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Digamma

Das Digamma stammt ebenso wie das Ypsilon vom phönizischen Buchstaben Waw () für ​[⁠w⁠]​ ab. Bei der Übernahme des phönizischen Alphabets entwickelte man aus dem phönizischen Waw das konsonantische Digamma (Ϝ) für ​[⁠w⁠]​ und das vokalische Ypsilon (Υ), das ursprünglich den Lautwert ​[⁠u⁠]​ hatte. Das Digamma stand in der alphabetischen Reihenfolge an derselben Stelle wie das phönizische Waw, nämlich an sechster Stelle zwischen Epsilon und Zeta, das Ypsilon wurde am Ende des Alphabets angehängt. Die ursprüngliche Bezeichnung des Digammas ist unbekannt, aber in Analogie zur Entwicklung des Namens des Buchstabens Tau (phönizisch taw → griechisch tau) kann man davon ausgehen, dass sieϝαῦ waú (wegen phönizisch waw) lautete.

Die archaische Inschrift […]Ι ϜΑΝΑΚΤΙ ([poteidan]i wanakti) auf diesem Keramikfragment entspricht dem Wortἄναξ (ánax, „Fürst“) im klassischen Griechischen.

Das Griechische hatte ursprünglich den ​[⁠w⁠]​-Laut aus dem Urindogermanischen übernommen. Dem Digamma entspricht in verwandten deutschen Wörtern ein w (das aber den Lautwert v hat), und in lateinischen Wörtern ein v (Lautwert w; vgl. gr.οἶνος oînos, früherϝοῖνος woînos, mit dt. Wein und lat. vinum oder gr.εἰδέναι eidénai, früherϝειδέναι weidénai, mit dt. wissen und lat. videre).

In einigen Dialekten, unter anderem dem Attischen, der klassischen Form des Altgriechischen, fiel dieser Laut schon früh aus. Daher gab es auch keine Verwendung für den Buchstaben Digamma. Als in Athen 403 v. Chr. das milesische Alphabet eingeführt wurde, schaffte man das überflüssig gewordene Digamma ab.

In denjenigen Dialekten, die den ​[⁠w⁠]​-Laut noch besaßen, ist der Gebrauch des Digamma durch Inschriften belegt. Auch in der Dichtung, insbesondere bei Homer, Sappho und Alkman gibt es Hinweise auf das Vorhandensein des Digamma.

Der w-Laut im frühen Griechischen wurde von Richard Bentley (1662–1742) wiederentdeckt, als er versuchte, die Metrik in Homers Epen zu rekonstruieren. Worte, die ursprünglich mit Digamma begannen, kommen bei Homer mehr als 3000-mal an Stellen vor, an denen das Metrum ein konsonantisch anlautendes Wort verlangt. Zu Homers Zeiten wurde das Digamma wohl nicht mehr gesprochen, wirkte aber in mündlich überlieferten Versen teilweise noch nach.

Es wurde daraufhin nur noch als Zahlzeichen (6) benutzt, wobei aber oft eine andere Form, das Stigma (ϛ), eine Ligatur aus Sigma und Tau, oder die Wort-End-Form des Sigma (ς) oder auch Sigma-Tau (στ) als zwei getrennte Buchstaben, geschrieben wird. Der ursprüngliche Buchstabenname „Wau“ ging verloren und wurde durch Digamma ersetzt.

Das Digamma wurde, als es noch generell verwandt wurde, in das altitalische Alphabet entlehnt. Da es im Etruskischen auch den im klassischen Griechischen nicht vorhandenen Laut ​[⁠f⁠]​ gab (das Phi wurde ursprünglich [] ausgesprochen, erst später wurde ​[⁠f⁠]​ daraus), wurde es zusammen mit einem archaischen H für ebendiesen verwandt. Da jedoch auch das archaische U ebenfalls (außer für ​[⁠u⁠]​) für ​[⁠w⁠]​ benutzt wurde, was die Römer, als sie das Alphabet ebenfalls übernahmen, als redundant empfanden, deuteten sie diesen Buchstaben wegen seiner Verwendung in der Kombination „FH“ für ​[⁠f⁠]​ und machten so das heutige F daraus.

