Auseinandersetzung zwischen Veji und Rom
    • 474 v. Chr.: Niederlage der Etrusker gegen Syrakus in der Schlacht von Cumae (auch Kyme)
    • 430 v. Chr.: Niederlage gegen die Samniten in Kampanien
    • 406 v. Chr.: Belagerung von Veji durch Rom
    • 396 v. Chr.: Zerstörung von Veji durch Rom
    • ab 396 v. Chr.: Einfall der Kelten in die Poebene
    • 384 v. Chr.: Plünderung von Pyrgi (Santa Severa) durch Dionysios I. von Syrakus
    • 358 v. Chr.: Bündnis von Tarquinia und Cerveteri gegen Rom
    • 310 v. Chr.: Niederlage gegen die Römer am Vadimone-See
    • 300 v. Chr.: Pyrgi wird römische Kolonie
    • 280 v. Chr.: Niederlage von Vulci gegen Rom
    • 264 v. Chr.: Niederlage von Volsinii gegen Rom
    • 260 v. Chr.: Unterwerfung durch die Gallier in der Poebene
    • 205 v. Chr.: Unterstützung Scipios im Feldzug gegen Hannibal
    • 183 v. Chr.: Gründung der römischen Kolonie in Saturnia
    • 90 v. Chr.: Gewährung des römischen Bürgerrechts
    • 82 v. Chr.: Repressionen Sullas in Etrurien
    • 79 v. Chr.: Kapitulation von Volterra
    • ab 40 v. Chr.: Endgültige Romanisierung Etruriens

    Die Epochen der etruskischen Kultur entwickelten sich parallel zu denen Griechenlands und zeugen von intensiven Kontakten im Mittelmeerraum:

    • Orientalisierende Kunst (800 bis 650 v. Chr.): Parallelen sind sowohl zum Nahen Osten (Anatolien) wie zu Karthago festzustellen.
    • Archaische etruskische Kunst (650 bis 500 v. Chr.): starker Einfluss der ionischen und korinthischen Kultur. Eine Reihe griechischer Künstler und Handwerker sind in Etrurien nachweisbar.
    • Blütezeit (500 bis 300 v. Chr.): Der griechische Einfluss war sehr groß, in klassischer wie auch in hellenistischer Zeit. Die Kunst erlebte ihre Blütephase trotz des langsamen wirtschaftlichen und politischen Niedergangs.
    • Spätzeit (300 bis 100 v. Chr.): Man kann von einem Dialekt des Hellenismus sprechen. Der etruskische Charakter ging im Hellenismus auf.

    Der größte Teil der Kunstgegenstände wurde in den etruskischen Nekropolen (Cerveteri, Tarquinia, Populonia, Orvieto, Vetulonia, Norchia) ausgegraben. Bauliche Hinterlassenschaften fand man nur selten; meist handelt es sich lediglich um die Fundamente größerer Komplexe. Die am häufigsten vertretene Gruppe bilden dabei die etruskischen Tempel, die seit ca. 1870 systematisch ergraben werden. Erst in letzter Zeit sind auch Reste der Profanarchitektur (Murlo bei Siena, Marzabotto bei Bologna, Acquarossa bei Viterbo, Talamone) wissenschaftlich ausgegraben und ausgewertet worden.

    Die wichtigsten Museen für etruskische Kunstgegenstände sind das Museo Nazionale Etrusco di Villa Giulia in Rom und das Archäologische Museum in Florenz. Daneben sind die Sammlungen in Tarquinia, Chiusi, Orvieto, Arezzo, Volterra und Cortona wichtig.

    Die berühmte Bucchero-Keramik, die Metallgefäße imitiert, war ebenfalls aus etruskischer Produktion und ein verbreitetes Exportgut.

    Hauptartikel: Etruskische Religion

    Auch die Religion der Etrusker wurde von der griechischen Überlieferung beeinflusst. Obwohl es sich – im Gegensatz zu allen anderen vorchristlichen Religionen des Abendlandes – um eine Offenbarungsreligion handelt, wurden die Gottheiten durch griechischen Einfluss anthropomorphisiert und lehnten sich, vor allem in der Spätzeit, stark an die des griechischen Olymp an.

    Im Altertum berühmt war die Etrusca disciplina, die Lehre von der Interpretation göttlicher Signale und vom korrekten Umgang mit der Götterwelt. Leberschau (Haruspizium) und eine Interpretation des Vogelfluges und der Blitze waren ebenso Teil dieser Lehre wie das korrekte Vorgehen bei der Landvermessung. Diese Überlieferungen wurden von der etruskischen Priesterschaft streng gehütet.

    Voltumna galt als oberster Gott der Etrusker.

