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Chelatkomplexe

Die Bezeichnung Chelatkomplexe – oder auch verkürzt als Chelate bezeichnet – steht in der Komplexchemie für Verbindungen, bei denen ein mehrzähniger Ligand (besitzt mehr als ein freies Elektronenpaar) mindestens zwei Koordinationsstellen (Bindungsstellen) des Zentralatoms einnimmt. Der Ligand heißt in diesem Fall Chelator (griech. Χηλή, chele für „Krebsschere“). Beim Zentralatom handelt es sich meistens um ein zweifach positiv geladenes Metallion (etwa Fe2+, Cu2+). Liganden und Zentralatom sind über koordinative Bindungen verknüpft. Das bedeutet, das bindende Elektronenpaar wird allein vom Liganden bereitgestellt.

EDTA-Metallion-Chelatkomplex

Chelatkomplexe sind stabiler als gleiche Komplexe mit einzähnigen, nicht untereinander verknüpften Liganden. Dieser „Chelat-Effekt“ hat zwei Ursachen. Zum einen ist die Entropieabnahme bei der Komplexbildung geringer, was einen thermodynamischen Stabilisierungseffekt hat. Im obigen Beispiel bildet sich aus zwei Teilchen ein Komplex. Im Falle von nichtchelatisierenden Liganden würden sich sieben Teilchen zu einem Komplex verbinden. Zum anderen kann ein Chelatligand sich erst nach Auflösung aller Bindungen vom Zentralatom entfernen, was bedeutet, dass der Chelator viel schlechter vom Metallion dissoziieren kann. Damit steigt ebenfalls die Wahrscheinlichkeit der sofortigen Rekombination nach der Spaltung.

Als Beispiele dafür finden sich in der Natur etwa das Häm, das Chlorophyll oder Vitamin B12. Wichtig in der Medizin ist im Rahmen einer Chelat-Therapie z. B. das EDTA (Ethylendiamintetraacetat). Es findet auch in der analytischen Chemie bei Titrationen in der Chelatometrie Anwendung.

Wichtige Chelatliganden sind:

  1. Wolfgang Forth, Dietrich Henschler, Walter Rummel: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. Erstauflage: Bibliographisches Institut 1975.

Chelatkomplexe
chelatkomplexe, sprache, beobachten, bearbeiten, bezeichnung, oder, auch, verkürzt, chelate, bezeichnet, steht, komplexchemie, für, verbindungen, denen, mehrzähniger, ligand, besitzt, mehr, freies, elektronenpaar, mindestens, zwei, koordinationsstellen, bindun. Chelatkomplexe Sprache Beobachten Bearbeiten Die Bezeichnung Chelatkomplexe oder auch verkurzt als Chelate bezeichnet steht in der Komplexchemie fur Verbindungen bei denen ein mehrzahniger Ligand besitzt mehr als ein freies Elektronenpaar mindestens zwei Koordinationsstellen Bindungsstellen des Zentralatoms einnimmt Der Ligand heisst in diesem Fall Chelator griech Xhlh chele fur Krebsschere 1 Beim Zentralatom handelt es sich meistens um ein zweifach positiv geladenes Metallion etwa Fe2 Cu2 Liganden und Zentralatom sind uber koordinative Bindungen verknupft Das bedeutet das bindende Elektronenpaar wird allein vom Liganden bereitgestellt EDTA Metallion Chelatkomplex Chelatkomplexe sind stabiler als gleiche Komplexe mit einzahnigen nicht untereinander verknupften Liganden Dieser Chelat Effekt hat zwei Ursachen Zum einen ist die Entropieabnahme bei der Komplexbildung geringer was einen thermodynamischen Stabilisierungseffekt hat Im obigen Beispiel bildet sich aus zwei Teilchen ein Komplex Im Falle von nichtchelatisierenden Liganden wurden sich sieben Teilchen zu einem Komplex verbinden Zum anderen kann ein Chelatligand sich erst nach Auflosung aller Bindungen vom Zentralatom entfernen was bedeutet dass der Chelator viel schlechter vom Metallion dissoziieren kann Damit steigt ebenfalls die Wahrscheinlichkeit der sofortigen Rekombination nach der Spaltung Als Beispiele dafur finden sich in der Natur etwa das Ham das Chlorophyll oder Vitamin B12 Wichtig in der Medizin ist im Rahmen einer Chelat Therapie z B das EDTA Ethylendiamintetraacetat Es findet auch in der analytischen Chemie bei Titrationen in der Chelatometrie Anwendung Chelatliganden BearbeitenWichtige Chelatliganden sind Ligand Abk ZahnigkeitAcetylaceton acac 2Ethylendiamin en 22 2 Aminoethylamino ethanol AEEA 3Diethylentriamin dien 3Iminodiacetat ida 3Triethylentetramin trien TETA 4Triaminotriethylamin tren 4Nitrilotriacetat nta 4Bis salicyliden ethylendiamin salen 4Ethylendiaminotriacetat ted 5Ethylendiamintetraacetat EDTA 6Diethylentriaminpentaacetat DTPA 8Triethylentetraminhexaacetat TTHA 101 4 7 10 Tetraazacyclododecan 1 4 7 10 tetraacetat DOTA 8Oxalat ox 2Tartrat tart 2Citrat cit 3Dimethylglyoxim dmg 28 Hydroxychinolin oxin 22 2 Bipyridin bpy 21 10 Phenanthrolin phen 2Dimercaptobernsteinsaure DMSA 21 2 Bis diphenylphosphino ethan dppe 2Einzelnachweise Bearbeiten Wolfgang Forth Dietrich Henschler Walter Rummel Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie Erstauflage Bibliographisches Institut 1975 Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Chelatkomplexe amp oldid 198486308, wikipedia, wiki, deutsches

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