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Chrodechild

Chrodechild (auch Chrodichild, Chrodechilde, lat. Chrodigildis; die Namensformen Chlothilde, Clothilde, Klothilde, unter denen sie in der spätmittelalterlichen und neuzeitlichen Literatur rezipiert wird, sind nicht authentisch) (* um 474 in Lyon; † 3. Juni 544 in Tours) war die zweite Frau von Chlodwig I. und durch diese Ehe Königin der Franken. Als heilige Clothilde bzw. Chlothilde wird sie von der Kirche verehrt.

Chrodechild mit ihren vier Söhnen auf einer Miniatur in den Grandes Chroniques de Saint-Denis

Inhaltsverzeichnis

Sie wurde als Tochter von Chilperich II. geboren und starb im Kloster Saint-Martin de Tours. Die früher teilweise vertretene Ansicht, dass ihre Mutter die im Jahr 506 verstorbene Königin Caretene gewesen sei, wird in der modernen Forschung eher nicht mehr aufrechterhalten. Jedenfalls war sie aber eine Nichte der Burgunderkönige Gundobad und Godegisel.

Chrodechild und ihre Schwester wurden durch ihren Onkel Godegisel an dessen Hof in Genf erzogen. Chrodechild heiratete den merowingischen Frankenkönig Chlodwig I. zwischen 492 und 494 unter der Bedingung, dass sie ihre christliche Religion weiter ausüben durfte. Sie bekannte sich zum Katholizismus und trug zur Entscheidung Chlodwigs bei, ebenfalls diese Form des Christentums und nicht den bei anderen Germanenvölkern verbreiteten Arianismus anzunehmen. Um 501 hatte Gundobad das burgundische Recht aufzeichnen lassen, 506 folgte die Lex Romana Burgundionum für die Romanen.

Ihre Kinder wurden alle – die beiden älteren Söhne Ingomer und Chlodomer bereits vor ihrem Vater – getauft. Als jedoch Ingomer früh verstarb und Chlodomer schwer erkrankte, gab Chlodwig der Religion seiner Frau daran die Schuld. Erst als der zweite Sohn wieder gesundete und Chlodwig bei der Schlacht von Zülpich gegen die Alemannen den christlichen Gott um Hilfe anflehte und die Schlacht gewann, konvertierte er – und damit sein Reich – zum katholischen Christentum.

Zum Weihnachtsfest 497, 498 oder 499 ließ sich Chlodwig mit 3.000 anderen Franken von Bischof Remigius von Reims taufen. Wegen ihres Beitrags zu diesem Entschluss wurde Chrodechild kirchlicherseits als Wegbereiterin für den katholischen Glauben in Europa betrachtet.

Aus der Ehe mit Chlodwig hatte sie vier Söhne und eine Tochter:

Nach dem Tod ihres Sohnes Chlodomer auf einem Feldzug gegen die Burgunden im Jahr 524 übernahm Chrodechild den Schutz seiner drei minderjährigen Söhne, ihrer Enkel Theudoald, Gunthar und Chlodoald (Chlodowald), um deren Erbrecht im Reich des verstorbenen Königs zu sichern. Dies scheiterte aber am Widerstand Childeberts I. und Chlothars I., die das Reich Chlodomers aufteilen und die Erbansprüche ihrer unmündigen Neffen ausschalten wollten. Wie der Geschichtsschreiber Gregor von Tours berichtet, brachten Chlothar und Childebert mit einer List die Kinder in ihre Gewalt und ließen dann Chrodechild fragen, ob die Kinder geschoren und damit herrschaftsunfähig gemacht oder getötet werden sollten. Chrodechild antwortete, sie wolle die Kinder lieber tot als herrschaftsunfähig sehen. Darauf tötete Chlothar den zehnjährigen Theudoald und den siebenjährigen Gunthar eigenhändig; Chlodoald wurde unter nicht näher bezeichneten Umständen vor seinem Onkel gerettet und überlebte durch Eintritt in den geistlichen Stand.