    Etruskische Inschriften

    Es sind nur wenige längere Schriftstücke in etruskischer Schrift erhalten. Die vielen Grabinschriften sind sehr kurz und geben keinen tieferen Einblick in die Sprache. Von den längeren Schriftstücken sind vor allem die Agramer Mumienbinde, die schon seit dem 19. Jahrhundert bekannt und im Archäologischen Museum Zagreb ausgestellt ist, die Tontafel von Capua und die Goldbleche von Pyrgi zu nennen.

    Die etruskische Schrift hat sich aus einem frühen griechischen Alphabet entwickelt, wird von rechts nach links geschrieben und kann leicht abgelesen werden. Die Sprache ist wegen des spärlichen Materials nicht vollständig entschlüsselt, die vorhandenen Texte können jedoch, mit einigen Unschärfen, übersetzt werden. Gegenwärtig ist ein Vokabular von etwa 150 Wörtern bekannt.

    Die Verwandtschaftsverhältnisse des Etruskischen zu anderen Sprachgruppen sind unklar.

    Eine im Pariser Museum Louvre ausgestellte steinerne Skulptur, wahrscheinlich aus dem 3. oder 2. Jahrhundert vor Christus und der etruskischen Kultur zugeordnet, demonstriert in Einzelheiten besondere anatomische Kenntnisse. Sie zeigt als 68 cm hohe Büste den Torso eines jugendlichen Menschen, bekleidet bis auf den Bereich, der die vordere Leibeswand unterhalb des Brustkorbs gefenstert darstellt, mit Blick auf die inneren Organe. Der Louvre hat die Büste 2011 für eine Viertelmillion Euro aus dem Besitz eines französischen Arztes ersteigert, der sie 1960 erworben hatte. Die Skulptur soll nach dessen Angaben aus der Grabungsstätte Canino nordwestlich von Rom stammen, dem antiken Vulci, und war wohl eine Votivgabe.

    Commons: Etruskische Kunst – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
    Wiktionary: Etrusker – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
    1. siehe Brockhaus Conversations-Lexikon, Band 1, Amsterdam 1809, .
    2. Dionysios von Halikarnassos: Ῥωμαϊκὴ ἀρχαιολογία (Antiquitates Romanae), (englische Übersetzung).
    3. Guido Barbujani: Die Etrusker – eine populationsgenetische Studie. In: Günter Hauska (Hrsg.): Gene, Sprachen und ihre Evolution. Universitätsverlag, Regensburg 2005, ISBN 3-930480-46-8, S. 185 ff.
    4. Marco Pellecchia: The mystery of Etruscan origins – novel clues from Bos taurus mitochondrial DNA. In: Proceedings of the Royal Society of London B. Nr. 274, London 2007, doi:10.1098/rspb.2006.0258,ISSN , S. 1175–1179.
    5. Archiviert vomOriginal am28. September 2007; abgerufen am 6. März 2018.
    6. “, Los Angeles Times, Juni 2007
    7. C. Vernesi, D. Caramelli, I. Dupanloup, G. Bertorelle, M. Lari, E. Cappellini, J. Moggi-Cecchi, B. Chiarelli, L. Castrì, A. Casoli, F. Mallegni, C. Lalueza-Fox, G. Barbujani: The Etruscans: a population-genetic study. In: American Journal of Human Genetics. Band 74, Nummer 4, April 2004, S. 694–704, doi:, , (freier Volltext). Zitat:
      „The shortest genetic distances between the Etruscan and modern populations are with Tuscans (FST=0.036; P=.0017) and Turks (FST=0.037; P=.0001); […]. The likely contributions of each parental population, or admixture coefficients, are similar for the three modern Italian populations, but Etruscans differ in two aspects: they show closer relationships both to North Africans and to Turks than any contemporary population. In particular, the Turkish component in their gene pool appears three times as large as in the other populations. […] the similarity between the Etruscan and Turkish gene pools may indeed reflect some degree of gene flow.“
    8. Barker, Rasmussen: The Etruscans, 83-84
    9. Graeme Barker, Tom Rasmussen: The Etruscans. Wiley-Blackwell, Oxford 1998, ISBN 0-631-22038-0, S. 140
    10. Helmut Glück: Etruskisch. In: Helmut Glück (Hrsg.): Metzler Lexikon Sprache. 3. Auflage. J. B. Metzler, Stuttgart 2005, ISBN 3-476-02056-8,S.182,Sp.1.
    11. Antike Statue zeigt menschliche Innereien vom 1. September 2011
    Normdaten (Sachbegriff): GND:(, )

