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Demokratische Republik Kongo

Die Demokratische Republik Kongo (deutsch [ˈkʰɔŋgo], französisch [kɔ̃ˈgo], abgekürzt DR Kongo), von 1971 bis 1997 Zaire (frz. Zaïre), auch bekannt als Kongo-Kinshasa oder einfach Kongo, ist eine Republik in Zentralafrika. Sie grenzt (von Norden im Uhrzeigersinn) an die Zentralafrikanische Republik, den Südsudan, Uganda, Ruanda, Burundi, Tansania, Sambia, Angola, den Atlantik und die Republik Kongo. Die DR Kongo ist an Fläche der (hinter Algerien) zweitgrößte und an Bevölkerung der viertgrößte Staat Afrikas. Das Land wird vom Äquator durchzogen; es herrscht ein tropisches Klima. Große Teile des Staatsgebietes sind von tropischem Regenwald bedeckt.

République Démocratique du Congo(französisch)
Republiki ya Kongó Demokratiki (Lingala)
Ditunga dia Kongu wa Mungalaata(Tschiluba)
Republika ya Kongo ya Dimokalasi (Kikongo ya leta)
Jamhuri ya Kidemokrasia ya Kongo(Swahili)
Demokratische Republik Kongo
Wahlspruch: «Paix, Justice, Travail »
französisch für „Friede, Gerechtigkeit, Arbeit“
Amtssprache Französisch
daneben Kikongo, Lingala, Swahili und Tschiluba als Nationalsprachen
Hauptstadt Kinshasa
Staats- und Regierungsform semipräsidentielle Republik
Staatsoberhaupt Präsident
Félix Tshisekedi
Regierungschef Premierminister
Jean-Michel Sama Lukonde
Fläche 2.344.858 km²
Einwohnerzahl 91,9 Mio.
Bevölkerungsdichte 43 Einwohner pro km²
Bevölkerungs­entwicklung +3,2 % pro Jahr
Bruttoinlandsprodukt
  • Total (Nominal)
  • Total (KKP)
  • BIP/Einw. (Nominal)
  • BIP/Einw. (KKP)
2019
  • 49,81 Mrd. US$ (89.)
  • 99,31 Mrd. US$ (92.)
  • 509 US$ (187.)
  • 1.015 US$ (189.)
Index der menschlichen Entwicklung 0,48 (175.) (2019)
Währung Kongo-Franc (CDF)
Unabhängigkeit 30. Juni 1960 (von Belgien)
National­hymne Debout Congolais
Nationalfeiertag 30. Juni (Unabhängigkeitstag)
Zeitzone UTC+1
UTC+2
Kfz-Kennzeichen CGO
ISO 3166 CD, COD, 180
Internet-TLD .cd
Telefonvorwahl +243

Die fast 100 Millionen Einwohner lassen sich in mehr als 200 Ethnien einteilen. Es gibt eine große Sprachenvielfalt, die Verkehrssprache ist Französisch. Etwa die Hälfte der Einwohner bekennt sich zur katholischen Kirche, die andere Hälfte verteilt sich auf Kimbanguisten, andere christliche Kirchen, traditionelle Religionen und den Islam. Die Hauptstadt Kinshasa gilt mit über 13 Millionen Einwohnern als drittgrößte Stadt Afrikas. Städte mit über einer Million Einwohnern sind Lubumbashi, Mbuji-Mayi, Mbandaka, Kananga und Kisangani.

Das Gebiet des heutigen Staates kam 1885 unter belgische Kolonialherrschaft. Die Herrschaft des belgischen Königs Leopold II. gilt als eines der grausamsten Kolonialregime. Nach der Unabhängigkeit 1960 wurde das Land nach mehrjährigen innenpolitischen Konflikten 32 Jahre lang von Mobutu Sese Seko diktatorisch regiert. 1997 wurde Mobutu von dem Rebellenchef Laurent-Désiré Kabila gestürzt. Auf den Machtwechsel folgte ein weiterer Bürgerkrieg, der aufgrund der Verwicklung zahlreicher afrikanischer Staaten als Afrikanischer Weltkrieg bekannt wurde. 2002 wurde ein Friedensabkommen unterzeichnet. Im Osten des Landes finden aber bis heute weiterhin Kämpfe statt. Erstmals seit 1965 fanden 2006 freie Wahlen statt.

Trotz seines Rohstoffreichtums zählt der Staat, bedingt durch jahrzehntelange Ausbeutung, Korruption, jahrelange Kriege und ständige Bevölkerungszunahme, heute zu den ärmsten Ländern der Welt.

Inhaltsverzeichnis

Der Name der Demokratischen Republik Kongo änderte sich in der Vergangenheit mehrmals. Zeitweise verwendete das Land die gleiche amtliche Bezeichnung wie der Nachbarstaat Republik Kongo. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die historischen Bezeichnungen:

Historische Namensgebung der Territorien des Kongo
ehemalige Belgische Kolonie ehemalige Französische Kolonie(A) ehemaliges Portugiesisches Protektorat
ab 1877 kolonialisiert 1880er kolonialisiert(G) ab 1885
Portugiesisch-Kongo
ab 1885 Kongo-Freistaat ab 1903 Mittelkongo
ab 1908 Belgisch-Kongo
1910 Französisch-Kongo
ab 1958 Republik Kongo 1956
Portugiesisch-Kongo
unter gemeinsamer Verwaltung mit Angola
30. Juni 1960 Unabhängigkeit 15. August 1960 Unabhängigkeit
1960 Republik Kongo (genannt Kongo-Léopoldville)
1960 Proklamation der Freien Republik Kongo durch lumumbistische Aufständische
(von 26 Staaten anerkannt, nach etwa einem Jahr von Regierungstruppen zerschlagen)
1960 Kongolesische Republik
(genannt Kongo-Brazzaville)
1961 Bundesrepublik Kongo (genannt Kongo-Léopoldville)
1964 Proklamation der Volksrepublik Kongo durch Aufständische in Stanleyville
(nur von 7 Staaten anerkannt, nach wenigen Monaten von Regierungstruppen zerschlagen)
1964 Demokratische Republik Kongo (genannt Kongo-Léopoldville) 1965 Republik Kongo
(genannt Kongo-Brazzaville)
1966 Demokratische Republik Kongo (genannt Kongo-Kinshasa)
1971 Republik Zaïre 1969 Volksrepublik Kongo

1974
Portugiesisch-Kongo
von Angola besetzt
1991/92 (Kongo-Zaïre)
Verfassungsentwurf der von Mobutu suspendierten Nationalen Souveränen Konferenz
seit 1997 Kongo Demokratische Republik Demokratische Republik Kongo
seit 1991 Kongo Republik Republik Kongo
seit 1975 Cabinda,
Provinz (Exklave) vonAngola Angola
(G) 1888–1910 auch Gabun Teil von Französisch-Kongo

Geographie

Die vergletscherte Margherita-Spitze des Ruwenzori-Massivs, des höchsten Berges sowohl Kongos als auch Ugandas
Der beständig brodelnde Lavasee im Krater des Nyiragongo, einer der Virunga-Vulkane, mit einem Durchmesser von ca. 200 m der größte der Erde. Sein letzter Ausbruch war im Jahr 2021.

Die Demokratische Republik Kongo umfasst als zweitgrößter Staat Afrikas eine Fläche von 2.344.885 km² und ist somit 6,6-mal so groß wie Deutschland und 76,4-mal so groß wie die ehemalige Kolonialmacht Belgien.

Sie liegt in Zentralafrika am Äquator. Weil Flora und Fauna sehr vielfältig sind, besitzt das Land ein sehr hohes naturräumliches Potenzial. Deshalb ist die Meinung vieler Experten, dass die Demokratische Republik Kongo heute einer der führenden afrikanischen Staaten wäre, hätte es keine Kolonialausbeutung und ethnischen Konflikte gegeben.

Rund 60 Prozent des Landes nimmt das Kongobecken mit seinen tropischen Regenwäldern ein. Es ist in allen Richtungen von Bergzügen mit Höhen von 500 bis 1000 Metern begrenzt. Im Süden wird es vom Katanga-Bergland (frühere Bezeichnung: Shaba-Bergland) begrenzt, das Teil der Lundaschwelle ist. Im Süden und Osten des Landes steigen die Bergzüge zu Hochgebirgen auf wie die Mitumba-Berge und die Kundelungu-Berge im Süden und die Zentralafrikanische Schwelle und Virunga-Vulkane im Osten. Sie erreichen Höhen von bis zu 4500 Metern und sind reich an Bodenschätzen wie Kupfer und Uran. Die höchste Erhebung ist mit 5109 Metern der Margherita Peak im Ruwenzori-Gebirge an der Grenze zu Uganda.

Der größte und längste Fluss, der durch die Demokratische Republik Kongo fließt, ist der Kongo mit 4374 Kilometern Länge. Er ist nach dem Nil der zweitlängste Fluss des afrikanischen Kontinents. Gemessen an seiner Wasserführung von 39.160 m³/s ist er der größte Fluss Afrikas und der zweitgrößte Fluss weltweit. Der Kongo entspringt im Süden des Landes in der Provinz Haut-Katanga im Mitumba-Gebirge und fließt etwa 1000 Kilometer nach Norden, von wo er nach Westsüdwesten umgelenkt wird. Hier besteht auch ein Binnendelta. Anschließend bildet er die Grenze zwischen der Demokratischen Republik Kongo und der Republik Kongo, bevor er schließlich in den Atlantischen Ozean mündet. Zahlreiche Flüsse münden in den Kongo. Der mit einer Wasserführung von 9.873 m³/s bei weitem größte dieser Nebenflüsse ist der aus Angola kommende Kasai, der ebenfalls mehrere Nebenflüsse aufweist und in den Gebirgen im Süden entspringt. Ein ebenfalls im Süden entspringender linker Nebenfluss des Kongo, der Lomami, hat sein Quellgebiet in der Provinz Haut-Lomami. Der größte von Norden kommende Zufluss des Kongos ist der Ubangi, der nahezu über seine gesamte Länge die Grenze zur Zentralafrikanischen Republik und zur Republik Kongo bildet. Die 40 Kilometer lange Küste nördlich der Kongomündung in den Ozean stellt die einzige Öffnung zum Atlantischen Ozean dar. Hier liegen die beiden Hafenstädte Muanda und Banana; außerdem befinden sich dort Erdölvorkommen. Im Osten des Landes befindet sich die Seenkette des Großen Afrikanischen Grabens, die die Ostgrenze bildet. Dazu gehören unter anderem (von Nord nach Süd) der Albertsee, Eduardsee, Kiwusee und Tanganjikasee. Sie birgt darüber hinaus bedeutende Bodenschätze. Hier wurde beispielsweise Erdgas gefunden, im Osten und Nordosten auch Gold und Zinn.

Die Oxisolböden im Kongobecken sind oft stark verwittert und weisen nur eine geringe Fruchtbarkeit auf, während die höher gelegenen Gebiete im Norden und Süden fruchtbar sind und zum Ackerbau genutzt werden.

Klima

Klimadiagramm (Kinshasa)
Klimadiagramm (Kisangani)

In der Demokratischen Republik Kongo herrscht aufgrund der geographischen Lage ein Äquatorialklima vor. In den meisten Landesteilen gibt es daher ein sehr warmes, tropisches Feuchtklima mit einer Durchschnittstemperatur von rund 20 °C in der Trockenzeit und rund 30 °C in der Regenzeit. Das Klima wird relativ wenig durch Jahreszeiten wie Trocken- und Regenzeit beeinflusst. Dennoch gibt es wegen der sehr großen Landesfläche regionale Disparitäten.

Durch die nördliche Landesmitte, in welcher die Städte Mbandaka und Kisangani liegen, verläuft der Äquator. In diesem rund 300 Kilometer breiten Gebiet gibt es das ganze Jahr über heftige Regenfälle, die durchschnittlich rund 1500–2000 mm betragen, während die Temperatur konstant bei rund 26 °C bleibt.

Kinshasas Klima ist gekennzeichnet durch eine Jahresdurchschnittstemperatur von über 25 °C sowie einer Wechselfolge zwischen den Trockenzeiten (vier Monate insgesamt) und den Regenzeiten, welche ihre extremste Ausprägung in den Monaten November und April haben. Im ganzen Jahr fallen in Kinshasa insgesamt rund 1400 mm Regen.

Im Norden des Landes lässt der große Waldflächenanteil, der typisch für das Äquatorialklima ist, Platz für eine Baumsavanne. Dort beginnt die Trockenzeit, gegensätzlich zum Süden, meist zwei bis drei Monate vor dem Jahreswechsel und endet rund zwei bis drei Monate nach dem Jahreswechsel. Deshalb fallen hier rund 90 % der Jahresniederschläge in der Zeit zwischen März und November.

Im Süden beginnt eine Zone des tropischen Klimas, die mit einer Trockenzeit (drei bis sechs Monate, meist Mai bis September) und einer Regenzeit (sechs bis neun Monate, meist Oktober bis April) ausgeprägte Jahreszeiten aufweist. So gibt es zum Beispiel in Lubumbashi in der Provinz Haut-Katanga sogar sechs Monate relativer Trockenheit und sehr ausgeprägte Tages-Nacht-Temperaturschwankungen.

Der gebirgige Ostteil des Landes ist von Höhenklima geprägt und deutlich kühler im Vergleich zu den anderen Gebieten. Da die Temperatur dort pro 80 Höhenmeter um durchschnittlich 1 °C sinkt, kann man namhafte klimatische und ökologische Unterschiede beim Anstieg der Gebirge im Nationalpark Virunga und der Gefälle des Ruwenzori-Gebirges feststellen. An den höchsten Punkten dieser Gebiete ist sogar Schneefall nicht ungewöhnlich. Hier fallen auch die meisten Niederschläge des Landes.

Es gibt auch eine kleine Zone maritimen Klimas. Im kleinen Küstengebiet im äußersten Westen, wo auch der Kongo-Fluss mündet, senkt der kalte Benguelastrom Temperatur und Niederschlagsmenge deutlich ab, sodass es beispielsweise in der Stadt Boma im Jahr durchschnittlich weniger als 800 mm Niederschlag gibt.

Flora und Fauna

Der Fluss Lulilaka im Nationalpark Salonga

In der Demokratischen Republik Kongo liegen die größten noch existierenden Regenwaldgebiete Afrikas. Da dort neben einer sehr großen Artenvielfalt und Biodiversität ausgesprochen viele endemische Arten, Gattungen und Familien von Pflanzen und Tieren und vielfältige Ökosysteme vorkommen, wird der Staat zu den Megadiversitätsländern dieser Erde gerechnet. Das Ruwenzori-Gebirge wird aufgrund der großen Gefährdungslage als Hotspot der Biodiversität geführt.

Rund zwei Drittel der Landesfläche sind von tropischem Regen- und Höhenwald bedeckt. In höheren Lagen in Äquatornähe gibt es vor allem Bergregenwald, Wolken- und Nebelwald. Hier findet man vorrangig Bäume und Pflanzen mit langen Stämmen, dünner Baumrinde und festen Blättern. Beispiele hierfür sind der Gummibaum und Hartholzpflanzen wie der Teakbaum und Mahagonigewächse. Außerdem gibt es dort Ölpalmen, Würgefeigen und Aufsitzerpflanzen wie Orchideen. Nördlich und südlich der Regenwaldregion befinden sich 200 und 500 Kilometer breite Streifen mit Feuchtsavanne. Diese Verteilung ist niederschlagsbedingt und gründet sich auf die innertropische Konvergenzzone (ITC). Eine im Feuchtsavannengebiet vorkommende Pflanzengattung ist die Wolfsmilch. Die Feuchtsavanne geht schließlich in die Trockensavanne mit Miombowaldgebieten über. Die typische Vegetation besteht dort hauptsächlich aus Akazien und Sukkulenten.

Obwohl einige Säugetiere wie der Löwe, der Leopard, das Nashorn, der Elefant, das Zebra, der Schakal, die Hyäne sowie eine Reihe von Antilopenarten bevorzugt in den Savannenregionen leben, gibt es vor allem durch den hohen Waldanteil mit insgesamt 415 sehr viele verschiedene Säugetierarten im Land. Insbesondere fünf als UNESCO-Welterbe ausgezeichnete Schutzgebiete, die vier Nationalparks Garamba, Kahuzi-Biéga, Salonga und Virunga sowie das Okapi-Wildtierreservat, stellen einen wichtigen Lebensraum für viele Säugetiere wie Bonobos, Östliche Gorillas, Okapis und Afrikanische Büffel dar. Besonders die Vielfalt an Menschenaffen ist bemerkenswert: Die Demokratische Republik Kongo beherbergt als weltweit einziges Land drei Menschenaffenarten: neben Gorillas und Bonobos auch Schimpansen. Diese sind dort allerdings kaum noch aufzufinden und akut vom Aussterben bedroht. Auch die Lage der Bonobos ist bedrohlich: der Bestand der Tierart, welche man nirgendwo sonst weltweit in Freiheit beobachten kann, wird derzeit auf rund 3000 Tiere im Staatsgebiet geschätzt. Vor den 1980er Jahren lag diese Zahl bei über 100.000. Hauptgrund des Aussterbens der Menschenaffen sind Wilderer, die das Bushmeat als Delikatesse in den Städten verkaufen.

Kongolese mit Gewehr auf der Jagd nahe Yangambi

Auch bei anderen Säugetieren besteht das Problem des Artensterbens. Doch im Gegensatz zur Delikatesse Affenfleisch werden andere bedrohte Tierarten vor allem aufgrund des immensen Proteinbedarfs der wegen der sehr hohen Fertilitätsrate der Frauen schnell wachsenden Bevölkerung gejagt. Oftmals ist das Jagen geschützter Tierarten für Landesbewohner überlebenswichtig. Doch auf diese Weise schrumpften die Bestände mancher Wildtierarten so sehr, dass einige Arten laut Forschungsprognosen schon in rund 50 Jahren ausgestorben sein könnten.

Auch die anderen Tierklassen lassen sich in großer Zahl finden. Es gibt 268 verschiedene Reptilienarten und je über eintausend Fisch- und Vogelarten. Sehr groß ist auch die Anzahl an Insektenarten. So gibt es allein über 1300 verschiedene Arten von Schmetterlingen. In keinem anderen Land weltweit ist dieser Wert größer.

Vorkoloniale Geschichte

Der Mani-Kongo, Herrscher des Kongo-Reiches, gewährt portugiesischen Seefahrern um Diogo Cão und Emissären eine Audienz. Radierung von Johann Theodor de Bry, aus dem Buch: Índias Orientais, 1597.

Die Urbevölkerung des heutigen Staates bestand aus Pygmäen, welche heute nur noch eine kleine Minderheit darstellen. Über Jahrhunderte hinweg wanderten Bantuvölker ein. Es entstanden verschiedene Gesellschaftsformen: von Jägern und Sammlern über Ackerbaubevölkerungen bis hin zu größeren Staatswesen.

Unter den dortigen Staaten trat insbesondere das im 14. Jahrhundert gegründete Königreich Kongo, eines der größten afrikanischen Staatswesen überhaupt, hervor. Im 15. Jahrhundert erkundeten portugiesische Seefahrer um Diogo Cão das Gebiet der Kongomündung und nahmen 1491 diplomatische Beziehungen zum Kongoreich auf. König Nzinga a Nkuwu († 1509) (später auch João I. von Kongo) ließ sich taufen und entsandte Emissäre nach Lissabon. Es begann eine kurze Phase annähernd gleichberechtigten Umgangs zwischen dem Kongo und Portugal.

In der Neuzeit lieferte das Kongoreich Sklaven in die amerikanischen Kolonien, die Einnahmen aus dem Sklavenhandel ließen eine reiche Oberschicht in den afrikanischen Hafenstädten entstehen.

Vom 16. Jahrhundert an war das Kongoreich im Niedergang begriffen. Bis zum Ende des 17. Jahrhunderts erfolgte die völlige Zerstörung des Königreiches sowie seine Ausbeutung und Plünderung durch Sklavenjäger. Nach diesem Zerfall wurde die portugiesischen Vorherrschaft durch die der Niederländer und Briten abgelöst. Am Anfang des 18. Jahrhunderts war das Kongoreich fast vollständig zerfallen. 1866 zogen die letzten Portugiesen ab.

In den 1870er Jahren bereiste der Waliser Henry Morton Stanley als erster Europäer das Hinterland. Er schlug vor, den Kongo dem britischen Kolonialreich anzugliedern. Die britische Regierung lehnte dies ab, weil sie sich vor allem für die Nilquellen interessierte.

„Kongo-Freistaat“/Belgische Kolonialzeit

Der belgische König Leopold II. jedoch, von dem Gedanken an ein Kolonialreich seit langem fasziniert, wollte die Gelegenheit nutzen. 1885 vereinnahmte Leopold den Kongo im Nachgefolge der Kongokonferenz als seinen „Privatbesitz“. Nominell war der neu geschaffene Staat vollständig selbstständig gegenüber der Kolonialmacht Belgien. Der Kongo-Freistaat besaß eine eigene Regierung in Boma, die nur Leopold Rechenschaft abzulegen hatte, eine eigene Armee (die „Force Publique“) sowie eigene diplomatische Vertretungen in anderen Staaten. Die einheimische Bevölkerung war von den politischen und militärischen Eliten des Staates ausgeschlossen. Dieser Status jenseits allen Völkerrechts war in der ganzen Kolonialgeschichte einzigartig. Da mit dem Kongo zugleich auch alle seine Bewohner als rechtloser Privatbesitz angesehen wurden, kam es bei der wirtschaftlichen Ausbeutung (Kautschukboom) zu solch grausamen Exzessen, dass sie als so genannte Kongogräuel 1908 international für Aufsehen und Empörung sorgten und Leopold zur Übergabe des Kongo als „normale“ Kolonie an den belgischen Staat zwangen.

Zwar verbesserten sich die Verhältnisse nun ein wenig, aber nach wie vor wurden der Kongo und seine Bevölkerung von der autoritären Kolonialmacht Belgien ausgebeutet.

Die Demokratische Republik Kongo wurde ursprünglich als Belgisch Kongo von einer gesetzgebenden Versammlung und regionalen Versammlungen verwaltet, in denen nur von Kolonialbehörden ernannte Europäer saßen. Gegen Ende der 1950er Jahre gab es zwar eine größere Beteiligung von Afrikanern, aber bis zur Unabhängigkeit, als die Kolonie in Zaire umbenannt wurde, kein volles Wahlrecht.

Mit den weltweit in den Kolonien zunehmenden Unabhängigkeitsbestrebungen wuchs auch im Kongo der Druck nach staatlicher Selbstbestimmung. Nach ersten Unruhen in der Hauptstadt Léopoldville und unter dem Druck der Weltöffentlichkeit zog sich Belgien Anfang 1959 schlagartig aus dem Kongo zurück und hinterließ ein Chaos.

Unabhängigkeit und Kongokrise

Hauptartikel: Kongokrise

Am 30. Juni 1960 wurde die „Republik Kongo“ unabhängig. Joseph Kasavubu, Führer der Alliance des Bakongo (ABAKO), wurde Staatspräsident. Der bedeutende Panafrikanist und Führer der kongolesischen Unabhängigkeitsbewegung, Patrice Lumumba, wurde der erste Ministerpräsident des jungen Landes, das er allerdings aufgrund mangelnder Fachkräfte und angesichts sezessionistischer Bestrebungen, insbesondere in der Provinz Katanga, nicht zusammenzuhalten vermochte. Insbesondere die kontinuierlichen Interventionen Belgiens, der USA, aber auch der Sowjetunion führten zu einem allmählichen Zerreißen der jungen Nation. Lumumba wurde schließlich vom Militär abgesetzt und verhaftet. Zwar konnte er der Haft kurz entfliehen, wurde aber kurze Zeit später wieder ergriffen, seinem Gegner Moïse Tschombé – dem Sezessionistenführer in Katanga – ausgeliefert und anschließend ermordet. Eine Beteiligung der CIA sowie des belgischen Geheimdienstes wurde im Jahr 2000 bestätigt, weswegen die belgische Generalstaatsanwaltschaft 2012 ein Ermittlungsverfahren eröffnete.

Diktatur Mobutu

Hauptartikel: Zaire
Mobutu Sese Seko (1930–1997) (2. v. l.), neben ihm Richard Nixon

1965 putschte der frühere Assistent Lumumbas, Joseph Mobutu, und errichtete in den folgenden Jahrzehnten eine der längsten und korruptesten kleptokratischen Diktaturen Afrikas. Moïse Tschombé konnte zeitweise über Teile des Kongos mit einer Söldnerarmee, die überwiegend aus Europäern bestand, herrschen. Einen Höhepunkt der Söldneraktivität im Kongo stellt die Besetzung von Bukavu durch Tschombés europäische Söldner von August bis November 1967 dar. Mobutu begann eine Afrikanisierung des Landes und versuchte, die europäischen Einflüsse im Land zu eliminieren. Europäische Unternehmen wurden verstaatlicht.

Das Erlassgesetz zum Referendum Act N°67-223 vom 3. Mai 1967 erkannte das Recht aller Kongolesen unabhängig vom Geschlecht, sich am Verfassungsreferendum zu beteiligen, an. Damit war das Frauenwahlrecht eingeführt. Das Gesetz über die Wahlen zur gesetzgebenden Versammlung und den Präsidentenwahlen vom 17. April 1970 gab Männern und Frauen explizit das passive Wahlrecht, wie dies schon in der Verfassung von 1967 vorgesehen gewesen war.

1971 wurde das Land in Zaire umbenannt. Mobutu errichtete einen Einparteienstaat mit einem bizarren Personenkult, der erhebliche Unterstützung aus westlichen Ländern erhielt, und bekämpfte dafür den Einfluss der Sowjetunion in Afrika. 1977/78 wurde mit internationaler, unter anderem belgischer und französischer Militärhilfe für die Regierung Mobutu Sese Seko die Shaba-Invasion der Front national de libération du Congo des Rebellenführers Nathaniel Mbumba aus Angola niedergeschlagen (Schlacht um Kolwezi).

Kongokriege

Machtbereiche im Kongo 2001
Karte der Staaten, die am Zweiten Kongokrieg beteiligt waren

Unter dem Eindruck des Niedergangs der zairischen Wirtschaft und dem Ende des Ost-West-Konflikts stimmte Mobutu ab 1990 einer schrittweisen Demokratisierung des Landes zu, die aber zu keinem Erfolg führte. Das Ende der Diktatur Mobutus begann stattdessen mit dem Völkermord in Ruanda, in dessen Folge Hunderttausende der am Völkermord beteiligten Hutu nach Zaire flohen. Einer Allianz der neuen ruandischen Tutsi-Regierung und verschiedener Mobutu-Gegner gelang es schließlich innerhalb weniger Monate, ganz Zaire zu erobern und den schwer kranken und international mittlerweile isolierten Mobutu zu stürzen. Der Rebellenchef Laurent-Désiré Kabila wurde 1997 neuer Präsident und benannte Zaire wieder in Demokratische Republik Kongo um.

Die einstigen Verbündeten hatten sich rasch zerstritten, und 1998 versuchten erneut von Ruanda gestützte Rebellenorganisationen, von Osten aus das Land zu erobern. Eine Intervention von Angola und Simbabwe auf Seiten Kabilas konnte den Sturz der Regierung aber abwenden, und es entwickelte sich ein jahrelanger Stellungskrieg; das Land wurde schließlich in mehrere Machtbereiche aufgespalten. Langwierige Verhandlungen beendeten 2003 den Krieg, alle Kriegsparteien bildeten eine gemeinsame Übergangsregierung.

Der Kongokrieg hatte schwerwiegende sozioökonomische Auswirkungen auf das Land. Wirtschaft und Sozialsysteme, die bereits vor dem Krieg am Boden lagen, brachen völlig zusammen, ganze Landstriche wurden weitgehend entvölkert. Die Zahl der Opfer ist unbekannt, Hochrechnungen gehen von mehr als drei Millionen indirekter Kriegsopfer aus.

Nachkriegszeit

Flüchtlingslager in Bunia, Ituri (2004)

Bereits im Januar 2001 fiel Laurent-Désiré Kabila einem Attentat zum Opfer, und sein Sohn Joseph Kabila erbte seine Stellung als Staatspräsident. Joseph Kabila gewann schließlich die im Friedensvertrag vorgesehene Wahl im Jahre 2006 und ist damit erster frei gewählter Präsident der Demokratischen Republik Kongo seit 1965. Mit Kabila führt zum ersten Mal seit 1960 ein Mann den Staat, der zu Gesprächen zur Befriedung und Stabilisierung der Region bereit ist. Ihm im Wege steht dabei allerdings der fast vollständige Zerfall der Infrastruktur, Verwaltung und Wirtschaft des Landes und insbesondere die Ausplünderung der äußerst rohstoffreichen Ostprovinzen des Kongo, in denen die Zentralregierung fast völlig machtlos ist, durch Uganda, Ruanda und verschiedene lokale Machthaber.

Konflikt im Ostkongo

Konfliktregion Ostkongo
Hauptartikel: Dritter Kongokrieg

In den Gebieten Kivu und Ituri im Osten findet auch nach Ende des zweiten Kongokrieges weiterhin ein bewaffneter Konflikt statt, weil die dortigen lokalen Milizen nicht an den Friedensverhandlungen beteiligt waren.

Zwischen August 2007 und Januar 2009 eskalierte der Konflikt: Im dritten Kongokrieg kämpften in Nordkivu die kongolesischen Streitkräfte, UN-Truppen der MONUC und Mai-Mai-Milizen gegen die Rebellen des Nationalkongress zur Verteidigung des Volkes (CNDP) unter der Führung des Tutsi Laurent Nkunda, eines ehemaligen Generals der Rebellenorganisation RCD. Nkunda behauptete, die lokale Tutsi-Bevölkerung gegen die Hutu-Extremisten der Demokratischen Kräfte zur Befreiung Ruandas (FDLR) zu verteidigen, die auf kongolesischem Gebiet operieren und von Nkunda der Zusammenarbeit mit der kongolesischen Regierung bezichtigt werden.

Ende 2008 eroberte die CNDP immer größere Gebiete im Nordkivu, Verhandlungen zwischen Regierung und Rebellen unter Vermittlung der UN blieben erfolglos. Im Dezember 2008 schlossen die kongolesische Regierung und Ruanda ein Abkommen über eine gemeinsame Bekämpfung der FDLR. Ruandische Soldaten marschierten in den Kongo ein und verhafteten Nkunda, der wenige Tage zuvor von der CNDP für abgesetzt erklärt worden war. Im März 2009 unterzeichneten Regierung und CNDP ein Friedensabkommen. Hoffnungen, dass nach dem Ende der CNDP und der Zusammenarbeit zwischen kongolesischer Regierung und Ruanda im Kampf gegen die FDLR nun auch eine Befriedung der Ostprovinzen möglich sei, erfüllten sich nicht.

Ab etwa 2010 operierten Dutzende bewaffneter Gruppierungen in den Kivuprovinzen. Deren Stärken reichen von wenigen Dutzend bis zu mehreren tausend Kämpfern. An vielen Gruppen sind desertierte Soldaten der FARDC oder andere Sicherheitskräfte beteiligt. Zu den größten zählen die FDLR, die Raïa Mutomboki, die Alliance des patriotes pour un Congo libre et souverain und die Nyatura. Die Bewegung 23. März wurde im April 2012 von ehemaligen Mitgliedern der CNDP aus Unzufriedenheit über die Umsetzung des Friedensabkommens gegründet. Sie erlangte maßgeblich Kontrolle im Territorium Rutshuru und erregte großes Aufsehen durch die zwischenzeitliche Einnahme der Provinzhauptstadt Goma. Nach mehreren gescheiterten Verhandlungsrunden mit der Regierung und der Etablierung einer UN-Eingreiftruppe unterlag sie Anfang November 2013 schließlich militärisch.

Bevölkerungsentwicklung in Millionen Einwohnern
Bevölkerungspyramide der DR Kongo (2016)
Verteilung der Bevölkerungsdichte nach Provinz 2010. Einwohner pro km²:
  • > 100
  • 75–100
  • 50–75
  • 25–50
  • 15–25
  • < 15
  • Boulevard du 30 juin in Kinshasa, der mit Abstand größten Stadt des Landes

    Die Demokratische Republik Kongo zählt im Jahr 2020 etwas mehr als 100 Millionen Einwohner und ist damit der viertbevölkerungsreichste Staat Afrikas. Die Bevölkerungsdichte ist mit etwas mehr als 43 Einwohner pro km² eher gering. Das Bevölkerungswachstum zählt mit über 3 % zu den höchsten der Welt; jede Frau bringt durchschnittlich 5,8 Kinder zur Welt, wobei der Wert seit einigen Jahren sinkt. 2019 waren 46 % der Bevölkerung unter 15 Jahren alt, das Median-Alter wurde für 2020 auf 17 Jahre geschätzt. Der Kongo hat damit eine der jüngsten Bevölkerungen der Welt. Im weltweiten Vergleich hat das Land laut Fund For Peace die problematischste Demografieentwicklung aller Staaten. Eine Volkszählung fand zuletzt 1984 statt. Damals lag die Bevölkerungszahl noch bei etwa 30 Millionen, seitdem hat sich die Bevölkerungszahl also mehr als verdreifacht. Für Mitte des Jahrhunderts wird deshalb mit fast 200 Millionen Einwohnern in der DR Kongo gerechnet.