Digamma inversum

Der römische Kaiser Claudius versuchte in das lateinische Alphabet ein gedrehtes Digamma (digamma inversum), Ⅎ (U+2132), zur Kennzeichnung des Lautes ​[⁠v⁠]​ einzuführen. Daneben gibt es noch einen Kleinbuchstaben, ⅎ (U+214E), der zwar nicht in Texten aus Claudius’ Zeit vorkommt, da diese mit Majuskeln geschrieben wurden, jedoch genutzt werden kann, wenn stilistisch Minuskeln verwendet werden sollen.

  1. Inscriptiones Graecae IV 220 [1]
  • Thesaurus Linguae Graecae [2] (engl.)

Alpha Αα · Beta Ββ · Gamma Γγ · Delta Δδ · Epsilon Εε · Zeta Ζζ · Eta Ηη · Theta Θθ · Iota Ιι · Kappa Κκ · Lambda Λλ · My Μμ · Ny Νν · Xi Ξξ · Omikron Οο · Pi Ππ · Rho Ρρ · Sigma Σσς · Tau Ττ · Ypsilon Υυ · Phi Φφ · Chi Χχ · Psi Ψψ · Omega Ωω

Weitere, nichtklassische Buchstaben: Digamma Ϝϝ · Stigma Ϛϛ · Heta Ͱͱ · San Ϻϻ · Koppa Ϙϙ · Sampi Ͳͳ · Scho Ϸϸ

