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Epithel

Das Epithel [epiˈteːl] (altgriechischἐπίepí, deutsch‚auf‘, ‚über‘ undθηλή thēlē, deutsch‚Mutterbrust‘, ‚Brustwarze‘) ist eine biologische Sammelbezeichnung für Deck- und Drüsengewebe. Es handelt sich um ein- oder mehrlagige Zellschichten, die alle inneren und äußeren Körperoberflächen der vielzelligen Organismen bedecken (Ausnahme: Gelenkkapseln und Schleimbeutel des Bewegungsapparates).

Das Epithel ist neben Muskel-, Nerven- und Bindegewebe eine der vier Grundgewebearten von Tieren.

Inhaltsverzeichnis

Epithelien sind durch die Basalmembran klar vom Bindegewebe getrennt und enthalten keine Blutgefäße.

Eine weitere allen Epithelzellen gemeinsame Eigenschaft ist ihre Polarität:

  • Die äußere, apikale Seite ist dem Äußeren (z. B. bei der Haut) oder dem Lumen (z. B. beim Darm oder den Drüsen) zugewandt.
  • Die basale Seite ist über eine Basallamina mit dem darunterliegenden Gewebe verbunden.

Die Polarität von Epithelzellen ist zudem durch strukturelle und funktionelle Unterschiede von apikaler und basaler Membran der Epithelzellen geprägt. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einer apikalen und basolateralen Domäne.

Des Weiteren besitzen Epithelzellen einen Haftkomplex (Schlussleistenkomplex) bestehend aus Zonula occludens (Tight junction), Zonula adhaerens (Adhaerens junction) und Desmosom (Macula adhaerens). Der Haftkomplex stellt zum einen eine physiko-chemische Barriere dar und verbindet zum anderen angrenzende Epithelzellen miteinander.

Die Zellen liegen dicht beieinander und sind reich an Zellkontakten. Demzufolge besitzt das Gewebe nur kleine Interzellularräume mit entsprechend wenig Interzellularsubstanz. Mit Hilfe der Emperipolesis durchdringen andere Zellen die Epithelien.

Die verschiedenen Epithelarten. In gekrümmten einschichtigen hochprismatischen und kubischen Epithelien treten zu einem gewissen Prozentsatz Zellformen auf, die als Scutoid bezeichnet werden.
Eine weitere Darstellung zur Klassifikation des epithelialen Gewebes (englische Beschriftung)

Epithelien sind auf vielfältige Weise und je nach Organ spezifisch differenziert. Zunächst kann man Oberflächenepithelien und Drüsenepithelien unterscheiden:

  • Oberflächenepithelien haben vor allem Schutzfunktion (z. B. die Haut). Sie können Stoffe aufnehmen (Resorption, z. B. Darmschleimhaut) und bilden eine Barriere, die das jeweilige Organ von der Umgebung abgrenzt (vor allem durch die bereits erwähnten Zellkontakte, die Tight junctions).
  • Drüsenepithelien bestimmen die Funktion aller Drüsen (Sekretion, Exkretion). Sie produzieren Sekrete aller Art (unter anderem in Speicheldrüsen und Schweißdrüsen oder in der Darmschleimhaut).

Für die Unterscheidung der zahlreichen Epitheltypen hat es sich bewährt, zwei Merkmale hervorzuheben: Zum einen die Zahl der Zellschichten und zum anderen die Form der Zellen in der oberflächlichen Zellschicht (siehe unten).

Einschichtige Epithelien

Einfache Epithelien

Mehrreihige Epithelien

Auch das mehrreihige Epithel ist noch einschichtig, alle Zellen sind wie beim einschichtigen Epithel auf der Basallamina verankert, aber nicht alle erreichen das Lumen. Hochprismatische Zellen erfüllen die eigentliche Funktion, während kleine Basalzellen als Reserve für untergegangene Zellen bereitstehen. Die Zellkerne liegen so in unterschiedlicher Höhe und bilden dadurch scheinbare Schichten (Reihen).

Mehrschichtige Epithelien

Die Epidermis der Wirbeltiere (kräftig blaurot gefärbt) ist das einzige verhornende Plattenepithel

Im mehrschichtigen Epithel liegen viele (mehr als zehn) Zellschichten übereinander. Es lässt sich grundsätzlich eine Dreiteilung vornehmen: In der basalen Schicht, die an der Basallamina verankert ist, finden Zellteilungen statt. Die Zellen steigen auf und differenzieren in einer Mittel- oder Intermediärschicht auf spezifische Weise. Schließlich erreichen sie die Oberflächen- oder Superfizialschicht.