    Die Lebenserwartung lag 2019 bei 60,7 Jahren. Während der Bürgerkriege ab Mitte der 1990er Jahre kam es zu einer bis heute anhaltenden ausgeprägten Landflucht; zwischen 2005 und 2010 wuchs die Stadtbevölkerung jährlich im Mittel um 5,1 %.

    Stadtentwicklung

    Die mit Abstand größte Agglomeration des Landes ist die Hauptstadt Kinshasa mit rund 12 Millionen Einwohnern. Damit konzentrieren sich 14 % der Bevölkerung der Demokratischen Republik Kongo auf dieses Gebiet. Neben der Großregion Kinshasa konzentriert sich die Bevölkerung vor allem auf die Bergbauprovinzen Katanga, Kasai-Occidental und Kasaï-Oriental.

    Die Stadtbevölkerung steigt in fast allen Großstädten des Staates durch anhaltende Landflucht stark an. 2015 lebten 42,5 % der Einwohner in städtischen Gebieten, die Zuwachsrate betrug zwischen 2010 und 2015 rund 4 % jährlich. Im Landesosten können die Einwohnerzahlen, bedingt durch Flüchtlingsbewegungen, erheblich schwanken, 2008 waren dort nach UN-Angaben zwischen 500.000 und einer Million Menschen auf der Flucht.

    Die größten Städte des Landes:
    Rang Stadt Einwohner (2015) Provinz
    01 Kinshasa 11.587.000 Kinshasa
    02 Lubumbashi 02.015.000 Katanga
    03 Mbuji-Mayi 02.007.000 Kasaï-Oriental
    04 Mbandaka 01.187.837 Équateur
    05 Kananga 01.169.000 Kasai-Occidental
    06 Kisangani 01.040.000 Orientale
    07 Bukavu 00832.000 Sud-Kivu
    08 Tshikapa 00621.820 Kasai-Occidental
    09 Goma 00461.306 Nord-Kivu
    10 Likasi 00460.959 Katanga
    11 Kolwezi 00454.287 Katanga

    Ethnien

    Während der Kolonialzeit wurden auch im Kongo Ethnien konstruiert. Einige dieser ethnischen Identitäten beruhen auf prämodernen Stammeszugehörigkeiten, andere, wie zum Beispiel die Baluba, wurden gänzlich neu konstruiert. Heute existieren weit mehr als 200 Ethnien in der DRK. Von den Angehörigen dieser Ethnien verstehen sich etwa 80 % als Bantu. Die meisten Bewohner des Landes werden nur einigen wenigen Ethnien zugerechnet, davon die vier großen Bantuvölker: die beiden größten Gruppen sind Bakongo (16 %) und Baluba (18 %), daneben sind auch die Mongo (13 %) und die Banjaruanda (10 %) zahlenmäßig stark.

    Die restlichen 20 % der Landesbewohner setzen sich zu 18 % aus sudansprachigen Völkern, zu 2 % aus Niloten und aus 20.000 bis 50.000 Pygmäen zusammen. Von den etwa 100.000 Europäern (meist Belgier), die zum Zeitpunkt der Unabhängigkeit im Land lebten, sind bis heute etwa 20.000 geblieben.

    Bereits vor der Unabhängigkeit schürte die belgische Kolonialmacht Rivalitäten zwischen den Volksgruppen; diese werden bis heute als maßgebliche Ursache für die Kriege und Konflikte im Land genannt.

    Im Jahre 2017 waren 0,8 % der Bevölkerung im Ausland geboren. Im Land leben 280.000 Flüchtlinge aus der Zentralafrikanischen Republik. Weitere größere Ausländergruppen kommen aus Ruanda und Angola.

    Sprachen

    Verbreitung der vier Nationalsprachen

    In der Demokratischen Republik gibt es eine Sprachenvielfalt, die im Land ähnlich groß ist wie die Vielfalt an Volksgruppen: Insgesamt wird die Anzahl der Sprachen und Dialekte des Kongo mit 214 angegeben. Aufgrund der kolonialen Vergangenheit nimmt das Französische den Rang der Amts-, Literatur- und Bildungssprache ein. Daneben gibt es vier offizielle Nationalsprachen: Lingala, Kikongo ya leta, Tschiluba und eine kongolesische Variante des Swahili, deren Rechtschreibung 1974 geregelt wurde. Auch diese wurden in der Kolonialzeit von Belgien festgelegt, um die Sprachenvielfalt zu begrenzen. Kikongo ya leta vor allem in den beiden Provinzen Kongo Central und Bandundu, während Tshiluba vor allem in den beiden Provinzen Kasai-Occidental und Kasaï-Oriental gesprochen wird. Der Ursprung des Lingala befindet sich in dem Land selbst. Diese Sprache, die der Volksgruppe der Bangala zuzuordnen ist, breitete sich aus der Region Équateur entlang der Flüsse aus. Gefördert wurde diese Ausbreitung durch die Europäer, die es als Kommunikationssprache nutzten, später durch die Diktatur von Mobutu, der sich durch die Medien auf Lingala an sein Volk wandte, und heute durch die Popmusik. Swahili ist eine Verkehrssprache in ganz Ostafrika, welche, wenngleich sie im Kongo wenig Muttersprachler hat, diesen Status auch im Osten des Landes besitzt. Außerdem wurde nach dem Ende des Mobutu-Regimes Swahili offizielle Armeesprache und dadurch im gesamten Landesgebiet zunehmend populärer. Artikel 1 der Verfassung bestimmt neben Französisch als „offizieller Sprache“: «… langues nationales sont le kikongo, le lingala, le swahili et le tshiluba». Laut Artikel 142 sind alle Gesetze binnen 60 Tagen in diesen Sprachen zu veröffentlichen. Im Osten des Landes ist Swahili die vorherrschende Sprache der Kommunikation und wird auch in Schulen und auf Ämtern benutzt. Weitere Sprachen sind beispielsweise das mit Tschiluba nah verwandte Kiluba, Chokwe und Kikongo.

    In den nationalen Medien herrscht unter den vier Sprachen weitgehende Gleichverteilung; in den Regionalmedien wird jedoch die jeweilige Regionalsprache bevorzugt. Schriftsprache ist weiterhin Französisch, doch in der jüngsten Vergangenheit werden oft französischsprachige Texte mit Wörtern der einheimischen Sprachen verknüpft, denen häufig die Funktion eines Stilmittels zukommt.

    Religionen

    Religionsgemeinschaft Anteil der
    Bevölkerung
    Römisch-katholische Kirche 50 %
    Protestantismus 20 %
    Kimbangismus 10 %
    Islam 10 %
    Synkretismus 10 %
    Traditionelle Religionen
    Anmerkung: Bei den Werten handelt es sich um
    Schätzungen des Deutschen Auswärtigen Amtes,
    andere Angaben weichen teilweise deutlich ab.

    Indigene Religionen

    Indigene Glaubenssysteme drehen sich meist um die Geister der Vorfahren und um Hexer und Zauberer (ndoki), die mit diesen kommunizieren können. Des Weiteren glaubt man an die Existenz von Geistern des Wassers, der Fruchtbarkeit und ähnlichen Mächten (mbumba), die entweder unsichtbar sind oder in Form von natürlichen Objekten (besonders geformten Felsen, Bäumen oder auch Menschen mit besonderen Eigenschaften wie Albinos) annehmen und die entsprechend verehrt werden. Die Vorstellung von Dämonen, vor denen man sich schützen muss, verlangt die Herstellung von Fetischen und anderen Objekten.

    Katholische Kirche

    Die dominierende Religion ist das Christentum und innerhalb dessen die römisch-katholische Kirche. Bereits nach dem ersten Kontakt mit den portugiesischen Entdeckern unter Diogo Cão 1482 blieben Missionare im Land. Anfang des 16. Jahrhunderts wurden die ersten Schulen gebaut, und man überzeugte den König und seine unmittelbare Umgebung, sich taufen zu lassen. Die Region der Kongo-Mündung gehört somit neben Angola und Mosambik zu jenen Gebieten in Afrika, wo die Missionierungsbemühungen der Portugiesen am erfolgreichsten waren.

    Cathédrale Notre Dame des Sept Douleurs, deutsch: Kathedrale von Kisantu

    Nach dem Zerfall des Königreichs gab es im 19. Jahrhundert eine zweite Phase der Missionierung. 1878 errichteten protestantische Missionare in der heutigen Hafenstadt Matadi einen ersten Posten. Die früheste katholische Mission dieser „zweiten Evangelisierung des Kongo“ entstand 1880 in Boma. Die Kongregation vom Unbefleckten Herzen Mariens (Congregatio Immaculati Cordis Mariae, CICM) übernahm das 1886 gegründete „Apostolische Vikariat Belgisch-Kongo“ und errichtete Missionsstationen in Kwamouth (1888) und Leopoldville (1899). 1892 gründeten Jesuiten in Kwango ihre erste Missionsstation. Andere Orden folgten. 1906 sicherte eine Übereinkunft zwischen dem Vatikan und Leopold II. den katholischen belgischen Missionen je 100 bis 200 Hektar unbefristeten Landbesitz zu. Bedingung war, dass jede Missionsstation eine Schule unter staatlicher Aufsicht zur landwirtschaftlichen und handwerklichen Ausbildung unterhielt. Nach dem Ersten Weltkrieg betrieben 22 Missionsgesellschaften von Belgien aus die Kongo-Mission. Vor allem das Schulsystem war in katholischer Hand. 1926 wurden alle staatlichen Schulen im Kongo den katholischen Missionen anvertraut, wobei die Kolonialregierung beträchtliche Summen für den Betrieb zur Verfügung stellte. Nichtkatholische Schulen erhielten erst ab 1946 staatliche Unterstützung. Die Voraussetzung für den Schulbesuch der Kinder war die Taufe. 1930 gab es 640.000 Katholiken (zehn Prozent der Gesamtbevölkerung). 1959 waren es 5,5 Millionen (40 Prozent). Mit dem System der Missionsstationen, die Kirche, Schule und Krankenhaus an einem Ort zusammenführten, bildete die katholische Kirche im ganzen Land eine Infrastruktur aus, die sich bis heute erhalten hat. Sie wuchs damit zu einer mächtigen Kraft in der Gesellschaft.

    Das Verhältnis von Kirche und Staat war bis zur staatlichen Unabhängigkeit von verschiedenen Tendenzen geprägt. Die ersten Missionare sahen durch ihre Nähe zur einheimischen Bevölkerung Unterschiede zwischen dem kolonialen System wirtschaftlicher Ausbeutung und einer Entwicklung gemäß christlich-sozialen Vorstellungen und standen dem Unternehmen König Leopolds II. häufig kritisch gegenüber. Die großen Missionsstationen nach dem Ersten Weltkrieg banden die Missionare jedoch enger in das koloniale System ein. Der Unabhängigkeitsbewegung stimmten führende Kirchenvertreter zunächst nur zögerlich zu.

    Anfang der 1970er Jahre stellte sich Mobutu mit seiner Kampagne der „Authentizität“ auch gegen das Christentum und die katholische Kirche. Christliche Vornamen wurden verboten. Die katholischen Schulen und die katholische Universität wurden verstaatlicht. Später wurden die Schulen wieder an die Kirche zurückgegeben, da der staatliche Apparat mit deren Verwaltung und Führung überfordert war. In den 1970er Jahren entstanden einheimische Schwesternkongregationen. Mehr Schwarze wurden zu Priestern geweiht, Führungspositionen in der Kirche mit Afrikanern besetzt. Der Vatikan erkannte einen eigens entworfenen Zairischen Messritus offiziell an.

    Bei der beginnenden Demokratisierung zu Beginn der 1990er Jahre spielte die katholische Kirche eine bedeutende Rolle. Laurent Monsengwo Pasinya, der damalige Erzbischof von Kisangani und spätere Erzbischof von Kinshasa, wurde zum Präsidenten der Nationalkonferenz (Conférence Nationale Souveraine) gewählt. Als Mobutu im Januar 1992 die Nationalkonferenz auflöste, protestierten weite Teile der Bevölkerung mit dem berühmten „Marsch der Christen“. Nach dem Sturz Mobutus und den anschließenden Kriegen riefen die Führer religiöser Gemeinschaften zum Frieden auf und forderten Demokratisierungsprozesse ein. Die Bischofskonferenz hat ein ständiges Büro eingerichtet, das den Demokratisierungsprozess unterstützt. Im Konflikt zwischen afrikanischen Staaten engagiert sich die katholische Kirche auf der Ebene der gemeinsamen Bischofskonferenz von Burundi, Ruanda und Kongo für Dialog und Versöhnung. Finanziell und teilweise auch personell ist sie noch immer vom Ausland abhängig. Im November 2010 wurde mit Laurent Monsengwo Pasinya auch erstmals ein Kongolese Kardinal.

    Protestantische Kirchen

    1878 kamen die ersten protestantischen Missionare in die Kongo-Region. Während der Existenz des Kongo-Freistaats (1885 bis 1908) veröffentlichten einige von ihnen die missbräuchliche Behandlung und Ausbeutung von einheimischen Arbeitern durch die Kolonialgesellschaften und die Kolonialverwaltung. Dies führte mit dazu, dass Leopold II. seinen „Freistaat“ an Belgien übergeben musste. Im Unterschied zur katholischen Kirche, die enger mit dem Staat und den Kolonialgesellschaften verbunden war, hatten die protestantischen Missionare zunächst weniger Vertrauen von Seiten der Regierung und bekamen staatliche Unterstützung für von ihnen betriebene Krankenhäuser und Schulen erst nach dem Zweiten Weltkrieg.

    Der Kolonialstaat hatte den verschiedenen Missionsgesellschaften unterschiedliche Territorien zugewiesen. Zur Zeit der Unabhängigkeitserklärung waren etwa 46 protestantische Gruppen aktiv, zumeist aus Nordamerika, Großbritannien und Skandinavien. Sie waren zunächst locker in einem Komitee verbunden. Später schlossen sie sich zur „Eglise du Christ“ („Kirche Christi“) zusammen. Dieser Verbund wurde stark von Diktator Mobutu kontrolliert. Seit der Unabhängigkeit gingen das Eigentum der Missionsgesellschaften und die internen Führungspositionen zunehmend in die Hände von Einheimischen über. Die Regierung Mobutu suchte durch enge Verbindungen zur Führung der „Kirche Christi“ ein Gegengewicht zur Kritik der mächtigen katholischen Kirche aufzubauen. Im Gegenzug half die Regierung dem protestantischen Kirchenbund, neue religiöse Bewegungen und Splittergruppen durch rechtliche und formale Hindernisse in deren Ausbreitung zu behindern.

    Afrikanische Kirchen

    Die Kimbanguistenkirche wird zu den afrikanischen Kirchen gezählt. Sie wurde während der Kolonialzeit von Simon Kimbangu gegründet, der sich als Erlöser der Schwarzen von der belgischen Unterdrückung ausgab. Die Kimbanguisten überstanden die Bekämpfung durch die Kolonialmacht und haben heute je nach Quelle zwischen 5 Millionen und 10 Millionen Anhänger.

    Der bis nach Europa verbreitete pfingstlerische Combat Spirituel hat sein Zentrum im Kongo und allein in Kinshasa rund 50.000 Mitglieder. Staatspräsident Joseph Kabila ist der prominenteste Anhänger dieser Religionsgruppe. Der Combat Spirituel wird von der Öffentlichkeit kritisch gesehen, seitdem bekannt wurde, dass vereinzelte Mitglieder gewaltsame Exorzismusriten an Kindern ausführen. Die Leitung der Kirche distanziert sich zwar von diesen Vorfällen, bekennt sich allerdings zum grundsätzlichen Glauben an die Hexerei von Kindern.

    Seit der Unabhängigkeit haben sich zahlreiche weitere christliche Mikrokirchen und Sekten gebildet, deren Zahl von einem Dutzend in den 1960er Jahren auf über 1000 heute angestiegen ist. Sie bilden sich häufig um charismatische, wirtschaftlich erfolgreiche Personen, wobei magische Praktiken eine bedeutende Rolle spielen (z. B. Unverletzbarkeit von Kriegern mittels Verabreichung von Weihwasser). Vielfach zeigt sich eine enge Verflechtung religiöser und erfolgsorientierter materieller Motive.

    Soziale Situation

    Die Bevölkerung des Kongo zählt zu den ärmsten der Welt. Eine Untersuchung der kongolesischen Regierung von 2006 ergab folgende Zahlen: 76 % der Bevölkerung konnten ihre Kinder nicht zur Schule schicken, 79 % waren unterernährt, 81 % hatten keinen ausreichenden Wohnraum und 82 % keinen Zugang zu medizinischer Versorgung. Im Jahr 2012 lebten nach Angaben der Weltbank 77,1 % der Bevölkerung von weniger als 2 Dollar pro Tag und damit in absoluter Armut. Die Armut ist recht unterschiedlich verteilt, in der ärmsten Provinz Équateur oder in den besonders vom Krieg betroffenen Kivuprovinzen wurden die höchsten Werte festgestellt.

    In den Provinzen Ituri, Kivu und Kasai im Osten des Landes leiden im Jahr 2018 rund fünf Millionen Menschen an Hunger; mehr als 13 Millionen Menschen sind insgesamt auf humanitäre Unterstützung angewiesen.

    Sozialsystem

    Das Sozialsystem des Landes zählt zu den schlechtesten der Welt. Theoretisch ist das seinerzeit vorbildliche, noch aus der Kolonialzeit stammende Sozialversicherungssystem weiterhin in Kraft. Faktisch ist es aber nicht funktionsfähig, allein schon deshalb, weil es heute kaum feste Arbeitsverhältnisse gibt. Ab 1992 stellte die Regierung jahrelang den Unterhalt der Sozialsysteme komplett ein. Staatsbedienstete erhielten keine Gehälter mehr. Nach dem Sturz Mobutus versuchte die neue Regierung zwar, wieder Gehälter zu bezahlen. Dies geschah aber nur unregelmäßig und reichte nicht aus, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Es bürgerte sich ein, dass jeder Bürger staatliche Dienstleistungen direkt bezahlte. Solche Zahlungen, die sowohl an Lehrer und Ärzte als auch an Beamte oder Polizisten erfolgen, werden im kongolesischen Französisch als la motivation bezeichnet. Versuche der Regierung, diese Praxis zu verbieten und den Staatsbediensteten wieder Gehälter zu bezahlen, hatten wenig Erfolg: Weder Bürger noch Angestellte trauen der Regierung zu, dass diese regelmäßig gezahlt werden.

    Soziale Dienste werden vor allem von der katholischen Kirche betrieben, die unter anderem deswegen in der Bevölkerung ein hohes Ansehen genießt.

    Gesundheit

    Entwicklung der Kindersterblichkeit von 1970–2015
    (Tote pro 1000 Geburten)
    Entwicklung der Lebenserwartung
    Zeitraum Lebens-
    erwartung
    Zeitraum Lebens-
    erwartung
    1950–1955 39,1 Jahre 1985–1990 48,3 Jahre
    1955–1960 40,6 Jahre 1990–1995 49,6 Jahre
    1960–1965 41,6 Jahre 1995–2000 48,9 Jahre
    1965–1970 43,0 Jahre 2000–2005 51,8 Jahre
    1970–1975 44,8 Jahre 2005–2010 55,5 Jahre
    1975–1980 45,6 Jahre 2010–2015 58,1 Jahre
    1980–1985 47,1 Jahre 2015–2020 60,2 Jahre

    Die medizinische Lage in der Demokratischen Republik Kongo ist sehr schlecht. Ein öffentliches Gesundheitssystem ist kaum vorhanden, viele der ohnehin kaum ausgebauten Einrichtungen wurden infolge des Krieges zerstört. So gibt es nur einen Arzt pro 10.000 Menschen, in anderen Staaten ist dieser Wert teilweise 40-mal so hoch. 2005 betrugen die Gesundheitsausgaben der Zentralregierung weniger als eine Million US-Dollar. Laut den Daten der WHO betrugen die Gesundheitsausgaben im Jahr 2009 rund 2 % des Bruttoinlandsprodukts (circa 220 Mio. US-Dollar) oder umgerechnet etwa 3 US-Dollar pro Einwohner.

    Zur mangelhaften Versorgungssituation kommt auch das Problem, dass in den ländlichen Regionen nur 29 % und in den Städten 82 % der Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Insgesamt beläuft sich die Zahl der Kongolesen ohne Trinkwasserzugang laut einer UN-Studie von 2011 auf rund 51 Millionen, obwohl der Staat über mehr als 50 % der Wasserressourcen Afrikas verfügt. Außerdem besteht nur für ein knappes Drittel der Kongolesen die Möglichkeit, Sanitäreinrichtungen zu nutzen. Durch den dadurch hervorgerufenen Mangel an Hygiene treten häufig verschiedene Durchfallerkrankungen auf, ebenfalls weit verbreitet sind andere Infektionskrankheiten wie Typhus und Hepatitis A. Die Demokratische Republik Kongo hat eine der höchsten Kindersterblichkeitsraten, laut Angaben der UN waren es 2019 ca. 97 Tote pro 1.000 Lebendgeborene unter fünf Jahren. Erhebungen aus dem Jahr 2010 kommen auf jährlich 540.000 gestorbene Kinder unter fünf Jahren. Ebenfalls sehr hoch sind die Werte für Säuglings- (126 Todesfälle je 1.000 Geburten) und Müttersterblichkeit (580 Todesfälle pro 100.000 Geburten). Laut Aussagen des Präsidenten der kongolesischen Kinderarztvereinigung von März 2013 gibt es im Kongo etwa 85 Kinderärzte, davon ca. 50 in der Hauptstadt Kinshasa und 20 in der Provinz Katanga.

    Weiterhin herrscht ganzjährig ein sehr hohes Malariarisiko im gesamten Land, während des Krieges soll allein diese Krankheit hunderttausende Tote pro Jahr gefordert haben, über ein Drittel davon Kinder unter fünf Jahren. Sehr verbreitet ist auch die Schlafkrankheit, von der 1999 fast zwei Prozent der Bevölkerung betroffen waren. Im Februar 2005 breitete sich in Bas-Uele im Nordwesten des Landes die Lungenpest aus, die WHO berichtete von 61 Toten. Eine weitere Ausbreitung konnte aber verhindert werden. Im Juni 2006 wurden weitere 100 Pesttote im Distrikt Ituri gemeldet.

    In der Demokratischen Republik Kongo wurde das Zaire-Ebolavirus erstmals entdeckt, welches nach dem Fluss Ebola nahe dem Ursprungsort benannt wurde. Mit einer Letalitätsrate von 60–90 % ist dies die gefährlichste Spezies des Ebolavirus, das in der Demokratischen Republik Kongo seit 1976 immer wieder auftritt.

    Die HIV-Rate lag im Kongo 2012 bei rund 1,1 % der Erwachsenen, was knapp einer halben Million Menschen entspricht. Dieser Wert ist verglichen mit den Daten anderer Staaten Subsahara-Afrikas eher niedrig. Die Krankheit fordert jedes Jahr rund 30.000 Todesopfer.

    Siehe auch: HIV/AIDS in Afrika

    Bildung

    Lehrerausbildung in Mbandaka im Jahr 2017
    Verwaltungsgebäude der Universität Kisangani
    Juristische Fakultät der Universität Lubumbashi

    Die Alphabetisierungsrate von rund 77 % (Männer 88,5 %, Frauen 66,5 %, Zahlen von 2016) ist im Kongo weitaus besser als in Staaten wie Mali oder Niger. Dennoch ist sie durch den Krieg und die damit verbundene Auflösung vieler staatlicher Strukturen seit Mitte der 1990er Jahre deutlich gesunken um sich mit Ende der Konflikte wieder zu erholen: Im Jahr 1995 konnten 77 % der Menschen lesen und schreiben.

    Schulen

    Formal ist zwar eine Grundbildung vorgeschrieben (6. bis 12. Lebensjahr) und staatlich garantiert, faktisch ist aber ein öffentliches Bildungssystem kaum existent. Die meisten Schulen erhalten keine staatliche Unterstützung. Daher müssen die Eltern die Lehrer direkt bezahlen. Bedingt durch den Krieg ging der Anteil der Kinder, die eine Schule besuchen, von rund 70 % auf nunmehr etwa 40 % zurück, weil für große Teile der Bevölkerung das Schulgeld unerschwinglich geworden ist. Die Unterrichtsqualität wird generell als schlecht betrachtet, sodass die erworbenen Kenntnisse zumeist unzureichend sind und viele Schulabsolventen keine angemessenen Lese- und Schreibkompetenzen vorweisen können. Ein weiteres Problem ist der Mangel an Lehrpersonal. 2008 kamen auf einen Lehrer 39 Schüler. Aufgrund der demographischen Entwicklung ist mit einer weiteren Verschlechterung des Bildungswesens zu rechnen.

    Universitäten

    Bis zur Mitte der 1950er Jahre existierte im damaligen Belgisch-Kongo keine Universitätsausbildung. Es gab einige Ausbildungsstätten für Lehrer, für technische und medizinische Berufe, für Agrarwissenschaft und öffentliche Verwaltung sowie religiöse Seminare. Diese führten jedoch nicht zu anerkannten Studienabschlüssen. 1953 wurde in Kinshasa die Katholische Universität Lovanium gegründet. Sie war eng verbunden mit der Katholischen Universität von Löwen in Belgien. 1956 wurde in Lubumbashi eine staatliche Universität eröffnet. 1963 entstand unter protestantischer Schirmherrschaft eine dritte Universität bei Kisangani. Nach der Unabhängigkeit wurde eine Reihe von Fachhochschulen geschaffen.

    Im August 1971 wurden die drei Universitäten zur Université Nationale du Zaire vereinigt mit separaten Standorten in Kinshasa, Lubumbashi und Kisangani. Aufgrund von Problemen, die diese extreme Zentralisierung mit sich brachte, kam es 1981 wieder zur Aufteilung in selbständige Universitäten an diesen drei Orten. Die wiederhergestellten Universitäten waren nun jedoch komplett in staatlicher Hand. Obwohl die Zentralisierung des Universitätssystems letztendlich rückgängig gemacht worden war, bestehen manche der 1971 geschaffenen Organe zur Koordination des kongolesischen Universitätswesens bis heute.

    Im Jahr 1989 wurde das staatliche Universitätsmonopol schließlich offiziell beendet und die Bildung privater Universitäten ermöglicht. In diese Zeit fiel auch eine generelle Krise des kongolesischen Bildungssektors. Durch eine generelle ökonomische Krise des Staates konnten Bildungseinrichtungen nunmehr kaum noch unterstützt werden und eine Vielzahl von Stipendien wurden gestrichen sowie Studiengebühren erhoben. Nachfolgende Studentenproteste wurden gewaltsam unterdrückt, was zu einer zweijährigen Schließung aller staatlichen Universitäten führte. Durch diesen Niedergang der staatlichen Universitäten erhielten private Institutionen mehr und mehr Zulauf. Trotz der offiziellen Öffnung des Systems für private Einrichtungen haben deren Abschlüsse formal immer noch nicht dieselbe Gültigkeit wie die staatlicher Universitäten. Dies hat zur Folge, dass Absolventen privater Universitäten nicht im öffentlichen Dienst arbeiten können und teilweise Probleme haben, ihr Studium beispielsweise im Ausland fortzuführen.

    Die kongolesischen Universitäten gehörten einst zu den besten Afrikas. Heute ist die Unterrichtsqualität unzureichend. Es fehlt sowohl an Lehrmaterial als auch an qualifiziertem Lehrpersonal. Korruption ist auch hier anzutreffen. So werden Abschlüsse häufig durch Bestechung erworben.

    Arbeitsmarkt

    Zum Zeitpunkt der Unabhängigkeit war ein Drittel der arbeitsfähigen Bevölkerung in einem festen Arbeitsverhältnis. Bis in die 1990er Jahre sank dieser Anteil auf 15–20 %, wobei die Einkommen erheblich gefallen waren und nicht mehr zum Leben ausreichten. Seitdem ist fast jeder gezwungen, zusätzliches Geld im informellen Sektor zu verdienen, bereits in den 1980er Jahren war das reale Einkommen im Durchschnitt dreimal so hoch wie offiziell gezahltes Gehalt. Die Zahl fester Arbeitsverhältnisse ging seitdem weiter zurück, während des Krieges betrug ihr Anteil nicht einmal mehr 5 %, ein Drittel der Bevölkerung verfügte über gar kein Geldeinkommen.

    Politische Indizes
    Name des Index Indexwert Weltweiter Rang Interpretationshilfe Jahr
    Fragile States Index 109,4 von 120 5 von 178 Stabilität des Landes: großer Alarm
    0 = sehr nachhaltig / 120 = sehr alarmierend
    2020
    Demokratieindex 1,13 von 10 166 von 167 Autoritäres Regime
    0 = autoritäres Regime / 10 = vollständige Demokratie
    2020
    Freedom in the World 18 von 100 --- Freiheitsstatus: nicht frei
    0 = unfrei / 100 = frei
    2020
    Rangliste der Pressefreiheit 48,59 von 100 149 von 180 Schwierige Lage für die Pressefreiheit
    0 = gute Lage / 100 = sehr ernste Lage
    2021
    Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) 18 von 100 170 von 180 0 = sehr korrupt / 100 = sehr sauber 2020

    Politisches System

    Joseph Kabila
    Präsident von 2001 bis 2019
    Félix Tshisekedi
    seit 2019 Präsident

    Die Verfassung von 2006 definiert den Kongo als einen säkularen, demokratischen Rechtsstaat mit einem semipräsidentiellen Regierungssystem. Der Präsident wird vom Volk in allgemeinen, freien und gleichen Wahlen für fünf Jahre direkt gewählt. Eine einmalige Wiederwahl ist möglich. Er ernennt den Premierminister und dessen Kabinett. Es gibt ein Zweikammersystem, bestehend aus Oberhaus (Senat) und Unterhaus (Nationalversammlung). Die 108 Mitglieder des Senats werden für fünf Jahre von den Provinzparlamenten gewählt, die Nationalversammlung mit 500 Abgeordneten wird vom Volk gewählt. 61 Sitze werden nach Mehrheitswahlrecht bestimmt, die übrigen nach Verhältniswahl in offenen Listen.

    In der Praxis erfüllt der Staat, abgesehen von der erfolgreichen Wahl 2006, in keiner Weise die Merkmale einer Demokratie und eines Rechtsstaates. Eine Gewaltenteilung existiert nur in der Theorie, es gibt praktisch keine unabhängige Justiz, und Gesetze werden nicht durchgesetzt. Alle staatlichen Institutionen sind hochgradig korrupt und unzuverlässig und es ist seit Jahrzehnten allgemein üblich, dass Posten in staatlichen Institutionen und Betrieben zur persönlichen Bereicherung ausgenutzt werden.

    Die territoriale Souveränität der Regierung ist insbesondere im Osten des Landes nicht mehr gegeben. Aufgrund ihrer Instabilität wird die Demokratische Republik Kongo als gescheiterter Staat bezeichnet, gleichwohl keine der zahlreichen Rebellengruppen, die seit der Unabhängigkeit existierten, je die Legitimität des Staates in Frage oder sezessionistische Forderungen stellten.

    Verfassung

    Am 16. Mai 2005 beschloss das 2003 ernannte Übergangsparlament den Entwurf einer neuen Verfassung. Die Macht des Präsidenten wird darin eingeschränkt. Der Premierminister ist nun nicht mehr dem Präsidenten verantwortlich, sondern der Mehrheitsfraktion im Parlament. Am 27. Oktober 2005 sollte das Volk über die neue Verfassung abstimmen.

    Der Abstimmung ging eine langwierige, von EU und UN unterstützte Wählerregistrierung voraus. Jeder Wähler erhielt einen fälschungssicheren Personalausweis, und trotz diverser Boykottaufrufe ließen sich insgesamt 25.650.751 Wähler registrieren, von geschätzt 28 Millionen prinzipiell Wahlberechtigten. Nachdem die Wählerregistrierung erheblich länger als geplant gedauert hatte (in abgelegenen Gebieten Équateurs und Bandundus wurden die letzten Wähler erst im Februar 2006 registriert), wurde die Abstimmung schließlich verschoben.

    Am 18. und 19. Dezember 2005 stimmten 84,3 % der Wähler bei einer Wahlbeteiligung von 62 % in einem Verfassungsreferendum für die Annahme der neuen Verfassung. Die Zustimmung war je nach Landesteil unterschiedlich verteilt, in Kinshasa stimmten aufgrund der dortigen Boykottkampagnen nur etwas mehr als 50 % dafür, in den Kivuprovinzen lag sie bei über 90 %. Am 18. Februar 2006 trat die neue Verfassung in Kraft.

    Wahlen

    Wahlsieger des ersten Wahlgangs 2011 nach Region:
  • Joseph Kabila
  • Étienne Tshisekedi
  • Léon Kengo
  • Am 30. Juli 2006 fanden die Wahlen für das Präsidentenamt und das Parlament statt. Es war die erste freie Wahl im Kongo seit 1965. Es gab 43 Bewerber für das Präsidentenamt, darunter zahlreiche frühere Rebellenführer, und über 60 Parteien für das Parlament. Unterschiedliche Programme hatten die Kandidaten nicht zu bieten, es ging lediglich um die Frage, wer das Land zukünftig regieren durfte. Der Wahlkampf war von Gewalt, willkürlichen Verhaftungen und Hetzkampagnen der Presse überschattet. Für den Fall, dass die ehemaligen Kriegsherren die Ergebnisse nicht anerkennen würden, wurden schwere Unruhen bis hin zu einem erneuten Ausbruch des Bürgerkriegs befürchtet. Zur Absicherung der Wahl entsandte die EU zusätzlich zur UN-Mission MONUC eine eigene Militärmission, die EUFOR RD Congo.

