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Handelsmarke

Als Handelsmarke (auch Eigenmarke, engl. Private Label) bezeichnet man Produkte und Produktreihen (Markenwaren), deren Markenzeichen sich in der Inhaberschaft eines Handelsunternehmens bzw. einer Handelsorganisation befinden. Bei kleineren Betrieben ist auch von einer Hausmarke die Rede. Sie werden in der Regel nur in eigenen Betrieben des Markeneigners oder in den einer Verbundgruppe des Handels angeschlossenen Einzelhandelsbetrieben abgesetzt.

Inhaltsverzeichnis

Je mehr Filialen ein Einzelhandelsunternehmen oder je mehr Mitglieder eine Verbundgruppe des Handels hat, desto eher lohnt es sich für sie, Eigenmarken zu konzipieren und zu führen. Zur Ausgestaltung stehen ihnen verschiedene Markentypen zur Verfügung, und zwar (üblicherweise mit zunehmendem Qualitäts- und Preisniveau) Gattungsmarken (no names), normale („klassische“) Handelsmarken und Premium-Handelsmarken. Der Begriff „Premiummarke“ (für Handels- wie für Herstellermarken) ist weder wettbewerbsrechtlich noch markenrechtlich geschützt und deshalb frei verfügbar.

Glühlampe als Handelsmarke „AS“ des ehemaligen Unternehmens Schlecker, hergestellt bei Philips.

Handelsmarken lohnen sich für Handelsunternehmen aus mehreren Gründen: Die Handelsmarken werden nicht von Mitbewerbern angeboten, so dass die Eigenmarken führender Handelsunternehmen insoweit aufgrund fehlender Vergleichbarkeit freier in der Gestaltung ihrer Preispolitik sind. Handelsunternehmen nutzen folgende Einflussfaktoren, um sich im Wettbewerb zu differenzieren: Qualität der Ware, Verpackungsinhalte, Verpackungsgestaltung und Listenverkaufspreis (LVP). Die Wareneinstandspreise für Handelsmarken fallen grundsätzlich niedriger aus als für aufwändig beworbene Herstellermarken, so dass ihre Verkaufspreise selbst bei gleicher Kalkulation unter den Verkaufspreisen von Herstellermarken liegen und eine besondere Preisleistung des Handelsunternehmens signalisieren können. Das Eigenmarken führende Handelsunternehmen kann diese bei verschiedenen Herstellern beziehen, die untereinander im Wettbewerb stehen; daher können Exklusivverträge über Handelsmarken mit dem günstigsten Produzenten abgeschlossen werden. Einige wenige Handelsunternehmen haben auch eigene Produktionsstätten. Manchmal sind Handelsmarken völlig oder weitgehend identisch oder baugleich mit anderen Markenwaren (Herstellermarken).

Die entscheidenden Motive für die Führung von Handelsmarken sind:

  • die Unabhängigkeit von den großen Markenwarenherstellern, deren Marketingdruck durch Push- oder Pull-Methoden sich die Handelsunternehmen und -gruppen durch Eigenmarken entziehen können.
  • die Chance, das eigene Sortiment bzw. das Unternehmensimage durch unverwechselbare Artikel zu profilieren. Besonders zur Profilierung geeignet sind Handelsmarken in Warengruppen des Einzelhandels mit hoher Preiselastizität der Nachfrage und als „Gegenmarken“ zu bekannten Herstellermarken. Zur Ausschöpfung der Profilierungschance, namentlich durch preisgünstige und zugleich qualitativ hochwertige Eigenmarken, sind eine professionelle Betreuung (Handelsmanagement) und psychostrategisches Vorgehen unabdingbar.
  • die Festigung von Kundenbindung. Da die Eigenmarken eines Unternehmens meist nur in dessen eigenen Vertriebsstätten erworben werden können, besteht für Kunden ein Anreiz, diese bei positiver Produkterfahrung erneut aufzusuchen.
  • Der Wechsel der Lieferanten bei gleichbleibender Verpackung, oder regional unterschiedliche Lieferanten bei landesweitem Auftritt der Handelsmarke einer Kette.