  • mehrschichtiges Plattenepithel: Dieses Epithel ist von großer Bedeutung und findet sich überall dort, wo die mechanische Belastung groß ist. Zytoskelett und Zellkontakte sind auf diese Belastung abgestimmt. In Regionen, die ständig befeuchtet sind, bleibt das mehrschichtige Plattenepithel unverhornt, wo es der Luft ausgesetzt ist, verhornt es.
  • mehrschichtiges isoprismatisches Epithel: Ovarialfollikel, die das Stadium des Sekundärfollikels erreicht haben, besitzen ein solches Epithel.
  • zweischichtiges isoprismatisches Epithel: Diese Epithelform findet sich in den Ausführungsgängen der Schweißdrüsen. Auch der Ziliarkörper ist von einem solchen Epithel bedeckt, das allerdings Teil der Netzhaut ist.
  • mehrschichtiges hochprismatisches Epithel: Diese weniger häufige Epithelform ist vom wesentlich bedeutenderen mehrreihigen hochprismatischen Epithel zu unterscheiden. Sie kommt nur an drei Stellen des menschlichen Körpers vor:
    • in der männlichen Harnröhre in ihrem Verlauf von der Prostata bis kurz vor der äußeren Mündung
    • in Hauptausführungsgängen der großen Speicheldrüsen (zweischichtig)
    • im Fornix conjunctivae, einer Reservefalte der Bindehaut

Übergangsepithel („Urothel“)

Als Übergangsepithel („Urothel“) wird ein spezielles, je nach Blasenfüllung (respektive Dehnung des Urothels) mehrreihig bis mehrschichtiges Epithel der Harnwege (Nierenbecken, Harnleiter, Harnblase) bezeichnet. Hierbei sind besonders die Deck-/Schirm-/ umbrella cells von großer Bedeutung. Sie bilden die sogenannte Crusta, welche die Aufgabe des Harnsäureschutzes hat. Im Gegensatz zum Plattenepithel zeigt sich die obere Zellschicht eher kubisch.

Schutzfunktion

Das Epithel erfüllt im Grunde zwei verschiedene Schutzfunktionen: Zum einen der rein mechanische Schutz vor allem durch die mehrschichtigen Epithelien. So muss die Epidermis der Haut ausreichende Reißfestigkeit besitzen und darf sich nicht vom darunterliegenden Bindegewebe ablösen. Zum anderen muss das Epithel die inneren Körperöffnungen abdichten: Magen- und Darminhalt müssen kontrolliert verwertet werden (hochprismatisches Epithel), der Urin muss in Blase und Harnleiter bleiben (Übergangsepithel), die Blut-Hirn-Schranke muss gewahrt bleiben (Kapillarendothel). Natürlich müssen auch hier mechanische Belastungen ausgehalten werden, entscheidend für die Abdichtung sind aber die Tight junctions, die in solchen Zellen vermehrt auftreten.

Resorption

Unter Resorption versteht man den Transport von genau bestimmten Stoffen von apikal nach basal. Das klassische Beispiel ist die Resorption von Nährstoffen in der Darmschleimhaut. Die apikalen Oberflächen sind häufig differenziert, so kann eine Epithelienzelle ihre Oberfläche beispielsweise durch die Ausbildung zahlreicher Mikroplicae (Einfaltungen) oder Mikrovilli vergrößern. Die genauen Mechanismen (Transport, Phagozytose, Pinozytose, Lysosomen) sind Gegenstand anderer Artikel.

Immunantwort

Epithelien sind in der Regel die erste Kontaktzone des Körpers mit Infektionskeimen. Für einige Epithelien wie Darmschleimhaut und Epithelien der Luftwege wurde eine hohe immunologische Aktivierungsfähigkeit beschrieben.