    Der Wahltag selbst verlief weitgehend friedlich. Im ersten Wahlgang erhielt Kabila 44,8 %, Jean-Pierre Bemba 20,0 % und Antoine Gizenga 13,1 %, die Anteile aller anderen Kandidaten lagen bei weit unter 10 %. Die Ergebnisse der Parlamentswahl verhielten sich ähnlich: Die PPRD (Kabila) erhielt 111 von 500 Sitzen, die MLC (Bemba) 64 und die PALU (Gizenga) 34, der Rest ging an zahlreiche kleine Parteien und unabhängige Kandidaten. Die Ergebnisse waren wie schon bei dem Verfassungsreferendum sehr unterschiedlich verteilt, in den Ostprovinzen, die während des Krieges unter Rebellenkontrolle standen, erzielte Kabila sehr hohe Ergebnisse, während im Westen die Stimmen breiter verteilt waren. Die befürchteten Unruhen blieben weitgehend aus, es kam lediglich zu begrenzten Gefechten zwischen den Truppen Bembas und Kabilas in Kinshasa.

    Da keiner der Kandidaten für das Präsidentenamt eine absolute Mehrheit erreicht hatte, fand am 29. Oktober 2006 eine Stichwahl statt, die Kabila mit 58,05 % der Stimmen gewann. Die Ergebnisse waren wieder ungleich verteilt, die westlichen Provinzen Équateur, Bas-Congo, Kinshasa und Kasai fielen Bemba zu, der Osten Kabila.

    Im Vorfeld der darauffolgenden Wahl am 27. November 2011 gab es Auseinandersetzungen um eine Verfassungsänderung, die nach Auffassung der Opposition die Wiederwahl Kabilas begünstigte. Am 12. Januar 2011 stimmte die Nationalversammlung und am folgenden Tag auch der Senat für eine Abschaffung der Stichwahl um das Präsidentenamt. Demnach reicht die einfache Mehrheit im ersten Wahlgang. In der Wahl, bei der es einzelne Hinweise auf Unregelmäßigkeiten bzw. Wahlbetrug gab, wurde Kabila mit 48,95 % wiedergewählt, sein wesentlicher Konkurrent Étienne Tshisekedi erhielt 32,33 %.

    Gemäß der Verfassung sollte 2016 wieder eine Präsidentschafts- und Parlamentswahl durchgeführt werden. Die Wahlen wurde aber mehrfach verschoben und fanden schließlich am 30. Dezember 2018 statt. Die Verfassung ließ dabei eine erneute Kandidatur Kabilas nicht zu. An seiner Stelle wurde der Oppositionspolitiker Félix Tshisekedi – der Sohn Étienne Tshisekedis – als Präsident gewählt. Das Wahlergebnis war offenbar grob gefälscht: Sowohl die Daten der katholischen Bischofskonferenz Kongos (die 40.000 Wahlbeobachter im ganzen Land im Einsatz hatte) als auch Datensätze der Wahlkommission Céni von 62.716 elektronischen Wahlmaschinen (die rund 15 der 18 Millionen abgegebenen Stimmen erfassten), die der Financial Times zugespielt wurden, widersprachen klar dem angeblichen Wahlsieg Tshisekedis; laut diesen Daten hatte der Kabila-Kritiker Martin Fayulu die absolute Mehrheit der Stimmen erhalten.

    Regierung

    2006 bis 2012

    Nach den Wahlen wurde am 30. Dezember 2006 Antoine Gizenga, der alte Lumumbistenführer der 1960er Jahre, zum Premierminister ernannt, am 7. Februar stand die neue, aus 60 Ministern und Vizeministern bestehende Regierung. Erstmals seit Jahrzehnten gab es wieder eine Regierung, die eine gute Regierungsführung zumindest versuchte. Die Erfolge der neuen Regierung blieben gering, Gizenga war der Situation nicht mehr gewachsen, die Macht im Land blieb bei Präsident Kabila und beim Militär. Am 25. September 2008 reichte Gizenga altersbedingt seinen Rücktritt ein, Nachfolger wurde am 10. Oktober 2008 Haushaltsminister Adolphe Muzito. Er gehört ebenfalls der PALU an; dies war wegen eines Koalitionsabkommens zwischen den Regierungsparteien PPRD, PALU und UDEMO eine der Bedingungen bei der Neubesetzung des Postens. Zusammen mit Muzito wurden 16 Minister neu ernannt. Die Mehrheit der Minister der Koalition hielt Kabilas PPRD.

    Seit 2012

    Muzito trat am 7. März 2012 zurück. Nachfolger als Premierminister wurde am 18. April 2012 der bisherige Finanzminister Augustin Matata Ponyo, der 2016 durch Samy Badibanga abgelöst wurde. Von 2017 bis 2019 war Bruno Tshibala Premierminister.

    Menschenrechte

    Der Kongo ist eines der Länder, in denen die Menschenrechte wenig geachtet werden. Dies trifft insbesondere auf die Kriegsgebiete zu, wo die Kriegsparteien kaum Rücksicht auf die Zivilbevölkerung nehmen.

    Vergewaltigung war und ist in der Demokratischen Republik Kongo eine Kriegswaffe. In den Jahren 2006 bis 2009 wurden allein von dem Hilfswerk „Heal Africa“ 12.000 vergewaltigte Frauen betreut. Die Organisation geht von der zehnfachen Zahl an Vergewaltigungen aus. Laut einer Studie sind rund 39 % aller Frauen und 24 % aller Männer im Land mindestens einmal in ihrem Leben Opfer einer Vergewaltigung geworden. Immer wieder gibt es Berichte über Massenvergewaltigungen, etwa 2010 in Luvungi.

    Sowohl Angehörige bewaffneter Gruppen als auch staatliche Sicherheitskräfte verübten routinemäßig Folterungen und Misshandlungen, insbesondere gegen vermeintliche politische Gegner. Zu den Foltermethoden gehörten Schläge, Verletzungen durch Messerstiche, Vergewaltigungen und das Aufhängen von Personen an Gitterstäben. In den meisten Hafteinrichtungen und Gefängnissen herrschten derart harte Bedingungen, dass sie grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung gleichkamen. In Berichten hieß es regelmäßig, dass Gefangene an Unterernährung und behandelbaren Krankheiten starben.

    Ein weiterer humanitärer Krisenschwerpunkt ist die Nordost-Region der Provinz Orientale, wo die aus Uganda stammenden Lord’s Resistance Army (LRA) im Gefolge einer gescheiterten gemeinsamen Militäraktion von der Demokratischen Republik Kongo, Sudan und Uganda seit Dezember 2007 wiederholt grausame Attacken auf die Zivilbevölkerung verübt. Die LRA wird für den Tod von über 1.200 Menschen und die Entführung von über 600 Kindern seit September 2008 verantwortlich gemacht.

    2008 verurteilten Militärgerichte mindestens 50 Menschen zum Tode, darunter auch Zivilisten. Es wurden allerdings keine Hinrichtungen gemeldet – so Amnesty International. Sicherheitskräfte der Regierung und bewaffnete Gruppen überfielen und entführten Menschenrechtsverteidiger, schüchterten sie ein und bedrohten sie mit Mord. In Nord-Kivu mussten viele, die sich für die Menschenrechte einsetzten, untertauchen oder fliehen. Andere wurden zur Zielscheibe, weil sie an der Aufarbeitung politisch brisanter Menschenrechtsverletzungen beteiligt waren. Im Jahr 2008 befanden sich Schätzungen zufolge immer noch 3000 bis 4000 Kinder in den Reihen bewaffneter Gruppen.

    In einem im Dezember 2009 von Human Rights Watch veröffentlichten Bericht wird detailliert die gezielte Tötung von mehr als 1400 Zivilisten zwischen Januar und September 2010 während zwei aufeinander folgender kongolesischer Militäroperationen gegen die ruandische Hutu-Miliz „Demokratischen Kräfte zur Befreiung Ruandas“ (FDLR) dokumentiert. Sowohl kongolesische Regierungssoldaten als auch FDLR-Rebellenmilizen haben Zivilisten angegriffen, ihnen vorgeworfen, mit dem Gegner zu kollaborieren, und sie „bestraft“, indem sie mit Macheten zu Tode gehackt wurden. Beide Seiten haben darüber hinaus Zivilisten bei Fluchtversuchen erschossen oder sie absichtlich in ihren Häusern verbrannt. Einige Opfer wurden gefesselt, bevor ihnen, einem Zeugen zufolge, die Kehlen „wie Hühnern durchgeschnitten“ wurden. Die Mehrheit der Opfer waren Frauen, Kinder und ältere Menschen.

    Am 1. Oktober 2010 veröffentlichte das Amt des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte (OHCHR) einen ausführlichen Bericht über schwerste Menschenrechtsverletzungen und Verletzungen internationalen humanitären Rechts auf dem Territorium der Demokratischen Republik Kongo im Zeitraum von März 1992 bis Juni 2003. Die Regierung von Ruanda hatte vor der Veröffentlichung dieses Berichts vergeblich Änderungen verlangt. Hintergrund war, dass einige der schwersten dokumentierten Verbrechen von Angehörigen der Rwandan Patriotic Army (RPA) und der mit ihnen verbündeten Alliance des forces démocratiques pour la libération du Congo-Zaïre (AFDL) begangen worden waren. Sie könnten nach Aussage des Berichts möglicherweise als Genozid bezeichnet werden.

    Homosexualität in der Demokratischen Republik Kongo ist legalisiert.

    Mitgliedschaft in internationalen Organisationen

    Die Demokratische Republik Kongo gehört einer Reihe von politischen und wirtschaftlichen Vereinigungen an:

    • AEC (Afrikanische Wirtschaftsgemeinschaft)
    • Organisation Afrikanischer, Karibischer und Pazifischer Staaten
    • AU (Afrikanische Union)
    • BAD (Afrikanische Entwicklungsbank)
    • COMESA (Gemeinsamer Markt für das Östliche und Südliche Afrika)
    • G33 (Zusammenschluss verschiedener Entwicklungsländer)
    • ICGLR (Internationale Konferenz der Region der Großen Seen)
    • OIF (Internationale Organisation der Frankophonie)
    • SADC (Südafrikanische Entwicklungsgemeinschaft)
    • UN (Vereinte Nationen)
    Kongolesische Soldaten werden von US-Militärberatern ausgebildet

    Das Land gab 2017 knapp 0,7 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 295 Millionen US-Dollar für seine Streitkräfte aus.

    Die kongolesischen Streitkräfte (französischForces Armées de la République Démocratique du Congo – FARDC) entstanden in ihrer heutigen Form nach dem Zweiten Kongokrieg, als die Regierungsarmee mit den verschiedenen Rebellenstreitkräften zusammengelegt wurde. 2003 meldeten Regierung und Rebellen über 300.000 Soldaten für die Eingliederung in die neuen Streitkräfte, nach einer unabhängigen Schätzung waren es aber allenfalls 200.000 Soldaten. Die Sollstärke der FARDC sollte bei etwa 120.000 Mann liegen. Bis 2008 waren aber erst etwa 45.000 Mann in 15 Brigaden einsatzbereit. Bei Aufstellung der neuen Streitkräfte wurden „gemischte“ Einheiten gegründet, das heißt in der FARDC dienen Soldaten verschiedener Bürgerkriegsparteien in ein und derselben Einheit.

    Der Neuaufbau der Armee ist noch lange nicht abgeschlossen, die alten Strukturen der Rebellen bestehen weiter fort, zehntausende Soldaten befinden sich außerhalb der regulären Befehlsstrukturen unter dem Kommando ehemaliger Bürgerkriegsgeneräle. Dies ist vor allem im Osten des Landes, in den Kivuprovinzen der Fall, in der bis heute verschiedene lokale Milizen die Macht ausüben.

    Die FARDC hat sowohl mit starken Organisations- als auch Moralproblemen zu kämpfen. Die Soldaten sind unzureichend ausgebildet und ausgerüstet, der Sold wird nur unregelmäßig ausbezahlt und reicht nicht aus, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Die Moral der Truppe ist entsprechend schlecht und die Desertationsrate hoch. Bei Kämpfen im Kivu kam es immer wieder zu Massendesertationen tausender Soldaten. Zahlreiche Menschenrechtsverletzungen gehen auf Kräfte der FARDC zurück, regelmäßig kommt es zu Übergriffen auf Zivilisten mit Plünderungen und Vergewaltigungen seitens der Angehörigen der FARDC.

    In der Demokratischen Republik Kongo herrscht traditionell eine streng zentralistische Verwaltung. Das Land war bis 2015 in zehn Provinzen und den Hauptstadtdistrikt gegliedert. Die 2005 beschlossene Verfassung sah eine Dezentralisierung vor, bei der die 11 Gebietskörperschaften in 26 neue Provinzen mit eigenen Parlamenten aufgeteilt werden sollten. 40 % der auf dem Gebiet einer neuen Provinz eingenommenen Steuern sollten künftig dort verbleiben. Diese Verwaltungsreform sollte erst 2011 komplett umgesetzt worden sein. Im Januar 2011 wurde die Neuaufteilung des Landes durch eine Verfassungsänderung abgesagt, allerdings wurde die Neugliederung im Jahr 2015 doch umgesetzt.

    Die folgende Tabelle gibt die derzeitigen Provinzen des Landes mit Fläche und ehemaliger Provinzzugehörigkeit an. Kinshasa wird offiziell nicht als Provinz, sondern als Hauptstadtdistrikt bezeichnet.

    Darstellung der seit 2015 existenten Provinzen der Demokratischen Republik Kongo
    Nr. Name Hauptstadt Fläche in km² Provinz bis 1988
    01 Kinshasa Kinshasa 009.965 unverändert
    02 Kongo Central Matadi 053.920 Bas-Congo
    03 Kwango Kenge 089.974 Bandundu
    04 Kwilu Kikwit 078.219 Bandundu
    05 Mai-Ndombe Inongo 127.465 Bandundu
    06 Kasaï Luebo 093.784 Kasai-Occidental
    07 Kasaï-Central Kananga 060.958 Kasai-Occidental
    08 Kasaï-Oriental Mbuji-Mayi 009.481 Kasaï-Oriental
    09 Lomami Kabinda 056.426 Kasaï-Oriental
    10 Sankuru Lusambo 104.331 Kasaï-Oriental
    11 Maniema Kindu 132.520 unverändert
    12 Sud-Kivu Bukavu 065.070 unverändert
    13 Nord-Kivu Goma 059.483 unverändert
    14 Ituri Bunia 065.658 Orientale
    15 Haut-Uele Isiro 089.683 Orientale
    16 Tshopo Kisangani 199.567 Orientale
    17 Bas-Uele Buta 148.331 Orientale
    18 Nord-Ubangi Gbadolite 056.644 Équateur
    19 Mongala Lisala 058.141 Équateur
    20 Sud-Ubangi Gemena 051.648 Équateur
    21 Équateur Mbandaka 103.902 Équateur
    22 Tshuapa Boende 132.957 Équateur
    23 Tanganyika Kalemie 134.940 Katanga
    24 Haut-Lomami Kamina 108.204 Katanga
    25 Lualaba Kolwezi 121.308 Katanga
    26 Haut-Katanga Lubumbashi 132.425 Katanga
    Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) pro Kopf der DR Kongo.
  • BIP der DR Kongo
  • BIP Zentralafrikas
  • BIP ganz Afrikas
  • Jahrzehntelange Misswirtschaft, extreme Korruption und jahrelange Bürgerkriege machten den Kongo, der kurz nach der Unabhängigkeit eines der wirtschaftlich am höchsten entwickelten Länder Afrikas war und über die größten Naturreichtümer des Kontinents verfügt, zu einem der ärmsten Länder der Welt, das in allen Entwicklungsindikatoren weit hinten angesiedelt ist.

    Das kaufkraftbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt etwa 41,61 Milliarden US-Dollar, das BIP pro Einwohner ungefähr 495 US-Dollar (etwa 450 Euro). Die Frauenerwerbsquote liegt bei etwa 71 %. Trotz einem jahrelangen Wirtschaftsaufschwung in der Regierungszeit von Joseph Kabila ist die DR Kongo das zweitärmste Land der Welt.

    Die Inflationsrate ist beständig hoch und betrug 2011 13,3 %, seit Jahrzehnten dient daher der US-Dollar als Zweitwährung und Wertaufbewahrungsmittel.

    Charakteristisch für das Land ist der große informelle Sektor, der nicht in die Berechnung des BIP einfließt. Bereits in den 1980er Jahren soll die informelle Wirtschaft dreimal so groß wie die offizielle gewesen sein. Grund für diese Entwicklung waren und sind die extreme Korruption und die mangelnde Effektivität staatlicher Organe, die ein solides Wirtschaften enorm erschweren. Von staatlicher Seite werden erst in jüngster Zeit Anstrengungen unternommen, den Zustand zu ändern.

    Seit Abschaffung einer Einheitsgewerkschaft 1990 besitzt das Land nun zwar mehrere unabhängige Gewerkschaften, welche aber kaum noch Einfluss auf die Unternehmen haben.

    Wirtschaftsgeschichte

    Industrieanlage der Union Minière du Haut Katanga in Élisabethville (heute Lubumbashi), 1917

    Die Wirtschaft des Landes erlebte in den vergangenen Jahrzehnten eine wechselvolle Entwicklung. In vorkolonialer Zeit war das heutige Staatsgebiet eine bedeutende Quelle für Sklavenhändler. Die von Sansibar aus operierenden islamischen Sklavenhändler, die von lokalen Herrschern und Milizen unterstützt wurden, beuteten das Land weit schwerwiegender aus als die Europäer im Westen des Landes. Die europäische Kolonialisierung ab 1876 setzte sich die Beendigung des Sklavenhandels zum Ziel. Der Widerstand der Sklavenhändler wurde blutig niedergeschlagen. Nach Errichtung des Kongo-Freistaats durch Belgien begann eine in der Kolonialgeschichte beispiellose Ausplünderung des Landes. Der Bevölkerung wurde Zwangsarbeit auferlegt, um Baumwolle, Elfenbein, Palmöl und vor allem Kautschuk zu exportieren (Kongogräuel).

    Mit der Gründung von Belgisch-Kongo 1908 rückte der Bergbau zum Hauptwirtschaftszweig auf, es wurden vor allem Kupfer und Diamanten abgebaut. Nachdem König Leopold den Kongo an die belgische Regierung abgetreten hatte, stieg es bis in die 1950er-Jahre zum viertgrößten Kupferproduzenten der Welt auf. Auch seine anderen Bodenschätze waren für die westlichen Mächte lebenswichtig: Kobalt, Tantal – und Uran. Das Uran aus Katanga aus der Mine Shinkolobwe bei Jadotville hatte dazu beigetragen, den Ausgang des Zweiten Weltkriegs zu entscheiden; das Manhattan-Projekt wurde mit Uran aus dieser Mine bestückt. Die UMHK-Mine Shinkolobwe produzierte bis 1960 Uran für US-Atomwaffen.

    Es entstanden ein modernes, dichtes Straßennetz und ein effizientes Gesundheitssystem, welches auch den Lebensstandard der Einheimischen hob. In den letzten Jahren vor der Unabhängigkeit zählte die Kolonie zu den wirtschaftlich am höchsten entwickelten afrikanischen Staaten, der Wohlstand war jedoch extrem zugunsten der immer zahlreicher werdenden belgischen Siedler verteilt: Die Hälfte des Volkseinkommens lag bei den 1 % Europäern; die Kongolesen hingegen blieben von gesellschaftlicher und politischer Teilhabe weitgehend ausgeschlossen.

    Die Wirren nach der Unabhängigkeit (Kongo-Krise) und die Ausreise vieler Belgier hatten zunächst einen wirtschaftlichen Einbruch zur Folge, von dem sich das Land aber innerhalb weniger Jahre erholte. Von hohen Rohstoffpreisen getragene, teilweise zweistellige Wachstumsraten Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre ermöglichten große, aber unrentable Bauprojekte wie den Inga-Staudamm und die HGÜ Inga-Shaba. Es wurde erwartet, dass sich das Land innerhalb weniger Jahre zur Industrienation entwickeln würde. Als infolge der Ölkrise ab 1973 die Rohstoffpreise zu sinken begannen, begann auch der Niedergang der zairischen Wirtschaft. Die immer weiter ausufernde Korruption Mobutus und seiner kleptokratischen Herrschaftsclique sorgte dafür, dass Exporteinnahmen nicht mehr reinvestiert wurden und die Wirtschaftsbetriebe verfielen. Während der 1980er und zu Beginn der 1990er Jahre befand sich die Wirtschaft im freien Fall, zwischen 1990 und 1994 hatte sich das Bruttoinlandsprodukt fast halbiert, die Kupferproduktion war um über 90 % gesunken, die Inflationsrate dreistellig. Immer größere Teile der Wirtschaft wanderten in den informellen Sektor ab. Zwar stabilisierte sich die Lage kurzzeitig wieder, aber die Kriege ab 1996 führten zu einem weiteren Rückgang der Wirtschaftsleistung.

    Nach Kriegsende begann, getragen durch hohe Rohstoffpreise und internationale Investitionen im bedeutenden Bergbausektor, ein erneuter Aufschwung. Der Ausbruch der Finanzkrise 2008 belastete mit sinkenden Rohstoffpreisen und rückläufigen Investitionen auch die kongolesische Wirtschaft außerordentlich stark.

    Kennzahlen

    Alle BIP-Werte sind in US-Dollar (Kaufkraftparität) angeben.

    Jahr 1980 1985 1990 1995 2000 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017
    BIP
    (Kaufkraftparität)
    19,62 Mrd. 27,16 Mrd. 31,58 Mrd. 24,37 Mrd. 20,34 Mrd. 27,55 Mrd. 29,90 Mrd. 32,61 Mrd. 35,33 Mrd. 36,62 Mrd. 39,70 Mrd. 43,30 Mrd. 47,22 Mrd. 52,05 Mrd. 58,01 Mrd. 62,70 Mrd. 65,02 Mrd. 68,45 Mrd.
    BIP pro Kopf
    (Kaufkraftparität)
    683 804 795 522 388 453 478 506 532 535 563 597 632 676 732 768 773 790
    BIP Wachstum
    (real)
    2,4 % 0,5 % −6,6 % 2,8 % −8,1 % 6,1 % 5,3 % 6,3 % 6,2 % 2,9 % 7,1 % 6,9 % 7,1 % 8,5 % 9,5 % 6,9 % 2,4 % 3,4 %
    Inflation
    (in Prozent)
    40,0 % 23,5 % 81,3 % 541,8 % 550,0 % 21,5 % 12,8 % 16,7 % 18,0 % 46,1 % 23,5 % 15,0 % 0,9 % 0,9 % 1,2 % 1,0 % 18,2 % 41,5 %
    Staatsverschuldung
    (in Prozent des BIP)
    ... ... ... ... 135 % 101 % 104 % 87 % 74 % 85 % 31 % 25 % 23 % 20 % 18 % 16 % 17 % 16 %

    Rohstoffe

    Bergbau

    Allgemeines

    Der Kongo zählt zu den rohstoffreichsten Ländern der Welt. Bergbauprodukte sind daher seit Jahrzehnten Hauptexportgut, wichtigster Devisenbringer des Landes und Haupteinnahmequelle des Staates. Gefördert werden vor allem Diamanten (Kasai), Gold (Kivu, Ituri), Kupfer (Katanga), Coltan (Kivu) sowie Mangan, Blei, Zink und Zinn (Katanga). Der Reichtum an mineralischen Rohstoffen führte wiederholt zu politischen und bewaffneten Konflikten im Land.

    Südafrika hat nach 1994 sein außenwirtschaftliches Engagement in der DR Kongo unter neuen politischen Prämissen zunehmend ausgebaut. Im Fokus der Bemühungen steht dabei die Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur im Süden des Landes. Ein wichtiger Akteur ist dabei die südafrikanische IDC. Ein weiteres von der IDC unterstütztes Investitionsfeld bildet der Kupferbergbau.

    Die Volksrepublik China schloss 2007 mit der DR Kongo ein Abkommen ab, auf dessen Grundlage ein Darlehen von 5 Mrd. US-Dollar, 2008 auf 9 Mrd. erhöht, für Infrastrukturbauten gewährt wurde. Als davon profitierende Sektoren wurden genannt: Rohstofferkundungen sowie der Ausbau der Verkehrs- und Sozialinfrastruktur in der Provinz Katanga. Ein Jointventure mit dem Namen Sicomines zwischen Gécamines, Sinohydro und der China Railway Engineering Corporation wurde vereinbart.

    Es kommt wiederholt zu größeren Unfällen in Minen. Eine Goldmine in Kamituga in der Provinz Sud-Kivu ist am 11. September 2020 eingebrochen, nachdem vom benachbarten Fluss Njali (Hoch-)Wasser in die Mine geronnen war. Mindestens 50 Bergleute starben.

    Coltan-Thematik
    Artisanaler Bergbau: die lokale Bevölkerung baut unter Lebensgefahr mit bloßen Händen nach Erzen, hier Abbau von Kassiterit und Wolframit in Kailo, Provinz Maniema
    „Konfliktmineral“ Wolframit in der Hand eines artisanalen Schürfers in Kailo, 2007

    Besondere Bekanntheit hat seit Ende des 20. Jahrhunderts der Abbau des Erzes Coltan erlangt. Es enthält die wirtschaftlich bedeutsamen Metalloxidminerale Columbit und Tantalit, aus denen Niob und Tantal gewonnen werden. Tantal ist für die Produktion elektronischer Geräte von großer Bedeutung, Niob dient als Legierungszusatz in der Stahlproduktion bei der Herstellung hitzebeständiger Metallbauteile für die Luft- und Raumfahrtindustrie.

    Die noch in der Kolonialzeit und den ersten Jahren nach der Unabhängigkeit entstandenen Förderanlagen an einigen Orten sind heute mangels Instandhaltung weitgehend zerfallen, der Wiederaufbau kommt nur schleppend voran. Artisanaler Bergbau, der weitgehend ohne maschinelle Unterstützung erfolgt, stellt daher heute einen bedeutsamen Wirtschaftszweig mit vielen Erwerbstätigen, dem größten Anteil am Bruttoinlandsprodukt und an den Exporten dar. Diese Wirtschaftsform entzieht sich weitgehend staatlicher Kontrolle.

    Während des Krieges war der Verkauf von Bodenschätzen wichtigste Einnahmequelle sowohl für die Regierung als auch die Rebellen, auch die Nachbarstaaten und private Gesellschaften waren an der jahrelangen systematischen Ausplünderung des Landes beteiligt.

    Nach wie vor wird der Osten des Landes, in dem sich die meisten Bodenschätze befinden, zu großen Teilen nicht von der Regierung, sondern von aufständischen Milizen kontrolliert. Die Schürfer müssen ihre Erze zu Preisen, die weit unter Weltmarktpreisen liegen, an Exporthändler verkaufen, die von den lokalen Machthabern konzessioniert sind. Dieses System beschert den Bewaffneten stetige Einnahmen und ermöglicht damit die Finanzierung des Krieges. Zukünftig soll ein Zertifizierungssystem für kongolesische Rohstoffe dafür sorgen, dass diese legal gehandelt werden.

    Der Import von Coltan aus der DR Kongo steht in den Industriestaaten seit Jahren in der Kritik, weil damit westliche Unternehmen indirekt maßgeblich zur Aufrechterhaltung des Kriegszustandes beitragen. Verschiedene Nichtregierungsorganisationen organisierten immer wieder Boykottkampagnen gegen Coltan aus dem Kongo, ließen dabei aber außer Acht, dass der Coltanexport Haupteinnahmequelle der Bevölkerung des Kivu ist.

    Um die Geldquellen der Profiteure dieser Geschäfte trockenzulegen, verhängte die Regierung am 11. September 2010 einen totalen Stopp sämtlicher Bergbauaktivitäten für die Provinzen Nord-Kivu, Sud-Kivu und Maniema im Osten des Kongos, der Schürfer, Händler, Exporteure und Inhaber von Abbaurechten betraf. Dadurch konnten die Bergbauaktivitäten jedoch nicht gestoppt werden, vielmehr wurden sie in den illegalen Bereich gedrängt. Während kriminelle Unternehmen profitierten, brach die sonstige Wirtschaft in der Kivu-Region fast vollständig zusammen. Deshalb wurde das Bergbauverbot im März 2011 wieder aufgehoben.

    Erdöl

    Die Erdölreserven im gesamten Staatsgebiet werden auf 180 Millionen Barrel geschätzt, im Jahr 2009 wurden täglich rund 16.360 Barrel Erdöl gefördert. Die Regierung forciert die Erdölförderung, missachtet aber dabei häufig Umwelt- und Sicherheitsbedenken. Im Jahr 2010 erhielten SOCO, Dominion Petroleum und das Staatsunternehmen Cohydro Konzessionen für die Ölförderung im Nationalpark Virunga, der zum Weltnaturerbe zählt und mitten in einem von Rebellen kontrollierten Gebiet liegt. Auf Druck von EU-Kommission, UNESCO und zuständigen UN-Stellen wurde die Genehmigung des Projekts jedoch im März 2011 von der Regierung zurückgenommen.

    Das Land besitzt Erdgasreserven von 991,1 Millionen Kubikmetern, derzeit findet jedoch noch keine Förderung statt.

    Landwirtschaft

    Landwirtschaft im Kivu

    Während der Kolonialzeit wurde die Landbevölkerung zum Anbau von Feldfrüchten für den Export gezwungen, in den Jahren vor der Unabhängigkeit entstanden auch von Europäern geleitete Agrargroßbetriebe. Seit 1960 ging die landwirtschaftliche Produktion stetig zurück. Besonders die Verstaatlichung ab 1973, in der viele produktive Betriebe enteignet wurden, verursachte einen deutlichen Einbruch bei der Erzeugung von Agrarprodukten. Seitdem wird die Landwirtschaft vor allem zugunsten des lukrativeren artisanalen Bergbaus vernachlässigt. In den meisten ländlichen Regionen herrscht heute Subsistenzwirtschaft; ein Transport der Ernte in die Städte wäre aufgrund mangelhafter Verkehrswege ohnehin kaum möglich.

    Nur knapp drei Prozent der Landfläche wird landwirtschaftlich genutzt, dennoch macht die Landwirtschaft mehr als die Hälfte des Bruttoinlandsprodukts aus und beschäftigt fast zwei Drittel der erwerbstätigen Bevölkerung. Die Produktion von Nahrungsmitteln reicht für den Eigenbedarf nicht aus, das Land muss deshalb solche importieren.

    Typische Agrarprodukte sind Maniok, Zuckerrohr, Kaffee, Palmöl, Kautschuk und Bananen. Ebenfalls besteht eine nennenswerte Holzwirtschaft.

    Industrie

    Der industrielle Sektor konzentriert sich heute auf die Gewinnung und Verarbeitung der erschlossenen mineralischen Bodenschätze. Es werden mit den Metallrohstoffen und Halbfabrikaten große Abnehmer im Weltmarkt beliefert. Während des Wirtschaftsbooms um das Jahr 1970 wurde zwar mit dem Aufbau einer importsubstituierenden Industrie begonnen, diese war aber gegenüber Importen nicht konkurrenzfähig und verschwand bis in die 1990er Jahre fast völlig. Industrielle Großbetriebe bestehen heute kaum noch. Die verarbeitende Industrie besteht überwiegend aus Kleinbetrieben, die Konsumgüter wie Textilien, Schuhe oder Zigaretten produzieren bzw. in der Lebensmittelverarbeitung tätig sind.

    Finanz- und Bankensektor

    Laut einer Einschätzung des International Monetary Funds aus dem Jahr 2014 ist der Finanz- und Bankensektor der Demokratischen Republik Kongo nur oberflächlich vorhanden und unterentwickelt. Zentralbank des Landes ist die Banque Centrale du Congo (BCC). Laut der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG waren im Kongo im Jahr 2017 20 kommerzielle Banken aktiv. Es gibt eine staatliche Versicherungsanstalt und ein Sozialversicherungsinstitut. Stand 2014 gab es 143 Mikrofinanzinstitute, 59 Geldtransferagenturen sowie 16 Währungshäuser. Die Demokratische Republik Kongo verfügt weder über einen Aktien- noch über einen Kapitalmarkt.

    Das Land ist eines der Länder, in denen nach wie vor der Großteil der Bevölkerung vom konventionellen Bankensektor ausgeschlossen ist. Laut einer Schätzung aus dem Jahr 2017 haben nur 26 % aller Kongolesen ein Bankkonto. Wie in vielen anderen afrikanischen Ländern wird auch in der Demokratischen Republik Kongo ein beträchtlicher Teil des Finanzsektors durch im Ausland lebende Staatsbürger beeinflusst. Im Jahr 2017 gaben rund 40 % der Bevölkerung an, regelmäßig finanzielle Rücküberweisungen zu senden oder zu erhalten.

    Außenhandel

    Haupthandelspartner im Jahr 2017

    Exporte

    Importe

    Volksrepublik China 41,4 % Volksrepublik China 19,9 %
    Sambia 22,7 % Südafrika 18,0 %
    Südkorea 7,2 % Sambia 10,4 %
    Finnland 6,2 % Belgien 9,1 %

    Größter Handelspartner der Demokratischen Republik Kongo ist heute bei Weitem die Volksrepublik China, welche 2017 mehr als 40 % aller Exporte sowie knapp 20 % der Importe des Landes ausmachte. Andere wichtige Exportdestinationen sind Sambia, Südafrika, Südkorea und Finnland, importiert wird neben China noch aus Belgien, Indien, Sambia, Südafrika und Tansania.