    Etrusker
    etrusker, antikes, volk, mittelitalien, sprache, beobachten, bearbeiten, lateinisch, etrusci, tusci, tusker, altgriechisch, Τυρσηνοί, tyrsenoi, tyrsener, Τυρρηνοί, tyrrhenoi, tyrrhener, veraltet, auch, etrurier, waren, antikes, volk, etrurien, nördlichen, mitt. Etrusker antikes Volk in Mittelitalien Sprache Beobachten Bearbeiten Die Etrusker lateinisch Etrusci Tusci Tusker altgriechisch Tyrshnoi Tyrsenoi Tyrsener Tyrrhnoi Tyrrhenoi Tyrrhener veraltet auch Etrurier 1 waren ein antikes Volk in Etrurien das im nordlichen Mittelitalien im Raum der heutigen Regionen Toskana Umbrien und Latium lebte und laut Dionysios von Halikarnassos sich selbst Rasenna 2 nannte Volker auf der Italienischen Halbinsel zu Beginn der Eisenzeit Ligurer Veneter Etrusker Picener Umbrer Latiner Osker Messapier Griechen Die etruskische Kultur ist in diesem Gebiet zwischen 800 v Chr und der zweiten Halfte des 1 Jahrhunderts v Chr nachweisbar Nach der Eroberung durch die Romer 300 bis 90 v Chr gingen die Etrusker weitgehend in der Kultur des Romischen Reichs auf Doch berichtet noch Prokop im 6 Jahrhundert n Chr von Etruskern unter seinen Zeitgenossen Mit der Erforschung der etruskischen Geschichte Sprache und Kultur beschaftigt sich die Etruskologie Inhaltsverzeichnis 1 Die Villanova Kultur 2 Theorien uber die Herkunft 2 1 Einwanderungstheorie 2 2 Autochthone Theorie 2 3 Synthese 3 Geschichte 3 1 Uberblick 3 2 Zeittafel 4 Kultur 5 Religion 6 Schrift und Sprache 7 Anatomisches Wissen 8 Ausstellungen 9 Literatur 10 Weblinks 11 AnmerkungenDie Villanova Kultur Bearbeiten Urne und Fibeln der Villanova Kultur Museo Etrusco Guarnacci Volterra Seit etwa 1000 v Chr bluhte im Raum um Bologna die eisenzeitliche Villanova Kultur die vor allem durch ihre Friedhofe bekannt ist Die Menschen die ihr angehorten verbrannten ihre Toten und bestatteten die Asche in hohen Urnen die oftmals einen helmartigen Deckel hatten Die Urnen waren mit geometrischen Motiven dekoriert daneben gab es Hausurnen die Wohnbauten kopierten Typische Grabbeigaben waren Fibeln und Waffen Im Laufe der Zeit griff diese Kultur auch in den Raum der Toskana uber Zu beobachten sind starke Veranderungen ab etwa 750 v Chr Es gab immer mehr Nekropolen was auf Bevolkerungswachstum schliessen lasst In den Grabern dieser Zeit finden sich vermehrt Importe vor allem auch aus Griechenland ausserdem wurden die Graber zunehmend reicher ausgestattet was auf wachsenden Wohlstand hindeutet Eine weitere bemerkenswerte Veranderung war die Einfuhrung der Korperbestattung die die Urnen verdrangte Mit diesen Veranderungen entstand die Kultur der Etrusker wobei ihre Herkunft in der Forschung heftig diskutiert wird Theorien uber die Herkunft Bearbeiten Etruskerin Terrakottafigur Ehegatten Sarkophag Banditaccia Nekropole heute in der Villa Giulia Rom Herrschaftsgebiet der Etrusker Die etruskische Kultur hat sich wohl erst auf dem Boden Etruriens entwickelt Jedoch ist unklar ob die Bevolkerungsmehrheit erst unmittelbar vor Entstehen dieser Kultur eingewandert ist Ebenso wenig konnte sicher geklart werden woher die etruskische Sprache stammt Schon im Altertum wurden zu diesen Fragen zwei Hypothesen vertreten Einwanderungstheorie Bearbeiten Der Einwanderungstheorie nach stammten die Etrusker aus dem kleinasiatischen Lydien Herodot und waren nach 1000 v Chr in das Gebiet der heutigen Toskana eingewandert Fur dieses Szenario spricht eine offensichtliche Verwandtschaft zwischen dem Etruskischen und einer auf Lemnos gefundenen dem Fruhetruskischen sprachlich nahestehenden Inschrift in lemnischer Sprache sowie gewisse Parallelen zum Lydischen 3 Auch die kunstlerische Entwicklung im fruhen ersten Jahrtausend im orientalisierenden Stil zeigt erstaunliche Parallelen zum lydischen Raum Eine Studie des Erbguts toskanischer Rinder zeigte dass sie einst aus Kleinasien eingefuhrt wurden 4 Neuere Genforschungen der Universitat Turin liefern weitere Hinweise darauf dass die