In der wirtschaftswissenschaftlichen Literatur werden weitere, weniger offensichtliche Gründe für das Führen von Eigenmarken bzw. die Förderung des Eigenmarkenverkaufs genannt. Beispielsweise profitieren Unternehmen mit vertikal integrierter Lieferkette (Supply Chain) von hohen und stabilen Eigenmarkenverkäufen durch Skaleneffekte in der Produktion sowie die Auslastungsoptimierung der konzerneigenen Zulieferbetriebe.

In den Jahren nach der Euro-Einführung (1. Januar 2002) schnellte der Marktanteil von Handelsmarken empor: er stieg von 28 % (2001) auf 41,3 % (2008). Die gefühlte Teuerung nach der Euro-Einführung veranlasste viele Konsumenten zum Wechsel.

Seitdem setzen die Discounter verstärkt auf Premium-Handelsmarken (= Handelsmarken, unter denen Premium-Qualität versprochen wird).

Ursprünglich erfüllte jede Marke drei Funktionen: 1. Identifizierungsfunktion (Wiedererkennung und Unterscheidbarkeit), 2. Herkunftsbestimmungsfunktion ("Visitenkarte" für den Markeneigner), 3. Unterstützungsfunktion (Werbewirkung und Image). Mit zunehmender Verfeinerung des Markenwesen und der Emanzipation der Handelsmarke fort von der Kopie- oder Anhängemarke sind für sie neue Funktionen hinzugetreten. Der Wirtschaftswissenschaftler Hans-Otto Schenk unterscheidet acht spezifische Funktionen der Handelsmarke:

  • Preisleistungsfunktion (Dokumentation der preislichen Leistungsfähigkeit gegenüber sortengleichen oder -ähnlichen Herstellermarken);
  • Sortimentsleistungsfunktion (Dokumentation der eigenen und unverwechselbaren Alternativangebote);
  • Profilierungsfunktion (Dokumentation eines eigenständigen Leistungs-/Sortimentsprofils zur Abhebung von der Konkurrenz);
  • Polarisierungsfunktion (Dokumentation eines Gegenpols zu anderen eigenen Betriebstypen und zu anderen Betriebstypen der Konkurrenz);
  • Spannensicherungsfunktion (Ertragsverbesserung durch wenig beeinflussbare Kalkulation der eigenen Marken, Heraushalten aus Preiskämpfen und Preisschleuderei);
  • Gewerbliche Schutzfunktion (durch Inanspruchnahme des Warenzeichenschutzes Schutz vor Konkurrenten und/oder Nachahmern);
  • Solidarisierungsfunktion (Handelsmarken als organisatorisches Bindemittel und Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls in kooperativen Handelssystemen);
  • Innovationsfunktion (Potenzial zur Entwicklung neuartiger Produktalternativen oder Markenkonzepte durch Handelsunternehmen).

Handelsmarken stehen in Konkurrenz zu Herstellermarken. Beide sind Markenwaren, d. h. mit dem Rechtsschutz eines Markenzeichens, der Marke, ausgestattete Konsumgüter. „Herstellermarken und Handelsmarken unterscheiden sich prinzipiell weder nach Qualität noch nach bestimmten Produkteigenschaften, sondern lediglich durch die jeweilige Markeneignerschaft und durch die Disposition über die Gestaltung der Marke.“