    2017 exportierte das Land Waren im Wert von rund 11 Milliarden US-Dollar. Die Hauptexportprodukte sind Diamanten, Kupfer, Gold, Cobalt, Germanium, Uran, ferner Holz sowie Rohöl, Kaffee und Kakao. Den Ausfuhren stehen Importe im Wert von 10,82 Milliarden US-Dollar gegenüber. Es handelt sich bei den Einfuhren zumeist um Maschinen und Fahrzeuge aller Art sowie um Nahrungsmittel und Treibstoffe.

    Die Außenhandelsbilanz des gesamten Landes ist zumeist nahezu ausgeglichen, allerdings bestehen innerhalb des Landes hohe Ungleichgewichte, denn nahezu alle Exportgüter werden in nur wenigen Landesteilen produziert. Lokale Handelsbilanzdefizite werden zumeist durch informellen Handel, der in den Statistiken nicht auftaucht, ausgeglichen.

    Neben einer differenzierten Investitionskooperation mit Südafrika erhielt die DRC Unterstützung auf dem Gebiet des Technologietransfers, der öffentlichen Verwaltung und der Versorgung mit Handelsgütern und Serviceleistungen. Im Jahre 2012 war Südafrika mit einem Anteil von 21,6 Prozent am DRC-Importvolumen der größte Außenhandelspartner des Landes.

    Staatshaushalt

    Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 5,8 Milliarden US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 5,4 Milliarden US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 0,9 % des Bruttoinlandsprodukts.

    Die Staatsverschuldung betrug 2016 21,5 % des BIP. 2010 wurden der Demokratischen Republik Kongo Staatsschulden in Höhe von ca. 12 Milliarden US-Dollar erlassen; 2009 entsprach die Staatsverschuldung noch 138,3 % des BIP und war damit, gemessen an der Wirtschaftsleistung, eine der höchsten der Welt.

    2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

    Schematische Darstellung der Verkehrsinfrastruktur im Kongo
    Unbefestigte Straße bei Kisangani
    Wiedereröffnung der Bahnstrecke LubumbashiKindu
    Karte der Eisenbahnstrecken im Land, welche allerdings nicht mehr alle vollständig betrieben werden
    Boote auf dem Kongo
    Die Inga-Staudämme
    Geplanter Staudamm Grand Inga
    West Africa Cable System

    Die Demokratische Republik Kongo steht großen Herausforderungen gegenüber, was die Infrastruktur betrifft. Die bewaffneten Konflikte der näheren Vergangenheit haben dazu geführt, dass die Einrichtungen entweder direkt beschädigt oder ihr Erhalt vernachlässigt wurden. Somit ist mehr als die Hälfte der Anlagen dringend erneuerungsbedürftig. Um auf den Stand eines durchschnittlichen Entwicklungslandes zu kommen, müsste die Demokratische Republik Kongo jährlich etwa 5,3 Milliarden US-Dollar bzw. 75 % ihres Bruttoinlandsproduktes von 2006 aufwenden, gleichzeitig geht aktuell jährlich fast eine halbe Milliarde US-Dollar durch ineffiziente Infrastruktur verloren.

    Straßenverkehr

    Der Kongo erbte bei seiner Unabhängigkeit ein teils sehr gutes Straßennetz von über 100.000 Kilometern Länge, das sich über das gesamte Land erstreckte. Unzureichende Wartung während der Herrschaft Mobutus sorgte dafür, dass in den 1990er Jahren nur noch etwa 10.000 Kilometer Straße befahrbar waren, die Überlandstraßen waren fast vollständig verschwunden. Die Länge des Straßennetzes wird heute mit rund 150.000 Kilometer angegeben, von denen nur rund 3000 Kilometer asphaltiert sind; es gibt in der Welt kaum ein Land, das ein so dünnes Straßennetz hat wie die Demokratische Republik Kongo. Auf 1000 km² kommen im Schnitt gerade 1 km befestigter und 14 km unbefestigter Straße. Weniger als die Hälfte des Straßennetzes befindet sich in annehmbaren Zustand und die Wiederherstellung vernünftiger Straßenverbindungen zwischen den Ballungsräumen des Landes gehört zu den dringendsten Aufgaben der Regierung. Die niedrige Bevölkerungsdichte, das Klima und die Topographie lassen den Unterhalt eines gut ausgebauten Straßennetzes aber sehr teuer werden, so dass das Land etwa 5 % seines Bruttonationalproduktes jährlich allein für den Unterhalt seiner Verkehrsinfrastruktur ausgeben müsste. Das ist ein Vielfaches dessen, was für öffentliche Investitionen in den letzten Jahren zur Verfügung gestanden ist. Als Konsequenz des Ganzen kostet es dreimal so viel, Güter auf der Straße wie auf dem Wasserweg zu transportieren, der Straßentransport ist in der Demokratischen Republik Kongo dreimal so teuer wie in seinen Nachbarländern.

    Der Straßenverkehr gilt als extrem unsicher. 2013 kamen in der DR Kongo insgesamt 33,2 Verkehrstote auf 100.000 Einwohner. Zum Vergleich: In Deutschland waren es im selben Jahr 4,3 Tote. Insgesamt kamen damit über 22.000 Personen im Straßenverkehr ums Leben. Die Rate an Verkehrstoten ist noch weitaus höher wenn man sie der niedrigen Motorisierungsrate des Landes gegenüberstellt. 2007 kamen im Land 5 Kraftfahrzeuge auf 1000 Einwohner (in Deutschland waren es über 500 Fahrzeuge).

    Schienenverkehr

    In der Kolonialzeit wurde der Ausbau eines Eisenbahnnetzes vorangetrieben, vorrangig zum effizienteren Transport der Rohstoffe, die per Bahn schneller aus dem Landesinneren an die Küste gelangen konnten. Heute verfügt die Demokratische Republik Kongo auf dem Papier über rund 5100 Kilometer Gleis in mehreren voneinander unabhängigen Netzen. Die Chemin de Fer Matadi-Kinshasa (CFMK) betreibt eine 366 km lange Verbindung zwischen Kinshasa und dem Hafen Matadi. Diese eingleisige Strecke stammt in ihrer heutigen Streckenführung aus den 1930er Jahren. Die Société Nationale des Chemins de fer du Congo (SNCC) betreibt ein weitaus größeres Netz mit Zentrum im Südosten des Landes, wobei die wichtigste Verbindung zwischen Kolwezi und der Grenze zu Sambia verläuft und teilweise bereits zu Kolonialzeiten durch die 50-Hz-Arbeitsgemeinschaft elektrifiziert wurde. Über die SNCC verlassen Rohstoffe, vor allem Kupfer, das Land. Die SNCC ist von Ilebo über den Fluss Kongo mit Kinshasa und damit der CFMK verbunden. Nachdem in Angola bis 2014 die Benguelabahn wiedererrichtet wurde, soll sie innerhalb der DR Kongo mit dem Netz der SNCC verbunden werden, was Kupferexporte über den Atlantikhafen Lobito ermöglichen wird. Die Infrastruktur der SNCC ist alt und in sehr schlechtem Zustand, so dass mehr und mehr Rohstoffe über die Straße befördert werden. Die Uelle-Bahnen werden größtenteils schon lange nicht mehr bedient, jedoch wurde der Abschnitt zwischen Bumba und Aketi im Jahr 2005 wiederhergestellt.

    Im Vergleich mit den Eisenbahnnetzen seiner Nachbarländer verkehren auf den Schienen des Kongo sehr wenige Züge, die Indikatoren für Effizienz und Zuverlässigkeit sind deutlich schlechter und die Preise für die Güter- wie Personenbeförderung deutlich höher.

    Schiffsverkehr

    Der Hafen von Matadi ist mit 2,5 Millionen Tonnen Kapazität der wichtigste Seehafen der Demokratischen Republik Kongo. Er liegt nahe der Kongo-Mündung, hat jedoch den Nachteil, dass er aufgrund der geringen Tiefe des Flusses nur von kleinen Schiffen erreicht wird, womit er vom Umladen in Pointe-Noire abhängt. Während Matadi für den Westteil des Landes von hoher Bedeutung ist, liegen die Häfen für die Städte im Osten der Demokratischen Republik Kongo an der afrikanischen Ostküste: Mombasa für den Nordosten, Daressalam und Durban für den Südosten.

    Der Hafen von Matadi ist auch im afrikanischen Kontext ineffizient bei gleichzeitig hohen Kosten, darüber hinaus muss er regelmäßig ausgebaggert werden. Dies gilt auch für die kleineren Häfen Boma und Banana. Der direkte Zugang zum Tiefseehafen Pointe-Noire ist für die Demokratische Republik Kongo durch den desolaten Zustand der Bahn- und Straßeninfrastruktur in der benachbarten Republik Kongo versperrt.

    Angesichts der schlechten Straßen und Gleise hat der Schiffsverkehr auf den Flüssen die größte Bedeutung für das Land. Mehr als 15.000 km des Kongo und seiner Nebenflüsse sind schiffbar. Schlechte Wartung der Schiffe und nicht mehr funktionierende Leitsysteme führen jedoch immer wieder zu Unglücken mit zahlreichen Todesopfern.

    Flugverkehr

    Aufgrund des schlechten Straßensystems und der geographischen Größe des Landes kommt dem Luftverkehr erhebliche Bedeutung zu. Während des Krieges waren viele Städte nur per Flugzeug erreichbar, Reisen auf dem Landweg waren durch die Rebellenpräsenz zu gefährlich. Von großer Bedeutung ist der Luftfrachtverkehr, die abgebauten Bodenschätze werden vor allem im Osten des Landes auf dem Luftweg abtransportiert, weil die Straßen unter Rebellenkontrolle stehen. Im Land gibt es fast 200 Flugplätze, aber nur 26 mit befestigter Landebahn. Größter Flughafen ist der Flughafen Ndjili in Kinshasa, weitere internationale Flughäfen befinden sich in den Städten Lubumbashi, Bukavu, Goma und Kisangani.

    Aufgrund schlechter Wartung und mangelnder Sicherheitskontrollen kam es in Kongo wiederholt zu Flugzeugunglücken, weshalb alle rund 50 kongolesischen Fluggesellschaften auf der schwarzen Liste der EU-Kommission stehen. Die einstmals größte Linie Hewa Bora musste 2011 nach einem Absturz ihren Betrieb einstellen. Viele Inlandsflüge werden von Kongolesen als Umsteigeverbindungen über das Ausland gebucht, um die einheimischen Luftlinien zu umgehen. Somit ist die Schaffung einer effizienten Aufsichtsbehörde über den Luftverkehr von oberster Dringlichkeit.

    Energie- und Wasserversorgung

    Die Demokratische Republik Kongo gewinnt elektrische Energie fast ausschließlich aus Wasserkraft. Die beiden größten Kraftwerke sind die zwei Inga-Staudämme am Unterlauf des Kongo. Sie gingen 1972 (Inga I) bzw. 1982 (Inga II) in Betrieb und versorgen sowohl die Hauptstadt Kinshasa als auch Bergbaubetriebe in Katanga mittels der HGÜ Inga-Shaba mit Strom.

    Die Demokratische Republik Kongo hat das größte Wasserkraft-Potenzial Afrikas. Es beträgt 100 GW, ist kostengünstig zu erschließen und könnte neben dem Kongo selbst auch die Exportmärkte im südlichen Afrika versorgen. Bis dato ist das Potenzial jedoch weitgehend ungenutzt, im Jahr 2009 waren nur 2,4 GW Leistung installiert, die Vernachlässigung während der Bürgerkriege hat jedoch dazu geführt, dass nur 1 GW überhaupt einsatzbereit ist. Der im Mai 2013 angekündigte Ausbau der Inga-Staudämme kann als Schritt in Richtung der Entwicklung des riesigen Potenzials verstanden werden.

    In der Demokratischen Republik Kongo haben etwa 30 % der Bevölkerung Zugang zu Leitungswasser, meist öffentlich oder auch im eigenen Haus. Fast ein Viertel der Bevölkerung ist jedoch auf Oberflächen-Wasser angewiesen. Besorgniserregend ist, dass dieser Anteil steigt. Der Anteil der Bevölkerung, die nicht einmal Zugang zu einer Latrine hat, liegt bei einem Sechstel, auch dieser Anteil steigt. Der öffentliche Wasserversorger heißt Regideso, er agiert bei weitem weniger effizient als seine Pendants in anderen afrikanischen Staaten. 40 % des Wassers gehen in seinem Netz verloren und nur 70 % des konsumierten Wassers wird bezahlt.

    Internet und Telekommunikation

    Während die Zahl der Internetnutzer in der Demokratischen Republik Kongo immer noch deutlich unter dem weltweiten Durchschnitt liegt, gab es in den vergangenen Jahren einen deutlichen Anstieg, von weniger als 2 % der Bevölkerung im Jahr 2012 zu 8,6 % in 2017. Zu dieser positiven Entwicklung trug vor allem die Fertigstellung des West Africa Cable System, einem durch viele afrikanische Staaten verlaufenden See-Telekommunikationskabel von Südafrika nach Großbritannien, im Jahr 2013 bei. Der Verbindungspunkt des Systems im Kongo ist die Kleinstadt Muanda. Dennoch haben nach wie vor nur wenige Kongolesen regelmäßigen Zugang zum Internet, was hauptsächlich an den extrem hohen Preisen liegt. Eine verlässliche Internetflatrate kann 100 US-Dollar im Monat kosten, für die meisten Menschen mehr als ein Monatsgehalt.

    Das Telefonnetz des staatlichen Betreibers OCPT ist unzuverlässig und unzureichend, es gibt daher nur rund 10.000 Festnetzanschlüsse im ganzen Land. Trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen hat sich die Mobiltelefonie in der Demokratischen Republik Kongo schnell entwickelt. Die Nutzungsrate von Mobiltelefonen ist heute verhältnismäßig hoch, im Jahr 2017 gab es 42 Handyverträge per 100 Einwohner. Der lebhafte Wettbewerb zwischen den vier Anbietern führt zu niedrigen Preisen, wie auch in den Nachbarländern.

    Hauptsitz der Agence Congolaise de Presse in Kinshasa
    Référence Plus, 2009
    Eine kongolesische Frau trägt Bananen
    Nationalmuseum in Kinshasa
    Yombe-Skulptur aus dem 19. Jahrhundert, Louvre, Paris
    Mannschaftsfoto des bedeutendsten Fußballvereins des Landes TP Mazembe aus dem Jahr 2011

    Literatur

    Ein bekannter Autor war Valentin-Yves Mudimbe, der die archaischen und gewaltsamen Strukturen der postkolonialen Stammesgesellschaft in der Zeit der politischen Wirren der 1960er Jahre beschrieb. Ins Englische übersetzt wurde sein Buch Before the Birth of the Moon (zuerst frz. 1976), ins Deutsche ein Erzählungsband. Als Lyrikerin und durch Kurzgeschichten wurde Clémentine Nzuji bekannt. Verschiedene Autoren emigrierten unter der Herrschaft Mobutus nach Kongo (Brazzaville) und Europa, so auch In Koli Jean Bofane, der seit 1993 in Belgien lebt und auch in Deutschland durch die Bücher Warum der Löwe nicht mehr König der Tiere ist und Congo Inc.: Le Testament de Bismarck bekannt wurde.

    Medien

    Trotz der in der Verfassung des Landes garantierten Informations- und Pressefreiheit ist die Pressefreiheit im Land laut „Reporter ohne Grenzen“ derzeit in einer „schwierigen Situation“. Die Organisation führt die Demokratische Republik Kongo im weltweiten Medienindex 2017 auf dem 154. von 180 Plätzen. Die Medien im Land sind zum überwiegenden Teil im Besitz oder unter dem Einfluss politischer Gruppierungen. Die Journalisten sind finanziell von ihren Auftraggebern abhängig, eine Situation die unabhängige Berichterstattung auch ohne direkte staatliche Interventionen einschränkt. Die Qualität der Berichterstattung ist allgemein schlecht. Die Journalisten sind unzureichend ausgebildet, schlecht bezahlt, korrupt und durch ihre Auftraggeber in der Berichterstattung eingeschränkt. Kritische Journalisten werden bedroht, erpresst, verhaftet und gelegentlich ermordet, sodass Selbstzensur weit verbreitet ist. Urheberrechte werden selten beachtet. Das Land hat drei bedeutsame Nachrichtenagenturen:

    Fernsehen und Hörfunk

    Das Radio ist das reichweitenstärkste Medium des Landes und ist auch im ländlichen Raum sehr verbreitet. 2007 gab es im Land 2 staatliche und über 200 private, lokale Radiosender. Die UNO betreibt das landesweit empfangbare Radio Okapi; daneben sind die ausländischen Sender BBC World Service und Radio France Internationale zu empfangen. RFI musste 2009 zeitweilig den Betrieb im Kongo einstellen, nachdem der Sender Kritik an der kongolesischen Armee geübt hatte. Ende 2012 wurde zeitweilig die Ausstrahlung von Radio Okapi unterbunden, laut Mutmaßungen infolge eines Interviews mit dem Präsidenten der Bewegung 23. März, offiziell jedoch aus administrativen Gründen. Das Fernsehen wurde 1978 eingeführt und verbreitete anfangs Mobutus Propaganda, der sich als vom Himmel auf die Erde herabschwebender Halbgott darstellen ließ.

    Heute gibt es neben dem staatlichen Radio-Télévision nationale congolaise (RTNC) bis zu 50 weitere, zumeist lokale, Privatsender wie Radio Télévision Groupe L’Avenir (RTG@). Allgemein ist das Programm aus Geldknappheit qualitativ eher schlecht, so werden zumeist Musik, Wiederholungen oder politische Reden ausgestrahlt.

    Printmedien

    Zeitungen sind mit einem Preis von etwa einem US-Dollar für die meisten Kongolesen unerschwinglich und daher wenig verbreitet. Grund für die hohen Preise ist der fehlende Anzeigenmarkt, wodurch sich die Zeitungen fast vollständig über den Verkaufspreis finanzieren müssen. Der Zeitungsmarkt konzentriert sich fast nur auf die Landeshauptstadt Kinshasa, der Vertrieb auf dem flachen Land ist mangels Infrastruktur zu teuer. In Kinshasa gibt es neun regelmäßig erscheinende Zeitungen, von denen sechs der Opposition und drei der Regierung zugewandt sind. Im ganzen Land dürfte es über 200 Zeitungen geben, die allerdings mitunter nur sehr unregelmäßig erscheinen.

    Küche

    Das Hauptnahrungsmittel in der Demokratischen Republik Kongo ist Maniok, dessen Wurzeln gekocht, gebraten, zu Brot oder Fufu-Brei verarbeitet oder als Atiéké konsumiert werden, außerdem Taro, Mais und Reis; letztere vor allem in Kasai und Katanga. Die Blätter der Maniok-Pflanze werden ebenfalls konsumiert: Pondu ist ein im ganzen Land verbreitetes, häufig an Festtagen zubereitetes Gericht, bei dem feingeschnittene Maniok-Blätter gekocht und dann in Palmöl geschmort werden. Dazu isst man häufig gestampfte Erdnüsse.

    Außerdem sind die Kongolesen relativ große Konsumenten von Fleisch, neben Rindfleisch (vor allem in Kivu) sowie Geflügel-, Schweine- und Hammelfleisch kommen auch häufig Wildtiere wie Krokodil, Büffel, Schlange oder Insekten (Bushmeat) auf den Tisch. Bedingt durch die große Anzahl von Flüssen wird auch viel Fisch konsumiert, häufig getrocknet oder gesalzen. In der Regel ist das Essen scharf gewürzt, wobei Gewürze wie Chili, Ingwer, Knoblauch und Pfeffer, manchmal auch Koriander, Kümmel, Sesam, Muskat oder schwarzer Kardamom zum Einsatz kommen. Als Zwischenmahlzeit dienen oft Früchte wie Ananas, Bananen, Papayas, Mangos und Kokosnüsse.

    Fremde Küchen haben auf die Kochkunst des Kongo wenig Einfluss gehabt; zu nennen ist hier jedoch der von den Portugiesen übernommene gesalzene Stockfisch.

    Kunst

    Das Kunstzentrum des Landes ist Kinshasa, dort befindet sich Zentralafrikas einzige Kunstakademie universitären Niveaus, die Académie des Beaux-Arts de Kinshasa. Die bekanntesten Künstler des Landes unterrichten hier. Neben der Galerie der Akademie wird Kunst im französischen und belgischen Kulturzentrum und in der kommerziellen Galerie Symphonie des Arts präsentiert, ebenso wie in den privaten Studios der bekannteren Künstler wie Claudy Khan, Henri Kalama Akulez und Lema Kusa.

    Die traditionellen und auch modernen Kulturformen des Landes werden seit November 2019 im neuen Nationalmuseum in Kinshasa präsentiert. Die bedeutendste Sammlung der materiellen und immateriellen Kultur des Kongo besitzt noch immer das Afrikamuseum in Belgien.

    Musik

    Die Musik des Landes war schon immer sehr vielfältig. Sie hat einen langen Entwicklungsprozess zu ihrer heutigen Form hinter sich:

    In der präkolonialen Zeit gab es in der Demokratischen Republik Kongo sehr viele verschiedene Arten der traditionellen afrikanischen Musik, welche von Region zu Region variierten und sich meist in religiösen Gesängen ausdrückten. Diese besaßen Tonsysteme mit fünf-, sechs- und siebentönigen Tonleitern.

    Während der Kolonialzeit bildete sich dann in den 1920er Jahren eine größere Musikszene in der Koloniehauptstadt Léopoldville (heute Kinshasa). Sie bestand sowohl aus Kongolesen als auch aus westafrikanischen Ausländern wie den Hausa und französischen und US-amerikanischen Soldaten. So bildete sich nach und nach der Soukous-Musikstil heraus, welcher auch heute noch typisch für die Kongoregion ist. Neben dem Gesang waren die damals wichtigsten Instrumente Gitarre, Schlagzeug, Akkordeon und Klarinette. Nach und nach kamen Saxophone, Trommeln und später E-Gitarren hinzu. Es entstand auch ein Soukous-Tanz, welcher vor allem vom Rumba-Tanz inspiriert wurde. Der bekannteste kongolesische Sänger der 1950er Jahre war Wendo. Er veröffentlichte den Hit Marie-Louise, der von vielen als Ausgangspunkt für die moderne kongolesische Musik gesehen wird.

    Nach der Unabhängigkeit des Landes 1960 entstanden immer mehr kleinere Musikgruppen in Léopoldville, die das Musikgeschäft stetig wachsen ließen. Bands wie African Jazz und OK Jazz erreichten europaweite Bekanntheit und tourten vor allem durch Belgien. In den 1970er Jahren begann aber die Phase der Zaiko-Generation, welche vor allem gitarrenlastig war und von Musikern wie Papa Wemba oder der Musikgruppe Madilu System vertreten wurde.

    Auch heute noch treten die bekanntesten Musikgruppen des Landes auch international auf, doch der Musikstil hat sich weiter gewandelt: Neben der besonders in kongolesischen Diskotheken beliebten schnellen Soukous-Variante N’dombolo, zu der sehr körperbetont getanzt wird, gibt es erfolgreiche kongolesische Weltmusik-Gruppen. Zu ihnen zählt die Band Staff Benda Bilili, die 2009 auf der World Music Expo den Künstler-Preis für Weltmusik gewann. Die Gruppe wurde wie das Orchestre Symphonique Kimbanguiste durch einen Dokumentarfilm bekannt. Beim Orchestre Symphonique Kimbanguiste handelt es sich um das einzige Symphonieorchester Zentralafrikas. Einem breiteren Publikum in Europa ist der kongolesische Sänger und Tänzer Jessy Matador bekannt, seit er für Frankreich beim Eurovision Song Contest 2010 auftrat. Er verkörpert die moderne kongolesische Popmusik. In Gbadolite, einer Stadt im Norden des Landes und nahe dem Fluss Ubangi, in der Präsident Mobutu einen neuen Regierungs-Palast erbauen ließ, ließ Mobutu eine wertvolle Orgel aus Deutschland in die Kirche, die unmittelbar neben dem Palast liegt, von der bekannten Orgelbauwerkstatt Oberlinger aus Windesheim einbauen. Die berühmtesten Organisten der Welt wurden zu Konzerten eingeladen und die Bevölkerung war begeistert als sie das erste Mal Werke von Johann Sebastian Bach oder Max Reger hörten.

    Kino

    Erste Filmstudios entstanden bereits in der Zeit der belgischen Kolonialherrschaft. Aufgrund des Mangels an finanziellen Mitteln und technischer Ausrüstung sind Filmproduktionen in der DR Kongo gering geblieben. Lediglich zwei kongolesische Regisseure konnten beim Panafrikanischen Film- und Fernsehfestival eine Auszeichnung gewinnen, nämlich Kwamy Mambu Nzinga und Mwenze Ngangura.

    Sport

    Fußball

    Der dominierende Sport in der Demokratischen Republik Kongo ist der Fußball. Obwohl die Stadien häufig in einem sehr schlechten Zustand sind, sind Fußballspiele in der Lage, eine große Anzahl an Zuschauern anzuziehen. Die größten Erfolge der Nationalmannschaft des Landes liegen indes schon weit zurück: Die Auswahl gewann die Afrikameisterschaften von 1968 und 1974; 1974 war das damalige Zaire zudem der erste schwarzafrikanische Teilnehmer bei einer Fußballweltmeisterschaft, blieb dort aber chancenlos. Angesichts der wenigen Aufstiegsmöglichkeiten versuchen die kongolesischen Fußballer, im Ausland bei einem Club anzuheuern. Zu jenen, die dabei Glück und Erfolg hatten, gehörten Muntubile Santos und Eugène Kabongo in den 1980er Jahren. Eine nationale Fußballliga gibt es in der Demokratischen Republik Kongo nicht. Der Versuch, eine landesweite Liga zu etablieren, wurde in den 1980er Jahren zwar unternommen, nach zwei Spielzeiten jedoch aufgegeben. Die Infrastruktur erwies sich als zu schwach, die Distanzen zu groß und die finanziellen Möglichkeiten zu gering. Der Landesmeister wird deshalb in regionalen Ligen ermittelt, deren beste Mannschaften im K.O.-System gegeneinander um die Coupe du Congo spielen. Der derzeit mit Abstand erfolgreichste Fußballverein des Kongo ist Tout Puissant Mazembe aus Lubumbashi. Der Club, der Mois Katumbi, dem reichen Gouverneur der Provinz Katanga, gehört, gewann in den Jahren 2009 und 2010 die CAF Champions League und zog 2010 als erste afrikanische Fußballmannschaft überhaupt ins Finale der FIFA-Klub-Weltmeisterschaft ein. Außer Mazembe konnten der AS Vita Club und der Daring Club Motema Pembe die CAF Champions League gewinnen. Andere bekannte Vereine sind der FC Bilima, FC Saint Eloi Lupopo und Lubumbashi Sport. Das mit einer Kapazität von 80.000 Plätzen mit Abstand größte Stadion des Landes ist das Stade des Martyrs. Dort tragen die Hauptstadtvereine Daring Club Motema Pembe und Inter Kinshasa Fußballspiele aus.

    Andere Sportarten

    Weitere Sportarten spielen eine untergeordnete Rolle. International konnte die Basketballmannschaft der Damen auf sich aufmerksam machen. Des Weiteren genießen Boxen und Catchen eine gewisse Popularität.

    1968 nahmen erstmals Athleten Zaires an den Olympischen Sommerspielen teil. Danach kam es 1984 wieder zu einer Teilnahme. Seitdem nehmen Athleten der DR Kongo und ihrer Vorgängerstaaten ununterbrochen an den Sommerspielen teil, ohne allerdings dabei eine Medaille errungen zu haben.

    In der Zeit der Diktatur von Mobutu Sese Seko wurden Sportereignisse auch zu Propagandazwecken benutzt, um die Macht Mobutus zu stärken und dem Staat Zaire internationale Anerkennung zu sichern. Hierfür ist vor allem der Boxkampf Rumble in the Jungle zwischen George Foreman und Muhammad Ali zu nennen, der 1974 im Stade Tata Raphaël in Kinshasa stattfand. Es war das erste weltweit beachtete Sportereignis auf afrikanischem Boden.

    Feiertage

    Zur Erinnerung an die Unabhängigkeit von Belgien 1960 wird am 30. Juni der Jour de l’Indépendance gefeiert. Dies ist der Nationalfeiertag der Demokratischen Republik Kongo, insgesamt gibt es aber neben diesem eine Reihe weiterer gesetzlicher Feiertage, an denen die meisten öffentlichen Institutionen und Geschäfte geschlossen bleiben:

    Datum Name Deutscher Name Anmerkungen
    1. Januar Jour de l’An Neujahr
    4. Januar Tag der Märtyrer Erinnerung an die Unruhen in Léopoldville am 4. Januar 1959
    1. Mai Fête du travail Tag der Arbeit
    20. Mai Tag der Partei
    24. Mai Tag der Fischer
    30. Juni Jour de l’Indépendance Unabhängigkeitstag Nationalfeiertag
    1. August Tag der Eltern
    14. Oktober Tag der Jugend
    25. Dezember Noël Weihnachtsfeiertag
    Portal: Demokratische Republik Kongo – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Demokratische Republik Kongo
    • Andrea Böhm: Gott und die Krokodile. Eine Reise durch den Kongo. Pantheon Verlag, München 2011, ISBN 978-3-570-55125-7.
    • Tom Burgis: Der Fluch des Reichtums – Warlords, Konzerne, Schmuggler und die Plünderung Afrikas. Westend, Frankfurt 2016, ISBN 978-3-86489-148-9.
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    • Dominic Johnson: Kongo. Kriege, Korruption und die Kunst des Überlebens. 2., aktualisierte Auflage. Brandes & Apsel, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-86099-743-7.
    • Lara Jüssen: Kriegsökonomie in der Demokratischen Republik Kongo. Tectum Verlag, Marburg 2007, ISBN 978-3-8288-9327-6.
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    Wiktionary: Demokratische Republik Kongo – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
    Commons: Demokratische Republik Kongo – Sammlung von Bildern
    Wikimedia-Atlas: Demokratische Republik Kongo – geographische und historische Karten
    • (französisch)
    • der GIZ
    • des Auswärtigen Amtes
    • (französisch, niederländisch, englisch)
    • (Blog von Dominic Johnson)
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    Politische Gliederung Afrikas

    Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen
    Ägypten (auch in Asien) | Algerien | Angola | Äquatorialguinea | Äthiopien | Benin | Botswana | Burkina Faso | Burundi | Dschibuti | Elfenbeinküste | Eritrea | Eswatini | Gabun | Gambia | Ghana | Guinea | Guinea-Bissau | Kamerun | Kap Verde | Kenia | Komoren | Demokratische Republik Kongo | Republik Kongo | Lesotho | Liberia | Libyen | Madagaskar | Malawi | Mali | Marokko | Mauretanien | Mauritius | Mosambik | Namibia | Niger | Nigeria | Ruanda | Sambia | São Tomé und Príncipe | Senegal | Seychellen | Sierra Leone | Simbabwe | Somalia | Südafrika | Sudan | Südsudan | Tansania | Togo | Tschad | Tunesien | Uganda | Zentralafrikanische Republik

    Abhängige Gebiete
    Îles Éparses | Kanarische Inseln | Madeira | Mayotte | Plazas de soberanía (mit Ceuta und Melilla) | Réunion | St. Helena, Ascension und Tristan da Cunha

    Umstrittene Gebiete
    Demokratische Arabische Republik Sahara | Somaliland

    -2.333333333333322.8Koordinaten:S,23° O

    Normdaten (Geografikum): GND:(, ) | LCCN: | NDL: | VIAF:

    Demokratische Republik Kongo
    demokratische, republik, kongo, staat, zentralafrika, sprache, beobachten, bearbeiten, deutsch, ˈkʰɔŋgo, französisch, ˈgo, abgekürzt, kongo, 1971, 1997, zaire, zaïre, auch, bekannt, kongo, kinshasa, oder, einfach, kongo, eine, republik, zentralafrika, grenzt, . Demokratische Republik Kongo Staat in Zentralafrika Sprache Beobachten Bearbeiten Die Demokratische Republik Kongo deutsch ˈkʰɔŋgo franzosisch kɔ ˈgo abgekurzt DR Kongo von 1971 bis 1997 Zaire frz Zaire auch bekannt als Kongo Kinshasa oder einfach Kongo ist eine Republik in Zentralafrika Sie grenzt von Norden im Uhrzeigersinn an die Zentralafrikanische Republik den Sudsudan Uganda Ruanda Burundi Tansania Sambia Angola den Atlantik und die Republik Kongo Die DR Kongo ist an Flache der hinter Algerien zweitgrosste und an Bevolkerung der viertgrosste Staat Afrikas Das Land wird vom Aquator durchzogen es herrscht ein tropisches Klima Grosse Teile des Staatsgebietes sind von tropischem Regenwald bedeckt Republique Democratique du Congo franzosisch Republiki ya Kongo Demokratiki Lingala Ditunga dia Kongu wa Mungalaata Tschiluba Republika ya Kongo ya Dimokalasi Kikongo ya leta Jamhuri ya Kidemokrasia ya Kongo Swahili Demokratische Republik KongoFlagge WappenWahlspruch Paix Justice Travail franzosisch fur Friede Gerechtigkeit Arbeit Amtssprache Franzosischdaneben Kikongo Lingala Swahili und Tschiluba als NationalsprachenHauptstadt KinshasaStaats und Regierungsform semiprasidentielle RepublikStaatsoberhaupt Prasident Felix TshisekediRegierungschef Premierminister Jean Michel Sama LukondeFlache 2 344 858 1 km Einwohnerzahl 91 9 Mio 2 Bevolkerungsdichte 43 Einwohner pro km Bevolkerungs entwicklung 3 2 3 pro JahrBruttoinlandsprodukt Total Nominal Total KKP BIP Einw Nominal BIP Einw KKP 2019 4 5 49 81 Mrd US 89 99 31 Mrd US 92 509 US 187 1 015 US 189 Index der menschlichen Entwicklung 0 48 175 2019 6 Wahrung Kongo Franc CDF Unabhangigkeit 30 Juni 1960 1 von Belgien National hymne Debout CongolaisNationalfeiertag 30 Juni Unabhangigkeitstag 1 Zeitzone UTC 1 UTC 2Kfz Kennzeichen CGO 7 ISO 3166 CD COD 180 8 Internet TLD cd 1 Telefonvorwahl 243 1 Vorlage Infobox Staat Wartung NAME DEUTSCH Kinshasa Bandundu Matadi Mbandaka Kananga Mbuji Mayi Lubumbashi Kindu Goma Kisangani Bukavu Margherita Peak ANGOLA KONGO KAMERUN GABUN ZENTRALAFRIKANISCHE REPUBLIK SUDSUDAN UGAN DA TANSA NIA RUANDA BURUNDI SAMBIA ATLANTIK Tanganjika see Mwerusee Albertsee Die fast 100 Millionen Einwohner lassen sich in mehr als 200 Ethnien einteilen Es gibt eine grosse Sprachenvielfalt die Verkehrssprache ist Franzosisch Etwa die Halfte der Einwohner bekennt sich zur katholischen Kirche die andere Halfte verteilt sich auf Kimbanguisten andere christliche Kirchen traditionelle Religionen und den Islam Die Hauptstadt Kinshasa gilt mit uber 13 Millionen Einwohnern als drittgrosste Stadt Afrikas Stadte mit uber einer Million Einwohnern sind Lubumbashi Mbuji Mayi Mbandaka Kananga und Kisangani Das Gebiet des heutigen Staates kam 1885 unter belgische Kolonialherrschaft Die Herrschaft des belgischen Konigs Leopold II gilt als eines der grausamsten Kolonialregime Nach der Unabhangigkeit 1960 wurde das Land nach mehrjahrigen innenpolitischen Konflikten 32 Jahre lang von Mobutu Sese Seko diktatorisch regiert 1997 wurde Mobutu von dem Rebellenchef Laurent Desire Kabila gesturzt Auf den Machtwechsel folgte ein weiterer Burgerkrieg der aufgrund der Verwicklung zahlreicher afrikanischer Staaten als Afrikanischer Weltkrieg bekannt wurde 2002 wurde ein Friedensabkommen unterzeichnet Im Osten des Landes finden aber bis heute weiterhin Kampfe statt Erstmals seit 1965 fanden 2006 freie Wahlen statt Trotz seines Rohstoffreichtums zahlt der Staat bedingt durch jahrzehntelange Ausbeutung Korruption jahrelange Kriege und standige Bevolkerungszunahme heute zu den armsten Landern der Welt Inhaltsverzeichnis 1 Landesnamen 2 Naturraum 2 1 Geographie 2 2 Klima 2 3 Flora und Fauna 3 Geschichte 3 1 Vorkoloniale Geschichte 3 2 Kongo Freistaat Belgische Kolonialzeit 3 3 Unabhangigkeit und Kongokrise 3 4 Diktatur Mobutu 3 5 Kongokriege 3 6 Nachkriegszeit 3 7 Konflikt im Ostkongo 4 Bevolkerung 4 1 Stadtentwicklung 4 2 Ethnien 4 3 Sprachen 4 4 Religionen 4 4 1 Indigene Religionen 4 4 2 Katholische Kirche 4 4 3 Protestantische Kirchen 4 4 4 Afrikanische Kirchen 4 5 Soziale Situation 4 5 1 Sozialsystem 4 5 2 Gesundheit 4 6 Bildung 4 6 1 Schulen 4 6 2 Universitaten 4 7 Arbeitsmarkt 5 Politik 5 1 Politisches System 5 2 Verfassung 5 3 Wahlen 5 4 Regierung 5 4 1 2006 bis 2012 5 4 2 Seit 2012 5 5 Menschenrechte 5 6 Mitgliedschaft in internationalen Organisationen 6 Militar 7 Verwaltungsgliederung 8 Wirtschaft 8 1 Wirtschaftsgeschichte 8 2 Kennzahlen 8 3 Rohstoffe 8 3 1 Bergbau 8 3 1 1 Allgemeines 8 3 1 2 Coltan Thematik 8 3 2 Erdol 8 4 Landwirtschaft 8 5 Industrie 8 6 Finanz und Bankensektor 8 7 Aussenhandel 8 8 Staatshaushalt 9 Infrastruktur 9 1 Strassenverkehr 9 2 Schienenverkehr 9 3 Schiffsverkehr 9 4 Flugverkehr 9 5 Energie und Wasserversorgung 9 6 Internet und Telekommunikation 10 Kultur 10 1 Literatur 10 2 Medien 10 2 1 Fernsehen und Horfunk 10 2 2 Printmedien 10 3 Kuche 10 4 Kunst 10 5 Musik 10 6 Kino 10 7 Sport 10 7 1 Fussball 10 7 2 Andere Sportarten 10 8 Feiertage 11 Siehe auch 12 Literatur 13 Weblinks 14 EinzelnachweiseLandesnamen BearbeitenDer Name der Demokratischen Republik Kongo anderte sich in der Vergangenheit mehrmals Zeitweise verwendete das Land die gleiche amtliche Bezeichnung wie der Nachbarstaat Republik Kongo Die folgende Tabelle gibt einen Uberblick uber die historischen Bezeichnungen Historische Namensgebung der Territorien des Kongoehemalige Belgische Kolonie ehemalige Franzosische Kolonie A ehemaliges Portugiesisches Protektoratab 1877 kolonialisiert 1880er kolonialisiert G ab 1885 Portugiesisch Kongoab 1885 Kongo Freistaat ab 1903 Mittelkongoab 1908 Belgisch Kongo 1910 Franzosisch Kongoab 1958 Republik Kongo 1956 Portugiesisch Kongo unter gemeinsamer Verwaltung mit Angola30 Juni 1960 Unabhangigkeit 15 August 1960 Unabhangigkeit1960 Republik Kongo genannt Kongo Leopoldville 1960 Proklamation der Freien Republik Kongo durch lumumbistische Aufstandische von 26 Staaten anerkannt nach etwa einem Jahr von Regierungstruppen zerschlagen 1960 Kongolesische Republik genannt Kongo Brazzaville 1961 Bundesrepublik Kongo genannt Kongo Leopoldville 9 10 1964 Proklamation der Volksrepublik Kongo durch Aufstandische in Stanleyville nur von 7 Staaten anerkannt nach wenigen Monaten von Regierungstruppen zerschlagen 1964 Demokratische Republik Kongo genannt Kongo Leopoldville 11 1965 Republik Kongo genannt Kongo Brazzaville 1966 Demokratische Republik Kongo genannt Kongo Kinshasa 1971 Republik Zaire 1969 Volksrepublik Kongo 1974 Portugiesisch Kongo von Angola besetzt1991 92 Kongo Zaire Verfassungsentwurf der von Mobutu suspendierten Nationalen Souveranen Konferenzseit 1997 Kongo Demokratische Republik Demokratische Republik Kongo seit 1991 Kongo Republik Republik Kongo seit 1975 Cabinda Provinz Exklave von Angola Angola A als Teil von Franzosisch Aquatorialafrika G 1888 1910 auch Gabun Teil von Franzosisch KongoNaturraum BearbeitenGeographie Bearbeiten Der Kongo Fluss Die vergletscherte Margherita Spitze des Ruwenzori Massivs des hochsten Berges sowohl Kongos als auch Ugandas Der bestandig brodelnde Lavasee im Krater des Nyiragongo einer der Virunga Vulkane mit einem Durchmesser von ca 200 m der grosste der Erde Sein letzter Ausbruch war im Jahr 2021 Die Demokratische Republik Kongo umfasst als zweitgrosster Staat Afrikas eine Flache von 2 344 885 km und ist somit 6 6 mal so gross wie Deutschland und 76 4 mal so gross wie die ehemalige Kolonialmacht Belgien Sie liegt in Zentralafrika am Aquator Weil Flora und Fauna sehr vielfaltig sind besitzt das Land ein sehr hohes naturraumliches Potenzial Deshalb ist die Meinung vieler Experten dass die Demokratische Republik Kongo heute einer der fuhrenden afrikanischen Staaten ware hatte es keine Kolonialausbeutung und ethnischen Konflikte gegeben 12 Rund 60 Prozent des Landes nimmt das Kongobecken mit seinen tropischen Regenwaldern ein Es ist in allen Richtungen von Bergzugen mit Hohen von 500 bis 1000 Metern begrenzt Im Suden wird es vom Katanga Bergland fruhere Bezeichnung Shaba Bergland begrenzt das Teil der Lundaschwelle ist Im Suden und Osten des Landes steigen die Bergzuge zu Hochgebirgen auf wie die Mitumba Berge und die Kundelungu Berge im Suden und die Zentralafrikanische Schwelle und Virunga Vulkane im Osten Sie erreichen Hohen von bis zu 4500 Metern und sind reich an Bodenschatzen wie Kupfer und Uran Die hochste Erhebung ist mit 5109 Metern der Margherita Peak im Ruwenzori Gebirge an der Grenze zu Uganda Der grosste und langste Fluss der durch die Demokratische Republik Kongo fliesst ist der Kongo mit 4374 Kilometern Lange Er ist nach dem Nil der zweitlangste Fluss des afrikanischen Kontinents Gemessen an seiner Wasserfuhrung von 39 160 m s ist er der grosste Fluss Afrikas und der zweitgrosste Fluss weltweit Der Kongo entspringt im Suden des Landes in der Provinz Haut Katanga im Mitumba Gebirge und fliesst etwa 1000 Kilometer nach Norden von wo er nach Westsudwesten umgelenkt wird Hier besteht auch ein Binnendelta Anschliessend bildet er die Grenze zwischen der Demokratischen Republik Kongo und der Republik Kongo bevor er schliesslich in den Atlantischen Ozean mundet Zahlreiche Flusse munden in den Kongo Der mit einer Wasserfuhrung von 9 873 m s bei weitem grosste dieser Nebenflusse ist der aus Angola kommende Kasai der ebenfalls mehrere Nebenflusse aufweist und in den Gebirgen im Suden entspringt Ein ebenfalls im Suden entspringender linker Nebenfluss des Kongo der Lomami hat sein Quellgebiet in der Provinz Haut Lomami Der grosste von Norden kommende Zufluss des Kongos ist der Ubangi der nahezu uber seine gesamte Lange die Grenze zur Zentralafrikanischen Republik und zur Republik Kongo bildet Die 40 Kilometer lange Kuste nordlich der Kongomundung in den Ozean stellt die einzige Offnung zum Atlantischen Ozean dar Hier liegen die beiden Hafenstadte Muanda und Banana ausserdem befinden sich dort Erdolvorkommen Im Osten des Landes befindet sich die Seenkette des Grossen Afrikanischen Grabens die die Ostgrenze bildet Dazu gehoren unter anderem von Nord nach Sud der Albertsee Eduardsee Kiwusee und Tanganjikasee Sie birgt daruber hinaus bedeutende Bodenschatze Hier wurde beispielsweise Erdgas gefunden im Osten und Nordosten auch Gold und Zinn 13 Die Oxisolboden im Kongobecken sind oft stark verwittert und weisen nur eine geringe Fruchtbarkeit auf wahrend die hoher gelegenen Gebiete im Norden und Suden fruchtbar sind und zum Ackerbau genutzt werden Klima Bearbeiten Klimadiagramm Kinshasa Klimadiagramm Kisangani In der Demokratischen Republik Kongo herrscht aufgrund der geographischen Lage ein Aquatorialklima vor In den meisten Landesteilen gibt es daher ein sehr warmes tropisches Feuchtklima mit einer Durchschnittstemperatur von rund 20 C in der Trockenzeit und rund 30 C in der Regenzeit Das Klima wird relativ wenig durch Jahreszeiten wie Trocken und Regenzeit beeinflusst Dennoch gibt es wegen der sehr grossen Landesflache regionale Disparitaten 14 Durch die nordliche Landesmitte in welcher die Stadte Mbandaka und Kisangani liegen verlauft der Aquator In diesem rund 300 Kilometer breiten Gebiet gibt es das ganze Jahr uber heftige Regenfalle die durchschnittlich rund 1500 2000 mm betragen wahrend die Temperatur konstant bei rund 26 C bleibt Kinshasas Klima ist gekennzeichnet durch eine Jahresdurchschnittstemperatur von uber 25 C sowie einer Wechselfolge zwischen den Trockenzeiten vier Monate insgesamt und den Regenzeiten welche ihre extremste Auspragung in den Monaten November und April haben Im ganzen Jahr fallen in Kinshasa insgesamt rund 1400 mm Regen Im Norden des Landes lasst der grosse Waldflachenanteil der typisch fur das Aquatorialklima ist Platz fur eine Baumsavanne Dort beginnt die Trockenzeit gegensatzlich zum Suden meist zwei bis drei Monate vor dem Jahreswechsel und endet rund zwei bis drei Monate nach dem Jahreswechsel Deshalb fallen hier rund 90 der Jahresniederschlage in der Zeit zwischen Marz und November 15 Im Suden beginnt eine Zone des tropischen Klimas die mit einer Trockenzeit drei bis sechs Monate meist Mai bis September und einer Regenzeit sechs bis neun Monate meist Oktober bis April ausgepragte Jahreszeiten aufweist So gibt es zum Beispiel in Lubumbashi in der Provinz Haut Katanga sogar sechs Monate relativer Trockenheit und sehr ausgepragte Tages Nacht Temperaturschwankungen Der gebirgige Ostteil des Landes ist von Hohenklima gepragt und deutlich kuhler im Vergleich zu den anderen Gebieten Da die Temperatur dort pro 80 Hohenmeter um durchschnittlich 1 C sinkt kann man namhafte klimatische und okologische Unterschiede beim Anstieg der Gebirge im Nationalpark Virunga und der Gefalle des Ruwenzori Gebirges feststellen An den hochsten Punkten dieser Gebiete ist sogar Schneefall nicht ungewohnlich Hier fallen auch die meisten Niederschlage des Landes Es gibt auch eine kleine Zone maritimen Klimas Im kleinen Kustengebiet im aussersten Westen wo auch der Kongo Fluss mundet senkt der kalte Benguelastrom Temperatur und Niederschlagsmenge deutlich ab sodass es beispielsweise in der Stadt Boma im Jahr durchschnittlich weniger als 800 mm Niederschlag gibt 16 Flora und Fauna Bearbeiten Der Fluss Lulilaka im Nationalpark Salonga In der Demokratischen Republik Kongo liegen die grossten noch existierenden Regenwaldgebiete Afrikas Da dort neben einer sehr grossen Artenvielfalt und Biodiversitat ausgesprochen viele endemische Arten Gattungen und Familien von Pflanzen und Tieren und vielfaltige Okosysteme vorkommen wird der Staat zu den Megadiversitatslandern dieser Erde gerechnet Das Ruwenzori Gebirge wird aufgrund der grossen Gefahrdungslage als Hotspot der Biodiversitat gefuhrt Rund zwei Drittel der Landesflache sind von tropischem Regen und Hohenwald bedeckt In hoheren Lagen in Aquatornahe gibt es vor allem Bergregenwald Wolken und Nebelwald Hier findet man vorrangig Baume und Pflanzen mit langen Stammen dunner Baumrinde und festen Blattern Beispiele hierfur sind der Gummibaum und Hartholzpflanzen wie der Teakbaum und Mahagonigewachse Ausserdem gibt es dort Olpalmen Wurgefeigen und Aufsitzerpflanzen wie Orchideen Nordlich und sudlich der Regenwaldregion befinden sich 200 und 500 Kilometer breite Streifen mit Feuchtsavanne Diese Verteilung ist niederschlagsbedingt und grundet sich auf die innertropische Konvergenzzone ITC Eine im Feuchtsavannengebiet vorkommende Pflanzengattung ist die Wolfsmilch Die Feuchtsavanne geht schliesslich in die Trockensavanne mit Miombowaldgebieten uber Die typische Vegetation besteht dort hauptsachlich aus Akazien und Sukkulenten Berggorillas im Nationalpark Virunga Obwohl einige Saugetiere wie der Lowe der Leopard das Nashorn der Elefant das Zebra der Schakal die Hyane sowie eine Reihe von Antilopenarten bevorzugt in den Savannenregionen leben gibt es vor allem durch den hohen Waldanteil mit insgesamt 415 sehr viele verschiedene Saugetierarten im Land 13 Insbesondere funf als UNESCO Welterbe ausgezeichnete Schutzgebiete die vier Nationalparks Garamba Kahuzi Biega Salonga und Virunga sowie das Okapi Wildtierreservat stellen einen wichtigen Lebensraum fur viele Saugetiere wie Bonobos Ostliche Gorillas Okapis und Afrikanische Buffel dar Besonders die Vielfalt an Menschenaffen ist bemerkenswert Die Demokratische Republik Kongo beherbergt als weltweit einziges Land drei Menschenaffenarten neben Gorillas und Bonobos auch Schimpansen Diese sind dort allerdings kaum noch aufzufinden und akut vom Aussterben bedroht Auch die Lage der Bonobos ist bedrohlich der Bestand der Tierart welche man nirgendwo sonst weltweit in Freiheit beobachten kann wird derzeit auf rund 3000 Tiere im Staatsgebiet geschatzt Vor den 1980er Jahren lag diese Zahl bei uber 100 000 Hauptgrund des Aussterbens der Menschenaffen sind Wilderer die das Bushmeat als Delikatesse in den Stadten verkaufen 15 Kongolese mit Gewehr auf der Jagd nahe Yangambi Auch bei anderen Saugetieren besteht das Problem des Artensterbens Doch im Gegensatz zur Delikatesse Affenfleisch werden andere bedrohte Tierarten vor allem aufgrund des immensen Proteinbedarfs der wegen der sehr hohen Fertilitatsrate der Frauen schnell wachsenden Bevolkerung gejagt Oftmals ist das Jagen geschutzter Tierarten fur Landesbewohner uberlebenswichtig Doch auf diese Weise schrumpften die Bestande mancher Wildtierarten so sehr dass einige Arten laut Forschungsprognosen schon in rund 50 Jahren ausgestorben sein konnten 17 Auch die anderen Tierklassen lassen sich in grosser Zahl finden Es gibt 268 verschiedene Reptilienarten und je uber eintausend Fisch und Vogelarten Sehr gross ist auch die Anzahl an Insektenarten So gibt es allein uber 1300 verschiedene Arten von Schmetterlingen In keinem anderen Land weltweit ist dieser Wert grosser 18 Geschichte Bearbeiten Hauptartikel Geschichte der Demokratischen Republik Kongo Vorkoloniale Geschichte Bearbeiten Der Mani Kongo Herrscher des Kongo Reiches gewahrt portugiesischen Seefahrern um Diogo Cao und Emissaren eine Audienz Radierung von Johann Theodor de Bry aus dem Buch Indias Orientais 1597 Die Urbevolkerung des heutigen Staates bestand aus Pygmaen welche heute nur noch eine kleine Minderheit darstellen Uber Jahrhunderte hinweg wanderten Bantuvolker ein Es entstanden verschiedene Gesellschaftsformen von Jagern und Sammlern uber Ackerbaubevolkerungen bis hin zu grosseren Staatswesen Unter den dortigen Staaten trat insbesondere das im 14 Jahrhundert gegrundete Konigreich Kongo eines der grossten afrikanischen Staatswesen uberhaupt hervor Im 15 Jahrhundert erkundeten portugiesische Seefahrer um Diogo Cao das Gebiet der Kongomundung und nahmen 1491 diplomatische Beziehungen zum Kongoreich auf Konig Nzinga a Nkuwu 1509 spater auch Joao I von Kongo liess sich taufen und entsandte Emissare nach Lissabon Es begann eine kurze Phase annahernd gleichberechtigten Umgangs zwischen dem Kongo und Portugal In der Neuzeit lieferte das Kongoreich Sklaven in die amerikanischen Kolonien die Einnahmen aus dem Sklavenhandel liessen eine reiche Oberschicht in den afrikanischen Hafenstadten entstehen Vom 16 Jahrhundert an war das Kongoreich im Niedergang begriffen Bis zum Ende des 17 Jahrhunderts erfolgte die vollige Zerstorung des Konigreiches sowie seine Ausbeutung und Plunderung durch Sklavenjager Nach diesem Zerfall wurde die portugiesischen Vorherrschaft durch die der Niederlander und Briten abgelost Am Anfang des 18 Jahrhunderts war das Kongoreich fast vollstandig zerfallen 1866 zogen die letzten Portugiesen ab J 1 In den 1870er Jahren bereiste der Waliser Henry Morton Stanley als erster Europaer das Hinterland Er schlug vor den Kongo dem britischen Kolonialreich anzugliedern Die britische Regierung lehnte dies ab weil sie sich vor allem fur die Nilquellen interessierte J 2 Kongo Freistaat Belgische Kolonialzeit Bearbeiten Der belgische Konig Leopold II jedoch von dem Gedanken an ein Kolonialreich seit langem fasziniert wollte die Gelegenheit nutzen 1885 vereinnahmte Leopold den Kongo im Nachgefolge der Kongokonferenz als seinen Privatbesitz Nominell war der neu geschaffene Staat vollstandig selbststandig gegenuber der Kolonialmacht Belgien Der Kongo Freistaat besass eine eigene Regierung in Boma die nur Leopold Rechenschaft abzulegen hatte eine eigene Armee die Force Publique sowie eigene diplomatische Vertretungen in anderen Staaten Die einheimische Bevolkerung war von den politischen und militarischen Eliten des Staates ausgeschlossen Dieser Status jenseits allen Volkerrechts war in der ganzen Kolonialgeschichte einzigartig Da mit dem Kongo zugleich auch alle seine Bewohner als rechtloser Privatbesitz angesehen wurden kam es bei der wirtschaftlichen Ausbeutung Kautschukboom zu solch grausamen Exzessen dass sie als so genannte Kongograuel 1908 international fur Aufsehen und Emporung sorgten und Leopold zur Ubergabe des Kongo als normale Kolonie an den belgischen Staat zwangen Zwar verbesserten sich die Verhaltnisse nun ein wenig aber nach wie vor wurden der Kongo und seine Bevolkerung von der autoritaren Kolonialmacht Belgien ausgebeutet Die Demokratische Republik Kongo wurde ursprunglich als Belgisch Kongo von einer gesetzgebenden Versammlung und regionalen Versammlungen verwaltet in denen nur von Kolonialbehorden ernannte Europaer sassen Gegen Ende der 1950er Jahre gab es zwar eine grossere Beteiligung von Afrikanern aber bis zur Unabhangigkeit als die Kolonie in Zaire umbenannt wurde kein volles Wahlrecht 19 Mit den weltweit in den Kolonien zunehmenden Unabhangigkeitsbestrebungen wuchs auch im Kongo der Druck nach staatlicher Selbstbestimmung Nach ersten Unruhen in der Hauptstadt Leopoldville und unter dem Druck der Weltoffentlichkeit zog sich Belgien Anfang 1959 schlagartig aus dem Kongo zuruck und hinterliess ein Chaos Unabhangigkeit und Kongokrise Bearbeiten Hauptartikel Kongokrise Am 30 Juni 1960 wurde die Republik Kongo unabhangig Joseph Kasavubu Fuhrer der Alliance des Bakongo ABAKO wurde Staatsprasident Der bedeutende Panafrikanist und Fuhrer der kongolesischen Unabhangigkeitsbewegung Patrice Lumumba wurde der erste Ministerprasident des jungen Landes das er allerdings aufgrund mangelnder Fachkrafte und angesichts sezessionistischer Bestrebungen insbesondere in der Provinz Katanga nicht zusammenzuhalten vermochte Insbesondere die kontinuierlichen Interventionen Belgiens der USA aber auch der Sowjetunion fuhrten zu einem allmahlichen Zerreissen der jungen Nation Lumumba wurde schliesslich vom Militar abgesetzt und verhaftet Zwar konnte er der Haft kurz entfliehen wurde aber kurze Zeit spater wieder ergriffen seinem Gegner Moise Tschombe dem Sezessionistenfuhrer in Katanga ausgeliefert und anschliessend ermordet Eine Beteiligung der CIA sowie des belgischen Geheimdienstes wurde im Jahr 2000 bestatigt 20 weswegen die belgische Generalstaatsanwaltschaft 2012 ein Ermittlungsverfahren eroffnete 21 Diktatur Mobutu Bearbeiten Hauptartikel Zaire Mobutu Sese Seko 1930 1997 2 v l neben ihm Richard Nixon 1965 putschte der fruhere Assistent Lumumbas Joseph Mobutu und errichtete in den folgenden Jahrzehnten eine der langsten und korruptesten kleptokratischen Diktaturen Afrikas Moise Tschombe konnte zeitweise uber Teile des Kongos mit einer Soldnerarmee die uberwiegend aus Europaern bestand herrschen Einen Hohepunkt der Soldneraktivitat im Kongo stellt die Besetzung von Bukavu durch Tschombes europaische Soldner von August bis November 1967 dar Mobutu begann eine Afrikanisierung des Landes und versuchte die europaischen Einflusse im Land zu eliminieren Europaische Unternehmen wurden verstaatlicht Das Erlassgesetz zum Referendum Act N 67 223 vom 3 Mai 1967 erkannte das Recht aller Kongolesen unabhangig vom Geschlecht sich am Verfassungsreferendum zu beteiligen an Damit war das Frauenwahlrecht eingefuhrt Das Gesetz uber die Wahlen zur gesetzgebenden Versammlung und den Prasidentenwahlen vom 17 April 1970 gab Mannern und Frauen explizit das passive Wahlrecht wie dies schon in der Verfassung von 1967 vorgesehen gewesen war 22 23 1971 wurde das Land in Zaire umbenannt Mobutu errichtete einen Einparteienstaat mit einem bizarren Personenkult der erhebliche Unterstutzung aus westlichen Landern erhielt und bekampfte dafur den Einfluss der Sowjetunion in Afrika 1977 78 wurde mit internationaler unter anderem belgischer und franzosischer Militarhilfe fur die Regierung Mobutu Sese Seko die Shaba Invasion der Front national de liberation du Congo des Rebellenfuhrers Nathaniel Mbumba aus Angola niedergeschlagen Schlacht um Kolwezi Kongokriege Bearbeiten Machtbereiche im Kongo 2001 Hauptartikel Erster Kongokrieg und Zweiter Kongokrieg Karte der Staaten die am Zweiten Kongokrieg beteiligt waren Unter dem Eindruck des Niedergangs der zairischen Wirtschaft und dem Ende des Ost West Konflikts stimmte Mobutu ab 1990 einer schrittweisen Demokratisierung des Landes zu die aber zu keinem Erfolg fuhrte Das Ende der Diktatur Mobutus begann stattdessen mit dem Volkermord in Ruanda in dessen Folge Hunderttausende der am Volkermord beteiligten Hutu nach Zaire flohen Einer Allianz der neuen ruandischen Tutsi Regierung und verschiedener Mobutu Gegner gelang es schliesslich innerhalb weniger Monate ganz Zaire zu erobern und den schwer kranken und international mittlerweile isolierten Mobutu zu sturzen Der Rebellenchef Laurent Desire Kabila wurde 1997 neuer Prasident und benannte Zaire wieder in Demokratische Republik Kongo um Die einstigen Verbundeten hatten sich rasch zerstritten und 1998 versuchten erneut von Ruanda gestutzte Rebellenorganisationen von Osten aus das Land zu erobern Eine Intervention von Angola und Simbabwe auf Seiten Kabilas konnte den Sturz der Regierung aber abwenden und es entwickelte sich ein jahrelanger Stellungskrieg das Land wurde schliesslich in mehrere Machtbereiche aufgespalten Langwierige Verhandlungen beendeten 2003 den Krieg alle Kriegsparteien bildeten eine gemeinsame Ubergangsregierung Der Kongokrieg hatte schwerwiegende soziookonomische Auswirkungen auf das Land Wirtschaft und Sozialsysteme die bereits vor dem Krieg am Boden lagen brachen vollig zusammen ganze Landstriche wurden weitgehend entvolkert Die Zahl der Opfer ist unbekannt Hochrechnungen gehen von mehr als drei Millionen indirekter Kriegsopfer aus Nachkriegszeit Bearbeiten Fluchtlingslager in Bunia Ituri 2004 Bereits im Januar 2001 fiel Laurent Desire Kabila einem Attentat zum Opfer und sein Sohn Joseph Kabila erbte seine Stellung als Staatsprasident 24 Joseph Kabila gewann schliesslich die im Friedensvertrag vorgesehene Wahl im Jahre 2006 und ist damit erster frei gewahlter Prasident der Demokratischen Republik Kongo seit 1965 Mit Kabila fuhrt zum ersten Mal seit 1960 ein Mann den Staat der zu Gesprachen zur Befriedung und Stabilisierung der Region bereit ist 25 Ihm im Wege steht dabei allerdings der fast vollstandige Zerfall der Infrastruktur Verwaltung und Wirtschaft des Landes und insbesondere die Ausplunderung der ausserst rohstoffreichen Ostprovinzen des Kongo in denen die Zentralregierung fast vollig machtlos ist durch Uganda Ruanda und verschiedene lokale Machthaber Konflikt im Ostkongo Bearbeiten Konfliktregion Ostkongo Hauptartikel Dritter Kongokrieg In den Gebieten Kivu und Ituri im Osten findet auch nach Ende des zweiten Kongokrieges weiterhin ein bewaffneter Konflikt statt weil die dortigen lokalen Milizen nicht an den Friedensverhandlungen beteiligt waren Zwischen August 2007 und Januar 2009 eskalierte der Konflikt Im dritten Kongokrieg kampften in Nordkivu die kongolesischen Streitkrafte UN Truppen der MONUC und Mai Mai Milizen gegen die Rebellen des Nationalkongress zur Verteidigung des Volkes CNDP unter der Fuhrung des Tutsi Laurent Nkunda eines ehemaligen Generals der Rebellenorganisation RCD Nkunda behauptete die lokale Tutsi Bevolkerung gegen die Hutu Extremisten der Demokratischen Krafte zur Befreiung Ruandas FDLR zu verteidigen die auf kongolesischem Gebiet operieren und von Nkunda der Zusammenarbeit mit der kongolesischen Regierung bezichtigt werden Ende 2008 eroberte die CNDP immer grossere Gebiete im Nordkivu Verhandlungen zwischen Regierung und Rebellen unter Vermittlung der UN blieben erfolglos Im Dezember 2008 schlossen die kongolesische Regierung und Ruanda ein Abkommen uber eine gemeinsame Bekampfung der FDLR Ruandische Soldaten marschierten in den Kongo ein und verhafteten Nkunda der wenige Tage zuvor von der CNDP fur abgesetzt erklart worden war Im Marz 2009 unterzeichneten Regierung und CNDP ein Friedensabkommen Hoffnungen dass nach dem Ende der CNDP und der Zusammenarbeit zwischen kongolesischer Regierung und Ruanda im Kampf gegen die FDLR nun auch eine Befriedung der Ostprovinzen moglich sei J 3 26 erfullten sich nicht Ab etwa 2010 operierten Dutzende bewaffneter Gruppierungen in den Kivuprovinzen Deren Starken reichen von wenigen Dutzend bis zu mehreren tausend Kampfern An vielen Gruppen sind desertierte Soldaten der FARDC oder andere Sicherheitskrafte beteiligt Zu den grossten zahlen die FDLR die Raia Mutomboki die Alliance des patriotes pour un Congo libre et souverain und die Nyatura Die Bewegung 23 Marz wurde im April 2012 von ehemaligen Mitgliedern der CNDP aus Unzufriedenheit uber die Umsetzung des Friedensabkommens gegrundet Sie erlangte massgeblich Kontrolle im Territorium Rutshuru und erregte grosses Aufsehen durch die zwischenzeitliche Einnahme der Provinzhauptstadt Goma Nach mehreren gescheiterten Verhandlungsrunden mit der Regierung und der Etablierung einer UN Eingreiftruppe unterlag sie Anfang November 2013 schliesslich militarisch Siehe auch Demokratische Republik Kongo Wahlen Siehe auch Liste von Terroranschlagen in der Demokratischen Republik KongoBevolkerung Bearbeiten Bevolkerungsentwicklung in Millionen Einwohnern 27 Bevolkerungspyramide der DR Kongo 2016 Verteilung der Bevolkerungsdichte nach Provinz 2010 Einwohner pro km gt 100 75 100 50 