Etrusker Siedler aus dem antiken Lydien gewesen sein konnten Piazza et alii 2007 5 Nach Barbujani sollen die vergleichenden Untersuchungen des Erbgutes ergeben haben dass ein Drittel der mitochondrialen Allele denen der anatolischen Bevolkerung entspreche und nicht der italischen 6 7 Weiterhin zeige die Untersuchung ein homogenes Kontinuum der Gene innerhalb der etruskischen Bevolkerung sowohl in geografischer Verteilung als auch im zeitlichen Verlauf zwischen dem 7 und 2 Jahrhundert v Chr Dieses sei zudem einheitlicher als das der heutigen italienischen oder europaischen Bevolkerung was bedeute dass es zumindest was die soziale Oberschicht betrifft nicht zu Vermischungen gekommen sei 3 Autochthone Theorie Bearbeiten Die autochthone Theorie demgegenuber nimmt an dass sich die etruskische Kultur in Mittelitalien aus der Villanova Kultur entwickelt hat 8 Die etruskische Sprache sei eine vorindogermanische Sprache die durch die recht spate Einwanderung der indogermanischen Stamme der Italiker in die italienische Halbinsel isoliert worden sei Die kulturelle und kunstlerische Blute der Etrusker erklare sich durch die Einbindung der Toskana in den erbluhenden Handel im Mittelmeerraum durch Phonizier und Griechen im fruhen 8 Jahrhundert v Chr Die Nutzung der reichen Erzvorkommen habe die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung beschleunigt Diese Theorie wird durch den nahtlosen Ubergang der Villanova Kultur in die etruskische Kultur vor allem im Norden zum Beispiel in Felsina heute Bologna unterstutzt Um die Zeitenwende vertrat Dionysios von Halikarnassos diese Theorie Synthese Bearbeiten Die heutige Etruskologie fragt nicht mehr nach der Herkunft der Etrusker sondern nach deren Entstehung als Volk Dabei geht man von einer altmediterranen Volksschicht aus die bis um 1000 v Chr eine sesshafte Bauernkultur entwickelte und in die fremde Volkselemente sowohl aus dem Osten phonizische Seefahrer als auch aus dem Norden indogermanische Italiker eindrangen Auf diese Weise entstand die Villanova Kultur Diese Bevolkerung wurde durch eine sehr dunne Schicht von Einwanderern aus Kleinasien Tyrrhener uberlagert Aus der Vermischung mit der lokalen Bevolkerung entwickelte sich das etruskische Volk Geschichte Bearbeiten Etruskische Nekropole in Norchia Uberblick Bearbeiten Die ersten Grabfunde stammen aus dem 9 Jahrhundert v Chr Es sind steinerne Urnenbehalter in Pozzo Grabern kleinen Erdeintiefungen die belegen dass die Protoetrusker ursprunglich die Feuerbestattung pflegten Ab dem 8 Jahrhundert entstand das sogenannte Fossagrab eine Mulde in die der intakte Korper gelegt und die mit einer Platte verschlossen wurde Um 750 v Chr entwickelte sich die etruskische Seeherrschaft uber das Tyrrhenische Meer Dabei ging die Entwicklung vor allem von den Stadten im sudlichen Etrurien aus Um 600 v Chr waren die Etrusker auf der Hohe ihrer Macht angelangt Sie beherrschten zusammen mit den verbundeten Karthagern das westliche Mittelmeer und expandierten sowohl nach Suden bis in die Gegend des heutigen Kampanien Salerno wie nach Norden in die Poebene Bologna Die Stadte waren in einem losen Stadtebund Zwolfstadtebund zusammengeschlossen der vor allem religiosen weniger aber politischen Charakter hatte Religioses Zentrum war das bei Orvieto oder Bolsena gelegene Fanum Voltumnae Einen etruskischen Zentralstaat gab es nicht Die Etrusker beherrschten auch Rom der Name Roma ist vermutlich von einem etruskischen Geschlecht den Rumlna latinisiert Romilii abgeleitet Die Herrschaftsform in den Stadten war monarchisch In lateinischer Umschrift bezeichnete lucumo den etruskischen Konig einer Stadt Ansonsten ist nur wenig uber die inneren Verhaltnisse bekannt auch wenn viele etruskische Elemente von den Romern ubernommen wurden Dazu zahlen unter anderem die Purpurtunika und der Purpurmantel die Rutenbundel mit Beil fasces und die Vorzeichenschau vor allem aus der Vogelschau Wahrscheinlich lebte der Grossteil der