Sekretion

Histologische Aufnahme der Schilddrüse eines Pferdes: Follikel mit Kolloid (1), Follikelepithelzellen (2), Endothelzellen der Kapillaren (3)

Sämtliche Sekretionsvorgänge des Körpers geschehen von den Drüsenepithelien aus. Dementsprechend gibt es hier eine große Vielfalt, von der einzelnen Becherzelle der Darmschleimhaut über die Schweißdrüsen der Haut bis hin zu ganzen Organen wie den Speicheldrüsen oder der Bauchspeicheldrüse. Drüsen sind Organe aus spezialisierten Epithelzellen; sie dienen der Sekretion. Man unterscheidet:

  • exokrine Drüsen, die ihre Sekrete durch einen Ausführungsgang an die Oberfläche bringen. Sie scheiden an inneren oder äußeren Oberflächen aus (z. B. Tränendrüse, Speicheldrüse, Schweißdrüse), und
  • endokrine Drüsen, die ihre Sekrete direkt an die umgebende Extrazellulärflüssigkeit abgeben und keinen Ausführungsgang besitzen. Häufig diffundieren die Sekrete (Hormone) anschließend in Blutgefäße und verteilen sich im ganzen Organismus (z. B. Schilddrüse, Hypophyse).

Auch den Sekretionsweg kann man unterscheiden, also

  • holokrin (Zelle zerfällt für die Sekretbildung, typisch für die Talgdrüsen der Haut),
  • apokrin (Vesikelabschnürung, z. B. laktierende Brustdrüse),
  • merokrin (durch Exozytose) und
  • ekkrin (durch Transporter),

wobei die letzten nach der Zusammensetzung des Sekrets unterteilt werden in

Außerdem unterscheidet man intraepitheliale und extraepitheliale Drüsen:

  • Intraepitheliale Drüsen sind ins Deckepithel eingebettete Einzelzellen (z. B. die schleimbildende Becherzelle des Darmes).
  • Extraepitheliale Drüsen sind vielzellige Organe, die daher im Epithel selbst keinen Platz mehr haben und in die tieferen Gewebsschichten verlagert wurden. Sie bestehen aus Drüsenendstücken, die das Sekret bilden. Man unterscheidet tubulöse (schlauchförmige), alveoläre (blasenförmige) und azinöse (blasenförmig; jedoch dickere „Wand“ und kleineres Lumen) und Mischformen von extraepithelialen Drüsen. Schaltstellen nehmen das Sekret aus den Endstücken auf und leiten es in die Streifenstücke/Sekretrohre (aus Zylinderepithel); viele Sekretrohre sammeln sich zu den Nebenausführungsgängen, die in den Hauptausführungsgang münden, der schließlich das Sekret auf eine Epitheloberfläche, z. B. die Darmschleimhaut, abgibt.

Aber auch Epithelien ohne Drüsenfunktion können Hormonpeptide wie Neurolipin abgeben.

Omnipotenz

Aus Hautepithel lassen sich Stammzellen gewinnen, die primär für die Wundheilung der Haut von Säugetieren dienen.

Sinnesfunktion

Ein Großteil der menschlichen Sinneszellen ist in epitheliale Zellverbände eingebettet. Diese Konstruktion bietet sich an, da Epithelien als oberflächliche Zelllagen aufgrund ihrer Anordnung eine vermittelnde Position zwischen Innen und Außen einnehmen. Beispiele:

Transportfunktion

Manche Epithelien besitzen zusätzlich Flimmerhärchen auf ihrer Oberfläche, welche eine Transportfunktion haben. Sie können mit ihrem kräftigen Schlag Fremdkörper aus dem Organismus ausschleusen.

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Normdaten (Sachbegriff): GND:4130937-6(OGND, AKS)