75 25 50 15 25 lt 15 Boulevard du 30 juin in Kinshasa der mit Abstand grossten Stadt des Landes Die Demokratische Republik Kongo zahlt im Jahr 2020 etwas mehr als 100 Millionen Einwohner und ist damit der viertbevolkerungsreichste Staat Afrikas 28 Die Bevolkerungsdichte ist mit etwas mehr als 43 Einwohner pro km eher gering Das Bevolkerungswachstum zahlt mit uber 3 zu den hochsten der Welt jede Frau bringt durchschnittlich 5 8 Kinder zur Welt wobei der Wert seit einigen Jahren sinkt 29 2019 waren 46 der Bevolkerung unter 15 Jahren alt das Median Alter wurde fur 2020 auf 17 Jahre geschatzt 30 Der Kongo hat damit eine der jungsten Bevolkerungen der Welt Im weltweiten Vergleich hat das Land laut Fund For Peace die problematischste Demografieentwicklung aller Staaten 31 Eine Volkszahlung fand zuletzt 1984 statt Damals lag die Bevolkerungszahl noch bei etwa 30 Millionen seitdem hat sich die Bevolkerungszahl also mehr als verdreifacht Fur Mitte des Jahrhunderts wird deshalb mit fast 200 Millionen Einwohnern in der DR Kongo gerechnet 32 Die Lebenserwartung lag 2019 bei 60 7 Jahren 30 Wahrend der Burgerkriege ab Mitte der 1990er Jahre kam es zu einer bis heute anhaltenden ausgepragten Landflucht zwischen 2005 und 2010 wuchs die Stadtbevolkerung jahrlich im Mittel um 5 1 1 26 Stadtentwicklung Bearbeiten Hauptartikel Liste der Stadte in der Demokratischen Republik Kongo Die mit Abstand grosste Agglomeration des Landes ist die Hauptstadt Kinshasa mit rund 12 Millionen Einwohnern Damit konzentrieren sich 14 der Bevolkerung der Demokratischen Republik Kongo auf dieses Gebiet Neben der Grossregion Kinshasa konzentriert sich die Bevolkerung vor allem auf die Bergbauprovinzen Katanga Kasai Occidental und Kasai Oriental Die Stadtbevolkerung steigt in fast allen Grossstadten des Staates durch anhaltende Landflucht stark an 2015 lebten 42 5 der Einwohner in stadtischen Gebieten die Zuwachsrate betrug zwischen 2010 und 2015 rund 4 jahrlich 1 Im Landesosten konnen die Einwohnerzahlen bedingt durch Fluchtlingsbewegungen erheblich schwanken 2008 waren dort nach UN Angaben zwischen 500 000 und einer Million Menschen auf der Flucht J 4 Die grossten Stadte des Landes Rang Stadt Einwohner 2015 Provinz0 1 Kinshasa 11 587 000 Kinshasa0 2 Lubumbashi 0 2 015 000 Katanga0 3 Mbuji Mayi 0 2 007 000 Kasai Oriental0 4 Mbandaka 0 1 187 837 Equateur0 5 Kananga 0 1 169 000 Kasai Occidental0 6 Kisangani 0 1 040 000 Orientale0 7 Bukavu 00 832 000 Sud Kivu0 8 Tshikapa 00 621 820 Kasai Occidental0 9 Goma 00 461 306 Nord Kivu10 Likasi 00 460 959 Katanga11 Kolwezi 00 454 287 KatangaEthnien Bearbeiten Wahrend der Kolonialzeit wurden auch im Kongo Ethnien konstruiert 33 Einige dieser ethnischen Identitaten beruhen auf pramodernen Stammeszugehorigkeiten andere wie zum Beispiel die Baluba wurden ganzlich neu konstruiert 34 Heute existieren weit mehr als 200 Ethnien in der DRK Von den Angehorigen dieser Ethnien verstehen sich etwa 80 als Bantu Die meisten Bewohner des Landes werden nur einigen wenigen Ethnien zugerechnet davon die vier grossen Bantuvolker die beiden grossten Gruppen sind Bakongo 16 und Baluba 18 daneben sind auch die Mongo 13 und die Banjaruanda 10 zahlenmassig stark Die restlichen 20 der Landesbewohner setzen sich zu 18 aus sudansprachigen Volkern zu 2 aus Niloten und aus 20 000 bis 50 000 Pygmaen zusammen 26 Von den etwa 100 000 Europaern J 5 meist Belgier die zum Zeitpunkt der Unabhangigkeit im Land lebten sind bis heute etwa 20 000 geblieben 26 Bereits vor der Unabhangigkeit schurte die belgische Kolonialmacht Rivalitaten zwischen den Volksgruppen diese werden bis heute als massgebliche Ursache fur die Kriege und Konflikte im Land genannt 35 Im Jahre 2017 waren 0 8 der Bevolkerung im Ausland geboren Im Land leben 280 000 Fluchtlinge aus der Zentralafrikanischen Republik Weitere grossere Auslandergruppen kommen aus Ruanda und Angola 36 37 Sprachen Bearbeiten Verbreitung der vier Nationalsprachen In der Demokratischen Republik gibt es eine Sprachenvielfalt die im Land ahnlich gross ist wie die Vielfalt an Volksgruppen Insgesamt wird die Anzahl der Sprachen und Dialekte des Kongo mit 214 angegeben 35 Aufgrund der kolonialen Vergangenheit nimmt das Franzosische den Rang der Amts Literatur und Bildungssprache ein Daneben gibt es vier offizielle Nationalsprachen Lingala Kikongo ya leta Tschiluba und eine kongolesische Variante des Swahili deren Rechtschreibung 1974 geregelt wurde Auch diese wurden in der Kolonialzeit von Belgien festgelegt um die Sprachenvielfalt zu begrenzen Kikongo ya leta vor allem in den beiden Provinzen Kongo Central und Bandundu 38 39 wahrend Tshiluba vor allem in den beiden Provinzen Kasai Occidental und Kasai Oriental gesprochen wird Der Ursprung des Lingala befindet sich in dem Land selbst Diese Sprache die der Volksgruppe der Bangala zuzuordnen ist breitete sich aus der Region Equateur entlang der Flusse aus Gefordert wurde diese Ausbreitung durch die Europaer die es als Kommunikationssprache nutzten spater durch die Diktatur von Mobutu der sich durch die Medien auf Lingala an sein Volk wandte und heute durch die Popmusik Swahili ist eine Verkehrssprache in ganz Ostafrika welche wenngleich sie im Kongo wenig Muttersprachler hat diesen Status auch im Osten des Landes besitzt 40 Ausserdem wurde nach dem Ende des Mobutu Regimes Swahili offizielle Armeesprache und dadurch im gesamten Landesgebiet zunehmend popularer 12 Artikel 1 der Verfassung bestimmt neben Franzosisch als offizieller Sprache langues nationales sont le kikongo le lingala le swahili et le tshiluba Laut Artikel 142 sind alle Gesetze binnen 60 Tagen in diesen Sprachen zu veroffentlichen Im Osten des Landes ist Swahili die vorherrschende Sprache der Kommunikation und wird auch in Schulen und auf Amtern benutzt Weitere Sprachen sind beispielsweise das mit Tschiluba nah verwandte Kiluba Chokwe und Kikongo In den nationalen Medien herrscht unter den vier Sprachen weitgehende Gleichverteilung in den Regionalmedien wird jedoch die jeweilige Regionalsprache bevorzugt 40 Schriftsprache ist weiterhin Franzosisch doch in der jungsten Vergangenheit werden oft franzosischsprachige Texte mit Wortern der einheimischen Sprachen verknupft denen haufig die Funktion eines Stilmittels zukommt 41 Religionen Bearbeiten Religionsgemeinschaft Anteil 42 der BevolkerungRomisch katholische Kirche 50 Protestantismus 20 Kimbangismus 10 Islam 10 Synkretismus 10 Traditionelle ReligionenAnmerkung Bei den Werten handelt es sich um Schatzungen des Deutschen Auswartigen Amtes andere Angaben weichen teilweise deutlich ab Indigene Religionen Bearbeiten Indigene Glaubenssysteme drehen sich meist um die Geister der Vorfahren und um Hexer und Zauberer ndoki die mit diesen kommunizieren konnen Des Weiteren glaubt man an die Existenz von Geistern des Wassers der Fruchtbarkeit und ahnlichen Machten mbumba die entweder unsichtbar sind oder in Form von naturlichen Objekten besonders geformten Felsen Baumen oder auch Menschen mit besonderen Eigenschaften wie Albinos annehmen und die entsprechend verehrt werden Die Vorstellung von Damonen vor denen man sich schutzen muss verlangt die Herstellung von Fetischen und anderen Objekten 43 Katholische Kirche Bearbeiten Die dominierende Religion ist das Christentum und innerhalb dessen die romisch katholische Kirche Bereits nach dem ersten Kontakt mit den portugiesischen Entdeckern unter Diogo Cao 1482 blieben Missionare im Land Anfang des 16 Jahrhunderts wurden die ersten Schulen gebaut und man uberzeugte den Konig und seine unmittelbare Umgebung sich taufen zu lassen Die Region der Kongo Mundung gehort somit neben Angola und Mosambik zu jenen Gebieten in Afrika wo die Missionierungsbemuhungen der Portugiesen am erfolgreichsten waren 44 Cathedrale Notre Dame des Sept Douleurs deutsch Kathedrale von Kisantu Nach dem Zerfall des Konigreichs gab es im 19 Jahrhundert eine zweite Phase der Missionierung 1878 errichteten protestantische Missionare in der heutigen Hafenstadt Matadi einen ersten Posten Die fruheste katholische Mission dieser zweiten Evangelisierung des Kongo entstand 1880 in Boma Die Kongregation vom Unbefleckten Herzen Mariens Congregatio Immaculati Cordis Mariae CICM ubernahm das 1886 gegrundete Apostolische Vikariat Belgisch Kongo und errichtete Missionsstationen in Kwamouth 1888 und Leopoldville 1899 1892 grundeten Jesuiten in Kwango ihre erste Missionsstation Andere Orden folgten 1906 sicherte eine Ubereinkunft zwischen dem Vatikan und Leopold II den katholischen belgischen Missionen je 100 bis 200 Hektar unbefristeten Landbesitz zu Bedingung war dass jede Missionsstation eine Schule unter staatlicher Aufsicht zur landwirtschaftlichen und handwerklichen Ausbildung unterhielt Nach dem Ersten Weltkrieg betrieben 22 Missionsgesellschaften von Belgien aus die Kongo Mission Vor allem das Schulsystem war in katholischer Hand 1926 wurden alle staatlichen Schulen im Kongo den katholischen Missionen anvertraut wobei die Kolonialregierung betrachtliche Summen fur den Betrieb zur Verfugung stellte Nichtkatholische Schulen erhielten erst ab 1946 staatliche Unterstutzung Die Voraussetzung fur den Schulbesuch der Kinder war die Taufe 1930 gab es 640 000 Katholiken zehn Prozent der Gesamtbevolkerung 1959 waren es 5 5 Millionen 40 Prozent Mit dem System der Missionsstationen die Kirche Schule und Krankenhaus an einem Ort zusammenfuhrten bildete die katholische Kirche im ganzen Land eine Infrastruktur aus die sich bis heute erhalten hat Sie wuchs damit zu einer machtigen Kraft in der Gesellschaft Das Verhaltnis von Kirche und Staat war bis zur staatlichen Unabhangigkeit von verschiedenen Tendenzen gepragt Die ersten Missionare sahen durch ihre Nahe zur einheimischen Bevolkerung Unterschiede zwischen dem kolonialen System wirtschaftlicher Ausbeutung und einer Entwicklung gemass christlich sozialen Vorstellungen und standen dem Unternehmen Konig Leopolds II haufig kritisch gegenuber Die grossen Missionsstationen nach dem Ersten Weltkrieg banden die Missionare jedoch enger in das koloniale System ein Der Unabhangigkeitsbewegung stimmten fuhrende Kirchenvertreter zunachst nur zogerlich zu Anfang der 1970er Jahre stellte sich Mobutu mit seiner Kampagne der Authentizitat auch gegen das Christentum und die katholische Kirche Christliche Vornamen wurden verboten Die katholischen Schulen und die katholische Universitat wurden verstaatlicht Spater wurden die Schulen wieder an die Kirche zuruckgegeben da der staatliche Apparat mit deren Verwaltung und Fuhrung uberfordert war In den 1970er Jahren entstanden einheimische Schwesternkongregationen Mehr Schwarze wurden zu Priestern geweiht Fuhrungspositionen in der Kirche mit Afrikanern besetzt Der Vatikan erkannte einen eigens entworfenen Zairischen Messritus offiziell an Bei der beginnenden Demokratisierung zu Beginn der 1990er Jahre spielte die katholische Kirche eine bedeutende Rolle Laurent Monsengwo Pasinya der damalige Erzbischof von Kisangani und spatere Erzbischof von Kinshasa wurde zum Prasidenten der Nationalkonferenz Conference Nationale Souveraine gewahlt Als Mobutu im Januar 1992 die Nationalkonferenz aufloste protestierten weite Teile der Bevolkerung mit dem beruhmten Marsch der Christen Nach dem Sturz Mobutus und den anschliessenden Kriegen riefen die Fuhrer religioser Gemeinschaften zum Frieden auf und forderten Demokratisierungsprozesse ein Die Bischofskonferenz hat ein standiges Buro eingerichtet das den Demokratisierungsprozess unterstutzt Im Konflikt zwischen afrikanischen Staaten engagiert sich die katholische Kirche auf der Ebene der gemeinsamen Bischofskonferenz von Burundi Ruanda und Kongo fur Dialog und Versohnung Finanziell und teilweise auch personell ist sie noch immer vom Ausland abhangig 45 Im November 2010 wurde mit Laurent Monsengwo Pasinya auch erstmals ein Kongolese Kardinal Protestantische Kirchen Bearbeiten 1878 kamen die ersten protestantischen Missionare in die Kongo Region Wahrend der Existenz des Kongo Freistaats 1885 bis 1908 veroffentlichten einige von ihnen die missbrauchliche Behandlung und Ausbeutung von einheimischen Arbeitern durch die Kolonialgesellschaften und die Kolonialverwaltung Dies fuhrte mit dazu dass Leopold II seinen Freistaat an Belgien ubergeben musste Im Unterschied zur katholischen Kirche die enger mit dem Staat und den Kolonialgesellschaften verbunden war hatten die protestantischen Missionare zunachst weniger Vertrauen von Seiten der Regierung und bekamen staatliche Unterstutzung fur von ihnen betriebene Krankenhauser und Schulen erst nach dem Zweiten Weltkrieg Der Kolonialstaat hatte den verschiedenen Missionsgesellschaften unterschiedliche Territorien zugewiesen Zur Zeit der Unabhangigkeitserklarung waren etwa 46 protestantische Gruppen aktiv zumeist aus Nordamerika Grossbritannien und Skandinavien Sie waren zunachst locker in einem Komitee verbunden Spater schlossen sie sich zur Eglise du Christ Kirche Christi zusammen Dieser Verbund wurde stark von Diktator Mobutu kontrolliert Seit der Unabhangigkeit gingen das Eigentum der Missionsgesellschaften und die internen Fuhrungspositionen zunehmend in die Hande von Einheimischen uber Die Regierung Mobutu suchte durch enge Verbindungen zur Fuhrung der Kirche Christi ein Gegengewicht zur Kritik der machtigen katholischen Kirche aufzubauen Im Gegenzug half die Regierung dem protestantischen Kirchenbund neue religiose Bewegungen und Splittergruppen durch rechtliche und formale Hindernisse in deren Ausbreitung zu behindern 46 Afrikanische Kirchen Bearbeiten Die Kimbanguistenkirche wird zu den afrikanischen Kirchen gezahlt Sie wurde wahrend der Kolonialzeit von Simon Kimbangu gegrundet der sich als Erloser der Schwarzen von der belgischen Unterdruckung ausgab Die Kimbanguisten uberstanden die Bekampfung durch die Kolonialmacht und haben heute je nach Quelle zwischen 5 Millionen 47 und 10 Millionen Anhanger 48 Der bis nach Europa verbreitete pfingstlerische Combat Spirituel hat sein Zentrum im Kongo und allein in Kinshasa rund 50 000 Mitglieder Staatsprasident Joseph Kabila ist der prominenteste Anhanger dieser Religionsgruppe Der Combat Spirituel wird von der Offentlichkeit kritisch gesehen seitdem bekannt wurde dass vereinzelte Mitglieder gewaltsame Exorzismusriten an Kindern ausfuhren Die Leitung der Kirche distanziert sich zwar von diesen Vorfallen bekennt sich allerdings zum grundsatzlichen Glauben an die Hexerei von Kindern 49 Seit der Unabhangigkeit haben sich zahlreiche weitere christliche Mikrokirchen und Sekten gebildet deren Zahl von einem Dutzend in den 1960er Jahren auf uber 1000 heute angestiegen ist Sie bilden sich haufig um charismatische wirtschaftlich erfolgreiche Personen wobei magische Praktiken eine bedeutende Rolle spielen z B Unverletzbarkeit von Kriegern mittels Verabreichung von Weihwasser 50 Vielfach zeigt sich eine enge Verflechtung religioser und erfolgsorientierter materieller Motive Soziale Situation Bearbeiten Die Bevolkerung des Kongo zahlt zu den armsten der Welt Eine Untersuchung der kongolesischen Regierung von 2006 ergab folgende Zahlen 76 der Bevolkerung konnten ihre Kinder nicht zur Schule schicken 79 waren unterernahrt 81 hatten keinen ausreichenden Wohnraum und 82 keinen Zugang zu medizinischer Versorgung 51 Im Jahr 2012 lebten nach Angaben der Weltbank 77 1 der Bevolkerung von weniger als 2 Dollar pro Tag und damit in absoluter Armut 52 Die Armut ist recht unterschiedlich verteilt in der armsten Provinz Equateur oder in den besonders vom Krieg betroffenen Kivuprovinzen wurden die hochsten Werte festgestellt 53 In den Provinzen Ituri Kivu und Kasai im Osten des Landes leiden im Jahr 2018 rund funf Millionen Menschen an Hunger mehr als 13 Millionen Menschen sind insgesamt auf humanitare Unterstutzung angewiesen 54 Sozialsystem Bearbeiten Das Sozialsystem des Landes zahlt zu den schlechtesten der Welt Theoretisch ist das seinerzeit vorbildliche noch aus der Kolonialzeit stammende Sozialversicherungssystem weiterhin in Kraft 55 Faktisch ist es aber nicht funktionsfahig allein schon deshalb weil es heute kaum feste Arbeitsverhaltnisse gibt J 6 Ab 1992 stellte die Regierung jahrelang den Unterhalt der Sozialsysteme komplett ein Staatsbedienstete erhielten keine Gehalter mehr J 7 Nach dem Sturz Mobutus versuchte die neue Regierung zwar wieder Gehalter zu bezahlen Dies geschah aber nur unregelmassig und reichte nicht aus um den Lebensunterhalt zu bestreiten J 8 Es burgerte sich ein dass jeder Burger staatliche Dienstleistungen direkt bezahlte Solche Zahlungen die sowohl an Lehrer und Arzte als auch an Beamte oder Polizisten erfolgen werden im kongolesischen Franzosisch als la motivation bezeichnet J 9 Versuche der Regierung diese Praxis zu verbieten und den Staatsbediensteten wieder Gehalter zu bezahlen hatten wenig Erfolg Weder Burger noch Angestellte trauen der Regierung zu dass diese regelmassig gezahlt werden J 10 Soziale Dienste werden vor allem von der katholischen Kirche betrieben die unter anderem deswegen in der Bevolkerung ein hohes Ansehen geniesst J 11 Gesundheit Bearbeiten Entwicklung der Kindersterblichkeit von 1970 2015 Tote pro 1000 Geburten 56 Entwicklung der Lebenserwartung 30 Zeitraum Lebens erwartung Zeitraum Lebens erwartung1950 1955 39 1 Jahre 1985 1990 48 3 Jahre1955 1960 40 6 Jahre 1990 1995 49 6 Jahre1960 1965 41 6 Jahre 1995 2000 48 9 Jahre1965 1970 43 0 Jahre 2000 2005 51 8 Jahre1970 1975 44 8 Jahre 2005 2010 55 5 Jahre1975 1980 45 6 Jahre 2010 2015 58 1 Jahre1980 1985 47 1 Jahre 2015 2020 60 2 Jahre Die medizinische Lage in der Demokratischen Republik Kongo ist sehr schlecht Ein offentliches Gesundheitssystem ist kaum vorhanden viele der ohnehin kaum ausgebauten Einrichtungen wurden infolge des Krieges zerstort J 12 So gibt es nur einen Arzt pro 10 000 Menschen in anderen Staaten ist dieser Wert teilweise 40 mal so hoch 57 2005 betrugen die Gesundheitsausgaben der Zentralregierung weniger als eine Million US Dollar J 13 Laut den Daten der WHO betrugen die Gesundheitsausgaben im Jahr 2009 rund 2 des Bruttoinlandsprodukts circa 220 Mio US Dollar oder umgerechnet etwa 3 US Dollar pro Einwohner 58 Zur mangelhaften Versorgungssituation kommt auch das Problem dass in den landlichen Regionen nur 29 und in den Stadten 82 der Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben 59 Insgesamt belauft sich die Zahl der Kongolesen ohne Trinkwasserzugang laut einer UN Studie von 2011 auf rund 51 Millionen obwohl der Staat uber mehr als 50 der Wasserressourcen Afrikas verfugt 60 Ausserdem besteht nur fur ein knappes Drittel der Kongolesen die Moglichkeit Sanitareinrichtungen zu nutzen Durch den dadurch hervorgerufenen Mangel an Hygiene treten haufig verschiedene Durchfallerkrankungen auf ebenfalls weit verbreitet sind andere Infektionskrankheiten wie Typhus und Hepatitis A 26 Die Demokratische Republik Kongo hat eine der hochsten Kindersterblichkeitsraten laut Angaben der UN waren es 2019 ca 97 Tote pro 1 000 Lebendgeborene unter funf Jahren 30 Erhebungen aus dem Jahr 2010 kommen auf jahrlich 540 000 gestorbene Kinder unter funf Jahren 61 Ebenfalls sehr hoch sind die Werte fur Sauglings 126 Todesfalle je 1 000 Geburten und Muttersterblichkeit 580 Todesfalle pro 100 000 Geburten 59 Laut Aussagen des Prasidenten der kongolesischen Kinderarztvereinigung von Marz 2013 gibt es im Kongo etwa 85 Kinderarzte davon ca 50 in der Hauptstadt Kinshasa und 20 in der Provinz Katanga 62 Weiterhin herrscht ganzjahrig ein sehr hohes Malariarisiko im gesamten Land wahrend des Krieges soll allein diese Krankheit hunderttausende Tote pro Jahr gefordert haben uber ein Drittel davon Kinder unter funf Jahren Sehr verbreitet ist auch die Schlafkrankheit von der 1999 fast zwei Prozent der Bevolkerung betroffen waren J 12 Im Februar 2005 breitete sich in Bas Uele im Nordwesten des Landes die Lungenpest aus die WHO berichtete von 61 Toten Eine weitere Ausbreitung konnte aber verhindert werden 63 Im Juni 2006 wurden weitere 100 Pesttote im Distrikt Ituri gemeldet 64 In der Demokratischen Republik Kongo wurde das Zaire Ebolavirus erstmals entdeckt welches nach dem Fluss Ebola nahe dem Ursprungsort benannt wurde Mit einer Letalitatsrate von 60 90 ist dies die gefahrlichste Spezies des Ebolavirus das in der Demokratischen Republik Kongo seit 1976 immer wieder auftritt 65 Siehe auch Ebolafieber Epidemie 2018 bis 2020 Die HIV Rate lag im Kongo 2012 bei rund 1 1 der Erwachsenen was knapp einer halben Million Menschen entspricht Dieser Wert ist verglichen mit den Daten anderer Staaten Subsahara Afrikas eher niedrig Die Krankheit fordert jedes Jahr rund 30 000 Todesopfer 1 Siehe auch HIV AIDS in Afrika Bildung Bearbeiten Lehrerausbildung in Mbandaka im Jahr 2017 Universitat Kinshasa Verwaltungsgebaude der Universitat Kisangani Juristische Fakultat der Universitat Lubumbashi Die Alphabetisierungsrate von rund 77 Manner 88 5 Frauen 66 5 Zahlen von 2016 ist im Kongo weitaus besser als in Staaten wie Mali oder Niger 66 Dennoch ist sie durch den Krieg und die damit verbundene Auflosung vieler staatlicher Strukturen seit Mitte der 1990er Jahre deutlich gesunken um sich mit Ende der Konflikte wieder zu erholen Im Jahr 1995 konnten 77 der Menschen lesen und schreiben 15 Schulen Bearbeiten Formal ist zwar eine Grundbildung vorgeschrieben 6 bis 12 Lebensjahr und staatlich garantiert faktisch ist aber ein offentliches Bildungssystem kaum existent Die meisten Schulen erhalten keine staatliche Unterstutzung Daher mussen die Eltern die Lehrer direkt bezahlen 67 Bedingt durch den Krieg ging der Anteil der Kinder die eine Schule besuchen von rund 70 auf nunmehr etwa 40 zuruck weil fur grosse Teile der Bevolkerung das Schulgeld unerschwinglich geworden ist J 6 Die Unterrichtsqualitat wird generell als schlecht betrachtet sodass die erworbenen Kenntnisse zumeist unzureichend sind und viele Schulabsolventen keine angemessenen Lese und Schreibkompetenzen vorweisen konnen Ein weiteres Problem ist der Mangel an Lehrpersonal 2008 kamen auf einen Lehrer 39 Schuler 57 Aufgrund der demographischen Entwicklung ist mit einer weiteren Verschlechterung des Bildungswesens zu rechnen 42 Universitaten Bearbeiten Bis zur Mitte der 1950er Jahre existierte im damaligen Belgisch Kongo keine Universitatsausbildung Es gab einige Ausbildungsstatten fur Lehrer fur technische und medizinische Berufe fur Agrarwissenschaft und offentliche Verwaltung sowie religiose Seminare Diese fuhrten jedoch nicht zu anerkannten Studienabschlussen 1953 wurde in Kinshasa die Katholische Universitat Lovanium gegrundet Sie war eng verbunden mit der Katholischen Universitat von Lowen in Belgien 1956 wurde in Lubumbashi eine staatliche Universitat eroffnet 1963 entstand unter protestantischer Schirmherrschaft eine dritte Universitat bei Kisangani Nach der Unabhangigkeit wurde eine Reihe von Fachhochschulen geschaffen 68 Im August 1971 wurden die drei Universitaten zur Universite Nationale du Zaire vereinigt mit separaten Standorten in Kinshasa Lubumbashi und Kisangani Aufgrund von Problemen die diese extreme Zentralisierung mit sich brachte kam es 1981 wieder zur Aufteilung in selbstandige Universitaten an diesen drei Orten 69 70 Die wiederhergestellten Universitaten waren nun jedoch komplett in staatlicher Hand Obwohl die Zentralisierung des Universitatssystems letztendlich ruckgangig gemacht worden war bestehen manche der 1971 geschaffenen Organe zur Koordination des kongolesischen Universitatswesens bis heute 68 Im Jahr 1989 wurde das staatliche Universitatsmonopol schliesslich offiziell beendet und die Bildung privater Universitaten ermoglicht In diese Zeit fiel auch eine generelle Krise des kongolesischen Bildungssektors Durch eine generelle okonomische Krise des Staates konnten Bildungseinrichtungen nunmehr kaum noch unterstutzt werden und eine Vielzahl von Stipendien wurden gestrichen sowie Studiengebuhren erhoben Nachfolgende Studentenproteste wurden gewaltsam unterdruckt was zu einer zweijahrigen Schliessung aller staatlichen Universitaten fuhrte Durch diesen Niedergang der staatlichen Universitaten erhielten private Institutionen mehr und mehr Zulauf Trotz der offiziellen Offnung des Systems fur private Einrichtungen haben deren Abschlusse formal immer noch nicht dieselbe Gultigkeit wie die staatlicher Universitaten Dies hat zur Folge dass Absolventen privater Universitaten nicht im offentlichen Dienst arbeiten konnen und teilweise Probleme haben ihr Studium beispielsweise im Ausland fortzufuhren 68 Die kongolesischen Universitaten gehorten einst zu den besten Afrikas Heute ist die Unterrichtsqualitat unzureichend Es fehlt sowohl an Lehrmaterial als auch an qualifiziertem Lehrpersonal Korruption ist auch hier anzutreffen So werden Abschlusse haufig durch Bestechung erworben 42 Arbeitsmarkt Bearbeiten Zum Zeitpunkt der Unabhangigkeit war ein Drittel der arbeitsfahigen Bevolkerung in einem festen Arbeitsverhaltnis Bis in die 1990er Jahre sank dieser Anteil auf 15 20 wobei die Einkommen erheblich gefallen waren und nicht mehr zum Leben ausreichten Seitdem ist fast jeder gezwungen zusatzliches Geld im informellen Sektor zu verdienen bereits in den 1980er Jahren war das reale Einkommen im Durchschnitt dreimal so hoch wie offiziell gezahltes Gehalt J 14 Die Zahl fester Arbeitsverhaltnisse ging seitdem weiter zuruck wahrend des Krieges betrug ihr Anteil nicht einmal mehr 5 ein Drittel der Bevolkerung verfugte uber gar kein Geldeinkommen J 6 Politik BearbeitenPolitische Indizes Name des Index Indexwert Weltweiter Rang Interpretationshilfe JahrFragile States Index 109 4 von 120 5 von 178 Stabilitat des Landes grosser Alarm 0 sehr nachhaltig 120 sehr alarmierend 2020 71 Demokratieindex 1 13 von 10 166 von 167 Autoritares Regime 0 autoritares Regime 10 vollstandige Demokratie 2020 72 Freedom in the World 18 von 100 Freiheitsstatus nicht frei 0 unfrei 100 frei 2020 73 Rangliste der Pressefreiheit 48 59 von 100 149 von 180 Schwierige Lage fur die Pressefreiheit 0 gute Lage 100 sehr ernste Lage 2021 74 Korruptionswahrnehmungsindex CPI 18 von 100 170 von 180 0 sehr korrupt 100 sehr sauber 2020 75 Politisches System Bearbeiten Joseph Kabila Prasident von 2001 bis 2019 Felix Tshisekedi seit 2019 Prasident Die Verfassung von 2006 definiert den Kongo als einen sakularen demokratischen Rechtsstaat mit einem semiprasidentiellen Regierungssystem Der Prasident wird vom Volk in allgemeinen freien und gleichen Wahlen fur funf Jahre direkt gewahlt Eine einmalige Wiederwahl ist moglich Er ernennt den Premierminister und dessen Kabinett Es gibt ein Zweikammersystem bestehend aus Oberhaus Senat und Unterhaus Nationalversammlung Die 108 Mitglieder des Senats werden fur funf Jahre von den Provinzparlamenten gewahlt die Nationalversammlung mit 500 Abgeordneten wird vom Volk gewahlt 61 Sitze werden nach Mehrheitswahlrecht bestimmt die ubrigen nach Verhaltniswahl in offenen Listen In der Praxis erfullt der Staat abgesehen von der erfolgreichen Wahl 2006 in keiner Weise die Merkmale einer Demokratie und eines Rechtsstaates Eine Gewaltenteilung existiert nur in der Theorie es gibt praktisch keine unabhangige Justiz und Gesetze werden nicht durchgesetzt Alle staatlichen Institutionen sind hochgradig korrupt und unzuverlassig und es ist seit Jahrzehnten allgemein ublich dass Posten in staatlichen Institutionen und Betrieben zur personlichen Bereicherung ausgenutzt werden Die territoriale Souveranitat der Regierung ist insbesondere im Osten des Landes nicht mehr gegeben Aufgrund ihrer Instabilitat wird die Demokratische Republik Kongo als gescheiterter Staat bezeichnet gleichwohl keine der zahlreichen Rebellengruppen die seit der Unabhangigkeit existierten je die Legitimitat des Staates in Frage oder sezessionistische Forderungen stellten 76 Siehe auch Liste der Prasidenten der Demokratischen Republik Kongo Verfassung Bearbeiten Am 16 Mai 2005 beschloss das 2003 ernannte Ubergangsparlament den Entwurf einer neuen Verfassung J 15 Die Macht des Prasidenten wird darin eingeschrankt Der Premierminister ist nun nicht mehr dem Prasidenten verantwortlich sondern der Mehrheitsfraktion im Parlament Am 27 Oktober 2005 sollte das Volk uber die neue Verfassung abstimmen J 16 Der Abstimmung ging eine langwierige von EU und UN unterstutzte Wahlerregistrierung voraus Jeder Wahler erhielt einen falschungssicheren Personalausweis und trotz diverser Boykottaufrufe liessen sich insgesamt 25 650 751 Wahler registrieren von geschatzt 28 Millionen prinzipiell Wahlberechtigten Nachdem die Wahlerregistrierung erheblich langer als geplant gedauert hatte in abgelegenen Gebieten Equateurs und Bandundus wurden die letzten Wahler erst im Februar 2006 registriert wurde die Abstimmung schliesslich verschoben J 17 J 16 Am 18 und 19 Dezember 2005 stimmten 84 3 der Wahler bei einer Wahlbeteiligung von 62 in einem Verfassungsreferendum fur die Annahme der neuen Verfassung Die Zustimmung war je nach Landesteil unterschiedlich verteilt in Kinshasa stimmten aufgrund der dortigen Boykottkampagnen nur etwas mehr als 50 dafur in den Kivuprovinzen lag sie bei uber 90 J 16 Am 18 Februar 2006 trat die neue Verfassung in Kraft 