Bevolkerung in einem starken Abhangigkeitsverhaltnis zum Adel Aussergewohnlich war die Stellung der Frau der ein recht hohes Mass an Prestige zukam In Kustennahe und im Suden Etruriens waren die wichtigsten Zentren der etruskischen Kultur Pupluna Populonia mit der Verhuttung des Eisenerzes der Insel Elba Tarquinia mit der Bronzeverarbeitung Caere Cerveteri das die Kupfer Eisen und Bleigruben der Tolfaberge ausnutzte Vulci und schliesslich Veji im sudlichen Landesinneren Im Norden und im Landesinneren entwickelten sich Cortona Arezzo Perugia Chiusi und Volterra zu wichtigen Zentren Dabei waren hier vor allem die Metallverarbeitung die Keramikproduktion und wohl auch die Produktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse vorherrschend In kultureller Hinsicht gab es trotz verschiedener militarischer Konflikte auch einen sehr fruchtbaren Austausch mit der griechischen Welt So war die etruskische Kunst von der griechischen beeinflusst Seit dem 7 Jahrhundert v Chr gab es Bestrebungen von Seiten der Etrusker sich nach Norden und Suden auszubreiten Im Norden uberquerten sie seit dem Ende des 7 Jahrhunderts den Apennin und grundeten in der Poebene eigene Stadte Vor allem zwischen den Jahren 550 bis 520 v Chr begann eine starke Etruskisierung Die vorher auch hier verbreitete Villanova Kultur verschwand fast vollig Wegen des Fehlens direkter schriftlicher Quellen sind die Vorgange im Einzelnen jedoch unsicher Zunachst kam es vermehrt zu Importen aus Griechenland was auf die Errichtung eines Handelsnetzes deutet Man hat auch etruskische Inschriften aus der Zeit um 500 v Chr gefunden und es gab die ersten Stadtgrundungen 9 Karthago und die Etrusker bezwangen als Verbundete der Perser zu Beginn der Perserkriege in der Seeschlacht vor Alalia 540 v Chr in einer gemeinsamen Aktion griechische Siedler aus Phokaia und konnten damit die phokaische Kolonie Massilia das heutige Marseille durch eine Blockade der Meerenge zwischen Korsika und Elba von ihrer Verbindung zur phokaischen Kolonie Elea abschneiden Wohl nicht im Jahre 510 v Chr wie die Sage berichtet sondern erst einige Zeit spater begann mit der Vertreibung der Tarquinier aus Rom der langsame aber stetige Niedergang der Etrusker Die Niederlage gegen eine griechische Flotte in der Schlacht von Kyme im Jahr 474 v Chr schwachte die Seeherrschaft Etruriens nachhaltig In Kampanien brach einige Zeit spater die etruskische Herrschaft infolge von Kriegszugen der Samniten zusammen Um 396 v Chr wurde Veji von Rom erobert und zerstort Wenig spater uberrannten die Gallier das etruskische Gebiet im Norden wenngleich sie es auch nicht dauerhaft besetzten trug dies zusatzlich zur Schwachung der Etrusker bei Bis 265 v Chr wurde das sudliche Etrurien Zug um Zug von Rom erobert Die Stadte im Norden Arezzo Volterra Perugia Cortona schlossen Bundnisvertrage mit Rom ab und erreichten damit eine weniger dramatisch verlaufende Assimilation ins Romische Reich Mit der Gewahrung der uneingeschrankten romischen Burgerrechte wurde sie im Jahr 90 v Chr auch formal abgeschlossen Versinnbildlicht wird das Aufgehen der etruskischen Kultur im Romischen Reich etwa durch die Person des Maecenas der aus einer altadligen etruskischen Familie stammte und ein Vertrauter des ersten romischen Kaisers Augustus war Noch in der Mitte des 3 nachchristlichen Jahrhunderts wurde auf Munzen der Ehefrau des romischen Kaisers Trajanus Decius regierte von 249 bis 251 mit der Nennung der Namen der Kaiserin Herennia Etruscilla und des gemeinsamen Sohnes Herennius Etruscus auf die Abstammung aus einer alten etruskischen Familie Bezug genommen Einer der letzten romischen Kenner der etruskischen Kultur und Sprache war Kaiser Claudius Vor seinem von ihm nie beabsichtigten Regierungsantritt verfasste er seinen antiquarischen Interessen folgend eine 20 Bucher umfassende Geschichte der Etrusker Der Untergang dieses seines Hauptwerks gehort zu den besonders beklagenswerten Verlusten der