Epithel
epithel, biologisch, medizinische, sammelbezeichnung, für, deckgewebe, drüsengewebe, sprache, beobachten, bearbeiten, weitergeleitet, zelle, epiˈteːl, altgriechisch, ἐπί, epí, deutsch, über, θηλή, thēlē, deutsch, mutterbrust, brustwarze, eine, biologische, sam. Epithel biologisch medizinische Sammelbezeichnung fur Deckgewebe und Drusengewebe Sprache Beobachten Bearbeiten Weitergeleitet von Epithelzelle Das Epithel epiˈteːl altgriechisch ἐpi epi deutsch auf uber und 8hlh thele deutsch Mutterbrust Brustwarze 1 ist eine biologische Sammelbezeichnung fur Deck und Drusengewebe Es handelt sich um ein oder mehrlagige Zellschichten die alle inneren und ausseren Korperoberflachen der vielzelligen Organismen bedecken Ausnahme Gelenkkapseln und Schleimbeutel des Bewegungsapparates Das Epithel ist neben Muskel Nerven und Bindegewebe eine der vier Grundgewebearten von Tieren Inhaltsverzeichnis 1 Aufbau 2 Einteilung der Epithelien 2 1 Einschichtige Epithelien 2 1 1 Einfache Epithelien 2 1 2 Mehrreihige Epithelien 2 2 Mehrschichtige Epithelien 2 3 Ubergangsepithel Urothel 3 Funktionen der Epithelien 3 1 Schutzfunktion 3 2 Resorption 3 3 Immunantwort 3 4 Sekretion 3 5 Omnipotenz 3 6 Sinnesfunktion 3 7 Transportfunktion 4 Siehe auch 5 EinzelnachweiseAufbau BearbeitenEpithelien sind durch die Basalmembran klar vom Bindegewebe getrennt und enthalten keine Blutgefasse Eine weitere allen Epithelzellen gemeinsame Eigenschaft ist ihre Polaritat Die aussere apikale Seite ist dem Ausseren z B bei der Haut oder dem Lumen z B beim Darm oder den Drusen zugewandt Die basale Seite ist uber eine Basallamina mit dem darunterliegenden Gewebe verbunden Die Polaritat von Epithelzellen ist zudem durch strukturelle und funktionelle Unterschiede von apikaler und basaler Membran der Epithelzellen gepragt Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einer apikalen und basolateralen Domane Des Weiteren besitzen Epithelzellen einen Haftkomplex Schlussleistenkomplex bestehend aus Zonula occludens Tight junction Zonula adhaerens Adhaerens junction und Desmosom Macula adhaerens Der Haftkomplex stellt zum einen eine physiko chemische Barriere dar und verbindet zum anderen angrenzende Epithelzellen miteinander Die Zellen liegen dicht beieinander und sind reich an Zellkontakten Demzufolge besitzt das Gewebe nur kleine Interzellularraume mit entsprechend wenig Interzellularsubstanz Mit Hilfe der Emperipolesis durchdringen andere Zellen die Epithelien Einteilung der Epithelien Bearbeiten Die verschiedenen Epithelarten In gekrummten einschichtigen hochprismatischen und kubischen Epithelien treten zu einem gewissen Prozentsatz Zellformen auf die als Scutoid bezeichnet werden Eine weitere Darstellung zur Klassifikation des epithelialen Gewebes englische Beschriftung Epithelien sind auf vielfaltige Weise und je nach Organ spezifisch differenziert Zunachst kann man Oberflachenepithelien und Drusenepithelien unterscheiden Oberflachenepithelien haben vor allem Schutzfunktion z B die Haut Sie konnen Stoffe aufnehmen Resorption z B Darmschleimhaut und bilden eine Barriere die das jeweilige Organ von der Umgebung abgrenzt vor allem durch die bereits erwahnten Zellkontakte die Tight junctions Drusenepithelien bestimmen die Funktion aller Drusen Sekretion Exkretion Sie produzieren Sekrete aller Art unter anderem in Speicheldrusen und Schweissdrusen oder in der Darmschleimhaut Fur die Unterscheidung der zahlreichen Epitheltypen hat es sich bewahrt zwei Merkmale hervorzuheben Zum einen die Zahl der Zellschichten und zum anderen die Form der Zellen in der oberflachlichen Zellschicht siehe unten Einschichtige Epithelien Bearbeiten Einfache Epithelien Bearbeiten einschichtiges Plattenepithel Solche Epithelien dienen vor allem der glatten Auskleidung innerer Oberflachen Da sie sehr dunn sind ermoglichen einschichtige Plattenepithelien einen Stoffaustausch z B