1 Wahlen Bearbeiten Wahlsieger des ersten Wahlgangs 2011 nach Region Joseph Kabila Etienne Tshisekedi Leon Kengo Hauptartikel Wahlen in der Demokratischen Republik Kongo 2006 Hauptartikel Wahlen in der Demokratischen Republik Kongo 2011 Hauptartikel Wahlen in der Demokratischen Republik Kongo 2018 Am 30 Juli 2006 fanden die Wahlen fur das Prasidentenamt und das Parlament statt Es war die erste freie Wahl im Kongo seit 1965 Es gab 43 Bewerber fur das Prasidentenamt darunter zahlreiche fruhere Rebellenfuhrer und uber 60 Parteien fur das Parlament Unterschiedliche Programme hatten die Kandidaten nicht zu bieten es ging lediglich um die Frage wer das Land zukunftig regieren durfte Der Wahlkampf war von Gewalt willkurlichen Verhaftungen und Hetzkampagnen der Presse uberschattet Fur den Fall dass die ehemaligen Kriegsherren die Ergebnisse nicht anerkennen wurden wurden schwere Unruhen bis hin zu einem erneuten Ausbruch des Burgerkriegs befurchtet Zur Absicherung der Wahl entsandte die EU zusatzlich zur UN Mission MONUC eine eigene Militarmission die EUFOR RD Congo J 18 Der Wahltag selbst verlief weitgehend friedlich Im ersten Wahlgang erhielt Kabila 44 8 Jean Pierre Bemba 20 0 und Antoine Gizenga 13 1 die Anteile aller anderen Kandidaten lagen bei weit unter 10 Die Ergebnisse der Parlamentswahl verhielten sich ahnlich Die PPRD Kabila erhielt 111 von 500 Sitzen die MLC Bemba 64 und die PALU Gizenga 34 der Rest ging an zahlreiche kleine Parteien und unabhangige Kandidaten Die Ergebnisse waren wie schon bei dem Verfassungsreferendum sehr unterschiedlich verteilt in den Ostprovinzen die wahrend des Krieges unter Rebellenkontrolle standen erzielte Kabila sehr hohe Ergebnisse wahrend im Westen die Stimmen breiter verteilt waren Die befurchteten Unruhen blieben weitgehend aus es kam lediglich zu begrenzten Gefechten zwischen den Truppen Bembas und Kabilas in Kinshasa J 19 Da keiner der Kandidaten fur das Prasidentenamt eine absolute Mehrheit erreicht hatte fand am 29 Oktober 2006 eine Stichwahl statt die Kabila mit 58 05 der Stimmen gewann Die Ergebnisse waren wieder ungleich verteilt die westlichen Provinzen Equateur Bas Congo Kinshasa und Kasai fielen Bemba zu der Osten Kabila J 20 Im Vorfeld der darauffolgenden Wahl am 27 November 2011 gab es Auseinandersetzungen um eine Verfassungsanderung die nach Auffassung der Opposition die Wiederwahl Kabilas begunstigte Am 12 Januar 2011 stimmte die Nationalversammlung und am folgenden Tag auch der Senat fur eine Abschaffung der Stichwahl um das Prasidentenamt Demnach reicht die einfache Mehrheit im ersten Wahlgang 77 In der Wahl bei der es einzelne Hinweise auf Unregelmassigkeiten bzw Wahlbetrug gab wurde Kabila mit 48 95 wiedergewahlt sein wesentlicher Konkurrent Etienne Tshisekedi erhielt 32 33 Gemass der Verfassung sollte 2016 wieder eine Prasidentschafts und Parlamentswahl durchgefuhrt werden Die Wahlen wurde aber mehrfach verschoben und fanden schliesslich am 30 Dezember 2018 statt Die Verfassung liess dabei eine erneute Kandidatur Kabilas nicht zu An seiner Stelle wurde der Oppositionspolitiker Felix Tshisekedi der Sohn Etienne Tshisekedis als Prasident gewahlt Das Wahlergebnis war offenbar grob gefalscht Sowohl die Daten der katholischen Bischofskonferenz Kongos die 40 000 Wahlbeobachter im ganzen Land im Einsatz hatte als auch Datensatze der Wahlkommission Ceni von 62 716 elektronischen Wahlmaschinen die rund 15 der 18 Millionen abgegebenen Stimmen erfassten die der Financial Times zugespielt wurden widersprachen klar dem angeblichen Wahlsieg Tshisekedis 78 laut diesen Daten hatte der Kabila Kritiker Martin Fayulu die absolute Mehrheit der Stimmen erhalten Regierung Bearbeiten 2006 bis 2012 Bearbeiten Nach den Wahlen wurde am 30 Dezember 2006 Antoine Gizenga der alte Lumumbistenfuhrer der 1960er Jahre zum Premierminister ernannt am 7 Februar stand die neue aus 60 Ministern und Vizeministern bestehende Regierung Erstmals seit Jahrzehnten gab es wieder eine Regierung die eine gute Regierungsfuhrung zumindest versuchte J 21 Die Erfolge der neuen Regierung blieben gering Gizenga war der Situation nicht mehr gewachsen die Macht im Land blieb bei Prasident Kabila und beim Militar Am 25 September 2008 reichte Gizenga altersbedingt seinen Rucktritt ein J 22 Nachfolger wurde am 10 Oktober 2008 Haushaltsminister Adolphe Muzito Er gehort ebenfalls der PALU an dies war wegen eines Koalitionsabkommens zwischen den Regierungsparteien PPRD PALU und UDEMO eine der Bedingungen bei der Neubesetzung des Postens 79 Zusammen mit Muzito wurden 16 Minister neu ernannt Die Mehrheit der Minister der Koalition hielt Kabilas PPRD 26 Seit 2012 Bearbeiten Muzito trat am 7 Marz 2012 zuruck Nachfolger als Premierminister wurde am 18 April 2012 der bisherige Finanzminister Augustin Matata Ponyo der 2016 durch Samy Badibanga abgelost wurde Von 2017 bis 2019 war Bruno Tshibala Premierminister Menschenrechte Bearbeiten Der Kongo ist eines der Lander in denen die Menschenrechte wenig geachtet werden Dies trifft insbesondere auf die Kriegsgebiete zu wo die Kriegsparteien kaum Rucksicht auf die Zivilbevolkerung nehmen Vergewaltigung war und ist in der Demokratischen Republik Kongo eine Kriegswaffe In den Jahren 2006 bis 2009 wurden allein von dem Hilfswerk Heal Africa 12 000 vergewaltigte Frauen betreut Die Organisation geht von der zehnfachen Zahl an Vergewaltigungen aus 80 Laut einer Studie sind rund 39 aller Frauen und 24 aller Manner im Land mindestens einmal in ihrem Leben Opfer einer Vergewaltigung geworden 81 Immer wieder gibt es Berichte uber Massenvergewaltigungen etwa 2010 in Luvungi Sowohl Angehorige bewaffneter Gruppen als auch staatliche Sicherheitskrafte verubten routinemassig Folterungen und Misshandlungen insbesondere gegen vermeintliche politische Gegner Zu den Foltermethoden gehorten Schlage Verletzungen durch Messerstiche Vergewaltigungen und das Aufhangen von Personen an Gitterstaben In den meisten Hafteinrichtungen und Gefangnissen herrschten derart harte Bedingungen dass sie grausamer unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung gleichkamen In Berichten hiess es regelmassig dass Gefangene an Unterernahrung und behandelbaren Krankheiten starben Ein weiterer humanitarer Krisenschwerpunkt ist die Nordost Region der Provinz Orientale wo die aus Uganda stammenden Lord s Resistance Army LRA im Gefolge einer gescheiterten gemeinsamen Militaraktion von der Demokratischen Republik Kongo Sudan und Uganda seit Dezember 2007 wiederholt grausame Attacken auf die Zivilbevolkerung verubt Die LRA wird fur den Tod von uber 1 200 Menschen und die Entfuhrung von uber 600 Kindern seit September 2008 verantwortlich gemacht 82 2008 verurteilten Militargerichte mindestens 50 Menschen zum Tode darunter auch Zivilisten Es wurden allerdings keine Hinrichtungen gemeldet so Amnesty International Sicherheitskrafte der Regierung und bewaffnete Gruppen uberfielen und entfuhrten Menschenrechtsverteidiger schuchterten sie ein und bedrohten sie mit Mord In Nord Kivu mussten viele die sich fur die Menschenrechte einsetzten untertauchen oder fliehen Andere wurden zur Zielscheibe weil sie an der Aufarbeitung politisch brisanter Menschenrechtsverletzungen beteiligt waren Im Jahr 2008 befanden sich Schatzungen zufolge immer noch 3000 bis 4000 Kinder in den Reihen bewaffneter Gruppen 83 In einem im Dezember 2009 von Human Rights Watch veroffentlichten Bericht wird detailliert die gezielte Totung von mehr als 1400 Zivilisten zwischen Januar und September 2010 wahrend zwei aufeinander folgender kongolesischer Militaroperationen gegen die ruandische Hutu Miliz Demokratischen Krafte zur Befreiung Ruandas FDLR dokumentiert 84 Sowohl kongolesische Regierungssoldaten als auch FDLR Rebellenmilizen haben Zivilisten angegriffen ihnen vorgeworfen mit dem Gegner zu kollaborieren und sie bestraft indem sie mit Macheten zu Tode gehackt wurden Beide Seiten haben daruber hinaus Zivilisten bei Fluchtversuchen erschossen oder sie absichtlich in ihren Hausern verbrannt Einige Opfer wurden gefesselt bevor ihnen einem Zeugen zufolge die Kehlen wie Huhnern durchgeschnitten wurden Die Mehrheit der Opfer waren Frauen Kinder und altere Menschen 85 Am 1 Oktober 2010 veroffentlichte das Amt des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen fur Menschenrechte OHCHR einen ausfuhrlichen Bericht uber schwerste Menschenrechtsverletzungen und Verletzungen internationalen humanitaren Rechts auf dem Territorium der Demokratischen Republik Kongo im Zeitraum von Marz 1992 bis Juni 2003 86 Die Regierung von Ruanda hatte vor der Veroffentlichung dieses Berichts vergeblich Anderungen verlangt Hintergrund war dass einige der schwersten dokumentierten Verbrechen von Angehorigen der Rwandan Patriotic Army RPA und der mit ihnen verbundeten Alliance des forces democratiques pour la liberation du Congo Zaire AFDL begangen worden waren Sie konnten nach Aussage des Berichts moglicherweise als Genozid bezeichnet werden 87 Homosexualitat in der Demokratischen Republik Kongo ist legalisiert Mitgliedschaft in internationalen Organisationen Bearbeiten Die Demokratische Republik Kongo gehort einer Reihe von politischen und wirtschaftlichen Vereinigungen an 1 AEC Afrikanische Wirtschaftsgemeinschaft Organisation Afrikanischer Karibischer und Pazifischer Staaten AU Afrikanische Union BAD Afrikanische Entwicklungsbank COMESA Gemeinsamer Markt fur das Ostliche und Sudliche Afrika G33 Zusammenschluss verschiedener Entwicklungslander ICGLR Internationale Konferenz der Region der Grossen Seen OIF Internationale Organisation der Frankophonie SADC Sudafrikanische Entwicklungsgemeinschaft UN Vereinte Nationen Militar Bearbeiten Hauptartikel Forces Armees de la Republique Democratique du Congo Kongolesische Soldaten werden von US Militarberatern ausgebildet Das Land gab 2017 knapp 0 7 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 295 Millionen US Dollar fur seine Streitkrafte aus 88 89 Die kongolesischen Streitkrafte franzosisch Forces Armees de la Republique Democratique du Congo FARDC entstanden in ihrer heutigen Form nach dem Zweiten Kongokrieg als die Regierungsarmee mit den verschiedenen Rebellenstreitkraften zusammengelegt wurde 2003 meldeten Regierung und Rebellen uber 300 000 Soldaten fur die Eingliederung in die neuen Streitkrafte nach einer unabhangigen Schatzung waren es aber allenfalls 200 000 Soldaten Die Sollstarke der FARDC sollte bei etwa 120 000 Mann liegen Bis 2008 waren aber erst etwa 45 000 Mann in 15 Brigaden einsatzbereit J 23 Bei Aufstellung der neuen Streitkrafte wurden gemischte Einheiten gegrundet das heisst in der FARDC dienen Soldaten verschiedener Burgerkriegsparteien in ein und derselben Einheit J 24 Der Neuaufbau der Armee ist noch lange nicht abgeschlossen die alten Strukturen der Rebellen bestehen weiter fort zehntausende Soldaten befinden sich ausserhalb der regularen Befehlsstrukturen unter dem Kommando ehemaliger Burgerkriegsgenerale Dies ist vor allem im Osten des Landes in den Kivuprovinzen der Fall in der bis heute verschiedene lokale Milizen die Macht ausuben J 23 Die FARDC hat sowohl mit starken Organisations als auch Moralproblemen zu kampfen Die Soldaten sind unzureichend ausgebildet und ausgerustet der Sold wird nur unregelmassig ausbezahlt und reicht nicht aus um den Lebensunterhalt zu bestreiten 90 Die Moral der Truppe ist entsprechend schlecht und die Desertationsrate hoch Bei Kampfen im Kivu kam es immer wieder zu Massendesertationen tausender Soldaten J 25 Zahlreiche Menschenrechtsverletzungen gehen auf Krafte der FARDC zuruck regelmassig kommt es zu Ubergriffen auf Zivilisten mit Plunderungen und Vergewaltigungen 91 seitens der Angehorigen der FARDC J 26 Verwaltungsgliederung Bearbeiten Hauptartikel Provinzen der Demokratischen Republik Kongo In der Demokratischen Republik Kongo herrscht traditionell eine streng zentralistische Verwaltung Das Land war bis 2015 in zehn Provinzen und den Hauptstadtdistrikt gegliedert Die 2005 beschlossene Verfassung sah eine Dezentralisierung vor bei der die 11 Gebietskorperschaften in 26 neue Provinzen mit eigenen Parlamenten aufgeteilt werden sollten 40 der auf dem Gebiet einer neuen Provinz eingenommenen Steuern sollten kunftig dort verbleiben Diese Verwaltungsreform sollte erst 2011 komplett umgesetzt worden sein J 27 Im Januar 2011 wurde die Neuaufteilung des Landes durch eine Verfassungsanderung abgesagt 92 allerdings wurde die Neugliederung im Jahr 2015 doch umgesetzt Die folgende Tabelle gibt die derzeitigen Provinzen des Landes mit Flache und ehemaliger Provinzzugehorigkeit an Kinshasa wird offiziell nicht als Provinz sondern als Hauptstadtdistrikt bezeichnet Darstellung der seit 2015 existenten Provinzen der Demokratischen Republik Kongo Nr Name Hauptstadt Flache in km Provinz bis 19880 1 Kinshasa Kinshasa 00 9 965 unverandert0 2 Kongo Central Matadi 0 53 920 Bas Congo0 3 Kwango Kenge 0 89 974 Bandundu0 4 Kwilu Kikwit 0 78 219 Bandundu0 5 Mai Ndombe Inongo 127 465 Bandundu0 6 Kasai Luebo 0 93 784 Kasai Occidental0 7 Kasai Central Kananga 0 60 958 Kasai Occidental0 8 Kasai Oriental Mbuji Mayi 00 9 481 Kasai Oriental0 9 Lomami Kabinda 0 56 426 Kasai Oriental10 Sankuru Lusambo 104 331 Kasai Oriental11 Maniema Kindu 132 520 unverandert12 Sud Kivu Bukavu 0 65 070 unverandert13 Nord Kivu Goma 0 59 483 unverandert14 Ituri Bunia 0 65 658 Orientale15 Haut Uele Isiro 0 89 683 Orientale16 Tshopo Kisangani 199 567 Orientale17 Bas Uele Buta 148 331 Orientale18 Nord Ubangi Gbadolite 0 56 644 Equateur19 Mongala Lisala 0 58 141 Equateur20 Sud Ubangi Gemena 0 51 648 Equateur21 Equateur Mbandaka 103 902 Equateur22 Tshuapa Boende 132 957 Equateur23 Tanganyika Kalemie 134 940 Katanga24 Haut Lomami Kamina 108 204 Katanga25 Lualaba Kolwezi 121 308 Katanga26 Haut Katanga Lubumbashi 132 425 KatangaWirtschaft Bearbeiten Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts BIP pro Kopf der DR Kongo BIP der DR Kongo BIP Zentralafrikas BIP ganz Afrikas Jahrzehntelange Misswirtschaft extreme Korruption und jahrelange Burgerkriege machten den Kongo der kurz nach der Unabhangigkeit eines der wirtschaftlich am hochsten entwickelten Lander Afrikas war und uber die grossten Naturreichtumer des Kontinents verfugt zu einem der armsten Lander der Welt das in allen Entwicklungsindikatoren weit hinten angesiedelt ist Das kaufkraftbereinigte Bruttoinlandsprodukt BIP betragt etwa 41 61 Milliarden US Dollar 93 das BIP pro Einwohner ungefahr 495 US Dollar 94 etwa 450 Euro Die Frauenerwerbsquote liegt bei etwa 71 95 Trotz einem jahrelangen Wirtschaftsaufschwung in der Regierungszeit von Joseph Kabila ist die DR Kongo das zweitarmste Land der Welt Die Inflationsrate ist bestandig hoch und betrug 2011 13 3 96 seit Jahrzehnten dient daher der US Dollar als Zweitwahrung und Wertaufbewahrungsmittel J 28 Charakteristisch fur das Land ist der grosse informelle Sektor der nicht in die Berechnung des BIP einfliesst Bereits in den 1980er Jahren soll die informelle Wirtschaft dreimal so gross wie die offizielle gewesen sein J 14 Grund fur diese Entwicklung waren und sind die extreme Korruption und die mangelnde Effektivitat staatlicher Organe die ein solides Wirtschaften enorm erschweren Von staatlicher Seite werden erst in jungster Zeit Anstrengungen unternommen den Zustand zu andern J 14 1 Seit Abschaffung einer Einheitsgewerkschaft 1990 besitzt das Land nun zwar mehrere unabhangige Gewerkschaften welche aber kaum noch Einfluss auf die Unternehmen haben 42 Wirtschaftsgeschichte Bearbeiten Industrieanlage der Union Miniere du Haut Katanga in Elisabethville heute Lubumbashi 1917 Die Wirtschaft des Landes erlebte in den vergangenen Jahrzehnten eine wechselvolle Entwicklung In vorkolonialer Zeit war das heutige Staatsgebiet eine bedeutende Quelle fur Sklavenhandler Die von Sansibar aus operierenden islamischen Sklavenhandler die von lokalen Herrschern und Milizen unterstutzt wurden beuteten das Land weit schwerwiegender aus als die Europaer im Westen des Landes J 29 Die europaische Kolonialisierung ab 1876 setzte sich die Beendigung des Sklavenhandels zum Ziel Der Widerstand der Sklavenhandler wurde blutig niedergeschlagen Nach Errichtung des Kongo Freistaats durch Belgien begann eine in der Kolonialgeschichte beispiellose Ausplunderung des Landes Der Bevolkerung wurde Zwangsarbeit auferlegt um Baumwolle Elfenbein Palmol und vor allem Kautschuk zu exportieren Kongograuel Mit der Grundung von Belgisch Kongo 1908 ruckte der Bergbau zum Hauptwirtschaftszweig auf es wurden vor allem Kupfer und Diamanten abgebaut Nachdem Konig Leopold den Kongo an die belgische Regierung abgetreten hatte stieg es bis in die 1950er Jahre zum viertgrossten Kupferproduzenten der Welt auf Auch seine anderen Bodenschatze waren fur die westlichen Machte lebenswichtig Kobalt Tantal und Uran Das Uran aus Katanga aus der Mine Shinkolobwe bei Jadotville hatte dazu beigetragen den Ausgang des Zweiten Weltkriegs zu entscheiden das Manhattan Projekt wurde mit Uran aus dieser Mine bestuckt 97 Die UMHK Mine Shinkolobwe produzierte bis 1960 Uran fur US Atomwaffen 98 Es entstanden ein modernes dichtes Strassennetz und ein effizientes Gesundheitssystem welches auch den Lebensstandard der Einheimischen hob J 30 99 In den letzten Jahren vor der Unabhangigkeit zahlte die Kolonie zu den wirtschaftlich am hochsten entwickelten afrikanischen Staaten der Wohlstand war jedoch extrem zugunsten der immer zahlreicher werdenden belgischen Siedler verteilt Die Halfte des Volkseinkommens lag bei den 1 Europaern die Kongolesen hingegen blieben von gesellschaftlicher und politischer Teilhabe weitgehend ausgeschlossen J 5 Die Wirren nach der Unabhangigkeit Kongo Krise und die Ausreise vieler Belgier hatten zunachst einen wirtschaftlichen Einbruch zur Folge von dem sich das Land aber innerhalb weniger Jahre erholte Von hohen Rohstoffpreisen getragene teilweise zweistellige Wachstumsraten Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre ermoglichten grosse aber unrentable Bauprojekte wie den Inga Staudamm und die HGU Inga Shaba Es wurde erwartet dass sich das Land innerhalb weniger Jahre zur Industrienation entwickeln wurde J 31 Als infolge der Olkrise ab 1973 die Rohstoffpreise zu sinken begannen begann auch der Niedergang der zairischen Wirtschaft Die immer weiter ausufernde Korruption Mobutus und seiner kleptokratischen Herrschaftsclique sorgte dafur dass Exporteinnahmen nicht mehr reinvestiert wurden und die Wirtschaftsbetriebe verfielen J 32 Wahrend der 1980er und zu Beginn der 1990er Jahre befand sich die Wirtschaft im freien Fall zwischen 1990 und 1994 hatte sich das Bruttoinlandsprodukt fast halbiert die Kupferproduktion war um uber 90 gesunken die Inflationsrate dreistellig Immer grossere Teile der Wirtschaft wanderten in den informellen Sektor ab Zwar stabilisierte sich die Lage kurzzeitig wieder J 14 J 33 aber die Kriege ab 1996 fuhrten zu einem weiteren Ruckgang der Wirtschaftsleistung Nach Kriegsende begann getragen durch hohe Rohstoffpreise und internationale Investitionen im bedeutenden Bergbausektor ein erneuter Aufschwung Der Ausbruch der Finanzkrise 2008 belastete mit sinkenden Rohstoffpreisen und rucklaufigen Investitionen auch die kongolesische Wirtschaft ausserordentlich stark J 34 Kennzahlen Bearbeiten Alle BIP Werte sind in US Dollar Kaufkraftparitat angeben 100 Jahr 1980 1985 1990 1995 2000 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017BIP Kaufkraftparitat 19 62 Mrd 27 16 Mrd 31 58 Mrd 24 37 Mrd 20 34 Mrd 27 55 Mrd 29 90 Mrd 32 61 Mrd 35 33 Mrd 36 62 Mrd 39 70 Mrd 43 30 Mrd 47 22 Mrd 52 05 Mrd 58 01 Mrd 62 70 Mrd 65 02 Mrd 68 45 Mrd BIP pro Kopf Kaufkraftparitat 683 804 795 522 388 453 478 506 532 535 563 597 632 676 732 768 773 790BIP Wachstum real 2 4 0 5 6 6 2 8 8 1 6 1 5 3 6 3 6 2 2 9 7 1 6 9 7 1 8 5 9 5 6 9 2 4 3 4 Inflation in Prozent 40 0 23 5 81 3 541 8 550 0 21 5 12 8 16 7 18 0 46 1 23 5 15 0 0 9 0 9 1 2 1 0 18 2 41 5 Staatsverschuldung in Prozent des BIP 135 101 104 87 74 85 31 25 23 20 18 16 17 16 Rohstoffe Bearbeiten Bergbau Bearbeiten Allgemeines Bearbeiten Der Kongo zahlt zu den rohstoffreichsten Landern der Welt Bergbauprodukte sind daher seit Jahrzehnten Hauptexportgut wichtigster Devisenbringer des Landes und Haupteinnahmequelle des Staates J 35 Gefordert werden vor allem Diamanten Kasai Gold Kivu Ituri Kupfer Katanga Coltan Kivu sowie Mangan Blei Zink und Zinn Katanga Der Reichtum an mineralischen Rohstoffen fuhrte wiederholt zu politischen und bewaffneten Konflikten im Land 1 101 Sudafrika hat nach 1994 sein aussenwirtschaftliches Engagement in der DR Kongo unter neuen politischen Pramissen zunehmend ausgebaut Im Fokus der Bemuhungen steht dabei die Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur im Suden des Landes Ein wichtiger Akteur ist dabei die sudafrikanische IDC 102 Ein weiteres von der IDC unterstutztes Investitionsfeld bildet der Kupferbergbau 103 Die Volksrepublik China schloss 2007 mit der DR Kongo ein Abkommen ab auf dessen Grundlage ein Darlehen von 5 Mrd US Dollar 2008 auf 9 Mrd erhoht fur Infrastrukturbauten gewahrt wurde Als davon profitierende Sektoren wurden genannt Rohstofferkundungen sowie der Ausbau der Verkehrs und Sozialinfrastruktur in der Provinz Katanga Ein Jointventure mit dem Namen Sicomines zwischen Gecamines Sinohydro und der China Railway Engineering Corporation wurde vereinbart 104 Es kommt wiederholt zu grosseren Unfallen in Minen Eine Goldmine in Kamituga in der Provinz Sud Kivu ist am 11 September 2020 eingebrochen nachdem vom benachbarten Fluss Njali Hoch Wasser in die Mine geronnen war Mindestens 50 Bergleute starben 105 Coltan Thematik Bearbeiten Artisanaler Bergbau die lokale Bevolkerung baut unter Lebensgefahr mit blossen Handen nach Erzen hier Abbau von Kassiterit und Wolframit in Kailo Provinz Maniema Konfliktmineral Wolframit in der Hand eines artisanalen Schurfers in Kailo 2007 Besondere Bekanntheit hat seit Ende des 20 Jahrhunderts der Abbau des Erzes Coltan erlangt Es enthalt die wirtschaftlich bedeutsamen Metalloxidminerale Columbit und Tantalit aus denen Niob und Tantal gewonnen werden Tantal ist fur die Produktion elektronischer Gerate von grosser Bedeutung Niob dient als Legierungszusatz in der Stahlproduktion bei der Herstellung hitzebestandiger Metallbauteile fur die Luft und Raumfahrtindustrie 106 Die noch in der Kolonialzeit und den ersten Jahren nach der Unabhangigkeit entstandenen Forderanlagen an einigen Orten sind heute mangels Instandhaltung weitgehend zerfallen der Wiederaufbau kommt nur schleppend voran 1 J 36 Artisanaler Bergbau der weitgehend ohne maschinelle Unterstutzung erfolgt stellt daher heute einen bedeutsamen Wirtschaftszweig mit vielen Erwerbstatigen dem grossten Anteil am Bruttoinlandsprodukt und an den Exporten dar Diese Wirtschaftsform entzieht sich weitgehend staatlicher Kontrolle J 37 Wahrend des Krieges war der Verkauf von Bodenschatzen wichtigste Einnahmequelle sowohl fur die Regierung als auch die Rebellen auch die Nachbarstaaten und private Gesellschaften waren an der jahrelangen systematischen Ausplunderung des Landes beteiligt 107 Nach wie vor wird der Osten des Landes in dem sich die meisten Bodenschatze befinden zu grossen Teilen nicht von der Regierung sondern von aufstandischen Milizen kontrolliert Die Schurfer mussen ihre Erze zu Preisen die weit unter Weltmarktpreisen liegen an Exporthandler verkaufen die von den lokalen Machthabern konzessioniert sind Dieses System beschert den Bewaffneten stetige Einnahmen und ermoglicht damit die Finanzierung des Krieges J 38 Zukunftig soll ein Zertifizierungssystem fur kongolesische Rohstoffe dafur sorgen dass diese legal gehandelt werden 108 Der Import von Coltan aus der DR Kongo steht in den Industriestaaten seit Jahren in der Kritik weil damit westliche Unternehmen indirekt massgeblich zur Aufrechterhaltung des Kriegszustandes beitragen Verschiedene Nichtregierungsorganisationen organisierten immer wieder Boykottkampagnen gegen Coltan aus dem Kongo liessen dabei aber ausser Acht dass der Coltanexport Haupteinnahmequelle der Bevolkerung des Kivu ist J 39 Um die Geldquellen der Profiteure dieser Geschafte trockenzulegen verhangte die Regierung am 11 September 2010 einen totalen Stopp samtlicher Bergbauaktivitaten fur die Provinzen Nord Kivu Sud Kivu und Maniema im Osten des Kongos der Schurfer Handler Exporteure und Inhaber von Abbaurechten betraf 109 Dadurch konnten die Bergbauaktivitaten jedoch nicht gestoppt werden vielmehr wurden sie in den illegalen Bereich gedrangt Wahrend kriminelle Unternehmen profitierten brach die sonstige Wirtschaft in der Kivu Region fast vollstandig zusammen Deshalb wurde das Bergbauverbot im Marz 2011 wieder aufgehoben 110 Erdol Bearbeiten Die Erdolreserven im gesamten Staatsgebiet werden auf 180 Millionen Barrel geschatzt im Jahr 2009 wurden taglich rund 16 360 Barrel Erdol gefordert 1 Die Regierung forciert die Erdolforderung missachtet aber dabei haufig Umwelt und Sicherheitsbedenken Im Jahr 2010 erhielten SOCO Dominion Petroleum und das Staatsunternehmen Cohydro Konzessionen fur die Olforderung im Nationalpark Virunga der zum Weltnaturerbe zahlt und mitten in einem von Rebellen kontrollierten Gebiet liegt 111 Auf Druck von EU Kommission UNESCO und zustandigen UN Stellen wurde die Genehmigung des Projekts jedoch im Marz 2011 von der Regierung zuruckgenommen 112 Das Land besitzt Erdgasreserven von 991 1 Millionen Kubikmetern derzeit findet jedoch noch keine Forderung statt 1 Landwirtschaft Bearbeiten Landwirtschaft im Kivu Wahrend der Kolonialzeit wurde die Landbevolkerung zum Anbau von Feldfruchten fur den Export gezwungen J 40 in den Jahren vor der Unabhangigkeit entstanden auch von Europaern geleitete Agrargrossbetriebe Seit 1960 ging die landwirtschaftliche Produktion stetig zuruck Besonders die Verstaatlichung ab 1973 in der viele produktive Betriebe enteignet wurden verursachte einen deutlichen Einbruch bei der Erzeugung von Agrarprodukten Seitdem wird die Landwirtschaft vor allem zugunsten des lukrativeren artisanalen Bergbaus vernachlassigt J 41 In den meisten landlichen Regionen herrscht heute Subsistenzwirtschaft ein Transport der Ernte in die Stadte ware aufgrund mangelhafter Verkehrswege ohnehin kaum moglich 113 Nur knapp drei Prozent der Landflache wird landwirtschaftlich genutzt dennoch macht die Landwirtschaft mehr als die Halfte des Bruttoinlandsprodukts aus und beschaftigt fast zwei Drittel der erwerbstatigen Bevolkerung Die Produktion von Nahrungsmitteln reicht fur den Eigenbedarf nicht aus das Land muss deshalb solche importieren 1 113 Typische Agrarprodukte sind Maniok Zuckerrohr Kaffee Palmol Kautschuk und Bananen Ebenfalls besteht eine nennenswerte Holzwirtschaft 1 Industrie Bearbeiten Der industrielle Sektor konzentriert sich heute auf die Gewinnung und Verarbeitung der erschlossenen mineralischen Bodenschatze Es werden mit den Metallrohstoffen und Halbfabrikaten grosse Abnehmer im Weltmarkt beliefert 114 115 Wahrend des Wirtschaftsbooms um das Jahr 1970 wurde zwar mit dem Aufbau einer importsubstituierenden Industrie begonnen diese war aber gegenuber Importen nicht konkurrenzfahig und verschwand bis in die 1990er Jahre fast vollig Industrielle Grossbetriebe bestehen heute kaum noch Die verarbeitende Industrie besteht uberwiegend aus Kleinbetrieben die Konsumguter wie Textilien Schuhe oder Zigaretten produzieren bzw in der Lebensmittelverarbeitung tatig sind 1 113 Finanz und Bankensektor Bearbeiten Laut einer Einschatzung des International Monetary Funds aus dem Jahr 2014 ist der Finanz und Bankensektor der Demokratischen Republik Kongo nur oberflachlich vorhanden und unterentwickelt 116 Zentralbank des Landes ist die Banque Centrale du Congo BCC Laut der Wirtschaftsprufungsgesellschaft KPMG waren im Kongo im Jahr 2017 20 kommerzielle Banken aktiv 117 Es gibt eine staatliche Versicherungsanstalt und ein Sozialversicherungsinstitut Stand 2014 gab es 143 Mikrofinanzinstitute 59 Geldtransferagenturen sowie 16 Wahrungshauser Die Demokratische Republik Kongo verfugt weder uber einen Aktien noch uber einen Kapitalmarkt 116 Das Land ist eines der Lander in denen nach wie vor der Grossteil der Bevolkerung vom konventionellen Bankensektor ausgeschlossen ist Laut einer Schatzung aus dem Jahr 2017 haben nur 26 aller Kongolesen ein Bankkonto Wie in vielen anderen afrikanischen Landern wird auch in der Demokratischen Republik Kongo ein betrachtlicher Teil des Finanzsektors durch im Ausland lebende Staatsburger beeinflusst Im Jahr 2017 gaben rund 40 der Bevolkerung an regelmassig finanzielle Ruckuberweisungen zu senden oder zu erhalten 118 Aussenhandel Bearbeiten Haupthandelspartner im Jahr 2017Exporte 1 Importe 1 Volksrepublik China 41 4 Volksrepublik China 19 9 Sambia 22 7 Sudafrika 18 0 Sudkorea 7 2 Sambia 10 4 Finnland 6 2 Belgien 9 1 Grosster Handelspartner der Demokratischen Republik Kongo ist heute bei Weitem die Volksrepublik China welche 2017 mehr als 40 aller Exporte sowie knapp 20 der Importe des Landes ausmachte Andere wichtige Exportdestinationen sind Sambia Sudafrika Sudkorea und Finnland importiert wird neben China