Handelsmarken sind ein wirksames Marketinginstrument zur Kundenbindung an Einkaufsstandorte beziehungsweise Handelsketten. Sie sind häufig im unteren und mittleren Preis- beziehungsweise Qualitätssegment angesiedelt. Durch den Wettbewerb im deutschen Einzelhandel werden vergleichbare Artikel verschiedener Handelsmarken (ausgenommen der „Premiummarken“) von Lebensmitteleinzelhändlern und Drogerien in aller Regel zum gleichen Preis und in der gleichen Packungsgröße verkauft, sofern es sich nicht um Sonderangebote handelt. Insbesondere in Deutschland werden Handelsmarken vermehrt auch als Instrument zur Preisdifferenzierung, Profilierung und strategischen Marktpositionierung eingesetzt. Die Differenzierung hat vor allem bei den Handelsmarken zu neuartigen Erscheinungsformen geführt (Gattungsmarken oder no names, Premiummarken, Sortimentsmarken, Dachmarken). Auch entstehen im Rahmen vertikaler Kooperationen, etwa beim selektiven Vertrieb, Misch- oder Hybridformen.

Bei unabhängigen Tests der Stiftung Warentest wurde seit Jahrzehnten immer wieder festgestellt, dass es zahlreiche Baugleichheiten von Hersteller- und Handelsmarken gibt und dass keine der beiden Kategorien grundsätzlich qualitativ überlegen ist. Beim Preis-Leistungs-Verhältnis liegen meist Handelsmarken vorne (überdurchschnittliche Qualität zu unterdurchschnittlichem Preis). Einige Handelsmarken, z. B. Elite oder Mibell waren früher Herstellermarken, die später von Handelsketten gekauft/übernommen wurden.

Laut einem Forschungsbericht der Fernuniversität Hagen aus dem Jahr 2009 bewirke die zunehmende Verbreitung von Handelsmarken folgendes:

  • Die Aktionshäufigkeit von Markenartikeln nimmt ab, das Preisniveau steigt an.
  • Im Preiswettbewerb liegt für einzelne Hersteller der Zwang nahe, die Produktqualität zugunsten der Produktionskosten zu senken.
  • Produkt-Innovationen tragen nicht zu dem gesteigerten Preisniveau bei, da bei Handelsmarken im Vergleich zu Herstellermarken eher Imitation statt Innovation zu beobachten ist. Preisdruck durch Handelsmarken führt wahrscheinlich zu Einsparungen seitens Herstellermarken, die auch und oft vor allem Forschung und Entwicklung betreffen.
  • Zunehmende Verbreitung von Handelsmarken zieht die Auslistung von Herstellermarken aus dem Sortiment der Händler nach sich. Die Artikelvielfalt nimmt ab.

Die Schlussfolgerungen, somit sei kein positiver Effekt aus Sicht der Verbraucher zu erwarten, weder in Bezug auf das Preisniveau noch auf die Artikelvielfalt, des Weiteren bestünden negative Auswirkungen auf die Gesamtumsätze, sind allerdings ihrerseits kritisch zu beurteilen.