Uberlieferung Zeittafel Bearbeiten Bronzenes Pferd Grabbeilage 600 v Chr Replik Wandmalerei Tomba dei Leopardi Tarquinia Etruskische Reiter 540 520 vor Christus Castel San Marino um 800 v Chr Anfange der etruskischen Kultur und Stadtebildung in Etrurien um 750 v Chr Aufstieg zur Seemacht um 700 v Chr Tumulus Graber und Grab malerei reiche Grabbeigaben um 600 v Chr Bronze kunst im orientalisierenden Stil Produktion von Bucchero Keramik 550 v Chr Etrurisch karthagische Koalition gegen Griechenland 540 v Chr Seesieg bei Alalia 524 v Chr Niederlage bei Kyme gegen die Griechen um 500 v Chr Blute des etruskischen Capua um 500 v Chr Sturz der etruskischen Konigsherrschaft des Lucius Tarquinius Superbus in Rom der Sage nach im Jahre 510 v Chr 482 v Chr Beginn der Auseinandersetzung zwischen Veji und Rom 474 v Chr Niederlage der Etrusker gegen Syrakus in der Schlacht von Cumae auch Kyme 430 v Chr Niederlage gegen die Samniten in Kampanien 406 v Chr Belagerung von Veji durch Rom 396 v Chr Zerstorung von Veji durch Rom ab 396 v Chr Einfall der Kelten in die Poebene 384 v Chr Plunderung von Pyrgi Santa Severa durch Dionysios I von Syrakus 358 v Chr Bundnis von Tarquinia und Cerveteri gegen Rom 310 v Chr Niederlage gegen die Romer am Vadimone See 300 v Chr Pyrgi wird romische Kolonie 280 v Chr Niederlage von Vulci gegen Rom 264 v Chr Niederlage von Volsinii gegen Rom 260 v Chr Unterwerfung durch die Gallier in der Poebene 205 v Chr Unterstutzung Scipios im Feldzug gegen Hannibal 183 v Chr Grundung der romischen Kolonie in Saturnia 90 v Chr Gewahrung des romischen Burgerrechts 82 v Chr Repressionen Sullas in Etrurien 79 v Chr Kapitulation von Volterra ab 40 v Chr Endgultige Romanisierung EtruriensKultur Bearbeiten Etruskischer Kammhelm Die Epochen der etruskischen Kultur entwickelten sich parallel zu denen Griechenlands und zeugen von intensiven Kontakten im Mittelmeerraum Orientalisierende Kunst 800 bis 650 v Chr Parallelen sind sowohl zum Nahen Osten Anatolien wie zu Karthago festzustellen Archaische etruskische Kunst 650 bis 500 v Chr starker Einfluss der ionischen und korinthischen Kultur Eine Reihe griechischer Kunstler und Handwerker sind in Etrurien nachweisbar Blutezeit 500 bis 300 v Chr Der griechische Einfluss war sehr gross in klassischer wie auch in hellenistischer Zeit Die Kunst erlebte ihre Blutephase trotz des langsamen wirtschaftlichen und politischen Niedergangs Spatzeit 300 bis 100 v Chr Man kann von einem Dialekt des Hellenismus sprechen Der etruskische Charakter ging im Hellenismus auf Der grosste Teil der Kunstgegenstande wurde in den etruskischen Nekropolen Cerveteri Tarquinia Populonia Orvieto Vetulonia Norchia ausgegraben Bauliche Hinterlassenschaften fand man nur selten meist handelt es sich lediglich um die Fundamente grosserer Komplexe Die am haufigsten vertretene Gruppe bilden dabei die etruskischen Tempel die seit ca 1870 systematisch ergraben werden Erst in letzter Zeit sind auch Reste der Profanarchitektur Murlo bei Siena Marzabotto bei Bologna Acquarossa bei Viterbo Talamone wissenschaftlich ausgegraben und ausgewertet worden Die wichtigsten Museen fur etruskische Kunstgegenstande sind das Museo Nazionale Etrusco di Villa Giulia in Rom und das Archaologische Museum in Florenz Daneben sind die Sammlungen in Tarquinia Chiusi Orvieto Arezzo Volterra und Cortona wichtig Die beruhmte Bucchero Keramik die Metallgefasse imitiert war ebenfalls aus etruskischer Produktion und ein verbreitetes Exportgut Religion Bearbeiten Hauptartikel Etruskische Religion Auch die Religion der Etrusker wurde von der griechischen Uberlieferung beeinflusst Obwohl es sich im Gegensatz zu allen anderen vorchristlichen Religionen des Abendlandes um eine Offenbarungsreligion handelt wurden die Gottheiten durch griechischen Einfluss anthropomorphisiert und lehnten sich vor allem in der Spatzeit stark an die des griechischen Olymp an Im Altertum beruhmt war die Etrusca disciplina die Lehre von