Nach dem Tode Chlodwigs 511 gründete Chrodechild Klöster und stiftete Kirchen. Sie wurde – wie ihr Mann und ihre Tochter – in der Apostelkirche in Paris, der späteren Kirche Sainte-Geneviève bestattet.

Als heilige Clothilde wird sie als Patronin der Frauen und Notare verehrt. Sie wird oft mit einem Kirchenmodell und einem Buch, den Armen spendend, dargestellt. Ihr Fest ist der 3. Juni. Sébastien Mamerot nennt in seiner Histoire des neuf preux et des neuf preuses (1460–1461) als eine der Neun Guten Heldinnen. Nach ihr wurden unter anderem die Basiliken Ste-Clotilde (Paris) und Ste-Clotilde (Reims) benannt.

Commons: Chrodechild – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  1. Vgl. Martina Hartmann: Die Königin im frühen Mittelalter. Kohlhammer, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-17-018473-2, S. 11.
  2. Vgl. Hans-Werner Goetz: Europa im frühen Mittelalter 500–1050. Stuttgart 2003, S. 42.
Normdaten (Person): GND:(, ) | LCCN: | VIAF: |Wikipedia-Personensuche
Personendaten
NAME Chrodechild
ALTERNATIVNAMEN Chrodechilde, Chrodichild
KURZBESCHREIBUNG Frau von Chlodwig I.
GEBURTSDATUM um 474
GEBURTSORT Lyon
STERBEDATUM 3. Juni 544
STERBEORT Tours