  • Dieter Ahlert, Peter Kenning, Dirk Schneider: Markenmanagement im Handel. Gabler-Verlag, Wiesbaden 2000, ISBN 3-409-11643-5.
  • Johannes B. Berentzen: Handelsmarkenmanagement. Gabler-Verlag, Wiesbaden 2010, ISBN 978-3-8349-1892-5.
  • Hans-Otto Schenk: Psychologie im Handel. Entscheidungsgrundlagen für das Handelsmarketing. 2. Auflage. München/ Wien 2007, ISBN 978-3-486-58379-3.
  • Bettina Willmann, Barbara Unterbusch: Eigenmarken und ihr Erfolgsgeheimnis: Was Kunden wirklich wollen. Studie des IFH Köln 2012.
  • In: Die Zeit, Nr. 37/2010.
  1. Gabler Wirtschaftslexikon: .
  2. St. Dumke: Handelsmarkenmanagement, Band 1. Duisburger Betriebswirtschaftliche Schriften, Hamburg 1996, S. 16.
  3. Hans-Otto Schenk: Funktionen, Erfolgsbedingungen und Psychostrategie von Handels- und Gattungsmarken. In: Manfred Bruhn (Hrsg.): Handelsmarken im Wettbewerb. 2. Auflage. Stuttgart 1997, S. 71–96.
  4. Jan Wieseke, Florian Kraus, Thomas Rajab: Förderung des Eigenmarkenverkaufs durch Vertriebsmitarbeiter – Eine empirische Analyse informeller Anreizfaktoren. In: Zeitschrift für betriebswirtschaftliche Forschung, Februar 2010, S. 3.
  5. In: Die Zeit, Nr. 37/2010,
  6. Hans-Otto Schenk: Marktwirtschaftslehre des Handels. Wiesbaden 1991, S. 322 f.
  7. Hans-Otto Schenk: Handels-, Gattungs- und Premiummarken des Handels. In: Manfred Bruhn (Hrsg.): Handbuch Markenführung, 2. Auflage. Band 1, Wiesbaden 2004, ISBN 3-409-11968-X, S. 119–50.
  8. Hans-Otto Schenk: Qualitäts-Preis-Relationen von Herstellermarken und Handelsmarken. Eine empirische Überprüfung anhand von Warentestergebnissen. In: Jahrbuch der Absatz- und Verbrauchsforschung. Bd. 26, Heft 2, 1980,ISSN , S. 129–145.
  9. Rainer Olbrich, Tina Schäfer: , Projekt SCAFO – Handelsmarken und Betriebsformenwettbewerb.
  10. (Memento vom 24. März 2012 im Internet Archive)
Normdaten (Sachbegriff): GND:(, )