Gasaustausch in den Lungenblaschen Beispiele Endothel epitheliale Auskleidung der Blut und Lymphgefasse Mesothel Pleura Perikard Peritonealepithel serose Haute einschichtiges isoprismatisches Epithel auch kubisches Epithel Die Epithelzellen haben nahezu wurfelformige Gestalt Diese grosseren Zellen sind stoffwechselmassig aktiv und ubernehmen aktive Transportaufgaben im Sinne einer Sekretion Resorption Beispiele Nierentubuli Glandula submandibularis Speicheldrusen Gallengange Eierstock Epithel einschichtiges hochprismatisches Epithel Zylinderepithel oder auch Saulenepithel Langliche saulenformige Zellen ubernehmen mit regem Stoffwechsel Barriere und Transportfunktionen Beispiele Magenschleimhaut Darmschleimhaut 2 Eileiter 3 Gallenblase Hodenkanalchen 4 Mehrreihige Epithelien Bearbeiten Auch das mehrreihige Epithel ist noch einschichtig alle Zellen sind wie beim einschichtigen Epithel auf der Basallamina verankert aber nicht alle erreichen das Lumen Hochprismatische Zellen erfullen die eigentliche Funktion wahrend kleine Basalzellen als Reserve fur untergegangene Zellen bereitstehen Die Zellkerne liegen so in unterschiedlicher Hohe und bilden dadurch scheinbare Schichten Reihen Flimmerepithel in der Luftrohre und den ubrigen Luftwegen bis einschliesslich der Segmentbronchien 5 6 7 Samenleiter Nebenhodengange OhrtrompeteMehrschichtige Epithelien Bearbeiten Die Epidermis der Wirbeltiere kraftig blaurot gefarbt ist das einzige verhornende Plattenepithel Im mehrschichtigen Epithel liegen viele mehr als zehn Zellschichten ubereinander Es lasst sich grundsatzlich eine Dreiteilung vornehmen In der basalen Schicht die an der Basallamina verankert ist finden Zellteilungen statt Die Zellen steigen auf und differenzieren in einer Mittel oder Intermediarschicht auf spezifische Weise Schliesslich erreichen sie die Oberflachen oder Superfizialschicht mehrschichtiges Plattenepithel Dieses Epithel ist von grosser Bedeutung und findet sich uberall dort wo die mechanische Belastung gross ist Zytoskelett und Zellkontakte sind auf diese Belastung abgestimmt In Regionen die standig befeuchtet sind bleibt das mehrschichtige Plattenepithel unverhornt wo es der Luft ausgesetzt ist verhornt es mehrschichtiges unverhorntes Plattenepithel Mundhohle Speiserohre Analkanal Vagina 8 Hornhaut und Bindehaut des Auges in der mannlichen Harnrohre kurz vor der ausseren Mundung mehrschichtiges verhorntes Plattenepithel Als weitere Schutzfunktion kommt hier noch das Absterben und Verhornen der ausseren Zellschichten hinzu Die Zellen sind massiv mit Desmosomen untereinander und mit Hemidesmosomen in der Basallamina verankert beim Menschen ist die Epidermis das einzige verhornende Plattenepithel bei Wiederkauern kommt es auch in Netzmagen Blattermagen und Pansen vor mehrschichtiges isoprismatisches Epithel Ovarialfollikel die das Stadium des Sekundarfollikels erreicht haben besitzen ein solches Epithel zweischichtiges isoprismatisches Epithel Diese Epithelform findet sich in den Ausfuhrungsgangen der Schweissdrusen Auch der Ziliarkorper ist von einem solchen Epithel bedeckt das allerdings Teil der Netzhaut ist mehrschichtiges hochprismatisches Epithel Diese weniger haufige Epithelform ist vom wesentlich bedeutenderen mehrreihigen hochprismatischen Epithel zu unterscheiden Sie kommt nur an drei Stellen des menschlichen Korpers vor in der mannlichen Harnrohre in ihrem Verlauf von der Prostata bis kurz vor der ausseren Mundung in Hauptausfuhrungsgangen der grossen Speicheldrusen zweischichtig im Fornix conjunctivae einer Reservefalte der BindehautUbergangsepithel Urothel Bearbeiten Als Ubergangsepithel Urothel wird ein spezielles je nach Blasenfullung respektive Dehnung des Urothels mehrreihig bis mehrschichtiges Epithel der Harnwege Nierenbecken Harnleiter Harnblase bezeichnet Hierbei sind besonders die Deck Schirm umbrella cells von grosser Bedeutung Sie bilden