Digamma
digamma, buchstabe, ursprünglich, griechischen, alphabet, enthalten, sprache, beobachten, bearbeiten, dieser, artikel, behandelt, griechischen, buchstaben, mathematische, funktion, findet, sich, unter, funktion, griechisch, δίγαμμα, majuskel, minuskel, ursprün. Digamma Buchstabe der ursprunglich im griechischen Alphabet enthalten war Sprache Beobachten Bearbeiten Dieser Artikel behandelt den griechischen Buchstaben Digamma Die mathematische Funktion findet sich unter Digamma Funktion Das Digamma griechisch digamma Majuskel Ϝ Ͷ Minuskel ϝ ͷ war ursprunglich der sechste Buchstabe des griechischen Alphabets kam aber um etwa 500 v Chr ausser Gebrauch Er hatte den Lautwert w und stammt vom phonizischen Buchstaben Waw ab Die schon altgriechische deskriptive Bezeichnung Digamma doppeltes Gamma beruht auf seiner F formigen Form zwei ubereinander gelegte rechtsgedrehte Galgen ergeben mit gemeinsamem hochkantem Strich ein F und deutet darauf hin dass der ursprunglich dargestellte Laut schon in einigen Dialekten der klassischen griechischen Antike nicht mehr vorkam v a im attisch ionischen wahrend die dorischen Dialekte diesen Laut langer bewahrten Er hat nach dem milesischen System den Zahlwert 6 Inhaltsverzeichnis 1 Ursprung 2 Verwendung als Buchstabe 3 Verwendung als Zahlzeichen 4 Abkommlinge 4 1 Digamma inversum 5 Einzelbelege 6 WeblinksUrsprung BearbeitenDas Digamma stammt ebenso wie das Ypsilon vom phonizischen Buchstaben Waw fur w ab Bei der Ubernahme des phonizischen Alphabets entwickelte man aus dem phonizischen Waw das konsonantische Digamma Ϝ fur w und das vokalische Ypsilon Y das ursprunglich den Lautwert u hatte Das Digamma stand in der alphabetischen Reihenfolge an derselben Stelle wie das phonizische Waw namlich an sechster Stelle zwischen Epsilon und Zeta das Ypsilon wurde am Ende des Alphabets angehangt Die ursprungliche Bezeichnung des Digammas ist unbekannt aber in Analogie zur Entwicklung des Namens des Buchstabens Tau phonizisch taw griechisch tau kann man davon ausgehen dass sie ϝaῦ wau wegen phonizisch waw lautete Verwendung als Buchstabe Bearbeiten Die archaische Inschrift I ϜANAKTI poteidan i wanakti 1 auf diesem Keramikfragment entspricht dem Wort ἄna3 anax Furst im klassischen Griechischen Das Griechische hatte ursprunglich den w Laut aus dem Urindogermanischen ubernommen Dem Digamma entspricht in verwandten deutschen Wortern ein w das aber den Lautwert v hat und in lateinischen Wortern ein v Lautwert w vgl gr oἶnos oinos fruher ϝoῖnos woinos mit dt Wein und lat vinum oder gr eἰdenai eidenai fruher ϝeidenai weidenai mit dt wissen und lat videre In einigen Dialekten unter anderem dem Attischen der klassischen Form des Altgriechischen fiel dieser Laut schon fruh aus Daher gab es auch keine Verwendung fur den Buchstaben Digamma Als in Athen 403 v Chr das milesische Alphabet eingefuhrt wurde schaffte man das uberflussig gewordene Digamma ab In denjenigen Dialekten die den w Laut noch besassen ist der Gebrauch des Digamma durch Inschriften belegt Auch in der Dichtung insbesondere bei Homer Sappho und Alkman gibt es Hinweise auf das Vorhandensein des Digamma Der w Laut im fruhen Griechischen wurde von Richard Bentley 1662 1742 wiederentdeckt als er versuchte die Metrik in Homers Epen zu rekonstruieren Worte die ursprunglich mit Digamma begannen kommen bei Homer mehr als 3000 mal an Stellen vor an denen das Metrum ein konsonantisch anlautendes Wort verlangt Zu Homers Zeiten wurde das Digamma wohl nicht mehr gesprochen wirkte aber in mundlich uberlieferten Versen teilweise noch nach Verwendung als Zahlzeichen BearbeitenEs wurde daraufhin nur noch als Zahlzeichen 6 benutzt wobei aber oft eine andere Form das Stigma ϛ eine Ligatur aus Sigma und Tau oder die Wort End Form des Sigma s oder auch Sigma Tau st als zwei getrennte Buchstaben geschrieben wird Der ursprungliche Buchstabenname Wau ging verloren und wurde durch Digamma ersetzt Abkommlinge BearbeitenDas Digamma wurde als es noch generell verwandt wurde in das altitalische Alphabet entlehnt Da es im Etruskischen auch den im klassischen Griechischen nicht vorhandenen Laut f gab das Phi wurde ursprunglich pʰ ausgesprochen erst spater wurde f daraus wurde es zusammen mit einem archaischen H fur ebendiesen verwandt Da jedoch auch das archaische U ebenfalls ausser fur u fur w benutzt wurde was die Romer als sie das Alphabet ebenfalls ubernahmen als redundant empfanden deuteten sie diesen Buchstaben wegen seiner Verwendung in der Kombination FH fur f und machten so das heutige F daraus Digamma inversum Bearbeiten Der romische Kaiser Claudius versuchte in das lateinische Alphabet ein gedrehtes Digamma digamma inversum Ⅎ U 2132 zur Kennzeichnung des Lautes v einzufuhren Daneben gibt es noch einen Kleinbuchstaben ⅎ U 214E der zwar nicht in Texten aus Claudius Zeit vorkommt da diese mit Majuskeln geschrieben wurden jedoch genutzt werden kann wenn stilistisch Minuskeln verwendet werden sollen Einzelbelege Bearbeiten Inscriptiones Graecae IV 220 1 Weblinks BearbeitenThesaurus Linguae Graecae 2 engl Das griechische Alphabet Alpha Aa Beta Bb Gamma Gg Delta Dd Epsilon Ee Zeta Zz Eta Hh Theta 88 Iota Ii Kappa Kk Lambda Ll My Mm Ny Nn Xi 33 Omikron Oo Pi Pp Rho Rr Sigma Sss Tau Tt Ypsilon Yy Phi Ff Chi Xx Psi 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