Handelsmarke
handelsmarke, produkte, unter, einer, eigenen, marke, eines, einzelhändlers, verkauft, werden, sprache, beobachten, bearbeiten, weitergeleitet, billigmarke, auch, eigenmarke, engl, private, label, bezeichnet, produkte, produktreihen, markenwaren, deren, marken. Handelsmarke Produkte die unter einer eigenen Marke eines Einzelhandlers verkauft werden Sprache Beobachten Bearbeiten Weitergeleitet von Billigmarke Als Handelsmarke auch Eigenmarke engl Private Label bezeichnet man Produkte und Produktreihen Markenwaren deren Markenzeichen sich in der Inhaberschaft eines Handelsunternehmens bzw einer Handelsorganisation befinden Bei kleineren Betrieben ist auch von einer Hausmarke die Rede 1 Sie werden in der Regel nur in eigenen Betrieben des Markeneigners oder in den einer Verbundgruppe des Handels angeschlossenen Einzelhandelsbetrieben abgesetzt 2 Inhaltsverzeichnis 1 Konzeption 2 Beweggrunde 3 Funktionen 4 Abgrenzung zu Herstellermarken 5 Kritik 6 Siehe auch 7 Literatur 8 EinzelnachweiseKonzeption BearbeitenJe mehr Filialen ein Einzelhandelsunternehmen oder je mehr Mitglieder eine Verbundgruppe des Handels hat desto eher lohnt es sich fur sie Eigenmarken zu konzipieren und zu fuhren Zur Ausgestaltung stehen ihnen verschiedene Markentypen zur Verfugung und zwar ublicherweise mit zunehmendem Qualitats und Preisniveau Gattungsmarken no names normale klassische Handelsmarken und Premium Handelsmarken Der Begriff Premiummarke fur Handels wie fur Herstellermarken ist weder wettbewerbsrechtlich noch markenrechtlich geschutzt und deshalb frei verfugbar Gluhlampe als Handelsmarke AS des ehemaligen Unternehmens Schlecker hergestellt bei Philips Beweggrunde BearbeitenHandelsmarken lohnen sich fur Handelsunternehmen aus mehreren Grunden Die Handelsmarken werden nicht von Mitbewerbern angeboten so dass die Eigenmarken fuhrender Handelsunternehmen insoweit aufgrund fehlender Vergleichbarkeit freier in der Gestaltung ihrer Preispolitik sind Handelsunternehmen nutzen folgende Einflussfaktoren um sich im Wettbewerb zu differenzieren Qualitat der Ware Verpackungsinhalte Verpackungsgestaltung und Listenverkaufspreis LVP Die Wareneinstandspreise fur Handelsmarken fallen grundsatzlich niedriger aus als fur aufwandig beworbene Herstellermarken so dass ihre Verkaufspreise selbst bei gleicher Kalkulation unter den Verkaufspreisen von Herstellermarken liegen und eine besondere Preisleistung des Handelsunternehmens signalisieren konnen Das Eigenmarken fuhrende Handelsunternehmen kann diese bei verschiedenen Herstellern beziehen die untereinander im Wettbewerb stehen daher konnen Exklusivvertrage uber Handelsmarken mit dem gunstigsten Produzenten abgeschlossen werden Einige wenige Handelsunternehmen haben auch eigene Produktionsstatten Manchmal sind Handelsmarken vollig oder weitgehend identisch oder baugleich mit anderen Markenwaren Herstellermarken Die entscheidenden Motive fur die Fuhrung von Handelsmarken sind die Unabhangigkeit von den grossen Markenwarenherstellern deren Marketingdruck durch Push oder Pull Methoden sich die Handelsunternehmen und gruppen durch Eigenmarken entziehen konnen die Chance das eigene Sortiment bzw das Unternehmensimage durch unverwechselbare Artikel zu profilieren Besonders zur Profilierung geeignet sind Handelsmarken in Warengruppen des Einzelhandels mit hoher Preiselastizitat der Nachfrage und als Gegenmarken zu bekannten Herstellermarken Zur Ausschopfung der Profilierungschance namentlich durch preisgunstige und zugleich qualitativ hochwertige Eigenmarken sind eine professionelle Betreuung Handelsmanagement und psychostrategisches Vorgehen unabdingbar 3 die Festigung von Kundenbindung Da die Eigenmarken eines Unternehmens meist nur in dessen eigenen Vertriebsstatten erworben werden konnen besteht fur Kunden ein Anreiz diese bei positiver Produkterfahrung erneut aufzusuchen 4 Der Wechsel der Lieferanten bei gleichbleibender Verpackung oder