Chrodechild
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Chrodechild Frau von Chlodwig I Sprache Beobachten Bearbeiten Weitergeleitet von Chlothilde von Burgund Chrodechild auch Chrodichild Chrodechilde lat Chrodigildis die Namensformen Chlothilde Clothilde Klothilde unter denen sie in der spatmittelalterlichen und neuzeitlichen Literatur rezipiert wird sind nicht authentisch um 474 in Lyon 3 Juni 544 in Tours war die zweite Frau von Chlodwig I und durch diese Ehe Konigin der Franken Als heilige Clothilde bzw Chlothilde wird sie von der Kirche verehrt Chrodechild mit ihren vier Sohnen auf einer Miniatur in den Grandes Chroniques de Saint Denis Inhaltsverzeichnis 1 Leben 2 Literatur 3 Weblinks 4 AnmerkungenLeben BearbeitenSie wurde als Tochter von Chilperich II geboren und starb im Kloster Saint Martin de Tours Die fruher teilweise vertretene Ansicht dass ihre Mutter die im Jahr 506 verstorbene Konigin Caretene gewesen sei wird in der modernen Forschung eher nicht mehr aufrechterhalten 1 Jedenfalls war sie aber eine Nichte der Burgunderkonige Gundobad und Godegisel Chrodechild und ihre Schwester wurden durch ihren Onkel Godegisel an dessen Hof in Genf erzogen Chrodechild heiratete den merowingischen Frankenkonig Chlodwig I zwischen 492 und 494 unter der Bedingung dass sie ihre christliche Religion weiter ausuben durfte Sie bekannte sich zum Katholizismus und trug zur Entscheidung Chlodwigs bei ebenfalls diese Form des Christentums und nicht den bei anderen Germanenvolkern verbreiteten Arianismus anzunehmen Um 501 hatte Gundobad das burgundische Recht aufzeichnen lassen 506 folgte die Lex Romana Burgundionum fur die Romanen 2 Ihre Kinder wurden alle die beiden alteren Sohne Ingomer und Chlodomer bereits vor ihrem Vater getauft Als jedoch Ingomer fruh verstarb und Chlodomer schwer erkrankte gab Chlodwig der Religion seiner Frau daran die Schuld Erst als der zweite Sohn wieder gesundete und Chlodwig bei der Schlacht von Zulpich gegen die Alemannen den christlichen Gott um Hilfe anflehte und die Schlacht gewann konvertierte er und damit sein Reich zum katholischen Christentum Zum Weihnachtsfest 497 498 oder 499 liess sich Chlodwig mit 3 000 anderen Franken von Bischof Remigius von Reims taufen Wegen ihres Beitrags zu diesem Entschluss wurde Chrodechild kirchlicherseits als Wegbereiterin fur den katholischen Glauben in Europa betrachtet Aus der Ehe mit Chlodwig hatte sie vier Sohne und eine Tochter Ingomer etwa 493 oder 494 sehr jung Chlodomer von 511 bis 524 Konig in Orleans Childebert I von 511 bis 558 Konig in Paris Chlothar I von 511 bis 561 Konig in Soissons spater Konig der Franken Chlodechild 531 begraben in der Apostelkirche in Paris sie heiratete 526 oder 527 den Westgotenkonig Amalrich Nach dem Tod ihres Sohnes Chlodomer auf einem Feldzug gegen die Burgunden im Jahr 524 ubernahm Chrodechild den Schutz seiner drei minderjahrigen Sohne ihrer Enkel Theudoald Gunthar und Chlodoald Chlodowald um deren Erbrecht im Reich des verstorbenen Konigs zu sichern Dies scheiterte aber am Widerstand Childeberts I und Chlothars I die das Reich Chlodomers aufteilen und die Erbanspruche ihrer unmundigen Neffen ausschalten wollten Wie der Geschichtsschreiber Gregor von Tours berichtet brachten Chlothar und Childebert mit einer List die Kinder in ihre Gewalt und liessen dann Chrodechild fragen ob die Kinder geschoren und damit herrschaftsunfahig gemacht oder getotet werden sollten Chrodechild antwortete sie wolle die Kinder lieber tot als herrschaftsunfahig sehen Darauf totete Chlothar den zehnjahrigen Theudoald und den siebenjahrigen Gunthar eigenhandig Chlodoald wurde unter nicht naher bezeichneten Umstanden vor seinem Onkel gerettet und uberlebte durch Eintritt in den geistlichen Stand Nach dem Tode Chlodwigs 511 grundete Chrodechild Kloster und stiftete Kirchen Sie wurde wie ihr Mann und ihre Tochter in der Apostelkirche in Paris der spateren Kirche Sainte Genevieve bestattet Als heilige Clothilde wird sie als Patronin der Frauen und Notare verehrt Sie wird oft mit einem Kirchenmodell und einem Buch den Armen spendend dargestellt Ihr Fest ist der 3 Juni Sebastien Mamerot nennt in seiner Histoire des neuf preux et des neuf preuses 1460 1461 als eine der Neun Guten Heldinnen Nach ihr wurden unter anderem die Basiliken Ste Clotilde Paris und Ste Clotilde Reims benannt Literatur BearbeitenHans Hubert Anton Chrodechilde In Reallexikon der Germanischen Altertumskunde Band 4 1981 S 604 605 Justin Favrod GG Chrodechilde In Historisches Lexikon der Schweiz 2005Weblinks Bearbeiten Commons Chrodechild Sammlung von Bildern Videos und Audiodateien Artikel Clothilde in Stadlers Vollstandiges Heiligenlexikon Artikel St Clotilda in The Catholic EncyclopediaAnmerkungen Bearbeiten Vgl Martina Hartmann Die Konigin im fruhen Mittelalter Kohlhammer Stuttgart 2009 ISBN 978 3 17 018473 2 S 11 Vgl Hans Werner Goetz Europa im fruhen Mittelalter 500 1050 Stuttgart 2003 S 42 Normdaten Person GND 119461579 OGND AKS LCCN no94018619 VIAF 31572511 Wikipedia Personensuche PersonendatenNAME ChrodechildALTERNATIVNAMEN Chrodechilde ChrodichildKURZBESCHREIBUNG Frau von Chlodwig I GEBURTSDATUM um 474GEBURTSORT LyonSTERBEDATUM 3 Juni 544STERBEORT ToursAbgerufen von https de wikipedia org w index php title Chrodechild amp oldid 212626551, wikipedia, wiki, deutsches

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