der Interpretation gottlicher Signale und vom korrekten Umgang mit der Gotterwelt Leberschau Haruspizium und eine Interpretation des Vogelfluges und der Blitze waren ebenso Teil dieser Lehre wie das korrekte Vorgehen bei der Landvermessung Diese Uberlieferungen wurden von der etruskischen Priesterschaft streng gehutet Voltumna galt als oberster Gott der Etrusker Schrift und Sprache Bearbeiten Hauptartikel Etruskische Schrift und Etruskische Sprache Etruskische Inschriften Es sind nur wenige langere Schriftstucke in etruskischer Schrift erhalten Die vielen Grabinschriften sind sehr kurz und geben keinen tieferen Einblick in die Sprache Von den langeren Schriftstucken sind vor allem die Agramer Mumienbinde die schon seit dem 19 Jahrhundert bekannt und im Archaologischen Museum Zagreb ausgestellt ist die Tontafel von Capua und die Goldbleche von Pyrgi zu nennen Die etruskische Schrift hat sich aus einem fruhen griechischen Alphabet entwickelt wird von rechts nach links geschrieben und kann leicht abgelesen werden Die Sprache ist wegen des sparlichen Materials nicht vollstandig entschlusselt die vorhandenen Texte konnen jedoch mit einigen Unscharfen ubersetzt werden Gegenwartig ist ein Vokabular von etwa 150 Wortern bekannt 10 Die Verwandtschaftsverhaltnisse des Etruskischen zu anderen Sprachgruppen sind unklar 10 Anatomisches Wissen BearbeitenEine im Pariser Museum Louvre ausgestellte steinerne Skulptur wahrscheinlich aus dem 3 oder 2 Jahrhundert vor Christus und der etruskischen Kultur zugeordnet demonstriert in Einzelheiten besondere anatomische Kenntnisse Sie zeigt als 68 cm hohe Buste den Torso eines jugendlichen Menschen bekleidet bis auf den Bereich der die vordere Leibeswand unterhalb des Brustkorbs gefenstert darstellt mit Blick auf die inneren Organe Der Louvre hat die Buste 2011 fur eine Viertelmillion Euro aus dem Besitz eines franzosischen Arztes ersteigert der sie 1960 erworben hatte Die Skulptur soll nach dessen Angaben aus der Grabungsstatte Canino nordwestlich von Rom stammen dem antiken Vulci und war wohl eine Votivgabe 11 Ausstellungen Bearbeiten2017 2018 Die Etrusker Weltkultur im antiken Italien Badisches Landesmuseum Karlsruhe Katalog 2017 2018 Etrusker Antike Hochkultur im Schatten Roms Museum zu Allerheiligen Schaffhausen Katalog Literatur BearbeitenLuciana Aigner Foresti Die Etrusker und das fruhe Rom Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 2003 ISBN 3 534 15495 9 Luciana Aigner Foresti Peter Siewert Hrsg Entstehung von Staat und Stadt bei den Etruskern Probleme und Moglichkeiten der Erforschung fruher Gemeinschaften in Etrurien im Vergleich zu anderen mittelmeerischen Kulturen Sitzungsberichte der philologisch historischen Klasse Band 725 Osterreichische Akademie der Wissenschaften Wien 2006 ISBN 3 7001 3509 2 Graeme Barker Tom Rasmussen The Etruscans Blackwell Malden MA Oxford Victoria 2000 ISBN 0631220380 Bernard Andreae Heinz Spielmann Hrsg Die Etrusker Ausstellungskatalog Hamburg Hirmer Munchen 2004 ISBN 3 7774 2055 7 Friederike Bubenheimer Erhart Die Etrusker Philipp von Zabern Darmstadt 2014 ISBN 978 3 8053 4805 8 Hans Ulrich Cain Hans Peter Muller Dirk Steuernagel Hrsg Renaissance der Etrusker Vom Mythos zur Wissenschaft Begleitheft zu einer Sonderausstellung des Antikenmuseums der Universitat Leipzig Antikenmuseum der Universitat Leipzig Leipzig 2006 Giovannangelo Camporeale Die Etrusker Geschichte und Kultur Artemis amp Winkler Dusseldorf 2003 ISBN 3 7608 2300 9 Mauro Cristofani Hrsg Die Etrusker Geheimnisvolle Kultur im antiken Italien Belser Stuttgart 2006 ISBN 3 7630 2270 8 Franco Falchetti Antonella Romualdi Die Etrusker Theiss Stuttgart 2001 ISBN 3 8062 1630 4 Claus Hattler Hrsg Die Etrusker Weltkultur im antiken Italien Katalog zur Ausstellung im Badischen Landesmuseum Karlsruhe vom 16 Dezember 2017 bis zum 1 Januar 2018 Theiss Darmstadt 2017 ISBN 978 3 8062 3621 7 Sybille Haynes Kulturgeschichte der Etrusker Zabern Mainz 2005 