regional unterschiedliche Lieferanten bei landesweitem Auftritt der Handelsmarke einer Kette In der wirtschaftswissenschaftlichen Literatur werden weitere weniger offensichtliche Grunde fur das Fuhren von Eigenmarken bzw die Forderung des Eigenmarkenverkaufs genannt Beispielsweise profitieren Unternehmen mit vertikal integrierter Lieferkette Supply Chain von hohen und stabilen Eigenmarkenverkaufen durch Skaleneffekte in der Produktion sowie die Auslastungsoptimierung der konzerneigenen Zulieferbetriebe In den Jahren nach der Euro Einfuhrung 1 Januar 2002 schnellte der Marktanteil von Handelsmarken empor er stieg von 28 2001 auf 41 3 2008 Die gefuhlte Teuerung nach der Euro Einfuhrung veranlasste viele Konsumenten zum Wechsel 5 Seitdem setzen die Discounter verstarkt auf Premium Handelsmarken Handelsmarken unter denen Premium Qualitat versprochen wird 5 Funktionen BearbeitenUrsprunglich erfullte jede Marke drei Funktionen 1 Identifizierungsfunktion Wiedererkennung und Unterscheidbarkeit 2 Herkunftsbestimmungsfunktion Visitenkarte fur den Markeneigner 3 Unterstutzungsfunktion Werbewirkung und Image Mit zunehmender Verfeinerung des Markenwesen und der Emanzipation der Handelsmarke fort von der Kopie oder Anhangemarke sind fur sie neue Funktionen hinzugetreten Der Wirtschaftswissenschaftler Hans Otto Schenk unterscheidet acht spezifische Funktionen der Handelsmarke Preisleistungsfunktion Dokumentation der preislichen Leistungsfahigkeit gegenuber sortengleichen oder ahnlichen Herstellermarken Sortimentsleistungsfunktion Dokumentation der eigenen und unverwechselbaren Alternativangebote Profilierungsfunktion Dokumentation eines eigenstandigen Leistungs Sortimentsprofils zur Abhebung von der Konkurrenz Polarisierungsfunktion Dokumentation eines Gegenpols zu anderen eigenen Betriebstypen und zu anderen Betriebstypen der Konkurrenz Spannensicherungsfunktion Ertragsverbesserung durch wenig beeinflussbare Kalkulation der eigenen Marken Heraushalten aus Preiskampfen und Preisschleuderei Gewerbliche Schutzfunktion durch Inanspruchnahme des Warenzeichenschutzes Schutz vor Konkurrenten und oder Nachahmern Solidarisierungsfunktion Handelsmarken als organisatorisches Bindemittel und Starkung des Zusammengehorigkeitsgefuhls in kooperativen Handelssystemen Innovationsfunktion Potenzial zur Entwicklung neuartiger Produktalternativen oder Markenkonzepte durch Handelsunternehmen 6 Abgrenzung zu Herstellermarken BearbeitenHandelsmarken stehen in Konkurrenz zu Herstellermarken Beide sind Markenwaren d h mit dem Rechtsschutz eines Markenzeichens der Marke ausgestattete Konsumguter Herstellermarken und Handelsmarken unterscheiden sich prinzipiell weder nach Qualitat noch nach bestimmten Produkteigenschaften sondern lediglich durch die jeweilige Markeneignerschaft und durch die Disposition uber die Gestaltung der Marke 7 Handelsmarken sind ein wirksames Marketinginstrument zur Kundenbindung an Einkaufsstandorte beziehungsweise Handelsketten Sie sind haufig im unteren und mittleren Preis beziehungsweise Qualitatssegment angesiedelt Durch den Wettbewerb im deutschen Einzelhandel werden vergleichbare Artikel verschiedener Handelsmarken ausgenommen der Premiummarken von Lebensmitteleinzelhandlern und Drogerien in aller Regel zum gleichen Preis und in der gleichen Packungsgrosse verkauft sofern es sich nicht um Sonderangebote handelt Insbesondere in Deutschland werden Handelsmarken vermehrt auch als Instrument zur Preisdifferenzierung Profilierung und strategischen Marktpositionierung eingesetzt Die Differenzierung hat vor allem bei den Handelsmarken zu neuartigen Erscheinungsformen gefuhrt Gattungsmarken oder no names Premiummarken Sortimentsmarken Dachmarken Auch entstehen im Rahmen vertikaler Kooperationen etwa beim selektiven Vertrieb Misch oder Hybridformen Bei unabhangigen Tests der Stiftung Warentest wurde seit Jahrzehnten immer wieder festgestellt dass es zahlreiche Baugleichheiten