noch aus Belgien Indien Sambia Sudafrika und Tansania 1 119 2017 exportierte das Land Waren im Wert von rund 11 Milliarden US Dollar Die Hauptexportprodukte sind Diamanten Kupfer Gold Cobalt Germanium Uran ferner Holz sowie Rohol Kaffee und Kakao Den Ausfuhren stehen Importe im Wert von 10 82 Milliarden US Dollar gegenuber Es handelt sich bei den Einfuhren zumeist um Maschinen und Fahrzeuge aller Art sowie um Nahrungsmittel und Treibstoffe 1 120 Die Aussenhandelsbilanz des gesamten Landes ist zumeist nahezu ausgeglichen allerdings bestehen innerhalb des Landes hohe Ungleichgewichte denn nahezu alle Exportguter werden in nur wenigen Landesteilen produziert Lokale Handelsbilanzdefizite werden zumeist durch informellen Handel der in den Statistiken nicht auftaucht ausgeglichen J 42 Neben einer differenzierten Investitionskooperation mit Sudafrika erhielt die DRC Unterstutzung auf dem Gebiet des Technologietransfers der offentlichen Verwaltung und der Versorgung mit Handelsgutern und Serviceleistungen Im Jahre 2012 war Sudafrika mit einem Anteil von 21 6 Prozent am DRC Importvolumen der grosste Aussenhandelspartner des Landes 119 Staatshaushalt Bearbeiten Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 5 8 Milliarden US Dollar dem standen Einnahmen von umgerechnet 5 4 Milliarden US Dollar gegenuber Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Hohe von 0 9 des Bruttoinlandsprodukts 1 Die Staatsverschuldung betrug 2016 21 5 des BIP 121 2010 wurden der Demokratischen Republik Kongo Staatsschulden in Hohe von ca 12 Milliarden US Dollar erlassen 2009 entsprach die Staatsverschuldung noch 138 3 des BIP und war damit gemessen an der Wirtschaftsleistung eine der hochsten der Welt 1 122 2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben in des BIP folgender Bereiche Gesundheit 1 11 2 2009 Bildung 123 4 6 2008 Militar 1 2 5 Infrastruktur Bearbeiten Schematische Darstellung der Verkehrsinfrastruktur im Kongo Unbefestigte Strasse bei Kisangani Wiedereroffnung der Bahnstrecke Lubumbashi Kindu Karte der Eisenbahnstrecken im Land welche allerdings nicht mehr alle vollstandig betrieben werden Boote auf dem Kongo Die Inga Staudamme Geplanter Staudamm Grand Inga West Africa Cable System Die Demokratische Republik Kongo steht grossen Herausforderungen gegenuber was die Infrastruktur betrifft Die bewaffneten Konflikte der naheren Vergangenheit haben dazu gefuhrt dass die Einrichtungen entweder direkt beschadigt oder ihr Erhalt vernachlassigt wurden Somit ist mehr als die Halfte der Anlagen dringend erneuerungsbedurftig Um auf den Stand eines durchschnittlichen Entwicklungslandes zu kommen musste die Demokratische Republik Kongo jahrlich etwa 5 3 Milliarden US Dollar bzw 75 ihres Bruttoinlandsproduktes von 2006 aufwenden gleichzeitig geht aktuell jahrlich fast eine halbe Milliarde US Dollar durch ineffiziente Infrastruktur verloren 124 Strassenverkehr Bearbeiten Der Kongo erbte bei seiner Unabhangigkeit ein teils sehr gutes Strassennetz von uber 100 000 Kilometern Lange das sich uber das gesamte Land erstreckte Unzureichende Wartung wahrend der Herrschaft Mobutus sorgte dafur dass in den 1990er Jahren nur noch etwa 10 000 Kilometer Strasse befahrbar waren die Uberlandstrassen waren fast vollstandig verschwunden J 43 Die Lange des Strassennetzes wird heute mit rund 150 000 Kilometer angegeben von denen nur rund 3000 Kilometer asphaltiert sind 1 es gibt in der Welt kaum ein Land das ein so dunnes Strassennetz hat wie die Demokratische Republik Kongo Auf 1000 km kommen im Schnitt gerade 1 km befestigter und 14 km unbefestigter Strasse Weniger als die Halfte des Strassennetzes befindet sich in annehmbaren Zustand und die Wiederherstellung vernunftiger Strassenverbindungen zwischen den Ballungsraumen des Landes gehort zu den dringendsten Aufgaben der Regierung Die niedrige Bevolkerungsdichte das Klima und die Topographie lassen den Unterhalt eines gut ausgebauten Strassennetzes aber sehr teuer werden so dass das Land etwa 5 seines Bruttonationalproduktes jahrlich allein fur den Unterhalt seiner Verkehrsinfrastruktur ausgeben musste Das ist ein Vielfaches dessen was fur offentliche Investitionen in den letzten Jahren zur Verfugung gestanden ist Als Konsequenz des Ganzen kostet es dreimal so viel Guter auf der Strasse wie auf dem Wasserweg zu transportieren der Strassentransport ist in der Demokratischen Republik Kongo dreimal so teuer wie in seinen Nachbarlandern 125 Der Strassenverkehr gilt als extrem unsicher 2013 kamen in der DR Kongo insgesamt 33 2 Verkehrstote auf 100 000 Einwohner Zum Vergleich In Deutschland waren es im selben Jahr 4 3 Tote Insgesamt kamen damit uber 22 000 Personen im Strassenverkehr ums Leben Die Rate an Verkehrstoten ist noch weitaus hoher wenn man sie der niedrigen Motorisierungsrate des Landes gegenuberstellt 2007 kamen im Land 5 Kraftfahrzeuge auf 1000 Einwohner in Deutschland waren es uber 500 Fahrzeuge 126 Schienenverkehr Bearbeiten Hauptartikel Schienenverkehr in der Demokratischen Republik Kongo In der Kolonialzeit wurde der Ausbau eines Eisenbahnnetzes vorangetrieben vorrangig zum effizienteren Transport der Rohstoffe die per Bahn schneller aus dem Landesinneren an die Kuste gelangen konnten Heute verfugt die Demokratische Republik Kongo auf dem Papier uber rund 5100 Kilometer Gleis 15 in mehreren voneinander unabhangigen Netzen Die Chemin de Fer Matadi Kinshasa CFMK betreibt eine 366 km lange Verbindung zwischen Kinshasa und dem Hafen Matadi Diese eingleisige Strecke stammt in ihrer heutigen Streckenfuhrung aus den 1930er Jahren Die Societe Nationale des Chemins de fer du Congo SNCC betreibt ein weitaus grosseres Netz mit Zentrum im Sudosten des Landes wobei die wichtigste Verbindung zwischen Kolwezi und der Grenze zu Sambia verlauft und teilweise bereits zu Kolonialzeiten durch die 50 Hz Arbeitsgemeinschaft elektrifiziert wurde Uber die SNCC verlassen Rohstoffe vor allem Kupfer das Land Die SNCC ist von Ilebo uber den Fluss Kongo mit Kinshasa und damit der CFMK verbunden Nachdem in Angola bis 2014 die Benguelabahn wiedererrichtet wurde soll sie innerhalb der DR Kongo mit dem Netz der SNCC verbunden werden was Kupferexporte uber den Atlantikhafen Lobito ermoglichen wird Die Infrastruktur der SNCC ist alt und in sehr schlechtem Zustand so dass mehr und mehr Rohstoffe uber die Strasse befordert werden 127 Die Uelle Bahnen werden grosstenteils schon lange nicht mehr bedient jedoch wurde der Abschnitt zwischen Bumba und Aketi im Jahr 2005 wiederhergestellt 128 Im Vergleich mit den Eisenbahnnetzen seiner Nachbarlander verkehren auf den Schienen des Kongo sehr wenige Zuge die Indikatoren fur Effizienz und Zuverlassigkeit sind deutlich schlechter und die Preise fur die Guter wie Personenbeforderung deutlich hoher 127 Schiffsverkehr Bearbeiten Der Hafen von Matadi ist mit 2 5 Millionen Tonnen Kapazitat der wichtigste Seehafen der Demokratischen Republik Kongo Er liegt nahe der Kongo Mundung hat jedoch den Nachteil dass er aufgrund der geringen Tiefe des Flusses nur von kleinen Schiffen erreicht wird womit er vom Umladen in Pointe Noire abhangt Wahrend Matadi fur den Westteil des Landes von hoher Bedeutung ist liegen die Hafen fur die Stadte im Osten der Demokratischen Republik Kongo an der afrikanischen Ostkuste Mombasa fur den Nordosten Daressalam und Durban fur den Sudosten 129 Der Hafen von Matadi ist auch im afrikanischen Kontext ineffizient bei gleichzeitig hohen Kosten daruber hinaus muss er regelmassig ausgebaggert werden Dies gilt auch fur die kleineren Hafen Boma und Banana Der direkte Zugang zum Tiefseehafen Pointe Noire ist fur die Demokratische Republik Kongo durch den desolaten Zustand der Bahn und Strasseninfrastruktur in der benachbarten Republik Kongo versperrt 129 Angesichts der schlechten Strassen und Gleise hat der Schiffsverkehr auf den Flussen die grosste Bedeutung fur das Land Mehr als 15 000 km des Kongo und seiner Nebenflusse sind schiffbar 130 Schlechte Wartung der Schiffe und nicht mehr funktionierende Leitsysteme fuhren jedoch immer wieder zu Unglucken mit zahlreichen Todesopfern Flugverkehr Bearbeiten Aufgrund des schlechten Strassensystems und der geographischen Grosse des Landes kommt dem Luftverkehr erhebliche Bedeutung zu Wahrend des Krieges waren viele Stadte nur per Flugzeug erreichbar Reisen auf dem Landweg waren durch die Rebellenprasenz zu gefahrlich J 44 Von grosser Bedeutung ist der Luftfrachtverkehr die abgebauten Bodenschatze werden vor allem im Osten des Landes auf dem Luftweg abtransportiert weil die Strassen unter Rebellenkontrolle stehen J 38 Im Land gibt es fast 200 Flugplatze aber nur 26 mit befestigter Landebahn 1 Grosster Flughafen ist der Flughafen Ndjili in Kinshasa weitere internationale Flughafen befinden sich in den Stadten Lubumbashi Bukavu Goma und Kisangani Aufgrund schlechter Wartung und mangelnder Sicherheitskontrollen kam es in Kongo wiederholt zu Flugzeugunglucken weshalb alle rund 50 kongolesischen Fluggesellschaften auf der schwarzen Liste der EU Kommission stehen Die einstmals grosste Linie Hewa Bora 131 musste 2011 nach einem Absturz ihren Betrieb einstellen Viele Inlandsfluge werden von Kongolesen als Umsteigeverbindungen uber das Ausland gebucht um die einheimischen Luftlinien zu umgehen Somit ist die Schaffung einer effizienten Aufsichtsbehorde uber den Luftverkehr von oberster Dringlichkeit 131 Energie und Wasserversorgung Bearbeiten Die Demokratische Republik Kongo gewinnt elektrische Energie fast ausschliesslich aus Wasserkraft 132 Die beiden grossten Kraftwerke sind die zwei Inga Staudamme am Unterlauf des Kongo Sie gingen 1972 Inga I bzw 1982 Inga II in Betrieb und versorgen sowohl die Hauptstadt Kinshasa als auch Bergbaubetriebe in Katanga mittels der HGU Inga Shaba mit Strom Die Demokratische Republik Kongo hat das grosste Wasserkraft Potenzial Afrikas Es betragt 100 GW ist kostengunstig zu erschliessen und konnte neben dem Kongo selbst auch die Exportmarkte im sudlichen Afrika versorgen Bis dato ist das Potenzial jedoch weitgehend ungenutzt im Jahr 2009 waren nur 2 4 GW Leistung installiert die Vernachlassigung wahrend der Burgerkriege hat jedoch dazu gefuhrt dass nur 1 GW uberhaupt einsatzbereit ist 133 Der im Mai 2013 angekundigte Ausbau der Inga Staudamme kann als Schritt in Richtung der Entwicklung des riesigen Potenzials verstanden werden 134 In der Demokratischen Republik Kongo haben etwa 30 der Bevolkerung Zugang zu Leitungswasser meist offentlich oder auch im eigenen Haus Fast ein Viertel der Bevolkerung ist jedoch auf Oberflachen Wasser angewiesen Besorgniserregend ist dass dieser Anteil steigt Der Anteil der Bevolkerung die nicht einmal Zugang zu einer Latrine hat liegt bei einem Sechstel auch dieser Anteil steigt Der offentliche Wasserversorger heisst Regideso er agiert bei weitem weniger effizient als seine Pendants in anderen afrikanischen Staaten 40 des Wassers gehen in seinem Netz verloren und nur 70 des konsumierten Wassers wird bezahlt 135 Internet und Telekommunikation Bearbeiten Wahrend die Zahl der Internetnutzer in der Demokratischen Republik Kongo immer noch deutlich unter dem weltweiten Durchschnitt liegt gab es in den vergangenen Jahren einen deutlichen Anstieg von weniger als 2 der Bevolkerung im Jahr 2012 zu 8 6 in 2017 136 137 Zu dieser positiven Entwicklung trug vor allem die Fertigstellung des West Africa Cable System einem durch viele afrikanische Staaten verlaufenden See Telekommunikationskabel von Sudafrika nach Grossbritannien im Jahr 2013 bei Der Verbindungspunkt des Systems im Kongo ist die Kleinstadt Muanda 138 Dennoch haben nach wie vor nur wenige Kongolesen regelmassigen Zugang zum Internet was hauptsachlich an den extrem hohen Preisen liegt Eine verlassliche Internetflatrate kann 100 US Dollar im Monat kosten fur die meisten Menschen mehr als ein Monatsgehalt Das Telefonnetz des staatlichen Betreibers OCPT ist unzuverlassig und unzureichend es gibt daher nur rund 10 000 Festnetzanschlusse im ganzen Land Trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen hat sich die Mobiltelefonie in der Demokratischen Republik Kongo schnell entwickelt Die Nutzungsrate von Mobiltelefonen ist heute verhaltnismassig hoch im Jahr 2017 gab es 42 Handyvertrage per 100 Einwohner 4 Der lebhafte Wettbewerb zwischen den vier Anbietern fuhrt zu niedrigen Preisen wie auch in den Nachbarlandern Kultur Bearbeiten In Koli Jean Bofane 2016 Hauptsitz der Agence Congolaise de Presse in Kinshasa Reference Plus 2009 Eine kongolesische Frau tragt Bananen Nationalmuseum in Kinshasa Yombe Skulptur aus dem 19 Jahrhundert Louvre Paris Papa Wemba 2009 Mannschaftsfoto des bedeutendsten Fussballvereins des Landes TP Mazembe aus dem Jahr 2011 Das Stade des Martyrs Literatur Bearbeiten Ein bekannter Autor war Valentin Yves Mudimbe der die archaischen und gewaltsamen Strukturen der postkolonialen Stammesgesellschaft in der Zeit der politischen Wirren der 1960er Jahre beschrieb Ins Englische ubersetzt wurde sein Buch Before the Birth of the Moon zuerst frz 1976 ins Deutsche ein Erzahlungsband 139 Als Lyrikerin und durch Kurzgeschichten wurde Clementine Nzuji bekannt Verschiedene Autoren emigrierten unter der Herrschaft Mobutus nach Kongo Brazzaville und Europa so auch In Koli Jean Bofane der seit 1993 in Belgien lebt und auch in Deutschland durch die Bucher Warum der Lowe nicht mehr Konig der Tiere ist und Congo Inc Le Testament de Bismarck bekannt wurde Medien Bearbeiten Trotz der in der Verfassung des Landes garantierten Informations und Pressefreiheit ist die Pressefreiheit im Land laut Reporter ohne Grenzen derzeit in einer schwierigen Situation Die Organisation fuhrt die Demokratische Republik Kongo im weltweiten Medienindex 2017 auf dem 154 von 180 Platzen 140 Die Medien im Land sind zum uberwiegenden Teil im Besitz oder unter dem Einfluss politischer Gruppierungen Die Journalisten sind finanziell von ihren Auftraggebern abhangig eine Situation die unabhangige Berichterstattung auch ohne direkte staatliche Interventionen einschrankt Die Qualitat der Berichterstattung ist allgemein schlecht Die Journalisten sind unzureichend ausgebildet schlecht bezahlt korrupt und durch ihre Auftraggeber in der Berichterstattung eingeschrankt Kritische Journalisten werden bedroht erpresst verhaftet und gelegentlich ermordet sodass Selbstzensur weit verbreitet ist Urheberrechte werden selten beachtet 141 Das Land hat drei bedeutsame Nachrichtenagenturen Agence Congolaise de Presse staatliche Nachrichtenagentur Digital Congo Agentur der Prasidentenfamilie 141 Documentation et Informations Africaines D I A kirchliche Nachrichtenagentur seit 1970 Fernsehen und Horfunk Bearbeiten Das Radio ist das reichweitenstarkste Medium des Landes und ist auch im landlichen Raum sehr verbreitet 2007 gab es im Land 2 staatliche und uber 200 private lokale Radiosender Die UNO betreibt das landesweit empfangbare Radio Okapi daneben sind die auslandischen Sender BBC World Service und Radio France Internationale 142 zu empfangen RFI musste 2009 zeitweilig den Betrieb im Kongo einstellen nachdem der Sender Kritik an der kongolesischen Armee geubt hatte 141 Ende 2012 wurde zeitweilig die Ausstrahlung von Radio Okapi unterbunden laut Mutmassungen infolge eines Interviews mit dem Prasidenten der Bewegung 23 Marz offiziell jedoch aus administrativen Grunden 143 Das Fernsehen wurde 1978 eingefuhrt und verbreitete anfangs Mobutus Propaganda der sich als vom Himmel auf die Erde herabschwebender Halbgott darstellen liess J 45 Heute gibt es neben dem staatlichen Radio Television nationale congolaise RTNC bis zu 50 weitere zumeist lokale Privatsender wie Radio Television Groupe L Avenir RTG Allgemein ist das Programm aus Geldknappheit qualitativ eher schlecht so werden zumeist Musik Wiederholungen oder politische Reden ausgestrahlt 141 Printmedien Bearbeiten Hauptartikel Liste von Zeitungen in der Demokratischen Republik Kongo Zeitungen sind mit einem Preis von etwa einem US Dollar fur die meisten Kongolesen unerschwinglich und daher wenig verbreitet Grund fur die hohen Preise ist der fehlende Anzeigenmarkt wodurch sich die Zeitungen fast vollstandig uber den Verkaufspreis finanzieren mussen Der Zeitungsmarkt konzentriert sich fast nur auf die Landeshauptstadt Kinshasa der Vertrieb auf dem flachen Land ist mangels Infrastruktur zu teuer In Kinshasa gibt es neun regelmassig erscheinende Zeitungen von denen sechs der Opposition und drei der Regierung zugewandt sind Im ganzen Land durfte es uber 200 Zeitungen geben die allerdings mitunter nur sehr unregelmassig erscheinen 141 Kuche Bearbeiten Das Hauptnahrungsmittel in der Demokratischen Republik Kongo ist Maniok dessen Wurzeln gekocht gebraten zu Brot oder Fufu Brei verarbeitet oder als Atieke konsumiert werden ausserdem Taro Mais und Reis letztere vor allem in Kasai und Katanga Die Blatter der Maniok Pflanze werden ebenfalls konsumiert Pondu ist ein im ganzen Land verbreitetes haufig an Festtagen zubereitetes Gericht bei dem feingeschnittene Maniok Blatter gekocht und dann in Palmol geschmort werden Dazu isst man haufig gestampfte Erdnusse Ausserdem sind die Kongolesen relativ grosse Konsumenten von Fleisch neben Rindfleisch vor allem in Kivu sowie Geflugel Schweine und Hammelfleisch kommen auch haufig Wildtiere wie Krokodil Buffel Schlange oder Insekten Bushmeat auf den Tisch Bedingt durch die grosse Anzahl von Flussen wird auch viel Fisch konsumiert haufig getrocknet oder gesalzen In der Regel ist das Essen scharf gewurzt wobei Gewurze wie Chili Ingwer Knoblauch und Pfeffer manchmal auch Koriander Kummel Sesam Muskat oder schwarzer Kardamom zum Einsatz kommen Als Zwischenmahlzeit dienen oft Fruchte wie Ananas Bananen Papayas Mangos und Kokosnusse Fremde Kuchen haben auf die Kochkunst des Kongo wenig Einfluss gehabt zu nennen ist hier jedoch der von den Portugiesen ubernommene gesalzene Stockfisch 144 Kunst Bearbeiten Das Kunstzentrum des Landes ist Kinshasa dort befindet sich Zentralafrikas einzige Kunstakademie universitaren Niveaus die Academie des Beaux Arts de Kinshasa Die bekanntesten Kunstler des Landes unterrichten hier Neben der Galerie der Akademie wird Kunst im franzosischen und belgischen Kulturzentrum und in der kommerziellen Galerie Symphonie des Arts prasentiert ebenso wie in den privaten Studios der bekannteren Kunstler wie Claudy Khan Henri Kalama Akulez und Lema Kusa Die traditionellen und auch modernen Kulturformen des Landes werden seit November 2019 im neuen Nationalmuseum in Kinshasa prasentiert Die bedeutendste Sammlung der materiellen und immateriellen Kultur des Kongo besitzt noch immer das Afrikamuseum in Belgien Musik Bearbeiten Hauptartikel Musik in der Demokratischen Republik Kongo Die Musik des Landes war schon immer sehr vielfaltig Sie hat einen langen Entwicklungsprozess zu ihrer heutigen Form hinter sich In der prakolonialen Zeit gab es in der Demokratischen Republik Kongo sehr viele verschiedene Arten der traditionellen afrikanischen Musik welche von Region zu Region variierten und sich meist in religiosen Gesangen ausdruckten Diese besassen Tonsysteme mit funf sechs und siebentonigen Tonleitern Wahrend der Kolonialzeit bildete sich dann in den 1920er Jahren eine grossere Musikszene in der Koloniehauptstadt Leopoldville heute Kinshasa Sie bestand sowohl aus Kongolesen als auch aus westafrikanischen Auslandern wie den Hausa und franzosischen und US amerikanischen Soldaten So bildete sich nach und nach der Soukous Musikstil heraus welcher auch heute noch typisch fur die Kongoregion ist Neben dem Gesang waren die damals wichtigsten Instrumente Gitarre Schlagzeug Akkordeon und Klarinette Nach und nach kamen Saxophone Trommeln und spater E Gitarren hinzu Es entstand auch ein Soukous Tanz welcher vor allem vom Rumba Tanz inspiriert wurde Der bekannteste kongolesische Sanger der 1950er Jahre war Wendo Er veroffentlichte den Hit Marie Louise der von vielen als Ausgangspunkt fur die moderne kongolesische Musik gesehen wird Nach der Unabhangigkeit des Landes 1960 entstanden immer mehr kleinere Musikgruppen in Leopoldville die das Musikgeschaft stetig wachsen liessen Bands wie African Jazz und OK Jazz erreichten europaweite Bekanntheit und tourten vor allem durch Belgien In den 1970er Jahren begann aber die Phase der Zaiko Generation welche vor allem gitarrenlastig war und von Musikern wie Papa Wemba oder der Musikgruppe Madilu System vertreten wurde Auch heute noch treten die bekanntesten Musikgruppen des Landes auch international auf doch der Musikstil hat sich weiter gewandelt Neben der besonders in kongolesischen Diskotheken beliebten schnellen Soukous Variante N dombolo zu der sehr korperbetont getanzt wird gibt es erfolgreiche kongolesische Weltmusik Gruppen Zu ihnen zahlt die Band Staff Benda Bilili die 2009 auf der World Music Expo den Kunstler Preis fur Weltmusik gewann Die Gruppe wurde wie das Orchestre Symphonique Kimbanguiste durch einen Dokumentarfilm bekannt Beim Orchestre Symphonique Kimbanguiste handelt es sich um das einzige Symphonieorchester Zentralafrikas Einem breiteren Publikum in Europa ist der kongolesische Sanger und Tanzer Jessy Matador bekannt seit er fur Frankreich beim Eurovision Song Contest 2010 auftrat Er verkorpert die moderne kongolesische Popmusik In Gbadolite einer Stadt im Norden des Landes und nahe dem Fluss Ubangi in der Prasident Mobutu einen neuen Regierungs Palast erbauen liess liess Mobutu eine wertvolle Orgel aus Deutschland in die Kirche die unmittelbar neben dem Palast liegt von der bekannten Orgelbauwerkstatt Oberlinger aus Windesheim einbauen Die beruhmtesten Organisten der Welt wurden zu Konzerten eingeladen und die Bevolkerung war begeistert als sie das erste Mal Werke von Johann Sebastian Bach oder Max Reger horten Kino Bearbeiten Erste Filmstudios entstanden bereits in der Zeit der belgischen Kolonialherrschaft Aufgrund des Mangels an finanziellen Mitteln und technischer Ausrustung sind Filmproduktionen in der DR Kongo gering geblieben Lediglich zwei kongolesische Regisseure konnten beim Panafrikanischen Film und Fernsehfestival eine Auszeichnung gewinnen namlich Kwamy Mambu Nzinga und Mwenze Ngangura 145 Sport Bearbeiten Fussball Bearbeiten Der dominierende Sport in der Demokratischen Republik Kongo ist der Fussball Obwohl die Stadien haufig in einem sehr schlechten Zustand sind sind Fussballspiele in der Lage eine grosse Anzahl an Zuschauern anzuziehen Die grossten Erfolge der Nationalmannschaft des Landes liegen indes schon weit zuruck Die Auswahl gewann die Afrikameisterschaften von 1968 und 1974 1974 war das damalige Zaire zudem der erste schwarzafrikanische Teilnehmer bei einer Fussballweltmeisterschaft blieb dort aber chancenlos Angesichts der wenigen Aufstiegsmoglichkeiten versuchen die kongolesischen Fussballer im Ausland bei einem Club anzuheuern Zu jenen die dabei Gluck und Erfolg hatten gehorten Muntubile Santos und Eugene Kabongo in den 1980er Jahren Eine nationale Fussballliga gibt es in der Demokratischen Republik Kongo nicht Der Versuch eine landesweite Liga zu etablieren wurde in den 1980er Jahren zwar unternommen nach zwei Spielzeiten jedoch aufgegeben Die Infrastruktur erwies sich als zu schwach die Distanzen zu gross und die finanziellen Moglichkeiten zu gering Der Landesmeister wird deshalb in regionalen Ligen ermittelt deren beste Mannschaften im K O System gegeneinander um die Coupe du Congo spielen Der derzeit mit Abstand erfolgreichste Fussballverein des Kongo ist Tout Puissant Mazembe aus Lubumbashi Der Club der Mois Katumbi dem reichen Gouverneur der Provinz Katanga gehort gewann in den Jahren 2009 und 2010 die CAF Champions League und zog 2010 als erste afrikanische Fussballmannschaft uberhaupt ins Finale der FIFA Klub Weltmeisterschaft ein 146 Ausser Mazembe konnten der AS Vita Club und der Daring Club Motema Pembe die CAF Champions League gewinnen Andere bekannte Vereine sind der FC Bilima FC Saint Eloi Lupopo und Lubumbashi Sport Das mit einer Kapazitat von 80 000 Platzen mit Abstand grosste Stadion des Landes ist das Stade des Martyrs Dort tragen die Hauptstadtvereine Daring Club Motema Pembe und Inter Kinshasa Fussballspiele aus Andere Sportarten Bearbeiten Weitere Sportarten spielen eine untergeordnete Rolle International konnte die Basketballmannschaft der Damen auf sich aufmerksam machen Des Weiteren geniessen Boxen und Catchen eine gewisse Popularitat 147 1968 nahmen erstmals Athleten Zaires an den Olympischen Sommerspielen teil Danach kam es 1984 wieder zu einer Teilnahme Seitdem nehmen Athleten der DR Kongo und ihrer Vorgangerstaaten ununterbrochen an den Sommerspielen teil ohne allerdings dabei eine Medaille errungen zu haben In der Zeit der Diktatur von Mobutu Sese Seko wurden Sportereignisse auch zu Propagandazwecken benutzt um die Macht Mobutus zu starken und dem Staat Zaire internationale Anerkennung zu sichern Hierfur ist vor allem der Boxkampf Rumble in the Jungle zwischen George Foreman und Muhammad Ali zu nennen der 1974 im Stade Tata Raphael in Kinshasa stattfand Es war das erste weltweit beachtete Sportereignis auf afrikanischem Boden Feiertage Bearbeiten Zur Erinnerung an die Unabhangigkeit von Belgien 1960 wird am 30 Juni der Jour de l Independance gefeiert 42 Dies ist der Nationalfeiertag der Demokratischen Republik Kongo insgesamt gibt es aber neben diesem eine Reihe weiterer gesetzlicher Feiertage an denen die meisten offentlichen Institutionen und Geschafte geschlossen bleiben 148 Datum Name Deutscher Name Anmerkungen1 Januar Jour de l An Neujahr4 Januar Tag der Martyrer Erinnerung an die Unruhen in Leopoldville am 4 Januar 19591 Mai Fete du travail Tag der Arbeit20 Mai Tag der Partei24 Mai Tag der Fischer30 Juni Jour de l Independance Unabhangigkeitstag Nationalfeiertag1 August Tag der Eltern14 Oktober Tag der Jugend25 Dezember Noel WeihnachtsfeiertagSiehe auch Bearbeiten Portal Demokratische Republik Kongo Ubersicht zu Wikipedia Inhalten zum Thema Demokratische Republik KongoLiteratur BearbeitenAndrea Bohm Gott und die Krokodile Eine Reise durch den Kongo Pantheon Verlag Munchen 2011 ISBN 978 3 570 55125 7 Tom Burgis Der Fluch des Reichtums Warlords Konzerne Schmuggler und die Plunderung Afrikas Westend Frankfurt 2016 ISBN 978 3 86489 148 9 Ludo De Witte Regierungsauftrag Mord der Tod Lumumbas und die Kongo Krise Forum Verlag Leipzig Leipzig 2001 ISBN 3 931801 09 8 Kevin C Dunn Imagining the Congo The International Relations of Identity Palgrave MacMillan New York 2003 ISBN 1 4039 6160 3 Westport 2002 ISBN 0 313 31696 1 Ch Didier Gondola The history of Congo Greenwood Press z T online Jeanne M Haskin The Tragic State of the Congo From Decolonization to Dictatorship Algora Publishing New York 2005 ISBN 0 87586 417 1 Adam Hochschild Schatten uber dem Kongo Die Geschichte eines fast vergessenen Menschheitsverbrechens Reinbek 2002 ISBN 3 499 61312 3 Dominic Johnson Kongo Kriege Korruption und die Kunst des Uberlebens 2 aktualisierte Auflage Brandes amp Apsel Frankfurt 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Commons Demokratische Republik Kongo Sammlung von Bildern Wikivoyage Demokratische Republik Kongo Reisefuhrer Wikimedia Atlas Demokratische Republik Kongo geographische und historische Karten Offizielle Webseite des Prasidenten der D R Kongo franzosisch Landerinformationsportal der GIZ Lander und Reiseinformationen des Auswartigen Amtes Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen politischen und wirtschaftlichen Situation in der Demokratischen Republik Kongo CIA World Factboobk Deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit der DR Kongo CongoForum aktuelle Nachrichten und Pressemitteilungen aus der DR Kongo franzosisch niederlandisch englisch Deutschsprachiges Hintergrundmaterial und aktuelle Nachrichten aus der DR Kongo UN Mission in der DR Kongo Website des von der MONUSCO getragenen franzosischsprachigen Radio Okapi Kongo Echo Blog von Dominic Johnson Einzelnachweise Bearbeiten J Dominic Johnson Kongo Kriege Korruption und die Kunst des Uberlebens 2 aktualisierte 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Bissau Kamerun Kap Verde Kenia Komoren Kongo Demokratische Republik Kongo Republik Lesotho Liberia Libyen Madagaskar Malawi Mali Marokko Mauretanien Mauritius Mosambik Namibia Niger Nigeria Ruanda Sambia Sao Tome und Principe Senegal Seychellen Sierra Leone Simbabwe Somalia Sudafrika Sudan Sudsudan Tansania Togo Tschad Tunesien Uganda Zentralafrikanische Republik International nicht anerkannte Mitglieder Demokratische Arabische Republik SaharaMitgliedstaaten des Gemeinsamen Marktes fur das Ostliche und Sudliche Afrika Agypten Athiopien Burundi Dschibuti Eritrea Eswatini Kenia Komoren Demokratische Republik Kongo Libyen Madagaskar Malawi Mauritius Ruanda Sambia Seychellen Simbabwe Somalia Sudan Tunesien Uganda 2 3333333333333 22 8 Koordinaten 2 S 23 O Normdaten Geografikum GND 4067357 1 OGND AKS LCCN n80061022 NDL 00574550 VIAF 134906934Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Demokratische Republik Kongo amp oldid 216160872, wikipedia, wiki, deutsches

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