ISBN 3 8053 3381 1 Jean MacIntosh Turfa Hrsg The Etruscan World Routledge London 2013 ISBN 978 0 415 67308 2 Massimo Pallottino Etruskologie Geschichte und Kultur der Etrusker Birkhauser Basel u a 1988 ISBN 3 7643 1874 0 Ambros Josef Pfiffig Einfuhrung in die Etruskologie 4 Auflage Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1991 ISBN 3 534 06068 7 Friedhelm Prayon Die Etrusker C H Beck Munchen 1996 ISBN 3 8053 3619 5 Friedhelm Prayon Die Etrusker Jenseitsvorstellungen und Ahnenkult Zaberns Bildbande zur Archaologie Zabern Mainz 2006 ISBN 3 8053 3619 5 Christopher Smith Die Etrusker Reclam 2016 ISBN 978 3 15 020403 0 Maja Sprenger Gilda Bartoloni Die Etrusker Kunst und Geschichte Hirmer Munchen 1976 ISBN 3 7774 2890 6 Dorothea Steiner Jenseitsreise und Unterwelt bei den Etruskern Untersuchung zur Ikonographie und Bedeutung Utz Munchen 2004 ISBN 3 8316 0404 5 Stephan Steingraber Antike Felsgraber unter besonderer Berucksichtigung der etruskischen Felsgrabernekropolen Zaberns Bildbande zur Archaologie Zabern Mainz 2015 ISBN 978 3 8053 4923 9 Dirk Steuernagel Die Etrusker Ursprunge Geschichte Zivilisation Marixverlag Wiesbaden 2020 ISBN 978 3 7374 1138 7 Nancy Thomson de Grummond Etruscan Myth Sacred History and Legend University Museum Publishing Baltimore 2006 ISBN 1 931707 86 3 Mario Torelli Hrsg The Etruscans Bompiani Mailand 2000 ISBN 978 88 452 4738 5 Weblinks Bearbeiten Commons Etruskische Kunst Sammlung von Bildern Videos und Audiodateien Wiktionary Etrusker Bedeutungserklarungen Wortherkunft Synonyme UbersetzungenAnmerkungen Bearbeiten siehe Brockhaus Conversations Lexikon Band 1 Amsterdam 1809 S 395 Dionysios von Halikarnassos Ῥwmaikὴ ἀrxaiologia Antiquitates Romanae 1 30 englische Ubersetzung a b Guido Barbujani Die Etrusker eine populationsgenetische Studie In Gunter Hauska Hrsg Gene Sprachen und ihre Evolution Universitatsverlag Regensburg 2005 ISBN 3 930480 46 8 S 185 ff Marco Pellecchia The mystery of Etruscan origins novel clues from Bos taurus mitochondrial DNA In Proceedings of the Royal Society of London B Nr 274 London 2007 doi 10 1098 rspb 2006 0258 ISSN 0080 4649 S 1175 1179 Herkunft der Etrusker geklart Genvergleich mit Ergebnis Archiviert vom Original am 28 September 2007 abgerufen am 6 Marz 2018 Genetic tests Italians were from Turkey DNA of men whose forebears probably were Etruscans show they weren t local but migrated study says Los Angeles Times Juni 2007 C Vernesi D Caramelli I Dupanloup G Bertorelle M Lari E Cappellini J Moggi Cecchi B Chiarelli L Castri A Casoli F Mallegni C Lalueza Fox G Barbujani The Etruscans a population genetic study In American Journal of Human Genetics Band 74 Nummer 4 April 2004 S 694 704 doi 10 1086 383284 PMID 15015132 PMC 1181945 freier Volltext Zitat The shortest genetic distances between the Etruscan and modern populations are with Tuscans FST 0 036 P 0017 and Turks FST 0 037 P 0001 The likely contributions of each parental population or admixture coefficients are similar for the three modern Italian populations but Etruscans differ in two aspects they show closer relationships both to North Africans and to Turks than any contemporary population In particular the Turkish component in their gene pool appears three times as large as in the other populations the similarity between the Etruscan and Turkish gene pools may indeed reflect some degree of gene flow Barker Rasmussen The Etruscans 83 84 Graeme Barker Tom Rasmussen The Etruscans Wiley Blackwell Oxford 1998 ISBN 0 631 22038 0 S 140 a b Helmut Gluck Etruskisch In Helmut Gluck Hrsg Metzler Lexikon Sprache 3 Auflage J B Metzler Stuttgart 2005 ISBN 3 476 02056 8 S 182 Sp 1 Spiegel online Artikel Antike Statue zeigt menschliche Innereien vom 1 September 2011Normdaten Sachbegriff GND 4015627 8 OGND AKS Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Etrusker amp oldid 214430146, wikipedia, wiki, deutsches

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