von Hersteller und Handelsmarken gibt und dass keine der beiden Kategorien grundsatzlich qualitativ uberlegen ist Beim Preis Leistungs Verhaltnis liegen meist Handelsmarken vorne uberdurchschnittliche Qualitat zu unterdurchschnittlichem Preis 8 Einige Handelsmarken z B Elite oder Mibell waren fruher Herstellermarken die spater von Handelsketten gekauft ubernommen wurden Kritik BearbeitenLaut einem Forschungsbericht der Fernuniversitat Hagen aus dem Jahr 2009 9 bewirke die zunehmende Verbreitung von Handelsmarken folgendes Die Aktionshaufigkeit von Markenartikeln nimmt ab das Preisniveau steigt an Im Preiswettbewerb liegt fur einzelne Hersteller der Zwang nahe die Produktqualitat zugunsten der Produktionskosten zu senken Produkt Innovationen tragen nicht zu dem gesteigerten Preisniveau bei da bei Handelsmarken im Vergleich zu Herstellermarken eher Imitation statt Innovation zu beobachten ist Preisdruck durch Handelsmarken fuhrt wahrscheinlich zu Einsparungen seitens Herstellermarken die auch und oft vor allem Forschung und Entwicklung betreffen Zunehmende Verbreitung von Handelsmarken zieht die Auslistung von Herstellermarken aus dem Sortiment der Handler nach sich Die Artikelvielfalt nimmt ab Die Schlussfolgerungen somit sei kein positiver Effekt aus Sicht der Verbraucher zu erwarten weder in Bezug auf das Preisniveau noch auf die Artikelvielfalt des Weiteren bestunden negative Auswirkungen auf die Gesamtumsatze sind allerdings ihrerseits kritisch zu beurteilen Siehe auch BearbeitenHandlermarke Unregistered Trade MarkLiteratur BearbeitenDieter Ahlert Peter Kenning Dirk Schneider Markenmanagement im Handel Gabler Verlag Wiesbaden 2000 ISBN 3 409 11643 5 Johannes B Berentzen Handelsmarkenmanagement Gabler Verlag Wiesbaden 2010 ISBN 978 3 8349 1892 5 Hans Otto Schenk Psychologie im Handel Entscheidungsgrundlagen fur das Handelsmarketing 2 Auflage Munchen Wien 2007 ISBN 978 3 486 58379 3 Bettina Willmann Barbara Unterbusch Eigenmarken und ihr Erfolgsgeheimnis Was Kunden wirklich wollen Studie des IFH Koln 2012 10 Billigprodukte beenden ihren Siegeszug Erstmals seit Jahren gehen die Umsatze mit No Name Eigenmarken im Lebensmittelhandel zuruck Die Supermarkte setzen nun aufs Premium Segment In Die Zeit Nr 37 2010 Einzelnachweise Bearbeiten Gabler Wirtschaftslexikon Hausmarke St Dumke Handelsmarkenmanagement Band 1 Duisburger Betriebswirtschaftliche Schriften Hamburg 1996 S 16 Hans Otto Schenk Funktionen Erfolgsbedingungen und Psychostrategie von Handels und Gattungsmarken In Manfred Bruhn Hrsg Handelsmarken im Wettbewerb 2 Auflage Stuttgart 1997 S 71 96 Jan Wieseke Florian Kraus Thomas Rajab Forderung des Eigenmarkenverkaufs durch Vertriebsmitarbeiter Eine empirische Analyse informeller Anreizfaktoren In Zeitschrift fur betriebswirtschaftliche Forschung Februar 2010 S 3 a b Billigprodukte beenden ihren Siegeszug Erstmals seit Jahren gehen die Umsatze mit No Name Eigenmarken im Lebensmittelhandel zuruck Die Supermarkte setzen nun aufs Premium Segment In Die Zeit Nr 37 2010 Hans Otto Schenk Marktwirtschaftslehre des Handels Wiesbaden 1991 S 322 f Hans Otto Schenk Handels Gattungs und Premiummarken des Handels In Manfred Bruhn Hrsg Handbuch Markenfuhrung 2 Auflage Band 1 Wiesbaden 2004 ISBN 3 409 11968 X S 119 50 Hans Otto Schenk Qualitats Preis Relationen von Herstellermarken und Handelsmarken Eine empirische Uberprufung anhand von Warentestergebnissen In Jahrbuch der Absatz und Verbrauchsforschung Bd 26 Heft 2 1980 ISSN 0021 3985 S 129 145 Rainer Olbrich Tina Schafer Forschungsbericht Nr 17 Projekt SCAFO Handelsmarken und Betriebsformenwettbewerb Eigenmarken und ihr Erfolgsgeheimnis Was Kunden wirklich wollen Memento vom 24 Marz 2012 im Internet Archive Normdaten Sachbegriff GND 4023246 3 OGND AKS Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Handelsmarke amp oldid 213413573, wikipedia, wiki, deutsches

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