die sogenannte Crusta welche die Aufgabe des Harnsaureschutzes hat Im Gegensatz zum Plattenepithel zeigt sich die obere Zellschicht eher kubisch Funktionen der Epithelien BearbeitenSchutzfunktion Bearbeiten Das Epithel erfullt im Grunde zwei verschiedene Schutzfunktionen Zum einen der rein mechanische Schutz vor allem durch die mehrschichtigen Epithelien So muss die Epidermis der Haut ausreichende Reissfestigkeit besitzen und darf sich nicht vom darunterliegenden Bindegewebe ablosen Zum anderen muss das Epithel die inneren Korperoffnungen abdichten Magen und Darminhalt mussen kontrolliert verwertet werden hochprismatisches Epithel der Urin muss in Blase und Harnleiter bleiben Ubergangsepithel die Blut Hirn Schranke muss gewahrt bleiben Kapillarendothel Naturlich mussen auch hier mechanische Belastungen ausgehalten werden entscheidend fur die Abdichtung sind aber die Tight junctions die in solchen Zellen vermehrt auftreten Resorption Bearbeiten Unter Resorption versteht man den Transport von genau bestimmten Stoffen von apikal nach basal Das klassische Beispiel ist die Resorption von Nahrstoffen in der Darmschleimhaut Die apikalen Oberflachen sind haufig differenziert so kann eine Epithelienzelle ihre Oberflache beispielsweise durch die Ausbildung zahlreicher Mikroplicae Einfaltungen oder Mikrovilli vergrossern Die genauen Mechanismen Transport Phagozytose Pinozytose Lysosomen sind Gegenstand anderer Artikel Immunantwort Bearbeiten Epithelien sind in der Regel die erste Kontaktzone des Korpers mit Infektionskeimen Fur einige Epithelien wie Darmschleimhaut und Epithelien der Luftwege wurde eine hohe immunologische Aktivierungsfahigkeit beschrieben 7 Sekretion Bearbeiten Histologische Aufnahme der Schilddruse eines Pferdes Follikel mit Kolloid 1 Follikelepithelzellen 2 Endothelzellen der Kapillaren 3 Samtliche Sekretionsvorgange des Korpers geschehen von den Drusenepithelien aus Dementsprechend gibt es hier eine grosse Vielfalt von der einzelnen Becherzelle der Darmschleimhaut uber die Schweissdrusen der Haut bis hin zu ganzen Organen wie den Speicheldrusen oder der Bauchspeicheldruse Drusen sind Organe aus spezialisierten Epithelzellen sie dienen der Sekretion Man unterscheidet exokrine Drusen die ihre Sekrete durch einen Ausfuhrungsgang an die Oberflache bringen Sie scheiden an inneren oder ausseren Oberflachen aus z B Tranendruse Speicheldruse Schweissdruse und endokrine Drusen die ihre Sekrete direkt an die umgebende Extrazellularflussigkeit abgeben und keinen Ausfuhrungsgang besitzen Haufig diffundieren die Sekrete Hormone anschliessend in Blutgefasse und verteilen sich im ganzen Organismus z B Schilddruse Hypophyse Auch den Sekretionsweg kann man unterscheiden also holokrin Zelle zerfallt fur die Sekretbildung typisch fur die Talgdrusen der Haut apokrin Vesikelabschnurung z B laktierende Brustdruse merokrin durch Exozytose und ekkrin durch Transporter wobei die letzten nach der Zusammensetzung des Sekrets unterteilt werden in seros dunnflussig eiweisshaltig manchmal verdauungsenzymhaltig enges Drusenlumen z B Ohrspeicheldruse Bauchspeicheldruse mukos zahflussig schleimig dient der Bildung von Transportschleim weites Lumen z B Brunner Drusen im Duodenum und seromukos gemischt Sekret ist sowohl seros als auch mukos dieser Fall ist der haufigste z B Unterkieferspeicheldruse Ausserdem unterscheidet man intraepitheliale und extraepitheliale Drusen Intraepitheliale Drusen sind ins Deckepithel eingebettete Einzelzellen z B die schleimbildende Becherzelle des Darmes Extraepitheliale Drusen sind vielzellige Organe die daher im Epithel selbst keinen Platz mehr haben und in die tieferen Gewebsschichten verlagert wurden Sie bestehen aus Drusenendstucken die das Sekret bilden Man unterscheidet tubulose schlauchformige alveolare blasenformige und azinose blasenformig jedoch dickere Wand und kleineres Lumen und Mischformen von extraepithelialen Drusen Schaltstellen nehmen das Sekret aus den Endstucken auf und leiten es in die Streifenstucke Sekretrohre aus Zylinderepithel viele Sekretrohre sammeln sich zu den Nebenausfuhrungsgangen die in den Hauptausfuhrungsgang munden der schliesslich das Sekret auf eine Epitheloberflache z B die Darmschleimhaut abgibt Aber auch Epithelien ohne Drusenfunktion konnen Hormonpeptide wie Neurolipin abgeben 9 Omnipotenz Bearbeiten Aus Hautepithel lassen sich Stammzellen gewinnen die primar fur die Wundheilung der Haut von Saugetieren dienen 10 Sinnesfunktion Bearbeiten Ein Grossteil der menschlichen Sinneszellen ist in epitheliale Zellverbande eingebettet Diese Konstruktion bietet sich an da Epithelien als oberflachliche Zelllagen aufgrund ihrer Anordnung eine vermittelnde Position zwischen Innen und Aussen einnehmen Beispiele Das die Netzhaut Retina des Auges von der Aderhaut trennende Epithel enthalt zur Abschirmung gestreuten Lichts Melanin 11 und bildet eine Trennschicht Blut Retina Schranke 12 innere und aussere Haarzellen des Innenohrs wobei im Fall der ausseren Haarzellen Sensorik und Langenanderung des Zellkorpers direkt gekoppelt sind Riechschleimhaut Riechepithel in der Nasenschleimhaut Geschmackszellen des Zungenruckens Merkel Zellen Mechanorezeptoren sowie Schmerz und Temperaturrezeptoren in der EpidermisTransportfunktion Bearbeiten Manche Epithelien besitzen zusatzlich Flimmerharchen auf ihrer Oberflache welche eine Transportfunktion haben Sie konnen mit ihrem kraftigen Schlag Fremdkorper aus dem Organismus ausschleusen Siehe auch BearbeitenNeuroepithel Epithelisierung Ussing Kammer zur Messung von Epitheleigenschaften Einzelnachweise Bearbeiten Becher Lindner Schulze Hrsg Lateinisch griechischer Wortschatz in der Medizin 3 Auflage Verlag Gesundheit Berlin 1991 ISBN 3 333 00627 8 Pascal De Santa Barbara Gijs R Van Den Brink Drucilla J Roberts Development and differentiation of the intestinal epithelium In Cellular and Molecular Life Sciences CMLS Band 60 Nr 7 2003 S 1322 1332 PDF Nelly Auersperg Alice S T Wong Kyung Chul Choi Sung Keun Kang Peter C K Leung Ovarian surface epithelium biology endocrinology and pathology In Endocrine Reviews Band 22 Nr 2 April 2001 S 255 288 doi 10 1210 edrv 22 2 0422 PDF Martti Parvinen Regulation of the seminiferous epithelium In Endocrine Reviews Band 3 Nr 4 Oktober 1982 S 404 417 doi 10 1210 edrv 3 4 404 Bart N Lambrecht Hamida Hammad The airway epithelium in asthma In Nature Medicine Band 18 Nr 5 2012 S 684 692 doi 10 1038 nm 2737 Craig R Rackley Barry R Stripp Building and maintaining the epithelium of the lung In The Journal of Clinical Investigation Band 122 Nr 8 2012 S 2724 2730 PDF a b Dane Parker Alice Prince Innate immunity in the respiratory epithelium In American Journal of Respiratory Cell and Molecular Biology Band 45 Nr 2 2011 S 189 201 PDF John Gunnar Forsberg Cervicovaginal epithelium its origin and development In American Journal of Obstetrics and Gynecology Band 115 Nr 7 1973 S 1025 1043 doi 10 1016 0002 9378 73 90687 X Jonathan R L Wild Carolyn A Staton Keith Chapple Bernard M Corfe Neuropilins expression and roles in the epithelium In International Journal of Experimental Pathology Band 93 Nr 2 2012 S 81 103 doi 10 1111 j 1365 2613 2012 00810 x PDF Laura Alonso Elaine Fuchs Stem cells of the skin epithelium In Proceedings of the National Academy of Sciences Band 100 Suppl 1 2003 S 11830 11835 PDF Olaf Strauss The retinal pigment epithelium in visual function In Physiological Reviews Band 85 Nr 3 2005 S 845 881 PDF Michael F Marmor T J Wolfensberger The Retinal Pigment Epithelium In Function and Disease 1998 S 103 134 Artikel online Normdaten Sachbegriff GND 4130937 6 OGND AKS Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Epithel amp oldid 217242687, wikipedia, wiki, deutsches

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